Nr. 17. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., In's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährlich Mr. 1.50. Gratisbetlagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blant erscheint an allen Werktagen nachmittags. Donnerstag, den 21. Januar 1904. Gießener 13. Ja rgang. Insertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für ganz Ober heffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfg. sonst 15 Pfg. Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen, Seltersweg 83 Fernsprechanschluß Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblaff) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Die Hilfsexpedition für Südweftafrika. Heute lichtet die„ Darmstadt" in Wilhelmshaven die Anker, um unseren bedrängten Landsleuten in Südwestafrika die erste Hilfe vom Heimatlande zu bringen. Staatssekretär 0. Tirpitz ist in Begleitung des Kapitäns zur See v. Heeringen, des Kapitäns Capelle, des Korvettenkapitans Scheer, des Kapitänleutnants v. Trotha und des Grafen Zeppelin zur feierlichen Verabschiedung der braven Krieger in Wilhelmshaven eingetroffen. Wenn die dortigen militärischen und Marinekreise recht unterrichtet sind, wird auch Kaiser Wilhelm dem Truppentransport persönlich Lebewohl jagen. Zweifelsohne dürfte dabei eine kaiserliche Ansprache an die Expeditionsteilnehmer zu erwarten sein. Zwanzig Tage wird die„ Darmstadt" mit der Erpedition an Bord das Weltmeer durchfurchen, ehe vor Swakopmund das Kommando„ Fallen Anker" erschallt. Der Reiseplan ist folgender: Das Schiff, das gestern Vormittag 11 Uhr in Bremerhaven in See stach und nachmittags 4 Uhr vor Wilhelmshaven Anker wars, geht heute Nachmittag 3 Uhr von dort ab. Unterwegs wird nur Madeira- am Kaisersgeburtstage angelaufen; von dort aus geht die Fahrt nach Swakopmund weiter, wo die„ Darmstadt" am 10. Jebruar einlaufen soll. Die Landung wird wegen der starken Brandung in Swakopmund schwierig werden, zumal für die der Expedition mitgegebenen Pferde. Diese werden nicht beschlagen, weil sonst die Gefahr vorliegt, daß sie sich bei schwerem Seegang mit den Hufeisen verletzen. Zur Ausrüstung der Expedition nimmt der Dampfer außer den schon erwähnten 25 Pferden noch an Bord: Material zur Panzerung von zwei Lokomotiven und vier Wagen der südafrikanischen Eisenbahn. Außerdem werden Wassersäcke und 600 Wasserbeutel für die Märsche in dem regen- und wasserarmen Lande mitgeführt. Ferner ist das Generalkommando des X. Armeekorps crsucht worden, das Dragonerregiment Nr. 19 anzuweisen, sofort 300 Pickettpfähle für das Expeditionskorps zu liefern. Die Darmstadt", bekanntlich ein Lloyddampfer, hat einen Raumgehalt von 5500 Tonnen und ist seit Jahren als Reichspostdampfer nach Ostasien und Australien tätig. Das Schiff hat sich sowohl 1897 nach der Erwerbung von Kiautschau mie 1900 während der chinesischen Wirren als Truppentransportschiff bewährt. 1897 beförderte die„ Darmstadt" das erste Seebataillon nach Tsingtau, 1900 das sechste ost= asiatische Infanterieregiment und die Gebirgsbatterie, insgesamt 1300 Mann, nach Taku. Da der jeßige Transport 800 Mann betragen wird, bietet die„ Darmstadt" bequeme Unterkunft. Prinz Heinrich an die Kieler Freiwilligen. Dem Abschied der Kieler Freiwilligen wohnte Prinz Heinrich bei; zugleich mit diesen Freiwilligen trat auch das Ersatzkommando für den„ Habicht" die Ausreise an. Prinz Heinrich hielt nach der Vorstellung dieser Truppen im großen Hofe vor der Kaserne des Seebataillons an die scheidenden Mannschaften folgende warmherzige Ansprache: Im Verlauf von wenigen Jahren ist es das vierte mal, daß das Seebataillon berufen ist, auf Befehl des Kaisers Schäden zu decken, wo solche in unseren Kolonien entstanden sind. Ich freue mich dessen mit euch, ich kann fagen, ich beneide euch, daß ihr berufen seid, deutschen Ruf und deutsche Ehre aufs neue herzustellen. Ich weiß, daß ihr freiwillig hinauszieht, das erfordert der Soldatenstand, das ist alte Tradition, auf die wir Deutschen stolz sein dürfen. Wenig wird euch erspart bleiben: Hunger, Durst und schwerste Entbehrungen. Denkt an eure Pflicht, denkt an euren Eid, denkt, daß ihr Söhne eures Vaterlandes seid. Seid gehorsam, seid treu untereinander und haltet Kameradschaft. Vergeßt nicht, daß der Weg zum Erfolg bei euch liegt. Eine jede Kugel, die ihren Lauf verläßt, erfülle ihre Pflicht. Glückliche Reise und Heimkehr! Gott sei mit euch!" Darauf formierten sich die Mannschaften zum Parademarsch, den Prinz Heinrich abnahm. Außer den Mannschaften der Kieler und Wilhelmshavener Garnison nehmen an der Erpedition, wie schon gemeldet, auch noch Mannschaften der Berliner Eisenbahn= regimenter teil, 2 Offiziere, 3 Unteroffiziere und 50 Mann, die aus der ganzen Eisenbahnbrigade ausgesucht und fast alle außer im Eisenbahnbau auch im Eisenbahnbetrieb ausgebildet sind. Der Inspekteur der Verkehrstruppen, Generalleutnant v. Werneburg, hielt auf dem Bahnhofe an sie eine kurze, kernige Ansprache und brachte ein dreimaliges Hurra auf den obersten Kriegsherrn aus. Die Eisenbahnpioniere, die alle im zweiten Jahre dienen, haben sich für ein drittes Jahr verpflichtet. Zum Ausmarsch hatten sich viermal mehr Leute, als gebraucht wurden, frei= willig gemeldet. Zum Befehlshaber der Streitkräfte in Südwestafrika ist Oberst Dürr, der Inspekteur der Marineinfanterie, ernannt worden. Deutfcher Reichstag. ( 15. Sizung.) CB. Berlin, 20. Januar. Der Vorrat von Interpellationen ist vorläufig erledigt; bevor aber an die zweite Beratung des Etats herangetreten wird, erscheint es erwünscht, zunächst noch die übrigen Vorlagen an die Kommissionen zu bringen. Heute wurde die Kreditvorlage für Südwestafrika zur Niederwerfung des Herero- Aufstandes in dritter Lesung ohne jede Debatte angenommen und dann der Regierungsentwurf sowie der von der wirtschaftlichen Vereinigung eingebrachte Gesetzentwurf über die Kaufmannsgerichte in erster Lesung beraten. Abg. Lattmann( wirtsch. Ver.) trat im Interesse der Beschleunigung des Verfahrens und einer späteren Wirksamkeit der Kaufmannsgerichte als Einigungsämter für Angliederung der Kaufmannsgerichte an die Gewerbegerichte ein, und nicht an die Amtsgerichte, wie das in juristischen Kreisen gewünscht werde. Er wandte sich ferner dagegen, Daß die Vorlage sie nicht ganz allgemein, sondern nur für Drte mit mindestens 50 000 Seelen obligatorisch machen wolle, und verlangte, daß die Kompetenz des Kaufmannsgerichts auch auf die Konkurrenzflausel ausgedehnt, daß eine Bestimmung in das Gesetz aufgenommen werde, wonach Vereinbarungen zwischen Prinzipal und Gehilfen, durch welche die gesetzliche Kompetenz des Kaufmannsgerichts eingeschränkt werde, nichtig sein sollen, sowie dem Entwurf seiner Freunde entsprechend, weitere Abänderungen der Vorlage. Abg. Trimborn erklärte, daß der überwiegende Teil des Zentrums und er selbst die Angliederung an die Gewerbegerichte für durchaus richtig halten. Ein Teil seiner Freunde hänge allerdings an der Angliederung an die Amtsgerichte. Bedenken haben seine Freunde dagegen, daß der Vorsitz in einem Kaufmannsgericht nicht nur abhängig gemacht wird von der Befähigung für richterlichen Dienst, sondern auch von der für den höheren. Verwaltungsdienst. Letzteres sei für den Vorsitz in einem Kaufmannsgericht überflüssig. Die Errichtung der Kaufmannsgerichte solle nicht erst bei 50 000 Seelen, sondern, wie dies der Fall ist bei den Gewerbegerichten, schon bei 20 000 Seelen obligatorisch gemacht werden. Auch dürfe nicht durch Statut die Wahl der GehilfenBeisitzer an Gehilfen- Verbände übertragen werden. Damit nehme man denen das Wahlrecht, die aus irgend einem Grunde einem solchen Verbande nicht angehören wollten. Viel Neigung bestehe bei seinen Freunden, den Frauen_wenigstens das aktive Wahlrecht zu geben. Abg. Singer( S03.) kritisierte die Vorlage als sehr mangelhaft und erblickte darin die Spuren der Tätigkeit des Zentralverbandes der Industriellen. Die Einrichtung müsse obligatorisch sein, müsse auch für die Konkurrenzklausel zuständig sein, auch dürfe die gesetzliche Zuständigkeit in feinem Punkt durch Vertrag geschmälert werden, und das Wahlrecht dürfe keinesfalls mittelbar gestaltet, Verbänden übertragen werden. Die Wahlberechtigung müsse, ohne Unterschied des Geschlechts, mit vollendetem 21. Lebensjahre beginnen, statt erst mit dem 25. Jahre. Staatssekretär Graf Posadowsky führte aus, daß die Gesetzesvorlage eine große Bewegung unter den Handlungsgehilfen, und zwar unter solchen, die auf nationalem Boden stehen, Rechnung trage, und vertrat sodann die Vorlage im Einzelnen: Angliederung an die Gewerbegerichte, Obligatorischmachung der Kaufmannsgerichte nur für Orte mit 50 000 Seelen und darüber u. s. w. Hinsichtlich des auch für Frauen gewünschten Wahlrechts erklärte der Staatssekretär, daß bei einem solchen Sondergesetz unsere ganzen bisherigen Rechtsgrundsäße durchbrochen würden. Die verbündeten Regierungen würden diesem Verlangen nicht zustimmen. Abg. Be c- Heidelberg erklärte, daß die Nationalliberalen im Prinzip den Kaufmannsgerichten zustimmten. Er wandte sich aber dagegen, daß den Gehilfenverbänden eine solche Wahlberechtigung verliehen werde, wie sie die Vorlage enthalte. Nach kurzer weiterer Debatte wurde die Situng geschlossen. Die Politik. A In den Kreisen der deutschen Privatbeamten macht fich bekanntlich seit längerer Zeit eine Bewegung geltend, die auf die Einführung einer obligatorischen staatlichen Pensionsversicherung für die Privatangestelten abzielt. Vertreter der für dieses Ziel eintretenden Privatbeamten hielten dieser Tage in Berlin eine Sigung ab, an der auch acht der Bewegung sympathisch gegenüberstehende Reichstagsabgeordnete teilnahmen. Man einigte sich schließlich auf ein Programm mit folgenden Grundzügen: 1. Obligatorische Invaliden-, Alters- und Hinterbliebenen- Versicherung. 2. Reichszuschuß von 50 Mark für jede Rente. 3. Beitragsleistung von Arbeitgebern und Angestellten je zur Hälfte. 4. Erstreckung der Versicherungspflicht auf alle Privatangestellten, ohne Unterschied des Gehalts mit Altersgrenze von 18 und 40 Jahren. 5. Befugnis zum freiwilligen Beitritt für kaufmännische Aaenten, Kommissionäre. Bücherrevisoren und nicht Test angestellte Buchhalter; für Privatlehrer, Privatgelehrte, Schriftsteller, Korrektoren, Künstler in nicht feſten Stellungen. 6. Betrag der Invalidenrente 70 Prozent, Altersrente vom 60. Jahre ab; Erziehungsbeiträge bis zum 16. Lebensjahre der Waisen. 7. Erwünscht ist, daß die Leistungen der Versicherung annähernd die Höhe der Pensionsund Hinterbliebenenbezüge der Staatsbeamten erreichen. 