nen 3. g. Berbindung. ahnhofstrasse Telephon Nr. 152. rei reine. itäten 6688 Anzeige. gefunden 904 und Frau hann. er euerwehr. GIUSIOSIOSIS Nr. 147. Zweites Blatt. onnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Bfg., Haus gebracht 60 Bfs., burch die Doft bezogen viertelfährlich Mt. 1.50. etibetlagen: Oberheffthe Samilienzeitung( täglich) und die Stekener Geifenblasen( wöchentlich). Bas Blatt erscheint an allen Berttagen nachmittags. Samstag, den 25. Juni 1904. Gießener 13. Jahrgang. Insertionspreis: Die einspaltige Betitzeile für ganz Ober heffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfg. fenit 15 kg. Reklamen bie Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Boftzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen, Seltersweg 88. Fernsprechanschluß Kr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblaff) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Eindrücke vom frauenkongress. ( Von unserem Spezialberichterstatter.) Rn Berlin, 18. Juni. Der Frauenfongreß hat heute seine Sigungen beendet und ist nach einem glänzenden Empfange im Rathause durch die Stadt Berlin auseinandergegangen. Der Kongreß hat in der Woche vom 13. bis 18. Juni der Reichshauptstadt das Gepräge aufgedrückt. Man mochte hinhören, wo man wollte, in den Straßen, in den elektrischen Bahnen, selbst in Gesellschaft wurde nur von dem Frauenfongreß gesprochen, von den Rednerinnen, von den Gegenständen, die diskutiert wurden. Die Berlinerin, die Anspruch auf Bildung erhebt, hielt es für ganz selbstverständlich, daß sie dem einen oder dem anderen Vortrag beiwohnte. Viele kamen freilich aus Neugier, denn die Damen, welche man in den Hauptstraßen der Stadt traf, hatten zumeist ein so eigenartiges Aussehen, waren so markante Erscheinungen, daß es lockte, wenigstens auf Turze Zeit dieselbe Luft mit ihnen zu atmen. Und sie laten recht daran; denn jeder, der den Kongreß besuchte, brachte neue Eindrücke, Anregungen heim. Geradezu wundervoll war die Ausstattung der Philharmonie. Man hatte alles getan, um das große Haus zu einern angenehmen Aufenthaltsort der Mitglieder auszustatten. Alle Treppen, alle Gäng waren mit echten Teppichen belegt. Wohin man schaute, grüßten Blumen in leuchtendster Farbenpracht. Die Anordnung und Gruppierung der Blumen muß von Künstlerhänden geschaffen fein, und sie bot den Berlinerinnen wie den vielen Frauen aus der Provinz reiche Gelegenheit, zu lernen, wie man mit einfachsten Mitteln schöne Wirkungen erzielen kann. Der Tunnel, der zum Restaurationsraum eingerichtet war, trug primen und roten Blumenschmuck. Birken in großen Kübeln stan den in allen Ecken, an der Decke hingen grüne Laubkränze, bon denen rote Wolbänder die neueste Art in Berlin, Blumen zusammenzuhalten herabflatterten. Jeder der weiß gedeckten Tische trug eine Heine oder größere Vase aus Ton, die mit Sträußen roter Mohnblumen gefüllt war. Jede der verschiedenen Erfrischungsräume war in einer anderen Farbe gehalten. Der eine zeigte weiße Möbel, auf denen rosa Bissen Tagen. Auf den Tischen standen in weißen Glasvasen hohe rosa Glockenblumen. Ein anderer großer Raum hatte hellgrüne, seltsam karierte Seidenkissen, auf den Tischen prangten prachtvolle weiße Rosensträuße in grünem Laub. In einem kleinen Salon wurden unentgeltlich Limonade und Cafes geboten. Auf farbigen Kacheltischen standen kleine bunte Töpfe, in denen Farnen wuchsen. In dem mit allem Komfort, mit allem Material versehenen Lesezimmer prangten blaue Sträuße und gelbe Lilien. Die Salons, die Toilettenzimmer, die Informationsräume, sie alle bekundeten, daß in jeder Beziehung Berlin bestrebt war, geschmackvoll, vornehm und großartig seine Gäste aufzunehmen. Ein besonderes Bostamt war für den Zweck eingerichtet, und in den PresseEinwohner von immern wurden die Schreibmaschinen getippt, daß die Bresse schnellstens von den Tagungen des Kongresses unterrichtet würde. mittags 12.35 Uhr Kommando. ung. -Verkauf Boft", Gießen, de 9 Uhr töpfe, Baffer etter eingetroffen. ange der Vorrat decken. entgegen. boll Elberfeld. dustrie ior, n 84. Stücken teine. ber g. bei Teßen. Das war ein Kommen und ein Gehen in den Gängen, in den Sälen. Da in vier verschiedenen Sälen, in vier Seffionen gearbeitet wurde, war ein großer Teil der Zuhörer beständig in Bewegung, weil man die verschiedenen Rednerinnen zu hören wünschte. Es läßt sich begreifen, daß es für die Vorsitzenden nicht leicht war, die Ordnung aufrecht zu rhalten. Und so kam einem erst dort eine Vorstellung, wiebiel Energie dazu gehört, eine Versammlung zu leiten. Die Damen auf der Tribüne hatten aber das Heft in Händen. Mit Ausnahme von dem noch jugendlichen Fräulein Alice Salomon hatten den Vorsitz zumeist reife Frauen, die manchmal recht männlich wirkten, deren Stimmen mitten durch den Saal drangen, deren Augen überall waren und namentlich auf dem Zeiger der Uhr ruhten, damit auch mit keiner Minute die Zeit von einer Rednerin überschritten wurde. Stand das zu befürchten, so ergriff die Vorsitzende sogleich die Klingel. Die meisten Rednerinnen hielten genau die festgefeßte Frist inne; manche aber ließen sich doch von ihrem Thema und ihrem Temperament fortreißen; und der Beifall fette des Publikums machte sie noch begeisterter. Aber selbst auch Fräulein Salomon beiläufig eine der beliebtesten Frauenrechtlerinnen mahnte dann streng, mehr die Tagesord. nung zu beobachten. Den lebhaftesten Beifall ernteten durchschnittlich die Wienerinnen. Die jungen durch ihr fesches, kühnes Auftreten, durch ihr hübsches Aussehen, durch das Bezwingende in der Rede; die älteren durch ihren Humor und durch ihre Liebenswürdig. feit, die selbst dem statistischen Material die Trockenheit nahm. Man kann aber nicht behaupten, daß man den Ausländerinnen freundlicher entgegengekommen wäre, als den Einheimischen. Von den Engländerinnen bestridte Lady Marjorie Gordon, die neunzehnjährige Tochter der Gräfin Aberbeen, ehemaligen Vizekönigin von Indien, durch ihre Be. famgenheit, durch ihr reizvolles, pikantes Gesichtchen, aber auch durch den geistigen Gehalt ihres Vortrages. Frau Sierta- Regius- Schweden, welche in ihrem Vortrage die schweren Schäden des frühzeitigen Unterrichts der Kinder auf ihre körperliche Entwickelung nachwies, gefiel besonders, weil fie so eindringlich und frauenhaft weich sprach. Frau von Bülow, eine ehemaliae Schauspielerin, die vor dem Beruf der Schauspielerin warnte, sprach rhetorisch bieuercht am besten. Wir müssen es uns versagen, die einzelnen inter essanten