Nr. 119. bonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., we Saus gebracht 60 Bfg., durch die Poft bezogen viertelfährlich Mt. 1.50. Gratisbetlagen: Oberheffifche Bamilienzeitung( täglich) und die Gießener Getfenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Dienstag, den 24. Mai 1904. Gießener 13. Jahrgang. Insertionspreis: Die einspaltige Petitzelle für ganz Oberhefsen, die Kretse Weglar und Marburg 10 Pfa. fonit 15 Big. Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Bostzeitungslifte No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen, Seltersweg 88. Fernsprechanschluß Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Stekener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Sießener Beifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Der Krieg in Oftalien. In den Bewegungen der ersten japanischen Armee unter General Kuroki ist eine neue Verzögerung eingetreten. Wie es heißt, ist Kurokis Avantgarde 60 Meilen westlich von Fonghwanghtschng auf 32 000 Russen gestoßen und hat sich borsichtigerweise zurückgezogen. Die Spiße der Japaner soll jetzt wieder bei Fönghwanghtscheng stehen. Während anfänglich von einer großen Schlacht gemunfelt burde, die bei dieser Gelegenheit geliefert sein sollte, und bei der die Japaner tausende von Toten zu beklagen gehabt hätten, reduziert sich der Vorgang tatsächlich darauf, daß Kosaken die Flanke der japanischen Division, die die Vorhut bildete, beunruhigten, bis sich diese wieder auf das Hauptkorps zuridzog. Daß es dabei zu Verlusten auf beiden Seiten kam, ist selbstverständlich, doch sind diese nicht so erheblich gewesen, daß es irgend lohnt, davon Aufhebens zu machen. Immerhin aber sind durch die jetzige Konjunktur die russischen Ausfidhten besser geworden. Kuropatkin und seine Truppen sind boll guter Zuversicht, um so mehr, als es heißt, daß die Rassenfreunde in Korea die Rückzugslinie der Japaner zu bedrohen gedenken. Aus Söul liegt folgende Nachricht vor, die von einem drohenden zu melden weiß. Aufruhr in Korea Die koreanischen Russenfreunde beginnen infolge der letten Mißerfolge der Japaner wieder eine rege geheime Tätigkeit zu entfalten, namentlich im Norden und Osten des Landes. Man glaubt, die Japaner würden in allernächster Zeit genötigt sein, gegen einen ernsteren Aufruhr Truppen vom Jalulager abzuzweigen. Viel kommt darauf an, ob das Wladivostok- Geschwader aus dieser Situation Nutzen zu ziehen vermöchte. Bei der Tatkraft, die der Kommandierende des Geschwaders Stets an den Tag gelegt hat, ist zu erwarten, daß er die sich ihm bietende günstige Gelegenheit beim Schopfe ergreifen wird. Die japanische Flotte fährt inzwischen fort, Port Arthur durch gewaltsame Rekognoszierungen zu beunruhigen und mit den Forts Schüsse zu wechseln. Die Politik. Seit einigen Monaten verlautet in der diplomatischen Welt, so etwas wie eine neue heilige Allianz", ein Dreikaiserbündnis zwischen den Herrschern Deutschlands, Desterreich- Ungarns und Rußlands stehe bevor. In der Tat ist eine derartige politische Entwickelung keinesmegs ausgeschlossen, und es mag schon zutreffen, daß, wie in russischen Hoffreisen versichert wird, bereits Besprechungen zur Wiederherstellung des Drei- Kaiser- Bündnisses stattfinden. Nachdem sich Rußland ins Einvernehmen mit Desterreich über die Balkanfrage gesetzt hat, will der Zar nun auch eine Vereinbarung mit Deutschland über dieselbe Angelegenheit treffen. Für seine diplomatischen Dienste soll Deutschland eine Erweiterung seines Wirkungskreises um Kiautschou zugestanden erhalten. Der französisch- englische Vertrag, der dem Zaren gar nicht genehm ist, soll ihm den Gedanken an die Erneuerung der„ heiligen Allianz" nahegelegt haben. □ Generalleutnant v. Trotha, der mit dem legten Truppenund Pferdetransport für Südwestafrika die Ausreise nach der Kolonie angetreten hat, hat einen Stab von 30 Offizieren mitgenommen. Der eigentliche Stab, d. h. der Generalstab und die Adjutantur, umfaßt nur 6 Offiziere, der Rest derteilt sich auf die einzelnen Dienststellen. An der Spize des Generalstabs steht ein Oberstleutnant als Chef, dem 1 Major und 2 Hauptleute beigegeben sind. Der Adjutanturdienst wird von einem Hauptmann und einem Oberleutnant verfehen; legterer ist der Sohn des Generalleutnants v. Trotha. Bu einer Signal- Abteilung wurden 6 Leutnants der Kaballerie bestimmt, die auf der hiesigen Kavallerie- Telegraphenschule ihre Ausbildung in diesem besonderen Dienstzweige erhalten haben. Es handelt sich dabei namentlich um die telegraphische Zeichengebung bei Nacht durch lange und kurze Lichtblize, die mittels einer eigenartig hergestellten Lampe hervorgebracht werden; diese Lampe kann ein Reiter_bequem am Sattel mit sich führen, und wo er dann Halt macht, kann er seine Signalstation sofort einrichten. ** Gegen die Giltigkeit der Reichstagswahl in Frankfurt a. D.- Lebus wird seitens der sozialdemokratischen Bartei und auch wahrscheinlich seitens der wirtschaftlichen Vereinigung Protest eingelegt werden. Die Proteste erstrecken fich auf die Hauptwahl wie auf die Stichwahl. Gewählt ist in dem Wahlkreise bekanntlich der Nationalliberale Basser. mann. ** Einzelne Blätter kündigen die Errichtung eines Reichsmrbeitsamts als nabe bevorstehend an. Diese Meldung ist, ie wir auf Grund einer Information unseres Berliner CBTitarbeiters feststellen können, unzutreffend. Geplant ist lediglich die Errichtung einer selbständigen„ Arbeitsstatistischen Abteilung" im kaiserlich Statistischen Amt unter einem zweiten Direktor. Die Besorgnisse, die man in Arbeitgeberkreisen der Errichtung eines Reichsarbeitsamts entgegenbringt, sind demnach mindestens verfrüht. In Oberschlesien finden neuerdings Ausweisungen galizischer Arbeiter in größerem Maßstabe statt. So wurden kürzlich auf der Kleophasgrube bei Kattomitz 100 galizische Arbeiter entlassen und durch einheimische ersetzt, weil der Kattomizer Landrat sie ausgewiesen hatte. Auch auf anderen Gruben hat der Landrat die Entfernung der galizischen Arbeiter verlangt. Die Grubenverwaltungen flagen über diese Ausweisungen, weil ohnehin im Kohlenrevier Mangel an Tagesarbeitern herrscht. * * In Lübe haben sich alle bürgerlichen Parteien gegen die Sozialdemokratie zusammengeschlossen. Das nächste Ziel dieser Vereinigung ist die Wiedereroberung des Wahlkreises Lübeck für die bürgerlichen Parteien. Diese Ziele sucht die Vereinigung zu erreichen, insbesondere durch aufklärende und belehrende Vorträge, Versammlungen und Schriften, durch praktische soziale Arbeit, durch rechtzeitige Aufstellung eines gemeinsamen Kandidaten für die Reichstagswahlen. Die Vereinigung tritt ein: für die wirtschaftliche und politische Machtentfaltung der deutschen Nation, für die Erhaltung der vollen Wehrkraft unseres Volkes zu Lande und zu Wasser, für ein wahrhaft konstitutionelles Verfassungsleben