zur Ausdas Gas ungen bom ete Sperre ent. ete Sperre en. 23. Januar 1 KinderAnhängjel 1 Mantel ümen. ten Gegenns geltend 8 Alsfeld. 3 Uhr, fin eine Ver to statt, in Alsfeld Le diejenigen üglichen Be freundlichst en. Alsfeld. i Lich. Weilbach: ter 12 Rm. Am. Stöcke, wellen. Glaserholz), Len. ten- nüppel, 57 57 5 paltend), 1 ttpunkt der BurkhardsHöler: Rm. Werk töde, 3870 7. Stnüppel, tm. Stöde, ichtenstangen 1. schneise beim Versteigerung Richtung nach Bieren bringe bier ades und weil Fund empfehle gleidh bemerke borzubeugen Der Mainzer end übertragen Shrle ng. , Gießen. Nr. 21. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., n's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährlich Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Dienstag, den 26. Januar 1904. Gießener 13. Jahrgang. Insertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für ganz Ober heffen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. fonft 15 Bfg. Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen, Seltersweg 88 Fernsprechanschluß Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblaff) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Schwere Kämpfe in Südwestafrika. Die günstigen Aussichten, die die letzten Nachrichten aus Südwestafrika eröffneten, werden leider durch ncuere Tepeschen stark beeinträchtigt. Zwar ist die Bahn von Swakopmund bis Karibib nach wie vor militä risch gesichert, aber sie ist seit zwei Tagen durch fortwährenden Regen bei Khan unterbrochen. Eine gründliche Reparatur ist erst möglich, wenn das Wasser abgelaufen ist. Und auch hinter Karibib ist die Bahn wieder durch Regen zerstört. Noch unerfreulicher aber als diese Meldung ist eine andere, die erste aus Windhuk zur Küste gelangte, die von verlustreichen Gefechten mit den Hereros und von der Ermordung einer Anzahl deutscher Ansiedler berichtet. Diese beim Kommandanten S. M. S.„ Habicht“ eingegangene, am 17. in Windhut aufgegebene Depesche besagt: Schutztruppe meldet durch Kaffernboten zu Fuß am 17. nach Otjimbingwe- Kubas folgendes: Windhuk ist dauernd bedroht, aber stark befestigt. Durch Landsturm und Einstellung sämtlicher Pflichtigen und Buren ist die Garnison auf 230 Mann gebracht, die zum Teil beritten sind. Die zweite Kompagnie ist auf dem Marsche nach Windhuk vom Süden. Das Gebirgsgeschüß ist von Rehobot zurückgefordert, in Windhuk sind außerdem 2 Maschinengewehre. Von Okahandja ist in Windhuk keinerlei Nachricht seit dem 12. eingetroffen. Mit großem Verlust sind Entsazversuche gescheitert, die Patrouillen dorthin sämtlich zurückgeschlagen. Am 15. erfolgreiches Erkundungsgefecht bei Farm Hoffnung". Bestätigter Verlust: Gefallen: Reserveoffizier Boysen, Unteroffizier Pasch, Rekrut Weiß, Landwehrmänner Zu elot und Rudolf, Reservisten Troeltsch, Germinsky, Lokomotivführer Takert. Ermordet Ansiedler Engbarth, Koezarski, Tausendfreund mit zwei Kindern, Pilet und zwei Frauen, Stueber, viele verwundet. Soeben ist gemeldet: Fünf Haufen Hereros sind auf dem Marsche nach. Windhuk. gez. Techow. So niederschlagend der Eindruck dieser Meldung, ist, so wird man andererseits doch die Lage nicht allzu pessimistisch ansehen dürfen. An der beklagenswerten Tatsache der starfen Verluste auf deutscher Seite und der Ermordung der Ansiedler ist ja nichts mehr zu ändern, man wird sie hinnehmen müssen als eine der unvermeidlichen Begleiterscheinungen jeder jungen Kolonialpolitik. Zu einer Kolonialverdrossenheit dürfen solche Vorkommnisse keine Veranlassung bieten. Im Gegenteil, die Depesche enthält eher Ermutigendes als Entmutigendes. Wenn sie meldet, daß Windhuk stark befestigt ist und über eine Besagung von 230 Mann verfügt, die zweifelsohne gut bewaffnet sind, so ist mit Sicherheit darauf zu rechnen, daß der Gouvernementsort sich ebenso bis zum Eintreffen der Verstärkungen aus der Heimat gegen die Hereros behaupten wird, wie das vom Leutnant v. Zuelom inzwischen gleichfalls befestigte und mit 130 Mann besetzte Okahandja. Ist erst die Verstärkung aus der Heimat da, so hat es trob der Schwierigkeit der Operationen weiter keine Not. Erwähnt sei noch, daß nach amtlicher Versicherung ein direkter Zusammenhang zwischen dem Hereroaufstande und demjenigen der Bondelzwarts nicht besteht. Das würde die Operationen der deutschen Truppen wesentlich erleichtern. Die Brandkatastrophe von Halefund. Erschütternde Einzelheiten werden jetzt von dem furchtbaren Brandunglück berichtet, dem die blihende norivegische Stadt Aalesund zum Opfer gefallen ist. Das Elend unter der von dem rasenden Element überraschten Bevölkerung, die zum großen Teil nur das nackte Leben hat relien fönnen, war grenzenlos. Doch steht zu hoffen, daß dank der energischen Maßregeln der Behörden und nicht zum wenigsten dem schnellen, tatkräftigen Eingreifen unseres Kaisers jetzt der Not gesteuert ist. Wie festgestellt wurde, war der Herd des Brandes die Fabrik der Aalesund Preeserving Compagnie, der Hauptherstellerin der bekannten Aalesunder Fischkonserven. Dort wurde um 2½ Uhr nachts ein Feuer entdeckt und Alarm geschlagen. Trotz aller Anstrengungen griff dieses so schnell um sich, daß schon nach kaum zwei Stunden der größte Teil der Stadt lichterloh brannte. Funken, groß wie eine Männerfaust, flogen umher und zündeten gleichzeitig an vielen Stellen. Die Dampfsprize, welche auf einem Dampfer aufgestellt war, wurde vom Feuer ver= nichtet. Von Fahrzeugen im Hafen weiß man mit Sicherheit, daß zwei kleinere Dampfer verbrannt sind. Herner bat man 23 Fischerfahrzeuge berienfen müssen, um sie zu retten. Alle öffentlichen Gebäude sind niedergebrannt. ebenso die beiden Kliniken, dagegen nicht das Lazaret. Ein dicker übelriechender Rauch hüllt die Brandstätte ein. Die Leiden der Bevölkerung. Während des Brandes wurden die Kranken auf Wagen aufs Land geschafft, wo sie vorläufig untergebracht wurden. Einige Patienten starben unterwegs. Die Bevölkerung fonnte nichts anderes machen, als sich vor dem Feuer flüchten, welches dieselbe weiter und weiter aufs Land hinaus trieb. Das ganze gestaltete sich beinahe vom ersten Augenblick an als eine Flucht, ohne daß man ernstlich) versuchte, etwas zu retten. Vieles wurde wohl auf die Etraße gebracht, aber die Schnelligkeit des Feuers war so rapide, daß man alles liegen lassen mußte, um nur das Leben zu retten. Wie der Magistrat von Aalesund mitteilt, befinden sich 10 000 bis 11 000 Menschen halb nackt auf den Feldern vor der Stadt und litten furchtbar unter Kälte und Sturm. Die Kinder wurden vorläufig in der Borgund Kirche einquartiert. Die Hilfsmaßregeln wurden weiter energisch betrieben. Die erste Hilfsexpedition langte am Sonntag über Bettenfjorden glücklich an. Der Weg über die Fjelle mußte teils zu Schlitten, teils zu Wagen zurückgelegt werden. Die Verteilung von Lebensmitteln am Kai ging unter gewaltigem Andrang vor sich. Die Hilfsbedürftigen gehören allen Gesellschaftsklassen an. Kleider wurden ebenfalls verteilt. Mehrere norwegische und dänische Vampfer sind nach der Unglücksstätte unterwegs und bringen reichlichen Vorrat an Lebensmitteln und Kleidern. Das dänische Kriegs- und Marineministerium schickt ebenfalls soviel Zelte, Betten und Kochapparate, wie entbehrlich sind. In ganz Norwegen wird gesammelt. Am schnellsten und nachdrücklichsten aber war wohl die Hilfe von feiten Deutschlands, die auf persönliche Veranlassung unseres Kaisers sefort nach dem Eintreffen der Nachricht von der Katastrophe einsette. Außer dem deutschen Kreuzer Prinz Heinrich", dem der kleine Kreuzer Niobe" gefolgt ist, und dem Dampfer Phönicia" der Hamburg- Amerika- Linie hat auch der Norddeutsche Lloyd seinen Dampfer ,, Weimar“ mit Betten, Lebensmitteln und Medikamenten, sowie einem größeren Sanitätskorps an Bord, nach Aalesund gesandt. Der Dank der Norweger an unseren Kaiser. Die rasche Hülfe von seiten unseres Kaisers hat in Norwegen die Bewunderung und den freudigen Dank der Bevölkerung erweckt. Wie tief sie seine herzliche Anteilnahme empfindet, das beweisen am besten folgende Worte der in Christiania erscheinenden Zeitung Verdens Gang": Die fühne sympathische Persönlichkeit Kaiser Wilhelms ist schon längst in unserem Lande volkstümlich; der Kaiser hat wiederholt gezeigt, daß er die Naturbevölkerung desselben liebt. Bei uns sucht er von Jahr zu Jahr Erholung von den Lasten seiner hohen Verantwortlichkeit. Nichts ist natürlicher, als daß dies ihm die guten Gefühle unseres Volkes zuwendet. Das warmherzige, rasche, entschlossene Auftreten des Kaisers aber im Augenblicke, wo ein Unglüd Norwegen getroffen, hat, soweit die Kunde davon gelangt ist, das norwegische Volk tief gerührt und hat die Herzen in Dankbarkeit höher schlagen lassen. Die Spende, die er unter freigebigem Anschluß von seiten seines Volkes der notleidenden Bevölkerung Aalesunds gewährt hat, ist an und für sich groß und mächtig durch das Beispiel, das sie gibt. Der Name Kaiser Wilhelms ist in aller Mund und in Norwegen wird seine edle Hülfe in diesen traurigen Tagen zur Linderung menschlicher Leiden nie vergessen werden. Deutfcher Reichstag. ( 18. Sigung.) CB Berlin, 25. Januar. Der Reichstag hat heute endlich die Einzelberatung des Reichshaushaltsetats pro 1904 begonnen, später, als in den früheren Jahren. Den An fang machte der Reichstag mit seinem eigenen Etat, wozu ein Antrag der Nationalliberalen auf Gewährung von Diäten für die Reichstagsabgeordneten Dorlag. Abg. Dr. Paasche begründete den Antrag. Die passendste Gelegenheit zur Berücksichtigung dieses Wunsches wäre vor den Neuwahlen gewesen. Abg. Gröber( Bentr.) trat dem Antrage bei. Jeder Arbeiter sei seines Lohnes wert. Der Diätenmangel verschulde die ewige Beschlußunfähigkeit des Hauses. Unbemittelte, tüchtige Handwerker fönnten sich, so lange es an Diäten fehle, nicht in den Reichstag wählen lassen. Ihren eigenen Abgeordneten gebe die preußische Regierung Diäten, dem Reichstage verweigere sie sie. Das Zentrum ſtimme geschlossen der Resolution zu. Abg. Pfannkuch( Soz.) führt aus, seine Fraktion sei durch Nichtzahlung von Diäten nicht ärmer geworden, stimme aber selbstverständlich der Resolution zu. Abg. Gamp( Reichsp.) konstatiert, daß in der Diätenfrage in seiner Fraktion die Ansichten auseinander gehen. Kandidatenmangel bestehe jedenfalls nicht. Die Leere des Hauses sei nicht durch den Diätenmangel, sondern durch die übermäßig langen Debatten verfchuldet. Aus Gewährung von Eisenbahnfahrkarten ohne besarantung, wie sie der nationalliberale Antrag ebenfalls fordere, seien seine Freunde einzugehen bereit. Abg. Schrader( freis. Ver.) führte aus: Der frü here Hauptgrund gegen die Diäten sei jedenfalls hinfällig geworden. Denn die Diätenlosigkeit habe nicht verhindert, daß die sozialdemokratische Fraktion in diesem Hause stetic gewachsen sei. Staatssekretär Graf Posadowsky: Die Sache lieg: in der Diätenfrage doch so, daß die verbündeten Regierun gen festhalten an dem bestehenden verfassungsmäßigen Zu stande. Und das ist doch weder eine Unhöflichkeit, noch ein Ausfluß autokratischen Regiments. Wenn für Diäten be den verbündeten Regierungen eine Majorität nicht vorhan den ist, so kann deshalb doch nicht von autokratischem Regiment gesprochen werden. In Bezug auf Fahrkarten sind die Regierungen Ihnen stets entgegengekommen, wo ein besonderer Anlaß vorlag. Abg. Spahn( Zentr.): Nach dieser Erklärung scheint ja die Resolution allerdings aussichtslos, was uns nicht hindern darf, sie anzunehmen. Abg. Gothein( freis. Ver.) verlangt Diäten, nicht als Wohltat, sondern als gutes Recht des Reichstages. Abg. Arendt( Reichsp.) hält Diäten für dringend notwendig. Aber vorher müsse die Geschäftsordnung geändert, die Anzweiflung der Beschlußfähig feit erschwert werden. Auch das Wahlrecht müsse geändert werden, besonders zum Schutz gegen betrüge rische Wahlen. Abg. Pa zig( nat.) betont, wenn die Regierungen die Diäten verweigerten, so trügen sie die Verantwortung da für, wenn die Geschäftsführung hier stocke und ersticke. Der die Fahrkarten betreffende Teil der Resolution wird einstimmig, und sodann die ganze Resolution Sattlers mit großer Mehrheit angenommen. Es folgt der