Nr. 48. bonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., Haus gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen viertelfährlich Mr. 1.50. Satisbetlagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Gotfenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Freitag, den 26. Februar 1904. Gießener 13. Jahrgang. Jusertionspreis: Die einspaltige Betttzelle für ganz Ob heffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfg. sonft 16 Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen, Seltersweg 88 Fernsprechanschluß Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblaff) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wezlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Beim Reichskanzler zu Gaste. Ueber den letzten parlamentarischen Abend beim Reichs. Kanzler, zu dem auch unser parlamentarischer Mitarbeiter eine Einladung erhalten hatte, berichtet dieser in folgendem Stimmungsbild: Der Reichskanzler hatte für gestern abend Gäfte zu sich gebeten, etwa 500 an der Zahl, viel Zivilisten, aber auch diese zum größten Teil mit Sternen und Kreuzen geschmückt. Unter ihnen sah ich die Staatssekretäre Graf Posadowsky und Freiherr v. Richthofen, die Minister Dr. Studt, Dr. Schönstedt, Freiherr v. Rheinbaben, Freiherr b. Hammerstein, v. Podbielski und Budde, mehrere fürstliche Persönlichkeiten, die Präsidenten der beiden Parlamente, Männer der Wissenschaft und der Kunst und Vertreter der Presse. Der Reichskanzler begrüßte im Vestibül die ihm zum Teil erst vom Chef der Reichskanzlei, Conrad, und dem vortragenden Rat Dr. Hammann, wie dem Legationsrat Esternaur vorgestellten Herren und wußte für jeden ein paar liebenswürdige Worte des Willkommens zu finden. Schon die reiche Fülle von Geladenen bringt es mit sich, daß solch ein parlamentarischer Abend ein bei weitem förmlicheres Gepräge trägt als s. 3t. die auf einen verhältnismäßig fleinen Kreis beschränkten Bismarckschen Frühschoppen. Trotzdem entwickelte sich bald ein lebhaftes, ungezwungenes Treiben, als sich die Schar der Gäste nach den Innenräumen bewegte, wo ein reichhaltiges Buffet aufgestellt war und wo Bier, Wein und Sekt nach Belieben fredenzt wurde. Das alte Bismarczimmer verwandelte sich bald zum Honoratiorenstübchen, in dem der Reichskanzler präsidierte. In seiner Nähe bemerkte ich einen Mann, der schon zu den Beiten des ersten Kanzlers vielfach dort geweilt haben mag: Professor Dr. Schweninger. Der Reichskanzler unterhielt sich zwanglos mit seinen Gästen und hatte namentlich mit Vertretern der Kunst längere Unterredungen. Die te mahlin des Reichskanzlers machte im Damenzimmer Honneurs, zog sich aber gegen 11 Uhr zurück. Ein buntbewegtes Treiben herrschte in dem Wintergarten, der seit alten Zeiten als der„ Biertunnel" des Reichsfanzlerpalais bezeichnet wird. Hier wurde in einzelnen traulichen Ecken recht scharf gezecht, wie es in der Bismarckschen Zeit nicht kräftiger der Fall gewesen sein kann. Die Gruppen, die sich dort im Zeichen Sanft Gambrini zusammenfanden, zeigten manchmal ein buntes Konglomerat der verschiedensten Parteifärbungen. Aber die Diskussion hat hier jede Schärfe berloren, und manche Dissonanz aus den Reichstagsdebatten löst sich in freundschaftliche Harmonie auf. Die Versammlung war ungefähr vier Stunden bei dem Reichskanzler zu Gaste. Nach 12 Uhr entfernten sich die letzten Gäste; aber noch lange leuchteten die Fenster des Reichskanzlerpalais in die Nacht hinein, und hinter den Gardinen sah man die Schatten der Diener, die das festliche Arrangement in der Nacht noch beseitigten, so daß sich heute das Reichskanzlerpalais wieder im alten Aussehen vor der Außenwelt präſentiert Der Krieg in Oftafien. Wie es bisher stets mit den Sensationsmeldungen aus Ostasien gewesen ist, so verhielt es sich auch mit der letzten Nachricht über eine angebliche schwere Niederlage der japanischen Flotte vor Port Arthur: Vor dem Lichte der offiziellen Berichterstattung hält auch sie nicht stand. Allerdings ist, wie der Statthalter Alerejeff telegraphiert, ein Angriff der Japaner auf Port Arthur abgeschlagen, doch sind dabei keine japanischen Kriegsschiffe zerstört worden. Es handelte sich um einen verwegenen Handstreich der Japaner, der in dem Versuch der Sperrung der Hafeneinfahrt gipfelte. Das amtliche russische Telegramm berichtet darüber folgendes: Am 24. Februar 23 Uhr früh machte der Feind einen neuen Versuch, das Panzerschiff Netwisan" mit mehreren Torpedobooten anzugreifen und in der Hafeneinfahrt große mit Explosivstoffen gefüllte Dampfer zu versenken. Der Retwisan" bemerkte die Torpedoboote alsbald und eröffnete ein heftiges Feuer auf sie, dabei unterstützt von den Hafenbatterien. Zwei der japanischen Dampfer, die direkt auf den„ Retwisan" losfuhren, wurden zerstört; der eine derselben fuhr auf die Klippen am Leuchtturm, und der andere scheiterte bei dem Berge Zoletoi. Das Feuer gegen die Torpedoboote wurde fortgesetzt. Bei Tagesanbruch bemerkte man auf der Reede vier zerstörte Dampfer und acht Torpedoboote, die zu den Schiffen, die sie auf der hohen See erwarteten, flohen. Die Mannschaften waren dabei, sich auf Booten zu retten. Ein Teil der ertrunkenen Mannschaften ist vielleicht von den feindlichen Torpedobooten aufgesammelt worden. Ich lasse die Küsten absuchen. Die Hafeneinfahrt ist frei. Ich schreibe die völlige Vereitelung des feindlichen Planes dem brillanten Widerstand und dem vernichtenden Feuer des„ Retwisan" zu. Ein japanischer Dampfer brennt noch. Auf der Reede sieht man noch schwimmende Torpedos. Der Feind zieht in zwei Abteilungen ab. Ich lasse drei Kreuzer, die zur Verfolgung des Feindes ausgesandt waren, zurückkommen, um zunächst die auf der Reede schwimmenden Torpedos zu be seitigen. Unsererseits keine Verluste. Die Russen haben immerhin, trotzdem es sich offensichtrich bei den zerstörten Schiffen um alte unbrauchbare Kästen handelte, einen hübschen Erfolg errungen, indem sie eine große Gefahr von sich abwendeten. Denn gelang es den Japanern, diese Fahrzeuge in der engen Hafeneinfahrt zu versenken, so war der Hafen vorläufig sicher blockiert. Die russische Meldung zeichnet sich übrigens nicht gerade durch große Klarheit aus. Drei japanische Offiziere als Räuber gehenkt. Unsere Vermutung, daß die Angriffe der Chunchusenbanden auf die sibirische Eisenbahn unter der Leitung von japanischen Offizieren stattfänden, wird jetzt amtlich bestätigt. Drei als Kulis verkleidete Japaner wurden von der russischen Grenzwache gefangen genommen, als sie sich gerade anschickten, die Brücke über den Sungarifluß in die Luft zu sprengen. Die Untersuchung ergab, daß es japanische Offi. ziere waren, nämlich Oberst Assai, Torpedo- Leutnant Zonki Ascha und Leutnant Kasurata, sämtlich vom Generalstabe. Sie wurden unverzüglich vor ein Kriegsgericht gestellt, zum Tode verurteilt und innerhalb 24 Stunden nach ihrer Verhaftung an derselben Brücke aufgehängt, die sie in die Luft zu sprengen beabsichtigten. Die Politik. + Gine neue amtliche Liste der Opfer des Hereroauf udes ist zur Vervollständigung früherer Mitteilungen jetzt vom Gouverneur Leutwein den Berliner amtlichen Stellen übermittelt worden. Danach sind am 13. Februar im Otjotunderevier ermordet worden: Tischler Herbst, Karibib, Ansiedler Hoth, Orutiiwa, Bur Mar Donald, Okombahe ,. schinger, Johannes Meinz, Otandtii, Müllerl Lehrke, Drutiiwa, Farmer Böhme, Obomperera, und Frank. Gefallen sind am 14. Februar: Matrose Karle, Seesoldaten Mahnke aus Tespe, Luttermüller aus Brackwede( Westfalen), Schneider aus