8. Befreiung solcher Privatangestellten von der staatlichen Versicherung, die bereits einer die Mindestleistungen der lezteren gewährenden Kasse angehören. Durch dieses Programm soll der endgültigen Gestaltung der Versicherung natürlich nicht vorgegriffen werden, insbesondere ist die Einfügung von Berufsklassen nicht ausgeschlossen. Die Versammlung beschloß, die Agitation mit allem Nachdruck fortzusetzen. Im Reichstage hat bekanntlich Graf Posadowsky die Berechtigung solcher Wünsche fürzlich im Prinzip zugestanden, ohne die außerordentlichen Schwierigkeiten zu verhehlen, die einer solchen Maßnahme entgegenstehen. Der Bund deutscher bürgerlicher Frauenvereine be reitet eine Petition an den Reichstag vor, in der die Schaffung eines einheitlichen zeitgemäßen Gesinde rechts gefordert wird. Die Petition verlangt die rechtliche Gleichstellung der Dienstboten mit der Herrschaft, Regelung der Arbeitszeit, der Kündigungstermine, der Lohnzahlungstermine und eine Mindest ruhezeit für noch nicht 18 Jahre alte Dienstboten. Auch wird die Ausdehnung der Kranken- und Unfallversicherung auf die Dienstboten verlangt; für Streitigkeiten mit ihnen sollen die Gemeinde- und Gewerbegerichte zuständig sein. Das Dienst buch soll abgeschafft und dafür ein einfaches Arbeitszeugnis eingeführt werden; auch der Besuch der Fortbildungsschulen soll für die Dienstboten obligatorisch gemacht werden. Es ist kaum anzunehmen, daß diese Forderungen, die zum Teil weit über das Ziel hinausschießen, beim Reichstage Annahme finden. frankreich. Der französischen Deputiertenkammer ist jetzt ein Gejezentwurf zugegangen, der die Zölle auf Stuß- und PendelUhren und Uhren- Bestandteile, Gas, Elektrizitäts- und Wassermesser, Phonographen 2c. beträchtlich erhöht und zum Teil mehr als verdoppelt. Die Maßnahme richtet sich gegen die deutsche und namentlich gegen die schweizerische Uhrenindustrie. Skandinavien. Auch in Norwegen scheint sich das starke Geschlecht trotz aller bisherigen Erfolge der Frauenbewegung gegen eine völlige Gleichberechtigung der Frauen mit den Männern zu sperren. Wie schon gemeldet wurde, hat die norwegische Regierung dem Storthing einen Gesetzentwurf vorgelegt, wonach Frauen als Staatsbeamte angestellt werden können. Jetzt hat der Justizausschuß des Storthings dem Hause vorgeschlagen, die Verhandlung über das Gesetz auf unbeſtimmte Zeit zu vertagen, oder, um es mit einer deutschen parlamentarischen Wendung auszudrücken, über die Vorlage zur Tagesordnung überzugehen. Zweifelsohne wird sich das Plenum diesem Antrag anschließen. Auch in Norwegen ist es also vor der Hand mit der weiblichen Konkurrenz auch im Staatsbeamtenberuf noch nichts. Afien. Den Japanern ist es offenbar höchst unerwünscht, daß europäische Mächte, voran Deutschland, sich chinesische Gebietsteile durch Pachtung" gesichert haben. Japan hat infolgedessen den Mächten die Frage vorgelegt, ob sie nicht mit einer Ablösung der Pachtrechte in China einverstanden sein wollten. Es haben darüber bereits Verhandlungen stattgefunden, die von den Mächten selbstverständlich nur aus Höflichkeit eingeleitet wurden; daran, daß irgend eine Macht sich auf eine solche Ablösung" ihrer Pachtrechte durch eine Entschädigung einließe, ist selbstverständlich nicht zu denken. Jetzt ist die mit der Führung dieser Verhandlungen betraute Kommission wieder in Paris zusammengetreten. Nach Beendigung ihrer Besprechungen soll die Sache vor den Haager Schiedsgerichtshof kommen, wo der französische Advokat Renault Deutschland, England und Frankreich, und der Pariser japanische Gesandte Motono Japan vertreten wird. Ob das Schiedsgericht nun sich für die Ablösung ausspricht oder nicht, die Mächte werden sich in keinem Falle um den Spruch auch nur einen Deut fümmern. Kaum eine einzige Meldung von irgend welchem Belang liegt heute zum russisch- japanischen Konflikt vor. Die russische Antwort auf Japans Note wird binnen kurzem in Tokio erwartet das ist alles, was in dieser Sache das Kabel der Welt zu berichten weiß. Etwas gesprächiger ist der Telegraph, was die Lage in Korea angeht. In der Hauptstadt Söul soll eine förmliche Panik ausgebrochen sein. Die Deutschen sollen Marinemannschaften zum Schuße der deutschen Gesandtschaft gelandet haben. Weiter wird gemeldet, Rußland beschuldige die koreanischen Soldaten, schuld an den Unruben in Korea zu sein. Die forcanische Regierung habe auf diese Anschuldigung erwidert, Rußland könne nicht das Recht zugestanden werden, sich in forcanische Angelegenheiten zu mischen. Man sieht, das sind keine sonderlich aufregenden Nachrichten. Hoffentlich bedeutet diese Ruhe nicht doch noch d. Stille vor dem Sturm! Selmuth beachtete die zwei Finger nicht, fah bem ziemlich fleinen und ichmächtigen Herrn über den zehuiährigen Schülerin, die aus sehr muntern Augen unterItalienerin müht sich umsonst, die Achtsamkeit ihrer vierten, energischen Geficht wandte sich Willberg zu und schüttelte Ein großer, breitschulteriger Herr mit einem tiefbrünetfreundliche fernung 00h ben mer Ibres Derm Baters und den Ihrigen tegt, bab fein Ton bis zu Ihnen berüberdringen fann. Ich trug mich dennoch init großen Bedenken, mein Afrika. Mit der Nachricht von dem kürzlich von der englischen Presse so pomphaft geschilderten Siege der Briten über den tollen Mullah" scheint es eine ähnliche Bewandtnis zu haben, wie s. 3t. mit den englischen Siegesnachrichten aus Südafrika. Nachträglich aus dem Somaligebiet eingehende Nachrichten stellen die Bedeutung des englischen Erfolges als ziemlich gering dar. Eine wirklich entscheidende Niederlage für den Mullah bedeute das Gefecht bei Fidballi nicht. Transport- und Verpflegungs- Schwierigkeiten würden General Egerton an der Ausnutzung des Erfolges hindern. Erst wenn ein englisch- französisches Abkommen zur Verhinderung der Einfuhr von Feuerwaffen getroffen sei, sei eine wirkliche Niederwerfung des Aufstandes möglich. Die französische Regierung wird vielleicht für ein solches Abkommen zu haben sein. Aber ob sich die am Waffenschmuggel nach Junerafrika lebhaft interessierten französischen Waffenhändler daran kehren werden? Heer und flotte. Die Versehung von 150 Leutnants der Feldartillerie zur Infanterie soll, wie in Berliner militärischen Kreisen ver. lautet, in allernächster Zeit, vermutlich schon zum Geburtstage des Kaisers, bevorstehen. Bekanntlich ist vor einiger Zeit die Annahme von Fahnenjunkern bei der Feldartillerie bis auf weiteres sistiert worden, weil der starke Andrang zu dieser Waffe zahlreiche Beförderungen zu Offizieren in den einzelnen Artillerieregimentern über den Ekat herbeiführte, während bei der Infanterie Mangel an Offizieren herrscht. Der Inspekteur der Verkehrstruppen soll zunächst bersuchsweise soweit es sich um die Garnisonanstalten dei Truppen und Verwaltungsbehörden seines Geschäftsbereiches in Berlin und seinen Vororten handelt, auch in Garnison berwaltungsangelegenheiten, die Befugnisse eines kom. mandierenden Generals erhalten. Ferner soll ei in den Angelegenheiten des Zahlmeisterpersonals und bei der Pensionierung der Unterbeamten seines Gesamtbereiches anstatt der territorialen Generalkommandos zuständig sein. Die Intendantur der Verkehrstruppen erhält- ebenfalls versuchsweise auf den ihr zugewiesenen Verwaltungsgebieten die Befugnisse einer Korpsintendantur; sie wird unmittelbar dem Kriegsministerium unterſtellt. Mit Wahrnehmung der Vorstandsgeschäfte der Intendantur wird ein Intendanturrat betraut. Auf ihn finden die Bestimmungen für die dienstlichen Befugnisse und Pflichten der Korpsintendanten sinngemäß Anwendung. In seinem Nangberhältnis tritt feine Aenderung ein. Der Versuch tritt am 1. April in Wirksamkeit. Ehrung deutscher Blaujacken in New Orleans. Der deutschen Kreuzerdivision, die den Geburtstag des deutschen Kaisers in New Orleans verbringen wird, steht die freundlichste Aufnahme bevor. Der Feſtausschuß der deutschen Vereine gibt den Offizieren am 26. Januar ein Festessen. Am selben Lage ist für Offiziere und Mannschaften der Dibision in der Artilleriehalle ein Empfang, bei dem die Präsidenten des Sängerbundes und des Kriegerverbandes Ansprachen halten werden, an die sich Liedervorträge und ein Ball anschließen werden. Chicago, St. Louis und andere Städte werden Abordnungen zum Empfange senden. Das Ende des Streikes. Crimmitschau, 20. Januar. Durch das Einlenken der Arbeiterschaft ist der Weberstreif offiziell beendet worden. Nach verschiedenen Verlautbarungen soll dieser Ausgang durch den fortdauernden Zufluß von arbeitswilligen Elementen und durch den Abfall der Ausstandsteilnehmer bedingt worden sein. Außerdem wird, ob die Nachrichten zuverlässig sind, weiß man noch nicht, berichtet, daß die Streifmittel nur noch auf etwa 3 Wochen gereicht haben würden. Da 7000 Personen im Ausstand waren, so ergibt sich, bei einer Streifunterstützung bon zwei Mark ein täglicher Aufwand von etwa 14 000 Mark und der ganze Streit, der 21 Wochen( vom 22. August an) gedauert hat, hat sonach bisher die Riesensumme von etwa 2 Millionen Mark verschlungen. Alle Kriegskosten sind bergeblich gebracht worden, denn die entscheidende Frage, ob die zehnstündige Arbeit eingeführt wird oder nicht, bleibt nach wie vor in der Schwebe. Es ist aber eine durchaus erfreuliche Erscheinung, daß jekt nach Beendigung des Ausstandes die öffentliche Meinung die Frage, wer die Schuld an diesem 3rste trägt, und wer als Sieger oder Besiegter aus diesem Kampfe hervorgeht, böllig bei Seite läßt und sich ohne Kritik auf den Boden des Friedensschlusses stellt. Insbesondere die sächsische Presse, die zum weitaus größten Teile auf Seiten der Unternehmer stand, richtet an die Fabrikanten die Mahnung, bei der Wiederaufnahme der Arbeiter weise Mäßigung zu üben. Sie warnt vor Straferefutionen und Vergeltungsmaßregeln. Doch scheinen diese nicht ganz ausbleiben zu wollen. Die Versammlung der gesamten Tertilfabrikanten soll beschlossen haben, sämtliche Streifende, die bei dem Ausstand an leitender Stelle gestanden hätten, dauernd auszusperren. Immerhin aber sind die Fabrikanten selbst bei der versöhnlichsten Stimmung in einer kritischen Lage, denn die volke Zahl der Arbeiter fönnen sie nicht mehr einstellen, weil der Umfang der Arbeit eingeschränkt worden ist, bis die alte Kundschaft sich wieder eingefunden hat, sodann auch meil die seitherigen Arbeitswilligen einen moralischen Anspruch auf weitere Beschäftigung geltend machen werden. Die Zahl der vorläufig arbeitslos bleibenden Weber wird von den Fabrikanten auf mindestens 3500, d. h. die Hälfte der Streifenden geschätzt. Mit diesem Gedanken werden sich auch die Arbeitnehmer vertraut machen müssen, wie ja überhaupt jeder Krieg dauernde Opfer fordert. Im wesentlichen wird also die Form des Friedensschlusses von großer Bedeutung sein. Die Fabrikanten müssen vor allen Dingen rein sachlich durch Darlegung der Verhältnisse und durch Nachweisung des geringeren Arbeitsbedarfs vorgehen und jede persönliche Gehässigkeit, soweit irgend angängig, vermeiden. Da sich die Unternehmerkreise bei diesem Kampf auch organisatorisch näher getreten sind, so sind auch die Vorbedingungen zu einer einheitlichen Regelung des dauernden Friedenswerkes günstiger geworden. Der Zehnstundentag war die primäre Forderung der Arbeiter. Mögen nun die Fabrikanten dahin wirken, daß entweder durch private Vereinbarung oder durch ein Reichsgesetz diese nicht ganz unberechtigte Forderung erfüllt wird. Könnte dies erreicht werden, so wäre das der versöhnlichste Abschluß des ganzen Krieges. Der preussische Etat. CB Der preußische Finanzminister dürfte wohl wegen seines günstigen Etats von seinen sämtlichen Kollegen im Reich beneidet werden, denn er schließt mit einem Ueberschuß von 22 Millionen Mark ab, während sonst allüberall bittere Not und Defizit herrscht. Insbesondere Sachsen hat ganz besonders unter dem Druck der Zeiten zu leiden. Das ist begreiflich aus zweierlei Gründen. Einmal weil Sachsen als vorwiegender Industriestaat jegliche Ungunst der Konjunktur erheblich mehr spürt als Preußen, sodann, weil seinem Eisenbahnnetz durch die Wasserstraße der Elbe eine scharfe Konkurrenz gemacht wird. Im Gegensatz dazu aber ist gerade das preußische Eisenbahnsystem das Rückgrat der Janzen Staatsverwaltung. Die Eisenbahn liefert dem Staate einen Ueberschuß von 16 Millionen Mark ab, obleich der Finanzminister ein Vierteljahr vor Ablauf des letten Etatjahres noch auf ein Defizit von 35 Millionen Mark gerechnet hat. Im ganzen bringt die Eisenbahn einen Ertrag von 100 Millionen Mark, von denen etwa 32 Millioien sofort wieder in den außerordentlichen Ausgabenetat zur Anlegung von neuen Linien und zur Vervollkommung der Betriebsweise eingestellt werden. Das charakteristische Merkmal der preußischen Finanzaufmachung liegt erstens darin, daß bei der Schaffung von werbenden Kapitalanlagen keine unzeitgemäße Sparsamkeit geübt wird und zweitens, daß die guten Erntejahre der Staatsfinanzverwaltung zur reichlichen Ausstattung des außerordentlichen Etats behufs