Nr. 18. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen vierteljährlich Mt. 1.50. Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Freitag, den 22. Januar 1904. Gießener 13. Jahrgang. Insertionspreis: Die einspaltige Petitzelle für ganz Ober heffen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. sonft 15 Pfg. Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Bostzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen, Seltersweg 83 Fernsprechanschluß Nr. 362. Neueste Nachrichten ( Gießener Tageblaff) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Gießen, den 19. Januar 1904. Betr.: Die Wenf'sche Stiftung. Die Gr. Kreisschulkommission Gießen an die Schulvorstände des Kreises. Aus rubr. Stiftung sind uns einige Mittel zur Verfügung gestellt worden, um solchen Schülern, die sich in der Fortbildungsschule durch tadelloses Betragen und gute Leistungen ausgezeichnet haben und die auch in der Landwirtschaft Tüchtiges leisten, zu prämiteren. Wir fordern Sie auf, uns bis zum 31. I. M. unter genauer Angabe des Namens zu berichten, ob in ihrer Gemeinde ein solcher Schüler iſt. Fehlberichte sind nicht zu erstatten; später einlaufende Anträge fönnen feine Berücksichtigung mehr finden. Dr. Breidert. Gießen, den 19. Januar 1904. Betr. Den gerichtsärztlichen Dienst; hier die Räume zur Vornahme von Leichenöffnungen. Die Gr. Kreisschulkommission Gießen an die Schulvorstände und Gr. Bürgermeistereien des Kreises. Nachstehende Verfügung teilen wir Ihnen zur dienstlichen Kenntnisnahme mit. Dr Breidert. Darmstadt, den 22. Dezember 1903. Betr.: Wie oben. Das Großh. Ministerium der Justiz an die Großh. Justizbehörden. Es ist mehrfach vorgekommen, daß in Ermangelung sonstiger zur Verfügung stehender Räumlichkeiten Leichenöffnungen in Schulsälen borgenommen wurden. Da dies mit Recht in weiten Kreisen der Bevölkerung Anstok erregt hat und die Schulen als für den bezeichneten Zweck durchaus ungeeignet anzusehen sind, so sehen wir uns veranlaßt, für die Zukunft die Vornahme von Leichenöffnungen in Schulhäusern ausdrücklich zu untersagen. Es wird um so eher angehen, dieser Vorschrift in allen Fällen nachzukommen, als Großh. Ministerium des Innern die Großh. Kreisämter veranlaßt hat, für größere Orte auf die Herstellung von besonderen Räumen für Leichenöffnungen zu dringen und auch für kleinere Gemeinden von den Großherzoglichen Bürgermeistereien die Bezeichnung geeigneter Räume zu fordern und diese auf ihre Tauglichkeit zu prüfen. ( gez.) Dittmar. Bekanntmachung. Betr. Rauschbrand zu Wagenborn. Bei einem Schaf des Joh. Gg. Philipp V. in Wagenborn ist Rauschbrand festgestellt worden. Gießen, den 18. Januar 1904. Großherzogliches Kreisamt Gießen J. V.: Dr. Kranzbühler. frauenwahlrecht und Kaufmannsgericht. CB. In der Reichstagssizung vom letzten Mittwoch wurd bon mehreren Seiten, unter anderem auch von Vertretern bürgerlicher Parteien, das Verlangen gestellt, daß auch der Handelsgehilfinnen das Wahlrecht für die Beisiterwahlen zu den Kaufmannsgerichten gewährt werde, und zwar ver langten die Sozialdemokraten das aktive und passive Wahl recht, während die bürgerlichen Parteien sich lediglich au das erstere beschränkten. Daß das passive Wahlrecht nich gewährt werden kann, ergibt sich aus der ganzen Organi sation des Staates. Unser Staat ist ein Männerstaat uni muß es auch sein, weil im Falle eines Krieges doch nur de Mann die letzten Konsequenzen des Staatsinteresses zieher kann, indem er sein Leben als Krieger in die Schanze schlägt Demgemäß können also die Frauen auch nicht teilnehmen ar den Aemtern, die der Staat zu vergeben hat. Die Forderung des passiven Wahlrechts zu den Kaufmannsgerichten, d. H die Wählbarkeit zu Beisißern, hat demnach keine praktisch Bedeutung. Etivas anderes aber ist es, ob man den Handelsgehilfinner nicht das aktive Wahlrecht geben könnte. Im ganzen dürfter im deutschen Reiche mehr als 100 000 faufmännische An gestellte weiblichen Geschlechts tätig sein. Es fommen als hier immerhin schon respektable Ziffern in Betracht. Alleir der Staatssekretär Graj Posadowsky hat erklärt, daß an ein Gewährung dieser Forderung überhaupt nicht zu denken sei und man wird wohl fanm fehl gehen, wenn man annimmt, daß dieses Verlangen um der wahrscheinlichen und notwen digen Konsequenzen willen als unerfüllbar gilt. Würde man den faufmännischen Angestellten das Wahlrecht zu coen, dann hatten es auch die Arbeiterinnen für die Ge werbegerichtswahlen zu fordern, und die ganze Wahlrechts. rage wäre von erheblich größerer Bedeutung als seither. denn die Wahlen zum Gewerbegericht erfolgen nach dem Suitem des Reichstagswahlrechts und werden, wie ebenfalls in der Reichstagsjigung betont wurde, vielfach zu volitischen Aften gestempelt. Durch die Verleihung des Wahlrechts an die Arbeiterinnen würde also das Frauenelement zu einem politichen Jaftor werden, der schon deshalb nach der äußersten L'infen bin grabitieren würde, weil dort die radikalen Frauen. ' orderungen am willigsten vertreten werden. Was nun die Wahlen zu den Kaufmannsgerichten anbe. angt jo dit die Verleihung des Wahlrechtes von geringer praktischer Bedentuna, weil er Entwurf nur an Korporationen bezin an Vertreter von Korporationen das Bablrecht verleihen mill. Entweder sollen die Krankenkassen oder fontmännische Berrine die Wahlen der Beisiver vollziehen. Sinfluß der Frauen fönnte also nur in indirekter Weise zur Geltung" omment indem sie bei den Wahlen der Krankenlaffer me Vereinsvorstände mitwirften. Vorbedingung hier. zu wär weiterhin, daß auch das Vereinsrecht in Fluß kommt. Schließlich sind die Dienstverträge, die mit Handlungsgehil. finnen abgeschloffen werden. ihrem Wesen nach dieselven, wie diejenigen der männlicher Geschäftsangestellten, und haben lonach dieselbe Rechtsbehandlung zu fordern. Die Hauptsache bleibt unter allen Umitänden, daß auch die weiblichen Angestellten das Recht haben, die kaufmännischen Gerichte in Anspruch zu nehmen; von dem Wahlrecht würde doch jedenalls nur die Minderzahl Gebrauch machen. Der Herero- Hufftand. Endlich wieder eine neue Nachricht aus dem Auftandsgebiet! Das Kolonialamt veröffentlicht folgende Miteilung: Nach den letzten über den Hereroaufstand eingelaufenen Telegrammen haben Ovamboleute einen Brief des Wagenbauers Zieber 3 nach Swakopmund gebracht, durch den die bereits früher gemeldete Belagerung von Omarurn bestätigt wird. Die heliographische Verbindung nach diesem Ort ist unterbrochen. Auch wird die Plünderung Etiros, etwa 25 Kilometer nördlich Karibib, gemeldet. S. M. S. „ Habicht", das am 18. abends in Swakopmund eingetroffen war, hat am folgenden Tage 2 Offiziere, 1 Arzt, 52 Mann, 1 Maschinengewehr und 2 Revolverkanonen nach Karibib entsandt, wo die Expedition glücklich eingetroffen iſt.— Ein später eingelaufenes Telegramm meldet die Entsendung von noch 29 Mann S. M. S.„ Habicht" nach Karibib unter dem 1. Offizier mit einem Maschinengewehr und einer Revolverkanone. Es soll, wenn möglich, von Karibib aus ein Vorstoß versucht werden. Frauen und Kinder kommen von Karibib nach Swakopmund. Nachrichten aus Okahandia, von der Expedition Zükow und aus Windhuk liegen nicht vor. Ueber die Lage der Weißen in den gefährdeten Bezirken ist einstweilen mitzuteilen: Die Lage der in Okahandja eingeschlossenen Weißen ist kritisch. Okahandja liegt über 300 Kilometer von der Küste entfernt und 100 Kilometer von der letzten Station der Eisenbahn. Außer den gutgesinnten Farbigen dürften dor etwa 70 Europäer sein, die in Okahandja der Rettung harren Zeider verfügen die Eingeschlossenen über kein einziges Ge schüß; sie sind in dem Kampfe lediglich auf ihre Gewehre angewiesen. Da das Landungskorps des„ Habicht" die Eisenbahn nur auf einer Strecke von etwa 200 Kilometer benußen kann, so dürfte seine Ankunft vor Freitag in Oka handja kaum zu erwarten sein. Nach einer in Berlin ein gegangenen Privatnachricht aus dem Schutzgebiet ist die Hoffnung nicht unbegründet, daß es den meisten Far: mern im Bezirk Windhuk gelungen sein wird, die Station rechtzeitig zu erreichen. Die Abfahrt der„ Darmstadt". mit dem Expeditionskorps von Wilhelmshaven ging gestern Nachmittag pünktlich um 3 Uhr von statten. Das Expeditionsforps hat auf besonderem Befehl des Kaisers die Fahne des 2. Seebataillons mitgenommen. Die mittags aus Kiel nach Wilhelmshaven abgereisten Kieler Expeditionsteilnehmer waren auf dem Kieler Bahnhof vom Prinzen Heinrich mit einer fernigen Ansprache verabschiedet worden. Kurz bor der Abfahrt erlebte man noch eine Ueberraschung: Major b. Glasenapp, der die Expedition ursprünglich führen sollte, ist von diesem Auftrage wieder entbunden und, wie schon kurz gemeldet, Oberst Dürr, der Inspekteur der Marineinfanterie, an seiner Stelle zum Führer der Expedition ernannt worden. Dieser Wechsel in der Führung des Expeditionskorps wird jedoch erst in Südwestafrika selbst erfolgen. Oberst Dürr wird mit seinem Stab, der am 1. Februar in Berlin zusammentritt, am 6. Februar die Ausreise antreten. Bis zu seinem Eintreffen in Südwestafrika behält der bisberiae Transportführer Major b. Glasenapp das Kommando über das Expeditionskorps. Die Gründe für diese plötzliche Aenderung sind nicht bekannt. Daß Major v. Glasenapp, wie von einer Seite gemeldet wurde, tropendienstunfähig sei, trifft nicht zu. Das preußische Kriegsministerium hat einen Roßarzt vom Husaren- Regiment Nr. 6 nach Argentinien geschickt, um dort Pferde für das Expeditionskorps zu kaufen. Wie verlautet, haben eine große Anzahl Buren, die wegen ihrer Kenntnis von Land und Leuten Dienste leisten könnten, sich als Freiwillige angeboten. Wie verlautet, wird die Regierung das Anerbieten annehmen. Deutfcher Reichstag. ( 16. Sizung.) CB. Berlin, 21. Januar. Die Besetzung des hohen Hauses fängt schon an, dünner zu werden. Beratungsgegenstände, wie die Kaufmanns gerichte und der Servistarif, sind nicht geeignet, die Geister derart aufeinander plazen zu lassen, daß es für die Zuhöre dauernd unterhaltsam wäre. Die Herren, welche sich Reden zurecht gelegt haben, scheinen aber anders darüber zu denken und so fließt augenblicklich der Redestrom in der General debatte über die Vorlage, betreffend die Kaufmannsgerichte schier endlos dahin. Die meisten Redner äußerten sich, wi schon gestern, auch heute im allgemeinen zustimmend. Nu in Einzelheiten gehen die Meinungen auseinander, aud innerhalb der Fraktionen selbst. Abg. Do we( Frs. Vgg.) plädierte für die Angliederung der Kaufmannsgerichte an die Amtsgerichte, dann aber aud für Ausdehnung der Zuständigkeit der Kaufmannsgerichte auf Streitigkeiten aus der Konkurrenzklausel, da gerade fü diese ein beschleunigtes Verfahren nötig sei. Bezüglich des Wahlrechtes hielt er das 25. Lebensjahr für zu hoch ge griffen, auch will er, daß den Frauen das Wahlrecht gegeber werde. Für letzteres sei selbst das Zentrum und die Re gierung sollte hier doch nicht katholischer sein als das Zentrum. Obgleich Redner der Vorlage im wesentlichen zustimmte, schloß er doch mit einer Warnung vor weitere Zersplitterung der Rechtspflege. Abg. Brejski( Pole) will im Widerspruch zu der Vor lage die Verwaltungsbeamten von dem Vorsitz in den Kauf mannsgerichten ausgeschlossen wissen, und sprach sich bezüg lich des Wahlrechts in gleichem Sinne wie Abg. Dowe aus Abg. Storz( südd. Volksp.) verhehlte nicht, daß aus einer solchen Häufung von Sondergerichten sich unter Um ständen eine gewisse Rechtsunsicherheit ergeben könne, er tlärte aber troß dieser Bedenken die Kaufmannsgerichte an nehmen zu wollen, erachtete es sogar für zweckmäßig, dies Gerichte schon bei 20000 Seelen obligatorisch zu machen, und pflichtete hinsichtlich des Wahlrechts den beiden Vor rednern bei.§ 17 der Vorlage, der ein Verfahren vor dem Gemeindevorsteher zuläßt, bekämpfte er als eine direkt orien talische Justiz. Abg. Semler( n.