it. Jebt wollte taber hatte ibm Kommen Sie and auf Sie." ünrod neben sei ie Berchtfrau. Thr dh nicht, weshalb. Daß der Vater mit par? Da jah jie anner treten, da Füchsen. Weshalb pause. ie Antwort darauf zallerliebsten vor zugeführt:„ Da, gam,- das heißt, wollen?" reitelte Kuss. umarmen und St. 142. annementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 fg., aus gebracht 60 fg., durch die Poft bezogen viertelfährt M. 1.50. atisbellagen: Oberbeffische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( whentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittage. Montag, den 20. Juni 1904. Gießener 13. Jahrga n Jnsertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für ganz Obes beffen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfa fenit 15 f Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen, Seltersweg S Fernsprechanschluß Nr. 362. Nenelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Sießener Beifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen Die ,, Ritter der Landftrafse". CB Der Pastor v. Bodelschwingh hat in einer der letzten Sigungen des preußischen Abgeordnetenhauses einen Initia fivantrag, der bereits früher einmal das Haus beschäftigt jat und damals abgelehnt wurde, wiederholt. Es handelt ich darum, den privaten Samariter dienst für obdachlose Banderer mit öffentlichen Mitteln staatlich zu organisieren und zwar durch Schaffung von Verkehrsasylen mit Arbeits. gelegenheit und Einrichtung von Arbeitsnachweisen, die sick über die ganze Monarchie erstrecken. Die Vertreter der erschiedenen Parteien gaben ihre volle Sympathie für die Borschläge zu erkennen, und auch der Regierungsvertreter perfannte durchaus nicht die menschenfreundliche und wahr. haft christliche Gesinnung, die sich in diesem Antrag zu er tenmen gibt. Aber er vermochte trotzdem keine staatliche Beihilfe in Aussicht zu stellen. Das geschah aus einem rein jozialpolitischen Gesichtspunkte heraus, weil solche Asyle auch Das schlimmste Vagabundengesindet anzulocken pflegen uni daher trop der schärfsten Kontrolle unter Umständen die Wir fung haben, Ritter der Landstraße" förmlich zu züchten. Der Landrat eines rheinischen Kreises hat die privaten Asyle einer gründlichen Erhebung unterzogen und dabei festgestellt, daß nahezu 80 Prozent der Gäste arbeitsscheues fahrendes Boff gewesen sind, das keine Arbeit hat, weil es feine haben will. Pastor v. Bodelschwingh selbst hat gegen das Berliner Asyl geltend gemacht, daß sich von Jahr zu Jahr die Zu nahme der verbrecherischen Asylgäste in rascherem Tempe teigert. Er glaubt diesem Uebel steuern zu können, wenn die Asyle zugleich Arbeitsnachweise einführen würden und außerdem den Arbeitszwang bei der Gewährung des Asyl rechts. Diese Vorschläge sind im einzelnen gut, im ganzen aber wirkungslos, weil die Fürsorge für die wandernder Arbeitnehmer in ganz andere Bahnen gelenkt werden muß und weil es tatsächlich eine dem Zwecke ganz entgegengesett Wirkung ausüben müßte, wenn der Staat mit seinen reicher Mitteln an der Landstraße Verpflegungsstationen anleger und in diesen Fliegentellern neben dem gutartigen Menschen material das arbeits- und lichtscheue Proletariat sammelr würde. Der Wanderbursche und die Landstraße, die einst Redaktion der Neuen Becum: mals der Poet besang, haben ihre romantischen Reize ver loren. Unsere realistische Zeit steht im Zeichen des Verkehrs und demgemäß muß auch die Organisation des Arbeitsnach weises und der Personenbeförderung zu den Arbeitsstätter auf eine neue Grundlage gestellt werden. 1. Morina. id du hofftest es nicht mehr. ir verschiebt die Wunschgewähr, enu beglückt, du wärst es nimmer net ist's, baß der Himmel immer zehrt. obschon die Biege weiße Trauben gefressen hatte. feinen Antrag hin wurde die Biege gefeltert. Dabei war nur, daß der gefelterte Moſt Rotwein wurde, Doch die Conzer find nicht die einzigen, die unparteiji ndlich fand ein geistreicher Kopf das Richtige, und auf Beitig au ſeinem verlorenen Traubensafte helfen tönnten. hafte Tier exemplarisch strafen und dem Eigentümer gleichDie Richter fannen hin und her, wie sie das naschWunderbar Wir behaupten mit gutem Grund, daß derjenige Arbeiter, der sich heute auf die Landstraße begibt, schon halbmegs eine soziale Stufe hinuntergeschritten ist, denn es bauert viel zu lange, wenn ihm der Zufall nicht günstig gesinnt ist, bis er eine neue Arbeitsgelegenheit gefunden hat, und in der Zwischenzeit muß er durch den Mangel an Bflege förperlich und durch die Berührung mit den sittlich verfallenden Elementen auch geistig herunterkommen. Auch er bedarf, wie jeder Beruf in der modernen Zeit überhaupt, des schnellsten Verkehrsmittels, das wir haben, der Eisenbahn. Hier muß der Hebel angesetzt werden, inbern den arbeitswilligen Elementen bei der Aufsuchung einer neuen Arbeitsgelegenheit Jahrpreisermäßigungen, Fahrpreisstundungen, oder in dringenden Bedarfsfällen sogar bollständiger Fahrpreiserlaß zugestanden wird. Damit sich hierdurch nicht ein planloses Herumreisen durch die ganze Welt entwickelt, wird es allerdings notwendig sein, daß die Arbeitsnachweise staatlich organisiert werden, und zwar sind hierfür die Eisenbahnverwaltungen, denen zugleich die Regitimationsprüfung und die Fahrpreiskonzessionen zu übertragen sind, die berufenen Instanzen. Ein organisierter staatlicher Arbeitsnachweis mit telegraphischer Berichterstathung würde nicht nur die Zahl der Ritter der Landstraße auf ein Minimum zurückdrängen, sondern auch sehr viele Menschen vor dem Hinabsinken in die Klasse des lichtscheuen und des verbrecherischen Gesindels bewahren. Da der Staat die Monopolherrschaft über die notwendigen technischen Betriebsmittel besigt, so würden die Kosten nur eingebildeter Art sein und auf alle Fälle durch die sozialen Vorteile einer jolchen Wirksamkeit tausendfach, vieltausendfach aufgewogen berden. Der Krieg in Oftalien. Immer mehr gewinnt es den Anschein, als ob die Kämpfe jei Wafangou die völlige Vernichtung des