Erscheinungen auf der Tribüne und im Zuschauer. raum weiter herauszuheben. Auf allen Gesichtern lag tiefer Ernst. Und es ist ein großer Fortschritt, daß jetzt öffentlich Fragen behandelt werden dürfen, die früher nicht mit Frauen besprochen werden konnten. Olympische Spiele der Gegenwart. Politisches Vorwort zur Wieler Woche. Unmittelbar nach dem großen internationalen Rendezbous im Taunus aus Anlaß der Gordon Bennett- Fahrt findet in Kiel ein großes Wassersportfest statt, von dem das Wort des Dichters gilt:„ Wer zählt die Völker, kennt die Namen, die gastlich hier zusammen kamen?" Diese Anziehungsfraft sportlicher Veranstaltungen beweist durch die Praxis mehr für die wachsende Bedeutung solcher modernen olympischen Spiele, als die Theoretiker dagegen zu sagen bermögen. Es ist freilich wahr, daß der Sport in jeder Form, wie er auch geübt werden mag, ebenso fanatische Gegner wie Anhänger hat. Sobald er zum Selbstzweck wird, ist er entschieden auch unsympathisch, denn der Kampfplatz für die moderne Welt ruht auf geistigem Gebiet und nicht auf matetiellem. Aber als Mittel zum Zweck sind sportliche Veranstaltungen jedenfalls wertvolle Faktoren der Volkserziehung. Wir glauben auch, daß kaum ein Sport soviel Sympathien genießt und verdient, wie der Ruder- und Segelsport. Der Rennbetrieb bei Rädern und Motorwagen erzieht deshalb so viele Gegner, weil er vielfach dem Publikum lästig und gefährlich wird, während der Wassersport alle diese SchattenSeiten nicht aufweist. Außerdem nimmt er in weit höherem Maße als die anderen Zweige die geistigen Fähigkeiten des Menschen und seine Persönlichkeit in Anspruch, und da er sich auf jener Straße betätigt, welche die Völker mit einander berbindet, so ist er mehr als jeder andere Sportszweig ein Mittel zur Annäherung der Nationen und zum Ausgleich der Verschiedenheiten unter den Völkern. Bei dem Automobilrennen im Taunus war es die Schönheit der Landschaft, die nicht weniger, wie das Rennen selbst, ihre Anziehungskraft ausübte. Bei der Kieler Woche ist es einzig und allein das Interesse an den gebotenen Leistungen, das die Zuschauer anlockt und ihr Interesse wachhält. Die große Regatta ist gewissermaßen ein Schattenspiel von jenem stillen, aber gewaltigen Ringen, das um die Herrschaft der See und um die Weltherrschaft stattfindet. Wenn es tatsächlich wahr ist, daß die Zukunft der Völker auf dem Wasser liegt, dann erfüllt die Kieler Regatta durch ihre erziehliche Be deutung für das wachsende Interesse an dem Meere und den Wasserfahrzeugen einen hohen nationalen Zweck, und der Siegerpreis ist mehr, als bei jeder anderen sportlichen Ver. anstaltung, tatsächlich eine Trophäe, die nicht dem einzelnen, sondern der Nation zufällt. Denn nur eine, für das See. wesen begeisterte nationale Gemeinschaft vermag auch die siegenden Kräfte bei diesem internationalen Kampf zu produ zieren. Angesichts dieser Sachlage kann man es begreifen, daß zwei Monarchen von großen Staaten mit gespanntester Auf. merksamkeit dem Wettkampf der Segeljachten in Kiel ent gegensehen, und es ist ganz gewiß kein Zufall, daß einer dieser hohen Gäste der Monarch eines seebeherrschenden Volkes und der andere der Monarch einer aufstrebenden jungen seemännischen Nation ist. In Kaiser Wilhelm und König Eduard repräsentieren sich gewissermaßen die welt. politischen Tendenzen unserer Zeit. Diese Tatsache gibt, auch wenn politische Fragen bei dieser Zusammenkunft nicht erörtert würden, wie es aber doch wohl der Fall sein dürfte, der Kieler Woche unverkennbar eine gewisse politische Bedeutung. Hatten die olympischen Spiele des Altertums eine merkliche nationale Wichtigkeit, so sind die modernen olympischen Spiele der Widerschein der ins Große aewachsenen internationalen intereffen. Vermischtes. [ Der Kaiser und die Norweger.] Eine reizende Szene, die Zeugnis davon ablegt, in welch hohem Maße sich der Deutsche Kaiser durch seine großartige Hilfeleistung bei dem Brande von Aalesund die Sympathien der Norweger errun. gen hat, spielte sich auf der Neede von Cuxhaven ab. Aus See nach Hamburg bestimmt, lief der norwegische Frachtdampfer Sigurd Jarl" in die Elbe ein. Als er weiterfahrend auf der Curhabener Neede die„ Hohenzollern" mit der Kaiserstandarte sichtete, setzte er sofort volle Flaggengala, und in diesem festlichen Schmuck passierte er dicht an der „ Hohenzollern" vorbei. Auch die Mannschaft des norwegischen Dampfers bewies durch Zurufen und Mützenschwenken beim Passieren der Hohenzollern" ihre Verehrung des Deutjchen Kaisers. [ 70 000 Rosen in Blüte] wird man auf der Rosenausstellung in Düsseldorf sehen, die am 25. d. Mts. im Gebäude ber dortigen Kunst- und Gartenbauausstellung eröffnet wird. Die Blüte hat schon seit einigen Tagen begonnen, hunderte Relche sind bereits erschlossen, aber was sich heute dem Auge bietet, ist nur ein kleines Vorspiel deffen. was ibm die Sonderausstellung selbst bevorsteht. Mit ihr läßt Düsseldorf selbst die Weltausstellungsstadt St. Louis hinter sich, Ipo ja eine ähnliche, aber nicht ganz so umfangreiche Veranstaltung stattfindet. [ Echt russisch.] Ein reizendes Idyll von einer russischen Eisenbahn ist in einer kleinen Notiz enthalten, die sich in russischen Blättern findet. Danach sollen nach Ausweis des russischen Verkehrsministeriums im vorigen Jahre auf der transkaukasischen Bahn nicht weniger als 35 264 blinde Vassagiere, d. h. Reisende ohne Fahrkarten, angehalten worden sein, die meisten davon auf der Sabunischinskier Zweigbahn, wo 19 681 solcher Fahrgäste betroffen wurden. [ Die gepfändeten Kanonen.] Tiefe Trauer und Niedergeschlagenheit herrschen in den Festräumen der Schüßengesellschaft zu Biedlach bei Gera. Die Kanonen der Gilde sind fort, aber nicht etwa von einem Dieb in der Nacht gestohlen das ließe sich noch verschmerzen- nein, bei hellichtem Tage fortgeschleppt und fortgeschleppt noch dazu bom Gerichtsvollzieher. Und das inmitten des Festjubels coram publico! Und auch das Trinkhorn der Gilde hat diese unerbittliche Schicksalsmacht, mit der nicht gut Kirschen effen ist, als gute Beute mitgenommen! Kanonen und Trinkhorn kommen nun unter den Hammer, und von dem Erlös wird der frühere Kanonier(!) der Gilde, ein Milchhändler, befriedigt werden, der bei einer Explosion des schüßengesellschaftlichen Pulverfasses seinerzeit schwer zu Schaden kam, aber mit seinen Entschädigungsansprüchen bei den Mitgliedern vergeblich anklopfte. Kunft und Wiffenfchaft. RB Ein japanisches Gelehrtengehirn. Kürzlich ist das Ge hirn des Professors