Nr. 95. Erstes Blatt. onnement@ prets: in Gießen, abgeholt monatlich 50- Pfg., Saus gebracht 60 fg., durch die Poft bezogen viertelfährlich Mr. 1.50. Besti betingen: Oberhefftfche Familienzeitung( täglich) und die Gießener Gotfenblasen( wöchentlich). Bus Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Samstag, den 23. April 1904. Gießener 13. Jahrgang. Insertionspreis: Die einspaltige Betttzelle für ganz heffen, die Kreise Weglar und Marburg 10 Pfg. fonft 15 Reklamen die Petitzelle 30 refp. 40 Bfg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen, Seltersweg Fernsprechanschluß Nr. 362. Neueste Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weglar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Der Platz an der Sonne. [ Politische Wochenschau.] Die letzten Verhandlungen im Reichstage wiesen insgesamt die Tendenz auf, für die einzelnen Berufskategorien einen Platz an der Sonne zu erobern. Zunächst beschäftigte sich das Haus mit der sogenannten Mittelstandsfrage, deren Lösung immer noch nicht gefunden ist, weil in der jetzigen, nach der Kräftekonzentration im Erwerbsleben strebenden Zeit gerade die mittleren Schichten dem wirtschaftlichen Niedergange näher gebracht werden, ohne daß es einen eigentlichen Ausweg gegen diese Gefahr gibt. Das einzige Mittel, das sich zum Schutze des Mittelstandes anwenden läßt, iſt eine progressiv abgestufte Gewerbesteuer, die aber nicht zu der Kompetenz des Reichstags, sondern der Bundesregierun gen gehört. Die Warenhaussteuer, die augenblicklich noch den Charakter eines Sondergesetzes aufzeigt, ist ihrer Natur nach nichts anderes, als die erste Stufe zur Entwickelung einer allgemeinen Gewerbesteuerreform auf progressiver Grundlage. Neben dieser Frage befaßte sich das Haus weiterhin mit dem Militärpensionsgesetz und der Beihilfe für Kriegsteilnehmer. Es tann nicht geleugnet werden, daß die Verzögerung, die bei dem Militärpensionsgesetz im Bundesrat eingetreten ist, in den weitesten Kreisen der Bevölkerung recht mißliebig bemerkt worden ist. Noch mehr aber erregt die sparsame Politik bei der Bewilligung von Beihilfen an ehemalige Krieger steigende Verwunderung. Es muß tatsächlich befremden, daß das Reich seine Ehrenpflicht vernachlässigt, den Lebensabend der Kriegsteilnehmer, auch wenn noch nicht absolute Erwerbsunfähigkeit vorliegt, durch die Verhütung von Mangel und Entbehrungen nach Möglichfeit zu verschönern. Aehnlich mutet der Beschluß der Reichstagskommission an, den geschädigten Ansiedlern in Südwestafrifa nur in soweit ein Darlehen zu gewähren, als Not und Bedürftigkeit nachgewiesen ist. Wir hoffen und wünschen, daß dieser Beschluß von dem Plenum des Hauses nicht angenommen wird, denn er müßte für die künftige Besiedelung die unheilvollsten Folgen haben. Die Ansiedler in unseren Kolonialgebieten sind zugleich Kulturpioniere und erfüllen eine nationale Mission. Es muß genügen, wenn sie in ihrer Kolonisationstätigkeit ihre Haut zu Markte tragen, und es ist nicht hochherzig gedacht, wenn das Reich ihnen für die Verrnögensverluste keine Deckung gewähren will. Die Kenntnis von der Gefahr für Leib und Leben, die durch die jetzigen Unruhen in weite Volfskreise gedrungen ist, wird ohnehin schon das Interesse für eine Auswanderung nach den Kolonien dämpfen. Hierzu hätte es ganz gewiß nicht des recht engherzigen Kommissionsbeschlusses bedurft. Erfreulicherweise aber bestehen Aussichten, daß das Plenum einen anderen Beschluß faßt. Es sind hierüber unter den einzelnen Parteien Verhandlungen im Gange. Außerdem bat auch die Reichspartei einen Antrag eingebracht, worin die unterschiedslose Gewährung von Darlehen an alle ge schädigten Ansiedler gefordert wird. Was nun den Kolonialkrieg selber anbelangt, so ist durch Die neue Meldung von der Kolonne Glasenapp die beruhigende Gewißheit hierhergelangt, daß die Verbindung mit Ser Hauptmacht noch nicht ganz aufgehört hat. Glofenapt Sätte sonst nicht den Krankentransport nach Windhuk bewerktligen können. Inzwischen hat sich die Situation durch die Bandung von 250 Mann und sechs Geschützen ganz erhebLid gebessert. Es scheint aber, daß Oberst Leutwein alle Friegerischen Operationen so lange einstellen will, bis er die neuen Verstärkungen an sich herangezogen hat, um dann mit Bucht einen Stoß gegen die Hereros zu führen. Deren ganze Gefechtsart ist auf den Kleinkrieg zugeschnitten und erfordert anbedingt zur völligen Niederwerfung der Truppen ein stürmisches Vorgehen, bei dem vielleicht ziemliche Opfer noch gebracht werden müssen. Mit dieser Möglichkeit muß gerechnet werden. Nur wenn durch kühne Attacken der Feind Baaren getrieben wird, kann er überwunden werden, und dann erst wird Deutschland in den Kolonien wieder seinen Baz an der Sonne finden. hren Platz an der Sonne scheinen am längsten die ausändischen Studierenden an deutschen Hochschulen eingenommen zu haben. Die technische Hochschule in Darmstadt, bei der das Ausländertum besonders stark vertreten war, hat initiative ergriffen und für die fremden Studierenden besondere Immatrikulationstermine angesetzt, bei denen nur inforveit Neuaufnahmen stattfinden, als Plätze vorhanden End. Außerdem sind die Gebühren für Ausländer entprechend erhöht worden. Es ist kein Zufall, daß gerade eine lenische Hochschule als erste diese Maßregel ergriffen hat, da in diesen Fächern zahlreiche Ausländer hier ihre Brotstudien betrieben und dann später unseren eigenen Volksgenossen im Berufsleben den Platz an der Sonne streitig machen. Wahrein lich werden andere Hochschulen diesem Beispiele folgen, a eine Verschärfung der Aufnahmebedingungen für Auslander nicht bloß allgemein gehegten Wünschen, sondern tatählichen Notwendigkeiten entspricht. Noch findet der Wettauf der Nationen in den technischen Fächern statt, und es daher nur recht und billig, daß