Nr. 46. onnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., b's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertelfährlich Mr. 1.50. Battebetlagen: Oberheffifche Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Mittwoch, den 24. Februar 1904. Gießener 13. Jahrgang. Jnsertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für ganz Ober heffen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. fonft 15 Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen, Seltersweg 88 Fernsprechanschluß Nr. 362. Neueste Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wezlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Der Krieg in Oftafien. Die amtliche russische wie japanische Berichterstattung hüllt sich weiter in geheimnisvolles Schweigen. Doch wäre es falsch, daraus auf einen Stillstand der Operationen zu schließen. Der japanische Aufmarsch in Korea vollzieht sich geräuschlos aber geordnet weiter, und die Russen arbeiten fieberhaft an der Stärkung ihrer Position durch große Truppennachschübe. Von großer Bedeutung für die weitere Kriegführung iſt eine Note der russischen Regierung an die Mächte, in der R Japan der Verletzung des Völkerrechts beschuldigt" wird wegen des Vorgehens seiner Flotte bei Port Arthur und Tschemulpo. Wir haben bereits bei Eröffnung des Krieges auseinandergesezt, daß der Beginn der Feindseligkeiten durch die Japaner ohne vorhergegangene Kriegserklärung keinen Bruch des Völkerrechts bedeuten kann. Die russische Note muß sich, um auf Anflang bei den neutralen Mächten rechnen zu können, auf andere Gründe stüßen. In dieser Hinsicht scheint eine Mitteilung, die der Londoner Daily Telegraph" aus Nagasafi erhält, einen wertvollen Fingerzeig zu bieten: Das japanische Geschwader hat vor Port Arthur vier russische Torpedojäger weggenommen und die Mannschaft gefangen. Die Japaner haben sich russischer Signale bedient. Falls dies ein neuer Angriff der Japaner auf Port Arthur sein sollte, so hätte das russische Geschwader eine neue erhebliche Schwächung erfahren. Es ist aber auch möglich, daß in dem Telegramm der Angriff vom 14. d. Mts. gemeint ist. Dann ist aus ihm nur die Mitteilung wichtig, daß die Japaner sich russischer Signale zur Täuschung bedient haben. Unter Umständen wäre das allerdings ein Bruch des Völkerrechts. Im allgemeinen gehört der Gebrauch einer falschen Nationalflagge oder die Anwendung bon täuschenden Signalen zu den erlaubten Kriegslisten, jedoch mit der Einschränkung, erstens, daß spätestens beim Beginn des Kampfes oder bei der Ausübung des Visitationsrechtes die richtige Nationalflagge gesezt werden muß; zweitens, daß die Parlamentärflagge, die Flagge der Genfer Konvention und die international eingeführten SeenotSignale unter feinen Umständen zur Täuschung des Gegners berwendet werden dürfen. Sollten die Japaner sich derartiges haben zu schulden kommen lassen, so würde als unausbleibliche Folge die Neutralität Chinas illusorisch werden. In der Antwort Japans auf die Note des amerikanischen Staatssekretärs Hay heißt es, Japan sei bereit, die Neutralität Chinas in den nicht von Rußland besetzten Gebieten zu achten, vorausgesetzt, daß Rußland eine ähnliche Verpflichtung eingehe. Rußland hat den Vorschlag Hays unter der Bedingung angenommen, daß China ſtrikte Neutralität bewahre und Japan das Völkerrecht und die mit den Mächten geschlossenen Verträge achte. Wirst es nun den Japanern Verlegung des Völkerrechts vor, so geht daraus logisch hervor, daß es sich nicht verpflichtet halten wird, China als neutrales Gebiet zu betrachten. Sollte aber Rußland Chinas Neutralität antasten, so würde das mit Sicherheit England auf den Plan rufen. Große englische Seerüstungen sind bereits im Gange. König Eduard ist nach Portsmouth gereist, angeblich um die Victory", Nelsons Flaggschiff von Trafalgar, das neulich beschädigt worden war, zu besichtigen, tatsächlich gilt aber der Besuch den großartigen Rüstungen, welche dort für die Flotte gemacht werden. In den Flotten- Etablissements zu Woolwich ist gleichfalls die Arbeit verdoppelt worden, und seit acht Tagen sind alle verfügbaren Arbeitskräfte eingestellt. In den Distrikten Englands, aus welchen sich hauptsächlich die Marine rekrutiert, speziell in Cornwall, ist eine große Anzahl Werber an der Arbeit, um die Besagungen der Schiffe möglichst zu vervollständigen. In allen Kriegshäfen Englands werden Schiffe in Dienst gestellt, und ausgediente Seeoffiziere sind für besondere Zwede wieder einberufen worden. Die Themsemündung wird scharf bewacht, und an allen Punkten der Küstenverteidigung wird streng gearbeitet, um die Batterien instand zu sezen. Gibraltar, Malta, Cypern, Aegypten, Aden, kurz, alle britischen Punkte, welche strategisch wichtig sind, erhalten große Sendungen an Kriegsmaterial und Proviant. England will eben überall vorbereitet sein. Sogar Kanada ist in den Bereich der fieberhaften Tätigkeit hineingezogen worden, was beweist, daß man ganz unvorhergesehene Fälle für möglich hält. Daß die Stimmung in Frankreich gleichfalls sehr pessimistisch ist, ist schon früher berichtet worden. Die gepanzerten Kreuzer Desair"," Kleber" und" Admiral Aube" werden dieser Tage in Dienſt ſtellen und der Kreuzer " Foudre" wird zwei Unterseeboote nach Saigon bringen. Auch Frankreich will auf alle Fälle gerüstet sein. Auch Spanien, Dänemark und Schweden rüsten sich, um vor plöhlichen Ueberraschungen gesichert zu sein. Die Lage am Balkan. Je trüber und bewölkter der politische Himmel über dem Balkan in den letzten Tagen war, um so schneller scheint er sich auch wieder aufhellen zu wollen. Bulgarien hat neuerdings die feierliche Versicherung abgegeben, daß es sich unbedingt friedlich verhalten werde. Gerade um sich Rußland nicht zu verfeinden, werde Bulgarien alles vermeiden, was den Eindruck erwecken könnte, als wolle es aus der ostasiatischen Inanspruchnahme Rußlands Profit ziehen. Der jetzt wieder in Konstantinopel eingetroffene bulgarische diplomatische Agent Natschewitsch hat dem Sultan und den Botschaftern gegenüber die Erklärung abgegeben, Bulgarien sei fest entschlossen, den Frieden auf. recht zu erhalten. Es habe bereits Maßregeln gegen die Komitatschis ergriffen, die zur Unterdrückung der mazedonischen Bewegung sehr wirksam sein würden. Es heißt sogar, daß Bulgarien und die Türkei gewisse Abmachungen schriftlich austauschen werden, woraus dann sofort die Amnestie der verhafteten Bulgaren, sowie die Heimkehr der mazedonischen Flüchtlinge erfolgen soll. Wenn die Sache wirklich so ausliefe, wäre allerdings kaum ein Grund zur Befürchtung für den Frieden auf dem Balkan vorhanden. Zum Ueberfluß wollen auch die Albanesen, die Schakir Pascha soeben für den Aufruhr in Dschakova bestraft hat, sich mit der türkischen Regierung wieder vertragen: Sie verlangen, daß alle ihre Bandenchefs, die wegen ihrer Umtriebe in Kleinasien interniert sind, begnadigt und nach der Heimat entlassen werden sollen. Auch der türkische Generalinspekteur in Mazedonien, Hilmi Pascha, soll den Wunsch ausgesprochen haben, den Konflikt auf friedlichem Wege zu lösen. Dieser Wunsch ist um so begreiflicher, als die Albanesen sonst die verläßlichsten Untertanen des Sultans sind und für die türkische Armee die besten Truppen stellen. Außerdem sind die Albanesen mit guten Martinigewehren bewaffnet. Allein der gegenwärtig bei Dschakova rebellierende Haufe zählt an 12 000 Mann. Es ist also keine Kleinigkeit für die Türkei, sich mit den Albanesen auf den Kriegsfuß zu stellen, zumal da ein Albanesenaufstand noch die Gefahr einer Unterstützung der Albanesen durch Serbien mit sich brächte. Die Politik. Die Einbringung der großen Kanalvorlage im preußischen Landtage wird noch eine Weile auf sich warten lassen. Wie in Regierungsfreisen versichert wird, wird sie durch technische Schwierigkeiten verzögert, die sich bei den Stromregulierungsplänen herausgestellt haben. Wegen der oberschlesischen Vorlagen muß außerdem noch der schlesische Provinziallandtag befragt werden. Eine Vorlage über den masurischen Kanal wird aus technischen Gründen für die laufende Session nicht mehr zu ermöglichen sein. A Wie schon mehrfach erwähnt, veröffentlicht die Zeitschrift ,, Arbeiterfreund" von Zeit zu Zeit eine„ Ehrentafel deutscher Arbeitgeber aus der Feder des Dresdener Bibliothefars Peter Schmidt. Nach der neuesten Veröffentlichung sind im Jahre 1903 an freiwilligen außerordentlichen Spenden für Angestellte, Arbeiter und allgemeine Volkswohlfahrt zu verzeichnen gewesen 71 082 845 Mark. Diese setzen sich aus 1647 Einzelspenden zusammen, von denen 927 mit 53 036 594 Mark auf Private, 565 mit 12 466 841 Mark auf Aktiengesellschaften und 155 mit 5 679 410 Mark auf Banken entfallen. Preußen figuriert mit 35 150 124 Mark, Berlin mit 9 840 934 Mart. Seit 1898, also seit 5 Jahren, sind über 362½ Millionen Mark, also täglich mindestens 170 000 Mark für derartige Wohlfahrtszwecke aus freiwilligen Spenden, ohne die Pensionsfonds der Aktiengesellschaften und Großbetriebe, flüssig gemacht worden. Der Betrag der Spenden ist jedes Jahr gestiegen, von 1900 bis 1902 um jährlich 20 Millionen Mark; das Gesamtergebnis für 1903 ist dagegen gegen das Vorjahr um