russischen De tachements Stackelberg nach sich ziehen werden. Die Kolonne Stackelberg schwer bedroht. In Petersburg sind Depeschen eingelaufen, die in der höheren militärischen Kreisen die größten Befürchtungen hin ichtlich des Loses der Kolonne wachgerufen haben. Es liegt bearüber die folgende Meldung vor: Die Verluste der Kolonne Stackelberg werden nac neueren Nachrichten auf nicht weniger als 14 000 Mann beziffert. Es laufen bereits Gerüchte um, die von einer Zersprengung während des Rückzuges wissen wollen. Sicher ist, daß der ganze linke Flügel durch die japanisch Artillerie niedergeworfen ist. Stackelberg steht vor der dringenden Gefahr, durch die erdrückende japanische Uebermacht von drei Divisionen zer. schmettert oder von seiner Rückzugslinie abgeschnitten zu verden. Wie es heißt, soll Kuropatkin seinem bedrängten Unterführer mit zwei Divisionen zu Hilfe geeilt sein. Ueber den Untergang der japanischen Transportschiffe, die durch das russische Wladiwostokgeschwader in den Grund gebohrt wurden, liegen jetzt nähere Nachrichten vor. Vom " Sado Maru" wurden 200 Mann gerettet, der Kapitän und ein Teil der Mannschaft wurden gefangen genommen. Vom ,, Hitachi Maru" wurden 150 Mann gerettet. Mehrere Offi ziere und viele Soldaten begingen Selbstmord, um der Gefangenschaft zu entgehen. Ein weiteres Telegramm meldet, daß auch das Transportschiff„ Nagato Maru" zum Sinken gebracht worden sei. Bei dem Torpedoangriff waren die russischen Kriegsschiffe Kurit"," Rissija“ und„ Gromoboi" in Tätigkeit. Auf den gesunkenen Schiffen befanden sich fieben europäische Offiziere, von denen nur ein einziger mil dem Leben davonkam. Das Wladiwostokgeschwader st entgegen den ursprünglichen Nachrichten der Japaner bei Tschuschima entwischt. Nach einer Meldung aus Tokio wurde sam 18. d. Mts. früh 26 Uhr am westlichen Eingang zur Tsugaru- Straße gesehen, welche Jesson, die nördlichste der japanischen Inseln, von der Hauptinsel trennt. Eine weitere Meldung besagt: Das Wladimostofgeschwader ist von der Westküste des Aomori- Bezirkes fortgefahren. Die Russen burchsuchten zwei Handelsschiffe, auf deren eines sie den weiten gefangen genommenen englischen Offizier von der Besazung der Sado Maru" brachten, und gestatteten den Handelsschiffen dann, unbehelligt abzufahren. Die Politik. Neue Polizeiberordnungen über das Meldewesen sollen auf ministerielle Anordnung von allen preußischen Regie: rungspräsidenten demnächst erlassen werden und am 1. Of. tober in Kraft treten. Es soll dadurch insbesondere eine bessere Kontrolle des Aufenthaltes der vorübergehend abwesenden Saisonarbeiter, die bisher der Meldepflicht nicht unterworfen waren, erreicht werden. Zwischen dem Abzugs. ort und dem Anmeldeort wird ein Nachrichtendienst eingeführt. Die Meldungen können schriftlich oder mündlich erfolgen. Die Meldebehörden sind angewiesen, dem Publikum die Meldepflichten nach Möglichkeit zu erleichtern, auch wenn dadurch eine Vermehrung der Beamtenkräfte bedingt wird. Den Beamten wird Höflichkeit im Verkehr mit dem Publikum zur Pflicht gemacht. Auch soll dafür gesorgt werden, daß Meldeformulare im Buchhandel vorrätig gehalten werden. Oefterreich- Ungarn. Einen merkwürdigen Ausgang hat vorläufig das Straf berfahren gegen die Leiter des ungarischen Eisenbahnerstreifs genommen. Die angeklagten 13 Mitglieder des Ausstands. ausschusses der ungarischen Staatsbahnangestellten wurden freigesprochen. Das Gericht stellte sich auf den Standpunkt, die Eisenbahner seien keine öffentlichen Beamten. Die Frage ist, ob die höhere Instanz, die von der Regierung zweifelsohne angerufen werden wird, diese Rechtsauffassung des Budapester Stuhlrichters sich zu eigen machen wird. Italien. Eine Regierung, die keine Heeresvermehrung will, auch wenn sie ihr von der Volksvertretung nahegelegt wird, ist die italienische. Im römischen Senat erklärte der frühere Kriegsminister Senator General Bellour unter großem Beifall der Versammlung, mit Rücksicht auf die veränderte Weltlage sei eine Vermehrung der Militär- und Marineausgaben nötig. Wenn die übrigen Mächte neue und größere Rüstungen treffen, soll Italien deshalb allein ihrem Beispiel folgen?" Der Minister schloß, die Regierung werde unter den gegenwärtigen Verhältnissen auf keinen Fall vom Parlament irgend eine Vermehrung der Ausgaben für das Kriegsbudget fordern. Herr Pedotti wird mit dieser Anschauung zweifelsohne beim italienischen Volke populärer werden als General Bellour mit den seinen. Aber wer von beiden mehr Recht hat, das wird erst die Zukunft entscheiden. frankreich. In der Angelegenheit der Karthäusermillionen hat der französische Justizminister die Einleitung eines Unterjuchungsverfahrens gegen den Ingenieur Cha= bert angeordnet, der bei dem Sohne Combes' den Bestechungsversuch gemacht hatte. Bei Chabert ist bereits eine Haussuchung vorgenommen worden, um aus seinen Papieren zu ermitteln, wer ihn beauftragt habe, den Bestechungsverjuch bei der Regierung zu machen. Chabert hat freilich Zeit genug gehabt, alle ihn etwa kompromittierenden Schriftstücke in aller Ruhe zu beseitigen. Die ganze bisherige Behandlung der Karthäuserangelegenheit läßt als ziemlich gewiß erscheinen, daß die Sache im Sande verlaufen wird. Jedenfalls liegt bis jezt kein Material zu einem irgendwie erfolgreichen Feldzug gegen das Ministerium Combes vor. Balkan- Staaten. Die angekündigte Begegnung zwischen Peter von Ser bien und Ferdinand von Bulgarien ist Tatsache geworden: Sie fand auf dem Belgrader Bahnhof statt. König Peter, der vom Minister Pasitsch begleitet war, begrüßte den in. fognito reisenden Ferdinand im Eisenbahnkupee. König Peter und Pasitsch fuhren im Zuge des Fürsten ein Ende Weges mit: Jm Abteil des Fürsten blieb zuerst dieser und der König allein, dann wurde auch Pasitsch zur Konferenz berufen. Was die Drei da verhandelt haben, wird natürlich als großes Staatsgeheimnis behandelt. Interessante Einzelheiten über den Verlauf des Jahres tages der Belgrader Königstragödie werden nachträglich befannt. Die Königsmörder, die einen Wutausbruch des Vol. fes befürchteten, zeigten sich in Gruppen von sechs und sieben in den Straßen, klirrten mit den Säbeln und lachten laut, um ihre Gleichgültigkeit zu zeigen. Die Festlichkeiten der Militärkasinos waren zwar abgesagt worden, aber der Haupt. mann Gromitsch veranstaltete ein Gelage, und früh morgens um 2 Uhr, zu der Stunde, wo vor Jahresfrist der Mord ge schehen war, tranken die Mörder gegenseitig auf ihre Ge sundheit. Auch am Grabe des Kriegsministers kam es bei einer Gedenkfeier zu einer peinlichen Szene, indem Haupt mann Gromitsch einen Verwandten der Königin Draga be schuldigte, er habe vor den Verschwörern ausgespieen.