-L.) sprach am schärfsten gegen die Vor lage, für die kein Bedürfnis vorliege, da die Zahl der Prozesse zwischen Handlungsgehilfen und ihren Prinzipalen ver hältnismäßig sehr gering sei. Auch der Staatssekretär habe die Vorlage eigentlich nur motiviert mit dem„ Geist der Zeit". Man gebe mit solchem Gesetz nur der Agitation der extremen Elemente nach, ohne das friedliche Verhältnis zwischen Unternehmern und Angestellten in Wirklichkeit zu fördern. Redner hofft, daß es in der Kommission gelingen werde, den Charakter des Sondergerichts in den Hintergrund zu drängen und einen anderen Weg zu finden, das Verfahren zu beschleunigen und zu verbilligen. Abg. Lipinski( Soz.) verteidigte dagegen die Kaufmannsgerichte, die von den Handlungsgehilfen dringend gewünscht würden, und diese müßten schließlich doch wissen, was ihnen fromme. Abg. Lucas( natl.) führte aus, nicht nur für Handlungsgehilfen allein, sondern auch für alle Kreise des Volkes bestehe ein Bedürfnis nach Verbilligung und Vereinfachung der Prozesse. Um dieses zu erreichen, solle man den Zivilprozeß reformieren und nicht solche Sondergerichte schaffen. Seine Freunde könnten nur mit schwerem Herzen für das Gesetz stimmen. Die Abgg. Huch und Stollinger( Els.) traten für die Vorlage und Abg. v. Gerlach für die Erteilung des Stimmrechts an die Frauen ein. Zwischen dem letzteren und den Abgg. v. Reventlow und Liebermann von Sonnenberg entspann sich eine lebhafte Auseinandersetung über die politischen Wandlungen v. Gerlachs, denen schließlich der Präsident Graf Ballestrem mit der Bitte ein Ende machte, sich als Kollegen einer etwas gewählteren Sprache zu befleißigen. Abg. Lattmann wünscht, daß die Vorlage nebst dem von der wirtschaftlichen Vereinigung eingebrachten Gefeßentwurf einer Kommission von 21 Mitgliedern zur Beschlußfassung übergeben werde. Schluß der Sigung 5% Uhr. Morgen 1 Uhr: Wahlprüfungen. in feines Baters Wefen etwas auffallendes, sonderbares ruhiges, Unbestimmtes... abgemeffene, bornehme Art verstieß, gelegen hatte, etwas, das ganz gegen feine sonst so ruhig nita Bruit in ftarten etwas Haftiges, UnBedern boten. wären, und er überlegte ernstlich, unauffälliger Weise tun könne. fie für eine so schöne Einwohnerin doch lange nicht gut genug immer sehr gut gefallen hatten, dachte er jetzt für sich, daß Hellmut, dem diese Zimmer auch bis dahin was er zu ihrer Ausnervös. er, der sann auf Abhilfe. Eines vorgehende Veränderung wirt hinab und klagte ihm ihre Not. Tages fam fte zu ein Gunchluß, lie ging zu dem Haute früher nicht gewußt hatte, was Nerven find, wurde Frau Grete sah bekümmert die mit ihrem Manne Serr Jachte: Der joviale das ist nun einmal Salte ich, wie ich will." zut. nichts besseres verlangen könne. nächst im Nachbarhause zu refognoszieren. Falschinünzern mußte er weiter verfolgen, und beschloß, zuda er sich sagte, daß er von diesem ungebildeten Menschen Fritz war empört, beruhigte sich aber schnell wieder, Aber die Sache mit den Und damit flog die Tür krachend Die Politik. Zum deutsch- italienischen Handelsvertrage wird aus Rom gemeldet, die deutschen und die italienischen Delegierten hätten bereits ihre Wünsche und Zugeständnisse gegenseitig im vollen Umfange ausgetauscht. Diese würden gegenwärtig geprüft. Die Verhandlungen werden demnächst in ein entscheidendes Stadium treten und noch vor Ende Januar beendet sein. Der deutsch italienische Vertrag bietet bekanntlich von allen Handelsverträgen, die Deutschland abzuschließen hat, die wenigsten Schwierigkeiten. Der frühere preußische Staatsminister v. Maybach ist in Berlin im Alter von 81 Jahren verstorben. Maybachs Hauptwerk war die Verstaatlichung der norddeutschen Eisenbahnlinien. Die schon erwähnte Angelegenheit der französischen Jäger in Baden hat Anlaß zu der Feststellung gegeben, daß auch im Reich slan de viele Franzosen, wie de Wendel, de Gargan, Graf Hunoltstein, ausgedehnte Jagdreviere besitzen, auf denen namentlich auch französische Offiziere jagen. Ferner besigt Graf Corny, aktiver franzöſischer Offizier, in Corny bei Metz Jagden, die fast den ganzen Gürtel der neuen Forts umschließen. Weiter hat Graf Bertien, Oberleutnant im 25. französischen Dragoner Regiment, vier Gemarkungsjagden in der Umgebung von Diedenhofen, und einen Waldkompler von 700 Hektaren, in dessen Bereich das wichtige neue Fort auf der Gentringer Höhe liegt. Außerdem wurde ihm auch die Glacisjagd der Festung Diedenhofen gegen eine Jahrespacht bon 100 Mart übertragen! Demgegenüber muß man doch, ohne ein Spionenriecher zu sein, fragen, ob dies den franzö sischen Jägern gegenüber geübte Entgegenkommen nicht zu weit gebe, und ob es nicht angezeigt wäre, Ausländern grundsäßlich die Ausstellung von Jagdscheinen zu verweigern. Balkan- Staaten. Ein Hoffnungsfunken für König Peter von Servien glimmt am russischen Himmel auf. In Belgrader Regierungsfreisen erzählt man sich, der serbische Geschäftsträger in Petersburg habe gemeldet, daß der 3 ar beim Neujahrsempfang ihm gegenüber der serbischen Jahrhundertfeier Erwähnung getan und bemerkt habe, a Il es werde ja gut werden". In Belgrad wirkt die Nachricht natürlich in Hoffreisen wie eine Erlösung. Möglich ist eine solche Doppelzüngigkeit in dem Verhalten Rußlands schon: Vor der Welt nimmt es die Miene des strengen Richters an, und im geheimen treibt es mit dem armen Sünder Bruderschaft. Das war von jeher russische Marime... Die Sache hat natürlich dem König Peter wieder Mut gemacht, gegen die Nörgler" in Serbien andere Saiten aufzuziehen. Nach einer weiteren Meldung aus Belgrad hat die Zeitung„ Narodni Liſt", die seit dem Königsmord den verschiedenen Kabinetten die schlimmste Opposition machte und deswegen zehnmal mit Beschlag belegt, stets jedoch gerichtlich freigegeben wurde, ihr Erscheinen einstellen müssen, weil der Redakteur erkrankt, seine Hauptmitarbeiter verhaftet sind und keine Druckerei die Zeitung weiter drucken will. Selbstverständlich handelt es sich um eine polizeiliche Maßregelung auf Veranlassung des Königs. Afrika. Bon einem neuen Erfolge der Vriten im Somaliland wird aus London berichtet: Major Renna überraschte am 17. d. Mts. einige Dörfer der Eingeborenen in der Nähe von Eilinaada. 50 feindliche Speerträger wurden getötet, 3000 Sa me I e und mehrere tausend Schafe wurden weggenommen. Amerika. Die Katze ist aus dem Sack: Die Yankees glauben den Moment gekommen, wo sie in der Panamaaffäre nicht mehr Versteck zu spielen brauchen: Sie betreiben ganz offen vor aller Welt die unverhüllte Annexion Panamas. Auz Washing. ton wird berichtet: Im Senate brachte heute Morgan eine Gesetzvorlage ein, wonach Panama den Vereinigten Staaten einverleibt und folgende Summen bewilligt werden sollen: 10 Millionen Dollars zur Entschädigungszahlung an die Republik Panama für die Abtretung ihres Gebiets, 1% Millionen Dollars zu einer Entschädigungszahlung an Kolumbien und 50 Millionen Dollars zum Ankauf des Eigentums der Panamatanalgesellschaft. Angesichts dieser Vorlage ist die Sorge ziemlich unbegründet, mit der man in Pana ma selbst gegenwärtig Nachrichten von der columbischen Grenze erwartet. Man fürchtet in Panama, daß die KoLumbier den Marsch nach dem Istomus bereits angetreten haben. Die Truppen Panamas sind übrigens marschbereit. Die Aushebung ist abgeschlossen, und jeden Augenblid fönnen 12 000 Mann ins Feld rücken. In dem Waffenmagazin herrscht außerordentlich rege Tätigkeit, und man ist cifrigst beschäftigt, Gewehre und Munition für die Indianer im Inneren des Landes zu verschaffen. Die Indianerstämme haben sich bereit erklärt, im Falle eines Krieges auf Seiten Panamas gegen Kolumbia zu kämpfen. Zu diesem Kampfe wird es mun ja wohl nicht kommen. Hof und Gesellschaft. Der Kaiser traf gestern früh um 9 Uhr von Berlin in Potsdam ein und begab sich zu Wagen nach dem großen Exerzierschuppen, wo er die 2., 7. und 12. Kompagnie bes 1. Garde- Regiments besichtigte. Sodann fand ein zwei maliger Vorbeimarsch statt, an dem alle 12 Kompagnien des Regiments teilnahmen. Der Kronprinz führte als Haupt mann die 2. Kompagnie. Der Schaustellung wohnten bei Prinz Friedrich Leopold, Prinz Eitel Friedrich, die Generalität, das Haupt Quartier und die fremdherrlichen Offiziere. Um 11 Uhr begab sich der Kaiser nach dem Regimentshaus des Offizierkorps und nahm dort das Frühstück ein. Um 12% Uhr fuhr er nach dem Stadtschloß; hier zog er Jagduniform an und fuhr dann zur Fasanen und Kaninchenjagd nach Enten fänger. Der Kronprinz und Prinz Eitel Friedrich fuhren in einem Schlitten ebenfalls zur Jagd, wobei der Kronprinz persönlich die Pferde lenkte. Aus den Parlamenten. Ablehnung diese Intrages: tunichit bald einen Geseẞent. wurf zum Zwecke der Beschränkung der regelmäßigen Ar beitszeit der Arbeiterinnen über 16 Jahre in Fabriken und in den gleichgestellten Anlagen auf höchstens zehn Stunden täglich, an den Vorabenden von Sonn- und Festtagen aus höchstens neun Stunden vorzulegen; 2. tunlichst bald einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch welchen die regelmäßige Arbeitszeit der Arbeiterinnen, welche ein Hauswesen zu be jorgen haben, in Fabriken und in den gleichgestellten Anlagen auf höchstens neum Stunden, an den Vorabenden von Sonn und Festtagen auf höchstens sechs Stunden festgesetzt wird Die zweite Resolution, Gröber und Genossen, betrifft die Ausdehnung der Schutzbestimmungen der§§ 135 und 139b der Gewerbeordnung für jugendliche Arbeiter auf die Haus industrie. Im Reichstage hat das Zentrum zwei neue Reso lutionen eingebracht. Eine Resolution Hiße und Genosser betrifft den zehn stündigen Marimalarbeits tag für Fabriforbeiter und Arbeiterinnen; sie ersucht di Regierung: 1. tunlichst bald einen Gesetzentwurf zur Be schränkung der regelmäßigen Arbeitszeit der Arbeiter über 16 Jahre in Fabriken und gleichgestellten Anlagen au höchstens zehn anden täglich vorzulegen: im Falle der Hus dem Gerichtsfaal. § Ein Offizier wegen Soldatenmißhandlung zur Dienst entlassung verurteilt. Vor dem Kriegsgericht der 40. Di vision in Chemnitz stand der 27jährige Leutnant Karl Müller dom 5. Infanterieregiment„ Kronprinz" Nr. 104 unter der Anklage der Mißhandlung eines Untergebenen im wieder. holten Rückfalle. Der Angeklagte, welcher wegen gleichen Vergehen schon zweimal vorbestraft ist, hatte seinen Burschen in fünf Fällen geohrfeigt. Das Kriegsgericht erkannte auf ier Monate Gefängnis und Dienstentlassung. Gegen das Urteil beabsichtigt Müller Berufung an das Oberkriegsgericht einzulegen. § Eine sonderbare Klinik hatte der Berliner Arzt Dr. Gutemann gegründet, der sich wegen wederholten Betruges vor der Straffammer zu verantworten hatte. Es gab darin wohl eine Menge Angestellte und Krankenwärter, aber feine Kranke. Da Dr. Gutemann Kautionen unterschlagen und eine Urfundenfälschung begangen hatte, wurde er zu 2 Jahren Gefängnis verurteilt und ihm auf 3 Jahre die Ehrenrechte aberkannt. § Tenre Höflichkeit. Der„ Dant" für einen gerichtlichen Ordnungsruf ist dem Rechtsanwalt Nießen in Köln a. Rh. teuer zu stehen gekommen. Der Anwalt beantragte vor dem dortigen Schöffengericht die Vertagung einer Strafprozeßsache. Als sich hierüber eine Debatte entspann, und sich N. im Verlaufe derselben einen Ordnungsruf zuzog, antwortete er mit einem„ Danke schön!". Das Gericht erblickte hierin eine Ungebühr und belegte den Anwalt mit einer Ordnungsstrafe von 50 Mark., § Prügelstrafe in England. Die Umgegend des englischen Seebades Bournomouth wurde seit einiger Zeit durch einen Menschen unsicher gemacht, der Angriffe auf Frauen und Mädchen ausführte. In einem Falle zwang der Bursche eine Frau, die er angriff, sich vor seinen Belästigungen durch Herausgabe ihrer ganzen Barschaft freizukaufen. Bald darauf wurde er von der Polizei ergriffen. Nach englischem Gesetz kann nun Straßenraub unter Anwendung von Gewalt noch mit Prügelstrafe belegt werden, und der vorsitzende Richter Darling erklärte, daß es ihm ganz besonderes Vergnügen bereite, in diesem Falle die Prügelstrafe zu verhängen. Der An geklagte wurde zu 6 Monaten schwerer Arbeit und zu 20 Hieben mit der neunschwänzigen Kaze" verurteilt. | Nab und fern. + Fahrende Leute. Im Breslauer Palastrestaurant tagt 3. 