Etat des Reichsamts des Innern, Titel Staatssekretär. Aus der Erörterung wurden zunächst alle diejenigen Gegenstände ausgeschieden, auf welche sich die mehr als 20 zu dem Titel gestellten Resolutionen beziehen. Abg. Trimborn( Zentr.) befürwortet gesetzliche Regelung der Verhältnisse zwischen Krankenkassen und Aerzten, Ausdehnung der Krankenversicherung auf die Heimarbeiter, Zusammenlegung der verschiedenen sozialen Versicherungen und erweiterter Gebrauch des Verordnungsrechts des Bundesrats auf dem Gebiete des Arbeiterschutzes. Mögen uns, meint er mit Bezug auf den Ausgang des Crimmitschauer Streits, die Scharfmacher Nachtfröste ersparen. Die Politik. Um einer weiteren Anzahl von Medizinalbeamten die erforderliche Fortbildung auf dem Gebiete der Gesund= heitspflege, der gerichtlichen Medizin und der Psychiatrie zuteil werden zu lassen, beabsichtigt die preußische Regierung, hierüber in diesem Jahre Vortragsfurse für fünfzig Medizinalbeamte abhalten zu lassen. Angesichts der hohen Bedeutung, die einer guten Wasservedorgung und Entwässerung der Ortschaften beizumessen ist, will die Regierung ferner einen Teil der Regierungs- und Medizinalräte, denen die Prüfung der zur landespolizeilichen Genehmigung eingereichten Projekte vom gesundheitlichen Standpunkt obliegt, Gelegenheit geben, die neueren Reinigungsverfahren von Schmutzwässern, die neuerdings geübten biologischen Untersuchungsmethoden bei Flußverunreinigungen usw. aus unmittelbarer Anschauung kennen zu lernen. Zu diesem Zwecke soll ein etwa vierzehntägiger Informationskursus für ungefähr zwölf Regierungs- und Medizinalräte in der staatlichen Versuchs- und Prüfungsanstalt für Wasserversorgung und Abwässerbeseitigung stattfinden. Balkan- Staaten. Der Tanz zwischen der Pforte und dem Sofiaer Kabinett geht aufs neue los. Die Pforte beschwert sich bei den Mächten bitter über bulgarische Umtriebe in Mazedonien, die von der Regierung in Sosia begünstigt würden. U. a. hat die Pforte den Botschaftern der Entente- Mächte mitgeteilt, das bulgarische Komité habe begonnen, die Einwohner von Ochrida zu neuen Unruhen, die im Frühjahr beginnen jellen, anzustifien, und verübe Gewalttätig feiten. Der bulgarische Metropolit in Ochrida sege seine aufrührerische Taiiafcit fort. In Sofia will man das natürlich nicht wahr baben; das bulgarische Ministerium erflärt, diese türkischen Beschtverden seien unbegründet und Erfindungen der Pforte, die nur den Vorwand für eine Nichtdurchführung der Reformen abgeben und die eigenen Rüstungen der Türkei sowie deren Absicht, Bulgarien anzugreifen, verschleiern sollten. Man sieht, die Spannung nimmt zu, und es wird der ganzen Umsicht und Eintracht der Mächte bedürfen, um einen bulgarischtürkischen Krieg hintanzuhalten. Aften. A Jetzt wird auch von englischer Seite offen zugegeben, daß es sich bei der Expedition nach Tibet um ein friege= risches Unternehmen, nicht um eine Expedition zur friedlichen Regelung des Handelsverkehrs handelt. Selbstverständlich sucht man es in Lendon se darzustellen, als seien die Tibetaner daran schuld, daß aus der friedlichen eine Friegerische Expedition geworden sei. Aus alkutta berichtet das Reuterbureau. In Tuna trafen tibetanische Gesandte ein. Es waren zwei Lamas( Oberpriester) von den eiden Hauptklöstern in Lhesia und ein tibetanischer General. An Rang stand diese Teputation weit über denen, die bisher im englischen Roger ersienen waren. Die Abgesandten benahmen sich keineswegs freundlich, sondern stießen wilde Drohungen aus und erklärten, sämtlichen Engländern würden die Hälfe abgeschnitten werden, falls sie nicht sofort dem Befehl Folge leisteten, Tibet zu verlassen. Der Führer der englischen Tibeterpedition, Oberst Younghusband, nahm diese Drohungen indes auf die leichte Achsel oder tat wenigstens so, denn er machte den Tibetanern sogar ohne Eskorte in ihrem Lager Gegenbesuch. Allerdings beschwerte er sich später über den ihm zuteil gewordenen unfreundliajen Empfang. Die Strafe für diesen wird den Tibetanen wohl nicht geschenkt bleiben, es wäre denn, daß ihnen ähnliche Bundesgenossen erständen, wie s. St. den Russen gegen Napoleon I. Mit ihren mittelalterlich bewaffneten ruppen können die Tibetaner natürlich gegen England nichts a is richten. Aber sie haben in der Kälte und ir den Schierigkeiten der Verpflegung und überhaupt der rückwä.ägen Verbindungen furchtbare Bundesgenossen. Hof und Gesellschaft. * Der Kaiser machte gestern den gewohnten Spaziergang im Tiergarten in Begleitung des Prinzen Eitel- Friedrich und des Wirklichen Geh. Rats Hinzpeter. Sodann sprach der Kaiser beim Reichskanzler vor, hörte um 11 Uhr den Vortrag des Chefs des Zivilkabinetts und ließ sich um 12 Uhr die in die Armee eintretenden Kadetten vorstellen. Abends empfing der Monarch auf dem Bahnhof das badische Großherzogspaar, das zur Feier von Kaisersgeburtstag aus Karlsruhe eintraf. *** Aus Anlaß des Ablebens des Herzogs Friedrich von Anhalt ist eine Hoftrauer von 3 Monaten angeordnet. Bestimmungen über die Landestrauer sind noch nicht getroffen, doch wird dieselbe voraussichtlich 3 Tage bis nach der Beisetzung dauern. Die Beisetzung erfolgt am 30. d. Mts. 1 Uhr von der Schloßkirche zu Dessau nach der Auferstehungsfavelle im Mausoleumspart. Die Zukunft Oefterreichs. + Wien, 25. Januar. In letter Zeit hat die Zersegung des österreichischen Staates diesseits der Leitha einen weiteren Fortschritt ge macht, der bisher in der Presse ziemlich unbeachtet geblichen ist. Der Kriegsminister Pittreich hat nämlich in der Budgetkommission der österreichischen Delegation einen Entwurs über die Armeesprache vorgelegt, der, genau besehen, nichts anderes enthält, als die Anerkennung des Nationalitätenprinzips im österreichischen Heere. Während seither von cinem Offizier nur die Kenntnis der deutschen als der sogenannten Armeesprache verlangt wurde, soll es fortan Vorschrift werden, daß die Offiziere des österreichischen Heeres zwei Sprachen vollständig beherrschen, um sich mit den Mannschaften verständigen zu können. Wenn auch die Kommandosprache deutsch bleibt, so wird doch die Dienstsprache mehr und mehr der Nationalität der Garnison angepaẞt werden. Das liegt offenbar auch in der Tendenz der österreichischen Regierung, denn in dem neuen Entwurf ist eine noch weit einschneidendere Bestimmung vorgesehen, als die Sprachaus. bildung der Offiziere. Bisher war es Bedingung für die Beförderung der Mannschaften zu Unteroffizieren, daß sie die deutsche Sprache vollständig beherrschen. Auch diese Forderung ist nunmehr vollständig fallen gelassen worden und soll nur insoweit bestehen bleiben, als ein Unteroffizier etwa auf Weiterbeförderung zum Sergeanten oder Feldwebel reflektiert. Die Deutschen sind naturgemäß gegen eine derartige Verwälschung des Dienstes und befürchten davon eine vollständige Verdrängung des deutschen Einfluſſes in den Garnisonen der anderssprachigen Landesteile. Wenn der ganze Dienst mit Ausnahme des Kommandos sich in nichtdeutscher Sprache abwickelt, dann steht ja auch eigentlich nichts mehr im Wege, daß die Offiziece im Verkehr mit ihren Untergebenen wie unter sich selber die deutsche Sprache vollständig beiseite setzen und auch das Heer nach dem Nationalitätenprinzip umgestalten. Nachdem die Monarchie in der Heeressprache vor dem gewaltigen Ansturm der magyarischen Bewegung zurückgewichen ist, war eine Nachgibigkeit gegen die nationalen Anstürme in Cisleithanien allerdings nur eine Frage der Zeit. Aber auch hierbei kann die Entwickelung nicht stehen bleiben. Die bei den Wahlen bereits selbständig auftretenden Nationalitäten werden mit der Zeit auch das staatliche Selbstbestimmungsrecht begehren und so deuten die neuesten Ereignisse, namentlich aber der slavische Erfolg darauf hin, daß der österreichische Einheitsstaat allmählich in den Hintergrund treten wird und daß das Gebiet diesseits der Leitha mit der Zeit ein föderatives Staatengebilde werden wird, wie das deutsche Reich. Ob dann bei der Vergebung der Zentralgewalt die Habsburger Dynastie ihre heutige Stel lung als regierendes Haus behalten wird, das ist eine Frage, die sich bei der starken Bedeutung der Imponderabilien heute auch noch nicht annähernd beantworten läßt. Preussischer Landtag. Haus der Abgeordneten. RK Berlin, 25. Januar. ( 4. Sigung.) Nachdem am ersten Tage der Etatsberatungen der Ministerpräsident den Standpunkt der Regierung gegenüber dem Abg. Richter auseinander gesetzt hatte, gab heute der Redner der konservativen Partei, Abg. Frhr. v. 3edlit und Neukirch, dem Minister des Innern d. Ham merstein Gelegenheit zu einer Programmre de. Bei der Fortsetzung der Etatsdebatte befürwortete Herr v. 3edlib einen weiteren Ausbau des Eisenbahnnetzes und Herabsetzung der Güterfrach. ten. Eine solche erscheine finanziell sicherer als die Ver. folgung einer Wasserstraßenpolitik, die nu einem kleinen Teile des Landes Vorteil gewähre, andere Landesteile aber erheblich schädige. Was die wasser, virtschaftliche Vorlage anlangt, so unterliegt es seinem Zweifel, daß die Regierung den Wünschen des Hau jes mit der neuen Vorlage sehr weit entgegen gekommen st. Wir werden die Vorlage, wie auch die frühere rein sachlich vom wirtschaftlichen Standpunkt aus behandeln und in vollem Wohlwollen prüfen. Weiter führte der Redner aus, nach den jezigen Wahlen sei es klar, daß das Wahlergebnis der Niederschlag der Volksstimmung sein muß. Es unterliege keinem Zweifel, daß in Preußen der bürgerliche Liberalis= mus als solcher keine beachtenswerte Figur auf dem politischen Schachbrett ist.( Große Heiterfeit links.) Im Reichstage ist es genau ebenso. Weiter bestritt der Redner, daß die Sozialdemokratie die Vertretung der Arbeiterschaft ist. Mit einer nationalen Arbeiterpartei würden wir gern zusammengehen. Herr v. Zedlig trat dann für eine Teilung übergroßer Wahlkreise und eine mäßige Vermehrung der Abgeordnetenzahl ein. Die Programmrede des Ministers des Innern. Minister Frhr. v. Hammerstein: Ich habe schon im Vorjahre erklärt, daß ich wohl bereit sein würde, über kurz oder lang eine Aenderung des Wahlgesetes eintreten zu lassen. Auf diesem Standpunkt stehe ich noch heute. Wenn die Aenderung des Wahlgesetzes in der Thronrede nicht be rührt ist, so ist der Grund, daß das Ministerium über diese Frage noch keinen Beschluß gefaßt hat. Aber seit zwei Jahren hat sich mein Ministerium sehr ernst mit dieser Frage beschäftigt. Im vorigen Jahr hat auf meinen An trag das Staatsministerium das neue Wahlregle ment beschlossen, das meines Erachtens im großen ganzen außerordentlich fördernd auf die Wahl gewirkt hat. Es ist deshalb sehr schwer, hier zu reformieren, weil die Re gierung niemals dazu zu haben sein wird, die Grundlage dieses Wahlgesetzes zu ändern. Man hat ja von links. Iberaler Seite verlangt, daß es durch ein anderes Wahlsystem ersetzt wird. Man beruft sich dabei auf das Wort des Fürsten Bismarck vom„ elendesten aller Wahlsysteme". Wie ich den Fürsten Bismarck kenne, würde er unter Umständen von jedem anderen Wahlgesch das ebenso bemerkt haben. Ich kenne kein anderes Wahlgesetz, das so genau den Ausdruck der öffentlichen Meinung wiederholt, wie unser Dreiklassenwahlsystem. Auch dieser Grundsatz kann eine Aenderung erfahren. Aber ich bin heute noch nicht in der Lage, dem Ministerium klar darzulegen, wie diese Aenderung einzurichten sei. Auch von einer Revision des Versammlungsrechtes ist gesprochen worden. Ein Mangel des jetzigen Gesetzes ist der, daß die Polizei häufig nicht in der Lage ist, auf Grund der bestehenden Bestimmungen auch Versammlungen genügend zu überwachen, die in einer frem den Sprache geführt werden. Gelegenheit, diesen Mangel zu beseitigen, wird Ihnen noch im Laufe dieser Session gegeben werden. Ferner ist es eine Anomalie, daß die Frauen heute nur zu Versammlungen zugelassen sind, die von Privaten einberufen werden. Das soll beseitigt werden. Weiter ist das Scherlsche Sparsystem berührt worden. Heute schon kann ich erklären, daß das Unternehmen zur Zeit nicht zur Ausführung gelangt.