„ Das ist nicht meine Art, meine Gefühle zu äußern," erwiderte der Verwandte, ein Universitätsprofessor, zudem wird mein Gaumen trocken, wenn ich einen von Eurer Bande sehe." Gromitsch fuhr mit der Hand an den Säbel, wurde jedoch von seinen Kameraden umringt und fortgeführt. Amerika. Die Yankees, die sich überall in der Welt mausig machen, wollen nun auch dem so schon vielgeplagten Sultan das Leben sauer machen. Sie wollen ihm ein großes Schlachtschiffgeschwader auf den Hals schicken, um von ihm Vorteile für den amerikanischen Handel in der europäischen und asiatischen Türkei herauszuschlagen. Nach einer Meldung aus Washington ist das Schlachtschiffgeschwader der Vereinigten Staaten, das bisher in Lissabon lag, nach Griechenland und Desterreich in See gegangen. Das Ge schwader wird dort durch das europäische Geschwader der Vereinigten Staaten verstärkt werden und sich nach der Türkei begeben. Gleichzeitig wird der amerikanische Ge. sandte in Konstantinopel von neuem ,, nachdrückliche Verhand. lungen" mit der Pforte einleiten, um den Amerikanern die gleichen Rechte zu sichern, die einige bevorzugte europäische Nationen genießen. Anhaben können die Amerikaner dem Sultan nichts. Und wenn er flug ist, so läßt er die ,, nach. drücklichen Vorstellungen" ihres Gesandten zum einen Ohre hinein- und zum andern hinausgehen. Hof und Gesellschaft. Das Raiserpaar wohnte am 18. d. Mts. der Enthüllung eines Grabdenkmals mit dem Medaillonbild der Kaiserin Friedrich auf dem Friedhof an der Stadtkirche zu Tronberg bei. Dem Kaiser und der Kaiserin, die von Homberg aus zu Wagen gekommen waren, schlossen sich an Prinz Heinrich mit Gemahlin, die Erbprinzessin von Sachsen- Meiningen, Prinz Adolf von Schaumburg- Lippe mit Gemahlin, Prinz Friedrich Karl von Hessen mit Gemahlin, der Großherzog von Hessen und Prinz Friedrich Leopold von Preußen, der Minister des Innern, der Oberpräsident, der kommanbierende General, die Gefolge, der ehemalige Hofstaat der Kaiserin Friedrich und weitere geladene Gäste. Die 1. Kompagnie des Füsilierregiments v. Gersdorff Nr. 80 mit Hahne und Musik erwies die militärischen Honneurs. Aus der Kirche heraus erscholl Orgelflang, und der Chor sang unter Orgelbegleitung:„ Erkenne mich), mein Hüter"( Passion von Bach). Geheimer Regierungsrat v. Meister, vormals Landrat des Ober- Taunuskreises, hielt eine Gedächtnisrede, in der er die hohen Tugenden der Verstorbenen hervorhob, insonderheit die großen Verdienste, die sie sich durch Werke der Liebe als Schloßherrin auf Friedrichshof um Cronberg und Umgegend erworben habe. Nachdem der Kaiser Befehl gegeben, zu präsentieren, fiel die Hülle und die Sänger setzten mit dem Thoral ,, Lobe den Herrn" ein. Bürgermeister Jamin brachte das Hoch auf den Kaiser aus, die Musik intonierte die Na tionalhymne. Darauf nahm der Kaiser den Vorbeimarsch des gesamten Regiments v. Gersdorff ab und dann mili tärische Meldungen entgegen. Unter Hochrufen der zahl. ceichen Volksmenge fuhren die Majestäten nach Schiof Friedrichshof, wo Familientafel stattfand. Heer und flotte. Eine ausgedehnte Verwendung von Kriegshunden. im Heere wird beabsichtigt. Bisher haben nur die Jäger. bataillone Hunde gehalten, die zur Ueberbringung von Nachrichten dienen. Neuerdings ist ein Versuch zur Abrichtung oon Hunden für den Depeschendienst im Felde auch in Span bau beim Garde- Fußartillerieregiment gemacht worden; da er sich bewährt hat, so ist die Einführung von Kriegshunden auch noch in anderen Truppenteilen geplant. Eine neue Stinkbombe ist von einem österreichischen Militärarzt erfunden worden. Die Bombe, die aus einer gewöhnlichen Kanone abgeschossen werden kann, besitzt einen Zeitzünder. Wenn sie an ihrem Ziel einschlägt, so explodiert sie nicht, aber sie erfüllt die Luft derart mit betäubenden Gasen, daß sie nach der Angabe des Erfinders, wenn sie mitten in einem Regiment niedevfallen würde, etwa 2000 Mann für mehrere Stunden bewußtlos machen könnte. Der menschenfreundliche Militärarzt meint dann weiter, daß die betroffene Abteilung dann in aller Gemütlichkeit gefangen genommen werden könnte und, abgesehen von diesem Schicksal, feine weiteren üblen Folgen davon verspüren würde, als etwas Kopfschmerzen. Was würden die Japaner darum geben, wenn sie solche Bomben schon bei der Belage rung von Port Arthur benutzen könnten. Preussischer Landtag. Haus der Abgeordneten. ( 85. Sitzung.) RK Berlin, 18. Juni. Wahlprüfungen, nichts als Wahlprüfungen standen heute auf dem Arbeitsprogramm des Abgeordnetenhauses. Große Debatten gab's nicht: mit einer Ausnahme wurden sämt liche zur Erörterung stehenden Wahlen für gültig erklärt. Die Ausnahme betraf die Wahl des Abg. Bartling. Wiesbaden, die für ungültig erklärt wurde. Dann vertagt sich das Haus, um am Montag dieselbe herzerfreuende Wahl. prüfungsarbeit und einiges andere parlamentarische Klein. zeug zu erledigen. Nah und Fern. A Eine Schwimmtour des Prinzen Eitel Friedrich durch den Rhein wird in Bonn viel besprochen. Der Prinz legte die 1 Kilometer betragende Strecke trotz der starken Strö mung sicher und schnell zurück: Ohne die geringste Spur vor Ermüdung zog sich Prinz Eitel am anderen Üfer rasch an dann stieg er ins Boot, das ihm gefolgt war, nahm die Ruder zur Hand und