Nr. 94. bonnement prets: in Gießen, abgeholt monatlich 50 ẞfg., Haus gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen viertelfährth Mr. 1.50. tobellagen: Oberhefftiche Familienzeitung( täglich) und die Gießener Sotfenblasen( wöchentlich). Bas Blatt erscheint an allen Werttagen nachmittags. Freitag, den 22. April 1904. Gießener 13. Jahrgang. Jnsertionspreis: Die einfpaltige Betitzelle für ganz heffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfg. sonft to Reklamen die Petitzelle 30 refp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen, Seltersweg. Fernsprechanschluß Nr. 362. Neueste Nachrichten ( Gichener Tageblaff) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Beifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Bezlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Eilenbahnerftreiks und ihre Folgen. CB. Der Eisenbahnangestelltenstreik, der augenblicklich in Ungarn stattfindet, macht aller Welt durch den Gegensaz von gestern und heute begreiflich, wie sehr die moderne Welt von den Verkehrsmitteln abhängig geworden ist. Dadurch, daß die Schienenstränge totgelegt sind, stockt im ganzen Lande plötzlich aller Verkehr und die Städte werden durch den Mangel an Nahrungsmittelversorgung geradezu der Gefahr einer Teuerung ausgesetzt. Die Verhältnisse, die in Budapest und in anderen ungarischen Städten eingetreten sind, die Beunruhigung der Bevölkerung und die Aufregung in allen Volks schichten, spotten, wie von dorther gemeldet wird, jeder Beschreibung. Es herrscht der allgemeine Wunsch, daß bald Friede geschlossen werden möge, damit die unvermeidlichen Opfer und wirtschaftlichen Schädigungen, zu denen jeder einjelne sein Scherflein steuert, nicht allzugroß werden. Der jezige Ausstand der Bahnangestellten ist wohl der bedeutendste Streik, der überhaupt jemals stattgefunden hat. Die Bahnarbeiterausstände, die vor einigen Jahren in štalien stattfanden, erstreckten sich immerhin nur auf einzelne Linien und hatten lange nicht den universellen Chaafter, wie der ungarische Ausstand. Speziell in Ungarn ist er Streif der Verkehrsangestellten etwas vollständig neues, vie denn überhaupt die gesamte habsburgische Monarchie n ihren beiden Reichshälften erst relativ spät Arbeiteroalitionen und Arbeitseinstellungen fennen gelernt hat. Der größte Streit, den Ungarn jemals gehabt hat, fand im Sabre 1897 in der fruchtbarsten Gegend, in der eigentlichen fornkammer des Landes, unter den Schnittern statt. Solche Streifs waren stets nach dem heißblütigen Temperament der Magyaren von einer unverkennbaren Neigung zu Gewaltätigkeiten begleitet, und auch im vorliegenden Fall ist die Befahr von ernsteren Verwickelungen nicht ganz von der Hand u weisen namentlich da die Ausständigen sich förmlich einem Kriegslager konzentriert haben und von der bewaffeten Macht überwacht werden. Ob das gefährliche Aveneuer tatsächlich mit einer Niederlage oder mit einem Siege er Bahnangestellten endigen wird, läßt sich bis jetzt noch nicht bersehen. Die Verwendung von Soldaten kann kaum Abilfe schaffen, weil die Einarbeitung eines völlig neuen Permals ohne die Leitung eines alten Stamms treugebliebener ngestellten sehr schwierig und kaum durchführbar ist und il andererseits die mit einem ungeordneten Dienst verbunnen Gefahren für Leib und Leben der Passagiere eine Fordieses Betriebes sehr in Frage stellen. Zudem steiinch die Mißverhältnisse infolge der allgemeinen Versstockung in so rapidem Tempo, daß eine latente Behandna dieser Krisis gleichbedeutend ist mit der ungeschwächten er des allgemeinen Streifs. Es ist sonach nicht ganz eschlossen, daß die Angestellten mit ihren augenblicklichen nderungen einen Erfolg erzielen. Ebenso sicher ist es aber uch, daß der ungarische Staat, wie auch alle anderen Geneinwesen von diesem Ausstand lernen und durch langsame inschulung von Reservekräften gegen eine Wiederholung iefer Riesengefahr Vorkehrungen treffen. Man darf aber bei der Beurteilung der gegenwärtigen age nicht außer Betracht lassen, daß die modernen Transrtmittel zwar ein sehr wirksames Kampfinstrument für die lidarisch organisierten Angestellten sind, aber doch auch für e selbst gefährlich, denn durch den Stillstand des Verkehrs rät das gesamte wirtschaftliche Leben einer Nation ins tocken. Ein solcher Zuſtand gleicht förmlich der Notlage ner belagerten und umzingelten Stadt, einer Notlage, die in ihren wuchtigen Wirkungen auf alle Einwohner verilt und auch diejenigen zwischen Hammer und Amboß bringt, le durch den allgemeinen Ausstand solche Verhältnisse herifbeschworen haben. Das Stillſtellen der Verkehrsmittel ist so tatsächlich eine sehr gefährliche Waffe, aber in der Tatiche, daß die Verkehrsangestellten selbst sich den Opfern eines lchen Krieges nicht entziehen können, liegt der Schutz gegen maige ertravagante Neigungen der Kollegen in anderen Staaten. Speziell in Deutschland sind solche Möglichkeiten ei der Pflichttreue unserer ehrenhaften Beamtenschaft nienals zu befürchten. * Gegenmaregen der ungarischen Regierung. Nach neueren Nachrichten scheint die ungarische Regierung lussichten zu haben, auch ohne Nachgiebigkeit gegen die Streifenden den Verkehr wieder aufzunehmen und wenigstens n beschränktem Maße aufrecht zu erhalten. Die Bahnhöfe militärisch besetzt. An sämtliche Truppenkommandos des Landes ist der Be jehl ergangen, sich unbedingt auf Weisungen der Betriebs Bleitung zur Verfügung zu stellen. Auf allen Stationen wir demnach Militär zusammengezogen, das die Stationsgebäud und Dienstapparate, hauptsächlich aber die Telegraphen- uni Telephonverbindungen sichern und die Arbeitswilligen gegen die Ausständigen schützen soll. Bei der Direktion sind in wischen auch Hunderte von Telegrammen von Bahnbeamter eingetroffen, die ihre Dienste anbieten. Infolgedessen hoffi die Direktion, schon Freitag wenigstens einen teilweisen Ver. tehr aufnehmen zu können. Ingenteure als Lokomotivführer. In Ermangelung von Lokomotivführern werden das ganze Ingenieurkorps der Eisenbahnen, dessen Angehörige sämtlich geprüfte Lokomotivführer sind, sowie zahlreiche andere fachkundige Beamte der Betriebsleitungen und der Direktion zum Dienst als Lokomotivführer herangezogen werden. Mit diesen Lokomotivführern und mit den Mannschaften des Eisenbahnund Telegraphen- Regiments hofft die Direktion den Verkehr auch im Falle der Fortdauer des Ausstandes in kürzester Zeit gänzlich wieder aufnehmen und sicherstellen zu können. Unter diesen Umständen dürften die Streifenden voraussichtlich bald klein beigeben, um so mehr, als ihnen die Regierung goldene Brücken für den Rückzug baut. Zwar will sie alle Forderungen der Streifenden unter keinen Umständen bewilligen, wohl aber will sie ihnen in manchen Punkten entgegenkommen. Zunächst hat Graf Tisza die Freilassung der Verhafteten, die von dem Streikkomitee als Vorbedingung irgend welcher Verhandlungen bezeichnet wurde, verfügt. Außerdem hat die Regierung erklärt, sie wolle denen, die den Dienst wieder aufnehmen, trotz des Bruches ihres Dienſteides Straflosigkeit gewähren. Auch erklärt sich die Regierung bereit, die Gründung eines Landesverbandes der Eisenbahnbeamten zu ge= nehmigen und will über die Regelung des Dienstes Vorschläge machen. Ein Teil des Streiffomitees war geneigt, für die Annahme dieser Bedingungen einzutreten. Die Mehrzahl erklärte sich aber dagegen und verlangte die Bewilligung sämtlicher Forderungen der Streifenden, die ihrerseits sich mit der Stellungnahme der Komiteemehrheit einverstanden erklärten. Diese unversöhnliche Haltung der Streifenden wird angesichts der ihnen erst später befannt gewordenen, oben erwähnten Maßnahmen und Hilfsmittel der Regierung wohl nicht lange vorhalten. Der voraussichtliche Mißerfolg dieses Streits dürfte auch einen weiteren Ausstand, einen geplanten Postbeamtenstreik hintanhalten. Die ungarischen Postbeamten, die gleichfalls mit den Gehaltsverhältnissen unzufrieden sind, wollen nämlich den Streif mitmachen. Sie werden sich die Sache aber jetzt wohl anders überlegt haben. Nachricht von Kolonne Glafenapp! Endlich, nach fast drei Wochen banger Erwartung, liegi eine Nachricht von der Kolonne Glasenapp vor. Leider is fie feineswegs tröstlich, denn sie enthält nichts als die Mel: dung von neuen Verlusten des Detachements. Amtlich wird mitgeteilt: Aus Windhuk werden unter dem heutigen Tage noch folgende nachträglichen Todesfälle der Kolonne Gla senapp aus Onjatu gemeldet: von der der 4. Kompagnie des Seebataillons: Ein jährig- Gefreiter Johannes Schmidt am 10. April in folge der bei Okaharui erlittenen Verwundung; Unter offizier Mar Kiessig am 11. an Typhus; Seesoldal Franz Dietrich am 14. an Herzschwäche; von der 1. Kompagnie des Seebataillons: Seefoldal Gustav Selfe am 11. infolge der bei Okaharui erlittenen Verwundung; vom Ersagtransport Winkler: Reiter Alois Wo Ift am 15. an Herzschwäche. Ferner wird gemeldet, daß am 20. April ein Trans: port von 42 Kranken der Kolonne Glaſenapp unter Füh rung des Hauptmanns a. D. Fromm in Windhuk eingetroffen ist. Das sind also fünf Todesfälle und 42 Krankheitsfälle. Auffällig erscheint die Tatsache, daß von den fünf Toten zwei an Herzschwäche gestorben sind. Offenbar ist diese Herzschwäche als Folge einer Fiebererkrankung, wahrscheinlich der Malaria, aufgetreten. Auch bei den Kranken dürfte es ſich größtenteils um Fiebererkrankungen handeln. Nach Abzug dieser Abgänge würde Glasenapp noch etwa über 300 Gewehre verfügen. Indessen darf nicht übersehen werden, daß zur Bedeckung des Krankentransports ebenfalls Truppen nötig waren, mindestens wohl 50 Mann, so daß Glasenapp nach Absendung der Kranken fa um mehr als 250 Mann zur Verfügung gehabt haben dürfte. Aus der obigen amtlichen Depesche geht weiter hervor, daß die Kolonne Glasenapp am 15. April noch in Onjatu stand und inzwischen weitere Gefechte nicht statt- gefunden hatten. Ueber die Operationen der Kolonne seit dem 15. April ist nichts bekannt. Die Dezimierung der Truppe durch Krankheiten kann richt Wunder nehmen. Bei dem Umstande, daß die Truppen m Lager auf einen verhältnismäßig engen Raum zusammengedrängt sind, vollzieht sich die Ucbertragung endemischer Krankheiten, insbesondere der Malaria, leicht. Man mu Eier zerschlagen, wenn man einen Eierkuchen backen will, saat das französische Spri port. Und man muß sich mit blchen Opfern abfinden, wenn man praktische Kolonialpolitik reiben will. Der Krieg in Oftafien. Es erscheint nicht ausgeschlossen, daß die japanische Kriegsleitung eine gewaltige, auf beiden Seiten umfassende Angriffsoperation gegen die Russen am Jalu plant. Der russische Generalstab trifft denn auch schon Vorbereitungen gegen einen japanischen Einfall in die Mandschurei, Ser mit Umgehung des Jalu nördlich von ihm ins Mer gesetzt werden soll. Die Japaner hoffen, durch diese Umfassungsbewegung zugleich mit dem Vorrücken von Süden her einen großen Erfolg zu erringen. Und die Gefahr für die Russen ist tatsächlich