mehr als 12 Millionen Mark zurückgeblieben, was in der wirtschaftlichen Krise dieses Jahres seinen Grund hat. * Die zweite sächsische Kammer hat einen Antrag angenommen, wonach künftighin das landwirtschaftliche Betriebskapital von der Vermögenssteuer nicht mehr befreit sein soll. Gegen den Antrag stimmten nur zwei konservative Landwirte. Italien. * Papst Pius macht weitere Ersparnisse. Er hat angeordnet, daß die Zahl der Truppen der Nobelgarde von 100 auf 75, die der Schweizergarde ebenfalls von 100 auf 75 und die der Palastgarde von 200 auf 100 herabgesetzt werden soll. Die Gensdarmerie soll dagegen von 72 auf 100 erhöht werden. Die Verstärkung der Gensdarmerie erscheint dem Papste geboten, weil sie allein zur Bewachung des riesigen vatikanischen Gebäudekomplexes dient. Die anderen Truppen dienen lediglich zu Repräsentationszwecken, ihrer Einschränkung steht also nichts im Wege. Uebrigens hat der Papst auch angeordnet, daß die Gensdarmerie, die bisher am geringsten von allen vatikanischen Truppen besoldet war, besser entlohnt werde. Auch Italien hat jetzt seine Spionagegeschichte. Die italienische Grenzpolizei verhaftete in der Nähe von Limone zwei österreichische Zivilisten, die Photographien der Landschaft aufnahmen, als angebliche Offiziere der Tiroler Jägerregimenter. Es stellte sich indessen heraus, daß die Verhafteten Kurgäste aus Riva seien. Natürlich wird der italienische Botschafter in Wien wegen des Vorfalls um Entschuldigung bitten, und damit wird sich die Sache, wie üblich, in Wohlgefallen auflösen. Amerika. Om weißen Hause, dem Washingtoner Palast des Präsidenten der Vereinigten Staaten, wurde am Montag ein Mann festgenommen, der den Präsidenten Roosevelt in auffälliger Art zu sprechen verlangte. Bei dem Verhafteten, der sich Edward Relgar nennt und aus Chicago stammt, wurden ein geladener Revolver und eine Schachtel Patronen gefunden. Aus Briefen, die er an den Bräsidenten Roosevelt gerichtet hat, ergibt sich, daß er geistesgestört ist. Merkwürdig, welche Anziehungskraft gerade Herr Roosevelt für die Frren hat. Es vergeht kaum eine Woche, ohne daß ihm so ein aruver Teufel einen Besuch abzustatten sich bemüht. Hof und Gesellschaft. Bur bevorstehenden Mittelmeerreise des Kaisers wird aus Kiel gemeldet, daß die Jacht Hohenzollern", begleitet von dem Depeschenboot Sleipner", gestern durch den Kaiser Wilhelm- Kanal nach dem Süden abgegangen ist. Wie in Antwerpen verlautet, wird der Kaiser bei seiner Mittelmeerreise auch Antwerpen berühren, und die belgische Regierung sei hiervon amtlich in Kenntnis gesetzt worden. Von Antwerpen aus werde sich der Kaiser nach Messina einschiffen. Wie verlautet, wird sich auch die Kaiserin an einem Teil der Fahrt und zwar an deren letztem Abschnitt beteiligen, da es der dringende Wunsch der Aerzte ist, daß die Kaiserin zur Kräftigung ihrer Gesundheit einige Zeit Aufenthalt im Süden nimmt. Nach den bisher getroffenen Dispositionen dürfte das Kaiserpaar das Osterfest im Süden verleben. Deutfcher Reichstag. ( 40. Sigung.) CB. Berlin, 23. Februar. Im Schnelltempo begann der Reichstag heute seine Arbeit. Der Gesezentwurf betr. den Schuh von Erfindungen, Mustern und Warenzeichen auf Ausstellungen wurde kurzerhand in erster und zweiter Lesung angenommen, ohne daß jemand das Wort dazu nahm. Eine ebenso rasche Erledigung des Etats des Reichseifenbahnamts, dessen Beratung nun folgte, war natürlich ausgeschlossen. Bei diesem Etat werden alljährlich zahlreiche Beschwerden über die deutschen Eisenbahnverwaltungen laut, auf die der Präsident des Reichseisenbahnamts immer nur achselzuckend mit dem Hinweis auf die beschränkte Kompetenz des Amtes antworten fann. So geschah's denn auch heute. Diesmal lagen zwei Resolutionen zum Etat vor. Die eine ist von der Kommission beantragt und verlangt möglichste Einschränkung der Umleitungen des Güterverkehrs, die andere ist von der Sozialdemokratie gestellt und fordert Uebertragung des Betriebs und der Verwaltung der deutschen Eisenbahnen auf das Reich. Die Debatte brachte nicht viel Neues: Den Klagen wegen Umleitung des Verkehrs hält der Präsident Schulz entgegen, daß ihm nichts von solchen Beschwerden zu Ohren gekommen sei, und die Erörterung über die Reichseisenbahngemeinschaft hielt sich auch diesmal völlig im Rahmen einer akademischen Diskussion. Süddeutschland will, wie von mehreren Rednern betont wurde, von einer Reichseisenbahngemeinschaft nichts wissen, und Preußen, das ohnehin dabei nichts zu gewinnen hat, will auch aus Gründen der inneren Reichspolitik nicht darauf dringen. Die Bahnzerrissenheit, oder, wie der sächsische Finanzminister es nennt, die Bähnchenpolitik" der deutschen Einzelstaaten wird wohl noch manches Jahr den Reichstag beschäftigen. Die Debatte, an der die Abgg. Gröber( 3entr.), Hieber( natl.), v. Normann( fons.), Gamp( freif.) und Müller Sagan( freis. Vp.) sowie der Reichseisenbahnamtspräsident Schulz vornehmlich beteiligt waren, ging sehr in die Länge und Breite. Selbstverständlich kam die eigentliche Etatsdebatte dabei zu kurz, der Etat wurde schließlich ohne alle Debatte genehmigt. Annahme fand natürlich auch die Resolution der Kommission, während die sozialdemo kratische abgelehnt wurde. Morgen kommen die reichsländischen Bahnen an die Reihe. Aus den Parlamenten. * Die Konservativen haben ihren zum Etat des Ministeriums des Innern im Abgeordnetenhause gestellten ursprünglichen Antrag durch die Resolution ersetzt, die Staatsregierung aufzufordern, dem Landtag alsbald einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch welchen die Fürsorge für arbeitsuchende mittellose Wanderer mittels Onkel Joachim erzeigt mir nicht die Ehre, mich in seine Geheimnisse einzuweihen." Und wie denkt Fräulein rendorf Frau b. Spangenberg werden.f " Nun dann: Dein Onkel foll geadert und Fräulein v. DeDerendorf darüber?" bei seinen Büchern. fchaffen forpulenten Herrn wenig, er hatte sich seine eigene Welt gevon Tabafswolfen dicht umhüllt, in seiner großen Bibliothek Was draußen in der Welt vorging, fümmerte den alten, 8 mar ihm Geschlossen Als hielten sie des Glückes vollste Spende sind des Neugebornen Hände, 17nlashar fest. Zur Faust gepreßt: Seite ich darauf, daß sie den Rollstuhl noch nicht ganz bei schiebt. Teicht ein Wechsel des Klimas alles Ini Uebrigen ist ein wenig Geduld und vielihre bolle Gesundheit mieder au wie unser Doftor sagt- Einrichtung von einstweiligen Arbeitsstätten( Wanderarbeitsstätten) in Verbindung mit Arbeitsnachweisen geregelt wird. Dies Gesetz soll aber nur für die Provinzen in Kraft treten, deren Vertretungen dies beschließen. Nab und Fern. † Die Ueberschwemmungen in einem großen Teile Deutschlands dauern weiter bedrohlich an. Jetzt sind auch die Fulda und die Weser aus ihren Ufern getreten und haben die Nicderungen weithin unter Wasser gesekt. Aus Oberschlefien wird ein Steigen der Oder gemeldet. In Ratibor beirung der Wasserstand heute früh 4,73 Meter. Auch die Oppa, Disc, Klodnik und Hozenplotz steigen bedenklich. Insolge des anhaltenden Regens ist auch der Obermain wieder über seine Ufer getreten. Zu der furchtbaren Katastrophe am Huangho, dem Gelben Fluß, bei Tsinanfu, wo durch einen Dammbruch Hunderte von Menschenleben verloren gingen, bemerkt ein Kenner der einschlägigen Verhältnisse: Daß„ Chinas Kummer", der Gelbe Fluß, über die Ufer tritt, ist nichts Seltenes und mit Naturnotwendigkeit immer wieder zu erwarten. Die Fluten des Huangho führen Löß in reicher Menge, von dem sich ein großer Teil noch im Flußlauf selbst ablagert, wenn bei desien Eintritt in die Ebene sich das Gefälle verringert. Dadurch erhöht sich fortdauernd das Bett des Gelben Flusses, und während sonst ein Fluß in den Boden eingeschnitten zu sein scheint und mit seinem Wasserspiegel unter dem umliegenden Rande zu fließen pflegt, wächst das künstlich eingezwängie Bett des Huangho stetig empor. Geben die Dämine an einer Stelle nach, so stürzt die Wassermasse von oben herab mit starfem Gefälle in die dicht bevölkerte Ebene, wo sie Städte und Dörfer vernichtet und unsägliches Unheil anrichtet. Of behält der Fluß dann den neuen, bequemeren Lauf bei. Eine Grubenkatastrophe ereignete sich bei Aldwark ( englische Grafschaft York.) Infolge Reißens eines Förder. seiles wurden 6 Mann getötet und mehrere verletzt. Die Hinrichtung des Matrosen Köhler hat gestern in Aurich stattgefunden. Die Erekution wurde durch den Scharfrichter Engelhardt aus Magdeburg vollzogen. Mohler hatte, wie erinnerlich, in der Nacht vom 15. zum 16. Nobember 1902 an Bord des damals im Piräus liegenden Stationsschiffes Loreley" den ihm vorgesetzten Oberfeuerwerksmaaten Unteroffizier Biedriski, ermordet und die Schiffskasse beraubt. Mord und Selbstmordversuch. In einen Berliner Gasthof tötete der aus Königsberg in Preußen zugereiste. 