fuhr, kräftig einlegend, mit seinen Be gleitern nach Bonn zurück, wo ein gesatteltes Pferd zu einem längeren Ritt bereits seiner harrte. * Unwetter im Harz. Ueber den ganzen Harz zogen schwere Gewitter hin, die durch Wolkenbrüche und Hagel schläge großen Schaden anrichteten. An vielen Plätzen pras jelten Hagelförner nieder, die die Größe von Tauben-, viel fach sogar von Hühnereiern und ein Gewicht bis zu 40 Gramm hatten. Unzählige Vogelleichen bedeckten Gärten und Felder. Der größte Teil der Ernte ist vernichtet. Auck in den Wäldern ist großer Schaden angerichtet. In der Gegend von Schierke allein wurden 400 Morgen Wald ver nichtet. In den Straßen Blankenburgs stand das Wasser einen Viertelmeter hoch. Die Brockenchausseen sind auf Tage hinaus unpassierbar. Auch im Rheinland richteten Hagelwetter schwere Verwüstungen an, namentlich im Eisfelgebiet. Zwanzig Minuten lang fielen auch hier Schloßen in der Dicke von Hüh nereiern, die in Montjoie halbzöllige Scheiben zertrümmerten. An vielen Orten hat der Blitz gezündet. Strichweise find die gesamten Feldfrüchte vernichtet, auch aus dem bergischen Lande kommen Hiobsposten über Verheerungen, die das Unwetter angerichtet hat; unterhalb Opladen wurden auf freiem Felde zwei Personen vom Blitz erschlagen. Die gesamten Telephonleitungen mit Nord-, sowie Süddeutschland sind zerstört. Die Aufklärung des ersten Berliner Leichenfundes ist jetzt erfolgt. Die in Charlottenburg am Verbindungskanal am 3. Juni aufgefundene Leiche ist als die der Puzmacherin Radatus geb. Gummelt aus Berlin festgestellt worden. Sie ist nicht ermordet worden, sondern ist einer Manipulation zur Abtötung des keimenden Lebens, die der Masseur Köhler aus Berlin an ihr vorgenommen hatte, zum Opfer gefallen. Köhler ist geständig, nachdem er anfangs, als nach dieser Seite hin Nachforschungen stattfanden, hartnäckig geleugnet hatte. Als die Radatus kurz nach Vornahme der Operation verstarb, hat Köhler in seiner Angst, um der Entdeckung zu entgehen, die Leiche zerstückelt und einzelne Teile zu verbrennen gesucht, andere ins Wasser geworfen. Aus einer kleinen Garnison. Böse Folgen hat der Roman des Leutnants Bilse jetzt für einen der darin auftretenden Helden gezeitigt. Ein Oberleutnant gemeint war der Oberleutnant Witte vom Forbacher Trainbataillon- wurde darin als Schuldenmacher hingestellt. Witte hat nun in dem Bilse- Prozeß unter Eid in entgegengesetter Richtung ausgesagt. Ermittelungen, die daraufhin gegen den inzwischen zur Disposition gestellten Offizier vorgenommen wurden, führten zur Einleitung einer Untersuchung wegen Meineids. Witte befindet sich jetzt in Frankfurt a. M. in Untersuchungshaft, während sein glücklicher früherer Kamerad Bilse als Villenbesizer in Zehlendorf von den Zinsen des großen Vermögens leben kann, das ihm die Schilderung der intimen Verhältnisse seiner Umgebung eingebracht hat. Er soll bisher 150 000 Mark aus dem Vertrieb seines Romans herausgeschlagen haben, wird aber wahrscheinlich in einem gegen seinen Verleger angestrengten Prozeß noch weitere Einnahmen erzielen. Attentat auf einen Eisenbahnzug im Kaukasus. Das kaukasische Räuberwesen hat in der letzten Zeit einen unheimlichen Aufschwung genommen. Die Ueberfälle von Banken, Postwagen und Bahnzügen sind zu einer stehenden Rubrik der Berichterstattung geworden. Jetzt wird aus Mladikowkas wieder ein kühner Ueberfall auf einen Eisenbahnzug gemeldet. Die Näuber hatten die Schienen aufge rissen, so daß der Zug entgleißen mußte. Dann stürzten sie sich auf die Postwagen. Die militärische Wache, die jedem Zuge beigegeben ist, setzte den Räubern heftigen Widerstand entgegen und diese mußten schließlich, als bewaffnete Bauern herbeieilten, das Feld räumen, ohne geplündert zu haben. Sie hinterließen bei ihrer Flucht breite Blutspuren, ein Zeichen, daß mehrere von ihnen schwer verwundet sein müssen. Zu der Schiffskatastrophe bei Newyork wird weiter gemeldet, daß sie nach den bisherigen Feststellungen etwa 1130 Opfer gefordert hat. Um die lutherische St. Markus: firche war eine große Menschenmenge versammelt, die auf die Aushängung der Namenlisten der Verunglückten wartete und betete. Beim Erscheinen jeder neuen Liste singen alle gemeinsam das Lied:„ Ein' feste Burg ist unser Gott!" Taucher berichten über schreckliche Erlebnisse. Im Wrad fanden sie ein kleines Kind im Kinderwagen eingeschnallt, ferner eine Mutter mit drei Kindern fest an die Brust ge preßt, so daß die Trennung dieser Zeichen unterlassen wurde. Die Taucher glauben, daß sich weitere Leichen in einem Teile des Schiffes befinden, der völlig zertrümmert ist, so daß ei nur noch eine Masse Balken und Bretter bildet. Die Unter. suchung ergibt schwere Verfehlungen der Geschäftsleitung des Schiffes. Der Spritzenschlauch an Bord platte laut Zeugnis des ersten Offiziers an sechs Stellen, als er in Gebrauch genommen wurde. Der Leichenbeschauer Berry zeigte dem Berichterstatter zwei vom„ General Slocum" genommene Rettungsgürtel, welche mit Korkspänen gefüllt waren und deren Ueberzüge fast bei jeder Berührung zerrissen. Die Gürtel trugen den mittels Stempel aufgedruckten Vermerk, daß sie von den Bundesinspektoren vollständig in Ordnung befunden worden seien. Vom Gordon Benett- Rennen ist unseren Berichten noch hinzuzufügen, daß der dritte Plaz ebenfalls einem deutschen Mercedeswagen, den der Baron de Caters fuhr, belegt wurde, so daß der Tag für die deutsche Automobilindustrie immerhin recht gut abgeschnitten hat. Jenazy bezeichnete übrigens als Grund, weshalb der Franzose Théry ihn überholt habe, einen Unfall, der ihm kurz vor Usingen passierte. Ihm ging das Benzin aus, und er mußte in ganz langsamem Tempo an den Ort heranfahren. Dadurch verlor er 11 Minuten. - Von den am Tage vor dem Rennen verunglückten Auto. mobilisten ist ein zweiter, der Berliner Hotelier Mühling, seinen Verlegungen erlegen. Bei dem eigentlichen Rennen sind dank der umfassenden Vorsichtsmaßregeln feine Unglücksfälle vorgekommen. Der Kaiser hat dem Oberpräsi benten von Windheim für die mustergültigen Anordnungen seinen Dank und zugleich der vorzüglichen Haltung der rie. sigen Menschenmenge seine Anerkennung ausgesprochen. Ein Militärballon vom Blik getroffen. Von einem schweren Unglück wurde das Luftschifferbataillon, von dem 3. 