( Hört! Hört! links.) Die Regierung hat die Angelegenheit sorgfältig geprüft. Sie ist davon ausgegangen, daß das neue System nur dann Beachtung verdient, menn es als ein gemeinnüßiges Unternehmen eingeführt werden könnte. In vollem Einverständnis mit Herrn Scherl ist im Ministerium die ganze Angelegenheit mit dem Ausschuß des Deutschen Sparkassenverbandes eingehend und ohne jede Geheimnistuerei seit mehr als sechs Monaten geprüft worden. Jedenfalls ist zur Zeit infolge des freiwilligen Rücktritts des Herrn Scherl die ganze Angelegenheit aufgegeben. Abg. Brömel( freis. Ver.) trat für eine Aenderung des Wahlrechts ein und erklärte gegenüber dem Abg. von Zedlit, daß im Reichstag die Parteien der Linken nach Zahl der Abgeordneten und besonders der Wähler weit stärker sind als die konservative und freikonservative Partei zusammen.( Sehr richtig! links.) Der Redner verbreitet sich dann eingehend über finanztechnische und volkswirtschaftliche Fragen. 1. a. sagt er: Der Herr Finanzminister hat ganz besonders den Wert des inländischen Marktes betont. Er hat demgegenüber die Bedeutung unseres hoch entwickelten Exporthandels ganz außer acht gelossen. Mich erinnerte das an ein Wort aus anderem Munde: Unsere Zukunft liegt auf dem Wasser, da muß ich doch sagen: In den Ozean schifft mit tausend Masten der Herzog, still auf gerettetem Boot treibt in das Inland der Sat."( Heiterfeit.) Die weitere Verhandlung, in der nach Herrn Brömel zunächst der Landwirtschaftsminister v. Po d bielski das Wort nahm, brachte noch eine kleine olen debatte. Abg. v. Jazdzewski brachte eine Reihe polnischer Wünsche und Beschwerden vor, die der Minister Jrhr. v. Hammerstein in längerer Rede entschieden zurückwies. Aus dem Gerichtssaal. § Eine Gräfin als Diebin. Von der Darmstadter Strafkammer wurde die 61jährige geschiedene Frau Steffen, geb. Gräfin v. Platen- Hallermund, wegen Diebstahls zu einem Monat Gefängnis berurteilt. Der Gerichtshof hielt die Angeklagte trotz ihres Leugnens für überführt, ihrer Pensionsmirtin, der Witwe Steinheimer in Eberstadt bei Darmstadt, 2600 Mart gestohlen zu haben. Bei der Strafbemessung wurde Rücksicht auf das gebrechliche Alter der bisher unbescholtenen Angeklagten genommen. § Die erheblichen Unterschlagungen eines Amtsrichters fanden vor der Straffammer zu Güstrow ihre Sühne. Angefiagt war der frühere Amtsrichter Hans Veselin von dort, Erbschaftsgelder in Höhe von 12 000 Mark unterschlagen zu haben. Beselin, der flüchtig geworden war, war in einer Heidelberger Gastwirtschaft verhaftet und nach Güstrow zurücktransportiert worden. Das Urteil gegen ihn lautete auf 2 Jahre Gefängnis und 3 Jahre Ehrverlust. § Wegen wissentlich falscher schwerer Anschuldigung gegen die eigene Mutter hatten sich zwei Gewister, die verchelichte Helene B. geb. Sch. und die unverehelichte Frieda Sch. aus Fürstenwalde a. Spree, vor der Straffammer in Frankfurt a. D. zu verantworten. Die Angeklagten hatten in einem von Frau B. der jüngeren Schwester diktierten Schriftsate bei dem Kgl. Amtsgericht Anzeige dahin erstattet, daß ihre dort wonende Mutter die noch in ihrer Behausung be=" findlichen Töcher verkuppele. Die Verhandlung, welche bei verschlossenen Türen stattfand, eraab auch nicht den Schatten eines Beweises gegen die eines so schweren Verbrechens beschildigte Mutter. Das Gericht verurteilte die ältere Schipester zu drei Monaten, die jüngere zu einem Monat Gefängnis. Nab und ferit. Des Kaisers Dank. Der Kaiser empfing in besonderer Audienz den Hofccliisien Heinrich Grünfeld und verlich ihn als Ausdruck seines Dankes dafür, daß er ihm während seiner Krankheit durch seine Kunst so viel Freude bereitet habe, den Professortitel. Sodann empfing der Kaiser die königlichen Kammermusiker Pönitz, Erner, Brill, Lüdemann und Fritsch in gemeinsamer Audienz. Auch diesen dankte er„ für die schöne Musik, durch die sie ihn während seiner Krankheit erfrent hatten", und verteilte unter ihnen kostbare Busennadeln und Knöpfe. Der Groß ben prattischen Veter zum Kreisveterinära mit Wirkung vom 2 Pribatt Biebung der beid folgende Gewinne Den zulegt gezogenen ( nad Offenbach); 25 10000 M. ouf Nr Mauf Mr. 9743; auf Mr. 30 897, 36 R.-B. Am 22, ( Sachfen) eine von d Reichsbantnebenstelle Giroverfehr eröffnet auf Obersachsenfeld Schwarzenberg fom welche nach den 21 bant von jest ab an Zu der Pirnaer Duellaffaire wird jetzt weiter bekannt, daß die eigentliche Urheberin der Zweikämpfe, die Gattin des Oberleutnants Krohn, seitens ihrer Angehörigen einer Nervenheilanstalt im Rheinland zugeführt worden ist. Inzwischen ist die Untersuchung in der Angelegenheit soweit gedichen, daß die Duellanten sich im Laufe des Februar vor dem Kriegsgericht der 32. Division in Dresden zu verantworten haben werden. Wie schließlich noch berichtet wird, ist in dem Befinden des durch den beleidigten Gatten im Duell schwer verwundeten Artillerieleutnants eine wesentliche Besserung eingetreten. Wie aus Chemnitz gemeldet wird, hat auch dort ein Offiziersduell zwischen zwei Angehörigen des 177. Infanterieregiments stattgefunden. Der eine der Duellanten wurde dabei erschossen. Selbst gerichtet. Eine dramatische Szene spielte sich in der hannoverschen Stadt Bersenbrück am Ufer der Hase ab. Der Kreisausschußsekretär Pünger sollte sich in Begleitung des Landrats Dr. Klauser wegen Unregelmäßigkeiten im Amte und Unterschlagungen dem Gericht stellen. Unterwegs flüchtete Bünger und sprang in die Hase. Der Landrat sprang, um ihn zu retten hinterher. Während Bünger er. trank, wurde der auch in Lebensgefahr schwebende Landrat durch hinzukommende Personen gerettet. † Ein Vermögen im Ofen verbrannt. In einem Anfal von Geistesstörung warf die Witwe Reichl, Inhaberin de größten Warenhauses in Agram, einen Barbetrag von 22 000 Kronen in Noten und ein Sparkassenbuch über 6000 kroner in den Ofen und erklärte ganz lustig ihrer Umgebung, daß sie alle Schulden bezahlt habe. Die Noten verbrannten voll ständig, während das Sparkassenbuch gerettet werden konnte. Frau Reichl war seit dem Tode ihres Gatten schwermütig. * A Postdien Januar, am Geburt die Boffchalter nur nur eine einmalige * Gammlun wird allfeitige Sym Sonntag bei einem „ Brüderschaft" zu den Waisenschug" a * Raufm. V Gießen. Geftern Gronau aus Newüber: Amerita und Bunte Chronik. Das Schulschiff des Schulschiffvereins ,, Großherzogin Elisabeth" ist am 21. Januar wohlbehalten in Galveston eingetroffen und segelt am 28. Januar nach Havana weiter. - Das Berliner Fernsprechnet hat jetzt die unheuere Zahl von fast 73 000 Anschlüssen erreicht. Elf Arbeiter ertrunken. Wie aus Saragossa gemeldet wird, schlug bei der Ueberfahrt über den Ebro eine Bark, in der sich elf Arbeiter befanden, um. Sämtliche Arbeits ertranfen. Vermischtes. Die Hundemassage] ist das neueste sonderbare Metier, das auf dem an wunderlichen Erscheinungen so reichen Pariser Pflaster emporgeblüht ist. Hundebesitzer erhielten in diesen Tagen einen fein ausgestatteten Prospekt zugesandt, in den das Institut für Hundemassage seine Dienste zur plastischen Verschönerung der vierbeinigen Lieblinge anbot. Darin kann man unter anderen Positionen lesen: Aenderung der Form der Schnauze Erzeugung von Hautfalten bei Buldoggen Einen glatten Schwanz lockig zu machen. Aenderung der Haarfarbe Ein Hängeohr in ein Stuzohr zu verwandeln ( und umgekehrt) Formvollendete Beugung der Vorderpfoten einer Bulldogge. 40 Franks 80 " 20 " 30 " 20 100 " Angesichts dieser über das Hundegeschlecht aufgehenden goldenen Aera ist es wohl angebracht, endlich einmal mit der veralteten Auffassung des Ausdrucks„ ein wahres Hunde. leben" aufzuräumen. Jeder Mensch, der ein Pariser Hunde. leben führen kann, soll sich glücklich preisen. A[ Ein Kleinbahn- Idyll.] Zustände, die an die Klein. bahn- Idyllen in Wißblättern erinnern, müssen auf der Lokalbahn Erlangen- Gräfenberg herrschen, das beweist ein eigen tümliches Strafmandat, das ein in Gräfenberg ansässiger Raufmann erhielt. Er soll wegen öffentlichen groben Unfugs eine Mark bezahlen. Sein Vergehen besteht darin, daß er im Uebermut während der Fahrt den Zug verließ und ge mütlich einige hundert Meter neben ihm hertrottete, wobei er an einem Wagen schob. Während der Fahrt stieg er dann ebenso gemütlich wieder in sein Rupee ein. Das Neueste aus den Witzblättern. Qualifiziert. Was sagst du dazu: Lehmann: Aeltester ist Kriminal- Schußmann geworden."„ Warun nicht? Schon auf der Schule rühmten die Lehrer seine leicht Fassungsgabe." Mißverständnis. Untersuchungsrichter:„ Außer dem erstreckt sich die Anklage auf eine Reihe gelungene Taschendiebstähle."„ Angeklagter:„ Sehr verbunden für die Anerkennung!" Beim Dorfbarbier. Herr( der sich rasierer lassen will):„ Warum sieht denn Ihr Hund so gespannt zu?" " Ja der denkt immer, es fällt was ab für ihn!" Ein Gemütsmensch. A.:„ Was freut dich dent so am Bahnhof, weil du so gern dich daselbst aufhältst?" B.: Mich freut es halt, daß ich da bleiben kann, wenr die Leut' fortfahren, und wenn sie wiederkommen, daß ic schon da bin." Streng kaufmännisch.„ Eine Tochter haber wir zwar hier verheiratet, es fehlt aber in unserer Gegeni sehr an heiratsfähigen Herren." Da müssen Sie eber für die anderen Töchter neue Absatzgebiete erschließen, Heri Kommerzienrat!" Nun wissen sie's! Feldwebel( zu den Rekruten) Ihr wißt nicht, was höherer Wille ist? Höherer Wille sind meine Befehle!" Unter Sonntagsjägern. Habe da fomose neue Doppelbüchse, gestern auf einen Schuß zwei Treiber ge troffen." ( Dorfbarbier.) schaulicher Weise di gewaltigen Rämpfe, beftehen hatten, die und Industrie und in Betracht gezogene Arieges zu sprechen. Dit und Stelle halt Gründen für undurch amerikanische Gefahr Marktes, nur für vorhanden. Wenn ihrer gewaltigen beffer und billiger lie lange tein Sieg auf der Redner den Am lobte besonders dere finn, sowie ihr patr berhehlte, daß im die sozialen Gegenfe und der rüdfichtel Schluß und Bla Rollektion Lichtbilder amerikanische Städte fchon lebhaften Beifa ** Wie wir ber dieser Tage die landwirtschaftlichen Errichtung ein schule in Darmsta ift seitens des Reich lichen Genossenschafte lichen Genossenschafte Fachausbildung beruf beamten geplant. U Institut folle in Ber bant gebracht werden ** Prinzes Darmstadt. H teilt mit, es sei be ob er ein Medaill wolle. Welche G noch unbestimmt, abgebrochenen Sau Die Bech Vollziehung von Un bant auf eine Anf Unterschrift mit fog anerkannt werden, Unterschrift unberr Unters brift in ed angenommen. ** Ein Wanderung. so wird uns aus einen Geisbod fü feiner Mittollegen. Wagen nach Gieß nicht war, denn Gasthaus zwischen wieder zu einem nahm das Tier zur handelte ihn aber gl und zwar franto. mußte fich einen Worte und - boc doch endlich an 3 M Verwendung hatte. einen Herrn, wo er * Bon der buldige Eisenbahnre herzhaften Ruf pätungen der Büge Dringend gewarnt we tion hat einen Herr rbrechens be Die ältere inem Monat in besonderer Sverlich ihm hm während eude bereitet der Kaiser Brill, Lide Auch diesen hn während unter ihnen iter befannt, Die Gattin örigen einer Den ist. Inenheit forveit des Februar esden zu vertody berichtet Digten Gatten ants eine weauch dort ein 177. Infan Duellanten pielte sich in Der Hase ab. Begleitung iten im Amte Unterwegs Der Landrat Bünger er. ende Landrat einem Anfal Inhaberin des cag bon 22 000 6000 Kroner Imgebung, da rbrannten voll merden fonnte. schwermütig. hulschiffbereins wohlbehalten Januar nach unheuere Zahl goffa gemeldet bro eine Bart, tliche Arbeiten erbare Metier, reichen Pariser elten in diesen esandt, in den zur plastischen t. Darin kann eln .40 Franks .81 " 20 " 30 17 20 er . 100 aufgehenden " inmal mit der bres Sunde arijer Hunde. an die Klein. auf der Lotal eist ein eigen erg ansässiger roben Unfug darin, daß er erließ und ge trottete, wobei It stieg er dann tern. zu: Lehmann rer seine leicht hter:„ Außer eihe gelungene berbunden fü er fid rafierer " Warum gespannt zu? ihn!" freut did dem bft aufhälft? en fann, went mmen, daß id Tochter haber inferer Gegent üffen Sie eber richlichen, Ser den Rekruten) erer Wille fini be da fomo vei Treiber ge Dorfbarbicr.) Lokales. 