Nr. 19. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., In's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen vierteljährlich Mt. 1.50. Gratisbellagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Samstag, den 23. Januar 1904. Gießener 13. Jahrgang. Jnsertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für ganz Ober hessen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. sonst 15 Pfg. Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen, Seltersweg 88 Fernsprechanschluß Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblaff) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und UmgebungEnthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Die Krife vorüber? Wie Tag und Nacht wechseln die Anschauungen in Eng land über die Größe oder Geringfügigkeit der Kriegs. gefahr in Asien. Gestern hieß es: Krieg in Sicht| und heute meldet das Reuterbureau, in Londoner gutunter richteten Kreisen sei man seit mehreren Tagen ziemlich all. gemein der Ansicht geworden, daß die ostasiatische Frage friedlich geregelt werden würde. Nachrichten aus unantastbarer Quelle, die hier eingingen, hätten es über allen Zweifel gestellt, daß die Friedenspartei in Rußland an Macht gewinne, weil sich herausstelle, daß Rußland auf einen Krieg nicht vorbereitet sei. In Kreisen, welche die Noten Rußlands und Japans gelesen haben, werde erklärt, Rußland habe tatsächlich der Ansicht zugestimmt, welche Japan in Bezug auf die Souveränetät und Integrität Koreas hege. Japan bestehe indes auch auf der Anerkennung der Souberänetät Chinas in der Mandschurei und verlange über diese Angelegenheit eine bestimmte unzweideutige Zusicherung von Rußland. Ob Rußland in diese Forderung einwilligen verde, oder ob Japan irgendwie seine Ansicht über diese Zusicherung ändern werde, sei augenblicklich die Frage. Weniger hoffnungsvoll sieht man in Holland die Lage im fernen Often an. Die niederländische Regierung hegt hinsichtlich des russisch- japanischen Konfliktes die größten Besorgnisse. In der Tat wäre Niederländisch- Indien, namentlich Java, im Falle eines japanischen Sieges äußerst gefährdet. Seit einigen Jahren nehmen die zahlreichen auf Java angesiedelten Japaner feinen Anstand, zu erklären, Holland sei zu klein, um ein Recht auf solche große Kolonie zu haben, Java müsse früher oder später an Japan zurückfallen. Die Reisen des Ministerpräsidenten Kuyper nach Paris, Brüssel und Petersburg werden jetzt unter diesem Gesichtswinkel ausgelegt. Vielleicht haben die arroganten, wenn auch nicht völlig unbegründeten Aeußerungen der Jabaner auf Java den Erfolg, daß man in Holland einsehen lernt: die Erhaltung der niederländischen Kolonien ist mur möglich, wenn Holland sich an Deutschland anschließt. Dieser Anschluß ist nur natürlich. In Korea scheint alles drunter und drüber zu gehen. Aus Soul wird gemeldet: Die Tonghaks, die schon öfter Aufstände in Korea veranstaltet haben, erheben sich jetzt allgemein gegen die Regierung. Die Führer der foreanischen Fortschrittspartei gelangen zur Macht; aber Yi Yong t beherrscht dauernd den Kaiser, der sich eine russische Leibwache erbeten haben soll. Harmonie. [ Politische Wochenscha u.] Mit seltener Harmonie haben während der Reichstags. verhandlungen über die Kaufmannsgerichte die einzelnen Barteien ihre Zustimmung zu dem Zwecke des Gesetzes ausgesprochen. Am zweiten Tage der Verhandlung traten allerdings die Bedenken gegen das Gesez selbst mit großer grundsäglicher Schärfe hervor. Man befürchtete vor allen Dingen, daß die Einheitlichkeit der Rechtsprechung darunter leiden könnte, wenn mit der Praxis der Schaffung von Sondergerichten noch weitere Fortschritte gemacht würden, und hätte eine durchgreifende Reform des gerichtlichen Verfahrens wohl am liebsten gesehen. So scheint die grundsätzliche Zustimmung, die am ersten Tage der Verhandlung ausgesprochen wurde, nichts anderes gewesen zu sein, als der Ausdruck der vollsten Seelenharmonie bei der Beurteilung bes Schneckenganges in dem gerichtlichen Instanzenwege. Ob es gelingen wird, aus der Kommission ein brauchbares Ergebnis hervorzubringen, ist doch sehr zweifelhaft geworden, namentlich da die Regierung keine wesentlichen Aenderungen an dem Entwurf gestatten will. Der zweite Tag der Verhandlung brachte denn auch noch einen lebhaften Zwischenfall zwischen den Abgg. Liebermann von Sonnenberg und von Berlach, zwei Persönlichkeiten, die sich früher durch die Harmonie der Anschauungen nahestanden, die aber im Laufe der Beit nicht bloß politische, sondern auch persönliche Gegner geworden sind. Liebermann nannte den Nationalsozialen Herrn v. Gerlach einen politischen Verwandlungskünstler und jitierte als„ Grabschrift" auf ihn das Bürgersche Epigramm: ,, Aus einem Lager seh' ich dich Bekehrt ins andere wandern. Du änderst deine Meinung oft, Doch niemals die der andern." So löste sich die anfängliche Harmonie der Reichstagsver handlung schließlich in einen disharmonischen Zweiklang auf. Vielleicht nehmen die Verhandlungen im österreichischen Reichsrat einen umgekehrten Verlauf. Wenigstens wäre das im Interesse der befreundeten Kaisermacht sehr zu wünschen. Auf der Tagesordnung stehen die Verhandlungen, die augenblicklich zwischen Desterreich und Italien behufs Erzielung eines harmonischen Ausgleichs der Wirtschaftsinteressen oder mit anderen Worten behufs Schaffung eines neuen Handelsvertrages schweben. Bei der Beratung dieses Gegenstandes haben sich namentlich wieder die Tschechen als disharmonisches Element bewährt. Sie sind Gegner des Dreihundes, weil darin das deutsche Reich die Vormachtstellung inne hat, und beurteilen den Zweck und das Wesen des Dreibundes in durchaus widersinniger Weise. Während sie auf der einen Seite die Furcht zur Schau tragen, als könne das deutsche Reich sich je einmal in die inneren Verhältnisse Desterreich- Ungarns einmischen, verlangen sie auf der anderen Seite, daß auch in solchen Fragen, in denen die verbündeten Staaten freien Spielraum haben können und haben müssen, eine völlig identische Politik betrieben werden soll. Sie gehen sogar noch weiter und verlangen die Schaffung eines vollständig einheitlichen Wirtschaftsgebietes, in dem womöglich das Tschechentum die Oberhand haben soll. Erfreulicherweise haben sich die Deutschen diesesmal nicht an der künstlichen Verschärfung der nationalen Gegensäße beteiligt, sondern durch Hinweis auf die Notwendigkeit des Dreibundes zur Aufrechterhaltung der Großmachttellung Desterreich- Ungarns den Frieden gepredigt und für die Harmonie der Nationalitäten ihre rednerische Kraft eingesetzt. Während in Westeuropa das nationale Moment in dem Streben nach Harmonie die Hauptrolle spielt, sind in den comanischen Staaten vor allen Dingen fulturelle Fragen auj der Tagesordnung. In Spanien namentlich regt sich in einer für die Monarchie geradezu bedrohlichen Weise das Volk gegen die Vorherrschaft der Geistlichkeit. Entstanden ist dieser Kampf dadurch, daß einer der unbeliebtesten Dominikanermönche zum Erzbischof ernannt wurde. Wenn nicht alles trügt, wird der junge König Alfons noch schweren Beiten entgegengehen, und es zeigt sich auch hier wieder, wie bedenklich es für das Schicksal einer Monarchie ist, wenn in Kind an der obersten Stelle des Reiches steht. In einer ähnlich schwierigen Lage, wie die spanische, befindet sich auch die neugegründete Dynastie des Königs Peter bon Serbien, der weder dem Auslande noch seinem Volke die gegebenen Versprechungen halten kann. Durch die Abreise der Gesandten, deren Urlaub auf unbestimmte Zeit verlängert wird, ist die diplomatische Vertretung nach außen hin außerordentlich geschwächt, und im Innern kann die Ruhe nur durch die schärfsten Gewaitmaßregein aufrechterhalten werden. Obgleich König Peter bei Besteigung des Thrones feierlich die Wahrung der konstitutionellen Interessen gelobt hatte, sieht sich jetzt die serbische Presse unter dem Einfluß der immer noch allmächtigen Königsmörder förmlich einer diokletianischen Verfolgung ausgesetzt. Einem Gerücht zufolge soll König Peter denn auch beabsichtigen, zu gunsten seines ältesten Sohnes dem Throne zu entsagen. Sollte dieses Ereignis je einmal eintreten, dann werden die Balkanwirren wiederum mehr als seither in den Vordergrund der internationalen Politik rücken, denn es ist ganz sicher, daß dann das Fürstenhaus von Montenegro, das die Protektion des Zaren genießt und dem italienischen Königshause verschwägert ist, mehr als seither seine Ansprüche auf Serbien und auf eine Vormachtstellung im Balkan geltend machen wird. Inzwischen regen sich auch in Mazedonien die Agitatoren wieder, so daß in dem Augenblick, in dem die Verhältnisse im großen Orient, der Konflikt zwischen Japan und Rußland, den von allen Seiten gewünschten friedlichen Verlauf nehmen, im kleinen Orient die Lage wieder kritischer zu werden beginnt. In Deutschland selbst sind natürlich alle Fragen der auswärtigen, Politik zurückgedrängt durch die kritische Lage, die unerwartet in den Kolonien ausgebrochen ist. Man darf sich den Ernſt der Sachlage nicht verhehlen: wir stehen vor einer Erhebung der gesamten hottentottischen Stämme. Wer bisher noch einigen Optimismus gehabt hat, dürfte durch die Ermordung des Farmers Jäger eines anderen belehri worden sein. Dessen Farm liegt auf Neumalta, das von den Namas, dem Elitestamm der Hottentotten, bewohnt wird; also sind auch diese von der Aufstandsbewegung ergriffen. Das deutsche Reich wird natürlich alles aufbieten, um den Aufſtand in den Kolonien niederzuwerfen, und einſtweilen werden die Kanonen und die Maschinengewehre viel Arbeit haben, bis dort der Frieder wieder eintritt und die jestörte Harmonie zwischen den Eingeborenen und Europäern. Die Hilfsaktion in Südwestafrika. Etwas besser, wenn auch keineswegs völlig beruhigend lauten die letzten Nachrichten aus Südwestafrika. Besorgnis muß vor allem der Mangel aller Nachrichten von der Ko- Ionne 3ülow erregen, die, 100 Mann stark, bei Station Waldau von den Hereros gestellt wurde; indes erklärt sich dieser Mangel hoffentlich noch als Folge der Störung aller Verbindungen. Da die Kolonne ziemlich stark und gut bewaffnet war, darf man getrost annehmen, daß sie sich gegen die Hereros bisher behauptet hat, und man darf hoffen, daß sie sich, bis ihr Entsatz gebracht wird, auch weiter behaupten wird. Nachstehend die letzte amtliche Nachricht: Nach aus Swakopmund eingegangenen telegraphischen Nachrichten haben die gestern mit der Eisenbahn entsandten weiteren 29 Mann S. M. S. Habicht" mit einem Maschinengewehr und einer Revolverkanone_Naribib erreicht. Die Stationsgebäude in Obabis und Habis find a er stört. Mit der Reparatur der Bahn jenseits Karibib ist begonnen. In einem Patrouillengefecht bei Kubas ist ein Unteroffizier( Name nicht bekannt) verwundet worden. Eine größere Anzahl von Eingeborenen soll dabei gefallen sein. Aus Omaruru liegen Nachrichten vom 18. vor, wonach die Besatzung dort 50 Gewehre zählt. Sie hat sich gut verschanzt und hofft sich halten zu können. Ueber die Kolonne Zülow liegt in Swakopmund keinerlei Nachricht vor. Merkwürdig ist an dieser Nachricht, daß die Stationen Obabis und Habis zerstört worden seien. Diese Stationen liegen zwischen Swakopmund und Karibib, also an der Strecke, die jetzt von den„ Habicht"-Mannschaften zurückgelegt worden ist. Offenbar haben sich die Hereros darauf beschränkt, nur die Stationsgebäude zu demolieren, und die Bahnstrecke unberührt gelassen. Oder aber die Zerstörung der Stationen wurde erst vorgenommen, nachdem das„ Habicht"-Kommando in Karibib eingetroffen war. Darauf deutet auch die Meldung, daß bei Kubas ein Gefecht stattgefunden habe. Auch Kubas liegt zwischen Karibib und Swakopmund. Offenbar rücken die Hereros nach der Küste vor. Das wäre für die Deutschen günstig, denn ein Kampf an der Küste wird für uns wesentlich leichter sein, als einer im Inneren des Landes. Die deutsche Verlustliste weist außer den früher gemeldeten noch folgende Namen auf: Am 15. Januar ist bei einer Patrouille vor Karibib der Regierungstierarzt Hans Kämp ny aus Stettin gefallen. Ferner ist der Farmer Boysen aus Ballegaard bei Sonderburg und der Kaufmann Raimund Boys ch in Windhuk, der als Leutnant zur Schußtruppe eingezogen war, in einem Gefecht mit den Herero bei Okahandja gefallen. Die Nachricht, daß das Kanonenboot ,, Wo I f" von Kamerun nach Swakopmund beordert worden sei, bestätigt sich nicht. Der Wolf" entsendet nur ein Kommando von 25 Mann an Bord des Dampfers„ Emilia" nach Swakopmund, das Schiff selbst bleibt weiter in Kamerun. Noch keine Nachricht von Leutwein. Bis zur Rückkehr des Gouverneurs Leutwein, der bekannt. lich im Süden gegen die Bondelzwarts operiert, wird Kapitänleutnant G u de will vom Kanonenboot Habicht" die militärischen Operationen gegen die Hereros leiten. Von Leutmein fehlt bis jetzt jede Nachricht. Man weiß daher nicht, wie lange er noch im Süden festgehalten wird oder ob er schon auf dem Rückmarsche ist. Leider bestätigt sich die neulich erwähnte Meldung, daß die Waffen, mit denen die Hereros jetzt unsere Landsleute an Leib und Leben bedrohen, ihnen von dem deutschen Goubernement geliefert worden sind. Den Hereros war gestattet, bei den Waffenverkaufsstellen der Regierung, Infanteriegewehre M. 71 zu kaufen und eine bestimmte Anzahl Patronen dazu. Sie sind also mit modernen Hinterladern bewaffnet und dürften genügend Patronen gesammelt haben. da der Aufstand zweifelsohne von langer Hand vorbereitel war. Aus Kolonialkreisen erfährt unser Berliner CB.- Mitarbeiter, daß Oberst Leutwein demnächst von seinem südafrikanischen Posten abberufen werden wird. Veranlassung bazu bietet, wie verlautet, einmal der Waffenverkauf an die Eingeborenen, zum anderen die Tatsache, daß ihm die Vorbereitungen zum Aufstand völlig entgangen sind. Die Politik. A Der Staatssekretär des Innern, Graf Posa do wsky plant, wie jetzt bekannt wird, die Einrichtung von Kursen für Wohnungshygiene. Die Einzelheiten des Planes sind bor der Hand noch nicht bekannt. Der in Berlin gegründete mitteleuropäische Wirtschaftsberein, der unter Teilnahme von 200 Personen aller Berufe und Stände zusammentrat, hat rein akademischen Charakter. Nach einem einleitenden Vortrage von Prof. Julius Wolf ( Breslau) übernahm Herzog Ernst Günther den Vorsitz und sagte schließlich, der Verein habe eine sehr schwierige Aufgabe, doch werde er nicht umsonst gelebt haben, wenn es ihm gelinge, eine Brücke zwischen Handel, Industrie und Landvirtschaft herzustellen. † Die bayerischen Staatseisenbahnen haben im Jahre 1903 159 417 000 Mark vereinnahmt, 7 236 661 Mark mehr als im Vorjahre. Skandinavien. Die Feier seines 75. Geburtstags hat König Oskar von Schweden und Norwegen dazu benutzt, wieder eine der alten Streitfragen zwischen den beiden unter seiner Krone bereinigten Ländern aus der Welt zu schaffen. Er hat einen alten Wunsch Norwegens erfüllt, indem er die Bestimmung aufhob, wonach der schwedische Serafim- Orden auch in Norwegen den Vorrang vor dem norwegischen St. Olaf- Orden besitzt. Außerdem aber hat der König noch einen besonderen norwegischen Orden gestiftet, der den Namen„ Der norvegische Löwe" trägt und im gleichen Range mit dem oben erwähnten höchsten schwedischen, dem Serafim- Orden, und dem höchsten dänischen, dem Elefanten- Orden, stehen soll. crden, eine wirklich hübsche Ueberraschung, Reit so felten haben bereiten, fein Vorwurf für dich sein, auch nicht der leiseste! min bu meine Mutter geliebt, deine ganze, bolle Liebe darn haft und bestrebt gewesen bist, sie uir Ich weiß, Familien Hier verHauſes im geräumigen Nordenschen Speisesaal. das Mittagessen einzunehmen pflegt. einigte das Diner erst um sechs Uhr alle Mitglieder des Dincritunde pflegte Hilda mit Die Zeit hom re auch einander achteten und auch wohl auf ihre Weise liebten, es, daß die beiden Geschwister sehr gute Kameraden waren, und hierfür eine passende Form nicht fand, und so fam er gewohnt war, alles in regelrechte Formen zu bringen, nicht abhelfen, fand den Gedanken daran unbequem, weil 1. Sigung der Großh. Handelskammer Gießen für die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach. Gießen, den 20. Januar 1904. Anwesend die Herren: Kommerzienrat Heichelheim, Stellvertretender Vorsigender, Balser, Grünewald, Jhring, Katz, Moll, Nowack, Ramspeck, Rinn, Schirmer, Schmall, Zurbuch, sowie der Syndikus Dr. Knipper und Assessor Dr. Köppe. 1. Aus dem Geschäftsbericht ist folgendes mitzuteilen: a) Auf Veranlassung des Provinzialdirektors hat die Kammer an einer Besprechung des Entwurses des Sommerfahrplans der Biebertalbahn teilgenommen und die ihr von Interessenten übermittelten Wünsche zur Berück sichtigung empfohlen. In der Versammlung wurde beschlossen, folgende Anträge an die Verwaltung der Biebertalbahn zu richten: den Zug 4 im Interesse der Postbeförderung nach Heuchelheim vom 1. Juni d. Js. ab schon um 7,15 Uhr morgens von Gießen abfahren zu lassen, die Haltezeit der Züge 7 und 15 zur Erleichterung des Postverkehrs in Heuchelheim zu verlängern und die Warteräume in Heuchelheim und Rodheim zn vergrößeru. b) Mehrfach geäußerten Wünschen entsprechend hat die Handelskammer bei dem Kaiserlichen Potentamt in Berlin beantragt, auf der hiesigen Unirersitätsbibliothek in Zukunft auch die Patentschriften der Klassen 8( Bleichen, Färben, Zeugdrud und Appretur), 12( Chemische Verfahren und Apparate), 15( Druckerei), 21( Elektrische Apparate und Maschinen), 22( Farbstoffe, Firnisse und Lacke), 23 a und d( Fett und Mineralindustrie), 30( Gefundheitspflege), 45 ( Land und Forstwirtschaft, Garten und Weinbau, Zootechnik), 53( Nahrungsmittel), und 57( Photographie) auszul gen. c) Zu dem neuen Statistischen Warenverzeich nisse hat die Kammer in Uebereinstimmung mit den Vorschlägen des Vereins deutscher Korsett Industrieller beantragt, in das Verzeichnis besondere Positionen für Korsetts aus Baumwolle, aus Leinen und Halbleinen, aus Wolle, aus Seide und aus Halbseide aufzunehmen. Ferner hat sich die Kammer für die Einstellung einer besonderen Abteilung ,, Möbel und Möbelteile aus massiv gebogenem Holze", sowie für eine sachgemäße Berücksichtigung der Werkzeugmaschinen und Badegarnituren aus Messing, Rotguß, Tombat, Kupfer im neuen statistischen Warenverzeichnisse ausgesprochen. d) Die jetzige Fassung des amtlichen Warenverzeich nisses bietet die Möglichkeit, die in neuerer Zeit im Handel vorkommenden Fettsäuren für die Seifenfabritation, die aus Dlein und Stearinsäure bestehen, zu dem niedrigen Zollsage von 4 bezw. 3 Mf. einzuführen, um ihnen dann im Inlande die wertvolle Stearinsäure abzupressen und damit den hohen Einfuhrzoll für Stearinsäure von 10 Mt. zu umgehen. Durch die Einfuhr der Fettsäuren wird aber auch die heimische Seifenindustrie geschädigt, weil ihr damit der Gewinn an der Glyzerinverzeitung entzogen wird Die Handelskammer hat daher, entsprechend den Wünschen der Seifenfabrikanten ihres Bezirks, beantragt, durch eine Aenderung des amtlichen Warenverzeichnisses zum Bolltarif diese Fettsäuren ebenso wie Stearinsäure mit einem Einfuhrzolle von 10 Mark für 100 gr. zu belegen. e) Von einer Firma des Kammerbezirks war Klage darüber geführt worden, daß sie seit längerer Zeit bei den freihändigen Vergebungen von Lieferungen für eine Großh. Staatsanstalt zu Gunsten nichthessischer Firmen nicht berücksichtigt werde, oba ohl sie ebenso leistungsfähig sei wie ihre| Konkurrenten. Die Kamme: hat die Beschwerde dem Großh. Ministerium des Innern zur näheren Untersuchung übermitt It. f. Für das Jahr 1904 hat das Großh. Polizeiamt für den Detailhandel der Stadt Gießen, zum Teil in Uebereinstimmung mit den Anträgen der Handelskammer, folgende Ausnahmetage festgesezt: 3 Wochentage vor Ostern( 30. und 31. März, 2. April), 1 Wochentag vor Himmelfahrt( 11 Mai), 3 Wochentage vor Pfingsten( 19. bis 21. Mai), 14 Wochentage vor Weihnachten( 9., 10., 12. bis 17., und 19. bis 24. Dezember) und 1 Wochentag vor Neujahr( 30. Dezember). g) Um ein engeres Zusammenarbeiten des Deutschen Feuerversicherungsschußverbandes mit den ihm angeschlossenen Handelskammern usw. zu ermöglichen, soll von dem Verbande eine Geschäftsordnung ausgearbeitet worden, der die Handelskammer ihre Zustimmung erteilt hat. h) In mehreren Fällen hat die Kammer den Amt& gerichten Sachverständige in Vorschlag gebracht. i) Dem Vorsitzenden der Großh. Handelskammer zu Offenbach, Herrn Geh. Kommerzienrat Weintraud, hat die Kammer anläßlich seiner 40jährigen ununterbrochenen Mitgliedschaft zur Handelskammer Offenbach ihre Glückwünsche ausgesprochen. k) Die Fragebogen zum Jahresberichte sind gegen Ende des abgelaufenen Jahres versandt worden, und es ist bereits auch eine größere Zahl von Beantwortungen eingegangen. ( Schluß folgt) Lokales. 