tr. 146. onnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., Haus gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen viertelfährt Mt. 1.50. ettebetlagen: Oberhoffifche Familienzeitung( täglich) aad die Gießener Geifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Freitag, den 24. Juni 1904. Gießener 13. Jahrgang. Insertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für ganz Obse heffen, die Kreise Weglar und Marburg 10 Pfg isnit 15 Bts. Reklamen die Petitzeile 30 reip. 40 Vig. Boftzeitungslifte No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen, Seltersweg 88. Fernsprechanschluß Nr. 362. Neueste Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Bezlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Regent oder König? CB Der streitbare Abgeordnete Memminger, der nach seinem heftigen Angriff gegen die Würzburger Frauen in der bayerischen Parlamentsgeschichte als eine besonders grantige" Bersönlichkeit verzeichnet werden dürfte, hat im Landtage den Antrag eingebracht, daß man schon jetzt der Regentschaft ein Ende mache, indem der unheilbar geisteskranke König Otto der Königswürde für verlustig erklärt werde, damit diese aus den Prinzregenten Luitpold übergehe. Der Zweck dieses Antrags ist außerordentlich klar. Es ist das mehr als eine Elifettefrage, weil durch eine derartige Maßnahme dem Brinzregenten eine größere Bewegungsfreiheit geschaffen werden soll. In Bayern gilt vielfach die irrtümliche Anschauung, daß während einer Regentschaft keinerlei Verfasjungsänderungen vorgenommen werden dürften. In dieser Hinsicht ist indes die Tätigkeit des Königlichen Stellvertreters leineswegs gehemmt. Es stehen ihm alle Rechte zu, die der Monarch selber haben würde. Wenn sich aber unter der Regentschaft des Prinzen Luitpold eine gewisse Zurückhaltung bemerkbar macht, so entspricht diese dem persönlichen Charafter des Prinzen und seiner großen Gewissenhaftigkeit. Aus diesem Anlaß werden auch die Hoffnungen auf Beseiligung des heutigen Zustandes nicht allzugroß sein dürfen, denn in eingeweihten Kreisen ist es nur zu genau bekannt, daß der Regent auch den Schatten des Verdachtes, als ob er für sich und sein Haus aus dem unglücklichen Zustande des Königs Vorteile ziehen will, ängstlich zu vermeiden sucht. 3war läßt sich nicht leugnen, daß der jetzige Zustand seine schweren Bedenken hat. Die Unheilbarkeit der Krankheit und die dauernde Unfähigkeit zu Dispositionen ist bei dem König Otto außer aller Frage. Trotzdem aber geschehen alle Afte in seinem Namen und sogar die Münzen müssen sein Bildnis tragen. Vielleicht spricht gerade das ästhetische Empfinden bei dem Anblick des Wappenbildes für das Verlangen, die Königswürde auch auf den tatsächlichen Inhaber der Macht zu übertragen, entschieden mit. Die bayerische Verfassung gibt indes hierüber keinerlei Anhaltspunkte. Aber nach der Ansicht bedeutender Rechtslehrer kann durch das geordnete Zujammenwirken aller gesetzgeberischer Faktoren diese Lücke ausgefüllt werden. Sie würde sich dann anpassen den preußischen Bestimmungen, wonach unheilbare Geisteskrankheit den Verlust der Erbfolge oder der Herrscherwürde zur Folge hat. Man kann es aber verstehen, daß die Fürstenhäuser selbst eine Scheu vor einer solchen Durchbrechung des Legitimitätsprinzips haben. Denn indem ein Ausschlußgrund für die Erlangung der Herrscherwürde besteht, ist zugleich eine Mitwirkung des Volkes bei der Regelung dieser Frage mit eingeschlossen und es kann unter Umständen sogar eine mißbräuchliche Anwendung solcher Bestimmungen befürchtet perden. Das dürfte wohl der tiefere Grund sein, weshalb in der bayerischen Verfassung alle Bestimmungen für den Fall einer unheilbaren Geistesfrankheit des Königs fehlen. Hierzu kommt noch, daß die Regelung solcher Fragen bedeutende Wellenschläge in der öffentlichen Meinung herborruft. Insbesondere unter dem bayerischen Volk, in dem die Königstreue und die Anhänglichkeit an die Person des Monarchen besonders groß ist. Das hat sich im Jahre 1886 gezeigt, als am 10. Juni eine Staatskommission dem König Budwig II. in Schloß Schwanstein die Mitteilung davon machte, daß sein Oheim, Prinz Luitpold zum Regenten ertannt worden sei. Damals stand unmittelbar eine Ergebung der oberbayerischen Bauernbevölkerung bevor, und als sich der König am 13. Juni im Starnberger See erhränkte, strömte das Landvolk in hellen Haufen nach München, um den König an seinen Verfolgern zu rächen; es hing mit zu großer Liebe an ihm, um an die Geistesumnachtung zu glauben. Und noch heute herrscht in weiten Kreisen der Landbevölkerung die Ueberzeugung, daß der unglückliche Mann durchaus nicht in dem Grade geistesfrank war, als es durch den objektiven Befund der Aerzte und auch die wahrhaft sinnlose Bracht- und Verschwendungssucht des Königs erwiesen ist. Alle diese Empfindungen sind noch immer rege und sprechen bei der Beurteilung der Regentschaftsfrage sehr lebhaft mit. Unter diesen Umständen dürfte es wohl am empfehlenswertesten sein, diese Frage nicht aufzurollen und eine Aenderung des heutigen Zustandes nur von dem natürlichen Verlauf der Dinge zu erwarten. Der Krieg in Oftafien. In Petersburg stoßen die Gerüchic, wonach die russische Operationsbasis Liautschang Montag nachmittag nach zweiLägigem Kampfe von den Japanerr bescht wurde, auf bölligen linglauben. Hingegen finden die Meldungen über eine neuerliche russische Niederlage unwei: Taiping eine vorLäufig noch mit Vorsicht aufzunehmende Bestätigung. Eine Schlacht zwischen Kaiping und Haitscheng foll in der Tat stattgefunden haben. Japanischerseits scheimen zur dritten, bei Zafuschan gelandeten Arinee gehörige Truppen unter General Nodzu engagiert gewesen zu sein; Weneral Kondrateivisch, der bisherige Stadtkommandant bon Niutichvang, fommansierte die Russen. Der„ Mail"-Korreponten in Niuffwong telegraphiert: Die russischen Inwen zählten ehva 8000 Mann und befanden sich ersichtlich air sem Marsche nach Siden, um Stackelbergs Rückzug zu decken. Hierbei soller sie auf der gegen Wafangon führenden Straße in ein von Bergen flankiertes Terrain geraten und dort unveruntet von den Japanern mit Artillerie attackiert worden sein, wodurch sie zum Rückzuge gezungen wurden. Die russischen Verluste sollen sich auf 1200 Mann belaufen. Generai Kondratowitsch benahni sa) mitzen im mörderischen Jeuer der japanischen Batterien auss faitblütigste und leitete den Rückmarsch zu den befestigten Bofitionen, was angeblich in bester Ordnung geschah. Die Verwundeten munden nach Niutschwang geschafft, wo sie gestern anzukommen begannen. Die Lage bei Port Arthur. Dem Reuterschen Bureau wird aus Liautschang vom 21. d. Nits. gemeldet: Nach glaubwürdigen Berichten gehen die Javaner bei Bort Arthur gegenwärtig nicht tätig vor. Die Russen sind augenscheinlich der Ziwersicht daß die Bejazung der Festung, soweit die Zebensmittelversorgung in Betracht fommt, standhalten kann. General Kuropatkin scheint überaff zugleich zu sein; er soll seit der Schlacht von Wafangou die ganze russische Front versönlich besichtigt haben. Die beiden iapanischen Armeen drogen, unterstützt durch eine nördlich stehende Streitmacht, ieden Augenblic ihre Vereinigung durchzuführen. Die japanischen Truppen am Golf von Liau. fung haben seit den 16. Juni unter starken Regenfällen zu leiden, welche die militärischen Magnahmen eriduceren. Die Politik. An einem Teile der Presse hat man sich dieser Lage darüber aufgehalten, daß die parlamentarischen Arbeiten, msbesondere auch die des Preußischen Abgeordnetenhauses durch die Reisen von Ministern in Mitleidenschaft gezogen worden seien. Im Abgeordnetenhanse selber hat sich der Minister des Innern Frhr. v. Hammerstein gegen diesen Borwurf verwahrt, indem er darauf hingewiesen hat, daß allerdings in seinem Namen um Verlegung der in sein Ressort schlagenden Angelegenheiten gebeten worden sei, aber nur insoweit, als dies ohne Schädigung der parlamentarischen Arbeiten geschehen könne. Die offiziöse Presse verteidigt nun heute weiter die Minister im allgemeinen und insbesondere auch den Reichskanzler gegen jenen Vorwurf. Es lasse sich wirklich keine übertriebene Reisewut der Minister feststellen. Der Reichskanzler selber sei z. B. seit Oftober nur einmal zwei oder drei Tage von Berlin fern gewesen, als er bem vom Mittelmeer zurückkehrenden Kaiser entgegengefahren sei. Man könne ihm also ehrlicher Weise nicht vorwerfen, daß er ,, im Umherreisen" regiert habe. Andererseits solle man froh sein, wenn die Minister nicht nur vom grünen Tische" aus regierten, sondern auf Reisen persönliche Fühlung mit Land und Leuten suchten. Schließlich solle man auch bedenken, daß auch Minister, wie andere Sterbliche einen Anspruch auf gelegentliche Erholung haben. Der Reichskanzler werde, wie heute schon festzustellen sei, seinen alljährlichen Sommerurlaub sehr bald nach der Kieler Zusammenkunft antreten. * Vom Aufstand in Südwestafrika wird gemeldet, daß die Herero von drei Seiten eingeschlossen seien. Mit dem generellen Angriff will General v. Trotha aber warten, bis dem Feinde auch der Rückzug nach Nordwesten ebenfalls verlegt ist. Zu dem Zwecke wird eine neue Etappenstraße nach Ontjo gebaut. In der bayerischen Kammer der Abgeordneten hatte kürzlich der Abgeordnete Dr. Heim sich in Angriffe gegen den früheren Minister Grafen Crailsheim gewendet, der nunmehr als Mitglied der Kammer der Reichsräte angehört. Infolgedessen hatte im Reichsrat der Ausschußreferent v. Auer öffentlich das Bedauern des Ausschusses festgestellt, daß der Präsident der Abgeordnetenkammer jenen Angriffen nicht entgegengetreten sei. In der gestrigen Sißung der Abgeordnetenkammer hat nun wie uns aus München telegraphiert wird dessen Präsident v. Orterer Gelegenheit, seinerseits diesen Vorwurf zurückzuweisen. Er meinte, er habe sich stets bemüht, die Ordnung aufrechtzuerhalten, sei aber weder in der Lage, noch gewillt, alle jemandem unanannehmen persönlichen Angriffe unmöglich zu machen. Wenn Dr. Heim weitergegangen sein sollte, als zulässig war, so erinnere er daran, daß in der fraglichen Sizung der zunächst berufene Verteidiger des Angegriffenen, nämlich der Kultusminister Dr. v. Wehner, anwesend gewesen sei. Dieser hätte gewiß ein Uebermaß von Angriffen zurückgewiesen. Er ( Orterer) sei nicht in der Lage, aus Ausführungen in der Reichsratskammer eine Ordre für seine Geschäftsordnung zu entnehmen; er habe sich stets bemüht, für den Bestand guter Beziehungen zwischen beiden Kammern zu sorgen; leider finke freilich seine Hoffnung in dieser Richtung mehr und mehr. Die Ausführungen wurden mit Unruhe entgegen. genommen. Kultusminister v. Wehner erklärt, er könne die Auffassung nicht teilen, daß er berufen glwesen wäre, sich des Grafen Crailsheim anzunehmen, wenn in den Aeußerungen des Abgeordneten Dr. Heim ein unberechtigter Angriff auf Graf Crailsheim zu finden gewesen wäre. Wenn er eingegriffen bätte, so bätte darin eine Kritik des Präst denten gelegen; dazu komme, daß Graf Crailsheim nicht zu seinem Ressort gehöre und für ihn nur eine Privatperson sei. Belgien. A Die Verhandlungen über die deutsch- belgischen Handelsberträge waren