26. Januar 1904. ** Der Großherzog hat am 23. Januar d. J. den praktischen Veterinärarzt Karl Gebhar aus Lang- Göns zum Kreisveterinärarzt des Kreisveterinäramtes Oppenheim mit Wirkung vom Tage seines Dienstantritts eruannt. ** * Privattelegramm. Bei der heutigen Ziehung der Hessisch- Thüringischen Landes lotterie wurden folgende Gewinne gezogen: 75 000 Mt. Prämie auf den zulegt gezogenen Gewinn von 1000 Mt. auf Nr 48 031 ( nach Offenbach); 25000 Mt. auf Nr. 60 710( nach Worms); 10 000 Mt. auf Nr. 69 522( nach Groß- Umstadt); 5000 Mt. auf Nr. 9743; 3000 Mt. auf Nr. 77456; 1000 mt. auf Nr. 30 897, 36 272, 50218, 94391. R.-B. Am 22. Februar wird in Schwarzenberg ( Sachsen) eine von der Reiche bankstelle in Zwickau abhängige Reichsbanknebenstelle mit Kasseneinrichtung und beschränktem Giroverkehr eröffnet werden. Dieselbe wird auch Wechsel auf Obersachsenfeld und Beierfeld einzieten. Wechsel auf Schwarzenberg sowie auf Obersachsenfeld und Beierfeld, welche nach den 21. t. Mts. fällig werden, fauft die Reichsbank von jest ab an. ^ Postdienstliches. Morgen Mittwoch, den 27. Januar, am Geburtstage Sr. Majestät des Kaisers, find die Postschalter nur wie an Sonntagen geöffnet, auch findet nur eine einmalige Bestellurg statt. " * Sammlung. Dem Fecht- Verband Waisenschutz" wird allseitige Sympathie entgegengebracht. So wurden Sonntag bei einem Ausfluge des Schlachter- Vereins „ Brüderschaft“ zu Gießen 5.50 Mt. gesammelt und an den Waisenschut" abgeliefert. Н Kaufm. Verein und Ortsgewerbeverein Gießen. Gestern Abend hielt im Neuen Saalbau Herr Cronau aus New- York einen sehr interessanten Vortrag über: Amerika und seine Bewohner. Er schilderte in anschaulicher Weise die Entwickelung des Riesenreiches, die gewaltigen Rämpfe, welche die Gründer und Ansiedler zu bestehen hatten, die heutige Bedeutung Ameritas für Handel und Industrie und kam auch auf die in lezter Beit so oft in Betracht gezogene Möglichkeit eines deutsch- amerikanischen Krieges zu sprechen. Nach seinen langjährigen Studien an Dit und Stelle halte er einen solchen schon aus technischen Gründen für undurchführbar. Ebenso sei die sogenannte „ amerikanische Gefahr" die Amerikanisierung des europäischen Marktes, nur für Schwarzseher und ängstliche Gemüter vorhanden. Wenn auch die Vereinigten Staaten infolge ihrer gewaltigen natürlichen Hilfsquellen einige Artikel beffer und billiger liefern könnten, so bedeute dies doch noch lange tein Sieg auf der ganzen Linie. Im Uebrigen stellte der Redner den Amerikanern ein sehr gutes Zeugnis aus, lobte besonders deren rastlose Energie, ihren Wohltätigkeitssinn, sowie ihr patriotisches Selbstgefühl, wenn er auch nicht verhehlte, daß im Lande der„ unbegrenzten Möglichkeiten" die sozialen Gegensäße noch weit trasser sind wie bei uns und der rücksichtsloseste Egoismus zu Hause ist. Die Schluß und Glanznummer bildete eine wunderbare Kollektion Lichtbilder, großartige Szenerien und moderne amerikanische Städtebilder, die dem Vortragenden allein schon lebhaften Beifall sicherten. - ** Wie wir berichteten, brachte eine Reihe von Blättern dieser Tage die Meldung, in maßgebenden Kreisen der landwirtschaftlichen Genossenschaften beabsichtige man die Errichtung einer landwirtschaftlichen Hochschule in Darmstadt. Die Nachricht ist falsch. Dagegen ist seitens des Reichsverbandes der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften die Errichtung einer landwirtschafts lichen Genossenschaftsschule behufs genossenschaftlich- technischer Fachausbildung berufsmäßiger Genossenschafts- und Verbandsbeamten geplant. Unrichtig ist auch te Bemerkung, das Institut solle in Verbindung mit der Reichsgenossenschaftsbant gebracht verden. ** Prinzessin Elisabeth Denkmal in Darmstadt. Herr Professor Habich in Darmstadt teilt mit, es sei bei ihm bis jetzt nur angefragt worden, ob er ein Medaillonporträt der Verstorbenen anfertigen wolle. Welche Gestalt das Denkmal haben soll, ist noch unbestimmt, doch dürfte man von der Idee einer abgebrochenen Säule Abstand nehmen." * PP Die Wechselunterschrift. Hinsichtlich der Vollziehung von Unterschriften auf Wechsel hat die Reichsbant auf eine Anfrage geantwortet, daß Wechsel, deren Unterschrift mit sogen. Tintenstift vollzogen wurden, nicht anerkannt werden, da es zu schwierig sei, zu prüfen, ob die Unterschrift unverwischbar ist. Nur Wechsel mit einer Unterschrift in echter Tinte seien vollgültig und würden angenommen. * * Ein Gaisbod auf unfreiwilliger Wanderung. Vor einigen Tagen faufte ein Unternehmer, so wird uns aus Heuchelheim geschrieben, im Scherz einen Geisbock für 12 Mt. zum allgemeinen Gaudium seiner Mitkollegen. Am nächsten Tage wurde das Tier per Wagen nach Gießen gebracht, wo aber seines Bleibens nicht war, denn hier kam es wegen dem Bock in einem Gasthaus zwischen dem Unternehmer und dem Verkäufer wieder zu einem„ Geschäftche", der ursprüngliche Besitzer nahm das Tier zurück, zahlte noch 50 Liter Bier und vers handelte ihn aber gleich darauf wieder nach Garbenteich und zwar franko. Was blieb ihm nun anders übrig; er mußte sich einen Fuhrmann suchen und demselben gute Worte und- 3 Mart Fuhrlohn zahlen, damit der Gaisbock doch endlich an den Besitzer gelangte, der für ihn auch Verwendung hatte. Hoffentlich hat nun auch der Gaisbod einen Herrn, wo er längere Zeit Futter hat. - ** Von der Eisenbahn. Uebermütige und ungeduldige Eisenbahnreisende glauben manchmal durch den scherzhaften Ruf„ Fertig!",„ Abfahren!" oder dergl. Verspätungen der Züge verhindern zu können. Hiervor muß Die Wiesbadener Bezirkinspekdringend gewarnt werden. tion hat einen Herrn, welcher dieser Tage auf Station Schierstein durch den Ruf„ Abfahren" Veranlassung gab, daß der Zug sich in Bewegung seßte, mit 30 Mf. bezw. mit 3 Tagen Haft bestraft. In Anbetracht der Gefahr, welche für die ein und aussteigenden Reisenden durch derartige Handlungen entsteht, die auch eine Betriebsstörung herbeiführen kann, kann die verhängte Strafe noch als mild bezeichnet werden. * Gedenket der Vögel! Recht schlimm daran sind jezt die kleinen Vögelchen, denen durch die Schneeschicht, die Feld und Flur bedeckt, das Auffinden von Nahrung sehr erschwert und unmöglich gemacht wird. Die Tierchen kommen, durch Hunger getrieben, in die Nähe der menschlichen Wohnungen und spähen umber, ob nirgends ein Körnchen für sie zu finden ist. Mitleidige Menschen errichten Futterplätze im Freien, um dadurch die Not der Vögel zu lindern. Kleine Mühen nur verursacht die Anlage solcher Futterstellen; Küchenabfälle, Fleischreste und dergl. bieten den kleinen gefiederten Wintergästen willkommene Nahrung. Tausendfach vergelten sie die erwiesene Wohltat im Sommer durch ihre fröhlichen Lieder und ihre mannigfache Nüzlichkeit in Feld und Garten. ** Kinderkrankheiten treten im Kreis Gießen in der letzten Zeit auf, wie Diphtheritis, Masern und Röteln. In Lüßelinden sind so viele Kinder erkrankt, daß der Unterricht geschlossen werden mukte. In Leihgestern herrschte seither Diphteritis, welche mehrere Opfer forderte. ** Weylar, 24. Jan. Es war am 15. April 1902, als in der Seminar- Angelegenheit die Ministerial- Kommission nebst anderen Regierungsvertretern hier weilten, um die in Frage kommenden Kaup äße für die neue Lehrerbildungsanstalten in Augenschein zu nehmen. Aber erst in diesen Tagen wurden die erforderlichen Erd- und Maurerarbeiten dieserhalb vergeben. Unter den vielen Bewerbern wählten die Herrn Stadtverordneten den Wenigstfordernden, Herrn Bauunternehmer Müller aus dem benachbarten Aßbach. Der Gesamtumfang des von der Frankfurter Chaussee gewählten Baugeländes bemißt sich auf 2,63 Heftar mit einem Kaufpreis von 25 451 Mt. Gewiß schon ein großes Opfer, welches die Stadt Weßlar dem Unternehmen in großer Bereitwilligkeit als erste Zahlung geleistet hat. A Leusel, 23. Jan. Bei der heute hier stattgefundenen Bürgermeisterwahl wurde der Landwirt und Landtagsabgeordnete ustav Korell als Bürgermeister gewählt. = Friedberg, 24. Jan. Die Lackfabrik Roßbach dahier beabsichtigt, für ihre Arbeiter Arbeiterwohnungen zu erbauen. Hanau, 25. Jan. Auch vom hiesigen Infantrieregiment Nr. 166 hatten sich zahlreiche Soldaten zur Expedition nach Südafrifa gemeldet, 8 davon wurden als tropendienstfähig erachtet. + Darmstadt, 24. Jan. Am Samstag starb der Wirkl. Geheimerat und Kammerherr Graf v. Dönhoff Erz. nach längerem Leiden. > Worms, 23. Jan. Der neue Bahnhof wird am lommenden 1. April dem Verkehr übergeben werden. Litterarisches. Die Reform der Gemeindesteuern im Großherzogtum Hessen, herausgegeben von dem Vorstande des Bodenreform vereins in Darmstadt, betitelt sich ein soeben im Verlage von Eduard Roether in Darmstandt erschienenes Schriftchen, Neuordnung seines Gemeindeſteuerwesens steht und deshalb eine sehr zeitgemäße Arbeit, da Hessen vor einer gesetzlichen dieser Gegenstand voraussichtlich die öffentliche Meinung demnächst eingehender beschäftigen dürfte. Die vorliegende Schrift befaßt sich nicht ausschließlich mit der Bodenrente und ihrer Besteuerung, sie geht vielmehr auf das Gemeindesteuerwesen im ganzen ein und bringt neben einer eingehenden Kritik des derzeit bestehenden Steuersystems umfassende und ausführlich begründete Vorschläge für die Gestaltung der fünftigen Gemeindefteuern. Ein ausgiebiges Zahlenmaterial dient zur Unterstüßung und Beleuchtung der theoretischen Ausführungen. Der billige Preis von 40 Bfg. dürfte für die weiteste Verbreitung der Broschüre von Nußen sein. Holz Versteigerungen. Münster b. Laubach. Mittwoch, den 27. Januar, vorm. 10 Uhr im Hegeberg anfangend, sollen aus dem Gemeindewald versteigert werden: 72 Eichen- Stämme, 14,18 Feftm.; 235 Fichten- Stämme, 52,38 Festm. und 834 Fichten- Derbstangen, 59,34 Festm Freienseen. Donnerstag, 28. Jan., vorm. 10 Uhr, fommen im Diftrift Elmersberg zur Versteigerung: 352 Jim. Buchen- Scheiter, 52 Rm. Buchen- Knüppel, 52 Rm. BuchenStöcke, 210 Rm. Buchen- Astreiser. Zusammenfunft an dem Weg von Freienseen nach Weickartsbain bei Holznummer 1. Wetterbericht. ( Wetterdienst zu Gießen: Peppler.) Das nordwestliche Hoch hat sich ostwärts nach Osteuropa berlagert. Sonntag flarte es, als das Hoch unser Gebiet überschritt, auf, sodaß ein stärkeres Sinten der Temperatur eintreten fonnte. Doch verursachten über Nacht flache Teiltiefs eines von Westen her vordringenden Tiefs wiederum Bewölkung. Derartige Tiltiefs scheinen ung auch in den nächsten Tagen zu beeinflussen, aber wegen ihrer schwachen Entwickelung noch keine Niederschläge zu bringen. Daher voraussichtliche Witterung für - Dienstag und Mittwoch: tübes, aber milderes Frostwetter. Marktberichte. Blekes, 26. Januar. Auf dem beutigen Wochenmarkt fofteten Butter per Pfd. 0.90-1.00 wt., Hühnereter 2 Stüd 16-20 Bfg., Enteneter St. 8 Pfg., Käse per St. 6-8 Bfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Bfg., Erbsen per Liter 21 Bfg., Linsen per Liter 32 Bfg., Tauben per Paar T. 0.80-1.00, Hühner per Stüd Mt. 1.30-1.40, Hahnen, per üd C.80-1.70, Enten per Stüd 1.70-2.20, Gänse per Pfd. 65-70 Pfg., Ochsenfleisch per Pfd. 68-78 fg., Rindfleisch per Pfd. 62-66 Pfg. Schweinefleisch per Pfd. 66-76 Bfg. Schweinefleisch gesalzen per Pfund 0.80 Big., Kalbfleisch per Bfd. 70-76 fg., Hammelfleisch der Pfd. 56-74 Pfa., Kartoffeln pro 100 Kilo 5.50 6.00 mf., Rwiebeln ver 3. Mf. 4.50-5.00. Aepfel per Gentner 16-20 mt. Milch ver Liter 18 Pfa. Dauer der Marktzeit bon 8 Uhr morgens bis 2 Uhr Nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverkehrs, dürfen vor Beginn der Marktzeit übeerhanp nicht, und während der ersten drei Stunden der Markizeit im Umherziehen feilgeboten werden. Frankfurter Viehmarkt. Zum Verkauf standen 395 Ochsen, 49 Bullen, 564 Kühe und Färsen( Stiere und Rinder), 227 Kälber, 232 Schafe und Hämmel, 1652 Schweine. Aus Desterreich 000 Ochsen. Bezault wurde für 50 Kilo Ochsen: a) vollfleischige, aus= gemästete höchsten Schlachtwertes tis zu 6 Jahren Mf. 72-74, b) junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete Mr. 65 bis 67, c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere Mt. 61-63, d) gering genährte jeden Alters Mt.-. Bullen: a) vollfleischige höchsten Schlachtwertes Mt. 64-66, b) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere Mr. 61-63, c) gering genährte Mt.