Taguchi, eines berühmten japanischen Anatomen, auf Grund der leztwilligen Anordnung des Ver. storbenen untersucht worden. Es stellte sich heraus, daß sein Gehirn ein Gewicht besessen hat, wie es nicht nur unter den Japanern, sondern auch unter allen daraufhin untersuchten Gelehrten der Erde fast ohne Beispiel ist. Während die schwersten bisher bekannten japanischen Gehirne nur 1790 Gramm gewogen haben, wurde das des genannten japa nischen Gelehrten auf 1920 Gramm ermittelt. Es ist in der Liste hervorragender Männer aller Länder überhaupt nur ein Gehirn bekannt geworden, das ein noch schwereres Gewicht aufwies. Das Körpergewicht des Japaners betrug dabei nur 49 Kilogramm. Der Landwirt. rd Die Notwendigkeit eines vermehrten Obstbaues in Deutschland, auf die schon wiederholt von Fachleuten hingewiesen wurde, wird jetzt wieder in einem interessanten Auffaz des bekannten Dekonomierats Gark hervorgehoben. ,, Könnten die Amerikaner", so schreibt er, den Schönen von Bosfoop oder die Pariser Rambour-( deinade) Reinette in der Qualität herstellen wie wir, sie hätten längst einen Welthandelsartikel daraus gemacht. Bei uns fennt sie kaum jemand, obwohl wir gerade diese Früchte in hervorragender Schönheit und unerreichtem Wohlgeschmack erzeugen. Hätte man in Amerika einen dem norddeutschen Gravensteiner ebenbürtigen Apfel, man würde Flächen wie SchleswigHolstein und die beiden Mecklenburgs zusammen damit bepflanzt haben. So bauen wir aber Jahr um Jahr dasselbe Getreide und dieselben Kartoffeln weiter, und dabei geht das viele deutsche Geld für schlechte Aepfel ins Ausland, weil wir keine haben. Daß das auf die Dauer nicht so weiter gehen kann, haben viele verständige Landwirte eingesehen, sie lassen endlich den Obstbau zu seinem Recht kommen und sorgen für die Zukunft vor." Dasselbe Thema findet sich auch in den Arbeiten der Deutschen Landwirtschaftlichen Gesellschaft behandelt. Dort wird noch im einzelnen ausgeführt: ,, Weit mehr als durch die Zahl der Bäume zeichnen sich die amerikanischen Obstanlagen gegenüber den deutschen durch ihre Beschaffenheit aus. Bis auf eine Anzahl gutgepflegter einheitlicher Obſtanlagen an Chausseen und anderen öffentlichen Wegen finden wir in Deutschland nur sehr vereinzelt größere Bestände gut gepflegten Obstes. Meist sehen wir in den Gärten unserer Bauern eine Anzahl Bäume der 4 Hauptarten. Aepfel, Birnen, Pflaumen, Kirschen, und von jeder Art wieder verschiedene Sorten vertreten. Die Bäume sind häufig schlecht gepflegt. Moos und allerlei Flechten überziehen den Stamm: die wilden Triebe werden nur selten entfernt, und allerhand Insekten und pflanzliche Schmarotzer fönnen ungestört ihr vernichtendes Wert an Blättern und Blüten ausüben und jahrelang den Ertrag einzelner Bäume, ja ganzer Bestände in Frage stellen. Diese Schilderung trifft zwar nicht überall, aber doch in sehr vielen Fällen zu. Die Obsternte reicht gewöhnlich kaum für den Bedarf des Besitzers, und ist einmal zufällig eine der Obstarten gut geraten, so können für die geringere, zu Markte gebrachten Mengen, die womöglich noch mehrere Sorten enthalten, doch teine lohnenden Preise erzielt werden." Hierbei ist noch die meist schlechte Behandlung des geernteten Obstes vergessen worden, die eine längere Aufbewahrung in der Regel unmöglich macht. Statut betreffend die Bildung einer Deputation für das Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerk der Stadt Gießen. Auf Beschluß der Stadtverordneten- Versammlung bom 10. März 1904 und mit Genehmigung Großh. Ministeriums des Innern vom 9. Juni 1904 zu Nr. M. d. J. 178 90 wird nachstehendes Statut erlassen. § 1. Die Leitung des städtischen Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerks wird einer bleibenden Verwaltungsdeputation im Sinne des Artikel 52 und 53 der Städteordnung übertragen. Diese führt die Bezeichnung:„ Depu tation für das Gas, Wasser- und Elektrizitätswert" und besteht aus dem Bürgermeister als Vorsitzenden und 6 von der Stadtverordneten- Versammlung gewählten Mitgliedern. Die Wahl erfolgt auf drei Jahre und wird nach jeder Neuwahl oder regelmäßigen Ersatzwahl der Stadtverordneten- Versammlung erneuert. § 2. Die Deputation versammelt sich, so oft der Vorfizzende es für nötig erachtet oder zwei Mitglieder es beantragen. Die Einladung zu den Sizungen erfolgt schriftlich mit Angabe der Tagesordnung. Die Deputation ist beschlußfähig, wenn außer dem Vorsitzenden drei Mitglieder anwesend und alle vorschriftsmäßig geladen sind. Die Beschlüsse werden nach Stimmenmehrheit gefaßt; bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des Vorsitzenden. Zu den Sitzungen können der Direktor und der erste Buchhalter des Gas- und Wasserwerks, sowie der Betriebsleiter des Elektrizitätswerks mit beratender Stimme zugezogen werden. Ueber die Beschlüsse werden fortlaufend Protokolle| geführt und von den anwesenden Deputationsmitgliedern am Schluß jeder Sigung unterzeichnet. In eiligen Angelegenheiten fann schließlich abge= stimmt werden Die schriftliche Abstimmung ist im Protokoll der nächstfolgenden Sigung zu wahren. § 3. Die Deputation verwaltet das Gas-, Wasser und Elektrizitätswerk und leitet den Geschäftsbetrieb, soweit diese Bestimmungen feine Ausnahme enthalten, durchaus selbständig. Die Genehmigung der Stadtverordneten- Versammlung bedürfen: 1. Veränderungen in dem Bestand des Gas-, WasserJean Dern& Co. Giessen. Gegründet 1883. Inhaber: Oskar Gutmann. Bureau und Lager: Westanlage 31 Telephon 21. Gegründet 1883. Cementwaren- Fabrik und Lager: Frankfurterstr. 114, eign. Bahnanschl. Bau- und Kanalbau- Artikel. Trottoir-, Fussboden- und Wandplatten. Grösstes Lager am Platze in sämtlichen Bauartikel. Deutsche Kunst und Dekoration ift vertreten in meinem der neuzeit entsprechend komfortabel eingerichteten Ausstellungsräumen Komplette Muster- Zimmer aller Preislagen und jeder Stilart, mit allen Innen- Dekorationen, Lüftern, Kunftverglasungen ***** etc. ausgestattet.***** Besichtigung der Ausstellungsräume im Intereffe von Jedermann und ohne Kauf***** zwang erbeten.***** 100 Zimmer- Einrichtungen von den billigsten bis zu den feinsten. Jeder grossftädtischen Konkurrenz die Spitze bietend. Ch. Brück, möbelfabrik, Giessen. 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Sie ist berechtigt, im Rahmen des Voranschlags alle Arbeiten und Lieferungen, soweit es erforderlich erscheint, auch freihändig zu vergeben, und, vorbehaltlich der Vorschrift in§ 3 Abs. 2 3. 