tr. 69. bonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., Saus gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen viertelfährlich Mr. 1.50. Bandtobettagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Dienstag, den 22. März 1904. Gießener 13. Jahrgang. Insertionspreis: Die einspaltige Betttzelle für ganz O Hessen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. sonft to Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen, Seltersweg 08 Fernsprechanschluß Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblaff) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Die letzte Reichstagsfeffion. ( Ein Rückblick von unserem parlamentarischen Mitarbeiter.) Der Reichstag ist in die Osterferien gegangen. Es war höchste Zeit dazu, denn es war kaum noch ein beschlußfähiges Haus zustande zu bringen. Hätte er, wie die Nationalliberalen verlangten, noch eine halbe Woche länger getagt, dann hätte man die trostlosesten Zustände erlebt. Der Präsident drang also mit seinem Willen, den er mit geheimgehaltenen trifti gen Gründen moralisch zu unterstützen suchte, durch. Ginzelne romantische Gemüter witterten hinter diesen triftigen Gründen" schon den Plan einer Reichstags= auflösung, wozu indes nicht der geringste Grund und darum auch nicht die geringste Aussicht vorliegt. Die„ triftigen Gründe" hat Graf Ballestrem nicht als Staatsmann und Kulissendiplomat, sondern als ein Mann, dem Europens überrünchte Höflichkeit nicht fremd ist, verschwiegen. Er mußte genau, daß von denen, die am letzten Samstag bereits ihr Reisegepäck im Reichstag bereithielten, die wenigsten zurückkehren würden. Unter diesen Umständen war es am geratensten, daß er die von Feierabendstimmung ergriffenen Barlamentarier mit den besten Segenswünschen nach der heimat entließ. Säre man genötigt, den Abgeordneten für die letzte Session ein Fleißzeugnis auszustellen, man würde einigermaßen in Gewissensnöte geraten. Die Verhandlungen maren mit wenigen Ausnahmetagen schwach besucht, gleichwohl haben Kommission wie Plenum regelrecht ihre Sigungsstunden abgearbeitet. Das Räderwerk flapperte, aber es fam fein Mehl. Eingeleitet wurde die Session mit etwa einem halben Dutzend Interpellationen: über die Rechtsfähigkeit der Berufsvereine, die Schaffung von Arbeiterkammern, die Ausdehnung des Alters- und Invaliditätsversicherungsgesetzes auf die selbständigen Handwerfer, das Zeugniszwangsberfahren gegen die Presse, die Maßnahmen gegen die Wurmfrankheit und über die Kündigung der Handelsverträge. Die übrige Verhandlungszeit wurde der Etatsberatung gewidmet. Aber auch hier war der Verhandlungsstoff überladen mit Resolutionen und Reformvorschlägen. Unsere Reichsboten haben sich in der letzten Session zu sehr als Gesetzmacher und zu wenig als Gesetzgeber gefühlt. Als Gesetzgeber hätten sie mehr auf positive Leistungen sehen müssen, als Bese gmacher fam es ihnen zu sehr darauf an, ihre privaten denle über den Inhalt und die Form unserer Gesetzgebung in die Wirklichkeit umzusetzen. Wären sie hierbei wenigstens bon einem allgemeinen Interesse geleitet, es ließe sich schließlich nicht viel dagegen einmenden; in Wirklichkeit aber waren die gehaltenen Reden doch nur Reklameschilder. Infolge dieser Taktik gingen die eigentlichen Etatsberatungen nur stockerd von statten. Die ganzen Reichstagsverhandlungen mach ten den Eindruck eines geräuschvollen und ungeordneten Ganges, wie er bei einem alten Getriebe stets zu beobachten ift. Zwar fehlte es auch bei den Etatsberatungen nicht an sogenannten großen Tagen, d. h., an sensationellen Verhandungsgegenständen. So hatten wir das Duell Bebel- Bülow, die Kunstdebatte, die russischen Verhandlungstage und die Soldatenmißhandlungsfrage, aber von großen Gesichtspunkten und idealen Zielen zeigte sich nicht eine Spur. Es var die platteste Alltäglichkeit, die hier zur Schau gestellt wurde und die dem Deutschen Reiche ebenso wenig genügt hat, wie dem Parlamentarismus. Je näher die Osterzeit beranrückte, um so größer wurde die Gewißheit, daß der Etat jum vorschriftsmäßigen Termin nicht fertig gestellt werden fonnte. Diese Gewißheit wiederum verminderte den Arbeitsifer, so daß man jetzt, nachdem der Reichstag in die Osterferien gegangen ist, wohl sagen kann, es war die höchste Zeit. luch bei dem Publikum war das Interesse schon in dem Brade erloschen, daß man den übermüdeten und gelang= veilten Zeitungsberichterstattern und den Korrektoren, die fast noch die einzigen Leser der Parlamentsverhandlungen ind, von Herzen gern die eingetretene Ruhepause gönnen bird. Es war die höchste Zeit! Das Gefecht bei Owikokorero. Ueber das für uns so unglücklich verlaufene Gefecht bei Spifokorero sind auch an amtlicher Stelle nähere Nach= ichten noch nicht eingegangen. Man sieht den weiteren Berichten im Kolonialamt mit um so größerer Spannung mtgegen, als man große Besorgnisse hegt, das Maschinengewehr des Trupps sei ebenso wie die Gewehre und fatronen der Gefallenen in die Hände der Herero gefallen. Da jeder Mann 100 Patronen bei sich führte und heunzehn Mann gefallen sind, würde der von den Herero abeutete Munitionsvorrat ganz bedeutend sein und ihre Geechtskraft zu ungunsten unserer Truppen stark erhöhen. Sehr ungehalten ist man in leitenden Kolonialkreiſen, bie unser Berliner CB.- Mitarbeiter uns schreibt, über das Verfahren des Majors v. Glasenapp, des Führers der in jener Gegend operierenden Truppen. Das hatte, so fragt man sich, der Kommandeur mit seinem Stabe, deren Platz beim Gros sein muß, in der Vorhut zu juchen? Wie konnte er sich unter so geringer Bedeckung so weit von seinem Korps entfernen? Und welchen Zweck fonnte ein solches Drauflosreiten haben? War es ein Retog noszierungsritt, schön. Aber dann hatte der Erpeditionsführer und fein Stab nichts dabei zu suchen. Man findet feine plausible Erklärung für das Verfahren des Majors, der sich offenbar ohne Not in einen Hinterhalt hat locken lassen. Immer neue Anklagen gegen die Missionare werden in den Ansiedlerbriefen erhoben. Andererseits erheben auch die Missionare bittere Vorwürfe gegen die Ansiedler. So behaupten die Missionare in Okahandja: Dic in die Feste geflüchteten Deutschen hätten ohne Grund das Missionshaus beschossen, obwohl aus dem Missionshause kein einziger Schuß gegen die Feste gefallen sei. Die Herero hätten vielmehr nur von der Kirche aus die Feste beschossen. Ist in der Tat das Missionshaus von der Festung aus ohne besondere Veranlassung beschossen worden, so ist das ein neuer Beweis für die allgemeine Erbitterung der Ansiedler gegen die Missionsgeistlichen, eine Erbitterung, die auch an leitender Stelle als nicht unberechtigt gewürdigt wird. Haber die Eingeschlossenen in der Feste wirklich so I- handelt, wie die Missionare behaupten, so entschuldigt man das in leitenden Kolonialkreisen mit der allerdings unfaßbaren Tatsache, daß die Missionare es nicht für ihre Pflicht hielten, das Schicksal ihrer Landsleute zu teilen, sondern daß sie es mit den Herero hielten und mit den bestialischen Mördern ihrer eigenen Landsleute nach wie vor freundschaftlich verkehrten. Gouverneur Leutwein hat dem Kolonialamt am Montag eine Meldung aus Grootfontein übermittelt, wonach die Strecke längs des Omuramba- u- Omatako- Flusses zwischen Otjituo und Otjomaware vom Feinde frei ist. Oberleutnant Volkmann ist angewiesen, die Linie längs des Omuramba- u- Omatako- Flusses zu sperren. Der an 18. d. Mts. von Buenos Aires abgegangene zweite Transport von Pferden und Maultieren wird am 1. April in Swakopmund erwartet. Der Krieg in Oftafien. Die Anzeichen mehren sich, daß die Japaner eabsichtigen, einen Anschlag gegen Niutschwang zu unternehmen. Wenigstens rüsten die Russen in fieberhafter Gile unter Lei tung des Generals Linowitsch, der aus Mukden mit einem Extrazuge dort angekommen ist. Auf diesen Plan der Japaner wurde von uns schon früher hingewiesen und die hohe Bedeutung dieses Plates, den die Russen mit dem Recht des Stärkeren besetzt halten, hervorgehoben. In Wirklichkeit ist Niutschwang, das von allen Kennern als Tor und Schlüssel der Mandschurei bezeichnet wird, einer der internationalen Vertragshäfen an der Chinaküste, in denen den Europäern erlaubt ist, Handel zu treiben; seit den Zeiten des Boreraufstandes existiert in der Stadt jedoch ein russisches Gouvernement, und der russische Einfluß ist fast unbeschränkt, so daß die Proteste, welche die nichtrussische Bewohnerschaft, vor allem die Eng länder, schon wiederholt gegen russische Maßnahmen erhoben, stets resultatlos blieben. Niutschwang, dessen Handel sehr bedeutend ist, ist eine der ältesten mandschurischen Städte. Eine Steinmauer zieht sich um die ganze Stadt, im übrigen fehlten Befestigungen, die jetzt eiligst aufgeworfen werden. Mit den in der Umgebung liegenden zahlreichen Ansiedlungen zählt Niutschwang etwa 50 000 Einwohner. Gefahr für die Deutschen in Niutschwang. Wie ernst die Situation sein muß, geht daraus hervor, daß der russische Garnisonskommandant den Ausländern verbot, über die Mauern der Eingeborenenstadt hinauszugehen, mit der einzigen Ausnahme, daß sie das Flußufer zwischen der Fremdenniederlassung und den Kanonenbooten benützen dürfen. Speziell unter den deutschen Bewohnern Niutschwangs scheint eine Panik ausgebrochen zu sein. Ein Telegramm von dort meldet: Der deutsche Konsul in Tientsin ist hier eingetroffen. Er hat amtlich erklärt, sein Besuch bezwecke, festzustellen, worauf die beunruhigenden Gerüchte zurückzuführen sind, daß für die deutschen Einwohner Gefahr bestehe. Weshalb die Deutschen besonderen Grund zu Befürch tungen hegen sollen, ist ohne nähere Erklärung nicht recht 311 begreifen. Nach einer Petersburger Meldung sollen übrigens die Familien der Ausländer bereits Niutschwang berlassen haben und nur wenige Kaufleute dort geblieben sein. Verwickelungen mit China. Auch die chinesische Regierung scheint Grund zu haben, das Bevorstehen kriegerischer Ereignisse in Niutschwang zu befürchten. Aus Tschifu wird gemeldet: Das aus den Kreuzern ,, Hai- tschi",„ Hai- tschen",„ Haitien“ und„ Haidschu" bestehende chinesische Pei- jang- Geschwader unter Befehl des Admirals Tsah, ist angekommen; man nimmt an, es soll nach Niutschwang gehen, sobald der Fluß eisfrei ist. Die Chinesen sind, wie es scheint, entschlossen, ihre Interessen in Niutschwang energisch zu vertreten. Wie es den Anschein hat, könnten sie leicht mit den Japanern gemeinsame Sache machen. Hat doch der japanische Landtag in seiner Adresse an den Kaiser speziell hervorgehoben, B Rußland Jeinen Vertrag mit China verletzt habe. Die Stimmung der chinesischen Bevölkerung scheint recht feindselig gegen die Russen zu sein. General Linewitsch hat sich bereits veranlaßt gesehen, in einem Tagesbefehl nachdrücklich davor zu warnen, die Bevölkerung irgendwie zu reizen. Einkäufe dürfen nur gegen Barzahlung geschehen. Ein russischer Verräter. Großes Aufsehen erregt in Petersburg die Nachricht, daß ein russischer Offizier sich zu schmählichem Verrat an den Feind hergegeben hat. Nachfolgend die Einzelheiten: Der Nittmeister Jwkow vom Generalstabe, kommandiert zur Haupt- Intendantur- Verwaltung, ist nach vorheriger Ausstoßzung aus dem Heere zum Tode verurteilt und hingerichtet worden. Iwkow hat militärische Geheimnisse und zwar die Pläne der Organisation der Feldarmee an Japan verkauft. Der Kaiser von Korea beabsichtigt, einen Sondergesandten nach der Rückkehr des Marquis to nach Japan zu senden, wahrscheinlich den Prinzen Yichivan. Marquis to empfing gestern die Vertreter der auswärtigen Mächte. Die Politik. Generalmajor v. Endres, der in letzter Zeit viel genannte bayerische Bundesratsbevollmächtigte in Berlin, wird einstweilen von seinem Posten nicht abberufen werden. Ursprünglich war geplant, ihn unter Beförderung zum Generalleutnant als Divisionskommandeur nach Regensburg zu berufen. Diese