rein. 04 lung abgelaufene Vorstand. Ketten. macher Bieren bringe nbier des und weil und empfehle leich bemerte borzubeugen, er Mainzer nd übertragen hrle ing. 4. Gießen. Wohnung, ten der Stadt get zu berm. Frb. d. Bl. Bohnung bes Seltersthores en gesucht. Off 280 an b. Erp. Nr. 45. bonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., we Haus gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen viertelfährlich Mr. 1.50. Gratisbetlagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Geifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Dienstag, den 23. Februar 1904. Gießener 13. Jahrgang. Jnsertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für ganz Olm heffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfg. sonst 16 Reklamen die Petitzeile 30 refp. 40 Pfg. Bostzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen, Seltersweg 88 Fernsprechanschluß Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblaff) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Beifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weßlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Der Krieg in Oftafien. Infolge der namentlich von seiten der Japaner äußerst streng gehandhabten Zensur sind die Nachrichten, die über die Vorgänge auf dem Kriegsschauplatz durchfickern, auch heute noch sehr spärlich. Mit Hartnäckigkeit behauptet sich das Gerücht, daß es zu größeren Vorpostengefechten am Jalu gekommen sei, bei denen die Russen der unterliegende Teil gewesen wären. Die bezügliche Meldung besagt: Die bisherigen Vorpostengefechte am Jalu haben den Rückzug der Russen zur Folge gehabt und zwar mit bedeutenden Verlusten, die auf 2500 Mann geschätzt werden. Doch wird es gut sein, auch dieser bestimmten Nachricht gegenüber weiter mißtrauisch zu bleiben. Widerspricht es doch der ganzen bisherigen Haltung Rußlands, wenn es sich auf ein aggressives Vorgehen in Korea einlassen würde, worauf ein derartiger Kraftaufwand schließen lassen würde. Wir sind überzeugt, mit unserer Meinung, daß es sich bei den jetzigen Zusammenstößen an der foreanischen Grenze nur um unbedeutende Refognoszierungen handeln fann, recht zu behalten. Die Verlegung des Hauptquartiers nach Charbin, in das Herz der Mandschurei, deutet mit Bestimmtheit darauf hin, daß das russische Oberkommando sich vorläufig auf die Defensive zu beschränken gedenkt. Es hofft, daß die Japaner sich hinreißen lassen werden, in die unwirtlichen Steppen der Mandschurei vorzudringen, wo ihren Truppen durch die anfangs zielbewußt zurückweichenden Russen zum Schluß ein Ende mit Schrecken bevorstände, wie weiland Napoleon in Moskau. Aus dem gleichen Grunde klingt es wenig glaubhaft, wenn von russischen Invasionsgelüften in Japan gesprochen wird. Die Bewegung soll angeblich von der russischen Verbrecherinsel Sachalin aus ins Werk gesetzt werden, von wo aus zwei Sosakendivisionen nach der japanischen Insel Jezzo übergesetzt werden sollen, von der Sachalin nur durch eine verhältnismäßig kleine Meerenge getrennt ist. Mit diesem Gerücht werden neue Bewegungen des Wladiwost of geschwaders in ursächlichen Zusammenhang gebracht. Londoner Blätter wissen darüber folgendes zu berichten: Aus Tokio wird gemeldet, ein russischer Kreuzer sei auf der Höhe von Hokkaido gesehen worden, wo er sich bemühte, der Insel das Kabel abzuschneiden. Ferner wird aus Kobe gemeldet: vier russische Schiffe, vermutlich des Wladiwostofgeschwaders, wurden auf der Höhe von Tobischime, einer kleinen Insel im Norden der japanischen Westküste, gesehen. Was an diesen Meldungen Wahres ist, läßt sich natürlich borläufig nicht beurteilen. Sonderbar genug wäre es, wenn es dem Wladimostof- Geschwader, das vor der japanischen Flotte und dem stürmischen Meer erst unlängst Sicherheit in feinem Heimatshafen suchen mußte, schon wieder gelungen wäre, sich der japanischen Küste zu nähern. Die Tragikomödie des„ Mandschur". Dem chinesischen Taotai von Shanghai machte das Verhalten des Kommandanten des dort im Hafen liegenden russischen Kanonenboots Mandschur" arge Kopfschmerzen. Der Kommandant weigerte sich, den sicheren Hafen zu verlassen und den ihm auflauernden Japanern in den Rachen zu laufen. Der Mandschur" ist ein veraltetes langsames Kriegsfahrzeug. Er war schließlich daran, dem wiederholten Befehle der chinesischen Hafenbehörden endlich Folge zu leisten und im Sinne der Neutralitätsvorschriften auszulaufen, als die Nachricht einlangte, der japanische Kreuzer ,, Akitsushima", ein Kreuzer von 3150 Tonnengehalt und 19 Knoten Geschwindigkeit, sei in Woosung, dem Außenhafen Schanghais, angelangt und warte das Herauskommen des„ Mandschur" ab. Dieser verblieb infolgedessen im Hafen, und sein Kommandant begab sich, vom russischen Konsul in Schanghai, Dessin, sowie vom fürzlich eingelangten russischen Gesandten aus Soul, Pawlow, begleitet, auf das japanische Konsulat, um ein Kompromiß abzuschließen. Dieses tam zustande, und das Ergebnis war, daß der„ Mandschur" bis zur Beendigung der Feindseligkeiten, seiner Bewaffnung entblößt, in Schanghai verbleiben darf. Der„ Mndschur" schaffte bereits seine Geschüße ans Land. Der japanische Kreuzer Akitsushima" dürfte infolgedeſſen ſofort wieder abdampfen. Die Gefahr eines Weltkriegs wird von französischen Politikern immer von neuem an die Wand gemalt. Jetzt wieder von dem früheren Minister des Aeußeren, Méline, der den Weltkrieg als unvermeidlich bezeichnete. Das bereits erwähnte Gerücht, daß das fran3ösische Heer die Mobilmachungsordre erhalten hat, läßt sich troy aller offiziellen Ableugnungen an der Börse nicht ausrotten. Die Deroute ist denn auch so groß, daß man auf einen allgemeinen großen Krach gefaßt ist. Die Pariser Blätter sehen bereits im Geiste ihre tapferen Truppen an Seite der Russen und horribile dictu- der Deutschen aeaen die verhaẞten Engländer kämpfen. Soweit sind wir denn allerdings doch noch nicht. Leutschland ŋat reinen Grund, sich an den heißen ostasiatischen Kastanien die Finger für andere zu verbrennen. Doch ist nicht abzuleugnen, daß die fieberhafte Aufregung, die nicht nur in Paris, sondern auch in London herrscht, eine große Gefahr in sich birgt. Bauschen doch englische Zeitungen folgende Meldung direkt zu einem englisch- russischen Zwischenfall auf: Als das englische Paketboot„ Mongolia" 460 Meilen nördlich von Aden einem russischen Panzer und vier Torpedojägern begegnete, versuchte eines der letzteren Fahrzeuge, es abzufangen; doch blieb der Versuch erfolglos. Das Geschwader begann alsdann die Jagd auf die„ Mongolia", ohne sie zu erreichen. Als das Geschwader„ Halt" signalisierte, stoppte die Mongolia". Nach vorgenomme= ner Untersuchung signalisierte ein Torpedojäger:„ Bitte zu entschuldigen." Das Geschwader hoffte augenscheinlich ein japanisches Schiff abzufangen. Es ist ein Glück, daß die Regierungen aller indirekt beteiligten Neutralen sich, wie es scheint, trotz dieser nervösen Strömungen der öffentlichen Meinung die kühle Ruhe bewahren. Daß die Japaner übrigens die unparteiische Haltung Deutschlands voll zu würdigen wissen, geht aus der Meldung hervor, daß die japanischen Zeitungen den wärmsten Dank für das Anerbieten unseres Kaisers ausdrücken, durch das er ihrer Kaiserin ebenso wie dem Zaren die deutschen Lazarette in Tsingtau und Yokohama zur Verfügung stellte. der Die Politik. Die schon angekündigten Beratungen von Kommissaren süddeutschen mit Vertretern Eine in Kassel abgehaltene Versammlung von Vertretern von 268 Eisenbahnvereinen mit nahezu 170 000 Mitgliedern aus allen Direktionsbezirken der preuBisch- hessischen Staatsbahnen hat die Gründung eines allgemeinen preußisch- hessischen Eisenbahner- Verbandes beschlossen, der sich gemeinsame Wohlfahrtszwecke, insbesondere die Gründung von Hilfskassen zur Ergänzung der Pensiors. bezüge, der Alters- und Invalidenrenten, der Krankengelder, sowie der Witwen- und Waisenbezüge zur Aufgabe nachen soll. Dem Kaiser wurde von der Gründung Kenntni gegeben und hinzugefügt, daß der Verband nicht zum midesten die Liebe zu König und Vaterland fördern solle. In seiner Antwort erklärte der Kaiser, die Verbandsgründung habe ihn mit hoher Befriedigung erfüllt, und er wünsche, daß diese edlen Bestrebungen, denen er gern seine Unterstüßung werde angedeihen lassen, einen reichen Erfolg 31 m Besten aller Beteiligten haben mögen." Der Eisenbal... minister hatte an die Versammlung ein Telegramm gericht. in dem er ihren Beratungen guten Erfolg wünscht und dem neuen Verbande seine Unterstützung verspricht. Oefterreich- Ungarn. In der Hauptstadt Galiziens sind vor einigen Tagen ganz plöglich eine Reihe von höheren Offizieren verhaftet worden, und weitere Verhaftungen sollen bevorstehen. Es handelt sich um eine große Spionageaffäre, in die Rußland in einer Weise verwickelt ist, die ihm gerade angesichts seiner gegenwärtigen Schwierigkeiten im nahen und fernen ten höchst unangenehm sein dürfte. Mit der Verhaftung des österreichischen Oberstleutnant- Auditors Hejkalo begann die Sache. Er machte sich der Spionage verdächtig, als er festgenommen werden sollte, entfloh er, wurde von besonderen Agenten bis nach Amerika verfolgt und dort schließlich verhaftet und an Oesterreich ausgeliefert. Nach ihm wurden. eine große Anzahl Zivil- und Militärpersonen verhaftet: auch preußugh- belichen und per Vleichsenenbahnen, cutter er ein russischer Gendarmerieobert, Oftet; andy Vereinfachung in der Leitung des Güterverkehrs führen sollen, haben gestern im Berliner Eisenbahnministerium begonnen. Von einem zweiten siegreichen Gefecht der Kolonne Gygas weiß ein Telegramm des Gouverneurs Leutwein ans Deutsch- Südwestafrika zu melden. Danach hatte die Kolonne Gygas, die aus Matrosen und Schutztruppen besteht, am 19. Februar ein Gefecht bei Groß- Barmen gegen einen zirka 200 Gewehre starken Feind, der mit Hinterlassung von 13 Toten sowie vielen Gewehren und Munition nach Süden flüchtete. Diesseitiger Verlust: verwundet: die Matrosen Krämer und Handschuck, Gefreiter Ratien, Reiter Sobau und Schlosser Dräger vom Eisenbahn. detachement.