groß, falls die russische Heeresleitung am Jalu nicht äußerst vorsichtig operiert und nicht rechtzeitig in die drei Defilés der 25 Kilometer breich Gebirgszone zwischen dem Jalu und Liaotschang und in ihre VerteidigungsHellungen um Fönghwangtschöng zurückgeht. Bei geswickier Verwendung ihrer starken Kavallerie fünen Sen Russen abc. die Umfassungsbewegungen der Feinde kaum entgeh.... Die Nachricht von einem neuen Angriff auf. Port Arthur Hat sich inzwischen, wie vorauszusehen war, als blanke Frindung erwiesen. Im Festungsbereiche ist keine Veränderung eingetreten. Wie sich herausgestellt hat, war der Kreuzer ,, Bajan" am 13. d. Mts., als er den Torpedobooten zu fe eilte, gezwungen, sich in die nächste Nähe des japanischen Geschwaders zu begeben. Ein Hagel von feindlichen Granaten ying auf ihn nieder, ohne aber Beschädigungen anzurichten. Die beiden deutschen dem russischen Hauptquartier attachiericn Marineoffiziere sind in Port Arthur angelangt. Die Politik. In der Schweiz soll im nächsten Jahre, voraussichtlich im Mai, eine neue internationale Arbeiterschutzkonferenj stattfinden. Vor allem soll es sich dabei um die Beseitigung der gewerblichen Nachtarbeit der Frauen und das Verbol der Verwendung des Weißphosphors in der Zündholzfabri fation handeln. Auch der Kinderschuß und die Blei gefahr sollen erörtert werden. Auf eine Anfrage des schwei zerischen Bundesrats haben Deutschland, Desterreich- Ungarn, Frankreich, Italien, Holland ihre Beteiligung angekündigt. Auch die übrigen in Betracht kommenden Staaten dürften sich auf der Konferenz einfinden, namentlich Belgien und England Dortugal. Wegen politischer Erregung" der Minderheit der Abgeordnetenkammer hat König Carlos das Parlament aufgelöst. Für die Abgeordnetenwahl ist ein naher Zeitpunkt festgesetzt worden. Die neuen Cortes werden am 29. September zusammentreten. Balkan- Staaten. Endlich sind die serbischen Königsmörder, soweit sic der Adjutantur des Königs angehörten, durch andere Offiziere ersetzt worden. Die Maßregel erfolgte, nachdem der russische Gesandte Gubastow telegraphiert hatte, daß er nicht nach Belgrad komme, so lange die Verschwörer noch am Hofe Dienſt tätev Afrika. Nach englischen Darstellungen wäre es Tatsache, daß in Britisch- Südwestafrifa eine starke revolutionäre Bewegung gegen England herrsche. Wie erinnerlich, wollen die britischen Behörden einem Burenkomplott auf die Spur gekommen sein, das einen Aufstand anzetteln wollte. Einige angeblich an diesem Komplott beteiligte Buren wurden festgenommen und des Hochverrats angeklagt. Die Bloemfonteiner Zeitung" Post" begleitet diese Tatsache mit der Meldung, daß eine lebhafte revolutionäre Bewegung bestehe, deren Leiter drei in Großnamaqualand wohnende frühere Burenfommandanten seien. Diese hätten eine geheime Gesellschaft gegründet, nach deren Satzungen jeder seitens eines Mitgliedes begangene Verrat mit dem Tode bestraft wird. Das Blatt bezeichnet es weiter als bedeutungsvoll, daß transvaalische Freiwillige in großer Zahl rüsten und Transportmittel mieten. Die ganze Meldung sieht danach aus, als sei sie eine große Ausbauschung irgend einer belanglosen Geschichte. Dof und Gesellschaft. *** Der Kaiser hat gestern von Catania aus die Weiterreise nach Bari angetreten. An der Einweihung der neuen Eisenbahn- Rheinbrüde bei Mainz am 1. Mai mittags wird außer dem Kaiser voraussichtlich auch die Kaiserin teilnehmen. Der Kaiser wird im Anschluß an seine Mittelmeerreise am 30. ds. Mts. zunächst in Karlsruhe eintreffen zu einem kurzen Besuche bei den großherzoglich badischen Herrschaften. Dort wird die Kaiserin mit ihm zusammentreffen. Von Karlsruhe fährt das Kaiserpaar nach Bischofsheim, wo der Großherzog von Hessen den kaiserlichen Sonderzug erwartet. Hierauf benüßen das Kaiserpaar und der Großherzog zur Weiterfahrt die neue Umführungsbahn, die sie zur neuen Rheinbrücke bringen wird. Nach Beendigung des Festaktes begibt sich das Mit diesen Worten verließ er das Haus und schritt in die dunkle Nacht hinein. 11 periode zu Castlerea. Es war am Vorabend des Beginnes der SchwurgerichtsDie Stadt war mit Fremden überfüllt. Die Gasthöfe und Wirtshäuser waren bis auf den haben. abrechne! Die Zeit „ Aber wie kam es denn?" forschte ich weiter. zu meiner leberraschung " Das kann ich Ihnen nicht fagen," lispelte er. wird schon kommen, und indem sie mit zitternder Hand auf ihn Beantworte doch die Frage von Seiner wo ich mit ihnen Kathleen einen deutete, Schritt vor, Nun trat rief fie: foll ich fie annst du nicht wie der Adler fliegen, Wer mit Mühe den Gipfel gewann, Hat auch die Welt zu Füßen liegen. Klett're nur Schritt für Schritt bergan; * Sein erster Klient. und sich öffentlich über ihre Behandlungsmethoden in herabWeise ausgelassen. setzender weltfundiger Jurist selbstverständlich vermieden. Bom Besuch des Stammtisches der Honoratioren im König her der Ehre gewürdigt, vom Herrn Bürgermeister felber Rechtsanwalt Rehmann, auf dem besten uße und wurde damit meinen Kollegen, dem Justizrat Dr. Blank und dem Alle diese Fehler hatte ich als von Preußen" der einzige Erfolgefordert zu werden. den ich bisher in K. erzielt hatte. ich gerade am Stammtisch Das war aber auch Kaiserpaar von Biebrich aus mittels Wagens nach Wiesbaden, während der Großherzog von Hessen nach Darmstadt zurückkehrt. Der Großherzog hat inzwischen von Athen aus die Rückreise angetreten und wird, über Italien heimkehrend, boraussichtlich morgen( 23. d. Mts.) mittag wieder in Darmstadt eintreffen. Der ursprünglich von ihm geplante Besuch in Konstantinopel ist demnach aufgegeben worden. *** Auf Einladung des Kaisers wird Prinz Ludwig von Bayern die Taufe an dem kleinen Kreuzer ,, M" auf der Werft in Bremen am 30. d. Mts. vollziehen. Deer und Flotte. Die Besatzungsstärke unserer Schlachtschiffe hat sich allmählich bedeutend gesteigert. Die vor einem Vierteljahrhundert gebauten Ausfallkorvetten der„ Sachsen"-Klasse haben bei einem Deplacement von 7400 Tonnen 436 Mann Besatzung. Als vor reichlich einem Jahrzehnt die ersten 10 000 Tonnenschiffe gebaut wurden, gab man diesen Pan zern vom„ Brandenburg"-Typ 568 Mann Besayung. Die Schiffe der Kaiser" und" Wittelsbach"-Klasse von 11 000 bezw. 11 800 Tonnen bekamen eine Besatzung von je 660 Mann und die neuen, jetzt im Bau befindlichen Schiffe des 13 200 Tonnen großen Braunschweig"-Typs erhalten 697 Mann. Die in den 60er und 70er Jahren erbauten ersten deutschen Panzerschiffe hatten im Verhältnis zu ihrer Größe eine viel stärkere Besatzung. Friedrich der Große" und seine Schwesterschiffe hatten Lei 6770 Tonnen 542 Mann, „ Kaiser" und„ Deutschland" bei 7676 Tonnen 650 und der 9757 Tonnen große König Wilhelm" gar 732 Mann Vesabung, also mehr als die ein halb mal so großen neuesten Schlachtschiffe. Dabei ist die Gefechtskraft der letzteren unendlich viel größer. Die maschinellen Fortschritte sparen viele menschlichen Arbeitskräfte. Erst Schiffe von 14-15 000 Tonnen Wasserverdrängung werden heutzutage eine Bejagung von 732 Mann erfordern. Deutfcher Reichstag. ( 72. Sigung.) CB Berlin, 21. April. Wer heute etwa in der vierten Nachmittagsstunde in den Reichstag kam, wird verwundert das Haupt geschüttelt haben, denn von den Tischen des Bundesrats, an denen in der Regel so fleißig gearbeitet wird, starrte ihm der horror vacui entgegen. Und das kam so: Nach dem Etat für die Erpedition nach Ostasien, der ohne wesentliche Diskussion und ohne wesentliche Veränderungen an den Beschlüssen der Budgetfommission angenommen wurde, stand auf der Tagesordnung die sozialdemokratische Interpellation wegen der Außerbetriebsegung von Kohlengruben im Ruhrrevier. Staatssekretär Graf Posadowsky erklärte, daß der Reichskanzler die Beantwortung ablehne, da Maßregeln gegen die Stilllegung der Zechen nur auf Grund des preußischen Berggesetzes erfolgen fönnten, etwaige sozialpolitische Maßnahmen, um den Folgen zu begegnen, aber Sache der Landesregierung seien. Troydem fand der Antrag auf Besprechung der Interpellation die genügende Unterstützung von 50 Mitgliedern, und darauf verließ der Staatssekretär mit allen übrigen Regierungsvertretern den Sizungssaal. Die Diskussion hielt sich in ruhigen Bahnen. Der erste Redner, der revisionistisch angehauchte Sozialdemokrat Hué, schilderte unter scharfer Bolemik gegen die Ausführungen des preußischen Handelsministers Möller und der nationalliberalen Redner im Abgeordnetenhause, welche schädlichen Folgen er aus der Stilllegung für die Arbeiter, die Gemeinden und schließlich die ganze Bevölkerung der betroffenen Gegenden erstehen sieht. Seiner Rede letter Schluß war, daß nur die Verstaatlichung der Produktionsmittel helfen könne. Mittel, die von heute auf morgen wirfen, fonnten natürlich auch die Redner der bürgerlichen Parieien nicht angeben, aber deshalb war die Besprechung nicht wertlos, denn es wurde in ihr die Kalamität im Zusammenhang mit der Politik der Syndikate sachlich und gründlich erörtert. Preussifcher Landtag. ( 58. Sizung.) Haus der Abgeordneten. RK Berlin, 21. April. Der Kurs der Staatspapiere war der Clou der heutigen Debatte. Der konservative Abg. v. Arnim brachte beim Finanzetat den Vorschlag vor, die Sparkassen sollten ange halten werden, einen Teil ihrer Anlagen in Staatspapieren zu machen. Minister v. Rheinbaben erwiderte, ei könne den Kaffen nur in ihrem eigenen Intereffe empfehlen, Der Wildhirt. Eine oberhessische Dorfgeschichte von J. Becker. ( Fortsetzung) ( Nachdruck verboten.) ,, Und mein Vater?" fragte Hangcurt. " Dem darfste ezt nit vor die Augen kommen! Ich sag' Dir ja, daß er Dich mit Gensdarmen wollt holen lassen. Du weißt doch, wie er is und wie bös er sein fann. Er is im Stand, wenn er Dich ezt sieht, er bergreift sich an Dir." Hangcurt sah, daß ihn alles im Stich ließ; er mußte fort. Langsam stand er auf, um seiner Mutter zu folgen. Trotz ihrer Gegenwart reichte er dennoch dem Ttophel die Hand. 