Absicht ist wieder aufgegeben worden, damit nicht der Anschein erweckt werde, als sei man in München mit der vielerörterten Reichstagsrede des Herrn v. Endres über den Armeepartikularismus unzufrieden. Herr v. Endres ist jetzt zum Generalleutnant ernannt worden und wird als solcher weiter Bayern im Bundesrat vertreten. * Näheres über den Inhalt der bevorstehenden neuen Flottenvorlage wird jetzt bekannt. Danach wird gegenwärtig im Reichsmarineamt eine Ergänzungsnovelle zu den bestehenden Flottengeseßen ausgearbeitet, welche sich auf die Vermehrung der Schlachtflotte beziehen wird. Während bisher für 1905 eine Vorlage, die den Ausbau der Auslands- Kreuzer flotte betraf, in Aussicht genommen war, hat man sich jeẞt entschlossen, von letzterer abzusehen und eine erhebliche Verstärkung der Schlachtflotte zu fordern. Die Rüstungen der anderen Seemächte und die wachsende Handelsmacht des Reiches machen neue Forderungen auf diesem Gebiete zur dringenden Notwendigkeit. Aus diesen Gründen wird man ein drittes Doppelgeschwader mit den dazu gehörigen Kreuzern fordern und den beschleunigten Bau neben den in den Flottengesehen vorgesehenen Schiffsbauten verlangen. Wir können die Richtigkeit dieser in einem Fachblatte der Eisenbranche veröffentlichten Mitteilung auf Grund von Erkundigungen unseres Berliner CB.Mitarbeiters bestätigen. Die Einbringung einer solchen Vorlage hatten wir bereits vor einiger Zeit angekündigt. Wie unser Mitarbeiter weiter hört, rechnet die Regierung mit ziemlicher Gewißheit darauf, daß der Reichstag diese Neuforderung genehmigen werde. Im anderen Falle steht eine Auflösung des Reichstags nach Ansicht politischer Kreise außer Zweifel. Nach Meldungen aus Rom verlautet dort in vatikanischen Kreisen, zwischen Preußen und dem päpstlichen Stuhl sei eine Vereinbarung über die Errichtung einer päpstlichen Nuntiatur in Berlin getroffen worden. Die preußische Legation am päpstlichen Stuhle soll gleichzeitig zu einer ordentlichen Gesandtschaft erhoben, der bisherige Gesandte Freiherr v. Roten han abberufen und an seine Stelle der derzeitige Münchener Universitätsprofessor Frhr. v. Hertling bestimmt werden. Frhr. v. Hertling ist bekanntlich in jüngster Zeit in besonderer Mission beim Vatikan in Rom tätig gewesen. An Berliner amtlichen Stellen wird die ganze Nachricht als mindestens verfrüht bezeichnet; jedenfalls stehe eine Entsendung des Frhrn. v. Hertling als preußischen Gesandten nach Rom nicht in Frage. Balkan- Staaten. Fürst Nikita von Montenegro, der schon von jeher durch seine tyrannischen Launen sich viele Feinde in seinem Lande gemacht hat, hat sich jetzt mit der ganzen Familie seiner Gemahlin überworfen und treibt sie in die Verbannung. Die Fürstin stammt aus dem alten montenegrinischen Heldengeschlecht der Vukotitsch, das im Lande sehr populär ist. Die Vukotitsch suchten die Macht der sogenannten Sabutschari- Partei, zu denen die Familie und die Bruderschaft Popowitsch gehören, zu brechen. Die Popowitsch sind, vor allem die Brüder Spiro und Mischo Popowitsch, die Günstlinge des Hofes und regieren gegenwärtig das Land. Die Fürstin hielt es mit ihren Verwandten. Daraufhin verbannte Nikita die beiden Vettern der Fürstin, Lale und Nikola Vukotitsch, aus Montenegro; sie begaben sich nach Serbien. Auch die übrigen Vukotitsch sollen nächstens auswandern. Den beiden Verbannten wollen ungefähr 200 montenegrinische Familien nach Serbien folgen. Am Ende wird Nikita es so arg treiben, daß die Tschernagorzen ihn furzerhand absetzen. Tall Dieser Befehl des Arztes war keine Arznei für meine derließ. Du durftest ja heute das Zimmer noch nicht verSabine zim Divan zurückführte und sich in einen Seffel nieDas hatte ich nicht erwartet," fagte er, während er Ottofar!" Ungeduld," rief der Maler, nicht länger gebieten, und da ich mich wohl fühlte, hielt ich ,, ich fonnte meiner Sehnsucht " Boudoir Niederlage erfannt und g das Boudoir wieder verlassen hatte. iederei Dank!" sagte Ottokar, lichen Baare; auch er als die 8ofe abie Flucht ergriffen." ,, Der Feind hat feine wenn er auch völlig in Ungnade fiel. ja auch ihm eine sorgenfreie und angenehme Bukunft sicherte, Der alte Herr vechiedete fich jetzt von dem glückglücklich über diese Verlobung, die mitchelnder Mione sia Straßen ie( Schluß.) Im Weißen Rok. ( Nachdruck verboten.) entschieden nicht im Teiche liegen könne. Der Grund war se Kriminal- Novelle von Robert Kraft. Wochen vergingen und es stellte sich heraus, daß die Leiche Safen und Schlennn bgesucht lich ein Garten, und die fleißig benutzte Ausspannung, und Wo einst der frühere Wirt Kartoffeln gebaut hatte, befand Wirtshäuser geworden. Das„ Mordhaus" stand zwar noch, worden, und Sonntags fonnte es doch nie alle Gäste fassen. aber danebn war das neue, langgestreďte Gebäude errichtet Das neue stattliche Weiße Roß" war eines der besuchtesten gen mit dem Geheimnis, jede verfocht ihre eigene Theorie. ונננננה in Afrika. A Immer wieder kommt es unter den britischen Truppen in der Kapkolonie zu schweren Meutereien. Nach einer am Sonntag in London eingegangenen Meldung haben neuerdings 600 Mann eines Walliser Regiments in Horick ( Natal) offen gegen ihre Vorgesetzten sich empört. Das Bataillon war von Pretoria nach Durban, wo es eingeschifft werden sollte, unterwegs. Trotz allen Gegenmaßnahmen der Offiziere zogen die Sechshundert mit ihren Waffen in die Stadt. Dort kam es zu groben Ausschreitungen. Die Soldaten erzwangen in den Schänken die Verabfolgungen von Getränken und brandschatten die Ladenbesitzer. Es kam infolgedessen zu Streitigkeiten zwischen der Bevölkerung und den Soldaten und danach zu blutigen Zusammenstößen. Die Aufrührer verbreiteten sich über das ganze Stadtgebiet und plünderten allerorten. Aus Pietermaritzburg ist ein Bataillon des Yorkshire regiments mit zwei Marimgeschützen zur Unterdrückung des Aufruhrs entsandt worden. Hoffentlich machen die Yorkshireleute mit den Aufrührern nicht gemeinsame Sache! Unmöglich ist das im britischen Heere keineswegs! Hof und Gesellschaft. Der Kaiser hat seine Reise von Gibraltar nach Port Mahon auf Minorca fortgesetzt. Die Stadt war während der Anwesenheit des Kaisers allabendlich illuminiert und die Bevölkerung begrüßte ihn bei seinem Erscheinen an Land überall enthusiastisch. Wie aus Malta gemeldet wird, wird der Kaiser dort morgen( Mittwoch) erwartet. Die englische Flotte wird ihm zur Begrüßung entgegenfahren. Im Palast des Gouverneurs wird Empfang stattfinden. *** Prinz Waldemarvon Preußen, ältester Sohn des Prinzen Heinrich, der seinen 15. Geburtstag feierte, hat sich, wie uns aus Kiel telegraphiert wird, mit seinem Erzieher zum Ferienaufenthalt nach Dresden auf den„ Weißen Hirsch", das Lahmannsche Sanatorium, begeben. Der Prinz hat Sialich in Kiel die Einjährigenprüfung bestanden. Preussifcher Landtag. Haus der Abgeordneten. ( 47. Sigung.) RK. Berlin, 21. März. Auch heute noch ist der Kultusetat nicht erledigt worden. Dabei sind aber alle Fragen, die die Volksschul unterhaltung und die Lehrerbesoldung betreffen, aus der Debatte ausgeschaltet und bis nach der Etatsfertigstellung vertagt worden! Sie sollen erst bei dem Initiativantrag Zedlik, der diese Fragen behandelt, erledigt werden. Ueber das Volksschulwesen im allgemeinen entsann sich eine lange Debatte. Der Zentrumsredner Ditt i ich forderte einen größeren Einfluß der Kirche auf die ( hule, den wieder der Freisinnige Ernst bekämpfte. Frhr. 1. Zedlip( freikons.) forderte Bekämpfung des Lehrermangels im Osten und Beseitigung der geistlichen KreisSchulinspektion zu gunsten einer fachmännischen Aufsicht. Dafür sollten die Geistlichen im lokalen Schulvorstand Sit und Stimme erhalten. Kultusminister Studt erwiderte furz, er wollte von den Vorschlägen des Abg. v. Zedlitz nichts wissen. Die weitere Debatte, an der sich der Abg. Wolgast ( frs. Vp.) mit einer langen Rede beteiligte er entwickelte die bekannten Forderungen des Liberalismus auf dem Gebiet der Schule brachte nichts sonderlich Bemerkenswertes, und nach fünfstündiger Sizung vertagte sich das Haus. Nab und Fern. Schiffskatastrophen. Wie aus Dublin gemeldet wird, stieß die deutsche Bark Mona" 25 Meilen östlich vom KishLeuchtschiff mit der in Swansea beheimateten 1100 Tonnen großen Bark Lady Cairus" zusammen. Lettere sant rasch und, obgleich die Mona" zur Hilfeleistung bei ihr blieb, wurde von Mannschaften oder Reisenden nichts mehr gesehen. Später wurde die„ Mona" nach Dublin eingeschleppt. Bei Thyborön( Jütland) ist der Stettiner Kohlendampfer ,, Saronia" gestrandet. Rettungsboote haben mit dem Schiffe Verbindung; für Menschenleben besteht keine Gefahr. Von Frederikshavn ist ein Bergungsdampfer abgegangen. Ein eigenartiges Mißgeschick verfolgte den von Newyork kommenden Dampfer der American Line New York". Er strandete morgens am Kap de la Hague westlich von Cherbourg. Der Dampfer kam mit Beschädigungen des Bodens ohne fremde Hilfe wieder los und landete drei Reisende und Post in Cherbourg. Darauf setzte er die Reise nach Southampton fort. Auf dieser Fahrt stieß die„ New York" nachmittags mit dem Transportdampfer„ Assaye" zusammen, der mit 500 Mann Trubben nach Indien ausgelaufen war. Der Wildhirt. Eine oberhessische Dorfgeschichte von J. Becker. ( Fortsetzung.) ( Nachdruck verboten.) Unter den aus anderen Dörfern eingetroffenen Firmeßgästen erregte besonders ein hübscher junger Bursche allgemeine Aufmerksamkeit, namentlich zischelten fich die Mädchen allerlei über ihn zu. Er hatte im Dorf keine Verwandtschaft und mußte er daher doch einen bestimmten Zweck damit verbinden, daß er zu ber Kirmeß gekommen war. Jedenfalls hatte er Abfichten auf irgend ein Mädchen des Dorfes. Der Name bes Hofes, aus dem er stammte, war weit und breit bekannt ihn Oberhessen als ein gutes Werk"- er Stammte aus Burkhennersch Hof, und da seine beiden Taufnamen Johann Heinrich waren, so hatte man sie wie üblich, in eins zusammengezogen und aus ihnen ein Hannhenner" gemacht. Er war also der Burkhennersch Hannhenner, oder auch kurzweg der Burkhennersch." Wenn ein Bursche aus so einem ,, Werk" stammte, wie der Hannhenner, dann war das in jedem anderen Dorfe schon eine gute Empfehlung für ihn. Die Burschen der Kirmeß machten sich mit ihm bekannt und„ poussirten" Ihn, denn es lag außer in dem ihrigen auch wesentlich in seinem eigenen Interesse, etwas zum Besten" zu geben, nicht etwa, daß er dadurch einen bestimmten Zweck desto eher erreicht hätte, sondern hauptsächlich um die Burschen bei guter Laune und seine Knochen heil zu behalten. Wenn nämlich ein Bursche mit Heiratsabsichten in ein fremdes Dorf tam, so mußte er von bornherein mit der etwaigen Feindschaft der Dorfburschen rechnen, denn sobald sich nur einer unter ihnen befand, der es auch mit dem auserforenen Mädchen Die Assaye" erlitt starke Beschädigungen. Beide Schiffe haben nunmehr den Hafen von Southampton aufgesucht. Das vor Spithead gesunkene englische Unterseeboot soll durch Taucher repariert, wasserdicht gemacht und dann hoch gebracht werden, da es im gegenwärtigen Zustande infolge der Schwierigkeiten, die seine Lage darbietet, nicht gehoben werden kann. Pestepidemie in Johannesburg. Im Kuliviertel der südafrikanischen Minenstadt Johannesburg ist die Peſt ausgebrochen. 