— Bei dem Gefecht, das die Kolonne am 16. Februar am Lievenberg hatte, ist, wie Gouverneur Leutwein jetzt meldet, der Matrose Karle getötet, der Bootsmannsmaat Jurgahn und der Reiter Hesse verwundet worden. Das Zolltarifgesetz schreibt bekanntlich vor, daß nach einer bestimmten Frist die städtischen Oktroiabgaben beseitigt werden sollen. Dagegen wenden sich auch nach der Annahme des Zolltarifgesetzes die Städte, die solche Abgaben erheben. Jetzt hat in Mainz unter dem Vorsitze des Oberbürgermeisters Beutler- Dresden eine Versammlung von Vertretern der an der Aufrechterhaltung der indirekten Ab gaben auf Lebensmittel interessierten Stadtgemeinden ſtait gefunden. Es wurde beschlossen, einen aus zehn Stadtvertretern bestehenden Ausschuß zu bilden, der beim Bundesrat und Reichstag wegen Beseitigung des§ 13 des Zolltextf gesetzes oder doch wegen Verlängerung der daselbst fest gesetzten Frist vorstellig werden soll. Allenfalls mag die Ver längerung der Frist Aussicht auf Annahme durch Regierung und Reichstag haben. Daß die gefeßgebenden Körperschaften in die Aufhebung des Verbots der Oktroierhebung milligen sollten, erscheint jedoch ausgeschlossen. Zum offenen Kriege ist es nun leider doch im Leipziger Krankenkassenkonflikt gekommen: Die Verhandlungen der Aerzte mit der Ortsfrankenkasse sind endgültig gescheitert. Die Aerzte beharren auf ihren Forderungen und sind entschlossen, nicht eher Frieden zu schließen, als bis die zwischen der Ortskrankenkasse und auswärtigen Aerzten geschlossenen Verträge gelöst sind. Darauf will die Kasse nicht eingehen. Indessen wird die weitere Entwicke lung der Sache aller Voraussicht nach dahin fül, ren, daß die Kasse der unterliegende Teil bleibt. Auch in Magde. burg droht ein ähnlicher Kassenfrieg. Dort ist die Ortsfranienfasse ebenfalls mit den Aerzten in Differenzen geraten, deren Folge schließlich war, daß. die Kasse gegenwärtig ohne jeden Arzt ist. Das Schauspiel, das sich beim Zuzug fremder Aerzte bisher noch überall entwickelt hat, wird auch in Magdeburg nicht fehlen. Und einstweilen spricht nichts dafür, daß die Magdeburger Kasse bessere Erfahrungen im Kriege mit den Aerzten machen sollte, als die Kassen von Mühlhausen u. 1. w. All diese Kassenkonflikte lassen die Notwendigkeit eines neuen, die Interessengegensätze zwischen Kassen und Aerzten zweckmäßiger und richtiger abwägender Krankenkassengeseyes nur desto deutlicher hervortreten. Jahre an der galizischen Bahnstrecke Jaroslaw- Sokal aís einfacher Eisenbahnarbeiter tätig war, wurde verhaftet und nach Wien gebracht, wo er vor das Garnisonsgericht kommen soll. Die Spionage wurde seit Jahren betrieben, ohne daß man irgend welchen Verdacht geschöpft hätte. Erst in jüngster Zeit kam die Sache durch Hejkalos Unvorsichtigkeit an den Tag. Erfreulicherweise scheinen nur polnische Offiziere der österreichischen Armee an diesem Landesverrat beteiligt zu fein Balkan- Staaten. Mit der Säuberung des Hofes und Heeres von den serbischen Königsmördern will König Peter neuerdings nun doch Ernst machen. Ein Belgrader Blatt meldet nach Mitteilung von zuständiger Seite, die Frage der serbischen Offiziere werde demnächst im Sinne des Verlangens Europas gelöst werden". Der serbische Gesandte Nowakowitsch, der fürzlich nach Petersburg abgereist ist, soll die russische Regierung davon benachrichtigen. Wird König Peter aber auch imstande sein, dieie Absicht durchzuführen? Afrika. Offizien wird aus Kapstadt nunmehr bestätigt, toas bisher nur privatim- und zwar auf Grund der englischen Parlamentsjitte gemeldet worden war: An Stelle Gor don Spriggs, der bei den Wahlen mandatlos blieb, ist Dr. Jameson, der Unternehmer des berüchtigten Jameson- Raid gegen die Buren und der eigentliche Anzettler des Burenfrieges, Premierminister der Kapkolonie geworden. Es liegt etwas Tragisches in dieser Wendung der Dinge: Der Mann der einst als Friedensbrecher in das Land der Buren ein fiel, von ihnen gefangen und nur aus Gnade nicht vor den Sandhausen gestellt wurde, ist jetzt der leitende Minister der Kaptolonic und, soweit es die Gesetze zulassen, der Gebieter auch der Burenbevölkerung der Kolonie! Nicht unmöglich daß gerade diese Besiegelung des britischen Unrechts geger die Buren den Tag der Rache, der ja nicht ausbleiben kann, eher anbrechen läßt, als es sonst der Fall gewesen wäre. Amerika. Die Entscheidung des Haager Schiedsgerichts in der Venezuelaaffäre liegt jest vor. Das Schiedsgericht hat ein stimmig entschieden, daß den drei Blockademächten Deutsch land, England und Italien das Vorzugsrecht auf 30 Prozent der Zölle von La Guayra und Puerto Cabello zu steht. Jede Partei wird die Kosten, die ihr aus dem Verfahren entstanden sind, tragen und mit den anderen Parteien zit gleichen Teilen die Kosten des Schiedsgerichts übernehmen. Die Vereinigten Staaten sind beauftragt worden, den Schiedsspruch binnen drei Monaten zu vollziehen. Selbstverständlich handelt es sich bei dieser so lange hinausgezögerten Entscheidung lediglich um einen formalen Aft. In der Zwischenzeit hat Sennor Castro sich angelegen sein lassen, den Handelsverkehr von La Guayra und Buerto Cabello weg und nach anderen Häfen zu leiten. Dementsprechend sind die Zolleinkünfte der beiden Häfen minimal, und Deutschland, England und Italien sind, nachdem ihnen endlich ihr flar zutage liegendes Vorzugsrecht auf gesonderte Befriedigung ihrer Ansprüche von dem braven Haager Schiedshof verbriefi worden, doch in Wirklichkeit die blamierten und geprellten Mitteleuropäer! Diese Schiedsgerichtsgeschichte wird aber vielleicht doch ihre guten Folgen haben. Sie ist eine Lehre, wohin die Einmischung Amerikas in Sachen anderer Länder schließlich für diese führt. Hoffentlich wird man diese Lebre peherzigen und im gegebenen Augenblick den Yankees die Quittung für ihre" guten Dienste" als Vermittler ausstellen. Aus den Parlamenten. * Die bessische 3 weite Rammer hat einstimmig einen Antrag angenommen, durch den die Regierung aufgefordert wird, im Bundesrate zu beantragen, daß den Reichstagsabgeordneten Anwesenheitsgelder sowie freie Eisenbahnfahrt durch das ganze Reich während der Legislaturperiode gewährt werde. Hof und Gefellschaft. Der Kaiser wohnte gestern abend einem Maifäferherrenfest" bei, d. h. einem Herrenfest bei dem Garde- FüsilierRegiment, den„ Maikäfern". Dabei wurden humoristische Vorträge gehalten und Musikstücke vorgetragen. Der Kaiser zeigte glänzende Laune. ** Prinz Joachim, der jüngste Sohn unseres Kaisers, befindet sich unter dem Namen eines Grafen Ravensberg auf einer italienischen Reise. Zur Zeit hat er im Hotel Bertolini in Neapel Wohnung genommen und machte Ausflüge nach dem Bejuv, Pozzuoli i to. Deutfcher Reichstag. ( 39. Sitzung.) CB. Berlin, 22. Febritar. Mit dem heutigen hat der Reichstag noch 27 Beratungs tage bis Ostern zur Verfügung. Wenn die Etatsberatung in dem jezigen Tempo fortgeführt wird, ist garnicht daran zu denken, daß der Etat rechtzeitig fertig wird.„ Trostlos" nannte heute Präsident Graf Ballestrem im Seniorenkonvent die Geschäftslage. Das Komische bei der Sache ist, daß von der Regierung beinahe in jeder Sigung neue Vorlagen verlangt werden, während man vor lauter Reden nicht einmal Zeit findet, die notwendigsten Arbeiten zu erledigen! Heute ist die Novelle zum Börsengeset eingegangen; wenn diese nicht unter den Tisch fallen soll, müßte die Session bis in die Hundstage hinein dauern. Die Beratung des Poste tats wurde heute fortgesetzt. Der Titel ,, Ostmarkenzulage" führte zu einer ausgedehnten Polendebatte. Die Kommission hat die Streichung dieses Titels beantragt. Ein Antrag v. Normann will sie wieder herstellen. Ein Antrag v. Liebermann will dasselbe, aber mit der Maßgabe, daß die Zulagen nicht als widerrufliche( wie dies der Etat vorschlägt), sondern als unwiderrufliche zu bewilligen seien. Nachdem Abg. v. Tiedemann( Reichsp.) die Bewilligung empfohlen, erklärte Abg. Frizen namens des Zentrums, dieses lehne die Gewährung der Zulagen unter allen Umständen ab. Staatssekretär raette trat als einziger Regierungssprecher für Bewilligung cin. Abg. Singer erhält, als er die Polenpolitik der preußischen Regierung als eine Dummheit bezeichnete, einen Ordnungsruf. Die Ost markenzulage wurde schließlich gegen die Stimmen der Konservativen, der Reichsparteiler, der wirtschaftlichen Vereinigung und der Nationalliberalen abge= lehnt. Im Ertraordinarium hat die Kommission die geforderten 300 000 Mark für die Telegraphenlinie TaboraUdjidje abgelehnt. Preufsifcher Landtag. Haus der Abgeordneten. ( 25. Sigung.) RK. Berlin, 22. Februar. Eine Sache, die mehr als nötig Staub aufgewirbelt und zu ungerechtfertigten Angriffen auf die preußische Regierung Veranlassung gegeben hat, beschäftigte heute die preußische Volksvertretung: Der Königsberger Geheimbundprozeß mit seinem Drum und Dran. Eine Interpellation des Nationalliberalen Friedberg, die dieser sachlich und verständig begründete, gab der Regierung die erwünschte Gelegenheit, sich über diese im Reichstage schon kurz gestreifte Angelegenheit einmal vor dem zuständigen Forum, dem Landtage, vernehmen zu lassen. Man kann es nur lebhaft bedauern, daß das, was der Justizminister Schönstedt dem Hause sagen konnte, nicht schon längst durch die offiziöse Presse der Deffentlichkeit zugänglich gemacht worden ist: Dann wäre mit einem Schlage all' den Reden, Preußen leiste Rußland Schergendienste, und was dergleichen dummes Zeug mehr war, ein Ende gemacht worden. Herr Schönstedt schilderte eingehend, wie die preußischen Behörden dahinter gekommen seien, daß von der Schweiz aus über ostpreußische Grenzstädte ein lebhafter Schmuggel mit Schriften in russischer und lettischer Sprache getrieben wird, Schriften, deren anarchistischen Charakter der Minister durch Verlesung einiger Proben außer Zweifel stellte. Aufreizungen zur Ermordung des Zaren, zu Revolver- und Bombenattentaten sind der Haupt inhalt dieser Schriften! Das iſt, wie der Minister ironisch bemerkte, die„ Aufklärung", der nach Behauptung der Sozialdemokratie diese Schriften dienten! Weiter wies der Minister nach, daß das auf die Entdeckung dieser Schriften gegründete Verfahren der preußischen Behörden streng gesetzlich war: daß es unabweislich geboten war durch das deutsche Strafgesetzbuch und durch das Völkerrecht, und nicht zuletzt auch durch die Solidarität