〃 " Mach's gut, Tiophel." " Mach's gut, Hangcurt," erwiderte dieser finster. Wirst mich wohl nit wieder sehn." Alsdann verschwanden Hangcurt und seine Mutter in der Dunkelheit, während der Wildhirt an dem herabgebrannten Feuer allein zurückblieb. Unverwandten Blickes und die Hände vor einem Knie gefceuzt, starrte er in die glimmenden Kohlen. Es war ihm, als seten alle Teufel in ihm erwacht, da der gute Einfluß, den die ruhige Natur Hangcurts auf ihn ausgeübt, nun vollständig beseitigt war. Hangcurt wanderte indessen, gebeugt und halb gebrochen wie ein alter Mann, neben seiner Mutter dem Dorfe zu. Hier gingen sie in Merte's Haus, wo Frau Glohr alles parat gemacht hatte. Da stand ein Kasten, in dem Hemden, Kleidung, Strümpfe, Brot, Würste und Schinken, hübsch und sorgfältig zusammengelegt, lagen, sodaß er auf der Reise teine Not zu leiden brauchte. einen Teil ihrer Depositengelder in preußischen Staatspapie ren anzulegen. Damit sei selbstverständlich auch dem Staats interesse gedient. Vor anderen Rednern wurde die Aus übung irgendwelchen Zwanges in dieser Hinsicht gegenüber den Sparkassen entschieden bekämpft. Von Interesse wai noch, daß der Minister Frhr. v. Hammerstein auf ein Anfrage erklärte, er müsse heute schon sagen, daß die Oppo sition der Stadt Schleswig gegen die Verlegung des dortigen Oberpräsidiums nach Kiel nichts nutzen werde Bekanntlich entspricht die Verlegung einem Wunsche des Kaisers. Aus dem Gerichtsfaal. § Todesurteil. Das Hagener Schwurgericht verurteilte der Bahnarbeiter Otto Hentel aus Wetter, der am 30. März die achtjährige Katharina Gagenski ermordete, zum Tode; autßerdem wurde gegen den Angeklagten wegen eines an der Ermordeten begangenen Sittlichkeitsverbrechens auf eine fünfjährige Zuchthausstrafe erkannt. § Gin unglücklicher Schuß. In München wurde der Student Kurt Lequis aus Köln zu 14 Tagen Gefängnis verurteilt, weil er im Januar d. J. den Chemiker Willems aus Berlin am Wirtshaustisch infolge unvorsichtigen Umgehens mit einem Revolver erschoß. Der Besitzer des Revolvers, Ingenieur Karl aus der Aue, der ihn herumgezeigt hatte, erhielt einen Monat Gefängnis. § Teufel und Herrgott vor Gericht und zwar in einem Ehescheidungsprozeß, den sie miteinander führen, das ist doch noch nicht dagewesen! In Mülhausen im Elsaß ist dieser Tage der ebenso merkwürdige wie seltene Fall verzeichnet worden. Die Parteien Teufel und Herrgott hatten einen Bund fürs Reben miteinander eingegangen, ohne daran zu denken, daß sie sich nie vertragen würden. Und so kam es denn, daß das Landgericht angerufen wurde, um die unglückliche Ehe wieder zu scheiden. Das geschah in der Tat und, wie niemand anders erwarten wird, mit dem Urteil, daß der Teufel die schuldige Partei ist. Nah und forn. Die internationale Ausstellung für Spiritnsverwertung zu Wien wurde gestern durch en Protektor Erzherzog Franz Ferdinand eröffnet. In seiner Rede wies er auf die umfassende Mitwirkung des Auslandes bei der Ausstellung hin und drückte di Hoffnung aus, daß auch diesmal der friedliche Wettbewerb sich als bedeutungsvoll für den wirtschaftlichen und kulturellen Fortschritt erweisen werde. Die anwesenden Botschafter des Deutschen Reichs, Frankreichs und Rußlands stellten dem Erzherzog die Vorstände und Beamten der Abteilungen ihrer Länder vor. Schiffskatastrophe. Der norwegische Deripfer„ Gries", mit einer Ladung Kohlen von Swansea nach Stettin bestimmt, ist im Kattegat infolge Kollision gesunken. Die 16 Mann starke Besatzung soll ertrunken sein. * Misstände in Aalesund. In die vor mehreren Monaten durch einer Riesenbrand in Asche gelegte Stadt Aalesund wollen noch immer keine geordneten Verhältnisse einziehen trotz der reichlicher interſtügungen, die ihr von allen Seiten zuflossen oder richtiger wegen dieser Unterstützungen. Das Volf mein, überhaupt nicht mehr zu arbeiten zu brauchen, so vie Geldmittel feien vorhanden. Alle Abgebrannten tönnier zeitlebens damit reichlich versorgt werden, aber die leitenden Kreise wollten den armen Leuten mieder einmal nichts zukommen lassen. So liegt denn Handei und Wandel brach und der städtische Wohlstand wird völlig zerrüttet. Die Gräfin Lonyah von ihrem Sekretär bestohlen. In Antwerpen wurde der Privatsekretär der Gräfin Lonyay verhaftet, als er im Begriff war, einen Dampfer nach Amerifa zu besteigen. Er hatte die Gräfin um viele wertvolle Schmuck. sachen bestohlen. Ein Armband hatte er bereits zu Gelde gemacht. Der einzige Fahrgast im Expreßzuge. Der Norderpreßzug Wirballen- Ostende, der bekanntlich seit kurzem dreimal möchentlich verkehrt, traf dieser Tage mit nur einem Fahrgast, einer Dame aus Petersburg, in Dirschau ein, während das Fahr- und Zugbegleitungspersonal aus zehn Personen bestand. Wenn eine solche Besetzung öfters vorkommt, dürfte die Dividende nicht sehr fett ausfallen. Durch eine Explosion auf einem Moseldampfer, auf dem sich die Hochzeitsgesellschaft der Prinzessin Helene von Schor. lemer und des Barons von Fürstenbera befand, mirde ein Matrose schwer verletzt. Der Pulverbehälter xplodierte beim Böllerschießen. Unter den Gästen, die sämtlich unverleni Frau Merte hatte einen Kaffee gefocht. Dann kamen die Brüder Hangcurts, der Hannes, ein kräftiger, junger Bursche von sechszehn Jahren, und der Ludwig, der noch ein Schuljunge war, in die Stube, um bei dem Abschied zugegen zu sein Es war Hangcurt zu Mute wie einem Verurteilten, und er ließ alles mit sich geschehen, er willigte in alles, was man von ihm berlangte. ,, Was sein ich so froh, daß ich' n von dem hab'", sagte Frau Glohr.„ Lieber mag er in Amerika als ehrlicher Mann sterben, wie hier als Zuchhausgefangener verderben. Mit dem Gänsetiophel nimmt's doch mal fein gutes End'." " Das glaub ich auch nit," meinte Frau Merte. ' s is fein andrer g'wesen, der uns damals die Kartoffeln aus der Grube gestohlen und Hinnerfranks die Scheuer ang'steckt hat als wie der Spigbub." " Ja, und mit so' nem gibt er sich ab, der Hangcurt! M'r sollt's kaum denken! M'r darf's gar nit verzählen, was se Beide zusammen g'trieben haben, denn wenn's ' causfäm, wär's noch schlimm." Während des Gespräches tranf Hangcurt seinen Kaffee und aß ein Stück Butterbrot dazu. Dann nahm er seine Sachen und ging in ein anderes Zimmer, um sich anders anzukleiden. Während dies geschah, schirrte einer der Knechte aus Merte's Hof einen Einspänner an, der den Hangcurt in die Stadt bringen jouie. Bald darauf erschien dieser wieder. Er war ein schöner Bursche in seiner neuen Kleidung. ' s is schad' um ihn", sagte Fran Merte, wobei sie mit dem Licht an ihm hinaufleuchtete.„ Ich hab' g'hört,' s Wirth's Eische hätt'n gern g'nomme." Hangcurt war es, als müsse ihn bei diesen Worten das Herz brechen. Vor zwei Stunden lag er noch in blieben, befanden sich Prinz Eitel Friedrich von Preußen und Herzog Adolf Friedrich von Mecklenburg- Strelis. Schreckenstat eines Wahnsinnigen. In Berlin me der Arbeiter Hörling während des Mittagessens plöglich obe jede Veranlassung von seinem 17jährigen Sohn mit einer Beil erschlagen. Der junge Mensch verübte die furchtbare Tat in einem plötzlichen Wahnsinnsanfall. † Das Räubernuwesen in Transkautajien zeitigt ständig neue gefährliche Auswüchse. Zwischen den Stationen Nomo. senafi und Abascha der Transkaukasischen Eisenbahn erbraden vier bewaffnete Männer mit Hilfe eines Nachschlüssels den Postwagen eines Zuges während der Fahrt, fesselten die bei. den Beamten, welche sich in dem Postwagen befanden, und bersetzten einem von ihnen einen Dolchstich in den Arm. Es gelang ihnen dann, sich der Wertsendungen im Betrage von über hunderttausend Rubel zu bemächtigen und damit zu entkommen. Bunte Chronik. In Bochum sind infolge von Pockenerkrankungen zwei weitere Häuser gesperrt worden. Es sind jetzt 45 Jälle gemeldet. -Durch den Lawinensturz bei Pragelato sind insgesamt 88 Arbeiter verschüttet worden, von denen 9 lebend herausgegraben wurden. Vermischtes. [ Von der Mittelmeerfahrt des Kaisers] werden jetzt durch den Obersteward des Dampfers„ König Albert", der den Kaiser während der Fahrt von Bremerhaven nach Neapel täglich häufig sah, mehrere hübsche Anekdoten erzählt. In Vigo sprach der junge König von Spanien mit dem Kaiser deutsch, und als beide Monarchen bei Tische saßen, fragte ihn Kaiser Wilhelm scherzend:" Existiert denn eigentlich das Regiment noch, dessen Chef ich bin?" Der Kaiser besichtigte häufig die Maschinenräume des Schiffes und kam sogar in die Küche. Als er dort einmal sah, wie der Oberkoch schwitzte, meinte er lachend:„ Aha, so werden die Fettaugen in die Suppe gemacht!" Suppe aß der Kaiser selbst nur einmal, als der Leibarzt nicht an der Tafel saß; der Arzt hatte dem Monarchen nämlich Suppe und Bier verboten, damit er nicht zu korpulent werde. Täglich machte der Kaiser, dessen Stimme voll und klar klang, Turnübungen, und zu dem Turnen mußten auch seine Begleiter antreten. O[ Eine angenehme Ueberraschung] widerfuhr dieser Tage einem fröhlichen Zecher in einem Restaurant zu Bolkenhain. Er hatte sich's dort gemütlich gemacht und wollte an das Nachhausegehen gar nicht denken. Da erschien plötzlich in dem Lokal seine Frau, die sich dem anscheinend etwas verblüfften Ehegatten gegenüberstellte mit den Worten:„ Guten Abend, mein lieber Josef! Hier bringe ich dir das Abendund Mittagessen; ein anderes Mal bringe ich dir das Bett mit!" Der Angeredete ließ sich aber nicht stören und machte zur Heiterkeit der Anwesenden von den ihm so freundlich" gebotenen Speisen ausgiebigen Gebrauch. [ Unangenehme Enttäuschung.] Folgerde Iuftige Anekdote erzählt eine englische Wochenschrift: Ein javcaister Ingenieur, der sich in einer Stadt im Norden Englands aufhielt und dort täglich in einem bestimmten Restaurant z Mittag speiste, war sehr erstaunt, als ihm zur Isten Weihnachtszeit, wie es in England üblich ist, die Kellnerin unter dem Mistelzweig einen Auß gab. Es wurde ihm bedeutet, daß sie zum Entgelt für diesen Kuß ein Geschenk erwartete. Er schlug Handschuhe vor; sie aber, im Hinblick auf das Gericht von seinem Reichtum, sagte verschämt: nein, schenken Sie mir etwas für meinen Hals." Am nächsten Tage fam das Paket an, und Visionen eines Perlenhalsbandes stiegen vor dem begehrlichen Auge der Kellnerin auf. it zitternden Fingern löste sie die Verschnürung und sah mit Entsetzen, was der Japaner unter„ etwas für ihren Hals" verstand cin Stück Seife! Das Neueste aus den Witzblättern. Der Pantoffel held.„ Erlassen Sie denn feine Annonce, in der Sie Ihre durchgebrannte Gattin zur Rücktehr auffordern?"" Nein wenn ihr das nicht passen würde, könnt' ich mich auf' was Schönes gefaßt machen!" Allerdings... Was, du brauchst zum Heimweg von der Kneipe eine Stunde? Die Straße ist doch nur einen Kilometer lang!"-„ Aber du mußt doch auch die Breite rechnen!" Im Heirats bureau.„ Ich möchte gerne einheiraten in' ne feine Familie. Können Sie's möglich machen bielleicht die Tochter Rosa von J. M. Jonasfeld?" Nein, unmöglich! Jonasfelds wollen selber in' ne feine Familie heiraten!" der Wildhütte und jetzt fand er sich bereits auf der Reise nach Amerika. Und das Elschen? Db er es wohl jemals wiedersah? Welch ein jäher Wechsel in jeinem Geschick! Da trat der Knecht herein und meldete, daß der Einspänner zur Abfahrt bereit sei. Macht's gut, Mutter", sagte Hangcurt stockend und schluchzend. Frau Glohr erhob sich und drückte ihren Sohn an ihre Brust. Sikum Die Sigung Small, Heid Oberbürgermeif Togekordnung in recht ehrenbe Ludwig Hana Berstorbenen be Ehre feitens des berlas der D warts Roder für aufbefferung und terer fich für amtes ebenfalls der Oberbürger verbrauch des Der Bedarf fi Jahre um 74 Bunft 2: 8 Heuchelheim die Erlaubni Straße nach errichten; jept Treibhaus erri Geipp III. f heißen. Geipp nachträglich 2 Reuß hat d fäuflich erworb weil dort der verlegt. F Hinterhaus be Backofens er daß der Rau herausgerückt. Dispens. an der Gabel fich ergeben, da Laben, die Ein Fönnen, weil eb Fuhrleute desn Der Platz wi fordert. Die Bunft 6: Ueb Stadt entspann migungsfomiffic Herrn Bichler Medfern etc. und die Chau um die Ueber Mein Segen geht mit Tir, Hangcurt," sagte sie gefaßt, und wenn Dir's zu schlecht geht, dann kannste wederkommen; aber eht mußte fort." Hangcurt nahm der Reihe nach Abschied von allen, die zugegen waren, mit Ausnahme seiner Brüder, welche mitfuhren bis zur Stadt. Als sie draußen waren, weinte Frau Glohr still vor sich hin. ,,' s is hart, Giohr," meinte Merte's Frau teilnahmsvoll.