4, die näheren Bestimmungen über die Preise und Abgabe der Erzeugnisse und die Benugung der Einrichtungen der ihr unterstellten Werke zu treffen. Sie ist berechtigt die bei einzelnen Posten des Voranschlags vorgesehenen Beträge im Rahmen der im Ganzen bewilligten Summe zu überschreiten. Die Annahme und Entlassung des technischen und Bureaupersonals, soweit es nicht unter§ 3 Abs. 2 3. 5 fällt, erfolgt auf Beschluß der Deputation durch den Vorfitzenden. § 5. Dem Vorsitzenden der Deputation steht ein Disziplinarrecht über das gesammte Personal nach Maßgabe des Artikel 51 der Städteordnung zu. Urlaub erteilt der Vorsitzende, bei längerer als 14 tägiger Dauer die Deputation. § 6. Die Rechnungen sind nach den Anordnungen der Deputation in Uebereinstimmung mit den Vorschriften über die Gemeinderechnung zu führen und zwar die des Gas- und Wasserwerks durch den ersten Buchhalter, die des Elektrizitätswerks durch die Stadtkasse in besonderer Rechnung. Mit Genehmigung der StadtverordnetenVersammlung fann die Kasse des Elektrizitätswerks mit der des Gas- und Wasserwerks vereinigt werden. § 7. Das Statut, die Verwaltung des städtischen Gasund Wasserwerks Gießen betreffend, vom 26. Oftober 1888 wird aufgehoben. Gießen, den 23. Juni 1904. Großh Bürgermeisterei Gießen. Mecum, Oberbürgermeister. Betr.: Die Besehung einer Schreibgehilfenstelle bei Großh. Polizeimt Gießen. Bekanntmachung. Bei der unterzeichneten Behörde ist die Stelle eines Schreibgehilfen alsbald zu besetzen. Geeignete Bewerber wollen sich binnen 8 Tagen unter Angabe ihrer Gehaltsansprüche schriftlich melden. Gießen, den 23. Juni 1904. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Herberg. Edgar Borrmann, Giessen. 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Etwas wie Sonnenschein gleitet über die verwitterten Der Gastwirt Schneider hatte sich, nachdem sein Haus- Züge der Alten; für alle Liebe und Aufopferung, die sie gistratssigung gehen." knecht mit dem Bescheid zurückgekehrt war, es öffnete ihm während ihrer ganzen Ehe geübt hat, fühlt sie sich in diesem niemand auf sein Klopfen, selbst auf den Weg gemacht, um Augenblick belohnt. die ihm nötige Fußbekleidung zu holen. Allmählich ermunterte sich der Langschläfer.„ Ja, warum hat mich denn Mutter nicht geweckt?" wollte er gerade sagen, da fiel sein Blick auf das unberührt gebliebene Bett seiner besseren Hälfte. In seinem wüsten Kopf dämmerte das Bewußtsein von deren Abwesenheit auf. Wenn er sonst aufstand, hatte seine Frau den Kaffee auf den Tisch gestellt. Nur Geduld, warum sollte er das Kunststück, Feuer zu machen, nicht auch fertig bringen. So leicht wurde ihm dies denn doch nicht, und als der alte Mann es nach vielen vergeblichen Bemühungen im Herd knistern und prasseln hörte, befand er sich in der denkbar schlechtesten Laune. Im Zimmer sah es auch recht unordentlich aus; er hätte es gar nicht für möglich gehalten, daß ein solcher Anblick so unangenehm sein konnte. Als am Nachmittag Meister Wolfram verdrossen bei seiner Arbeit saß, trat ein junges Mädchen zu ihm in die Stube. Ob denn ihre Stiefel noch nicht fertig seien, fragte sie. Das hatte er total vergessen, sonst erinnerte ihn stets seine Frau an so etwas. Dann geben Sie mir nur meine Stiefel wieder, wie sie sind," meinte die Jungfrau, suchte sich ihr Eigentum aus einem Haufen reparaturbedürftiger Stiefel heraus und ging davon. Gleich darauf konnte der Meister sie im Laden seines Konkurrenten verschwinden sehen. Die Kundin war er für immer los. Erst ärgerte sich der Schuster ein Weilchen, dann gewann ein unendlich wehleidiges Gefühl die Oberherrschaft über ihn. So sehr er sich auch gegen diese Erkenntnis sträubte, es war jämmerliche Bangigkeit nach seiner treuen Hanne, was ihn so traurig stimmte. Ihm war zu Mute wie jemand, der einen Arm oder Fuß verloren hat und sich nun ohne dieses Glied, dessen Besitz er bisher als etwas Selbstverständliches angesehen, nicht mehr in der Welt fortzuhelfen weiß. Kaleidoskopartig zogen die letzten 35 Jahre seines Lebens an ihm vorüber. Er sah sich wieder mit seiner Lebensgefährtin als junger Ehemann in sein Haus einziehen, dann kamen andere Bilder, Freud und Leid in mannigfacher Abwechselung, und zuletzt die furchtbarste Stunde seines Lebens, wo er hinter dem Sarge des dritten seiner hoffnungsvollen Söhne hergehen mußte. Da war es wieder ihn immer wieder zu trösten suchte:„ Vater, besser so, als seine Frau gewesen, die, den eigenen Schmerz bekämpfend, ob es Vagabunden geworden wären." Hatte er nicht auch den behaglichen Wohlstand zur Hälfte der Sparsamkeit und dem Ordnungssinn seiner Frau zu danken? Am nächsten Morgen suchte Meister Wolfram den einAbends fühlte er keine Sehnsucht, in die Kneipe zu gehen. zigen Gärtner des Städtchens auf, von dem er wußte, daß er in seinem Treibhaus stets einige blühende Pflanzen vorrätig hielt. Er erſtand irgend einen Blumentopf und trug ihn wie einen kostbaren Schatz nach Hause. Dann setzte er sich auf seinen Schemel und arbeitete fleißig drauf los; nur ab und zu glitt sein Blick verstohlen nach der Uhr. Jetzt sechs harte Schläge der Schwarzwälderin. Der alte Mann öffnet das Fenster und horcht hinaus. Ein durchdringender Pfiff vom Bahnhof her, dann ein allmählich verhallendes Rollen. Ruhig schließt der Meister das Fenster, ſtellt den Blumentopf auf den Tisch, setzt sich hin und wartet. Nicht lange darauf tut sich die Tür auf:„ Guten Abend, Vater," sagt eine bekannte Stimme. Guten Abend, Mutter! Gut, daß du wieder da bist," erwiderte der Alte. " Ich soll auch schön grüßen von den Kindern," fährt die Frau fort, es ist alles gesund, und im Auguft werden sie uns besuchen. Sie wollten mich durchaus nicht fortlassen, aber ich hatte keine Ruhe; mir war gestern, als riefst du mich, und dann dachte ich, die Pauline hat ihren Mann und ihre Kinder, aber du hast niemand, als mich." Aber die schöne Blume," unterbrach sie sich, die ist doch nicht etwa für mich? Und woher wußtest du denn, daß ich heut' schon kommen würde?" Ein Ausdruck hilfloser Verlegenheit erschien auf dem Gesicht des Mannes. Nun ja, Mutter, ich dachte, weil du AUS FERNEN ZONEN Brauffang in Lappland. In Lappland wird kein Verbrecher, außer einem Mörder, so hart bestraft, wie ein Mann, der ein Mädchen gegen den Willen seiner Eltern heiratet. Es kommt aber niemals vor, daß ein junges Mädchen gezwungen wird, einen Mann zu heiraten, der ihr nicht gefällt. Ist ein Bewerber zu den Eltern des Mädchens gekommen, der ihnen gefällt, so sprechen sie:„ Wenn der Mann auch unserer Tochter gefällt, wollen