23. Januar 1904. ** Der Großherzog gedenkt sich heute Nach mittag nach England zu begeben. ** Durch Entschließung Großherzogl. Ministeriums der Justiz wurden die Gerichtsatzessisten Karl Brücher Don Gießen, Otto Hartmann von Gießen, Adolf Joſt von Gießen, zu Gerichtsassessoren ernannt. ** Bu der Wieldung von der Errichtung einer landwirtschaftlichen Hochschule wird von den„ Neuen Hess. Voltsblättern" mitgeteilt, daß es sich um die Errichtung einer deutschen landwirtschaftlichen Genossen schaftsschule, einer besonderen genossenschaftlichen Fachschule für die Ausbildung der berufsmäßigen Genossenschafts- und Verbandsbeamten handelt, die den hochtrabenden Namen Hochschule nicht führen wird. Der Gartenbau- Verein zu Darmstadt beschloß in heutiger außerordentlicher Hauptversammlung entgültig in Gemeinschaft mit der hiesigen Handelsgärtner- Bereinigug im Jahre 1904 Ende August und Anfang September eine auf ca. 10-12 Tage berechnete deutsche Gartenbau- Ausstellung abzuhalten, zu welcher der Großherzog sein Protektorat und die Ueberlassung des Orangeriegartens zugesagt hat. Der nächste 14tägige Unterrichtskursus für Müller und Bäcker findet Montag den 14. März bis Sonnabend den 26. März 1904 in der Königl. Landwirtschaftlichen Hochschule zu Berlin N. Invalidenstr. 42 unter Leitung des Vorstandes der Anstalt Geh. Regierungsrat Prof. Dr. L. Wittmack statt. * Zu dem Gesangwettstreit des Maschinenbauer Gesangvereins, der am 2. Pfingsttag in Gießen beginnt, haben sich bereits 41 Gesangvereine mit zirfa 1700 Sänger angemeldet. Am Ostern findet ein Delegiertentag stait. Als Festplaß ist der Trieb in Aussicht genommen. Der Voranschlag des Festes beläuft sich auf ztrfa 14 000 f. Das Fest verspricht eines der größten zu werden, welches je in Gießen stattfand. + Der erste große Maskenball findet morgen Sonntag im Café Leib statt. Der Fechtverband GießenLahr eröffnet damit den diesjährigeu Karneval, und zwar soweit wir Einblic tun fonnten in das was hinter dem großen Mastenvorhang in den letzten Tagen besonders mit Eifer vorbereitet wurde mit recht originellen Ideen. Wir wünschen dem Verein ein volles Haus. ** Verhaftet wurde von der Friedberger Polizei in Ulrichstein der wegen einem Uhrendiebstahl in Gießen steckbrieflich verfolgte Heinrich Müller. In Lüzellinden wurde wegen starkem Auftreten der Masern unter den Kindern die Schule bis auf 3 Wochen geschlossen. + Saasen, 22. Jan. Gestern fam es zwischen zwei Burschen zu einem friedlichen Ringkampf aus dem bitterer Ernst wurde. Einer der Beteiligten trug derartige Verlegungen bei der Holzerei" davon, daß er das Bett hüten muß. Anzeige ist erstattet. Groß- Felda. Am letzten Mittwoch fand hier gemeinsame Siburg der Gemeindevorstände von hier und Restrich statt, zu welcher auch Herren des Kreisamts Alsfeld anwesend waren. Alsfeld anwesend waren. Es handelte sich um den Bau der Orts wasserleitung für Groß- Felda, welche mit durch Kestrich gelegt wird. Der Bau wurde genehmigt mit dem Voranschlag von 56 000 Mart. Alsfeld, 22. Jan. Die Errichtung einer Lagerhausgenossenschaft wurde zwar immer hinausgeschoben, die weil man sich erst über die Erfahrungen, anderwärts über ähnliche Einrichtungen gemacht worden find, genauer informieren wollte, um mit entsprechender Vorsicht vorzugehen. Nachdem aber die diesbezüglichen Erhebungen zu einem ermunternden Resultate geführt haben, insbesondere aber eine Kommission, die die Lagerhäuser in Kirchhain und Torbach besichtigt hatte, die günstigsten Berichte mit heimgebracht hat, und nachdem schon weit über 100 Landwirte ihren Beitritt zur Lagerhausgenossenschaft zugesichert haben, soll Mitte nächsten Monats die konstituierende Versammlung in Alsfeld stattfinden. Butzbach, 22. Jan. Die neugebaute Bahnstrecke Butzbach- Lich wird am 1. April eröffnet. × Schlitz, 22 Jan. Der hiesige Stadtrat hat die sog. Pfannmühle gekauft um darin eine elektrische Beleuchtungsanlage zu schaffen. - " 1 einen Theater- Verein Gießen. Sokrates der Sturmgeselle. Komödie in 4 Aften von Heim. Sudermann. Osfar Blumental hat einmal gesagt: Ein Dichter soll auf jede schlechte Kritit mit zwei guten Theaterstücken antworten. Sudermann denft nicht so wie sein Kollege, dazu ist er zuviel„ Sturmgeselle" und er konnte es nicht unterlassen, seinem Herzen einmal in einem wütenden Epistel auf die berrohte Theaterkritit" Luft zu machen. Der Sturmgeselle Sokrates" ist sein erstes Werk wieder seit jener Explosion. Die Sturmgesellen sind ein Geheimbund Achtundvierziger, alte Demokraten, die das Neudeutsche Reich Achtundvierziger, alte Demokraten, die das Neudeutsche Reich stürzen wollen, aber in ihrer Verbissenheit nicht merken, wie wurmstichig ihr ganzer Plan geworden ist. Am schlimmsten ist der Zahnarzt Hartmeyer, der Sokrates, der sich in sinem demokratischen Tünkel weigert, fürstlichen" Jagdhund zu behandeln. Sein ältefter Sohn hat Mitleid mit dem Vich und hilft ihm das kann der Alte nicht verwinden und er überwirft sich mit seinen Kindern, nachdem er erfährt, daß auch sein jüngster Sohn für seine revolutionären Ideen fein Verständnis findet. Durch Auffindung wichtiger Papiere und die Angst der Mitglieder ist aber inzwischen das ohnehin los: Gefüge des Sturmgesellenbundes vollständig auseinandergefallen. boshafter Landrat will sich an dem Sofrates rächen und verschafft ihm einen Orden. Den alten Sturmgesellen erfaßt die Eitelkeit, er freut sich zuerst über das blinkende Ding und bricht dann, jammernd über den Tod seiner Ideale, zusammen. Das Ganze soll wohl einen Konflikt der alten und der neuen Zeit darstellen und Sudermann hat für jede eine wahre Musterkollektion ins Feld geschickt. Auf der einen Seite eine Anzahl alter Narren, deren Ueberzeugung weder der Angst noch der Eitelkeit standhält, auf der anderen ein angehend r Sozialdemokrat, ein schnoddriger Student und ein mit grasgrünem Pessimismus ausgestatteter Judenjüngling, hier Narren die mit verrückten Plänen tokettieren, dort oberflächliche Menschen niederen Ranges. Unsere Künstler bemühten sich mit Recht dem Ganzen einen mehr luftspielmäßigen Anstrich zu geben, namentlich ist Herr Linzen zu loben, daß er den Sturmgesellen Sofrates mit jener selbstgefälligen, geschwäßigen Begeisterung gab, die Niemand ernst nahm und von vornherein fast komisch wirkte. Vorzüglich war auch Herr Pichler als Landrat von Grabowski sowie Frl. Lembach als„ blonde Ida". Herr Tamte hätte den Siegfried wohl noch etwas bissiger geben fönnen, auch Herr Sandorf blieb sehr zurückhaltend, dagegen spielte Herr Achterberg den Chorstudenten Reinhold wirklich vollendet. Für die sympatischste Figur des Stückes, den Rabbiner Markuse, fand Herr Haag einen gelungenen überlegen- naven Ton und auch die übrigen Carsteller blieben ihren Aufgaben wenig oder Nichts schuldig. H. H. Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen Aufgebotene. - - Am 16. Jar. Maler und Lackierer Heinr. Gröninger mit Emilie Kümmel b. h. Praft. Arzt Dr. Karl viichter dahier mit Elise Geyer in Rüsselsheim. 19. Jan. Bauunternehmer Johs. Otto Schreider dahier mit Antonie Marie Billems in Grünberg.- 20. Jan. Privatdozent Dr. Hrch. Willy Schmidt und Marie Hulda Albertine Fromme beide dahier. 20. Jan. Universitäts- Buchhändler Alfr. Oskar Töpelmann dahier mit Marie Gertrud Bink u in Leipzig. Bahlmeister- Aspirant Johs. Ferd. Rudolf Büttner dahier mit Auguste Philippine Elgström in Frankfurt a. M. Frankfurt a. M. 21. Jan. Tapezier Wilhelm Bohling Sahter mit Emma Gerberding in Limmer. Eheschließungen. Am 16. Jan. Taglöhner Karl Meisel mit Emilie Blieder b. h. 19. Jan. Schußmann Ludw. Henfel in Worms mit Marie Hahn dahier. - - Geborene. Am 12. Jan. Friedrich Ludwig, S. d. Fuhrmanns Johs. Rausch. Heinrich Otto, S. d. Schlossers Karl Wilte. 14. Jan. Ein Sohn dem Kaufmann Hrch. Junker. Karoline Johann., T. d. Barbiers Adolf Langsdorf. 15. Jan. Eine T. d. Hilfsgerichtsschreiber Hrch. Fauldrath. Marie Helene Sophie, T. d. Generalagent Konr. Peter Mohr. 17. San. Elisabeth Margarete Anna Helene, T. d. Schuhmachermstre. Ludw. Wacker. 18 Jan. Otto Ludwig, S. d. Dachdeckers Ludw. Schmidt II. Gestorbene. - - Am 15. Jan Restaurateur Louis Schultheis, 36 J. alt. 17. Jan. Ehefrau Elisabeth Dörner geb. Reger, 61 J. alt. 18. Jan. Ehefrau Franziska Kattrein, geb. Rinn, 57 I. alt. 19. Jan. Ehefrau Katharine Diter, geb. Haas, 59 J. alt. - Wetterbericht. ( Wetterdienst zu Gießen: Peppler.) Jagd Camstag, den 6. 1 Uhr, soll die der Feld- und Waldjag faale dahier öffentli gebiet umfaßt 400 6 und ist die Bahnftat Gießen- Fulda in de Großen- Buf Großb. Bür HolzAm Dienstag Nadm. 2 Uhr ab foff zu Loureba Diftritten Hintern Langnacht, Wäldch walies Launsbad Eichen: 10 Rm. Nadelholz: 45 Krofdorf den D J. V. Siel Die Lieferung nötigten 600 Stück Stra einschl. eiferne foll öffentlich verdun Die Lieferung play( Margaretenhü Bedingungen nungen find gegen durch das städtis meifteret, Zimmer Auskunft erteil Schmid Darmst Die Angebote fin „ Angebot auf die bis zum 18. Febru Tiefbauamt einzureid gebote am genannter sein etwa erschienene Verlauf der Witterung vom Donnerstag bis Freitag. Ein im Westen Europas lagerndes Hoch erstreckt sich oftwärts über unser Gebiet. Tiefs lagern im Norden und Süden, durch das Hoch von einander getrennt, ohne uns daher zu beeinflussen. Es herrscht demnach ruhiges, trübes Frostwetter. Das Hoch scheint sich weiter ostwärts auszudehnen. Daher voraussichtliche Witterung für Samstag und Sonntag: Fortdauernd trübes Froſtwetter. Stüd 65-70 fg., Marktberichte. Bicken, 23. Januar Aus dem heutigen Wochenmartt fofeten Butter per fb. 0.90-1.00 Met., Hühnereier 2 Stück 16-20 Pfg., Entene er St. 8 Pfg., Käse per St. 6-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Pfg., Erbsen ver Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Pfg., Tauben per Paar . 0.80-1.00, Hühner per Stud Mr. 1.30-1.40, Hahnen, ver C.80-1.70, Enten per Stüd 1.70-2.20, Gänse per Pfd. Ochsenfleisch per Pfd. 68-78 fg., Rindfleisch per Pfd. 62-66 Pfg. Schweinefleisch per Pfd. 66-76 Pfa. Schweinefletsch gesalzen per Pfund 0.80 Bfg., Kalbfleisch per Bfd. 70-76 Pfg., Hammelfleisch per Pfd. 56-74 Bfg., Kartoffeln pro 100 Kilo 5.50 6.00 mr., Rwiebeln per 3t. Mr. 4.50-5.00, Aepfel per Centner 16-20 Mt. Milch per Liter 18 Vfa. Dauer der Marktzeit bon 8 Uhr morgens bis 2 Uhr Nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverfebre dürfen vor Beginn der Marktzeit übeerhanp nicht, und während der ersten diei Stunden der Marktzeit im Umherziehen feilgeboten werden. * Frankfurter Heus und Strohmarkt vom 22. Januar.