„ Ihr wißt nit, ob Ihr'n wieder seht." " Ja, und doch mußt's sein! Sein Vater sagt, ezt liegt mir nichts mehr an ihm. Aber wer weiß, was es gegeben hätt', wenn die Gensdarmen' naus in die Wildhütt' g'kommen wär'n. Den Tiophel habense doch all' im Verdacht, daß er wilddiebt, stiehlt und den Leuten die Häuser ansteckt, und wenn die Gensdarmen was gefunden hätten, dann war er mit dran, der Hangcurt. Darum macht ich'm seine Sachen heimlich zurecht, lehnt m'r d's Geld und bin' naus gange wie ich ging und stand, um'n zu holen. Nun mögen die Gensdarmen fommen, nun hab' ich doch Ruh." "' s war das Beste, was Ihr tun fonnt, Vierersch Frau," sagte Frau Merte."' s wundert mich überhaupt daß die Gendarmen schon lang nit mal drauß' g'west sein. um die Wildhütt' zu revidirn." ( Forts. folgt.) melche, abgefa haben, und d Löber, Pe meifter Mecu die Sadtv. Ki Webernahme de Spaziergänger Bichler nicht nüßige we Uebernahme 7-9 betra dem Gäßchen in der Wo der Damm fich begegnend bei sehr oft der Dammst wiederholt da abzuhelfen fol das Gagchen wert befahre nur 1,7 m benugt werd Der Bahnh Richtung nach dem fehr misera Teil der Huhn vo ftände end wie im bornehmen ihre fleine Enteignund nach Weste Straße inn Bunft 10 Fernsprechle Herrn Gife Nachts bei Sießen jede fann. Die deren Stütze trägliche G gegen Entri 50$ 19. 34 trages betr berfitat an fand ebenfal einer Riesgr nördlich de bundene Breite von benötigte S wurde, mu Der Lahn weit bibers wefenen& Anfaufspr Rubifmeter on: Treußen und trelia. 11 Berlin one jens ploplih ob Soln mu ener te die furare en zeitigt ständi Stationen Noo fenbahn erbrads Nachschlüssels& fesselten die be en befanden, un in den Arm. E im Betrage va n und damit 8 Sihung der Stadtverordneten. n Gießen, 22. April 1904. Die Sigung wird 1/45 eröffnet; es fehlen die Stadtv. Schmall, Heichelheim, Pirr, Schaffstaedt und Helfrich. Oberbürgermeister Mecum gedachte vor Eintritt in die Tagesordnung des inzwischen verstorbenen Stadtv. Hanau in recht ehrender Weise und verlas ein von dessen Sohn Ludwig Hanau eingegangenes Dankschreiben für die dem Verstorbenen bei dessen Hinscheiden und Begräbnis erwiesene Ehre seitens des Kollegiums. Zu Punkt 1: Mitteilungen berlas der Oberbürgermeister ein Schreiben des Baumwarts Nocker für die ihm durch Beschluß gewordene Gehaltsaufbesserung und ein solches des Bautechnifer Gerbel, worin lepterer sich für seine Ernennung als Leiter des Hochbauamtes ebenfalls in danfender Form ausspricht. Nachdem gibt spart sein. Der Einspruch des Heinrich Noll VII. gegen den in letter Sizung beschlossenen neuen Fluchtlinienplanes der Großen Mühlgasse wurde nicht ane fannt. Noll sagt in seinem zur Verlesung fommenden Schreiben, daß er inmitten der Stadt dasselbe Anwesen nicht wieder bekomme, von wo er den Verkauf seiner landwirtschaftlichen Produkte in dem Maße betreiben kann, seine Kundschaft ginge ihm dann verloren.- Die Ueberbrückung des Schoorgrabens in der Westanlage( Punkt 14) und der vorgelegte Bebauungsplan der Schwarzlach( Punkt 15) wur en genehmigt; desgleichen der Kauf zwischen Adolf Moog Eheleuten und der Stadt. Hier dreht es sich um Gartengelände, welches im neuen vorgenannten Bebauungsplan liegt, später aber zur Durchführung der Straßen benötigt wird. Es werden pro qm 2 Mart gezahlt. Von dem zum Verkauf ausgeschriebenen 3 Bauplägen an der RoonNachmittagen im Freien und man wartet nur auf genügend warme Abende, um die Musik auch dann im Freien spielen zu lassen. Eine wahre Lust ist es, in den grünenden und blühenden Anlagen herum zu spazieren und zu beobachten, wie die Tiere sich des wiedergekehrten Frühlings und des dadurch ermöglichten Aufenthalts in freier Natur freuen. s. Rodheim a. d. Bieber, 21. April. Bereits im vorigen Herbste erwähnten wir an diefer Stelle, daß sich für Rodheim und Umgegend ein Gewerbeverein gebildet habe. Die allgemeine Begeisterung für das neue Unternehmen läßt sich am besten durch die Tatsache begründen, daß im Laufe des Winters die Mitgliederzahl fast auf das Doppelte gestiegen ist. Auch ist dem Antrage der hiesigen Lokalabteilung um Aufnahme in den Gewerbeverein für Nassau in der Voraussetzung willfahrt worden, daß dieselbe alle diejenigen ge von Pocken der Oberbürgermeister Mecum Kenntnis von dem Energie- straße( Punkt 17) wird nur das Angebot des Nikolaus, Verpflichtungen übernimmt, die den Lokalgewerbevereinen worden. Es sind verbrauch des städt. Elektrizitätswerk im Jahre 1903/04. welcher für den qm 15,40 Mark zahlt, gut geheißen.- sagungsgemäß obliegen. Der junge Verein wird be9 lebend heraus to find insgesamt Jahre um 74%, der für Kraft um 100% zugenommen. ten erzählt.n mit dem Kaiser che faßen, fragte nn eigentlich das Der Kaiſer befid sund fam jogar vie der Oberfod en die Fettaugen Kaiser selbst nur fel say; der Ary dBier verboten machte der Kaiser übungen, und antreten. widerfuhr dieser urant zu Bolkenht und wollte an rschien plötzlich in nend etwas verWorten: Guten dir das Abend ich dir das Bett ören und machte sofreundlich Folgerde Iultig t: Ein jancaista en Englands auf Nestauront zu zur lesten Weih Wellnerin unter De ibu bedeutet, hent erwartete. lid auf das Ge ninten chsten Tage fam lebondes fliegen .it zitternden ab init Entsetzen, Hals" verstandlättern. - Der Bedarf für Licht hat im Vergleich zum vorhergehenden Bunft 2: Baugesuch des Gärtner Balthasar Keil von Heuchelheim wird genehmigt. Keil erhielt vor einigen Jahren die Erlaubnis, außerhalb des Bebauungsplanes an der Straße nach Heuchelheim ein Wohnhaus mit Gärtnerei zu nig werden jettertide will er auf dieſem ſeinem Grundſtück noch ein mig, Albert", ben vechten, estichten. – Bunft 3: Baugesuch des Wilhelm aben nach Neapel Seipp III. für den Gr. Steinweg wird ebenfalls gut ge heißen. Seipp will an seinem dort erbauten Wohnhause nachträglich 2 Ballons anbringen.- Punkt 4: Bäcker Reuß hat das am Seltersweg 56 gelegene Wohnhaus fäuflich erworben und sein Geschäft aus der Wolkengasse, weil dort der Absatz zu wenig, nach dem erworbenen Hause berlegt. Für das dazu gehörende aus Fachwerk bestehende Hinterhaus hat er seiner Zeit die Erlaubnis zum Bau des Backofens erhalten, hierbei aber, nachdem er gesehen hat, daß der Raum nicht ausreicht, die vordere Längswand herausgerückt. Die Stadtv. erteilten hierzu nachträglich Dispens. Punkt 5 betraf die Umgestaltung des Plages an der Gabelung der Licher- und Grünbergerstraße. Es hat sich ergeben, daß Fuhrwerte, besonders solche mit Langholz beladen, die Einfahrt nach dem Schiffenbergerweg nicht nehmen fönnen, weil eben die Anlage zu weit nach vorn reicht und die Fuhrleute deswegen sehr oft über das Trottoir weg fahren. Der Platz wird entsprechend gekürzt, was 1100 Mart erfordert. Die Versammlung ist damit einverstanden.- Bei Bunft 6: Uebernahme der Harthallee seitens der Stadt entspann sich eine längere Debatte. Die Feldbereinigungsfomission hat diesen Weg, welcher Eigentum des Herrn Bichler ist, als Zufahrtsstraße zu den einzelnen Aeckern etc. vorgesehen; sie übernimmt den Grunderwerb und die Chaussierung. Es dreht sich für die Stadt nur um die Uebernahme der am Wege stehenden 110 Ulmen, welche, abgeschäßt à 4 Mark, einen Wert von 440 Mark haben, und des dort stehenden Wegeweisers. Die Stadtv. Löber, Petri, Beigeordnete Georgi und Oberbürgermeister Mecum sind gegen die Uebernahme, während die Sadtv. Kirch, Wallenfels, Brück und Jann für Uebernahme der Bäume sind, da hier ein Interesse unserer Spaziergänger vorliege und man die Steuerkraft des Herrn Bichler nicht unterschätzen darf, der stets auch für gemeinnüßige Zwecke seine Untestüßung nicht versagt. Der Uebernahme wurde schließlich zugestimmt. Die Punkte 7-9 betrafen Beschwerden über den Fuhrwerksverkehr in dem Gäßchen nach den Häusern in der Westanlage 17 und 19, in der Wolkengasse und in dem alten schmalen Teil der Dammstraße am Wallthor, weil selbige zu eng sind, fich begegnende Fuhrwerke nicht ausweichen fönnen und es dabei sehr oft zu Rolissionen gekommen ist oder, wie das an der Dammstraße der Fall ist, dem Anwohner Semmler wiederholt das Haus beschädigt wird. Um diesen Uebelständen abzuhelfen sollen Polizeiverordnungen erlassen werden, wonach das Gäßchen nach der Weftanlage nur mit solchem Fuhrwerk befahren werden darf, welche einschließlich der Ladung nur 1,7 m breit sind; die Wolfengasse nur zur Durchfahrt benutzt werden kann, in der Richtung vom Seltersweg nach der Bahnhofstraße und die Dammstraße nur in der Richtung nach der Nordanlage. Dem wird zugestimmt, nach dem gleichzeitig von seiten des Stadtv. Leib auf die fehr miserablen Pflasterzustände am Wallthor und dem vorgen. Teil der Dammstraße hingewiesen worden war und Stadtv. Huhn vorschlägt, man solle doch bei Beseitigung dieser Mißstände endlich einmal etwas radikaler vorgehen und im Osten wie im Westen die Verbreiterung von wenigstens einer Straße vornehmen und selbst wenn die Anlieger zu hohe Preise für ihre fleinen Häuschen und das Gelände fordern, vor der Enteignung nicht zurückschrecken. Der Verkehr von Osten nach Westen nimmt ständig zu und es ist zur Zeit feine Straße inmitten der Stadt, melche gut zu befahren ist. Punkt 10 betraf die vom Staat ausgeführte Anlage der Fernsprechleitung vom Bahnhof nach der Privatwohnung des Herrn Eisenbahn- Betriebs- Ingenieurs Enzeroth, damit des Nachts bei vorkommenden Unglücksfällen der auf Station Gießen jederzeit bereit stehende Hülfszug schnell abfahren tann. Die Anlage geht über städtisches Eigentum resp. deren Stügen sind dort angebracht worden, wozu um nachträgliche Genehmigung nachgesucht ist. Derselben wurde gegen Entrichtung einer jährlichen Anerkennungsgebühr von 50 Pfg. zugestimmt.- Puntt 11: Verlängerung des Vertrages betreffend Unterhaltung der Anlagen vor der Universität an der Ludwigstraße seitens der Stadt um 1 Jahr, fand ebenfalls Genehmigung. Desgleichen wurde die Anlage einer Riesgrube an der 7. Schneise des Gießener Stadtwaldes nördlich der Licherstraße( Punkt 12) und die damit verbundene Anschaffung einer 500 m langen Feldbahn zum Preise von 1700 Mt. beschlossen. Der für unsere Stadt benötigte Kies, welcher bisher aus der Lahn gewonnen wurde, muß jetzt vom Main und aus dem preußischen Teil der Lahn herangeholt werden, weshalb der Preis dafür ein weit höherer ist. Aus der schon früher einmal im Betrieb gewefenen Grube fönnen 10000 kbm ies gewonnen werden; der Ankaufspreis der Feldbahn würde durch die um 1 Mt. pro Rubikmeter billiger stehenden Anfuhrkosten sehr bald wieder geSie denn fein Gattin zur Rü das nicht pass gefaßt machen it zum Heim st doch nur eina auch die Bri nöchte gerne e ' s möglich mad sfeld?"