Schaffung solcher werbenden Werte benützt werden. Dieses Finanzverwaltungssystem ist von dem verstorbenen Herrn v. Miquel begründet worden, der sich die Technik wohl bei der Bilanzaufstellung als Direktor der Diskontogesellschaft angeeignet haben mag. Erfreulicherweise hält auch sein Nachfolger an diesem bewährten Syſtem fest, wie er andererseits auch die Staatseisenbahnverwaltungen gegen eine Entwertung ihrer Leiſtungen für die allgemeinen Staatsbedürfnisse schüßt. Er hat hierin eine ungleich leichtere Stellung als sein Amtsvorgänger, der den ganzen Ansturm der Kritik wegen seines hartnäckigen Widerstandes gegen Tarifermäßigungen auszuhalten hatte. Derartige Forderungen sind ja stets populär, aber ihre Durchführung kann von unberechenbarer Wirfung auf die Etatsaufstellung werden. In dem gegenwärtigen Kollegium der Berater der preuBischen Krone hat der Leiter des Verkehrsministeriums, General Budde, die Aufgabe übernommen, unter Aufrechterhaltung der Tarifpolitik, die Umwandlung des Bahndienstes mit den modernſten technischen Betriebsmitteln durchzuführen. Die starke Stellung der preußischen Eisenbahnverwaltung wird vor allen Dingen auch geschaffen durch den Zusammenhang des Verkehrs. Durch den Anschluß der jessischen Bahn und der Main- Neckarbahn, sowie auch durch private Verträge mit der Pfalzbahn hat Preußen eine direkte Verbindung mit den Bahnen der Reichslande herJestellt und hat sonach den Verkehr von Ost zu West und om Meer bis zu den Alpen in seiner Gewalt. Mag auch Der heutige Leiter des Finanzministeriums nur der Erbe des großen Finanzstrategen Miquel sein, so darf er doch auch das Verdienst für sich in Anspruch nehmen, daß er sein Ressort m modernen Sinn und darum ersprießlich verwaltet. Nab und Fern. Zu dem Herzensroman des österreichischen Erzherzogs Ferdinand Karl wird weiter gemeldet, daß die Familie Czuber erklärte, der Erzherzog habe am 27. Dezember offiziell um die Hand des Fräulein Marie Berta Czuber angehalten, die er in Wien fennen gelernt hatte und der er im letzten Sommer bei ihrem Oheim in der Villenkolonie Rostok bei Prag begegnete. Die Braut ist eine ungewöhnliche Schönheit, von feinster Bildung und beherrscht mehrere Sprachen. Der Erzherzog ist sehr beliebt in der Prager deutschen Gesellschaft. Er besitzt bürgerliche Gewohnheiten, lebt überaus einfach und bewohnt nur fünf Zimmer in der riesigen Hradschinburg, die der Kaiser ihm zur Verfügung stellte. Zwei politische Heiratsprojekte, in deren Mittelpunkt der Erzherzog früher stand, mit der Prinzessin von Asturien und der Großfürstin Helene von Rußland haben sich wohl mit Rücksicht auf seine Neigung zu Fräulein Czuber zerschlagen. Wenn der Erzherzog nach einer in Aussicht genommenen längeren Reise ins Ausland auf seiner Absicht bestehen wird, so soll er sein Herzensbündnis schließen, aber alle seine Würden niederlegen und den Namen einer seiner Tiroler Besitzungen annehmen. A Gegen den Realschulprofessor Dr. Deditius in Elberfeld, der dieser Tage von der Anklage der vorsäßlichen Tötung eines seiner Schüler vom dortigen Schwurgericht freigesprochen wurde, ist, gutem Vernehmen nach, das Disziplinarverfahren eingeleitet worden. Zu den Pirnaer Offiziersduellen. Wie aus Dresden Jemeldet wird, hat jetzt König Georg selbst in die Pirnaer Offiziers- und Ehebruchsaffäre eingegriffen, um die Untersuchung zu beschleunigen und die Verhandlung vor das Dresdener Kriegsgericht zu bringen. Auch Kaiser Wilhelm hat anbefohlen, daß man ihm über die Affäre Bericht erstatten möge. Selbstmordversuch eines zum Tode Verurteilten. Der Arbeiter Cegielski aus 3nin, welcher, wie erinnerlich, wegen Ermordung und Beraubung einer Arbeiterfrau vom Schwurgericht in Bromberg zum Tode veruteilt worden ist, unternahm im dortigen Untersuchungsgefängnis einen Selbstmordversuch, indem er sich mit den ihm angelegten Kettenfesseln erdrosseln wollte. Das Vorhaben wurde aber von einem Gefängnisbeamten rechtzeitig bemerkt, worauf man durch festeres Anschließen weiteren Selbstmordversuchen vorbeugte. Außerdem wird der Todeskandidat Tag und Nacht unausgesetzt beobachtet. Selbst gerichtet. Im Hamburger Hafen gab es eine aufregende Szene. Ein schwarzer Matrose legte an Bord der Bark„ Barmbeck" aus Nache Feuer an. Dieses wurde edoch rechtzeitig bemerkt und gelöscht. Der Neger sprang, als er sich entdeckt sah, ins Wasser und ertrank. Zwei blutige Liebesdramen, deren Hauptakteure_zufälligerweise beide Brauer sind, werden gleichzeitig gemeldet. In Alter: burtscheid bei Aachen erschoß ein Brauergeselle aus verschmähter Liebe seine Arbeitgeberin, die verwitwete Brauereibesizerin Luettgens, und tötete dann sich selbst.- Der zweite Fall spielte in Erlangen. Dort erstach der Brauer ingel aus Diepersdorf seine Geliebte, die Dienstmagd Niersberger. Der Mörder wurde verhaftet. * Der Herr Revisor. Bei dem Rechner eines DarlehensLassen- Vereins in der Nähe von Bamberg stellte sich dieser Tage ein feingekleideter Herr als Regierungsrat aus Bayreutr vor, mit dem Beifügen, im Auftrage der königl. Regierung dassenrevision vornehmen zu müssen. Nach einigen einleiten. den Bemerkungen, sowie pflichteifrigen, stenographischen Aufzeichnungen in dem hervorgeholten Notizbuche, verlangte Der Herr Regierungsrat" den Vorsturz der Kasse, gestattete dem Rechner hierbei in entgegenkommender Weise, das Silberjeld aufzuzählen, indes er selbst das vorhandene Gold etwa 1000 Mark- nachzählen wolle. Nach Beendigung des Sassasturzes gab der„ Herr Regierungsrat" noch einige Anweisungen, wie es fünftig gemacht werden solle, überreichte dem Rechner herablassend eine Zigarre und empfahl sich mit der Bemerkung, daß er am Montag mit der Revision beginnen werde. Dem Rechner war das Benehmen des„ Herrn Regierungsrats" nachträglich doch etwas auffällig vorgeTommen, und es stiegen ihm Zweifel an der Echtheit des Titels auf. Bei der sofort nochmals vorgenommenen Kassensturze ergab sich, das in der Kasse, und zwar am Golde 130 Mark fehlten, welche der Herr Regierungsrat" aufzuzählen vergessen hatte, bezw. kunstgerecht in seiner Tasche verschwinden ließ. Sofortige Recherchen nach dem„ Herrn Regierungsrat" blieben erfolglos. Vermischtes. * Handels Sigung wurden bi Roch und Rommer bie Sigung felbft to zurück. * * Frembent theater. Da bie Ba bon Bublifum wie anerkannt wurde, f diefes Stückes am auswärts außerorden des Andranges, nid entsprochen werden to nachm. 3% Uhr, intereffanten Wertes Breifen der Fremden Gießener, die das gefehen haben, feier * Sein 300 fundlich anfangs 1 Bistor in Gießen eine Schlofferei; fei wird schon als Eife erbte fich Generatione die Herren Heinrich furt a. M. überging. * Kirchenfte genehmigten Beschlif und Organe sollen ftreitung der Bedürf Kirche des Großherz fatholischen Kirche d zu den direkten St werden. * Als Bea Denkmalspfleg Gegenstände ift beft Kreis Echotten, Are der Gif nbahn Fried [ Kaiserliches Geschenk an englische Dragoneroffiziere.] Dem Offiziertorps des 1. britischen Dragonerregiments, dessen Chef er ist, hat Kaiser Wilhelm eine ganz besonders Aufmerksamkeit erwiesen. Der deutsche Botschafter Gras Wolff- Metternich gab den Offizieren, die in nächster Zeit mit ihrem Regiment nach Indien ausrücken, ein Abschiedsdiner, bei dem er ihnen die Abschiedsgrüße unseres Kaisers übermittelte und zugleich als Andenken wertvolle Reitgerten überreichte. [ Berliner Hereros.] Drei Leute aus dem Stamme der Hereros, der jetzt gegen uns die Waffen erhoben hat, sind seit 1896 friedliche Berliner Einwohner. Sie gehörten einer Truppe an, die in jenem Jahre auf der Berliner Gewerbeausstellung vorgeführt wurde. Sie fanden Gefallen am Berliner Leben und blieben dort. Sie haben jeder ein Handwerk gelernt, ernähren sich jetzt aber als Kellner, Portier und Artist. [ Klänge aus der Wüste".] Unter dem vielversprechenden Titel„ Die Wüste" hat ein Herr Erich Mühsam ein Buch veröffentlicht, dessen Inhalt Gedichte der gewählten Gesamtbezeichnung denn auch vortrefflich entspricht. Als eines der gelungensten" Stücke der Sammlung verdient das folgende bezeichnet zu werden: „ Ich liebe euch nicht, euch halbseidene Waschlappen mit der wabbligen Weiche glitschi jer Kaulquappen. Eurer Lyrik süßlichen Honigseim mit Schmerzen im Herzen in jedem Reim immer das gleiche ich liebe das nicht, Packt euer Dichterherz tödlicher Weltenschmerz, ihr lieben Kollegen in Desterreich drüben, macht doch ein Ende dem Lieben! Kann es anders nicht sein, so ersäuft euch meinetwegen, aber dichten nein, nein!" 1 Wenn der Autor die letzte eindringliche Mahnung dock nicht nur für andere geschrieben, sondern auch selbst beherzigi hätte! [ Der verschwundene Trauring.] Ueber einen selt. samen Zufall wird aus Brandau in Desterreich berichtet. Vor ungefähr drei Jahren ging einem dortigen Hausbesitzer ein Trauring verloren; alles Suchen nach ihm blieb vergeblich. Als nun dieser Tage die Hausziege geschlachtel wurde, fand man den vermißten Ring in der Zunge des Tieres, in die er eingewachsen war. †[ Das große Los" der Taubstummen.] Der erste Hauptgewinn der letztgezogenen Lotterie zu gunsten der Düsseldorfer Rochuskirche, bestehend in einem BrillantKollier im Werte von 30 000 Mart, ist acht Mitgliedern des Taubstummenvereins in Bonn in den Schoß gefallen. Ein Mitspieler hatte das Glückslos während eines Weihnachtsbesuches in Essen gekauft und die übrigen Mitspieler zur Beteiligung eingeladen. [ Der verbannte Araberscheich Mokchrani,] der vor 30 Jahren von dem, französischen General Saussier in dem blutigen Treffen von Bon- Thalet aufs Haupt geschlagen und gefangen wurde, hat sich von Neu- Kaledonien aus, wo er als Verbannter lebt, mit einem Bittgesuch an den Präsidenten Loubet gewandt. Der alte Mann fleht um die Gnade, in der geliebten Heimat sterben zu dürfen. Die Franzosen warben s. Zt. um Mofchranis Gunst und ernannten ihn sogai zum Kommandeur der Ehrenlegion. Als aber das Un. glücksjahr 1870/71 über sie hereingebrochen war, da hängte Mofchrani den Orden der Ehrenlegion an den Schwanz seines Renners und ließ die Fahne des Aufruhrs entfalten Schließlich mußte er aber doch der Uebermacht unterliegen [ Ein Zementhaus] wird durch die Vereinigung der nordamerikanischen Portlandzementfabrikanten Weltausstellung in St. Louis mit einen Kostenaufwande vor 200 000 Mart errichtet worden. Es darf nur Zement, der von Mitgliedern der Vereinigung geliefert wird, verwende werden. Der Bau wird erst während des Verlaufs der Ausstellung vorgenommen, um den Besuchern zu zeigen, in welcher Weise Zementgebäude errichtet werden und mit wel cher Schnelligkeit der Bau vor sich geht. auf der [ Bescheidenheit ist eine Zier.] Präsident Roosevelt ist, wie bekannt, ein eifriger Bekämpfer der namentlich im Familienleben der höheren amerikanischen Gesellschaft immer mehr um sich greifenden malthusianischen Tendenzen. Selbst glücklicher Vater einer zahlreichen Familie, unterläßt er feine Gelegenheit, seine Landsleute, wie durch das Beispiel, so durch das Wort zur Rückkehr zu den Gewohnheiten einer gesünderen Zeit anzufeuern. Gestern wurde im Weißen Hause, wie der„ New York Herald" berichtet, eine Deputation aus Chicago empfangen. Unter den Herren befand sich ein Richter namens Dunne, der dem Präsidenten als„ Chicagoer Roosevelt- Demokrat und Vater von dreizehn Kindern" vor gestellt wurde. Das Staatsoberhaupt begrüßte den Juristen mit Enthusiasmus.