24 Jahre alte Kaufmann Gustav Markgraff seine Geliebte durch einen Revolverschuß. Darauf versuchte sich Markgrafi selbst zu töten; er wurde aber noch lebend in cin Krankenhaus gebracht. Bunte Chronik. Mit einer Schuldenlast von über zwei Millionen Mark, die infolge des letzten Kurssturzes cntstanden sind, flüchtete aus Berlin der Bankier Frizz Meyer. Durch einen Lawinensturz wurden bei Domodossola vier Arbeiter, ein Italiener und drei Schweizer, verschüttet. Hus dem Gerichtsfaal. § Soldatenmißhandlungen acht Fällen wurden dem Unteroffizier Heidrich vom Inserieregiment Nr. 177 zur Last gelegt. Einer der Mißhandriten, der Rekrut Kopp, war aus dem Kasernenfenster gesprungen und schwer verlegt mit zerschlagenen Gliedern liegen geblieben, so daß es fraglich ist, ob er wieder gesund werden wird. Heidrich wurde zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. A Naubmord an einem Soldaten. Einem Raubmord zam Opfer gefallen ist der Soldat Born aus Lindenberg be: Seustadt a. H. Born, welcher einen kurzen Urlaub in sciner Heimat verbracht hatte, kehrte mit einer größeren Barsumme bersehen nach der Garnison Saargemünd zurück, wo er noch an demselben Abend an einem Tanzvergnügen teilnahm. Am anderen Morgen wurde seine Leiche in der Saar treibend bemerkt und bald darauf geborgen. Nachdem ursprünglich behördlicherseits ein Selbstmord als vorliegend erachtet wurde, sind jetzt zwei übelbeleumdete Mädchen und deren Buhälter unter dem dringenden Verdacht verhaftet worden, den Soldaten ermordet und beraubt zu haben. 8 wegen Makhandlr g des Leutnants Bruns wurde in Köln der Kaufmann Theodor Steiner zu 200, der Kaufmann Alphons Dahlhausen zu 80 Mark Geldstrafe verurteilt. Der Reedereibesizer Drescher wurde freigesprochen. Es handelt sich dabei um eine Prügelszene in Monopolhotel, bei welcher Leutnant Bruns hart mitgenommen wurde. Vermilchtes. A[ Papst Pius als Erbe] Eine in Mailand verstorbenc Frau Giuseppina Reina hat dem Papst ihr Landgut vermacht, das einen Wert von 250 000 Lire repräsentiert. [ Die Somnambule als Tänzerin.] In München macht gegenwärtig die Schlaftänzerin Frau Madeleine G. Sensation, eine Somnambule, die im Zustande des magnetischen Schlafwachens die Fähigkeit erhält, musikalische Eindrücke und dramatische oder andere Suggestionen in erstaunlich lebensvolle und reiche Geberdensprache unzusehen. In ihrer ſtreng- rhythmischen Tanzinterpretation der Musik tritt sie in unmittelbare Konkurrenz mit der Duncan, was or auch einen aktuellen Erfolg sichert. Frau G. ist eine aus Tiflis gebürtige Russin, die mit Mann und Kindern in guten Verhältnissen lcbt und mit ihren Darstellunge:-nigstens vorläufig - kein Geld verdienen, sondern nur fünstlerisch erfreuen und anregen will. Ihre merkwürdige Veranlagung wurde von dem Pariser Magnetopathen Magrın anlaßlich einer Behandlung entdeckt. Sie tritt nur in geschlossenen Gesellschaften auf. Das Neueste aus den Witzblättern. Angst. Ich möchte deinem Bräutigam auch einmal ein paar Zeilen schreiben, Rosa!"- Um Gottes winen nicht, liebe Mamader ist Graphologe!" Er kann nicht genug kriegen. Tourist( auf dem Gipfel eines 4000 Meter hohen Berges, zum Führer):„ So, nun gestatten Sie, daß ich mich ein bißchen auf Ihre Achseln Stelle?" Auf der Lokalbahn. Passagier( ungeduldig): " Ja, zum Teufel, geht der Zug bald ab oder bleiben wir über Nacht da?" Schaffner( gemütlich):„ Mir is gleich!" Auch eine Begleitung. Richter:" Haben Sie damals den Angeklagten allein oder in Begeitung gesehen?" Beuge( Bauer): Ja, sein' groß'n Stecka hat er bei eahm B'habt!" Hessischer Landtag. Darmstadt, 23. Februar 1903. Erster Präsident Haas eröffnet die Sigung um 10 Uhr 15 Min. Finanzminister Gnauth beantwortet zunächst die Anfrage der Abg. Reinhart und Gen., die Bahn Buzbach- Lich betreffend, dahin, daß nach Lage der Sache eine Kürzung des Staatszuschusses nicht in Frage fomme. Er bestätigt, daß der Abg. Jouß von der Firma Lenz u. Co. für Unterbringung der Bahnaftien tatsächlich eine Provision von 33000 Mark erhalten hat und zwar vor der Verwilligung des Staatszuschusses. Abg. Jouz stellt fest, daß er nichts getan habe, was er als Geschäftsmann nicht hätte tun dürfen. Die Interpellation sei sensationell aufgebauscht. Durch den Bahnbau Buzzbach- Lich habe er sein Vermögen aufs Spiel gesetzt, um Tausenden von Menschen zu helfen. Auch andere Abgeordnete hätten Einnahmen aus der Landwirtschaft bezogen. Auf Antrag des Abg. Reinhart wird die Besprechung der Interpellation ausgesetzt, bis die Antwort der Regierung gedruckt vorliegt. Hierauf wird die Spezialberatung des Staatsvoranschlags bei Kapitel 41, Volksschulen, fortgesetzt. Abg. Dr. David begründet in längeren Ausführungen die Forderung, die Volksschullaften auf den Staat zu übernehmen und die Lehrmittel kostenlos zu liefern. Ministerialrat Dr. Eisenhuth bezeichnet die Forderungen des Abg. Dr. David als undurchführbar. Abg. Wolf ist ebenfalls dieser Ansicht und bekennt sich als Gegner eines übertriebenen Nebenverdienstes der Lehrer. Abg. Schlenger regt die Verwendung der geprüften Handarbeitslehrerinnen auf dem Lande an, während Abg. Reinhart die Gehaltsverhältnisse der israelitischen ReligionsMinisterialrat Dr. Eisenhut erwiedert lehrer bespricht. beiden Rednern, daß die Regierung in beiden Richtungen Versuche angestellt hätte. Nach weiteren Ausführungen des Abg. Dr. David und Ministerialrats Dr. Eisenhuth wird das Kapitel bewilligt. Weiter werden genehmigt Rapitel 56, Landes- Hospital Hofheim, 57, Landes- Frrenanstalt, 58, Anstalt für Blödsinnige„ Alicestift" in Darmstadt, 58a, Provinzialsichenanstalten, 59, Heil und Pflegeanstalten für epileptische Kinder und Jugendliche in Nieder- Ramstadt, 59a, zur Förderung der Wohnungsfürsorge für Minderbemittelte, 60, Abwehr und Unterdrückung von Viehseuchen, 61, Sterbequartale, 62, Invaliden- Versorgung, 63, Armenpflege, 64, Staatsunterstüßungsfasse, 65, Fonds für öffentliche und gemeinnüßige Becke, 66, Bankbesoldungsfonds, 67, Organe für Unfall- und Invaliden- Versicherung und 68, Arbeiter- Kolonie und Arbeitsnachweis, zumeist ohne Debatte. Hierauf tritt Vertagung auf Mittwoch ein. Lokales. 24. Februar 1904. ** Zweite Kammer. Die Abgg. Weidner und Gen. beantragen:" Hohe Kammer wolle beschließen, Großherzogliche Regierung zu ersuchen, den Großherzoglichen Förstern und Forstwarten die Ausübung und Teilnahme an Privatjagden jeglicher Act, unter Benußung der denselben zu ihrem Dienstgebrauch zustehenden abgabenfreien Waffenpässe zu versagen". Der Abg. Leun schlägt Herabsehung der Stemgelgebühren für die Ortsgerichte vor. *** Der Ausschuß für die diesjährigen Gesellenprüfungen tagte gestern Nachmittag in Gießen und haben die Mitglieder von den einzelnen Gewerben passende und der Zeit entsprechende Gesellenstücke in Vorschlag gebracht. Der engere Ausschuß hat dadurch eine Direktive bekommen, was er den einzelnen Prüflingen zur Aufgabe stellen tann. Die Versammlung unter dem Vorsiz des Herrn Baumeister Traber, verlief sehr anregend. ** Die Zahl der sich zum Finanzexamen 1. Rate gorie vorbereitenden Kandidaten ist in den lezten Jahren bedeutend gestiegen. Die Folge davon ist, daß die Stellen für Finanzaspiranten immen rarer werden, sodaß leßteren nichts anders übrig bleibt, als Stellen der 2. Kategorie oder sogar Schreibgehülfenstellen an Steuerkommissariaten anzunehmen, wenn sie nicht außer Verwendung monatelang zu Hause sizen wollen. Es ist daher allen, welche beabsichtigen sich zum Finanzexamen 1. Kategorie vorzubereiten, geraten, sich vorher an zuständiger Stelle über den Stand der Berhältnisse zu erfundigen. ** Verkehrsverein Gießen, E. V. Auch an dieser Stelle sei nochmals darauf hingewiesen, daß die ordentliche Generalversammlung heute, Mittwoch, Abend 8% Uhr im Café Ebel stattfindet. Zahlreicher Besuch der Mitglieder ist sehr erwünscht. RB. Wechsel auf Leitelshain und Neukirchen a. d. Pleiße( Nachbarorten von Crimmitschau) werden von jeßt ab von der Reichsbank angekauft oder zum Einzug übernommen. Sie sind an die Reichsbanknebenstelle zu Crimmitschau zu gerieren. | Ueberblick über die Gemeindesteuergesetzgebung der Nachbarstaaten, namentlich von Preußen, Bayern, Sachsen und verwies auf die Notwendigkeit, in Hessen unter Rücksichtnahme auf die Verhältnisse der Nachbarstaaten vorzugehen, um nicht den Wegzug von Gewerbetreibenden und Kapitalisten aus hessischen Gemeinden nach den Nachbarstaaten zu fördern. Sodann ging Redner zu einer kurzen Darstellung des neuen Gesezentwurfes über und bemerkt, daß bei aller Anerkennung der klaren und einfachen Gliederung des Entwurfs doch eine Reihe von Bedenken aufzuwerfen seien, namentlich be= züglich der Gewerbe und der Kapitalsteuer. Es wird nunmehr in die Beratung des Geseßentwurfes eingetreten. Der Entwurf des Grundsteuergesetzes wurde unter Verwerfung von Offenbacher und Darmstädter Anträgen gut geheißen. Ueber den Entwurf:„ Gewerbliche Besteuerung" referierte Feiſtmann Offenbach, der den Entwurf im allgemeinen gutheist, doch will er die Schulden bei der Steuerveranlagung in Abzug gebracht wissen. Ministerialrat Braun bemerkte, daß von einem Abzug der Schulden bei der Gewerbesteuer nicht die Rede sein könne. Nachdem sich eine große Anzahl Redner an der Debatte beteiligt, wurde dem Entwurf in Bezug auf Besteuerung der Betriebsschulden zugestimmt. Ein Antrag, die Hälfte der Steuern für Gewerbebetriebe im Umherziehen, Wanderlager 2c. den Ge= meinden zuzuweisen, wurde angenommen. Auch die Konsumvereine, Offiziers- Konsumvereine 2c. Einkaufsgenossenschaften und Winzervereine sollen, wie ron den