in gesichertem Zusammenwirken zwischen Regierung und Volksvertretung, für die Wahrung der Rechte des Volkes, für volle Gewissens- und Religionsfre heit, für Erhaltung eines träftigen Mittelstandes, für den stetigen Ausbau der Arbeiterschußgefeßgebung, für Förderung einer vaterländischen Arbeiterbewegung usw. Die Vereinigung wird u. a. unent geltliche Rechtsauskunftstellen für Unbemittelte errichten. Oefterreich- Ungarn. Irgendwo ist in Ungarn immer eine Revolte. Jetzt sind wieder slovakische Bauern rebellisch geworden. In Sia= bonien werden gegenwärtig die bisherigen Gemeindeäcker aufgeteilt und an die Anlieger abgegeben. Möglich, daß dabei die an den Gemeindeacker grenzenden Großgrundbesitzer hier und da etwas besser gefahren sind, als die Bauern. Genug, in Frig, Komitat Szerem, brach dieser Tage ein förmlicher Bauernaufstand wegen der Ackerverteilung aus. Die Bauern gingen gegen das Gerichtsgebäude los, bombardierten es mit einem Steinhagel und griffen die Gendarmerie an. Letztere gab eine Salve ab. Zwei blieben tot, einige wurden leicht verwundet. Der Großgrundbesitzer Stephan Damjanovitsch wurde von den Aufständischen derart mißhandelt, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Aus Peterwardein ist Militär nach Frig abgegangen. Italien. O Die Pariser Regierung hat es eilig: die Abberufung des französischen Gesandten beim Vatikan ist bereits erfolgt. Herr Nisard hat Rom bereits verlassen. In vatikanischen Kreisen hatte man ein so kurz angebundenes Verfahren des Kabinetts Combes nicht erwartet; Papst Pius ſelbſt iſt im höchsten Maße bestürzt, und nach diesem unerwarteten Schachzuge Frankreichs soll er nicht mehr abgeneigt sein, seinen Kardinalstaatssekretär Merry del Val, den Urheber der ganzen diplomatischen Kampagne mit Frankreich, von seinem Poſten zu entbinden. Bekanntlich sind die meisten Kardinäle Gegner der Politik Merry del Vals, den sie für unfähig und unerfahren erklären. Alien. mmer gefährlicher wird die Lage der britischen Tibetxpedition: Die Tibetaner geben sich alle Mühe, sie zu verichten. Sie hatten im Rücken des englischen Lagers einen Hinterhalt gelegt, um eine Abteilung abzufangen, welche die Bost überbrachte. Als man Gewehrfeuer hörte, wurde vom Lager Verstärkung abgeschickt, aber erst nach einstündigem Tampfe erreichte die Abteilung mit der Post das Lager. Ein Sepoy( indischer Soldat) wurde getötet, drei erlitten schwere Verwundungen. Allerdings wird sich das Blatt wohl wenden, wenn erst die Verstärkungen aus Indien in Ghangtse angelangt sind. Kommen sie aber nicht bald, so kann es geschehen, daß sie von Junghusband und seinen Leuten nur noch die Knochen finden. Hof und Gesellschaft. dad Die kaiserliche Familie verlebte Pfingstfest gemeinsam im Neuen Palais bei Potsdam, mit Ausnahme des Prinzen Adalbert, drittältesten Sohnes des Kaiserpaares, der sich bekanntlich an Bord des großen Kreuzers Hertha" auf einer Ostasien- Studienfahrt befindet und das Pfingstfest in Tsingtau in Gesellschaft des dortigen deutschen Offizierkorps zubrachte. Am Vormittage des zweiten Feiertages wohnte die ganze kaiserliche Familie dem Feldgottesdienfte des Lehr- Infanterie- Bataillons auf der Moppte und später dem sogenannten„ Schrippenfest" des Bataillons, wie alljährlich, bei. Deer und flotte. Die Armeerangliste für 1904, die das preußische und mürttembergische Heer umfaßt, ist im Verlage von E. S. Mittler erschienen. Sie weist den Stand vom 6. Mai nach. In der neuen Rangliste finden sich bezüglich der Heeres gliederung usw. nur sehr geringfügige Aenderungen. Neu ist in der Rangliste die Bezeichnung der Korpsroßärzte, Oberroßärzte, Roßärzte durch Korpsstabsveterinär, Stabsveterinär und Oberveterinäre. Die Militärroßarztschule heißt infolgedessen jetzt Militärbetermärakademie. Durch Beförderungen und Charakterverleihungen hat die Armee vom 6. Mai 1903 bis dahin 1904 neu erhalten 2 Generalobersten, 9 Generäle, 25 Generalleutnants, 29 Generalmajore, 51 Obersten, 90 Oberstleutnants, 308 Majore, 406 Hauptleute und Rittmeister, 478 Oberleutnants, 898 Leutnants, 5 Generalärzte, 9 Generaloberärzte, 36 Oberstabsärzte, 45 Stabsärzte, 76 Oberärzte, 93 Assistenzärzte. Ge storben sind bom aktiven Dienststande der Armee: 1 Generalfeldmarschall, 1 General der Infanterie, 3 Obersten, 5 Oberstleutnants, 6 Majore, 20 Hauptleute und Rittmeister, 10 Oberleutnanta und 25 Leutnants, 5 Oberstabsärzte, 2 Stabsärzte, 1 Oberarzt, 3 Assistenzärzte. Offiziere für China. 48 Offiziere und Sanitätsoffiziere find aus der Armee ausgeschieden und in die o st asiatische Besazungsbrigade eingetreten. Unter diesen 48 Of= fizieren befinden sich 3 Bayern, 4 Sachsen und 3 Württemberger. Nab und fern. Das große Los der preußischen Klassenlotterie im darbetrage von 500 000 Mark, das, wie gemeldet, mit der Nr. 6835 gezogen wurde, ist mit seinen sämtlichen Anteilen in die Kollekte des Majors Köhn v. Jaski nach Königsberg i. Pr. gefallen. An dem Lose sind durchweg sog. Kleine Leute, u. a. zwei Friseure, ein Handlungsgehilfe und ein Handwerker beteiligt, denen die kleine" Pfingstfreude wohl zu gönnen ist, denn in einigen Fällen soll ein Teil des erzielten Gewinnes zur Selbständigmachung aufgewendet werden. Im übrigen ist die Glücksnummer zum letzten Male in Königsberg gespielt worden, da sie nach dem neuen Verteilungsplane jür die nächste Lotterie nach Berlin abgegeben werden soll. Wie launenhaft oft die Glücksgöttin ist, zeigt wiederum der folgende traurige Fall. Der Zahlmeisteraspirant, Vizefeldwebel Müller vom Bezirkskommando in Mainz wurde vor einiger Zeit vom Kriegsgericht in Darmstadt wegen. Unterschlagung amtlicher Gelder ir Höhe von etwa 3000 Mart zu mehrjähriger Gefängnisstrafe, Degradation und Versetzung in die zweite Klasse des Soldatenstandes verurteilt. Müller hatte ein ausschweifendes Leben geführt und viel Geld verpraßt, das er den ihm anvertrauten Kassen entnahm, während er seine Unterschleife durch raffinierte Buchfälschungen zu verdecken wußte. Als sich das Netz immer enger und enger um ihn zu schließen begann, kaufte er sich ein Lotterielos, auf das er mit der Zähigkeit des Verzweifelten seine ganze Hoffnung setzte, obgleich es bereits in mehreren Klassen durchgefallen war. Dann ereilte ihn sein Geschick, die Unterschlagungen wurden bei einer Revision entdeckt, und Müller kam in Untersuchungshaft. Zwei Bekannte von ihm übernahmen das Los und spielten es auf eigene Rechnung weiter. Nur wenige Tage nach der Verurteilung Müllers war neuerdings ziehung, und das Los wurde mit einem Gewinn von 10 000 Mark gezogen... Unfall auf einem Schießplak. Ein schwerer Unfall ereignete sich auf dem Militärschießplatz in Thorn infolge eigener Unvorsichtigkeit der dabei Beteiligten. Drei Kanoniere der 1. Kompagnie des zur Zeit dort übenden InfanterieRegiments Nr. 5 nahmen trop des strengen Verbotes eine