3t. ein eigenartiger Kongreß: Der Zentralverband Deutscher Händler, Markt- und Meßreisender" hält seinen 13. Verbandstag ab. Der Verband umfaßt die bohémiens der deutschen Geschäftswelt d. h. nicht die Handelsreisenden, die im Verein reisender Kaufleute Deutschlands" organisiert sind, sondern die selbständigen, auf eigene Rechnung arbeiten. den: die„ billigen Jakobs", die auf Messen und Märkten ihre humoristischen Auktionen abhalten, die Hausierer, die auch ins entlegenste Dorf hinein Schürzen und Bänder und allerlei glitzernden Land bringen, die Karusselbesitzer, die Schausteller, die mit Meerwundern, Fettkindern und anderen Extravagan zen der Naturgeschichte von Ort zu Ort reisen, ferner die flinken Gesellen, die bei jedem welt- oder lokalhistorischem Ereignis gleich mit bezüglichen Denkmünzen und Ansichts farten zur Stelle sind u. s. w., u. s. w. Es sind das aber durchaus keine„, weißen Zigeuner", sondern im übrigen solide Staatsbürger mit festen Wohnsitzen. Besondere Zentraler für die Gilde bilden die Städte Magdeburg wo auch der Vorstand des Verbandes seinen Sitz hat Köln und da kleine westfälische Städtchen Herford, wo eine Straße nach den vielen Karusselbesitzern, die dort wohnen, die scherzhafte Nebenbezeichnung„ Musengasse" führt. Französische Aufmerksamkeit gegenüber einem dentscje Offizier. Von einem bemerkenswerten Zug besorgter Auf merksamkeit französischer Behörden einem deutschen Offizici gegenüber berichten die in Marseille mit der Post aus Hinter indien angelangten Zeitungen. Ein Offizier des deutscher Kriegsschiffs Sperber" war während des eintägigen Aufent halts seines Fahrzeuges in Saigon von einem Hunde ge bissen worden, der einem Europäer gehörte. Nach der Ab fahrt des„ Sperber", der nach China unterwegs war, start der Hund. Sofort telegraphierte die Polizei nach Hongkong. um den Offizier davon zu benachrichtigen, und ihm zu em pfehlen, sich in ärztliche Behandlung zu geben, da das Tier vermutlich der Tollwut erlegen sei. Das Scheinfriegsgericht. Die Unfitte der Scheinkriegs gerichte, die in der englischen Armee im Offizierkorps sowoh wie im Unteroffizierkorps bereits mehrfach zu groben Skan dalen Veranlassung gegeben haben, ist durch einen Fall mit tödlichem Ausgang, der in Kairo vorfam, wieder einmal zu Sprache gebracht worden. Die an und für sich harmlos aus schende Komödie besteht darin, daß Unteroffiziere oder Offi ziere sich damit unterhalten, über einen oder mehrere Kame raden ein nachgeahmtes Kriegsgericht abzuhalten. In der letzten Zeit häuften sich nun aber die Fälle, in denen un beliebte Kameraden in dieser Weise scheinbar scherzhaft ver urteilt und dann in entehrender Weise von ihren Richter mißhandelt wurden. Ein Mitglied der Regimentskapelle der Schüßenbrigade in Kairo wurde nach einem derartigen Schein triegsgericht so mißhandelt, daß er seinen Verletzungen erlag. Die ganze Kapelle ist jetzt verhaftet werden und wird sich vor einem richtigen Striegsgericht zu verantworten haben, das in dem Interesse des englischen Heeres diesen Fall benutzen dürfte, um gegen den Üning in Höchst energischer Weise ein zunchreiten.. Heftige Schneestürme wüten in Bosnien und der Herzegowina. Im westlichen Bosnien ist der Postverkehr eingestellt, die Paßübergänge sind unpassierbar. Auch in Tirol herrschen schwere Schneestürme, viele Talwege sind ungangbar. Lawinenstürze verursachten in Ampezzo und auf dem Monte Baldo je einen tötlichen Unglücksfall. Auf dem Gardasee sank ein Getreideschiff. Auch im Adriatischen Meer rast die Vora, die Triester Schiffahrt ist fast lahmgelegt. A Kesselexplosion. In dem Kesselraum der Cambria Steel Company explodierte ein Dampfzylinder. Nähere Nachrichten über das Unglück stehen noch aus, doch gilt als ziemlich sicher, daß 12 Beamte getötet und 25 verlegt sind, unter leẞteren viele lebensgefährlich. * Opfer der Markensammelwut. Unter dem Verdacht, größere Mengen von Dienstmarken der königlichen Regie. rung in Trier entwendet und in den Handel gebracht zu haben, wurden dieser Tage ein Regierungsbotenmeister und ein Markenhändler von dort festgenommen und dem Untersuchungsgefängnis zugeführt. Die ersten Spuren der Veruntreuungen wurden von der Kölner Staatsanwaltschaft entdeckt, die denn auch die Untersuchung in dieser Affaire weiterführt. Es sind nämlich auch Einwohner von Köln in dieselbe verwickelt, und bis nach Berlin sollen gestohlene Dienstmarken aus dem Rheinlande verkauft worSen sein. berlängerte Schüßenfi laffen um eventuell bi Die Befchaffung vo arbeiten für die Ranal von Bementröhren wi Für pie geheiben. Lieferung der Klinter herigen Breife übertra trag für die Herftellung find die Architekten S Mt. 3621,20 Bfg. an Sammlung einverftander regt an die Wafferlad bollfländigen See bilb meister bemerkt, daß belt. Er habe mit Abtretung des Brand den Bescheid erhalten, wohl aber sei man Mart 1,12 tum an dem Bran An der darauf folger Wallenfels, Dr. Gut meister Mecum bem ben der Staat als Quadratmeter groß toften würde, wenn n annehmen wolle, wozu da bas Terrain feinen es der Stadt übereign Der Puntt würde. gefegt. § Prinz Prosper Arenberg hat mit seinem Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens gegen ihn vor dem Reichsnilitärgericht Erfolg gehabt. Der Antrag wurde für begründet erklärt und erneute Verhandlung des Prozesses vor sem Gerichte erster Instanz angeordnet. Der Beschluß des Reichsmilitärgerichts stützt sich auf das Gutachten einer Komnission des wissenschaftlichen Senats bei der Kaiser- WilhelmIkademie in Berlin, welches dahin geht, daß sich der Prinz ur Zeit des ihm zur Last gelegten Mordes an einem Neger n unseren afrikanischen Kolonien in einem Zustand gestörter Beistestätigkeit befunden hat, durch die seine Willensbestimnung ausgeschlossen war. Bergwerkskatastrophe. Im Frielendorfer Braunkohlenbergwerf bei Zimmersroda in Hessen stürzte eine Kohlenwand bon 10 Meter Höhe ein. Verschüttet wurden vier Bergleute und ein Bamter; drei Bergleute erlitten leichte Verlegungen, zwei blieben tot. Die Bergung der Leichen ist schwierig. Sihung der Stadtverordneten. W. Gießen, 21. Januar. Der Oberbürgermeister Mecum teilt der Bersammlung mit, daß Oberbaurat Schmid der Verhandlung betr. Vorschriften für die Hausanschlüsse an die Ranalisation beiwohnent wird um eventuell auf Anfragen Auskunft geben zu können. - - - Ferner wird den Stat tverordneten Mitteilung gemacht, daß der seit den 15. Oftober v. J. in Dienst befindliche Pfandmeister Gernand seine Stelle pro 15. September d. Js. wieder gefündigt hat. Betreffend der Kreisamtlichen Verordnung betreffend des Ausmelkens der Kühe für die Viehmärkte hat der Oberbürgermeister die Wünsche der Versammlung seinerzeit dem Kreisamt mitgeteilt und um Milderung resp. Abänderung der Bestimmungen gebeten. Das Kreisamt hat nach Anhörung des Kreistierarztes erklärt, es bei der gegebenen Verordnung belassen zu wollen. Auf Antrag des Stadtv. Heichelheim beschließt die Versammlung die Angelegenheit ebenso wie die Handelskammer der höheren Instanz zu unterbreiten. Aus Anlaß des 10 jährigen Bestehens der faufmännischen Fachschule spricht die Handelstammer de. Stadtverordneten- Versammlung den Dant des faufmännischen Vereins aus. Die Direktion des germanischen Museums Nürnberg dankt dem Kollegium für die Erhöhung des jähr= lichen Beitrages.. Der deutsche Verein gegen den Mißbrauch geistiger Getränke will am 5. Februar d. Js. in Gießen eine Bersammlung abhalten, um hier eine Ortsgruppe zu bilden und ladet die Stadtverordneten zum Besuche der Versammlung ein. Der Oberbürgermeister teilt mit, daß ein vor einigen Tagen vorgenommener Kassensturz den Beweis geliefert hat, daß unsere Stadtkasse stimmt. Die Versammlung tritt darauf in die Beratung der Vorschriften für die Hausanschlüsse an die Kanalisatin ein, deren Entwurf so wie er von der Baudeputation gebilligt, gedruckt vorliegt. Stadtv. Dr. Gutfleisch beantragt heute in der Beratung der Vorlage als erste Lesung der Bestimmungen einzutreten, während in einer späteren Sigung eine zweite Lesung erfolgt bet der immer noch Anträge auf Aenderung gestellt werden können. In diesem Sinne zu verfahren wird von allen Seiten zugestimmt. Die Bestimmungen rufen in einzelnen Punkten lebhafte Debatten hervor, an denen sich die Stadtv. Schaffstaedt, Haubach, Faber, Dr. Gafffy, Oberbaurat Schmick und Oberbürgermeister Mecum beteiligten. Es erfolgt die Auslosung der pro 15. Mai d. Js. rückzahlbaren Schuldverschreibungen des 1896er städt. Anlehens im Ganzen 30 000 Mt. 1897er Anlehn werden pro 15. Mai rückzahlbar 20 000 Mt. ausgelost. Vom 1899er Anlehen werden pro 15. Mat rückzahlbar 12000 Mt. ausgelost. Die Nummern der ausgelosten Stücke bringen wir demnächst im Inseratenteil. Die Anleihe der Stadt Gießen von 1899 600 000 Mt., von denen ausgelofte 12 000 Mt. in Abzug kommen, ist zu 3% verzinslich. Die Finanz- Deputation schlägt vor, das noch vorhandene Anlehen im Betrage von 588 000 Mt. umzuwandeln in ein 31, prozentiges Papter mit der Maßgabe, daß den Inhabern dieser Stücke, wenn dieselben zum Umtausch gegen 3200- Papiere bereit sind, auf jedes Hundert Mt. ein Aufgeld von 1 Mt. gezahlt wird. Die Versammlung ist mit diesem Antrag einverstanden und wird das 1899er Anlehen pro 15. Mai zur Rückzahlung gekündigt werden.- Die Holzversteigerungen vom 11. und 18. Januar haben wieder ein Wenigergebot gegen die neue Tage gebracht. Auf Antrag der landwirtschaftlichen Kommission werden die Versteigerungen genehmigt. Dispensgesuche werden befürwortet; beim Baugesuch des Hrch. Carlé Ecke Plock- und Johannesstraße,( Erfer und Baltone), Baugesuche der Geschw. Körner Westanlage( Balfonanbringung nahe dem Nachbargrundstück), Bangesuch des Wilh. Moeser Mühle an der Lahn, ( Lagerung von Balken in der Brandmauer, doch soll das Lager noch durch Anbringung von eisernen Schienen verstärkt werden), Baugesuch des Chr. In derthal Diezstraße,( Arbau in Holzfachwerk), Baugesuch des Ph. Schwan für - Vom - fg. Bur Auffte Stadt gehörende Hau langt und bewilligt. der Kapelle auf dem bewilligt und soll schleunigft veranlaffen neg auf 45,9 Rilom eines 4ten Straßenm es eines weiteren Bo Straßenreinigung. andere praktischere ftellung ber verlangt Rechnungsjahr wird b der Schwarzlach. alten Steinfrug gefund findet. Der Cuftos fertiger jenes Rruges Töpferhandwerk betrie diesem Grunde im B bereit der Stadt da den Jahren 1650, händigen. Die Sta vorbehaltlich der Gen deffen Zustimmung Rendanten Carl Stro für die Armen verm Legat den Namen E Die Stadtverordneten berftorbene Rentier H mächtnis von 1000 zur Verabreichung vor Kinder der Volksschul die Bersammlung eint liche Sigung wegen der nichterledigte Teil * Erledigt fi Gießen und zu Of Ernannt. Ministertums des In Jann von Gießen zun Geb. Medizinal * zu Beginn des Sommer feiner Tätigkeit als L als Direktor der Schüler planen aus di ** Eine Sigu Brünberg- Lid des Kreisamtmanns S Hirsch flatt. ** In dem neu tellung eines verfte bahnbrücke bei W forderung für dieser Ferner werden M Haltestelle Großen * Zur Aufna gemeldet die Turnve Marburg, fowie de Gießen. ** Die Bieb Thüringischen findet bereits am 26. an die fofortige Los * Dottor J Medizinalrat Dr. M Dottorjubiläum. Dr Landesuniversität err Fakultät ein Glückwu überfandt. Der Gr Klaffe mit der Kro Großmütigen verliehe Profeffor an der Gie ebenfalls als Profeffo * Ede Bran in dem Neubau der S ein Herr Bilhelm S Auf dem dhen Meer gelegt. bria Steel Nachrichten mlich sicher, er legteren Verdacht, en Regie ebracht zu eister und und dem puren der atsanwalt. in dieser ohner bon lin follen tauft worAntrag auf dem Reichs rde für be Grozesses bor Beschluß des einer Komer- Wilhelmder Prinz Enem Neger nd gestörter lensbestimCauntohlen Pohlenwand Bergleute Serlegungen, wierig. en. . Januar. Berjammlung betr. Vor On beiwohnen n zu können. ung gemacht, ft befindliche ember d. J. mtlichen Verür die Vieh Der Versamm Milderung Das Kreisamt es bet der Antrag des ung die Aneren Instanz Bestehens stammer de ufmännischen en Museums ng des jähr n Mißbrauch .in Gießen rtsgruppe zu che der Vermit, daß ein den Beweis ie Versammten für die wurf so wie egt. Stadtv. ang der Voren, während olgt bet der rden fönnen. Seiten zuges Bunften lebSchaffftaedt, id und Oberdie Auslosung erschreibungen Mt. Vom r20 000 Mt. pro 15. Mat mern der ausferatenteil. 0000 Mt., von en, ift zu 3% bor, das noch 00 Mt. umzu der Maßgabe, zum Umtausch undert Mt. ein erfammlung ift 1899er An at werden.