27 Personen sind bereits der Krankheit erlegen. Es sind energische Maßnahmen getroffen, die farbige Bevölkerung aus der Stadt wegzubringen. Weiße sind bisher von der Krankheit nicht befallen worden. Vierfacher Mord. Ein furchtbares Verbrechen setzte die Bevölkerung von Wien in Aufregung. Im Dunkel der Nacht schlich sich der Fleischhauergehilfe Ebner in die Wohnung des Fleischhauers Svatos in Ottakring ein und ermordete diesen, sowie dessen Frau durch Messerstiche, danach auch einen Lehrling und eine Dienstmagd. Der Mörder hatte die Absicht, die eiserne Kasse des Fleischhauers zu berauben, durch die Hilferufe der Magd wurde er aber daran verhindert. Ebner wollte durch das Fenster die Flucht ergreifen, durch einen vorbeikommenden Soldaten und einen Radfahrer wurde er indessen festgenommen. Darauf machte er einen Selbstmordversuch. § Ein sittenloser Jugenderzieher. Der Hauptlehrer Otto Borchert aus Lessen wurde von der Strafkammer zu Rosenberg( Westpreußen) wegen Sittlichkeitsverbrechen in zwölf Fällen, begangen an Schulmädchen, zu acht Jahren Zuchthaus und neun Jahren Ehrverlust verurteilt. Borchert ist berheiratet. § Das Urteil im Altenberger Spielbankprozeß, das gestern in Aachen gefällt wurde, fiel milder aus, als man anfangs erwartet hatte. Die Angeklagten Bara, Bayly und de Witte wurden zu Geldstrafen von je 100 Francs und der Wirt Bergerhoff zu je 50 Francs Geldstrafe verurteilt, während der Advokat Bograt freigesprochen wurde, weil er seit der eigentlichen Gründung der Gesellschaft nicht mehr Mitglied derselben war. Anarchistisches Attentat. In Lüttich wurde gestern durch Anarchisten ein furchtbares Verbrechen verübt. Durch Explosion einer Bombe wurden sieben Personen, meist schwer, verwundet. Folgende Einzelheiten werden darüber telegraphisch berichtet: Die Bombe wurde vor dem Hause des Chefs der Sicherheitspolizei Laurent gefunden und explodierte in dem Augenblicke, als der Artilleriekommandeur Patyr sie in einen benachbarten Garten bringen lassen wollte, um sie einer Prüfung zu unterziehen. Etwa 30 Personen hatten sich angesammelt, von denen 7 verlegt wurden, darunter 4 schwer. Das Wohngebäude Laurents wurde verwüstet, in der Nachbarschaft sprangen zahlreiche Fensterscheiben. Der Kommandeur Patyr mußte sich einer Amputation beider Beine unterziehen. Unter den verwundeten Personen befinden sich drei Polizeibeamte, ein Feldmesser, ein Buchdrucker und ein Abt. Schwerer Unfall bei einer Mainzer Konzertaufführung. Bei der Generalprobe zu einem Wohltätigkeitskonzert des Mainzer Gesangvereins in der Stadthalle brach plötzlich das Podium, auf dem sich 100 Sänger befanden, zusammen. Dreißig stürzten in die Tiefe, von denen mehrere mehr oder weniger schwere Verlegungen erlitten. Betrügerische Bahnbeamte. Auf dem Bahnhof EssenWest wurden bedeutende Unterschlagungen entdeckt. Bereits benutzte Fahrkarten wurden nochmals ausgegeben. Verschiedene Beamte sind susvendiert. Menschliche Bestie. Wegen eines Sittlichkeitsattentats auf die eigene Mutter wurde der Arbeiter Michael Brandmüller in Grafing bei Martinskirchen in Bayern verhaftet. Er kam nachts betrunken nach Hause, überfiel seine 59jährige gebrechliche Mutter und vergewaltigte sie auf bestialische Weise, nachdem er ihr zuvor, um sie am Hilferufen zu verhindern, ein Taschentuch in den Mund gestopft hatte. Das Scheusal hatte schon vor einiger Zeit seiner Mutter mit dem Messer bedroht. Auf seltsame Art ums Leben gekommen ist ein Dortmunder Bergmann namens Liebendahl. Er wollte in seiner Stube eine an der Decke aufgehängte Wurst abschneiden und stellte zu dem Zwecke zwei Stühle aufeinander, auf die er dann selbst stieg. Plötzlich rutschte der obere Stuhl und Liebendahl stürzte ab, im Fallen auf die Kante des unteren Stuhles mit der Brust aufschlagend. Die dadurch erlittenen inneren Verlegungen waren so erheblich, daß er ihnen erlegen ist. des Auswärtigen gern zu tun gehabt hätte, dann hezte der seine Kameraden gegen den Fremden auf und für diesen konnte dann so eine Brautfahrt höchst gefährlich werden. Aus diesem Grunde suchte dann Jeder, der mit gewissen Absichten in ein anderes Dorf kam, sich dadurch die Burschen geneigt zu machen, daß er tüchtig zum Besten gab. Das tat denn auch der Burkhennersch und schon daraus ergab sich, daß er es auf irgend ein Mädchen im Orte abgesehen hatte, nur schien sich dasselbe nicht unter den Tanzmädchen zu befinden, denn sonst hätte er doch offenbar mit ihm getanzt. Er tanzte ja wohl freilich einmal mit dem einen oder anderen, aber er bevorzugte keines derart andauernd, daß man in dieser Beziehung etwas Bestimmtes hätte annehmen Fönnen. Sobald er sich nämlich mit irgend einem Mädchen näher bekannt gemacht oder es vorzugsweise ,, traktirt" hätte, dann würde ihn ein solches, falls er sein Gefallen erweckt, zum Abendessen in seinem elterlichen Hause eingeladen haben. Auf solche Weise fanden sich oft nachherige Brautleute zusammen. Allein der Burkhennersch ließ es dazu nicht kommen, obgleich ihn manches gern mit nach Hause zum Abendessen genommen hätte. Wer ihn vielmehr genau beobachtet hätte, der würde entdeckt haben, daß er oft mit seinen Blicken dem Elschen folgte, wenn dieses geschickt sich burch das Gedränge wand. Er hatte auch schon so viel entdeckt, daß ein Nebenbuhler vorhanden war, nämlich Pierersch Hangcurt, und dieser schien seinerseits eine bestimmte Ahnung in Beziehung auf den Burkhennersch zu haben, denn er hielt sich ferne von dem Haufen der Burschen, die sich an einem Tische um den Genannten versammelt hatten, um den Getränken, die dieser ohne Unterbrechung zum Besten gab zuzusprechen. Selbstmord eines Gattenmörders. Dem irdischen Richt entzogen hat sich im Untersuchungsgefängnis zu Tilsit de Zimmermann Westphal, indem er sich in seiner Zelle mite der Hosenträger erhängte. Westphal war unter dem di genden Verdacht, an seiner Ehefrau einen Giftmord veri zu haben, vor einiger Zeit in Haft genommen worden. Ee böses Gewissen scheint ihn jetzt in den Tod getrieben zu haben Massenausbruch aus dem Untersuchungsgefängni Nachts brachen aus dem Untersuchungsgefängnis am Klapper feld zu Frankfurt a. M. neun Untersuchungsgefangene die meist wegen geringer Vergehen in Haft genommen ware Sie hatten ein Loch durch die Mauer gebrochen und wate so ins Freie gelangt. Dem Vernehmen nach sind die meisen bereits wieder festgenommen worden. Verzweiflungstat am Grabe der Gattin. In d Orte Ahlsdorf bei Eisleben sollte die Ehefrau des Berg manns Wilhelm König beerdigt werden. Als das Gra fertig ausgeworfen war, sprang der verzweifelte Gatte de Verstorbenen in die Gruft und erschoß sich und machte sein vierjähriges Söhnchen ganz zur Waise. * Prit Biehung der He folgende Gewi 10000 Mau 2967, 17 357,1 Nr. 3283, 14.27 * Geftern bom Oberverwalty im Fall Bepf biertelftunden in Buntte bis Danach wird der Berichte vom treffende zu haben und zuläffige Straf werden ihm ei Auslagen aufer * Die B 24. März für Das Ende des Verschwörers. Die Petersburger Mel dung, daß der Anstifter des Mordanschlags gegen den M nister Ssipjagin, Militärarzt Gerſchuni, auf sein Bittgefu begnadigt worden sei, bestätigt sich nicht. Gerschuni ist be reits hingerichtet worden. Hingegen hat sein Mitverschwe rener Artillerie- Staatskapitän Grigorjem, der später die übrigen Verschworenen verraten hat, ein Gnadengesuch ein gereicht, über das die Entscheidung noch nicht gefallen ist. Unglückliche Luftreise. In Barcelona fand ein Luft schiffer ein tragisches Ende. Die Hülle seines Ballons plaẞte, als er gerade über dem Meer schwebte. Der Unglü liche fiel ins Wasser und ertrank. Die vielen Unglücksfälle, die sich in letzter Zeit ereigneten, schrecken aber die Luftschiffer nicht ab, immer neue fühne Fahrten zu unternehmen. Der bekannte französische Aero naut de la Vaulx beabsichtigt mit seinem neuen Luftschiff von Korsika über das Mittelländische Meer nach Algier zu fahren. Bunte Chronik. In Lüzelsachsen erstach der der Weinheimer Pflegeanstalt entlaufene Pflegling Grün den ihn ver haftenden Polizeidiener. -In einem Stettiner Hotel verwundete der Zahlmeister aspirant Schreidecke seine Braut lebensgefährlich und erschoß sich dann selbst. Bunte Chronik. Der Herzog von Aosta stürzte bei einem Spazierritte in Turin mit dem Pferde und brach sich da linke Bein. - Zu Kohldorf in Ungarn sprengte ein Grubenarbeiter sein Wohnhaus mit Dynamit in die Luft und tötete so seine Frau, ihren Liebhaber und seine sechs Kinder. Aus dem Gerichtsfaal. § Fahnenflüchtiger Offizier. Seitens des Gerichts der 30. Division in Straßburg im Elsaß wurde der Leutnant Kellermeister von der Lund von der Abteilung des in Saar burg garnisonierenden 1. oberelsässischen Feldartillerieregi ments Nr. 15 für fahnenflüchtig erklärt. Wie erinnerlich, ist der genannte Offizier kürzlich mit der Gattin eines anderen Surchaeaanaen § Siebenfacher Mord und Selbstmordversuch. Eine furdit bare Familientragödie fand vor dem Meißener Schwurgeridt ihre Sühne. Der Fabrikwächter Bienert in Meißen, der wegen unheilbarer Krankheit seiner Frau diese und seine sechs Kinder vergiftet und darauf einen Selbstmordversuch begangen hatte, wurde wegen Tötung ohne Ueberlegung zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. § Die Bestrafung des gestohlenen. Um 80 000 Wiart bestohlen und hinterher wegen Steuerhinterziehung bestraft, vurde der Holzhändler Julius Sechting zu Neu- Ruppin. Der selbe machte am 27. April v. s. bei der Polizeibehörde daselbst die Anzeige, daß ihm am Tage zuvor eine Summe pon ca. 80 000 Mart in Effekten gestohlen worden sei und übergab der Polizei ein Verzeichnis der gestohlenen Wert papiere, das diese veröffentlichte. Alle Nachforschungen zur Ermittelung der Diebe blieben jedoch erfolglos. Desto fin diger erwies sich die Steuerbehörde. Sie hatte auf Grund des von Sechting aufgestellten Verzeichnisses bald heraus gefunden, daß dieser in den Jahren 1899-1903 in den von ihm aufgestellten Deklarationen wissentlich falsche Angaben liber sein Einkommen gemacht habe. Auf diese Weise habe e 80 820 Mart absichtlich verschwiegen. Das Urteil gegen Sechting lautete auf eine Geldstrafe von 4505 Mark oder 3 Monate Haft. Auch der Zunge" hatte an der Gesellschaft teil genommen, denn wo es frei zu trinken gab, war a dabei. Er betrachtete überhaupt alles, was der Bur hcnnersch spendirte, als eine notwendige Leistung, dieser din Dorfburschen schuldig war. So saßen dan etwa zwanzig Burschen nebst dem Langen um einen Tisch herum, die recht tapfer auf des Burkhenner Kosten zechten und dann gemeinsam einen Gesang a stimmten, daß die Fensterscheiben flirrten. Während so seine Zechgenossen sich beschäftigten un gütlich taten, war es dem Hannhenner endlich gelungen ein Wort an Elschen zu richten. Er fragte, ob es dent nicht einmal einen nämlich einen Tanz mit ihm machen wolle. " Oja," hatte das Mädchen gemeint, dem e schmeichelte, daß der vielumworbene Bursche es gerad auf seine Person abgesehen zu haben schten, ich tanz uach mit Dir." - Die Zechgenossen waren gewissermaßen darob erfreut daß das hübsche begehrenswerte Mädchen mit der fremden Burschen tanzen wollte- namentlich deshalb waren ste dies, weil alsdann noch weitere Getränke spenden von Hannhenner zu erwarten waren, denn f hatten bald schon soviel heraus, daß der wohl nu Elschens wegen zur Stirmeß gekommen sei. " Solo!" schrie da der Lange mit Stentorstimm und nachdem der Tanz aus war, trat Jeder zurück, um das Plätzchen in der Mitte frei zu lassen, damit de Hannhenner mit dem Elschen einen Tanz allein machen fonnte. Es war Schleifwalzer, den sie tanzten, un der fremde Bursche war ein flotter Tänzer, denn schwenkte und wirbelte sein Mädchen derart herum, daß die kurzen Röcke hoch flogen und nicht allein die bunten Besatzbänder der unteren Röcke, sondern auch die roter Strumpfbänder noch zum Vorschein tamen.( Forts. fol öffnet. Lages Stadtveror 24. März nach für die Goethe Licher Straße. Straße. 4. Ve 5. Berkauf von von Gelände Streifens aus 8. Ausbau d Weglarerweg. Herftellung de Klingelsbachs. ringgrabens i tragung von vifitationen. 