Zündladung in ihre Barackenstube mit. Auf bisher noch nicht aufgeklärte Weise kam die Ladung zur Explosion, wobei alle drei mehr oder minder schwere Verlegungen erlitten. Insbesondere ist ein Kanonier am rechten Auge so schwer verlegt, daß es fraglich erscheint, ob ihm das Augenlicht erhalten bleiben wird. Gin grauenhafter Lustmord wurde an der elfjährigen Tochter Klara des Schmiedes Braun in Weidenau bei Siegen begangen. Ein Kostgänger der Familie, namens Hasse, hatte das Kind in sein Zimmer gelodt, es vergewaltigt und ihm den Hals abgeschnitten. Man fand die Leiche in seinem Kleiderschrank in einem Sack versteckt vor. Jedenfalls hatte er darauf gewartet, sie während der Nacht unbemerkt über Seite zu schaffen. Verhängnisvoller Leichtsinn. Eine Unbedachtsamkeit sondergleichen foſtete auf der Station Erdeborn bei Halle einem Reisenden das Leben. Der Mann war aus dem von Halle gekommenen Zuge auf der verkehrten Seite ausgestiegen. Als er seinen Frrtum gewahr wurde, versuchte er, statt einen Augenblick zu warten, bis der Zug abgefahren war, unter dem Zuge durchzukriechen. In demselben Augenblicke setzte sich der Zug in Bewegung, der Unglückliche geriet inter die Räder und im nächsten Augenblick war er eine Leiche. Kindermord im Wahn. In Leipzig hat die Frau des Kutschers Kepner in Abwesenheit ihres Mannes ihre beiden feine Gestalt im und sich nämfallen. ter Grashalme am Fuß au Auge der Mutter wachte nicht; eben war es augeben Spaß, ihren leib Mine machten Fräulein Gerda wieate sich reife in tchen Bater mittels har= fibeln. Auch das mir eine Partie Croquet spielen?" Er errötete noch tic mit tausend Freuden, mein gnädiges Groquetplaß aus hatte man eine prächtige em nicred Kinder, Mädchen im Alter von 13 und 7 Jahren, getötet. Dem älteren Mädchen wurde von der Mutter durch Schläge mit einem schweren Gegenstande der Schädel zertrümmert, während das siebenjährige im Bette erstickt wurde. Die Frau hat sich nach der Tat aus dem Hause entfernt und beim Fortgehen die Hausgenossen gebeten, auf die Kinder acht zu geben. Die Tat ist aller Wahrscheinlichkeit nach in einem Anfall geistiger Umnachtung begangen worden, denn die Frau, die sich vermutlich auch mit Selbstmordgedanken getragen hat, lief zunächst nach den Babngeleisen und wurde später am Horstsee umherirrend betroffen und in Haft gebracht. Sie ist noch nicht vernehmungsfähig. Zur Beobachtung ihres Geisteszustandes wurde sie zunächst nach der Anstalt Hubertusburg gebracht. Für die Tat schlt sonst jeder ersichtliche Grund. Die Frau litt keine Not, und mit ihrem Ehemanne, der in der Anstalt Hubertusburg beschäftigt ist, lebte sie in Frieden. Das jüngste Kind war ihr erklärter Lieblina. [ Damenreiten im Herrensattel.] Die in Amerika vielfach geübte Sitte, daß Damen im Herrensattel reiten, ist jetzt auch nach London gedrungen und hat dort viel Anklang ge= funden. Dem auf einem großen Braunen sitzenden Lehrer der neuen Methode folgt eine ganze Schar goldlockiger Mädchen, die graziös und anmutig ihre Ponies im Herrensib lenken. Ihre geschmackvolle Kleidung besteht aus einfachen Matrosenkleidern mit reichen Faltenröcken, weißen Blusen und Panamahüten, deren breite, blaue Bänder beim Reiten Iuftig mit dem lockigen Haar im Winde flattern. Alle sehen reizend und graziös aus und haben einen beneidenswert festen Siz im Sattel. Ueberzeugt von dem vernünftigen Zweck der Neuerung, die sie vertreten, scheinen die jungen Reitfünstlerinnen die neugierigen Blicke, die sich auf sie richten, gar nicht zu bemerken. § Ein diebischer Stationsmeister. Der frühere Stationsmeister Ott aus Freilassing wurde von der Strafkammer des Landgerichts Traunstein wegen Diebstahls zu insgesamt drei Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt. Der Angeklagte hatte während seines Dienstes zahlreiche Pakete geöffnet und sie zum Teil ihres Inhalts beraubt, worauf er die Pakete wieder sorgfältig verschloß. Seine Verhaftung erregte damals großes Aufsehen. § Das Urteil im Prozeß gegen die Hannoversche Landesbank lautete gegen den Direktor Schumann auf zwei Jahre Gefängnis und 2000 Mark Geldstrafe. Die Aufsichtsratsmitglieder Weber und Delmann wurden zu je einem Monat Gefängnis und 500 Mark Geldstrafe, Giesecke zu sechs Wochen Gefängnis und 500 Mark Geldstrafe verurteilt. § Zum Kündigungsrecht. Ein interessantes Urteil wurde ain Gewerbegericht in München gefällt. Im vorigen Monat entließ eine Färberei ein Laufmädchen aus dem Grunde so= fort, weil es bei einer Kundschaft, bei der es etwas abgeliefert und fein Trinkgeld erhalten hatte, an die Tür schrieb:„ Wenn du mir nichts schenkst, sollst du gleich verrecken." Nun wurde die Firma vom Gewerbegericht verurteilt, dem Mädchen für die Zeit der Kündigungsfrist ihren Lohn zu bezahlen, weil das Mädchen nicht die Firma, sondern die Kundschaft beleidigt habe. § Eine häßliche Kuppeleiaffäre führt den Berliner Universitätsprofessor Martin Mendelsohn zusammen mit zwei Frauen, Jaroffe und Marie Hahn, auf die Anklagebank. Die Frauen sind der Kuppelei, Professor Mendelsohn der Anstiftung dazu beschuldigt. Die Jaroffe und Hahn haben ihm junge Mädchen zu unsittlichen Zwecken zugeführt. Die Verhandlung wurde wegen Fehlens einer Zeugin vertagt. Lokales. 21. Mai 1904. Bezirks- Sparkasse zu Gießen erschien im Geschäft des Betreffenden und erklärte ihm, daß er in Folge seiner großen Sparsamkeit von der Sparkasse eine Prämie erhalte. Wie freudig er über dieses unverhoffte Geschenk war, brauch man man wohl nicht erst zu beschreiben. Allen jungen Leuten, die über überflüssiges Geld verfügen, sei dies zur Nach ahmung empfohlen. ** Centrallstelle für Obstverwertung in Frankfurt a. M Die Zeit der Reife verschiedener Obstsorten, wie Erd- Johannis- und Stachelbeeren, Heidelund Himbeeren, Kirschen, Aprikosen, Pfi siche, Pflaumen ist da oder steht nahe bevor und wir wollen daher alle Produzenten und Konsumenten wieder auf vorbenannte Zentralstelle aufmerksam machen, die es den Verkäufern und Käufern so sehr leicht macht, die Obsternte an den Mann zu bringen bezw. den Bedars an Obst zu decken. Die Interessenten haben nur das zur Verfügung stehende Duantum oder die nötige Menge der 3 ntralstelle anzugeben, um sofort von dieser mit einer größeren Zahl von Produzenten und Konsumenten in Verbindung gefeßt zu werden. Einzige Bedingung ist, daß das abgefeßte oder erworbene Quantum immer sofort der Zentralstelle mitgeteilt wird. Es wird natürlich auch erwartet, daß immer nur gutes Obst geliefert wird: die Käufer sind gebeten, von nicht befriedigenden Lieferungen dem Komitee Mitteilung zu machen. Gut ist es, wenn mit den Anmeldungen nicht zu lange gezögert, sondern schon vor der Reife von dem erwarteten Ertrage bezw. der benötigten Menge der Zentralstelle Mitteilung gemacht wird, damit die Vorverhandlungen vor der Reisezeit erledigt werden können und