vor kurzem zu Ende geführt. Die paraphierten Verträge haben nun wie uns heute aus Brüssel telegraphisch gemeldet wird die förmliche Unterzeichnung seitens der beauftragten Unterhändler gefunden. Von bel gischer Seite waren dies der Minister der auswärtigen Angelegenheiten; von deutscher Seite unser dortiger Gesandte. frankreich. Während in der Millionenangelegenheit der Karthäuser der Gang der Verhandlungen vor der Untersuchungskommis sion fortschreitet, ist eine Entdeckung gemacht worden, die bei den republikanischen Franzosen stärkste Herzbeklemmun gen hervorruft. Man hat nach dem Tode des Generalsekre. tärs im Ministerium des Inneren, Demagny, die Wahrneh mung gemacht, daß die Monarchisten im Herzen der Regierungsgewalt ſizen. Demagny hinterließ ein Vermögen von mehr als 1 Million Francs, außerdem ein Diamanthalsband und Briefe des Herzogs von Orleans- angeblich aus jener Zeit, als der Prinz seine Strafe wegen der Uebertretung des Gefeßes über Prinzenverbannung verbüßte. Damals soll ihm Demagny große Erleichterungen verschafft haben. In Wirk lichkeit aber vermutet man in ihn einen Agenten der Legitimisten, der im Dreyfushandel für das rechtzeitige Verschwinden und Auftauchen von Personen und Akten sorgte und, da er als Vertrauter Waldeck- Rousseaus das Personal: defret des Ressorts unumschränkt beherrschte, auch die Besetzung der Aemter in monarchistischem Sinne bewirkte. Jedes Ressort, so heißt es, habe seinen Demagny. Inzwischen ist der publizistische Urheber des ganzen Millionengerüchts der Zeitungsbesitzer Besson aus Grenoble, verhört worden, ohne etwas Wesentliches auszusagen. Er gab lediglich an, daß er sein Material vor dem Schwurgericht veröffentlichen werde. Auf Provokationen und auf einen Appell an sein Ehrgefühl blieb er stumpf. Selbst die Nationalisten geben jetzt zu, daß sie dupiert worden sind. Russland. * Die Erregung der finnländischen Bevölkerung, die nach dem Tode Bobritoffs außerordentlich angeschwollen war, dauert nach den letzten Berichten aus Helsingfors weiter an. Die Bevölkerung der finnländischen Hauptstadt lebt in der täglichen Erwartung neuer kritischer Ereignisse. Die russische Verwaltung scheint ähnliche Empfindungen zu hegen, denn seit mehreren Tagen haben die Mannschaften des einzigen noch aus Finnländern bestehenden Regiments, die finnischen Gardejäger, Befehl, die Kaserne nicht zu verlassen. Die übrigen Regimenter sind schon seit einiger Zeit durch russische appen legt. 4 Preufsifcher Landtag. ( 18. Situng.) Herrenhaus. RK Berlin. 23. Junt. Die Sekundäcbahnvorlage wurde nach kurzer Debatte angenommen. Auf die Bitte um Anhalten der Schmellzüge in einer flcinen Station gibt Minister v. Budde die schöne alte Erklärung zum beften:„ Ein Schnellzug ist ein Zug, der Dai auf einer Station hält und auf den anderen nicht." Gesetz betreffend Verbesserung der Borflat in Havel, Spree. ind Ddergebiet und zur Verhütung von Hochwassergefahren wird einer Kommision von 15 Mitgliedern überwiejen. Nächste Situng morgen 2 Uhr. Nab und Fern. Das Goethedenkmal in Rom, bekanntlich ein Geschenl unseres Kaisers an die ewige Stadt, wurde gestern in der Billa Borghese feierlich enthüllt. Das von Professor Eberlein geschaffene Denkmal ist aus farrarischem Marmor hergestellt und hat eine Gesamthöhe von etwa 8 Metern. Die Gestalt des Dichters ist schreitend dargestellt. Die 3½ Meter große Sigur stebt auf einem forinthischen Säulentavitäl, das fich auf zwei Bruchstücken antiker Tempelarchitektur ausbaut ind über einem dreistufigen Fundament. An den beiden Ecken des Sockels sind aus altrömischen Fragmenten Eite für die Gruppen gebildet. Hier erscheint Mignon in griechischem Gewande init den alten Harfner zur Seite, dort Orestes, der, von den Furien gepeinigt, bei seiner Schwester Iphygenie Ruhe sucht. Die tiefer liegende Gruppe an der Rückfeite zeigt Faust, auf den Stufen sigend, brütend über cinem Folianten und gequält von Zweifeln, die ihm der nackt dargestellte Mephisto ins Ohr flüstert. Der Sieger im Gordon Bennett- Rennen schwer verunglückt. Der französische Rennfahrer Théry, der für die Fabrik Brasier den Gordon Bennett- Preis errang, ist auf der Rückreise nach Frankreich schwer verunglückt. In der Nähe von Kirchberg in Hunsrück stürzte er mit seinem Automobil in einen Chausseegraben und brach sich den Fuß. Er setzte die Reise mit der Eisenbahn fort. Der Kronprinz von Siam in Heidelberg. Der Kronbrina von Siam, der sich seit einiger Zeit studion holber in empfängt er nur ein for fein Saus aller Welt offen geftanden haben, und jetzt ftellt allerlei Vermutunaar besonders gute Freunde. Man Ian und behauptet, der Gru fei achte." er zu wenig ftreng auf die Einhaltung der mohammedanischen der, daß er von Stambul einen Verweis erhalten habe, weil hütete fich, das Gerücht widerlegen zu wollen. Der Diambet wußte fich die Sache anders zu deuten, aber er Der Freund منك Hoffen, tommen merde. пип Cherif- Pascha demmächst doch aur Einsicht hertrout machen das der Prante den Sommer nicht überBunehmen geblieben, und man mußte sich mit dem Gedanken die Diambet gewissenhaft gesorgt hatte, war das Leiden im traurigen Bustand zu finden. Trotz sorgfamer Pflege, für de in ihr neues Heim zurück, um jedoch den Gatten in einem war, hatte ihre Gefängnisstrafe abgebüßt, und sie fehrte wieAchmeds Schwester, die vom Raimatam verurteilt worden Der Dinge, die entschwunden. Weil es dir zeigt die Herrlichkeit Das jemals ward empfunden, Gebächtnis bringt bas grafite Leib, Conanotte hon anii meran Bwei Rendez- vous. habt, otejer hatte für Dergietajen teinen Sinn. uninn, wote er's nannie Stafie tam ihr dabei zu Silfe, und so lebte sie sich in den anderen beschäftigte und sich in ihrem Innern sein Bild War's ein Wunder, daß sie sich oft in Gedanken mit dem malte, als es in Wirklichkeit war? hre lebhafte ( Gedanken Freund feiinein, daß der nur für sie zu forgen begehrte, um feinen Freundschaft geben fann er ihr Freund, ein uneigennütziger anderen Lohn, als Seidelberg aufhält. scheint ein sehr Ternbegieriger junger Mann zu sein. Täglich besucht er industrielle Etablissements in Heidelberg, Friedrichsfeld, Mannheim und läßt sich über alles, was er dort sieht, genau unterrichten. * Streifunruhen in Nizza. Zwischen ausständigen Straßenbahnern und der Polizei kam es in Nizza zu schweren Zusammenstößen. Nach der Polizei wurde mit Steinen geworfen; es fielen mehrere Revolverschüsse, wodurch 15 Personen, unter ihnen 4 Polizisten, verwundet wurden. Mehrere der Verwundeten wurden ins Hospital geschafft. Ungeheure Erdrisse verursachen in dem Dorfe Baume ( Französischer Jura), wo sich umfangreiche Kohlengruben besinden, große Aufregung. 500 Familien schweben in Lebensgefahr, da viele Häuser Risse aufweisen und einzustürzen drohen; die gesamte Habe der Betreffenden ist verloren. Die Bevölkerung kampiert im Freien. A Gine Massenvergiftung durch Pilze, die unter dramatischen Umständen stattfand, wird aus Wien gemeldet. m Dornbacher Walde wurden vier Knaben, die einen Ausflug gemacht hatten, unter schweren Vergiftungserscheinungen aufgefunden. Sie hatten Pilze gesammelt und einen Teil roh gegessen. Als die Vergifteten sich erholt hatten, erzählten fie, daß noch ein fünfter Snabe mit ihnen gewesen sei, doch konnten sie über seinen Verbleib keine Auskunft geben. Erst am nächsten Morgen wurde der Vermißte im Dickicht gefunden, wo er die ganze Nacht bewußtlos gelegen hatte. Er schwebt in Lebensgefahr, während seine Gefährten auf dem Wege der Besserung sind. Das Ende eines Haremsromans. Der frühere Schwiegersohn des Sultans, Kemaleddin Pascha, wurde nachts von Konstantinopel mit einem Separatdampfer fortgebracht. Er ist nach Brussa verbannt worden. Kemaleddin hatte, wie erinnerlich, mit der verheirateten Kousine seiner Frau ein Liebesverhältnis angeknüpft. Am Nachmittag vor der Abfahrt nahm ein Bataillon unter dem Kommando des Marschalls Schefket Pascha im Innern des Jildiskiosk Aufstellung, und es sollte die Degradation Kemaleddins vorgenommen werden. In demselben Augenblicke machte die Prinzessin Naime, die frühere Gattin Kemaleddins, einen Fußfall vor ihrem Vater, wobei sie denselben anflehte, mit Rücksicht auf ihre zwei Kinder von der entehrenden Degradation abzustehen. Der Sultan belieẞ infolgedessen Komaleddin den Marschallsrang und seine Bezüge. In Brussa wurde ein Konak für Kemaleddin gemietet. Er wird vom Major Mustavha Ben und zwei Leutnants begleitet, die für ihn verantwortlich bleiber Die Kieler Woche. orhanden, daß der deutsche Jachtti! ub auch in diesem Jahri vieder gut abschneiden wird. Heute kann man schon mit oller Berechtigung von einer deutschen Jachtflotte sprechen. das konnte mon vor zehn Jahren noch nicht. Hus dem Gerichtsfaal. § Welfischer Erbschaftsprozeß. Der zweite Senat des Braunschweiger Oberlandesgerichts verwarf gestern die Berufung des Grafen Civry gegen das Urteil des Landgerichts oom 8. Juli vorigen Jahres, durch welches seine Ansprüche gegen die Erben des Herzogs Wilhelm von Braunschweig, den Herzog von Cumberland und den König von Sachsen, sowie gegen die Stadt Genf als Universalerbin des Herzogs Karl von Braunschweig abgewiesen worden waren. ( Von unserem Spezialberichterstatter.) O Kiel, 23. Juni. Das große sportliche Schauspiel, das die Freunde der edlen Segelkunst aus aller Welt jährlich nach der Föhrde lockt, hat seinen Anfang genommen: Die„ Kieler Woche" ist gestern durch eine Wettfahrt von 28 Segeljachten eröffnet worden, bei deren Kaiser und Kronprinz mitsegelten. Der Kronprinz steuerte seine Jacht„ Angela" persönlich, konnte aber keinen Preis erringen. Heute folgte das übliche Wettfahren der Kriegsschiffsboote. Der scharfe Wind, der heute mehte, brachte es leider zuwege, daß die Freude, unsere braven Blaujacken sich in fröhlichem Spiel messen zu sehen, durch bedauerliche Unfälle getrübt wurde. Mehrere Barfassen und Kutter kamen beim Manöverieren zu nahe aneinander und stießen zusammen. Wenn auch die folgenden Dampfpinassen sofort bei der Hand waren, um die im Wasser umherschwimmende Besagung der Boote aufzunehmen, so heißt es doch, daß zwei Mann von der Gig der Kommandantur von Friedrichsort vermißt werden. Hoffentlich bestätigt sich das Gerücht nicht. Aber selbst, wenn es wahr sein sollte: Man wird die Opfer des Unfalls aus vollem Herzen betrauern, trotzdem aber mit männlichem Gleichmut dem nervenstählenden sportlichen Kampf mit Wind und Wogen weiter obliegen. Der Landwirt. pg Winke für Schweinemäster. Wer auch immer irgend welche Ware an den Markt bringt, hat darauf zu achten, daß er denselben aufnahmefähig findet; sonst geht er des größten Teiles des Lohnes seiner Arbeit verlustig. Das beachten die Randwirte leider viel zu wenig; sie legen zu wenig Wert darauf, auch ein bischen Kaufmann zu sein. Wie steht es z. B. mit der Schweinemast? In der letzten Zeit sind die Schweine. preise bekanntlich sehr gefallen; die jetzt erzielbaren lassen die Schweinemast vielfach nicht mehr lohnend erscheinen, und jo liegt es nahe, eine abermalige Beschränkung der Schweine. ast und der Schweinezucht in Aussicht zu nehmen. Dieses wige Auf" und Nieder" ist aber