Regierungsvertretern bemerkt wurde, zur Besteuerung herangezogen werden. Aerzte die einen Gewerbebetrieb( linit 2c.), Zahnärzte mit großem Personal, Rechtsanwälte mit Bureaubetrieb sollen ebenfalls zur Gewerbesteuer herangezogen werden. Ueber Referent beKapitalsteuer" referierte Fröhlich- Worms. fürchtet, daß durch die stärkere Heranziehung und Mehrbelastung des Kapitals die nicht an Hessen gebundenen Besiger ihren Wohnsiz in Preußen aufsuchen würden, da dort eine Kapitalsteuer nicht existiere. Es sei äußerst gefahrvoll, die Kapitalrentensteuer in eine Kapitalsteuer umzuwandeln. In gleicher Weise sprachen sich Ministerialrat Becker und Geheimrat Michel gegen den Entwurf aus. Damit wurden die Beratungen abgebrochen und die Weiterverhandlung auf Sonntag, 6. März, vertagt. Zum Vorort wurde wieder Mainz gewählt. H * * Der Oberhessische Viehhändler- Verein hielt am Montag in der Kaiserfrone" eine von ca. 300 Personen besuchte allgemeine Versammlung ab. Der Vorsigende, J. Lorsch Alsfeld, forderte zum Beitritt zu dem Verein auf, unter Hinweis auf Zweck und Ziel desselben. In längerer Ausführung behandelte sodann der Vorsißende des Verbandes der Viehhändler in Deutschland, H. DanielDierdorf, die Lage des Viehhandels und der Viehhändler im allgemeinen und zog auch das Reichsviehseuchengesetz in das Bereich seiner Erörterungen. Redner weist auf staatliche Anstellung der Kreistierärzte mit festem Gehalt hin und bemängelt die jeßige Handhabung der Veterinärmaßregeln, wodurch die Existenz der Viehhändler ruiniert werde. Weiter wurden von der Versammlung die Zustände auf dem Gießener Viehmarkt besprochen und kritisiert und wiederholt auf die zeitraubende tierärztliche Kontrolle hingewiesen, insbesondere wurde die Verordnung bezüglich des Auftreibens von Milchvieh mit leerem Euter behandelt. Beschlossen wurde, bei wiederholten Anzeigen wegen Verlegung der Polizeiverordnung, richterlichen Entscheid bis in die höchste Instanz herbeizuführen. I. Hessische Landes- Geflügel und VogelAusstellung in Offenbach a. M. vom 11.- 14. März 1904. Der Ausstellungsausschuß ist mit den Vorarbeiten in voller Tätigkeit. Eine große Anzahl von Ehrenpreisen sind bereits angekommen, darunter sind vertreten ein solcher von dem Großherzog Ernst Ludwig, dem Fürsten Solms- Lich, dem Fürsten Loewenstein- Wertheim, den Grafen von Solms- Laubach, Oriola- Büdesheim und Erbach- Erbach, den 3 landwirtschaftlichen Provinzialvereinen, den Geflügelzuchtverbänden und zahlreichen Einzelvereinen und Privatpersonen, der Stadt Offenbach, Geflügelzuchtverein Gießen, Vogelsberger Beflügelzuchtverien Grünberg und Umgegend und viele andere; die Zahl 100 wird, da noch eine Anzahl angemeldet sind, überschritten werden. Die Anmeldungen zur Ausstellung laufen gleichfalls zahlreich ein, es ist daher mit einer umfangreichen Ausstellung zu rechnen. Während nur in Hessen wohnende Geflügelzüchter zugelassen werden, fönnen sich an der Ausstellung von Litteratur, Geräten, Futtermitteln usw. auch außerhalb Hessen in Deutschland wohnerde Interessenten beteiligen. † Wieseck, 23. Febr. Vom Heuboden seiner Scheuer stürzte gestern der Landwirt Becker und erlitt mehrere Verleßungen, sodaß seine Ueberführung in die Gießener Klinik notwendig wurde. -- Großen- Buseck, 24. Febr. Unser Gesangverein „ Eintracht" plant die Anschaffung einer Vereinsfahne. Da die Mittel zu derselben schon zum größten Teil beschafft Der seit sind, soll in diesem Sommer noch die Weihe verbunden mit einem größeren Sängerfest abgehalten werden. her bei der Firma Klingspor angestellte Werkmeister Schmidt wird in Kürze eine Zigarrenfabrik hier errichten. Das Gelände hierzu ist schon fertiggestellt. < Weylar, 23. Febr. Gestern ist hier der Geheime Bergrat Riemann gestorben. ** Postalisches. Die bereits auf dem Wege über Sibirien abgesandte und noch im Bereiche der russischen Postverwaltung befindliche Poſt nach Peking und Tientsin und vermutlich auch nach Tschinwangtau, Tschifu, Tsingtau und Shanghai wird auf die deutsche Grenzbahnpost zurückgegangenen Fluten der Nidda, Wetter und Horloff beginnen gesandt werden. Diese wird sofort nach Rückkunft auf dem Wege über Suez weitersenden. ** Hessischer Handelskammertag. Der in Mainz im großen Stadthaussaale unter dem Vorsiz des Geheimrats Michel am Montag tagende Handelskammertag war von 44 Handelskammermitgliedern aus dem Groß herzogtum und seitens der Regierung von den Ministerialräten Braun, Becker und Best besucht. Zur Beratung stand der Entwurf eines Gesetzes, die Gemeindeumlagen betreffend. Handelskammersekretär Meesmann- Mainz gab zunächst einen + Aus der Wetterau, 22 Febr. Die faum zurückwieder zu steigen, da seit Freitag Regenwetter herrscht. ▷ Hungen, 23. Febr. Die von Forstwart Büttner in Langd konstruierte Baumfällmaschine wurde dieser Tage in Gegenwart höherer Forstbeamten erprobt, wobei die Maschine aufs beste funktionierte und selbst die stärksten Buchen mit Leichtigkeit und ohne jegliche Gefahr für die Arbeiter fällte. × Grebenhain, 22. Febr. Infolge des Schneesturms am Samstag war der Verkehr auf der Nebenbahn Lauterbach- Grebenhain erschwert. Zwischen Nörberts und GrebenO hain gelang Verfuchen, Kreisstraße Fuhrwert fonnten nid Mit vieler wieder heim ift der Wir eingeftellt. abwärts regn Tegnerif; en = Bad Jahren verfd Witwe des +50 Fabritarbeite Ende, weil vergehens, dem Verbo und dem beider Vert Der 1. geme Tel. Sc Thi Aud Masse W der Nachbar Sachsen und nter Rücksicht en vorzugehen, nd Kapitalisten en zu fördern. ung des neuen Anerkennung ntwurfs doch namentlich be= S8 wird nun eingetreten. unter Ver Inträgen gut Befteuerung" urf im allge ei der Steuer Minifterialrat Schulden bei Nachdem sich eteiligt, wurde Betriebsschulden Steuern für er 2c. den Ge die Konsum. genoffenschaften ungsvertretern ogen werden. Bahnärzte mit betrieb follen erden. Ueber Referent be ng und Mehr ebundenen Bea ürden, da dort erst gefahrboll, umzuwandeln. rat Beder und Damit wurden erhandlung auf wurde wieder ler- Verein von ca. 300 b. Der VorBeitritt zu dem Ziel desselben. der Vorsitzende nd, H. Daniel Der Viehhändler feuchengefeß in Deist auf staat m Gehalt hin Der Veterinärndler ruiniert die Zustände kritisiert und Kontrolle hing bezüglich des iter behandelt. en wegen Ver Entscheid bis in und Vogel bom 11.- 14. mit den Vorahl von Ehrend vertreten ein dem Fürsten , den Grafen Erbach- Erbach, den Geflügel und Privat erein Gießen, und Umgegend och eine Anzahl e Anmeldungen in, es ist daher hnen. Während gelaffen werden, eratur, Geräten, in Deutschland feiner Scheuer itt mehrere BerGießener Klinik Bejangverein einsfahne. Da n Teil beschafft verbunden mit 7.- Der feit meister Schmidt ten. Das Ge ier der Geheime wie faum zurüc Horloff beginnen ter herrscht. Orftwart Büttner arde difer Tage , wobei die Mastärksten Buchen für die Arbeiter Des Schneefturms benbahn Lauter erts und Breben hain gelang es dem Maschinenpersonal erst nach wiederholten Versuchen, die verwehte Strecke zu passieren. Auf der Kreisstraße von hier nach Ilbershausen blieb heute früh das Fuhrwerk unseres Arztes im Schnee stecken, die Pferde fonnten nicht mehr vorwärts kommen, auch brach die Deichſel. - Mit vieler Mühe schaffte man das direktionslose Gefährt wieder heimwärts. Im Klubhaus auf dem Hoherodskopf ist der Wirtschaftsbetrieb wegen dem hohen Schnee ganz eingestellt. Auf den Höhen schneite es immerzu, wenn es abwärts regnete. Das Wetter ist eben n.ch stürmisch und regnerisch; enorme Wassermassen stürzen zu Tal. Vacha, i. d. Rhön, 23. Febr. Im Alter von 85 Jahren verschied hier die Baronin Maria v. Falkener, Witwe des Prinzen Franz von Hessen- Philippsthal. + Höchst, a. M., 23. Febr. Der 78jährige frühere Fabritarbeiter Riel machte seinem Leben durch Erhängen ein Ende, weil ihm eine Untersuchung wegen Sittlichkeitsvergehens, begangen an fleinern Rindern, drohte. Kassel, 23. Febr. Die Verhandlungen zwischen dem Verbande der Dachdeckermeister Südwest- Deutschlands und dem Norddeutschen Verbande haben zur Verschmelzung beider Verbände zum Deutschen Dachdecker- Verband geführt. Der 1. gemeinsame Verbandstag findet nächstes Jahr hier statt. Deueste Nachrichten. Ueber Berlin wird uns folgendes gemeldet: Weihaiwei, 23. Febr. Der hier von Dalny angekommene englische Campfer„ Chingping" berichtet, daß er von der Russen beschossen und siebenmal gegen die Wasserlinie getroffen worden sei. Das russische Lootsenboot, das die ,, Chingping" herausbrachte, sei auf eine Mine gestoßen und in die Luft gesprengt. Tokio, 23. Febr. Die drei englischen Offiziere, die die Kreuzer„ Nishin“ und„ Kasuga" nach Japan gebracht haben, wurden vom Kaiser in Audienz empfangen. Der Kaiser verlieh ihnen die 4. Klasse der aufgehenden Sonne und prächtige Geschenke. Es ist dies eine ungewöhnliche Auszeichnung, da die 4. Klasse dieses Didens japanischen Offizieren erst nach zwölfjähriger Dienstzeit verliehen wird. Port- Said, 23. Febr. Die russischen Transportschiffe ,, Drel" mit 1227 Mann an Bord und„ Smolenst" mit Munition sind heute um 5 Uhr bezw. 8 Uhr morgens von Suez hier angekommen. Sie wollen in 24 Stunden nach Odessa weitergehen. Briefkasten. Nach Wieseck. Wir werden sofort die Sache untersuchen lassen und wenn's dann nichts nüßt, Aenderung vornehmen. Marktberichte. Frankfurter Hen- und Strohmarkt vom 23. Februar.