seinerzeit auf Grund der geschehenen Abschlüsse sofort mit dem Versand begonnen werden kann, denn manche Obstsorte verträgt ja fein langes Lagern. Es werden auch für Spät obst, insbesondere Aepfel und Birnen, iezt schon Anmeldungen angenommen. Ueber die guten Erfolge der Zentralstelle im vorigen Jahre haben wir seinerzeit berichtet. ** Der Großherzog hat verordnet, daß die Gerichtsschreiber bei den Amtsgerichten, der Gehilfe des Generalstaatsanwalts und die ersten Staatsanwaltsgehilfen bei den Landgerichten den Amtstitel„ Aktuar" sowie die dekretmäßig angestellten Hilfsgerichtsschreiber bei den Amtsgerichten und die zweiten Staatsanwaltsgehilfen bei den Landgerichten den Amtstitel„ Aktuariats-assistent" fortan zu führen haben. *** Der Großherzog empfing u. A. den Oberlehrer Zimmer von Alsfeld. den wurde der Großh. Beigeordnete und Gasthof befikr Theod. C Marius gewählt. = Friedberg, 18. Mai. Gestern Nacht wurde in die Stationsgebäude von Weckesheim und Reichelsheim i. d. W. eingebrochen. In Weckesheim fiel ihnen der Betrag von etwa 15 Mart in die Hände. Auf Station Reichelsheim nahmen sie die ganze Kasse mit Inhalt mit fort. Nationaler Gesangswettstreit zu Gießen. ereine gin Diplom un Alas Borgeschrie 1. Breis 2. Preis: R Borgeschri tomp 1. Preis 2. Preis( 3. Preis: Ala Borgefchrie 1. Preis( 1 2. " 3. Preis: 4. Preis 5. Preis 6. Preis R berei Borgefari von 1. Breis 2. Preis: 3. Preis: Ala Borgeschr 1. Breis 2. Preis bitm 3. Breis 4. Preis: 5. Preis: 6. Preis mani Al Vorgeschr 1. Preis 2. Preis felb Eröffnung des nationalen Gesangswettstreites in der Am Samstag, den 21. Mai, abends 8 Uhr, fand die mit reichem Flaggenschmucke und Tannengrün ausgestatteten Festhalle, die ohne dies schon durch die im herrlichsten Frühlingskleide prangenden Kastanienbäume, über welche sich die Halle wölbt, einen prächtigen Anblick gewährt, statt. Herr Wilhelm Homberger, als Vorsitzender des Geschäftsführenden Ausschusses begrüßte die trotz des ungünstigen Wetters zahlreich Er führte dann aus, es Erschienenen mit warmen Borten. sei das erste Mal, daß in Gießen ein Gesangswettstreit stattfinde, seitdem von hoher Seite( Kaiser Wilhelm II.) in das Wesen des Männergesanges eingegriffen worden sei, und dankte dann den einzelnen Ausschüßen, den mitwirkenden Gießener Vereinen und besonders aber dem MaschienenbauerGesangverein für die Veranstaltung anläßlich seines 20jährigen Stiftungsfestes, und schloß mit dem Hinweis auf die Sympathien, welche sich gerade die Gesangsfunst seitens unseres Landesherrn erfreut. Ein Hoch auf Kaiser und Großherzog ( letterer hat bekanntlich einen prachtvollen Ehrenpreis gestiftet) wurde begeistert aufgenommen und die Nationalhymne stehend gesungen. Sodann brachte der Maschinenbauergesangverein einen von ihrem Dirigenten, Herrn Gernhardt fomponierten " Festgruß", ein im schlichten, herzigen Volkston gehaltenes Werfchen, schön zu Gehör. Im Laufe des Abends schlossen sich dann noch eine Reihe Lieder an, die alle von dem Fleiß und Können des Vereins und seines Dirigenten ein treffendes Beugnis ablegten. Es schlummert ja in jeder deutschen Brust etwas von jener uralten Poesie, die vom„ Reitersmann und seinem traurigen Liebchen" oder von gesprungenen Reifen" erzähit und wenn das Herz in der Tretmühle des Alltags noch so verstaubt geworden ist ein Körnchen der sentimentalen Poesie schlummert doch unter der Schicht und ein inniges Volkslied kann es nur zur Blüte bringen. Uebrigens trug auch Herr Musikdirektor Krauße mit seiner Schaar zur Unterhaltung nicht wenig bei und seine Weisen fanden des Maschinenbauergesangvereins war zum Stiftungsfefte bei den Erschienenen frohen Widerhall. Von den Damen sie dem Vorsitzenden mit einem das deutsche Lied verherreine Fahnenschleife gestiftet worden. Frl. Frank überreichte lichenden Prologe. Uebrigens haben Ehrengeschenke zum sangverein Bierstadt, der Vereinsmirt Herr Carlé, Stiftungsfest des Maschinenbauergesangvereins noch der Geder Verein Concordia- Gießen( von Herrn Horn überreicht), der Gesangverein Thalia- Frankfurt a. M. und " Heiterkeit"- Fechenheim gestiftet. Die ältesten Mitwelchior wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt und ihnen glieder des Vereins, Herren Döll, Künhold und fünstlerisch ausgestattete Diplome übergeben. das Wetter nicht besonders günstig, es regnete recht anständig, aber die Festhalle hat ihre Feuer- resp. Wasserprobe glänzend beftanden, man fühlte sich, da man im Trockenen saß, recht behaglich und der erste Abend verlief zur allgemeinen Zufriedenheit. = Grünberg.( Eingesandt.) Für die Bahn frage für Grünberg tommt in erster Linie nicht der Geldpunkt, sondern die Anlage der Bahn in Betracht. Sind wir recht berichtet worden, dann verfehlt die geplante Anlage, speziell für Grünberg, das Ziel. Wäre es nicht besser gewesen, auf das strategische Projekt von 1872, oder auf das spätere Laubach- Grünberg zurückzugreifen? Tatsächlich wundert es uns, daß in Grünberg feiner der älteren Herren dieses Projekt in Vorschlag gebracht hat. Wir wollen in einigen Worten das uns mitgeteilte neue und alte Projekt gegenüberstellen. Das neue Projekt soll nicht die Surbach entlang, sondern von der Holzschneiderei in Queckborn nach der Reumühle gehen. Dann einen Bogen( Kurfe) machend in das Neustädterfeld bis zur Pfefferwiese und Altenturm gehen; von hier aus geht es das Queckborner Gäßchen hinauf( Pflock 10) und durchschneidet die hier sogenannten Heeglappen, hier liegt auch der Platz für den„ Südbahnhof". Von da geht es( nach den Absteckungen) über den Feldgrabenweg nach den„ Hamelsgarten". Dieser bleibt rechts liegen und die Bahn biegt in die Wiese des Herrn G. Stammler ein, durchschneidet sämtliche Wiesen und Länder bis zur Gießener Kreisstraße und mündet dann, nachdem sie noch eine große Rurfe gemacht, auf der Käzwiese oder deren Nähe. Auf die Frage einer Einmündung in die preußisch- hessische Bahn erhielten wir von kompetenter Seite eine ganz entschiedene Berneinung. Nun zum alten Projekt. Da hieß es Laubach- WetterfeldNeumühle oder Laubach- Lauter resp. Betterfeld- Lauter. Hier foigte dann Umgebung des Tannenkopfes, Einmündung zwischen Lehnheim und Grünberg.