( Amtliche Notierungen.) Heu per 3tr. 3.00-3.70 Mt., Stroh per 3tr. 1.80-2 20 Mt. Berantwortlich: für ben politischen und Inseratenteil: Albin Klein für das Lokale, den„ Gerichts." und Deffentlichen Sprechsoal": Fr. Oppermann Strömt herbei, ihr Völkerschaaren, - " - Nehmt Strömt herbei aus jedem Land Wollet Gutes ihr erfahren, ,, Eureka" euch zur Hand; Nur Eurea" macht die Linnen ( Gleich wie Schnee so weiß und rein, Darum muß bei jeder Wäsche Unbedingt„ Eureka" sein. ( ,, Gure ta" macht feinste Wäsche, überall erhältlich, pro Packe 15 Pfa) - Arbeitsnachweis der Stadt Gießen. Gartenstraße Nr 2( Bürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 14. Es können eingestellt werden: 1 landwirtschaftliche Magd, 1 Schmied. 1 Küfer, 1 Bauschreiner, 1 Metzger, 1 Friseur, 1 jüngerer Hausbursche von 16 bis 17 Jahren,( answ.), 1 Buffetfräulein, 1 Küchenmädchen, 1 Köchin( dauernde Stellung), 11 Dienstmädchen gegen hohen Lohn für hier und auswärts, 1 Kindermädchen, 1 Lauffrau. Lehrlinge: 1 Schlosser, 1 Spengler, 1 Feinmechaniker, 1 Mechaniker, 1 Kaufmann, 1 Buchbinder, 2 Schreiner, 1 Bäcker. Es suchen Arbeit: Mälzer, 1' Metzger, 1 Schneider, 2 Lackierer, 1 Schriftseger, 1 Kassierer, 6 Fahrburschen, 9 Hausburschen, 1 Köchin, 3 Lauffrauen, 3 Bureaugehilfen. 1 Schlosser, 1 Schmied, 2 Buchbinder, 2 Schreiner, 1 Königl. Preuss. Staats- Medaille Seidenstoffe jeder Art, in jeder Farbe, zu jedem Preise, der Meter von 75 Pf. an. Muster portofrei. 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März, m lle der Stadtfnabenschu alt von Pferden, Wag Eldhaften. Haushaltungs ntrieb der Lose à 11 Gießen, 15. Jan Die Rädtisch hier übertragen. Jean blieb sehr berg den ür die sym Tartufe, fand Den Ton und gaben wenig H.H. Gießen . Gröninger Karl Jitchter Jan. Baumit Antonie Bribatdozent da Albertine -Buchhändler rtrud Bink u Ferd. Rudolf Elgström in helm Bohling mit Emilie w. Henfel in Fuhrmanns loffers Karl Orch. Junter. Langsdorf Fauldrath. Konr. Peter a Helene, T. 8. Jan. Otto ltheis, 36 J. er geb. Reger, Rattrein, geb. tharine Diter, E.) bis Freitag. erstreckt sich Norden und nt, ohne uns ruhiges, trübes twärts auszu It fofteten Butter Pfg., Enteneler St. 5-6 Bfg., Tauben per Paar 40, Hahnen, per Gänse per fb. fg., Rindfleisch 6 Pfa. Schweineer Bfb. 70-76 eln pro 100 kilo Jagd- Verpachtung. Samstag, den 6. Februar ds. J. nachmittags um 1 Uhr, soll die der Gemeinde Groken- Buseck zustehende der Feld- und Waldjago auf weitere 6 Jahre im Rathaussaale dahier öffentlich verpachtet werden. Das ges. Jagdgebiet umfaßt 400 Hektar Wald und 1200 Hektar Feld, und ist die Bahnstation Großen- Buseck an der Strecke Gießen Fulda in der Mitte des Jagdgebiets gelegen. Großen Buse ck am 8. Januar 1904. Großh. Bürgermeisterei Großen- Buseck. Schwalb. Holz- Versteigerung. Bekanntmachung. Die am 23. November 1903 angeordnete Sperre Kathar vengasse wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 21. Januar 1904. Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler. Bekanntmachung. Der Installateur Louis Moot dahier ist zur Ausführung von Anlagen im Anschluß an das Gasund Wasserwerk auf Grund der Bestimmungen vom 29. Dezember 1902 zugelassen worden. Am Dienstag, den 26. Januar 1904, von Nacm. 2 Uhr ab kommen in der Wirtschaft der Witwe foff zu Laurebach folgende Holzsortimente aus den Distrikten Hintermark, Schanze, Wißmarer- Straße, Langnacht, Wäldchen und Totalität des Gemeinde der waldes Launsbach zum Verkauf: Eichen: 10 Rm. Scheit und Knüppel, 660 Rm. Reiser. Nadelholz: 45 Rm. Knüppel, 116 Rm. Reiser. Krofdorf den 21. Januar 1904. Der Bürgermeister J. V.: Der Beigeordnete Leib. Sielbau Gießen. Die Lieferung der für das Baujahr 1904/5 benötigten 600 Stück Straßen sinkfaßten, Eystem Heiger, einschl. eisernem verzinkten Schlammeimer soll öffentlich verdungen werden. Die Lieferung muß erfolgen frei Waggon Lagerplaz( Margaretenhütte) Gießen. Bedingungen und Angebotsformulare nebst Zeichnungen sind gegen portofreie Einsendung von 2,00 Mt. durch das städtische Tiefbauamt Großh. Bürgermeisteret, Zimmer Nr. 6, zu beziehen. Auskunft erteilt außerdem Herr Oberbaurat Schmick- Darmstadt, Mühlstraße 60. Die Angebote sind versiegelt und mit der Aufschrift: ,, Angebot auf die Lieferung von Straßensinkkasten" bis zum 18. Februar d. J. portofrei bei dem städt. Tiefbauamt einzureichen, woselbst die Eröffnung der Angebote am genannten Tage vormittags 11 Uhr im Beisein etwa erschienener Bewerber erfolgt. Zuschlagsfrist 6 Wochen. Gießen, am 18. Januar 1904. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. Sielban Gießen. Die Lieferung des für das Baujahr 1904/5 benötigten Eisenzenges soll öffentlich losweise getrennt oder insgesamt verdungen werden. zu liefern sind: 208 1 470 Stüd Schachtabdeckungen mit Eichenholzeinlagen und Sa lammeimern. 203 II 4850 Stück Steigeisen. 203 III 600 Stück seitliche Einläufe für Sinkkaften. 00, Aepfel per frei Waggon Lagerplatz( Margaretenhütte) Gießen. er der Marktgelt Bedingungen und Angebotsformulare nebst ZetchGegenstände des en brennungen fönnen gegen portofreie Ginsendung von 3 Mk. beit im Um durch das städtische Tiefbauamt Großh. Bürgermeisterei Gießen, Zimmer Nr. 6 bezogen werden. Ebendaselbst liegen in den Dienststunden die Verdingungsunterlagen zur Einsicht auf. markt vom 22. . 3.00-3.70 Albin Klein Fr. Oppermann Völker edem Land ren,- Mebmt t die Linnen muß bei jeder Itlich, pro Packe Gießen. eifterei 4. en: 1 Küfer, Gießen, den 20. Januar 1904. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen Mecum. Bekanntmachung. Die am 19. November 1903 angeordnete Sperre Sandgasse wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 22. Januar 1904. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Seide porto- u. zollfrei bersenden wir direkt an Jedermann in wundervoller Auswahl unter Garantie für gutes Tragen. Wundervolle Neuheiten in schwarz, weiß und farbig in allen Preislagen schon von 95 Pf. an. Muster bei Angabe des Gewünschten franto. Briefporto nach der Schweiz 20 f. Seidenstoff- Fabrik- Union Adolf Grieder& Cie., Zürich G. 22 Kgl. Hoflieferanten AUTOL ( Schweiz). unübertroffenes Oel H.mobius Sohn für Motorwagen& Motorzweirader. 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Specht, als 300 Mt. bis 500 mt. einals 500 Mt. 1.00 Mt.; außerdem ist für jede Wohnungsanmeldung 1.00 Mt. zu hinterlegen. von ausgezeichneter Kockart Linsen als: Bohnen, welse Erbsen, gesch. Erbsen, ungesch. Erbsen, grüne holl, ferner: Sauerkraut Salzgurken Essiggurken empfiehlt 3. in Bell, Dienstag den 26. d. Mts, abends 8 Uhr, Schreibgehilfenstelle Robert Stuhl in der Wirtschaft von Seipp. 4. in Nieder- Gemünden, Freitag den 29. d. Mts, abends 8 Uhr, in der Wirtschaft von Philipp Södler. für einen 16 Jahre alten Jungen alsbald gesucht. Näheres auf dem Armenamt Neuen Bäue 25. Gießen, den 19. Jan. 1904. Armenamt Gießen. Gießen. Neustadt 23. Dampfmolkerei Giessen Ich lade die Landwirte und Freunde der Landwirtschaft, die sich über obige Frage informieren wollen, zu diesen Versammlungen freundlichst ein und bitte auch die Landwirte aus den Nachbarorten, sich an denselben Wirtschaft mit Schener zarte Käsematte. Quark zu beteiligen. Alsfeld, den 21. Januar 1904. Der Direktor des landw. Bezirksvereins Alsfeld. Dr. Melior. Grosse Apfelsinen schöne saftige Früchte per Stück 5, per Dyd. 50 Pfg. per Kiste 200 Std. 8 Mt., 420 Stück 16 Mt. Gebr. Berdux Giessen. Bahnhofstr. 27. Lindenplatz 12. Zur Saison bringe mein großes Lager von Irischen-, Dauerbrand-, Amerikaner-, Regulierheiz, Koch Hopew- und Darmstädter- Defen in diversen Fabrikaten. Ferner: Ofenschirme, Ofenvorseter, Verdampfschalen, Feuergeräteſtänder, Kohlenfüller n. Kasten, Kohlenlöffel, Stocheisen, Asch und Mülleimer etc. in empfehlende Erinnerung. Auch hate Wegen Altershalber verfaufe ich Jac. Persyn, Schanzenstr. 4 meine Stallung und Garten an der Wohnung. F. Wezz, Gladenbach, Bahnhofstraße. 1 Bauplat preiswert zu verkaufen Jäh. in d. Exp. d. Bl. empfiehlt täglich frische 15 fa. das Pfund Bu vermieten Mittlerer Stod, Bleichstraße 11, 5 Zimmer mi 2 sehr beim. christliche una ballem Zubehör, Garienanteil, so= hängige Damen suchen die Be wie Trockenboden, zu vermieten. fanntschaft sol. tücht. 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Tiefbauamt einzureichen, woselbst die Eröffnung der Angebote am genannten Tage, vormittags 11 Uhr im Bei sein etwa erschienener Bewerber erfolgt. Zuschlagsfrist 6 Wochen. Gießen, am 18. Januar 1904. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. Frühjahrs- Pferdemarkt zu Gießen. Am Mittwoch, den 16. März 1904, vormittags, findet auf den städtischen Markianlagen nächst der Rodheimerstraße Pferdemarkt statt. Für Stallungen in der Nähe des Marktes ist außingerer Hausreichend Sorge getragen; wegen derselben wolle man sich an Herrn Buffetfräulein, Hoflohnkutscher Hub dahier wenden. Auskunft über sonstige MarktStellung), 11 Jier und aus ngler, 1 Fein 1 Buchbinder, 2 Schreiner, 1 rer, 1 Schrift ausburschen, 1 in jeder Farbe, Preise, der Meter 75 Pf. an. halbfert. Roben. en- Geschäft lin SW. 19 afen- Strasse, angelegenheiten erteilt Herr Weinhändler August Schwan dahier. Mit dem Pferdemarkt ist eine Brämiierung Der verbunden, für welche 1585 Mt. zur Verfügung stehen. Brämiierungsplan ist von Herrn Defonomierat Schlenke- Hard hof bei Gießen oder von Herrn Weinhändler Schwan- Gießen zu beziehen. Die Breisverteilung erfolgt im Anschluß an die Prämiierung um 122 Uhr. Von 11 Uhr ab Konzert auf dem Marktplaz. Omnibusver bir dung von dem Bahnhof nach dem Marktplatz und jurück. Am 17. März, nachmittags 2 Uhr, findet in der Turnballe der Stadtknabenschule eine Verlosung ftatt von Pferden, Wogen, landwirtschaftlichen Maschinen und Getätschaften, Haushaltungs- und Gebrauchsgegenständen. Der Generalbertrieb der Lose á 1 Mark ist dem Herrn Richard Buchacker dahier übertragen. Gießen, 15. Januar 1904. Die städtische Pferdemarktkommiffion. Jean Kirch, Stadtverordneter. Saftpressen zu verleihen. Ganz besonders mache auf den Vertrieb der patentierten Schröders Fohlen, und Kälber- Saug- Apparat sowie Fensterfeststeller aufmerksam. Edgar Borrmann, Gießen. Eisenhandlung, Haus- und Küchengeräte. Ohne Fleiss keinen Preis AURORA Maccaroni, Bruch Zwetschen, türk. 