3t. ein Detachement auf dem Truppenübungsplatz Senne in Rheinland weilt, betroffen. Während eines Gewitter: schlug der Blik in einen 450 Meter hoch in der Luft schwe benden Hesselballon und brachte ihn zur Explosion. Zwei Unteroffiziere und ein Mann wurden dabei schwer verletzt. Automobilunglück in Frankreich. Das Plazen eines Ruftreifens an seinen Automobil fostete dem Sohn des Her. zogs von Audiffret Pasquier das Leben. Er fuhr mit der rasenden Geschwindigkeit von 90 Kilometer auf der Straße bon Brezolles, als der Unfall sich ereignete. Das Automobil schlug um, und der junge Herzog erlitt so schwere innere Ver. letzungen, daß er nach 24 Stunden starb. Eine Zittercpidemie ist unter den Schülerinnen der Töchterschule zu Basel ausgebrochen. Die Mädchen werden mitten im Unterrricht plötzlich von konvulsivischem Zucken befallen. In raschen, vollständig regelmäßigen Bitterbewegungen beben Arme und Beine. Kein Zureden und Mahnen half. Die gutartigsten und fleißigsten Schülerinnen vermochten der Anfälle nicht Meister zu werden und wurden ichlicklich nach Hause geschickt. Erst befiel die merkwürdige Erscheinung nur ein Kind in einer Klasse. Bald folgten andere Mischülerinnen und bald auch andere Klassen nach. Auf ärztlichen Rat wurde beim ersten Anfall das Kind vom Schulbesuch dispensiert. Aber obwohl manche Klassen bis jekt jast um die Hälfte dezimiert sind, ist es nicht gelungen, der Epidemie Einhalt zu tun. Die Erscheinung ist für Basel nicht nen. Schon im Frühjahr 1903 trat sie, wenn auch in vermindertem Maße, in der Töchterschule auf. Aber vor der immensen Ausdehnung der gegenwärtigen stehen Vehörden und Aerzte ratios da. Man hofft, daß die Sommerierien dem Uebel Einhalt tun werden. Die Aerzte füh= ren die Fälle auf Anämie und auf Suggeſtion durch den Anblick Erkrankter, auf Angst, Schreck oder körperliche Anstrengungen beim Turnen z. B. zurück. Sie weisen den Verdacht der Simulation streng zurück. Nach der Heilung sollen die Schülerinnen von Turnen, Schreiben und Handarbeiten befreit werden. Mermere Kinder sollen auf Schulfosten ernährt werden. Möglichst viel Aufenthalt im Freien wird anbefohlen. Freundlich ernstes Zureden kann Einfluß haben. Schroffes Vorgehen und Drohungen können intensivere Anfälle erzeugen. Eybankdirektor Eyner, unter dessen Leitung die Leipziger Bank verkrachte, ist jetzt aus der Strafanſtalt_in wickau entlassen worden, nachdem er dort die ihm auferlegie Strafe von 2½ Jahren Gefängnis verbüßt hat. Erner hat sofort über Leipzig die Weiterreise nach Glasgow in Schottland angetreten, wo sich gegenwärtig seine Frau bei ihren Verwandten aufhält. Um seine Eristenz braucht sich Erner nicht zu sorgen; denn seine Frau besitzt ein Baarvermögen von 200 000 Mart und bezieht ferner aus ihrem Anteil an den Erträgnissen eines Glasgower Schiffs= reedereibetriebes pro Jahr etwa 20 000 Marf. Erner selbst hat in Schottland die Direktoritelle in einem großen Unternehmen erhalten. Ein verheerender Wirbelsturm, begleitet von Wolkenbrüchen, hat in Santiago de Cuba gewütet. Gegen hundert Menschen werden bisher als getötet angegeben. Großer Schaden an Hab und Gut der Einwohner wurde angerichtet. Infolge Zerstörung der Wasserleitung herrscht Wassermangel. Zum lezten Berliner Lustmorde wird weiter mitgeteilt, daß jetzt sämtliche fehlenden Gliedmaßen der unglücklichen tleinen Lucie Berlin aufgefunden worden sind. Die beiden Verhafteten, Lenz und Berger, bestreiten bisher ihre Schuld, doch ist der letztere sehr schwer belastet. Eine russische Stadt in Flammen. Wie aus Petersburg gemeldet wird, steht die russische Stadt Minsk an drei Stellen in Flammen. Es ist Gefahr vorhanden, daß die Stadt vollkommen durch das Feuer vernichtet wird. Man vermutet, daß gegen die jüdische Bevölkerung gerichtete Brandstiftung vorliegt. Hus dem Gerichtsfaal. § Der Leichenschänder von Debisfelde. Der Dachdecker. geselle Selzner aus Groß- Apenburg, der am ersten Pfingst tage ein Sittlichkeitsverbrechen an einer Leiche, der verstor benen 14jährigen Gastwirtstochter Müller zu Debisfelde be ging, hatte sich vor dem dortigen Schöffengericht zu verantworten. Das Strafgesetzbuch enthält leider keine Strafbestimmungen für derartige bestialische Untaten, und so konnte von dem Gastwirt Müller nur Klage wegen Hausfriedensbruch erhoben werden. Das Schöffengericht verurteilte Selzner zu drei Monaten Gefängnis. Das Gerücht, daß Selzner wegen Blutvergiftung in die Göttinger Klini eingeliefert sei, ist unzutreffend. Selzner ist gar nicht erfranft. Die neue hessische Wahlkreiseinteilung. Broß- und Klein-) bardehain, Reistircher Wirberg, Solms- Fleb Trais a. d. Lumba, XI. 28 Appenrod, Arneh Büßfeld, Burg- Gemün Dedenbach, Coringeha haufen, Ermenrod, G Hainbad, Seimertsha Rittorf, Lehrbach mit Nieder- Ofleiden, Nied Ober Ofleiden, Ober Ralfenrod, Rupperte Wäldershausen, Wal XII. Wahlfrei Der fünfte Ausschuß der Zweiten Rammer hat seinn Bericht über die Regierungsvorlage, betreffend den Gese entwurf der Landstände( das ist die Wahlrechtsvorlag, durch Druck veröffentlicht. Der Ausschuß sett voraus, d die Vorlage im ganzen noch überall im Lande erinnerli sein wird und veröffentlicht daher nur die Abänderunger. Wir müssen uns natürlich der Voraussetzung des Ausschussa anschließen. Die Abänderungen sind im wesentlichen le Vermehrung der Mandate und die neue Wahl. freiseinteilung. Gegen eine Vermehrung der Mandate um 5, die nur den Städten auf Grund ihrer Entwicklung zugute kominen sollte, um nur einigermaßen dem schreiend Unrecht der alten Zusammensetzung der Landstände Rechnung zu tragen, wehrten sich die ländlichen Vertreter im voriga Landtag mit Händen und Füßen. Lieber keine direkte