( Amtl. Notierungen.) Heu per Str. 3.00-3.60 Mark, Stroh per 3tr. 1.80-2 20 Mr. Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil: Albin Klein für das Lokale, den Gerichts." und" Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermann Kathreiners Malzkaffee ist der beste und nützlichste Hausfreund, der in unzählichen Familien gern gesehen und geschäßt ist. Hierdurch erlauben wir uns die ergebene Anzeige zu machen, daß wir in Gießen 18 Marktplatz 18 einen Laden eröffnet haben. Färberei Gebr. 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Von Vollendung der 5 Jahren kann nur dann Frühjahrs- Pferdemarkt zu Gießen. Am Mittwoch, den 16. März 1904, vormittags, findet auf den städtischen Marktanlagen nächst der Rodheimerstraße Pferde= marft statt. Für Stallungen in der Nähe des Marktes ist aus: reichend Sorge getragen; wegen derselben wolle man sich an Herrn Hoflohnkutscher Huhn dahier wenden. Auskunft über sonstige Marktangelegenheiten erteilt Herr Weinhändler August Schwan dahier. Mit dem Pferdemarkt ist eine Prämiierung verbunden, für welche 1585 Mt. zur Verfügung stehen. Der Prämiierungsplan ist von Herrn Dekonomierat Schlenke- Hardihof bei Gießen oder von Herrn Weinhändler Schwan- Gießen zu beziehen. Die Breisverteilung erfolgt im Anschluß an die Prämiierung um 122 Uhr. Von 11 Uhr ab Konzert auf dem Marktplay. Omnibusverbindung von dem Bahnhof nach dem Martiplaß und zurück. Am 17. März, nachmittags 2 Uhr, findet in der Turnhalle der Stadtknabenschule eine Verlosung statt von Pferden, Wagen, landwirtschaftlichen Maschinen und Gerätschaften, Haushaltungs- und Gebrauchsgegenständen. Der Generalvertrieb der Loſe á 1 Mark ist dem Herrn Richard Buchacker dahier übertragen. Gießen, 15. Januar 1904. Die städtische Pferdemarktkommission. Jean Kirch, Stadtverordneter. im letzten Dienstjahre abgefehen werden, wenn der Höhere u. Erweiterte Höhere u. Erweiterte Mädchenschule zu Gießen. Dienstaustritt durch Einberufung zum Militär, durch Auflösung des Haushalts, oder durch Gründung eines eigenen Hausstandes erfolgt. Es werden hiernach alle Die Anmeldungen neu eintretender Schülerinnen diejenigen Dienstboten, welche nach diesen Bedingungen enerlei welchen Älters sollen in Zukunft nicht auf eine Prämie glauben Anspruch erheben zu können, aufgefordert, sich unter Vorlage der Dienstbücher, eines Zeugnisses der Herrschaft über gute Führung, sowie eines etwaigen Sparkassenbuchs bei unserer Kasse oder der Bürgermeisterei des Wohnorts bis zum 5. März 1. J. zu melden. Gießen, 20. Februar 1904. Der Direktor der Spar- u. Leihlasse Gießen. Wiener. Bekanntmachung. Es sollen im laufenden Jahre wieder eine Anzahl strophulöser Kinder auf Kosten der Sparkasse im Kinderhospital Bad- Nauheim behufs Gebrauchs einer Badekur untergebracht werden. Anmeldungen sind als: bald durch Vermittelung der Pfarrämter oder Bürgermeistereien unter Beischluß von Attesten über Krankheits zustand und Vermögensverhältnisse hierher einzureichen. Da diesmal nur die Hälfte der seither alljährlich bewilligten Summe zur Verfügung steht, kann auch nur eine dementsprechend geringere Zahl von Kindern Aufnahme finden. Es wird daher gebeten nur solche Kinder anzumelden, die dringend einer Badekur bedürfen. Gießen, den 20. Februar 1904. Der Direktor der Spar- u. Leihkasse Gießen. Wiener. Berdingung von Wegplanierungsarbeiten. Für die Feldbereinigung Bettenhausen soll das Planieren der Gewannwege, veranschlagt zu 2000 Mt. Freitag, den 26. d. Mts. vorm. 10 Uhr auf dem Rathause zu Bettenhausen durch öffentliches Ausgebot bergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen bei Gr. Bürgermeisterei Bettenhausen zur Einsicht offen. Gießen, am 22. Februar 1904. Großh. Kulturinspektion Gießen. Wißmann. Arbeitsvergebung. Die Ausführung von Erdarbeiten und die Stell ung von Hilfsarbeitern für die im Betriebe des Gasund Wasserwerks vorkommenden Arbeiten in den Betriebsjahren 1904/05 und 1905/06 sollen auf dem Wege der öffentlichen Ausschreibung bergeben werden. Der diesem Ausschreiben zugrunde gelegte Vertragsentwurf liegt während der Dienststunden auf unserem technischen Amtszimmer zur Einsichtnahme auf. Angebote sind unter Benutzung der bei uns er= hältlichen Vordrucke bis zum 29. Februar d. Is.. vorm. 11 Uhr, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, bei uns einzureichen. Gießen, den 22. Februar 1904. Städt. Gas- und Wasserwerk Gießen. Otto Bergen. Verdingung. Zum 10. März d. Js. sollen für die ProvinzialSiechenanwalt in Gießen die Fleisch- und Wurstwaren, sowie die Viktualien, Badwaren, Milch, Seife und Soda 2c. für die Zeit vom 1. April 1904 bis 31. März 1905 und ca. 19 000 lg. gute Speisetartoffeln bergeben werden. Die Bedingungen können auf dem Verwaltungsbureau gegen eine Schreibgebühr Nur ein Tag! Zum neuen Saalbau Tournee 1904. früher Steins Garten Gießen. Sonntag, den 28. Februar, nachmittags 4 Uhr und abends 8 Uhr nur 2 grosse Zigeuner- Concerte mit Solo: und Chorgefängen, gegeben vom Desterr.- Ung. Damenund Herren Orchester Rakoczi in verschiedenen Landestrachten. Großartige Geigen- und Cimbal- Virtuosen. Ausführung des an Licht- und Farbenpracht einzig dastehenden Ein Traum von Licht und Schönheit Fener und Flammentanz mit hier noch nie gezeigten wundervollen Lichteffekten und Verwandlungen à la loi Fuller mit 3 Scheinwerfern eig. Anlage. U. a. Fantasie und Serpentin la reine du bal, Windsbraut, Meeressturm, Feuersäule, Deutschlands Helden, dargestellt von Welle. lernt, Debut der jugendlichen Concert- und Balladensängerin Eugenie Sordonie. Entree: 60 Vfg Vorverkauf 50 Pfg. in der MusikalienHandlung des Herrn Challier. Mitteilung. Einer werten Kundschaft von Gießen die ergebene Mitteilung, daß ich die Vertretung der von Sonnenstraße nach dem Frankfurter Hof Hochachtend mehr bei Beginn des neuen, sondern vor Ablauf des Dr. A. Mettenheimer's Mineralwasser- Fabrik alten Schuljahres erfolgen. Die diesjährigen Anmeldungen haben bis spätestens zum 20. März zu geschehen und werden im Schulhause, Schillerstraße 8, an folgenden Tagen von dem Unterzeichneten entgegen genommen: Dienstag, 8., Samstag, 12., Dienstag 15., und Sams- verlegt habe. tag, 19. März, jedesmal von 10 bis 1 Uhr. Vorzulegen Telephon 69. find: Impf- und Geburtsschein, letzterer mit unterstrichenem Rufnamen; bei Kindern, die über 12 Jahre alt sind, eine Bescheinigung über geschehene zweite Impfung; bei Kindern, die aus einer anderen Schule kommen, ein Abgangszeugnis. Mädchen, die erst schulpflichtig werden, sind bei der Anmeldung vorzustellen. Gießen, den 16. Februar 1904. Der Direktor: Dr. Stoeriko. 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Herr Plath in Gießen hat meine Frau in wenigen Tagen von einem langi. nervösen Kopfleiden, verbunden mit Ohrensausen befreit, worüber demselben der herzlichste Dank ausgesprochen wird. Fischbach, Kr. Alsfeld, 15./9. 1902. J. Sch., Lehrer. Nähere Adresse ist bei dem Obengenannten zu erfahren Ohne Fleiss keinen Preis AURORA Patentkummet der Deuzeit. Dreifacher Schutz. Kummete aus einem Stück Leder ohne jegliche Naht, schöne unveränderliche Form und tadelloser Siz. Hölzer find abnehmbar, was bei Zusammenhängen oder Umallen der Pferde sehr zweckmäßig ist, da durch eine M. 44000 einfache Hebellöſung ſofort die Hölzer abfallen. Los I Mk., II. Lose 10 Mk.; Porto u. Liste 25 Pfg. empfiehlt J. Stürmer, Lott. General- Agent, Strassburg i. 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Wenn wir von Salmiak reden, meinen wir gewöhnlich den Salmiak- Spiritus; derselbe ist ein wertvolles Hausmittel, das man immer vorrätig haben sollte.- Wegen feines durchdringenden scharfen Geruches hat man den Salmiaf- Spiritus in der Heilkunst wohl angewandt, um Ohnmächtige und Scheintote wieder zu beleben. Unter die Nase gehalten, übt er einen so starken Reiz auf die Nasenschleimhaut aus, daß ein Niesen zustande kommt und das Atmen wieder einsetzt. Indessen ist das Mittel sehr gefährlich und kann durch eine nicht beabsichtigte Wirkung aufs Gehirn sogar den Tod herbeiführen. Dem Gesunden, der mit Salmiak hantiert, schadet das bißchen Geruch, dem er nicht ausweichen kann, schwerlich; dem Zuviel geht man wegen der äußerst unangenehmen Empfindung, die es in der Nase verursacht, schon von selbst aus dem Wege. Eine aus Salmiak und Del bereitete Salbe verordnet der Arzt manchmal mit gutem Erfolg bei Quetschungen oder Rheumatismus. Vortrefflich und fast augenblicklich hilft Salmiak gegen Insektenstiche, wenn es sofort auf die Geschwulst gestrichen wird. Man sollte im Sommer, wenn man an einen Ort geht, wo es viele Mücken gibt, ein Fläschchen mit Salmiak bei sich führen; auch bei Bienen- und Wespenstichen lindert die Betupfung mit Salmiak sofort den Schmerz. Im Haushalt schätzen wir es als besonders wirksames Reinigungsmittel. Wollinäsche, mit Seife und Soda behandelt, wird leicht filzig und läuft ein. Nimmt man statt dessen handwarmes Wasser, dem man so viel Salmiak zugesetzt hat, daß es noch schwach danach riecht, und wäscht darin ohne Seife und ohne vorheriges Einweichen die gestrickten, gewebten