aller Staaten gegenüber dem Anarchismus. Mit lebhaftem„ Hört! hört!" wurde die Feststellung des Ministers aufgenommen, daß alle wegen des Vertriebes dieser Schriften Angeklagten Mitglieder der Sozialdemokratie seien. Dann nahm der Minister des Innern Frhr. v. Ham- merstein das Wort, der sich in der Hauptsache auf die Zurückweisung der Beschuldigung beschränkte, als trieben russische Lockspitel mit Unterstützung der deutschen Behörden in Deutschland ihr Wesen. Flunkerei und Klatsch", so fennzeichnete der Minister das Gerede über das russische Lockspiteltum. Auch der von sozialdemokratischer Seite gegen unsere Postbeamten erhobene Vorwurf, sie verletzten im Auftrage der russischen Polizei das Briefgeheimnis, sei als völlig haltlos erwiesen. Die Debatte war nur kurz, in der Sache selbst erklärten alle Redner von der äußersten Linken bis zur Rechten mehr oder minder ihre Billigung der Regierungshaltung. Dann vertagte sich das Haus. Hus dem Gerichtsfaal. § Ein Vier- Millionen- Konkurs bildet gegenwärtig das Münchener Tagesgespräch. Bei dem über das Vermögen ves Baumeisters Josef Köppe eingeleiteten Konkurs hat sich das folgende Endresultat ergeben: an bevorrechtigten Forde rungen, die sich aus Gehalts- und Lohnansprüchen zusammensezen, wurden angemeldet 9656 Mark und an nicht bevor rechtigten Forderungen( Wechsel- und Hypothekenschulden) 4 005 302 Mart. Es ergibt sich somit unter Einrechnung der borberechtigten Forderungen eine Gesamtschuld von 4014 958 Mart. Unter den nichtbevorrechtigten Gläubigern befinden sich ein Realitätenbesiger und ein Baumeister, die allein 1597 866 bezm. 1 265 400 Mart, zusammen also 2 863 266 Mark zu fordern haben. Und die Aktiva?- Darüber schweigt des Sängers Höflichkeit! § Die Bestie im Menschen. Ein unmenschlicher Vater hatte sich in der Person des 48jährigen Hausierers Franz Schultze vor der Strafkammer in Mannheim zu verantworten. Der Angeklagte wurde für überführt erachtet, in zahlreichen Fällen sich gegen seine 13jährige Tochter schwer vergangen zu haben. Er band dieser die Füße zusammen und hing sie mit dem Kopf nach unten auf, worauf er an dem Kinde unzüchtige Handlungen vornahm. Das Gericht verurteilte das Scheusal zu der verhältnismäßig geringen Strafe von 1½ Jahren Gefängnis. Es wurden ihm mildernde Umstände zugebilligt ,,, weil er an der Schwindsucht leidet"!! § Mit der viel besprochenen Bebelschen Erbschaftsangelegen heit beschäftigte sich die Zivilkammer des Landgerichts in Ulm. Als Klägerin trat auf: Frau Rosa Hauer, Gattin eines Oberſten in Augsburg; Beklagte waren der sozialdemo Fratische Reichstagsabgeordnete Bebel und die Oberingenieursgattin Walpurga Kollmann in München. Der der Klage zu Grunde liegende Tatbestand sei in Nachstehendem kurz wiederholt. Der im vergangenen Jahre verstorbene Leutnant Kollmann hatte laut Testament die beiden Beklagten zu Erben seines etwa 800 000 Mark betragenden Vermögens je zur Hälfte eingesetzt und die übrigen gesetzlichen Erben, und zwar 2 Brüder, 1 Schwester( die obenerwähnte Frau Hauer), sowie die Kinder von zwei verstorbenen Schwestern enterbt. Diese haben nunmehr ihrerseits das Testament gerichtlich angefochten. Die Parteien beschränkter sich in der Verhandlung darauf, bei Gericht die Einholung der militärischen und sonstigen Akten zu beantragen, au welche im Laufe des Prozesses Bezug zu nehmen ist. Di Dauer des Rechtsstreits ist vorläufig nicht abzusehen. § Goldene" Jugend. Das Ratiborer Schwurgericht verurteilte neun junge Leute aus Benkowiß, Söhne angesehener und wohlhabender Eltern, wegen Meineides bezw. Anstiftung hierzu zu Strafen von einem Jahre Gefängnis bis zu drei Jahren Zuchthaus. Der mitangeflagte siebzehnjährige Sohn des Landtagsabgeordneten Galda erhielt acht Monate Gefängnis. Nab und Fern. Ueberschwemmungen und Unwetter werden aus den verschiedensten Gegenden gemeldet. In Deutschland gibt das Hochwasser des Rheines und der Mosel noch immer zu Befürchtungen Anlaß. Auch im Warthe- und Nebedistrikt wächst die Gefahr. Aus Frankreich laufen zahlreiche Nachrichten von Ueberschwemmungen, Dammbrüchen und Verheerungen aller Art ein. In vielen Hafenorten, so in Nantes, Lorient u. s. w. sind ganze Viertel überschwemmt, so daß eine Arbeitsstockung eingetreten ist, die natürlich viel Elend im Gefolge hat. Die größten Befürchtungen werden bezüglich der Rhone gehegt, die an verschiedenen Orten bereits aus ihrem Bette getreten ist und deren fortwährendes Steigen wahre Katastrophen herbeiführen könnte. Nach einer Meldung aus Petro- Alexandrowsk am Kaspischen Meer verursachten große Eismassen ein Austreten des AmuDarja. Die Umgebung der Stadt ist überschwemmt. Eine sehr große Zahl von Wohnhäusern ist zerstört, viel Vieh vernichtet. Die Telegraphenlinie ist auf einer großen Strecke beschädigt. Der Verkehr auf dem Fluß ist unterbrochen. Auch Menschen haben durch die Ueberschwemmung das Leben eingebüßt. In Wien wütete ein orfanartiger Sturm, durch welchen zahlreiche Personen, unter ihnen einige schwer, berletzt wurden. Der an Gebäuden angerichtete Schaden ist groß. Nach Meldungen aus Tsinanfu ist der Huangho- Damm gebrochen, hunderte von Menschen sind umgekommen, mehrere Dörfer verwüstet. Die Sammlungen für Aalesund haben bisher das stattliche Ergebnis von 1,5 Millionen Kronen gehabt. Darunter figuriert das Ausland mit 900 000 kronen. Einen frechen Erpressungsversuch gegen den Propst der Berliner russischen Botschaft unternahmen bisher noch nicht ermittelte Verbrecher. Sie forderten den Propst in einem Schreiben auf, an einem bestimmten Grabhügel des seinem Garten in Tegel gegenüberliegenden Friedhofes der russischen Kolonie die Summe von 250 000 Mart niederzulegen. Für den Fall, daß der Propst dies unterlassen oder die Polizei von dem Brief Kenntnis zu geben wagen würde, werden die bis an die Zähne mit Revolvern und Dolchen bewaffneten fünf Mann nicht nur sein Haus in Brand setzen. sondern auch ihn und seine Familie vergiften. Der Drohbrief, der die Zeichnung eines Totenkopfes enthielt, trug die Unterschrift Fünf Räuber". Die Kriminalpolizei ist eifrig mit Ermittelungen beschäftigt. Ein Aufsehen erregender Fall von religiösem Wahnsinn wird aus Westpreußen gemeldet. Der Schuhmacher Gudopp in Rosenberg, dessen Ehefrau und Schwiegermutter, eine Frau Plötz, verließen vor Tagesanbruch, leicht bekleidet die Plög sogar nur mit einem Hemd angetan ihre Behausung und gingen, fromme Lieder singend, den sogenannten Kirchensteg entlang nach dem Kirchdorfe Raudnitz. In dem zwei Kilometer entfernten Walde bei Wolfsberg fehrten die Gudoppschen Eheleute um und ließen die Frau Plötz allein im Walde. Nachdem sie über 30 Stunden im Freien zugebracht, fand man sie in halberstarrtem Zustande und brachte sie vorläufig in das Krankenhaus zu Dt. Eylau. Die Gudoppschen Eheleute fand man in ihrer Wohnung teilnahmlos und Gebete murmeind vor. [ Vom Dienstknecht zum Doktor der Theologie.] Die Universität Bonn ernannte Herrn Nommensen, früheren Tienstknecht auf der Nordsee- Insel Nordstrand, der jetzt als Missionar auf Sumatra wirft, für seine Uebersetzung der Vibel in die Sprache der Battas zum Doktor der Theologie. [ Die Abenteuer des Propheten Elias] in Sydney füllen einen großen Teil der Spalten sämtlicher australischer Blätter. Dem armen Propheten, den die Einwohner Sidneys absolut nicht für voll nehmen wollen und mit konstanter Bosheit nur als Mr. Dowie titulieren, ist es bei seinem Kreuzzuge in Sidney so schlecht gegangen, daß er bereits nach wenigen Tagen den Staub der undankbaren Stadt von seinen Füßen schüttelte und jetzt Melbourne mit seiner Anwesenheit beglücken will. Wenn er von seinen„ Meetings" zurückfehrte, in denen er für das neue Zion vergeblich die Werbetrommel rührte, fand er eine nach Tausenden zählende Menge vor seinem Hotel, die ihn heulend und johlend empfing. Das ging dem guten Mann schließlich so auf die Nerven, daß er sich gar nicht mehr nach Hause wagte und die Nacht in einer Droschke zubrachte. Das Maß seines Unwillens aber lief über, als in einer Versammlung, in der er über die australischen Politiker schimpfte, ein bekanntes Parlamentsmitglied ihm mit Ohrfeigen drohte. Mit der nächsten Gelegenheit dampfte der verkannte Prophet ab. Ob es ihm in Melbourne besser ergehen wird? [ Diamanten im Kursbuch.] Im Hauptpostamt in Newyork erregte ein aus Deutschland eingetroffenes, an einen Herrn Thomas in Denver adressiertes, vorschriftsmäßig verpacktes Eisenbahnkursbuch die Aufmerksamkeit des Hilfs- Zolltollektors Reinhardt. Eine Untersuchung ergab, daß in der Mitte des Buches eine Höhlung gemacht war, in der sich ein Türkisenring und Tiamantennadeln im Werte von 2000 Dollars befanden. Natürlich wurde die Sendung beschlagnahmt. [ Der Hofkapellmeister des Kaisers von Javan] ist ein Deutscher namens Eckert. Er wurde vor etw. 25 Jahren Hoboist bei der Marinekapelle in Kiel. Damals erhielt sein Kapellmeister einen Ruf nach Japan, den er jedoch nicht annahm. An seiner Stelle ging Eckert nach Tokio, wo er aus kleinen Anfängen heraus ein tüchtiges Musikkorps_schuf. Später verlieh der Mikado ihm den Titel eines Hofkapellmeisters. A[ Einschienenbahn.] In der Umgegend von Paris finden zur Zeit Versuche mit einer Einschienenbahn statt, die ausschließlich für die Beförderung von Briefen, Zeitungen und Postpaketen bestimmt sein soll. Man gedenkt zunächst eine Linie Paris- Marseille herzustellen, auf der man Sendungen von der Hauptstadt nach dem Mittelmeerhafen und umgekehrt in sieben bis acht Stunden bewerkstelligen zu önnen hofft. Man verspricht sich von dieser Anlage eine böllige Umwälzung im Geschäftsverkehr und in der Zufuhr von Blumen, Frühgemüsen, Frühobst u. s. w. Lokales. 