( Beschluß der 2. Hess. Kammer.) Auch Hohestraße Neumühle- Lauterer Hohl Dickelstal- Untere Biegelhütte- Siegberg. Dieses lettere scheint uns wohl der Prüfung wert. Dadurch würden in nicht zu ferner Zukunft die großartigen Lungsteinlager auf geschlossen. Die Herren Professoren Dr. Lepsius und Chelius haben diese Lager als bedeutend und die besten Lungsteine bezeichnet. Dann würde vielleicht die Untere Industrieplaz werden, beides ist absolut nicht aus Biegelhütte nach kurzer Zeit ein Ausflugsort oder gar geschlossen. Und noch eins ist zu erwähnen. Soll das neugeschaffene Sägewerk der Herren Ha as nicht berücksichtigt werden? wird das Sägewert in Quedborn in Einbruch. In der Nacht auf den zweiten Feier- Grünberg das Haas'sche Sägewerk in Frage kommen. Betracht gezogen, dann muß auch selbstverständlich für unser tag wurde von Unbekannten in das Bootshaus der Gießener Rudergesellschaft eingebrochen und folgende Gegenstände Also das Schlußresultat wäre: Steinmühle, Stadt gestohlen: 24 Baar lange blauwollene Strümpfe, 1 Baar wald, Steinbruch, Untere Ziegelhütte und gelbe Spangenschuhe, 1 Baar Turnschuhe, 1 Trompete, 1 Haas'sche Holzschneiderei. Nach unserer Ansicht würden Matrosen- Arbeitstittel der 2. Matrosen- Artillerie- Abteilung für Lauter, Steinmühle, Neumühle an der Lauterer Hohl mit dem Stempel 22, 1 weiße Watrosenhose, 1 Fl. Kognak Halte- und Verladestellen einzurichten, für Grünberg 2 Fläschchen Weißwein, 15 Flaschen Bier und einige der Bahnhof entweder südlich der jezigen Bahn oder doch Fläschchen Roßbacher Wasser. Am Tatort ließen die Diebe nahe dabei zu erbauen sein. Der feßige neue Plan ist be eine Bierflasche mit der Firma„ ttienbrauerei Gießen" zustimmt zu verwerfen, da nach der südlich gelegenen Heeg rück, die noch halb mit Schiffenberger Schnaps gefüllt infolge des gesunden Bodens und Luft nur Wohnungen Vielleicht wird die Flasche zum Verräter Einige gehören, während Bahn und Industrie nach Nord- und geleerte Bierflaschen hatten die Diebe in die Lahn geworfen. Südost gehören. Die natürlichsten Baupläße weisen für die A Noch ist der Nationale Gesangswettstreit zuZukunft also nach der Heeg, dieses muß jeder EinGießen nicht zu Ende und wieder werden im Kreis ſichtige bestätigen. Dagegen ist Nord- und Südosten als Gießen zu einem zweiten, ebenfalls größeren Sänger- Grünbergs Zukunft zu bezeichnen, zur Errichtung städtischer feste die Aufrufe erlassen, die bereits begonnenen Vorc. am besten geeignet. arbeiten mit noch verschärftem Eifer der breiten Bevölkerung zur Kenntnis gegeben. Im Inseratenteil der heutigen Nummer erläßt der Wohnungsausschuß für das in Grünberg stattfindende 25. Lahntal- Sängerbundesfest eine Aufforderung, die die Bürger Grünbergs im Interesse des Gesanges wie der Stadt selbst recht beherzigen möchten. Wenn Grünberg auch dem Aeußeren nach nicht das bieten fann, was Gießen zu bieten in der Lage ist, aber Gastfreundschaft und größere Bequemlichkeit werden von den kleineren Provinzstädtchen in wohlgefälliger Art erwartet. Wird dem entsprochen, dann ist's dem Sänger wohl und die Feststadt hat damit eine ihrer besten Aufgaben schon mit erfüllt. * ** Ernannt wurde der Amtsrichter bei dem Amtsgericht Homberg Friedrich Schnitipahn zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Gießen, der Gerichtsassessor Theodor Io st aus Schotten zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Homberg, der Gerichtsassessor Dr. Emil Hof aus Babenhausen zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Lauterbach. war. Von einem Leser unseres Blattes wird uns folgendes geschrieben: Eine freudige Ueberraschung erhielt gestern ein junger Mann von Gießen. Der Diener der Bauten 2c. G. R. Grünberg, 24. Mai. Das gestern vom hiesigen Musikverein auf der Neumühle veranstaltete Konzert war zahlreich besucht. Die Vorträge des strebsamen Musikvereins wurden von den Zuhöreren mit großem Beifall aufgenommen. Dem darauffolgenden Ball huldigte man bis in die frühen Morgenstunden. A Stangenrod, 24. Mai. Die Vorbereitungen zu dem am 5. und 6. Juni b. Is. hier stattfindenden Fahnen weihfest des Kriegervereins find flott im Gange. Als besonders schön gelegen fann der Festplaß bezeichnet werden. Ermenrod. Am 11.- 13. Juni wird unser Kriegerverein sein Kriegerfest abhalten, bei welcher Gelegenheit auch gleich die neue Fahne mit geweiht wird. + Schotten, 17. Mai. Hier hat sich ein Kreisziegenzuchtverein gebildet, welcher die Sagungen des Lauterbacher Vereines zur Grundlage hat. Zum Vorsißen" Der zweite Tag Leider war führte eine große Menschenmenge nach dem Oswaldsgarten, welche die Festhalle nicht fassen konnte; ein Teil amüsierte sich deshalb außerhalb in den Bier- Zelten, während viel Publikum noch in den Gängen stehend den Darbietungen folgte. Meister Krauße eröffnete den Abend mit der Duverture zu Rosamunde", von Schubert und der feftgebende Verein sang dann einen von Herrn Gernhardt einstudiert war und viel Beifall erntete.„ Das deutsche Lied", komponierten Begrüßungschor, der offenbar mit viel Fleiß so betitelt sich das an idyllischer Schönheit, wie auch an ausdrucksvoller Kraft reiche Tongemälde, ist bei Ernst Challier hier erschienen und allen Vereiner auf das Gießener Gesangvereinen schwang Herr Franz Bauer Bei den Vorträgen der vereinigten Beste zu empfehlen. mit Energie und Geschick den Tattstock und seine schwierige Aufgabe hat er wirklich anerkennenswert gelöst. Namentlich gefiel das in seiner echt volkstümlichen Tragit erschütternbe „ Es geht bei gedämpfter Trommelflang" von Silcher; dieser sowohl wie auch„ Friedrich Rotbart" ein Werk von monumentaler Pracht und gewaltiger Wirkung wurde stürmisch da capo verlangt und gewährt. Der Verlauf des ganzen Abends zeigte mit unverwischlicher Lebendigkeit, daß das deutsche Lied, der Männergesang bei richtiger Vertretung und Förderung ein Bindeglied ist zwischen den einzelnen Bevölkerungsschichten. Ganz gleich ob Beamter, Arbeiter oder Gelehrter, im Liede vereinigt sich alles und Klassenunterschiede treten in den Hintergrund. Beim Anhören des Gesamtchores tam uns immer wieder der Gedanke, wie schön wäre es, wenn die Gießener Gesangvereine von Zeit zu Zeit gleiches veranstalteten und im engeren Zusammenschluß der Bürgerschaft die Macht des deutschen Liedes erneut erkennen ließen. | Der dritte Tag wurde morgens um 6 Uhr durch eine Reveille eingeleitet, die Stadt wurde sehr bald lebendig und von 8 Uhr ab war unter Leitung des Herrn Homberger der Empfangsausschuß am Bahnhof in voller Tätigkeit, um die eintreffenden auswärtigen Sänger nach ihren Lokalen zu bringen. Pünktlich um 10 Uhr vereinigten sich die auswärtigen Gesangvereine zum Preissingen. Dasselbe war in 6 Klassen eingeteilt und fand in den vier größten Sälen statt. Die konkurrierenden Vereine hatten außer dem vorgeschriebenen Chor als zweite Nummer ein Volkslied nach freier Wahl zu singen. Nachverzeichnete 3. Preis 4. Preis 5. Preis 6. Preis 7. Breis 8. Preis 9. Preis: 10. Preis: Gew Kompon direktor fried Le Mufildi Senff- T die Klas Mufitleb Vertretu Bonn; d direktor lehrer Ka Wolfram fonnten, gleich ge Ernst da Noo tellten zum Fe Herrn Die zu for ftruth u Gegen Drei M Zuges, Abwechs Radfahr Herr Rö Schiff u niedertau Wandere Chaisen d 4. a. Herr angefomm Bevor Sie em Geschäft anfangen verlauger Sie vou uns Offerte. Gafthofsbefizer t wurde in d und Reichel Weckesheim f Die Hände. Raffe mit Inhalt zu Gießen Uhr, fand die titreites in der behandelt, das wenig Verständnis und Rücksicht des genannten Herrn für die Journalistik berriet. ereine gingen als Sieger hervor, erhielten alle ein Ehren- 1 die fremden Sänger, namens der Stadt und wünschte| führer Gröninger mit einem sonderbaren Mißtrauen Diplom und den Resultaten entsprechend noch folgende Preise: für das noch bevorstehende Klasse la: Vereine von 60 und mehr Sängern. Borgeschriebener Chor:" Reiters Lieb", fomp. v. Jean Pauli. 