„ Ein Hurra für Richter Dunne," sagte er, ihm die Hand schüttelnd. Sie haben mich um sieben Stück geschlagen! Ich bin stolz auf Sie, Richter Dunne!" Der Gelobte wurde rot, verbeugte sich und bemerkte bescheiden: Sie haben sich ja noch nicht zur Ruhe gesetzt, Herr Präsident!" * Nidda Büdingen- Bel a. D. R. Kramer zu ** Für die in wird mit den von mitteln von Seiten d in den nächsten Tage Baden vorhandenen je e der vorhandener eine solche Anlage i einen Vertreter. * Da bereits zu tagt, findet der Ar und zwar in Ba 2 Monate früher ang der Gauturntag erft März If. Js. in 10 hr mit nach anberaumt werden 1. Bericht des Gar 2. Genehmigung 3. Entlastung des 4. Rechnungsablag 5. Festsetzung der 6. Etwaige Anträg 7. Festsetzung des 8. Wahl und Fest Gemeldet: Män 9. Wahl des Festo meldet: Turners Der Turnber feine Jahresversamml 425( 346 männlich Turnbesuch ist etwas Prof. Bamser br daß diese Erscheinung fei und auf die Ret stellt worden ist. T landsfreunden in der eine rege Agitation Turnens und Spiel zur Bildung bon nens, Spieles, Sh Anzahl Gewer haben mit den T Schloffen, daß ihre Schädigung zum T Diese Gewerbetreib für die Lehrlinge schätzen, so daß über den Turnbes wir hier nicht so und Gewerbetreiber Lehrlinge einsehen und fann uns nur Gewerbeftand die jungen Leute dann redt unfinnigen, unregelmäßigem Be Wie der Großh. Staatsan Antlage gegen die Sens erhoben. Kompagnie des 1. 13. November 187 fucht, ihre Adresse Ramerad" gelange Angelegenheit als Den von S Sendenbergische Natu aus Bayreutt 1. Regierung en einleiten. nographischen he, berlangte ile, gestattete e, das Silberene Gold endigung des ch einige Ane, überreichte fahl sich mit Revision be des„ Herrn ällig vorge Echtheit des enen StassenGolde 130 aufzuzahlen che beridhwin Herrn Regieoneroffiziere.] onerregiments, ganz besonder schafter Graf nächster Zeit ein Abschieds. nseres Kaisers Olle Reitgerten Stamme der ben hat, find ehörten einer ner Gewerbe Gefallen am der ein Hand , Portier und ielversprechen hjam ein Buch der gewählten ntspricht. Ale lung verdient Schlappen quappen. Mahnung dock elbst beherzigi er einen felt. reich berichtet. en Hausbesizer ihm blieb ber iege geschlachtel der Zunge des .] Der erste u gunsten der inem Brillant Mitgliedern des gefallen. Ein Weihnachts. Mitspieler zur Cani,] der vor aussier in dem geschlagen und aus, wo er alé en Präsidenten die Gnade, in Die Franzosen nnten ihn fogai aber das Un war, da hängte Schwanz seines uhrs entfalten cht unterliegen Bereinigung de nten auf der tenaufwande vor mur Zement, de wird, verwende erlaufs der Aus zu zeigen, in en und mit wel nt Roosevelt ist namentlich in esellschaft immer ndenzen. Selb e, unterläßt e rch das Beispiel vohnheiten eine urde im Weißes eine Deputation n befand sich ei n Kindern" vor n als„ Chicagoe igte den Jurister er Dunne," fagt mich um fieben Richter Dunne!" nd bemerkte be tube gefett, Sert Lokales. 21. Januar 1904. ** Handelskammer. In der gestrigen KammerSigung wurden die bisherigen Vorsitzenden, Kommerzienrat Roch und Kommerzienrat Heichelheim, wiedergewählt. Auf die Sigung selbst kommen wir noch in ausführlicher Weise zurück. * Fremden vorstellung im Gießener Stadt. theater. Da die Bapfenstreich Vorstellung des Stadttheaters von Bublifum wie Presse allgemein als eine mustergiltige anerkannt wurde, so gab sich für die Fremdenvorstellung dieses Stückes am vergangenen Sonntag namentlich von auswärts außerordentlich großes Interesse fund. Da, wegen des Andranges, nicht allen Wünschen nach Billets mehr entsprochen werden konnte, ist für nächsten Sonntag( 24.), nachm. 32 Uhr, eine letzte Vorstellung des hochinteressanten Wertes angesezt worden, die wiederum zu den Preisen der Fremdenvorstellungen stattfindet. Auch diejenigen Gießener, die das vielberufene Werk Beyerleins noch nicht gesehen haben, seien auf diese lette Gelegenheit hingewiesen. Sein 300 jähriges Bestehen begeht die urfundlich anfangs 1600 gegründete Eisenhandlung von Emil Bistor in Gießen. Der Gründer Hans Peter Pistor betrieb eine Schlosserei; sein Nachfolger Johann Hieronimus Pistor wird schon als Eisenhändler genannt. Das Geschäft vererbte sich Generationen hindurch, bis es im Jahre 1896 an die Herren Heinrich Selbst und Louis Schüßler aus Frantfurt a. M. überging. * Kirchensteuern. Nach den von dem Ministerium genehmigten Beschlüssen der zuständigen kirchlichen Behörden und Organe sollen im Rechnungsjahr 1904/05 zur Bestreitung der Bedürfnisse der G.samtheit der evangelischen Kirche des Großherzogtums 11 Prozent, der Gesamtheit der fatholischen Kirche des Großherzogtums 6 Prozent Zuschlag zu den direkten Staatssteuern ausgeschlagen und erhoben werden. * Als Bezirks- Stellvertreter für den Denkmalspfleger für Altertümer und bewegliche Gegenstände ist bestellt worden: für den Kreis Gießen, den Kreis Echotten, Kreis Büdingen mit Ausnahme des südlich der Eis nbahn Friedberg- Nidda und westlich der Eisenbahn Nidda Büdingen- Gelnhausen gelegenen Teils; Hauptmann a. D. K. Kramer zu Gießen. ** Für die in Oberhesseu geplanten Lagerhäuser wird mit den von der Regierung bereit gestellten Geldmitteln von Seiten des landwirtschaftlicher Provinzialvereins in den nächsten Tagen eine Reise zur Besichtigung der in Baden vorhandenen Lagerhäuser unternommen. Hierzu stellt je e der vorhandenen Lagerhausgenossenschaften und die für eine solche Anlage jezt in Betracht kommenden Gemeinden je einen Vertreter. * Da bereits zu Ostern der deutsche Turntag in Berlin tagt, findet der Kreis- Turntag schon am 28. Februar und zwar in Bad Nauheim statt. Durch den um 2 Monate früher angesetzten Kreis- Turntag konnte dieses Jahr der Gauturntag erst hinter dem Kreis- Turntaq zum 13. März If. Is. in Gießen( neuer Saalbau) Vormittags 10 Uhr mit nachstehender verläufiger Tagesordnung anberaumt werden: 1. Bericht des Gauvertreters und des Gauturnwartes. 2. Genehmigung des Gauturntag- Berichts pro 1903. 3. Entlastung des Rechners pro 1902. 4. Rechnungsablage pro 1903. 5. Festsetzung der Gausteuer pro 1904. 6. Etwaige Anträge. 7. Festsetzung des Gauturnfestes in Usingen. 8. Wahl und Festsetzung der Gauturnfahrt pro 1904. Gemeldet: Männerturnverein Rodheim a. Bieber. 9. Wahl des Festortes für das Gaufest pro 1905. Gemeldet: Turnerschaft Gießen. * Der Turnverein Buzbach hielt am legten Samstag seine Jahresversammlung ab. Der Verein zählt gegenwärtig 425( 346 männliche und 79 weibliche) Mitglieder. Der Turnbesuch ist etwas zurückgegangen und der 1. Sprecher, Prof. Wamser brachte bei dieser Gelegenheit zur Sprache, daß diese Erscheinung leider auch anderwärts zu fonstatieren sei und auf die Retrutenaushebungen mit wirkt, mie feſtgestellt worden ist. Daher wird von allen aufrichtigen Vater landsfreunden in den verschiedensten Gegenden Deutschlands eine rege Agitation entfaltet zur weiteren Ausbreitung des Turnens und Spieles, die Regierungen erlassen Verfügungen zur Bildung von Schülervereinigungen für Pflege des Tur nens, Spieles, Schwimmens und Ruderns, sogar eine Anzahl Gewerbevereine in Westfalen und Rheinland haben mit den Turnvereinen ihre Städte Verträge abges schlossen, daß ihre sämtlichen Lehrlinge gegen geringe Entschädigung zum Turnen in den Vereinen zugelassen werden. Diese Gewerbetreibenden wissen also den Nußen des Turnens für die Lehrlinge und damit auch für die Gewerbe wohl zu schätzen, so daß sie sogar regelmäßige monatliche Berichte über den Turnbesuch ihrer Lehrlinge verlangen und bei unregelmäßigem Besuch gegen dieselben einschreiten. Sollten wir hier nicht so weit fommen können, daß die Kaufleute und Gewerbetreibenden die Wohltat des Turnens für ihre ( Es soll Lehrlinge einsehen und dieselben dazu anhalten. und fann uns nur angenehm sein, wenn der Handels- und Gewerbestand die Turnfache in der Weise unterstüßt, die jungen Leute dann auch von anderen ausschweifenden oft recht unsinnigen Späßen" abgelenkt werden. Anm. d. Red.) Wie der„ Hessische Kamerad" erfährt, hat die Großh. Staatsanwaltschaft in Mainz die öffentliche Anklage gegen die Mainzer Volkszeitung" in Sachen Sens erhoben. Alle ehemalige Angehörige der 2. Kompagnie des 1.( Garde-) Jägerbataillons, welche am 13. Movember 1870 mit in Sens waren, werden ersucht, ihre Adresse an die Redaktion des„ Hessischen Kamerad" gelangen zu lassen, damit sie in fraglicher Angelegenheit als Zeugen auftreten können. * * * " - Den von Reinach- Preis für Geologie hat die Senckenbergische Naturforscher Gesellschaft zu Frankfurt a. M. dem Assistenten am mineralogischen Institut der Landesuniversität, Herrn Rudolf Delkerskamp, für seine Arbeit „ die Genesis der Thermalquellen von Ems, Wiesbaden und Kreuznach und deren Beziehung zu den Erzgängen des Taunus und der Pfalz", zuerkannt. * Es besteht die Absicht, auf dem Kapellplatz in Darmstadt ein Denkmal bezw. einen Dnkstein für die Prinzessin Elisabeth aus freiwilligen Beiträgen der Schulen zu errichten. Die einzelnen Beiträge dürfen 1 Mart nicht übersteigen. Die Sammlungen haben bereits begonnen. (:) Vom Biebertal, 20. Jan. In den Gemeinden Rodheim, Königsberg und Waldgirmes sind in diesen Togen die vorgesehenen Sanitätsschränke zur Ausstellung gekommen. Es ist somit den Wünschen der Ortsgruppen, die in erster Linie auf den Besitz eines solchen Schrankes Der Kreisverband Gewicht legten, Rechnung getragen. Biedentopf des Vaterländischen Frauenvereins hat mit einem Kostenaufwand von 2000 Mt. für den Kreis insgesamt 20 solcher Schränke beschafft. + Lich. 19. Jan. Beim Holzmachen im Stadtwalde wurde am Freitag der Holzhauer Schieferstein von OberBessingen schwer verlegt. Infolge des heftigen Sturmes brach ein schwerer Ast und schlug Sch. derart auf den Kopf, daß er zusammenbrach. Anßer dem Kopf wurde ein Auge, Schulter und Arm schwer verletzt, sodaß der Verunglückte ins hiesige Spital gebracht werden mußte. Ettingshausen, 18. Jan. Gestern hielt der Bund der Landwirte bei Wirt Ph. Keil eine Versammlung ab. Am Schlusse traten 20 neue Mitglieder der Ortsgruppe bei. Frankfurt a. M., 20. Jan. Die 55jährige Händlerin Margarethe Egenolf setzte heute Nacht auf dem Hofe einer Wirtschaft in der Heiligkreuzgasse ihre Kleider vorfäßlich in Brand. Hinzukommende Leute erstickten die Flamme. Doch hatte die Frau bereits so schwere Brandwunden erlitten, daß ihr Zustand als bedenklich gilt. ** Darmstadt, 20. Jan. Vor dem hiesigen Amtsgericht I wurde heute ein die Preßverhältnisse berührender intressanter Streitfall verhandelt. Der Redakteur Dreßler der Neuen Hess. Volksblätter dahier wollte im Septembet v. Js. sich in Hymnes fesseln schlagen lassen und erbar von seinem Verlag zu diesem Zwecke 14 Tage Urlaub. Der Verleger bewilligte diesen auch, übernahm aber nur für die Hälfte der Zeit die Stellvertretungskosten. D. veranlaßte nun den mit ihm befreundeten Journalisten Hannemann dahier, welcher ein sog. Redaktionsbureau für die Wormser Zeitung, den Gießener Anzeiger und das Mainzer Tageblatt repräsentiert, sich mit dem Verleger der N. H. V. ins Benehmen zu sehen; dies geschah und wurde von H. der Betrag von 5 Mt. pro Tag für die 7 vom Verlag zu zahlender Vertretungstage gefordert und vom Verleger gutheißen sowie später auch ausgezahlt. D. behauptet nun, mit H. denselben Betrag( 5 Mt. pro Tag) ausgemacht zu haben, wie man dies für selbstverständlich annehmen kann. Durch eine Breßfehder wurden aber die Herren uneinig und verlangte hierauf Hannemann für 7 Vertretungstage à 12 Mark 84 Mt., die D. selbstverständlich zu zahlen Zwölf Mart Nach längeren Verhandlungen fam ein Verfich weigerte. gleich dahin zu Stande, daß H. statt 84 Mt. die Hälfte Nassau, 20. Jan. Die Gewerkschaft Käfernburg ( Elisenhütte) hat ihren Betrieb so vergrößert, daß 100 Arbeiter neu eingestellt werden sollen. 