ungünstig für alle Teile, und eine solche Maßnahme erscheint auch aus dem Grunde nicht angebracht, weil eine Erhöhung der Schweine- und besonders auch der Schmalzpreise in Amerifa zu erwarten ist. Tritt, aber eine solche ein, so ist es sicher, daß sie auch auf die Schweinevreise in Deutschland einwirken wird. Amerikanisches Schmalz würde dann natürlich auch bei uns im Preise anziehen und überhaupt der Druck gemildert werden, welchen die ermäßigten Schmalzpreise der Vereinigten Staaten von Amerika auf unsere Schweinepreise ausüben. Ohnehin setzt bei uns gegen Ende Juli jedes Jahres ein Anziehen der Schweinepreise ein, und in der Regel bringt uns der Monat August die höchsten Schweinepreise des Jahres. In den letzten vier Jahren war der Preis für vollfleischige Schweine im August stets etwa 5-7 Mark höher, als im Juni. Die jetzigen schlechten Schweinepreise sollten also die Schweinemäster nicht bestimmen, die Schweinemast aufzuheben oder cinzuschränken, sondern sie vielmehr bestimmen, darauf sich einzurichten, daß sie gerade im August und September ichlachtreife Schweine an den Markt bringen können. Dann werden sie höhere Erlöse erzielen, als gegenwärtig. Stadt und Hafen wimmeln von Fremden, trotzdem bei weiten Kreisen die Höhe des Interesses erst am Ende dieser Woche erwachen wird, wenn König Eduard von England zum Besuch kommt und die aktive Schlachtflotte ihre Manöver abhalten wird. Aber die gestrigen Feierlichkeiten in der Marineakademie und vor dem Kaiserlichen Jachtklub boten auch dem Nichtsportsmann, für den die Segelwettfahrt manchmal etwas langweilig wird, des Sehenswerten die Hülle und Fülle. Der Kaiser, begleitet vom Kronprinzen, dem Prinzen Heinrich, dem Reichskanzler und großem Gefolge, erschien gestern um 5½ Uhr in Admiralsuniform auf der Terrasse der Akademie und übergab die dort neu aufgestellten Büsten der Admirale Prinzen Adalbert und Brommy dem Inspekteur des Bildungswesens, Vizeadmiral v. Arnim. Vor dem Kaiserlichen Jachtklub fand später die Enthüllung des Denkmals für Friedrich Krupp statt, der sich stets als ein freigebiger Förderer des Segelsports erwiesen hat. An der Feier nahmen Witwe und Töchter des Gefeierten teil. Der Kaiser legte als erster einen Kranz von weißen Rosen am Denkmal nieder. Abends um 7 Uhr traf die Kaiserin, von Plön kommend, hier ein und wurde vom Kaiser, dem Kronprinzen und dem Prinzen Heinrich am Bahnhof erwartet. Später fand auf der„ Hohenzollern" eine große Festtafel statt. Vermifchtco. nem Herzen Luft zu freundlich fagt er: Bot,-- do finn jo al fcine Sot, da ald gel Bandmanne ein altes Mode nicht eingedriid getauft. Mit der gro Bemerkung:„ Dem bi Med dodj enen domme A[ Der Tunnel 3 der von fid reden. B Engenieur Berlier, einen Plan, die St Bifenbahnverbindung afrikanischen Festland Musichuß gebildet wo in die Wege leiten legenheit, feinen Pla mglifch- franzöfifchen fers günftig. Die f as Projekt erklärt, n venn sie sich auch für Baufosten verpflichtet einem Preise geba es Unternehmens ge borden. Das Ganze war, so lange Menschen lebten, Ein Feind des Lichts, doch hold der Poesie; So Viel' es auch zu unterdrücken strebten, Es wandelte sich oft, doch starb es nie. In seinen Formen liegt der treue Spiegel Der Bildung und der Sitten aller Zeit, Ja, es entschließt sein mitternächtlich Siege Dir selbst die Ahnung der Unendlichkeit. Die Auflösung lautet„ Aterglauben". Trotzdem S große Friedrich Schiller 1810 schon seit fünf Jahren im Gra ruhte, schreibt ihm der Entdecker des Gedichtes dieses mit völliger Seelenruhe zu. Er findet für den sonderbare Umstand, daß Schiller somit nach seinem Tode noch gedige und geschrieben hätte, die geschraubte Erklärung, daß Sch das Gedicht vordatiert hätte, wie er manchmal auch in sa nem Kalender Einträge, u. a. von mutmaßlichen Einnahmen auf lange Zeit hinaus, vorschrieb". Das letztere ist nicht Wunderbares, das tun andere Leute, die wie Schiller mi ihren Einnahmen zu rechnen haben und sehnsüchtig den Tag erwarten, wo sie einlaufen, auch. Wenn der Entdecker der Charade keinen besseren Beweis für die Autorschaft Schiller beibringen kann, so wird er mit seiner Behauptung wenig Glauben finden. [ Einen Anzug für zwei Millionen Mark] trug bei einem Empfange am englischen Hofe eine amerikanische Milliardärin, Mrs. Lars Anderson aus Boston. Das ganze Gewand war reich mit Stickereien von Weizenähren bedeckt, die mit echten Perlen verziert waren. An den silbernen Granen des Weizens hingen Tautropfen aus Diamanten. Ueber das ganze Kleid ausgebreitet ist ein feines Gitterwerk von Perlen und Diamanten. Der strahlendste Glanz aber ging von der Korsage aus, deren Juwelen leuchtende Strahlen entsandten und zusammen mit den Brillanten des Schulterschmucks ein flimmerndes Glänzen hervorriefen. Breite Lichtströme fluteten von dem Kopfschmuck hernieder zu den Schuhen, die ebenfalls mit Juwelen bestickt waren. Der Preis des Kleides allein mit den Perlenstickereien betrug 100 000 Mart, und mit den Diamanttautropfen auf den Aehren noch 100 000 Mt. mehr. Die Smaragden an der Korsage kosteten 190 000 Mt., die Federn im Haar 2000 Mt. und der Fächer 2400 Mt., jeder der Diamantenschuhe 4000 Mark, so daß mit dem Kollier, den Armbändern und der Tiara, die einen Wert von 1 600 000 mf. repräsentieren, der ganze Anzug über 2 Millionen Mark kosten. Unter den 98 Jachten, die zu Segelregatten der„ Kieler Woche" gemeldet sind, befinden sich 26 Rennboote, 57 Kreuzer und 15 Boote der Sonderklasse. Es sind keineswegs nur neue, moderne Boote, die sich an den Wettfahrten beteiligen. Das älteste, die französische Jacht Andree", ist bereits 1868 erbaut, also schon 36 Jahre alt. Die russische Jacht„ Alkelda" ist 1873, die englische Jacht Vol- au- vent" 1875 gebaut worden. Die älteste deutsche Jacht,„ Wendur", stammt aus dem Jahre 1883. Komet" und" Iduna" wuren 1887 erbaut. Alle sechs Boote sind Kreuzer, gehören also zu jenem Typ, dem die Zukunft im Jachtsport gehört. Das Alte wird immer wieder modern. Die älteste Rennjacht stammt aus dem Jahre 1895; es ist die bekannte„ Hertha". An zweiter Stelle folgt der 1896 erbaute Orion". Das älteste Sonderklassenboot wurde 1900 erbaut. Im ganzen stammen fünfzehn Boote aus den neuziger Jahren. Drei Viertel der ganzen Flotte sind aber in den letzten fünf Jahren gebaut worden, nämlich 77 von den gemeldeten Booten, darunter 8 im Jahre 1900, 6 im Jahre 1901, 16 im Jahre 1902, 19 im Jahre 1903 und 28 im laufenden Jahre. Die Zahl der Reubauten, die sich mit den alten Booten messen werden, ist also sehr stattlich. Mit besonderer Freude kann festgestellt werden, daß es fich meistens um deutiche Boote bandelt. Es ist alle Aussicht [ Japanische Bornamen.] Jedes europäische Kind kann, falls es nicht stumm ist, ohne Zögern die Frage beantworten:„ Wie heißest du?" Ein kleiner Japaner muß hierüber aber immer erst etwas nachdenken, weil er zu verschiedenen Lebenszeiten mit verschiedenen Vornamen benannt wird. Den ersten erhält er, wenn er einen Monat alt ist. Bei dieser Gelegenheit werden drei Namen auf je ein Stüd Papier geschrieben und dann in einem Tempel unter Gebeten in die Luft geworfen. Das Kind bekommt denjenigen Namen, der zuerst zu Boden fällt, und es behält ihn drei Jahre lang. Im fünfzehnten Jahre wird der Name abermals gewechselt und dann nochmals bei der Hochzeit. Die Chinesen machen es ähnlich, wie ja die alten japanischen Volkssitten ganz auf den chinesischen beruhen. [ Noch besser.] Einen hübschen Vorgang auf dem Truppenübungsplatz Munster, wo unsere Südwestafrikaner vor ihrer Ausreise mit der Kampfweise der Herero vertraut gemacht werden, schildert ein Augenzeuge mit folgenden Wor ten: Die direkt aus der Truppe übergetretenen Freiwilligen sind durchweg erstklassige Menschen", viele, namentlich jüngere Bauernsöhne, haben die Nebenabsicht, sich drüben alle zusiedeln, aber die meisten treibt die dem Deutschen im Blute steckende Freude am Kriegshandwerk hinaus. Da steht z. B. ohne Rock, in schneeig weißen Hemdärmeln, ein patentes Kerl chen und versucht sich, nach Anweisung eines Unteroffiziers, im Schweiße seines Angesichts im Pferdestriegeln.„ Mein Einjährig- Freiwilliger. Gefreiter und Dr. jur., sein Vater war mein alter Kommandeur", erläuterte mir der Haupt mann, und redet ihn freundlich an, den er schon als Kind gefannt hat:„ Ja, ja, licher H., Pferdeputen ist nicht so leicht, wie eine Dissertation über den eventuellen Dolus. Uebrigens, Sie haben doch nicht vergessen, Offiziersabzeichen mitzuneh men?"" Die habe ich nicht mitgenommen, Herr Haupt mann."„ Nanu, so wenig Selbstvertrauen?" Ueber das hübsche Gesicht des Gefreiten und Dr. jur. geht ein schelmischer Zug:„ Ich hab mir gleich die ganze Equipierung nach Swa Topnund nachbestellt." und wann denken Sie sie zu braus chen?"„ Wenn ich noch lebe, nach den ersten Gefechten. Ter Hauptmann nickt ihm gütig zu:„ Soll mich freuen, und empfehlen Sie mich zum Abschied noch Ihrem Herrn Vater!" [ Von der Sekundärbahn.] Ein süddeutsches Blatt bringt folgendes nette Kleinbahnidyll: Ort der Handlung: Bahnhof Neuffen am Hohenneuffen. Zeit: 20 Minuten nach ber vorgeschriebenen Abfahrtszeit des Zuges. Der Zug, führer hat schon zweimal Abfahre" gerufen; die Lokomotive tößt unaufhörlich kurze grelle Pfiffe aus, bewegt sich aber nicht vom Fleck. Endlich reißt zweien der drei anwesenden Bassagiere die Geduld, und entrüstet wenden sie sich an den Schaffner:„ Warum fahrt's Zigle net ab?"-" Warum pfeifet se denn so?" Ja, wir müsse auf de Lokomotivführer warde; der sitzt noch beim Veschbere; drum weise mer im jet, daß Zeit isch." +[ Wie Schiller nach seinem Tode dichtete.] Der Herausgeber der„ Wartburg- Korrespondenz" entdeckte in einem aus dem Jahre 1810 stammenden Fremdenbuch der Wartburg eine mit Schiller" unterzeichnete Charade. Zwey Silben, und du nennst ein WortBedeutend oft, doch öfter unbedeutend;, Beleid'gend hier, erfreuend dort, Stets widersprechend, selten doch entscheidend. Die Seele der Gesellschaft ist's, der Tod Der herrlichsten Entwürfe, Lebensbrod Der streitenden Justiz; und seine Not Hat Jeglicher damit!- Zwey Sylben wieder Und ein Gefühl nennst du, das dich beglückt, Das, zieht der Wahn, der Zweisel dich hernieder Dich allem Trug, der Erde selbst entrückt; Das dich begeistert zu erhabnen Dingen, Das Göttliche fest in dein Inn'res drückt Und, selbst wenn Tod und Leben in dir 1. Noch deinen Geist mit füßem Troft entzückt. en, [ Die weiße Fal Engländer wird von vidert. Die Zeitun menten an die Briten, ifden Boltstum ange amer Gefchichte ins he ahrt eines Truppentro mer Dame am Bahn Banzai!" mit. Als ftigte einer der Gentl ierftode und winkte Da trat ein japanische agte: Tun Sie doch fit, japanische Tru miken!"