und Flanellsachen, wenn ohne stark auszuwringen, hängt die Gegenstände auf, wo sie sie sehr schmutzig sind, zweimal, spült in lauwarmem Wasser, möglichst schnell trocknen, nimmt sie halbjeucht ab und plättet sie sofort, so bleiben sie mild und weich. Manche geben zu der Seifenlauge, in der die tags zuvor eingeweichte Haushaltungswäsche, also weißes Baumwollenzeug und Leinenzeug, gewaschen werden soll, auf je einen Eimer Lauge einen halben Eẞlöffel gereinigtes Terpentinöl und einen Eßlöffel Salmiak und rühmen, daß die Wäsche davon schön weiß wird, ohne zu leiden. Bürstenwaren, wie Haar- und Kleiderbürsten, sowie alle Arten Besen taucht man mit den Vorsten, ohne das Holz naß zu machen, in eine Mischung von einem Teil Salmial auf 8 Teile Wasser, spült sie darin durch, bis der Schmutz heraus ist, was sehr schnell geht, und legt oder hängt sie, mit den Borsten nach unten, zum Trocknen hin. Angelaufene Iber- und Goldsachen legt man für eine Viertelstunde in emiat, dem man die gleiche Menge Brennsprit zugesezt Sot, und läßt sie trocknen, indem man sie in Sägespäne oder Aleie steckt. Mit einem weichen Bürstchen werden dann die Stren des Trockenmittels entfernt und mit einem Pugleder die Gegenstände vollends blank gerieben, worauf sie wie neu : ssehen. Weißliche Flecke, die auf gemalten und lackierten Sachen durch die Einwirkung von heißem Wasser entstanden tind, lassen sich durch Salmiak entfernen, wobei man aber vorsichtig zu werfe gehen muß, um die Farbe nicht anzuGreifen. Man befeuchtet ein weiches Läppchen mit Salmiak und reibt damit hurtig strichweise den Fleck ab, indem man darauf achtet, daß keine Ränder stehen bleiben. Den ver= lorenen Glanz gibt man der gereinigten Stelle durch Polieren mit Del oder, wenn der Gegenstand von Holz ist, mit Bohnwachs wieder. Ein roter Fleck, der auf einem schwarzen Stoff durch irgend eine Säure entstanden ist. verschwindet sofort, wenn man ihn mit Salmiak betupst Endlich sei noch daran erinnert, daß zur Kopfwäsche Salmiak ein vorzüglich wirksames Mittel ist, wozu sich lauwarmes Wasser, dem ein Schuß Salmiak beigemischt ist, am meisten empfiehlt. Man beugt sich mit geschlossenen Augen über die Waschschale und fährt mit beiden Händen hinein, worauf man die Kopfhaut überall tüchtig reibt und dann mit einem in reines warmes Wasser getauchten Schwamm gehörig nachspült. Praktische Winke. Vergoldete Bilderrahmen zu reinigen. Man schlage 150 Gramm Eiweiß und 50 Gramm Kochsalz zu Schaum und bürste mit einer in diese Masse getauchten ganz weichen Bürste die Rahmen solange, bis sie wieder rein und glänzend sind. Holz- Schnitzereien auffrischen. Man nehme nach Bedarf für 5 oder 10 Pfg. Schellack und ebensoviel Weingeist nnd lasse die Masse eine Nacht stehen, bis sich der Schellack vollständig gelöst hat. Dann bestreiche man damit die Gegenstände mittels eines Pinsels. Nagellöcher auszufüllen. Die nachstehende Metode, Nagels löcher in Holz auszufüllen, ist nicht blos einfach, sondern auch wirksam. Man nehme feines Sägemehl, mische es mit Leim zu einem dicken Teig und drücke oder schlage davon, soviel hineingeht, in das Nagelloch. Wenn die Füllung trocken geworden ist, wird man kaum eine Spur des Nagelloches mehr erkennen. 25 Hausparfümerie. Brillantine bereitet man aus einer Mischung von 100 Gramm parfümiertem Weingeist und 2 Gramm Glyzerin. Brillante dient zum Geschmeidigmachen der Haare, besonders Barthaare. Haaröl. Man vermengt 100 Gramm Spiritus, 10 Gramm Rizinusöl und soviel Kölnisches Wasser als nötig ist, dem Haaröl einen angenehmen Geruch zu geben. Küche und Keller. Bratwürstchen ohne Därme zum Garniren von Gemüsen. Man nimmt 250 Gramm feingehacktes mageres Schweinefleisch, 100 Gramm rohen Speck, mischt beides mit Pfeffer, Salz und gewiegten feinen Kräutern gut durcheinander, feuchtet das Fleisch entweder mit Weißwein, saurem Rahm oder leichtem Bier an, formt auf einem mit Mehl bestäubtem Brett kleine Würstchen davon und bratet sie in heißer Butter oder Fett auf allen Seiten schön hellbraun. Gemischter Salat. Man braucht dazu zwei Teller gekochte, feinblätterig geschnittene Kartoffeln, einen halben Teller voll grüne blanchierte, weich gekochte Erbsen, ebensoviel sein geschnittene, gedünstete grüne Bohnen, viereckig geschnittene vote Rüben, weichgekochte weiße Bohnen, kleingeschnittene harte Eier, drei entgrätere zerschnittene Heringe, sechs ze teilte, länglich geschnittene Sardellen, 150 Gramm gefochten, würfelig geschnittenen Schinken und ebensoviel Pökelzunge. Man ordnet die verschiedenen Zutaten, jede Sorte für sich, nebeneinander in einer passenden Salatschale. Dann rührt man eine Remouladensauce, der man zuletzt etwas gewiegten Schnittlauch zusetzt und übergießt damit das Gemisch, dessen Oberfläche man mit Kleinen, mit Del, Essig, Zucker und wenig Pfeffer angemachten Salatherzchen garniert. Nutzen der Salbeiblätter. Der Salbei( Salvia officinalis) wächst als kleiner Strauch im südlichen Europa wild; man findet ihn dort sehr häufig auf sonnigen Bergen und Felsen. Bei uns ziehen ihn die Landleute häufig in ihren Hausgärten, um seines starten, doch angenehmen Geruches willen. In fettem Boden ent wickelt er sich sehr üppig, verliert aber dann viel von seinem Wohle geruch; in magerem und steinigem Boden entwickelt er den ganzen Reichtum seines Aromas. Der offizinelle Salbei hat ½ Meter Hohe Stengel, die, wie seine länglichen Blätter, mit einem grau weißen Filze überzogen sind. Heute sind nur noch die vor der Blütezeit gesammelten Blätter offizinell; in früheren Zeiten waren es auch die Blüten und Früchte. Wie alle Labiate, besitzt auch der Salbei einen großen Gehalt an ätherischem Del und deshalb einen durchdringenden, gewürzhaften Geruch; außer diesem Del besitzt er Bitter- und Gerbstoff. Nr. 43. Mittwoch, den 24. Februar Oberbessische 1904. Tägliche Unterhaltungs- Beilage Familienzeitung. Gießener Neueste Nachrichten. Bond und Berlag der Stefener Berlagsbenderet, verm. With. Reller'ſche Subrudensi( gegr. 1783); werentes:[ bla@lela ( 6. Fortseßung.) Der Goldmarder. Original Roman von M. Behold. Hast du Onkel Joachim lange nicht gesehen?" fragte Adolph. „ Meinen Bruder Joachim?" erwiderte sein Vater zer streut. Jawohl, er ist ja hier gewesen wann war es doch?" „ Gestern abend," sagte Frau Minna. „ Ganz recht, geſtern Abend in der Dämmerung, ich weiß, die Lampe war mir noch nicht gebracht worden.“ „ Was sagte er dir?" forschte Adolph. ,, Nichts Besonderes. Er kommt selten zu mir, und noch seltener besuche ich ihn, er ist ein Streber geworden, und ich kann die Menschen nicht achten, die durch Bücklinge und schöne Worte alles erreichen wollen." „ Sprach er nicht von seiner beabsichtigten Verlobung?" Ja so," sagte der alte Herr, und seine stahlgrauen Augen hefteten sich mit forschendem Blick auf das Antlig des Sohnes, ich hatte das schon vergessen, es wird wohl ein Scherz gewesen sein." Also sprach er selbst davon? Mir wurde es vorhin berichtet, als aus zuverlässiger Quelle stammend. Nannte er dir auch den Namen der Braut?" " Ich glaube wohl," erwiderte der Rektor, mit der Hand seine Stirne reibend, als ob er seine Gedanken sammeln wollte, ich habe ihn vergessen- ,, Fräulein Sabine v. Derendorf!" „ Aber das ist ja nicht möglich!" sagte Frau Minna im höchsten Grade des Erstaunens.„ Der alte Mann und die schöne junge Dame!" „ Der Fürst soll diese Verbindung wünschen!" warf Adolph ein. ,, Aus welchen Gründen?" „ Das ist mir unbekannt. Vielleicht ist es nur eine fürstliche Laune, durch die der Günſtling für irgend einen Dienst belohnt werden soll." Ueber dergleichen Fragen zerbreche ich mir den Kopf nicht," sagte der Rektor mit einer ablehnenden Handbewegung; ,, was fümmert mich das alles? Mein Bruder mag tun und laſſen, was ihm beliebt, ich bin sein Vormund nicht, und er ist alt genug geworden, um ſeinen eigenen Weg gehen zu können. Damals, als er Anna mit dem Polizeirate verlobte, habe ich ihn gewarnt und darauf die unverblümte Antwort bekommen, ich täte wohl besser daran, wenn ich mich um meine Bücher bekümmern wollte. Ich rühre daher auch jetzt keinen Finger, ihn von dieser Torheit zurückzuhalten, ich glaube, ihm das geſtern mit dürren Worten gesagt zu haben, wenigstens erinnere ich mich, daß keine Eintracht zwischen uns war, als er von mir schied. Wir sind mit unseren kulinarischen Genüssen wohl zu Ende, Frau Minna?" Nur noch etwas Obst, zum Dessert!" ,, Dafür danke ich," sagte der alte Herr, indem er sich erhob, und den beiden noch einmal zunickend, ging er hinaus. Adolph nahm aus der Obstschale einen Apfel und schälte ihn. Haben Sie Onkel Joachim gestern Abend gesehen?" fragte er. ( Nachdruck verboten.)) " Ja, aber nicht mit ihm gesprochen," antwortete Frau Minna ,,, ich sah ihn, als er fortging, er schien übel gelaunt zu sein." ,, Hin, ich hätte bei seiner Unterredung mit meinem Vater zugegen sein mögen! Der nimmt kein Blatt vor den Mund, und ich weiß, daß ihm an Onkel Joachim vieles nicht gefällt, er wird ihm seine Ansicht über die bevorstehende Verlobung sicherlich mit derben Worten gesagt haben." „ Ich kann an diese Absicht noch nicht glauben," sagte Frau Minna topfschüttelnd. Denken Sie doch an seine großen