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Jede Mutter, welche die gesunde und kräftige Entwicklung ihrer Kinder wünscht, mag sich die zwei Worte merken: Kathreiners Malzkaffee". Das ist in jedem Falle das gesündeste und angenehmste Getränk für die Kleinen! Besonders mit Milch gekocht nehmen es die Kinder dauernd gern, während reine Milch oft bald widersteht und in vielen Fällen überhaupt nicht gut vertragen wird. Stadt- Theater Gießen. Direktion: Steingoetter. Sonntag den 24. Januar Nachmittags 3½ Uhr Fremdenvorstellung zu ermäßigten Preisen. Novität! Novität! Zapfenstreich. Drama in 4 Aufzügen von Franz Adam Beyerlein. Breise der Plätze: Loge 2 Mt., Sperrsit 1,50 Mt., 1. Platz 1 Mt. 2. Platz u. Estrade 60 Pfg., Gallerie 30 Pfg. Mr. 4. Wo Wegen bevorstehender Verlegung unseres Wäsche, Ausstattungs- und Betten- Geschäftsunterstellen wir unser ganzes Warenlager einem Räumungs- Ausverkauf. 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Stets nur tropfenweise zu verwenden ist MAGGI zuzusetzen. s Würze, sie soll auch nicht mitgekocht werden, sondern ist den Speisen erst beim Anrichten In allen Flaschengrössen ang legentlichst empfohlen von Philipp Schwager Wtw., Drogen-, Farb- und Colonial. Waren, Giessen, Marktplatz 8. Deutscher Flotten- Verein. Am Montag, den 25. Januar hält Herr Kapitänleutnant Freiherr von Veltheim in Rodheim a. d. Bieber im Saale des Gastwirts Stort einen Vortrag über: die deutsche Kriegsflotte in nationaler technischer und wirtschaftlicher Beleuchtung. Der Vortrag wird weiter ausgestaltet werden durch Vorführung von Lichtbilder n. Eintrittspreis: Erwachsene 30 Bfg. Kinder 15 Bfg. Der Vortrag beginnt 8 Uhr abends; Mitglieder des Vereins haben freien Zutritt. Die Ortsgruppe Rodheim a. d. Bieber. Jean Dern& Co. Giessen. Gegründet 1883. Inhaber: Oskar Gutmann. Bureau und Lager: Westanlage 31 Telephon 21. Gegründet 1883. Cementwaren- Fabrik und Lager: Frankfurterstr. 114, eign. Bahnanschl. 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Alleiniger Fabrikant: Karl Link, Gießen, Seltersweg 61. Große Gruppenaufführungen a. d. Märchenwelt: Kartoffel licebit: Die verzauberte Prinzessin. Zum ersten Male aufgeführt. Lebende Bilder dargestellt auf der Bühne von 30 Personen. Zauberreigen in hochfeinen Königskostümen aufgeführt im Saale. Altdeutscher Königstanz und Zauberreigen aufgeführt v. 8 Damen u. 8 Herren m. beng. Beleuchtung. Indem die Ueberschüsse an hiesige Arme verteilt werden, ladet zu recht zahlreichem Besuche ein Der Vorstand. Eintrittfarten: Herrnkarten 1 Mr., an der Kaffe 1.29 Mt. Damenfarten 50 Pfg., an der Kaſſe 60 Pfg. Gallerie 30 Bfg. 2ogenplak 1 Mt. Stehplatz 50 Pfg. Vorverkaufstelle in allen Geschäften, wo Plakate ausgehängt sind. Speise- u. Salatkartoffel zu den billigsten preisen empfiehlt - Flüssiges Alkoholfreie Normalgetränke, nuTages- vergorene Fruchtsäfte a. frischem Obfte: Aepfel, Beeren, Trauben 2c. in mehr a. 20 versch. Sort. Aerztl. empf. Vers a. i. fl. Quant. z. Orig. Keltereipreisen. Man verl. 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Erfreulicherweise famnlung des Vere dauemden Erfolg d Vor alem denkt der politischen und wirt zunächt nur an de Staaten Europas, di ander iemlich gleid Defterreich- Ung Anschluß Staliens un mäniens. Wie dami grenzt werden, so wer fang hin meise beschr europäischen 30 ischen Zustände auf Utopie ist und für Berein nichts wissen. beiführung emer beffe Ländern, eine Erweiter Serabsetzung der Pro begünstigungsrechts u Bollpolitischer Feit der alliierten St follen vielmehr nur Berhandlungen mit de auf der Hand: Es i wenn 3. B. bei einer fo Defterreich- Ungarn ni An- und Verkauf von gebrauchten Möbeln. Betten, Bleidern, Wäsche, Gefen und Herden, Gold- und Silbersachen, Antiquitäten, Metallen, Eisen, Lumpen und Knochen, sowie Webernahme ganzer richtungen. EinHamburg, Fichtestr. 33. Louis RothenbergerWtw. Mr. 4. 1904. eater ett. ingoetter. 24. Januar rstellung Preisen. Novität! treich. ufzügen von Beyerlein. Blätze: errig 1,50 Mt., Blayz u. 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Ballbouqet, Zart und nett, Für die schöne Magdalene Kauft beim drallen Gärtnerskind Hoffnungstrunken Kurt v. Stint: Im Frühlicht! Abend da! Chapeau bas, Fächerrauschen Blicketauschen! Und der volle Rosenstrauß Haucht die schönsten Düfte aus: Im Glühlicht! Saal zu schwül, Park so fühl! Liebeskosen! Und die Rosen Duften sanfter weil die süßen Küsse sie vermitteln müssen: Im Zwielicht! Ball ist aus Fahrt nach Haus! Magdalene Hat Migräne Wirst den welken Blumenstrauß Launisch auf den Hof hinaus: Ins Spülicht! Mitgift. Was hör ich, Altmann, Du bist verheiratet? Gute Partie? Was hat Dir denn Deine Frau mitgebracht?" Ihre Mutter!" Vorsichtig. ( Nachdruck verboten.) Frau:„ Aber lieber Otto, welche Idee, heute, wo ich zum ersten Male allein koche, einen Freund von Dir einzuladen!" Gatte: Nur der Vorsicht wegen, liebe Else... er ist nämlich Arzt!" Gedankensplitter. Das Gute bricht sich Bahn, wenn es sich nicht vorher das Genick gebrochen hat. luchowski, der diesen Gedanken, aver aus der preueren Grundlage einer mitteleuropäischen Zollallianz, wieder aufnahm. Und nur wenig später hat dann auch der zweite deutsche Reichskanzler, Graf Ca privi, und bald darauf der italienische Staatsmann 2u33atti sich mit der Frage beschäftigt. Indes erst jetzt, wo sich sozusagen über Nacht Amerika, Greater- Britain und Ostaiien zu gefährlichen_Konfurrenten Europas auf dem Weltmarkt und auch auf dem europäischen Markt ausgewachsen haben, ist der Moment für die nangriffnahme eines solchen Planes gefommen. Und er ist erfreulicherweise nicht verpaßt worden. In einer Verammlung namhafter Vertreter der Wissenschaft, des Handels, dr Parlamente, der Landwirtschaft und der Industrie ist; me schon gemeldet, dieser Tage in Berlin ein mitteleuropiischer Wirtschaftsverein gegründet worden, desen Ziel ist, auf dem Boden des politisch und wirtſchaftspoitisch Möglichen den Zusammenschluß Mitteleuropas zu einm wirtschaftlichen Bollwerf gegen die Auslandskonkurrenz herleizuführen. Erfreulicherweise zeigte sich schon in der Gründungsver= sammlung des Vereins ein weises Maßhalten, das den dauemden Erfolg der Bestrebungen des Vereins verbürgt. Vor allem denkt der Verein, dem Vertreter der verschiedensten politischen und wirtschaftspolitischen Richtungen angehören, zunächst nur an den Zusammenschluß derjenigen beiden Staaten Europas, die in ihrer wirtschaftlichen Struktur einander ziemlich gleichgeartet sind: Deutschlands und Oesterreich- Ungarns. Für später erhofft man den Anschluß Staliens und einiger kleinerer Staaten, z. B. Kumäniens. Wie damit territorial die Vereinsaufgaben begrenzt werden, so werden sie auch nach ihrem sachlichen Umfang hin weise beschränkt. Von der Idee einer mitteleuropäischen Zollunion, die schon wegen der politischen Zustände auf dem europäischen Kontinent eine Utopie ist und für absehbare Zeit bleiben muß, will der Verein nichts wissen. Er erstrebt vielmehr vor allem die Herbeiführung einer besseren Arbeitsteilung in den beteiligten Ländern, eine Erweiterung des inneren und äußeren Marktes, Herabsetzung der Produktionskosten, eine Reform des Meiſtbegünstigungsrechts und, als Hauptstück, die Begründung zoll politischer Allianzen, die die Selbständigfeit der alliierten Staaten nicht antasten. Diese Allianzen sollen vielmehr nur in Kraft treten bei handelspolitischen Verhandlungen mit dem Auslande. Der Nußen hiervon liegt auf der Hand: Es ist doch ein ganz anderer Machtfaktor, wenn z. B. bei einer solchen Allianz zwischen Deutschland und Desterreich- Ungarn nicht iede der beiden Mächte mit einem Amerika erscheinende schwedische Blätter erheben angesichts der russischen Gewaltpolitik gegen Finland dringend den Ruf nach einem solchen Zusammenschluß aller germanischen Länder. Sie weisen darauf hin, daß das für den Bestand der skandinavischen Staaten geradezu eine Lebensfrage sei. Das stimmt ebenso, wie die Auffassung jener schwedischamerikanischen Blätter, ein solches Bündnis bedeute durchaus keinen Verzicht auf die Selbständigkeit der eigene Sprachen aufweisenden germanischen Nordstaaten. Aber wann hätte das Selbstverständliche und Natürliche jemals ohne weiteres Eingang gefunden in die Köpfe germanischer Politiker? Alien. Gestern Friedensschalmeien, heute Kriegsdrommetengeschmetter: Britische Blätter tischen der Welt wieder einmal Kriegsprophezeiungen auf.„ Daily Mail" läßt sich aus Shanghai melden, zwischen China und Japan sei ein vollständiges Abkommen zustande gekommen. Für den Fall eines Krieges sollen 50 000 Mann gutbewaffneter chinesischer Truppen dienstbereit sein. Und die Morning Post" weiß sogar aus Tschifu zu melden, 12 000 Japaner seien in Masampho gelandet, was einer Kriegserklärung an Rußland gleichfäme. Beide Nachrichten sind offenbar erfunden. Eher dürfte zutreffen, was über die Lage in Korea mitgeteilt wird. Der Gesandte der Vereinigten Staaten in Söul meldet, in Korea drohten starke Unruhen; die Japaner seien an vielen Plätzen angegriffen worden. Man befürchtet in Washington, daß Japan selbst die Unruhen an der japanischen Eisenbahn anzettele, um einen Grund zu haben, die Bahnlinie mit starker Truppenmacht zu besetzen. Jedenfalls ist die ganze Situation, wenn auch nicht gerade unmittelbar bedrohlich, so doch nichts weniger als rosig. Aus den Parlamenten. Einen Antrag auf Abänderung des preußischen Landtagswahlgesetes beabsichtigt die freifonservative Partei im Abgeordnetenhause einzubringen. Der Antrag fordert die Regierung auf, unter mäßiger Vermehrung der Zahl der Abgeordneten eine Tcilung übermäßig großer Wahlkreise herbeizuführen, die Drittelung nach Urwahlbezirken in größeren Gemeinden wieder zu beseitigen und in ebensolchen Gemeinden die Möglichkeit zu schaffen, nach Bedarf an Stelle des jetzigen Wahlverfahrens für die Urwahlen ein den Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung nachgebildetes Verfahren treten zu lassen. 