Deutschland seine seitherige eberlegenheit nicht durch einen übertriebenen Idealismus reisaibt. Ein Triumph für die Technik ist, so seltsam es auch klingen mag, der gegenwärtige Eisenbahnerausstand in Ungarn, denn er bringt allerdings in brutaler Weise- immerhin die Tatsache zum allgemeinen Bewußtsein, daß auch die Technit ein Kulturfaktor ist, und nicht der unwesentlichste. Sie verändert Zeit und Raum und bringt in ihrem letzten Ende in der kulturellen Nivellierung der einzelnen Völker auch das Ideal des allgemeinen Weltfriedens, dem wir uns. wie der englisch- französische Vertrag und neuerdings auch das französisch- italienische Abkommen über sozialpolitische Fragen zeigen, mehr und mehr nähern. Wenn man vor einer Woche noch hoffen durfte, daß vielleicht auch die ostasiatische Frage selbst in ihrem kritischsten Stadium noch durch einen friedlichen Vergleich beseitigt werden könnte, so muß man jetzt diese Hoffnung aufgeben. Die Japaner entfalten eine ungeheure Regsamkeit, sowohl von der Seeseite her, wie auch auf dem Lande. Erreicht haben sie aber noch nicht viel, da die Russen, gewißigt durch ihr Mißgeschick in letzter Zeit, sehr auf der Hut sind soviel aber darf man aus der Wiederaufnahme der Kriegsoperationen herauslesen, daß der Kampf so lange ernstlich fortgeführt wird, bis der Kriegsgott einer der beiden Parteien den Platz an der Sonne angewiesen hat. Die Zukunft Deutfch- Südweftafrikas. Aus Kolonialkreisen wird uns geschrieben: Es hieße Vogelstraußpolitik treiben, wollte man sich verhehlen, daß unsere gesamte südwestafrikanische Kolonie gegenwärtig eine Serise durchmacht, wie sie sie noch nicht erlebt hat. Eine Krise, die leicht, nur zu leicht das Schicksal der Kolonie als Ansiedelungskolonie besiegeln kann. Und nur als Ansiedelungskolonie hat Deutsch- Südwestafrika für das Reich einen Wert. Begründet ist diese Krise vor allem in der gründlichen Erbitterung der Ansiedler gegen die Kolonialregierung, gegen das Kolonialamt sowohl wie noch mehr gegen das Gouvernement. In Ansiedlerkreisen ist man angesichts des langsamen Fortschreitens der Operationen gegen die raub- und mordlustigen Herero im höchsten Maße verstimmt darüber, daß die leitenden Stellen sich nicht entschließen konnten, von vornherein eine so starke Truppenmacht zur Niederwerfung des Aufstandes in die Kolonie zu entfenden, wie der Kaiser das wollte. Wer die politischen Verhältnisse in der Heimat kennt, weiß, daß das Kolonialamt die Forderung des Kaisers, der sofort 6000 Mann unter einem General nach Südwestafrika schicken wollte, sich nur deshalb nicht zu eigen gemacht hat, weil es den heftigen und vielleicht unüberwindlichen Widerstand der Volksvertretung gegen eine so umfassende Expedition fürchtete. Zweifelsohne wäre es dem Kolonialamt auch lieber gewesen, wenn es 6000 Mann nach der Kolonie hätte schicken können. Aber die Rücksicht auf das Parlament schien der Kolonialverwaltung eine solche Forderung unratsam zu machen. Man kann verschiedener Meinung darüber sein, ob diese Rücksichtnahme auf die Parlamentsstimmung die Regierung davon abhalten durfte, die als notwendig auch von ihr anerkannte Forderung des Kaisers zu verfechten. Nachdem es nun aber einmal geschehen ist, ist daran nichts zu ändern. Und man kann nur die Hoffnung ausdrücken, daß es dem Gouverneur mit den verfügbaren Truppen die ja jezt noch Verstärkungen erhalten gelingen wird, den Aufstand, wenn auch langsam, so doch sicher zu dämpfen. Die Mißstimmung unter den Ansiedlern über diese behutsame Haltung der Regierung gegenüber der Volksvertretung wäre vielleicht minder groß und würde einer ruhigeren Würdigung der Verhältnisse Platz machen, wenn nicht ein anderer Umstand die Ansiedler in höchste Erregung versetzt hätte: die in Aussicht stehende Regelung der Ent= schädigungsfrage. Was über die bisherigen Verhandlungen zwischen der Regierung und dem Reichstag, insbesondere der Budgetkommission, über diese Frage bekannt geworden ist, hat in den Ansiedlern die schwersten Besorgnisse erweckt. Die Regierung hatte bekanntlich 2 Millionen Mark zu Beihilfen, ohne Verpflichtung zur Rückzahlung, an die geschädigten Anfiedler gefordert. Die Budgetkommission wollte davon nichts wissen, sie hat beschlossen, beim Reichstage zu beantragen, er solle die zwei Millionen als Darlehen an Geschädigte und zur Hilfeleistung an Bedürftige" bewilligen. Dadurch, daß hier ein Unterschied zwischen Darlehen und Hilfeleistung gemacht wird, erscheint die Hilfeleistung als ein Almosen, und diejenigen, denen solche Hilfeleistung zu teil wird, erscheinen den Darlehnsnehmern gegenüber als Almosen empfänger. Das macht unter den Kolonisten sehr viel böses Blut. Sie erklären, ein Recht auf Entschädigung für die Verluste, die ihnen der Aufstand gebracht hat, zu haben. Denn der Aufstand sei eine Folge der falschen Eingeborenenpolitik des Gouvernements. Sie verlangen also durchweg die Gewährung von nicht rückzahlbaren Beihilfen zur Wiederherstellung ihrer Wirtschaften an alle Geschädigten. Weiter herrscht große Erregung in der Kolonie über die Bestimmung der Entschädigungsvorlage, daß nur solchen Ansiedlern mit Darlehen oder Beihilfen beigesprungen werden soll, die weder selbst ein„ Verschulden" an dem Aufstand tragen noch auch eine unfreundliche Haltung gegen das Gouvernement eingenommen haben. Diese Bestimmung läßt die Ansiedler befürchten, daß einzelne von der aus Regierungsbeamten und von diesen abhängigen Personen zusammengesezten Verteilungskommission chikaniert werden könnten. Unfreundlich gegenüber dem Gouvernement ist wohl jeder Ansiedler gewesen, und ein„ Verschulden" an dem Aufstande ist auch jedem, der mit seinen Schwarzen nicht gerade auf Du und Du stand, nachzuweisen. Die Ansiedler fürchten, daß dieses Verfahren sie der Willkür des Gouvernements, das höchst