- Der Engl ih in den Finger un aufen. Dann schwent ndem er erklärte: mehr!" und schrie weit aner war ganz still mberhohlener Beround ide Reporter, die ihre hürfen! [ Der Bienenschwarm als Verkehrshindernis.] Auf der Andrassystraße zu Budapest gab es ein außerordentliches Ver. fehrshindernis. Von einer Seitengasse war ein großer, dich ter Bienenschwarm in die Straße eingedrungen. Die Lenter der zahlreichen daherkommenden Wagen wagten es aus Angst vor Bienenstichen nicht, die Strecke zu passieren, und so trat plötzlich eine Stockung des lebhaften Wagenverkehrs ein. Im nu stand eine ganze Wagenkolonne unbeweglich da; zu beiden Seiten der Straße hatte sich eine große Menschenmenge postiert, welche die furchtsamen Kutscher verhöhnte. Endlich wurde einem an der Straßenecke postierten Sicherheitswach mann die Geschichte zu bunt. Er zog vem Leder und suchte durch Herumfuchteln mit seinem Säbel dem Bienenschwarm cine andere Richtung zu geben. Doch da kam er schön an. Der Schwarm warf sich auf ihn und zerstach ihm das ganze Gesicht, das bis zur Unkenntlichkeit entstellt wurde. Da eilte ein Mann, der in der Nähe die Straßenaufsprißung besorgte, herbei, richtete den Schlauch gegen den Bienenschwarm und siehe da, das Mittel half, die Bienen flogen davon und die Passage der Andrassystraße war wieder frei. Zu der Schrecker in Bordighera werden The man den Wahnsinn der fon bier Persone fonnte, berwundete e bandhabte den Karabin der er sich berbarrikad Endlig ließ der Beri Leute auf die isoliert Reiter tommen und e einigen Soldaten das [ Die Linkshändigkeit in Europa und Afrika.] Eine sonderbare Gesellschaft, die sich in England zur Förderung des gleichmäßigen Gebrauchs beider Hände beim Menschen ge bildet hat, scheint wenigstens manche interessante Forschungen an die Deffentlichkeit zu ziehen. Auf der letzten Versamm lung des Vereins sprach Fräulein Werner über den Gebrauch der rechten und linken Hand bei gewissen afrikanischen Völ fern. Obgleich dieser Frage bisher nur wenig Aufmerksam feit zugewandt worden ist, läßt sich im allgemeinen sagen, daß auch von den afrikanischen Völkern die rechte Hand vor zugsweise zu solchen Verrichtungen benutzt wird, die lediglich oder in der Hauptsache nur eine Hand erfordern. Immerhin liegen Anzeichen dafür vor, daß die Verhältniszahl der links händigen Leute in Innerafrika größer ist als in Europa. Besonders beachtenswert ist eine Untersuchung dieses Gegen irandes durch die Sprachforschung. Die Ausdrücke, die in den verschiedenen Dialekten der Bantuneger bez. für die rechte und linfe Hand gebraucht werden, beweisen mittelbar, daß im all gemeinen der rechten Hand ein Vorzug gegeben wird. Die Bantuleute nennen nämlich ihre rechte Hand die„ essende" oder auch die Wurfhand", zuweilen auch die große" oder die männliche" Hand. Im Gegensatz dazu wird die link hier und da als„ weibliche" Hand bezeichnet. Andererseit weist das Studium gewisser Sprachen aus Innerafrika darauf hin, daß bei den betreffenden Volksstämmen dieses Gebietes ein ähnlicher Rangunterschied unter den Händen nicht gezogen und entweder beide Hände gleichmäßig oder sogar die link mcr gebraucht wird. * Tas nene Automobil des Kaisers,] das gelegentli des jüngsten Kaiserbesuches in Homburg v. d. H. zum ersten Male in Benutzung genommen wurde, ist in derselben helle Elfenbeinfarbe lackiert, wie der kaiserliche Hofsonderzug; weist auch dieselben blauen Ränder auf. Mit einer Erfen nungsnummer ist der Motorwagen nicht versehen, dagegen ist an der Stelle, wo sonst die Nummer zu sein pflegt, die fönigliche Prone angebracht. Das Führerpersonal tra braune Livree; Jackenkragen und Müße sind mit breite goldener Adlertresse besetzt. Der eine, auf der rechten Seite dez Führersitzes befindliche Fahrer, trägt auf dem rechten Nermel seiner Jacke eine doppelte goldene Adlertresse. Die Mühe mit der Adlertresse wird von dem Führerpersonal m dann getragen, wenn der Kaiser sich im Wagen befindet, be anderen Fahrten trägt das Personal die Müze ohne Tressen troleum übergoffen un Mandene Deffnung scho der getötet wurde, eh zu richten vermochte. [ Die verkannte Mode.] Zu einem heiteren Vorgang gab dieser Tage in einem Kölner Hutgeschäft die neue Hut mode Anlaß. Ein Bäuerlein kaufte sich dort einen Stroh hut. Bei der Auswahl wurden ihm die neuesten Fassons vorgelegt, für welche es jedoch nicht sehr schwärmte, und die es jedesmal mit einem" Dä Hot mag ich nit" zurückwies. Schließlich wurden dem bereits unwillig gewordenen Käufer einige neueste Fassons ganz besonders empfohlen. Da war nun der Zeitpunkt gekommen, den er für aeeianet hielt sai. Der Gr Birtlichen Geheimer Universität Göttinge die Entstehung des D ift, und um das B. heute feinen 80. Ge mit der Krone de mütigen verlieben. feit dem Beginn fe bud, vollständig en * Die zu Ue und Reservist ihrer Ubungen bei einkommen und wird gewährt für entfiel und nur au paffes nach der U ift. Die Beträge gutgerednet, M. Die be findenden Rad tommenden Brei mann, Kreuz bollen Preise e doch daraufhin Meldung zum geftern angedeut gemeldet: Das Haufen in Rop Diefer Stelle au machen und einen teil der morgiger > Eine i gegenwärtig in Staatlichen Neub feit Jahren gep ischen Klini während die medizinis find. Die ne botanischen Ga gebäude die Stephanftraße bor einigen T bfichtigt, eben die Brovin und der oberhe chen Tebten, Der Poesie; strebten, es nie. e Spiegel er Beit, tlich Siege Blichfeit. em Herzen Luft zu machen. Selbstbewußt und wenig reundlich sagt er: Meent ehr, ehr könnt mer Uehr ahle Böt, do sinn jo ald Blötschen drenanhange? Ich well cine Hot, dä ald geknutsch es." Jetzt wurde dem biederen Bandmanne ein altes Fasson, welches entgegen der neuesten Dode nicht eingedrückt war, vorgelegt und von ihm sofort jefauft. Mit der größten Befriedigung zog er ab mit der Bemerkung: Dem die geblötschte Höt loß 30 wäde, möt ehr Lech doch enen dommere Boor ussöche!" uben". Trogden it fünf Jahren im Gedichtes dieje Det für den jonda nem Tode noch g Erklärung, day t manchmal audi utmaßlichen Einn Das letztere it e, die wie Sajille und sehnsüchtig de Wenn der Ended Die Autorfchaft S iner Behauptung en Vorgang a fere„ Südwestafri eise der Herero b euge mit folgenden rgetretenen Frei en", biele, nome enabsicht, sich drib dem Deutschen in hinaus. Da steh meln, ein patentes ng eines Unterof Pferdeftriegeln. id Dr. jur., sein äuterte mir der f den er schon d Deputen ist nicht j ellen Dolus. Uetr ziersabzeichen mit enommen, Herr ertrauen?" Ueber jur. geht ein fdel Equipierung not denten Sie fie den ersten Ge Soll mich freun Ihrem Herrn hrshindernis.] n außerordentli fie war ein groja, gedrungen. Die gen wagten es aus Bu passieren, und Wagenverkehrse nbeweglich da; zu be e große Menschenme cher verhöhnte. End tierten Sicherheitswa g vom Leder und fue el dem Bienenor ch da kam er schon zerstach ihm das ga ntstellt wurde. Da enaufsprißung besorg en Bienenschwarm flogen davon und der frei. a und Afrika.] G ngland zur Förderu inde beim Menschen g tereffante Forschung der letzten Verjam er über den Gebrau en afrikanischen Böl wenig Aufmerksam n allgemeinen fage die rechte Hand br uzt wird, die ledigl erfordern. Immer rhältniszahl der lin r ist als in Europ suchung dieses Ge Ausdrücke, die in d bez. für die redite mittelbar, daß im gegeben wird. Hand die„ effen uch die große" dazu wird die eichnet. Anderer Is Innerafrita dan mmen dieses Gebi Händen nicht ge oder sogar die l ers,] das gelegen g b. d. 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Die spanische Regierung hat sich bereits für as Projekt erklärt, was freilich weniger wunderbar ist, als Denn sie sich auch für die Deckung eines erheblichen Teils der Baukosten verpflichtet hätte. Der Nachweis, daß der Tunnel u einem Preise gebaut werden kann, der eine Rentierung es Unternehmens gestatten würde, ist noch nicht erbracht vorden. [ Die weiße Fahne.] Die Japanerfreundlichkeit der Engländer wird von den japanischen Blättern mit Zinsen rwidert. Die Zeitungen in Tokio wimmeln von Kompli nenten an die Briten, deren Edelmut sie in einer dem japa ischen Volkstum angepaßten Weise jetzt in folgender rühr. amer Geschichte ins helle Licht zu setzen suchen: Bei der Ab. ahrt eines Truppentransportes standen zwei Engländer mit iner Dame am Bahnhof in Tokio und riefen lebhaft Banzai!" mit. Als der Zug sich in Bewegung setzte, be. festigte einer der Gentlemen sein Taschentuch an seinem Spa. ierſtocke und winkte hinter den abziehenden Kriegern her. Da trat ein japanischer Jüngling auf die Fremden zu und agte:„ Tun Sie doch das Taschentuch fort; es gehört sich icht, japanische Truppen mit einer weißen Fahne zu rüßen!" Der Engländer nahm sein Taschenmesser, schnitt ich in den Finger und ließ das Blut auf das Taschentuch aufen. Dann schwenkte er das Tuch von neuem in der Luft, ndem er erklärte: So! Jetzt ist es feine weiße Fahne nehr!" und schrie weiter tüchtig: Banzai!" Der junge Japaner war ganz still geworden, und die Menge blickte mit anverhohlener Bewunderung auf den Fremden. Glückliche Reporter, die ihrem Publikum solche Mären auftischen bürfen! † zu der Schreckenstat eines wahnsinnigen Karabiniere in Bordighera werden noch folgende Einzelheiten gemeldet: Ehe man den Wahnsinnigen, einen Sizilianer namens Maida, der schon vier Personen erschossen hatte, unschädlich machen fonnte, verwundete er noch drei Bersaglieri schwer. Er handhabte den Karabiner vom Fenster der Kasernenstube, in der er sich verbarrikadiert hatte, mit großer Meisterschaft. Endlich ließ der Bersaglierioberst, der den Angriff seiner Leute auf die isolierte Kaserne persönlich dirigierte, eine Leiter kommen und erkletterte mit einem Sergeanten und einigen Soldaten das Dach der Kaserne, das sie mit Betroleum übergossen und in Brand steckten. Durch die so entHandene Deffnung schossen dann alle auf den Untenstehenden, der getötet wurde, ehe er die mörderische Waffe nach oben zu richten vermochte. Lokales. 24. Junt 1904. ** Der Großherzog hat zum 24. Juni den Wirklichen Geheimerat, ordentlichen Honorarprofessor an der Universität Göttingen Dr. Gottlieb Planck, der sich um die Entstehung des Deutschen Reiches, troßdem er Hannoveraner ist, und um das B. G.