Wahl, als diese Vermehrung der Städtemandate, sagten sie- und Kammerausschuß und Regierung haben vor dem Beharren der ländlichen Abgeordneten fapituliert. Mit fnapper Not gelang es dem Ausschuß, in der neuen Vorlage einem Ver mittelungsvorschlage, nämlich: neben der Vermehrung der Städte- Mandate um 5, auch die Landmandate um 5 vermehren, die Zustimmung der Land- Abgeordneten zu gewinnen. Und so wird die hessische Kammer der Abgeordneten" wie sie später heißen soll statt seither 50, in Zukunft 60 Mitglieder zählen, und zwar: - Startenburg statt seitheriger 20 Abg. 24 Rheinhessen statt seitheriger 14 Oberhessen statt seitheriger 16 18 " 18 " Summa statt seitheriger 50 Abg. 60 สิน Durch die Erhöhung der städtischen Mandate um 5 fam je eins mehr auf Darmstadt, Offenbach, Mainz, Worms und Gießen. Zur Unterbringung der neuen ländlichen Mandate aber war eine neue Wahlkreiseinteilung notwendig. Hier bot sich nun dem Ausschuß die Gelegenheit, alte Zöpfe abzuschneiden und wie das Wahlrecht, so auch die Wahltreiseinteilung zeitgemäß umzugestalten. Und in der Tat wurde in den Verhandlungen laut Ausschußbericht hervorgehoben, ob es nicht angängig sei, das ganze Land in eine entsprechende Anzahl von Wahlbezirken durch Stadt und Land bei Annahme von durchschnittlich etwa 20 000 Seelen für jeden Wahlbezirk durchzuteilen, wobei die großen Städte in einzelne Wahlbezirke zu zerlegen seien. Hiergegen standen wieder die Landherren in einmütiger Opposition, weil diese Wahltreiseinteilung eine erhebliche Verschiebung zugunsten der großen Städte bedeuten würde. Also nein! Es blieb beim Alten, die Städte blieben für sich und das Land blieb für sich. Die Stadt Friedberg einschließlich Fauerbach mit 7802 Einwohnern behielt einen Abgeordneten und die Stadt Wisfeld mit 4364 Einwohnern behielt ebenfalls einen Abgeordneten. Die durchschnittliche Be völkerungsziffer eines Wahlkreises in Oberhessen wird 15532, in Starkenburg 20180, in Rheinhessen 18 796 be tragen. In der seitherigen Einteilung ist die Durchschnitts ziffer für Oberhessen 17523, für Starkenburg 24145 und für Rheinhessen 24128. * * * Es kommen für die Provinz Oberhessen nach der Vorlage folgende 18 Kreise in Vorschlag: I. Wahlkreis Gießen Stadt I II. " III. " " IV. Gießen Stadt II mit Wieseck Alsfeld Stadt Friedberg Stadt. V. Wahlkreis Vilbel. Dortelweil, Harheim, Holzhausen, Klein- Karben, Kloppenheim, Massenheim, Nieder- Erlenbach, Nieder- Eschbach, NiederEschbacher Hohemartwald, Ober- Erlenbach, Ober- Erlenbacher Wald, Ober- Eschbach, Ober Eschbacher Hardwald, Ober- Eschbacher Hohemarkwald, Ofarben, Betterweil, Betterweiler Bald, Rendel, Rodheim v. d. Höhe, Rodheimer Wald, Bilbel. VI. Wahlkreis Bad Nauheim. Bad- Nauheim, Bauernheim, Beienheim, Beinhards, Dorheim, Dorn- Assenheim, Melbach, Nieder- Rosbach, Ober- Rosbach, Ober- Wöllstadt, Ddstadt, Ossenheim, Reichels heimi. d. W., Rödgen, Schwalheim, Södel, Steinfurth, Straßhein, Weckesheim, Wisselsheim. VII. Wahlkreis Buzbach. Bergheim, Bodenrod, Bodenrod fiskalischer Wald, Buz bach, Fauerbach v. d. H., Gambach, Griedel, Hasselbecke, Hausen, Hoch- Weisel, Holzheim, Kirch- Göns, Langenhain mit Biegenberg, Maiba 1, Münster, Münzenberg, Nieder- Mörlen, Nieder- Weisel, Ober- Mörlen, Des, Oppershofen, Ostheim, Ostheimer Wald, Pohl- Göns, Rockenberg, Rockenberger und Oppershofer Markwald, Trais- Münzenberg. VIII. Wahlkreis Lich. Albacher Hof, Arnsburg, Bellereim, Berstadt, Bettenhausen, Birtlar, Colnhausen, Dorf- Güll, Eberstadt, Ettings hausen, Feldheim, eraß, Grüningen, Hattenrod, Hof- Güll, Hungen, Inheiden, Langd, Langsdorf, Lich, Weilbach, Mühlsachsen, Münster, Muschenheim, Nieder- Bessingen, Nonnenroth, Obbornhofen, Ober- Bessingen, Ober- Hörgern, Rodheim v. d. S., Röthges, Steinheim, Trais- Horloff, Utphe, Villingen, Wölfersheim, Wohnbach. IX. Wahlkreis Heuchelheim. Allendorf a. d. Lahn, Alten- Buseck, Annerod, Daubringen, Friedelhausen, Girbenteich, Großen- Buseck, GroßenLinden, Hausen, Heibertshausen, Heuchelheim, Klein- Linden, Lang- Göns, Leihgestern, Lollar, Mainzlar, Oppenrod, Rödgen, Ruttershausen mit Kirchberg, Staufenberg, Trohe, Waßenborn- Steinberg. X. Wahlkreis Grünberg. Albach, Aulendorf a. d. Lumda, Alertshausen, Appen born, Azenhain, Beltershain, Bersrod, Beuern, Burkhardsfelden, Climbach, Flensungen, Flensunger- Hof, Geilshausen, Göbelnrod, Groß- Eichen, Grünberg, Harbach, Jlsdorf, Kessels bach, Lauter, Lehnheim, Lindenstruth, Londorf, Lumda Altenburg, Ang thürms, Brauerschwe rod, Gulersdorf, Fi Felda mit Schellnha dorf, Hopfgarten, R Oberod, Meiches, M Breidenbach, OberReimenrod, Renzend Schwarz, Seibelabor rod, Udenhausen, Un dorf, Windhausen, 8 XIII. 38 Almenrod, Ang bach, Frau- Romba Hemmen, Huzdorf, Stoll, Ober- Wegfu Saffen, Reuters, R Schlitz, Schlitzer S Meghausen, UnterBallenrod, Bernges XIV. 9 Altenhain, Alte haufen II, Crainfe Engelrod, Feldfrücke hain, Gunzenau, He Holzmühl, Hopfman Rölzenhain, Lanzen Moos, Nösberts, hainer- Hof, Rad- Mi Salz, Schadges, S furt, Stockhausen, feld, Wünsch- Moos XV. Bezenrod, Br fachsen, Eichelsdor Gedern mit Schönh hain, Herdhenhain Laubach, Laubache Mittel- Seemen, Ni Rainrod, Ruvings hausen, Stockhäuf Wenings, Wernin XV Bad Salzhau faute, Bergheim, Bleichenbach, Bobe Echeller Martwa 6. N., Geis- Nidda burg), Bettenau, C Grund- Schwalbeim Hirzenhain, Rohde Ridda, Dauernhei Schmitten, DberRabertshausen II, Bingenheimer Ma hausen, Selters, Unter Widdersheir berger Wald, Bal XVII Alt- Wiederm Bindjachsen, Bös mit Tiergarten, Diebach am Haag Ecartshausen, Ed wald, Eberstädter Gründau, Harded Höchster Wald, Lorbach mit He Gründau, Mittel Bierdebach, Rin Rommelhausen, Unter- Diebach, B PAL ( Groß- und Klein-) Merlau, Odenhausen, Queckborn, Reinhardshain, Reiskirchen, Saasen mit Bollbach, Veitsberg und Birberg, Solms- Jlsdorf, Stangenrod, Steinbach, Stockhausen, Trais a. d. Lumda, Weickartshain, Winnerod. iseinteilung Rammer at betreffend den B Wahlredhod uß fezt voraus im Lande erinne ie