unbeliebt ist, ausliefern würde. Und wenn ihnen wirf. lich eine Unterstützung zu teil würde, so würden sie, das ist die allgemeine Ueberzeugung, in ein unerträgliches A b= hängigkeitsverhältnis zu dem Gouvernement geraten. Es steht schon heute fest: Wird die Regierungsvorlage nicht wiederhergestellt, so ist die Kolonie als Siedelungskolonie verloren. Die meisten Ansiedler werden auswandern; die dort bleiben, sind Bettler. Und vielleicht würde sich aus der Annahme der Kommissionsbeschlüsse noch Aergeres entwickeln. Schreibt doch schon ein Kenner der Stimmung in der Kolonie:„ Wenn die Herero niedergeworfen sind, machen bielleicht die Ansiedler Rebellion". Unter diesen Umständen ist im Interesse unseres Landes und der Erhaltung dieer zukunftreichen Kolonie, die uns schon so viele Opfer an Gut und Blut gekostet hat, dringend zu wünschen, daß der Reichstag die Regierungsvorlage wiederherstelle. Die Regierung selbst wird dazu viel tun können, wenn sie fest auf ihrer Forderung besteht. Der Krieg in Oſtalien. Beglaubigte Nachrichten von neuen Ereignissen auf dem Kriegsschauplatz liegen auch heute nicht vor. Die Gerüchte über Kanonaden bei Port Arthur wollen allerdings ebensowenig verstummen, wie solche über ernstliche Zusammenstöße am Jalu. Von amtlicher russischer wie japanischer Seite verlautet darüber nicht das geringste. Dagegen liegt jetzt der Vericht Alexejews über die letzte Seeschlacht in Wortlaut vor, der den befannten Vorgängen, bei denen die„ Petropawlowsk" und der Torpedobootzerstörer „ Straschny" sanken, einige interessante Einzelheiten hinzufügt. Der„ Strafchny" begegnete, wie die Matrosen aussagen, mehreren in Fahrt begriffenen japanischen Torpedo booten und hielt sie in der Dunkelheit für russische. Er gab ihnen deshalb ein Erkennungssignal und schloß sich ihnen an. Bei Tagesanbruch wurde er aber vom Feinde erkannt. In dem folgenden Nahkampf wurden der Kapitän zweiten Ranges Jurassowski, der Midshipman Akinsjew, der Mechanifer Dmitricm und die Mehrzahl der Mannschaft getötet. Der verwundete Leutnant Malejer fuhr fort, persönlich mit einem Maschinengewehr den Feind zu beschießen, bis das Schiff sank. Der Untergang der„ Petropawlowsk" wird mie bekannt geschildert. Gerettet murden mir drei Offiziere, darunter Großfürſt Kyrill, und 47 Matrosen. Hinrichtung japanischer Spione. Wie General Kurovatkin dem Kaiser meldet, ließ er die japanischen Offiziere Sichewo Jukoka und Teiska Oki, die in der Nähe der Station Turschicha festgenommen worden waren und drei Schachteln mit Bickfordscher Zündschmir, einen französischen Schraubenschlüssel, Dynamitvatronen, Werkzeuge zur Zerstörung der Bahn, anderthalb Bud Pyrorylin, qute Pläne der Mongolei, der Manschurei sowie Nordkoreas und Notizbücher bei sich hatten, erschießen. Sie waren zum Tode durch den Strang verurteilt worden, aber in Rücksicht auf ihre Offizierseigenschaft wurde ihnen die Ruge! gewährt. Inzwischen wurden in der Nähe von Wologda auf der Eisenbahn wieder zwei verdächtige Japaner verhaftet, in deren Besitze Plane von Archangelst und dem Solowezkifloster gefunden wurden. Rußlands Rüstungen zur See werden eifrig fortgesetzt. Die russische Regierung faufte zwei argentinische Kriegsschiffe an. In Frankreich bestellte sie Unterseeboote, auf deutschen Werften sollen 8 Torpedoboote von Rußland abgenommen worden sein, die mit einem Gehalt von 560 Registertons die größten zur Zeit eriſtierenden sind. Ihre Geschwindigkeit beträgt 28 Knoten. In Amerika follen russische Agenten sämtliche Werften besuchen, um Kriegsschiffe oder Hilfskreuzer aufzukaufen. In a van follen sich 500 000 Kriegsfreiwillige in allen Altersstufen vom 14. bis zum 70. Jahre gemeldet haben. Die Politik. Die Budgetkommission des preußischen Abgeordnetenhauses hat für das Residenzschloß in Posen die von der Re gierung geforderten 5 350 000 Mark bewilligt. A Der erste Allgemeine deutsche Wohnungskongreß ist für die Tage vom 16. bis 19. Oktober nach Frankfurt a. M. einberufen. Auf der Tagesordnung steht die Frage, welche Veränderungen die Wohnungsverhältnisse bei uns feit 1870 rafch das Haus. zu Das Gesicht des Kranten nahm jetzt einen Ausdruck an. ich etwas Cognac zugefügt hatte, here befeuchtete ich seine Lippen mit Wasser, mußte ich am und das schien ihm auch Krankenbette Wache Er sprach nicht weiter. Um ihn dem gut zu tun. Mehrere Stunden hielt. machte und dann seine dünne weiße Hand über die Augen Ich fah, wie der junge Staplan das Zeichen des Kreuzes Er hielt inne und eine große Stille herrschte im Zimmer. Ich war es, der den Herrn erschossen hat." beschüße, hat keiner Menschenfeere female was Böses getan, Ellen zuckte zusammen und war einer Ohnmacht Die jedem Blick verborgen bleibt, Die tausend Lebensknospen treibt. Entströmt der Freuden schönste Quelle, Nur aus der Brust geheimster Belle, 2 erblickt, und gleichzeitig das Gewehr an ..Tot?" bie Bacte etwas getauft haben. Rolbenhals der Flinte und die rechte Hand zerschmettert. Zum Glück war ich eine halbe Sekunde früher fertigen. " Nein, Herr Forstmeister, ich muß wohl in der Erregung Mein Schuß hat ihm wohl den jofort einen agen requiriert hat erfahren haben, und ob eine Wendung zum Besseren festzufiellen ist oder nicht. Es folgt eine Erörterung über die Aufgaben von Reich, Staat und anderen öffentlich- rechtlichen Körperschaften in der Wohnungsfrage. Die gründliche Umwandlung in der Beschaffung der für die Bautätigkeit nötigen Gelder, insbesondere der zweiten und späteren Hypotheken, wird das Thema des zweiten Verhandlungstages bilden. Zum Schluß wird in einer großen öffentlichen Versammlung das Thema:„ Wohnungsfrage und Volkswohl" erörtert. Oefterreich- Ungarn. Zwar wird sowohl von Regierungsvertretern wie vom Streitkomitee die Möglichkeit einer Verständigung im angarischen Eisenbahnerstreik