42 Mt. erhält. = Göttingen. Im preußischen Staatshaushaltsetat per 1904/05, der dem Abgeordnetenhause zugegangen ist, wird eine größere Summe zur Errichtung einer Augenklinik in Göttingen gefordert. Das Abgeordnetenhaus wird diese Forderung jedenfalls unverkürzt bewilligen. Aus Franken, 20, Jan. In Langendorf bei West heim stürzte ein 77jährige Defonom, als er einen Sack Getreide vom Boden heruntertrug, durch einen Fehltritt so unglücklich, daß er alsbald starb. Eingesandt. X Wie vielseitig die Vereinsgründung oft ist, auch in Anschauung der Nüßlichkeit eine sonderbare ist, zeigt folgender Bericht, der uns mit der Bitte um Abdruck eingesandt wurde: u. Klein- Linden, 18. Jan. Hier gründete sich vor einigen Tagen ein Rauch- Club der den Namen, Böß- Kraut" erhalten hat. Er wurde von 12 Rauchern gegründet, während sich die Zahl der Mitglieder bis jetzt schon auf 26 beläuft. Gewiß ein Beichen, daß sich der Verein einer allgemeinen Beliebtheit erfreut. Seinen Siz hat er in der Wirtschaft zum Deutschen Hofe, wo allwöchentlich in seinem schön dekorierten Rauchlofale mehrmals gesellige Abendunterhaltung stattfindet. Von einem alten Raucher, welchen der Verein zum Ehrenmitgliede ernannte, wurde ihm schon kurz nach der Gründung eine annehmbare Spende überwiesen, wodurch sich der Verein schon eines schönen Kassenbestandes erfreut und seine Anschaffungskosten von Pfeifen, Tabat und sonstigen Inventarien hiermit decken konnte. Es ist dieses hter der erste Gesellschaftsverein und ist anzunehmen, daß er hier besonders bei der Jugend einen schönen Anklang findet. Geschäftliches. Zum Geburtstage der Deutschen Kaiserin hatte die Firma Kathreiner's Malzkaffe- Fabriken in München ein Glückwunsch- Schreiben an Ihre Majestät gerichtet. In diesem Schreiben hatte die bekannte Firma, um der Verehrung für die hohe Frau auch einen äußeren sichtbaren Ausdruck zu geben, im Sinne der edlen Herscherin, die in Werken echt christlicher Liebe und Mildtätigkeit allen deutschen Frauen mit leuchtendem Beispiele vorangeht, gleichzeitig sich bereit erklärt, die unter dem Protektorate Ihrer Majestät stehenden Wohltätigkeits- Anstalten auf die Dauer von einem Jahre mit Kathreiner's Malzkaffe zu versorgen. Vor einigen Tagen traf nun aus dem Kabinette der Deutschen Kaiserin ein Antwort- Schreiben in München ein, in dem der Firma in äußerst gnädigen Worten der Allerhöchste Dank für die Glückwünsche ausgesprochen und mitgeteilt wird, daß die beabsichtigte Spende angenommen werde. Es wurden in dem Kabinett- Schreiben 15 unter dem Protektorate Ihrer Majestät stehende Wohltätigkeits- Anstalten und Institute namhaft gemacht, für welche eine Zuwendung der Kathreiner's MalztaffeGabe erwünscht sei. So wird nun das vortreffliche und bewährte Gesundheits- und Volksgetränk durch die Gnade J. Majestät und durch die Opferwilligkeit von Kathreiner's Malzkaffee Fabriken im neuen Jahre vielen Hunderten armer Kranfer und Hilfsbedürftiger zu Gute kommen und ihnen Labsal und Stärkung spenden. Die Zeitungs Rellame ist zweifelos das wirksamste Mittel, das der Industrie- und Handelswelt zur Hebung des Absages ihrer Erzeugnisse und Waren zu Gebote steht. Bei der Schwierigkeit, auf dem weiten Gebiete des Reklamewesens immer das Richtige und Zweckmäßige zu treffen, ist es für alle Inserenten von ganz besonderem Werte, einen zuverlässigen Führer und Berater zur Verfügung zu haben, wie es erfahrungsgemäß der bewährte Zeitungs Katalog der AnnoncenExpedition Rudolf Mosse ist, der in 37. Auflage speben erschienen ist. In geschmackvollster äußerer Ausstattung die seit Jahren bewährte Form der Schreibmappe mit Kalendarium ist wieder be behalten worden enthält der Katalog, aufs sorgfältigste nach dem neuesten von den Verlegern der Zeitungen und Zeitschriften gelieferten Material bearbeitet, die Zeitungen und Zeitschriften, für welche die AnnoncenExpedition Rudolf Mosse Anzeigen entgegennimmt. Als Separatbeilage bringt der Katalog eine 20 Seiten umfassende tertliche und illustrative Beschreibung des monumentalen Neubaus, den die Firma Rudolf Mosse in Berlin auf dem ausgedehnten Eckgrundstück Jerusalemer- und Schüßenstraße von 1900-1903 errichtet und im Laufe des letzten Jahres bezogen hat. Jedem Empfänger des Kataloges wird diese Beigabe interessant und willkommen sein. Mit ihren nach photographischen Aufnahmen hergestellten Abbildungen läßt sie einen Blick tun in die Einzelheiten des großen Betriebes der Firma Rudolf Mosse, und zwar sowohl der AnnoncenExpedition wie der Buchdruckerei. Holz- Versteigerungen. Storndorf. Donnerstag, den 28. Januar, vorm. 10 Uhr, kommen im Saale der Gastwirtschaft von Wenzel zu Oter Breidenbach zur Versteigerung: 212 Stück EichenStämme, M.- Dchm.: 25-52 Ctm., 104 Fstm.; 19 Stück Buchen- Stämme, M.- Dchm. 44-56 Ctm., 19 Fstm.; 120 St. Fichten- Stämme, M.- Tchm 11-28 Ctm., 66 Fftm.; 29 St. Kiefern- Stämme, M.- Dchm. 16-35 Ctm., 14 Fitm.; 17 St. Lärchen- Stämme, M.- Dchm. 11-24 Ctm., 8 Fstm.; 39 St. Birken- Stämme, 6 Fstm.; Nadelholz entrindet. 94 St. Fichten- Derbstangen, 8 Fstm.( Leiterbäume); 394 St. Fichten- Reisstangen, 4 Fstm.; 8 Rm. Eichen und Birkennußscheiter; 14 Km Eichen- und Birken. Nußknüppel. Nährere Auskunft erteilt der Großh. Forstwart Eifert zu Strebendorf. = Nieder- Ohmen, Donnerstag den 28 Januar, werden aus dem Distrikten Mühlberg, Hofstrauch 1-3, Pfeifensack, Oberer Haagtopf, Junger Zwilling, Borderster Kopf, Mittelster Kopf, Hirzkopf und Kröbges versteiget: Stämme: 6 Eichen= 11 Fm.( 55-56 Ctm. Durch, 5 b. 8,6 Mtr. Länge, Schnitt- u. Glaserh.) 56 Echen= 15 Fm. ( Bau- u. Wagnerh.), 1 Gsche= 0,18 Fm., 1 Linde= 0,84 Fm., 188 Rief. 88 Fm.( Schnitt- u. Bauh.), 89 Ficht. 16 Fm., 86 Fichten( 18-24 ( 12-17 Ctm. Durchm.) Ctm. Durchm.)= 42 Fm., 38 Fichten( 25-29 Ctm. Durchm.) = 37 Fftm., 29 Fichten( 30-43 Ctm. Durchm.) Fm., 15 Lärchen 9 Fm. Derbstangen: 36 Eichen= 2,61 Fstm.( Deichseln), 344 Fichten= 24 Fstm. Borgezeigt werden die Eichenschnittstämme, sowie die Kiefern- und Fichtenstämme im Distrikt Hofftrauch. Auskunft erteilt der Großh. Forstwart Birkenstock zu Forsthaus Obergrubenbach, Bost Nieder- Ohmen. ==- Wetterbericht. ( Wetterdienst zu Gießen: Peppler.) 44 Verlauf der Witterung vom Dienstag und Mittwoch. Das nördlich von unserm Gebiet lagernde Hoch hat sich erheblich verstärkt und bedeckt ganz Mitteleuropa. Ueber Italien lagert immer noch ein Tief, an dessen Nordrande ganz flache Teiltiefs entwickelt sind, welche Trübung und unbedeutende Schneefälle hervorrufen. Unter dem Einflusse der aus dem Hoch ausströmenden und dem Tief zufließenden Nordwinde sinkt die Temperatur. Der Kern des Hochs scheint sich nach Osten zu verlegen; es würden also Nordostwinde eintreten. Daher roraussichtliche Witterung für Donnerstag und Freitag meist trüb, etwas tälter, höchstens ganz geringer Schnee.. Fortdauernd Froft. Marktberichte. Gießen, 21. Januar. Auf dem heutigen Wochenmarkt lofteten Butter per Pfd. 085-0.95 Vet., Hühnereter 2 Stüd 16-20 Bfg., Enteneter St. 8 Pfg., Käse per St. 6-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Pfg.. Erbsen per Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Bfg., Tauben per Paar T. 0.80-1.00, Hühner per Stüd Mr. 1.30-1.40, Hahnen, per Stüd 0.80-1.70, Enten per Stüd 1.70-2.20, Gänse per Pid. 65-70 fg., Ochsenfleisch per Pfd. 68-78 Bfg., Rindfleisch per Pfd. 62-66 Bfg. Schweinefleisch per Pfb. 66-76 Pfg. Schweine fleisch gesalzen per Pfund 0.80 Bfg., Kalbfleisch per Bfd. 70-76 Pfg., Hammelfleisch per Pfd. 56-74 Bfg., Kartoffeln pro 100 Kilo 5.50-6.00 mr., Zwiebeln per 3t. Mr. 4.50-5.00, Aepfel per Gentner 16-20 Mr. Milch per Liter 18 Bfa. Dauer der Marktzeit bon 8 Uhr morgens bis 2 Uhr Nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Marktzeit übeerhanp nicht, und während der ersten diei Stunden der Marktzeit im Umherziehen feilgeboten werden. Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil: Albin klein für das Lokale, den Gerichte" und" Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermann Einst und jetzt. Es hatten Nektar und Ambrosia Die alten Götter an den Tafelrunden; Toch ach, das Beste war ja nimmer da, Denn Maggi's Würze war noch nicht erfunden. Erster grosser Maskenball Fechtverband Giessen- Labr( Wohltätigkeitsverein). Wer etwas wirklich Schönes seben und sich köftlich amüsieren will, der komme am Sonntag den 24. Januar 1904. abends> Ubr in's Cafe Leib. Große Gruppenaufführungen a. d. Märchenwelt: Die verzaubert: Prinzessin. Zum ersten Male aufgeführt. Lebende Bilder dargestellt auf der Bühne von 30 Personen. Zauberreigen in hochfeinen Königskostümen aufgeführt im Saale. Altdeutscher Königstanz und Zauberreigen aufgeführt v. 8 Damen u. 8 Herren m. beng. Beleuchtung. Indem die Ueberschüsse an hiesige Arme verteilt werden, ladet zu recht zahlreichem Besuche ein Der Vorstand. Damenkarten 50 Pfg., an der Logenplatz 1 Mt. Stehplaz 50 Pfg. Eintrittkarten: Herrnfarten 1 Mt.. an der Kasse 1.20 Mt. Kasse 60 Pfg. Gallerie 30 Pfg. Logenplatz 1 Mt. Vorverkaufstelle in allen Geschäften, wo Plakate ausgehängt sind. Krieger- Verein Giessen. ✈ Samstag, den 23. Januar 1904, Abends 8 Uhr in Steins Garten: Feier des Geburtsages Sr. Maj. des Kaisers berbunden mit dem 30. Stiftungfeste des Vereins. Theater- Aufführungen, Gesangsvorträge und Tanz. Die Mitglieder des Vereins und ihre Familien sind herzlichst eingeladen. Orten und Ehrenabzeichen, sowie Vereinsabzeichen sind anzulegen. Kaufmännischer- Verein und Ortsgewerbe- Verein Giessen. IV. Vortrag Der Vorstand. Robert Stuhl Gießen, Neustadt 23 bringt hiermit seine Bekanntmachung. Das Umlagekataster der land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft, fortgeführt für 1903, liegt 2 Wochen lang, nämlich vom 21. Januar bis zum 4. Februar dieses Jahres, auf der Bürgermeisterei zur Einsicht der Beteiligten offen. Etwaige Einsprüche gegen den Inhalt dieses Katasters, gegen die Aufnahme oder Nichtaufnahme der Nebenbetriebe in das Kataster, gegen deren Veranlagung und gegen die Einschätzung der Betriebsbeamten und Facharbeiter sind innerhalb einer Frist von 4 Wochen nach Offenlegung bei den Vorstande der land- und Forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft in Darmstadt bei Meidung späterer Nichtberücksichtigung vorzubringen. Gießen, den 15. Januar 1904. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Curschmann. Bekanntmachung. Das 5. Ziel Gemeindeftener für 1903/04 ist innerhalb 8 Tagen bei Meidung der Beitreibung zu bezahlen. Zahlstunden täglich vormittags. Gießen, den 21. Januar 1904. Stadtkasse Gießen. Doepfer. Bekanntmachung. Zahltage der Kreistasse betr. Montag, den 1. Februar von nachmittags 2 Uhr an wird zu Nieder- Gemünden bei Wirt Södler ein Zahltag der Kreiskasse abgehalten. Die Großh. Bürgermeistereien und die Straßenwarte wollen die Interessenten hierauf aufmerksam machen. Alsfeld, den 20. Januar 1904. Großh. Kreisamt Alsfeld. Dr. Melior. Bekanntmachung. Im Auftrage des landwirtschaftlichen Bezirksvereins gebrannten Kaffee'ssfeld werden in der nächsten Zeit folgende Vorträge von hervorragender Güte und wöchentlich frisch gerö tet au nachstehenden Preisen i. empfehlende Erinnerung. per Pfd. 100. 120, 140, 160 und 180 Bfg. Brima gehalten werden: Sonntag, den 24. d. Mts., nachm. 3½ Uhr, bei Wirt Karl Reitz in Flensungen über„ Stalldünger und fünstliche Düngemittel": Herr Landw.Lehrer Neichelt in Alsfeld; Donnerstag, den 28. d. Mis. abends 1/28 Uhr bei Wirt Andreas Fink in Leusel über„ Verbilligung der Produktionskosten im Landwirtschaftsbetriebe": Herr Landw.- Lehrer Schwarz Kartoffel in Alsfeld. Speise u. Salatkartoffel Der auf Samstag, den 23. Januar 1904 zu den billigsten Tages- anberaumte Vortrag in Leusel fällt wegen der an diesem Tage dort stattfindenden Bürgermeisterpretsen empfiehlt wahl aus. J. Hankel Schloßgaffe Submissions- Holzverkauf. Gießen. Das in den Waldungen der Gemeinde GrokenBuseck, Distrikt Entenpfuhl pp. lagernde Fichtenstammholz zwar: boundar; 86,72 stm. bis zu 19 Cm. Durchmesser und 54,92 von über 19 bis zu 36 Cm. Durch messer und bis zu 24 Meter Länge, worunter schöne Schnittstämme, Montag, den 25. Januar, abends. 