23. Februar 1904. Nach den neuesten Dispositionen ist die Rückkehr des Großherzogs aus Kiel in der nächsten Zeit nicht zu erwarten. Wie wir erfahren, ist im Zustande des ertranfien Prinzen in letzter Zeit feine wesentliche Veränderung eingetreten. ** Der zweiten Kammer der Stände ist eine Anfrage des Abg. Dr. Buff zugegangen, betreffend die Einrichtung von Realgymnafialtursen für Mädchen in Darmstadt. ** Hochwasser. Infolge der dieser Tage niedergegangenen Schnee- und Regenwetter sind die Flußläufe wieder angeschwollen und sind über die Ufer getreten. ** Zum ersten Mal trat am Samstag Abend im Café Ebel der Lehrer- Sängerchor Gießen uf seinem Familienabend vor die Deffentlichkeit und verkörperte mit seinen Leistungen ein großes Können. Der Chor scheint sich besonders dem Volkslied gewidmet zu haben, denn die zum Vortrag gebrachten schlichten Volkslieder zeichneten sich durch eine vorzügliche, abgerundete Wiedergabe aus, die ber den Zuhörern wohlverdienten Beifall fand. Im übrigen nahm der Familienabend einen zwanglosen Verlauf. ** Evang. Bund. Der Familienabend des Gießener Zweigvereins nahm am Sonntag Abend im Neuen Saalbau einen guten Berlauf. Nach einem interessanten Vortrag des Privatdozenten Herrn Dr. Köhler über Friedrich III, in Aufklärer im Mittelalter" erfreute der Gesangverein des Evangel. Arbeitervereins unter Leitung des Herrn Gernhardt mit mehreren Liederchören, sowie Herr Belloff mit einigen Solis, welche, wie die ausgezeichneten Violin- Solis des Herrn Professor Dr. Krüger, mit reichem Beifall aufgenommen wurden. Der Besuch des Familienabends war ein recht guter. = X Die am Sonntag Nachmittag in Frankfurt a. M. stattgehabte Vertreterversammlung der abelsberger'schen Stenographen des Main Rhein- Gaues und von Hessen- Nassau wählten für das nächste Jahr als Voroit den Berein Friedberg mit Professor Kramer als Vorsigenden, an welchen man sich in allen wichtigen stenographischen Angelegenheiten wenden möge. Von den Beschlüssen ist als wichtigster der Antrag Winkler- Darmstadt auf Vereinigung der im Verbandsgebiet wirkenden Verbände hervorzuheben. Zur Zeit bestehen im Großherzogtum Hessen 48 Gabelsberger'sche Stenographen Vereine mit 1550 Mitgliedern und 1184 im Vorjahre neu Unterrichteten ( davon 603 an Lehranstalten); daneben bestehen 31 StolzeSchreysche Vereine mit 615 Mitgliedern und 509 Unterrichteten( davon 184 an Lehranstalten). " ** Verbilligung des Telephonverkehrs. Der Reichsanzeiger" veröffentlicht eine Bekanntmachung, nach der die Gebühr für eine während der Tagesdienststunden ausgeführte Gesprächsverbindung von nicht mehr als drei Minuten Dauer im Nachbarortsverkehr vom 1. April d. J. ab auf 10 Pfennig, im Vorortsverkehr auf 20 Pfennig herabgesetzt wird. Für die Nachtzeit beträgt die Gebühr Nachbarortsverkehr 20 Pfennig. * Auf der Hunde- Ausstellung zu Frankfurt, welche am Samstag stattfand, wurde unter anderen Herrn Heinr. Buzen Gießen ein Preis für einen russ. Windhund und Herrn H. Stanz- Steinbach ein Preis für ein Collies zuerkannt. Die Ausstellung war gut beschickt und hatte sich auch eines guten Besuchs zu erfreuen. ** Nicht bezahlte Steuern. Im Jahre 1903 konnten im Großherzogtum Hessen troß Zwangsmaßregeln M. 90881 Staats- und Kirchensteuern nicht eingezogen werden. Im Ganzen waren M. 4189559 zu erheben. ** Konfessionelles. Zur evangelischen Kirche find im letzten Jahre nach den Mitteilungen der Zentralstelle für Landesstatistik im Großherzogtum übergetreten: von der fatholischen Kirche 133, von anderen christlichen Konfessionen 42, Sonstige 13, zusammen 188; aus der evangelischen Landestirche fi Griftlichen Ro war: im öffer ober 53,6 au 35,8, in D 100 bürgerlic durch evang. beffen 96 Geistlige and Evangelifden nicht begriffen ebong. Geiftli Geffen 924 P CY nahmen. preußisch- heffi bon 109 850 über dem bo wurden näml und an Er Bis Ende J Gesamtbetra Mt. 72 181 jahres. Di nunmehr au Bo gewiß bei d ziemlich früh ben Winters bem Erzfeind auf den einze So haben ge lufte zu flag eingegangen von jeher d über die ver linge. Vor Spätete Auffi Bienenflöde günftigen M Herbst bot, nicht mehr infolgedessen + Kin ziegelei, die herricht scho Tag und N doch zwische Gemarkung geeignete Tunnels n der jebigen an demselbe Gesamtläng X We des Landw. 24 Februar Generalversa vorgesehen: über„ Die fozialpolitifo Schuldirektor XB eine Frau mehrere sch Wir dem Dien zurüdgeno Gief die Nr. 6 Die Kanalisatio auf weiter gesperrt. Gieß Brtr.: Abha Das G ant Es find der Erlaubnis fondere auch b ans eingegang in den Besitz Toffen. Bir e Anfänden da Beitig bei Ihne Abholung der fönnen. r Anwesen. ngs" zurüc die Werbeende Menge pfing. Das ben, daß er acht in einer saber lief die austra entsmitglied Gelegenheit Melbourne mt in New , an einen mäßig ber Hilfs- Zolldaß in der der sich ein ebon 2000 ing beschlagban] ist ein 25 Jahren erhielt fein och nicht an, wo er aus fforps schuf. Hoffapelln Paris finhn statt, die Zeitungen nft zunächst man Senerhafen und Estelligen zu Anlage eine der Zufuhr uar 1904. Die Rüdfehr in Zeit nicht Zupande des entliche Verinde ist eine nd die Einn Darmstadt. Tage nieder Bläufe wieder end im Café uf seinem förperte mit Chor fcheint n, denn die eichneten i aus, die ber Im übrigen clauf. des Gießener euen Saalbau Vortrag des drich III, in angverein des in Gernhardt mit einigen in- Solis des Beifall aufabends war nffurt a. M. Derger'schen es und von Is Voroit den Borfizenden, raphischen Anlüffen ist als f Bereinigung nde hervorzuogtum Heffen e mit 1550 Unterrichteten Jen 31 Stolze nd 509 Unternverfehrs. fanntmachung, esdienfistunden mehr als drei . April d. J. 20 Pfennig die Gebühr zu Frankfurt, anderen Herrn uff. Windhund ir ein Collies und hatte sich Jahre 1903 vangsmaßregeln icht eingezogen zu erheben. gelischen Kirche der Zentralftelle treten: von der gen Ronfeffionen r evangelijgen Landeskirche sind ausgetreten: zur katholische 14, zu andereu christlichen Konfessionen 54. Die Zahl der Kommunikanten war: im öffentlichen Gottesdienst 390 046, privatim 7191 oder 53,6 auf 100 evangelische Bewohner; in Starkenburg 35,8, in Oberhessen 81,9, in Rheinhessen 45,9. Auf 100 bürgerliche Eheschließungen famen 88,3 firchl. Trauungen durch evang. Geistliche: in Starkenburg 90,1; in Oberhessen 96,8; in Rheinhessen 74,1. Die Zahl der durch Geistliche anderer Konfessionen vollzogenen Trauungen von Evangelischen, also namentlich von Mischehen ist hierunter nicht begriffen. Auf 100 Lebendgeborene famen 86,4 von evang. Geistlichen Getaufte in Startenburg 87,6, in Oberhessen 924 und in Rheinhessen 77,2. * Preußisch- Hessische Eisenbahn- Ein nahmen. Im Monat Januar erbrachten die vereinigten preußisch- hessischen Staatsbahnen bei einer Gesamt- Einnahme bon 109 850 000 Mt. ein Plus von 6 396 000 Mt. gegen= über dem vorjährigen Paralellmonat. Im Personenverkehr wurden nämlich Mt. 2 257 000, im Gütertransport 3 629 000 und an Extraordinarien Mt. 510 000 mehr vereinnahmt. Bis Ende Januar stellte sich der seit 1. April vereinnahmte Gesamtbetrag nunmehr auf Mt. 1 263 836 000 oder um Mt. 72 181 000 höher als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die pro Kilometer erreichte Besserung beziffert sich nunmehr auf Mt. 1725 gegen Ende Januar 1903. Vom Lande, 20. Febr. Gar mancher Imfer ist gewiß bei dem Toben der eisigen Schneestürme dieses so ziemlich früh eintretenden und nunmehr auch lang anhalten den Winters bange geworden, denn der ewige Kampf mit dem Erzfeinde der Bienen, dem Winter, erfordert alljährlich auf den einzelnen Bienenständen mehr oder weniger Opfer. So haben gerade jeßt wieder viele Imker über große Verluste zu flagen, ja einzelne Bienenstände sollen sogar ganz eingegangen sein. Eine Masse Bienenvölker ging bekanntlich von jeher darum verloren, weil sich der Bienenzüchter täuschte über die vermeintlich hinreichenden Wintervorräte seiner Lieblinge. Vor allem aber ist es namentlich die vielfach verspätete Auffütterung der Völker im Herbste, wodurch so viele Bienenstöcke zu Grunde gerichtet werden, denn bei solch ungünstigen Witterungsverhältnissen, wie sie uns der leßte Herbst bot, vermögen die Bienen das targereichte Futter nicht mehr zu deckeln, es geht in Gärung über und muß infolgedessen tödlich wirken. + Kinzenbach, 22 Febr. Auf der hiesigen Dampfziegelei, die ja bekanntlich auch den Winter im Betrieb ist, herrscht schon seit Herbst eine außerordentliche Tätigkeit. Tag und Nacht wird an einem Stollen gearbeitet. Gilt es doch zwischen dem Hauptwerk und dem in der Heuchelheimer Gemarkung im vorigen Jahre erworbenen Gelände eine geeignete Verbindung zu schaffen, wodurch die Anlage dieses Tunnels notwendig war. Derselbe führt von der Sohle der jezigen Erdgruppe quer unter dem Bahndamm und der an demselben herführenden Straße hindurch und erhält eine Gesamtlänge von 130 Meter. × Wezlar, 22. Febr. Die Lokalabteilung Wetzlar des landw. Vereins für Rheinpreußen hält Mittwoch den 24, Februar nachmittags 4 Uhr im Hotel Kaltwasser" eine Generalversammlung ab. Dabei ist folgende Tagesordnung vorgesehen: 1. Vortrag des Herrn Reg.- Assessors Rotberg Die Selbstversicherung des Landmanns nach den sozialpolitischen Gesezen". 2. Vortrag des Herrn Winterschuldirektors Courtin über„ Künstliche Düngung". über " = Staufenberg, 21. Febr. In der Nacht vom Donnerstag zum Freitag brannte hier die Scheune des Landwirts V. ab. In der Nacht vom Samstag auf Sonntag wurde ein Fenster des Wasserwerksgebäudes demoliert und die Tür verammelt, so daß die Bewohner unseres Ortes sich eine Zeitlang ohne Wasser behelfen mußten. Die Brandstiftung wie Demolierung hat ein 16jähriges Bürschchen aus Daubringen, Namens Meyer, ausgeführt. Der Nichtsnuß ist bereits verhaftet und hat seine Taten eingestanden. = Dreihausen, 20. Febr. Der Bäcker Gaiser von hier wurde, weil er im Verdachte des Diebstahls, begangen beim hiesigen Konsum- Lagerhalter steht, verhaftet. Unter anderem soll er bekanntlich auch sein 31/ jähriges Eöhnchen beseitigt haben. Biedenkopf, 22. Febr. An dem in hiesiger Stadt errichteten Aris- Kriegerdenkmal sollen, in zwei großen Tafeln eingehauen, die Namen der in den Feldzügen 1866 und 1870/71 gefallenen und gestorbenen Kriegsteilnehmer aus dem Kreise Biedenkopf, ferner die Namen derjenigen Kämpfer, welche an den Folgen einer Verwundung gestorben oder aber sich während des Feldzuges in ärztlicher Behandlung befunden haben und nachher gestorben sind, angebracht werden, läßt das Denkmal Komitee z. 3t. die erforderlichen Feststellungen in amtlicher Weise durch die Herren Bürgermeister der einzelnen Gemeinden des Kreises vornehmen. Friedberg, 21. Febr. Der Frühjahrs- Pferde- und Fohlenmarkt war sehr stark befahren. Die Zahl der aufgetriebenen Tiere betrug über 400. Der Geschäftsgang war flott, es wurden in erster Linie Arbeitspferde abgesetzt, indessen überstieg das Angebot die Nachfrage. Frankfurt a. M., 22. Febr. Einen tollen Sprung tat gestern Abend ein 23jähriger Bursche aus Unterliederbach. Er fuhr mit dem letzten Zuge um 10 Uhr von Königstein ab, und da dieser Zug in Unterliederbach nicht hält, sprang der Bursche während der Fahrt aus dem Abteil. Er flog ungefähr 10 Meter weit ins Feld, nahm aber feinen ernstlichen Schaden. + Mainz, 21. Febr. Die Frau eines Schaustellers war am Samstag damit beschäftigt, in ihrem Meßwagen auf dem Schloßplaz Geschirr zu spülen. Dabei geriet ihr ein Gefäß mit Benzin in die Hände, das sie in ihrer Unwissenheit in das heiße Spülwasser schüttete. Eine Explosion war die Folge davon. Die Frau wurde durch die Flammen an Gesicht und Händen schwer verletzt. Die Bedauernswerte tam in das Rochusspital. 