- m ' ne feine Familie bereits auf da Jen? Db er d jäher Wedjel in meldete, daß de Sangcurt flodend e ihren Gohn an matt" fagte fie ht, dann fannfte hied von allen Brüder, welche raußen waren te's Frau teil vieder seht." Vater fagt, e ver weiß, wa en' naus in di bel habense bod fiehlt und de die Gensdarmen mit dran, der Sachen heimli naus gange wi Nun mögen die och Ruh." fonnt, Biererf rt mich überhaupt al brauß'' wet For folgt | Eine gründliche Verbesserung des Viehmarktes hat sich als notwendig erwiesen, nachdem die fortwährenden teueren Reparaturen feine dauernde Abhilfe schaffen. Es soll darum der von der Rodheimerstraße aus links gelegene Teil( 700 qm) mit Betonpflaster belegt werden. Die Kosten hierzu, 1200 Mt., werden genehmigt. Die Sielbauarbeiten für die Frankfurterstage, ellersberg und Viceftraße mit ane ſchließenden Rebenstraßen wurden dem Windeſt fordernden Heinr. Winn mit rund 370 000 Mt. übertragen. Bei Punkt 20: Vergebung der für 1904 erforderlichen Schreibmaterialen und Drucksachen gibt Herr Oberbürgermeister Mecum bekannt, daß alle hier in Frage kommenden Geschäfte der Stadt berücksichtigt werden, nicht 3 nach auswärts vergeben ist.- Punkt 21; Errichtung einer Kapelle für die Israeliten auf dem neuen Friedhof für 36,000 Mark wurde gegen die Stimmen der Stadtv. Krumm und Orbig nach erfolgter Debatte angenommen, nachdem auch noch die Stadtv. Haubach und Petri im Brinzip sich gegen die besondere Einrichtung ausgesprochen hatten. Die Mehrzahl war aber der Ueberzeugung, man solle des im vorigen Jahre geführten Streites wegen, der mehr wie genug erörtert worden sei, einfach die Summe bewilligen. Die nicht angestellten Bureaugehilfen waren bisher nicht in der Krankenversicherung; in Krankheitsfällen mußten also für die gesetzlich vorgeschriebenen 13 Wochen die Gehälter ausbezahlt werden. Durch eine Novelle zum Krankenkassengesetz sind die 13 Wochen jezt auf 26 erweitert worden und es empfiehlt sich darum die Versicherung der jungen Beamten. Die Versammlung beschloß demgemäß. Der Zuschuß zu den Vorarbeiten für eine Bahn von Brandoberndorf nach Gießen im Anschluß an die Bahn Frankfurt- Usingen- Wezlar wurde genehmigt. Es dreht sich hier um das in unsrer Zeitung schon wiederholt besprochene Eisenbahnprojekt durch das Kleebachta l. Für Neue Zeichnungen seitens der Stadt Gießen für die Hessische Landeshypothekenbank, welche ihre Kapital von 4 auf 9 Millionen vergrößern will, liegt gegenwärtig kein Bedürf nis vor; die Stadt ist bereits mit 10 000 Mt. an der Bank interressiert. Die Wirtschaftsgesuche( Punkt 25-28) des Albert Rahnefeld, derselbe will bei gutem Wettter im Hof mit verzapfen, der Wwe. Friese für Kleinhandel mit Branntwein in der Bleichstraße 21( früher Bräutigam), des Franz Maas für den Sächsischen Hof" im Afterweg und des früheren Wirtes Kalbfleisch, welcher das Haus der Frau Zipp in der Ostanlage käuflich übernommen hat, werden genehmigt. Nach Erledigung der Tagesordnung fragt Stadtv. Krumm an, ob die Verwaltung der Biebertalbahn zur Einfriedigung des Geländes am Neustädter- Tor ein Recht habe. Oberbürgermeister Mecum bejaht dies. Zum Schluß fam Oberbürgermeister Mecum auf die Theaterfrage und dem jüngsten Polizeibefehl betr. Feuersicherheit zu sprechen. Es sei in der Stadt das Gespräch, daß er( Mecum) diesen Befehl demnächst wieder zurücknehmen müßte. Hierzu habe er zu bemerken, daß dieser Polizeibefehl nicht von ihm, sondern vom Kreisamt ausgegangen sei, und wenn der Befehl zurückgenommen würde, nicht er reftifiziert werde, sondern das Kreisamt sich selbst Damit war die öffentliche Sigung zu Ende. reftifiziert. " Lokales. 22. April 1904. R. B. Am 9. Mai wird in Langendreer( Kreis Bochum) eine von der Reichsbankstelle in Bochum abhängige Reichsbanknebenstelle mit Kasseneinrichtung und beschränktem Giroverkehr eröffnet und zugleich ermächtigt worden, auch Wechsel auf Werne einzuziehen. ** Es gibt noch Helden! Vor Kurzem gab ein hiesiger junger Mann einem seiner Bekannten„ haarsträubende" Veranlassung zu einem Wortwechsel( er ruinierte ihm nämlich die Frisur) in dessen Verlauf der Aermste alle Ursache hatte, sich durch die handgreifliche" Beweisführung des Gegners in seiner Wanneswürde gekränkt zu fühlen. Man trennte schließlich die Beiden, um dem Gedemütigten weitere Schicksalsschläge" zu ersparen; über Nacht muß sich aber in dessen Brust ein stilles Heldentum ausgebaut haben, denn am anderen Tage erzählte er zornschnaubend die Geschichte und fügte wörtlich hinzu:„ Siwwe Mann hawwe mich halte misse, siwwe Mann, ich hätt' en sonst umgebracht, den Kerl!" Wie wir hören, ist der Gegner dieses Salongewaltigen sofort in eine Lebensversicherung gegangen, während sich die„ siwwe Mann" um die Rettungsmedaille bewerben wollen. * Viehmarkt zu Gießen. Bei dem am 19. und 20 April. stattgefundenen Markte waren aufgetrieben 1276 Stück Rindvieh, 826 Schweine. Der nächste Markt findet am 10. und 11. Mai statt; am letzten Tage auch Krämermarkt. ** Im Zoologischen Garten zu Frankfurt a. M. wird am Sonntag, den 24. April, zum erstenmal in diesem Jahre der Eintrittspreis während des ganzen Tages auf 50 Pfg.( Kinder 25 Pfg.) und für das Aquarium auf 20 Bfg. ermäßigt sein. Die Einrichtungen für den Sommerbetrieb sind vollendet, die Konzerte sind bereits an den reits zu der am 30 und 31. Mai in der Stadt Nassau a. d. Lahn stattfindenden diesjährigen Generalversammlung der nassauischen Gewerbevereine einen Deputierten entsenden. Die hiesige neu gegründete Sonntagszeichenschule erfreut sich eines regen Besuches und hat der Zentralvorstand für die im Herbst zur Errichtung Bemmenben newerblichen Fortbildungsschule gleichfang einen zuschuß in Aussicht geſtellt. A Grünberg, 22 April. Gestern Abend hielt der hiesige Radfahrerverein„ Grünberg 1904" in der Wirtschaft des Herrn Theiß eine Sihung ab. Außer der Aufahme neuer Mitglieder wurde für nächsten Dienstag Abend 7 Uhr eine Ausfahrt festgesetzt. Der hiesige Radfahrerverein„ Wanderlust" hält am nächsten Sonntag, nachmittags 3 Uhr, im„ Wilden Mann" eine Sigung ab. A Göbelnrod, 22. April. Vorgestern Abend in später Stunde wurde ein hiesiger Bewohner auf dem Nachhausewege aus der Wirtschaft tüchtig durchgeprügelt. Gensdarmerie und Arzt von Grünberg beordert sollen worden sein, auch will man die Täter erkannt haben. ** Saasen, 20. April. Ein hiesiger 8jähriger Snabe wollte sich eine Pfeife aus Weidenrinde machen. Hterbet glitt ihm das Messer aus und er verlegte sich die Hand. Es stellte sich eine Blutvergiftung ein, an deren Folgen der arme Junge starb. *** Crumbach, 21. April. In diesen Tagen kamen die für die hiesige Schule schon längere Zeit vorgesehenen Subsellien zur Aufstellung. Dank der von Königl. Regierung gewährten Beihülfe war es der hiesigen Gemeinde möglich, die neuen Bänke anzuschaffen. Dieselben sind ja äußerst praktisch eingerichtet und was die Hauptsache, sie bieten unsern Kindern auch einen bequemen Sih, jedoch wäre ein anderer Anstrich, eine etwas lebhaftere Farbe an denselben zu wünschen gewesen. + Frankfurt a. M., 21. April. Die Nachricht, daß auch der 6 jährige Gustav Bender an den ihm von seinem Vater zugeführten Stichwunden gestorben sei, bestätigt sich zum Glück nicht. Dem Kleinen geht es im Gegenteil etwas besser. Die unglückliche Mutter weiß bis jetzt noch nichts von dem schrecklichen Tode ihrer beiden jüngsten Rinder. ▲ Ans dem Odenwald, 21. April. Die Zahl der auf den großen Guts höfen beschäftigten polnischen Arbeiter ist in diesem Jahre besonders groß, da es den Gutsbesitzern trog der hohen Löhne nicht möglich war, die erforderlichen Arbeiter im G birae zu finden. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Oberhessen für Samstag, den 23. April 1904. Zeitweise windig, zeitweise heiter, etwas wärmer, besonders Nachts. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Kirchliche Nachrichten für Gießen. Evangelische Gemeinde. In der Stadtkirche. Jubilate, Sonntag, den 24. April. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Schwabe. " 11 Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. Pfarrer Schwabe. Die Vereinigung der fonfirmierten männlichen Jugend der Matthäusgemeinde fällt aus. In der Johanneskirche. Sonntag, den 24. April. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. " 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Johannesgemeinde. Pfarrer Dr. Naumann. Katholische Gemeinde. Samstag, den 23. April. Nachmittags um 5 Uhr und Abends 8 Uhr: Gelegenheit Sonntag, den 24. April. 3. Sonntag n. Ostern. Vorm. von 6.30 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heilig. Kommunion. " 1 17 8" 11 Die zweite heil. Messe. um 9.30 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachm. um 2.30 Uhr: Christenlehre; darauf Andacht. Methodistengemeinde, Asterweg 16. Sonntag, den 24. April, vormittags 10 Uhr und nachmittags 4.30 Uhr: Predigt; nachm. 2 Uhr: Sonntagsschule. Mittwoch, den 27. April, abends 8 ½ Uhr: Bibelstunde. - Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschaft. In der Synagoge, Südanlage. Sabathfeier am 23. April 1904. Borabend 7.00 Uhr. Samstag vorm. 8.00 Uhr. Nachmittags 4 00 Uhr. Sabathausgang 8.15 Uhr. Wochengottesdienst: Morg. 6.30 Uhr, Ab. 8.15 U8r. Für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein. Bekanntmachung. Darmstädter Der Entwurf des Voranschlags der Stadt Pierde- Lotterie. Gießen für das Rechnungjahr 1904( vom 1. April 1904 b. Ende März 1905), sowie die Vorans läge des Stadterweiterungsfonds, des Elektrizitätswerks und des Gas- und Wasserwerks für dieselbe Zeit, liegen in Gemäßheit des Artikel 83 der Städteordnung vom 21. bis 29. April d. Js. auf dem BürgermeistereiBureau Zimmer Nr. 15- zur Einsicht der Beteiligten offen. Gießen, den 20. April 1904. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Betr.: Die Vertilgung der Raupennester. Die Garten- und Feldbesitzer der Gemarkung Gießen werden hiermit aufgefordet, bis zum 20. Mai d Is. ihre Bäume, Streucher und Hecken von den Raubennestern zu reinigen. Diejenigen, welche dieser Aufforderung nicht Folge leisten, verfallen in die in§ 368 des Reichsstrafgesetzbuches bestimmte Geld- oder Haftstrafe. Außerdem wird die Vertilgung der vorhandenen Raupennester auf Kosten des Säumigen angeordnet werden. Gießen, den 19. April 1904. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Betr. Das Einhalten der Tauben während der Saatzeit. Ziehung am 18. Mai. I Los nur 1 Mk. ziehungslinie und Porto 20 Pfg.) eleganter Wagen, 3weispänner mit 2 Pferden und kompl. Geschirr i. W. v. ca. Mk. 6000. I Reitpferd mit Sattel und Zaun i. W. v. ca. Mk. 2:00. I Stuhlwagen mit einem Pferd u. Geschirr i. v. ca. Mk. 1700. 17 Pferde oder Foblen im Gesamtmerte von Mk. 10 300. 535 andere Gewinne im Gesamtmerte von Mk. 5000. Lose sind zu beziehen durch: F. Ohnacker, Lotteriebank. G. m. b. H. Darmstadt und alle Loseverkaufsstellen. Turnschuhe bei L. Süss Marktstr. 