8½½ Uhr pünktlich soll im Submissionswege verkauft werden. in Steins Saalbau. Es spricht Herr Rudolt Conrad- Dew- York über: Die Vereinigten Staaten von Nordamerika u. ihre Bewohner. ( Mit Lichtbildern.) Eintrittskarten für Nichtmitglieder sind zu 50 Pfg. abends an der Kasse zu haben. Die Vorstände. Achtung! Garantirt nächste Ziehung! Achtung! der Karlsruher Lotterie Lose à 1 Mk., 11 Lose 10 Mk. bereits am 23. Januar 1904. Porto und Liste 25 Pfg. Gesamtgewinne i. W. Mk. 26000 Hauptgewinn Mk. 8000 Baar Geld mit 90% garantiert! Kleine Loszahl! erh. bei J. Stürmer, General- Agent, Strassburg i. E. Giessen bei: Rich. Buchacker, W. Semmler, Ph. Weiler. Robert Stuhl Hauptagentur Gießen, Neustadt 23 emfiehlt Eiergemüsenudeln Gemüsenudeln Maccaroni, ital. Maccaroni, Bruch Zwetschen, türk. Zwetschen, calif. Apfelringe, amerik. Apfelschnitzen ,, der Lebens-, Unfoll, Saft= pflicht, Fener- und Einbruchsdiebstahlversicherungsbranche einer altrenommierten, erstklassigen Gesellschaft für ist neu Gießen zu besetzen. Qual ficierte Bewerber, die bereit find, fich energisch der weiteren Ausbreitung des bereits bestehenden Geschäftes zu unterziehen, belieben Offerten unter F. G 761 * a. Blutstod. Timerman an G. L. Daube& Co., Hilfe.mburg, Fichteftr. 33. Frankfurt a. M. einzusenden. Alsfeld, den 19. Januar 1904. Der Direktor des landw. Bezirksvereins Alsfeld. Dr. Melior. Vergebung von Installationsund Kanalisationsarbeiten. werden hiermit auf Grund des Ministerialerlasses vom Für den Neubau der Universitäts- Bibliotbek 16. Juni 1893 die Gas- und Wasser- Installationsarbeiten unter den zur Ausführung berechtigten UnterDiesbezügliche Gebote fönnen auf jedes Sortiment nehmern, die Kanalisationsarbeiten öffentlich, ausgeschrieben. getrennt und auch zusammen, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift bis zum 26. d. Mts, mittags Uhr bei der unterzeichneten Bürgermeisterei eingereicht werden, woselbst als dann die Eröffnung in Gegenwart der etwa erschienenen Bieter stattfindet. Großen Buseck, am 15. Januar 1904. Großh. Bürgermeisterei Großen Buseck. Schwalb. Holz- Bersteigerung Hülsenfrüchte i. Gießner Stadtwald. als: Donnerstag, d. 28. Januar von ausgezeichneter Kochart, vormittags 92 Uhr beginnend, werden im Gießener Stadtwald in den Distrikten Förstersbrunnen, Lache und Oberwalt versteigert: 10 Rm. Eichen Nutzscheitholz 134 Buchen- Scheitholz 116 16 Erlen " 1 Eichen: " " " " 67 " Buchen- Knüppelholz 85 Eichen" f M Eichen= " 10 Erlen= " 505 " Buchen: Stockholz( zerkl. 100 Eichen= H " 1 17 Erlen= " 1800 Wellen Buchen- Reisig. 2510 Eichen60" Eilen If " 1 " Die Zusammenkunft ist auf der Licherstraße an der 8. Schneise. Gießen, am 20. Januar 1904. Gr. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Gebrauchte Drehbank für Metallbearbeitung, 1-2 Mtr. Spizenweite, zu kaufen gesucht. Off mit Preis unter 3206 a. die Exp. d. Bl. Wer Stelle fucht, verl. die Deutsche Vakanzenpost' Eklingen Linsen Bohnen, weise Erbsen, gesch. Erbsen, ungesch. Erbsen, grüne holl. ferner: Sauerkraut Salzgurken Essiggurken empfiehlt Robert Stuhl Die Verdingungsunterlagen liegen auf unserem 3weigbureau Stephanstraße 18 zur Einsicht auf und fönnen von dort zum Selbstkostenpreis bezogen werden. Angebote mit genau bezeichnender Aufschrift sind bis Montag, den 25. Januar, Vormit ags 11 Uhr, dem Eröffnungstermin, auf dem genannten Zweigbureau einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, am 14. Januar 1904. Großh. Baubehörde für die Universitäts- Neubauten Gießen. Becker. Verdingung. Nachverzeichnete Arbeiten und Lieferungen für die Feldbereintaung Geßen, rechts der Lahn sollen im Wege schriftlichen Angebotes öffentlich vergeben werden: 1. Verschleifungsarbeiten 2. Chausstierungsarbeiten 3. Fuhrleistungen 4. Liefern von Kleinschlag beranschl. zu 410 Mr. 281 " " " 180 " f " " 455 " 5. Liefern von llebergrundungsmaterial" 105" Die Verdingungsunterlagen liegen bei der unterzeichneten Behörde zur Einsicht auf. Angebote haben in Prozenten des Voranschlages zu erfolgen und sind verschlossen, postfrei und mit entsprechender Aufschrift versehen bis Samstag, den 23. d. M. vorm. 11 bei der unterzeichneten Behörde einzureichen, Möbliertes Zimmer deren Gröffnung um die genannte Zeit in Gegenwart der erschienenen Bieter stattfindet. Gießen, am 15. Januar 1904. Großh. Kulturinspektion Gießen. Wißmann. Gießen, Neustadt 23. und eine Fleine FamilienWohnung zu vermieten Neuenwea. 31. Sön möl. Zimmer mit oder ohne Pension zu verm. Gieken, Bismarckstraße 17. Mittlerer Stod, Bleichstraße 11, 5 Zimmer mit allem Zubehör, Gartenanteil. sowie Trockenboden, zu vermieten. Näh. Gießen, Neuenweg 28. Wegen Altershalber verkaufe ich meine Wirtschaft mit Schener Stallung und Garten an der Wohnung. F. Wetz, Gladenbach, Bahnhofstraße. Uhr woselbst 2 sehr verm. christliche unabhängige Damen su ben die Be fannt haft fol. tücht. Herrn zwecks Heirat. Aufricht. n anonyme Off. erbeten Hera Berlin S.w. 12 poſti. FÜR UNSERE JUGEND Merksprüche. Fröhlicher Mut und ernftes Streben Sell reine D, du Hasenfuß, er hat bir ja nichts getan, Gieb ihm ein Küßchen!" geh', verEntrüstet ruft Hans geht hin, dreht " Ja, Mama," sagt Hans, Das liebe Tier hat es ja nicht Nr. 17. Donnerstag, den 21 Januar essische Familienzei 1904. 11 fsichtigung toffenschaft Vorstande halb einer ng der Be fter, gegen oder NichtJe gegen den ei zur Gin zum 4. Fe 903, liegt 2 twirtschaft n. treibung zu 1903/04 ist ödler ein 98 21 Uhr aufmerksam te Straßen: FUR UNSERE JUGEND Merksprüche. Fröhlicher Mut und ernstes Streben Soll deinem Leben die Richtung geben. Gut verloren Mut verloren Ehr' verloren - * unverdorben, halb verdorben, gar verdorben. Eine Heldenstadt. Städte, in denen für alle Zeiten berühmt gewordene Menschen gewirkt haben, Gegenden, von denen Strömungen ausgegangen sind, welche in der Geschichte der Völker und Menschen bleibende Spuren hinterließen, erwecken unsere Teilnahme in hohem Grade. Nicht am wenigsten bedeutungsvoll war Sparta, auf der griechischen Halbinsel Peloponnesus; und mancher von euch hat sicher den Wunsch, einmal die Stätte zu schauen, von wo Leonidas zum Heldentod mit seinen dreihundert Spartiaten nach den Thermopylen auszog. Das Bild, das uns die Ebene von Sparta heute zeigt, ist allerdings wesentlich von einst verschieden. Der Glanz früherer Zeiten ist vorbei, von den Gebäuden, Tempeln, welche vordem die Ebene inmitten zahlreich ausgedehnter Gartenanlagen füllten, sind nur wenige Ueberreste alter Bäder, eines Tempels und einer Brücke über den Eurotas erhalten. Der Palast des Menelaus, aus dem Paris mit der schönen Helena floh, in dem die griechischen Fürsten um Agamemnon sich versammelten und den Rachezug gegen Troja berieten, ist längst verschwunden, die Agora( Marktplatz) mit den Versammlungsgebäuden der Gerusia( Rat der Alten) und der Ephoren, ist verfallen, die belebten Cymnasien und weiten Ringpläße der Jünglinge, auf welchen fast ausschließlich die Erziehung zu abgehärteten, kriegsfrohen Männern vor sich ging, sind verödet; aber noch heute blickt unerschütterlich das steile, unwegsame Taygetosgebirge hinab in die Ebene von Sparta, noch durchſtrömt der sagenberühmte Fluß Eurotas die weite Fläche. Die jezige Stadt Sparta nimmt nur einen kleinen, den südlichen Teil des alten Sparta ein und ist von sehr geringer Bedeutung; sie wurde erst 1836 wieder neu gegründet. Tie Ebene von Sparta wird aber unvergessen bleiben, so lange Menschen leben. es Für fleißige Hände. Buntfarbige Photographien herstellen zu können, bereitet immer viel Freude. Man kann diese Kunst auf vielerlei Art ausführen; die einfachste ist diejenige mit Wasserfarben, die ihr in einem Tuschnäpfchen, wie üblich, auflöst und dann etwas frisches Eiweiß hinzusetzt. Man bekommt Eiweißfarben auch gleich fertig zu kaufen. Die Farben dürfen nur dünn sein und müssen lasierend aufgetragen werden, d. h. man muß die Licht- und Schattenpartien, welche das photographische Bild bietet, noch hindurchsehen. Will man z. B. Kopfhaare goldblond malen, so nimmt man die helle Ockerfarbe und übermalt damit die Haare ganz gleichmäßig; eine Abschattierung ist nicht nötig. Ebenso malt man Wiesen grün, Wasser hellblau, Häuser grau mit rötlichen Ziegel- oder bläulichen Schieferdächern, Himmel malt man nur oben blau und verwischt dann diese Farbe in schnellen Querstrichen mit einem bloß wasserfeuchten Pinsel nach unten zu, so daß der Himmel im Hintergrund immer heller und dadurch sehr natürlich erscheint. Bei Porträts zichtet man sich natürlich ebenfalls nach der Natur, malt Gesicht, Halz und Arme fleischfarben, die Wangen etwas rot, die Lippen etwas mehr rot, Augen blau oder schwarz u. s. w. BY Tuftige Ecke. Der kleine Feldherr. Vorsicht ist bekanntlich der beste Teil der Topferkeit. Das zeigte auch Hänschen, das vierjährige Söhnchen en unserer ersten Generale. Er spielte längere Zeit ganz friedI'd mt seinem allerliebsten Hündchen. Endlich beißt oder kneift d.s pa dhen ihn in die Wade. Hans ergreift mit großem Gesorei ie lucht zur Mutter. Die Mutter beschwichtigt den Kleinen:„ D, du Hasenfuß, er hat dir ja nichts getan, geh', versöhne dich wieder mit Bello! Das liebe Tier hat es ja nicht böse gemeint! Gieb ihm ein Küßchen!" Hans geht hin, dreht aber Bello um und küßt ihn über den Schwanz. Entrüstet ruft die Mutter:„ Aber Hans, was fällt dir ein! Warum küßt du denn den Hund auf den Rücken?"" Ja, Mama," sagt Hans, der scharfsinnige Erbe des bekannten Feldherrn, da kann er mich doch nicht beißen!" Eines Königs erste Schulffunde. Als Sachsens König Albert noch Stand in der Kindheit frohen Tagen, Da wollte ihm der Schule Joch Im Anfang gar nicht recht behagen. Als man ihn in das Zimmer rief, Den jungen Lehrer zu begrüßen, 3og schmollend er das Mündchen schief Und stampfte troßig mit den Füßen. Man mahnte, drohte, bat und schalt, Versucht es, kurz, auf allen Wegen, Doch immer setzt der junge Prinz Sein fest:„ Ich will es nicht!" entgegen. Der Lehrer, welcher zugehört Dem Streit mit ruhigem Gesichte, Rief jetzt:„ Mein Prinz, von einem Pferd Weiß ich die herrlichste Geschichte!" Prinz Albert horchte auf, gestillt War plötzlich all' sein Leid und Grämen. ,, War denn das Pferd auch richtig wild?" Ließ er sich rasch darauf vernehmen. Zutraulich trat er näher schnell. Bald saßen friedlich sie beisammen, Und aus des Prinzen Auge hell Erstrahlten der Begeist'rung Flammen. Und als die Mär zu Ende, spricht Der junge Mann mit heitrem Munde: „ Mein Prinz, dies war vom Unterricht Soeben unsre erste Stunde." Da schlug dem kleinen Prinzen froh Das Herzchen, als er dies vernommen: " Ja," rief er, wenn die Schule so. Dann kannst du alle Tage kommen!" Rätsel und Aufgaben. 1. Krenzrätsel. 2 3 4 Im Walde steht die 1+ 2 Stets grün, ob warm, ob kalt es ſei; So manche gute 1+ 4 Seid, meine Löserinnen, ihr; Die 3+ 4 fann scharf auch sein, Ist als Gewebe schön und fein; Verschieden ist, wie an Gehalt, Die 3+ 2 auch von Geſtalt. 2. Zahlenrätsel. - - 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 ein europäisches Kaiserreich. 2 3 1 5 ein Fisch, 4 5 8 9 10 ein Knabenname, 34 8 9 10 ein stehendes Gewässer, 6 8 9 10 3 4 5 ein Mann des Rechts, 5 48 27 ein Wunsch vieler im Sommer, 4 8 9 10 7 ein Baum, 8 9 10 ein persönliches Fürwort, 9 10 6 8 2 3 der Bekenner einer bestimmten Religion, 10 8 5 3 ein Hüter. Die Anfangsbuchstaben der gefundenen Worte, von oben nach unten gelesen, ergeben wieder das erste Wort. 7'''! D xəzəng Nr. 17. Donnerstag, den 21. Januar Oberhessische Familienzei Tägliche Unterhaltungs- Beilage der Gießener Neueste Nachrichten. 