- Januar haben gebracht. Auf Derden die Ver erden befürwor lod- und Jo e der Geschw dem Nachbare an der Lahn, doch soll das hienen verstärkt Diezftraße,( r . Schwan für - " - verlängerte Schüßenstraße( soll 6 Meter Vorgarten liegen lassen um eventuell die Straße später verbreitern zu können). Die Beschaffung von Kanalreinigungsbürsten, von Schlosserarbeiten für die Kanalisation und eines Apparates zur Prüfung von Zementröhren wird nach Antrag der Baudeputation gut geheißen. Für die Herstellung des Bürgersteigs soll die Lieferung der Klinker an das Gailsche Tonwert zum seitherigen Preise übertragen werden. Als Straßenkostenbeitrag für die Herstellung des Bürgersteigs der Landgrafenstraße sind die Architekten Stein& Meyer bereit, den Betrag von Mt. 3621,20 Pfg. an die Stadt zu zahlen, womit die VerSammlung einverstanden sich erklärt. Stadtv. Em melius regt an die Wasserlache vor der alten Kaserne, die einen vollständigen See bildet, zu entfernen. Der Oberbürgermeister bemerkt, daß es sich hier um Staatseigentum handelt. Er habe mit dem Finanzminister jüngst wegen der Abtretung des Brandplages an die Stadt fonferiert, aber den Bescheid erhalten, daß der Staat nichts verschenken könne, wohl aber sei man bereit gegen den üblichen Betrag von Mart 1,122 Pfg. für den Quadrat- Meter das Eigentum an dem Brand der Stadtgemeinde abzutreten. An der darauf folgenden Debatte beteiligten sich die Stadtv. Wallenfels, Dr. Gutfleisch und Dr. Gafffy. Oberbürgermeister Mecum bemerkt, daß derjenige Teil des Plaßes, den der Staat als sein Eigentum erklärt, etwa 4000 Quadratmeter groß ist, also ca. 5000 Mt. zu erwerben fosten würde, wenn man das Angebot des Finanzministers annehmen wolle, wozu man sich aber nicht verstehen könne, da das Terrain feinen Nugen abwerfe und der Staat wenn es der Stadt übereignet wird, die Unterhaltungspflicht los würde. Der Punkt betreffend Loebers Hof" wird ausgefeßt. Zur Aufstellung eines Waschfessels in das der Stadt gehörende Haus Schloßgasse 9 werden Mt. 80 verlangt und bewilligt. Für die Einrichtung der Heizung der Kapelle auf dem Friedberg am Rodberg werden 700 Mt. bewilligt und soll die Baudeputation die Einrichtung schleunigst veranlassen. Nachdem das städtische StraßenNachdem das städtische Straßennez auf 45,9 kilometer angewachsen, ist die Anstellung eines 4ten Straßenwarts nötig geworden. Ebenso bedarf es eines weiteren Vorarbeiters und zweier Arbeiter für die Straßenreinigung. Hiermit in Verbindung wird eine andere praktischere Müllabfuhr vorgeschlagen. Die Einstellung der verlangten Arbeitskräfte für das kommende Rechnungsjahr wird beschlossen, ebenso der Bebauungsplan der Schwarzlach. Bet den Kanalarbeiten hat man einen alten Steinfrug gefunden, auf dem der Name Ebel sich befindet. Der Cuftos Dr. Ebel ist der Ansicht, daß der Verfertiger jenes Kruges einer seiner Vorfahren, der das Töpferhandwerk betrieben hat, gewesen sei und wünscht aus Er ist diesem Grunde im Besitz desselben zu kommen. bereit der Stadt dafür für sie interessante Urkunden aus den Jahren 1650, 1675, 1708, 1796 und 1611 auszuhändigen. Die Stadt ist mit diesem Tausch einverstanden, vorbehaltlich der Genehmigung des Denkmalrats der Provinz, dessen Zustimmung erforderlich ist. Die Witwe des Rendanten Carl Stroh hat der Stadt Gießen Mt. 2565 für die Armen vermacht, unter der Bedingung, daß das Legat den Namen Echternach- Stroh- Stiftung führen soll. Die Stadtverordneten nehmen die Stiftung an. Der verstorbene Rentier Hrch. Schreiber hat der Stadt ein Vermächtnis von 1000 Mt. hinterlassen. Die Zinsen sollen zur Verabreichung von warmen Frühstück an die bedürftigen Kinder der Volksschule verwendet werden. Auch hiermit ist die Versammlung einverstanden. Darauf wird die öffentliche Sigung wegen der vorgerückten Zeit geschlossen und der nichterledigte Teil der Tagesordnung vertagt. - - - - Lokales. - 22. Januar 1904. ** Erledigt sind die Stellen eines Steueraufsehers zu Gießen und zu Offenbach. ** Ernannt. Durch Entschließung Großherzoglichen Ministertums des Innern wurde der Gerichtsatzessist Karl Jann von Gießen zum Regierungsassessor ernannt. * Geh. Medizinalrat Professor Dr. Fr. Riegel begeht zu Beginn des Sommersemesters das 25jährige Jubiläum seiner Tätigkeit als Lehrer an der hiesigen Universität und alg Direktor der Universitätsklinik. Seine ehemaligen Schüler planen aus diesem Anlaß eine Ehrung des Gelehrten. Eine Sigung des Eisenbahn- Komitees Grünberg Lich findet am Samstag unter dem Vorsit des Kreisamtmanns Dr. Kranzbühler in Grünberg im Hotel Hirsch statt. * In dem neuen Eisenbahnetat werden für die Herstellung eines verstärkten Ueberbaues für die Lahneisenbahnbrücke bei Weglar 50 000 Mt. gefordert. Die Gesamtforderung für diesen Zweck beläuft sich auf 149 000 Mt. Ferner werden Mittel verlangt für die Erweiterung der Haltestelle Großenlinden und des Bahnhofs Herborn. * Zur Aufnahme in den Turngau Hessen haben sich gemeldet die Turnvereine zu Dorlar und Wehr da bei Marburg, sowie der akademische Turnverein Cheruskia zu Gießen. ** Die Ziehung 4. Klasse der 3. Hessisch Thüringischen( Mitteldeutschen) Staatslotterie findet bereits am 26. dieses Monats statt. Es wird hiermit an die sofortige Los- Erneuerung zu dieser Klasse erinnert. Bestern beging der Geh. * Dottor Jubiläum. Medizinalrat Dr. Wilh. Heß, in Mainz sein 50jähriges Doftorjubiläum. Dr. Heß der sein Doktor- Diplom auf der Landesuniversität erworben, erhielt von der medizinischen Fakultät ein Glückwunschschreiben und ein erneuertes Diplom übersandt. Der Großherzog hat ihm das Ritterkreuz 1. Klasse mit der Krone des Verdienstordens Philipps des Der Vater von Dr. Heß war Großmütigen verliehen. Professor an der Gießener Universität und sein Sohn ist ebenfalls als Professor an der Landesuniversität doziert. - ** Ecke Brand plaß und Landgrafenstraße, in dem Neubau der Herren Birkenstock und Scheider, will ein Herr Wilhelm Schröder aus Siegen gern Schantwirt| | * * - schaft betreiben. Die Konzession dazu wurde s. 8t. in nichtöffentlicher Kreisausschuß- Sißung abgelehnt, was auch in der am Samstag stattgefundenen öffentlichen Sitzung- trop wieder geschah. der geladenen Zeugen Eine landwirtschaftliche Hochschule in Darmstadt. In maßgebenden Kreisen der landwirtschaftlichen Genossenschaft geht man mt der Absicht um, demnächst in Darmstadt eine landwirtschaftliche Hochschule ins Leben zu rufen, die in erster Linie den Zweck verfolgen soll, für die gründliche Heranbildung von Beamten für die landwirtschaftlichen Genossenschafter zu sorgen. Schulstatistisches. Im Großherzogtuu Hessen bestehen zur Zeit 986 Voitsschulen mit über 2900 Klassen. Dieselben werden von insgesamt 173 030 Schulkindern besucht und zwar von 166 533 evangelischen, 54 610 fatholischen und 1989 israelitischen. Verschiedenen anderen Konfessionen gehören 798 Kinder an. An sämtlichen Volksschulen mit Einschluß der Erweiterten Volksschulen zu Darmstadt, Offenbach, Gießen, Friedberg und Seligenstadt wirken rund 3000 Lehrkräfte, darunter 295 Lehrerinnen. M Dottorpromotionen. Wie wir einem dem Reichsanzeiger" beigelegten Verzeichnis der auf den deutschen Universitäten im Sommersemester 1903 erfolgten medizinischeu Dottorpromotionen" entnehmen, entfielen Dottorpromationen auf die deutschen Universitäten in folgender Zahl: Marburg 17, Berlin 38, Bonn 31, Breslau 23, Erlangen 21, Freiburg 51, Gießen 26, Göttingen 22, Greifswad 31, Halle 23, Heidelberg 16, Jena 22, Riel 84, Königsberg 20, Leipzig 91, München 99, Rostoc 21, Straßburg 23, Tübingen 18, Würzburg 63. × Invalidenkarten. Die im Jahr 1902 ausgestellten Quittungsfarten der Landesversicherungsanstalten ausgestellten Quittungsfarten der Landesversicherungsanstalten müssen zur Vermeidung der Ungültigkeit innerhalb des Jahres 1904 der zuständigen Behörde zur Aufrechung und zum Umtausche vorgelegt werden. Für den Ablauf der Gültigkeit kommt der Datum der Ausstellung in Betracht; eine z. B. am 25. Januar 1902 ausgestellte Karte muß spätestens am 25. Januar 1904 umgetauscht werden. * Viehmarkt zu Gießen. Bei dem am 19. und 20. Januar 1904 stattgefundenen Markte waren aufgetrieben 1237 Stück Rindvieh, 32 Schweine. Der nächste Viehmarkt findet am 9. und 10. Februar statt; am letzteren Tage hauptsächlich Schweinemarkt. Aus den angrenzenden preußischen Kreisen dürfen Schweine bis zur Aufhebung der polizeilichen Beschränkung nicht aufgetrieben werden. ▷ Die Holzpreise im Vogelsberg sind in starkem Steigen begriffen, besonders sind die Preise in den BuchenSteigen begriffen, besonders find die Preise in den Buchen wäldern zwischen Laubach und Freienseen gestiegen. Bauund Werkholz hat einen guten Preis. A Großen Linden. Morgen Samstag, den 23. Januar hält der hiesige Turnverein in seiner neuerbauten Turnhalle sein erstes Winterfest ab. Mögen auch diesmal die Mitglieder sowie die Bürgerschaft der rührigen Verein recht unterstützen. Die früheren Beschwerden der Mitglieder wegen Plazmangels iſt abgeholfen worden und werden auch die Aufführungen des Vereins u. s. w. besser zur Geltung kommen. In Großen- Linden hat Herr Wilh. Waz, Besitzer einer Holzschn iderei, zu deren Betrieb eine Dampffefselanlage aufstellen lassen, dazu aber die erforderliche Genehmigung nicht eingeholt. Es waren auch von Nachbarsleuten Beschwerden wegen dem Geräusch und Ruß eingereicht worden. Herr Wat erhielt jetzt vom Kreisausschuß auf Nachsuchen die Genehmigung, wenn er die Anlage 105 mtr. von der Straße zurückverlegt. X Stodhausen, 21. Jan. Gegenwärtig wird seitens der rheinischen Bergwerksgesellschaft ein neues Bergwerf_angelegt. Der Eisenstein wird mittels Tagbaues gewonnen und ist in ziemlicher Menge vorhanden. + Ruppertenrod, 21. Jan. Der Kaufvertrag, durch den im vorigen Jahre der größere Teil des„ Meckbachschen Hofgutes" zum Preise von 65 000 Mt. an unsere Gemeinde ging, ist genehmigt worden. + Mainz, 21. Jan. Im Rochusspital verübten 2 hiesigen Infanterieregiments, denen man Unteroffiziere te eines enter port untergebrachten Prostituirten den Zutritt zu verweigerte, einen groben Erzeß. Sie zogen blank und drohten jeden, der ihnen zu nahe tam, zu erstechen. Auch beleidigten sie die Krankenschwestern. Sie wurden in Untersuchung gezogen. Stadttheater Gießen. Theodora. Schauspiel in 4 Akten von Johann Bojer. - - Das Wert des neu entdeckten nordischen Sternes gehört gewiß auch nicht zu denen, die eine Generation überdauern, denn es kommt wohl die Zeit, in der es keinen Raum mehr für so frankhaft empfindende Naturen wie diese Theodora giebt und man nur den Dichter lächelnd bemitleidet, der es wagt, ein so unglaubliches Weib zur Heldin eines Dramas zu machen. Theodora liebt einen Studiengenossen, aber sie will dieser Liebe nicht ihre Wissenschaft, ihr Wert sie sißt an ihrer Doktorarbeit opfern, will dem drängenden Geliebten nicht in die Ehe folgen, möchte aber trotzdem„ das höchste Glück des Weibes", das Kind nicht entbehren und dieses erbettelt sie sich von dem unglücklich Glücklichen in der Abschiedsstunde. Von nun an will sie ihren Kindern, dem leiblichen und dem geistigen allein, ganz allein leben, wenn auch die Menschen die Schleusen der Klatschsucht öffnen und das eigene Herz sich nach dem Geliebten sehnt. Aber die Welt ist größer, mächtiger als die, die ihren Geseßen zuwiderhandelt und ihrer eigenen Religion lebt. Vernichtend folgt Schlag auf Schlag: ihr alter Vater erblindet, sucht sie, gebrochen an Leib und Seele, auf und stirbt, der immer noch hoffende Geliebte wirft sich dem Trunk in die Arme und schließlich rafft der Tod auch ihr Kind, ihre ganze Stüße, um dessen Willen fie Alles erduldet hat, weg und nachdem sie noch die Doktorarbeit vernichtet hat, geht sie dem Glück" entgegen - in den Tod.- Das Werk verrät großes technisches Können, wenn man auch den Stoff als unglücklich gewählt betrachten kann. Der Dichter hat dies wohl auch gefühlt und durch eine Vertreterin der übermodernen Frauenbewegung einen gewissen Gegensatz zur Theodora konstruieren wollen, aber im Grunde ist es doch einer lei, ob man einen derartigen Schritt„ aus Prinzip" oder aus rein persönlichen Gründen unternimmt; der Autor hat sich mit dieser karrifierten Figur überhaupt ein sehr treffendes Urteil gesprochen, denn diese Theodora ist in Wirklichkeit nichts anderes wie eine unnatürlich denkende Person- wenn auch dieser Gemütszustand oft mit so schönen Ausdrücken: intellektuellgenial" belegt wird und gerade das Sympathische an ihr macht ihre Anschauungen noch unlogischer und lächerlicher.