-B. hoch verdient gemacht hat, und heute seinen 80. Geburtstag feiert, das Komturkreuz I. Klasse mit der Krone des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. Bland ist seit 1874, also ungefähr seit dem Beginn seiner Tätigkeit für das Bürgerliche Gesetz buch, vollständig erblindet. * Die zu Uebungen eingezogenen Landwehrleute und Reservisten sind, woran erinnert sei, für die Zeit ihrer U- bungen bei der Truppe von der Zahlung der Staatseinkommen- und Gewerbesteuer befreit. Diese Befreiung wird gewährt für die vollen Monate, in die die Uebung entfiel und nur auf Antrag, der unter Beifügung des Militärpasses nach der Uebung bei der Gemeindebehörde einzureichen ist. Die Beträge werden bei der nächstfälligen Steuerquote gutgerechnet. M. Die bei den nächsten Sonntag zu Gießen statt findenden Rad- und Motorfahren zur Verteilung kommenden Preise sind seit heute bei der Firma Fleisch mann, Kreuzplatz, zur Ausstellung gelangt. Die wundervollen Preise erregen das Aufsehen aller Passanten, haben doch daraufhin noch verschiedene Herren aus Gießen ihre Meldung zum Motorfahren abgegeben; außer den bereits gestern angedeuteten verschiedenen Meisterfahrern haben noch gemeldet: Das beste deutsche Amateur- Tandempaar die Gebr. Hausen in Kopenhagen. Wir wollen nicht verfehlen, an dieser Stelle auf einen Besuch der Rennen aufmerksam zu machen und einen solchen zu empfehlen. Näheres im Inseratenteil der morgigen Ausgabe d. Bl. > Eine überaus rege Bautätigkeit herrscht gegenwärtig in Gießen. An erster Stelle stehen die staatlichen Neubauten der Universitätskliniken. Die seit Jahren geplanten Ohren-, Augen- und chirurg ischen Aliniten sind seit 8 Tagen in Angriff genommen, während die voriges Jahr begonnenen veterinärmedizinischen Kliniten im inneren Ausbau begriffen find. Die neue Universitäts- Bibliothek in der Stephanstraße geht ihrer Vollendung entgegen, und im botanischen Garten wurde ein großes Ueberwinterungsgebäude dieser Tage fertig gestellt. Obige Bauten wurden vor einigen Tagen von Regierungsvertretern aus Darmstadt besichtigt, ebenso der von der Stadt vorgesehene Bauplatz für die Provinzial Irrenanstalt an der Licherstraße und der oberhessischen Bahnstrecke. Wie man hört, soll mit der& bauung baldigst begonnen werder. Von städtischen Bauten wurde dieser Tage die Klärbeckenanlagen für die Kanalisation in Angriff genommen. An der Karalisation selbst wird in allen Teilen der Stadt sehr eifrig gearbeitet. Die Erbauung der Töchterschule steht bevor, der Umbau des alten Schlosses wird bis Herbst vollendet sein und auf dem Friedhof ist der Bau eines israelitischen Kulthauses beschlossen. Zu diesen zahlreichen Bauten kommt noch der Neubau der katholischen Kirche, die jetzt im Innern ausgebaut wird. Der Umbau des Bahnhofsgebäudes ist voraussichtlich Herbst 1905 beendet. Der stattliche Neubau der Engelapotheke auf dem Marktplatz soll im September bezogen werden. In wenigen Jahren wird unsere Stadt um eine Anzahl imposanter Gebäude reicher sein. Feuer. Gestern Abend gegen 7 Uhr brach in dem Lumpenmagazin der Firma Hermann Heß in der Ederstraße in Gießen Feuer ous Trogdem die hiesigen Feuerwehren alsbald an der Brandstelle erschienen, fonnte das Feuer nicht gelöscht werden. Die Feuerwehr war die ganze Nacht sowie am heutigen Vormittage am Blaze, ohne das Feuer ersticken zu können. Das Feuer war durch fleine Jungen an einem unverschlossenen Fenster angelegt worden. - ** Durchgebrannt ist gestern Nachmittag in der Grünbergerstraße in Gießen das Pferd eines Bäckermeisters. Der Kutscher, der an der Molkestraße anscheinend abzuspringen versuchte, stürzte vom Wagen und zog sich eine startblutende Wunde an der Stirn zu. Tas Pferd wurde in der Nähe des Ludwigsplatzes zum Stehen gebracht. Glücklicherweise haben Pferd und Wagen feinen Schaden gelitten. ** Ein Kursus für Stotterer vom SprachLehrinstitut Direktor E. Schmeling aus Köln wird z. 3t. in Gießen, Nordanlage 9 abgehalten. Jeden an diesem Uebel Leidenden ist die leicht faßliche und vielfach empfohlene Methode, durch die bereits viele Erfolge erzielt sind, wärmstens zu empfehlen. § Ein Rosendieb wurde in der vergangenen Nacht von einer Schußmannspatrouille aufgegriffen. Derselbe hatte in einem an der Nordanlage zu Gießen gelegenen Garten einen Strauß Rosen entwendet. ]: Aufdringliche Person. In der Nacht auf Donnerstag fand ein Bewohner der Landmannstraße in Gießen eine ärmlich gekleidete Frauensperson, auf einem Holzklog hinter seinem Hause sißend, vor. Auf die Frage, was sie wolle, erklärte sie, daß sie bei Nachbarsleuten zu Besuch meile, dieselben aber die Haustüre verschlossen hätten. Als nun der Nachbar geweckt wurde, stellte es sich heraus, daß ihm die Frauensperson vollständig fremd war. Da dieselbe sich nicht bewegen ließ, das Haus zu verlassen, mußte sie mit Gewalt auf die Straße gesetzt werden. Am anderen Morgen wurde sie dabei ertappt, wie sie an einem Hoftor der Landmannstraße ein Säckchen mit Brötchen stahl und damit das Weite suchte. Die Beute wurde ihr aber sofort wieder abgenommen. *** Das 40. Jahresfest des hessischen Landesvereins für Innere Mission findet voraussichtlich am 18. und 19. September d. J. in Darmstadt statt. * Die Zahl der evangelischen Theologen des Großherzogtums, die in den letzten Jahren das Schuleramen beflanden haben, reicht nicht aus, um die vakanten Stellen zu besetzen. Das Oberkonsistorium ist deshalb genötigt gewesen, in verschiedenen Fällen Pfarrstellen nichthessischen Theologen zu übertragen. Klein- Linden, 23. Juni.( Unglücksfall.) Das vierjährige Töchterchen des hiesigen Holzhändlers Jung war im Hause seiner Tante und befand sich gerade in der Küche, als ein älteres Mädchen in der Mittagezeit im Herd das Feuer anzündete. Durch einen entstandenen Luftzug schlug die Flamme aus dem geöffneten Türchen der Feuerstelle und traf unglücklicherweise das Kind. Auf sein lautes Schreien eilten Leute herbei, die dem Kinde die brennenden Kleider vom Leibe rissen. Das durch Brandwunden, namentlich an Kopf, Hals und Rücken, schwer verletzte Kind wurde alsbald in die Klinik verbracht. + Rodheim a. d. B., 24. Juni. In unserem Ort regt sich's schon allerwegen, um die nächsten Sonntag hier stattfindende Fahnen weihe des Männerturnvereins auch durch Schmücken und Flaggen der Häuser zu einer besonders örtlich- allgemeineren Feier zu gestalten, den auswärtigen Gästen aber auch zu zeigen, daß in vielen Kreisen des Orts der Männerturnverein treue Freunde und Anhänger hat. Es kommen Turner von Gießen, Lollar, Laung bach, Krofdorf, Heuchelheim etc. und besonders zu erwähnen ist auch das Erscheinen des Kriegervereins von Crumbach. Unseren Einwohnern wird es darum mit besonderer Freude nachgesagt werden, wenn sie den Gäften ein recht herzliches Willkommen bereiten.- Die neue Fahne ist, soweit uns bekannt, recht nett in ihrer Ausführung und soll nun auch, hoffentlich bei gutem Wetter und fröhlicher Festesstimmung, übergeben werden. == Hungen. Die Lehrer Redel'sche Imkerei ist am vorigen Freitag total niedergebrannt, wobei 16 wertvolle Bienenvölfer und viel Honig verbrannten. Mit Mühe konnten einige außerhalb steh nde Schwärme gerettet werden. Entstehung des Feuers ist nicht bekannt, der Geschädigte nicht versichert. Die *** Sungen. Hier findet Sonntag, den 26. Juni, nachmittags 22 Uhr, im großen Saale des Gasthauses „ Zur Traube" eine Landes Versammlung des Bundes der Landwirte Abteilung Hessen statt. Als Redner sind vorgemerkt: Der Vorsitzende des Bundes der Landwirte Herr Gutsbesitzer Dr. Roesicke- Görsdorf, der stellvertretende Vorsitzende des Bundes Herr C. Lucke= Batershausen und Herr Generalmajor z. D. von KloedenWiesbaden. × Usingen, 23. Juni. Der Telegraphenarbeiter Emil Nickel, der am Sonntag durch den Automobilrennwagen des Belgiers Hautvast in Graevenwiesbach überfahren isi seinen Verlegungen erlegen. wurde, Usingen, 22. Juni. Im ,, Taunusboten" lesen wir folgende hübsche Gordon- Bennett- Wize. Im Volksmunde wurde schon lange das Rennen geläufiger:„ KordelBännel- Rennen" genannt. Als am Donnerstag die Luisenstraße in Homburg von Automobilfahrzeugen aller Art sehr belebt war, fragte ein Ueberhöchster Bäuerlein eiren Kollegen, mit dem er zu dem Schauspiele hergereist: Wozu habbe dann die Wage all noch so en große Ring hinne ffgebunne?"- worauf der andere antwortete: „ Na du dumm Dos, daß se sich rette fönne, wenne se ins Wasser falle; des is doch e Schwimmgürtel!" " + Wohnbach, 21. Juni. Der Bullenwärter Stephan wurde von einem bösartigen Fasselochsen so schwer verletzt, daß er om nächsten Tage starb. Er war verheiratet und hinterläßt Familie, die nun auf Grund des§ 833 des bürgerlichen Ges zbuches an die Gemeinde als Tierhalterin Entschädigungsansprüche geltend macht. = Vilbel. In unserer Nachbargemeinde Groß- Karben wurde eine„ Landwirtschaftliche Bezugs- und Absagenossenschaft, e. G. m. u. H." gegründet. *** Mainz, 23 Juni. Gegen den flüchtigen Weingroßhändler Friß Haas, Inhaber der Weingroßhandlung Frit Sacs& Co. wurde ein Steckbrief erlassen, da sich herrausgestellt hat, daß er sich betrügerische Manipulationen hat zu Schulden tommen lassen. Höchst a. M., 23. Juni Ueber die Zuckerfabrik Maingau in Hattersheim wurde am 21. auf ihren Antrag vom hiesigen Amtsgericht der Konturs verhängt. Kassel, 23. Juni. Die faiserliche Familie wird voraussichtlich am 26. Juli auf Wilhelmshöhe eintreffen. + Kassel, 23. Juni. Die Sprengung der hiesigen Festungemauern hat begonnen. - Pferdemusterungen finden in den nächsten Tagen statt: Montag, den 27. Juni, nachmittags 22 Uhr, zu Homberg, in der Nähe des Bahnhofs, für die Pferde aus den Orten Homberg, WäldersHäuser Hof, Gontershausen, Haarhausen, Niederofleiden und Oberofleiden. Dienstag, den 28. Juni, vormittags um 93/4 Uhr, zu Nieder- Gemünden, in der Nähe des Bahnhofs, für die Pferde aus den Orten Nieder- Gemünden, BurgGemünden, Ehringshausen mit Oberndorf, Otterbach und Rülfenrod. Donnerstag, den 30. Juni, nachmittags 2 Uhr 50 Minuten, zu Station Mücke, für die Pferde aus den Orten Flensungen, Ilsdorf, Lehnheim, Merlau und Kirschgarten. Kirschgarten. Donnerstag, den 30. Juni, nachmittags 312 Uhr, zu Nieder- Ohmen, am Ausgang nach Station Mücke, für ie Pferde aus den Orten Nieder- Dhmen und Elpenrod. Donnerstag, den 30. Juni, nachmittags 5 Uhr, zu Ruppertenrod, am Ausgang nach Flensungen, für die Pferde aus den Orten Ruppertenrod, Ober- Ohmen und Wettsaasen. Freitag, den 1. Juli, vormittags 83 Uhr, zu Groß- Felda, für die Pferde aus den Orten Groß- Felda mit Klein- Felda und Schellnhausen, Kestrich, Bellbach, Ermenrod, Hainbach und Windhausen. Kirchliche Nachrichten für Gießen. Evangelische Gemeinde. 4. Sonntag, nach Trinitatis, den 26. Juni. In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrassistent Schulz. Bugleich Christenlehre für die Neutonfirmierten der Matthäusgemeinde. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Schwabe. Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst. Pfarrer Euler. Nachmittags 2 Uhr: Kinderkirche für die Marcusgemeinde. Pfarrer Schwabe. In der Johanneskirche. Vormittage 8 Uhr: Siehe Stadtkirche. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Möller von der deutschen Seemannsmission in London. Nachmittags 2 Uhr: Kindergottesdienst für die Lutasgemeinde. Pfarrer Euler. Besondere Kollekte für die Seemannsmission. Sonntag, abends 8 Uhr: Vortrag des Pfarrers Möller von der deutschen Seemansmission in London, im Konfirmandensaal der Johanneskirche. Katholische Gemeinde. Samstag, den 25. Juni. Nachmittags um 5 Uhr und abends 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Sonntag, den 26. Juni. 5. Sonntag nach Pfingsten. Vorm. von 6.30 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heilig. Kommunion. พ " 11 8 n " Die zweite heil. Messe. um 9.30 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachm. um 2.30 Uhr: Christenlehre; darauf Andacht. Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschaft. Sabbath feier am 25. Juni 1904. Freitag Abend: 8.00 Uhr. Samstag vormittags: 8.00 Uhr. Nachmittags 4 Uhr. Sabbathausgang 9.40 Uhr. Wochengottesdienst: morgens 6.30 Uhr, abends 8.00 Uhr. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Samstag, den 25. Juni. Zurächst noch heiter, später wolkig und vielenorts Regenfälle mit Gewitter, schwül und wärmer, dann etwas fühler. Aussicht auf Gewitterregen. Näheres durch die Gießener Wetterfarte. Verantwortlich: für den volitischen, vermischten und unterhaltenden Teil Albin Klein Gießen; für den lokalen Tell Karl Klose, Grünberg. Sonntag, den 26. Juni, nachmittags 3 Uhr auf dem Sportplatz an der Hardt Grosse internationale Rad- Rennen Gesangverein„ Eintracht zu Hausen. Sonntag, den 26. und Montag, 27. Juni: 20. Stiftungsfest verbunden mit Fahnenweihe auf dem in der Nähe des Ortes gelegenen geräumigen Festplate. Festwirt: Schaad. Eintritt frei. Der Vorstand. Cabnkalk- Industrie GrossenLinden- Giessen. Inhaber: Carl Haas junior. Gießen. Ringofen- Kalkwerke. Grau Weiß- Stückkalk fowie Sackkalk 1. ftets vorrätig. Telephon: Kalfwerke Nr. 200, Kontor Nr. 282. sowie alle Stottern, Sprachfehler heilt Dir. F. Baum, Hauptanstalt Darmstadt. Kursus in Gießen Ludwigstraße 52, 3. St. im Hause von Frau Rittmeister Douglas. Für Schwerhörige Hörübungen zur Stärkung des Gehörs. Die besten Zeugnisse. Anmeldungen sofort erbeten. Sonnenschirme jetzt zu bedeutend herabgesetzten Preisen. 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Gedichte an die Underberg Deyise Boonekamp emper idem, H.UNDERBERG- ALBRECHT Fabrikation alleiniges Geheimniss der Firma: Hoflieferant Seiner Majestät des Kaisers und Königs Wilhelm D. am Rathhause in RHEINBERG am Niederrhein. Gegr. 1846. Anerkannt bester Bitterlikör! ausdrücklich: Man verlange Underberg- Boonekamp. 24 Preis- Medaillen! Schreckenstat verschuldet auf. Man wurde so geheimnisvolle Wer en mannigfachen Trauerin glühenden Versen in allen Four Teichliche" tauchten Schöne, die die Schuld an all ereignissen zu tragen schien? allgemach aufmerksam. war Ahnung, das noch im fehlerhafte Erfahrungen ber zur Tuberkuloſe- Erkran weder im einzelnen Ferner: Trob fortbestehendem Impfzwang hat sich die Sterbnur nach allgemeinen lichkeit an Tuberkulose in beren Armee vermindert. Ein Beweis dafür, daß die fung geneigt macht, liegt zur Beitr großen vor. muten, Stan daß er dem Eindringen und rfelbazillen weniger Widerstand Impfung hervorgerufen werden, wie Rotlauf, Bergiftung usw., daß entfände Erkrankungen, bie den Körper so schwächen können, entgegenzu Mariage Bitte heutige Frantfurter Zeitung. Schöne Mansardenwohnung, 3St 5 Räume nebst Küche, Bleichplat u. Gartenant., per sof. o. fp. 3. v. Ederstraße 2, Ecke Nordanlage * g. Blutstod. Timerman Hamburg Fichteftr. 33. Hilfe findet der Ueber Neue Strafgesetzbuchefer ber δας heutigen Auflage einen Prospekt beigelegt, auf welchen hiermit be sonders nochmals hingewiesen wird. hen hiermit be Lefer ber rg Fichteftr.& flod. Timerma findet ber Ede Norbanlag enwohnung, 3 Küche, Bleichple er fof. o. fp. 1.1 Boongkamp Maag Bitten N.Uaden- Arecht. Gegr. 1846. Anerkannt bester Bitterlikör! 24 Preis- Medaillen! ausdrankiloh: Underberg- Boonekamp. Man verlange weisung erfahren, zweifellos die Schreckenstat verschuldet habe. Sonderbar! Gedichte an die„ Unvergleichliche" tauchten in glühenden Versen in allen Journalen auf. Man wurde allgemach aufmerksam. Wer war die so geheimnisvolle Schöne, die die Schuld an all den mannigfachen Trauerereignissen zu tragen schien? Mr. Patterson hatte keine Ahnung, daß die Notiz über den verschwundenen Beamten seinem eigenen Buchhalter galt, nachdem dieser regelmäßig seine Geschäftsberichte aus Wien sandte und die Ursache der vorzeitigen Rückkehr mit dem Hinweis auf die erhöhte Tätigkeit begründete, zu der ihn der ehrenvolle Auftrag nötige. Als vor dem Annatage, wie alljährlich in Wien die Aufforderung an die Damen zur Beteiligung an der Schönheitskonkurrenz erschien, schrieb ein viel gelesenes Blatt: Solche Unternehmungen lassen sich leicht wagen zu einer Zeit, wo die vornehmsten Schönheiten der Hauptstadt ferne sind und jedes Mauerblümchen Gelegenheit findet, zu unverdienter Geltung zu kommen. Wer die Gesellschaft unserer Stadt fennt, weiß ohnehin seit dem Winter, welcher Dame mit Stimmeneinheit der Schönheitspreis zukommt." Diese Verherrlichung einer Unbekannten rief große Aufregung besonders unter den Leserinnen hervor, und die Redaktion des Blattes wurde überschwemmt mit Nachfragen um den betreffenden Namen, der jedoch als Redaktionsgeheimnis verschwiegen bleiben mußte. Gekränkte Eitelkeit und Neid ließ viele der so hart Betroffenen von nun an nicht mehr ruhen. Ginige Tage später prangten an allen Straßenecken und Borstadtplanken farbige Plakate mit den in riesengroßen Lettern gedruckten zwei Worten: Nellys Geheimnis. ( Schluß folgt.) Der Hausdoctor Impfung und Tuberkuloje. Von der Schutzpocenimpfung feindlicher Seite werden immer neue Anklagen gegen diese erhoben. Seit Entdeckung des Tuberkelbazillus als Ursache der Tuberkulose ist die alte Behauptung, daß durch die Impfung Tuberkulose entstehe, unmöglich geworden. Nun taucht die neue auf, daß durch die Impfung die Disposition zur Erkrankung an Tuberkulose geschaffen werde. Die Annahme ist sehr verbreitet, daß durch das Entstehen oder den Ablauf gewisser Krankheiten im menschlichen Körper eine größere Empfänglichkeit für Erkrankung an Tuberkulose geschaffen werde. Dies wird z. B. angenommen von der Zuckerkrankheit, Masern, Keuchhusten und im llgemeinen von entkräftenden Krankheiten. Gehört dazu auch die hurzdauernde fieberhafte Erkrankung, die durch die Impfung hervorgerufen wird? Da Tuberkulose die häufigste Krankheit der Menschen ist, werden natürlich auch eine Anzahl Geimpfter und Wiedergeimpfter in Tuberkulose früher oder später nach der Impfung erkranken. Wer solche Fälle sammelt, wird natürlich Material in Masse vorjinden; wer mehrere gesucht oder ungesucht zu Gesicht bekommt der zu Gehör, wird, wenn er sich nur den nächsten Eindrücken hingibt, geneigt sein, die Tatsache der früheren Impfung mit der der späteren Erkrankung in Zusammenhang zu bringen. Zur Zeit ist jedoch keinerlei Kennzeichen bekannt, aus dem man erkennen und beweisen könnte, daß im Einzelfalle die nach der Impfung entstandene Tuberkulose oder Skrophulose Folge der Impfung sei, oder woraus man beweisen könnte, daß ein einzelner nach der Impfung zur Erkrankung an Skrophulose oder Tuberkulose geneigter sei, als nicht geimpfte Menschen. Eine derartige, auf den Einzelfall gerichtete Behauptung muß deshalb als willkürliche anerweisbare gelten. Sollte jedoch aus den Sterblichkeitsverhältnissen im Großen in Beweis in dieser Richtung versucht werden, so müßte man agen: die häufigste Todesursache ist für die heutige Zeit Tubertulose. Hätte sich die Häufigkeit der Tuberkulose durch die allgemeine zwangsweise Impfung vermehrt, so würde die Sterblichkeit der Menschen im ganzen seit Einführung des Impfzwanges zugenommen haben. Dies ist jedoch nicht der Fall. amt. e Univerfis ken. ung. benschule foll vorm. 11 Uhr aferarbeit für di nten Zeitpunkt ar auf Vordruck, de Jungen liegen be Lage. Ferner: Troß fortbestehendem Impfzwang hat sich die Sterb lichkeit an Tuberkulose in der deutschen Armee vermindert. Ein Beweis dafür, daß die Jmpfung zur Tuberkulose- Grkrankung geneigt macht, liegt zur Zeit weder im einzelnen noch im großen vor. Man kann nur nach allgemeinen Erfahrungen vermuten, daß entkräftende Erkrankungen, die durch fehlerhafte Impfung hervorgerufen werden, wie Rotlauf, Blutvergiftung usw., den Körper so schwächen können, daß er dem Eindringen und Wuchern von Tuberkelbazillen weniger Widerstand entgegenzusezen vermag. Auch kann man die Möglichkeit nicht ganz in Abrede stellen, daß bei geimpften Kindern, die irgendwo in ihrem Körper z. B. in sogenannten skrophulösen Drüsen schon Tuberkelbazillen be= herbergen, in einzelnen Ausnahmefällen unter starker fieberhafter Erkrankung eine raschere Vermehrung oder Verbreitung dieser Bazillen ermöglicht oder begünstigt werden könne. Abgesehen von diesen ganz vereinzelten Fällen, muß die Annahme, daß durch die Impfung eine Disposition zur Entstehung von Skrophulose oder Tuberkulose begründet werde, als unerwiesen bezeichnet werden. * Berztlicher Ratgeber. Die Gesichtsrose wird vom Publikum oft sehr leicht genommen. Sie ist aber fein ungefährliches Leiden. Es entsteht durch Ansteckung und kann öfters wiederkehren. Aerzte sind besonders gefährdet. Erſt vor einigen Jahren starb ein sehr befähigter jüngerer Arzt an Gesichtsrose, die er sich in Ausübung seines Berufes zugezogen hatte, und vor kurzem erschoß sich ein junger Arzt, der an Gesichtsrose litt, im Fieberwahn. Man kann fiebernde Kranke gar nicht genug bewachen; infolge der Höhe des Fiebers wird der Geist zeitweise getrübt, und es kommt dann leicht zu Selbstmord= versuchen. * Dieser Gefäßmäler der Säuglinge. Es gibt zwei Arten von Gefäßmälern: die eigentlichen Gefäßmäler und die Feuermäler. Die eigentlichen Gefäßmäler sind erhaben dunkel, violett oder blau, die Feuermäler hell, weinrot, nicht erhaben über die Haut. Die eigent lichen Gefäßmäler bedürfen zu ihrer Beseitigung meist der Zerstörung durch den Arzt mit dem schwach rotglühenden Spißbrenner. Aber auch der einfache, langdauernde Druck führt in vielen Fällen zum Ziele, insbesondere bei Gefäßmälern am Schädel. Druck wird am besten bewirkt durch einfaches Aufpinseln von Jchthyolkollodium( ein Teil Ichthyol auf zehn Teile Kollodium). Man bepinselt das Mal täglich 2-3mal mit dieser Flüssigkeit, bis sich nach mehreren Tagen eine dicke, braunschwarze Kruste gebildet hat, die allmählich von selbst sich abhebt. Ist diese Decke abgefallen, so beginnen die Einpinselungen von neuem. Jedesmal wird das Mal flacher und heller. Auch wenn das Mal anscheinend geschwunden ist, muß die Aufpinselung von Ichthyolkollodium noch lange fort= gesetzt werden, um eine Wiederkehr des Mals zu verhüten. Dieselbe Behandlung ist auch bei den Feuermälern von Erfolg, aber nur bei Neugeborenen, nicht bei älteren Kindern und Erwachsenen. Am größten ist der Erfolg dieser Pinselungen gleich nach der Geburt. Es ist deshalb falsch, mit der Beseitigung dieses Schönheitsfehlers lange zu warten. Die Barlowsche Krankheit ist eine Erkrankung der Knochen bei Säuglingen, die mit Schwellung und großer Schmerzhaftigkeit berbunden ist. Die Kinder sehen sehr blaß aus, oft ist auch das Zahnfleisch geschwollen. Die Ursache der Erkrankung ist eine fehlerhafte Ernährung, die vorzüglich in dem Mangel frischer Nahrungsmittel besteht. Bisweilen scheint es schon ein Fehler zu sein, daß ein Kind zu lange mit reiner Milch aufgezogen wird. Ganz besonders schädlich ist für manche Kinder die lange Zeit fortgesetzte Ernährung mit sterilisierter Milch. Bei anderen Kindern ist ein zu lange Zeit gebrauchtes künstliches Milchpräparat für die Entstehung der Barlowschen Krankheit verantwortlich zu machen. Auffallenderweise erkranken fast nur die Kinder gutfituierter Familien an Barlowscher Krankheit. Vielleicht läßt sich dies dadurch er= Klären, daß die Kinder ärmerer Eltern meist schon vor Abschluß des ersten Lebensjahres neben Milch auch frisches Gemüse und Kartoffeln erhalten. Die Barlowsche Krankheit heilt nach mehreren Wochen, seltener schon nach mehreren Tagen bei richtiger Ernährung. Neben frischer Milch ist Fleischsaft, Apfelsinensaft, Apfelmus, Spinat, Kalbsbrühe, Hühnersuppe usw. empfehlenswert. Neuerdings gibt man in schweren Fällen dreimal täglich einen Teelöffel frischer Bierhefe. 