5.50-6.00 mf., Zwiebeln ver 3t. Mr. 7.00-10.00, Aepfel per Centner 20-25 Mr. Milch der Liter 18 Pfa. Dauer der Marktzeit von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr Nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Marktzeit übeerhanp nicht, und während der ersten drei Stunden der Marktzeit im Umherziehen feilgeboten werden. Frankfurt a. M., 22. Februar. Fruchtmarkt. Es notierten nach Qualität: An Weizen, hiesiger und Wetterauer mr. 17.50-17.70, furhessischer Mf. 17.90-18.10, norddeutsch. Mr. - Kansas Mr. 17.80-18.20, Roggen, hiesiger Mt. 13.75 bis 14.00, russischer Mt. 14.50-15.00. Amerikaner Mt. 14.75 bis 15.25, Gerste, hiesige Mt. 15.25 bis 15 50, Pfälzer, Mr. 15.20 bis 15.80, fränkische Mk. 15 75, Riedgerste Mk. 15.25 bis 15.75, unga che f. 17.25-18.25. Hafer, hiesiger Mt. 13.25-14.50, furHeffucher Mr. 13.20-14 50, Württemberger Mk.-- bis bayerischer Mk. 13.25-14.50, russischer Mt. 14.25-15.00 Mais, Mired Mt. 12.25-12.60, La Plata Mt. 11 90-12.20, meiker Mais Mt. 12 50-12.75, russischer Mt. 13.50-13.75. Alles pro 100 Kilo ab hier. Frankfurter Viehmarkt. Zum Verkauf standen 395 Ochsenen 47 Bullen, 745 Kühe und Färsen( Stiere und Rinder), 285 Kälber, 173 Schafe und Hämmel, 1633 Schweine. Aus Oesterreich 100 Ochsen. Bezahlt wurde für 50 Kilo Ochsen: a) vollfleischige ausgemästete höchsten Schlachtwertes bis zu 6 Jahren Mt. 69-70, b), funge fleischige, nicht ausgemäſtete und ältere ausgemästete Mt. 62 bis 66, c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere Mt. 59-60, d) gering genährte jeden Altecs Mt.. Bullen: a) vollfleischige höchsten Schlachtwertes Mt. 62-64, b) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere Mr. 59-6,0 c) gering genährte Mt. Kühe und Färsen,( Stiere und Rinder): a) volfleischige. ausgemästete Färsen ( Stiere und Rinder) höchsten Schlachtwertes Mt 60-62, b) vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes( bis zu 7 Jahren) Mr. 56-58, c) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mt. 44-46, d. mäßig genährte Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mk. 41-43, e) gering genährte Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mk. Bezahlt wurde für 1 Pfund a) feinste Mast( Vollm.- Mast) und beste Saugfälber( Schlachtgewicht) 82-84 Pfg.( Lebendgewicht) 48-50 Bfg., b) mittlere Waft- und gute Saugfälber( Schlachtgewich) 72-75 fg.,( Lebendgewicht) 42-44 Pfg., c) geringe Saugfälber 60-62 Pfg., d) ältere gering genährte Kälber( Fresser) Bfg., Schafe: a) Maſtlämmer und jüngere Masthämmel 68-70 Pfg., b) ältere Masthämmel 53-57 Bfg., c) mäßig genährte Hämmel und Schafe( Märzschafe) 49-51 Pfg. Schweine: a) vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen im Alter bis zu 1½ Jahren ( Schlachtgewicht) 52 Pfg.,( Lebendgewicht) 41 Pfg., b) fleischige ( Schlachtgewicht) 51 Pfg.,( Lebendgewicht) 40 Pfg. c) gering entwickelte, sowie Sauen und Eber( Schlachtgewicht) 42-44 Pfg., Lebendgewicht, d) ausländ. Schweine unter Angabe der HerPfg. Das Geschäft in Hornvieh war gut und ist der Markt geräumt. funft Hamburger Futtermittelmarkt. Originalbericht von G.& O. Läders, Futtermittelgroßhandlung, Reis- und Delfuchenmühle, Hamburg. Das fernere Anziehen der Getreide- und Mehlpreise hat die Marktla e für Kraftfuttermittel in dieser Berichtswoch weiter ge= Darmstadt, 22. Febr. Die Eröffnung der in diesem Jahre auf der Mathildenhöhe stattfindenden Ausstellung beſſert und zu belangreichen Abschlüssen auf nahe und spätere Sichten der Künstler- Kolonie unter dem Protektorat des Großherzogs ist auf den 1. Juli festgesetzt worden. () Wolfsheim, 22. Febr. Hier wurde ein Handwerksbursch aus dem Bayerischen in dem Augenblick festgenommen, als er in die Räume der Darlehenskasse einsteigen wollte. Der Bursche ist verdächtig, mehrere andere Diebstähle ausgeführt zu haben. Marttberigte. Gießen, 23. Februar. Auf dem heutigen Wochenmarkt lofteten Butter per Pfd. 0.95–1.00 Mt., Hühnereter 2 Stüd 12-14 Pfg., Enteneter St. 8 Pfg., Käse per St. 6-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Pfg., Erbsen per Liter 21 Bfg., Linsen per Liter 32 Pfg., Tauben per Paar T. 0.80-1.00, Hühner per Stüd Mt. 1.30-1.40, Hahnen, per Stüd 0.80-1.70, Enten per Stüd 1.70-2.20, Gänse per Pfd. 65-70 fg., Ochsenfleisch per Pfd. 68-78 fg., Rindfleisch per Pfd. 62-66 Pfg. Schweinefleisch per Pfd. 60-70 Pia. SchweineBfa., Hammelfleisch der Rfd. 56-74 Vfa. Kartoffeln pro 100 kilo x Burkhardsfelden, 21. Febr. Dieser Tage stürzte eine Frau so unglücklich von einem Scheunengerüst, daß sie fletſch gesalzen per Bfund 0.80 Pig., Kalbfleisch ver Pfd. 70-76 mehrere schwere Verlegungen davontrug. Sie haben Vorteil. Bekanntmachung. Wir bringen zur allgemeinen Kenntnis, daß die dem Dienstmann Gotthard Krug zugewiesene Nr. 13 zurückgenommen worden ist und Krug an ihrer Stelle die Nr. 6 erhalten hat. Gießen, den 20. Februar 1904. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Bekanntmachung. Die Löwengasse wird wegen Vocnahme von Kanalisationsarbeiten von Montag, den 22. d. Mts. bis auf weiteres für den Fuhrwerks- und Fahrrad- Verkehr gesperrt. Gießen, den 20. Februar 1904. Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler. Alsfeld, 18. Februar 1904. Brtr. Abhaltung von Tanzbeluftigungen. geführt. Tendenz: fester. Heisfuttermehl 24-28 Proz. Felt und Protein Mt. 4.00-4.15 pr. 50 Kilo ab Hamburg, Mt. 4.15-4.30 ab Hamburg, ohne Gebaltsgarantie Mt. 340,-3,85 ab Hamburg. Reisfleie 2.00-2.35, Weizenkleie, grobe 4.30-4.50, Roggenkleie 4.00-4.25, Gerftefleie 4.60-500, Erdnußkleie( gemahlene Erdnusschalen) 1.90-2.00, Erdnußkuchen und Erdnußmehl 52-54 Broz. 5.80-6.00,- 53 Proz. 6.15-7.15, Baumwollsaatkuchen und Baumwollsaatmehl 52 bis 58 Proz. 6.30-6.50, 58-62 Proz. 6.50-6.80, Cocusnußkuchen und Mehl 28-34 Proz. Fett und Protein 5.35-6.20, Balmfernfuchen und-Mehl 22-26 Proz. 4.90-5.10, Rapskuchen und-Meht 38-44 Broz. 4.40-4.60, Leinkuchen und-Mehl 38-42 Proz. 6.00 bis 6.50, Maisölkuchen und-Mehl 18-14 Proz. 5,25-5.50 Getrocknete Schlempe 33-45 Proz. 5.20--5.40, Getrocknete Treber 24-30 Broz. 490-5.15, Malakeime Mt. 4 75--5.00, alles pro 50 Kilo ab Hamburg. Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil: Albin Klein für das Lokale, den„ Gerichts," und" Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermann wenn Sie MAGGI's Würze ingrossen Original- Flaschen zu Mk.6 ( Inhalt ca. 1125 Gramm) einkaufen und sie dann zum praktischen Gebrauch selbst in ein kleines, mit Würzesparer versehenes Maggi Fläschchen abfüllen." Betr.: Unentgeltliche Körung von Faseln auf Viehmärkten. Bekanntmachung. Wir bringen hiermit zur Kenntnis der Interessenten, daß mit folgenden Viehmärkten im Laufe des Jahres 1904 öffentliche Faselschauen verbunden werden sollen: zu Alsfeld am 25. Juli( 11 Uhr vormittags), zu Homberg am 2 März( 10 Uhr vormittags), zu Groß- Felda am 5 April( 10 Uhr vorm.). Auf diesen Märkten wird die Körfommission des betr. Bezirks anwesend sein und für die Viehzüchter des Kreises Alsfeld die unentgeltliche Körung von noch nicht zur Zucht in Gemeinden verwendeten Faseln vornehmen. Die zur Schau zu bringenden Fasel sind spätestens am Markttage vormittags 10 Uhr bei dem Vorsitzenden der Körtommission anzumelden. Die Gr. Bürgermeistereien wollen die Interessenten in ihren Gemeinden auf diese Bekanntmachung noch besonders aufmerksam machen lassen. Alsfeld, den 18. Februar 1904. Großherzogliches Kreisamt Alsfeld. Dr. Melior. Alfeld, 18. Februar 1904. Das Großherzogl. Kreisamt Alsfeld Betr.: Tas Ausästen der Bäume. an die Großh. Bürgermeistereien Richard Buchacker. Gg. Carl Volk. Nächste Geld- Lotterie á 1 Mk. Ziehung schon 5. März 1904. d.Gross. Geld- Lotterie d. Bad. Landesv. v. Roten Kreuz Il Lose 10 M. Los nur 1 Mk. Prt.u.L.25Pfg. Auszahlbar bar ohne Abzug 3388 Geldgew. bar zus. M. 44 000 Hauptgew. M. 15 000 1 Gewinn Mk. 15000 1 Gewinn Mk. 5000 2 à 1000=" 1 2000 " 4 à 500= 2000 30 à 100= 3000 350 Gew. zus. 7000 2800 " 1 " " 10000 Lose Stürmer erhältlich b. Gen.- Debit, Strassburg i. E. W. Semmler. Ph. Weiler. Das Großherzogl. Kreisamt Alsfeld Braut- und Es sind in letzter Zeit mehrfach Berichte wegen Erteilung an die Großh. Bürgermeistereien. der Erlaubnis zur Abhaltung von Tanzbelustigungen, insbe- Wir beauftragen Sie, dafür Sorge zu tragen, daß die sondere auch von sogen. Spinnstubentänzen, so verspätet bei vorschriftsmäßige Ausästung der an den Kreisstraßen stehenden uns eingegangen, daß es kaum möglich war, die Interessenten Gemeinde- und Privatbaumpflanzungen baldtunlichst vorgein den Besitz des Erlaubnisscheines rechtzeitig gelangen zu nommen wird. Telegraphenleitungen sind von umgebenden lassen. Wir empfehlen Ihnen deßhalb zur Vermeidung von Aeften derart freizulegen, daß eine Berührung der Drähte inAnständen dafür zu sorgen, daß die bezüglichen Gesuche so folge des Windes und unter Berücksichtigung des im Laufe zeitig bei Ihnen eingehen, daß sie uns möglichst 8 Tage vor des Sommers zu erwartenden Wachstums der Aeste ausgeAbhaltung der Tanzbelustigung mit Bericht vorgelegt werden schlossen ist. Der freie Raum um die Drähte muß nach allen Seiten mindestens 50 Ctm. betragen. Dr. Melior. fönnen. Dr. Melior. Möbl. Zimmer per 1. März zu vermieten. Gießen, Morftfroße 11. Schöne Wohnung, ( 4 Zimmer), mitten der Stadt ge= legen, vreiswert zu Näh. in der Erp. d. Bl. berm. Mittlerer Stod, Bleichstraße 11, 5 Zimmer mit allem Zubehör, Garienanteil, so= wie Trockenboden, zu vermieten. Näh. Gießen, Nenenweg 28. Städtisches Schlachthaus Von Morgen Mittag 3 Uhr ab gesalzene Stierfleisch 40 Big. HochzeitSeidenstoffe in großartiger Auswahl. 