1. Preis( 400 Mt.):" Thalia"-Frankfurt mit 183 Punkten. 2. Preis:„ Liederkranz"-Kirchen ." 159 11 Klasse Ila: Vereine von 40-59 Sängern. Vorgeschriebener Chor: Steh' feft, du deutscher Eichenwald", tomp. v. Edmund Barlow. 11 1. Preis( 250 Mt.):" Frohsinn"-Rassel- Wehlheiden mit 198 Punkten. 2. Breis( 100 Mt.):„ Hilda". Wiesbaden 3. Preis:„ Winfridia"-Fulda.. 180 " 1 11 135 " " Klasse Illa: Vereine von 20-39 Gängern. Borgeschriebener Chor:„ Waldfrieden", fomp. v. Jos. Werth. 1. Preis( 150 Mt.):„ Frohsinn" Fechenheim mit 167 Punkten. ( 75 Mf):„ Cäcilia"-Lich in ausgeftatten herrlichsten Fri elche sich die Hall Herr Wilhela führenden Aus Betters zahlreid te bann aus, e wettftreit statt elm II.) in da porden fei, unt en mitwirtender Masdienenbauer feines 20jähriger 2. " 3. Preis:„ Liederkranz"- Gelnhausen 157 152 " . " " 1 4. Preis: Gesangsabteilung des Turnvereins zu Dillenburg. · 11 5. Preis:„ Eintracht"-Hungen 151 119 " 1 • " 11 115 " " 1 6. Preis:" Liedertafel"-Marburg Klasse IVa: Vereine von 8-19 Sängern. Vorgeschriebener Chor:„ Ein Obdach gegen Sturm", fomp. von Fr. Baselt. auf die Sym feitens unferes 1. Preis( 100 und Großherzog renpreis geftifu albymne fteh auergefangber rot fomponierta ston gehaltens Abends fchloffen e von dem Fleiß en ein treffendes deutschen Brust Reitersmann und ngenen Reifen es Alltags nod er sentimentale nd ein innige -Uebrigens feiner Shan Weisen fanden Bon den Damen Stiftungsfefte ant überreichte e Lied verherr engeidente zum noch der Ge Herr Carlé, n Horn über rt a. M. und älteften Mit nhold und nt und ihnen Leider war echt anständig probe glänzend nen fab, redt gemeinen 3 swaldsgarten, Ceil amüsierte während viel Darbietungen bend mit der und der feft Bernhardt mit viel Flei deutsche Lied" wie auch an ift bei Ernft reiner auf das der vereinigte rand Dauct feine fchwierige ft. Nament git erschütternde Gilder; diefer Bert von monu wurde fürmisch Lauf des ganzen igteit, daß das ger Bertretung ben einzelnen mter, Arbeiter und Klaffen Anhören des nte, wie fchon n Beit zu Beit menschluß der rneut erfennen ille eingeleitet on 8 Uhr ab der Empfangs die eintreffenden bringen. die auswärtigen and in den vier Bereine hatten e Nummer ein Radverzeichnete t.):" Liederkranz"-Darmstadt 2. Preis:„ Liederlust"-Enkheim 3. Preis:" Frohsinn"-Assenhein mit 186 Bunften. " 159 118 " Klasse 1b: Vereine mit 35 oder mehr Sängern. Borgeschriebener Chor:' s ist Rosenzeit", fomp. v. Jean Pauli. 1. Preis( 200 Mt.): Mäner- Gesangverein Bierstadt 2. Preis( 75 Mt.):„ Harmonie"-Rothenditmold 3. Preis:„ Liederzweig"-Balldorf 4. Preis:„ Germania" Daaden 5. Preis:" Sängerlust"-Dieburg 6. Preis( Lobende Erwähnung):„ Germania"-Lollar mit 198 Punkten. 178 " f " 1 148 . " " 119 " " 104 " 1 84 " Klasse IIb: Vereine von 16-35 Sängern. Borgeschriebener Chor: Zwei Blümlein", temp. v. Jean Pauli. 1. Preis( 100 Mr.): Gesangsriege des Turnvereins Kelsterbach mit 170 Punkten. 2. Preis( 50 Mt.):„ Sängerlust"-Langenfelbold 3. Preis:„ Heiterfeit"-Fechenheim 15. Preis:„ Concordia"-Windecken 167 " " 160 " " 4. Preis: " Sängerhain"- Sinn 144 H 139 " " 1 130 H " 122 " 11 121 N " 117 " " 113 " " 6. Preis:„ Eintracht"-Alsdorf 7. Preis: M Frohsinn"-Londorf " 8. Preis: Deutsche Einheit"- Fleisbach 9. Preis:" Sängerlust" Somborn 10. Preis: Sängerluft"-Berkersheim Gewertet wurde Klasse la und lb von Lehrer und Komponist Jean Pauli- Fechenheim, Königl. MusikDirektor Albrecht Brede- Kassel und Musikdirektor Gott fried Leber Fulda; die Klasse Ila und IVa von gl. Musikdirektor Barlow Frankfurt a. M., Musikdirektor Senff Darmstadt und Komponist Baselt- Frankfurt a. M.; idie Klasse Illa von Musikdirektor Jean Brodt Hanau, Musiklehrer Appun- Hanau und Heinemann Bonn in Vertretung für Musik- und Chordirektor Josepf WerthBonn; die Klasse Ilb von Großh. Universitäts- MusikDirektor Trautmann- Gießen, Kgl. Seminar- und Musik lehrer Karl Walter- Montabaur und Kgl. Musikdirektor Wolfram Dillenburg.- Soweit wie wir beobachten fonnten, haben die Preisrichter fast ohne Ausnahme gleich gewertet, also der Beweis, daß dieselben mit Ernst das Amt verwalteten. - Noch während die letzten Vereine zu singen hatten, stellten sich am Wallthor bereits die einzelnen Vereine zum Festzug. Derselbe, unter der Oberleitung des Herrn Dr. Häuser, war in drei Abteilungen gehalten, die zu formieren den Herren Franz Wigandt, Hch. Lindenstruth und Karl Schwarz und Karl Müller oblag. Gegen 342 Uhr schte sich„ das Ganze" in Bewegung. Drei Musikchöre waren etwas wenig für die Länge des Zuges, da das Bild an und für sich naturgemäß wenig Abwechslung bot. Eine interessante Gruppe bildete der Radfahrerverein„ Germania" Gießen; der Vorsitzende, Herr Rödiger hatte sein Rad in ein farbenprächtiges Schiff umgewandelt, dessen Kiel geschäftig auf und niedertauchte. Den Anfang des Zuges bildeten die ,, Wanderer", die Gail'sche Feuerwehr und in mehreren Chaisen der Festausschuß und einige geladene Herren, u. a. Herr Reg.- Rat Dr. Wagner. Auf dem Festplatz angekommen, begrüßte Herr Oberbürgermeister Mecum Bevor Sie ein Geschäft Ehrenpreissingen einen gleich guten Verlauf. Am Abend gegen 9 Uhr erfolgte die Verkündigung der Ergebnisse vom Ehrenpreissingen. Herr Oberbürgermeister Mecum leitete dieselbe durch eine Ansprache ein, Herr Wilhelm Homberger verlas die Sieger, welche aus den Händen des Herrn Helm die sehr wertvollen Preise in Empfang nahmen. Es erhielten den 2. 1. Ehrenpreis: einen großen gold und silbernen sog. Römer, gestiftet von Sr. Kgl. Hoheit dem Großherzog von Klasse Ia der Gesangverein„ Thalia" in Frank furt a. M. mit 122 Punkten. Ehrenpreis: ein echt silberner Bokal, gestiftet von der Stadt Gießen, von der Klasse III a der Gesangverein Frohsinn" in Fechenheim mit 117 Punkten. Ehrenpreis: eine reich verzierte 70 cm hohe Vase, gestiftet von der Landesuniversität, von der Klasse Ib der Männergesangverein in Bierstadt mit 103 Punkten. 3. 4. Ehrenpreis: eine reich ausgestattete Bowle, gestiftet von dem Ehrenmitglied des Maschinenbauergesangvereins Herrn Rommerzienrat Heyligenstaedt, von Klasse IV a der Gesangverein Liederkranz" in Darmstadt mit 93 Punkten. 5. Ehrenpreis: ein echt silberner Becher, gestiftet von Herrn Kommerzienrat Heichelheim, von Klasse Ila der Gesangverein Hilda" von Wiesbaden mit 88 Puntten. 6. Ehrenpreis eine reich verzierte Gardiniere, gestiftet von Herrn Kommerzienrat W. Gail, von Klasse II b die Gesangsabteilung des Turnvereins zu Kelsterbach mit 83 Punkten. 