Weiden( Oberpfalz), Landwehrmann Berleth. Außerdem weist die Liste eine Anzahl Schwerverwundeter und Leichtverwun= deter auf. Unter letzteren befinden sich auch zwei Frauen: Frau Lange und Fräulein Müller. Eine weitere Vervollständigung der Liste bezeichnet Gouverneur Leutwein zur Zeit als unmöglich. Der mit Spannung erwartete Gesezentwurf betr. Maßnahmen zur Regelung der Hochwasser-, Deich- und Vorflutverhältnisse an der oberen und mittleren Oder ist jetzt an die Deffentlichkeit gelangt. Nach dem Entwurf hat der Oberpräsident von Schlesien für die Oder von der österreichischen Grenze bis zum Eintritt in die Provinz Pommern für die Ufer und das natürliche Ueberschwemmungsgebiet nach Anhörung eines zu bildenden derausschusses einen Plan zur Regelung der Hochwasserverhältnisse u. s. w. aufzustellen. Dieser ist in der von dem Oberpräsidenten zu bestimmenden Reihenfolge auszuführen. Die Gesamtkosten der Oderregulierung werden auf 60 Millionen Mark beziffert; von denen 39 735 000 auf Schlesien und 20 265 000 auf Brandenburg kommen. Einige Ueberbleibsel aus dem preußischen Kulturkampf sind jetzt beseitigt worden: Der Kultusminister hat mehrere gegen katholische Schülervereinigungen gerichtete Erlasse aufgehoben. U. a. soll fortan die Bildung von Schülervereinen mit religiösen Zweden mit Genehmigung des Provinzial- Schulkollegiums zulässig sein. Genehmigte Schülervereine unterliegen der Beaufsichtigung durch den Direktor, dem es obliegt, zu verhüten, daß Schüler unmittelbar oder mittelbar zur Teilnahme an solchen Vereinen genötigt werden, und darüber zu wachen, daß das gute Einvernehmen unter den Schülern und das friedliche Verhältnis unter den Konfessionen feinen Schaden leidet. * Die Einwanderung italienischer Arbeiter nach Deutsch, land scheint in diesem Jahre ausnahmsweise groß zu werden. Während die Italiener, die kurz vor Weihnachten in ihre Heimat ziehen, sonst erst im März oder April zurückzukehren pflegten, hat die Einwanderung diesmal schon im Januar begonnen. Allwöchentlich kommen Tausende Südländer in Konstanz mit Extrazügen und Extraschiffen von Bregenz an, um sofort die Weiterreise nach den verschiedensten Plätzen Deutschlands anzutreten. Türkei. Einen bösen Streich planen die Komitatsais. Ihr Hauptkomitee hat, wie verlautet, beschlossen, die Eisenbahn bon Ue sk üb bis zur serbischen Grenze zu zerstören. Hoffentlich wird die türkische Gendarmerie unter der Führung westeuropäischer Offiziere in der Lage sein, den Herren Komitatschis gehörig auf die Finger zu flopfen. Der Albanesenaufstand bei Djakov a darf anscheinend als beendet gelten. Nach einem Berichte Schafir Paschas, der mit 18 Bataillonen bei Djakova steht, sind die Feindseligkeiten eingestellt und Verhandlungen zu einer gütlichen Beilegung der Streitfragen eingeleitet worden. Deutfcher Reichstag. ( 42. Sigung.) CB. Berlin, 25. Februar. Zunächst wird der Etat der Reichseisenbahnen erledigt. Das Bemühen der Abgeordneten aus dem Elsaß, das Interesse ihrer Heimatkreise an dem Ausbau von Bahnhöfen und Bahnlinien gegen Bauverzögerungen zu wahren, blieb erfolglos. Die Mehrheit des Hauses beſtätigte die Kommissionsbeschlüsse, die ein ungewohnter Anblick am Berichterstattertische durch den Abgeordneten Bebel vertreten wurden. Der Beratung des Justizetats, die sodann begonnen wurde, hatte man mit einem gewissen Grauen entgegengesehen. Wie bei dem sozialpolitischen" Etat des Reichsamts des Innern, pflegt auch der Bewilligung des Gehalts des Staatssekretärs Dr. Nieberding, des Chefs der Reichsjustizverwaltung, eine wirr durcheinanderlaufende Diskussion voranzugehen, und auch diesmal befinden sich in dem Ragout von Fragen, die hier zur Verhandlung kommen, inhaltlich so weit auseinanderliegende Stoffe, wie u. a. die Heimstättengesetzgebung, die Automobilschaden, die Behandlung politischer Gefangenen, der Schutz der Bauhandwerker, die Konkurrenz der Gefängnis- und Zuchthausarbeit, wozu dann noch die Sozialdemokraten zur Fortsetzung der Russendebatte des preußischen Abgeordnetenhauses das Fremdenrecht und den Königsberger Geheimbundsprozeß zur Sprache bringen wollen. Erfreulicherweise aber einigte man sich da= hin, eine jede dieser Fragen für sich gesondert zu verhandeln und damit die Beratung einheitlich zu gestalten. Sie begann mit der von den beiden konservativen Parteien, dem Zentrum und der nationalliberalen Partei eingebrachten Resolution auf Vorlegung eines Heimstättengeseßentwurfs, die der konservative Abg. v. Riepenhausen, unter dessen Namen die Resolution geht, mit warmen Worten sehr eingehend begründete. Die Vorwürfe, die sich gegen die verbündeten Regierungen richteten, sie stände den Bestrebungen, den ansässigen Bauernstand zu schützen, den kleinen Grundbesitz vor Zersplitterung zu bewahren und die Familie zu kräftigen, anscheinend teilnahmlos gegenüber, veranlaßten Staatssekretär Dr. Nieberding zu einer scharfen Erwiderung. Er verwies auf die ablehnende Haltung der Mehrheit der landwirtschaftschaftlichen Betriebsvereine und auf die Stellung des Landschaftsrats, die die Regelung dieser Materie der Landesjustiz zuweisen. Dies ist auch der Standpunkt der verbündeten Regierungen. In der Debatte erklärten sich die Freisinnigen und Sozialdemokraten gegen ein solches Gesetz, weil sie eine Bindung des Grundbesiges nicht wollen. Dr. Bachem sprach dafür, ebenso Gamp( Rp.) und Wolf( Bbd.). Die Resolution wurde schließlich angenommen. Preufsifcher Landtag. Haus der Abgeordneten. ( 27. Sizung.) RK. Berlin, 25. Februar. Der bekannte Kampf zwischen dem einstigen Führer der Freisinnigen Vereinigung, Dr. Barth, und dem Ersten Staatsanwalt in Röslin kam heute im Abgeordnetenhause zur Erörterung. Der Justizminister gab eine Erklärung ab, die das Verhalten der in der Sache in Bewegung gesetzten staatsanwaltlichen Behörden verteidigte. Die alten Klagen über die lange Dauer der Prozesse und Mißstände im Prozeßwesen bildeten den Rest des parlamentarischen Menus. Recht übel mitgenommen wurde der Staatsanwalt im Kwilecfiprozeß. Dr. Müller, für den sich indes der Justizminister ziemlich ausgiebia ins Reug legte. Serbiens Hundertjabrfeier. † Belgrad, 24. Februar. Eigentlich sollte man meinen, die Lust zu großen Jubiläen müßte den Serben vorderhand vergangen sein. Indes, man kann es ihnen am Ende nicht übel nehmen, wenn sie auf den schlauen Plan ihres neuen Königs sich einließen, der die Feier eines Hundertjahrjubiläums angeordnet hat, das vor allem der Verherrlichung seines Hauses dienen mußte. Denn das Jubiläum, das in Serbien heute allerorten gefeiert wird, ist nicht nur ein Jubiläum der Karageorgiewitsch, der jüngsten europäischen Dynastie, sondern es ist zugleich das Jubiläum der Befreiung Serbiens von der türkischen Herrschaft. Auf Tag und Stunde genau ist die Feier nicht. Der eigentliche Jubiläumstag war der 14. Februar. Denn an diesem Tage vor hundert Jahren vereinigte sich im Walde bei Droschatz ein kleines Häuflein serbischer Gauhäuptlinge und Heiducken, um den Freiheitsfampf Serbiens gegen die Türken zu eröffnen. Seit 1791, wo nach dem österreichischtürkischen Kriege in Serbien der türkische Pascha HadschiMustafa ein mildes, ja ein türkenfeindliches Regiment führte - srbska majka( serbische Mutter") nannte ihn das Volk seit 1791 hatte Serbien nicht gegen die Türkei revoltiert. Als aber Hadschi- Mustafa von den durch ihn aus Serbien vertriebenen Janitscharen auf Geheiß des Scheichul- Islam- des obersten türkischen Priesters ermordet wurde und eine wüste Janitscharenherrschaft im Lande be= gann, bereitete