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Mts., Nachmittags 5 Uhr ung von Hilfsarbeitern für die im Betriebe des Gas- sollen im hiesigen Rathaussaale die der Wilhelm Zichung 23., 24. und 28. März zu Freiburg 1. B, 250 000 Lose. 4te Grosse Freiburger Frei g. Nachn. von 4½ ME. Kieler Rauchaale und Wafferwerks vorkommenden Arbeiten in den Be- Stauf Witwe in Gemeinschaft mit Wild had, Geld- Lotterie mps. Delfarb, u. Delifatekber. triebsjahren 1904/05 und 1905/06 sollen auf dem Wege Konrad, Johannes und Otto zugehörende Immobilien freiwillig öffentlich versteigert werden als: der öffentlichen Ausschreibung vergeben werden. Der diesem Ausschreiben zugrunde gelegte Vertragsentwurf liegt während der Dienststunden auf unserem technischen Amtszimmer zur Einsichtnahme auf. Angebote sind unter Benutzung der bei uns erhältlichen Vordrucke bis zum 29. Februar d. Is.. vorm. 11 Uhr, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, bet uns einzureichen. Gießen, den 22. Februar 1904. Städt. Gas und Wasserwerk Gießen. Otto Bergen. Holz- Versteigerung am Samstag, den 27. Februar 1904 von Vormittags 10 Uhr an im Gemeinde- Rathaus zu Krofdorf aus dem Gemeindewald Krofdorf- Bleibera. Distrikte: Eclenschlag 18c, Bruch 23 u. 24, Schinnhuken 22a, rockberg 8d, Eichwald 10a, Heide 17b, Dretkoppel 17c. Eichen: 19 Rm Scheit, 31 Rm. Knüppe!, 972 Rm. Reiser, 19 Rm Stöcke. Buchen: 132 Rm. Scheit, 117 Rm. Knüppel, 383 Nm. Reiser, 7 Rm. Stöde. Nadelholz: 18 Nm. Knüppel, 235 Km. Reiser, 11 Rm. Stöcke, 4 Rm. Scheite u. Knüppel, 26 Stangen 1. KI, 26 Stangen 2. Kl., 80 Stangen 3. l., 45 Stangen 4. Kl. Totalität, Eichen: 2 Rr. Scheit und ** nüppel, 1 Rm. Reiser. Buchen: 14 Rm. Scheit und nüppel, 34 Rm. Retser. Nadelholz: 2 Rm. Scheit und knüppel, 15 Rm. Reiser. Krofdorf, den 22. Februar 1904. Der Bürgermeister. J. V.: Leib. 15000 M.bar Geld für nur M. Ziehung garantiert 5. März 1904. d. Gr. Bad. Roten- Kreuz- Lotterie 3388 Geldgew. M. 44000 ohne Abzug Los| Mk., II. Lose 10 Mk.; Porto u. Liste 25 Pfg. empfiehlt J. Stürmer, Lott. 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Schacke, schacke Rößlein, Wir reiten nach dem Schlößlein, Wir reiten durch das Tor von Gold Und holen uns schön Wunderhold. Des Kapitäns Ferien. Das war ein freudiger Tag, als Ernst Heumann, der stattliche Kapitän des Vollschiffes Moltke", in dem kleinen Fischerhäuschen neben der Mühle an dem Ufer des märkischen Sees zum Besuche eintraf. Das bejahrte Mütterchen hing an dem Halse des großen, starken Sohnes, und der gebückte Vater drückte ihm voll Glück die Hände. Ja, der Ernst war die Freude und der Stolz der Fischersleute und des ganzen Seegebiets. Er war von Jugend an der kühnste, der waghalsigste gewesen von allen Fischerjungen, aber auch der gewandteste, gescheiteste. Lehrer und erfahrene Männer hatten prophezeit, daß aus dem Jungen mal was Tüchtiges werden würde; das wäre Kernholz echtester Art, der hätte Mark in den Knochen und Grüße im Kopfe. Der Ernst aber hatte noch mehr geleistet, als den Eltern vorhergesagt war. Daß er nicht im Fischerdörschen bleiben würde, stand bei allen fest, und kaum war Ernst vierzehn Jahre alt, da ging er nach Hamburg auf ein großes Schiff als Schiffsjunge. Bei seinen Fähigkeiten und Anlagen, bei seinem fügsamen Wesen, bei seinem unermüdlichen Fleiße war es kein Wunder, daß er die Aufmerksamkeit des Steuermanns und des Kapitäns erregte und schneller vorwärts kam als andere. Er wurde Leichtmatrose, Vollmatrose. Nun kam die wichtige Frage an ihn heran, wie sich die Zukunft gestalten würde, ob er das Steuermannsexamen bestehen könnte. Ernst lernte fleißig, wann er nur konnte, und als er die Steuermannsschule besuchen wollte, da holte Vater Heumann seine ganzen Ersparnisse zusammen und gab sie hin, und Mutter Heumann fand in einem alten Strumpf auch noch einen ziemlichen Sparpfennig. Alles glückte, und das Dorf staunte den schmucken Steuermann an. Noch lebhafter war die Ueberraschung der schlichten Leute, als eines Tages ein Brief kam mit der Nachricht, daß Ernst wirklicher Kapitän eines Vollschisses geworden sei. Ein großes Vollschiff mit drei Masten und der mächtigen Segellaſt war unseren guten Fischern das höchſte, was ein Mensch nur wünschen und denken konnte, das Ziel der kühnsten Träume; und nun war Ernst Kapitän eines solchen Wunders geworden. Ernst machte Fahrten mit seinem Schiffe drei Jahre lang nach allen Erdteilen; treu berichtete er seinen Eltern seine Erlebnisse. Nun war er auf vier Wochen in die Heimat gekommen, lebte in der kleinen Hütte neben der Mühle bei den Eltern, die sich abquälten, was sie ihrem lieben Sohn nur für Gutes antun könnten. Der aber hing mit der ganzen Liebe eines echten Deutschen an jedem Fleckchen seines heimischen Sees und war glücklich, wenn er den alten Beschäftigungen seiner Jugend nachgehen konnte. Wie oft war der junge Kapitän nicht der Leiter eines Fischdrebels, mit dem auf Fischfang ausgezogen wurde! Reusen wurden dann in den Binsen des Sees aufgestellt, um die Fischlein darin zu fangen, lange Schleppnete ausgeworfen. Dann, nach geschehener Arbeit, ging's heimwärts, mit Fischen beladen, den Fischkahn im Schlepptau; we griffen die Ruder aus, geführt von kräftigen Armen, meist on Frauen, welchen zu kommandieren der ſeebefahrene Kapitän sich gar nicht schämte. Die Frauen brüsteten sich sogar mit ihrem Kapitän". Abends am Ofen lauschten Eltern und Dorfbewohner voll Spannung den Erzählungen des Ernst von den Wundern ferner Länder. Was es doch nicht alles auf der Erde_gab! Nur zu schnell für alle verrannen die Wochen der Erholung. Rätsel und Aufgaben. 1. Wer kann mir einen Ackersmann, Ihr Kinder, schnell erraten: Er pflügt und hat doch kein Gespann, Er gräbt und hat doch keinen Spaten. Man sieht das Männlein jederzeit, An Sonn- und Werkeltagen, Zur Winters, wie zur Sommerszeit Ein schwarzes Sammetwämslein tragen. Doch läßt es durch solch Festgewand Sich nicht im Schaffen stören, Durchfurchet Tag für Tag das Land, Die Aecker, die nicht ihm gehören. Janayn 2. Wir sind's gewiß in vielen Dingen, Im Tode sind wir's nimmermehr. Die sind's, die wir zu Grabe bringen, Und grade diese sind's nicht mehr. Wir sind's von Geist und Angesicht, Und weil wir leben, Drum sind wir's eben Zur Zeit noch nicht. 3. Man heißt mich einen Gassenbuben; Man schilt mich unverschämt und frech; Man duldet mich nicht in den Stuben Und jagt mich allerorten weg; Doch was die Menschen von mir schwatzen, Das fümmert keinen echten-? 4. Quadraträtsel. a a b d e e e e e k k 1 1 m r r va Die in vorstehendem Quadrate enthaltenen Buchstaben sind so zu ordnen, daß die senkrechten wie die wagerechten Reihen gleiche Wörter ergeben. 5. Worträtsel. * Nichts ist so fein gesponnen, es kommt doch an die Sormen. Der Hehler ist so gut wie der Stehler. Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Ein Wort ist kein Pfeil. Uebung macht den Meister. 83 Der Apfel fällt nicht weit vom Stamme. Gott läßt keinen Baum in den Himmel wachsen. Von einem Streiche ist noch keine Eiche gefallen. Aus vorstehenden Sätzen ist von jedem ein Wort herauszunehmen. Dieselben dann richtig geordnet, ergeben ein bekanntes Sprichwort. Nr. 42. Dienstag, den 23 Februar 1904. Oberbessische Familienzeitung. Tägliche Unterhaltungs- Beilage ber Gießener Neueste Nachrichten. and sub Berlag be in Sicles/ bradoret, vorm. Bith. Roller'fe Bubruders( gs. 1789); man:[ 1 lets Der Goldmarder. Original Roman von M. Bezold. ( 8. Fortsetzung.) ,, Weshalb sich darüber ärgern, gnädige Frau?" sagte er beruhigend.„ Sie werden ja nicht gezwungen, mit dem Herrn du verkehren; wenn der Maler kommt, machen Sie eine Spazierfahrt, das Porträt wird ja bald fertig sein, dann- " Ja, wenn es dann zu Ende wäre!" unterbrach sie ihn bleiben, Sabine beabsichtigt, den Maler noch recht lange zu ſeufzend.„ Aber nein, das Atelier soll in unserem Hause beschäftigen – o, ich werde mich genötigt sehen, ihm hier das Feld zu räumen, und ich fürchte, das Verderben zieht Adolph mußte unwillkürlich lächeln; er rollte den kleinen hier ein, wenn ich das Haus verlasse!" Sessel, in dem er saß, an den Tisch und schrieb ein Rezept. „ Eine Mesalliance wäre es nicht, gnädige Frau," sagte er, ,, die Weisweiler gehören zum alten Adel-" Und sind so arm wie die Kirchenmäuse," fiel sie ihm aber mals in die Rede, und jetzt klang ihre Stimme scharf und schneidend. Für den Maler wäre es freilich ein gutes Geschäft, aber lange würde die Herrlichkeit nicht dauern. Und was dann? Große Honorare wird der Herr niemals verdienen, denn unter uns gesagt, ich halte nicht viel von seinem Talent, und in bescheidene Verhältnisse kann Sabine ſich nicht hineinfinden." ,, Mein Gott, zerbrechen Sie sich schon darüber den Kopf?" scherzte Adolph. Sie sehen wohl zu schwarz in die Zukunft, Sie quälen sich selbst mit Besorgnissen, die vielleicht jeder Begründung entbehren. Ich habe Ihnen hier eine Arznei verordnet, die auf das Nervensystem beruhigend wirkt, ich rate Ihnen außerdem, sich zerstreuung zu verschaffen, machen Sie eine Spazierfahrt, wir haben heute noch einen milden, sonnigen Herbsttag, wer weiß, wie bald eine Regenperiode eintreten kann, die Sie ans Haus fesselt." Er hatte sich erhoben und ſtand im Begriff, Abschied zu nehmen, als Sabine v. Derendorf hinter einer Portiere her= vortrat. Sie war eine hohe schlanke und gleichwohl etwas üppige Gestalt, keine zarte Knospe mehr, sondern eine voll aufgeblühte Blume, schön und begehrenswert. Lichtblondes Haar umfloß das anmutige, feingeschnittene Antlik, aus dem frohe Lebensluſt ſprach, ihre Toilette war einfach und geschmackvoll, und ein neckisches Lächeln umspielte ihre rosigen Lippen, als sie dem Arzte die Hand bot und ihn fragte, ob das Leiden ihrer Tante zu ernſten Bedenken Anlaẞ biete. Nicht im geringsten, gnädiges Fräulein," antwortete er. Die Nerven sind etwas erregt, als beste Arznei habe ich eine Spazierfahrt vorgeschlagen." „ Auch ich machte diesen Vorschlag schon," nickte Sabine einem Flacon ihr Taschentuch benetzte, um es dann wieder mit einem ironischen Seitenblick auf ihre Tante, die aus auf die Stirne zu drücken. Meine Tante müßte sich mehr Bewegung machen, sie kann sich nur schwer entschließen, das Haus zu verlassen." Liebes Kind, die Zugluft!" sagte die Baronin.