7. Ehrenpreis: ein echt silberner Becher, gestiftet vom Festausschuß, von Klasse II b der Gesangverein Langenseebold mit 77 Punkten. 8. Ehrenpreis für die beste Gesamtleistung, ein Bokal, gestiftet von den beiden Vorsitzenden des Festausschusses, Herren Oberbürgermeister Mecum und Weinhändler Helm, von Klasse l'a der Gesangverein " Thalia" in Frankfurt a. M. mit 304 Bunften. Groß war der Jubel beim Aufrufen, besonders der Frankfurter Thalia", welche auf Anregung hin den Chor vom Ehrenpreis Singen in der Festhalle nochmals zu Gehör brachte. " 9 Nach der Verkündigung der Ehrenpreise ging eine Ergebenheits- Depesche an den Großherzog ab und traf heute Vormittag folgende Antwort ein: Hus dem Gerichtssaal. Beraftammer. Gießen, den 20. Mai 1904. Gelegentlich einer Tanzbeluftigung zu Muschenheim verletzte der auf Hof Gill beschäftigte Dienstknecht Josef Hain von Münnerstadt aus Eifersucht seinen Mittnecht Gustav Jesche mit einem chagring. Dem einschreitenden Bolizeidienec widers te er sich und schlug ihm mit dem Schlagring ins Gesicht, auch ließ er es an Beleidigungen nicht fehlen. Wegen Körperverletzung, Widerstands und Beleidigung erhielt der als sehr gewalttät g geschilderte Angeflagte 1 Jahr, 3 Monate und 1 Woche Gefängnis; auch wurde der Schlagring eingezogen und dem Polizeidiener Publikationsbefugnis zugesprochen. Der Arbeiter Wilhelm Hense aus Magdeburg Neustadt gab sich zu Friedberg als Scheerenschleifer aus und verkaufte die ihm zum Schleifen übergebenen Gegenstände; auch stahl er in einem Hause verschiedene Kleidungsstücke. Wegen Betrugs und Diebstahls wurde auf ein Jahr und 2 Monate Gefängnis erkannt. Der Bergmann Friedrich Roch und dessen Thefrau, sowie deren Sohn von Hungen hatten sich zum Schlusse wegen unternommener Verleitung zum Meineid zu verantworten. Die Anklage legte ihnen zur Last, daß sie in einem gegen Karl Roth anhängigen Alimentation: prozeß eine Anzahl Zeugen zu unwahren Aussagen verleiten wollten. Karl Roth wurde schuldig erkannt und mit einer Zuchthausfirafe von einem Jahr, worauf 3 Monate erlittener Untersuchungshaft aufgerechnet werden, belegt. Bezüglich der Eltern wurde mangels ausreichender Beweise auf Freisprechung erkannt. Gießen den 21. Mai 1904. Das Unteil in der Strafsache gegen den Handelsmann Hermann Katz von Steinbach wegen Uebertretung der Polizeiverordnung, betreffend das Ausmelken der Kühe vor dem Auftrieb zum Marit, lautete auf Verwerfung der von dem Angeklagten eingelegten Berufung. K. wurde bekanntlich durch das Schöffengericht Gießen mit einer Geldstrafe von 10 Mt. belegt. Da es sich um eine prinzipielle Frage handelt, die für die Handelsleute von weitgehendster Bedeutung ist, wird sich eine höhere Instanz mit der Sache befassen müssen. Litterarisches. Was sollen wir lesen und wie sollen wir lesen? Vortrag, gehalten im Auftrage des Vereins für Voltsunterhaltungen in der Alberthalle zu Leipzig von An Oberbürgermeister Mecum Gießen. Prof. Dr. Georg Witkowski. Le pzig( Max Hesse's Herzlichen Dank und beste Wünsche für erfolgreiches Verlag. Preis: 20 Pfg. Dieses neue wohlfeile Schriftchen, Darmstadt, 24. Mai 1904. Streben erbitte allen Teilnehmern auszusprechen. Ernst Ludwig. Als wir auch dem Jupplag in später Stunde einen Besuch abstatteten, waren wir überrascht von der reich haltigen Auswahl der Vergnügungsinstitute. Wir sahen alada viele Menschen und wiele, die es waren im fröhlichem Durcheinander und echter Jurplatstimmung. Es war aber auch wirklich alles da: Eine Süßigkeitfabrik, die Waffeln fabrizierte eine immer größere und runder wie die andere ( wenn man an der kleinsten und eckigsten anfing), ein Banorama mit Originalaufnahmen vom Herero- Kriegsschauplatz, ein großartiger Kinematograph und- das ist die Hauptsache - ein gewaltiges Riesen- Dampf- Raroussel. Die Gießener, die gewohnt sind, daß die Drehung durch einen ehrsamen Klepper in solidem Tempo besorgt wird, waren entzückt von der großartigen Einrichtung, inauches tugendreiche Mägdelein saben wir an der Seite eines tatendurftigen Ravaliers gar eifrig ihr Schlachtroß tummeln- furz und gut, man amüfierte sich in der Zweigniederlage auf das Trefflichfte. - Werfen wir nun noch einen Blick zurück über den Verlauf des ganzen Festes, so kann nur eine Stimme zur Geltung kommen und das ist die des Lobes. Das Wetter war günstig, es wickelte sich alles glatt und fonnten demzufolge einen sehr guten Eindruck mit nach programmgemäß ab, und die auswärtigen Sänger Hause nehmen. Bei unserem Rückblick set aber auch Mühen für das Gelingen des Festes gehabt haben. derer gedacht, die die Hauptarbeiten, die größeren ſizende des Feſtausschusses, Herr Helm und die beiden Mit besonderer Anerkennung seien erwähnt der 2. VorVorsitzenden des Geschäftsführenden Ausschusses die Herren Wilhelm Homberger und Eisendreher Friedrich inter. Von einem unserer Berichterstatter werden wir am Schluß ersucht, folgender Klage Naum zu geben: Leider wurde die Presse während des Klassenfingens in der Turnhalle von dem dort eingesetzten SchriftJAKOB RUMPF& SOHN Telefonraf: 23 Schuhfabrik Butzbach anfangen verlangen Sie von uns Offerte. о Preiswerth! Dauerhaft Patentbeschlag Nahtschutz D.R.G.M.Nº143091 Wir unterhalten grosses Lager in allen gangbaren Artikeln und können Sie sofort bedient werden. Jüngerer, stadtkundiger| Hausbursche gesucht. Brüder Schmidt, Gießen, Seltersweg 83 Züchtiges Dienstmädchen gesucht. Fr. Hennings, Gießen, Seltersweg 14. Hausbursche zum 3. Juni gesucht. Alte Klinik Gießen. Laden ist mit oder ohne Seltersweg 73, Wohnung per sofort zu vermieten. Nah. 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Nationaler Gesangs- Wettstreit zu Giessen - 3ur Feier des 20jährigen Bestehens des Maschinenbauer Gesangvereins. Festplatz: Oswalds- Garten. Hente Dienstag, den 24. Mai: Großes Konzert, Tanz und Volksbeluftigungen auf dem Festplatz und in der Festhalle. Abends 8 Uhr: Curnerische Aufführungen in der Festhalle. [ 4428] Mit Eintritt der Dunkelheit: Großes Brillant- Feuerwerk auf dem Festplay. An die Einwohnerschaft der Stadt Grünberg. Fleischverdingung. Am 9., 10. und 11. Juli d. I. wird in unsern Mauern das 25. Fest des Lahntal- Sängerbundes gefeiert werden. Der Fest- Ausschuß hat den Bundesvereinen frete Quartiere zur Verfügung gestellt, wie dieses bei solchen Festen überall geschieht. Die Zahl der zu erwartenden Sänger, welche von unserer Gastfreundschaft Gebrauch machen wollen, wird eine weit größere sein wie im Jahre 1886, da der Sängerbund nunmehr 13 Vereine zählt. Wir richten somit die freundlichste Bitte an die Bewohner der Stadt, uns bei der Unterbringung der Sänger bestens zu unterstützen damit es gelingt, unsere Aufgabe zu erfüllen und den Aufenthalt für die Sänger zu einem angenehmen zu machen. In den ersten Tagen nach Pfingsten werden Mitglieder des Wohnungsschusses bei der Einwohnerschaft vorsprechen, um zustimmende Erklärungen entgegen zu nehmen. Der Wohnungsausschuß. Grünberg. 