1 RE. 141 esperrt. auf weiteres füc und Steinstraße ifationsarbeiten ung. Gießen. Freitag, den 24 Junt. nen 1904. Familienzeitung. Oberhessische Tägliche Unterhaltungs- Beilage Gießener Neueste Nachrichten. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1788); verantwortlich: Albin Klein. ( 8. Fortsetzung.) Die Adjaren. Originalroman von Arthur Gundaccar v. Suttner. „ Das darf er nicht!" rief Djambek bestimmt. Wenn er so weit seine Pflicht vergißt, müßte man auch ihn in Anklagezustand versezen. Uebrigens werde ich deinen Auftrag gern ausführen; ich will sogleich Artschil in Kenntnis seßen." Tue das, und sobald es hier neues gibt, sollst du be nachrichtigt werden." Die Neuigkeit ließ nicht lange auf sich warten; am folgen den Morgen schon kam einer von Elisbas Leuten atemlos zu Djambet gelaufen: ,, Schnell, Herr, ein Unglück ist geschehen!" Der Mann war so erregt, daß er keine weitere zusammenhängende Phrase zu sprechen vermochte, und Djambek machte sich daher eilig auf, um zu sehen, was vorgefallen war. Als er in das Gehege des Nachbarbesizes sprengte, traf er auf einen Trupp Bauern und Pächter, die dort heftig gestikulierten und zu beraten schienen, während weiter gegen das Haus zu die Eskorte des Kaimakam sichtbar war, die mit den Waffen in der Hand vor dem Eingang standen. Ohne die Zurufe der Leute zu beachten, ritt Djambek auf die Wache zu: ,, Was gibt es?" fragte er einen der Zunächststehenden. „ Was es gibt?" erwiderte der Mann finster. Daß man hier einen Mord begangen hat." „ Einen Mord! An wem?" „ An Ali- Beg." ,, Nicht möglich!" Djambek wollte in das Haus stürzen, aber die Leute verwehrten ihm den Eintritt. So laßt mich doch!" herrschte er sie an. Mit welchem Recht wollt ihr mich hindern, das Haus meines Freundes zu betreten?" Jezt kam auch die Schar der Bauern näher, zu der immer neue Ankömmlinge stießen. den Leuten Djambek zu. „ Sie wollen Elisba gefangen nehmen!" riefen einige von Habt ihr einen Befehl hierzu?" wandte sich dieser wieder zur Wache. Wenn nicht, so schert euch eurer Wege und ihr werdet die Folgen zu bereuen haben!" wartet, bis ihr Auftrag bekommt. Laßt mich nun hinein, oder „ Recht so!" riefen die Leute, die nun ganz nahe heranJekommen waren und drohend die Hände an ihre Dolche legfen, während die Untergebenen des Kaimakam ihre Flinten inzugreifen. in Bereitschaft setzten, mehr um sich zu verteidigen, als um ,, Wagt es nur, einen Kampf heraufzubeschwören, dann soll es euch schlecht ergehen!" rief Djambek drohend. " Ja, wagt es nur!" sekundierten die anderen.„ Wir jaben es satt, uns länger als Tiere behandeln zu lassen. Der Raimakam hat das erhalten, was er längst verdient." ,, Und nun möge mir einer das Ganze erklären. War jemand von euch dabei?" wandte sich Djambek an die Bauern. Mehrere von ihnen traten vor, und einer ergriff das Wort: Wie Ihr wißt, Herr, bin ich derselbe Pächter, der seit Jahren jene Grundstücke, die Elisba gehören, bearbeitet. Vor mir war schon mein Vater und vor diesem mein Großvater hier feſtſässig; dieser letztere lebt noch und kann bezeugen, ( Nachdrud verboten.) daß Elisba der rechtmäßige Eigentümer ist; der Alte und noch einige Leute waren gegenwärtig, wie der Kaufpreis ausgezahlt wurde. Oft genug hat er erzählt, daß der damalige Kaimakam zu Elisbas Großvater sagte: Ich übergebe dir hier vor Zeugen den Besitz, den du rechtmäßig erworben hast; dein Eigentum erstreckt sich nun bis hierher" und gleichzeitig wurde in Gegenwart der Zeugen der Kohlenkorb versenkt.*) Gestern nun wollten wir den Vertrag auf zehn weitere Jahre abschließen, als der Mudir erschien und uns im Namen des Gesetzes verbot, das Uebereinkommen zu treffen, da der Kaimakam das Grundstück als Staatseigentum beanspruche. Wir kehrten uns nicht weiter um derlei Unsinn, sondern taten, wozu uns das gute Recht ermächtigte. Heute nun kam Ali- Beg selbst herüber und wies mich an, augenblicklich den Pachtgrund zu verlassen; wenn ich nicht freiwillig gehe, drohte er, mich gewaltsam hinwegschleppen zu lassen, um mich noch obendrein einzuferfern. Ich lief zu Elisba, um ihm das ganze zu berichten, und dieser kam sogleich mit mir zurück. Der Kaimakam wollte ihn nicht einmal zu Wort kommen lassen, sondern empfing ihn mit groben Schimpfreden, und da Elisba endlich auch die Geduld verlor, so kam es zu einem heftigen Streit, bis Ali- Beg gegen ihn einen Hieb mit der Peitsche ausführte. Da riß der andere den Dolch aus dem Gürtel und Ali- Beg stürzte zusammen." ,, Das geschah drüben in deinem Gehöfte?" Der Mann nickte bejahend. ,, Und was wollen die Leute nun hier vor Elisbas Haus?" „ Er hat die Flucht ergriffen, und sie glauben, daß er sich hier verschanzt hat." Ich will euch etwas sagen," wandte sich Djambek an die Diener der Gerechtigkeit, eure Pflicht ist es, von dem Vorfall Anzeige zu machen, damit Elisba zur Verantwortung gezogen werde. Niemand hat euch aber das Recht gegeben, sein Haus zu belagern, und ich fordere euch daher nochmals in gutem auf, den Eingang freizugeben. Wir sind nicht gesonnen, eine Ungesetzmäßigkeit zuzugeben, und werden uns dagegen zu wahren wissen." ,, Bist du bereit, für den Mörder Bürgschaft zu leisten?" versetzte jetzt der Führer der bewaffneten Schar.„ Willst du mit deiner Person haften, daß Elisba, wenn wir uns zurückziehen, nicht das Weite sucht?" ,, Nein, das will ich durchaus nicht, denn wenn er die Abſicht hat, zu fliehen, so werde ich der letzte sein, der ihn davon abhält. Wer sagt euch übrigens, daß er überhaupt hier ist? Ihr steht da, und vielleicht hat er sich längst in Sicherheit gebracht." Wir haben ihn gesehen, als er durch das Buschwerk in diese Richtung rannte." ,, Gut, so laßt mich nachschauen, ob er im Hause ist; dabei gibt es doch keine Gefahr für euch. Treffe ich ihn und hat *) Statt Grenzsteinen wurden kohlengefüllte Körbe in die Erde vergraben. 2. 147. Wonnementopreis: Sane gebracht 60 E Dobellagon: Obe mab bie tegen Das Blatt erfdeint nger feiner otEnthält Der Kri für Ober hrend die mit Sp idten über die Vorgänge reffen wollen, fommt jest ein neues Treffen, das a pionmen, nördlich von haben foll Das Bureau Reuter m blutigen Zusamm Tokio vom 24. Juni Am Dienstag griff fanterie, Staballerie u Streitmacht Ayangpionn und ging bei Sonnent urid. Die Russen ber wundete; die japanische Die russische Berichter Paving und Haitscheng interessant zu werden beri Ginnahme von Sien General Siacharom fendet folgende vom 22. Juni da Am 21. Juni griff morgens unfere Vorpos Gjeniutschen auf beiden Unfere berittenen Feld dringenden Gegner lan neun Estadrons mit e nadh Saiping zurück. fanterieabteilungen nad den nach und nach ande bemerkt und gegen aben panijchen Truppenabtei als einer Division In und 32 Geschüben besta Gjeniutschen liegt etn bing. Die japanischen find dieselben, die bei& Gjeniutschen aus fönnten xoon Diten her nach Kaivi offnet haben, so daß die Biljeno herankommender die Bewe General Siacharom reiden tann. weiler in einem Telegra faja( t fein. ແ Die Leute berieten ein paar Augenblicke hindurch, dann ergriff der Anführer wieder das Wort: Es ist wahr, dein Hineingehen wird ihn nicht in Sicherheit bringen." Auf ein Zeichen gaben die anderen genügend Raum frei, um Djambek durchzulassen. Die Eingangstür öffnete sich auf einen leisen Druck, um sogleich hinter ihm ins Schloß zu fallen und verriegelt zu werden; offenbar hatte man der Verhandlung zugehört und die Tür geöffnet, sobald Djambef herangekommen war. Elisbas alter Diener Bessarion empfing den Ankömmling. ,, Er ist oben," sagte er flüsternd. Diambek trat in das ihm wohlbekannte Gemach. Elisba lehnte am Kamin, während seine junge Frau ihm zu Füßen gesunken war und heftig schluchzte. Alles Blut war aus den Wangen des Attentäters gewichen, und die Hand spielte in zitternder Erregung mit dem Griff der Flinte, die schußbereit auf dem Kamin lag. Des Freundes Erscheinen schien dem Paare eine Beruhigung zu sein, wenigstens hörte die Frau zu schluchzen auf, und ihr Gatte ging mit einem erleichterten Seufzer dem Ankömmling einige Schritte_entgegen. ,, Das ist eine schlimme Lösung," sagte Djambek in bedauerndem Ton. Ich will dir feinen Vorwurf machen, Elisba, denn, bei Gott, an deiner Stelle hätte ich das gleiche getan." ,, Und jetzt, wo die unglückliche Tat geschehen ist, fühle ich doch bittere Neue. Du kannst mir bezeugen, Djambek, daß ich nie ein Händelsucher war. Ist er tot?" „ Ich weiß es selbst nicht. Doch jetzt ist nicht die Zeit, davon zu reden, ob lebend oder tot die Sache ist einmal geschehen, und wir müssen beraten, was nun zu tun ist. Wie denkst du darüber?" ,, Meine erste Absicht war die, mich dem Gericht zu stellen, aber Eka beschwört mich, diesen Gedanken aufzugeben; sie behauptet, daß ich damit mein eigenes Todesurteil unter zeichne." Das wohl kaum, allein eine schwere Verurteilung wäre immerhin die wahrscheinliche Folge." Er muß fliehen!" mengte sich Gfa jezt in die Beratung. „ In der Flucht liegt sein einziges Heil." „ Das ist leicht gesagt; das Haus wird bewacht, und die Leute sind nicht zum Rückzug zu bewegen. Wohl sind wir In der Uebermacht, aber die Sache würde nur noch verschlimmert, wenn—" ,, Nein, um meinetwillen darf da kein weiteres Menschenleben aufs Spiel gesetzt werden- eher überliefere ich mich auf der Stelle der Wache." So bleibt also nur die Flucht der rettende Ausweg," jagte Eka drängend. Diambet schwieg; er überlegte, wie diese Flucht bewerkitelligt werden konnte, und schien endlich einen Plan gefaßt zu haben; er zog das Paar ganz in seine Nähe und teilte hnen im Flüsterton seine Idee mit. ,, An euch ist es, hier im Innern die Sache so auszuführen," sagte er dann etwas lauter ,,, ich und meine Leute, wir warten mit den Pferden bei der großen Linde im Hirschwald, verstanden?" Beide nickten bejahend, und Djambek schied mit einem Händedruck. „ Elisba ist im Hause," sagte er, wieder ins Freie tretend. „ Er teilt jedoch meine Ansicht und erklärt, sich nur dem er geben zu wollen, der ihm einen Haftbefehl vorzeigen kann. hr seht also, daß es einfacher ist, die Anzeige zu erstatten und uch von eurem Vorgesezten die Vollmacht geben zu lassen." Der Mudir kehrt erst morgen früh aus Batum zurück," erwiderte der Anführer.