14 hier: Befehung Neubau der Ausführung des Apparaten für vereins um Ge 18. Vorläufige jahr 1904. * Dem Versammlung statteten Jahr des Volfsbad trug, dem 21 am Schluß de Mart vorhand trugen 33 996 Mart, Braufeb Heilbäder 2538 reinen Betrie Stadt Gießen h Darmstadt ber den Vorstand * Die N fefte des B fand am Son der Mitglieder ftatt. Eingelei piezen, ausgefü Alsdann folgte Geheimnis." in fteter Bewegu Herren Seidel M H mit dem auf der S Niere Mineralw Erinffur Sunder Da in Gieß wir 3. Dem irdischen is gefängnis zu Zil in jeiner Belle m I war unter dem einen Giftmord be nommen worden. Tod getrieben zu f Untersuchungsgefan Sgefängnis am Al fuchungsgefangene Haft genommen r gebrochen und en nach sind die m der Gattin. In die Ehefrau des erden. Als das berzweifelte Gatt hoß sich und mat r Waije. Die Petersburger nichlags gegen den uni, auf sein Bitt nicht. Gerschunii hat fein Mitber orjem, der später ein Gnadengeju och nicht gefallen rcelona fand ein Hülle seines Ba chwebte. Der Un legter Beit ereign b, immer neue nnte französische einem neuen Qu e Meer nach A 1erstach der d ling Grün der undete der Zahlme sgefährlich und er Aosta stürzte bei rde und brach sid te ein Grubenar uft und tötete so Kinder. btsfaal. itens des Geride V aß wurde der Leutna Abteilung des in Can ischen Feldartilleriere ärt. Wie erimerli er Gattin eines ander rdversuch. Eine fr Reißener Schwurge enert in Meißen Frau diese und inen Selbstmordberit g ohne Ueberlegung nen. Um 80 000 Dart erhinterziehung bestraft ng zu Neu- Muppin. De bei der Polizeibehör Cage zuvor eine Sum estohlen worden sei der gestohlenen V lle Nachforschungen erfolglos. Dest Sie hatte auf C ichnisses bald hen 899-1903 in den b ntlich falsche Angab Auf diese Weise habe n. Das Urteil ge von 4505 Mart der Gesellschaft trinken gab, w alles, was der otwendige Leistung war. So saßen Dem Langen um e auf des Burkhenn fam einen Gefang flirrten. en sich beschäftigten Jenner endlich gelun Er fragte, ob es inen Tanz- miti hen gemeint, dem bene Bursche es ge ben schien,-ich t fermaßen barob erf te Mädchen mit noch weitere Geträ arten waren, denn -namentlich des , daß der wohl ommen sei. ge mit Stentorftim trat Jeder zurüc zu laffen, damit nen Tanz allein mad den fie tanzten, lotter Tänzer, denn chen derart herum,& nicht allein die bun fondern auch die a bein tamen.( Fo Lokales. 22. März 1904. ** Privattelegramm. Bei der heutigen Ziehung der Hessisch- Thüringischen Landeslotterie wurden folgende Gewinne gezogen: 50 000 Mr. auf Nr. 50 893 10000 mt. auf Nr. 22 561, 77 023, 5000 Mr. auf Nr. 2967, 17 357, 19319, 59 621, 74486, 77 674, 3000 Mt. Nr. 3283, 14 272, 15 919, 18 320. Gestern Nachmittag 6 Uhr erfolgte in Darmstadt vom Oberverwaltungsgerichtshof die Verkündung des Urteils im Fall Lepsius. Das Urteil, dessen Verlesung dreiviertelstunden in Anspruch nahm, lautete bezüglich aller Bunkte bis auf Einen auf Freisprechung. Danach wird der Angeklagte für schuldig befunden in seinem Berichte vom 16. Februar 1899 teilweise un zu treffende Mitteilungen bezüglich der Steinbeile gemacht zu haben und wegen dieser Verfehlung in die geringste zulässige Strafe: eine Verwarnung verurteilt, auch werden ihm ein Zehntel der durch den Prozeß entstandenen Auslagen auferlegt. * * Die Buzbach- Licher Eisenbahn wird am 24. März für den Personen-, Güter- und Tierverkehr eröffnet. ** Tagesordnung für die Sigung der Gießener Stadtverordneten Versammlung Donnerstag, 24. März nachm. 4 Uhr. 1. Baugesuch von Karl Hahn für die Goethestraße. 2. Verkauf von Gelände an der Licher Straße. 3. Verkauf von Gelände an der Grünberger Straße. 4. Verkauf von Gelände an der Wetsteingasse. 5. Verkauf von Gelände an der Schottstraße. 6. Verkauf von Gelände an der Weserstraße. 7. Abtretung eines Streifens aus dem Stadtwalde an die Eisenbahnverwaltung. 8. Ausbau des Mittelwegs zwischen Crednerstraße und Weglarerweg. 9. Neubau der Universitätsbibliothet; hier: Herstellung der anliegenden Straßen. 10. Verlegung des Klingelsbachs. 11. Sielbau; hier: Verlegung des Stadtringgrabens in der Oftanlage. 12. Sielbau; hier: Uebertragung von Arbeiten an Jäger& Rumpf. 13. Die Feuervisitationen. 14. Die Ausführung des Mietwohnungsgesetzes; hier: Besetzung der Stelle eines Wohnungsinspektors. 15. Neubau der höheren und erweiterten Mädchenschule. 16. Ausführung des Fleischbeschaugesetzes; hier: Beschaffung von Apparaten für's Schlachthaus. 17. Gesuch des Lesehallevereins um Gewährung eines außerordentlichen Zuschusses. 18. Vorläufige Bewilligung eines Kredits für das Rechnungsjahr 1904. * ** Dem vom Stadtv. Haubach in der GeneralVersammlung des Gießener Voltsbad(.- G.) erstatteten Jahresbericht entnehmen wir, daß das Vermögen des Boltsbades am 1. Januar 1901 188 863,52 m. betrug, dem 210024,54 Mt. Passiven gegenüberstehen, sodaß am Schluß des Jahres 1903 eine Unterbilang von 21 161,02 Mark vorhanden war. Die Einnahmen im Jahre 1903 betrugen 33 996,15 Mt., darunter für Schwimmbäder 11 298 Mart, Brausebäder 2198 Mt., Wannenbäder 11106,90 t., Heilbäder 2538,80 Mt. Den Betriebseinnahmen stehen an reinen Betriebsausgaben 28003,17 Mt. gegenüber. Die Stadt Gießen hat für 9200 Mt. Attien. An Stelle des nach Darmstadt berufenen Landgerichts- Direktor Dornseiff trat in den Vorstand Architekt H. Meyer ein. * Die Nach feier zum 40jährigen Stiftungsfeste des Bauerschen Gesangvereins in Gießen fand am Sonntag Abend unter großer Beteiligung seitens der Mitglieder und geladenen Gäste im ,, Neuen Saalbau" statt. Eingeleitet wurde die Festlichkeit durch einige Konzertpiezen, ausgeführt von der Kapelle des Gießener Inf. Regts. Alsdann folgte die Aufführung des Einafters„ Ein ToilettenGeheimnis." Derselbe hielt die Lachmuskeln der Zuhörer in steter Bewegung. Frl. Arnold, Frl. Klauß und die Herren Seidel und Seybicke trugen viel zum Gelingen des * * Stückes bei. Anhaltender Beifall lohnte die Spieler für ihre Mühe. Darauf folgte die Vorführung zweier lebender Bilder, welche sich, mit bengalischem Lichte bestrahlt, wunderschön machten. Ein bis gegen Morgen ausgedehnter Ball hielt die Teilnehmenden in der gemütlichsten Stimmung beisammen. Glückwunschtelegramme trafen an diesem Abende ein von den Gesangvereinen Lollar und Weglar und von Herrn Kommerzienrat Gail. Dem Fest- Komitee sei für das Arrangement die vollste Anerkennung ausgesprochen. Fräulein Turner Lembach, unsere Soubrette vom Stadttheater Gießen, hat nächsten Freitag ihr Benefiz. Auf vielseitigen Wunsch kommt zur Aufführung" Papageno", welches bei der letzten Aufführung sich so außerordentlichen Beifalls zu erfreuen hatte und einen geradezu stürmischen Heiterkeitserfolg errang. Fräulein Lembach hat an ihrem Ehrenabend die Rolle der Berta übernommen und wird durch verschiedene musikalische Einlagen, die ihr Gelegenheit geben, ihr eigentliches Fachkönnen geltend zu machen, der Aufführung besonderen Reiz verleihen, so daß ein Besuch der Aufführung doppelt zu empfehlen ist. * Н Kommenden Mittwoch und Donnerstag finden im Neuen Saalbau in Gießen die Oberammergauer Pas sionsspiele unter Leitung des Christusdarstellers Leopold Peterka statt. Das Passionsspiel zeigt die Leidensgeschichte unseres Herrn und Heilands Jesus Christus in 14 Abteilungen mit dem Vorspiel Der Einzug in Jerusalem"; es wird von 50 Personen aufgeführt. Ueber eine in Kassel veranstaltete Aufführung schreibt das„ Kasseler Tagebl. u. Anz.": Passionsspiele im Stile der Oberammergauer nennt Leopold Peterka von ihm arrangirte sogenannte mimischplastische Gruppen, durch die das Leiden, Sterben und die Auferstehung des Heilandes veranschaulicht werden soll. Die Bilder wurden gestern abend im Stadtparksaale zum ersten Male gezeigt, und zwar, wie gleich vornherein betont werden mag, mit recht gutem Erfolge. Bild an Bild in lückenloser Reihe, so zieht die Leidensgeschichte des Heilandes am Auge vorüber. Leopold Peterka verkörpert den Heiland mit ruhiger Sicherheit: seine Mimit ist vollendet natürlich, streng sieht er darauf, der gewiß häufig naheliegenden Versuchung, zu übertreiben, aus dem Wege zu gehen. Sein ausdrucksvolles Spiel ist es, das die figurenreichste Gruppe belebt. ** Die Heilsarmee hielt gestern Abend in Lony's Bierkeller eine Versammlung ab, die aber nicht besonders besucht war. Als Ouvertüre wurde ein gut gemeinter Choral, an dem sich sämtliche Anwesenden stehend beteiligen durften, gesungen und dann folgte ein warmer Appel an das Portemonaie der Gläubigen und Nichtgläubigen zum Besten der sozialen Arbeit der Gesellschaft. Hierin hat die Heilsarmee allerdings Großartiges geleistet, denn ihre Rettungshäuser beherbergen Tausende die der Prostitution entrissen sind, entlassene Sträflinge usw. Sodann hielt die diensttuende Kapitänin einen Vortrag Wie erreiche ich das höchste Glück", der nicht ganz so ansprach. Für einen an unge= schmückten, einfachen Gottesdienst gewöhnten Protestanten war es des Augengeklappers und verdrehens zu viel, der Schwung mit dem die Ueberbegeisterte sprach, zu groß und man kann den Eindruck, daß es sich hier um Komödie handele, nicht los werden. Das ist ja nun jedenfalls nicht so, aber man hat die Empfindung. Was sollte z. B. daraus entstehen, wenn sich alle weiblichen Seelen von der Heilsarmee finden" ließen? Wer unter uns weilt" sprach die Kapitänin, dem gelüftet es nicht nach Weltlichem! Sehen Sie mich an, ich habe feinen Mann, Gott sei dank und will auch keinen haben." Dann wären wir in gar nicht langer Zeit glücklich so weit, daß den Gläubigen in Mekka der letzte lebendige Christ als Rarität im Affenkäfig gezeigt würde. Trotz alledem soll man die Heilsarmee unterstüßen, in sozialer Beziehung leisten sie sehr viel und das ein Zustand, wie wir ihn oben ausmalten, nicht eintritt, dafür werden die heiratsluftigen Töchter des Landes schon sorgen! - MAGGI'S WUERZE Herz Stiefel mit dem Herz auf der Sohle Man verlange ausdrücklich MAGGI's Würze. Konfirmandenstiefel. Für Mädchen Für Knaben in Wichsleder, Kalbleder, in Wichsleder, Kalbleder und Bor- Calf und Chevreaur bon Mr. 4.50 an. Bor- Calf von Mt. 4,50 an. Damen- Stiefel in Bor- Calf, Chevreaur in Knopf u. Schnür bon Mt. 8.- an. L. Süß, Gießen, Marktstraße 9 Nieren- und Blasen heilt und stärkt die Reinhardsquelle bei Wildungen. Mineralwasserversandt Füllung I. Klasse. Trintfur, Mineral- und Sonnenbäder. Hunderte Herzte trinken Reinhardtsquelle. Da in Gießen viel das Wasser getrunken wird, suchen wir eine Niederlage. W Wettergasse. it A Lich, 21. März. Die diesjährige Aufnahmeprüfung für die Ober- und Unterklasse findet am 18. April morgens um 7 Uhr anfangend statt. + Friedberg, 22. März. Die Frühjahrsentlassung der vom Predigerseminar abgehenden Kandidaten wird am Donnerstag, 24. März vormittags 11 Uhr im Predigerseminar stattfinden. × Ulfa, 22. März. Einem in den ärmlichsten Verhältnissen lebenden 83 Jahre alten Mann ging dieser Tage von dem deutschen Konsulat in New- York die Nachricht zu, daß ihm von einer 200000 Mt. betragenden Erbschaft ein Fünftel von seiner fürzlich verstorbenen Schwester vermacht worden sei. Hoffentlich kommt er recht bald in den Genuß des ihm vermachten Gutes. = Darmstadt, 20. März. Gestern fand hier im Konkurs Schade die erfte Gläubigerversammlung statt, die ein recht trostloses Bild bot. Die Attiven betragen insgesamt 200 000 Mt., denen 1 400000 Mt. Passiven gegenüberstehen. Marktberichte. Gießen, 22. März Auf dem heutigen Wochenmarkt lofteten Butter per Bfb. 0.90–1.00., Hühnereter 2 Stüd 12-14 Pfg., Enteneter St. 8 Pfg., Käse per St. 6-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Pfg., Erbsen per Liter 21 Pig., Linsen per Liter 32 Big., Tauben per Paar mr. 0.80-1.00, Hühner per Stüd Mt. 1.30-1.40, Hahnen, ver Stüd C.80-1.70, Enten per Stüd 1.70-2.20, Gänse per Pfd. 65-70 Pfg., Ochsenfleisch per Pfd. 68-78 Bfa., Rindfleisch per Pfd. 62-68 Pfg. Schweinefleisch per Pfd. 60-72 Pig. Schweinefleisch gesalzen per fund 0.76 Bfg., Kalbfleisch per Pfd. 62-74 Pfg., Hammelfleisch per Pfd. 50-74 Pfg., Kartoffeln pro 100 Kilo 6.00 m., Zwiebeln per 3t. Mr. 7.00-10.00, Aepfel per Gentner 20-25 Mr. Milch ver Liter 18 Vfa. Dauer der Marktzett von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr Nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Marktzeit übeerhanp nicht, und während der ersten dret Stunden der Marktzeit im Umherziehen feilgeboten werden. Frankfurter Viehmarkt. Zum Verkauf standen 460 Ochsenen 38 Bullen, 695 Kühe und Färsen( Stiere und Rinder), 226 Kälber, 223 Schafe und Hämmel, 1702 Schweine. Aus Desterreich 100 Ochsen. Bezahlt wurde für 50 Kilo Ochsen: a) vollfleischige ausgemästete höchsten Schlachtwertes bis zu 6 Jahren Mr. 70-73, b) junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete Mt. 65 bis 67, c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere Mr. 59-62, d) gering genährte jeden Altecs Mr.. Bullen: a) vollfleischige höchsten Schlachtwertes Mr. 62-64, b) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere Mr. 59-60, c) gering genährte Mt.