20. Mai 1904. Bekanntmachung. Samstag, den 28. Mai, vormittags 11 Uhr, wird im Bürgermeistereigebäude die Grasnuzung von den Schneisen und Waldwegen des Gießener Stadtwaldes öffentlich meistbietend versteigert. Gießen, 21. Mai 1904. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Die am 17. März 1. Js. angeordnete Sperre der Wall orstraße zwischen Braugasse und Nordanlage wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 24. Mai 1904. Großherzogliches Polize amt Gießen. J. V: Roth. Bekanntmachung. Die am 13. April 1. Js. angeordnete Sperre der Oftanlage zwischen Landgrafen- und Marburgerstraße wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 24. Mai 1904. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. J. V.: Roth. Bekanntmachung. * g.Blutstock.Timermann A 1. Juni 1904, vor mittags 10 Uhr, wird im diesseitigen Geschäftszimmer, Kaserne 1, der Bedarf an Fleiſch und Wurstwaren für die Garnision Gießen auf die Zeit vom 1. Juli bis 31. Dezember 1904 ver dungen. Die Lieferungsbedingungen liegen im Geschäftszimmer aus; di selben können auch gegen Zahlung der Selbstkosten bezogen werden. Schriftliche und versiegelte Angebote sind im Geschäftszimmer vor Beginn des Termins mit der Aufschrift:„ Angebot auf Lieferung von Fleisch und Wurstwaren" versehen, abzugeben. Hilfe* Bluto Timerm. Garnison- Verwaltung. Bekanntmachung. In der Zeit vom 14. bis 21. Mat 1904 wurden in hiesiger Stadt gefunden: 2 Taschenuhren mit Kette, 2 Portemonnaies mit Inhalt, 1 Zwicker, 2 DamenRegenschirme, 1 schwarzes Tuch und 1 Koppelfette; verloren: 1 Hundertmarkschein, 1 kleine schwarze Brosche, 1 Rasiermesser und 1 weißes Kinderkleidchen. Zugelaufen ist: 1 Spißhund und 1 wachshund. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, den 21. Mat 1904. auch Großherzogliches Pol zeiamt Gießen. Mecum. Außer den von mir seither geführten Bieren bringe Mainzer Aftienbier Die am 13 April 1. Js. angeordnete Sperre der beliebt wegen seines reinen, milden Geschmackes und weil Dammitraße, zwischen Walltorstraße und Nordanlage es außerordentlich gut bekommt, zum Verkauf und empfehle wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 24. Mai 1904. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. J. V: Roth. Bekanntmachung. Die Crednerstraße zwischen Hofmann- und Klinikstraße wird wegen Vornahme von Walzarbeiten von heute ab bis auf weiteres für den Fuhrwerks- und Fahrradverkehr gesperrt. Gießen, den 21. Mai 1904. Großh. Polizeiamt Gießen. J. V. Roth Bekanntmachung. dasselbe die " " Grasversteigerung. Donnerstag, den 26. Mai 1904 soll auf dem Baugelände der Universitäts- Neubauten in der Klinikstraße, vormittags 8 Uhr die erste Schur Gras in verschiedenen Loosen meistbietend versteigert werden. Gießen, den 24. Mai 1904. Großh. Baubehörde f. die Universitäts- Heubauten Gießen. Grasversteigerung der Stadt 11 Flasche zu 18 Pfennig 1/2 9 Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Zugleich bemerke ich, um Täuschungen und Verwechselungen vorzubeugen, daß nur mir allein die Vertretung der Mainzer Aktien- Brauerei für Gießen und Umgegend übertragen worden ist. Gotthilf Röhrle Bier- Großhandlung. Marburgerstraße 7. Telephon 344 Gießen. Eine Lebensrente eine alte, hochr spektable deutsche Die am 1. März 1. Js. angeordnete Sperre der sicher sich derjenige, welcher ür Westanlage zwischen Seltersweg und Bahnhofstraße wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 21. Mat 1904. Großh. Polizeiamt Gießen. IV. Roth. Bekanntmachung. Die Bahnhofstraße zwischen Westanlage und Liebigstraße wird wegen Vornahme von Kanalisations arbeiten von Mittwoch, den 25. Mai 1. Js. an bis auf weiteres für den Fuhrwerks- und Fahrradverkehr gespert. Gießen, den 21. Mat 1904. Großh. Polizeiamt Gießen. J. V. Roth. Gesellschaft Feuer, Glas- und Etubruchsdiebstahl W rficher: nugen gegen fortlaufen e bohe Inkasso- und Abschlußprovision bermitt It. Offerten unter J. N. 26. an Haasenstein u. Vogler A.-G. in Frankfurt a. M. er= b ten In meiner mech. Schreinerei mit Motorbetrieb finden mehrere Schreiner oder Fahr äder- und NähmaschinenVersandt, Ersatzteile, Reparaturen Carl Graf Gießen. Kirchenplatz 15. an der Stadtkirche. Größte Spec. Reparaturwerkstatt Oberhessens. Zahnklinik Gießen. Die Stadt Gießen läßt folgende Grasnuzungen öffentlich meistbietend versteigern: 1. Donnerstag, 26. Mai, vormittags 8 Uhr, an Ort und Stelle die Grasnuzung für das ganze Jahr von den Feldwegen im Neustädterfeld nördlich der Rodheimerstraße; 2. an demselben Tage, nachmittags 3 Uhr, desgleichen dasselbst südlich der Rodheimerstraße; 3. Freitag, 27. Mai, nagmittags 2 Uhr, an Oct und Stelle die einmalige Aberntung der Wieseckböschungen. Zusammenkunft in der Bahnhofstraße auf der Wieseckbrücke; 4. an demselben Zage, nachmittags 3 Uhr, im Bürgermeistereihof die Grasnutzung für das ganze Jahr von sämtlichen Feldwegen mit Ausnahme derjenigen des Neustädterfeldes; 5. an demselben Tage, nachmittags 5 Uhr, an Ort und Stelle die Grasnuzung vom Friedhof am Nahrungsberg, wovon der obere Teil für das ganze Jahr, der untere Teil zur einmaligen Aberntung bergeben wird, sowie von den Anlagen vor dem Friedhof zur einmaligen Aberntung und von dem Niederdruckschälter für das ganze Jahr; 6. an demselben Tage, nachmittags 6 Uhr, an Ort und Stelle die Grasnuzung vom Friedhof am Rodtberg auf das ganze Jahr. Die Zusammenkunft für Ord Nr. 1 und 2 ist auf der Rodheimerstraße am Schlachthause. Gießen, den 20. Mat 1904. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Arbeits- Vergebung. Für den Neubau der katholischen Kirche in Gießen sollen die Schreine, Kunstschmiede-, Glaser- und Bleimusterverglasungs- Arbeiten bergeben werden. Die Zeichnungen und Bedingungen liegen bet Architekt Soderbed in Gießen, Wilhelmstraße 3 und Architekt L. Becker in Mainz, Pfandhausstraße 5, offen. Angebotsformulare fönnen vom Architekten 2. Becker in Mainz gegen Einsendung von 1,50 Mt. für die Schreinerarbeiten, 90 Pfg. für die Kunstschmiedearbeiten, 50 Pfg. für die Glaserarbeiten und 1 Mt. für die Bleimusterverglasung bezogen werden. Angebote sind bis zum 31. Mai, abends 8 Uhr einzusenden an den katholischen Kirchenvorstand zu Gießen. O Für Bäcker! Gießen, Bahnhofstraße 63. 00000000000000000000 Wochentags 1-3 Uhr Unbemittelte unentgeltlich. Glasergesellen Schön möbl. Zimmer Brotpreis- Formulare hält stets am Lager dauernde Arbeit. zu vermieten. H. Keßler, Lollar. Näheres, Kaplan gaffe 21, II. die Expedition. DOXGOGGO OGO Nr. Ovatio Dal Die Landesge ab wegen arbeiten b Sperrt. Sie Betr. Na Aspirante ftanden h folgt eing Ord.: Nr. 1. Allendor 2. Allendo Alten B 4. Annero 5. Bellers 6. Bersro 7. Beuern 8. Ebersta 9. Ettings 10. 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