Kinder!" Wenn sie zustande käme, so würde das Ansehen Onkel Joachims dadurch gewinnen, das läßt sich nicht bestreiten, und von diesem Standpunkte aus werden seine Kinder sie cher befürworten, als bekämpfen." " Ja, der Herr Polizeirat, aber Fräulein Irma sicherlich nicht," warf Frau Minna ein, dem jungen Mädchen kann es doch keineswegs angenehm sein, wenn eine Stiefmutter ins Haus kommt." " Irma zählt einundzwanzig und Fräulein v. Derendorf vielleicht neunundzwanzig oder dreißig Jahre, die beiden würden sich vielleicht als Schwestern betrachten." Davon mag ich nichts hören," eripiderte Frau Minna, ,, die Frau des Hauses übt immerhin eine gewisse Autorität, vor der Fräulein Irma sich beugen müßte. Wissen Sie, was ich mir oft gedacht habe?" ,, Nun?" " Daß Fräulein Irma Ihre Gattin würde; eine bessere Wahl könnten Sie nicht treffen." Adolph schüttelte ablehnend das Haupt. Ich habe niemals entdeckt, daß Irma ein wärmeres Gefühl, als das einer Freundin, für mich hegt. Ich selbst hege solche Gefühle auch nicht, und eine Verstandes heirat werde ich niemals schließen. Uebrigens liebt ganz unter uns gejagt- Frma auch bereits einen anderen." Ah-- wer ist der Glückliche?" Das Dienstmädchen trat in diesem Augenblick ein und meldete dem Doktor, daß einige Patienten im Wartezimmer seien; rasch legte Frau Minna ihre runde Hand auf den Arm Adolphs. ,, Wer ist es?" fragte sie neugierig. " Ich sage es Ihnen später einmal," erwiderte er lächelnd, indem er sich erhob. ,, Eine gute Partie, Herr Doktor?" ja, sehr gut, wenigstens in dieser Beziehung!" antwortete er, indem er mit Daumen und Zeigefinger die Bewegung des Geldzählens machte, und noch immer lachend, verließ er das Zimmer. Viertes Kapitel. Im Vorzimmer Seiner Durchlaucht stand Alfred v. Bodenlauben am Fenster und schaute mit sinnendem Blick in den Nebel hinaus, mit dem die Sonne noch immer fruchtlos " A euzeit. en oder UmStb. Hölzer jegliche Naht, Jen. durch eine zing. Paris 1900. stilgerechten 27 20 Блив деб Wonnement Battebeting unb bi Das Bla D Mit ei dieser Teil Im Vorde die Bej Inhalt der ru brudes beschu die noch bor Die russische Dem Kaiser in Soul erf nischer Verm fich nicht füg Weiter bet jezen würden den russischen aweiter wichti Ueberrumpe die den Japa liches Manöv paner am erflärung die sich deren Ko mit Japa willig die dänische K nischen Re Wir Haber daß die Bese fämpfte. Der diensttuende Kammerherr hatte eben das Bimmer verlassen, aus dem Kabinet nebenan bernahm man dann und wann die polternde Stimme des Fürsten. Alfred war allein, man konnte es ihm nicht verargen, wenn er Langeweile empfand, denn außer einem massiven Tisch, einem steifTehnigen Sofa, einigen ebensolchen Stühlen, der Uhr auf dem Kaminsimse und verschiedenen Porträts mit Allongeperücken in verblaßten Goldrahmen enthielt das Vorzimmer nichts, was den Blick hätte fesseln können. Alfred hauchte auf die Fensterscheibe und schrieb mit dem Beigefinger den Namen da", aber erschreckt zusammenfahrend verwischte er die Buchstaben wieder, als er plötzlich hinter sich ein leises Hüfteln vernahm. Er wandte sich um und sah in das liftig lächelnde Antlitz des Hofrats v. Weisweiler, der seine goldene Dose öffnete und ihm freundlich eine Prise anbot. ,, Danke!" sagte der Adjutant mit einer abwehrenden Geberde. Sie wissen ja, ich huldige diesem Laster nicht." Für Verliebte und Verlobte ist es allerdings ein kleines Laster," scherzte der Hofrat, aber in späteren Jahren wird auch Ihre Ida nichts mehr dagegen einwenden." Ein halb ironisches, halb unwilliges Lächeln umzuckte die Lippen des Offiziers. Meine da?" fragte er. Schrieben Sie nicht vorhin den Namen auf die Fensterscheibe?" Den Namen meiner längst verstorbenen Mutter." ,, Wie schlau!" spottete der Hofrat, während er mit der Handfläche langsam über die goldene Dose strich.„ Warten Sie einmal Ihre selige Frau Mutter war eine geborene Freiin v. Friedenstein und hieß Ulrike. Ja, ja, ich erinnere mich ganz genau, Herr v. Bodenlauben, auf dem Hochzeitsfeste wurde mir sogar die Ehre zu teil, mit der Braut zu tanzen! da, die Herrliche, Göttliche! Welche Dame an unserem Hofe führt denn nur diesen schönen Namen?" Reine," erwiderte Alfred, dessen Stirne sich umwölkt hatte. Geben Sie sich keine Mühe, Herr Hofrat, betrachten Sie lieber Ihre Ihnen so wichtig erscheinende Entdeckung als ein bloßes Spiel der Phantasie." Ich kann schweigen," sagte der alte Herr, in dessen hagerem Antlitz sich noch immer Neugier spiegelte.„ Vielleicht sind meine Dienste in dieser Angelegenheit ,, Bitte, lassen Sie dieses Thema fallen!" ,, Nun, wie Sie wollen," fuhr der Hofrat fort, nachdem er eine Prise genommen hatte, und der Ton seiner Stimme verriet deutlich den mühsam verhaltenen Aerger.„ Durchlaucht hat mich zur Audienz befohlen; wollen Sie die Güte haben, mich anzumelden?" ,, Sie werden sich noch eine Weile gedulden müssen, ich soll auf das Glockenzeichen warten, ehe ich eintreten darf. Hören Sie?" Der Blick des Hofrats heftete sich horchend auf die Flügeltür, hinter der wiederum eine rauhe, barsche Stimme sich bernehmen ließ. Hm, hm," sagte er leiſe,„ wer ist augenblicklich bei Durch laucht?" Die Fürstin und der Erbprinz," flüsterte Alfred. „ Nun, dann darf ich keinen freundlichen Empfang erwarten. Was hat der Erbprinz wieder verbrochen?" „ Schulden!" " Ah, ah, die Gläubiger haben sich an Durchlaucht gewandt?" Möglich!" sagte Alfred achselzuckend.„ Uebrigens gibt es hier zwischenträger, die dem Fürsten einen Gefallen zu erzeigen glauben, wenn sie ihn gegen seinen Sohn aufheben." Wer sollte diese traurige Rolle spielen?" Das weiß ich nicht; vielleicht Ihr Protegé, der Herr Direktor Spangenberg." Der Hofrat wandte das Antlik ab, um dem forschenden Blick des Adjutanten auszuweichen; sichtbar verlegen rückte er an seiner weißen Halsbinde. Ich weiß nicht, wie Sie zu diesem Verdacht kommen," sagte er, mir erscheint es natürlicher, daß die Gläubiger ungeduldig geworden sind. Was aber hat Ihre Durchlaucht die Frau Fürstin damit zu schaffen? Ihr kann doch keine Verantwortung dafür aufgebürdet werden?" Für den Erbprinzen nicht, aber für die Prinzessinnen." " Die jungen Damen haben auch gesündigt?" Auffallende Toiletten," bestätigte der Adjutant mit einem ferschenden Blick auf die Türe. Haben das Unglück gehabt, gestern in diesen Toiletten dem gestrengen Papa zu begegnen; man munkelt von Stubenarrest." weh!" klagte der alte Herr, seine Dose einsteckend. „ Das wird gut werden! Hätte ich mich doch krank gemeldet!" „ Das können Sie auch jetzt noch, aber die Laune Seiner Durchlaucht werden Sie dadurch nicht verbessern." Der Hofrat hatte noch keinen Entschluß fassen können, als die Glocke den Adjutanten ins Kabinet rief. ,, Nun?" fragte Alfred leise. Zurück kann ich nicht mehr," erwiderte der alte Herr, es fönnte verraten werden, daß man mich heute morgen im Schloß gesehen hat." Alfred v. Boderlauben ging ins Kabinet, es währte ziemlich lange, bis er zurückkehrte; seine Miene war keineswegs geeignet, den Hofrat zu ermutigen, der gleich darauf dem Fürsten gegenüberſtand. Der regierende Herr war stark beleibt, unter der unverhältnismäßig langen Nase schmückte ein grauer, borstiger Schnurrbart das rote Gesicht, aus dem unerbittliche Strenge sprach. Durchlaucht haben befohlen?" sagte der Hofrat mit einer tiefen Verbeugung. Ja, wünsche zu wissen, wie weit Ihr Projekt gediehen ist," antwortete der Fürst.„ Werden sich erinnern, wir sprachen vorgestern abend davon." ,, Durchlaucht meinen die Verlobung des Direktors Spangenberg mit Fräulein Sabine v. Derendorf?" " Jawohl. Ist sie erfolgt?" ,, Noch nicht, Durchlaucht." ,, Man weigert sich?" Soviel ich weiß, hat der Direktor die entscheidende Frage noch nicht an Fräulein v. Derendorf gerichtet," sagte der Hofrat bedauernd; er fürchtet, daß sie an seinem bürgerlichen Namen Anstoß nehmen könne- „ Soll geadelt werden, sobald die Verlobung geschlossen ist," unterbrach ihn der Fürst.„ Spangenberg ist ein treuer und pflichteifriger Diener meines Hauses, hat längst einen Beweis meiner Gnade verdient, soll ihn haben, mögen ihm das sagen. Bin auch mit seinem Schwiegersohne zufrieden," fuhr er in gnädigem Tone fort, kann überhaupt die ganze Familie Spangenberg nur loben, wünsche sie dauernd an mein Haus zu fesseln. Habe Fräulein v. Derendorf gestern abend besucht, keine Abneigung gegen Spangenberg entdeckt. Wäre auch töricht, mein Lieber, die Jugendjahre liegen hinter ihr, fann keine Ansprüche mehr machen. Wünsche sie wieder häufiger hier zu sehen, kann aber nur eine verheiratete Dame zur Hofmeisterin bei meinen Töchtern ernennen. Werden mich verstehen?" ,, Vollkommen, Durchlaucht." „ Na, dann sorgen Sie, daß das Projekt bald verwirk, licht wird, es ist mein Wunsch, und da Sie mit beiden befreundet sind, halte ich Sie für den besten Vermittler." „ Wenn Eure Durchlaucht die Gnade haben wollten, das Adelsdiplom für Joachim Spangenberg schon jetzt zu unterzeichnen, so würde dadurch ein wesentliches Hindernis beseitigt werden," sagte der Hofrat. ,, Glauben Sie?" " Ich denke dabei an die Frau Baronin v. Gagern, die sehr adelsstolz ist und immerhin einigen Einfluß auf ihre Nichte übt." " Frau v. Gagern? Sie soll sich nicht erkühnen, der Erfüllung meines Wunsches Hindernisse zu bereiten.