-, Kühe und Färsen,( Stiere und Rinder): a) vollfleischige, ausgemästete Färsen ( Stiere und Rinder) höchsten Schlachtwertes Mt 60-62, b) voll fleischige ausgemäſtete Kühe höchsten Schlachtwertes( bis zu 7 Jahren) Mt. 57-59, c) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mr. 44-46, d. mäßig genährte Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mr. 41-43, e) gering genährte Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mr.- Bezahlt wurde für 1 Pfund a) feinste Mast-( Vollm.- Mast) und beste Saugfälber( Schlachtgewicht) 84-86 Pfg.( Lebendgewicht) 50-52 fg., b) mittlere Mast- und gute Saugfälber( Schlachtge wicht) 72-75 Pfg.,( Lebendgewicht) 42-44 Pfg., c) geringe Saugfälber 60-62 Pfg., d) ältere gering genährte Kälber( Fresser) Bfg., Schafe: a) Mastlämmer und füngere Masthämmel 70-72 Pfg., b) ältere Masthämmel 60-64 Pfg., c) mäßig genährte Hämme! und Schafe( Märzschafe) 50-52 Pfg. Schweine: a) vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen im Alter bis zu 1 Jahren ( Schlachtgewicht) 52 Pfg.,( Lebendgewicht) 41 Pfg., b) fleischige ( Schlachtgewicht) 51 Pfg.,( Lebendgewicht) 40 fg. c) gering entwickelte, sowie Sauen und Eber( Schlachtgewicht) 42-44 Pfg., Lebendgewicht-, d) ausländ. Schweine unter Angabe der Herfunft Pfg. Das Geschäft in Hornvieh war gut und ist der Markt geräumt. Frankfurt a. M., 21. März. Fruchtmarkt, Es notierten nach Qualität: An Weizen, hiesiger und Wetterauer mt. 17.75-18.00, furhessischer Mr. 17.75-18.00, norddeutsch. Mr. Kansas Mt. 18.20-18.90, Roggen, hiesiger Mt. 13.90 bis 14.50, russischer Mt. 14.40-14.75. Amerikaner Mt. 14.90 bis 15.30, Gerste, hiesige Mt. 14.75 bis 15.00, Pfälzer, Mt. 14.75 bis 15.40, fränkische Mt. 15.00, Riedgerste Mt. 15.00 bis 15.25, ungarische Mt. 17.25-18.25. Hafer, hiesiger Mr. 13.25-14.25, furbayerischer Mr. 13.25-14.50, russischer Mr. 13.25-14.75 Mais, heffischer Mr. 13.40-14.50, Württemberger Mt.-- bis Mixed Mt. 12.20-12.40, La Plata Mt. 11.75-12.00, weißer Mais Mt. 11.90-12.20, russischer Mt. 13.50-14.00. Alles pro 100 Kilo ab hier. Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil: Albin Klein für das Lokale, den Gerichts-" und" Deffentlichen Sprechfaal": Fr. Oppermann gut, praktisch, billig im Gebrauch. Ein ganz kleiner Zufaß derselben verbessert augenblicklich schwache Suppen, Bouillon, Saucen u. s. w. Sehr ausgiebig: deshalb nicht überwürzen!- Im Erscheinen befindet sich: Sechste, gänzlich neubearbeitete Meyers 11,000 Abbildungen, 1400 Tafeln und Karten. und vermehrte Auflage. Grosses KonversationsEin Nachschlagewerk des allgemeinen Wissens. Verweisungen. 148,000 Artikelu. Lexikon. 20 Bände in Halbleder gebunden zu je 10 Mark. Prospekte und Probehefte liefert jede Buchhandlung. Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig und Wien. August Kilbinger, Giessen, - Seltersweg 19. Telefon 276. Größtes Kinderwagen- Geschäft am Plak. Enorme Auswahl in allen Preislagen. Erstklassige Fabrikate von Kinderwagen, Sportwagen, Leiterwagen, und Krankenfahrstühlen. Ständiges Lager von 200 Stück Kinderwagen. Auf Wunsch Katalog. Servelatwurſt Schinkenwurst Schinken, roh u. gekocht Mettwurst. Täglich: frischer Aufschnitt in falt und warm empfiehlt Carl Buss, Meßger. Gießen. Marktplay 5. - Bekanntmachung. Bei dem am 24. d. Mts. dahier stattfindenden Bichmarkt findet der Auftrieb des Viches von Morgens 1/8 Uhr an statt. Die Erhebung des Standgeldes findet beim Auftrieb statt. Grünberg, am 21. März 1904. Großherzogliche Bürgermeisterei Grünberg. Zimmer. Bekanntmachung. Die Samstag, den 26. d. Mts., nachm. 2½ Uhr findet durch Großh. Kulturinspektion Gießen in der Gemarkung Grünberg eine Badschan statt, was zur Kenntnisnahme der Beteiligten hiermit gebracht wird. Zusammenkunft ist an der unteren Gemarkungsgrenze. Grünberg, den 21. März 1904. Großherzogliche Bürgermeisterei Grünberg. Zimmer. Peterka'sche Oberammergauer Festspiele ausgeführt von 70 Personen unter Leitung des weltbekannten Christus- Darstellers Leopold Peterka, einziger Inhaber der besonderen hohen Genehmigung des Ministeriums der geistlichen Unterrichts- und Medizinal- Angelegenheiten des Ministers des Innern zu Berlin, zur Aufführung der Passionsspiele. Jm Neuen Saalbau finden Mittwoch, 23. u. Donnerstag, 24. März, abds. 8 Uhr Oberammerganer Passionsspiele, die Leidensgeschichte unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus, in 14 Abteilungen, mit dem Vorspiel„ Der Einzug in Jerusalem" statt. Da man diese Vorstellungen mit keinen theatralischen Vorstellungen zu vergleichen hat, wird gebeten, jede Beifalls bezeugung zu unterlassen. Eintrittskarten im Borverkauf von Montag ab in der Musikalienhandlung E. Challier( Rudolph's Nachf.) zu 3, 2 und 1 Mark. Verschönerungs- Verein Die diesjährige Gießen. ordentliche Generalversammlung findet am Mittwoch, den 23. d. Mts., abends 8½ Uhr im Café Ebel( Zimmer Nr. 3) Ein strebsamer, intelligenter Radfahrer- Verein stres Grünberg 1904. Donnerstag, 24. März 1904 abends 8 Uhr im Gasthof ,, Bur Pinu" Versammlung Um zahlreiches Erscheinen bittet Junge, Bekanntmachung. Die Stadtverordneten- Versammlung hat durch Beschluß vom 10. März d. Js. den Flugtlinienplan für welcher eine schöne Handschrift hat die Durchführung der Gr. Mühlgasse nach der und Ostern die Schule verläßt, fann auf einem Gießener Bureau Weftaulage festgestellt. als Lehrling eintreten. Näh auf der Erv. d. Bl. Verkäuferin Der Vorstand. für ein Colonialwaren und Anmeldungen zum Verein werden vom Vorstand und den Mitgliedern sowie in der Versammlung entgegengenommen. Sichern Sie sich die Vertretung von Richard Buchacker. Gg. Carl Volk. Gamma Off. a. d. Exp. Achtung! Nächte Grosse Geld- Lotterie der Krankenpflege- Anstalten v. Roten Kreuz, Strassburg i.E. Ziehung garantiert 11. u. 12. April ohne Abzug 6052 Baargewinne M. 70000 1 Hauptg. M. 20 000 1 Hauptg. M. 10000 1 Hauptgew- M. 5000 3 à 1000= 6 à 30 à 60 à 500= 100= M. 3000 M. 3000 M. 3000 50= M. 3000 350 Gew. zus. M. 5000 5600 Gew.zus. M 18000 Los 1 M.11 Lose 10 Mk. 1. Port.u.List. 25Pf. versendet das Gen.- Debit J. Stürmer, Strassburg i. E. " W. Semmler. Ph. Weiler. Sin braver Junge, melcher nicht unter 15 Jahren ist, wird als Kellnerlehrling gesucht. Restauration Turnergarten" Marburg a. 2. Gewedter, fleißiger, jüngerer Hausbursche für leichte Arbeiten gesucht. Näheres auf der Erp. d. Bl. Belletage Löberstraße 26, Ecke der Bleichstraße, 6 Zimm., Closet, Trockenboden, Kochgas u. statt und werden die Mitglieder zur Teilnahme an derselben hierdurch 2 Mansarden. Bad, Veranda, Wass.ergebenst eingeladen. Tagesordnung: Jahresbericht pro 1903. Gießen, den 21. März 1904. Der Vorstand. III. Sefftsch- Thüringische Staatslotterie ( Mitteldeutsche Staatslotterie) Biehung VI. Klaffe.( 11. Tag) 21. März 1904. Delikatessen- Geschäft zum alsbaldigen Eintritt gesucht. Off. erb. unt. 4086 a. d. Exp. dieses Blatte 8. EINLADUNG ZUM ABONNEMENT MUNCHNER ILLUSTR. WOCHENSCHRIFT FUR KUNST& LEBEN Jugend PREIS PRO QUARTAL durch Buchhandel oder Post bezogen Der Entwurf des Fluchtlinienplans liegt bis zum 10. April d. Js. auf unserem Tiefbauamte offen. Einwendungen gegen denselben sind binnen der gleichen Frist bei Meidung des Ausschlußes bei uns vorzubringen. Gießen, den 16. März 1904. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. vie Stelle des Wiegers an der städtischen Wage am Neustädter Thor soll alsbald neu besett werden. Gesuche um Uebertragung dieser Stelle sind binnen 3 Tagen unter Angabe der Gehaltsansprüche bei uns einzureichen. Gießen, den 19. März 1904. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Betr. Die Heichelheim'sche Stiftung. Aus obiger Stiftung sind am 19. Juni d. Is. die Mk. 3.50. Einzelnummer 30 Pfg. halbjährigen Zinsen mit 525 Mt. an eine in Gießen wohnhafte, würdige und bedürftige israelitische Familie oder Person zu vergeben. Auflage: 57 000. Jede Nummer mit neuem farbigen Titelblatt " , Blättert man die Hefte der ,, JUGEND" Anmeldungen werden bis 15. April auf dem Armendurch, so muss man die Geschicklichkeit be- amt, Neuen- Bäue 25 entgegengenommen. wundern, mit der es der Herausgeber, Dr. Hirth, versteht, die Zeitschrift immer interessant und aktuell zu erhalten. Jedem Geschmack wird Rechnung getragen..." ( ,, Kunst für Alle".) PROBEBAND 50 Pfg. ZU BEZIEHEN DURCH ALLE BUCHHANDLUNGEN. POSTAME UND ZEITUNGSVERKAUFER VERLAG DER ,, JUGEND" MÜNCHEN, Färbergraben 24. Grünberg. Schöne Wohnung, bestehend a. 3 Zimmern und Küche nebst zu= behör, inmitten der Stadt gelegen, zum 1. April zu vermieten. Bei wem sagt die Exp. d. Bl. Gamma >>> ist das beste esee Vuhmittel der Welf. Bleichplaß zum 1. Juli zu ver- Hilfe Hamburg, Fichteſtr. 33. * g. Blutstoď. Timerman mieten. Näheres parterre. Alle Nummern, neben welchen nichts bemerkt ist, sind mit 200 Mark gezogen. ( Ohne Gewähr.) 35 92[ 1000] 180 215 23[ 400] 61 309 57 84 445 52 83[ 1000] 835 [ 400] 50 959 1026 53 83 137 381 87 449 511 630 46 49 85 769 81 96 818 1000] 911 51 64 90 2369 455 64 69 533 71[ 400] 643 778 89 96 861 96 930 33 38 3000 21 32 245[ 400] 353[ 1000] 93 509 683 97 703 818 20 30[ 1000] 81 960 4005 64[ 1000] 96 122 204[ 1000] 6 74 87 332 99 568 617 708 63 78 83 845 86[ 400] 950 76 Gießen, den 10. März 1904. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Curschmann. Bekanntmachung. Die Stadtverordneten- Versammlung hat durch Beschluß vom 10. d. Mts. die Fluchtlinie für das Teufelsluftgärtchen vom Seltersweg bis zu dem Punkte R. des alten Fluchtlinienplans neu festgestellt. Der Entwurf des neuen Fluchtlinienplans liegt bis zum 10. April d. J. auf unserem Tiefbauamte offen. Einwendungen gegen denselben sind binnen der gleichen Frist bei Meidung des Ausschlusses bei uns vorzubringen. Gießen, den 19. März 1904. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Donnerstag, den 24; März d. Jd. sollen von morgens 10 Uhr ab auf der früheren Gabriel'schen Besitzung in der Klinikstraße zu Gießen durch die unterzeichnete Behörde eine größere Anzahl Zwergobstbäume, Hochstämme u. Beerensträncher, soweit sie infolge der Kliniksbauten entfernt werden müssen, öffentlich an den Meistbietenden versteigert werden. Gießen, den 21. März 1904. Großh. Baubehörde f. die Universitäts- Neubauten Gießen. 