1904. Bad and Berlag ber Stefaner Serlegsbraderet, verm. Wilh. Reller'sche Subruderet( gogs. 1789); recentment: ibis& lats ( 14. Fortsetzung.) Der Beuge. Roman von Marie Bernhard. Sie hatte sich dicht neben ihren Bruder gestellt, wie wenn sie bei ihm Schutz suchen wollte, hatte ihre beiden Hände auf seinem Arm verschränkt und blickte mit den wundervollen dunkelblauen Augen dem einzigen, was bei den zwei Geschwistern von überraschender Aehnlichkeit war bittend zu Hellmuth auf. Wie reizend sie war! So reizend, daß der junge Norden sich innerlich versucht fühlte, ihr ein ganzes Orchester zuzugestehen, falls sie einen solchen Wunsch geäußert freundlich: hätte. Er unterdrückte aber jedes Kompliment und ſagte nur „ Es bedarf keiner Bitte, auch keiner Entschuldigung, gnädigstes Fräulein! Wer, wie ich, die Musik lieb hat und selbst kein ganz schlechter Dilettant auf dem Pianoforte iſt, der kann eine Bereicherung der Kunstpflege auf Yokohama nur mit wahrer Freude begrüßen. Meine Diener stehen zu Ihrer Disposition, um das Corpus delicti, das Sie mir so gewissenhaft gebeichtet haben, an Land zu schaffen!" James und Charley wurden mit den notwendigen Anweisungen versehen, und Hellmuth winkte einen der japanischen flachen Kähne herbei, um vorerst einmal sich selbst, ſeine Hausgenoſſen und deren Handgebäck ans Ufer bringen zu lassen. Noch einmal drängten sich viele Kinder um Hilda Ermshagen, ein paar weinende Frauen umarmten sie zum Abschied, und mit respektvoll gezogenen Hüten standen verschiedene Herren um sie her, unter ihnen der englische Lord, der es offenbar für angezeigt hielt, diese deutsche Dame ganz wie eine englische Lady zu behandeln. Der schwedische Landwirt riß dem jungen Mädchen in heftiger Bewegung fast die Hand aus dem Gelenk und bedankte sich in einem sehr drolligen Gemisch von fehlerhaftem Deutsch und noch schlechterem Englisch für die vielen Dienste und Gefälligkeiten, die sie während er Fahrt seiner leitenden Gattin und seinem Töchterchen geleistet, es kam die verblühte Italienerin mit ihrem muntern Zögling herbei und die blasse, elegante Amerikanerin mit dem Baby und dessen schwarzer Wärterin. Hilda hatte für sie alle ein letztes Wort, hier einen tröstenden Zuspruch, ein Lächeln, einen herzhaften Händedruck, einen Auß, ein anmutiges Neigen des schönen Hauptes, und wie sie jetzt ihres Bruders Arm nahm, um zur Schiffstreppe zu gelangen, wandte sie sich noch einmal, warf noch einen langen Scheideblick den letten! auf das bunte und bewegte Bild, das sich ihr bot, und zog dann hastig den grauen Schleier über ihr Gesicht, weil sie fühlte, daß die Augen ihr feucht wurden. So viel hatte sie mit diesen Leuten während der langen Reise verkehrt, manchen war sie nahe getreten, sie hatte redlich ihr Leid, ihre Freuden mit ihnen geteilt, sich für ihr Schicksal interessiert, manches Gespräch voll Ernst und Tiefe mit ihnen geführt, und nun? Sie verließ das Schiff und ging an ihres Bruders Seite einer unbekannten Zukunft in einem fremden Lande unter fremden Leuten entgegen und jene, die zurückblieben, die weiter fuhren, sie würde sie voraussichtlich in ihrem ganzen Leben nie mehr wiedersehen,.... und welches würde ihr Los sein? ( Nachdrud verboten.) Aber Hilda Ermshagen war kein kleinmütiges und zaghaftes Geschöpf! Das Leben hatte sie mehrfach schon in neue Situationen geworfen, sie war nicht verwöhnt, es war nicht das erste fremde Land, dessen Boden ihr Fuß betrat, und hatte sie nicht ihren Bruder, an dessen Schicksal nun einmal das ihrige gefettet war... bis nun, darüber wollte sie sich vorläufig keine Gedanken machen! Sie schlug den Schleier zurück und besah sich mit teilnehmendem Auge das Getümmel im Hafen, dem die raschen " uderſchläge sie immer näher brachten, und sie lächelte über die kleinen gelben Japaner, die da am Ufer so gravitätisch im schwarzen Ueberrock und Cylinder, als Europäer", einherstolzierten und gar keine Ahnung hatten, welch komische Figur sie in dieser Tracht bildeten. Natürlich war weder von Hot- sumi noch von den Gepäckfarren eine Spur zu finden, als man landete, und Hellmut fand zum tausendstenmal die Erfahrung bestätigt, daß ein Duzend japanischer Eide und Beteuerungen nicht so viel gelten, wie ein einziges deutsches Ja!" Er mietete also einen Menschen samt Karren, den er nicht aus den Augen ließ, und trat dann mit seinen beiden Gefährten den Weg nach dem Hause seines Vaters an. Norden senior hatte heute früher als sonst das Kontor verlassen, um zum Empfang der neuen Hausgenossen bereit zu sein. Er war in nachdenklicher Stimmung, und das Herz war ihm schwer. So war es nun also gekommen, wie er selbst es gewollt: ein Fremder sollte im Geschäft an seines Sohnes Stelle treten und schließlich aus seinen, des obersten Chefs, Händen die Leitung der Firma Norden& Sohn" selbständig übernehmen, wenn auch er sich zur Ruhe setzen würde. Und Hellmut sollte zum kommenden Herbst, wenn in Deutschland die Blätter zu fallen begannen und für Japan die schönste Jahreszeit herannahte, zurückgehen nach Europa, sollte Yokohama für immer verlassen! Dort tamen drei Gestalten durch die mit spärlichem Blattwerk bestandenen Laubgänge auf das Haus zu; ein japanischer fremder Lastträger, der einen Karren mit hochgetürmtem Handgepäck vor sich herschob, folgte ihnen. Norden senior erkannte seinen Sohn schon von weitem an seiner hellen, bequemen Kleidung, dem breitgerandeten Hut und der stolzen Haltung des Kopfes. Prüfend drückte der Mann am Fenster unter der dunkelblauen Brille seine Augen zusammen, um die neuen Ankömmlinge besser zu sehen. Frizz Norden besaß ungewöhnlich scharfe Augen, er hatte sich nur an diese blaue Brille gewöhnt, weil das grelle Licht der tropischen Sonne ihm unangenehm war. Jezt lüftete Hellmut, der seinen Vater am Fenster erblickt hatte, den Hut, Walter Ermshagen folgte seinem Beispiel, die junge Dame neigte anmutig ihr Haupt, und Norden senior trat aus der Tür, seine Hausgenossen zu empfangen. Was nun folgte, war eine allem Anschein nach ganz gewöhnliche Begrüßungsszene, die die herkömmlichen, höflichen Fragen nach der langen Reise, die üblichen Willkommensworte, Reden und Gegenreden enthielt, und doch entsann sich Hellmut später, viel später, ganz deutlich, daß Ben. ง 温 En Betr.: Die Went Die Gr. Kr an die Aus rubr. S Verfügung gestellt in der Fortbildung gute Leistungen au Landwirtschaft Tü Wir fordern genauer Angabe Gemeinde ein fold Fehlberichte laufende Anträge finden. Betr.: Den gericht zur Vorna Die Gr. Kr an die Schulvor Nachstehende dienstlichen Kennt G Betr.: Wie oben. Das Großh frauenwabl CB. In der Rei bon mehreren Se bürgerlicher Part Handelsgehilfinne zu den Kaufmann langten die Sozia recht, während di das erstere beschrä gewährt werden f fation des Staates muß es auch sein, Mann die letten fann, indem er sein Demgemäß fönnen den Aemtern, die d des passiven Wahl die Wählbarkeit zu Bedeutung. Etwas anderes nicht das aktive Wa im deutschen Reich geitellte weiblichen hier immerhin ichon der Staatssekretär Gewahrung dieser und man wird woh dat diejes Verlang digen Konsequenze man den faufman in feines Vaters Wesen etwas auffallendes, sonderbares gelegen hatte, etwas, das ganz gegen seine sonst so ruhig abgemessene, vornehme Art verstieß, etwas Hastiges, Unruhiges, Unbestimmtes... Dabei hob sich Friz Nordens breite Brust in starken, tiefen Atemzügen, und während er verbindlich zuhörte, jetzt lächelnd eine Ansicht berichtigte, nun wieder artig beipflich tete, spähte sein Blick unausgesetzt unter den blauen Gläsern hervor, und es flang fast wie ein Seufzer der Erlösung, als Hellmut das Gespräch beendete und sich erbot, die neuen Freunde in ihre Wohnung zu führen. Ein paar höfliche Abschiedsworte hier wie dort, und der Sohn des Hauses zeigte den Neuangekommenen ihren zukünftigen Wohnsitz im Mittelbau des weitläufigen Hauses. Jedes der Geschwister fand zwei zweckmäßig und hübsch ausgestattete Zimmer für sich, außerdem war noch ein gemeinsamer großer und luftiger Salon, sowie ein kleines Vorzimmer vor handen, in welchem sich ein japanischer Diener und eine junge Japanerin aufhielten, zum speziellen Dienst der Ankömmlinge beſtimmt, beide der englischen Sprache einiger maßen mächtig und zur größeren Bequemlichkeit auch mit den englischen Namen Tommy und Nell versehen. „ Glauben Sie diesem glattzüngigen Halunken keine einzige von all den Ergebenheitslügen, die er jetzt über Sie ausschüttet," bemerkte Hellmut lachend, in deutscher Sprache, als Tommy unterwürfig seines neuen Herrn Hände füßte, sich bis zur Erde neigte und eine ganze Blumenlese guter Wünsche und treuherziger Versprechungen vom Stapel ließ, ich bin leider gezwungen, Ihnen sofort eine Warnung bezüglich des japanischen Volkscharakters zugehen zu lassen, denn ich erachte es als meine Schuldigkeit, Fremde, die noch dazu meine Hausgenossen, hoffentlich meine guten Freunde werden sollen, vor Schaden und Enttäuschungen nach besten Kräften zu bewahren. Ganz ausbleiben kann das doch immer nicht! So bitte ich Sie denn inständigst, Ihr Eigentum unausgesezt unter Schloß und Riegel zu halfen, nie einer noch so kräftig vorgebrachten Versicherung oder Beschwörung Glauben zu schenken, sondern unter allen Umständen stets selbst den Sachverhalt zu prüfen und nur Ihren eigenen Augen und Ohren, niemals aber denen Ihrer Diener zu trauen, nicht in Erstaunen zu geraten, wenn Ihre striktesten, deutlichsten Befehle unausgeführt, Ihre strengen Ermahnungen unbeachtet bleiben, sondern in solchem Fall einfach sofortige Entlassung anzufündigen, und endlich nie den Versuch zu machen, den Japanern gegen= über mit einem Begriff zu operieren, den wir bei uns in Europa Chrgefühl nennen, da Sie nur auf die äußerste Verständnislosigkeit im besten Fall,- im andern auf die Gefahr, sich lächerlich zu machen, stoßen würden! Ich spräche nicht so zu Ihnen, hätte ich nicht so schrecklich viel Lehrgeld zahlen müssen,- ja, eigentlich, genau genommen, zahle ich das noch täglich, da es mir, einem geborenen Sanguinifer, unglaublich schwer fällt, fortwährend erziehend zu wirken und selber das zu befolgen, was ich anderen so eifrig anempfehle! Sie werden fragen, warum wir uns feine englischen Dienstleute halten! Erstens gibt es nicht übermäßig viele gute englische Bediente in Yokohama, die meisten suchen möglichst rasch etwas zu ersparen und machen dann, daß sie wieder fortkommen, vielen bekommt auch das Klima nicht, und dann zweitens: der japanische Dienstbote kann so viel, er kann sogar besseres leisten als der englische, wenn er nämlich will! Die Leute besitzen unglaublich viel Geschicklichkeit, Nachahmungstalent, Intelligenz, aber sie wenden all das ganz nach Willkür, nach ihrer augenblicklichen Laune, an, und keine logischen Vorstellungen, Bitten, Drohungen und Strafen wirken auf sie ein! Sie, gnädiges Fräulein, werden es mit Nell leichter haben; die Japanerinnen sind nicht nur anstellig und liebenswürdig, sie sind auch anhänglicher als die Männer, nur freilich Wahrheit und Ehrlichkeit dürfen Sie auch hier nicht suchen! Sie lügen und stehlen alle, mit dem einzigen Unterschied, daß manche es im großen, andere im kleinen betreiben, einige es aus Prinzip, andere aus Malice tun, jene eine tomische Naivität im Eingestehen solcher Dinge, diese eine bedenkliche Fertigkeit im Ableugnen derselben besigen!" Man war indessen in die für Hilda bestimmten Zimmer gelangt, und sie stieß einen Ruf freudigen Erstaunens aus beim Anblick der überaus lichten, freundlichen Ausstattung dieser Räume und der reizenden Aussicht, welche dieselben durch die tiefgehenden, breiten Fenster auf den im vollen Sonnenglanz daliegenden Garten mit seinen immergrünen Eichen, schlanken Palmen und dunklen, feingefiederten auch Zedern boten. Hellmut, dem diese Zimmer bis dahin immer sehr gut gefallen hatten, dachte er jetzt für sich, daß sie für eine so schöne Einwohnerin doch lange nicht gut genug wären, und er überlegte ernstlich, was er zu ihrer Ausschmückung in unauffälliger Weise tun könne. Hier," sagte er, und hob ein zierlich lackiertes Tischchen, sowie ein vaar leichte Stühle von der Stelle,„ hier kann zunächst Ihr Pianino stehen, was meinen Sie, gnädiges Fräulein?" Ohne Zweifel! Ich habe da das beste Licht und brauche nicht gegen