wir ihn zum Schwiegersohn annehmen. Es werde entschieden, wie an dem Tage, wie Lulea vom Tal sich im Laufe umwandte und das Haupt vor Lapp- Alten beugte." Alsdann wird dem Mädchen gesagt, daß ein Freier um sie wirbt. Bisweilen kennt sie ihn, oft ist er ihr gänzlich fremd. Es wird nun ein Gastmahl veranstaltet, bei dem die jungen Leute einander gegenüber siten und sich mit einander unterhalten dürfen. Nach der Mahlzeil begeben sich alle auf einen freien Platz, wo die Jagd auf die Braut stattfindet. Es wird eine Entfernung von etwa tausend Meter für den Wettlauf abgesteckt, und man gibt dem Mädchen einen Vorsprung von etwa dreihundert Metern. So ist es ihr, falls es nicht ungewöhnlich schlecht zu Fuß sein sollte, recht gut möglich, jedem Bewerber, der ihr nicht gefällt, davon zu laufen; denn wenn es das Ziel vor ihm erreicht, bleibt es frei, und der Bewerber darf das Mädchen nie wieder belästigen. Hat der junge Mann ihr aber gefallen, oder ist er wohl schon seit langem ihr guter Freund, so braucht sie sich beim Laufen nicht anzustrengen und wird schnell genug von ihrem Liebhaber eingeholt. Bunte Blätter. Die kältesten und die heißesten Quellen finden sich sehr ungleich As die kälteste Quelle ist wohl ein auf dem Erdkreise verteilt. Wasser anzusehen, das unter 73% Grad nördlicher Breite im Taimurlande entspringt, bei welchem der Reisende Middendorf Ende Juni nur 0,8 Grad Celsius fand. Obgleich dies Wasser/ 10 Grad unter Null abgekühlt war, ſah er in demselben dennoch die sogenannte Blasenschnecke munter herumkriechen. In einer irländischen warmen Quelle von 43 Grad Celsius fand Sternſtrug merkwürdigerweise auch lebende Schnecken, die zur Gattung der Lungenſchnecken gehören, fröhlich gedeihen. Die heißesten Quellen hat Japan aufzu weisen, da die dort bei Uryno entströmenden Wasser 100 Grad Celſius, also die Siedhiße erreichen; die Temperatur des Strokke auf Irland liegt etwas niedriger. Die heißeste Quelle in Deutschland ist die Schwefeltherme von Burtscheid, welche 77 Grad Celsius hat. Uebrigens kommen auch auf Neuseeland heiße Quellen vor, deren Heilkraft bei rheumatischen Leiden und Keuchhusten von den Eingeborenen ſeit undenklicher Zeit ausgenutzt wird. Ein eigentümliches Exerzierreglement. Henri Moser, der be kannte Schweizer Reisende, der sich wiederholt längere Zeit in Buchara aufhielt, gibt in seinem Buche: A travers l'Asie centrale" folgendes lustige Geschichtchen zum besten: Jm buchariotischen figurierte ein sehr gelungenes Manöver: auf ein Trompetersignal sette sich die Truppe im Laufſchritt in Bewegung; auf ein zweites Signal hin warf sich die Mannschaft zur Erde nieder, legte sich auf den Rücken und fing an aus Leibeskräften in die Luft emporzustrampeln Ich konnte mir den Zweck dieses sehr erheiternd wirkenden Manövera nicht recht zurechtlegen, bis mir später ein russischer Offizier, welcher der Eroberung Samarkands beigewohnt hatte, eine glaubwürdige Erklärung gab. Die Russen mußten nämlich den Sarafschan, an dessen anderem Ende buchariotische Truppen standen, durchwaten: drüben angekommen beeilten sich die Russen zuerst, das Wasser aus ihren großen Schuhen herauszubekommen, indem sie sich auf der Rücker legten und die Beine gen Himmel streckten. Dann griffen sie die Feinde an und schlugen sie gründlich. Die Bucharioter glaubten nun, dieses Beinestrampeln sei schuld am Siege der Russen gewesen, und führten darum dieses nüßliche Manöver schleunigſt in ihrer Armee ein. J.J Nr. 142 Samstag, den 25. Junt. 1904. Oberbessische Familienzeitung Tägliche Unterhaltungs- Beilage der Gießener Neueste Nachrichten. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1783); verantwortlich: Albin Klein. (( 9. Fortjehung.), Die Adjaren. Originalroman von Arthur Gundaccarv. Suttner. Wieder gab er sich so unwillkürlich einer kurzen Träumerei hin, als ein Geräusch an seine Ohren schlug. Rasch war er ernüchtert, und sein erster Blid fiel auf das Haus, aus dessen Richtung das Knarren gekommen war. Er bemerkte sogleich, daß in oberen Stockverfe ein Fenster geöffnet worden war, und es dauerte nicht lange, so wurden die Umrisse einer Gestalt in der Deffnung sichtbar. Leise spannte der Mann den Hahn seiner Flinte und hielt die Waffe schußfertig vor sich hin: suchte der Belagerte zu entfliehen, so hatte er ohne Zweifel das Recht, seinen Schuß auf ihn abzugeben. Vorläufig blieb die Gestalt ruhig am Fenster stehen und schien zu überlegen, wie die Sache anzustellen sei, während der Wächter unverrückt die Stelle fixierte, wo zu erwarten stand, daß man in wenigen Minuten den entscheidenden Shritt unternehmen werde. So geschah es auch: Elisba hatte mit einer raschen Benregung die Beine über die Brüstung geschlagen; jetzt ließ er sich sachte ein Stück herunter und blieb eine Sekunde lang am Fensterrahmen hängen, um dann langsam an einem Seil herabzuklettern ein Schuß hallte durch die Nacht und er stürzte schroer ins Gebüsch, das unten das Haus umfäumte. Der Wächter rief durch einen Pfiff seine Kameraden herbei, die übrigens schon auf den Schuß herangeeilt kamen, und er schrie ihnen zu, daß der Flüchtling erschossen im Buschwerk liege. Unterdessen öffnete sich an der freigewordenen Hinterseite des Hauses geräuschlos eine Tür, eine Gestalt schlüpfte heraus und suchte in großen Sprüngen das Weite, während die Wächter den Leichnam aus dem Gebüsch zerrten und zu spät entdeckten, daß sie da einen Pack Stroh und Tücher erbeutet hatten, den man in Kleider gesteckt hatte, um ihm das Aussehen eines Menschen zu geben. Der Führer stieß eine wütende Verwünschung aus; ihm war es auf der Stelle klar, daß man die ganze Sache nicht zum Zeitvertreib in Szene gesetzt hatte; dieser Moment war offenbar vom Belagerten benüßt worden, um sich in SicherDie Leute verteilten sich wohl schnell heit zu bringen. und durchstreiften das umliegende Dickicht, aber vom Gesuchten war keine Spur zu finden, und so blieb denn nichts anderes übrig, als sich nach der Station zu begeben, um zu melden: der Mörder hat sich der Gerechtigkeit durch die Flucht entzogen. Noch vor Tagesanbruch pochte Jordane an Elisbas Haus, nachdem er sich überzeugt, daß der Feind den Platz geräumt hatte. Bessarion fragte, wer draußen sei. Ich, Jordane," war die Antwort. Schnell, sag' der Herrin, sie möge sich sogleich zur Reise rüsten; der Büffelfarren steht bereit; wir wollen alles aufpacken, was für ihre Person von Wert ist. Die übrigen Karren werden in einer Stunde hier sein, und auf diese bringst du den Rest der Sachen; wenn