9 u. Wettergasse. Turnvereine Rabatt! Die Beſizer von Lauben werden unter in 20 Drainierer Hin- 20 weis auf Artikel 79 des Feldstrafgesetzes aufgefordet, ihre Tauben wegen der Saatzeit bis Ende dieses Monats einzuhalten. Diese Bekanntmachung findet auf die Militärbrieftauben keine Anwendung. Gießen, den 18. April 1904. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Die Dreihäusergasse wird wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten von heute an bis auf weiteres für den Fuhrwerks- und Fahrradverkehr gesperrt. Gießen, den 22. April 1904. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Wefantmachung. Zahltage der Kreiskasse betr. Montag den 2. Mai von nachmittags 2 Uhr an wird zu Nieder- Ohmen bei Wirt Langohr ein Zahltag der Kreistasse abgehalten. Die Großh. Bürgermeistereien und die Straßenwarte wollen die Interessenten hierauf aufmerksam machen. Alsfeld, den 19. April 1904. Großherzogliches Kreisamt Alsfeld. Dr. Melior. Arbeitsvergebung. Die Chaussierungsarbeiten für die Einfahrt des städtischen Baswerts an der Ostanlage sollen auf dem Wege der öffentlichen Ausschreibung vergeben werden. Der diesem Ausschreiben zu Grunde gelegte VertragsFURSTLICHE BRAUEREL E TRADE AND LIVERPOOL185 LIVERPOOL NOWIRTH FRANZ FEDIT WIEN HIBITION FOR HYGIF QUEEN LONDON 189 LONDON Gegründet 1696 VENEDIG VICTORIA AL MERITO KÖSTRITZHÜRINGEN GSMIT AGENDE GEN INGIN DER N 1834 BRAT MAGDEBURG A BER 1293 MAGDEBURG RDAM G AMSTERDAM LEIPZIG Gegründet 1696 Cöstritzer Schwarzbier. Dieses altberühmte Bier, welches infolge seines großen Malz- und WürzeExtractes und geringen Alkoholes besonders Kindern, Klutarmen, Wö= nerinnen, nährenden Müttern und Mekonvalee centen jeder Art von hohen medizinischen Autoritäten empfohlen wird, ist zu haben in Gießen bei Fr. Kühnhold. Bierdepot, Ludwigstraße 55. Man verlange ausdrücklich nur das echte ,, Köstritzer Schwarzbier". Fahrräder- und NähmaschinenVersandt, Ersatzteile, Reparaturen Carl Graf Gießen. Kirchenplatz 15. an der Stadtkirche. Gößte Spec. Reparaturwerkſtatt Oberhessens. Ordentliche, zuverlass ge Akademischer Gesangverein - Gießen. 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Es war in der neunten Nacht gegen Morgen. Der Alte kämpfte schon mit dem Schlaf, der ihn zu übermannen drohte, und wartete auf Eva, die im Einspänner ihn abends zur Lauerhütte brachte und morgens abholte, damit ja keine Menschenspur in der Nähe der Hütte das seltene Wild verscheuche. Plötzlich fällt garnicht weit davon ein Schuß und unmittelbar danach ein zweiter. Mit einem Ruck ist der Alte auf den Beinen. Das ist ja unerhört. Mitten im Revier ein Wilddieb! Hastig dreht er die Laterne aus und stürmt davon in die mondhelle Nacht. Einige Minuten später springt Neubacher in die Hütte, ſteckt die Laterne an und streckt sich behaglich schmunzelnd auf der Pelzdecke aus. Und dann lauscht er mit angestrengten Sinnen. Knarrt nicht schon der Wagen? Nichtig, der alte Braune, der schon hundertmal den Weg gemacht, schnauft und prustet. Dann die helle Stimme Evas: ,, Vater?" Schnell schraubt Neubacher die Laterne herab und hüllt sich ein. Im nächsten Augenblick hat sich das Mädel vom Wagen gebeugt. Sollte der Vater eingeschlafen sein und so fest? Verwunderlich wäre es nicht bei seinem Alter. Richtig, da liegt er und schläft. Mit einem Satz rutscht das Mädel in die Hütte hinein und schreit laut krauser Vollbart streift ihr Gesicht. auf, denn zwei kräftige Arme umfangen sie und ein kurzer waren. Eine halbe Stunde später kant Förster Dreyhaupt in heller Aufregung zur Lauerhütte zurück. Er hatte zwei Wölfe neben einem Pferdekadaver verendet gefunden und nach langem Umherspähen im Gipfel einer halbhohen Kiefer die Kanzel entdeckt, von der aus die beiden Meisterschüsse abgegeben Der glückliche Schütze hatte vorsichtigerweise die beiden Ruten abgeschnitten und mit sich genommen. Da war ihm eine Ahnung aufgestiegen und im Sturmschritt war er nach der Hütte zurückgeeilt. Als er dort eintrat, strahlte ihm der helle Schein der Laterne entgegen, und darunter saßen eng umschlungen zwei glückliche Menschenkinder, die ihn mit strahlenden Augen begrüßten. Mit einem Seufzer trat er ein, jezt mußte er sich in das Unvermeidliche fügen.. Aber ein ganzer Kerl war er doch, sein zukünftiger Schwiegersohn, und vielleicht wurde doch noch aus ihm ein wirklicher, waidgerechter Jäger.. Denn hierzu hatte ihn ja nur die Liebe gebracht... WITZ G2D HUMOR Die Dummheit ist nur dort zu suchen, Wo jede Selbsterkenntnis fehlt; Der ist noch lang kein richt'ger Esel, Der selber sich für einen hält. Unangenehme Angewohnheit. Erster Lehrling:„ Mein Meister wundert sich über alles; bei jeder Gelegenheit schlägt er die Hände überm Kopf zusammen." Zweiter Lehrling:„ Meiner schlägt ſe voch zusamm', aber da is meistens mein Kopf dazwischen." Aus der Schule.„ Was tat Kaiser Ferdinand nach dem Tode Gustav Adolfs?" ,, Er atmete freier auf!"" Warum gab wohl der liebe Gott" dem Adam die Eva zur Gehilfin", fragt der Lehrer der letzten Klasse der Mädchenschule. Tiefes Schweigen. Endlich ruft die kleine Grete:„ Damit Eva dem Adam den Schlips zubinden konnte!" Artig. Karlchen, hier hast Du einen Apfel. Nun, was muß man sagen?"" Ich bitte noch einen!" Unerwartete Antwort. Vater:„ Wer ist der faulste in eurer Klasse, Hans?" Hans:„ Ich weiß nicht."- Vater:„ Du willst es wohl nicht wissen. Sag' mal, wenn alle andern fleißig schreiben oder lernen, wer sitzt dann allein ganz still dabei und tut nichts?" Hans:„ Der Lehrer." - Stilblüte. Klara saß im Salon; sie glich einer Knospe. Beim Erscheinen des Geliebten sprang sie auf. Kasernenhofblüten. Unteroffizier( zu den neuvereideten Einjährigen): So meine Herren, die Flitterwochen sind jekt vorbei und wir sind endlich allein." Mißverstanden. Sergeant( in der Instruktionsstunde): ,, Also, der Soldat muß sich in erster Linie angelegen sein lassen, sich die Dienstvorschriften zu eigen zu machen. Nun, Pieper, was muß dem Soldaten am meisten am Herzen liegen?" Pieper( der nicht aufgepakt hat):„ Die... die...".( Hintermann ihm zuflüsternd):„ Dienſt..." Pieper( freudig erregt):„ Die Dienstmädchen." Dankbarkeit. ,, Warum pflegen Sie dieses Pferd gar so zärtlich, gnädige Frau?" ,, Wissen Sie, der Gaul hat mir einst meinen Mann, der passionierter Sonntagsreiter war, un verhofft in den Schoß geworfen!" Milderungsgrund. Bureauvorstand:" Was, Sie schlafen im Bureau? Das ist ja unerhört!" Beamter:" Bitte vielmals um Entschuldigung, Herr Rat, es hat mir aber vom Arbeiten geträumt!" Boshaft. Eine ältliche Jungfer, die noch immer die jugendliche spielte, bat in einer Gesellschaft einen Herrn, der als Münzfenner und-sammler bekannt war, ob er ihr nicht eine Silbermünze verschaffen könnte, die in ihrem Geburtsjahr geschlagen sei. " Ja," war die Antwort,„ doch sind Münzstücke von solchem Alter selten und teuer." Kindermund.„ Mutter, bin ich nicht ein guter Junge geworden, seit ich die Sonntagschule besuche?"„ Ja, Karl, du bist jetzt artiger."- ,, Aber warum hältst du denn das Ein- gemachte noch immer wie früher in der Speisekammer verſchloſſen?“ Raffiniert. Kunde: Weshalb haben Sie einen Musikautomaten im Komtoir, stört der nicht beim Arbeiten?"- Geschäfts= inhaber:„ D, im Gegenteil! Die Damen an der Schreibmaschine fallen unwillkürlich in den Takt der Musik und leisten auf diese Weise das Doppelte." * Beweis. Die Batterie ist auf dem Schießplaze eingerückt. Der Wachtmeister hat seinem vergeßlichen Faktotum, der Batterie- Ordonnanz, Kanonier Knöpfle, ein Notizbuch dediziert, worin dieser sich alle Aufträge notieren soll, um nichts mehr zu vergessen. Eine halbe Stunde vor der Befehlsausgabe wird Knöpfle nach der Baracke des Brigade- Kommandeurs geschickt, um nach der dort befindlichen Uhr zu sehen, welche für das ganze Lager als NormalUhr gilt. Die Unteroffiziere sind etwas vor 12 Uhr zum BefehlsEmpfang beim Wachtmeister versammelt. Endlich erscheint auch Knöpfle und meldet: 25 Minuten vor 12 Uhr!" Allgemeines Staunen und lebhafter Zweifel. Knöpfle aber zieht mit pfiffigem Gesichte sein Notizbuch aus der Tasche und sagt:" Ganz g'wiß, Herr Wach'meister, i' hammer's noch extra uffg'schriwwe!" * Es genügt so. Professorsgattin:„ So höre doch endlich aus zu arbeiten, Adolf, und komm mit mir in den Volksgarten. Du mußt Dich doch auch ein bißchen zerstreuen."- Professor:„ Laß mich nur; ich bin zerstreut genug!" Ein großes Glück. Herr( zum Diener):„ Aber Peter, da hast du schon wieder ein Glas zerbrochen."—„ Ja, Herr, aber diesmal hatte ich Glück, denn das Glas zerbrach nur in zwei Stücke." Und das nennst du Glück?"„ Nun freilich. Ich weiß, welche Mühe die Madame hat, wenn ich ein Glas in tausend Stücke zerbreche und sie es wieder zuſammenleimt. Bei zwei Stücken ist es viel leichter für sie." Aus der Töchter- Handelsschule.„ Du, liebe Marie, Dein Freundin scheint mir sehr flatterhaft, der reinste Schmetterling!" „ Ja, ja, ſie iſt auch immer die erſte in der Wechsellehre." Zarter Wink. Graf:" Gnädiges Fräulein, wie fange ich es eigentlich an, um von Ihnen einen Kuß zu bekommen?" Dame:„ Und Sie wollen einem alten Raubrittergeschlecht entstammen?" Jung Der feine Umgang. Was der Gefängniswärter Müller für feine Manieren hat!"" Die hat er sich im Verkehr mit den ein gesperrten Bankdirektoren und Aufsichtsräten angeeignet." wir wieder! In der Sommerfrische. So, Frau Katzelhuberin, da wär's . Unsere drei Zimmer kosten doch dasselb wieder wie voriges Jahr?"„ Na, heuer müss'n S' schon 60 Gulden mehr zahl'n!" ,, Warum denn?"-„ Bei dem schlechten Wetter, das wir alleweil hab'n, bleib'n S' ja' n ganz'n Tag immer dahoam!" Nr. 89. Freitag, den 22 April. 