„ Du weißt ja, wie sehr ich sie fürchten muß." ( Nachdruck verboten.)) Der stete Aufenthalt im Zimmer macht Sie nur empfindlicher dagegen," erwiderte Adolph. ,, Darf ich mich jetzt nach Ihrem Befinden erkundigen, gnädiges Fräulein?" " Ich danke Ihnen, Herr Doktor," erwiderte Sabine heiter, gesund wie ein Fisch im Wasser." Um so besser," scherzte er. Bewahren Sie sich Ihre heitere Lebensanschauung, das ist ein Mittel, wie kein Arzt es Ihnen besser verordnen kann." Damit nahm er Abschied, und als er die Treppe hinunterstieg, sah er unten im Hausflur seinen Freund Ottofar v. Weisweiler mit der kleinen, hübschen Zofe Sabinens scherzen. Die beiden fuhren rasch auseinander, als sie den Doktor bemerkten, der ihnen scherzhaft mit dem Zeigefinger drohte. Also merken Sie sich das, Rosa," sagte der Maler, offenbar in der Absicht, daß sein Freund es hören sollte,„ ich habe nicht gerne Beſuch im Atelier, die Herrschaften können ihre Neugier früh genug befriedigen, wenn das Bild fertig ist." " Ich kann nicht jeden fortschicken," antwortete Rosa schnippisch. Das weiß ich wohl, und ich mute Ihnen auch nichts Unmögliches zu, aber Gründe lassen sich immer finden, um einen Besuch abzuweisen, und die Verantwortung will ich gerne übernehmen, wenn Ihnen Unannehmlichkeiten daraus So, das war's, was ich zu sagen hatte," fuhr erwachsen. er fort, indem er ihr noch einmal zunickte und dann mit dem Freunde die Villa verließ,„ hol' der Henker die neugierigen Gaffer, die sich als Kenner und Kritiker aufspielen!" „ Schlaukopf!" scherzte Adolph.„ Mich hintergehst du nicht. Wem gelten eigentlich deine Gefühle? Der Zofe oder ihrer Herrin?" Ach was!" brummte der Maler, dem forschenden Blicke des" Freundes ausweichend. „ Sag's nur offen, ich bin bereits unterrichtet! Die Baronin v. Gagern hat mir ein klagelied vorgesungen, in dem dein Name den Refrain bildete." ,, Wirklich? Na, das freut mich." ,, Sie ist deine Freundin nicht!" „ Das weiß ich sehr wohl, und eben darum freut es mich. hielte sie mich für ungefährlich, so würde sie mit schweigender Verachtung mich strafen oder vielleicht auch meine Freun din werden, um mich bei ihrer Nichte völlig unschädlich zu machen. Aber zu solcher Intrigue hat sie nicht Geiſt genug, und mit ihren ungerechten Klagen über mich gießt sie nur Del ins Feuer!" So hegst du wirklich die Absicht, um die Hand Sabinens zu werben?" fragte Adolph. Bah, wie kann man nur so fragen?" antwortete der Maler mit einer Bitterkeit, die den Freund befremden mußte. ,, Willst du mich verhöhnen?" ,, Ottokar!" ,, Stelle dich nicht beleidigt, du mußt doch wissen, was dein Onkel beabsichtigt!" " Nun?" fragte Adolph mit wachsendem Befremden. Mr. 46 боив деб Bonnement und ble Dal Blatt Svetlobellag I Japan d wird wegen d Tichemulpo. auseinanderge die Japaner Bruch des B muß sich, um cheint eine L zu können, a Das i ruffische gefangen. aus Nagajat Falls die bedient. sein sollte, hebliche Sch daß in dem meint ist. daß die Japo dient haben. 21 Onkel Joachim erzeigt mir nicht die Ehre, mich in seine Geheimnisse einzuweihen." Nun dann: Dein Onkel soll geadelt und Fräulein v. Derendorf Frau v. Spangenberg werden." ,, Und wie denkt Fräulein v. Derendorf darüber?" " Ja, wenn du das wissen willst, wirst du wohl selbst sie fragen müssen. Es ist eine sehr delikate Frage, die ich nicht aufzuwerfen wage, um so weniger, weil ich nicht weiß, ob Fräulein v. Derendorf mir ein Recht dazu einräumen wird. Da muß ich denn abwarten, ob die Verlobung wirklich_ſtattfindet; geschieht es, so bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als mich schweigend zu fügen." Ich kann das nicht glauben," sagte Adolph kopfschüttelnd, mein Onkel ist ein alter Mann, und Fräulein v. Derendorf kann und wird, wenn sie heiraten will, andere Ansprüche machen." Hm, trotz ihres Reichtums hängt sie in ihrer gesellschaftlichen Stellung doch von der Gunst des Fürsten ab," er widerte der Maler mit steigender Erbitterung. Fällt sie in Ungnade, so wird ihre Villa bald veröden, ihr bleibt dann nichts anderes übrig, als sich auf ihre Güter zurückzuziehen. Und daß sie den Mut haben sollte, dieser Ungnade Trotz zu bieten, glaube ich nicht." " Frau v. Gagern wird diese Verbindung auch nicht billigen," warf Adolph ein. " Frau v. Gagern hat zu lange am Hofe gelebt, als daß sie nicht wissen sollte, wie wertvoll Fürstengunst ist," spottete Ottokar, überdies hängt sie von ihrer Nichte ab. Sie besigt außer einer sehr bescheidenen Pension nichts, sie kann nur wünschen, daß Fräulein v. Derendorf überhaupt nicht heiratet, denn der Gatte Sabinens duldet sie gewiß nicht lange unter seinem Dache. Würde mir das Glück zu teil, Sabine heimführen zu dürfen, so wäre mein erstes, der gnädigen Frau Baronin glückliche Reise zu ihrem Witwensitz zu wünschen, und da sie das sehr genau weiß, so überwacht sie mich jetzt mit Argusaugen. Sie wollte bei jeder Sizung Sabinens als Ehrendame im Atelier anwesend sein, zarte Andeutungen, daß diese Anwesenheit störend für mich sei, schien sie nicht zu verstehen, da habe ich denn mit Farben und Firniß einen Angriff auf ihre Geruchsnerven gemacht und sie in die Flucht geschlagen.' ,, Das war unartig!" sagte Adolph. ,, Mag sein, aber in der Liebe ist jede List erlaubt." " Und doch weiß ich nicht, ob du glücklich würdest, wenn Fräulein v. Derendorf dir ihre Hand reichte. Sie ist älter als du-" ,, Bitte, gleichalterig!" " Gut, wir wollen von dieser Frage absehen. Der Reich tum Sabinens würde dich zum Müßiggang verleiten-" ,, Reineswegs, er würde mir die Mittel verschaffen, eine Kunstreise zu machen, in Italien zu studieren und mich weiter auszubilden. Aber wir dreschen da leeres Stroh, dieses Thema gewinnt erst dann wieder Interesse, wenn Sabine deinen Onkel mit einem Korbe heimschickt. Ich begreife es, offen gesagt, nicht, durch welche Verdienste der Direktor Spangenberg sich so sehr in der Gunst des Fürsten befestigt hat, in der Verwaltung des Museums habe ich sie vergeblich gesucht, dort herrscht noch immer der alte Schlendrian. Doch hier trennen sich wohl unsere Wege," fuhr Ottokar fort, indem er an einer Straßenecke stehen blieb und dem Freunde die Hand bot ,,, bezüglich meiner Hoffnungen vertraue ich auf deine Diskretion, betrachte sie einstweilen als zu Grabe getragen. Auf Wiedersehen heute Abend! Es geschehen im Laufe der nächsten Tage vielleicht noch andere Dinge, die dich in Erstaunen setzen werden, in unserer Residenz ist alles gegenwärtig möglich. Addio!" Gedankenvoll blickte Adolph dem Freunde nach, dann setzte er mit leichtem Kopfschütteln seinen Weg fort. Er hatte das Haus seines Vaters bald erreicht; unten im Erdgeschoß lag seine eigene Wohnung, der Reftor bewohnte mit seiner Haushälterin die oberen Stockwerfe, wo auch die gemeinschaftlichen Speise- und Familienzimmer lagen. Frau Minna Berger führte hier schon seit einer Steihe von Jahren die Haushaltung, immer rührig, in allen Dingen zu verlässig und stets auf das Wohl des Rektors bedacht, war sie im Laufe der Zeit den beiden Herren unentbehrlich geworden; sie betrachteten die freundliche, gutherzige Frau nicht als Dienerin, sondern als Familienglied. Der Rektor verließ außer der Schulzeit selten das Haus, nur dann, wenn Amtsgeschäfte oder eine unmöglich abzulehnende Einladung ihn dazu nötigten; man fand ihn stets, großen Bibliothek von Tabakswolken dicht umhüllt, in seiner bei seinen Büchern. Was draußen in der Welt vorging, fümmerte den alten, forpulenten Herrn wenig, er hatte sich seine eigene Welt geschaffen, und es war ihm unangenehm, wenn er nur für einige Sekunden aus ihr herausgerissen wurde. Frau Minna mußte für ihn sorgen, wie für ein fleines Kind, sie mußte mit der größten Sorgfalt darauf achten, daß sein Anzug in Ordnung war, bevor er das Haus verließ. War es doch schon vorgekommen, daß er in Schlafrock und Pantoffeln, mit dem Hausmüßchen auf dem kahlen Haupt und der Tabakspfeife in der Hand, in der Schule erschien, er hatte in der zerstreuung nicht daran gedacht, sich umzukleiden, und Frau Minna lag leider an jenem Morgen krank zu Bette. Essen und Trinken vergaß er sicherlich, wenn er nicht zu jeder Mahlzeit gerufen wurde, und Frau Minna mußte auch dann noch in der Bibliothek bleiben, bis er seufzend seine Bücher beiseite legte und ihr folgte. Sehr selten aber wurde in der Schule mit seinen fleinen Schwächen Mißbrauch getrieben, die Schüler liebten den strengen, aber gerechten Mann, der mit seiner einfachen und angenehmen Lehrmethode ihr Wissen rasch und sicher förderte, ohne durch geistige Ueberanstrengung sie zu ermüden. Als Adolph in das Eßzimmer trat, war, wie er es erwartet hatte, die Tafel schon gedeckt, und Frau Minna überreichte ihm mit ihrem freundlichen Lächeln eine lange Liste von Patienten, die seinen Besuch noch im Laufe des Tages wünschten. ,, Sie werden sich bald Equipage anschaffen müssen, Herr Doktor," sagte sie, und über ihr treuherziges Gesicht glitt dabei ein triumphierender Zug. ,, Damit wollen wir doch noch eine Weile warten," antwortete er heiter, so fest ist der Boden unter meinen Füßen noch nicht, meine älteren Kollegen benutzen jede Gelegenheit, um ihn zu erschüttern." " Das ist ja natürlich, aber auch vergebliche Arbeit, denn überall hört man nur Ihr Lob!— Ja, ja, ich bin ja schor ſtille. Ich hole jetzt den Herrn Rektor, er sigt wieder fest bei seinen alten Scharteken." Gleich darauf trat sein Vater ein.