817 47 91004 48057 350 54 522 732 36 841 72 49109 57 219 61[ 400] 371 410 11[ 3000] 521 79 630 37 1400 88 715 49 67 71[ 400] 80 907[ 400] 9 50373 450 82 717 877 987 51005 37 108 13 63 74 285 313[ 400] 55 57[ 1000] 68 78[ 400] 91 744 872[ 400 904 52153[ 400] 54[ 400] 263 398 560 634 738 54 87 806 12 34 924[ 400] 53025 222[ 400] 375[ 1000] 417 60[ 400] 570 897 927 54036 149 69 86 230 67[ 3000 98 356 420 53 67[ 400] 515 19 38 640[ 400] 714 36 897[ 1000] 902 20[ 400] 46[ 400] 55198 451 56 75 541 49 611 86 746[ 400] 88 905 9 20 67[ 400] 87 98 56033 51[ 400] 219 37 86 390 579 682 751 804 53 905 23 79 99 57288 95 441 93 506 83 655 754 924 40 65[ 400] 87 58001 23 129[ 400] 51 352 430 541[ 400] 622 57 727 95 1000] 916 59009 50 122 284 305 25[ 400] 428 58[ 400] 76 501 60 68 633 86 797[ 400] 800[ 1000] 900 10 60085 108 21 51 241[ 400] 83 361 444 500[ 400] 26 609 43 80 726 916 61031 86 107 92 240 65 486 747[ 400] 802 18 76[ 400] 906 63 93[ 400] 62032 90 150 66 82 217 95[ 1000] 341 74[ 1000] 431 40 554 78 625 55 810 72 935 63067[ 1000] 85 130 36[ 400] 64 225 89 342 53 417 507 621[ 400] 31 83 756[ 3000] 78 95[ 400] 97[ 400] 942[ 400] 64067[ 1000] 142 255[ 400] 319[ 3000] 95 418 86 95 501 20 745 54 57 65005 68[ 400] 114 36[ 1000] 50[ 400] 237 357 406 530 635 93 711 5073 320 536 65 756 74 835 967[ 400] 6014 27 129 202[ 1000] 80[ 1000] 383 97 427 583 631[ 1000] 47 52 751 57 873 7033 42 229 35[ 400] 60 357 412 31 515 31[ 3000] 654 730 58 69 806 29[ 3000] 42 84 901 38 8013 32[ 400] 52 156 224 72 307 405 95 595 865 9044[ 400] 58[ 400] 120 50 206 34 98 349[ 1000] 416 554 670 786[ 400] 93 801 89 905[ 3000| 24 81 846 10052 124 52 232 84 330[ 400] 412 23[ 400] 42 512 66[ 400] 636 [ 400] 61 713 831 48[ 1000] 54 11067[ 400] 190 243 329 49 61 450 55 570 747 60 70 92[ 1000] 971[ 400] 12027 77 96 182 226 30 51[ 1000] 79 314 40 45 74[ 3000] 82 409 509 23 55 87 649[ 400] 747 56 866 961 13044 71[ 1000] 211 70 373 498 99 532 67 726 848 90 903 82[ 400] 14040 106 286 357 422 30 60 67 583 762 90 92 804 34[ 400] 984 88 15024[ 1000] 99 101 39 76[ 1000] 79 86 275 84 85 324[ 400] 95 400[ 400] 58 654 744 75[ 1000] 864 78[ 1000] 906 9 31 36[ 400] 16072 103 30[ 400] 36[ 400] 97[ 400] 260 332[ 400] 40 46[ 400] 404 24 82 508 622 92 819 45 72 947 17004 70 214 50[ 400] 90 307 498 548 731 97 854[ 400] 978 18215 23 36 79 347 89 93 438 44 79 568 738 19060[ 1000] 113 26 36 292 316 75 551[ 1000] 618 708 80[ 1000] 88 817 33[ 400] 20019 57 122 366 517 18 94 612 80 711 77 815 28[ 400] 927 21076 128 63 232 426 72 95 505 612 59 81 82 93 738 41 85[ 400] 989[ 400] 22027 115 44 258 311[ 3000] 64 87[ 400] 562[ 400] 79 91 634 39 742 51[ 400] 68 74[ 1000] 802 14 40 993 23053 264[ 5000] 71 84 578[ 400] 604 63 743 70[ 1000] 939 84 24012 78 97 109 87 242 393 402 32 593 695 729 848 991 25034 71 195 451 532 72 77 613 57 909 11 12 88[ 1000] 91 26073 74 78 169 83 86 266[ 400] 89 340[ 400] 454 84 573 91[ 1000 659 65 743 76 94[ 400] 829 61 928 92 27099 155 77 353 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März 1904. Becker. Neuen- Bäue staatl. tonz. Haupt- Kollekteur der Hess. Thüring. Richard Buchacker, Giessen. ( Mitteld.) Staats- Lotterte. 11. 1 möbl. Zimmer mitten in der Stadt, auf dem Seltersweg bevorzugt, per 1. April zu mieten gesucht. Offert. mit Preisangabe unter E. B. 1884 an die Exp. d. Bl. erbeten. Schöne Wohnung, ( 4 Zimmer), mitten der Stadt ge= legen, billig zu verm. Näh. in der Erp. d. Bl. Grabenstr. 12. Eine Parterre- Wohnung bom 1. April zu vermieten. Befunde schöne Wohnung mit Gartenanteil und Bleich bermieten. plaz an ehrbare Leute billig zu Gießen, Krofdorferstraße 48, Gabriel Jacobt. Eine Wohnung, 1 Zimmer nebst Küche und Zu behör ber sogleich zu vermieten. Rodheimerstraße 29. Brandplat 14 ist der 4. Stoď: 4 Zimmer, Küche, Badezimmer, Mansarde und allem Zubehör vom 1. April ab zu ver mieten. Birkenstock& Schneider Schöne möbl. Zimmer auf Wunsch Wohn- und Schlaf zimmer, mit oder ohne Pension zu vermieten. 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Js. die I auf dem Armen EINST UND JETZT Das Konzert im Walde. ահա Es ist bekannt, daß es Friedrich der Große, ein Verehrer d Musik, auf der Flöte zu einer bedeutenden Fertigkeit gebracht. Gr mußte diese Kunst in seiner Jugend heimlich erlernen, denn sein Vater, Friedrich Wilhelm I., war ein abgesagter Feind derselben, und oft übte sich Friedrich in seinen Jugendjahren auf der Flöte in Gewölben, deren Zuglöcher mit Matraßen verstopft waren. über trotz der Wachsamkeit seines Vaters und seiner Aufpasser eurde Friedrich ein Meister auf der Flöte. Die Duette, welche er in früheren Jahren mit Quanz, seinem Lehrmeister, spielte, gesügten Friedrich nicht mehr, er sehnte sich nach einem größeren Wirkungskreis seines Talentes. Ein Konzert zu veranstalten war feine so leichte Sache, denn der König verstand in solchen Dingen feinen Scherz, und das Andenken an den unglücklichen Katte war noch zu frisch. Wenn indeß der Erbe eines Thrones Wünsche äußert, so fehlt es nicht an erfinderischen Köpfen, welche diesen Wünschen entgegen zu kommen wissen, unbekümmert, wieviel sie hierbei auch wagen. Ein Hoffavalier machte den Prinzen eines Tages darauf aufmerksam, daß sich in den Forsten von Oberwald eine geräumige unterirdische Höhle befinde, die weit genug von allen menschlichen Wohnungen entfernt sei, um einen günstigen Ort für ein Konzert abzugeben, wenn der Prinz diesen Schritt wagen wollte. Gut", sagte Friedrich, wir wollen unter dem Vorwand einer Jagdpartie dorthin gehen. Meine Musiker stecke ich in Piqueurtracht, wir musizieren da nach Herzenslust und lassen indeß durch meine Bediente ein paar Hirsche erlegen. Wenn wir dann abends mit unserer Jagdbeute im Triumph nach Hause ziehen, kann der König nichts merken. Das einzige Uebel an der Sache ist, daß nun unser Geheimnis so viele Personen wissen werden." " Königliche Hoheit", entgegnete der Kavalier,„ darüber dürfen wir außer Sorge sein; wer unser Mitschuldiger ist, den wird das Schicksal des Leutnants Katte wohl verwarnen, seine eigene Haut zu Markt zu tragen." Alles ging, wie der Prinz und der Hofmann es verabredet hatten, und je einmal in der Woche fand ein Konzert im Walde statt, und man machte ein Hehl aus derselben, als wolle man gegen das Wohl des Staates oder gegen das Leben des Königs sich verschwören, und es gelang auch vollkommen, den eigentlichen Zweck jener Jagdpartien vor den Augen des Königs zu verbergen, der mit einer Mischung von fürstlichem Stolz und väterlicher Freude seinen Sohn am Abend mit Staub und Schweißz bedeckt aus dem Walde zurückkehren sah. Auf der Rückkehr von der Reise durch seine Staaten kam Fried rich Wilhelm eines Tages durch den Forst von Oberwald; seine Wagen waren noch nicht weit in den Forst eingedrungen, als er in kleiner Entfernung von sich mehrere Flintenschüsse hörte und einen schwergetroffenen Hirsch aus dem Walde dringer und mitten auf der Landstraße verendend zusammenstürzen sah. sich kein Hundegebell noch Hörnerschall und fröhlicher Jagdruf ernehmen ließ, so mutmaßte der König, daß einige Wilddiebe die Wild gefällt, und befahl seiner Begleitung, die Wilddiebe zu volgen und zu ergreifen. Wenige Minuten später brachte man z. i Bediente in föniglicher Livree vor ihn, die man auf der Tat ppt hatte, und in welchen der König zwei Lakeien seines Sohnes erkannte. " Hans", sagte er zu dem einen,„ dir muß dein Le. n sehr unlieb geworden sein, wenn du dich erkühnst, mir mein Wild wegzuschießen, um es zu verkaufen." " Ich schieße es nicht für mich, Majestät," erwiderte er Diener, " sondern auf höheren Befehl!" „ Wer hat es dir befohlen, Schurke?" donnerte der Monarch. " Ich habe schwören müssen, es niemand zu sagen." „ Nun denn, Hallunke, so schwöre ich dir, daß ich dich an die nächste beste Eiche hängen lasse, und da wollen wir dann sehen, fver seinen Schwur am besten hält." Der Lakei kannte den König und wußte wohl, wie.nig dieser zu spaßen pflegte. Mit Angst und Zittern gestand er schlich, daß er im Auftrage des Kronprinzen die Hirsche schießen müvährend t einem dieser mit seinen Freunden in der Höhle musiziere Kernfluch gab ihm der König die Weisung, den W zu öhle zu zeigen, und felt hinter dem bebenden Diener der H. e hin. Das Ti summte eben, und der Krs prinz trug sei Adagio mit ause ter Präzision als der König wie ei. Me01 pufenhaupt in dem Eingang der Höhle erschien. Mit einem Tausendschockschwerenot" trat er in die Mitte der erschreckten Mu* er und musterte sie mit seinem strengen Blick. ,, Ei, ei," rief er, also auf diese Weise befolgt man meine res; ich habe dir schon einmal verziehen, Herr Sauſewind, yil diesmal sollst du sehen, wie ich die Ungerechtigkeit ahnden Euch aber, ihr vermaledeiten Bänkelsänger und Seilhauffez, vill ich lehren, meinen Sohn zum Ungehorsam gegen mich zu verführen!" Noch am selben Abend faßen alle Teilnehmer am Konzerte_auf der Wache und ein unheimliches Gefühl überkam die Einwohner von Berlin. Jeder dachte an Katte, an Küstrin und sein schwarzbehangenes Schafott. Einige Tage schwebte diese Angst über den Betwohnern der Hauptstadt, dann hieß es: der König ist krank. Die Brustwassersucht, an welcher er schon längere Zeit gelitten, nahm mit solcher Schnelligkeit zu, daß er schon in wenigen Tagen, am 31. Mai 1740, seinen Geist aufgab und Scepter und Krone des Königreichs Preußen seinem Sohne Friedrich überließ. Bunte Blätter. Ein Tausch. Unter der Regierung Joseph II. von Oesterreich lehnte der bewährte Diplomat Baron H. den ihm zugedachten Posten des Finanzministers mit der Begründung ab, daß er im Begriff stehe, sich mit einer bejahrten, aber äußerst reichen Witwe zu ver= mälen und dem Wunsch seiner Zukünftigen gemäß, einige Jahre außerhalb Desterreichs zuzubringen gedenke. Bei der Hoftafel wurde natürlich sowohl die Ablehnung als auch die Wahl H.'s einer bitteren Kritik unterworfen, bis endlich der Kaiser seine Meinung über den Fall äußerte. Ich kann's halt dem H. nicht verdenken," meinte er, ist es denn so unvernünftig, wenn jemand ein leeres Portefeuille fahren läßt, um dafür nach einer wohlgefüllten alten Schachtel zu greifen?" Gellerts letzte Worte. In seiner letzten Krankheit war bei Gellert einer seiner Brüder, ein Handwerksmann, zu besserer Wartung und Pflege. Ganz kurz vor seinem Ende fragte der Bruder: wie er es denn mit seinem Begräbnis gehalten wissen wolle? Gellert, schon halb in einer andern und für ihn gewiß besseren Welt, schlägt noch einmal mühsam die Augen auf, sagt mit leiſer Stimme: Um den Nußbaum ist es schade Leget mich in eine Lade, Die aus Tannenholz gemacht- dreht sich hierauf wieder gegen die Wand und haucht seine Seele aus. Das„ Ahnenfeuer" ist in Korea von größter Bedeutung. In jedem koreanischen Hause brennt ein„ Ewiges Feuer" zur Erinnerung an die verstorbenen Vorfahren der Familie. Dieses Feuer zuerst anzuzünden und darauf zu achten, daß es niemals in Gefahr kommt, zu verlöschen, ist die erſte, ja die allerwichtigste Pflicht jeder koreanischen Hausfrau. Geistesgegenwart. Graf Morny, Napoleon III. Bruder, war einer seiner Haupthelfer bei dem Staatsstreich im Jahre 1852. Am Abend vor demselben befindet er sich im Theater. Eine Dame spricht zu ihm:„ Ich höre soeben, lieber Graf, daß man nächſtens mit einem großen Besen Verschiedenes hinauskehren wird." . Wenn dem so ist", antwortete Morny, so können Sie überzeugt sein, daß ich mich auf der Seite des Stieles befinden werde." Verständlich. Jean Paul fuhr einst auf einer Reise in das Tor einer kleinen Stadt. Der Korporal der Torwache tritt heraus, eine Schreibtafel in der Hand:" Ihren Namen, mein Herr?-„ Ich heiße Richter."" Ihr Stand?"-" Ich bin Autor." ,, Autor?" fragte der Korporal verblüfft,„ was heißt das? was verstehen Sie darunter?" ,, Nun, das heißt, ich mache Bücher."„ Ja so," schmunzelte der Korporal, das ist mir verständlich; heutzutage gibt man sich allerlei fremde, unbekannte Titel. Hier zu Lande nennt man einen Mann, der Bücher macht, einen-- Buchbinder." Ein schlauer Edelmann. In einer Chronik von Kaiserslautern liest man folgendes:" Anno 1540 zwang Georg v. Haffner, ein Edelmann im Elsaß, seine Bauern, daß sie seinen Wein in der Frohn unentgeltlich mußten austrinken, damit er den guten Wein, der desselben Jahres wuchs, in seine Fässer möchte fassen können. Sie mußten alle Woche dreimal zum Wein gehen und bezahlten nicht mehr dem Edelmann denn Käse und Brot. Das gefiel den Bauern weidlich und sie kamen haufenweiſe. Aber sie merkten die Schlauheit des Edelmanns nicht. Oft kam es vor, daß ihrer etliche dem Wein zu viel zusprachen; da gab es Streit manchmal oder meist Schlägerei. Dafür mußten sie dann Frevel", d. H. Geldbuße zahlen, und so bekam er mehr Geld für den Wein, als wenn er ihn verkauft hätte." Nr. 65. Dienstag, den 22. März. 1904. Oberbessische Familienzeitung. Tägliche Unterhaltungs- Beilage bez Gießener Neueste Nachrichten. md and Berlag ber Chefener Berlagsbraderet, vorm. Wilh. Keller's he Buchbradoret( gegr. 1789); verantwer: Nibin leis ( 28. Fortsetzung.) Der Goldmarder. Original Roman von M. Behold. " Ich bringe dir einige Nachrichten, die dich interessieren werden," sagte Spangenberg, ohne die ärgerliche Miene seines Schwiegersohnes zu beachten.