betont, aber weder Regierung nech Streifende machen Anstalten dazu. Einstweilen bleibt Graf Tisza fest. Er erklärte im Budapester Abgeordnetenbaus: Falls die Eisenbahnbeamten im Laufe des Freitags nicht zu ihrer Pflicht zurückkehren, so würden neue Kräfte an ihre Stelle treten und für den Eisenbahndienst angeworben werden. Dadurch werden die Ausständigen selbstverständlich ihre Stellen verlieren. Auch sonst ist Tisza um Hilfsmittel nicht verlegen. Er will die Reserven der Eisenbahnregimenter mobilisieren; diese Reservisten sind meistens Eisenbahnangestellte, und wenn sie als solche streikten, so dürfen sie es nicht als eingezogene Soldaten, die der militärischen Disziplin unterstehen. Frankreich. Ein neuer„ Verräter" ist gefaßt worden: In Nancy wurde ein Hafenhändler Dine, ein Franzose, dessen Briefwechsel mit deutschen Lieferanten der Polizei verdächtig erschien, verhaftet. In den beschlagnahmten Papieren will die Polizei Beweise gefunden haben, daß Dine die orts bon Nancy ausspionierte und den Plan der Forts an Deutichland verkaufen wollte.(??) Hof und Gesellschaft. *** Der Kaiser hat wegen stürmischen Wetters seine Fahrt nach Bari auf der Höhe von Gallipoli unterbrechen müssen und setzt sie erst heute fort. Aus Gallipoli wird dazu vom 22. d. Mts. gemeldet: Die„ Hohenzollern" mit dem Kaiser an Bord und die Begleitschiffe verließen gestern morgen Catania. Die Fahrt durch den Golf von Taranto ging bei schönem Wetter, einer frischen Nordostbrise und recht bewegter See vor sich. Abends wurde die Fahrt gegen den Wind unbequem, so daß die Schiffe vor Gallipoli auf offener See anferten. Heute morgen ging die„ Hohenzollern" im Hafen von Gallipoli vor Anker. Das Wetter ist auch heute noch böig und bewölkt. Es wird beabsichtigt, morgen nach Bari zu gehen. Der Kaiser empfing den hiesigen deutschen Konsul. ** ** Zu Ehren der Kaiserin fand in Glücksburg eine allgemeine Illumination statt. Die Kaiserin machte in Begleitung des Herzogpaares im offenen Zweispänner eine Rundfahrt durch die Straßen und wurde überall enthusia stisch begrüßt. Deutfcher Reichstag. ( 73. Sizung.) Berlin, 22. April. Heute arbeitete der Reichstag mit einer zur bisherigen Gepflogenheit in erfreulichem Gegensaz stehenden Schnelligkeit. Reste aus dem Etat der Posterwaltung und des Reichsamts des Innern und die ganzen Etats für das Reichsmilitärgericht, für den Rechnungshof, ja sogar der für Oftafrika wurden ohne jede Diskussion in zweiter Lesung erledigt, Kamerun und Togo beinahe diskussionslos. Je weiter die Situng fortschritt, desto größer wurde die Unruhe unten im Sigungssaal, desto mehr wuchs die Spannung auf den Tribünen. Denn man suchte die Erklärung für die ungewohnte Enthaltsamkeit der Reichsboten lediglich darin, daß sie von dem Eifer beseelt seien, möglichst schnell zu der großen Debatte über Südwest afrika zu kommen. Aber das war ein Irrtum. Denn als die Beratung des Etats für dieses Schußgebiet begann, erklärte der sozialdemokratische Abg. Bebel alsbald, daß er mit seinen Freunden für heute darauf verzichte, noch einmal auf die Vorgänge dort unten einzugehen; er erhoffe die Beantwortung seiner bei der ersten Lesung gestellten Fragen bis zur dritten. Natürlich folgten die anderen Parteien, die ja die Kritik der Zustände bis zur Niederwerfung des Hereroaufstandes überhaupt nicht für angebracht halten, gern dem Beispiel der äußersten Linken. So kam der Reichstag um den erwarteten„ großen Tag". Die Verhandlungen hielten sich durchaus in den üblichen Bahnen der Spezialberatung und nur die Erörterung der Frage rief größeres Interesse wach, an wen und in welcher Form die zwei Millionen Mark verteilt werden sollen, die zur Unterſtüßung der durch den Hereroaufstand Geschädigten vorgesehen sind. Nab und Fern. O Schnellfahrtenversuche mit Lokomotiven. Ein hoher Beamter der preußischen Eisenbahnverwaltung hat sich nach Paris begeben, um dort bei der Compagnie des Chemin du fer du Nord an Fahrten teilzunehmen auf Lokomotiven, welche diese Gesellschaft schon seit einiger Zeit besitzt und die 140 Kilometer in der Stunde zurücklegen. Lieferant dieser Rokomotiven ist die E. M. G.- Grafenstaden. Die Lokomotive dieser Gesellschaft, die man auf der Strecke Berlin- Zossen zu Schnellfahrten benutzte, war eine solche älteren Typus. Zur Ermordung des deutschen Zeitungskorrespondenten Genthe in Marokko wird jetzt aus Tanger berichtet, daß in Mehedia, an der Mündung des Sebuflusses in das Meer, die Leiche eines Europäers gefunden worden ist, die man für die Leiche Dr. Genthes hält. Sie wird nach Larache gebracht werden, wohin Genthes Diener zur Feststellung der Persönlichkeit gebracht werden soll. Familiendrama. Wie aus Kiel gemeldet wird, machke ein dort aus Bofen eingetroffener Eisenbahnbeamter auf seine bei ihren Eltern weilende Frau, die sich weigerte, mit ihm nach Bosen zurückzukehren, sowie auf seine Schwiegereltern einen Mordversuch. Sämtliche drei Personen wurden durch Revolverschüsse verletzt, doch sind die Wunden nicht gefährlich. Der Täter brachte sich hierauf lebensgefährliche Messerstiche bei und mußte in die Universitätsklinik gebracht werden. Menterei im Zuchthause. Eine Meuterei entstand unter den Zuchthäuslern der Filialanstalt Niederhausen bei Kreuznach. Mehrere der Internierten hatten gewaltsam die Wand durchbrochen, um auf diese Weise die Flucht zu ergreifen. Ihre Absicht wurde aber durch rechtzeitige Alarmierung der Aufseher vereitelt; diese mußten schließlich von ihren Karabinern Gebrauch machen. Hierbei wurden vier der Meuterer durch Schüsse verwundet. während ein fünfter entfam. 8 Gras Puater verhaftet. Im Hotel Bristol zu Berlin wurde der bekannte Agitator Graf Pückler verhaftet. Der telegraphische Befehl dazu wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft seitens der Strafkammer des königlichen Landgerichts in Glogau erlassen. Vor diesem Gericht sollte sich Graf Püdler wegen öffentlicher Beleidigung des Stationsvorstehers in Kl.