„ Ah, da bist du jo schon," sagte er, und ein stilles Lächeln glitt über sein rundes. bartloses Gesicht, während seine große, beleibte Gestalt sich langsam zum Tische hinbewegte;„ ei, ei, schon Mittag? Wie rasch doch die Zeit vergeht! Dir wohl auch, wie?" Ich kann über Langeweile nicht klagen," scherzte Adolph, indes Frau Minna dem alten Herrn die Serviette umband und das Dienstmädchen die Suppe auf den Tisch stellte ,,, ich erkenne schon jetzt, wie schwer der Beruf des Arztes iſt. Tag und Nacht keine Ruhe, dabei die schwere Verantwortung und die fortwährenden Gemütserregungen!" Last!" zitierte der Rektor. Ja, ja, jeder Tag hat seine Plage, jeder Stand hat seine davon habe ich in meinem Stande noch nichts entdeckt." Jeder Stand hat auch seinen Frieden, sagt Gellert, abec Wirst es schon entdecken, Adolph, wenn du einer armen, zahlreichen Familie das Leben des schwer erkrankten Ernährers oder der noch unentbehrlichen Mutter erhalten hast. Es ist ein wahres Wort: jeder Stand hat seinen Frieden, man muß nur diesen Frieden nicht äußerlich, sondern innerlich suchen. Du bist also sehr beschäftigt?" einer Equipage geraten hat!" So sehr, daß Frau Minna mir schon zur Anschaffung „ Nur nicht übermütig werden!" warnte der alte Herr, während er mechanisch seine Suppe auslöffelte, ohne durch eine Miene zu verraten, wie sie ihm mundete.„ Gehen soll eine sehr gesunde Bewegung sein!" „ Allerdings, Vater, und wenn du es damit einmal versuchen wolltest" ,, Habe leider keine Zeit dazu!" " Zeit hätten Sie wohl, wenn Sie nur wollten!" Lerzte Frau Minna, die nun den Braten tranchierte, während Adolph die Weingläser füllte. Das verstehen Sie nicht," sagte der Rektor, der seinen Wein in ein halbvolles Wasserglas goß. Sie denken, alles Studieren sei unnüß, und wenn ich aus der Schule frmme, hätte ich meine Arbeit getan und könne nun die Bücher hinlegen. In der Jugend mach man's allerdings so, aber wenn man alt wird, dann fühlt man, wie wenig man noch weiß, viel Versäumtes muß dann noch nachgeholt werden." ( Fortsetzung folgt.) Geschlossen sind des Neugebornen Hände, Zur Faust gepreßt: Als hielten sie des Glückes vollste Spende Unlösbar fest. Doch offen streckt sich, ausgespreizt ins Leere Des Toten Hand: Nichts folgt von allem, was die Welt gewähre, Zum Grabesrand. ( Schluß.) bestehe ich darauf, daß sie den Rollstuhl noch nicht ganz bei Seite schiebt. Im Uebrigen ist ein wenig Geduld und vielleicht ein Wechsel des Klimas- wie unser Doktor sagt- alles, dessen sie bedarf, um ihre volle Gesundheit wieder zu erlangen. Nicht wahr, mein Herzensfind?" fügte sie hinzu, indem sie liebkosend ihren Arm um die anmutige Gestalt legte. it diesem Augenblicke erschien die Haushälterin an der Türe und bat Frau von Gadow unt eine Unterredung. Kaum hatte sie der Aufforderung Folge gegeben und mich mit Elisabet allein gelassen, als diese sich ein wenig aufrichtete und in hastigem Tone sagte:„ Lassen Sie mich den günſtigen Augenblick benutzen, um ein Wort mit Ihnen zu sprechen, das mir ſehr am Herzen liegt. Lieber Herr von Heyden, was sind Sie im Begriff zu tun? Ist das menschliche Herz ein Spielzeug, das von Hand zu Hand geschoben werden kann, das man gedankenlos aufnimmt und achtlos fallen läßt dem Verlorengehen, ja Zertreten werden aussetzt, ohne sich um die Schäße von treuer Liebe und Zuneigung zu kümmern, die darin hätten erblühen können? Ich habe alles beobachtet, was hier geschehen ist. Sie haben ein freundliches, gefälliges- etwas leicht empfängliches Gemüt. Die RückSiebenmal verlobt. Humoreske nach dem Amerikanischen von Emma Kohli. ( Nachdruck verboten.) Nun, lieber Junge, meiner Schwiegermutter entgegen zu treten, wäre für uns-„ Sehr wohl, mein Herr," fiel ich cin; es soll nicht sein! Die Wahrheit zu gestehen, würde ich mein Glück nicht cher für sicher gehalten haben, bis Sie mir eine von ihren schönen Töchtern am Altare zugeführt hätten.", Arthur, dies darf so nicht endigen", sagte der würdige Herr mit wahrem Bedauern und tiefem Gesicht, welche wir Mädchen gewöhnt sind, den Wünschen unserer fühl; es ist noch Helene da."-„ Der sechste Versuch fällt vielleicht etwas gedeihlicher aus", antwortete ich etwas bitter. " So höre denn, mein guter Junge. Mit Helene biete ich dir das Preislamm meiner Herde. Sie wird die fügsamste, muſterhafteſte Frau werden, wie sie jetzt die folgſamſte Tochter ist. Ich kann dir die Zusicherung geben, daß sie keinen anderen Wunsch und Willen als den meinigen hat und somit deiner Verbindung mit ihr nichts im Wege steht. Obgleich sie augenblicklich nicht zu Hause, sondern ins Dorf zu einer franken Tagelöhnerfrau gegangen ist, könntest du dich ja du kannst dich ohne Bedenken als ihr Verlobter betrachten." -Ich verneigte mich zustimmend und dachte mit einiger Befriedigung daran, daß der beabsichtigte Brief an meinen Onkel mit der Ankündigung meiner Verlobung noch nicht abgeschickt war. Es war nicht nötig, daß er von meinen verschiedenen vorhergegangenen Enttäuschungen erfuhr. Wenn ich jetzt schrieb, würde ich die Voraussetzung in ihm zu erwecken suchen, daß ich nach sorgfältiger Beobachtung und Ueber legung Helene als die am meisten passende Gattin und Nichte aus der ganzen Schaar herausgefunden hätte. Tatsächlich war ich mit meiner jeßigen Verlobten, der ältesten von den Schwestern, am wenigsten in Berührung gekommen, hatte, da sie viel in der Wirtschaft beschäftigt war, nie ein längeres Gespräch mit ihr geführt. Aber ich war überzeugt, daß sie mir gefallen würde. Ich hatte die liebenswürdige, schmiegsame Art dieses jungen Volkes kennen gelernt. Zudem hatte der Wahlprozeß jetzt den Punkt erreicht, wo es hieß: Helene oder keine! Und wie hätte ich meinen guten Onkel Rodrigo wohl wieder vor Augen treten können, ohne seinen so nach drücklich ausgesprochenen Wunsch erfüllt zu haben. So ergab ich mich in mein Geschick, schüttelte meinen verehrten, fünftigen Schwiegereltern die Hände ganz wie früher- und, abgesehen von der Zustimmung der jungen Dame, die ja außer Frage stand, war die Angelegenheit in Ordnung. Der würdige Papa war noch beschäftigt, sich über die besondere zweckmäßigkeit meiner Wahl auszubreiten, als Elisabet in ihrem Rollstuhl ins Zimmer geschoben wurde. Ihres Vaters Stimme und Wesen erhielt stets- wie ich bemerkt hatte etwas Besänftigtes in Gegenwart dieses seines Lieblingsfindes. Während er sie zärtlich füßte, machte er sie mit der Verbindung, die ich im Begriff stand, mit der Familie zu schließen, bekannt und eilte dann hinaus, um Helene herbeizuholen. Ich blickte zu der zarten Gestalt hin, für die ich von Anfang an eine besondere Sympathie empfunden hatte. Die reine und geistige Schönheit ihres Gesichts schien mir durch einen schmerzlichen Zug entſtellt zu sein. Ich fürchte, Sie leiden sehr," sagte ich. Nicht körperlich," entgegnete sie mit ihrem sanften, holden Lächeln. Ich fühle mich sogar in letter Zeit so wohl, daß ich kaum noch den Namen einer Patientin beanspruchen kann."" Wirklich?" rief ich erfreut.„ D, so ist vielleicht gar Hoffnung auf eine vollständige Besserung." Hier fiel mir zu meinem Erstaunen Frau von Gadow ins Wort und sagte mit einer Lebhaftigkeit, die ich bisher noch niemals an ihr bemerkt hatte:„ Mein bester Herr von Heyden, Sie scheinen den Glauben an das über unsere Elisabet verbreitete Gerücht zu teilen, daß sie gelähmt" sei. Es ist- Gott sei Dank- nicht der Fall. Sie soll sich jetzt nur noch ein wenig schonen, daher Eltern zu erweisen, und unsere zärtliche Anhänglichkeit untereinander haben damit zusammengewirkt und das Geschehene herbeigeführt. Sie haben Helene wenig gesehen, kaum ein paar Worte mit ihr gesprochen. Abgesehen von ihrem etwas kühlen Temperamente ist sie ein gutes, fügsames Mädchen, und Sie würden sie ohne Zweifel gewinnen;- aber um es könnte, würden mehr Bartheit und ein rücksichtsvolleres Verkönnte, würden mehr Zartheit und ein rüßsichtsvolleres Vorgehen gehören, als Sie es für nötig zu erachten scheinen." „ Ich unterwerfe mich dem Tadel," sagte ich etwas beschämt. Zu meiner Rechtfertigung habe ich nur das eine zu sagen, daß bis zu dieser späten Periode meines Lebens ohne alle Liebeserfahrungen- eine Tatsache, welche etwas gegen meine Leichtempfänglichkeit spricht und von so viel Reizen auf einmal umgeben, mein Urteil verwirrt wurde und sich der Situation nicht gewachsen zeigte. Gott sei Dank, jetzt sehe ich klar.-, daß ich einen solchen Mahner früher gehabt hätte!"" Nun, es ist noch nicht zu spät," warf sie freundlich ein. Ich weiß, es ist glücklicherweise noch nicht zu spät, um wenigstens etwas in der Sache wieder gut zu machen. Meine albernen Ansprüche auf Fräulein Helenes Hand nehme ich zurück; sie würden nicht viel besser, als Beleidigungen sein. Aber ach!- indem Sie mir die Augen öffneten, haben Sie mir mehr gezeigt, als für meinen eigenen Frieden gut war."" Ich verstehe nicht, was Sie meinen," sagte sie, mich verwundert ansehend. Hätte ich Sie früher gekannt, Ihre Klugheit, Ihre Lieblichkeit! 0, wenn Sie selbst jetzt noch"", stille, Herr von Heyden, Sie sind toll!" Ich bin vorher toll gewesen, aber jetzt bin ich geheilt und unglücklich. Ich gehe, Sie zu verlassen, denn wie fann ich für mich sprechen? Woher sollten Sie mir glauben?- Und doch, Elisabeth, ich liebe Sie, Sie allein! Ich werde dich nie verdienen, du holder Engel,- aber keine andere soll je mein Weib werden. Lebe wohl,- und wenn du jemals hörst, daß ich eine andere Wahl getroffen habe, dann verachte und vergiß mich." ― ,, Mein lieber Arthur! Bist du verlobt? ( Antwort.) Dein getreuer Onkel." „ Mein lieber Onkel! Zur Genüge! Ich bin verlobt gewesen mit sechs von Deinen schönen Freundinnen und bitte Dich nun um Deinen Segen zu meiner Verbindung mit der geliebten siebenten. Dein gehorsamer Neffe Arthur." Die Hochzeitsfeier ging herrlich von statten. Ich war in meinem Glücke nicht allein. Vetter Martin wurde an demselben Tage mit Gertrud, seiner Herzenserwählten, verbunden. Helene, Hilda, Elli, Aenni und Gretel waren Brautjungfern. Mein holdes Weib kehrte vorige Woche mit mir aus dem sonnigen Süden, wo wir das erste Jahr unserer Ehe zubrachten, nach der Heimat zurück. fäuschen Bruch des P brauch einer doch mit de Beginn des | da Sollten Konvention rechtes die weitens, Signale unt bermendet n tommen laff werden. In зи nijchen Stad Neutralität bieten Berpflichtu unter der tralität ben Mächten Japanern Logisch be China ale Sollte würde da find berei gereift, d bon Traf tigen, tati gen, weld Hotten- E fid welchen Cornwall, die Bejapu Sn allen S geftellt, un mird Bede wie bigung wir leken. Bi halten alle britifa halten gro ift in den England to worden, wo für r möglid