die„ Rajah", der serbische Adel, den Aufstand wider die Türken vor. Wodurch könnte ich ihn erlangen?" unterbrach ihn zuwerfend. Sabine, der aufhorchenden Tante einen bedeutungsvollen Blick ,, Sie werden wissen, gnädiges Fräulein, daß dieser Titel daß der Fürst auf sie zählen dürfe. So sehr erwünscht mir auch schon jetzt eine Berneigun aus nicht," er viderte der alte Herr mit einer leichten Baronin fich mit dem Hofrat durch Blicke verständigt hatte, Bur Urgeschichte der Kochkunft. Kulturhistorische Plauderei von Dr. A. Heilborn. ( Nachdruck verboten.) ofen offenen Herde eine Grube in der Erde mit Asche zu füllen Borfahren war sie nicht fremd. Einerseits behielten die Nordman stese Röstmethode mehrfach angetroffen, und auch unseren geschlossen wie Lippert hervorhebt, die Gewohnheit bei, vor dem wird. Auch in Afrika und Südamerika hat Auf der Belgrader Festung hausten seit Hadschis Tode die vier Führer der Janitscharen, die Tyrannen des Landes. " Dahi", die Herren, nannten sie sich selbst. Mit Mord und Brand suchten sie ihre Herrschaft im Lande aufrechtzuerhalten. Die„ Rajah" flüchtete vor ihren Verfolgungen größtenteils in die Wälder: ihre Mitgieder wurden„ Heiducken", landfahrende Räuber. Endlich, Januar 1804, war das Maß der„ Dahi" voll. Um ihre Herrschaft völlig sicher zu stellen, schritten sie eines schönen Tages zur Ermordung der zwölf Ober- ,, Knjäsen", der Vorsteher der zwölf Bezirke Serbiens, und einer Anzabl Sinjäsen"( Ortsvorsteher). Nur ein kleiner Teil der„ Senjäsen" entfam dem Blutbad, unter ihnen auch der Knjäs von Topola, Kara Georg, der Stammvater der Karageorgiewitsch, der noch 1791 im österreichischen Heere als Feldwebel gegen die Türfen gefochten hatte. Er floh in die Wälder von Rudnik. Wenige Tage später gab es da einen„, Rütlischwur". Kara Georg, der berühmte Volksheld Janko Katic und Vasso Tscharapic beschlossen die Vertreibung der Dahi. Am 13. Februar kamen dann die Volkshäupter der Schumadija im Walde von Droschatz zur Wahl des Anführers zusammen. Trotz seines Sträubens wurde Kara Georg dazu einstimmig gewählt. Am 14. Februar ging das erste Zwinguri der„ Dahi", die Burg von Droschatz, in Flammen auf; die Besatzung wurde bis auf den letzten Mann niedergemacht. Und nun ging es Schlag auf Schlag. Einmütig erhob sich das Land. Am 11. März erfocht Jakob Nenadovitsch bei Silenva seinen ersten glorreichen Sieg über die bosnischen Begs, die den Dahis zu Hilfe eilen wollten, am selben Tage stürmte Matthäus Nenadovitsch die Türkenstadt Valjevo, während Kara Georg die Stadt Rudnik nahm. Drei Siege an einem Tage! Nach wenigen Wochen war das Land frei bis auf einige feste Schlösser im Süden und bis auf Belgrad. Die in Belgrad eingeschlossenen Dahis suchten mit der Rajah zu unterhandeln. Vergeblich trachteten sie, Sara Georg mit fünfhundert Beuteln der serbischen Sache abwendig zu machen. Eine Zeit lang hielten sie sich noch; dann, auf der Flucht, ereilte sie die Rache der Serber:: Alle drei wurden erschossen. Das war der Beginn des Freiheitskampfes der Serben, den Kara Georg, bald der erklärte Führer seines Volkes, zu rühmlichem Ende führte. Heute, wo das Jubiläum seiner Heldentaten gefeiert wird, sitt sein Enkel auf Serbiens Thron. Aber bei der Jubelfeier der Karageorgiewitsch fehlen heute die Vertreter desselben Europa, das einst die Heldentaten des Ahns mit Bewunderung begrüßte. Enkel reißen leicht ein, was die Väter bauten.. Das Ausscheiden der Königsmörder aus dem Hofdienst ist bereits beschlossen. Nur ist über die weitere Verwendung dieser Offiziere und deren Nachfolger noch nichts bestimmt. Sobald dieser Wechsel vollzogen ist, werden die Gesandten nach Belgrad zurückkehren. Hus dem Gerichtsfaal. § Wegen Zweikampfes wurde der Hauptmann v. Schröder bom 177. Infanterieregiment, der am 23. Januar den Leutnant Schubert im Walde bei Chemnitz erschoß, zu zwei Jahren Festungshaft verurteilt. § Ein neuer Ministerbeleidigungsprozeß wird sich am 23. März cr. vor der Strafkammer in Oldenburg abspielen. Die Klage richtet sich gegen den Redakteur Kruse vom dor. tigen Residenzboten", der der Beleidigung des Juſtizministers Ruhstrat und des oldenburgischen Richterstandes beschuldigt wird. machte der jetzt Anfang der dreißiger Jahre stehende Angeflagte vor mehreren Jahren eine„ Naturheilanstalt" auf, in der er selbst mit Vorliebe magnetische Kuren", namentlich an jungen Mädchen, ausführte. Als die Fälle sich in geradezu beängstigender Weise mehrten, in denen die„ Kuren" des Angeklagten direkt oder indirekt den Tod der bedauernswerten Patienten herbeigeführt hatten, nahm die Staatsanwaltschaft die Ermittelungen gegen Schröter auf. Im Laufe der nahezu zweijährigen Voruntersuchung soll ein geradezu haarsträubendes Belastungsmaterial gegen den Angeklagten zutage gefördert worden sein. § Bahnpostraub. Die Chemnizer Straftammer verurteilte den 28jährigen noch unbestraften Posthilfsboten Schubert, der am Weihnachtsfeiertage den mittags zwischen Stolberg und Chemnitz verkehrenden Postzug beraubt hat, zu zwei Jahren neun Monaten Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust. § Der Laurahütter Wahlkrawall beschäftigt z. 3t. erneut die Beuthener Strafkammer, da das im September gefällte Urteil vom Reichsgericht zur nochmaligen Verhandlung an das Landgericht zurückverwiesen worden ist. Staatsanwalt Fipper vertritt die Anklage; angeklagt sind 22 Personen. Für die Verhandlungen sind vier Tage in Aussicht genommen. § Der betrügerische Rechtsanwalt. In Wien wurde der Hof- und Gerichtsadvokat Dr. Zinner wegen Veruntreuung und Betruges zu 15 Monaten schweren Kerkers verurteilt. Zinner war in der Lebewelt der österreichischen Hauptstadt eine wohlbekannte Figur, der überall den feschen Kavalier spielte. Da seine Advokatur dazu lange nicht genug Geld einbrachte, so verschaffte er sich die Mittel, indem er ihm anvertraute Depositen unterschlug und Luruswaren, Geschmeide u. dergl. auf Kredit entnahm, um es schleunigst ins Pfandhaus schleppen zu lassen. Auch vor Wechselfälschungen scheute er im Notfall nicht zurück. Als die schmutzigen Wasser über ihm zusammenzuschlagen drohten, griff er nach dem letzten Halt, einer reichen Heirat. Doch riß auch dieser Notinfer im letzten Augenblick durch einen ungünstigen Zwischenfall, Zinner verlor gänzlich den Kopf und flüchtete nach London, von wo er schließlich mittellos an Desterreich ausge= liefert wurde. § Zum Tode veurteilt wurde von dem Göttinger Schwurgericht der Schäfer Borchardt aus Esplingerode. Borchardt hatte den Schafhändler Bust, der große Geldsummen bei sich führte, in den Stall gelockt, wo er ein frankes Schaf besich tigen sollte. Als Bust sich zu dem Zwecke bückte, hat Borchardt ein bereitstehendes Beil ergriffen und dem Ahnungslosen den Schädel zertrümmert. Hinterher erschlug er den Hund des Toten. Dann weckte er seine Frau und schickte sie fort, um ihrer Mutter beim Kartoffellegen behilflich zu sein, und bergrub den Hund und die Leiche des Erschlagenen, nachdem er dem Toten 4000 Mark abgenommen. In der Verhandlung behauptete er, dem Bust im Streit und in der Notwehr getötet zu haben, doch schenkten ihm die Geschworenen keinen Glauben. Der Lehmpaftor". * Krefeld, 25. Februar. Wer kennt Repelen? Die meisten unserer Leser werden den Kopf verneinend schütteln. Und doch hat dieses kleine Dörfchen sich einen ähnlichen Weltruf erworben, wie weiland Pfarrer Kneipps Wörishofen. Repelens Kneipp ist der evangelische Pastor Emanuel Felde, der sogenannte„ Lehmpastor", der aus dem unansehnlichen Bauerndorf