- Tschirne verantworten. In dieser Sache stand bereits vor acht Tagen Termin an, der jedoch vertagt werden mußte, weil der Angeklagte nicht erschienen war. Da Graf Pückler auch in der erneuten angesetzten Verhandlung trotz ordnungsmäßig erfolgter Ladung ausblieb, wurde seine Verhaftung und Vorführung angeordnet. Die Pommernbankdirektoren Schultz und Nomeid werden auf Beschluß der Berliner Straffaminer gegen Kaution aus der Untersuchungshaft entlassen werden. Für Schulz sollen 100 000 Mart, für Romeid 30 000 Mark gestellt werden. Ein unglückliches Stiergefecht fand in Madrid statt. Vier Toreadors wurden von dem Kampfstier furchtbar zugerichtet. Einer von ihnen, der Matador Algabeno, erhielt einen tödlichen Hornstich in den Hals. ** Lokales. 23. April 1904. ** Der Großherzog hat dem Pfarrer Heinrich Barth zu Kettenheim die evangelische Pfarrstelle zu Großen Buset, und dem Pfarrer Dr. Wilhelm Volp zu Schwarz die evangelische Pfarrstelle zu Nieder- Erlenbach übertragen. ** Das Großh. Regierungsblatt, Beilage Nr. 10, ausgegeben am 22. April, enthält u. a. eine Befanntmachung, Vorarbeiten für eine Nebenbahn von Alsfeld nach Schotten betreffend. Es heißt darin: Im Einvernehmen mit Großh. Ministerium des Innern ist dem Vorsitzenden des Eisenbahn- Komitees Herrn Karl Grünewald II. zu Alsfeld auf die Dauer eines Jahres die Erlaubnis erteilt, Vermessungen und Vorarbeiten für eine Nebenbahn von Alsfeld über Liederbach, Strebendorf, Windhausen und Ulrichstein nach Schotten vornehmen zu lassen. Großh. Ministerium der Finanzen. Ferner erhält die Nummer die Uebersicht der von Großh. Ministerium des Innern für das Rechnungsjahr 1904 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Kommunalbedürfnisse der israelitischen Religionsgemeinden des Kreises Gießen. + Der Voranschlag der Stadt Gießen für das Rechnungsjahr 1904( 1. April 1904 bis 31. März 1905) liegt vor uns und wir ersehen daraus, daß die Betriebsrechnung in Einnahme und Ausgabe 1803389,30 Mt. ( 1903: 1724040,17 Mt.) vorsieht, hierzu die Vermögensrechnung mit 1635882,31 Mt., ergiebt eine für Einnahme und Ausgabe vorgesehene Gesamtsumme von 3439271,61 Mt. ( 1903: 3197 604,47 Mt.) Nach den Erläuterungen zu dem Voranschlag ist für das Elektrizitätswerk vorläufig ein Ueberschuß nicht zu erwarten, dagegen eine Erhöhung des Ueberschusses des Gaswertes von 58700 Mt. auf 74000 Mt. und des Elektrizitätswertes von 14970 Mt. auf 18030 Mt. vorgesehen. Die Ausgaben für die Volks- und Fortbildungsschule erhöhen sich von 151867 Mt. auf 153688 Mt., für die Straßenunterhaltung von 45579 Mt. auf 55645 Mt., während für die Straßenreinigung nur 58700 Mt. gegen 63370 Mt. im Vorjahre angesetzt sind. Für die Armenpflege sind 46 350 t.( 1903: 47450 Mt.), als Beitrag zur Kreistasse 120000 Mt. vorgesehen. Die Polizei erfordert 69 860 mt.( 67366) Mt., die allgemeine Verwaltung 124255 Mt.( 120889) Mt., der Titel Ruhegehälter, Witwenund Waisengelder 13558 Mt.( 6347) Mt. Für Schuldentilgung werden 188345 Mt.( 179245) Mt., für Kapitalzinjen 371233 Mt.( 381763) Mt. beansprucht. Die Gemeinde steuer soll in der vorjährigen Höhe von 114 Prozent der staatlichen Einkommensteuer und den doppelten Grundzahlen der Realsteuern erhoben werden und Einkommen unter 500 Mt. steuerfrei bleiben. Es sind darnach 811389 Mt. gegen 798544 Mt. im Vorjahre vorgesehen. Eine Steuererhöhung ist also nicht zu erwarten, was von der Bürgerschaft mit Freuden begrüßt werden wird. Für Erbauung gemeinheitlicher Gebäude sind 316 650 mt.( 111478) Mt. angefeßt, darunter 150000 mt. als 3. Teilbetrag für die höhere Mädchenschule und 150000 Mark für den Erweiterungsbau der Realschule. Für die Durchführung der Kanalisation werden neu vorgesehen 300000 Mt.( 255000) Mt. Rittershaus- Konzert. Wr wollen nicht verfehlen, nochmals auf den Montag Abend 8 Uhr im Leib'schen Saale stattfindenden Wagner- Balladen- und Lieder- Abend des Kgl. Hofopernsängers Alfred Rittershaus aufmerksam zu machen. Dem Künstler geht von Berlin, Frankfurt, Köln, Görlig 2c., also aus Städten, wo man bei strenger Fachtritit außergewöhnlich hohe Auforderungen stellt, ein glänzender Ruf voraus. Man rühmt die gewaltige Tenorstimme von herrlichem Klange, das berückend schöne Piano, die hohe Meisterschaft im bel canto, die geistig beseelte Auffassung, den vollendeten Vortrag. Rein Musitfreund sollte sich diesen seltenen Kunstgenuß entgehen lassen. Ueber ein Konzert des Künstlers, welches unlängst in Görlig, der ersten Musikstadt Schlesiens, stattfand, schreibt die dortige Niederschlesische Zeitung":" Die pastose Kraft der Stimmmittel trat zuerst im Achenbach'schen Liede Borbei" hervor. Noch glänzender und monumentaler gaben sich diese in dem Trintlied aus„ Cavalleria rusticana". Einen vollen und berechtigten Triumpf erzielte Herr Rittershaus mit der er grei fenden Wiedergabe der Scene aus„ Bajazzo". Der stürmische Beifall bewog ihn zu einer brillant gesungenen Zugabe aus Rigoletto". In der von leidenschaftlicher Dramatik durchzitterten Ballade„ Die beiden Grenadiere" von Schumann konnte Herr Rittershaus seine eminente Kunst glänzend verwerten, und er tat dies " Den in durchaus individueller, charakteristischer Weise. legten Trumpf spielte er mit der Erzählung vom Gral" aus„ Lohengrin" aus er hatte die rechte Karte gewählt. Noch einmal erhob sich in ihrer erhabenen Schönheit seine edle Stimme. Seine bewunderungswürdig flare Deflamation und sein packender Vortrag verhalfen dieser wundervollen Szene zu zündender Wirkung." *** Klein- Linden.