-. kübe und Färsen,( Stiere und Rinder): a) vollfleischige. ausgemästete Färsen ( Stiere und Rinder) höchsten Schlachtwertes Mt 61-63, b) bollfleischige ausgemäſtete Kühe höchsten Schlachtwertes( bis zu 7 Jahren) Mf. 57-59, c) ältere ausgemästete Kühe und wenig aut entwidelte jüngere Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mt. 45-47, d. mäßig genährte Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mt. 42-44, e) gering genährte Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mt. Bezahlt wurde für 1 Pfund a) feinste Mast-'( Vollm.- Mast) und beste Saugfälber( Schlachtgewicht) 84-86 Pfg.( Lebendgewicht) 50-52 fg., b) mittlere Waft- und gute Saugkälber( Schlachtge wicht) 76-82 fg.,( Lebendgewicht) 46-49 Pfg., c) geringe Saugfälber 60-65 Pfg., d) ältere gering genährte Kälber( Fresser) Bfg., Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Mastbämmel 66-68 Pfg., b) ältere Maſthämmel 52–56 Pfa., c) mäßig genährte Hämmel und Schafe( Märzschafe) 48-50 Pia. Schweine: a) vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen im Alter bis zu 1½ Jahren ( Schlachtgewicht) 54-55 Pfg.,( Lebendgewicht) 42 Pfg., b) fleischige ( Schlachtgewicht) 53 Pfg.,( Lebendgewicht) 41 Pfg. c) gering entwidelte, sowie Sauen und Eber( Schlachtgewicht) 44-46 Pfg., Lebendgewicht-, d) ausländ. Schweine unter Angabe der Herfunft Pfg. Das Geschäft in Hornvieh war gut und ist der Maift geräumt. Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil: Albin Klein für das Lokale, den„ Gerichts." und" Ceffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermann Sparen am unrechten Plake. Das Bestreben des Landwirtes, die Erzeugnisse des Bodens oder des Stalles nach Möglichkeit zu verbilligen, d. h. einen angemessenen Gewinn zu erzielen, ohne die Produkte seiner Wirtschaft teurer auf den Markt zu bringen, ist gewiß zu loben, gleich viel ob man den Standpunkt des Produzenten oder des Konsumenten einnimmt. Die Versuche auf diesem Gebiete enthalten indessen für den nicht durchaus erfahrenen Fachmann eine Menge von Gefahren, und speziell in der Viehzucht heißt es unentwegt die Augen offen halten und genau abwägen, wenn man nicht auf Abwege geraten und den Betrieb geschädigt sehen will. Es dürfte heute kaum noch eine Wirtschaft existieren, in der nicht besonderer Wert auf eine möglichst hohe Ausnutzung der Futterstoffe gelegt wird. Allerdings weiß man sich nicht immer genau flar zu machen, wie weit die Forderungen bei den einzelnen Tieren gehen dürfen; eine einzige Norm für den ganzen Viehstand aufzustellen, geht nicht an. Dies ist selbst dann unstatthaft, wenn es sich um Tiere einer Art handelt, weil immer und unter allen Umständen die Individualität das letzte Wort spricht. Eine Kuh mag von bester Rasse und Abstammung sein, fie braucht darum doch nicht als Mustertier zu gelten, und leicht mag es vielleicht vorkommen, daß durch irgend einen geringen Einfluß die Milchleistungen eine erhebliche Aenderung erfahren. Das Futter allein kann weniger zusagenden Mischung leichter oder schwerer nur die zu verarbeitenden Nährstoffe in mehr oder verdaulich bieten, es fann auch diätetiſch günstig oder ungünstig wirken; aber es läßt sich niemals von einem Futtermittel sagen, es veranlaßt die höchste Produktion. Es mag auf den ersten Blick wohl den Anschein ge= winnen und es ist ja auch tatsächlich zuzugeben, daß ein sorgfältig zusammengestelltes Furter die höchste Leistungsfähigkeit vermittelt; doch geschieht dies nur dann, wenn der Verdauungsorganismus des Tieres sich Verfütterung solcher Stoffe, die erfahrungsgemäß eine im Zustande energischer Funktionsfähigkeit befindet. Die Schwächung der Verdaungswege bedingen, oder die Nährstoffe in schwer assimilierbarer Form enthalten, würde demnach die Leistungsfähigkeit der Tiere mehr oder weniger beeinträchtigen, d. h. die Produktion wenigstens verteuern. Das einfachste Mittel zur Abhilfe böte naturgemäß ein in jeder Beziehung mustergiltiges Futter, und es soll nicht bestritten werden, daß ein solches sich beschaffen ließe, aber mit welchen Kosten? Eine billige Produktion ließe sich damit sicher nicht erzielen. Da erscheint es denn viel einfacher, auf den Organismus der Tiere derart einzuwirken, daß sie auch weniger wertvolle Nahrung voll verwerten und demgemäß bei billigem Futter viel leisten. Es heißt un bedingt am unrechten Orte sparen, wenn man den Dingen ruhig ihren Lauf läßt und sich bei wenig wertvollem Futter mit mangelhaften Leistungen zufrieden giebt, denn, was am Futter gespart wird, muß an den Leistungen sicher verloren gehen. Nur die Schaffung einer intensiven Verdauung fann da Abhilfe bringen, und diese bietet einfach und billig die allenthalben rühmlichst bekannte„ Bauernfreude" aus der Chemischen Fabrik Th. Lauser in Regensburg. Dieses Pulver, von d m 9 Pfund nur 5,40 Mark fosten, wirkt anerkanntermaßen ausgezeichnet anregend auf Magen und Darm, sodaß das Futter nicht allein besser, sondern auch schnell verwertet wird Dies hat wieder zur Folge, dak die Ausscheidungen erleichtert und reguliert werden und die Freßluft eine entsprechende Steigerung erfährt. Man darf wohl sagen, daß ein Landwirt, der die geringe Ausgabe für ,, Bauernfreude" scheut, am unrechten Plage spart; ein kleiner Versuch wird unbedingt die Ueberzeugung schaffen, daß ,, Bauernfreude" in Wirklichfeit sparen hilft; diese Ueberzeugung aber führt zur dauernden Inanspruchnahme der Bauernfreude", was im höchsten Grade zur gedeihlichen Weiterentwickelung der Viehzucht beitragen wird. ( 2049) Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Verluste unseres innigstgeliebten Sohnes, Bruders, Bräutigams, Schwagers und Onfels, sowie für die zahlreichen Blumenspenden sagen wir unseren innigsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen Familie Dürr. Familie Ommert, Familie Wolf. Gießen u. Lollar, 26. Jan. 1904. Bekanntmachung. Aus Anlaß des Geburtstages Sr. Maj. des Kaisers bleibt unser Bureau Mittwoch, den 27. ds. Mts. von mittags 12 Uhr ab geschlossen. Reichsbant Gießen. Kanarien- Ausstellung Giessen. Bei der heute stattgefundenen Ziehung fielen auf folgende Nummern Gewinne: 22 71 83 90 99 111 118 128 159 207 260 270 272 284 337 348 350 364 365 395 418 461 483 506 606 607 610 620 630 634 644 652 657 662 673 685 756 762 788 818 829 840 853 860 897 904 914 917 933 944 952 965 967 982 997 1016 1018 1060 1074 1134 1154 1157 1180 1188 1205 1207 1217 1240 1256 1261 1262 1268 1273 1291 1294 1309 1322 1330 1409 1412 1434 1510 1530 1556 1567 1572 1652 1707 1733 1742 1811 1830 1842 1845 1879 1909 1928 Gewinne fönnen von jetzt ab im Restaurant Felsing, Marktstraße 22 abgeholt werden. Räumungs- Ausverkauf. Bekanntmachung. Bekanntmachung. Die Militärpflichtigen werden darauf aufmerksam Betr.: Fleischbeschau. gemacht, daß der Termin der Anmeldung zur Stammrolle am 1. Februar abläuft. Grünberg, am 23. Januar 1904. Großherzogliche Bürgermeisterei Grünberg. 3immer. Arbeitsversteigerung. Donnerstag, den 28. d. Mis., Vorm. 10 Uhr follen im hiesigen Rathaussaale nachstehende Arbeiten und Lieferung vergeben werden als: 1. Planieren des neuen Wegs im hiesigen Stadtwalde Distrift Zwiebelkopf u. Raubschloß. 2. Anlage einer Abfahrt. 3. Lieferung von Zementrohren. Zur Ausübung der B schau in denjenigen Fällen, in denen ein nicht tierärztlicher Fleisch beschauer zur Entscheidung nicht befugt ist, haben wir die Großh. Herren Kreisveterinärärzte Schmidt zu Gießen und Dr. Neunhöfer zu Grünberg sowie die Herren praktisch n Tierärzte Dr. Köhler zu Gießen, Dr. Kreuder zu Lich, Mörler zu Bußbach, Walter zu Lich, Prof. Dr. Winkler zu Gießen nebst Herrn Schlachthofdirektor Dr. Liebe zu Gießen gemäß§ 5 der Fleischbeschauordnung vom 9. April 1903 bestellt. Die Zuteilung der einzelnen Gemeinden ergibt sich aus der nachstehenden Tabelle. Gießen, den 21. Januar 1904. Ord.= 4. Herstellung von 400 Ifm. Entwässerungsgräben Nr. im Distrikt Taufe u. Steinrutsche. Grünberg, am 25. Januar 1904. Großherzogliche Bürgermeisterei Grünberg. Zimmer. Holz- Versteigerung. 1. Albach Großherzogliches Kreisamt Gießen. Gemeinden J. V. Dr. Heinrichs. : Dr. Kreude: Dr. Köhler Tierärztlicher Beschauer Stellvertreter Walter Schmidt 3 Allendorf a. d. Lda. Dr. Neunböff- r Schmidt Dr. Neunhöffer Schmidt Prof. Dr. Winkler 2. Allent orf a. d. Lahn 4. Allertshausen 5. Alten- Buseck 6. Annerod 7. Bellersheim 8. Beltershain 9. Bersrod Montag, den 1. Februar 1. F. kommen im hiesigen Stadtwalde Distrift 3 wiebelkopf und Raubschloß 10 Bettenhausen zur Versteigerung: Scheiter: 186 Rm. Buche, 1 Eiche, 5 Nadel 29, 15" nüppel: 321 ,, " 11. Beuern 12. Birklar 13. Burkhardsfelden 14. Climbach 6,5 Kirschbaum 15. Daubringen 16. Dorf- Gill Reiser: 423 Rm. Buche, 26 Eiche, 3 Nadel Stöde: 120 6. 21,5 Nadel Zusammenkunft Morgens 10 Uhr am Weickardsheiner Fußpfad im Distrikt Raubschloß bei Brennholz Nummer 1. Schmidt Dr. Köhler Dr. Kreuder Dr. Neunhöffer Schmidt Walter Schmidt Dr. Neunhöffer Dr. Kreuder Schmidt Walter Schmidt Dr. Neunhöffer Dr. Kreuder Dr. Köhler Dr. Neunhöffer Schmidt Dr. Kreuder 17. Eberstadt m. Ainsburg Mörler 1. Ettingshausen 19. Garbenteich 20. Geilshausen Der größte Teil des Holzes sitzt in der Nähe der 21. Gießen Streisstraße Grünberg- Weickardshein und ist gut abfahren. Grünberg, am 25. Januar 1904. Großh. Bürgermeisterei Grünberg. Zimmer. Holzversteigerung in der fürstlichen Oberförsterei Lich. Es sollen versteigert werden: Wegen Umzug von Wolkengasse 20 nach Schloßgasse 5 Montag, den 1. Januar, im Distrikt Weilbach: verkaufe sämtliche Schuhwaren aus hochfeinen Borcalf- und sonstigen Ledern, sowie prima Harburger Gummischuhe 15% Rabatt. gegen bar Johannes Hecker, Schnellbesohlanstalt. Woltengasse 20. - Gießen. - Schloßgasse 5. Achtung! Morgen Mittwoch Buchen: 600 Rm. Scheiter( darunter 12 Rm. Werficheiter), 170 Rm. Knüppel, 231 Rm. Stöcke, 5170 Wellen Astreiser und 3000 sog. Forstwellen. Eichen: 3½ Rm. Scheiter( 1 Nm. Glaserholz), 14 Rm. Knüppel, 12 Rm. Stöcke, 260 Wellen. Ahorn: 3 Rm. Scheiter; 3 Rm. Fichten- Knüppel, 39 Rm. Fichten Stöcke. Eichen- Abschnitte Durchmesser= 43 46 46 55 49 57 Länge 5,4 6 3,4 7 5 5,4 5 teilweise bestes Glaserholz( zart und leicht spaltend), Buchen- Abschnitt 47, 1 Linden- Abschnitt 20. 22. Göbelnrod 23. Großen- Bused 24. Großen Linden 25. Grünberg 26. Grüningen 27. Harbach 28. Hattenrod 29. Hausen 30. Heuchelheim 31. Holzheim 32. Hungen 33. Inheiden 34. Hesselbach 35. Klein- Linden 36. Langd 37. Lang- Göns 38. Langsdorf 39. Lauter 40. Leihgestern Dr. Neunhöffer Schmidt Dr. Neunhöffer Schmidt Schlachthof: Dr. Liebe 41. Lich m. Hof Albach, ColnDr. Neunhöffer Schmidt Schmidt Dr. Neunhöffer Schmidt Dr. Neunhöffer Dr. Neunhöffer Schmidt Schmidt Mörler Schmidt Walter Dr. Neunhöffer Dr. Köhler Walter Schmidt Schmidt Prof. Dr. Winkler Walter Schmidt Schmidt Prof. Dr. Winkler Schmidt Dr. Liebe Prof. Dr. Winkler] Schmidt Schmidt Prof. Dr. Winkler Prof. Dr. Winkler chmidt Prof. Dr. Winkler Schmidt Schmidt Prof. Dr. Winkler Prof Dr. Winkler Schmidt Prof. Dr. Winkler Dr. Kreuder Schmidt Schmidt Dr. Kreuder Prof. Dr. Winkler Prof. Dr. Winkler Schmidt Walter Schmidt Schmidt Dr. Neunhöffer Schmidt Prof. Dr. Winkler hausen u. Mühlsachsen Dr. Kreuder 42. Lindenstruth 43. Lollar 44. Vondorf 45. Lumba 146. Mainzlar Die Zusammenfunft ist auf dem Schnittpunkt der Chauffee Lich- Hattenrod und des Vicinalwegs Burkhardsfelden- Niederbeffingen,' Vormittags 912 Uhr. Dienstag, den 2. Februar im Distrikt Höler: Buchen: 204 Rm. Scheiter( dabei 2 Nm. Werkbin ich auch noch mit allen gestern in dieser Zeitung scheiter), 114 Rm. Knüppel, 106 Rm. Stöde, 3870 angegebenen Waren zum Verkaufe unter dem im Garten Hotel zum Lenz'schen Felsenkeller zu Gießen anwesend. Christian Klein aus Altenkirchen. Wellen. 