mit seinen paar Hundert Einwohnern einen stattlichen Kurort geschaffen hat. Auf einem 52 Morgen Land umfassenden Terrain mit Wald und Parkanlagen, in dessen Mitte ein großer, von der Mörse, einem kleinen Nebenflüßchen des Rheins, durchflossener Teich liegt, hat Pastor Felche sein Sanatorium " Jungborn" errichtet. Im Sommer sollen ständig bis gegen 300 Kranke hier in Behandlung sein, aus allen Weltgegenden: aus Deutschland, Holland, Belgien, England, Nordamerika, Rußland. Augenblicklich soll eine Dame aus Brasilien dort zur Kur sein. Die Kranken werden durch Lichtluftbäder, kalte Sitzbäder und mit homöopathischen Heilmitteln behandelt. Die besondere Spezialität der Felckeschen Heilmethode liegt aber in den von ihm angewandten Lehmpackungen. Mit Lehm heilt er alles: Rheumatismus, Gicht, offene und schmerzhafte Wunden, Beulen, Verhärtungen, Vergiftungen u. s. w. schule und zugleich für den vehrer ein zietetych. Immer zu Ostern zog die Schule von dem einen der beiden Vollhöfe nach dem anderen. Der eine Hofbesitzer hatte sich eigens für die Schulzwecke ein kleines Haus mit einer Stube bauen lassen, und der andere, der im folgenden Jahre die Schule übernehmen mußte, brachte sie in seinem Mietshause unter. Alles wurde zu Ostern vom anderen Hofe herübergeholt, vom Lehrerpult herab bis zu Schwamm und Kreide und der Schlingelbank. Der Lehrer, der im Haupthause Wohnung und Koſt erhielt, mußte ebenfalls alle Jahr umziehen. Vor zwanzig Jahren ging in Lutterloh sogar noch das Schulheizer um. Daß die Schulkinder zweimal in der Woche die Schulstube auszufegcn hatten, ist nichts besonderes; das geschieht heute auch noch an vielen anderen Dorfschulen. [ Briefkasten mit elektrischer Klingel] wird demnächst Paris bekommen. Es ist dies eine Folge der überhandnehmenden Diebstähle von Briefen aus den Sammelfasten. Die Klingel soll jedesmal ertönen, so oft an der den Schlik berdeckenden beweglichen Platte gerührt wird. In diesem Falle jedoch nur einen Augenblick so lange eben die Platte in die Höhe ist während in dem Falle, als jemand sich andauernd mit dem Kasten zu tun macht, die Klingel auch andauernd ertönen und die Passanten auf die verdächtigen Manipulationen aufmerksam machen würde. Die Staatsanwaltschaft, die ihn wegen gewerbsmäßiger Ausübung der Heilkunst unter Anklage gestellt hatte, gab dem „ Lehmpastor" vorgestern Gelegenheit, sich vor dem Schöffengericht in Mörs über seine Kuren zu äußern. Der Angeklagte, ein freundlich blickender Mann, Mitte der Vierziger, mit langem, dunklen Vollbart und goldener Brille, erschien bor Gericht ohne Paletot, in dünnem, schwarzen Rock, Sporthemde ohne Kragen und mit einer luftigen, gelben Leinwandmüße. Der feuchte Lehm, so erklärte er, ziehe aus, fühle, desinfiziere und heile selbst die schwersten Blutvergiftungen. Wenn die Kranken überall abgedoktert haben, kommen sie zu mir, und merkwürdigerweise ist bei mir schnell genug Heilung da." Eine Statistik seiner Heilresultate mache er nicht, denn ihm sei alle Reklame zuwider; er werde schon ohnehin so sehr überlaufen, daß er sich vor Arbeit nicht zu helfen wisse. Neben den Kranken in dauernder Behandlung fämen täglich ganze Scharen zur persönlichen Konsul tation zu ihm hin. Früher sollen 50-60 Leute täglich abgefertigt worden sein. Jetzt werden aber nur noch 20 bis 30 angenommen und auch nur nach vorhergehender brieflicher Anmeldung. Honorare werden für die Konsultationen selbst nicht angenommen; es wird nur ein Eintrittsgeld von 50 Pfg. bis zu 1 Mark erhoben, und dann müssen die Kranken die verordneten Heilmittel aus der zum Jungborn" gehörenden homöopathischen Niederlage" entnehmen, die von dem Küster Kiesendahl und dessen Tochter verwaltet wird. § Wunderliche und gefährliche Kuren. Verschiedene deutsche Gerichte hatten und haben sich in diesen Tagen mit Aufsehen erregenden medizinischen Prczessen zu beschäftigen. Am harmlosesten war der vor dem Schöffengericht in Mörs gegen den bekannten Pastor Felcke aus Repelen wegen seiner munderlichen Lehmiuren verhandelte. Das Gericht sprach den Pastor von der Anklage, gewerbsmäßig das Heilgewerbe ausgeübt zu haben, frei. Der Küster Kiesendahl erhielt 100 Mark Geldstrafe, weil er entgegen der kaiserlichen Verordnung von 1901 homöopathische Arzneien verkauft hat.- Ein kaum glaublicher Fall ärztlicher Fahrlässigkeit wurde von der Ulmer Straffammer mit drei Monaten Gefängnis geahndet. Dr. med. Hartmann, Besizer einer Naturheilanstalt, hatte einer Frau aus Weiler ein Heißluftbad verordnet. Als sich die Frau eine Viertelstunde im Schwikkasten bei 45 Grad C. befunden hatte, ließ der Arzt die Frau allein. Beim Weggehen will er ihr gesagt haben, sie möge nach einigen Minuten den Kasten verlassen, sich kalt abdouchen und dann nach Hause begeben. Als Dr. Hartmann nach einer Stunde wieder in den Baderaum kam, fand er die Frau noch im Schwißkasten vor. Sie war schon eine halbe Stunde tot. Bei der Sektion wurden schwere Brandwunden am Gesäß und an den Schenkeln festgestellt. Nach Ansicht der als Sachverständige vernommenen Aerzte muß die Temperatur im Kasten bis auf 70 Grad C. gestiegen sein, da Hartmann die Flammen zur Erzeugung der Heißluft hatte weiter brennen lassen. Nach Ansicht der Sachverständigen sind die Verbrennungen teilweise noch bei lebendigem Leibe erfolgt. Dr. Hartmann hat Berufung eingelegt. Ein dritter Prozeß wird in Tilsit gegen den Magnetopathen" May Schröter geführt, dessen Vorgeschichte wohl noch erinnerlich ist. Ohne iraend welche medizinische Vorkenntnisse zu haben. [ Japanische Kriegspoesie.] In ganz Japan erklingen jekt begeisterte Striegsgesänge. Die meisten Lieder beziehen sich auf die japanische Flagge, und auch das Enblem des Volkes, die aufgehende Sonne, wird von den Dichtern auf hunderterlei Weisen gebraucht, um darzustellen, wie Japan die Welt erobert. Von dem Tode wird gewöhnlich als etwas Wünschenswertem gesprochen, wenn er in der Erfüllung der Pflicht kommt. ,, Achte nicht darauf, ob es Tod oder Leben ist, gehorche dem Kaiser und gehe vorwärts!" sagt ein Lied. ,, Eher den Tod auf dem Schlachtfeld, als sich ergeben," lautet der Refrain eines anderen. Und das ist nicht leeres Gerede. Ein Dichter ermutigt:„ Heraus! heraus, ihr unsere Helden! Unsere Fahne der aufgehenden Sonne, die die ganze Welt erleuchtet, wird von den Mauern der Peter Paulsfestung in Petersburg flattern! Die Fahne der aufgehenden Sonne verkörpert unsere Hoffnungen. Frieden ist im Schwert verborgen, Frieden ist in dem Rauch der Gewehre!" Folgendes alte, einfache Lied, das jetzt viel von Kindern gesungen wird, erfreut sich großer Beliebtheit. Man muß sich dabei eine Gesellschaft vergnügter Knaben und Mädchen, in die hellen Farben gekleidet, vorstellen, die in Japan fast ganz auf die Kinder beschränkt sind.