( Besizwechsel.) Gestern berfaufte Herr Kaufmann Sommer seine in der Lüzellindnerstraße gelegene Wirtschaft zur Linde" nebst Spezereigeschäft an einen Herrn von Duisburg a. Rh. für den sehr ansprechenden Preis von 25 000 Mt. Der bisherige Bächter, erst seit zwei Jahren in Tätigkeit, erhält selbstverständlich für jedes Jahr bis Ablauf der Vertragszeit eine entsprechende Abfindungssumme. Die Gäste sehen den stets zur vollen Zufriedenheit tätigen Wirt Helfenbein sehr ungern scheiden, obgleich derselbe noch bis zum Oktober sein Geschäft weiter führen wird. A Londorf. 23. April. Im hief gen Gewerbeverein hält worgen Sonntag Herr Baumeister und Hauptlehrer Traber Gießen einen Vortrag über„ Meisterkurse und Meistertitel". Es ist dies für unsere selbständigen Handwerter zur Zeit ein sehr wichtiges Thema. A Grünberg, 23. April. Gestern Abend gegen 9 Uhr entgleiste aur hiesigem Bahnhofe bei einer Weiche die Maschine des Londorfer Zuges. Unglücksfälle sind glücklicherweise nicht zu verzeichnen. Es wurden sofort die nötigen Maßregeln getroffen, sodaß eine Betriebsstörung nicht eintreten fonnte. ▲ Grünberg, 23. April. Nachdem der hierorts ge= wählte Stadtdiener, Bahnarbeiter Karl Semler von hier, vom Großh. Kreisamt eidlich verpflichtet worden ist, tritt derselbe bereits am 1. Mai seinen Dienst an. A Grünberg, 23. April. Mit dem Anbau bei unserem Schulhause ist bereits am Mittwoch begonnen worden, sodaß derselbe bis zum Herbst fertiggestellt sein dürfte. = Dornholzhausen, 20. April. Unserer Gemeinde wie auch dem Nachbarorte Hochelheim wurde am 1. Osterfeiertage eine besondere Freude zuteil, da ihr früherer Seelsorger, Herr Prof. Schöler, vor seinem Wegzug aus Friedberg auch seine beiden früheren Gemeinden nochmals besuchte, an Dftern hier predigte und nach seinem Scheidegruß aufgrund von Röm. 8, 28-39 den Erschienenen das hl. Abendmahl reichte. Wie groß die Liebe und Anhänglichkeit des treuen Seelsorgers zu den beiden Gemeinden war, geht auch daraus hervor, daß er während seines Aufenthaltes in Friedberg beide Gemeinden alljährlich mit seinem Besuch beehrte und ihnen vor einigen Jahren zwei prachtvolle Kanzelbibeln schenkte. Beide Gemeinden sagen ihm hierdurch für diese große Anhänglichkeit und Liebe ihren wärmsten Dank und rufen ihm ein herzliches Lebewoht" zu mit dem Wunsch, daß ihm nach den letzten Tagen des Kampfes und der Aufregung noch viele Jahre segensreicher Arbeit folgen möchten. " Odenhausen. Zu den am 19. und 20. Juni hier stattfindenden Sängerfeste des Ohm- Lumda Tal- Sängerbundes sind die Vorbereitungen in vollem Gange. Gutes Wetter vorausgesetzt, wird sich dasselbe seinen Vorgängern an anderen Bundesorten in würdiger Weise anschließen. Lanbach, 22. April. Wegen Sittlichkeitsverbrechen, begangen an einem zehnjährigen Kinde, wurde heute der Taglöhner H. L. von hier verhaftet und durch die Gensdarmerie nach Laubach gebracht, Nierstein, 22. April. Hier wurde die Leiche des seit einigen Wochen verschwundenen Ludwig Rab aus Gernsheim gelandet- In Nackenheim brannte das Wohnhaus des Leonh. Rißheim nieder. = Mainz, 22. April. Das Gesuch der Sozialdemofraten um Ueberlassung der Stadthalle zur Maifeier wurde entgegen der Gepflogenheit früherer Jahre abgelehnt, da man mit Rücksicht auf die Anwesenheit des Kaisers gelegentlich der Brückeneinweihung Demonstrationen befürchtet. Bad Nauheim. Die Einführung des Oftrois auf Bier und Wein hat bereits die Genehmigung des Ministeriums erhalten und tritt somit demnächst in Kraft. = Darmstadt. 22. April. Jm Griesheimer Walde in der Nähe des Forsthauses Harras wurde gestern nachmittag die Leiche eines zirka 24 Jahre alten Mannes gefunden. Die Leiche weist einen Schuß in der Brust und einen in die Schläfe auf. In den Taschen des Selbstmörders fand sich eine goldene Uhr mit Kette und zirka 40 M. bares Geld. " Worms, 22. April. So, da habt ihr se, ich fann se nicht mehr ernähre". Mit diesen Worten brachte heute Morgen eine hiesige Schuhmachersfrau ihre 5 Kinder auf die Armenverwaltung und entfernte sich schleunigst. * Köstritz( Thüringen). Die im hiesigen Orte bestehente Fürstliche Brauerei, welche mit zu den ältesten Deutschlands gehört und deren Produkte schon im 16. Jahrhundert weit über die Grenzen der engeren Heimat hinaus bekannt waren, hat im Laufe der Jahre einen bedeutenden Aufschwung genommen. Das„ Köftrißer Schwarzbier" behauptet unter allen den modernen Bierarten die erste Stelle als ein Getrönt, das so recht dazu bestimmt ist, ernährend und stärkend auf den menschlichen Organismus einzuwirken. Im Gegensatz zu den alkoholhaltigen Getränken wirkt das Köftrißer Schwarzbier durchaus nicht aufregend, sondern nur belebend auf die Verdauung und den gesamten Stoffumfat ein. Der Bezug ist, da sich in allen größeren Städten Verkaufsstellen befinden. verhältnismäßig leicht, und ist der Preis nicht höher als für andere ausländische Biere. Wer sich und seinen Angehörigen eine rechte Freude bereiten und für deren Gesundheit etwas tun will, versäume nicht, einen Versuch mit diesem heilsamen Getränk zu unternehmen und als ständigen Haustrunt einzuführen. Wegen des Bezuges verweisen wir die geehrten Leser auf den Inseratenteil unserer Zeitung. Der zu A Müller geriet geftern, in gefegt wurde. bewaffnet, das Türrahmen erf auf den Ropf Trunkenbeit fra Jahr 6 Mona Unter fagungsha Elifabethe Maric Ludwigsplat in ein Kleid geftor ficht auf die N fängnis erfannt Simon bon R gegen den Stei hausen eine wurde, daß fie wurde er heute fölflich Ange idas Urteil zu b gehilfe Johann Fieg nachts in ein und entwend 20 Mt., die er Mortfelbst geschaf ourde mit Rüd Buchthaus und er unter Polize mit einem Jah Karl Vogel un Wolf mißha Mönig bortfelbf wurde zu 1 Ja Beteiligte Bogel ** Die Erfurt errei und Versand und Zwiebelge W Reparatu für Räder 2 Sah A GrauPri RU Weise. Den ang bom Gral Karte gemalt n Schönheit rungswürdig der Vortrag ender Wirkung .) Gestern ver Der Lügellindner