- Die Titelrolle gab Frl. Dumont in ganz brillanter Weise, sie schuf troß der genannten Schwierigkeit eine durchaus einheitliche Figur und dürfte der Hauptbeifall ihr gegolten haben. Den psychologisch nicht besonders forrekt gezeichneten Studiengenossen Jörgen Grund verkörperte Herr Wittig mit großem Geschick, Herr Dr. Alb. Fischer als Landrat Berle gefiel durch sein reichnuancirtes Spiel und Frl. Sella zeigte als Elsa Eger ein schönes Können, wenn auch mitunter vom Ernst zur schalthaften Laune der Uebergang fehlte. Das Haus war mäßig besucht. Holz- Versteigerungen. H. H. Burg- Gemünden. Montag, den 25. Januar, vormittags 9/2 Uhr werden im Saale des Gastwirt Becker zu Nieder- Gemünden aus dem Freiherrl. v. Schend'schen Revier Rülfenrod, Diftritten Buchwald, Hahnbach, Rübenföpfel und Hebig versteigert: Scheiter Rm.: Buche 183 ( darunt. 12 Rm. Hainbuchen Rundsch.), Eiche 10, Nadelh. 12, Birte 2, Anüppel Rm.: Buche 112, Eiche 39, Aspe 2, Nadelh. 93. Reisig Rm.: Buche 356, Eiche 87, Nadel 2. Stöcke Rm. Buche 152, Eiche 12, Nadelholz 36. 3 Kirchliche Nachrichten für Gießen. Evangelische Gemeinde. Sonntag nach Epipharias, den 24. Januar Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 9,30 Uhr: Pfarrer Schwabe. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe. meinde erbeten. Abends 5 Uhr: Pfarrer D. Schlosser. Beichte und heil. Abendmahl für Matthäus- und Markusgemeinde. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder GeMittwoch den 27. Januar, vormittags 9 Uhr: Bereinigten Civil- und Militärgottesdienst, zur Feier des Geburtstags Sr. Majestät des Kaisers. Pfarrer Euler. Donnerstag, den 28. Jan., abends 8 Uhr, im unteren Konfirmandensaal, der Kirchstr. Bibelstunde. Apostelgesch. Kap. 16. Pfarrer Schwabe. In der Johannesfirche. Vormittags 9,30 Uhr: Professor Dr. Stamm. gemeinde. Pfarrer Euler. 11 Uhr Kindergottesdienst für die LukasAbends 5 Uhr: Siehe Stadtkirche. Sonntag, Abends 8 Uhr die Versammlung und Bibel= besprechung der Johanneskirche fällt wegen des Evangelischen Bundes aus. Montag, den 22. Januar, abends 8 Uhr, Bibelstunde im Konfirmandensaal der Johanneskirche. Text: Jat. 3, 3. Pfarrer Euler. Nächstfolgenden Sonntag, den 31. Januar Beichte und heil. Abendmahl für die Lukas- und Johannesgemeinde im Abendgottesdienst. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Katholische Gemeinde. Samstag, den 23. Januar. Nachmittags um 5 Uhr und Abends 8 Uhr: Gelegenheit r hl. Beicht. Sonntag, den 24. Januar. 3. Sonntag nach Epiphanie Fest der HJ. Familie. Borm. von 6,30 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. " um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil Kommunion. H um 8 Uhr: Die zweite hetl. Messe. " um 9,30 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachm. um 5,30 Uhr: Christenlehre; darauf Andacht. Mittwoch, 27. Jan., am Geburtstage Sr. Majestät des Kaisers, um 92 Uhr: Militärgottesdienst. Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschaft. In der Synagoge, Südanlage. Sabathfeier am 16. Januar 1903. Vorabend 4.30 Uhr. Samstag vorm. 8.30 Uhr. Feier des Geburtstages Sr. Majestät des deutschen Kaisers. Nachmittags 3.30 Uhr. Sabathausgang 5.50 Uhr. Wochengottesdienst: Morg. 7.00 Uhr, Ab. 4.30 Uhr. Verantwortlich: für den politischen und Inseratenteil: Albin klein für das Lokale, den„ Gerichts," und" Deffentlichen Sprechjaal": Fr. Oppermann Klasse der Die Ziehung 4 3. Hessisch= Thüringischen( Mitteldeutsche) Staatslotterie findet bereits am 26. d. Mts. statt. Es wird hiermit an die sofortige Los- Ernenerung zu dieser Klasse erinnert. AMTLICH GLÄNZEND BEGUTACHTET: NUR 25 SALUTARIS NUR 25 Pig TOILETTE- FETT- SEIFE Unibertroffen für Haut- a Teintpflege: Rein, mild, sparsam. C. Naumann, Seifen- u. Parfümeriefabrik, Offenbach a.M. Giessener Concert- Verein. Sonntag den 24. Januar 1904, abends 5 Uhr, im grossen Saale des Gesellschaftsvereins: Viertes Konzert. Klavier- Abend. Ausführender: Herr Frédéric Lamond. Programm: 1. a) Sonate C- moll, op. 111 L. van Beethoven. b) Carneval Rob. Schumann. 2. a) Zwei Klavierstücke aus op. 76 J. Brahms. b) Valse c) Nocturne d) Marche Militaire 3. a) Barcarolle b) Valse Impromptu A. Rubinstein. Fr. Liszt. Fr. Chopin. J. Field. Schubert- Tausig. c) Tarantella di bravura ( La muette de Portici.) Eintrittskarten für Nichtmitglieder zu Mk. 2.5)( Sperrsitz Mk. 3.50) sind in der Musikalienhandlung von Ernst Challier( Rudolphs Nachf.) und abends an der Kasse, für Studierende auch bei Herrn Hausverwalter Stork zu ermässigtem Preise zu haben Oeffnung des Saales 41/2 Uhr. Kaufmännischer- Verein und Verein ,, Kanaria" f. Gießen u. Umgegend Dom 22. bis 24. Januar 1904: Erste grosse allgemeine Ausstellung edler Kanarien, Exoten, Sing- und Ziervögel verbunden mit Prämiierung und Verlosung in den Räumen des Restaurant Postkeller. Eintritt 20 Pfg. Kinder 10 Pfg. Lose zu 50 Pfg. sind in den näher bezeichneten Verkaufsstellen zu haben. Schreibgehilfenstelle für einen 16 Jahre alten Jungen alsbald gesucht. Näheres auf dem Armenamt Neuen Bäue 25. Gießen, den 19. Jan. 1904. Armenamt Gießen. Solz- Versteigerung. Ortsgewerbe- Verein Giessen. Baffannsbach folgende Holzſortimente aus den IV. Vortrag Montag, den 25. Januar, abends. 8 Uhr pünktlich in Steins Saalbau. Es spricht Herr Rudolt Cronau- Dew- York über: Am Dienstag, den 26. Januar 1904. von Nachm. 2 Uhr ab kommen in der Wirtschaft der Witwe zu Distrikten Hintermark, Schanze, Wißmacer- Straße, Schanze, Wißmarer- Straße, Langnacht, Wäldchen und Totalität des Gemeindes walses Launsbach zum Verkauf: Eichen: 10 Nm. Scheit und Knüppel, 660 Rm. Reiser. Nadelholz: 45 Rm. Knüppel, 116 Rm. Reiser. Krofdorf den 21. Januar 1904. frische geräucherte Der Bürgermeister J. V.: Der Beigeordnete Leib. Bratwürstchen in befannter Die Vereinigten Staaten von Hente de Frankfurter Bratwürstchen Nordamerika u. ihre Bewohner. ( Mit Lichtbildern.) Eintrittskarten für Nichtmitglieder sind zu 50 Pfg. abends an der Kaffe zu haben. Die Vorstände. Kleinschlaglieferung. Schriftliche Angebote auf die Lieferung des zur Unterhaltung der Kreisstraßen im Kreise Gießen in der Zeit vom 1. April 1904 bis 1. April 1907 noch erforderlich werdenden Basaltfieinschlags können vom 18. bis 30. Januar d. Js. und zwar jeweils bei dem betreffenden Kreisstraßenmeister eingereicht werden. Ebenda wird auch Auskunft über Erfordernis und Lieferzeit erteilt. Gießen, den 12. Januar 1904. à Paar 25, 30 und 35 Pfg. empfiehlt Güte Friedrich Schreiner, Mekgermeister, Gießen Selter& w A. Im Erscheinen befindet sich:= Meyers 11,000 Abbildungen, 1400 Tafeln und Karten. Sechste, gänzlich neubearbeitete und vermehrte Auflage. Grosses KonversationsEin Nachschlagewerk des allgemeinen Wissens. Verweisungen. 148,000 Artikelu. Lexikon. 20 Bände in Halbleder gebunden su je 10 Mark. Prospekte und Probehefte liefert jede Buchhandlung. Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig und Wien. Der Großh. Kreisbauinspektor des Kreiſes Gießen Holz- Versteigerung| Diehm. Holzversteigerung in der fürstlichen Oberförsterei Lich. Es sollen versteigert werden: Montag, den 25. Jannar im Distrikt Riedwald: Buchen: 212 Rm. Scheiter( dabei 4 Rm. Hainbuchen rund), 197 Rm. Knüppel, 91 Rm. Stöcke 5200 Wellen; Eichen: 15 Rm. Scheiter, 82 m. Knüppel, 115 Rm. Stöcke, 6600 Wellen; Nadelholz: 12 Rm. Scheiter( Kiefern, rund), 36 Rm. Knüppel, 1 Rm. Stöcke, 2970 Wellen; 9 Rm. sonstiges Knüppelholz, 170 Weichholz Wellen. i. Gießner Stadtwald. Donnerstag, d. 28. Januar vormittags 9½ Ühr beginnend, werden im Gießener Stadtwald in den Distrikten Förstersbrunnen, Lache und Oberwalt versteigert: 10 Rm. Eichen Nugscheitholz Buchen- Scheitholz 134 " f 116 Eichen" " 16 Erlen= " 67 " Buchen- Knüppelholz 85 Eichen. " 1 1 Eichen= H 10 Erlen= " H 505 Buchen Stockholz( zerkl. 100 Eichen= " 1 " 17 Erlen " 21,90 Fm., 1800 Wellen Buchen- Reisig. Fichten Derb stangen: 288 Std. teilweise schönste Bau- und Gerüststangen; Fichtenreisstangen: 32 Stück= 0,21 Fftm. Die Zusammenkunft ist Vorm. 91/2 Uhr auf der sog. alten Laubacherstraße dort, wo dieselbe vom Fußweg Lich- Harbach gefreuzt wird. Dienstag, den 26. Januar, im Distrikt Hard: 2510 Eichen60, Erlen " 1 11 " 1 " " Die Zusammenkunft ist auf der eicherstraße an der 8. Schneiſe. Gießen, am 20. Januar 1904. Gr. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Prima Cavalier Crême ist das beste Putzmittel für feineres schwarzes Lederwerk! Farbt nicht ab! Lässt keine Nässe duroh und macht das alltägliche Putzen der Sohuhe unnötig! In Dosen à 10 und 20 Pfennig überall vorrätig! Fabrik: Union Augsburg. An- und Verkauf von gebraubten Möbeln. Betten, Bleidern, Wäsche, Oefen und Herden, Gold und Silbersachen, Antiquitäten, Metallen, Eisen, Lumpen und nochen. fowie Webernahme ganzer Einrichtungen. LouisRothenbergerWtw. Sielbau Gießen. Die Lieferung des für das Baujahr 1904/5 benötigten Eisenzenges soll öffentlich losweise getrennt oder insgesamt verdungen werden. zu liefern sind: 20% I 470 Stüd Schachtabdeckungen mit Eichenholzeinlagen und Salammeimern. 203 II 4850 Stück Steigeisen. Los III 600 Stück seitliche Einläufe für Sinkkaften. fret Waggon Lagerplatz( Margaretenhütte) Gießen. Bedingungen und Angebotsformulare nebst Zeichnungen fönnen gegen portofreie Einsendung von 3 Mk. durch das städtische Tiefbauamt Großh. Bürgermeisterei Sießen, Zimmer Nr. 6 bezogen werden. Ebendaselbst liegen in den Dienststunden die Ver=" dingungsunterlagen zur Einsicht auf. Auskunft erteilt außerdem Herr Oberbaurat Schmid, Darmstadt, Mühlstraße 60. Die Angebote sind versiegelt und mit der Aufschrift ,, Angebot auf die Lieferung von Eisenzeug" bis zum 20. Februar d. Js. portofrei bei dem städt. Tiefbauamt einzureichen, woselbst die Eröffnung der Angebote am genannten Tage, vormittags 11 Uhr im Beisein etwa erschienener Bewerber erfolgt. Zuschlagsfrist 6 Wochen. Gießen, am 18. Januar 1904. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. Sielbau Gießen. Die Lieferung der für das Baujahr 1904/5 benötigten 600 Stück Straßensinklatten, System Heiger, einschl. eisernem verzinkten Schlammeimer soll öffentlich verdungen werden. Die Lieferung muß erfolgen frei Waggon Lagerplatz( Margaretenhütte) Gießen. Bedingungen und Angebotsformulare nebst 3eichnungen find gegen portofreie Einsendung von 2,00 Mcf. durch das städtische Tiefbauamt Großh. Bürgermeisterei, Zimmer Nr. 6, zu beziehen. Auskunft erteilt außerdem Herr Oberbaurat Schmick- Darmstadt, Mühlstraße 60. Die Angebote sind versiegelt und mit der Aufschrift: Angebot auf die Lieferung von Straßensintfasten" bis zum 18. Februar d. J. portofrei bei dem städt. Tiefbauamt einzureichen, woselbst die Eröffnung der Angebote am genannten Tage vormittags 11 Uhr im Beisein etwa erschienener Bewerber erfolgt. Zuschlagsfrist 6 Wochen. Gießen, am 18. Januar 1904. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. Gesellenprüfung. Die diesjährigen Gesellenprüfungen finden in den Monaten Marz und April statt. An derselben können alle jungen Handwerker aus Gießen, Heuchelheim, Wieseck, Alten- und Groß- Buseck, Beuern, Hausen, Burkhardtsfelden, Wagenborn- Steinberg, Leihgestern, Langgöns, Großen- und Kleinlinden, Rödgen, Garbenteich, Trohe teilnehmen, deren Lehrzeit spätestens am Schluß der Prüfungen beendet ist. Anmeldungen zur Prüfung sind unter Benutzung Buchen: 299 Rm. Scheiter, 100 Rm. Knüppel, Kartoffel Bolter- u. Tapezier- dergeschriebenen Formulars( bei dem Unterzeichneten 110 Rm. Stöcke, 2950 Wellen; Eichen: 4 Rm. Scheiter( 3 Werk= 1 rund), 34 Rm. Knüppel, 52 Nm. Stöcke, 350 Wellen; 1 Rm. Linden, 2 Nm. Aspen-, 6 Rm. Kiefern- Knüppel. 