1904. Oberhessische Familienzeitung. Tägliche Unterhaltungs- Beilage ber Gießener Neueste Nachrichten. Band and Borlag bes Sifones Berlagdbrudsret, sasm. b. Rollerfos Ougbraderet( gegs. 1789); mana ( 18. Fortseßung.) Gewillensqualen. Kriminal Roman von Robert Buchanan. Das Schwurgericht hatte bereits seine Sigungen begonnen, und noch immer trieb ich mich in Mylrea herum. Die Zeitungen brachten den Bericht über die Eröffnungsfizung, und ich las, daß der Richter in seiner Begrüßungsrede an die Geschworenen in deutlichen Ausdrücken auf den bevorstehenden Mordprozeß angespielt hatte. Er bezeichnete ihn als eines jener abscheulichen Verbrechen, wie sie leider noch immer so häufig in Irland vorkämen, und welche mit rücksichtslosester Strenge zu unterdrücken Aufgabe des Gesezes sei. Sir James Cleary fuhr fort: „ Solch hinterlistige und grausame Morde gereichen diesem unglücklichen Lande zur Schmach. Sie aber, meine Herren Geschworenen, werden binnen furzem Gelegenheit haben, zu beweisen, daß solche Taten in den Herzen der besseren Irländer nur Ekel und Abscheu erregen. Sollte einer von diesen rohen Verbrechern vor Ihnen erscheinen und seiner Schuld überführt werden, so bin ich überzeugt, daß Sie meine Herren, vor Ihrer Pflicht gegen Ihr Vaterland nicht zurückschrecken werden." Es wurde mir ganz schwarz vor den Augen, als ich diese schrecklichen Worte las und an Ellen dachte, die in ihrer furchtbaren Verzweiflung diese unheilverkündende Rede lesen würde. Jetzt durfte ich nicht länger mehr warten und bereitete mich vor, nach Castlerea abzureisen. Dort wollte ich gleich nach meiner Ankunft den Verteidiger besuchen und ihm alles, was ich ausgekundschaftet hatte, auseinandersezen. Es war bereits spät am Nachmittag, und der Wagen stand schon vor meiner Türe, als meine Wirțin ganz aufgeregt ins Zimmer trat und mir meldete, daß eine Frau mich zu sprechen wünschte. ,, Wer ist es?" ,, Dies verrückte Geschöpf Kathleen Bruns ist es. Und sie sagt, sie müsse Euer Gnaden unbedingt sprechen." Aus der Türe tretend, gewahrte ich Kathleen. Sie hatte einen Mantel umgeworfen, die Kapuze war ihr über die Schulter gefallen, so daß ihr Kopf unbedeckt war und ihr schönes Haar wild über ihr fahles Gesicht fiel. Sie zog mich zur Seite und fragte mich in ängstlichem Tone:„ Euer Gnaden wollen nach Castlerea fahren?" " Jawohl!" antwortete ich. Was haben Sie mir zu fagen?" " Ich möchte Sie bitten, mit zu meinem Bruder zu kommen; ich glaube, er stirbt." „ Er stirbt?" wiederholte ich.„ Er war ja so wohl und munter, als ich ihn gestern besuchte. Was ist denn vorgefallen?" Das Mädchen erzählte mir, daß sie am gestrigen Abend ihren Bruder kurze Zeit allein im Hause lassen mußte. Bei ihrer Rückkehr fand sie Bett und Zimmer leer, und eine verschlossene Büchse, in der sie ihr Geld aufbewahrte, war aufgebrochen. Ueberall suchte sie dann ihren Bruder, bis es ganz finster wurde, und der Regen in Strömen heruntergoß, und ganz verzweifelt fehrte sie nach Hause zurück. Üm ( Nachdruck verboten.): Mitternacht wurde sie durch einen heftigen Schlag gegen die Türe erweckt, und als sie öffnete, fand sie ihren Bruder bewußtlos am Boden liegen. „ Er war sinnlos betrunken, Euer Gnaden, und bis auf die Haut durchnäßt, auch blutete er aus seiner alten Wunde. Ich schleppte ihn an den Kamin, und da kam einer von unseren Nachbarn und erzählte mir, daß er am Abend meinen Bruder in der Schenke zu Kilsyth gesehen hätte. Er war dorthin gegangen und hatte dort getrunken, bis er nicht mehr konnte, und dann sei er im strömenden Regen nach Hause gekrochen. Ich fürchte, diesmal hat er sich den Tod geholt, denn er liegt wie ein Stück Holz auf dem Bett." Ich ließ Kathleen neben mich sehen und befahl Andreas, so rasch als möglich nach ihrer Behausung zu fahren. Dort angekommen fand ich den Mann halb angekleidet zu Bett liegen. Auf einem Stuhl, der am Bette stand, saß ein altes Weib, das jammerte und klagte, als wäre er schon tot. Ich schickte die Frau hinaus und untersuchte rasch den Patienten. Kathleens Befürchtungen waren nur zu begründet; es war feine Hoffnung mehr, und die Kräfte sanken rasch. Sein Atem, der stark nach Schnaps roch, ging nur schwach, aber in rasch auf einander folgenden Zügen, und sein Herz schlug wie ein vom Winde hin und her getriebenes Blatt. Immer und immer wieder henette ich seine trockenen Lippen mit Wasser, bis er schließlich zu meiner größten Freude die Augen aufschlug. Erst sah er mich ganz verwundert an, dann bewegten sich seine Lippen, aber fein Laut kam hervor. Ich beugte mich dicht über ihn, und endlich konnte ich sein leises Flüſtern verstehen. ,, Muß ich jetzt sterben?" Ich nickte mit dem Kopfe. Sie haben nicht mehr lange zu leben, und wenn noch etwas Sie bedrückt, so müssen Sie die Zeit wahrnehmen, Ihr Gewissen zu erleichtern." Unsere furze Unterhaltung, so leise sie auch geführt wurde, war dem Mädchen nicht entgangen. Sie trat an ihren Bruder heran, beugte sich zu ihm nieder, und indem sie sein Haar streichelte, sagte sie: Lieber Bruder, sprich doch jetzt, wo dich Gott der Allmächtige von uns nehmen will. Der Herr Michael war doch immer so gut gegen uns." Der Mann schloß für eine Weile die Augen, und als er sie öffnete, waren sie feucht. ,, Laß den Kaplan holen!" brachte er mühsam hervor. Für mich bedurfte es keiner weiteren Aufforderung. Rasch frizelte ich ein paar Zeilen auf ein Blatt meines Notizbuches, riß es heraus und befahl Andreas, es sofort an Fräulein Craig in Castlerea zu bringen. Dann wandte ich mich an das Mädchen.„ Wollen Sie nicht nach dem Pater Antonius gehen?" Sie zögerte, und ich fuhr fort:„ Ich bleibe bis Sie zurückkommen, bei ihrem Bruder. Wenn Sie aber nicht gleich gehen, dürfte es zu spät sein." Sie sah auf das geisterhafte Gesicht, das in den Kissen lag, und es schien ihr klar zu werden, daß ich die Wahrheit sprach. Mit einem Seufzer wandte sie sich weg und verließ Trossen haber: aas junior, ke. ießen. Nr. 282. Jackkalk Juni ab zu ver ansarde und allem play 14 4 Zimmer, Küche, ten der Stadt geImeritraße 29. Wohnung, ich zu vermieten. Bohnung, ebft Küche und Zu& Schneider berm. mieten. Sonnenstraße 29. bl. Zimmer bermieten. Marttraße 11. Bimmer Frb. d. Bl. obliertes hlafzimmer preisUthorstraße 15. 000000 irma die pedition. yer. 95. блив де Bornemen Bradlobette umb b Det Bla 40 Der Die letten 2 ge famt die Tende einen Platz an de fith das Haus m gerade die Sergange näher lidhen Ausweg g dos fich zum S eine progressiv Dehört. Di der Kompetenz gehört. ente pro Loojung immer n randy der Kräfte டமம் Charafter ei noch nichts ande ein er allgemeiner Neben dieser dem Militärpensi telnehmer. 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Es war inzwischen Nacht geworden und Kathleen war noch nicht zurückgekehrt. Endlich kam sie ins Zimmer gestürzt. Er ist nicht zu Hause," rief sie mir entgegen. Er ist nach Castlerea gefahren." ,, Das habe ich leider befürchtet," antwortete ich hierauf ,, Sie wissen ja, daß er als Zeuge vorgeladen ist und daß heute die Verhandlung stattfinden soll." ,, Es wäre besser, Pater Antonius wäre heute abend hier als dort unten. Vielleicht kommt aber Pater Johannes noch heute hierher, ich habe es ihm sagen laſſen.“ Während sie sprach, schlug der Kranke seine Augen auf. Kommt der Herr Kaplan? Mir ist so angst, und der Doktor meint, ich werden sterben." Die Tränen rollten dem Mädchen über die Wangen. Sie beugte sich über ihren Bruder und sagte:„ Er kommt, Rory, er kommt ganz gewiß! Aber vielleicht sprichst du schon lieber jetzt und machst dir dein Gewissen leichter. Pater Antonius hat dir doch gesagt, daß Gott dir niemals verzeihen wird, wenn du stirbst, ohne deine Schuld bekannt zu haben." " Niemandem als dem Herrn Kaplan will ich sie bekennen," bersetzte der Mann mit seiner früheren trotzigen Entschloſſenheit Da sich jezt nichts weiter tun ließ als ruhig abwarten, so ging ich in die Küche und setzte mich an den Herd, während Kathleen neben dem Krankenbette Plak nahm. Eine Stunde verstrich so, während deren mir alle die merkwürdigen Ereignisse durch den Kopf gingen, die sich seit meinem Aufenthalt in diesem Lande zugetragen hatten. Auch an Ellen mußte ich denken. Ich hatte sie in der Botſchaft, die ich ihr durch Andreas gesandt, gebeten, so schnell als irgend möglich ohne jeden Aufschub in dieses Haus des Unglückes zu kommen. Würde sie wohl kommen? Und wenn sie käme, würde ihr dann das, was der Sterbende. zu sagen hatte, Trost und Hilfe bringen oder-? Da wurde mir plößlich die Ankunft Ellens gemeldet; ich eilte ihr entgegen und freute mich, sie vorbereiten zu können. Auf dem Wege nach dem Hause unterrichtete ich sie über den Stand der Sache. Ich gab meiner Ueberzeugung Ausdruck, daß der Sterbende ein Bekenntnis abzulegen haben dürfte, das zu ihres Vaters Ermordung in Beziehung stände. Zwar mit blassem Antlitz, aber doch gefaßt und mit fest aufeinander gepreßten Lippen hörte sie mir zu. Mit einem tiefen Seufzer sagte sie dann:„ Es war gerade noch Zeit; vor übermorgen wird die Verhandlung nicht beginnen, ich konnte daher ohne Verzug hierher eilen.“ In meiner Begleitung trat Ellen in das Haus. Die Türe des inneren Zimmers stand offen, und Kathleen war allein in der Küche. Als sie Ellens ansichtig wurde, verfärbte sich ihr Gesicht, aber sie verstand es, sich zu beherrschen, schlug ehrerbietig die Augen nieder und geleitete uns zur Türe. „ Sie haben drinnen schon nach ihnen gefragt," sagte sie leise und wandte sich dann weg. Wir gingen hinein. Pater Antonius stand am Bett; Pater Johannes tam uns auf den Fußspiken entgegen und faßte Ellen an der Hand. So wie ich ihn verlassen hatten, lag der Kranke noch da; sein Gesicht war aber jetzt von einer hektischen Röte überzogen, die Augen hatte er offen, und mit einem höchst sonderbaren Ausdruck schaute er auf den jungen Kaplan. Ellens Eintritt entging ihm nicht; er zuckte zusammen, und mit einer schier übermenschlichen Anstrengung erhob er sich aus seinen Kissen. ,, Herr Doktor," rief er mit rauher Stimme, sagen sie mir bei dem allmächtigen Gott die Wahrheit!" Muß ich jetzt sterben?" Jawohl," bestätigte ich. Seine geringen Kräfte verließen ihn wiederum, und ganz erschöpft fiel er auf sein Bett zurück. Ich fürchte mich ja nicht vor dem Sterben," seufzte er, ,, aber den Galgen fürchte ich. Ich hätte nicht geglaubt, daß sie einen Unschuldigen hängen würden. Ich müßte statt Herrn Michael im Gefängnis ſizen. Herr Michael, den Gott was Böses getan. beschütze, hat keiner Menschenseele jemals Ich war es, der den Herrn erschossen hat." Er hielt inne und eine große Stille herrschte im Zimmer. Ich sah, wie der junge Kaplan das Zeichen des Kreuzes machte und dann seine dünne weiße Hand über die Augen hielt. Ellen zuckte zusammen und war einer Ohnmacht nahe, Kathleen schlich sich durch das Zimmer und kniete heftig weinend am Bette nieder. ,, Bist du es, Kathleen?" fragte der Kranke in seiner tonlosen Stimme, und als sie durch einen Seufzer bejahte, fuhr er traurig fort: Es war ganz gewiß nicht meine Ab. sicht den Herrn zu töten, aber ich hatte einen schlechten Tag und der Teufel steckte in mir. Den ganzen Tag über hatte ich mich in den Schänken herumgetrieben und abends kam ich halb verrückt nach Hause. Kathleen war ausgegangen und ich setzte mich an den Herd und schlief ein. Als ich wieder aufwachte, wollte ich etwas trinken und überall suchte ich, ob vielleicht Kathleen irgendwo Schnaps versteckt hatte. Na, ich fand auch noch eine halbe Flasche und fand auch die Flinte, nämlich Herrn Michaels Flinte. Ich nahm sie und machte mich in die Berge, ob ich vielleicht einen Hasen schießen könnte...." ,, Aber wie waren sie denn zu dieser Flinte gekommen?" unterbrach ich ihn. ,, Am Morgen jenes Tages war ich ins Gebirge gegangen und hörte dort, daß Herr Michael nach Kilsyth gefahren war. Das Haus stand ganz leer, denn Frau Creenan war ins Dorf gegangen und Nora war ganz allein in der Küche. Ich wußte, wo die Flinte lag und da der Herr Michael mir versprochen hatte, sie mir für einen Tag zu leihen, schlich ich mich hinein, nahm sie an mich und rannte damit nach meiner Wohnung, wo ich sie in dem Torfhaufen im Hofe versteckte. Darauf ging ich auf den