13. Jahrgang. tionspreis: Die einspaltige Petitzeile für ganz Obev die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. fonft 15 Pfg Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3269. lon und Expedition: Gießen, Seltersweg 88 Fernsprechanschluß Nr. 362. ichten eßener Zeitung) r Gießen und Umgebung. Behörden von Oberhessen. ne Anregung von freikonservativer Seite werden das Zentrum und die Nationalliberalen des Abgeordnetenhauses eine dringliche Aufforderung atsregierung richten, unverzüglich ein Schul 1sgesetz in Verbindung mit Vorschlägen zur ig wenigstens der größten Härten und Ungleicher Belastung der verschiedenen Schulverbände mit und in der Höhe der Diensteinkommen der Lehrer onne Zülow aufser Gefahr! thischen Leutnant macht uns keiner nach: Auch in ärtigen Aufstand in Südafrika zeigt er, daß er als die Wizzblätter ihm nachsagen. Aus Swakopit die erfreuliche Nachricht, daß Oberleutnant , der bei Station Waldau von Hereros umzingelt aus der Um klammerung befreit hat em bedrohten Okahandja vorgedrun Das Kolonialamt veröffentlicht folgende Mitlegramm des Kommandanten S. M. S. ,, Habicht" kopmund besagt, daß dort ein Bote aus Okangetroffen ist, der Okahandja am 20. d. Mts. hat. Er bringt die Meldung, daß die Erpe= es Oberleutnants v. 3ülow in Okaangekommen und daß der Ort vorläufig bar befestigt sei. Von Okasise ab sei die Bahn rstört. Es finde fortwährend ein starker Zuzug os nach Okahandja statt, die Lage sei aber voriedigend. ürfte es so gut wie sicher sein, daß Oberleutnant · Ortschaft hält, bis ihm Entsatz wird. Weniger d andere Meldungen aus dem Schutzgebiet: Zutet, es beginne auch in dem nördlich des Hereroegenen Terrain der Otavi- Minen- Gesellschaft jären; namentlich in Grootfontein mache sich eine e unter den Eingeborenen, den Ovambo- Hereros, Eigentümerin jenes Gebietes ist die South West pany. Ferner meldet der Kommandant S. icht" unter dem 22. aus Swakopmund, daß die ndert sei; infolge starker Regenfälle würde der häufig unterbrochen. ungslos man unmittelbar vor dem Aufstand entrum des Aufruhrgebietes gewesen ist, davon igt folgender Privatbrief einer in Okahandja wohnenden me, der am 14. Dezember aus Okahandja abgegangen ist: Ich bin nicht mehr zum Schreiben gekommen, ich batte furchtbar viel zu tun. Das ganze Haus voller Gäste. Heute ist Gerichtstag und ist der Assessor aus Windhuk hier... Dann war gestern der junge Leutwein, ein Herr M. und 3. hier. Abends waren acht Gäste zu Tisch. Da bin ich trotzdem mit den Herren nach Ofahango gefahren, und wir sind abends -die ganze Gesellschaft mit dem Ochsenwagen wieder hin. eingefahren. Es war eine furchtbar fidele Fahrt. Stühle curden' reingesetzt, Bier zur Genüge mitgenommen; e Darzu nett; mal eine kleine Abwechselung, da denkt man noch wochenlang daran. Sonnabend ist hier ein großes Eisenbahnunglück gewesen. Durch die Wassermassen ist der Bahndamm unterspült und ist der Zug entgleist; zwei Heizer sind tot, vier Menschen verlegt, darob herrscht natürlich große Aufregung. Hoffentlich komme ich noch heil nach Swakop mund Nachher fahren wir alle nach Ofahango. Vorher wollen wir noch Tennis spielen. Für heute darum Schluß. Ich will jetzt Toilette machen." Das wurde geschrieben, als die Hereros schon auf Okahandja im Anmarsch waren. Die obige Nachricht vom Eintreffen der Kolonne Zülow in Okahandja läßt hoffen, daß die Teilnehmer an der hier geschilderten Vergnügungsfahrt, die zweifelsohne sich in die Station geflüchtet hatten, endgültig gerettet sind. In Spandau ist ein Transport Maultiere für die südwestafrikanische Expedition eingetroffen, die in den Militärwerkstätten mit dem erforderlichen Lederzeug versehen und dann nach Wilhelmshaven weiterbefördert werden. Leider scheint die deutsche Regierung, was die Beschaffung von Pferden für die Expedition angeht, einen Mißgriff getan zu haben: Nach dem Urteil genauer Kenner Südafrikas ist das argentinische Pferd für Südafrika nicht geeignet, das einzige Pferd, was dort mit Erfolg verwandt werden kann, ist der mongolische Pony, mit dem unsere Truppen in China beritten sind. Wenn wir aber etwas ausrichten sollen, so heißt die Losung für uns: Pferde- Pferde- Pferde natürlich solche, die brauchbar sind. Nach dem Streik. O Crimmitschau, 23. Januar. Der Streif ist beendet, die Arbeit wieder aufgenommen. Wer daraus aber auf eine endgiltige Beilegung des Interessenstreites zwischen Arbeitgebern und Arbeitern schließen wollte, würde die Sachlage gänzlich falsch beurteilen. Es handelt sich nur um einen notaedrungenen Waffenstillstand, der das Todes- Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, innigstgeliebten Sohn, Bruder, Bräutigam, Schw Onkel Pailipp Dürr, Schreiner nach langem schweren, mit grosser Geduld g Leiden im beinahe 25. Lebensjahre in ein Jenseits abzurufen. Giessen und Lollar, den 23. Januar 1 Um stilles Beileid bitten die tieftrauernden Hinterblie Familie Dürr. Familie Ofensetzer. Die Beerdigung findet Sonntag, den 24 Janua 4 Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofes We - Wäsche-, Räm Die Preise unserer sä ermäßigt und bieten stattungen, zumal die Sämtliche Winterwaren,] besonders billig Kaufmännischer- Ver und 6 Ortsgewerbe- Verein G IV. Vortrag Montag, den 25. Januar, abends. 8/2 in Steins Saalbau. Es spricht Herr Rudolt Cronau- Dew über: Die Vereinigten Staate Nordamerika u. ihre Bet ( Mit Lichtbildern.) Eintrittskarten für Nichtmitglieder sind abends an der Kasse zu haben. Die Vorstanu. Stets nur tropfenweise zu verwenden ist MAGGI zuzusetzen. s Würze, sie soll auch nicht mitgekocht werden, sondern ist den Speisen erst beim Anrichten In allen Flaschengrössen ang legentlichst empfohlen von Philipp Schwager Wtw., Drogen-, Farb- und Colonial, Waren, Giessen, Marktplatz 8. Diskretion- Ebrensacbe! Ein lustiges Geschichtchen von Hans Reis. Grete Lohmann stand am Fenster des eleganten Schweizer Hotels und beobachtete mit lebhaftem Interesse die vor diesem auf und abwogende Menge. Was war das für ein buntes, lustiges Treiben hier! So etwas hatte sie sich in ihrem kleinen Landstädtchen faum träumen lassen. Sie öffnete das Fenster, lehnte sich weit hinaus und atmete mit Entzücken die frische, würzige Gebirgsluft ein. Eifrig spähten dabei ihre Augen nach rechts und links. Erwartete sie doch keinen Geringern als ihren Bruder Fritz, der heute mit dem Nachmittagsschnellzug eintreffen sollte. Die Blicke des jungen Mädchens wurden plötzlich durch einen eleganten Landauer gefesselt, der vor dem Hotel vorfuhr und dem ein einzelner Herr entstieg. Sie beobachtete dies mit Interesse. Dann bog sie sich plötzlich hastig vor und unterdrückte nur mit Mühe einen Freudenruf. Mein Der große, Gott, wo hatte sie nur ihre Augen gehabt? schlanke, blonde Herr, der soeben ange= kommen, das war ja Frik ihr Bruder Fritz! Sie stürmte zur Tür, den Korridor entlang und die Treppe hinab. Friß, Fritz! Liebster, einziger Fritz!" jubelte sie. Der junge Mann stutte einen Augenblick und faßte sie fester ins Auge, dann aber breitete auch er die Arme aus, nahm den Rest der Treppe mit wenigen Säßen und zwei junge, heiße Lippenpaare fanden sich in innigem Kuß. Plöblich jedoch richtete sich Grete erschreckt auf. Sie wußte eigentlich selbst nicht, warum; aber der Kuß des Bruders war so eigen gewesen, so- sonderbar. Noch nie zuvor hatte Friß sie„ so" gefüßt. Das junge Mädchen starrte dem vermeintlichen Bruder in das lachende Antlib. Mein Gott was war denn das?! Das war ja zwar auch ein großer, schlanfer, blonder Herr, der auch mit dem Erwarteten einige Aehnlichkeit hatte; aber ihr Bruder Frizz war das nicht! Mit einem heftigen Ruck befreite sich Grete aus den noch immer sie umschlingenden Armen, und Tränen des Zornes funfelten in ihren Augen, als sie in höchster Empörung hervorstieß: Aber, mein Herr das ist ja unerhört! Das ist- eine beispiellose Frechheit!" Jm Davoneilen hörte sie dann noch, wie ihr der falsche Frizz lachend nachrief: Aber, mein gnädiges Fräulein,„ Sie" hatten doch die große Güte, mir diesen äußerst liebenswürdigen Empfang zu be= reiten, und Krachend warf Grete die Tür ihres Zimmers hinter sich ins Schloß. Das mußte sie sich sagen lassen sie- die stolze, tropige Grete Lohmann! Als der Ersehnte dann eine Viertelstunde später tatsächlich eintraf, da war der Empfang, den sie ihm bereitete, bei weitem nicht so enthusiastisch, wie er es von der kleinen, lebhaften Schwester sonst gewohnt war. Die deprimierte Stiminung, in die sie der schreckliche Mensch versetzt hatte, war schuld daran. Hoffent lich reiste er noch heute ab, und sie brauchte ihn niemals wiederzusehen! Ein tückisches Schicksal hatte es aber doch anders beschlossen; denn als sie sich mit Vater und Bruder zum Abendessen auf der Terrasse einfand, war diese noch ziemlich menschenleer, und unter den LUSIVE Westanlage 31 Telephon 21. Höhenkunst. wenigen saß jener, dem sie nie wieder im Leben zu begegnen hoffte, nur einige Tische von ihnen entfernt. Beim Anblick des jungen Mädchens überflog ein schmunzelndes Lächeln sein hübsches und angenehmes Gesicht. Grete errötete vor Zorn und setzte sich so, daß sie dem Verhaßten den Rücken zukehrte. Ein lebhafter Ausruf ihres Bruders bewog sie dann aber, sich wider Willen umzusehen. Was seh' ich? O, ihr guten Geister! Mein Roderich!" hatte Fritz vergnügt zitiert und war Grete traute ihren Augen nicht mit allen Zeichen des Entzückens auf den blonden Herrn zugestürzt. Dieser erhob sich lebhaft, eilte dem Bruder entgegen und umarmte und füßte ihn herzlich. Mein Gott, das war ja ein Menschenfreund in des Wortes verwegenster Bedeutung! Bei dem schien es Prinzip zu sein, alles, was ihm in den Weg fam, abzuküssen. Diesen schmählichen Verdacht mußte sie ihm indeß in Gedanken gleich wieder abbitten; denn der Bruder stellte ihr diesen als seinen liebsten Freund aus der Studienzeit, als den Assessor itz Eichstädt, vor. Auf die liebenswürdige Aufforderung des Landgerichtsrats nahm dann der junge Assessor an Gretes Seite Plaz, ohne sich durch das kalte Wesen des jungen Mädchens abschrecken zu lassen. FRENZ ,, Menschenskind, was machst Du denn da oben?" Ja, ich muß Heizung sparen; da kriech ich beim Malen immer der Wärme nach!" Zwischen den drei Herren entspann sich bald eine lebhafte Unterhaltung. ,, Wissen Sie auch, liebster Eichstädt," sagte der Landgerichtsrat in deren Verlaufe ,,, daß Sie mit meinem Sohne Aehnlichkeit haben? Es fiel mir gleich auf." „ Oh, das haben schon mehr Leute gefunden," lachte der Assessor und warf einen Blick auf seine Nachbarin. " Ja, wahrhaftig," bestätigte Frib. " In Jena wurden mir immer seine unbezahlten Rechnungen zugeschickt, und ich follte absolut für den Bruder Leichtfuß blechen." ,, Na, na, untergrabe Du hier nicht meinen guten Ruf," wehrte der Assessor. ,, Uebrigens- habe ich sogar auch in Tester Zeit ein ganz reizendes Beispiel für diese Aehnlichkeit erlebt." " In letzter Zeit? Nanu? Wie ist denn das möglich? Erzählte doch," drängte Frit neugierig. Grete warf dem Assessor einen wütenden Blick zu. Um Gottes willen, er würde doch nicht.. Der aber lehnre sich behaglich in seinen Stuhl zurück, blies den Rauch seiner Zigarre in funstvollen Ringen in die Luft und meinte dann gelassen: Ja, das war in der Tat das reizendste, kleine Abenteuer, das ich jemals erlebt habe, und ich möchte es um die Mt nicht missen! Erzählen freilich erzählen läßt sich die Geschichte leider nicht. Es heißt hier: Diskretion Ehrensache!" Gottlob Grete atmete erleichtert auf. In dieser Beziehung wenigstens schien er ja anständige Gesinnungen zu haben. Da der Assessor schon gut in der Umgegend Bescheid wußte und sich als vorzüglicher Cicerone erwies, so unternahm man von jetzt ab täglich Ausflüge. Nur Grete blieb häufig der Partie fern. Vierzehn Tage waren auf diese Weise bergangen, als unsere Kleine Heldin an einem wunderbar schönen Nachmittag ihr Malgerät zusammenpackte und sich auf ihr Lieblingsplätzchen begab, in der Absicht, eine angefangene Skizze zu vollenden. Um mit dem Kunstgenuß auch einen leiblichen zu verbinden, steckte sie eine riesige Düte Pralinés, die ihr der Assessor gestern verehrt hatte, zu sich. So machte sie sich denn mit einem wahren Feuereifer Frankfurterstr. 