1 6 Eichen Abschnitte 6,05 Fstm. Durchmesser 62 Länge == 2 67 60 49 43 46 27,6 8 18 5 0,25 stm. 350 Fichten Derb1 Elsbeer Abschnitt stangen zu Baumpfählen zum Zumachen 2c., 4000 Fichtenreisstangen. Die Zusammenkunft ist Vormittags 91 Uhr auf der Chaussee von Kolnhausen in die Hard beim Eingang in den Wald. Heuchelheim Speise- n. Salatkartoffel zu den billigsten Tagespretsen empfiehlt J. Hankel Schlokgaffe Gießen. Dampfmolkerei Gießen Jac. Persyn, Schanzenstraße 4 empfiehlt täglich frisch feinste Sükrahm- Tafelbutter Tagesvreis br. Rfd. 1.20. Georauste Drehbank Wir suchen für Heuchelheim einen zuverlässigen LotalBerichterstatter gegen Zeilenhonorar. die Erv. d. Bl Giessener Deueste Nachrichten. für Metallbearbeitung, 1-2 mtr. Spizenweite, zu kaufen gesucht. Off. mit Preis unter 3206 a. Wer Stelle sucht, verl. die Deutsche Vakanzenpost' Gktingen arbeiten Carl Reh, Gießen, fertigt West- Anlage 25 part. Wegen Altershalber verkaufe ich Wirtschaft mit Schener Stallung und Garten an der meine Wohnung. F. Wez, Gladenbach, Bahnhofstraße. 1 Bauplat preiswert zu verkaufen. Jäh. in d. Exp. d. Bl. Möbliertes Zimmer eine fleine FamilienWohnung zu vermieten Neuenweg. 31. und Sön möl. Zimmer mit oder ohne Bension zu verm. Gieken, Bismarckstraße 17. Einfach möbl. 3 mmer zu verm. West- Anlage 23, vart. Hamburg, Fichtestr. 33. Hilfe. Blutſtod. Timerman Ausschuß zu richten. Die Prüfungsgebühr beträgt 3 Mr. und ist mit der Anmeldung an den Unterzeichneten einzusenden. Wir machen insbesondere darauf aufmerksam, daß die Ablegung der Gesellenprüfung u. et. als Vorbedingung für die Anleitung von Lehrlingen und die Führung des Meistertitels erforderlich ist, ihre Versäumnis daher später empfindliche Nahteile im Gefo ge hat. Gießen, den 18. Januar 1904. Der Prüfungsausschuß des Ortsgewerbevereins zu Gießen. Traber, Vorsitzender. Bekanntmachung. Das 5. Ziel Gemeindeftener für 1903/04 innerhalb 8 Tagen bei Meidung der Beitreibung bezahlen. Zahlstunden täglich vormittags. Gießen, den 21. Januar 1904. Stadtkasse Gießen. Doepfer. ist zu Welt berichtigen möchte, fich auf alte Schulden, auf alte er dann, da weder Namen noch Adresse die Sünden besonnen. Die Folge davon ist, daß der Schatzfanzler eine Barsendung erhält, ein Sühnegeld, dessen richtigreffung begleiten, in den Tagesblättern bekannt gibt und Oder bescheinigt. Buſtellung fo öffentlich AUS DEM REICHE DES WISSENS Nr. 18. Freitag, den 22. Januar sche Famili 1904 Welt berichtigen möchte, sich auf alte Schulden, auf alte Sünden besonnen. Die Folge davon ist, daß der Schazzfanzler eine Barsendung erhält, ein Sühnegeld, dessen richtigen Empfang er dann, da weder Namen noch Adresse die Zustellung begleiten, in den Tagesblättern bekannt gibt und so öffentlich bescheinigt. Oder es hat irgend ein erschütterndes Stück im Theater, die Leftüre eines Buches, ein kleiner Zwischenfall im Leben auf einmal einem Menschenkinde seine Sündhaftigkeit ins Gedächtnis zurückgerufen. Vielfach hat auch eine ergreifende Predigt in der Kirche auf das schlummernde Gewissen eines Frommgläubigen eingewirkt. Der Renige läuft nun ſtracks zum Pfarrer, der ihn so mächtig gerührt hat, beichtet und gesteht unter anderen Schlechtigkeiten auch ein Steuerbergehen mit ein. In dem und dem Jahre habe ich die und die Steuer nicht bezahlt!".. ,, Da und dort habe ich die Zollbehörde durch Schmuggelei geschädigt, als ich jüngst vom Kontinent herüberkam und ein paar Flaschen Kölnisches Wasser in der Tasche versteckt einführte!" Nach solchem Geſtändnis händigt der Sünder dem Geistlichen den Fehlbetrag ein, und der Seelsorger schickt die Summe prompt an den Schatzkanzler als Sühnegeld. Schwachheit, dein Oft geschieht es freilich dabei Name ist Mensch!, daß der ersten Reue eine zweite auf dem Fuße folgt: der Reuige bereut seine Reue. Der vermeintliche Todeskandidat übersteht seine Krankheit und wird dem Leben und der Sünde wiedergeschenkt. Bei dem tief zerknirschten Kirchgänger ist die Wirkung der Predigten ver= rauscht. Nun ärgert ihn seine Schwäche, seine Voreiligfeit. Flugs setzt er sich hin, schreibt einen Brief an das Schazamt and widerruft alle früheren Zugeständnisse. Irren ist ja ebenso menschlich und möglich als Sündigen. Der Vorschnelle hat seinen Irrtum herausgefunden. Er hatte geglaubt, dem Staate noch Geld zu schulden. Das sei aber ganz und gar nicht der Fall. Kurz, der Schreiber möchte sein zu Unrecht gezahltes Geld wieder haben und bittet um Rückerstattung. Dafür wird es freilich nötig, daß er nun fann ihm sonst nichts bewiesen werden, so ist in der Tat aus seinem Inkognito heraustritt. Darf er das wagen, die Behörde gezwungen, gute Miene zum bösen Spiel zu machen und den Betrag wieder herauszugeben. Es sind wirklich Beispiele vorhanden, wo die Rückzahlung durch das Schatzamt an rückfällige Sünder erfolgt ist. Daß sich keiner der Neumütigen von der erstgenannten Art in Person auf dem Schatzamt einstellt und freimütig erklärt, was er gesündigt, das ist begreiflich. Sollte er vielleicht sagen:„ Hier, meine verehrten Herren! Ich bringe Geld, das ich meinem Vaterlande hinterzogen habe. Nehmen Sie mir's gefällig ab und fragen Sie nicht weiter, was und wieso? Denn es ist Gewissensgeld!" Das hieße die Ehrlichkeit bis zur Gefährlichkeit treihen, und der Reumütige würde in ein unangenehmes Kreuzfeuer von Fragen hineingeraten und für seine wenn auch etwas verspätete Tugendhaftigkeit üblen Lohn erhalten. Man könnte auf dem Schatzamt sehr neugierig und zudringlich werden, nach Namen und Adresse des Renigen und den näheren Umständen der Mogeleien sich erfundigen wollen, und auf das unangenehme Inquisitorium könnte etwas noch weit unangenehmeres folNein, nein, es ist genug, bereut zu haben und zur Einsicht gefonumen zu sein! Die Behörde selbst sieht die anonymnen Zusendungen am allerliebsten. Sie ersparen viel Weitläufigkeiten. Das Sühnegeld ist und bleibt für das Schazamt ein geschenkter Gaul und dem soll niemand Großbritannien selber. ins Maul sehen, auch nicht der Lord Schatzkanzler von gen Es ist nur zu verwundern, daß diese merkwürdige Institution des Gewissensgeldes nicht auch in anderen Ländern eriſtiert! Daß England in diesem Fall der Welt an Tugendhaftigkeit über ist! An verspäteter freilich! Die ursprüngliche Sündhaftigkeit, die der Rene vorausgegangen ist, blüht in Albion eben so üppig als sonstwo. Auch dort gen, sich auf dem Papier zum armen Mann zu machen liebt man es, der Steuerbehörde ein Schnippchen zu schlaund seine Einkünfte tief unter das Niveau der Wahrheit zu setzen. Auch dort gedeihen die Männer, die ihre Zigarren den Zollbeamten nicht deklarieren, und die echten Evastöchter, die mehr Freude haben an einer Elle unrechtmäßig über die Grenze geschmuggelten Seidenbandes, als über die prachtvollste Seidenrobe, die ihr ein aufmerksamer Gatte aus Paris mitgebracht und feierlichst und ehrlichst verzollt hat. AUS DEM REICHE DES WISSENS Die tiefste Temperatur an der Erdoberfläche. Die größte Kälte tritt nicht am Nordpol ein, sondern auf einem Gebiete, das mehr als 20 Breitengrade südlicher, an der Grenze der nördlich gemäßigten und der arktischen Polarzone liegt. Dieses Gebiet dehnt sich östlich vom Mittel- und Unterlauf der Lena in Sibirien aus, und ziemlich in seinem Mittelpunkte liegt das Dertchen Werchojansk, südlich davon die kleine Stadt Jakutsk. In dem erstgenannten Orte ist als tiefste Temperatur 69,8° C. beobachtet worden; in Jakutsk- 62º C., beides die niedrigsten Wärmegrade, welche man an der Erdoberfläche angetroffen hat. In den letzten Jahren hat der russische Maler Borissom wieder: halt Reisen nach Nowaja Selmja gemacht und u. a. auch die Küstengebiete am Matotschkin Schar besucht. Diese Meeresstraße trennt die Nord- und Südinsel Nowaja Selmjas voneinander und wird von Gletschern und eisbedeckten Bergen begrenzt. Alz Borissom einen dieser bestieg, fand er in einer Felsennische unter einem Haufen von Steinen einen Rasten mit einem Maximum- und Minimum- Thermometer, welche die Firma 2. J. Kappeler, eines wohlbekannten österreichischen Instrumentenmachers, trugen. Diese Thermometer gehörten wahrscheinlich dem österreichischen Geologen Häfer zu, der sie bei seinem Besuche des Matotschfin Schar 1872 zurückließ. Sir ruhten also völlig unberührt dort über 30 Jahre und ihre Angaben sind für unsere Kenntnis der Temperatur- Extreme jener Gegend von sehr hohem Werte. Das Minimum- Thermometer zeigte, daß während des angegebenen Zeitraums die tiefste Temperatur -560 R., also-70° C. betragen hat. Nimmt man an, daß dieses Thermometer in seinen Angaben zuverlässig ist, was man bei dem vortrefflichen Dufe seines Verfertigers voraussetzen darf, so würde am Matotschkin Schar die tiefste bis jetzt bekannte Temperatur der Grooberfläche eingetreten sein, während man bisher dort niemals eine niedrigere Temperatur als 37,5° C. beobachtet Das aufgefundene Maximum- Thermometer zeigte als höchste Temperatur+ 12° R. oder+ 15° C., was völlig mit den bisherigen Erfahrungen über die sommerliche Wärme in jener Gegend übereinstimmt. hatte. Buntes Allerlei. Salzgewinnung am Toten Meer. Das Salz, welches durch Verdunstung aus dem Toten Meere gewonnen wird, ist ein Monopol der türkischen Regierung. Wenn Araber oder Eingeborene der Umgegend bei der Gewinnung von Salz am Ufer des Toten Meeres betroffen werden, so verhaftet man sie sofort. Das meiste Salz, welches in Hebron, Jerusalem und in anderen Gegenden Palästinas verbraucht wird, stammt aus der genannten Suelle, doch wird es stets unter Aufsicht von Regierungsbeamten ge= wonnen, und die hierbei erzielte Einnahme fließt der Regierung zu Das rote Licht als Heilfaktor. Neben einer Reihe anderer Maßnahmen, esprengung des Körpers mit Arak, Räucherungen, bewirken die chinesischen Aerzte in origineller Weise den Abschluß alles anderen außer dem roten Lichte. Es werden nach Angabe des Marine- Arztes Jules Regnault 4 Gramm roten Pygamons ( Cheng Ma) einige Minuten mit kochendem Wasser abgebrüht; in diesen Absud wird dann ein faustgroßes Tuch von Baumwollstoff getaucht, der ebenfalls mit einem roten Pflanzenextrakt gefärbt ist; der Stoff wird gut ausgedrückt und mit der roten Flüssigke.t werden dann alle Stellen, wo sich Blattern zeigen, gefärbt. Die Metode ist in ganz China und Indochina bekannt und wird auch in den populär medizinischen Büchern allgemein empfohlen. Die Anamniten ergänzen die Vorschriften oft durch Benutzung roter Vorhänge. Die Metode ist einigermaßen unbeholfen, umständlich und primitiv; da aber Glasfenster dort ungebräuchlich sind und das weiße Tageslicht zu allen Ritzen und Spalten der Türen und Fenster eindringt, ist es nicht gut möglich, auf andere Weise als durch direkte Bemalung die„ Chromotherapie" durchzuführen. Was der Verstand des Verständigen sieht, das übte in Ginfalt ein kindlich Gemüt, könnte man die Dichterworte hier variieren. Finsen kam durch wissenschaftliche Experimente zu seiner klar umschriebenen Methode, die bei den Chinesen durch gute Beobachtung zufälliger Befunde in hundertjähriger Praxis sich gefunden und in der etwas fauzigen Art erhalten hat. Der Baumwollstoff dürfte ja überflüssig sein. Nr. 18. Freitag, den 22. Januar 1.904. Oberbessische Familienzeitung. mombidad ng 2010 m Tägliche Unterhaltungs- Beilage der Gießener Neueste Nachrichten. Bend mit Besleg ber Glebener Berlagsbruderei, vorm. Wilh. Reller'sche Buchbruckerei( gegr. 17893), pranie: bin iste woman od vil vill, amisi o ( 15. Fortsetzung.) Der Beuge. Roman von Marie Bernhard. Konnte es wirklich geschehen? Diese stahlblauen, undergeßlichen Augen, die er im Wachen und im Traum zahllose Male erblickt, die sich ihm unauslöschlich für alle Zeiten eingeprägt hatten, die er geschworen hätte, wiederzuerkennen, wo immer und wie immer sie ihm in der weiten Welt begegnen sollten sie waren urplöglich, unerwartet vor ihm aufgetaucht, genau so geheimnisvoll, wie damals neben dem Rande der tiefen Schlucht, aber diese Augen standen voll täuschender Aehnlichkeit in zwei verschiedenen Gesichtern der Bruder oder die Schwester, welcher von jenen beiden war der Zeuge?