„ Bis dahin kann der Mörder über alle Berge sein." Djambek zuckte die Achsel: Ich weiß euch keinen besseren Rat." Wir wollen es so machen," entgegnete der Polizist,„ emer von meinen Leuten geht, die Befehle einzuholen, und unter bessen werden wir anderen hier zur Bewachung zurückbleiben." br tätet vielleicht vor allem gut, cuch um curen Kaimakam zu bekümmern." as ist bereits geschchen, man hat soeben nachgesehen." „ lird er lebt?" Er lebt, liegt aber noch immer ohne Besinnung." Der anführer besprach fich jetzt mit seinen Leuten und einer alts dem Häuflein ertlärte fich bereit, mit der Botschaft abzugehen, während die anderen sieben Mann sich so um das Haus aufstellten, daß jede Seite des Gebäudes bewacht war. Da wurde wieder ein unwilliges Gemurmel unter den Bauern vernehmlich: ,, Sie tun gerade, als wären sie auf der Bärenjagd!" schrie der Pächter. Auf, Leute, wir wollen ihnen zeigen, daß man Elisba nicht in der Falle fängt, so lange Arme da sind, ihm herauszuhelfen." Nun trat aber Djambek beschwichtigend gegen seine Landsleute vor: ,, Elisba bittet euch, um seinetwillen keinen Kampf heraufzubeschwören; ihr würdet dadurch seine Sache verschlimmern und über euch selbst die Nache der Machthaber bringen." Dann flüsterte er dem Pächter zu: In einer Stunde erwarte ich dich bei mir, dein Beistand ist anderweitig nötig. So," fuhr er wieder mit lauter Stimmer fort, gehen wir nun, Leute! Der Bote kann erst morgen früh zurückkehren, und da wollen wir uns wieder einfinden, um zu sehen, was es neues gibt." Und wenn sie jetzt, sobald wir fort sind, ins Haus brechen?" entgegnete einer der Bauern. So unvorsichtig werden sie nicht sein; Elisba und seine Diener sind auf der Hut und werden jeden derartigen Angriff zurückzuschlagen wissen." Diambet bestieg sein Pferd, und auf ein Zeichen des Pächters hin verließen die Leute langsam das Gehöft. Sechstes Kapitel. Gegen Mitternacht verließ Djambek in Begleitung meh. funden hatte, sein Haus. Der kleine berittene Trupp wählte rerer seiner Leute und des Pächters, der sich bei ihm eingeknapp an bewohnten Orten vorbeizukommen und die Leute den steilen Weg, der gegen das Gebirge führte, um nicht zu zu alarmieren. Diese Umgehung verlängerte den Weg um ein gutes Stück, aber man hatte genügend Zeit vor sich; erst gegen zwei Uhr sollte der Streich ausgeführt werden. Djambek besprach sich leise mit dem Bächter: haben wird, als wir glauben. Stirbt der Kaimatam, so wird " Ich fürchte, daß die Sache schliminare Folgen für Elisba das Urteil sehr streng ausfallen, und da man, falls die lucht gelingt, den Täter nicht zur Abbig ng seiner Strafe bringen kann, so dürfte man sich an seinen Angehörigen schablos au halten suchen. Deine erste Sorge muß mithin die sein, letne Gattin womöglich schon morgen in Sicherbett zu bringen „ Ich sehe noch andere Dinge kommen," veste Jurhane, der Pächter.„ Man wird Elisba vogelre erflores und seinen Besitz einziehen." Du magst recht haben, daran habe ich gas mid gent " Natürlich wird man bei dieser Gelegenhet chin b sein Mütchen fühlen." Das sehe ich nicht ein, warum sollte man entziehen?" beaut Nun, wir werden sehen," sagte Jordane leufsend ,, Beruhige dich; ich beabsichtige, morgen nach der Stadt zu fahren, um in Elisbas Namen einen Hürtges Trunal a gewinnen. Gleichzeitig will ich mit meinem Obrt reden, der beim Tribunal eine einflußreiche Stell. cinn med wird ihm hoffentlich gelingen, dich aus dem Spiel au und dir deinen Bacht zu sichern." n Nach einstündigem Ritte langte man bei der großen ride an. Djambet suchte selbst das kräftigſte unter den Berben aus, versicherte sich, daß der Sattel fest geschnallt war, und band das Tier lose an einen Baumast. Dann setzte er sto schweigend zu den anderen, die sich unter dem Baum gelag hatten. Die Nacht war keine helle, aber doch konnten die Wächter die Elisbas Haus umgaben, deutlich das vor ihnen liegende Gebäude ausnehmen. Je drei Seiten wurden von zirel Mann bewacht, während für die vierte nur einer übrig geblieben war. Um sich den Schlaf zu vertreiben, rauchte dieser eine Pfeife nach der anderen und summite leise ein Lied vor sich hin das er nun wohl schon zun hundertsten Male von Anfang bis zum Ende durchgenommen hatte. Schließlich fielen ihm doch auf einige Minuten die Augenber su, und er bedurfte eines energischen Entschlusses, um sich inteder aus dem wohltätigen Halbschlummer aufzurütteln. D ( Noctepung folgt.) Die Träne weih' ich der Vergangenheit, Die offne Hand dem Schmerz, der Not der Zeit, Zur Ewigkeit entsend' ich das Gebet, Das seufzend aus des Herzens Tiefen fleht. Nellys Geheimnis. Humoreske von A. v. Plankenberg. ( Nachdruck verboten.) ,, Nun, was sagst du zu dieser Fernsicht? Kann sich unser österreichisches Alpengebiet nicht fühn mit den vielgepriesenen Schweizer Bergriefen messen? Richtiger noch, es ist einzig in seiner Art, geradezu unvergleichlich. Findest du nicht auch?" Allerdings. Der Aufstieg iſt lohnend; die Fernsicht übertrifft alle meine Erwartungen." „ Und das sagst du so trocken, so ohne jede Spur von Freude und Begeisterung, während mir Herz und Mund übergehen im Genusse solcher Stunden?" ..Du hast Talent, dich für eine Sache zu erwärmen, sie immer im besten Lichte zu sehen; mir fehlt diese Gabe." Deine Mißstimmung ist mir schon seit dem ersten Tage unferes Zusammentreffens aufgefallen. Wozu sich die kurze Beit langersehnten Urlaubes dermaßen verbittern? Was drückt dich eigentlich?" Die beiden jungen Leute hatten sich ins Gras gesetzt. Otto fchaute fragend seinen Begleiter in das nachdenklich gesenkte Antlitz. So rede doch, Freund! Steckt vielleicht eine zarte AngeTegenheit dahinter, an der man nicht rühren darf?" Er rückte zwei Schritte zur Seite und lächelte geheimnisvoll. Was dir einfällt! Ich und verliebt sein! Wo denkst du bin? Berufssorgen sind es, die mich verstimmen, nicht mehr und nicht weniger. Was ist darüber zu reden?" „ Sehr viel meiner Meinung nach. Wer weiß, ob ich dir nicht behilflich sein kann, sie abzuschütteln. Gar so schlimm kann es nicht damit stehen. Deine Stellung als Buchhalter der alten, soliden Firma Patterson und als Vertrauensmann des ChefsDas ist's ja eben. Vertrauen verpflichtet. Diese Sonderstellung legt mir besondere Pflichten auf, Pflichten, denen ich mich nicht immer gewachsen fühle." ,, Sage mir, um was es sich handelt; mein Beruf als Journalist stimmt mich begreiflicherweise immer lüstern nach sogenannten Stoffen. Gib mir nur die Andeutung eines solchen und ich weiß sofort etwas daraus zu machen." Edmund sah, von einem plötzlichen Gedanken erfaßt, lebhaft auf. Es ist wahr! Daß ich nicht selbst bisher daran dachte! Wer versteht das Geheimnis der Reklame besser als Ihr Zeitungsmenschen!" Keine Schmeicheleien, lieber Freund! Nun, rück' heraus mit deinem Geheimnis!" Der Urlaub ist mir hauptsächlich zu dem Zweck erteilt worden, damit ich Muße finde, einer Idee nachzuhängen. Herr Patterson gedenkt nämlich, ein neues Schönheitsmittel einzuführen; es fommt nun alles darauf an, wie die Geschichte angepackt wird. Name, Empfehlung, die Art, in der die Aufmerksamkeit des Publikums erregt wird, sind von größter Wichtigkeit für die Zukunft des Artikels. Mein Chef meint, wir Deutschen besäßen keinen Erfindungsgeist für Reklamezwecke, und doch will er dieses Mal etwas noch nie Dagewesenes. Mich hat er mit dem Auftrag beehrt, die Mittel hierzu ausfindig zu machen, koste es, was es wolle. Eine verdammt figliche Sache! Ich zerbreche mir vergebens den Kopf darüber." Mr. Patterson will es sich etwas kosten lassen? Hast du entsprechende Vollmacht?" Gewiß. Große Erfolge sind nur durch große Vorausgaben zu gewinnen." ,, Ganz meine Meinung." Otto sprang hastig auf.„ Lass' alles Grübeln! Sei wieder munter! Hier meine Hand. Wir machen die Geschichte miteinander. Du hast nichts zu tun, als mir zu folgen und den unausbleiblichen Erfolg redlich mtt mir zu teilen, natürlich in aller Stille. Soll es gelten?" Mit größtem Vergnügen. Aber wie um Himmelsllen,, Nur keine unnüßen Fragen! Beantworte lieber die meinen so fnapp, wahrheitsgetreu und bündig, als irgend möglich." Otto zog ein Notizbuch hervor, nahm den BleiStift in die Rechte und begann, indem er Edmund bedeutete, ruhig liegen zu bleiben: ,, Hat dein Chef Familie?" Eine einzige Tochter; die Frau ist tot." Mir sehr erwünscht. Die Tochter dürfte erwachsen sein. Ist sie schön?" ,, Sogar sehr schön." ,, Liebst du sie?" Fällt mir nicht ein! Was hätte ich armer Teufel von dieser Erbin zu hoffen?" Hand und Mitgift, wenn das Geschäft gelingt. Oder willst du lieber, daß ich-" ,, Verbrenne dir nicht die Finger. Hätte Mr. Patterſon nicht höhere Absichten mit seiner einzigen, so würde er wohl ihren Wünschen nachgegeben und das Verhältnis mit dem schmucken Jäger- Oberleutnant geduldet haben, der ja geradezu Feuer und Flamme für die schöne Cornelie ,, Halt! Nicht so rasch." Otto notierte flüchtig: JägerOberleutnant. In welcher Garnison?" Cegenwärtig noch in Wien." Gut. Wie wird das Fräulein in der Familie gerufen?" „ Nelly." Vortrefflich. Nelly erwidert vermutlich die Liebe ihres Oberleutnants?" ,, Mit schwärmerischer Glut." Sie würde wahrscheinlich sehr dankbar sein, wenn man ihr behilflich wäre, ihren „ Sein Vorname lautet Alexander, mehr darf ich nicht verraten." machen." Schön. Wir werden also ein Paar aus den Beiden Edmund starrte sprachlos auf seinen Freund. Endlich rief er: ri " Ja, sag' mir nur-" „ Das werde ich gewiß nicht tun. Im Geheimnis liegt das Zaubermittel. Und nun weiter. Wo halten sich Vater und Tochter derzeit auf?" Jedenfalls in Ischl. Dann wollten sie durchs Gesäute nach Aussee, später noch in ein Nordseebad." Einverstanden, unsere läne begegnen sich. Und du. lieber Freund?" " Ich? Wie meinst du das?" Wie ich's sage. Dich zieht es wo anders hm? Mee Bergfahrt entsprach keinem Herzensbedürfnis." Ich schloß mich dir an, da ein Zufall uns zufammen führte. Die Einsamkeit der Bergwelt sollte autre lo hoffte, auf einen guten Gedanken verhelfen, das übrige var mir gleich." „ Wenn dem so ist, dann fahre nach Wen rud, ber zwei unerläßliche Bedingungen mi id tellen erstens Du hältst dich in tiefster Verborge hett, i ich o obe volle Freiheit zurückgebe; zweitens: Du stehst eine Arte fung auf dreihundert Gulden aus, die ich dir ftant errechnen werde. In der nächsten Schutzhütte sind Feder im Tints w haben. Formulare zu Anweisungen trägst u de wiffenhafter Vertreter der Firma Patterson gewiß immer bet otr. Wenn es dir Ernst ist, kannst du morgen mittag dein Bier wieder in der Hauptstadt trinken, aber, wohlgemerkt, so, doß dich keiner deiner Bekannten sieht." Wenige Tage später erschien in einem der ersten Blätter folgende Notiz: Das geheimnisvolle Verschwinden eines junaen Mannes, der als Vertreter einer am hiesigen Plate aut würdigste vertretenen Weltfirma allgemein geachtet war. macht viel von sich reden. Der junge Mann soll in letzter Zeit ein auffallend trübsinniges Wesen zur Schau getragen haben. Die letzte Spur des Verschollenen findet sich im Fremdenbuche der Rayalpe. Ein Unglücksfall ist nicht leicht anzunehmen; man fürchtet einen Selbstmord, da es seinen Freunden bekannt war, daß die hoffnungslose Liebe zu einer jungen Dame ihn zu wiederholten Verzweiflungsschritten getrieben hatte. Als kaum eine halbe Woche später in Ischl ein junger, eleganter Kurgast Hand an sich legte, tauchte abermals diesmal in verschiedenen Blättern die Vermutung auf, der Fremde sei durch den Anblick einer gegenwärtig dort weilenden, bezaubernden Schönheit von wahnsinniger Liebe ergriffen worden, die, nachdem sein Antrag schroffe zurückNach den Berich Say bon etwa Storte hon. dichten Nebels die Tichar Gegners, mehr Aussagen der Ortsb Tianpanlin- Pak be Vom Tantschi waren die nicht weiter vorgerü ten, ist eine bedeuten Stehende Abteilung Am Morgen des 22 fiapudia zu über patrouillen stellten jan nach Hautscheng sich unter den Salt einigem Verlust Seite wurde ein 19 17 Die nördlich von Fönha Juni nahmen etiva ein Bataillo vallerie start war, ners bejezte Tichan Liautidang ein. 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