Spezereigefcha den sehr an isherige Bächter felbstverständlid eine entsprechend ftets zur vollen ungern scheiden 1 Geschäft weiter n Gewerbeverein Aus dem Gerichtssaal. Straffammer. Gießen, den 22. April 1904. Der zu Dutenhofen geborene Bergmann Ludwig Müller geriet mit seiner Hauswirtin Frau Heß zu Leihgestern, in Streit, in dessen Verlauf er vor die Türe gesetzt wurde. Darüber erboßt, versuchte er, mit einer Art bewaffnet, das Haus zu erbrechen. Als Frau Heß im Türrahmen erschien, erhielt sie von Müller einen Schlag auf den Kopf, der sie betäubte. Indem des Angeklagten Trunkenheit strafmildernd in Betracht kam, wurde auf ein Jahr 6 Monate Gefängnis erkannt, worauf ein Monat Untersuchungshaft angerechnet wird. Die Fabrikarbeiterin Elisabethe Maria Depp zu Gießen hat einer Frau auf dem Ludwigsplatz in Gießen vier Schürzen und einer anderen ein Kleid gestohlen. Trotz der Vorstrafen wurde mit Rückficht auf die Notlage der Angeklagten auf 8 Monate Gefängnis erfannt. Der Handelsmann und Megger Jakob Etandesamt- Nachrichten der Stadt Gießen| Sohn des Dachdeckermeisters Karl Heck dahier. Sophie Aufgebote. Am 14. April. Wilhelm Friedrich Adam Finfernagel, Sanitäts- Sergeant mit Marie Katharine Wilhelmine Rörig dahier. 15. Friedrich Wilhelm Kupper, Aufseher in Brauweiler mit Maria Antonie Neff, gen. Rodepeter dahier. Johann Julius Andres, Ingenieur dahier mit Anna Henriette Justine Schrumpf in Darmstadt. 16. Johann Friedrich Schäfer, Lokomotivhilfsheizer dahier mit Auna Magareta Halbig in Fulda. 18. Carl Ludwig Käppele, Hilfsheizer dahier mit Caroline Therese Schnabel hierselbst. Karl Walther, Bäckermeister in Kirchgöns mit Katharine Zörb in Lich. 19. Friedrich Albert Schmidt, Fuhrknecht dahier mit Anna Marie Berger hierselbst. August Wilhelm Roth, Schreiner dahier mit Katharine Hartmeß hierselbst. Heinrich Wagner, Finanz- Aspirant dahier mit Elisabeth Schüß in Buzbach. 20. Ludwig Ehrhardt, Steinhaner dahier mit Paulina Regina Germer hierselbst. Adolph Winkler, Mechaniker dahier mit Wilhelmine Zoll hierselbst. 21. Georg Ludwig mann in Grünberg. und Hauptlehrer Simon von Kesselbach hat bei der Staatsanwaltschaft Friedrich Wilhelm Leilich, Musiker dahier mit Berta FeldMeisterfurfe und tändigen Hand gegen den Steinhauer Friedrich Feldbusch von Rüddingshausen eine Anzeige erheben lassen, von welcher angenommen wurde, daß sie falsch sei. Wegen falscher Anschuldigung Dem Der GärtnerEheschließungen. Am 16. April. Karl Rühl, Taglöhner dahier mit Margarete Jakob, geb. Sack hierselbst. Heinrich Wagner, Schuhmacher dahier mit Marie Grau hierselbst. Heinrich Blum, SchuhBorn, geb. Wacker, 39 Jahre alt, Ehefrau des Viehhändlers Karl Johannes Born dahier. 17. Johannes Wehrheim, 48 Jahre alt, Lehrer dahier. Elisabethe Christ, 74 Jahre alt, Pflegling dahier. 21. Peter Kemmel, 80 Jahre alt, Rentner dahier. 22. Charlotte König, geb. Kaub, 71 Jahre alt, Ehefrau des Privatmannes Andreas König dahier. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Oberhessen für Sonntag, den 24. April 1904. Zeitweise windig, meist trüb, Temperatur wenig verändert. Startenburg: Beitweise windig, meist trüb, geringer Regen besonders im Süden, etwas kühler. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Marktberichte. Gießen, 23. April. Auf dem heutigen Wochenmartt lofteten Butter per Pfd. 1.00-1.10 mt., Hühnereter 2 Stüd 12-12ẞfg., Enteneter St. 7 Pfg., Käse per St. 6-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Pfg., Erbsen per Liter 21 Bfg., Linsen per Liter 32 Pfg., Tauben per Paar Mr. 0.80-1.00, Hühner per Stüd Mt. 1.30-1.40, Hahnen, per Stüd 0.80-1.70, Enten per Stüd 1.70-2.20, Gänse per Pfd. 65-70 Pfg., Ochsenfleisch per Pfd. 68-78 Bfg., Rindfleisch per Pfd. 62-68 Pfg. Schweinefleisch per Pfd. 60-72 fg. Schweinefletsch gesalzen per fund 0.76 fg., Kalbfleisch per Pfd. 62-74 Bfg., Hammelfleisch per Pfd. 50-74 Pfg., Kartoffeln pro 100 Kilo 6.00 Mr., 3wiebeln per 3t. Mr. 7.00-10.00, Aepfel per Gentner 20-25 per 18 Pfg. Marktzeit Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Marktzeit überhanpt nicht, und während der ersten drei Stunden der Marktzeit im Umherziehen feilgeboten werden. nd gegen 9 Uhr wurde er heute mit 2 Monaten Gefängnis bedacht. einer Weiche die fälschlich Angeschuldigten( Feldbusch) wurde die Befugnis, fälle sind glück das Urteil zu veröffentlichen, zugesprochen. sofort die nötigen gehilfe Johann Heinrich Friedrich Balser von Gießen machermeister dahier mit Katharine Christine Schneider hierrung von 7 uhr morgens bis 1 Uhr Nachmittage. Greenlande get der hierorts ge mler von hier, worden ist, tritt n. nbau bei unserem en worden, soda ürfte. er Gemeinde wie m 1. Dfterfeier Therer Seelsorger, aus Friedberg als besuchte, an degruß aufgrund hl. Abent mahl chfeit des treuer geht auch dara es in Friedben uch beehrte und De Runzelbibeln durch für diese msten Dant und mit dem Wunsch, es und der Auf Arbeit folgen 20. Juni hier 1 Tol- SängerGange. Gutes en Vorgängern eise anschließen. feitsverbrechen, wurde heute der durch die Gens: De die Leiche des Rab aus Gerns das Wohnhaus der Sozialdemo r Maifeier wurde e abgelehnt, da Raifers gelegent befürchtet. Oftrois auf Des Ministeriums Jeimer Walde in De gestern nach e alten Mannes ß in der Bruft en Taschen des r mit Kette und ihr se, ich fann st len brachte heute gre 5 Kinder auf hleunigft. ein und entwendete Fleisch und Wurstwaren im Werte von 20 Mt., die er in die Wohnung der ledigen Johanna Fischer dortselbst geschafft und von dieser verhehit wurden. Balser wurde mit Rücksicht auf seine vielen Vorstrafen zu 2 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust verurteilt; auch wurde er unter Polizeiaufsicht gestellt. Die Hehlerin Fischer fam mit einem Jahr Zuchthaus davon.