die Henkersknechte kommen, sollen sie das Nest bis auf die Mauern leer finden." Jordanes Anweisungen wurden auf der Stelle befolgt. Alles, was sich an Geld, Schmuck und sonstigen Kostbar. ( Nachdruck verboten.!" feiten vorfand, wurde eiligst in Truhen geworfen und auf den Karren gebracht, dann bestieg Efa ihr Pferd, um unter des Pächters und mehrerer Diener Geleite den Marsch anzutreten. Drei Stunden später folgten ihnen noch mehrere hochbeladene Karren, und hierauf ward alles still um das Haus. Djambet war, sobald er dem fliehenden Freunde die Hand gedrückt, nach Hause gesprengt, um nur ein paar Stunden zu rasten und dann seine Barke zu besteigen. In Batum angekommen, war sein erster Wag zu Artschil, den er noch anzutreffen hoffte, bevor er sich in sein Amt begab. Der Oheim schüttelte bedenklich den Kopf, nachdem ihm Djambek den ganzen Vorfall mit Ausnahme der Flucht mitgeteilt hatte. Da hat sich Elisba eine schlimme Geschichte auf den Hals geladen. Geh du nur schnell zu Jussuf- Effendi, um ihm Elisbas Angelegenheit zu übertragen. Der Mann ist ein schlauer Armenier, der schon manchen verzweifelten Prozez gewonnen hat; vielleicht gelingt es ihm auch diesmal, seinen Schüßling aus der Schlinge zu ziehen. Vergiß aber nicht, daß der gute Jussuf wie ein Seelenverkäufer auf das Geld geht; willst du ihn dir gewogen machen, so heißt es, ihm vor jeder weiteren Anrede eine Rolle in die Hand drücken." Diambek begab sich nun zu dem Geschäftsmann, der seine Gelder verwaltete, um sich dort mit dem Nötigen zu versehen, dann eilte er nach der Wohnung des Rechtsanwalts. Der Mahnung Artschils eingedenk legte er bei seinem Eintritt mit Ostentation eine Rolle auf ein Nebentischchen, und die Wirkung war in der Tat eine augenblickliche. Jussuf- Effendi, der ihn im ersten Augenblick mißtrauisch gemustert hatte, schnellte von seinem Stuhl empor und begrüßte den ihm völlig fremden Ankömmling, als wäre derselbe einer seiner ältesten Freunde. Ach, wie freue ich mich, dich zu sehen!" rief er grinsend. „ Du warst noch ein Knabe, als ich mit deinem guten Vater - du bist doch der Sohn- hmhm- Ja, der Sohn des Dimitri Taguiridze," kam ihm Djambek zu Hilfe, da er wußte, daß der Mann weder ihn noch den Vater je gesehen. " Freilich, der gute Zaguiridze! Ein ausgezeichneter Mann; er lebt doch in „ Er ist schon vor längerer Zeit gestorben." Ei, was du sagst! So ein vortrefflicher Mensch! Ja, siehst du, mein bester Dimitri ,, Djambek," verbesserte der andere. Djambek wollte ich sagen- Gott, ich bin oft so zerstreut! Also siehst du, mein teuerster Djambek, ich kenne so viele Menschen, daß ich nicht jedesmal gleich weiß, mit wem ich zu tun habe. Nun, es ist schön von dir, daß du dich wieder einmal blicken lässest. Ich vermute, daß du meiner bedarfst; sprich, ich stehe dir mit Vergnügen zu Diensten." Djambek stattete seinen Bericht ab, und der andere lieh ihm ein aufmerksames Gehör. Dann, nachdem der junge Mann geendet hatte, nahm Jussuf- Effendi einen Bogen er Wwe., Bahnhofft. eb. früher zu verm. C ör, Rochgas, ift per 1. Ge auſes, fünf Zimmer u Manfarden- Stod meine Den 5b1. Zimme äheres Wesfteingaffe it oder ohne Pension. 1. Zimmer zu vermiete Seltersweg 65, Giefe ng per sofort zu vermiete Beltersweg 7 ift mit oder oh nieten. bon 3-6 Uhr ftsstunden von straße 2, Zimmer Nr. weis Gießen. t. 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Richter die Sache auffassen würden, ob sie zur Ansicht zu befehren waren, daß der Kaimakam dem andern gegenüber als Amts- oder als Privatperson aufgetreten war, und ob Elisba nur Notwehr oder ein Attentat ausgeübt hatte. So," sagte er nach kurzer Berechnung, die Geschichte wird deinen Freunden, meine Kosten nicht eingerechnet, auf ungefähr zwanzigtausend Piaster zu stehen kommen." Wie?" fragte Djambek erstaunt.„ Ich verstehe nicht recht." Der andere drohte scherzend mit dem Finger: „ Du verstehst nicht recht? Es ist wohl Spaß, guter Djambek; du wirst so gut wie ich wissen, daß hier alles Geld kostet. Dein Nachbar hat den Kaimakam halb oder ganz erschlagen, nicht wahr? Das ist ein schweres Verbrechen, auf dem große Strafe steht, wenn nicht mildernde Umstände dabei in Rechnung gezogen werden. Nun weißt du ohne Zweifel sehr gut, daß die Menschen von Natur nicht milde gestimmt sind, daß man ihnen also künstlich nachhelfen muß und zu dieser Nachhilfe ist blankes Geld das sicherste Mittel. Wir haben sechs Richter, den Vorsitzenden mit eingerechnet; auf den Kopf zweitausend Piaster gerechnet, ist nicht einmal viel- macht zwölftausend; dann zwei Schreiber zu je fünfhundert, macht dreizehntausend; hierauf noch Cherif- Pascha, damit er ein gutes Wort einlege, nebst einigen fleinen Geschenken an untergeordnete Persönlichkeiten Genug," unterbrach Diambek unwillig.„ Auf Beſtechungen lasse ich mich nicht ein. Sag einfach: was be gehrst du für deine Mühe?" " ,, Das läßt sich heute noch nicht genau bestimmen; annähernd könnte ich dir vielleicht die Summe nennen." Er machte wieder einige hastige Notizen auf Papier und sagte dann:„ Etwas wie fünfzehntausend Piaster; wohlgemerkt aber: unter solchen Umständen könnte ich durchaus nicht für einen Erfolg gutstehen." Djambek zuckte die Achsel: ,, Dann wollen wir lieber die Sache gut sein lassen." „ Wie es beliebt," versezte der andere kühl. Wenn deinem Freunde sein Hals nicht mehr als fünfunddreißigtausend Piaster wert ist, kann es mir auch recht sein." Djambek ließ die Anzahlung liegen und ging seiner Wege. Ein Gefühl großer Erbitterung und Entrüstung stieg in seinem Herzen auf: „ So also wird Gerechtigkeit geübt!" murmelte er zornig vor sich hin. Solche Leute wagen es, sich über uns zu Gericht zu segen und über Leben und Tod zu urteilen und solchen erbärmlichen Wichten sollen wir die gehorsamen, ergebenen Knechte abgeben! Schande über diese Wirtschaft, Schande über diese Gesellschaft, wo jeder einzelne verdiente, am Galgen zu baumeln!" Es kochte noch in ihm, als er wieder in Artschils Gemach trat. Ich will von Jussuf nichts wissen," sagte er barsch, ,, weder von ihm, noch von seinen Gerichten! Dort, wo die Leute sich dafür zahlen lassen, daß sie Recht sprechen, dort fann man sicherlich keine Gerechtigkeit finden." Der andere blickte betroffen empor: Ich verstehe zwar, worauf du anspielst, aber es scheint mir doch, als hätte Jussuf die Sache übertrieben. Auch mein Amt ist es, Recht zu sprechen, niemand wird mir jedoch nachsagen können, daß ich mich je durch ein Geschenk bestimmen ließ, gegen meine Ueberzeugung