„ Töte! Töte! Töte! Töte! Töte, bis das Schwert bricht! Töte! Töte! Töte! Töte!" Küster Kiesendahl erhielt eine kleine Geldstrafe, der Lehmpastor" wurde unter den lauten Bravorufen des Publikums freigesprochen. Die ganze Gegend weiß ja, daß der„ Lehmpastor" seine Tätigkeit aus reinem Idealismus ausübt. Käme es ihm darauf an, Geld zu erwerben, so hätte er längst den Pastorenrock an den Nagel gehängt und wäre heute ein reicher Mann, statt daß er sich und seine Familie mit dem armseligen Gehalt eines Landpastors durchschlägt. Nab und Fern. Brandkatastrophe. Durch ein überraschend ausgebroche nes Schadenfeuer wurden zu Emden fünf blühende Meschen leben vernichtet. Im Hause des Kaufmanns Jünemann kam Feuer aus, bei dem 4 Kinder und das Dienstmädchen Jünemanns verbrannten. Ein dreizehnjähriges Mädchen rettete sich durch einen Sprung aus dem Fenster. Doch erlitt sie schwere Verlegungen. Auch in London forderte ein Brand zahlreiche Opfer. Bei einem Feuer in einer Nebenstraße von Paternoster Row kamen sieben Personen ums Leben. Ein heftiges Erdbeben richtete in der italienischen Stadt Magliano de Marsi großen Schaden an. Die Karabinieri mußten die Kaserne, die gleichfalls stark beschädigt wurde, räumen. Erfter 15 Minute Die gefegt bei Abg. Molt Bekämpfun berbreitet Fragen, w Offisialtlage Das Grundl Dittmar leg Juftigverwo Abg. gebäudes fagt diefe Frage der zurück. feiner fri Korell g gebung Abg. S über die bei, wäh gymnafial Siera Der 4,15 Uhr gefeßt. Aba gebühren Abg. Ulr an„ öffe Wolff Juftigmin gemachten damit zuf das preuß Abg. Hir füße, a vorgehe. nur feine nehme, fleisch ni Vorwur Juristen Er bele zimmer Sierouf genomm [ Ein bedeutungsvoller Tag in der japanischen Geschichte] ist der 11. Februar. An jenem Tage geschah es vor 2564 Jahren, daß der Kaiser Jimnu, der erste Herrscher Japans, den kaiserlichen Thron bestieg und damit eine Herrscherlinie gründete, die in ununterbrochener Aufeinanderfolge über dieses Land regieren sollte. Es ist der Tag, an welchem die gesamte japanische Chronologie und Geschichte anfängt, und an dem eines der größten Nationalfeste jähr lich im ganzen Kaiserreich gefeiert wird. Vor 14 Jahren genehmigte der gegenwärtige Kaiser an demselben Tage die neue Verfassung, und vor zwei Jahren war es der Tag, an welchem der Welt die Mitteilung von dem englisch- japanischen Bündnis gemacht wurde. Jetzt ist er vom Mikado zur formellen Kriegserklärung gegen Rußland ausersehen worden. * Ranbmord im Eisenbahnkupee. Um Mitternacht fand man auf der Station Sampierdarena bei Genua in dem aus Mailand kommenden Eisenbahnzuge einen Mann, welchem von einem unbekannten Individuum acht Wunden beigebracht waren. Der Mann wurde später als der Apotheker Cesasco aus Susa identifiziert. Er wollte sich nach Buenos Aires einschiffen. Man stellte fest, daß ihm 35 000 Lire gestohlen waren. Cesasco ist später seinen Wunden erlegen. [ Die„ Reiheschule".] Ein eigenartiges Schulidyll aus der Lüneburger Heide wird jetzt verschwinden. Eins der ältesten Dörfer der Heide, Lutterloh im Kreise Celle, erhält jetzt endlich auch ein eigenes Schulhaus, nachdem schon seit Jahrzehnten ein Lehrer dort angestellt gewesen ist. Die Schule erhält Raum für 62 Kinder und eine Lehrerwohnung. Visher bestand in Lutterloh noch eine sogenannte Reihe[ Japanische Spartanerinnen.] Ein genauer Kenner japanischer Verhältnisse schreibt einen großen Anteil an den mit fühner unerschrockenheit erkämpften japanischen Erfolgen dem Einfluß der Frauen zu. Die japanische Mutter ist die liebevollste Mutter der Welt, vor allem aber ist sie Patriotin. Sie opfert, wie die Spartanerin, ihren Sohn für das Wohl des Landes. Dasselbe gilt bei ihr auch in Bezug auf den Gatten. Nach dem letzten Kriege wurden in den Zeitungen einige Männer namhaft gemacht, die sich als Soldaten schlecht geführt hatten. Mehrere Frauen konnten diese Schmach nicht ertragen und begingen Selbstmord. So wie die Japanerinnen ihre Männer zur Tapferfeit anfeuern, so begleiten sie sie auch in den Krieg und tun ihr Möglichstes, ihnen zu dienen und die Verwundeten zu bflegen. [ Der Ohrenhügel in Kioto] bewahrt in seinem Namen das Gedächtnis an eine furchtbare Episode aus den früheren Eroberungszügen der Japaner in Korea und China. Der ,, japanische Napoleon", Hideyoshi, überzog im Jahre 1587 de beiden Länder mit Krieg. Er soll damals 130 000(?) Mann mit Feuerwaffen aufgebracht und seine Feldherren sollen dank dieser Bewaffnung zu Lande überall gesiegt haben, während sie zur See geschlagen wurden. Damals sollen die Japaner 185 735 Koreanern und 29 000 Chinesen Nasen und Ohren abgeschnitten und diese eingesalzen nach Kioto geschickt haben, wo sie an dem Platz, der heute noch Mimizuka ( Ohrenhügel) heißt, verscharrt worden sein sollen. [ Der größte Binnensee der Erde,] der kanadische Lake Superior, ist, was seit Menschengedenken nicht vorgekommen ist, in seiner ganzen Ausdehnung zugefroren. Der Lake Superior umfaßt 31 420 englische Quadratmeilen und liegt 602,75 Fuß über dem Meeresspiegel. Sein Wasser ist auch in der heißesten Jahreszeit so falt, daß nur wenige Menschen darin zu baden pflegen; die Indianer haben eine abergläubische Scheu vor dem See, der nach ihrer Meinung niemals einen in ihm Ertrunkenen wieder herausgibt. Das Neueste aus den Witzblättern. Kathederblüten. Wenn Sie im Krieg' ne Kuge! pfeifen hören, brauchen Sie keine Angst mehr zu haben, die Kugel ist schon längst vorbei. Wenn Sie aber die Kugel nicht pfeifen hören, dann sehen Sie sich vor, daß Sie nicht getroffen werden. Dienstboten frechheit. Hausfrau:„ Lina, ich sehe es nicht gern, daß Sie jeden Abend Ihren Bräutigam in der Küche haben!"- Mädchen:„ Dann bleiben Sie doch in Ihrem Zimmer." Kühnes Bild. Wirt:„ Aber, mein Herr, da machen Sie nun ein Geschrei, als wenn Sie nicht eine Fliege, sondern einen Elefanten in der Suppe gefunden hätten!" Die Lücke. Hat der Müller tüchtige Fortschritte im Nadeln gemacht?", ja, nur das Renommieren hat er noch nicht recht heraus." Ersa ß. Donrerwetter, hier ist's aber kalt im Zimmer, da hättet ihr doch ein bischen einheizen können!"- Schwie Jermutter: Das ist vorläufig überflüssig, ich hab' mal ein Wort mit dir zu reden." ( Dorfbarbier.) die Peti Gerichten Kapitel 9 Näd äußert fi das Dr der Ver folgt: fchaftlich Befferun nicht erfi noch eine doch in d beispiellof inbezug geworden den vorü Dauernd auf diese weit bo Rüdsch gebaute dürfte Produt Verhält wir au rechnen. uns die Geschäft Regelma Hin nächsten ftichhalti findliche ernstliche industriell immer me Dränge zu ander feits träge ang Ablagebi zu wunsch welches le Butunft f nehmungsg Best fdme dings erho zum Ausla und fomit Außenhand unentbehrl feftere For in gemiler Geschäftsz drobt yetja). Immer beiden Bollhöfe te fich eigens für er Stube bauen Sahre die Schule Cietshause unter. e herübergeholt, und Kreide und Saupthause Woh Jahr umziehen. noch das Schul n der Woche die besonderes; das Dorfschulen. wird demnächst r überhandneh. melfaften. Die den Schlitz ber In diesem Falle Die Blatte in die td fich andauernd auch andauernd figen Manipula Japan erklingen Lieder beziehen Das Enblem des en Dichtern auf Men, wie Japan hnlich als etwas Erfüllung der Tod oder Leben jagt ein Lied. fich ergeben," ist nicht leeres eraus, ihr unsere Sonne, die die auern der Peter Fahne der aufgen. Frieden ist Rauch der Ge as jest biel von Beliebtheit. Man ter Anaben und borstellen, die in find.„ Töte!