Jahrmarkt, was ich ihnen ja schon erzählt habe..." Abermals hielt er inne und sein Gesicht wurde kreideweiß. Ich flößte ihm etwas Cognac ein. Einen Augenblic lang schloß er die Augen und wiederum wurde es totenstill im Zimmer. Das Mädchen hatte zu weinen aufgehört und der Kaplan hatte die Hand vom Gesichte entfernt, aber niemand sprach. Ich fühlte nach dem Puls des Kranken. Er schlug seine Augen auf, atmete tief und schwer und fuhr zu erzählen fort: Als ich mit meiner Flinte dort unten war, sah ich, wie der Herr aus dem Wagen stieg, um den fürzeren Weg nach dem Schlosse, quer über den Sumpf, einzuschlagen. Ich duckte mich nieder, denn ich wollte nicht haben, daß er mich sehen sollte, er kam aber gerade auf die Stelle zu, wo ich mich verborgen hatte, und als er mich mit der Flinte in der Hand erblickte, fing er an zu schimpfen und hieß mich einen Wilddieb und einen Spizbuben und wollte mich der Polizei anzeigen. Ich war ja betrunken, und wie er weiterging, schoß ich hinterrücks auf ihn. Er taumelte, schleppte sich aber noch bis auf die Landstraße und fiel dann vornüber mausetot hin." Voller Entsetzen hörten wir seiner Erzählung zu, und. wir hatten Mühe, uns ruhig zu halten, als er weiter sprach, ,, Gott der Älmächtige weiß, daß ich alles darum ge geben hätte, wenn ich den Herrn ins Leben hätte zurück rufen können. Ich sah ihn mir an, und mußte an den Galgen denken, und ich hatte Angst vor dem Toten, und dann... und dann lief ich nach Hause." Abermals schloß er die Augen und abermals benette ich seine Lippen und bat ihn, weiter zu erzählen. ,, Kathleen weiß das Uebrige. Zu Hause fand ich sie am Herde sigen, und in meiner Seelenangst erzählte ich ihr, was ich getan hatte. Als sie hörte, daß ich den Herrn erschossen hatte, riß sie die Sichel von der Wand und ging auf mich los. Ich wollte sie abwehren und dabei ritzte ich mir den Arm auf. Heftig blutend stürzte ich zu Boden, und als meine Schwester sah, was sie getan hatte, kam sie zur Besinnung, half mir zu Bett und versuchte die Wunde zu ver binden. Ich würde mich aber in jener Nacht ganz gewiß verblutet haben, wenn nicht Pater Antonius, den Gott ſegnen möge, zufällig hierher gekommen wäre. Er stillte das Blut, verband mir die Wunde und setzte sich an mein Bett. Weil ich nun glaubte, mein letztes Stündlein wäre gekommen, beichtete ich meine Sünden und bat um die Lossprechung, aber Pater Antonius verweigerte sie mir, weil ich feine richtige Reue hätte. Als der Morgen dämmerte, kam er ganz verstört und leichenblaß wieder und erzählte mir, daß meiner Tat wegen Herr Michael verhaftet worden sei. ( Schluß folgt.) Nur aus der Brust geheimster Zelle, Die jedem Blick verborgen bleibt, Entströmt der Freuden schönste Quelle, Die tausend Lebensknospen treibt. Die Verlobung in der Lauerhütte. Jagdhumoreske von Frit Skowronnek. ( Nachdruck verboten.)] Försters Töchterlein, die blonde Eva, stand am Herde und backte Mehlflinsen. Hell flackerte das von trockenem Holz genährte Feuer und warf rosigen Widerschein auf ihre von gesunder Fülle stroßende Figur. Verträumt blickten ihre blauen Augen in die Glut des Herdes. Sie hatte es nicht gemerkt, oder vielleicht wollte sie es nicht hören, daß leise hinter ihr die Tür zur Küche aufgeklingt wurde. Mit zwei schnellen Schritten stand ein junger Mann in der Uniform eines Forstgehilfen neben ihr und ehe sie sichs versah, hatte er den Arm um sie gelegt, und ihr einen herzhaften Kuß aufgedrückt. Sie hätte sich auch nicht wehren können, denn in der einen Hand hielt sie den Stiel der Pfanne, in der andern den Löffel, mit dem sie gerade in dem angerichteten Mehlbrei rührte. Kampfbereit hob sie ihn als Waffe, aber der junge Mann war bereits einen Schritt zurückgesprungen und lachte ste aus seinen dunklen Augen vergnügt an. ,, So hatte ich's mir ausgedacht und so ist's mir gelungen! Guten Abend, Schaz." Der Zorn, mit dem das Mädel sich zum Herde abwandte, muß wohl nicht sehr ernsthaft gewesen sein, denn der kecke Jäger wagte mit Erfolg noch einen Ueberfall. " Ich verbitte mir das, Herr Neubacher!" " Franz heiße ich, Franz, herzigster Schatz! Oder hat auch dein Herz mich abgesetzt, weil dein Vater aus reinem Eigensinn die Einwilligung zu unserer Verlobung verweigert!" Mit Tränen in den Angen wandte sich das Mädchen ihm zu.„ Es geht wirklich nicht, Franz, das wir hinter dem Rücken des Vaters..." Ihr Schak ließ sie nicht ausreden. Ich bin eben dabei, einen neuen Sturm auf seinen Eigensinn zu wagen." ,, Womit denn?" " Mit meinem neuesten Erfolg! Heute früh habe ich den Niedermeyer in Jagen 14 bei einem frischgeschossenen Reh überrascht und festgenommen." In ihrem Eifer hatten beide überhört, daß sich die Thür zur Wohnstube geöffnet hatte. Evas Vater, der graubärtige Förster Dreyhaupt stand vor ihnen. „ Herr Neubacher, meine Tochter dürfte wohl nicht die geeignete Instanz zur Entgegennahme einer dienstlichen Meldung sein." „ Entschuldigen sie, Herr Förster, die Tür zur Küche stand offen und da wollte ich Fräulin Eva die freudige Mitteilung machen..." „ Meiner Tochter ist es ganz gleichgiltig, ob Sie einen Wild dieb gefangen haben, Herr Forstaufseher." Herr Förster, ich bitte nochmals um Entschuldigung. Ich that es nur in der Hoffnung, daß ich nach diesem Erfolg vielleicht doch ihre Einwilligung zu unserem Herzensbunde erlangen könnte." ,, Geben Sie sich keine Mühe, Herr Forstaufseher. Ich pflege nicht in acht Tagen meine Meinung zu ändern. Uebrigens ist der Herr Forstmeister hier zur Zettelrevision... Sie können vorn eintreten und bei ihm ihre Meldung abstatten." Der junge Mann verbeugte sich in dienstlicher Haltung vor dem Förster. Noch ein halblautes„ Adieu, Fräulein Eva" dann schritt er stolz aufgerichtet aus der Küche, un vom Flur aus das Vorderzimmer des Hauses zu betreten. Mit sichtlichem Wohlgefallen ruhte das Auge des Forstmeisters auf ihm, als er in lebendiger Schilderung erzählte, wie er beim Patrouillengang im Morgengrauen den Schuß fallen hörte, wie er laufend nahezu zwei Kilometer zurückgelegt, und dann ganz plötzlich auf den Wilddieb gestoßen sei, der augenscheinlich den frankgeschossenen Bock im Dickicht gesucht und eben erst gefunden hatte. ,, Nun, und wie ging die Sache weiter?" fragte gespannt der Forstmeister. ,, Wir hatten uns wohl beide in demselben Augenblick erblickt, und gleichzeitig das Gewehr an die Backe gerissen. Zum Glück war ich eine halbe Sekunde früher fertig." ,, Tot?" Nein, Herr Horstmeister, ich muß wohl in der Erregung etwas gewankt haben. Mein Schuß hat ihm wohl den Kolbenhals der Flinte und die rechte Hand zersch nettert. Der Herr Amtsvorsteher hat sofort einen Wagen requiriert und ihn als Untersuchungsgefangenen ins Kreislazaret_geschickt. Ich glaube, der Mann wird nicht mehr wildern!" ,, Bravo, Neubacher! Bravo! Sie sind ein Glückskind! Der wievielte ist das schon?" ,, Der fünfte in zwei Jahren, Herr Forstmeister!" ,, Die Anerkennung wird nicht ausbleiben. Haben Sie vielleicht einen besonderen Wunsch auf dem Herzen? Vielleicht cine bebaute Stelle und den Heiratskonsens?" Mit Verwunderung sah der Forstmeister, daß bei diesen Worten der Förster wie der Forstmeister eine abweisende Miene aufsetzten. Unter einem Vorwande war der Förster hinausgegangen. Jetzt polterte der Forstmeister los:„ Was sind das für Geschichten, Herr Forstaufseher? Hat Eva ihnen einen Korb gegeben oder.." ,, Herr Förster hat meine Werbung abgewiesen. Ich wäre fein Jäger, ich wäre nur ein Bureaumensch, wie die neumodischen Forstbeamten alle, ein Rechenknecht, wie er sagt.." Ist das wahr?" ,, Leider ja, Herr Forstmeister, ich bin fein passionierter Jäger, ich mache wohl die offiziellen Treibjagden mit und schieße ganz leidlich, aber darüber hinaus geht meine Passion für die Jagd nicht." ,, Hm, das ist mir auch nicht lieb zu erfahren, obivohl dies Manto Ihrer L Qualifikation als Beamter feinen Abbruch tut. Aber, fagen Sie mal, Neubacher, könnten Sie Ihrer Natur nicht einen kleinen Ruck geben und sich etwas Passion aneignen? Wenn man damit ein so prächtiges Mädel erobern kann, müßte das doch gar nicht schwer fallen... Wir bekommen doch alle Jahre Besuch von russischen Wölfen... Wenn Sie sich mal ordentlich dahinter seßen und einen se grimm zur Strecke bringen, dann muß das doch bei dem alten Dreyhaupt durchschlagen... Anders bekommen Sie den alten Querkopf nicht herum Jawohl, Herr Forstmeister, ich wills versuchen. Und im Anschluß daran möchte ich dienstlich die Meldung abstatten, daß nach meinen Wahrnehmungen zwei oder drei Wölfe im Revier stecken." Der Forstmeister war aufgesprungen. ,, Das sagen Sie erst jezt? Drenhaupt! Dreyhaupt! Kommen Sie mal her und hören Sie zu, wir haben Wölfe im Revier?" Mit unwirscher Miene kam der Graubart aus dem Nebenzimmer herein. Das glaube ich nicht, Herr Forstmeister, denn ich habe nichts davon gemerkt." ,.Na, dann erzählen Sie, Neubacher! Woraus schließen Sie das?" Ich habe gestern und vorgestern ein gerissenes Reh gefunden. Daraufhin bin ich in den Schonungen umhergebrochen, wo noch etwas Schnee liegt und habe auf zwei Stellen die Fährten gefunden." Das können auch große Hunde gewesen sein." ,, Nein, Herr Förster, soviel bin ich Jäger, daß ich die Spur von Wolf und Hund unterscheiden kann. Außerdem ist vor mir heute nachmittag auf dem Herweg in Jagen 16 ein Wolf hochgegangen.. ich war schußfertig und warf ihm aus dem Drilling die Kugel nach, bin aber wohl etwas zu weit nach hinten abgekominen, denn ich konnte bei flüchtigem Nachsuchen nichts finden." Mit einem kräftigen Donnerwetter schalt der Förster auf das jämmerliche schneelose Wetter, das jedes Einkreisen unmöglich mache. Aber wenigstens wollte er vor die Lauerhütte einen Pferdekadaver vom Abdecker legen lassen und dort sein Glück versuchen. In acht Tagen wäre Vollmond.. vielleicht ließe sich trotzdem etwas erreichen. Der Forstausscher war gegangen, der Forstmeister hatte dem alten Graubart wegen seines Eigensinnes eine energische Standrede gehalten und soviel erwirkt, daß Vater Dreyhaupt sich die Sache überlegen wollte, wenn der junge Mann einen Wolf zur Strecke bringen würde. Von nun an saß der Förster jede Nacht in seiner Lauerhütte, die er sich sehr behaglich eingerichtet hatte. Im Innern war der Boden mit einer dicken Strohschicht bedeckt, auf der noch eine alte Petzdecke lag. Von der Decke hing eine feuersichere Laterne. Acht Nächte hatte der Alte vergebens gelauert. Er ärgerte sich, das Neubacher, der zweimal aus dienſtlichem andung uoq bunoun ruen Verstärk Ich gebessert. riegerischen ucht fechtsart iſt tbedingt zur des iches Borgeb bracht werden ut einen S an der Son bren Plak Baaren getri der das Ausla Initiative n erst wird Ethnet werden. mmen zu habe Candischen Stud Efendere smmat ative er Außerde foreit Neuauf rechende recher o erhöht diefen Fächern thnische Sochich trieben und da sleben den heinlich werden long eine 2019 ભાવથી આપ| auf der Nation it daher nur red Pichlichen Noth Heberlegenheit reisaibt.