die Wand zu singen." " Das eben habe ich auch bedacht! Vergessen Sie aber ja nicht, jedesmal, wenn Sie musiziert haben, den Schlüssel abzuziehen und wegzustecken, Tommy und Nell könnten sich versucht fühlen, ihrerseits auch Studien vorzunehmen. Habe ich doch meinen Hot- sumi einstmals dabei betroffen, wie er mein Pianoforte mit den beiden Fäusten bearbeitete, da die Finger ihm offenbar zu wenig Effekt machten. Nun aber ziehe ich mich zurück, hier ist die Glocke für Ihre Dienerschaft! Auf Wiedersehen, sobald es Ihnen beliebt! Mein Vater, sowie ich, stehen für heute und morgen, Sonntag, ganz zu Ihrer Disposition!" Hellmut grüßte freundlich mit Augen und Hand und verließ die Geschwister. Es trat eine kurze Pause ein. Walter Ermshagen sah nach der Tür, durch welche der junge Norden gegangen war, und sagte endlich: „ Nirn, ich finde, Hendrichs hat uns von seinem Liebling nicht zu viel vorgeschwärmt. Das ist in der Tat ein ungewöhnlich reizender Mensch! Girl, findest du das nicht auch?" Hilda lächelte gedankenvoll vor sich hin. „ Ja, langsam. ungewöhnlich reizend!" wiederholte sie Indessen war Norden senior, nachdem die drei andern ihn kaum verlassen hatten, mit haſtigen Schritten in sein Arbeitszimmer gegangen, um daselbst sofort vor den in die Mittelwand eingelassenen großen Spiegel, der einen Teil der üppigen Tropenlandschaft von draußen ins Zimmer verlegte, zu treten, die Brille abzunehmen und seine Gesichtszüge einer genauen Musterung zu unterwerfen. ( Fortsetzung folgt.), Die ruhige Wohnung. Humoreske von Leopold Guttzeit. ( Nachdruck verboten.)) Doktor Frizz Stillermann, ein junger Gymnasiallehrer, war aus dem westpreußischen Städtchen, in dem er zuletzt gewirkt hatte, nach der Hauptstadt verzogen, wo er den frei gewordenen Posten eines Oberlehrers an dem Kant- Realgymnasium erhalten hatte. Fritz arbeitete an einer auf sieben Bände berechneten„ Geschichte der alten Deutschen von den Cimbern und Teutonen bis zur Völkerwanderung", und hoffte, in den Berliner Bibliotheken das Studienmaterial zu finden, das er in dem westpreußischen Städtchen vermißt hatte. Fritz war ein herzensguter Mensch, der mit seiner Gattin und seinem Töchterchen in glücklichster Ehe lebte. Das Paar hatte eine zwei Treppen hoch belegene Wohnung in der Großbeerenstraße gemietet. Die Wohnung, aus drei Stuben, Küche und Zubehör bestehend, war recht freundlich, gut im Stande und bot eine gefällige Aussicht nach der Straße, feine üble nach dem sauber gehaltenen Hof mit hübschen Anlagen. Auch die Leute im Hause, soweit Stillermanns mit ihnen in Berührung famen, waren sehr nett, der Wirt jovial und tolerant, der Portier höflich und nicht auf Trinkgelder verpicht. So ließ sich alles gut an. Nur verschiedene störende Geräusche machten sich überall in der Wohnung bemerkbar. Saß Fritz vorn in seinem Arbeitszimmer, das zugleich als Salon diente, über seinen alten Deutschen, so wurden seine Gedanken durch anhaltendes Klaviergepauke über seinem Haupte zerstört. Begab er sich ins anstoßende Wohnzimmer, so wurde er durch das Poltern und Schnurren einer über ihm arbeitenden Nähmaschine aufgescheucht. Dies alles machte ihn allmählich mißmutig, Essen und Trinken wollten nicht recht schmecken, sein ehedem so gesunder Schlaf wurde unruhig, er, der früher nicht gewußt hatte, was Nerven sind, wurde nervös. Frau Grete sah bekümmert die mit ihrem Manne vorgehende Veränderung und sann auf Abhilfe. Eines Tages kam sie zu einem Entschluß, sie ging zu dem Haus wirt hinab und klagte ihm ihre Not. Der joviale alte Herr lachte:" Ja, liebe Frau Doktor, das ist nun einmal so in Berlin, da wird nichts zu machen sein. Ich kann den Leuten, die über Ihnen wohnen, das Klavierspielen und die Nähmaschine nicht verbieten." Verstimmt schlich Frau Doktor Stillermann zu ihrem Gatten zurück.„ Es bleibt nur eins übrig," meinte sie, ,, wir müssen ziehen." Als neun Monate vergangen waren Stillermanns hatten einen Jahreskontrakt gemacht – schickte der Herr Doktor dem Hauswirt einen eingeschriebenen Brief mit der Kündigung. Wenige Tage nach dem Quartalswechsel machte sich Frau Grete auf die Suche nach einer neuen, ruhigen Wohnung. „ Diesmal fangen wir es flüger an," sagte ſie ſiegesbewußt zu ihrem Gatten, und als dieser sie fragend ansah, fuhr sie fort:„ Wir mieten eine Wohnung im vierten Stock, da haben wir keine Menschenseele über uns und keinen Lärm zu fürchten."„ Richtig, richtig!" gab Frizz freudig zurück, „ daß ich auch daran nicht gedacht habe." Nach wochen langen Bemühungen Frau Gretes wurde denn auch die gewünschte Wohnung gefunden. Wirklich verlief der erste Tag ungestört, fein Klaviergepauke, keine Nähmaschine, so daß sich die Eheleute abends beglückwünschten und Fritz in der Vorstellung schwelgte, daß seine Geschichte der alten Deutschen nun rasch fortschreiten würde. Um zehn gingen beide zu Bett und waren bald eingeschlafen. Plötzlich es mochten mehrere Stunden vergangen sein wachte Frizz auf. Ein merkwürdiges Geräusch machte sich vernehmbar. Vald klang es flagend, seufzend, bald knarrend, rasselnd. Bald schien es von oben zu kommen, bald von der Seite. Allerlei wirre Gedanken an Geisterspuk schossen Friz Stillermann durch den Kopf, doch lächelnd wies er sie wieder ab. Endlich weckte er seine Frau.„ Hörst du nichts?" Frau Grete richtete sich im Bette auf und horchte gespannt.„ Eine Wetterfahne!" entschied ſie dann. Nach ſtundenlangem, ärgerlichen Wachen schlief das Ehepaar wieder ein, doch früher als gewöhnlich wurde Doktor Stillermann dem süßen Schlummer abermals entrissen. Mit dröhnenden Schritten gingen einige Menschen über seinem Kopfe auf dem Boden hin und her, schwere Gegenstände, wie Kisten und Kästen, wurden gerückt, aufgehoben und wieder fallen gelassen.„ Eine schöne Bescherung," seufzte Friz, als das Chepaar beim Morgenkaffee saß. Vielleicht wird die nächste Nacht besser," tröstete die Gattin. Aber es wurde im Gegenteil noch schlimmer. Es mochte etwa vier Uhr morgens sein, als Fritz durch ein eigentümliches Klopfen und Hämmern geweckt wurde. Diesmal war kein Zweifel möglich, es tam aus der Wohnung im Nachbarhause nebenan. Das verwünschte Klopfen und Hämmern, Scharren und Stoßen klang wie der Lärm einer Schlosser werkstatt. Der Spektakel dauerte über eine Stunde, dann ward es still. Frizz kam auf den Gedanken, daß daneben eine Falschmünzerbande ihr Wesen triebe. Am fünften Tage ging er zu dem Vizewirt Kulicke, der im Parterre einer Viktualienhandlung vorstand, um mit ihm über alles, was er auf dem Herzen hatte, zu sprechen. Er begann mit der Wetterfahne" und dem Spektakel auf dem Boden. Der Vizewirt, ein Herr von etwas derben Umgangsformen, glozie den Oberlehrer mit wenig verbindlichen Mienen an: " Wat, eene Wetterfahne? Jiebt's ja gar nicht. Det Ding uf dem Dache, das Sie meeren, is so' ne Maschinerie über'n Schornsteen, uf daß die Sonne den Rauch nich runter drückt. Wird wohl kaput sind und deshalb knarrt er.“ „ Und der Lärm auf dem Boden?"" Det macht der Trödlerfritz von über'm Flur. Der hat da oben sein altes Gerümpel untergebracht." Nun rückte Frizz mit dem Hauptpunkt seines Beschwerdeprogramms, den Falschmünzern, heraus, aber da kam er schön an." Wat, Falschmünzer? Na, Männecken, Sie sind woll nich von hier!" Indigniert schritt Doktor Stillermann hinaus und über den Flur zu dem Laden des„ Trödelfriß". Der aber ließ ihn gar nicht ein, sondern fertigte ihn in der halb geöffneten Türe ab. Ob man nicht wenigstens die Arbeit auf dem Boden um einige Stunden verschieben möchte, fragte Doktor Stillermann sehr höflich. „ Nanu, das fehlte auch noch," lautete die Antwort des Trödelfriz“.„ Werd' mich gerad' nach Ihnen richten. Halte ich, wie ich will." Und damit flog die Tür krachend zu. Fritz war empört, beruhigte sich aber schnell wieder, da er sich sagte, daß er von diesem ungebildeten Menschen nichts besseres verlangen könne. Aber die Sache mit den Falschinünzern mußte er weiter verfolgen, und beschloß, zunächst im Nachbarhause zu rekognoszieren. Vorsichtig stieg er die wenigen Stufen zu dem Kohlenkeller hinab, aus dem seine Gattin ihr Heiz- und Brennmaterial bezog. In dem dunklen Raum befand sich nur die Frau des Kohlenmannes. Ihr erzählte Frizz Stillermann seine Erlebnisse, wobei er auch nicht mit seinen Vermutungen, bezüglich der Falschmünzerbande, hinter dem Berge hielt. Die Frau wiegte ungläubig den dicken Kopf. nee, das ist wohl nicht möglich.... I nee."„ Im Ernst, liebe Frau," beteuerte Friz. In diesem Augenblick kami der Kohlenmann hinzu, dem seine Frau berichtete, worum es sich handelte. Der Mann verzog sein Gesicht zu einem breiten Grinsen, dann wurde er verlegen und kraute sich hinter dem Ohr.„ Ja, wissen Sie, lieber Herr, das werd' ich wohl selber sein. Ich bearbeite und verstaue nämlich des Morgens um die Zeit meine Kohlen für den folgenden Tag." Enttäuscht, aber doch froh, daß er nicht die Polizei alarmiert und sich nicht noch ärger blamiert hatte, entfernte sich Frik. Das Ende vom Liede war, daß nach einem halben Jahre Stillermanns hatten glücklicherweise nicht länger Kontrakt-- wieder gezogen wurde. Dann ging's aufs neue auf die Suche. Sie war von dem schönsten Erfolge gekrönt, denn das betreffende Haus war faum glaublich, aber wahr von lauter kinderlosen Ehepaaren bewohnt, ein Klavier war ein unbekanntes Möbel, Gesellschaften gab kein Mensch. Hier nun bezog unser vielgeprüfter Oberlehrer mit ſeiner Familie eine niedliche Wohnung im ersten Stock. Wahrlich, die Ruhe, die in dem Hause herrschte, war musterhaft. Aber o weh! Die„ Elektrische" fuhr am Hause vorüber und die Züge der Wannsee- und der Potsdamer Bahn verkehrten in nächster Nähe. Natürlich wurde nach einem halben Jahre wieder gezogen. „ Sie müssen nach einem Vorort hinaus," hatte zu unserem bedauernswerten Helden ein Bekannter gesagt. Der Bekannte war auch so freundlich, dem Oberlehrer eine, wie er sagte, in jeder Beziehung unübertrefflich günstig beschaffene Wohnung zu vermitteln. „ Es ist erreicht!" rief Fritz Stillermann selig, als er einzog. Aber noch war das Maß des Leidens nicht voll. Fritz schlief in der ersten Nacht so gut, wie lange nicht, aber des Morgens, so zwischen drei und vier Uhr, fuhr er mit einem jähen Ruck in die Höhe!„ Kickerici! Kickerici! Kickericki!" erscholl es von irgendwo in der Nähe und immer lauter, immer durchdringender, immer vielstimmiger. Fritz ächzte und griff sich krampshaft in die Hare. Aber er wollte der Sache auf den Grund gehen. Notdürftig gekleidet lief er auf den Hof hinaus. Ja, da war nichts zu sehen. Er kletterte auf einen Handwagen und sah über den Zaun in den Nebenhof und was er da sah, machte sein Blut beinahe erstarren. Auf der großen, weiten Fläche wimmelte es von Hühnern und Hähnen,„ Allmächtiger! Eine Hühnerzucht!" entrang es sich mühsam Stillermanns Brust und halb ohnmächtig brach er zusammen. Ein Vierteljahr später sehen wir unsere Freunde wieder auf der Wohnungssuche. Sie wollen in die Stadt zurück und finden sich von ungefähr in der Großbeerenstraße. An einem Hause- es kommt ihnen seltsam bekannt vor hängt ein Zettel aus, der verkündet, daß eine Wohnung von drei Zimmern, Küche und Zubehör zu vermieten sei. Du, Frik, ist das nicht das Haus, in dem wir zuerst gewohnt?" „ Allerdings, mir scheint es so."" Im Grunde war es hier noch am ruhigsten."" Wie wär's, wenn wir hier wieder mieteten?" Sie steigen hinauf und ihr erster Wirt, der alte joviale Herr, empfängt sie auf's herzlichste. Als sie ihm ihre Leidensgeschichte erzählen, lacht er, daß ihm die Tränen die Backen herabrollen.„ Ob ich Ihnen Ihre frühere Wohnung- denn die ist es, die leer wird, wieder vermieten will? Na, natürlich! Sie sind ja charmante Herrschaften. Noch eins, die Leute mit dem Klavier und der Nähmaschine sind längst nicht mehr da. Jetzt werden Sie wirklich ruhig wohnen!"