Abänderung Bung des Busi Im wefentien die neue mehrung der nd ihrer Ento hagen dem Schrei Landstände Red Bertreter im bo per teine dirette te, fagten fiebor dem Be Mit trapper Vorlage einem der Vermehrung ndmandate um Fordneten zu gewi er Abgeordn either 50, in 8 0 6g. 24 940 4 " 18 6 11 18 0 Abg. 60 hen Mandate bach, Mainz, B der neuen län Beinteilung not Belegenheit, alte so auch die 1. Und in de Ausschußberi Sei, das gany La bezirken burd Sta nittlich etwa 2000 en, wobei die gro gen feien. Hierog nmütiger Oppofition thebliche Vershiebung würde. Also nein! en für sich und das Friedberg einfließlich t einen Abgeordneten wohnern behielt eben ignittliche Be Oberhessen wird einbeffen 18 796 b t die Durchschnitts burg 24145 un Vorschlag: tI t II mit Wiejed t adt. Sel. in- Rarben, Klopp Der- Eschbach, Niek H, Ober- Erlenbach Sardwald, Ober- G terweil, Betterweiler heimer Wald, Vilbel auheim. eim, Beinhards, Dor Rosbach, Ober- Ro Reichelsheimi.d. Straßhein, Wed bach. talischer Wald, B Griebel, Saff öns, Langenhain mit berg, Nieder- Morlen, Opershofen, Oftheim 9, Rodenberger und erg. ig. m, Berftadt, Better Eberstadt, Ettinge Sattenrod, Sofi f, Lich, Meilbadh Nieber Beffings gen, Ober- Hörgen im, Trais- Horlo h. Theim. , Annerod, Daub Ben- Bufed, Großen heim, Klein- Linden Oppenrod, Robgen rg, Trobe, Wapen berg. Tertshausen, Appen Beuern, Burkhards r- Hof, Geilshausen Dach, Flsdorf, Reffel Londorf, Lumba XI. Wahlkreis Homberg. Appenrod, Arnsheim, Bernsburg, Bernsfeld, Bleidenrod, Büßfeld, Burg- Gemünden, Dannenrod mit Neu- Ulrichstein, Deckenbach, Ehringshausen mit Oberndorf, Elpenrod, Erhenhausen, Ermenrod, Gleimenhain, Gontershausen, Haarhausen, Hainbach, Heimertshausen, Söingen, Homberg, Kirschgarten, Kirtorf, Lehrbach mit Schmitthof, Maulbach, Nieder- Gemünden, Nieder- Ofleiden, Nieder- Ohmen mit Königsassen, Ober- Gleen, Ober Ofleiden, Ober- Dhmen, Otterbach, Rüddingshausen, Rülfenrod, Ruppertenrod, Schadenbach, Unter- Seibertenrod, Wäldershausen, Wahlen, Weitershain, Wettsaasen, Zeilbach. XII. Wahlkreis Groß- und Klein- Felda. Altenburg, Angenrod, Bieben, Billertshausen mit Ges thürms, Brauerschwend, Eifa, Elbenrod, Eutorf mit Dogelrod, Eulersdorf, Fischbach, Grebenau, Groß- und KleinFelda mit Schellnhausen, Heidelbach, Helberghain, Hergersdorf, Hopfgarten, Köstrich, Köttingen, Leusel, Liederbach mit Oberod, Meiches, Münch- Leusel, Nieder- Breidenbach, OberBreidenbach, Ober- Sorg, Dhmes, Rainrod, Reibertenrod, Reimenrod, Renzendorf, Romrod, Ruhlkirchen, Schwabenrod, Schwarz, Seibelsdorf, Storndorf, Strebendorf, Stumpertenrod, Udenhausen, Unter- Sorg, Vadenrod, Vockenrod, Wallersdorf, Windhausen, Zell. XIII. Wahlkreis Lauterbach. Almenrod, Angersbach, Bernshausen, Blißenrod, Eisenbach, Frau- Rombach, Frischborn, Hartershausen, Heblos, Hemmen, Hußdorf, Landenhausen, Lauterbach, Maar, NiederStoll, Ober- Wegfurth, Pfordt, Qued mit Wehnerts und Sassen, Reuters, Rimbach, Rimlos, Sandlofs, Sassen- Hof, Schlitz, Schlißer Wald I- VII, Sickendorf, Uellershausen, Ueghausen, Unter- Schwarz mit Rechberg, Unter- Wegfurth, Wallenrod, Wernges, Willofs. XIV. Wahlkreis Herbstein. Altenhain, Altenschlirf, Bannerod, Bermuthshain, Boben hausen II, Crainfeld, Dirlammen, Eichelhain, Eichelrod, Engelrod, Feldkrücken, Fleschenbach, Freien- Steinau, Grebenhain, Gunzenau, Heifters, Herbstein, Höckersdorf, Hörgenau, Holzmühl, Hopfmannsfeld, Ilbeshausen, Ilbeshäuser Wald, Rölzenhain, Lanzenhain, Meßlos, Meglos- Gehag, NiederMoos, Nösberts, Ober- Moos, Ober- Seibertenrod, Petershainer- Hof, Rad- Mühl, Rebgeshain, Reichlos, Rirfeld, Rudlos, Salz, Schadges, Schlechtenwegen, Schmitten, Selnrod, Steinfurt, Stockhausen, Ulrichstein, Vaitshain, Weid- Moos, Wohnfeld, Wünsch- Moos, Zahmen. XV. Wahlkreis Schotten. Bezenros, Breungeshain, Burkhards, Busenborn, Eichelsachsen, Eichelsdorf, Einartshausen, Eschenrod, Freienseen, Gedern mit Schönhausen, Gözen, Gonterskirchen, Hartmannshain, Herchenhain, Kaulstoß, Klein- Eichen, Lardenbach, Laubach, Laubacher Wald I- III, Merkenfriz, Michelbach, Mittel- Seemen, Nieder- Seemen, Ober- Seemen mit Altenfeld, Rainrod, Ruvingshain, Ruppertsburg, Schotten, Sichenhausen, Stockhäuser Hof, Stornfels, Ulfa, Volfartshain, Wenings, Wernings, Wetterfeld, Wingershausen. XVI. Wahlkreis Nidda. Bad Salzhausen, Bellmuth mit Bieberberg und Stein faute, Bergheim, Berstädter Mark, Bingenheim, Bisses, Bleichenbach, Bobenhausen I, Borsdorf, Conradsdorf, Echzell, Echzeller Markwald, Ecardsborn, Effolderbach, Fauerbach 6. N., Geis- Nidda, Gelnhaar( Domanial), Gelnhaar( Isenburg), Gettenau, Glashütten mit Igelhausen und Streithain, Grund- Schwalheim, Harbwald mit Glaubzahl, Heuchelheim, Hirzenhain, Kohden, Lißberg mit Breidenhaide, Michelnau, Nidda, Dauernheimer- Hof, Ober- und Unter- Lais, OberSchmitten, Ober- Widdersheim, Ortenberg, Rabertshausen I, Rabertshausen II, Ranstadt, Reichelsheimer Anteil an der Bingenheimer Ward, Ringelshausen, Schleifeld, Schwickartshausen, Selters, Steinberg, Stockheim, Unter- Schmitten, Unter- Widdersheim, Usenborn mit Louisenlust und Stollberger Wald, Wallernhausen mit Hof Finkenloch, Wippenbach. XVII Wahlkreis Büdingen. Alt Wiedermus, Aulen- Diebach, Betten, Beundehof, Bindsachsen, Bös- Gesäß, Büches, Büdingen, Büdinger Wald mit Tiergarten, Büdinger Martwald, Burgbracht, Calbach, Diebach am Haag, Düdelsheim, Dudenrod mit Christinenhof, Eckartshausen, Eckartshäuser Oberwald, Eckardshäuser Unterwald, Eberstädter Domanialwald, Glauberg, Hainchen, HainGründau, Harded, Himbach, Hizkirchen, Höchst a. d. N., Höchster Wald, Janhausen, Kefenrod, Langen- Bergheim, Lorbach mit Herrnhaag, Marienborn, Michelau, MittelGründau, Mittel- Gründau Ortsbez., Oberau, Orleshausen, Pferdsbach, Rinderbügen, Rohrbach, Rohrbacher Wald, Rommelhausen, Ronneburger Hof, Ronneburger Wald, Unter- Diebach, Vonhausen, Wolf. PALMIN i XVIII Wahlkreis Nieder- Florstadt. Altenstadt, Altenstädter Markwald, Assenheim, Blofeld, Bönstadt, Bruchenbrücken, Büdesheim, Burg- Gräfenrod, Dauernheim, Engelthal, Groß- Karben, Heegheim Heldenbergen, Jlbenstadt, Kaichen, Leidh cken, Leustadt, Lindheim mit Enzheim, Nieder- Florstadt, Nieder- Mockstadt, NiederWöllstadt, Ober- Florstadt, Ober Mockstadt, Rodenbach, Staden, Stammheim, Wickstadt. Lokales. 