47. Münster 48. Muschenheim mit HofGüll 49. Nieder- Bessingen 50. Nonnenroth 51. Obbornhofe: 52. Ober- Beffingen 53. Ober- Hörgern Dr. Neunhöffer Schmidt Dr. Neunhöffer Dr. Neunhöffer Schmidt Dr. Neunhöffer Dr. Kreuder Dr. Neunhöffer Dr. Neunhöffer Dr. Kreuder Walter Schmidt Prof. Dr. Winkler Schmidt Schmidt Prof. Dr. Winkler Schmidt Walter Schmidt Schmidt Walter Dr. Neunhöffer Schmidt Mörler Schmidt 54. Odenhausen mit AppenDr. Neunhöffer Schmidt Dr. Köhler Schmidt Schmidt born 55. Oppenrod 56. Quedborn Eichen: 3 Rm. Scheiter, 38 Rm. Knüppel, 57. Rabertshausen mit 49 Rm. Stöcke, 1850 Wellen. Ringelshausen 58. Reinhardshain Nadelholz: 6 Rm. Knüppel, 29 Rm. Stöcke, 59. Reiskirchen 150 Wellen; 2 Rm. Birken- Knüppel, 474 Fichtenstangen 7,10 Fitm., teils Derb- teils Reisstangen. Die Zusammenfunft ist auf der Hauptschneise beim Die Versteigerung Wildzauntor, vormittags 92 Uhr. Holz- Versteigerung Robert Stuhlt sich vom Bergrücken aus in der Nichtung nach i. Gießner Stadtwald. Montag, d. 1. Februar 1904 vormittags 9½/ 2 Uhr beginnend, werden im Gießener Stadtwald in den Diftriften Anneberg, Tiefenbach und Faulerboden versteigert: 8 Rm. Buchen- Scheitholz Eichen" 39 H Eichen H Erlen= 11 41 Buchen- Knüppelholz 75 Eichen 11 " Erlen= Aspen= " " 1 11 Fichten= Buchen: Stockholz E 32 Eichen= " Erlen " Н 161BZIT62769 Fichten1620 Wellen Buchen- Reisig. 870 720 80 Eichen" 1 Erlen FichtenDie Zusammenkunft ist auf der Licherstraße an der 10. Schneise. Gießen, am 24. Januar 1904. Gr. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Vögel u. Papageien bis heute Mittwo nachmittag noch nan billig abzugeben bei Felsing, Gießen 22 Marktstraße 22. * g. Blutstock. Timerman Hilfe Hamburg Fichteſtr. 33. 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Beuern, Hausen, Burkhardtsfelden, Wagenborn- Steinberg, 73 Trohe Leihgestern, Langgöns, Großen- und Kleinlinden, Rödgen, 75 Billingen Garbenteich, Trohe teilnehmen, deren Lehrzeit spätestens 76. Wagenborn mit Steinam Schluß der Prüfungen beendet ist. 74. utphe berg 78. Weitershain Anmeldungen zur Prüfung sind unter Benußung 77. Weidartshain des vorgeschriebenen Formulars( bei dem Unterzeichneten 79. Wieſed von ausgezeichneter Kochart erhältlich) bis zum 13. Februar an den unterzeichneten 80. Winnerod Ausschuß zu richten. Die Prüfungsgebühr beträgt 3 Mr. und ist mit der Anmeldung an den Unterzeichneten einzusenden. Linsen als: Bohnen, weise Erbsen, gesch. Erbsen, ungesch. Erbs. n, grüne holl. ferner: Sauerkraut Salzgurken Essiggurken empfiehlt Robert Stuhl Bießen, Neustadt 23. Schön mö l. Zimmer mit oder ohne Pension zu verm. Gießen, Bismarckstraße 17. Schmidt Dr. Kreuder Walter Dr. Neunhöffer Walter Dr. Neunhöffer Schmidt Walter Dr. Neunhöffer Schmidt Dr. Neunhöffer Dr. Neunhöffer Schmidt Dr. Neunhöffer Dr. Kreuder Schmidt Schmidt Dr. Kreuder Schmidt Schmidt Schmidt Prof. Dr. Winkler Schmidt Schmidt Prof. Dr. Winkler Walter Dr. Kreuder Schmidt Dr. Kreuder Schmidt Prof. Dr. Winkler Dr. Kreuder Schmidt Prof. Dr. Winkler Schmidt Schmidt Prof. Dr. Winkler Schmidt. Brima Robert Stuhl Kartoffel Gießen, Neustadt 23 emfiehlt Wir machen insbesondere darauf aufmerksam, daß die Ablegung der Gesellenprüfung u. a. als Borbedingung für die Anleitung von Lehrlingen und die Führung des Meistertitels erforderlich ist, Eiergemüsenudeln ihre Versäumnis daher später empfindliche Na- Gemüsenudeln teile im Gefolge hat. Gießen, den 18. Januar 1904. Der Prüfungsausschuß des Ortsgewerbevereins zu Gießen. Traber, Vorsitzender. Gebrauchte Drehbank für Metallbearbeitung, 1-2 Mtr. Spizenweite, zu kaufen gesucht. Off. mit Preis unter 3306 a. die Exp. d. Bl. 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Das ist ein Verdienst von 20 Prozent, das heißt, der Wohlstand für uns und eine goldene Bufunft für unfere fuche machen, um mich durchzuwinden. fleine Luiſe. mein Geschäft geſtedt hatte, doch mein Vermögen wurde daCINST UND JETZT Die Bendule als Kriegsbeute. Nr. 19. Dienstag, den 26. Januar sische Familie 1904 St St idt nidt nidt ibt sich aus ellvertreter Dr. Winkler idt idt Kreuder idt nidt Kreuder nidt er ibt Dr. Winkler idt idt cer Dr. Winkler midt midt midt Kreuder Kreuder f. Dr. Winkler Kreuder midt midt nidt. a off mein Geschäft gesteckt hatte, doch mein Vermögen wurde dadurch sehr beeinträchtigt, und ich mußte alle möglichen Versuche machen, um mich durchzuwinden. Jetzt, da ich von dieser Last befreit bin, kann ich mir eine Fabrik errichten und brauche nicht mit den Vermittlern und Zwischenhändlern zu arbeiten. Das ist ein Verdienst von 20 Prozent, das heißt, der Wohlstand für uns und eine goldene Zukunft für unsere fleine Luise." ,, Die liebe Kleine! Ich habe meiner armen Mutter die goldene Kette mit der silbernen Medaille vom Hals genommen, die sie so sehr liebte, und von der sie sich in ihrem Leben nie getrennt hat. Ich habe sie in eine fleine Büchse gelegt und auf den Kamin gestellt; unser Kind soll sie als teures Andenken an ihre liebe Großmutter tragen." Es trat eine Pause ein, in der die alte Dame unbeweglich dastand; denn aus Furcht, die Diele könnte durch Knarren ihre Anwesenheit verraten, wagte sie feinen Schritt zu tun. Die vom Fenster kommende Luft erschien ihr jetzt wie ein eisiger Winterhauch; sie atmete, als hätte jedes Wort ihr das Herz gebrochen. Dann hörte sie, wie die beiden auf sich zutraten, und wieder sagte eine Stimme: ,, Nein, nein, gehe nicht hinein. Du würdest dich zu sehr Totenschein ausstellen. Ich werde dich für zwei lieben, mein aufregen; außerdem wird der Arzt gleich kommen und den Herz." müden Stimme: Sie umarmten sich, und die junge Frau seufzte mit ihrer Arme Mama.. du hast recht, für sie und für uns ist es besser!" III. Sie entfernten sich. Madame Bremieur blieb entsetzt stehen, als hätte sich vor ihr in der Diele das schwarze Loch eines Grabes geöffnet; es war ihr, als ströme alles Blut ihres Herzens durch einen breiten Riß zur Erde, und sie schluchzte. mein Gott, o mein Gott, wie sie alles vergessen haben, wie schnell sie sich trösten... Ja, bin ich denn seit Jahren und Jahren tot?" Da packte sie der Schwindel von neuem, und sie fühlte eine entsetzliche Leere um sich her. Dann benutzte sie den letzten Rest von Scharfsinn und Energie, nahm die Kette weißen Lippen: ab, legte sie in die Schachtel und murmelte leise mit ihren Ich hätte sie so gerne ins Grab mitgenommen, doch sie wollen es nicht; meine kleine Enkelin soll sie haben... Mit dem Finger hielt sie wieder den Zeiger der Uhr_an, ging zum Fenster und schloß es geräuschlos. Schwankend ergriff sie die brennende Kerze und zündete mit zitternder Hand auch alle übrigen wieder an. Sie wollte auch die Blumen und Kränze wieder um das Bett legen, doch dazu hatte sie keine Zeit mehr; der Schwindel wurde stärker, die Kräfte verließen sie, und sie konnte nur mühsam wieder zum Bette gehen und sich darauf ausstrecken. Als sie wieder dalag, ging ihre Bruſt keuchend auf und nieder, und von neuem preßte ihr der Eisenring die Schläfen ein. Der Duft der Blumen betäubte sie, und doch bemühte sie sich, sie mit vollem Munde einzuatmen, denn sie dachte noch jezt in der Qual und dem Dunkel der nahenden Ohnmacht: „ Es ist besser Meine Tochter hat ja gesagt, es ist besser, wenn ich sterbe Ich bin ja auch dazu bereit. ich habe auch schon die Totentoilette; auch das Herz einer Toten habe ich. Es schlägt fast gar nicht mehr.: Der Arzt kann in jeder Minute kommen, dann darf ich nicht mehr am Leben sein.... Ach, wenn er mich nicht wieder auf: vect Wenn er mich nur nicht wieder aufweckt Sie haben mir zu weh getan.... zu weh!... Nach diesem Schmerze wird es mir nicht allzu schwer fallen, jetzt wieder 3lt sterben." Die Worte erstarben auf ihrem Munde, eine heftige Kälte überfiel sie, sie schloß die Augen und schlief ein. IV. dan Schwiegersohn und sagte: Als der Arzt den Tod konstatiert hatte, wandte er sich zu vor dem Tode wohl noch viel geweint?" Ihre bleichen Wangen leuchten noch von Tränen, sie hat seit seiner Worte fest überzeugt: Verwundert versicherte der Schwiegersohn, von der Wahr Ach nein, das nicht, sie ist ja ohne Bewußtsein gestorben, clitten hat sie nicht.“ EINST UND JETZT Die Pendule als Kriegsbeuke. Heute noch ist es den Deutschen nicht klar, warum die Franzosen den deutschen Soldaten den Diebstahl von Standuhren, sogenannten Pendulen, nachreden. Durch Originalität zeichnen sich die heutigen Franzosen durchaus nicht aus; wie Napoleon III. seinen Oheim, Gambetta die Revolutionsmänner von 1793 zu kopieren strebte, so sind auch die alten Witze aus der ersten Invasion hervorgezogen und neu in Scene gesetzt worden. Als die Kosaken 1814 nach Frankreich kamen, sagte man ihnen nach, sie hätten Pendulen an ihren Sattelknöpfen mit sich geführt, wie man dies in ErkmannChatrian's Roman Waterloo" nachschlagen kanu. In die Rolle der Kosaken von damals sind 1870,71 die Deutschen eingefügt worden. Der Witz der Sache liegt nach französischer Anschauung in Folgendem: Die Pendule gilt den Mitgliedern der großen Nation als die Krone und Spitze der Zivilisation und der Gegensak zwischen dem deutschen Barbaren und seiner ursprünglichen Wildheit und dem Besitze einer so raffinirten Einrichtung, wie die Pendule, ist für sie von großem Effekte. Daneben soll damit, außer Raublust und Barbarei der Deutschen, auch noch ihre naive Beschränktheit gezeichnet werden, die nach Dingen greift, von deren Wesen und Bedeutung sie keinen Begriff hat und die sich durch die Vergoldung um die Bronze zum Glauben verleiten läßt einen Goldklumpen aus dem reichen Frankreich in die nordischen Hütten schleppen zu können. Die Plünderung von Pendulen charakterisiert nach französischer Auffassung nicht allein unsere Raublust und Barbarei, sondern auch unsere naive Dummheit. Bunte Blätter. Kaltblütig. Während der Belagerung von Konstantine stand General Carnot( der Großvater des ehemaligen Präsidenten von Frankreich), von seinen Adjutanten umgeben auf einer kleinen Anhöhe. Während des Bombardements auf beiden Seiten wondte sich der Beschlshaber an den zu seiner Linken stehenden Leutenant und verlangte eine Prise Tabak. Eben war der Angeredete im Begriff, dem General die Dose zu reichen, als er, von einer Kanonenkugel getroffen, tot zu Boden stürzte. Vollkommen ruhig drehte sich Carnot auf die andere Seite und sagte zu dem rechts stehenden Difizier:" So geben Sie mir die Prise, nachdem Ihr Kamerad seine Dose eben mit sich genommen hat!" Höfische Rangordnung. Während der Regierung Ludwigs XIII. hatte der Sänger Chassé, ein Edelmann aus der Bretagne, viel Glück bei den Damen und erlebte die romantischsten Abenteuer. Eine vornehme Französin und eine Polin hatten sogar seinetwegen einen regelrechten Zweikampf im Boulogner Hölzchen; sie mußten dafür im Kloster und durch Verbannung büßen. Dem Sänger aber ließ der König durch den Kardinal Richelieu befehlen: seine Verführungskünste einzustellen. ,, Was kann ich dafür", erwiderte der aufgeblasene Geck,„ daß ich der liebenswürdigste Mann im Königreiche bin?!"- Unverschämter Schuft!" wütete Richelieu; ,, wie kannst Du Dich solcher Behauptung erfrechen? Erst kommt der König, dann ich, und Du bist günstigsten Falls erst der Dritte in der Reihe!" Newyorker Hafenpolizei. Die nordamerikanische Weltstadt bereitet der Polizei ebenso große Schwierigkeiten zu Wasser, wie zu Lande. Zahlreich sind die Verbrecher hier wie da, zu Lande finden sie Schutz in den Kellern und Spelunken, in dem weitausgedehnten Hafen aber wimmelt es von Schiffen, zwischen denen die kleinen Boote der Einbrecher, Schmuggler und Mordgesellen fich leicht verbergen können. Die Hafenpolizei muß sehr scharfe Augen haben, um bei Nacht diese Verbrecher von harmlosen Schiffsleuten zu unterscheiden. Ein rascher Dampfer:„ Patrol", die Patrouille oder Patrolle, sowie eine Anzahl kleiner Boote ( Police boats) stehen ihr zur Verfügung und sind der Schrecken aller Wasserpiraten. Die kleinen Boote sind nur mit einem Ruderer und einem Polizeibeamten bemannt und flitzen immer im Hafen umher, jeden Schlupfwinkel zwischen den vor Anker liegenden großen Fahrzeugen durchsuchend. Erbarmen finden die Piraten nicht, da sonst kein mit Gütern beladenes Schiff und tein bei Nacht vom Lande an Bord zurückkehrender Seemann vor ihren verwegenen Angriffen sicher sein würde. Nr. 19. Dienstag, den 26. Januar 1904 Oberbessische Familienzeitung. Tägliche Unterhaltungs- Beilage Oer Gießener Neueste Nachrichten. nd und Gerlag der Siebener Berlagsbruderet, vorm. With Keller'sche Buchbruceret( gegs. 1729); nerast Der Beuge. Roman von Marie Bernhard. 