„ Zuvörderst zwei Verlobungen: der Maler v. Weisweiler und Fräulein v. Deren dorf, sodann Fräulein Ida Kassel und Herr Alfred v. Bodenlauben!" „ Meinetwegen!" brummte Appel. „ Das vorab!" fuhr Spangenberg fort.„ Heute Morgen gewährte Durchlaucht mir eine Audienz. Er beklagte sich darüber, daß in den Münzendiebstahl noch immer keine Klarheit gebracht sei, dann aber versicherte er mich huldvoll der Fortdauer seiner Gnade. Er erklärte, er habe die Sachlage geprüft, auf mich falle keine Schuld, die Brüder Schönbach sollten streng bestraft werden, er wünsche nur, daß sie sich endlich zu einem offenen Geſtändnis bequemen wollten." „ Sie leugnen noch immer mit hartnäckigem Troy." „ Hm, dieſer Troß wird schwerlich gebeugt werden," fuhr Spangenberg fort, und sein Blick ruhte dabei stechend auf dem finsteren Gesicht seines Schwiegersohnes,„ sie leugnen so lange, bis sie verurteilt sind." „ Peter Schönbach ist überführt." ,, Aber der Kustos nicht." " Nein, der Hauptverdacht ruht auf seinem Sohne." Mit dem Verdacht allein ist dem Fürsten nicht gedient, er verlangt ein Schuldbekenntnis oder überzeugende Beweise." " Wir können ihm beides nicht verschaffen.“ Möglich wäre das doch." Der Polizeirat, der das Haupt bisher gesenkt hatte, blickte „ Durch welche Mittel?" fragte er. auf. Man müßte dem Kustos Gelegenheit zur Flucht geben und ihn entwiſchen lassen, das wäre ein Schuldgeständnis, an dem niemand mehr zweifeln könnte," erwiderte Spangenberg mit gedämpfter Stimme. Das ist leicht zu machen, Hermann, du hast jedenfalls unter deinen Beamten einen, auf dessen Intelligenz und Verschwiegenheit du rechnen darfst, gib ihm einen Wink und vertraue ihm den Gefangenen an, wenn er zum Verhör gebracht wird. Natürlich muß vorher gesorgt werden, daß der Gefangene eine kleine Geldsumme erhält, die ihm rasche Flucht möglich macht; ist er entwischt, so verfolgt man ihn in den ersten Tagen nicht; er wird sich voraussichtlich nach Australien einschiffen, um dort seinen Sohn aufzusuchen. Damit ist dann die unangenehme Geschichte aus der Welt geschafft. Alle Kosten decke ich, auch bin ich bereit, den Beamten zu entschädigen, wenn er bestraft werden sollte." Der Polizeirat schüttelte ablehnend den Kopf. Das ist mir doch zu gefährlich," sagte er ironisch. Ich selbst soll einen meiner Untergebenen zur Pflichtverletzung verleiten?" ,, Bah, wenn du damit den Wunsch des Fürsten erfüllen kannſt, ſo iſt die Sache weiter nicht gefährlich. Selbst der Untersuchungsrichter wird froh sein, wenn er den Mann los ist." ,, Ueberlegen will ich es mir," erwiderte Appel mit einem lauernden Blick auf Svanaenhero der sich mit seinem Rigar( Nachdruck verboten.)) renetui beschäftigte. Spräche der Fürst diesen Wunsch aus, so wäre es etwas anderes, ich würde natürlich gehorchen; so aber mache ich mich einer höchst strafbaren Pflichtverletzung schuldig, die mir mein Amt kosten kann." " Daß dieser Fall nicht eintreten wird, dafür bürge ich dir!" " Nimm mir die Bemerkung nicht übel, aber deine Bürgschaft hat einen sehr relativen Wert, eine Laune des Fürsten kann dich plötzlich wieder in Ungnade stürzen." Das steht nicht zu befürchten," sagte Spangenberg in zuversichtlichem Tone. Seitdem der Hofrat Weisweiler gestürzt ist, bin ich mit dem Hofmarschall eng liiert, sein Einfluß bei dem Fürsten wird dir bekannt sein. Meine Erhebung in den Adelstand wird wohl in dieser Woche noch vollzogen werden, auch glaube ich zuversichtlich, daß der Fürst mir die hohe Ehre erzeigt, auf dem Fest zu erscheinen, das ich in einigen Tagen geben werde." Wieder einmal?" fragte der Rat sarkastisch.„ Welche Veranlassung hast du dazu?" Die Verlobung Irma's," erwiderte Spangenberg, das Haupt erhebend. Ueberdies will ich meinen Feinden und Neidern beweisen, daß sie zu früh triumphiert haben; es sind einige unter ihnen, die ihre voreilige Schadenfreude bitter bereuen werden." „ Und dir wird die Geschichte eine enorme Summe kosten, die besser verwendet werden könnte!" entgegnete der Rat achselzuckend, ich erinnere dich nur an die noch nicht eingelösten Versprechungen, die du mir gemacht hast." ,, Sie werden alle eingelöst, sobald ich wieder zu Atem gekommen bin. Gedulde dich nur bis nach der Hochzeit Irma's, dann magst du mich wieder daran erinnern. Hast du schon einen Befehl bezüglich der Duellgeschichte erhalten? Wird der Maler verhaftet werden?" Ich weiß nur, daß die Sache untersucht werden soll. Hängt diese fürstliche Laune auch mit der Verlobung des Malers zusammen?" Jedenfalls," sagte Spangenberg, indem er sich erhob. Die beiden Verlobungen werden im Schloß keine bessere Stimmung schaffen, uns aber kann die Verbindung mit der Familie v. Bodenlauben nur ehrenvoll sein. Na, überlege dir meinen Vorschlag, die Sache ist leichter, wie du glaubst." Fünfzehntes Kapitel. Wieder waren einige Tage verstrichen, und die Vorbereitungen zu dem Feste, das Joachim Spangenberg geben wollte, bereits in vollem Gange. Die sonst so langweilige Residenzstadt war in diesen Tagen der Schauplatz großer Aufregung gewesen. Die beiden Verlobungen hatten gewaltiges Aufsehen gemacht; man brachte damit die plötzliche Verabschiedung des Adjutanten v. Bodenlauben und die Angängigmachung einer Untersuchung gegen ihn und Ottokar wegen ihres Zweikampfes in Verbindung, Heubauten Gießen. bevorzugt, per 1. Apr 1 der Stadt, auf da öbl. Simmer gefucht. 84 an die Exp. d. 2 mit Preisangabe unt ehrbare Leute billig Gartenanteil und Blei De schöne Wohnu April zu vermiete lig zu verm. der Erp. d. Bl. Barterre- Wohnun benstr. 12 , mitten der Stadt ge e Wohnung mer, Mansarde und alle bom 1. 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Die Japaner berlautet, daß z Scharmütel statt der Weg zum V wo sich eine start Züge mit verwu Liaujang durch Die Beutezüge fürchtungen der russi twisser chinesischer Ger Angriffen von bewo Station Udzini fam feinem Stofafenpifet Schließlich bertrieben berlangt geeignete nierten Prinzen T Bentrierte um Betin luftiger chinesischer freundlichkeit iſt no bon Japanern ein derartige Maßnah Sicherheit im eige Korea un In Korea haben in Händen. Marqui richtet deshalb auc Ariegstoftenentschä Grsuchen um eine önne. Unruhen si laufende Jahr zu Meldung beweist: Etwa tausend gewiffen Yuon e gegen sie vorgehe lich von Tschung Truppen verloren bon Tichungting Er empfahl( lies befa bon Korea hatte, di allmählich durch erit wirrung, wie sie durd 1895 verursacht wor hat den Orden der Bunun hung, die ſonſt nur niche Gesandte Hay der Koreanischen La amerikanischen Mili jang an und erfuc heranzugehen. Ueber die d Inngen wird jest 3 und mit fieberhafter Spannung horchte man auf alle Nachrichten, die aus dem Schlosse kamen. Man erfuhr den Sturz des Hofrats, der seinen Abschied erhielt, und die Rehabilitierung Spangenberg's, der, wie ein dunkles Gerücht behauptete, sogar in den Adelstand erhoben werden sollte. Von dem Jeste, zu dem die Einladungen bereits ergangen waren, sprach schon die ganze Stadt, es fehlte dabei nicht an boshaften Bemerkungen, denn nur Wenige gönnten dem hochmütigen Manne die fast unerklärliche Gunst des Fürsten. Man hatte ihn gekannt, als er noch ein armer Zeichenlehrer war, man erinnerte sich noch sehr gut, wie bescheiden er derzeit auftrat, um so mehr mußte nun sein Hochmut mißfallen und namentlich Diejenigen verlegen, die seine zerrütteten finanziellen Verhältnisse kannten. Und diese Verhältnisse bildeten an dem heutigen Morgen das Gesprächsthema zwischen Martin und seiner Schwester. Irma hatte am Tage vorher sich mißbilligend über das Fest geäußert, sie wünschte es nicht, zumal sie wußte, daß es die Schuldenlaft ihres Vaters vermehrte. " Es ist nur Prahlerei," sagte sie mit einem besorgten Blick auf den Bruder, der das Wohnzimmer mit großen Schritten durchmaß. Du wirst später die Kosten zahlen müssen, und ich fürchte, daß diese Verschwendung deines Schwiegervaters dich ruinieren wird." Sci ohne Sorge," erwiderte Martin in seiner ruhigen Weise, ich würde nicht mir allein, sondern auch Irma einen schlechten Tienst erweisen, wenn ich es so weit kommen ließe. Auch ich betrachte dieses Fest als eine Verschwendung, aber es wäre nuplos, wollte ich Spangenberg Vorstellungen deshalb machen, er würde nicht daruf hören. Und wenn diejenigen, die ihm die Mittel dazu vorstrecken, glauben, daß ich alles zurückerstatten werde, so werden sie sich getäuscht sehen; nichts verpflichtet mich, die Schulden meines Schwiegervaters zu tilgen. Auf eine Mitgift will ich gerne verzichten, und wenn der Direktor verarmen sollte, so bin ich bereit, ihn zu unterstüben, aber in seinen Bedürfnissen wird er sich alsdann einschränken müſſen." " Du wirst dann nicht allein für ihn, sondern auch für deinen Schwager sorgen müssen," warf Ida ein,„ der junge Herr will nicht arbeiten- Das wird sich finden!" fuhr Martin fort.„ Mit dem Polizeirat, meinem zukünftigen Schwager, habe ich darüber schon gesprochen, wir sind Beide nicht gesonnen, Opfer für ihn zu bringen. Für ihn ist es ein Unsegen, daß sein Vater wieder so hoch ſteht, er bildet sich ein, der Fürst werde für ihn sorgen, und nichts Geringeres schwebt ihm vor, als das Portefeuille eines Ministers. Ach was, lassen wir das, Ida, weshalb sollen wir jetzt schon uns Sorgen machen? Es kann ja alles noch anders kommen, wie wir glauben, und trifft das, was wir befürchten, wirklich ein, so ist es dann immer doch früh genug, darüber zu beraten. Wann will Alfred abreisen?" " In der nächsten Woche; er wünscht dringend, daß unsere Hochzeit noch vor Weihnachten stattfinden könne, da er nicht gerne den ganzen Winter über auf seinem Gute allein hausen Ivill." Wenn ihm nur der Prozeß wegen des Duells keinen Strich durch die Rechnung macht!" ,, Das fürchtet er nicht, Baron Friedenstein will sich beim Fürsten für ihn verwenden; er hat's ja auch fertig gebracht, daß das Abschiedsgesuch Alfred's sofort genehmigt wurde." Man behauptet in der Stadt, Alfred sei höchst ungnädig berabschiedet worden!" Was fümmerts uns, was die Leute behaupten! Unser Glück wird nicht dadurch gestört werden." Martin war am Fenster stehen geblieben, ſinnend schweifte sein Blick hinaus in den kahlen Garten, nur hier und da hingen noch einige gelbe Blätter an den Bäumen. Deine Aussteuer kann bald fertig sein," sagte er ,,, ich habe nichts dagegen, wenn die Hochzeit noch vor Weihnachten stattfinden soll, nur möchte ich wünschen, daß dann auch die meinige gefeiert wird. Du hast mich zu sehr verwöhnt, als daß ich mich ohne Hausfrau hier wohl fühlen könnte." Dich hindert ja nichts, unserem Beispiele zu folgen," scherzte da. Ich weiß nicht, wie Irma darüber denkt." „ Soll ich sie fragen?" Es wäre mir lieb; sollte sie wegen der Aussteuer Einwendungen machen, so weißt du ja, wie ich darüber denke. Mit Ottokar sprach ich gestern Abend, er will auch nicht lange mehr warten, seine Braut sehnt sich fort von hier, sie wollen den Winter in Italien verbringen." Martin verließ das Zimmer und trat bald darauf in die Werkstätte, um seinen Arbeitern einige Schmucksachen zur Reparatur zu übergeben. Nachdem dies besorgt war, trat er zu dem alten Werkmeister, der sich mit dem Brillantschmuck Sabinens beschäftigte. Einzelne Teile waren bereits fertig, Martin betrachtete sie prüfend. Brav gemacht!" sagte er lobend, Fräulein v. Derendorf wird sich wundern, wenn sie den Schmuck wiedersieht. Bis wann werden Sie fertig sein?" ,, Nun, ich denke, Ende der nächsten Woche," antwortete der Werkmeister ,,, an einzelnen Stellen muß die Fassung erneuert werden, übereilen darf man solche Arbeit nicht." „ Nein, nein, wir müssen Ehre damit einlegen können. Herr v. Bodenlauben, mein zukünftiger Schwager, will ebenfalls einen antiken Familienschmuck erneuern lassen; ich werde Ihnen auch diese Arbeit übertragen." Der Werkmeister nickte zustimmend und nahm die unterbrochene Arbeit wieder auf; eine Weile sah Martin schweigend ihm zu. „ Sie befahlen mir vor einigen Tagen, das alte Gold einschmelzen zu lassen," nahm der Werkmeister nach einer Pause wieder das Wort, es wäre bereits geschehen, aber ich kann den Schmelztiegel nicht finden." Keinen Schmelztigel?" fragte Martin überrascht.