114, eign. Bahnanschl. Bau- und Kanalbau- Artikel. Trottoir-, Fussboden- und Wandplatten. Grösstes Lager am Platze in sämtlichen Bauartikel. Erster grosser maskenball Fechtverband Giessen- Labr wohltätigkeitsverein). Wer etwas wirklich Schönes seben und sich köftlich amüsieren will, der komme am Sonntag den 24. Januar 1904, abends& Ubr in's Cafe Leib. 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Und nur we deutsche Reichskanzler, der italienische Staats beschäftigt. Indes er Amerifa, Greater- Brit furrenten Europas a europäischen Markt an die Inangriffnahme e r ist erfreulicherweise immlung namhafter er Barlamente, der me schon gemeldet, die piischer Wirts desen Ziel ist, auf de poitisch Möglichen einm wirtschaftlichen herleizuführen. Crfreulicherweise famnlung des Vere dauemden Erfolg d Vor alem denkt der politischen und wirt zunächt nur an de Staaten Europas, di ander iemlich gleich Desterreich- Ung Anschluß Staliens un mäniens. Wie dami grenzt werden, so wer fang hin meise beschr europäischen 30 fischen Zustände auf Utopie ist und für Berein nichts wissen. beiführung emer beffe Ländern, eine Erweiter Serabsetzung der Pro begünstigungsrechts u Bollpolitischer Feit der alliierten Sto Follen vielmehr nur i Verhandlungen mit der auf der Hand: Es i Wenn 3. B. bei einer jo Deilerreidt- Ungarn nic von gebrauchten Möbeln. 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Ich kann doch eigentlich nichts dafür, daß unsere Bekanntschaft damals auf eine etivas- hm ungewöhnliche Weise vermittelt wurde." " Na, und ich kann doch nichts dafür, daß ich kurzsichtig bin," grollte Grete.„ Ein edel denkender Mann hätte die Situation damals entschieden nicht ausgenutzt. Man pflegt doch nicht eine igbeliebige Dame so sans façon..." Sie brach verwirrt ab. ,, Aber mein gnädiges Fräulein, da kennen Sie mich denn doch noch schlecht!" verteidigte sich der Assessor sehr energisch. Jede irbeliebige Dame hätte ich wahrhaftig nicht so behandelt. Ja, ich schwöre es Ihnen sogar zu, wenn mir zum Beispiel die dicke, alte Kommerzienrätin von Nr. 7 so liebevoll begegnet wäre, ich hätte meinen äußeren Menschen ängstlich in Sicherheit gebracht und schleunigst einen geordneten Rückzug angetreten. Bei Ihnen dagegen, mein gnädiges Fräulein, da war das natürlich etwas anderes!" Grete mußte wider Willen lachen. ,, Ah! Sie lachen!" triumphierte der Assessor.„ Also, bitte, bitte, schließen wir Frieden miteinander. Ja?" ,, Gut ich will nicht unversöhnlich sein. Ich verzeihe Ihnen also Ihre Keckheit; aber Sie müssen mir auch fest versprechen, daß so etwas nie wieder vorkommen soll!" J. Fülteld gez. 43 Oweh! Das hätte sie nicht sagen sollen! Natürlich da spielte schon wieder das ominöfe, motante Lächeln um seine Lippen, und er erteilte ihr die verblüffende Antwort: ,, Nein, mein gnädiges Fräulein, das kann ich Ihnen nicht versprechen. Ist es doch mein heißester Wunsch, daß so etwas noch recht oft vorkommen möge! Grete!" seine tiefe Stimme flang plötzlich sehr innig, fühlst Du denn nicht, daß ich Dich schr sehr lieb habe?... Und daß ich der glücklichste aller Sterblichen wäre, wenn Du reizendes, troziges, kleines Mädchen Dich entschließen könntest, eine ebenso reizende " Frau Assessor" zu werden?" In diesem Augenblick erschienen plöblich einige Touristen. Die aufs höchste verwirrte Grete benutzte die Gelegenheit und eilte, Malgerät und Liebeserklärung, alles schnöde im Stich lassend, wie ein gescheuchtes Reh flüchtig von dannen. Eine halbe Stunde später ließ ihr Vater sie in sein Zimmer rufen. Nun, Maus," fragte er mit einer bei ihm sonst ungewöhnlichen Rührung, wie ist's? Willst Du Deinen alten Vater verlassen?" Statt der Antwort sank Grete ihm an die Brust und stammelte nur:„ Ach, ich bin ja so glücklich so glücklich!" Na, Mädel, dann richtest Du Deine Zärtlichkeiten aber an eine falsche Adresse," neckte sie der alte Herr.„ Sich mal, da steht jemand, ber Dir sicher dankbarer sein wird. Also, Kinder, geniert Euch meinetwegen nicht, sondern gebt Euch ,, den ersten Kuß." Den ersten Kuß! Ein blißartiger Austausch von Blicken erfolgte. Die reizende Braut war heftig errötet, und der Assessor lächelte so eigentümlich verschmitt, daß der neuge= backene Schwiegervater erstaunt von einem zum andern sah. ,, Nanu, Kinder, was habt Ihr denn?" „ Ja, lieber Vater, Diskretion ist Ehrensache!" sagte übermütig der Bräutigam. Vielleicht, das heißt, wenn Grete nichts dagegen hat, erfährst Du es noch einmal, aber frühestens an unserem Polterabend!" Ein kluger Piccolo. Gast: Haben Sie' n Kreisblatt hier?"- Piccolo: Nee, wir haben nur viereckige." luchowski, der diesen Gedanken, aver aus der breueren Grundlage einer mitteleuropäischen Zollallianz, wieder aufnahm. Und nur wenig später hat dann auch der zweite deutsche Reichskanzler, Graf Caprivi, und bald darauf der italienische Staatsmann Luzzatti sich mit der Frage beschäftigt. Indes erst jetzt, wo sich sozusagen über Nacht Amerika, Greater- Britain und Ostasien zu gefährlichen Konkurrenten Europas auf dem Weltmarkt und auch auf dem europäischen Markt ausgewachsen haben, ist der Moment für die Inangriffnahme eines solchen Planes gekommen. Und er ist erfreulicherweise nicht verpaßt worden. In einer Verammlung namhafter Vertreter der Wissenschaft, des Handels, der Parlamente, der Landwirtschaft und der Industrie ist; we schon gemeldet, dieser Tage in Berlin ein mitteleuropiischer Wirtschaftsverein gegründet worden, desen Ziel ist, auf dem Boden des politiſch und wirtschaftspoitisch Möglichen den Zusammenschluß Mitteleuropas zu einm wirtschaftlichen Bollwerf gegen die Auslandskonkurrenz herleizuführen. Erfreulicherweise zeigte sich schon in der Gründungsversammlung des Vereins ein weises Maßhalten, das den dauemden Erfolg der Bestrebungen des Vereins verbürgt. Vor allem denkt der Verein, dem Vertreter der verschiedensten politischen und wirtschaftspolitischen Richtungen angehören, zunächst nur an den Zusammenschluß derjenigen beiden Staaten Europas, die in ihrer wirtschaftlichen Struktur einander ziemlich gleichgeartet sind: Deutschlands und Oesterreich- Ungarns. Für später erhofft man den Anschluß Staliens und einiger kleinerer Staaten, z. B. Kumäniens. Wie damit territorial die Vereinsaufgaben begrenzt werden, so werden sie auch nach ihrem sachlichen Umfang hin meise beschränkt. Von der Idee einer mitteleuropäischen Zollunion, die schon wegen der politischen Zustände auf dem europäischen Kontinent eine Utopie ist und für absehbare Zeit bleiben muß, will der Verein nichts wissen. Er erstrebt vielmehr vor allem die Herbeiführung einer besseren Arbeitsteilung in den beteiligten Ländern, eine Erweiterung des inneren und äußeren Marktes, Herabsetzung der Produktionskosten, eine Reform des Meistbegünstigungsrechts und, als Hauptstück, die Begründung 3ollpolitischer Allianzen, die die Selbständigfeit der alliierten Staaten nicht antasten. Diese Allianzen sollen vielmehr nur in Kraft treten bei handelspolitischen Verhandlungen mit dem Auslande. Der Nußen hiervon liegt auf der Hand: Es ist doch ein ganz anderer Machtfaktor, wenn z. B. bei einer solchen Allianz zwischen Deutschland und Defterreich- Ungarn nicht iede der beiden Mächte mit einem De ph Amerika erscheinende schwedische Blätter erheben angesichts der russischen Gewaltpolitik gegen Finland dringend den Ruf nach einem solchen Zusammenschluß aller germanischen Länder. Sie weisen darauf hin, daß das für den Bestand der skandinavischen Staaten geradezu eine Lebensfrage sei. Das stimmt ebenso, wie die Auffassung jener schwedischamerikaniſchen Blätter, ein solches Bündnis bedeute durchaus keinen Verzicht auf die Selbständigkeit der eigene Sprachen aufweisenden germanischen Nordstaaten. Aber wann hätte das Selbstverständliche und Natürliche jemals ohne weiteres Eingang gefunden in die Köpfe germanischer Politiker? Alien. Gestern Friedensschalmeien, heute Kriegsdrommetengeschmetter: Britische Blätter tischen der Welt wieder einmal Kriegsprophezeiungen auf. Daily Mail" läßt sich aus Shanghai melden, zwischen China und Japan sei ein vollständiges Abkommen zustande gekommen. Für den Fall eines Krieges sollen 50,000 Mann gutbewaffneter chinesischer Truppen dienstbereit sein. Und die Morning Post" weiß sogar aus Tschifu zu melden, 12 000 Japaner seien in Masampho gelandet, was einer Kriegserklärung an Rußland gleichfäme. Beide Nachrichten sind offenbar erfunden. Eher dürfte zutreffen, was über die Lage in Korea mitgeteilt wird. Der Gesandte der Vereinigten Staaten in Söul meldet, in Korea drohten starke Unruhen; die Japaner seien an vielen Plätzen angegriffen worden. Man befürchtet in Washington, daß Japan ſelbſt die Unruhen an der japanischen Eisenbahn anzettele, um einen Grund zu haben, die Bahnlinie mit starker Truppenmacht zu besetzen. Jedenfalls ist die ganze Situation, wenn auch nicht gerade unmittelbar bedrohlich, so doch nichts weniger als rosig. Aus den Parlamenten. Einen Antrag auf Abänderung des preußischen Landtagswahlgesetzes beabsichtigt die freikonservative Partei im Abgeordnetenhause einzubringen. Der Antrag fordert die Regierung auf, unter mäßiger Vermehrung der Zahl der Abgeordneten eine Teilung übermäßig großer Wahlkreise herbeizuführen, die Drittelung nach Urwahlbezirken in größeren Gemeinden wieder zu beseitigen und in ebensolchen Gemeinden die Möglichkeit zu schaffen, nach Bedarf an Stelle des jetzigen Wahlverfahrens für die Urwahlen ein den Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung nachgebildetes Verfahren treten zu lassen. 