103 ( 16. Fortsetzung.) Hilda Ermshagen, in ihrem weißen, gestickten Musselinkleide, das ihren schönen Nacken und die fein gerundeten Arme hervorschimmern ließ, saß an ihrem Piano und warf achtlos die Noten durcheinander. Es hatte sich bisher noch nie so gemacht, daß sie hätte mit Hellmut Norden musi zieren können, man sah einander überhaupt beinahe nur während der zwei gemeinsamen Mahlzeiten, dem Diner im Speisesaal und dem späten Souper, das man gewöhnlich bei diefen milden Abenden in der luftigen, glasbedeckten Vorhalle, im Licht der Schirmlampen, einzunehmen pflegte. Die Herren waren enorm beschäftigt, es gab jezt, während des Frühjahrs, stets für die Kaufleute in Yokohama eine erhöhte Tätigkeit, das hatte ihr Bruder ihr in entschuldigendem Tone gesagt und hinzugefügt, er bedaure es sehr, sie so oft allein lassen zu müssen, indessen sei es wohl nur natürlich, daß seine Einführung in ein so weitverzweig tes Geschäft, die verantwortliche Stellung, die er in demjelben einzunehmen berufen sei, für die beiden Herren Norden, sowie für ihn selbst, den vollen Aufwand von Arbeitskraft im Gefolge hätte. Walter hatte dann einige bei fällige Aeußerungen über die genannten beiden Herren an diese Bemerkung geknüpft, er hatte Norden senior geradezu ein kaufmännisches Genie genannt, einen Mann, von dem man enorm profitieren könne, der Junior zeige gleichfalls viel Begabung, sei gut eingearbeitet und keineswegs bequem oder unpünktlich, ihm werde aber auch alles merkwürdig leicht gemacht, denn im persönlichen Verkehr zum Beispiel ihin von selbst zu. brauche er bloß mit den Augen zu winken, und alles fliege Ja, Hilda mußte das glauben! Aber jedesmal, wenn Hellmuts sonnige Augen vor ihrem inneren Gesicht auf tauchten, suchte sie den Eindruck möglichst rasch zu über winden, es ſträubte sich etwas in ihr, den Mann, der allen unwiderstehlich sein sollte, auch auf sich selbst diese Wirfung äußern zu lassen. Sie hatte noch so wenig von Yokohama und seiner näheren Umgebung gesehen. Einmal war das Wetter zu Anfang nicht günstig gewesen, und dann konnte sie, eine junge Dame, nicht gut allein auf Entdeckungsreisen ausgehen. Von den Herren aber hatte keiner Zeit, sie zu begleiten. Hellmut hatte dies mit einem sehr ausdrucksvollen Blick bedauert, sein Vater hatte ruhig darauf erwidert, Fräulein Ermshagen sei sicher viel zu klug, um nicht den Verhältnissen Rechnung zu tragen und den Zeitpunkt abzuwarten, da die Herren sich die Belohnung ihrer eifrigen Arbeit ausbitten vürden, die darin bestände, daß man ihr so viel von Japan zeige, als es irgend tunlich sei. Das hatte sehr höflich geklungen, und ausgesucht höf: lich war Norden senior immer, sowohl gegen Hilda, als auch Jegen deren Bruder! Die junge Dame nannte sich selbst nnerlich findisch, daß sie sich immer wieder auf einem Geühltiefinnerlicher, unerklärlicher Antipathie ertappte, ſobald sie an den älteren Herrn Norden dachte. Sie war nicht gesonnen, sich diese unflare Gefühlsaufwallung unge straft hingehen zu lassen, sie pflegte sonst sehr bestimmte ( Nachdruck verboten. Gründe für ihre Zu oder Abneigungen zu haben, und hier fand sie feine, aber bis jetzt, sie wußte es deutlich, war es ihr noch nicht gelungen, mit dem Gefühl einer seltsamen Beklommenheit, die sich ihr jedesmal aufs Herz legte, sowie sie längere Zeit mit dem Chef ihres Bruders zusammen war, fertig zu werden. Von rechtswegen hätte ihr gerade an diesem Mann alles gefallen müssen, sein glänzender, ehrenvoller Ruf in der kaufmännischen Welt, die strenge Rechtlichkeit, die jeder an ihm rühmte, seine guten Manieren, seine innige Liebe zu dem Sohn, die für Hildas feine Beobachtung deutlich gleich in der ersten Zeit zutage getreten war, und doch mußte sie sich zwingen, auf den unbefangenen Verkehrston, den der ältere Herr ihr, dem jungen Mädchen, gegenüber anschlug, einzugehen und sich an den limgang mit ihm zu gewöhnen Das würde sich geben, und das mußte sich geben, ohne allen Zweifel, aber es war ihr überhaupt wunderlich zu Sinn in diesem Yokohama. Heimweh konnte sie es nicht nennen, das unbestimmte, sehnsüchtige Gefühl, das oft wie eine weiche, unwiderstehliche Welle ihr ganzes Herz überflutete, hatte sie doch nie eine eigentliche Heimat gehabt! Weder in London, noch in San Franzisko oder Hamburg hatte sie sich so schwer in die Verhältnisse hinein gefunden, dort hatte sich alles so klar und selbstverständlich geordnet, es mußte das Fremdartige der Tropen sein, was sich ihr so beängstigend um die Seele legte und doch hätte sie nicht von Japan fort mögen! Nein, keine große Arie, überhaupt keine Noten! Ihre Hände warfen die Hefte, welche sie gefaßt hatten, beiseite und improviſierten ein kleines Vorspiel auf den Tasten, es klang traurig und bang, wie der Ruf eines vereinsamten Herzens. Nun kam die Stimme dazu, die dunkle, leidenschaftliche Altſtimme, und ein schlichtes Volksliedchen wars, das sie sang. Wenn ich ein Vöglein wär' Und auch zwei Flügel hätt', Flög' ich zu dir"- Wer Hilda Ermshagen das singen hörte, nimmermehr hätte der sie für eine Amerikanerin gehalten; so singen nur die deutschen Mädchen! ,, Kein' Stund' in der Nacht, Da nicht mein Herz erwacht,- An dich gedenkt Hinter dem Türvorhang stand ein Mann und lauschte mit zurückgehaltenem Atem. Er hatte Nell, die ihn anmelden wollte, mit einer sehr unzweideutigen Bewegung zurückgewiesen, und nun war er allein geblieben und hörte sie. Hellmut Norden hatte von sich gesagt, er sei fein ganz schlechter Dilettant auf dem Piano: er war aber mehr als das, er spielte mit guter Technik und mit einer ganz be merkenswerten eigenen Auffassung; von seiner Mutter hatte er die Begabung für die Musik und die enthusiastische Vorliebe dafür geerbt. So viel Zeit er irgend hatte erübrigen können, hatte er auf das Studium seiner geliebten Tonaften Tages alatkartoffel Coffel Slt e Familien 53immer fof tut berm ake 16 enenweg 28. zu vermieten. Bartenanteil, fo 5 Zimmer mit r Stod, affe- Gießen. Hankel mieten wenweg. 31. Nr. 22. bonnementoprele la's baus gebracht 6 und die Gieke Gratisbellagen: C Das Blatt aldein Enth Zu Kai für Ob Mit besonderer Ser Beburtstag des Kaisers in Dantesfest der Nati es tatträftigen Mona eutsche Volf Tage der raschende Mitteilung d Raiser eine Operation Findrud dieser Nachrich jar nach den Wiesbade Kaiser die durch seine gestellten guten Beziel deutschen Volke, sonde deutlichen Ausdrud br con Aufregungen und haft die menschlich be tehenden Operation zu zeitige Besorgnis und die Krankheit von ihm besteht, daß tatsächlich j fehlt, so ist das deutsche und kann sich frohen Auch in dem abgelau allem darauf bedacht, meh erhalten und das Vol Aulturarbeit als maßge zunehmen. Diesem 3 stellung eines besserer das freundschaftliche der Balkanfrage und fich auch erreicht wurd fo mehr erschwert, al Regierungen gefliffent Ratgeber des Sultans der öftlichen Kaisermad der türkische Großherr als der Niederschlag de war es den freundsch sich den Vorschlägen de zu verdanken, daß de Der mirn Mürzsteger Programm Zeit der interna und die Energie unser schäßbare Dienste gelei Mandschureifrage die direkt gestärkt, als es Mandschurei feinerlei Erklärung fiel in eine lichen gemeinsames Vorgehen Mandschurei vorbereite Bilhelm durch Betätig len Baren und unsere mifischen Reiche die aler Konflikte verhüte Um aber ein Frieder gemäß darauf bedacht Rate der Völker durch Nachtmittel in der Na ein legtes Regierungs usbildung unserer We Berbollkommnung des Joppelt herzlicher Liebe Bolt heute an feinem G brausenden zum Das Schick ( Von unserem Nachdem die pro präsident Graf Bülo geordnetenhauses bo analvorlage nur 31 Rücksicht auf die daß die Aussichten für Das scheint dem Rhein bis zur hätten. Schwierigkeit für die Baltung der fonfervat Dern in dem Abflaue bei ursprünglich fana reten, daß der Ausba ngit die Bremer Lind daher Aufwendung von befor Lichen Zuschüsse von empfohlen, em. So wie der Ka en holländischen Hafe ift bis in das ein Standpun ertreten wurde und e Argumente noch durch en, wenn die Vertre bernehmen. Noch fenfationeller en Wert des Kanals i unt verivenuer, und es war ihm ein wirklicher Kummer, der daß sein Vater dies Interesse so gar nicht teilte, Senior verhielt sich der Musik gegenüber ganz gleichgiltig. Wunderlich erging es dem Junior, wie er hier stand und lauschte. Er hatte mit seinen schönheitsdurstigen Augen Hilda Ermshagen reizende Erscheinung bewundert, das war selbstverständlich gewesen. Indessen, es hatte ihn nicht so sehr darnach verlangt, ihr näher zu treten, er wartete es ruhig ab, bis etwas mehr Ruhe und Gleichmäßigkeit in die jetzt hochgehenden Wogen des geschäftlichen Treibens eintreten und sein Dienst bei der jungen Dame beginnen würde. Denn nach allem, was er bis jetzt von ihr gesehen, crschien sie ihm falt, viel zu ruhig und beherrscht für ihre Jugend, und das gefiel ihm nicht, er liebte die impulsiven Frauen, die findlich heiter, gefühlvoll, meinetwegen etwas fcntimental sein konnten, die sichere Geschlossenheit von Hildas Wesen zog ihn nicht an. Sie ist wirklich ganz wie eine richtige Amerikanerin," hatte er oft bei sich gedacht, es muß in ihrem Innern alles der Anschauungsweise einer solchen entsprechen, daß sie sich in den paar Jahren, die sie in San Franzisko verbracht hat, so vollständig zu entnationalisieren vermochte! Schade! Ich möchte wissen, wie sie früher gewesen sein mag! Die amerikanischen Frauen sind nie mein Fall gewesen!" Nun, da er sie singen hörte, erfüllte ihn zuerst eine Art ungläubigen Erstaunens. Hätte er es nicht genau gewußt, es könne nur Miß Ermshagen" und niemand anderes sein, er würde geglaubt haben, sie sei gar nicht die Sängerin. Zum erstenmal nannte er sie jetzt in seinen Gedanken nicht Miß Ermshagen", sondern sagte Hilda zu ihr. Und nun fiel es ihm auf einmal wieder ein, wie damals auf dem Schiff sich alle die Kinder um sie gedrängt, sie geherzt und gefüßt hatten, und wie sie das erwidert hatte, und dann, wie beim letzten Rückblick die schönen Augen feucht geworden waren und sie mit hastiger Hand den Schleier darüber zog. Diesen Augen, diesem Gesichtsausdruck glaubte man auch die weiche, dunkle Stimme, die hier das kleine Volkslied fang! Als es zu Ende war, rührte der stille Zuhörer sich nicht; er hatte Strafe verdient und wollte sie leiden, aber nun kam es schon auf dasselbe heraus, und wer konnte wissen, wie bald es ihm wieder so gut wurde, denn es war sicher anzunehmen, daß das junge Mädchen ganz anders sang, wenn sie ein Publikum hatte! Was nun folgte, war ein schwermütiges Schumannsches Lied mit Tertesworten von Eichendorff: „ Aus der Heimat, hinter den Blitzen rot, Da kommen die Wolken her,- Aber Vater und Mutter sind lange tot, Es kennt mich hier keiner mehr" Wie seltsam das klang und wie tief-, tieftraurig, hier im fernen Japan, wo die Tropensonne durch die Fenster sah und die Palmenwipfel in der Glut erzitterten! ,, Wie bald, ach, wie bald kommt die stille Zeit, Da ruhe ich auch, und über mir Rauscht die schöne, tiefe Waldeinsamkeit, Und keiner kennt mich mehr hier!" Es griff ihm ans Herz, die Worte, die Melodie, die Stimme, er dachte nichts weiter, sondern trat hervor und streckte der Sängerin in wortloser Ergriffenheit die Hände entgegen. Hilda schien weder erstaunt noch erschrocken zu sein, sie war langsam aufgestanden, legte ihre beiden falten Hände in die Hellmuts und sah mit ihren leuchtenden blauen Augen zu ihm empor, als wolle sie sagen: So sieht es aus in mir, verstehst du mich jetzt besser, als bisher? „ Es war vielleicht unrecht, daß ich Sie belauscht habe, aber ich vermag nicht, es zu bereuen!" sagte Hellmut end lich mit etwas umflortem Ton, denn es war, als hielte ihm etwas die Stimme fest. Wie heißt das Lied, das Sie zuletzt sangen?" „ In der Fremde!" Er sah sie zärtlich und traurig an. Sie haben Heimwch?" fragte er leise und mitleidig. Hilda bewegte langiam den Kopf hin und her. " Ich weiß es nicht! Habe ich denn eine Heimat? Mein Bruder het Ihnen doch