„ Wir haben deren doch mehrere." „ Das wohl, aber unter ihnen war einer, den ich am liebsten benußte, und gerade diesen vermisse ich." ,, Na, er kann doch nicht gestohlen sein?" scherzte Martin. ,, Schwerlich aber erinnere ich mich recht, so haben wir vor langer ezit einmal einen Schmelztiegel verliehen; es scheint, daß er nicht zurückgegeben worden ist. Ich kann mich leider nicht auf den Namen besinnen, wenn er mir überhaupt genannt worden ist, vielleicht finden Sie in Ihren Büchern eine Notiz darüber." Martin schlug sich mit der Hand vor die Stirn. Ich weiß schon," sagte er, es war eine Gefälligkeitssache, ich werde dafür sorgen, daß der Tiegel zurückgegeben wird. Mit dem Einschmelzen des Goldes können Sie ja noch einige Tage warten, es eilt nicht." Die Glocke rief Martin in den Laden; während er dahinging, erinnerte er sich deutlich, daß Joachim Spangenberg ihn vor langer Zeit um einen Schmelztiegel gebeten hatte. Der Direktor hatte mit verschiedenen gemischten Metallen Erperimente anstellen wollen und wahrscheinlich vergessen, den Tiegel zurückzuſchicken, Martin wollte ihn bei der nächſten Begegnung daran erinnern. Im Laden wartete ein fremder Herr auf ihn, der, nach seiner Kleidung zu urteilen, eben von der Reise gekommen zu ſein schien, und den Martin mit warmer Herzlichkeit begrüßte. Es war der Juwelier aus Brüssel, der ihm die alten Gold. münzen geschickt hatte. ,, Sie haben meinen Brief und die Münzen empfangen?" fragte er. Wie ich Ihnen schrieb, befinde ich mich augenblicklich auf der Durchreise," fuhr er fort, als Martin die Stunden Zeit und will sie benutzen, um entweder die Münzen Frage mit einem Kopfnicken bejaht hatte, ich habe einige oder das Geld dafür mitzunehmen." „ Sie sind noch nicht verkauft," erwiderte Martin, indem er die Schachtel aus der Schublade holte, ein eigentümlicher Umstand verbietet dem Herrn, der darauf reflektiert, sie zu erwerben, so lange er nicht weiß, wie sie in Ihre Hände gekommen sind." Der Juwelier zog die grauen, buschigen Brauen hoch empor. Befremden spiegelte sich in seinen Zügen. ,, Das klingt ja, als ob er an meiner Ehrlichkeit zweifle!" sagte er unwillig. Reineswegs; über diese Frage habe ich ihn genügend aufgeklärt. Haben Sie denn aber von dem großen Münzendiebstahl im hiesigen Museum noch nichts gehört?" ,, Keine Silbe!" ( Fortsetzung folgt.)) Bur Kulturgeschichte des Sonnenschirms. Skizze von Dr. A. Heilborn. ( Nachdruck verboten.) Nicht nur die Bücher haben, wie Horaz singt, ihre Schicksale; ein jedes Ding, was Menschengeist ersann und Menschenhand erschuf, hat seine Geschichte, reich an Wechselfällen wie nur die irgend eines großen Volkes und wert, aufgezeichnet zu werden. Heut thront es auf dem Ehrensize und schmückt des Königs Majestät, und morgen liegt es auf der Gasse und ist in jedermanns Hand. Im besonderen hat die Kultur das Beſtreben, alles auszugleichen; was im Besitz Bevorzugter nur war, iſt bald in aller Händen, wertlos, ein Nichts. Solch eine Geschichte, reich und seltsam, hat auch der Sonnenschirm, jenes zierliche Dingelchen, das mehr gefälligem Spiele denn wirklichem Schutze dient, eine Geschichte, die verdient, wieder einmal erzählt zu werden. Er ist uralt, der Sonnenschirm, so alt wie die älteste Kultur des Menschen. Wir treffen ihn schon in Babylon an und auf manchem Relief, das die Gelehrten ausgruben, prangt er über dem Haupte des Königs. Ja, der Sonnenschirm ist ursprünglich ein Attribut der königlichen Würde und er ist es, in ein wenig veränderter Form, wie wir hernach hören werden, allenthalben bis zum heutigen Tage geblieben. Es ist uns ein Relief erhalten, das den König Tirylath- Pileser oder Pul auf seinem Galawagen zeigt; zwei Sklaven führen die reich geschirrten Rosse, der König steht zur Rechten des Wagenlenfers und hinter ihm hält eine Sklavin den Sonnenschirm über sein Haupt, einen Sonnschirm, der dem unsrigen völlig ähnelt. Dieser Schirm, sagt Layard in seinem babyIonischen Werke, war ausschließlich für den Monarchen bestimmt und wird niemals über einer andern Person getragen dargestellt. Man trug ihn im Frieden wie im Kriege über dem Könige. Er war am Rande mit Quasten geziert und an der Spitze mit einer Bekrönung geschmückt. Einen ganz ähnlichen Sonnenschirm finden wir auf einer Skulptur aus Persepolis; hier tragen Sklaven den aufgespannten Sonnenschirm über dem Haupte eines Großwürdenträgers. So scheint der sonnenglühende Orient, die Wiege der Kultur, der Schöpfer unseres Sonnenschirmes zu sein und von den uralten Kulturstätten am Euphrat, Tigris und Nil aus hat der Parasol seinen Siegeszug durch die ganze übrige Welt angetreten. Noch heute ist der Sonnenschirm im Orient das Attribut der Majestät, wie bei uns etwa Scepter und Krone. In Konstantinopel, berichtet Lennep, darf kein Schirm vor dem Palaste des Sultans geöffnet werden, weder in den Straßen noch auf dem Bosporus, wenn man nicht einen Flintenschuß von den Schildwachen riskieren will." Der Würdeschirm des Sultans ist rot. Wer in den andern Straßen einen Schirm trägt, muß ihn, wie Moltke erzählt, sobald ein Paschah vorüber führt, schließen. Der Afrikareisende Rohlfs berichtet ganz ähnliches von den arabischen und Negerfürsten Nordafrikas. Als 1850 ein Kaufmann mit aufgespanntem Sonnenschirm in die Residenz eines dieser Fürsten einritt, mußte er 200 Taler Strafe zahlen. Der Kaiser von Marokko hatte einst in seinem Hofstaat drei Sonnenschirmträger" und diese wieder je drei Gehilfen. Wenn Theodor von Abessinien Audienz erteilte, wurden allemal über seinem Haupte bunte indische Sonnenschirme aufgespannt. Barth und Nachtigall erzählen, daß sie beim Empfange den Sultan von Bagirmi unter seinen Sonnenschirmen kaum sehen konnten; der eine Schirm war rot, der andere grün. Der Aschantifönig saß nach Bavdichs Bericht unter wenigstens hundert Sonnenschirmen, wenn er Audienz erteilte. Sie waren aus scharlachroten, gelben und den hellsten seidenen Zeugen verfertigt und auf der Spitze mit Halbmonden, Pelikanen, Elephanten, Fässern, Schwertern 1. s. f. von Gold geschmückt. Einige wenige waren mit Leopardenhäuten überzogen und mit ausgestopften Tieren besetzt." Als die Engländer später( 1873) die Residenz der Aschantifürsten zerstörten, beschlagnahmten sie auch die Staatsschirme, schafften sie nach England und stellten sie dort öffentlich aus! Wie in Afrika, so ist auch in Asien der Sonnenschirm ein Attribut königlicher Macht. Schon in ältesten Zeiten werden die indischen Fürsten mit dem Sonnenschirme dargestellt. Ja, Rousselet hat sogar nachgewiesen, daß der Würdeschirm„ als konstruierender Teil in die Baukunst eingetreten" ist. Die biereckigen buddhistischen Altäre tragen einen auseinandergefalteten Schirm, das Zeichen höchster Macht. Als Sayamuni starb( 6. Jahrhundert vor Christus) wollten seine Jünger ihn über seine Vorgänger erheben und stellten deshalb über seine Denksäule 3 Schirme aus Stein, die zusammen einen Turm mit mehreren Geschossen bildeten. Eine spätere Zeit ersetzte dann die Schirme durch einen massiven Regel und deutete die immer wachsende Zahl der Sonnenschirme durch Ringe an. Eines der schönsten indischen Denkmäler zu Delhi ist solch Sonnenschirmkegel von gigantischer Höhe. Die Bedeutung des Sonnenschirms hat sich nun in Indien bis auf unsere Tage erhalten. Meist hat der Sonnenschirm des Fürstens hier weiße Farbe. und die Schirme stehen vor dem Throne in Neih und Glied aufgepflanzt. Ein Titel des Königs von Ava lautet:„ Der Herr der vierundzwanzig weißen Sonnenschirme". Die Schirme der Prinzen sind von goldner Farbe, die der Hofwürdenträger von roter. In Siam iſt der Schirm nicht mehr ganz so erklusiv; er steht hier den Beamten zu, und der königliche Schirm zeichnet sich nur durch eine Mehrheit von Dächern an einem Stiele aus. Am Throne trägt dieser Schirm nicht weniger als sieben Dächer. Auf Java gibt es 27 Rangstufen von Schirmträgern; diese Rangstufen sind wie bei uns die Uniformen durch Farbe und Ahzeichen unterschieden. Im niederländischen Indien haben die Besizer von Würdeschirmen Obersten- und Generalmajorrang, und die Wachen müssen vor ihnen präsentieren! Die Schirmstöcke sind bisweilen zwei bis drei Meter lang... Von den alten Kulturstätten im Morgenlande ist der Sonnenschirm in die Kulturzentren des Orients gelangt, zunächst auch hier noch ein Attribut hochgestellter Persönlichfeiten, aber allmählich zu einem Gerät täglichen Gebrauchs herabsinkend und jede Bedeutung verlierend, mit Ausnahme jener Form von Sonnenschirm, die sich zum Baldachin_ver= größert und umgestaltet hat Auch diese Form des Würdeschirms stammt aus dem Orient. Der Kalif Harun- al- Raſchid schenkte Karl dem Großen den ersten Sonnenschirm dieser Art. Colche Traghimmel, führt Andree aus, dem wir in dieser Plauderei mehrfach gefolgt sind, hießen nach dem Lande ihres Ursprungs Babylonica und Baldachin, nach„ Baldach", der abendländischen Namensform der Stadt Bagdad." Sehr interessant ist nun, daß bei feierlichen Anlässen über dem Papste neben dem Baldachin noch ein weißer, goldrandiger Schirm getragen wird! Doch kehren wir zur Geschichte des Sonnenschirms zurück. Bei den Griechen, namentlich in Athen, trugen die vornehmen Damen Sonnenschirme, den unsrigen ähnlich, aber nicht zusammenlegbar. Bei den großen Festlichkeiten der Panathenaeen mußten die Töchter der Schußbefohlenen( Metoiken) den Damen den Schirm überm Haupte tragen, eine Funktion, die sonst von Sklavinnen ausgeübt wurde. In einer Komödie, die auf einer Trinkschale verewigt ist, wurde diese Sitte derart parodiert, daß ein als Diener gekleideter Silen der Dame einen müßenartig gestalteten Schirm voranträgt. Auf der berühmten Hamiltonvase hält die Fürstin den Sonnenschirm mit eigener Hand. In Rom wurde der Sonnenschirm( ähnlich wie bei uns die Staatshüte der Damen) namentlichim Theater getragen; er bestand hier aus Leder und wurde auch von verweichlichten Männern getragen. In der Glanzzeit der Republik Venedig erreichte der Sonnenschirm( umbrellino) noch einmal die Stufe eines Würdezeichens. Als Heinrich 111. von Frankreich die Stadt besuchte, trug ihm der Doge den Sonnenschirm vorauf. In der Stadt Ragusa stand dem Bürgermeister und Rektor der Universität des Recht zu, beim Kirchgang sich den karmoisinroten Staatsschirm mit vergoldetem Stock vorantragen zu lassen. Das war die letzte Glanzzeit des Sonnenschirms, nur zu bald gab ihn die nivellierende Kultur jedermann in die Hand. Im Jahre 1608 ist der Sonnenschirm in Italien schon ganz allgemein; er kostet nach zeitgenössischen Berichten einen Dukaten das Stück, und das Dach besteht aus Leder. In einer englischen Komödie wird er 1616 zum ersten Male erwähnt; aber erst hundert Jahre später spricht Phillips davon, daß jetzt allgemein von den Damen der Schirm zum Schutz gegen Regen gebraucht wurde." Im 1750 taucht der Sonnenschirm in Paris und an den deutschen Höfen auf. Wieder 30 Jahre später wird in Irland der erste Schirm bewundert.... Hatten wir Unrecht, wenn wir Eingangs behaupteten, unser Sonnenschirm habe eine Geschichte, wert, wieder einmal erzählt zu werden?