-- Waren die beiden sehr weit im Alter von einander entfernt? Das ließ sich schwer sagen! Die Schwester sah sehr jugendlich aus, den Bruder konnte der volle, dunkle Bart älter erscheinen lassen, es lag die größere Wahrscheinlichkeit vor, daß er damals den furchtbaren Vorgang mit angesehen hatte! Wie alt konnte jenes Kind gewesen sein? Höchstens acht bis neun Jahre, es war ein schmächtiges, bleiches Gesichtchen gewesen, das dunkle Haar rund über der Stirn verschnitten, die Lippen in stummem Entsetzen weit geöffnet, in den großen, dunkelblauen Augen das volle Verſtändnis für den grausigen Vorgang, der sich soeben vollzogen hatte. Das eben, das war's! Was jenes Kind damals gesehen, es würde ihm unvergeßlich bleiben bis an sein einen Anblick wie diese konnte man nie verLebensende, gessen! Aber bei dem jungen Ermshagen konnte das Alter unmöglich stimmen! Dreizehn Jahre waren seit jenem Ereignis verflossen, aber der kräftige, gebräunte Mann, dem Friß Norden noch soeben freundschaftlich bewillkommnend die Hand gedrückt hatte, sah viel älter aus als zwei- oder dreiundzwanzig Jahre wie hätte er auch sonst eine mehr jährige erfolgreiche Tätigkeit in London und San Franzisko schon hinter sich haben können? Also wäre es dennoch die Schwester gewesen? Undenkbar, wenn man sich dies rosige, kindlich frische Antlitz vergegenwärtigte! Und Frizz Norden versuchte zu lächeln und die ganze Aehnlichkeit in das Gebiet der Einbildungen zu verbannen! Jenes Kind mochte längst tot und begraben sein, oder gesetzt, es lebte noch! es war sicher in Europa geblieben und würde niemals seinen Weg kreuzen! Aber die Angst und Qual wich nicht von ihm, trog allen guten Zuredens, trotz aller Vernunftgründe, die er sich vorsagte! Bleischwer drückte es auf sein Gewissen, das immer wieder seine flüsternde Stimme erhob und ihm zuraunte: „ Es ist doch! Sträube dich, wie du willst, mir mußt du glauben! Ich lasse dich nicht los, ich gehe mit dir, wo immer du bist, und grabe dir fester und fester, wie mit glühendem Erz, die Ueberzeugung in die Seele: Das sind sie, das sind die Augen, die dein Verbrechen gesehen! Sie sind dir nachgefolgt über das weite, unendliche Meer, hierher ins fremde Land, und sie werden unerbittlich die Wahrheit an das Licht bringen!" ( Nachdruk verosten) Und wenn sie es wirklich wären, sie sind's nicht, aber ich sage, wenn, dachte Fri Norden weiter würden sie mich erkennen? Nein, feine Möglichkeit! Mein Haar ist tief ergrant, ein großer Bart verdedt die untere Hälfte meines Gesichtes und fällt weit über meine Brust herab,-- meine Augen schützt eine dunkelblaue Brille. Da mals machte ich den Eindruck eines noch jungen Mannes, - heute sehe ich aus wie ein: alter! Ein leichter, rascher Schritt-- ein Tür, die lautlos in den Angeln geht und Hellmut tritt herein, so jugendschön, heiter und frisch, daß es eine Lust ist, ihn anzusehen. ,, Vater, was muß ich an dir erleben! Laß mich's näher betrachten, das Unerhörte du vor dem Spiegel, in deinen eigenen stattlichen Anblick versunken! Wenn unsere reizende neue Hausgenossin das Kunststück in der ersten Stunde ihres Hierseins an dem Senior der Firma ausübt, dann darf man ja wohl mit Recht auf die Resultate beim Junior gespannt sein. Eigentlich siehst du ſehr gut ohne blaue Brille aus! Was meinst du, ich denke, du brauchst das Ding überhaupt gar nicht mehr zu tragen!" ,, Gerade, weil es mir nicht genügt, habe ich es eben abgenommen. Die Sonne blendet mich mehr denn je, ich muß mir die Gläser noch mehr verdunkeln lassen!" ,, Was du sagst! Man sieht es deinen Augen wahrhaftig nicht an! Hast du denn Schmerzen?" Nein, nein, Hellmut, die habe ich nicht, mach fein so besorgtes Gesicht! Es ist wirklich nur der grelle Sonnenschein, aber du solltest mir lieber erzählen ,, Nun, ich habe meinen Thronfolger und seine Kronprinzessin- Schwester ſie ſieht doch wirklich aus wie eine Prinzessin, findest du nicht auch? drüben abgeliefert, ihnen ihr neues Dienstpersonal vorgestellt und ihnen einen erbaulichen kleinen Vortrag über japanische Bediente gehalten, der mir selbst um so mehr imponierte, als meine Taten all den schönen Worten der Weisheit, die ich da auf meine unglücklichen Opfer herabströmen ließ, niemals entsprechen! Ihre Wohnräume gefielen ihnen sehr gut wir müssen aber für die schöne Hilda noch hier und da ein übriges tun, meinst du nicht? Ein Bild wie sie gehört in einen besseren Rahmen! Der junge Ermshagen übergab mir auch ein furzes Schreibebriefchen von meinem lieben, alten Hendrichs, ich bin gekommen, es mit dir zu lesen!" Damit legte Hellmut zutraulich seinen Arm um seines Vaters Nacken und hielt ihm den offenen Brief hin. Bei einer Stelle lachte er laut auf. Hierauf „ Dieser Hendrichs! Ein solcher Schelm zu sein! Da haben wir's ja! Lies doch nur: Sie werden mit Recht erstaunt sein, lieber Freund, daß ich, der ich Ihnen so ausführliches über den Bruder mitgeteilt habe, mit keinem einzigen erläuternden Wort der Schwester erwähnte. habe ich Ihnen zu erwidern: Ist vollbewußt und mit Absicht geschehen, und nicht etwa darum, weil Herr Ermshagen als zufünftiger Teilnehmer Ihres Geschäfts mir so durchaus als Hauptperson erschienen wäre, daß mir für seine Schwester feine Beachtung weiter übrig blieb, nein, nichts davon! sondern ich wollte Ihnen, mein guter erbevereins Beitreibung ür 1903/04 if 34 für Ob Enth Die Wie Tag und Nad der land über die Größe gefahr in Asien. und heute meldet das richteten Kreisen jei m gemein der Ansicht g friedlich geregelt m tastbarer Quelle, die 3meifel gestellt, daß di gewinne, weil fich herd nicht vorbereitet sei. ich der Ansicht und Japans gelesen auf die Souveränetät Japan bestehe indes beränetät Chinas in der Angelegenheit eine beit Rußland. Ob Rußlan werde, oder ob Japan ficherung ändern werde Weniger hoffnungs fernen Osten an. hinsichtlich des russisch- j lich Java, im Falle sorgnisse. In tatsächlich Tat fährdet. Seit einiger Jaba angesiedelten Holland flein, sei zu zu haben, Java müsse fallen. Die Reisen Baris, Brüssel und Gefichtswinkel ausgele wenn auch nicht völlig bauer auf Jaba den G lernt: die Erhaltung möglich, wenn Holland In Korea schein Inschluß ist nur natürl Aus Soul wird gemeld stände in Korea ver gemein gegen die Regi Fortschrittspartei gelar cherrscht dauernd den nache erbeten haben jo - Nerden, eine wirklich hübsche Ueberraschung bereiten, etwas, was man in unserer nüchternen Zeit so selten haben fann, etwas, das unter zwanzig Malen gewiß neunzehnmal mißglückt! Aus dem gesetzten Ton Ihres letzten Schreibens, mit dem Sie von Mr. Ermshagens Begleiterin sprachen, glaubte ich schließen zu dürfen, Sie hätten sich irgendwie die irrige Annahme gebildet, diese Begleiterin müsse eine ältere Dame sein ein Gedanke, der wirklich, wie Sie kein Vorwurf für dich sein, auch nicht der leiseste! Ich weiß, wie du meine Mutter geliebt, deine ganze, volle Liebe darn auf mich übertragen hast und bestrebt gewesen bist, sie mir zu ersetzen, beständig von deiner Vaterzärtlichkeit geängstigt, du könntest mich zu fest angreifen, meinem liebefordernden Gemüt nicht genug Nahrung geben! Du hast mich, mit einem Wort, grenzenlos verwöhnt, und est fast, als sollte mir jetzt werden zugeben müſſen, außerordentlich erbetterne mir's im Leben immer so gut gehen, denn die Menschen wirkt, wenn man sich die jugendschöne Persönlichkeit Fräulein Hildas vergegenwärtigt! So ließ ich Sie denn bei Ihrem Glauben und nun ist mir meine Ueberraschung nicht glänzend gelungen? Ihre Augen hätte ich sehen mögen, als Sie die mehrfach erwähnte Begleiterin" zum erstenmal zu sehen bekamen! Hier in Hamburg weiß ich viele, die Fräulein Ermshagen äußerst ungern scheiden sehen, und wenn es sich etwa nach einiger Zeit begeben sollte, daß in Yokohama... aber ich bin im Begriff, mich zu verplaudern! Lassen wir es genug sein, und greifen wir den Ereignissen nicht weiter vor!" Der weitere Teil des Briefes war ernst sehr ernst! Es handelte sich um eine Familie, die auch Hellmut Norden bei seinem vorjährigen Aufenthalt in Hamburg mehrfach im Hendrichsschen Hause angetroffen hatte und die jetzt, ohne ihr Verschulden, in großes Unglück gekommen war. Das Haupt der Familie hatte für den einzigen Bruder, im vollften Vertrauen auf dessen Ehrenhaftigkeit, gut gesagt, um ihn aus schwierigen Verwickelungen zu lösen, der ver meintliche Ehrenmann hatte sich aber als Betrüger und Schwindler entpuppt, der unglückliche Bruder mußte nicht nur mit seinem gesamten Vermögen für ihn einstehen, es blieben auch noch Rückstände beträchtlicher Art zu tilgen, so daß der sechzigjährige, überdies kränkliche Mann sich gezwungen sah, von Anfang anzufangen, um sich und die Seinigen vor Entbehrungen zu schützen! Er mache, so schrieb William Hendrichs, den Eindruck eines vollständig gebrochenen Mannes, denn der Verlust seines mühsam erworbenen die furchtbare ErEigentums mache ihn unglücklich, fahrung aber, die der gänzlich Ahnungslose an seinem Bruder gemacht, habe ihn ins innerste Herz getroffen und mit einem Schlage zum Menschenfeind gemacht. Hendrichs schrieb keine direkte Erklärung, daß er sich des unglücklichen Miennes und seiner Familie tatkräftig anzunehmen gedenke, doch war dies unschwer zwischen den Zeilen herauszulesen. Schrecklich schrecklich!" Hellmut ließ den Brief sinken, er sah ganz erschüttert aus.„ Ich sehe im Geist den Mann vor mir- glücklich, allgemein geachtet, gut fituiert, und nun- und nun! Hendrichs hat recht: den Schlag fann er nun und nimmermehr verwinden, der geht ihm ans Leben! Das ist ja die fürchterlichste Erfahrung, die das Leben uns bringen kann, wenn wir uns in dem Menschen, dem wir am meisten vertrauten, den wir von ganzer Seele liebten und hochhielten, getäuscht sehen müssen! Das ist so grausam, so unbarmherzig, ich kann es nicht ausdenken, was aus mir würde, wenn mich ein solches Schicksal ereilte! Vielleicht bin ich zu weich, zu ſehr Idealist in dieser Hinsicht das aber weiß ich eine solche Erfahrung würde mich hoffnungslos auf immer vernichten! Was sagst du, Vater? Du bist so still! Nicht wahr, auch du könntest das nicht er tragen?" Friz Norden sah empor in seines Sohnes beredte Augen, aus denen das ganze reiche Gefühlsleben, die volle Empfindungswelt seiner Mutter zu ihm sprach, und er fühlte es deutlich: nein, sie hätte es nie ertragen können, und Hellmut würde es ebensowenig, er war wehrlos gegen einen so gewaltigen Seelenschmerz! „ Man muß im Leben manches durchsetzen, lieber Sohn, was man, in der Theorie betrachtet, für unmöglich hielt!" erwiderte er endlich mit gepreßter Stimme. ,, Aber nicht dies! Nur dieses eine nicht! Nimm den undenkbaren, völlig unmöglichen Fall, Vater, daß du, oder ich... aber wozu sich mit solchen Ungeheuerlichkeiten auf regen? Von dir könnte ich es mir allenfalls vorstellen, daß du mit deiner eisernen Energie und Selbstdisziplin selbst das überwinden würdest, dich hat das Leben, wie du mir oft gesagt hast und ich es ja auch zum Teil aus eigener Anschauung weiß, hart angefaßt und in manchem Kampf gefestigt,... aber mich hat deine Liebe allezeit so zart behütet, so weich gebettet, fast meine ich manchmal, zu weich- daß ich einem so wuchtigen Schicksalsschlag waffenlos gegenüberstehen würde. Sieh nicht so kummervoll aus! Was ich soeben zu dir gesagt habe, soll um Gottes willen verwöhnen mich eigentlich alle! Zuweilen hab' ich förmlich meine Not, mich dessen zu erwehren, ich werde am Ende noch ein ganz weichlicher Mensch! Auch mein prächtiger Hendrichs! Was in aller Welt hab' ich denn getan, um mir scirc Liebe und Freundschaft in solch hohem Grade zu verdienen? Ich kann sie nur hinnehmen wie ein unverdientes Geschenk, dessen ich mich würdig zu erweisen habe, sowie sich irgend die Gelegenheit dazu bietet!- Auch dieser Brief wieder! Wie charakteristisch ist er für diesen edlen Menschen!- Er sagt kein einziges Wort von seiner Hilfe für den armen Betrogenen, und doch bin ich fest überzeugt, daß er sie ihm in umfassendster Weise gewährt! Ich will von meinen Einfünften eine Summe hinüberschicken, Hendrichs ist ebenso klug, wie gut, er wird schon Mittel und Wege finden, das Geld an die richtige Adresse zu befördern, ohne daß dic Familie es als eine peinigende Wohltat ansieht. Ich soll auch von dir die gleiche Summe senden? Wie gut du mur bist, Vater! Wer dich oberflächlich kennt, sieht gewiß nur in dir den klugen, vorsichtigen Geschäftsmann, empfindendes Herz trauen dir wohl die wenigsten zu! In vollstem Maß bist du das, was Hendrichs ist, ja, mehr noch, denn ihn haben Reichtum und Ansehen schon von der Wiege an umgeben, du aber hast dich aus eigener Kraft emporgerungen, hast sicher so mancher Versuchung, die ja an jeden herantritt, widerstanden und bildest so in jeder Beziehung das Ideal, zu welchem ich, als zu einem makellosen Ehrenmann, einem... - ein warm Du überschäßest mich, Hellmut!" unterbrach ihn sein Vater in mattem Ton, er machte eine abwehrende Handbewegung und atmete tief. „ Nicht doch!" Der Sohn rief es fast unwillig.