13. Jahrgang. Jnsertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für ganz Ober heffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfg. sonst 15 Pfg. Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen, Seltersweg 88 Fernsprechanschluß Nr. 362. ichten ( Gießener Zeitung) r für Gießen und Umgebung. Derer Behörden von Oberhessen. Auf eine Anregung von freikonservativer Seite werden Rechte, das Zentrum und die Nationalliberalen des ißischen Abgeordnetenhauses eine dringliche Aufforderung die Staatsregierung richten, unverzüglich ein Schultationsgesetz in Verbindung mit Vorschlägen zur gleichung wenigstens der größten Härten und Ungleichen in der Belastung der verschiedenen Schulverbände mit ullasten und in der Höhe der Dienſteinkommen der Lehrer zulegen. Kolonne Zülow aufser Gefahr! Den preußischen Leutnant macht uns keiner nach: Auch in gegenwärtigen Aufstand in Südafrika zeigt er, daß er r kann, als die Witzblätter ihm nachsagen. Aus Swakopnd kommt die erfreuliche Nachricht, daß Oberleutnant zül om, der bei Station Waldau von Hereros umzingelt rde, sich aus der Umklammerung befreit hat › nach dem bedrohten Okahandja vorgedrun= n ist. Das Kolonialamt veröffentlicht folgende Mitung: Ein Telegramm des Kommandanten S. M. S. ,, Habicht" us Swakopmund besagt, daß dort ein Bote aus Ofaandja eingetroffen ist, der Okahandja am 20. d. Mts. erlassen hat. Er bringt die Meldung, daß die Erpeition des Oberleutnants v. 3ülow in Okaandja angekommen und daß der Ort vorläufig meinnehmbar befestigt sei. Von Okasise ab sei die Bahn ‚ änzlich zerstört. Es finde fortwährend ein starker Zuzug on Hereros nach Okahandja statt, die Lage sei aber voräufig befriedigend. Danach dürfte es so gut wie sicher sein, daß Oberleutnant Zülow die Ortschaft hält, bis ihm Entsatz wird. Weniger reulich sind andere Meldungen aus dem Schutzgebiet: Zuhst verlautet, es beginne auch in dem nördlich des Hererobietes belegenen Terrain der Otavi- Minen- Geſellſchaft sartig zu gären; namentlich in Grootfontein mache sich eine cke Unruhe unter den Eingeborenen, den Ovambo- Hereros, nerfbar. Eigentümerin jenes Gebietes ist die South West rican Company. Ferner meldet der Kommandant S. S. ,, Habicht" unter dem 22. aus Swakopmund, daß die ge unverändert sei; infolge starker Regenfälle würde der ihnbetrieb häufig unterbrochen. Wie ahnungslos man unmittelbar vor dem Aufstand tten im Zentrum des Aufruhrgebietes gewesen ist, davon igt folgender Privatbrief einer in Okahandja wohnenden ime, der am 14. Dezember aus Okahandja abgegangen ist: Ich bin nicht mehr zum Schreiben gekommen, ich batte furchtbar viel zu tun. Das ganze Haus voller Gäste. Heute ist Gerichtstag und ist der Assessor aus Windhuk hier... Dann war gestern der junge Leutwein, ein Herr M. und 3. hier. Abends waren acht Gäste zu Tisch. Da bin ich trotzdem mit den Herren nach Ofahango gefahren, und wir sind abends -die ganze Gesellschaft mit dem Ochsenwagen wieder hin. eingefahren. Es war eine furchtbar fidele Fahrt. Stühle curden' reingesetzt, Bier zur Genüge mitgenommen; e Darzu nett; mal eine kleine Abwechselung, da denkt man noch wochenlang daran. Sonnabend ist hier ein großes Eisenbahnunglück gewesen. Durch die Wassermassen ist der Bahndamm unterspült und ist der Zug entgleist; zwei Heizer ſind tot, vier Menschen verletzt, darob herrscht natürlich große Aufregung. Hoffentlich komme ich noch heil nach Swakop mund... Nachher fahren wir alle nach Ofahango. Vorher wollen wir noch Tennis spielen. Für heute darum Schluß. Ich will jetzt Toilette machen." Das wurde geschrieben, als die Hereros schon auf Okahandja im Anmarsch waren. Die obige Nachricht vom Eintreffen der Kolonne Zülow in Okahandja läßt hoffen, daß die Teilnehmer an der hier geschilderten Vergnügungsfahrt, die zweifelsohne sich in die Station geflüchtet hatten, endgültig gerettet sind. In Spandau ist ein Transport Maultiere für die südwestafrikanische Expedition eingetroffen, die in den Militärwerkstätten mit dem erforderlichen Lederzeug versehen und dann nach Wilhelmshaven weiterbefördert werden. Leider scheint die deutsche Regierung, was die Beschaffung von Pferden für die Erpedition angeht, einen Mißgriff getan zu haben: Nach dem Urteil genauer Kenner Südafrikas ist das argentinische Pferd für Südafrika nicht geeignet, das einzige Pferd, was dort mit Erfolg verwandt werden kann, ist der mongolische Pony, mit dem unsere Truppen in China beritten sind. Wenn wir aber etwas ausrichten sollen, so heißt die Losung für uns: Pferde- Pferde Pferde natürlich solche, die brauchbar sind. Nach dem Streik. - O Crimmitschau, 23. Januar. Der Streif ist beendet, die Arbeit wieder aufgenommen. Wer daraus aber auf eine endgiltige Beilegung des Interessenstreites zwischen Arbeitgebern und Arbeitern schließen wollte, würde die Sachlage gänzlich falsch beurteilen. Es handelt sich nur um einen notaedrungenen Waffenstillstand, der das Todes- Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, innigstgeliebten Sohn, Bruder, Bräutigam, Schw Onkel Pailipp Dürr, Schreiner nach langem schweren, mit grosser Geduld g Leiden im beinahe 25. Lebensjahre in ein Jenseits abzurufen. Giessen und Lollar, den 23. Januar 1 Um stilles Beileid bitten die tieftrauernden Hinterblie Familie Dürr. Familie Ofensetzer. Die Beerdigung findet Sonntag, den 24 Janua 4 Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofes We - Wäsche-, Räu Die Preise unserer sä ermäßigt und bieten stattungen, zumal die Sämtliche Winterwaren,] besonders billig Kaufmännischer- Vei und Ortsgewerbe- Verein G IV. Vortrag Montag, den 25. Januar, abends. 8½ 1 in Steins Saalbau. Es spricht Herr Rudolt Cronau- Dew über: Die Vereinigten Staate Nordamerifa u. ihre Bei ( Mit Lichtbildern.) Eintrittskarten für Nichtmitglieder sind abends an der Kasse zu haben. Die Vorstanus Stets nur tropfenweise zu verwenden ist MAGGI zuzusetzen. s Würze, sie soll auch nicht mitgekocht werden, sondern ist den Speisen erst beim Anrichten In allen Flaschengrössen angelegentlichst empfohlen von Philipp Schwager Wtw., Drogen-, Farb- und Colonial, Waren, Giessen, Marktplatz 8. Rill Freundin: ,, Was? In einem Tränenbade muß ich Dich finden?" Junge Frau: ,, Das ist das einzige Bad, welches mein Mann mir allenfalls noch erlaubt!" Der Kunst- Kritiker. ( Bilder nebenstehend.) Immer und immer wieder schrieb der Kunstkritiker Besserweissel, daß der Maler Schulze seine Bilder nicht naturgetreu genug male. Für heute hatte Besserweissel wieder seinen Besuch bei Schulze angekündigt. Schulze hielt gerade an einem Bild„ Der Schlaf". Um es recht naturgetreu malen zu können, hatte er sich vermittelst eines weiblichen Modells ein lebendes Bild" arrangiert, und nach diesem ,, lebenden Bilde" malte er nun. Da trat Besserweissel ein und Schulze begrüßte ihn. Besserweissel, der etwas kurzsichtig war, stellte sich vor das„ lebende Bild", das er für ein Gemälde hielt. ,, Aber lieber Meister," begann er dann ,,, das Bild hier ist falsch, grundfalsch, ganz falsch! Nicht naturgetreu genug! Dieser Arm hier zum Beispiel ist vollständig verzeichnet." Nun warf der Maler mit großem Gepolter einen Rahmen von der Staffelei herunter. Durch das Geräusch erwachte das weibliche Modell und fuhr erschreckt in die Höhe. Aber noch viel Wurst wider Wurst. Herr Ameyer, der sich einer auffallend roten Nase erfreut, erhält zu seinem Geburtstage durch die Post ohne Angabe des Absenders einen Humpen mit massivem Deckel zugesandt. Als der Beschenkte den Deckel aufklappt, findet er auf der innern Fläche desselben eine poetische Widmung. Geärgert liest er folgenden Vers à la Lenau: Auf dem Teich mit sanftem Blinken Ruht des Mondes blasser Schein Nahtest Du mit Deinem Zinken, Würd sein Aussehn rötlich sein! Ameyer errät sofort, daß sein Freund Bemeyer der Absender ist. Lange sinnt er vergeblich auf Revanche; endlich fällt ihm ein, daß Bemeyer X- Beine hat. Als dieser seinen Geburtstag feiert, wird ihm gleichfalls von unbekannter Hand als Geschenk ein Deckelglas überfandt mit der Widmung: Ich schnitt es gern in alle Rinden ein, Daß Deine Beine möchten gerade sein; Doch leider sind sie krumm, Das ist dumm! * Boshaft. Fräulein: Ich weiß gar nicht, wie ich das seltsame Benehmen des Herrn Doktor erklären soll; er ist in letzter Zeit so reserviert!" Studiosus: Haben Sie ihm nicht neulich auf dem Klavier eine selbst komponierte Romanze vorgetragen?" CLE SOMMEIL Fräulein:„ Allerdings!" Studiosus:„ Nun, das scheint er Ihnen nachzutragen!" Luc Leguer erschreckter stand Herr Besserweissel da, als das„ falsche, grundfalsche" Bild plöglich begann, lebendig zu werden. Nur der Maler bewahrte ſeine Ruhe.„ Na, Herr Besserweissel," sprach er lächelnd, ist der Arm da jezt immer noch verzeichnet?" Nr. 20. Abonnementspre In's Haus gebracht Gratisbellagen: und bie Gie Das Blatt aide für O Ent Der mitteleu CB. Nur wer auf ftraußpolitik treibt, ta einem Wendepunt stehen, dem eine N ziehungen der Hauptm Und wer Augen hat, fann es nicht mehr zm lichen Betätigung des des alten Europa, sch bor allem die a meri größte wirtschaftliche 2 da zeigen sich die erster bedeutenden Gefahre imperiums, das gegen den Import a England und seinen weilen noch mehr im Si Weltmarktsfont drängung der europäis durch die billig arbeiten Und selbst die noch in trialisierung R auf die Volkswirtscha ohne schwerwiegenden Die Gefahr der träftigsten und aufna fontinentaleuropäische mit unausweichlicher Da ist es nur natürlic Nationalökonomen un ernsthaft nachdachten, Schon zu Beginn des Abgeordneter, Guido die Aufmerksamkeit Staatsmannes Europo Frage. 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