- chwert bricht! japanischen Gege geschah es vor er erste Herrscher nd damit eine rochener AufeinEs ist der Tag, gie und Geschichte tationalfeste jähr Vor 14 Jahren mselben Tage die r es der Tag, an nglisch- japanischen Mikado zur forSersehen worden. genauer Kenner zen Anteil an den japanischen Erjapanische Mutter allem aber ist sie erin, ihren Sohn It bei ihr auch in n Kriege wurden gemacht, die sich Mehrere Frauen begingen Selbst inner zur Tapferen Arieg und tun Verwundeten zu n seinem Namen mus den früheren nd China. Der im Jahre 1587 als 130 000(?) seine Feldherren rall gesiegt haben, Damals sollen die Chinesen Nasen zen nach Kioto ge ute noch Mimizuta in sollen. der kanadische Late nicht vorgekommen roren. Der Late atmeilen und liegt ein Wasser ist aud r wenige Menichen ben eine abergläu Meinung niemals 6t. lättern. Krieg' ne Auge ehr zu haben, die e aber die Auge or, daß Sie nic cau:„ Lina, id Ihren Bräutigam n bleiben Sie dod Herr, da macher ine Fliege, fondern Jätten!" tige Fortschritte in enommieren hat e er falt im Zimmer nnen!" Schwie ich hab' mal ein ( Dorfbarbier.) Hessischer Landtag. Darmstadt, 24. Februar 1903. Erster Präsident Haas eröffnet die Situng 9 Uhr 15 Minuten. Die Spezialdebatte des Staatsvoranschlags wird fortgesezt bei der IX. Hauptabteilung, Ministerium der Justiz. Abg. Molthan tritt für besondere Gerichtskassen und schärfere Bekämpfung des Ausverkaufswesens ein. Abg. Dr. Buff verbreitet sich über die verschiedenen in der Debatte berührten Fragen, während Abg. Hirschel einheitliche Handhabung der Offizialflage verlangt. Abg. Senßfelder geht ausführlich auf das Grundbuchwesen und Notariat ein. Justizminister Dr. Dittmar legt in längeren Erörterungen den Standpunkt der Justizverwaltung zu den berührten Fragen dar. Abg. Damm bringt die Verhältnisse des Amtsgerichtsgebäudes Friedberg zur Sprache, Justizminister Dr. Dittmar sagt dieserhalb Abhilfe zu. Abg. Ulrich kommt auf die Frage der verschiedenartigen Behandlung von Offizialflagen zurück. Justizminister Dr. Dittmar erwiedert im Sinne seiner früheren Ausführungen. Die Abgg. Weidner und Korell gehen auf das Grundbuchwesen, die Notariatsgesetzgebung usw. ein und wünschen mehrfache Verbesserungen. Abg. Schlenger pflichtet dem Standpunkt des Justizministers über die Art der Vorbildung für das juristische Studium bei, während Abg. Dr. David für Zulassung der Realgymnasialabiturienten zu demselben eintritt. Hierauf vertagt sich das Haus auf nachmittags 4 Uhr. Nachmittagssizung. Der dritte Präsident Reinhart eröffnete die Sigung um 4,15 Uhr und wird die Beratung über den Justizetat fortgesetzt. Abg. Leun beantragt die Herabsetzung der Stempelgebühren bei Eintrag von Grundstücken an den Ortsgerichten. Abg. Ulrich findet es für bedauerlich, daß man aus Mangel an öffentlichem Interesse" das Vorgehen in der Sache Wolff f. 3t. abgelehnt habe, eigentümlich sei auch, daß der Justizminister noch niemals einen seiner Beamten wegen dem gemachten Fehler rettifiziert habe. Abg. Cramer ist nicht damit zufrieden, daß ihn der Justizminister zur Klage an das preuß. Ministerium und das hiesige Amtsgericht verweist. Abg. Hirschel führt einen Fall an, wie man die Juden schüße, aber gegen die Beleidiger anderer Religionen nicht vorgehe. Justizminister Dittmer erklärt, daß er pflichtgemäß nur seine Schuldigkeit tue, wenn er seine Beamten in Schutz nehme, wo kein Verschulden nachgewiesen sei. Abg. Gutfleisch nimmt in seinem Schlußwort die Richter gegen den Vorwurf der Klassenjustiz in Schuß, glaubt aber, daß den Juristen eine Ausbildung auf breiter Basis nüßlich sei. Er beleuchtet nochmals die schlechte Ausstattung der Anwaltszimmer und die Nachteile der langen Terminverschiebung. Hierauf wird Kap. 88 und 130 mit dem Antrag Leun angenommen. Bei Rap. 80, Gerichte, tritt Abg. Hirschel für die Petition der schlecht bezahlten Schreibgehülfen bet den Gerichten ein. Kap. 89 wird genehmigt, ebenso die folgenden Kapitel 90-97 und 129, Zentralbauwesen, ohne Debatte. Nächste Sitzung Freitag Morgen 9 Uhr. Ueber die Geschäftslage äußert sich die Verbandszeitung für die Vereine Creditreform, das Organ des ca. 70000 Mitglieder zählenden Verbandes der Vereine Creditreform e. V., Leipzig, unter anderem wie folgt: Wir stehen am Schlusse eines Jahres, welches in wirtschaftlicher Beziehung von einem unverkennbaren Hauche der Besserung durchweht wird. Freilich, das Konto der noch nicht erfüllten Wünsche weist wohl bei jedem Geschäftemann noch eine starke Belastung auf. Kein Wunder, war man doch in den noch gar nicht weit zurückliegenden Zeiten eines beispiellosen geschäftlichen Aufschwunges mit seinen Wünschen inbezug auf den Geschäftsgang etwas sehr anspruchsvoll geworden. Es rächt sich noch immer der Fehler, daß man den vorübergehenden Zustand der Hochkonjunktur als etwas Dauerndes betrachtete, sich geschäftli darauf einrichtete und auf diese Weise den tatsächlichen und natürlichen Bedürfnissen weit voraus eilte, so daß man jeßt nach dem eingetretenen Rückschlage seine auf dem Rahmen der Hochkonjunktur aufgebaute Produktionsfähigkeit nicht voll ausnußen kann. Es dürfte noch geraume Zeit vergehen, bis Bedürfnis und Produktionsfähigkeit zueinander wieder in das richtige gesunde Verhältnis treten. Erst wenn dies erreicht sein wird, dürfen wir auf eine durchgreifende Besserung der geschäftlichen Lage rechnen. Zweifellos sind wir indessen auf dem besten Wege, uns diesem Ziele zu nähern, wenn dies auch nicht in allen Geschäftszweigen in gleichem Umfange und mit gleicher Regelmäßigkeit in die Erscheinung tritt. Hinsichtlich der Gestaltung der Verhältnisse in der nächsten Zukunft führt das genannte Organ aus, es sei ein Stichhaltiger Grund zu der Besorgnis, daß die in Fluß befindliche Besserung der Geschäftslage in absehbarer Zeit eine ernstliche Unterbrechung erleiden könnte, nicht gegeben. Die industrielle Entwickelung der neuen Kulturländer, die diese immer mehr von der Einfuhr fremder Erzeugnisse emanzipiere, dränge zu einer intensiveren Pflege des heimischen Marktes, anderseits müsse durch den Abschluß günstiger Handelsverträge angestrebt werden, uns auch auf den auswärtigen Absatz zebieten unseren Platz zu sichern. Es sei namentlich zu wünschen, daß nun baldigst das Dunkel beseitigt werde, welches leider immer noch über unserer handelspolitischen Bukunft schwebe und naturgemäß lähmend auf den Unternehmungsgeist wirken müsse. Die guten Fortschritte der zur Zeit schwebenden Handelsvertragsverhandlungen ließen allerdings erhoffen, daß es gelingen werde, unser Verhältnisse zum Auslande baldigst wieder auf längere Zeit fest zu regeln und somit dem für unsere Volkswirtschaft so bedeutsamen Außenhandel wiederum die für eine gedeihliche Entwickelung unentbehrliche Stabilität zu verleihen. Von der allmählich festere Formen annehmenden Reform des Börsengesetzes wird in gewissem Grade eine Wiederbelebung eines bedeutsamen Geschäftszweiges erhofft, dem zur Zeit eine teilweise Verödung droht. Nach der reinigenden Wirkung der schweren Katastrophen, von denen unser Wirtschaftsleben in den letzten Jahren heimgesucht worden ist, heißt es dann weiter, dürfe mit ziemlicher Bestimmtheit darauf zu rechnen sein, daß wir in absehbarer Zeit von ähnlichen folgenschweren gewaltsamen Erschütterungen verschont bleiben würden. Die Wunden, welche jene Katastrophen weiten Kreisen geschlagen hätten, begännen in erfreulicher Weise zu vernarben, und die Einschränkungen, welche die Betroffenen vielfach gezwungen gewesen seien, sich aufzuerlegen, wichen allmählich wieder ge= wesen seien, sich aufzuerlegen, wichen allmählich wieder geordneten Verhältnissen. Lokales. 26. Februar 1904. RB. Wechsel mit der Ortsbezeichnung Ruhrort- Laar ( nicht wie bisher Laar bei Ruhrort"), Ruhrort- Stockum, Ruhrort- Beeck, Ruhrort- Beeckerwerth, welche nach dem 31. März d. Is. fällig werden, werden von jetzt ab von der Reichsbank angekauft. Dieselben sind an die Reichsbanknebenstelle in Ruhrort zu girieren. * In den Anfang März beginnneden Schwurgerichtssigungen fommen 4-5 Fälle zur Verhandlung, die voraussichtlich in einer Woche erledigt werden. * Stadttheater Gießen. Morgen Samstag, den 27. Februar, geht als 10. Volksvorstellung Schillers Wilhelm Tell in Szene. Die sorgfältig vorbereitete VorStellung hatte bekanntlich bei der ersten Aufführung einen schönen Erfolg zu verzeichnen. Der nächste Sonntag bringt 3 Einafter: als 15. Sonntags- Abonnementsvorstellung Flitterwochen", Schwank in 1 Aft von Herm. Steingoetter, Unter vier Augen", Lustspiel von Ludw. Fulda und„ Zum Einsiedler", Schwank von Benno Jacobsen. Montag, 29. Februar, findet die 8 Theatervereinsvorstellung statt, in der Walter Bloems neues Schauspiel„ Es werde Licht" zur Aufführung gelangt. " * * Ueber die am Sonntag, den 28. Februar, nachm. 