zu handeln." Von dir spreche ich auch nicht. Du gehörst von Geburt aus nicht zu jenen Schurken, in deinen Adern fließt georgisches Blut." ,, und gleich mir gibt es noch andere hier, die das Rechte bom Unrechten zu unterscheiden wissen; freilich nicht viele," fügte er bedauernd hinzu, aber doch genug, um uns Hoffnung zu geben, daß Elisba nicht verraten und verkauft werde." ,, Dann hat mich jener Rechtsverdreher schändlich belogen." Bum Teil vielleicht. Wie viel hat er begehrt?" Djambet nannte die Summe. ,, Da hätte er allerdings den Löwenanteil für sich genommen. Wir müssen also anderswo Hilfe schaffen. Als du gegangen warst, fiel mir ein junger Mann ein, welcher erst seit furzer Zeit aus Trapezunt hierher gekommen ist; er scheint Verstand und Herz zu besigen; wir wollen es also mit ihm versuchen." Beide machten sich auf den Weg, und nach kurzer Besprechung erklärte sich der Anwalt bereit, die Angelegenheit in die Hand zu nehmen. Djambek konnte demzufolge mit etwas ruhigerem Herzen den Heimweg antreten. Ali- Beg lebte, und es war Hoffnung vorhanden, daß seine Djambek erfuhr durch seinen Diener, daß auch Eka in Sicherheit gebracht worden war und daß man alles Wertvolle, was sich im Hause vorgefunden, weggeschleppt hatte. Auch das beruhigte ihn in bedeutendem Maße. Jezt konnten sie Elisba für vogelfrei erklären und seinen Besitz auf einige Zeit mit Beschlag belegen, wenigstens war seine bewegliche Habe vor Diebstahl gesichert, denn gewiß hätten die behördlichen Verwalter nicht lange gezögert, eine gehörige Plünderung vorzunehmen und alles, was ihnen behagte, als gute Beute zu erklären. Er begab sich gegen Abend in die Umgebung des Hauses und begegnete einer Abteilung Soldaten, welche auf Befehl des Mudirs kamen, um das Haus zu beseßen. ,, Gut, daß Eka nicht mehr anwesend ist," sagte er für sich. " Es ist mehr als wahrscheinlich, daß man sie an Elisbas Stelle festgenommen hätte." Wenige Tage später durchlief das Gerücht die Gegend, daß die Regierung einen Preis auf Elisbas Habhaftwerdung geſetzt habe. Diese Nachricht war bedenklich, und Diambek begab sich noch einmal nach Batum, um mit Artschil und dem Anwalt Rücksprache zu nehmen. Beide stimmten darin überein, daß Elisba unrecht gehabt hatte, sich der persönlichen Verantwortung durch die Flucht zu entziehen. Freilich wäre er ohne Umstände eingekerfert worden, aber jetzt hatten die Gegner freies Spiel und konnten die Sache nach ihrem Belieben darstellen, da niemand gegenwärtig war, der zu des anderen Gunsten Bericht erstattet hätte. Der Abwesende hat immer unrecht, das ist ein alter, wahrer Spruch," sagte Artschil, und der Anwalt teilte Djambef mit, daß das Ganze sehr zu Elisbas Nachteil entſtellt worden sei; so hatte man beispielsweise den Kaimakam, der sich auf dem Weg der Besserung befand, vernommen, und dieser behauptete, daß der Attentäter ihn ohne besonderen Grund überfallen habe, nur auf die einfache Erk irung hin, daß er, Ali- Beg, nicht zugeben könne, den Staat geschädigt zu sehen. Ferner hatten auch die Wachleute ausgesagt, daß sie an ihrem Leben bedroht worden seien, und sie bezeichneten den Bächter als einen der Haupträdelsführer, so daß heute beschlossen worden war, denselben gefänglich einzuziehen. Schließlich erfuhr Djambek noch, daß man auch die Absicht hatte, Elisbas Gut mit Beschlag zu belegen- kurz, die Dinge konnten nicht schlechter stehen, als es in diesem Augenblick der Fall war. Da hieß es denn doch, der Freundespflicht nachkommen und einen letzten Versuch machen. Djambek versprach sich zwar keinen besonderen Erfolg davon, aber er wollte sich nicht dem Vorwurf aussehen, etwas im Interesse des Freun des vernachlässigt zu haben. Er begab sich mithin zum Wohnhause Cherif- Paschas. In früheren Zeiten, als das gastliche Haus aller Welt offen gestanden, hatte er gleich jedem anderen freien Zutritt gehabt. Er bedeutete daher auch diesmal dem Diener, daß eine Anmeldung überflüssig sei, da er fürchtete, der Gouberneur würde ihn auf eine mehr oder minder schroffe Art abweisen lassen. Es berührte ihn deshalb schon unangenehm, als ihm der Mann erwiderte, daß er strengen Befehl habe, erst seinem Herrn zu berichten, wer ihn zu sprechen wünsche. Da hieß es sich fügen und abwarten, was der Pascha entscheiden würde. Die Antwort war, wie Diambek gefürchtet: der Herr war mit Arbeiten überhäuft und konnte keine Minute erübrigen. Was war zu tun? Djambek überlegte einen Augenblick, dann zog er ein Goldstück aus der Tasche: Trifft man deinen Herrn noch auf seinem gewohnten Abendspaziergang?" fragte er leise. Der Diener nickte: Wenn Ihr Euch heute nach Sonnenuntergang vor der östlichen Gartentüre einstellen wollt, so werdet Ihr dieselbe aufgeschlossen finden." Diese Nachricht trug dem Vermittler ein zweites Goldstück ein, und Diambek verließ das Haus. ( Fortsetzung folgt.); h Was Freunde für uns tun, ist auch ein Erlebtes, denn es fördert unsere Persönlichkeit. Was Feinde gegen uns unternehmen, erleben wir nicht, wir erfahren's nur, lehnen's ab und schüken uns dagegen, wie gegen Frost, Sturm, Regen und Schlossenwetter oder sonst äußere Uebel. Nellys Geheimnis. Humoreska von A. v. Plankenberg. (( Schluß.) ( Nachdruck verboten.)) Herr Otto Klug, Journalist aus Wien, der eben erst mit dem Schnellzug aus Wien in Aussee angekommen war, ließ sich bei dem Parfürmeriefabrikanten Herrn William Patterson melden. Ich komme im Auftrage Ihres Buchhalters, des Herrn Edmund Klar, der seinen Posten keinen Moment lang verlassen kann. Wollen Sie die Güte haben, dies zu lesen: Damit überreichte er ein geschlossenes Schreiben. Herr Patterson öffnete und las: ,, Die betreffende Angelegenheit ist im besten Gange und verspricht einen ungeheuren Erfolg. Ihre persönliche Anwesenheit jedoch dringend nötig; ersuche daher um Ihre Rückkehr mit möglichster Beschleunigung; das erhoffte Herbstgeschäft dürfte noch ein Sommergeschäft werden, Dank der Mithilfe des Ueberbringers dieser Zeilen." Herr Patterson sah erstaunt auf Otto. Wie soll ich das verstehen, Herr Klug? Sind Sie-?" Was ich dem Namen nach verspreche, zu dienen, mein Herr. Sie haben jedoch, um hieraus den entsprechenden Nuzen zu ziehen, keine Minute zu verlieren." Wenige Stunden später dampften Vater und Tochter in Begleitung des Journalisten nach Wien zurück. Gesprochen wurde kaum ein Wort; Otto genügte es, die in der Tat reizenben Züge seiner Nachbarin zu betrachten. Am Bahnhof wurden sie von Edmund und einem schmucken Jäger- Oberleutnant empfangen. Ich habe soeben