sicher erzählt er ist in Mainz geboren, ich in Nürnberg, an das ich keine Erinnerung bewahre. Als junge Kinder kamen wir zu dem Ohein nach Elberfeld, dann wurde er versekt: nach Koblenz, nad Würzburg, nach Frankfurt,- ich habe aber nirgends Wurzel fassen können!" Das verstehe ich gut! Aber gestehen Sie sich nur selbst, Fräulein Hilda, hier im fernen Japan, faßt Sie doch die Sehnsucht nach dem Ganzen, den Sie angehören, es ist keine Vaterstadt, es ist das ganze Land, Deutschland!" Sie schien in ihrem Innern zu suchen, ob er recht haben könne, schüttelte aber zweifelnd den Kopf." Ich weiß es nicht!" sagte sie wieder, wie zuvor, und es klang hilflos und beklommen. In dem hellen, schönen, luftigen Gemach, das richtig, durch Hellmuts Fürsorge, mit allem Lurus und jeder reizvollen Eleganz ausgestattet worden war, standen die zwei auf den glatten, fühlen Mattengeflechten und sahen einander in die Augen. Die neugierigen Sonnenfunken, die durch die Fenstervorhänge hereinblizten, hatten lange nichts so schönes zu sehen bekommen, als diese beiden! Der junge Norden war es, der sich zuerst zu fassen wußte. „ Sie sind so liebenswürdig gewesen," begann er in heiterem Ton, mich gar nicht nach der Ursache meines unbefugten Eindringens zu fragen. Darf ich sagen, weswegen ich hierher gekommen bin?" „ Ich bitte darum! Wollen Sie sich nicht sehen?" Hilda sprach nun auch freundlich und ruhig und machte eine einladende Handbewegung. ,, Nein, danke! Die Arbeit hält uns alle jeßt wie mit eisernen Fangarmen fest, ich habe mir nur gerade ein Weilchen abgemüßigt, um Ihnen eine Mitteilung zu machen, die Sie vielleicht freuen wird, und das wollte gerade ich tun, weil Ihnen der Artikel Freude bisher in Yokohama ungewöhnlich knapp zugemessen war! In einigen Tagen ich denke, es werden fünf oder sechs sein feiert man im Tempelpark zu Uyeno das berühmte Blumenfest. Sie haben noch nichts davon gehört?" ,, Nein! Ich weiß nicht einmal, wo dies Uyeno liegt." ,, Bei Tokio! Wir fahren mit der Bahn in einer Stunde hinüber, und dort aber, nein, ich mag Ihnen nichts borweg nehmen, gnädiges Fräulein! Sie sollen mit eigenen Augen sehen, mit eigenen Ohren hören, beides ist der Mühe wert, ich versichere Sie dessen! Ich, seitdem ich zum erstenmal als dreizehnjähriger Bube, wahrhaft trunken von SchauLust und Entzücken, dies Fest mit angesehen, habe mich all die Jahre hindurch dem Zauber, den es ausübt, nicht entziehen können, es erfaßt mich jedesmal, wenn das Frühlingsfest nahe ist, etwas von der erwartungsvollen Unruhe des deutschen Kindes, das den Weihnachtsbaum im Hause weiß. Wer, wie Sie, Phantasie und Sinn für alles Schöne und Poetische hat, muß einen unvergeßlichen Eindruck von dieser Feier empfangen." „ Ich bin Ihnen dankbar für die gute Meinung, die Sie von mir haben, Herr Norden; da Sie mich persönlich so wenig fennen, so darf ich wohl fragen: Hat mein Bruder sie Ihnen beigebracht?" „ Nein, leider spricht Ihr Bruder sehr selten über Sie!" Das„ leider" kam Hellmut vollkommen unbefangen über die Lippen.„ Eine vorgefaßte gute Meinung muß jeder über Sie haben, der offene Augen hat! Ihr Gesang hat sie bestätigt, das ist alles!" Sein offener Blick drückte so unverhohlen Bewunderung und Freude an ihrer Schönheit aus, daß Hilda sich ein wenig verwirrte. „ Es ist gütig von Ihnen, mich zur Teilnahme an dem deſt aufzufordern, und ich freue mich darauf," begann sie etwas haſtig und nahm ein paar von den langen, herabhängenden Atlasschleifen ihres weißen Kleides auf, mit denen sie spielte, aber wird Ihre Arbeit es auch zulassen, daß Sie mitkommen? Oder sind nicht alle dabei?" „ Alle!" erwiderte Hellmut nachdrücklich.„ Die ganze Firma! Wer könnte daheim bleiben, wenn man in Uyeno den Frühling seiert? Das wäre ebenso, als wollte man in Deutschland jemand fragen: Bist du am Weihnachtsabend frei? Die gestrenge Herrin, die Arbeit, muß warten. Die Japaner sind vollends sanatisch mit ihrer Feier des Lenzes! Geben Sie nur acht, wie Ihre Bedienung unzuverlässig, ja geradezu unsichtbar wird in diesen Tagen. Es ist zum Lachen, die Leute leisten faktisch nichts, und sie sind so er staunt, wenn man es ihnen vorhält, wenn man etwas von ihnen verlangt. Rügen Sie die offenbarste Nachlässigkeit und Unordnung, so sieht der Bediente Sie förmlich vorwurfsvoll an, wie Sie jetzt dergleichen Dinge von ihm verlangen können! Sie schelten ihn aus, Sie herrschen ihn an, er antwortet mit kaum unterdrücktem Lachen: Was tut's! Die Kirschen blühen! Damit ist alles gesagt, er findet sich genügend entschuldigt." Gut, daß Sie mich vorbereiten! Meine Nell ist ohnehin kein Muster von Pünktlichkeit und Ordnungsliebe!" " Ja, das will ich Ihnen glauben!" Hilda lächelte, und Hellmut fand, daß ihr dies entzückend zu Gesicht stand; es trat eine kleine Pause ein. Warum gehe ich jetzt eigentlich nicht?" fragte Hellmut plötzlich laut, soeben hatte er sich ganz dasselbe leise gefragt. Seine Augen trafen in Hildas, und beide lachten herzlich. Sie schüttelten sich, wie gute Kameraden, die Hände, und dann ging er wirklich. Hilda verspürte in den Tagen, die dem Frühlingsfest orangingen, auch etwas von der erwartungsvollen Unruhe des deutschen Kindes, das den Weihnachtsbaum im Hauſe veiß. ( Fortsetzung folgt.) Hrme Mama! Novellette von Charles Foley. ( Nachdruck verboten.) Durch die halbgeöffneten Vorhänge drang ein Sonnentrahl in das Schlafzimmer, als die Witwe Bremieux, eine jute, kleine Rentiere, die Augen aufschlug. Ihre Gedanken varen noch ganz verworren, und sie erinnerte sich an nichts; Der ganze Körper war ihr falt, die Schläfen wie von einem Eisenringe zusammengepreßt, und sie atmete nur mit furchtjar schmerzhaftem Herzklopfen. Ihr ganzes Wesen war ertarrt und fühllos, und nur mit Mühe richtete sie sich auf und ah sich erstaunt um. Sie lag nicht mehr zwischen den Decken, ondern einfach auf ihrem Bett und trug ein langes, weißes Morgenkleid, das sie schon seit Jahren nicht mehr angezogen hatte. Unbewußt fuhr die alte Dame mit mechanischer und vertrauter Bewegung, so schnell sie bei ihrem erschöpften Zutande dazu im stande war, mit der Hand nach dem Halse und uchte die goldene Kette mit dem silbernen Medaillon, die sie feit ihrer Kindheit trug. Doch sie fand nichts; träumte sie? Eine heftige Angst befiel sie aufs neue und veranlaßte sie, sich noch weiter aufzurichten und sich genauer umzublicken. Auf dem Bett, an der Wand, an der Erde lagen Blumen in Sträußen und Kränzen. Noch etwas anderes fiel ihr auf, und sie wurde immer bestürzter. Trotzdem es heller lichter Tag war, brannten sechs Kerzen auf großen Leuchtern, die aber nicht auf dem Tische oder dem Kamine, sondern auf der Diele standen. In der ganzen Wohnung herrschte eine außergewöhnliche Ruhe, selbst die Stuzuhr, die vertraute Freundin der einsamen Stunden, wagte nicht mehr zu atmen, ein diskreter Finger hatte den Zeiger angehalten. Madame Bremieux versuche das alles zu verstehen und lich zu erinnern, doch sie vermochte es nicht. Die grausamen Zuckungen ihres Herzens zerrissen die auftauchenden Gedanken, der scharfe Duft der Blumen in dem warmen, geschlossenen Zimmer verursachte ihr Schwindel, und die Gedanken fingen an hin und her zu schwanken. Trotzdem ließ s'e sich in verzweifelter Aufwallung, in unbewußter Lebenslust, während ihre bedrückte Brust feuchend nach Luft suchte, aus dem Bette gleiten, trat die Blumen mit Füßen, ging wankend zwischen den Leuchtern durch und schritt mit den Manieren einer Nachtwandlerin, wie im Traume die beiden Arme tastend vorgestreckt, als wolle sie die Schattenschleier gerreißen, vom Alkoven bis zum Fenster, wie sich ein sterbendes Tier aus dem Dunkel ins Licht schleppt. Mit matter, schlaffer Hand drehte Madame Bremieur an den Fensterhaken, und das Fenster öffnete sich halb unter e'n m Hauche scharfer Luft, die sie gierig mit offenem Munde und voller Brust einsog; diese reine Luft stärkte sie, berauschte sie und erfüllte sie bis auf den Grund ihrer Seele mit einer plötzlichen ungeheuren Freude darüber, daß sie noch am Leben war. Das Klopfen ihres Herzens ward regelmäßiger, der eiserne Ring auf ihren Schläfen erweiterte sich, und sie begann sich zu erinnern. Sie war, wie schon oft vor Tagesanbruch, ohnmächtig geworden; doch diesmal hatte die Ohnmacht, der einStarrframpf gefolgt war, jedenfalls stundenlang gedauert, und diese düsteren Vorbereitungen bewiesen ihr, daß man sie für tot gehalten hatte. Jetzt, da sie neues Leben fühlte, wandte sich Madame Bremieux dem Kamin zu. Hier fand sie ihre Kette mit dem silbernen Medaillon, die sich in der Watte einer kleinen, neuen Schachtel wie eine goldene Schlange um sich selbst gerollt hatte. Zu welchem Zweck? Madame Bremieur wollte nicht erraten. Sie ergriff die Kette und legte sie sich wieder um den Hals. Dann stieß sie mit zitternder Hand den Zeiger an und lächelte vor Behagen, als hätte der der Pendule wiedergegebene Atem auch ihr neue Lebenskraft verliehen. Endlich schob sie die Blumen bei Seite, beugte sich über die Leuchter und löschte die Kerzen eine nach der andern. Sie wollte eben die letzte auslöschen, als sich in der tiefen Stille zwei Stimmen erhoben, die sie erzittern ließen. II. Ihre Tochter und ihr Schwiegersohn waren eben in das Nebenzimmer getreten und unterhielten sich. Der Atem der Madame Bremieux bewegte kaum die Flamme der Kerze, und die alte Dame, die sich schon im voraus freute, wie entzückt sie über ihr Erscheinen sein würden, ging auf die Tür zu, um ihrer Tochter in die Arme zu fallen und ihr zuzurufen, indem sie sie mit Küssen und Tränen bedeckte: Ja, ja, ich bin's, mein Herz, ich lebe, ich atme, ich liebe euch!" Doch das Uebermaß ihrer Aufregung verursachte ihr eine gewisse Schwäche, die Beine schwankten. Stumm, nicht einmal zu rufen im stande, mußte sie stehen bleiben und sich an die Wand bei der Tür lehnen. Sie hörte, wie ihre Tochter ihren Namen aussprach, doch diese Stimme sprach nicht heiser und von Schluchzen unterbrochen, sondern klar und deutlich, und mit leichter Mühe konnte sie die Worte verstehen: „ Arme Mama! Wenn ich bedenke, daß mein Mann, daß Luzette, meine kleine Tochter, mir in derselben Weise geraubt werden könnte! Es wäre entsetzlich!" Nun antwortete die Stimme des Schwiegersohnes, falt, gesetzt und vernünftig: Ja, es wäre entseßlich, denn es wäre anormal. Doch deine Mutter zählte 67 Jahre." „ Noch mehr, 68!" „ Das ist eine ganz hübsche Zahl; der Durchschnitt des menschlichen Alters ist damit überschritten. Bei ihrem kranken Herzen hätte ich garnicht geglaubt, daß sie so lange leben würde. In den letzten Wochen konnte man die entsetzlichen Fortschritte ihres Leidens auf ihrem Gesicht verfolgen, auch ihr Charakter hatte sich sehr verändert." „ Sie litt, mein Freund, daher ihre schlechte Stimmung Allzu beschwerlich fiel sie uns aber nicht. Nur für unser kleine Tochter wurde dieses düstere, stille Leben, diese Kranken atmosphäre gefährlich. Die Traurigkeit der alten Leute is ansteckend. Unsere Lucie, die der Fröhlichkeit und der Be wegung anderer Kinder notgedrungen beraubt war, wurd zu blaß, zu vernünftig und zu nachdenklich für ihr Alter das erschreckte mich." „ Ich war auch deinetwegen besorgt, meine Liebe. Wi waren gezwungen, uns Neigungen und Gewohnheiten zu fügen, die nicht die unseren waren, und du maßt gestehen wir waren nicht mehr unsere eigenen Herren. Du wagtes nicht mehr, dich zu entfernen, und gingst nirgends hin; selbs in der Nacht schliefst du nur in der beständigen Furcht, plötz lich geweckt zu werden. Deine Gesundheit hatte darunter zi leiden." „ Das ist wahr, ich wollte es dir damals nicht gestehen aber ich war stets müde und abgespannt. Noch zwei Wochen und es war aus mit mir. Wenn man so sieht, wie das Leber der Leute, die man geliebt hat, gleichsam so nach und nad zerbröckelt, wenn man fühlt, wie unsere Zärtlichkeit in täg licher und oft widerwärtiger Pflege geringer wird, da ziel man eine unvorhergesehene und brutale Lösung doch noch vor." ,, Auch meine Geschäfte gingen herunter," fügte der Schwiegersohn hinzu. Ich machte es mir zur Pflicht, deine Mutter die Rente ihres Vermögens auszuzahlen, das sie in