- Der Zimmermann Karl Vogel und der Taglöhner Konrad Sorberger II. von Wolf mißhandelten gemeinschaftlich den Arbeiter August König dortselbst. Sorberger, der mit einem Messer hantierte, wurde zu 1 Jahr Gefängnis verurteilt, während der weniger beteiligte Vogel mit 10 Tagen durchkam Geschäftliches. *** Die Blumengärtnereien von Peterseim in Erfurt erreichten im verflossenen Jahre in der Anzucht und Versand eine Gesamtziffer von 14 Millionen Pflanzen und Zwiebelgewächsen. Philippine Petri hierselbst. Anton Eder, Bäcker dahier mit Margarete Franz hierselbst. Geborene. Am 9. April. Dem Spenglermeister Georg Dahmer ein Sohn, Richard. 10. Schuhmacher Peter Bachmann ein Sohn, Karl. 12. Sanitäts- Unteroffizier August Bues ein Sohn. Fuhrmann Johann Georg Heinrich Karl Schmidt eine Tochter. 13. Wirt Wilhelm Dreher eine Tochter. 17. Eisendreher Friedrich Römer ein Sohn. Dem selbständigen Schuhmacher Jakob Heines ein Sohn, Johann August Martin. 18. Schlossermeister Wilhelm Ziegler eine Tochter. 20. Kaufmann Heinrich Erle eine eine Tochter. Maschinisten Justus Haas ein Sohn, Johannes. Gestorbene. Am 16. April Katharine Edel, geb. Krieb, 27 Jahre alt, Ehefrau des Obst- und Gemüsehändlers Wilhelm Edel dahier. Philipp Jeschke, 11 Mte. alt, Sohn des Fuhrmanns Friedrich Jeschte dahter. Erich Karl Heck, 1 Jahr alt, in der mit Für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein. Königl. Preuss. Staats- Medaille Seidenstoffe M jeder Art, in jeder Farbe, zu jedem Preise, der Meter von 75 Pf. an. Muster portofrei. Fertige seidene Kostüm- Röcke, Jupons, Blusen, halbfert. Roben. Deutschlands grösstes Spezial- Seiden- Geschäft Seidenhaus Michels& Cle., Berlin SW. 19 43 Leipziger Strasse 43 Ecke Markgrafen- Strasse. 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Genehmigung der Bilanz und Entlastung des Vorstandes, 3. Beschlußfassung über die Verwendung des Reingewinns, 4. Abänderung des§ 40 des Statuts, 5. Sonstige Vereinsangelegenheiten. Grünberg, 14. April 1904. Der Aufsichtsrat des Vorschuß- Vereins zu Grünberg eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht. Giller, Vorsitzender. Das Schuhmacher- Geschäft, welches Herr G. Robleder aufgegeben hat, betreibe ich für meine Rechnung weiter und bitte die werten Kunden meines Vorgängers, mir treu zu bleiben. Für gute Arbeit und Material wird garantiert. Heinrich Böcher. Vorstehende Geschäftsempfehlung kann ich bestens unterstützen und bitte für meinen Nachfolger um recht zahlreiche Kundschaft. Grünberg. G. Rohleder. 2 tüctise Schuhmacher auf Werkstatt, dauernde Stelle, sofort gesucht. Weeg, Gießen. Herren- u. KnabenAnzüge Knaben- Wasch- Anzüge Blousen, Hosen, Joppen Arbeiter- Kleider Macco- Hemden u. 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Die für diese Lieferung gültigen Bedingungen liegen an den Wochentagen nachmittags von 3-5 Uhr auf dem Verwaltungsbureau offen Offerten sind versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen, unter Beifügung von Probefartoffeln, bis zum Eröffnungstermin, Donnerstag, den 5. Mai 1904, vormittags 11 Uhr, auf dem oben erwähnten Bureau abzugeben. Der Zuschlag erfolgt bis zum 7. Mai 1904. Gießen, den 22. April 1904. Großh. Direktion der psychiatrischen Klinik. Restaurant Ostend", Gießen ( früher: Zu den vier Jahreszeiten"). Sonntag, den 24. April cr., von nachmittags 4 Uhr ab: Grosses Konzert verbunden mit Tanzkränzchen. Ludwig Abel, Grünbergerstraße 47. Für gute Sveisen und Getränke ist bestens aesorgt. Eintritt fret. Frühkartoffeln( rosa) zu Gin Arbeiter fann Kost und Logis erhalten. Gießen, Krofdorferstr. 10. verkaufen. Fischer, Gießen, G. Mühlgasse 4. Montag, den 25. April im Leib'schen Saale, abends 84 Uhr Wagner-, Balladen- und Lieder- Abend des Tenoristen Königl Hofopernsängers Alfred RittershausGast der Kgl. Hofoper in Berlin, der Kgl. Oper in Budapest, der Grand Opéra in Nizza, des Teatro San Carlo in Neapel etc. unter Mitwirkung der Klavier- Virtuosin: Fräulein Marie Kleinhanns aus Hannover. Gesangs- Vorträge: Hymne an die Venus aus Tannhäuser». Scene aus Lohengrin». Liebeslied aus Die Walküre». < Am stillen Herd> aus< Die Meistersinger von Nürnberg», sämtlich v. R. Wagner.« Elselein» v. Giehrl. Die Nebensonnen» v. Schubert.« Und der Hans schleicht umher> ( Volkslied.) Wie berührt mich wundersam» v. Bendel. Einsam will ich sterben, das Mädchen und der Schmetterling v. Alfred Rittershaus. Die beiden Grenadiere», Ballade v. Schumann.< Todessehnen» v. Tosti.< Ach wie so trügerisch aus Rigoletto> v. Verdi. Klavier- Vorträge: Variationen( F- moll) v. Haydn. Impromptu v. Schubert.< Gretchen am Spinnrade> v. Wagner- Liszt. Lied ohne Worte v. Mendelssohn. Feuerzauber aus Die Walküre v. Wagner- Brassin. Spinnerlied aus Der fliegende Holländer» v. Wagner- Liszt. Karten: Num. Sitz I. Abteil. Mk. 2.-, num. Sitz II. Abteil. Mk. 1.50, Stehplatz Mk. 1.25, Studentenkarten Mk. 1 im Vorverkauf in der Muskalienhandlung von Ernst Challier. Konzertflügel: aus dem Magazin von Wilh. Rudolph. - An der Abendkasse die Preise ab 7 Uhr sind nicht erhöht. fchaffte. Gin nagelte Zint Péroz komm fannt und un gleich dem Le gen berechtig geffenen Zwi nen Expediti nur das uni Stehlen und wie er in Sa Niger, befahl als er, und Köpfe gefalle des Adar80 Frauen mauern aut Die Su folche zerri man glaube standsfähige ein humane tagsstunde Streckt er a den lang im gerüttelt, e gesetzteſten eines schwa feiner Mei Rapitäns feinen Reb das Weite Pferd nach Rugel, legt des Sultans fich feine V Nerben und artigen Nat Buftehen ha und Körper würdigen jenen Regi Oberstleutn andere vor würdig als Von ein wenn man 1 bestreiten, de Gegen, die er werden dürf das moderne Jahrhundert der Ermadi Kind unfere des Verkeh jener Zeit& nahm. In bofen, in G Orten treff Dafür beftin Shug. S rege gewor geraten. C lagen, bei Bhantajie ein Mitte unliebjam modernen Auf Bayeris