- Ah bah, mein Lieber, ich kenne diese Dame besser, sie sehnt sich nach dem Hofleben zurück, wird sich gern mit Ihnen verbünden. Habe gestern auch das Porträt der Derendorf gesehen, das Ihr Sohn malt. Gutes Bild, nur etwas zu jugendlich, zu sehr idealisiert. Will mir nicht gefallen, daß Ihr Sohn so oft ins Haus kommt und sein Atelier dort aufgeschlagen hat; kann zu boshaften Gerüchten Anlaß geben." „ Ich habe meinem Sohne schon dasselbe gesagt," erwiderte der Hofrat mit unterwürfiger Gilfertigkeit. Fräulein von Derendorf wünschte aber aus Rücksicht auf ihre Bequemlichkeit das Atelier in ihrem Hause. Sobald das Porträt fertig ist--" Es ist soweit fertig, daß der Maler es im eigenen Atelier vollenden kann," fiel der Fürst ihm befehlend in die Rede. " Sagen Sie ihm das, bin übrigens Ihrem Sohne gewogen, soll fleißig weiter studieren und einen nüchternen Lebenswandel führen, werde mich später gerne seiner erinnern." ( Fortsetzung folgt.)]| Das Glück der kleinen Annemarie. feiner Engel werden, all die Schönheit mit staunenden Augen Skizze von Matthias Blank. ( Nachdruck verboten.) Blind war sie zur Welt gekommen, so hilflos und schwach, daß jeder an ihrem Aufkommen zweifelte. Totgeburt," brummte der Arzt vor sich hin, als er das Kind untersuchte, und die weise Frau glaubte aus untrüglichen Zeichen zu erkennen, daß es nicht älter als höchstens acht Tage werde. Nur die Mutter war glückselig und betrachtete ihr Kind immer und immer wieder mit zärtlichen, fürsorglichen Blicken. Taub und blind war sie gegenüber den Aeußerungen und Andeutungen, den kummervollen Blicken der Umgebung. Sie schien in ihrem Mutterglück nicht zu bemerken, wie schwächlich die kleine Annemarie so sollte das Kind nach seiner Großmutter getauft werden war, und daß den starrenden Augen jede Sehkraft fehlte. Unter der Mutter zärtlichen Hingabe und Aufopferung genas die Kleine und lebte den Vorhersagungen des Arztes und der weisen Frau zum Troß. Aber immer blieb sie kränklich und schwächlich, gleich einer zartduftenden, herrlich blühenden Treibhausblume, die man in den Garten versetzt hatte, wo sie all den kalten Stürmen ausgesetzt war und nun dahinſiechte. Schön war auch Annemarie. Ihre Schönheit konnte man schwer beschreiben. Sie hatte kein schönes Profil, keine ebenmäßige griechische Nase, keine hohe Stirne; es war ihr Geficht etwas ganz alltägliches, hatte ein zierliches Stumpfnäschen, große, glanzleere Augen, eine zarte, feine Haut. Aber alles schien sich zu einem harmonischen Ganzen zu vereinen, und wer das Kind sah, der mußte es lieb gewinnen. Als die Mutter die Gewißheit erlangt hatte, daß das Kind blind und jede Rettung des Augenlichts ausgeschlossen sei, daß es nie in das Tageslicht schauen, nie die Mutter sehen dürfe, daß für ihre Annemarie die schöne, herrliche Welt tot sei, da schenkte sie ihr all ihre Zärtlichkeit und Liebe, um so ihrem Kinde zu ersetzen, was es durch ein grausames Geschick entbehren mußte. Das Kind schien zu wissen, daß es sein Glück und sein Leben nur der Mutter verdankte. Es waren auch beide unzertrennlich. Wo die Mutter war, da war auch Klein- Annemarie. Am liebsten aber saß in Sommerszeit das Kind am Fenster und lauschte den Winden, dem flüsternden leisen Rauschen der Bäume, lauschte dem Singen und Jauchzen der Vögel hoch oben in den Lüften, deren Lieder wiederhallten von Daseinswonne und Lebenslust. Und wenn sie dann die Mutter fragte, woher dies Singen komme, dann weinte diese; und Klein- Annemarie fragte nicht wieder. Das Kind wuchs und wurde größer und glücklicher mit jedem Tag. Die Blinde verlangte nicht hinaus ins Freie, auf die Wiesen, in die Wälder- sie wußte ja nicht, wie schön die Welt seisie war zufrieden und glücklich in der Nähe der Mutter. Und diese erzählte ihr dann Märchen und Geschichten, erzählte von allem Schönen, von Gott, vom Himmel und von den Engeln, weit weg von der Erde, so weit, daß niemand bis dahin sehen kann. Wenn dann die kleine Annemarie wieder dem Zwitschern und Jubilieren der Vögel lauschte, dann blieb sie ganz still, hielt den Atem an, sie regte und rührte sich nicht. Erst wenn wieder alles stille war, flüsterte sie leise der Mutter zu:„ Hast du die Engel singen gehört? Das waren doch Engel! Ach, könnt' ich doch auch so ein Engel sein! Warum darf man die nicht sehen?" Und wieder erzählte die Mutter: ,, Die Engel, mein Kind, darf niemand sehen. Man darf nur ihren Liedern lauschen. Einmal, später, werden alle guten Kinder Engel und dürfen all die Engel schauen und den weiten großen Himmel und Gott auf demantnem Thron." So täuschte die Mutter Klein- Annemarie über ihre Leiden hinweg. Das Kind schien kaum zu wissen, daß ringsherum die Erde blühte, daß alles grünte, daß es eine sonnige, herrliche Welt gab. Was Annemarie nicht sehen konnte, das war ihr Himmel. Und sie wußte ja, einmal wird auch sie so etn sehen und empor zum Himmel zu den anderen Engeln fliegen. Mutter hatte ihr auch erzählt, daß der Himmel weit sich über alle Erde ausbreite, alle Berge, alle Gipfel überrage, daß die Sonne täglich über den Himmel ziehe und den Menschen Licht und Wärme spende, daß im Himmel alle Englein wohnen und daß über diese Engel Gott herrsche und die Himmelsmutter. Wenn dann die fleine Annemarie andachtsvoll den Worten der Mutter lauschte, dann öffneten sich weit ihre ſtarren, glanzlosen Augen, als wollten sie die purpurne Finsternis, die vor ihnen lagerte, durchdringen, als wollten sie die SchönMutter dann geredet hatte, fragte Annemarie nur immer: heit der Welt und des Himmels in sich aufnehmen. Wenn „ Warum gehen wir nicht in den Himmel? Da muß es doch so schön sein!" Immer wieder wußte die Mutter das Kind zu beruhigen. Aber die Sehnsucht nach dem blauen, fernen Himmel, nach den lieben Engeln und dem lieben Gott blieb ungeftillt. Nachts dann faltete Klein- Annemarie ihre Hände zum Gebet, und nur eine Bitte, ein Flehen, hatte sie zum lieben Gott: „ Ach, lieber Gott, nimm deine Annemarie und Mutterchen bald zu dir! Ich möchte nur zu gerne ein kleiner Engel sein.“ Und gar bald sollte sich ihr Wunsch erfüllen. Mutterchen wurde krank. Schwer frank. Immer saß nun Annemarie an der Mutter Bett. Und wenn Mutterchen weinte, dann tröstete sie Klein- Annemarie. Und alles, was ihr die Mutter einst erzählt hatte, womit die Mutter ihr immer Trost zusprach, das plauderte sie der Mutter vor. Mit ihrem findlichen Gemüt, mit zärtlichen Worten schilderte nun KleinAnnemarie der Kranken den Himmel, um sie zu trösten. Was wußte das Kind vom Sterben! Wenn Leute zum Krankenlager der Mutter kamen und über das Unglück jaminerten, wenn Mutterchen dann weinte, dann sagte Annemarie oft zu den Herumstehenden: „ Mutterchen wird ja in den Himmel fliegen und ein Engel werden. Mutterchen soll auch Annemarie zu sich holen. Dann wird auch Annemarie ein Engel werden, ein Engel mit goldenem Kleidchen. Dann werde ich auch den Himmel sehen und den lieben Gott. Warum weint ihr? Ist es im Himmel nicht schön?" So plapperte und schwätzte Klein- Annemarie den ganzen Tag. Alle Tage aber kam der Arzt. Annemarie fürchtete sich vor ihm. Wenn er an das Bett der Mutter ging, dann mußte fie immer fort. Deshalb fürchtete sie ihn, weil sie glaubte, er könnte der Mutter etwas zu Leide tun. Als er einmal wiederkam, da sprach er ganz leise mit Vater. Sie stand wohl dabei, verstand aber nicht, was er sagte. Der Vater weinte dann. Der Doktor aber strich mit seiner feinen Hand über den Lockenkopf der kleinen Annemarie und sagte: „ Mein Kind, dein Mütterchen wird bald in den Himmel kommen. Wirst du dann weinen?" Da Klatschte Annemarie vor Freude in die Hände und hüpfte und sprang im Zimmer umher. Und allen, die kamen, erzählte sie: Mutterchen wird in den Himmel kommen und Annemarie dann zu sich holen. Dann wird Annemarie auch ein Engel werden, ein Englein mit goldenem Gewande und filbernen Flügeln. Dann kann Annemarie auch fliegen und singen. So schön!" Eines Morgens, als Annemarie von ihrem Bettchen aufstand und zu der Mutter Bett hineilte, da war dieses leer und Mutter fort. Der Vater, der sehr weinte, erzählte ihr, daß Mutterchen über Nacht in den Himmel geflogen sei. Da meinte Klein- Annemarie sehr und klagte ihr Leid: ,, Mutterchen hat mich nicht mitgenommen." Nun fragte Klein- Annemarie jeden Morgen und Abend, ob sie denn Mutterchen immer noch nicht hole. Und Mutterchen ließ nicht lange auf sich warten. An einem Frühlingsmorgen, als leuchtend und strahlend die Sonne aufging, da lag Klein- Annemarie immer noch schlafend im Bette und ist auch nicht wieder erwacht. Es hatte in der Nacht die Mutter ihre Annemarie zu den Engeln geholt. Das ist die Geschichte vom Glück der kleinen Annemarie. dings völker wahrscheinlic mendigkeit зи bububen Bunft anbel müssen. G 3wed, fich bruchs zu b gerungen a zu ziehen. steht, wenn ſeßen. Sie Korea doch bor Augen, Vorgehen in ะ ท Was Japa fein." Eng nicht oft ilo ou land, jaba energijde fieberhafte Cagen de geweihten Tegen mi fordert w in das zur recht gemeldet Der lich chi hat ans wegs z fischen bis in da Damit wird es da bitalen n aber wird, und einer mitmachen. Lester Stu Neben nächter Se werden au