„ Frage alle deine Geschäftsfreunde in Yokohama, in Tokio, in Kioto -frage selbst unsere Konkurrenten, deine Neider und Feinde, denn solche hast du, eben weil du ein ganzer Mann bist, der da weiß, was er will! Sie werden dir manches nachsagen, was nicht zutrifft, sie können dich vielleicht kühl, unnahbar, unzugänglich nennen aber in dem einen Punkt sollst du sie alle einig finden: daß Frederic Norden ein Ehrenmann von lauterstem Golde ist, daß auch das schärfste Auge keinen Hauch auf seinem reinen, geachteten Namen findet... und, siehst du, Vater, ich bin wahrhaftig nicht stolz, nicht auf unsern Reichtum, nicht auf die Stellung, die wir in der kaufmännischen Welt einnehmen aber dies ist mein Stolz, und ein berechtigter dazu, den nichts im Leben mir jemals rauben soll! Aber du siehst müde und verstimmt aus ist's dein Augenleiden, das dir Sorge macht? Gewiß willst du es mir verheimlichen, aber das kennen wir schon! Ich gehe sofort und schicke dir unsern Doktor! Nein, nein, da hilft kein Abwehren, ich schicke ihn dir!" Fort war er, und als Frizz Norden allein war, sah er sich furchtsam im Zimmer um, schauerte zusammen' und begrub, tief auffeufzend, sein Antlitz in beiden Händen. Fünftes Kapitel. Der April, dieser in Deutschland mit Recht so gefürchtete launische Gesell, hatte sonnig und leuchtend seinen Einzug in Yokohama gehalten. Zuweilen gab es des Nachts ein paar heftige Regenschauer, dann war die Luft von so lauwarmer Feuchtigkeit durchsättigt, daß Stiefel und Sättel und Zäume, sämtliches Lederzeug im Hause und in den Ställen mit einem dicken, weißlichen Niederschlag innerhalb einer kurzen Stunde bedeckt wurden und gar nicht oft genug abgerieben werden konnten. Meistens aber war das Wetter schön und beständig, und es begann nun jenes überraschend schnelle Keimen, Knospen und Entfalten, das dem frisch von Europa Herübergekommenen wie ein unfaßbares Wunder erscheint und ihn, der zum erstenmal einen Frühling in Japan erlebt, beinahe der Meinung werden läßt, hier könne man in der Tat die Blätter und Blüten, wenn man sie scharf im Auge behalte, wachsen sehen! Die japanische Sonne, die schon jetzt sehr intensiv zu wärmen verstand, lugte verstohlen durch die herabgelassenen hellen Stores in Hilda Ermshagens Wohnzimmer. Es war um die Stunde, da man in Deutschland in gut bürgerlichen Familien das Mittagessen einzunehmen pflegt. Hier vereinigte das Diner erst um sechs Uhr alle Mitglieder des Hauses im geräumigen Nordenschen Speisesaal. Die Zeit vom Gabelfrühstück bis zur Dinerstunde pflegte Hilda mit Lektüre, Musik, Malerei oder Handarbeit hinzubringen. Sie wußte sich immer gut zu beschäftigen und langweilte sich nie. Ich habe ja so viele Talente!" pflegte sie zuweilen mit einem Lächeln zu sagen, das ein wenig bitter ausfiel, und die eifrigen Versicherungen ihrer Verehrer in San Franzisko und in Hamburg, sie sei auf dem Gebiet der Musik und Malerei eine Künstlerin, eine wirkliche, echte Künſtlerin, hatte sie jedesmal ungeduldig abgewehrt, sie wisse ganz genau, was zu einer Künstlerin gehöre, und leider ebenso genau, daß es in ihr nicht stecke. auch nicht abhelfen, fand den Gedanken daran unbequem, weil er gewohnt war, alles in regelrechte Formen zu bringen, und so kami und hierfür eine passende Form nicht fand, es, daß die beiden Geschwister sehr gute Kameraden waren, einander achteten und auch wohl auf ihre Weise liebten, standen sie doch, seit dem vor einigen Jahren erfolgten Tode ihrer Pflegeeltern so allein im Leben da, waren sie doch völlig auf einander angewiesen!- daß aber ein wahrhaft inniges geschwisterliches Band zwischen ihnen nicht bestand!- Zuweilen wunderte sich Walter Ermshagen auch im stillen darüber, was sich seine Schwester Hilda wohl in Bezug auf ihren fünftigen Gatten denke! Daß sie früher oder später einmal heiraten werde, stand für ihn außer aller Frage, warum also wies sie ohne weiteres die besten Partien von der Hand, mit einem Gesicht, so gleichmütig und gelassen, als werfe ſie taube Nüsse fort? Sie war viel auf sich selbst angewiesen, viel allein; daran war sie schon seit Jahren gewöhnt.„ Ich bin ein richtiger Wandervogel, ich habe mich davor zu hüten, sehr innige Be-______ Sie war ohne nennenswertes Vermögen, er, Walter, hatte, ziehungen zu knüpfen und zärtliche Freundschaften zu schließen!" sagte sie oft. Freilich hatten manche schon sehr ernstliche Versuche gemacht, den schönen„ Wandervogel" seß haft zu machen, aber eben diese Versuche waren es dann zumeist gewesen, die sie fortgetrieben, die sie jetzt so weit fort, bis nach dem fernen Japan verschlagen hatten! Und doch lebte in dem Mädchen, das mit der kühlen, klaren Sicherheit einer Amerikanerin auftrat und sich die Art und Weise dieſer ſelbſtändigen Damen, als die bequemſte Fasson, im Leben fortzukommen, so ganz angeeignet hatte, daß man sie in fremden Kreisen nie für eine Deutsche gehalten hätte, viel weiches, weibliches Gefühl, und wer sie so ruhig und besonnen disponieren und gebieten sah, der ahnte nicht, welch tiefe Sehnsucht oft in ihr lebte, sich unterzuordnen, sich leiten zu lassen,- freilich nur da, wo sie liebte! Das aber war ihr versagt geblieben! Die Geschwister maren früh verwaist und der Obhut von Verwandten anheinigefallen. Diese, ein kinderloses Ehepaar, waren brave, rechtschaffene Menschen: sie pflegten und kleideten die Kinder gut, behandelten sie freundlich, ließen ihnen den besten Unterricht angedeihen und verwalteten gewissenhaft das kleine Vermögen, welches ihnen von den Eltern vererbt worden mar. Aber im ganzen Zuschnitt des Hauses lag etwas Nüchternes, Alltägliches, das die hundert kleinen Freuden, die auch das Alltagsleben bringen kann, ausschloß. Dies genügte dem Knaben Walter, der, ernsthaft, strebsam, ein ehrgeiziger Schüler, vollständig in seinen Arbeiten, seinen Pflichten aufging und unablässig den Blick auf die Zukunft gerichtet hielt, die ihn zum angesehenen, geachteten Mann machen sollte es genügte entschieden nicht dem Mädchen Hilda, einem phantasievollen, warm empfindenden Kinde, das es aber früh lernte, ſein Innenleben zu verschließen und nur so viel davon an die Oberfläche und in den täglichen Verkehr mit ihren Angehörigen treten zu lassen, als man von ihr forderte, und das war wenig! E genügte, wenn sie ihre Pflicht in der Schule tat und daheim freundlich und willig war, man versagte ihr fast nie ein Geschenk, ein Vergnügen, um welches sie bat, aber von selbst gewährte man ihr niemals eines! Spontane Liebkosungen oder Zärtlichkeiten gar wären in dem Hause, in dem Hilda lebte, nie am Playe gewesen, das Kind fühlte dies auch richtig heraus und fam niemand damit. Dazu trat noch der Umstand, daß ihr Onkel, cin Beamter im Intendanturwesen, mehrfach den Wohnort wechselte, so daß auch ein jahrelanger intimer Verkehr mit etwaigen Freundinnen gänzlich ausgeschlossen blieb, und so nuchs Hilda Ermshagen au eine schöne, streng verschlossene Menschenblüte, der es an Luft und Licht zum gedeihlichen Wachstum nicht gebrach, der aber der volle, leuchtende Sonnenschein fehlte, um all die Kräfte, die in ihr schlumverten, zur Entfaltung zu bringen! Das Verhältnis zu ihrem Bruder war immer ein gutes. Walter zeigte neben seinem strebsamen Fleiß viel Gesinnungstichtigkeit und jenen schlichten Edelsinn, der als etwas Selbsteerständliches dasjenige tut, was andere mit vielen Worten u einer großen Tat stempeln. Er freute sich seiner schönen and gescheiten Schwester, er hielt es für auf der Hand liegend, daß er stets für sie zu sorgen, und zwar gut zu sorgen, habe. ebenso, wie er jederzeit unbedenklich für einen Sameraden einfstand, der dessen bedurfte, aber für Hildas cigentiches Meier fehlte ihm der rechte Schlüssel. Instinktiv fübite et becaus, daß sie, troß ihrer äußern Sicherheit and Alible nders geartet sei, als er selber, daß sie mehr und anderes von den Menschen forderte, als er es tat; er 1 nicht, was dies eigentlich war, konnte dem wegen des häufigen Stellenwechsels, trotz seiner guten Einnahmen, noch keine großen Ersparnisse machen können, auf wen oder was in aller Welt wartete denn das Mädchen? Er hütete sich, sie das zu fragen, denn er hatte Hilde, die ihm stets und überall eine hübsche, behagliche Häuslichkeit zu bereiten wußte, gern um sich, es fiel ihm leicht, für sie zu sorgen, und er hätte sie, da er gar nicht für ſeine Person ans Heiraten dachte, schwer entbehrt. Sie wäre imſtande, nehmen und sich irgendwo eine Stellung zu suchen, was ihr, eine solche offene Frage für eine versteckte Anspielung zu vermöge ihrer guten Manieren, ihrer Sprachkenntnisse und Fertigkeiten in den schönen Künſten, ohne Zweifel bald gelungen wäre. Walter wünschte, sie zu behalten, daher fragte er nicht, sondern wunderte sich im stillen und brach ohne weiteres in Hamburg seine Zelte ab, als die Bewerbung eines sehr exzentrischen Ungarn, der die schöne Hilda mit seinen Huldigungen bestürmte und arg kompromittierte, das längere Verweilen des Geschwisterpaares in jener Stadt pein( Fortsetzung folgt.) lich werden ließ. Renige Sünder. Londoner Skizze von Dr. M. Wolff. ( Nachdruck verboten. Der Londoner Einschätzungskommiſſion ist fürzlich ein großer Wurf gelungen, der der Kasse des Lord Schazkanzlers eine volle Million Mark zugeführt hat. Um dieses Sümmchen hatten nämlich die Beamten, auf gewissen Vermutungen und Informationen fußend, die Einkommensteuer einer bekannten Großfirma gesteigert, und siehe da der kleinen Erhöhung wurde stillschweigend, von jenem Hause Folge geleistet, das Geld wurde ohne eine Silbe des Murrens prompt ausbezahlt. Es erinnert dies wahrhafte Geschichtchen, das des Humors nicht entbehrt, an einen anderen staatlichen Zuwachs, den die Steuerkasse, diesmal ganz unerwartet, vor einiger Zeit erhielt. Er kam von einem reuigen Diebe, einem chrlichen Schmuggler, dem das Gewissen plötzlich zu schlagen begann. Dieser schrieb dem Schatzkanzler einen längeren Brief und legte ihm die Kleinigkeit von 280 000 Mark bei. Es sei dies der Ertrag eines drei Jahre umfassenden profitablen Schmuggelhandels, dessen Sündhaftigkeit der Schmuggler eingesehen und hiermit zu sühnen begehrte. Man muß nun nicht glauben, daß diese Fälle eines plötzlichen Ehrlichkeitsanfalles in England vereinzelt dastehen. Solche„ Gewissensgelder" laufen bei der Kasse des Schatzamtes beständig ein, größere und kleinere Summen, oft nur ein paar Mark, mit denen Sünder frühere Vergehen und Hinterziehungen wieder gut machen wollen. Die SenDungen sind immer anonym, und der Inhalt der Begleitbriefe ist fast stets der gleiche. Der vom Gewissenswurm Gepeinigte erklärt einfach), der eingesendete Betrag komme dieser oder jener Behörde zu; er repräsentiere eine unbezahlt gebliebene Steuer, eine kleine Schmuggelsünde und dergleichen mehr. Vielfach betrifft die Zahlungsunterlassung eine nicht versteuerte Wappenführung, das nicht liquidierte Halten von Dienstboten, von Wagen und Hunden und dergleichen mehr, sämtlich Quyusgenüsse, die in England steuerpflichtig sind. Woher kommen diese plötzlichen Reueparorismen? Da hat z. B. einer, der auf wirklichem oder vermutlichem Totenbette liegt und in Erwartung der großen Abrechnung im Jenseits noch erst seine kleinen Konti in dieser [ Politi Mit feltener Harm terhandlungen über Parteien ihre Zustimm gesprochen. Am zwei Allerdings die Bedente grundsäglicher Schärfe Dingen, daß die Einh iden fönnte, wenn mi lergerichten noch weite fatte eine durchgreif fahrens wohl am liebs liche Zustimmung, die gesprochen wurde, nic Ausdruck der vollsten des Schnecenganges i gelingen wird, au gebnis hervorzubring namentlich da die Re dem Entwurf ge andlung brachte der all zwischen den Abga Berlach, zwei Persönl monie der Anschauung Beit nicht bloß politi eworden sind. Lieb jerrn v. Gerlach einer tierte als„ Grabschrif Aus e Befehrt Du änd Doch ni 50 löfte fich die anfa andlung schließlich in Bielleicht nehmen Beichsrat einen umgefe Interesse der befreu Luf der Tagesordnung dlich zwischen Defter harmonischen rines der mit anderen Wort Eleme haben sid Dreihundes, weil dar