meine Versegungsordre nach Innsbruck erhalten," sagte dieser, sich vor den Ankommenden verbeugend. Macht nichts," sagte Otto und bedeutete dem ihm nicht mehr fremden Offizier, Nelly ohne weiteres den Arm zu bieten, um sie nach dem vorfahrenden Fiaker zu führen. Dann vandte er sich nach dem ganz verblüfft dastehenden Vater. „ Kein Widerspruch, Herr, gehört alles zum Gelingen des Beschäftes. Ich fahre jetzt nur eilends nach der Druckerei; erwarten Sie mich gefälligst in einer halben Stunde in Ihrer Wohnung." Genau dreißig Minuten später hielt Herr Patterson in Gegenwart Edmunds eine noch vom Druck feuchte Zeitung in Händen. Sofort fiel ihm die fettgedruckte Aufschrift einer Ankündigung in die Augen. Diese lautete: Nellys Geheimnis. Viele tausende fragten diesem bereits mit größter Spannung nach. Jede Dame wünschte das Geheimnis des unwiderstehlichen Liebreizes, der Schönheit Fräulein Nellys zu ergründen. Es soll, dank der Großmut seiner Besizerin, der wißbegierigen Welt nicht länger vorenthalten bleiben. Man frage unter obiger Bezeichnung in dem Detailgeschäfte der renommierten FaBriksfirma Patterson nach dem bisher ausschließlich dem Gebrauche der Monopolinhaberin angehörigen Schönheitsmittel und wir werden binnen kurzem in unserer schönen Baterstadt, die so viel hübsche Frauen und Mädchen hat, nur mehr auserlesenen, vollkommenen Schönheiten begegnen. Herr!" schrie Mr. Patterson. Sie haben meine Tochter bloßgestellt!" Otto winkte in unerschütterlicher Ruhe aus dem Nebenzimmer den Oberleutnant herbei. ,, Richtig, mein Herr, gehört aber zum Geschäft. Sie müssen allerdings Ihr Fräulein Tochter rasch sozusagen reha bilitieren, der Stadt, den Blicken unverschämter Gaffer entziehen. Hier steht ein Mann, der sich gerne dieser Aufgabe interziehen will, natürlich mit Einwilligung von seiten Fräulein Nellys, was doch das Wichtigste dabei ist. Hören Sie draußen läuten? Die Kundinnen beginnen bereits Ihre Geschäftsniederlage zu stürmen. Edmund, rasch an deine Bücher! Du wirst ohnehin Hilfskräfte brauchen. Eilen Sie, das junge Paar hier zu verloben, Herr, und dann in die Fabrik! Sie werden mit doppeltem Dampf arbeiten müssen. Vorderhand genügt es unter dem gewissen Schlagwort, alle abgelegenen, nicht recht gangbaren Artikel an den Mann, das heißt an die Frau zu bringen. Ich gratuliere zur künftigen Million!" Und zu Edmund gewendet, meinte er:„ Und dir zur Kompagnieschaft mit William Patterson." Herr Patterson fand jezt erst Worte. Sie also waren der feurige Verehrer der in meiner Tochter Cornelie vereinigten weiblichen Schönheit, die Desterreichs Presse mehrere Wochen hindurch in abwechslungsreicher Form beschäftigte?" Otto verbeugte sich tief. Zu dienen. Nicht etwa aus Liebe zu dieser anbetungswürdigen Dame, sondern aus Zärtlichkeit für meine Braut, einer allerliebsten kleinen Wienerin, der ich gerne die notwendige Heiratsausstattung binnen vier Wochen verschaffen wollte." Die beiden Alten. Skizze von A Ima Ludewig. ( Nachdruck verooren.) Bustend und schnaubend setzte sich der Zug in Bewegung. Ein älterer Mann sieht dem Enteilenden ein Weilchen nach, dann schreitet er hocherhobenen Hauptes dem nahen Städtchen zu. Es war das erstemal in seiner fünfunddreißigjährigen Ehe, daß seine Frau ihn auf einige Tage verließ. Es wäre ihr auch gar nicht eingefallen, zu reisen, wenn nicht bei der in der Residenz verheirateten Tochter ein kleiner Weltbürger einpassiert wäre und die Anwesenheit der Mutter dringend nötig erschien. Er konnte sich beinahe über seine Frau ärgern, sie hatte zum Abschied getan, als ob er ein Wickelkind wäre und ohne sie gar nicht fertig werden könne. Nun, er wollte ihr schon das Gegenteil beweisen. So ein bißchen Strohwitwer sein, dachte er sich sogar ganz schön, da schalt niemand, wenn er ein Stündchen später aus dem Wirtshaus nach Hause kam. Mittlerweile hatte der alte Mann seine Wohnung erreicht. Heinrich Wolfram, Schuhmachermeister, steht in verwitterter Schrift über der Haustür geschrieben. Die ausgetretene Schwelle des Häuschen hatten schon sein Vater und Großvater überschritten. Sie waren konservativer Gesinnung gewesen, die Wolframs; zäh am Hergebrachten hängend, hatte seit undenklichen Zeiten der älteste Sohn das Handwerk seines Vaters ergriffen. Er selbst besaß nur eine Tochter, drei Söhne hatte ihm der Würgeengel Diphtheritis in wenigen Tagen entrissen. Nachdem man ihn einmal würde zur letzten Ruhestätte hinausgetragen haben, hielt wohl kaum noch ein Schuster seinen Einzug in dem Häuschen, und das alte Schild und Gebäude fielen der Neuerungssucht der kommenden Generationen zum Opfer. In seiner Behausung angekommen, machte sich Meister Wolfram sogleich darüber, die bestellten Stiefel fertig zu machen. Wie lange doch solch ein Vormittag war, alles so totenstill; das war die ungewohnte Einsamkeit. Sonst kam seine Hanne alle Augenblicke zu ihm heran und erzählte ihm etwas Nichtssagendes, Neuigkeiten aus der Nachbarschaft, oder sprach mit ihm über ihre kleinen Wirtschaftssorgen. Morgen würde die Zeit schon schneller vergehen, da war ihm das Alleinsein nichts Neues mehr. Erst halb zwölf Uhr! Heute konnte man ja auch ein bißchen eher essen als gewöhnlich. Erbsen mit Bökelfleisch hatte Mutter gekocht, das würde munden. Merkwürdig, daß ihm sein Leibgericht doch nicht schmecken wollte. Seine Frau war wohl nun schon bei den Kindern, was die wohl heute speisen würden? Langsam schlichen die Nachmittagsstunden hin; endlich war der Abend da, er konnte seine Stammkneipe aufsuchen. In nicht ganz nüchternem Zustande kehrte er heim. Warum hatte denn Mutter nicht die kleine Lampe auf den Flur gestellt? Ach ja, richtig, die war ja verreist. Mühsam tastete er sich ins Haus und ins Bett. Am nächsten Morgen erwachte er über einem eigentümlichen Geräusch, Donnerte es? Merkwürdig, bei dieser Jahreszeit ein Gewitter. Dann vernahm er eine bekannte Stimme: inden und das geid rztliche Wissenschaft rztliche Stand nicht Um so notwendi ozialpolitischen Ge ierzu gibt es nur, n pirkfames Mittel: 8 Durchferung eines fajjenverwaltungen. reie Konkurrenz bei eltend. Die vielur ie ein Teil der Lai achteilig für die Ge einge Der Infolge der abm mmandos find zur frita zu erwarten. des arteitand nur als ann feinem Zweifel den Aerzteftan rch die Kaffenber merden, die ja Biderspruch stehen. toder Berjamml o mit der Ausru ntereffen bahl erledigt wurde B nun überhaupt etreten ware gun di en, werden standia mgehungsbem hren. 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