4 Uhr und abends 8 Uhr im neuen Saalbau stattfindenden 8igeuer- Konzerte schreibt die„ Fränk. Volkszeitung" in Würzburg: Das Konzert des österr.- ungar. Orchester bietet allen, auch den verwöhntesten Musikliebhabern einen Genuß ersten Ranges. Es ist ein eigenartiger Reiz, welcher die bald elegischen und klagend, bald zum feurigsten Rhythmus hinaufsteigend und wohltuend auf das Ohr wirkenden ungarischen Weisen umgibt. Tas aus Damen und Herren bebestehende Orchester sind ihrer Aufgabe vollständig gewachsen und führten als vollendete tüchtige Künstler das Programm, auf dem nur berühmte Tonfünstler ihres Heitmatlandes standen, glanzroll durch. Fräulein Sadoni ist eine vortreffliche Sängerin und der Direktor Urbany geradezu ein Virtuose auf seinem Instrument. Der Feuer- und Flammentanz ist durch seine Farbenpracht überraschend und wurde hier noch nicht in solcher Vollendung gezeigt, so daß das Auge nicht müde wurde, den herrlichen Verwandlungen zu folgen. Man fam aus dem Sehen, Hören und Staunen nicht heraus. Wir empfehlen hiermit aufs wärmste den Besuch des Rakoczi- Konzertes. ** Viehmarkt zu Gießen. Bei dem am 23. und 24. Februar stattgefundenen Markte waren aufgetrieben 1765 Stück Rindvich, 132 Schweine. Der nächste Markt findet am 15. und 16. März statt; am letzten Tage auch Krämermarkt. ** Das Technikum Mittweida, ein unter Staatsaufsicht stehendes höheres technisches Institut zur Ausbildung von Elektro- und Maschinen- Ingenieuren, Technifern und Werkmeistern, zählte im verflossenen 36. Schuljahre 3610 Besucher. Der Unterricht in der Elektrotechnik ist in den letzten Jahren erheblich erweitert und wird durch die reichhaltigen Sammlungen, Laboratorien, Werkstätten und Maschinenanlagen( Maschinenbau- Laboratorium) etc. sehr wirksam unterstüßt. Das Sommersemester beginnt am 19. April und es finden die Aufnahmen für den am 22. März beginnenden unentgeltlichen Vorunterricht von Anfang März an wochentäglich statt. Ausführliches Programm mit Bericht wird kostenlos von Sekretariat des Technikum Mittweida ( Königreich Sachsen) abgegeben. ** Das Feldberg fest, das sonst immer in der 2. Hälfte des Juni abgehalten wurde, findet in diesem Jahre mit Rücksicht auf das Gordon- Bennet- Rennen bereits am 12. Juni statt. Es sollen wieder Einladungen an die gesamte deutsche Turnerschaft ergehen. * Ein neues Jubeljahr für die Katholiken. Mit dem gestrigen Tage begann in Rom das Jubeljahr, anläßig der 50jährigen Wiederkehr der Aussprechung des Glaubenssages von der Unbefleckten Empfängnis Marias. * * Internationale Kunst- und GartenbauAusstellung Düsseldorf 1904. Für die Abteilung „ Gartenkunst" hatte der Verein deutscher Gartenfünftler" sich an verschiedene Persönlichkeiten gewandt, um Pläne der gartenfünstlerischen Ausstellung zu erhalten. In Düsseldorf fand nun am Sonntag ein Verbandstag des Vereins deutscher Gartenkünstler" statt, von dem die eingegangenen Ein von Gartendirektor TripArbeiter geprüft murden. Hannover angefertigtes Modell gliederte den Raum in reizvollster Weise in einem an klassische Formengebung anklingenden Stil. Außerdem waren unter anderen noch ausgezeichnete Arbeiten eingegangen von Gartendirektor Enfe- Köln, von dem Lehrer an der Düsseldorfer Kunstgewerbeschule Benirschke, von Maler Hemming- Düsseldorf, den Gartenarchitekten Finken- Köln und Bouché Bonn. Gewählt und zur Ausführung bestimmt wurde das Tripsche Modell. Kirtorf, 23. Febr. Das hiesige Eisenbahnkomitee ist in seinem Bestrebungen, eine Verbindung mit der Mainweserbahn zu erhalten, recht rührig. So wird in diesen Tagen eine Kommission nach Darmstadt reisen, um dort bei dem hessischen Finanzminister die Angelegenheit persönlich zu vertreten. † Kirtorf, 22. Febr. Die Teilnehmer der hiesigen Ortsfernsprecheinrichtung sowie die öffentlichen Fernsprechstellen in Ehringshausen, Lehrbach und Ober- Kleen wurden zum Gespräch mit Biedenkopf, Breidenstein, Derbech, Ludwigshütte und Wallau zugelassen. Gebühr 25 Pfg. A Hungen, 24. Febr. Nach einem Vortrag der Herren Schlenke- Harthof und Hirschel- Offenbach, wurde am Montag hier eine Kornhausgenossenschaft gegründet. Auch in Kloster Arnsburg wurde eine Kornhausgenossenschaft mit dem Sig in Muschenheim errichtet; das Lagerhaus soll an der Station Hof- Gill erbaut werden. §§ Nidda, 25. Febr. Der Handlungsreisende Hermann Schmitt von hier hat sich nächsten Montag vor dem Würzburger Schwurgericht wegen Verbrechens wider die Sittlich feit zu verantworten. + Schotten, 25. Febr. Hier wird die Anlage einer guten Straßenbeleuchtung, wenn möglich mit elektrischem Licht, geplant. Professor Brockmann- Offenbach hielt einen Vortrag über:„ Elektrisches Licht oder Gas". Alsfeld, 24. Febr. Das in der Mainzergasse be legene Restauerant„ Mainzer Hof" des Herrn Paul Hilgner ging zum Preise von 38,000 Mt. in Besitz des Herrn Gastwirts Heinrich Koch, Fuldergasse, über. Aus dem Ohmtal. Das Ohmtal gleicht immer noch einem See. Auch die Landstraßen sind zum Teil überflutet. Ein Ort des Ohmtales, welcher in früherer Zeit unter Wasser stand, war das Dorf Niederwald. viel unter der Flut zu leiden hatte und manchmal ganz Bewohner desselben haben sich dagegen zu schüßen gesucht, indem sie mit großer Mühe und Arbeit einen 2-3 Meter hohen Damm um das Dorf aufgeworfen haben. Die + Friedberg, 23. Febr. Der hiesige Detaillistenverein hat sich mit einer Vorstellung betreffend Besteuerung des Filialsystems der Warenhäuser an die Handelskammer gewandt. X Homburg v. d. H., 25. Febr. Mit der Gesellschaft für drahtlose Telegraphie in Berlin sind Verhandlungen eingeleitet worden, um an einigen wichtigen Punkten der Rennstrecke für das Gardon- Bennet- Rennen Stationen für drahlose Telegraphie zu errichten. X Frankfurt, 25. Febr. In der Anlage am Allerheiligen- Tor wurde gestern abend in einem Paket verpackt die Leiche eines neugeborenen Mädchens aufgefunden. = Mainz, 24 Febr. Vor dem Wiesbadener Tor in Rastel wurden, als man Löcher für die Masten der elektrischen Straßenbahn grub, mehrere Steinfärge mit gut erhaltenen menschlichen Gerippen gefunden. Bingerbrüd, 24. Febr. Auf der Strecke Bingerbrück- Kirn ließ sich vorgestern die 21jährige Tochter eines Subalternbeamten überfahren. Neueste Nachrichten. Ueber Berlin wird uns folgendes gemeldet: Petersburg, 25. Febr. Amtlich wird gemeldet: General Pflug berichtet aus Port Arthur vom 25. Februar: Von 1 bis halb 4 Uhr morgens griff der Feind von neuem Port Arthur an, wurde aber auf der ganzen Linie abgeschlagen. Newyork, 25. Febr. Ein Telegramm aus Söul meldet, russische berittene Poften hätten die Telegraphendrähte zwischen Andschu und Phjongjang durchschnitten. Ferner wird gemeldet, daß der frühere foreanische Minister Jiyongkik auf einem japanischen Kriegeschiff nach Japan geschickt sei. Kirchliche Nachrichten für Gießen. Evangelische Gemeinde. Reminiszere, Sonntag, den 28. Februar Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 9,30 Uhr: Pfarrer Dr. Schlosser. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. Pfarrer Dr. Schlosser. Abends 6 Uhr: Pfarrer Schwabe. Beichte und heil. Abendmahl für die Matthäus- und Markusgemeinde. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Abends 8 Uhr: Vereinigung der fonfirmierten männlichen Jugend der Matthäusgemeinde. In der Johanneskirche. Vormittags 9,30 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Johannesgemeinde. Pfarrer Dr. Naumann. Abends 6 Uhr: Pfarrer Euler. Beichte und heiliges Abendmahl für die Lukas- und Johannesgemeinde im Übendgottesdienst. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Montag, den 29. Febr., abends 8 Uhr: Bibelstunde im Konfirmandensaal der Johanneskirche. Galaterbrief, Kap. 5. Pfarrer Dr. Naumann. Mittwoch, den 2. März, ab. 6 Uhr: 3. Passions. and a cht in der Johanneskirche. Pfarrer Dr. Naumann. Batholische Gemeinde. Samstag, den 27. Februar. Nachmittags um 5 Uhr und Abends 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Sonntag, den 28. Februar. 2. Fastensonntag. Beginn der österlichen Zeit". Borm. von 6,30 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. " 1 um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil Kommunion. " um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe. " 1 um 9,30 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachm. um 5,30 Uhr: Christenlehre; darauf Andacht. Mittwoch Abend um 6 Uhr ist Fasten- Andacht. Gottesdienst der israelitischen Beligionsgesellschaft. In der Synagoge, Südanlage. Sabathfeier am 27. Februar 1903. Vorabend 5.30 Uhr. Samstag vorm. 8.30 Uhr. Nachmittags 4.00 Uhr. Sabathausgang 6.55 Uhr. Wochengottesdienst: Morg. 7.00 Uhr, Ab. 5.30 Uhr. Verantwortlich: fur den politischen und Inseratenteil: Albin Klein für das Lokale, den„ Gerichts." und" Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermann Todes- Anzeige. Statt jeder besonderen Anzeige. Gestern Abend 512 Uhr entschlief sanft nach langem mit Geduld ertragenen Leiden im 66. Lebensjahre unser innigstgeliebter Gatte, Vater, Bruder, Schwager, Onkel, Schwiegervater und Grossvater Herr Louis Plank, Rentier. Mr. 49 Wonnemen Baus ge Sottobetta unb bi Das Blab für Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen Giessen, 26. Februar 1904. ( Nord- Anlage 31.) Frau A. Plank Ww. D Immer wie griffen der Ja Berlufte auf ru Flotte geendet ist, läßt sich wiederkehrende Laffen, um B punft, in ihre Allerdings Biderstand fi Darin bersamn bon der Lands deshalb zu Hil Der eng Niutfchwang Poffiet- Bai Huntschun marschierter Die Beerdigung findet Sonntag, den 28. Februar, nachmittags 312 Uhr von der Kapelle des alten Friedhofes aus statt. Cheater- Verein Giessen. 8. Vorstellung: Montag, den 29. Februar 1904. Hülsenfrüchte von ausgezeichneter Kochart als: Linsen Bohnen, weise Erbsen, gesch. Erbsen, ungesch. Novität: Es werde Recht. novität! Erbsen, grüne holl. Drama in 3 Aften von Walter Bloem. Rechtsanwalt Gebhard: Willy Loehr vom Großherzogl. Hoftheater in Darmstadt als Gast. ferner: Sauerkraut Salzgurken Essiggurken empfiehlt Ende gegen 10% Uhr. Robert Stuhl Anfang 8 Uhr pünktlich. Billets im Vorverkauf bei Herrn Challier und an der Abendkasse zu Mk. 4,50, 3,50, 2,50( für Mitglieder bei weiterem Bedarf Mk. 4, 3, 2) und zu Mt. 2 für Studierende. Contentia ( Wohlthätigkeitsverein Gießen). Samstag, den 27. Febr., Abds. 8½½ Uhr beginnend Herren-( Schieß)-Abend auf der„ Schönen Aussicht". Sonntag, den 28. d. Mts. Ausflug nach Klein- Lirden. ( Treffpunkt: Deutsche Eiche u. Bernhardtshäuserhof.) Zusammenkunft: Nachmittags 312 Uhr bei Allendoerfer Frankfurterstraße. Stadt- Theater Gießen. Direktion: Steingoetter. Samstag, den 27. Februar 10. Volksvorstellung. Wilhelm Tell. Schauspiel in 5 Aufzügen von Friedrich Schiller. Preise der Plätze: Numr. Loge 1 Mt., Nichtnumr. Saal 40 Pfg, Galerie 20 Pfg. Sonntag, den 28. Februar 15. Sonntag= Abonnements- Vorstellung. Hente de Frankfurter Bratwürstchen in bekannter Flitterwochen. geräucherte à Paar 25, 30 und 35 Pig. empfiehlt Güte Friedrich Schreiner, Mekgermeister, Gießen. - Selter weg. NAUMANNIA- SEIFE mit dem Beste Seifenah undern! Städtisches Schlachthaus. Faselos 40 Bfa.. Stierfleisch, gesalzen 40 fg. Pfg. Schwant in 1 Akt von Hermann Steingoetter. Hierauf: Unter vier Augen. Lustspiel in 1 Akt von Ludwig Fulda. Zum Schluß: Gießen, Neustadt 23. Schuhmachergehilfe Zum Einsiedler Lustspiel in 1 Aft von Benno Jakobson. für dauernde Stellung auf Werkstatt sofort gesucht. Kalbfleisch 50 Pfs., Schweinefleisch 50 Bis. Hilfe. Blutſtod. Timerman Hamburg, Fichtestr. 33. Christ. Weea, Gießen. Eisernes Wasser- Reservoir, ca. 2 bm. haltend, billig zu ver= faufen. Näh. in der Exp. d. Bl. Kleine Wohnung freundliche Bekanntmachung. Die Brotlieferung für die Stadtarmen soll auf Beschluß der Armendeputation nicht für die Zeit vom 1. April 1904 bis 31. März 1907, sondern für das Rechnungsjahr 1904/05 vergeben werden. Gießen, den 24. Februar 1904. Armenamt Gießen. fofort zu mieten gesucht. Off mit Preis u. 3280 an d. Exp. Curschmann. Bekanntmachung. Die Rechnung der Armenkasse Gießen für 1902/03 liegt acht Tage lang zu Jedermanns Einsicht auf dem Armenamt, Neuen- Bäue 25, offen. Gießen, den 23. Februar 1904. Die Armen- Deputation der Stadt Gießen. Curschmann, Wir suchen für einen Jungen von auswärts zu sofortigem Eintritt eine Schreibgehilfenstelle bei einem Rechtsanwalte oder auf einem sonstigen Bureau. Gießen, den 20. Februar 1904. Städtisches Armenamt. Höhere u. Erweiterte Mädchenschule zu Gießen. - Die Anmeldungen neu eintretender Schülerinnen einerlei welchen Älters sollen in Zukunft nicht mehr bei Beginn des neuen, sondern vor Ablauf des alten Schuljahres erfolgen. Die diesjährigen Anmeldin der Nähe des Seltersthores ungen haben bis spätestens zum 20. März zu geschehen und werden im Schulhause, Schillerstraße 8, an folgenden Tagen von dem Unterzeichneten entgegen genommen: Dienstag, 8., Samstag, 12., Dienstag 15., und Samstag, 19. März, jedesmal von 10 bis 1 Uhr. Vorzulegen find: Impf- und Geburtsschein, leßterer mit unterstrichenem Rufnamen; bei Kindern, die über 12 Jahre alt sind, eine Bescheinigung über geschehene zweite Impfung; bei Kindern, die aus einer anderen Schule kommen, ein Abgangszeugnis. Mädchen, die erst schulpflichtig werden, sind bei der Anmeldung vorzustellen. d. Bl. erbeten. Schöne Wohnung, ( 4 Zimmer), mitten der Stadt gelegen, breiswert zu berm. Näh. in der Erv. d. Bl. Möbl. Zimmer per 1. März zu vermieten. Gießen, Marktstraße 11. AAAA Makulatur hat abzugeben Gießener VerlagsDruckerei. Gießen, den 16. Februar 1904. Der Direktor: Dr. Stoeriko. 15000 M.bar Geld für nur M. Ziehung garantiert 5. März 1904. d. Gr. Bad. Roten- Kreuz- Lotterie 3388 Geldgew. M. 44000 ohne Abzug Los I Mk., II. Lose 10 Mk.; Porto u. Liste 25 Pfg. empfiehlt J. Stürmer, Lott. General- Agent, Strassburg i. E. und alle mit diesen Losen kenntlichen Verkaufsstellen. bon 600 hätten den zentrierten fleinere ru in Rajan truppen. Die Mel richtig sein. fdieren, denn ruffifchen Hau aller Wahrsche und sich über #Unerm der ihnen Deutschland breiten briti stammende schen Gypedi berurteilt, we einstweilige Truppen fühl amtlichen deu reichen Gefech hagen teilen 50 Kilometer bemühten fid aufzuhalten, scher Seite Agenten enti länder feien Nachricht ist Darüber, de gewefen find berständlich Regierung, Agenten de die deutsche erst die und amtlichen W Forstpraftife Müllend follte, ebenso Die gro standteilen die fchon befannt Sicherheit fe netenhaus die Borlage be Lagen die Sit Beit zum Stud Sie erste Lefun dauern wird. fchloffen, daß geftellt werden Auf Ar werden bom 1 weiblichen Bof Fahrtartenaus gehilfin; phitin" oder N 11 märterin; Abfertigungsbe Brobedien bhiffin oder