20. Junt 1904. Jahres sehr gemütlich betrieben, fie setzten mit größerer Regelmäßigkeit erst dann wieder ein, wenn ein Fest in Sicht war. Ein sehr wichtiger politischer Festtag in Hessen früherer Tage war der Ludwigstag( der 25. August). Ein ehemaliger langjähriger Vereinsdirigent, Herr Karl Magel in Darmstadt, beschreibt die Feier dieses Tages im Jahre 1840: Festzug von der Schule aus durch die Hauptstraßen der Stadt nach dem Ludwigsplatz im Stadtwald. Die Mitglieder des Vereins alle in blauem Frack mit Messingknöpfen, weißen Hosen, weißer Weste, mit goldverbrämtem Sammet- Barett auf dem Kopf- alle hoch zu Pferde; die Vorstandsmitglieder als Zeichen ihrer Würde einen Säbel an der Seite. Die am Festzug teilnehmenden Damen waren weiß gekleidet. Auf dem Ludwigsplatz hielt Herr Pfarrer Steinberger die Festrede. Ein schweres Gewitter und eine Prügelet, bei der auch die Säbel in Tätigkeit traten, brachten einige Mißtöne in den sonst schönen Verlauf des Festes. Es dürfte von Interesse sein, zu erfahren, daß das älteste jetzige Mitglied, Herr Christ. Bock, dem Verein seit dem Herbst 1852, also seit bald 52 Jahren, angehört. Auch an dieser Stelle set der Wunsch ausgesprochen, daß es * Zu dem am nächsten Sonntag in Alsfeld statt- Herrn Bock noch eine lange Reihe von Jahren verfindenden Gustav Adolf- Fest wird der in allen Kreisen gönnt sein möge, dem ,, Gesangverein Grünberg" seine Drews- Gießen, die Festpredigt halten. als vorzüglicher Prediger bekannte Herr Professor Dr. Anhänglichkeit zu beweisen. * Zur Eberstadter Leichenfund Affäre. Mit der von dem Abgeordneten Köhler- Langsdorf in seiner Eingabe an die Regierung behaupteten Unbescholtenheit der angeblich unschuldig verhafteten Minna Görlach von Eberstadt ist es nicht weit her, denn sie hat bereits eingestanden, daß sie geboren hat und zwar um dieselbe Zeit wie die Aerzte vermuteten; auch hat sie zugegeben, daß die auf dem Eberstadter Friedhof gefundene Leiche diejenige ihres Kindes ist. *** Besizwechsel. Hotelbefizer Gustav Mund in Gießen verkaufte sein in der Bahnhofstraße gelegenes Hotel Viktoria" an Herrn Hotelinhaber Berndt, z. Zt. in Bebra, früher im Restaurant Hohenzollern" in Gießen, zum Preise von 172000 Mt. *** Infolge der in den letzten Tagen niedergegangenen Gewitter ist der Stand der Lahn ein so hoher, daß dieselbe an manchen Stellen schon über die Ufer getreten ist. r. Die Bügergesellschaft Gießen veranstaltete am gestrigen Sonntag einen Ausflug nach dem Wäldchen an der Hardt, welcher begünstigt vom herrlichsten Wetter sehr gut verlief. + Der Bitherflub Gießen feierte gestern sein 20jähr. Stiftungsfest. Eingeleitet wurde das Fest durch einen am Samstag im Vereinslokal veranstalteten Kommers. Gestern Mittag gegen 3 Uhr versammelten sich die Festteilnehmer am Oswaldsgarten, von wo sich der Bug nach Textors Terasse in Bewegung seßte. Oben angetommen, sorgte die Regimentskapelle der 116er außer den vorauf ihre Rechnung fam. getragenen Konzertstücken dafür, daß die tanzlustige Jugend Von den hessischen Behörden werden steckbriflich verfolgt: Gerbergeselle Karl Hugo Pickrodt aus Statilm wegen Diebstahls von Großh. Staatsanwaltschaft Gießen; Musiker und Drechsler Christian Wolf aus Grüningen wegen Betrugs von Großh. Amtsanwalt zu Gießen; ein angeblicher Schlosser Lorenz Hansen aus Straßburg, der sich auch Konditor Heinrich Lorenz aus Linden nennt, wegen Diebstahls dom Großh. Polizeiamt Gießen; Bigarrenmacher Nathan Raß aus Laubach wegen Körperverlegung von Großh. Staatsanwalt Gießen; Anstreicher bezw. Maler Konrad Müller aus Billertshausen wegen Diebstahls von Großh. Staasanwaltschaft Gießen; Weißbindergeselle Heinrich Sann aus Bernsfeld wegen Strafvollstreckung vom Großh. Amtsgericht Homberg; Christian Zimmer aus Weil münster wegen Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung von Großh. Staatsanwaltschaft Gießen: Taglöhner Christoph Abt und Heinrich Abt, beide aus Offenbach, wegen Diebstahl von Groß. Staatsanwaltschaft Gießen. A Grünberg, 20. Juni. Mit dem 25. Bundesfest des Lahntal- Sängerbundes, das in den Tagen vom 9. bis 11. Juli in Grünberg gefeiert wird, ist die Weihe einer neuen( der dritten) Fahne und die Feier des 70. Stiftungsfestes des festgebenden Vereins verbunden. Der„ Gesangberein Grünberg" wurde auf Anregung mehrerer angesehener hiesiger Bürger im Jahre 1834 ins Leben gerufen. Der erste Vorsitzende war Rektor Glaser. In die musikalische Leitung teilten sich die beiden Dirigenten, Lehrer Johs. Glaſer und Lehrer Peter Magel derart, daß ersterer die Bässe und letzterer die Tenöre einübte; die Leitung des Gesamtchors besorgte Johs. Glaser. Das Protektorat über den jungen Verein übernahm die damalige Bezirksschulkommission". In der ersten Zeit seines Bestehens scheint der Verein seine Hauptaufgabe weniger in der Pflege des Gesanges an sich als in der Verschönerung firchlicher und weltlicher Feste durch Gesangsvorträge gesehen zu haben; wenigstens wurden die Gesangs- lebungen während eines großen Teiles des " übertrifft au Wohlgeschmack und Billigkeit alle anderen Fette. Reine Bflanzenbutter! Keine Margarine! Kein Kunstprodukt! Man fordere in allen Kolonialwaren- und Butterhandlungen ausdrücklich„ Palmin" und achte auf die Eriginalpackung. SpazierStöcke ftets elegante Neuheiten in großer Auswahl. Calleler Schirmfabrik, Gießen, Seltersweg 9. A Stangenrod, 20. Junt. In der Nacht zum letzten Samstag, als ein schweres Gewitter über unsere Gegend niederging, schlug der Blizz in den Giebel der Wirtschaft des Herrn Echler, ohne jedoch größeren Schaden anzurichten. A Nieder- Chmen, 20. Juni. Am lezten Samstag Morgen stürzte das 21 jährige Töchterchen des Arbeiters Enkel beim Spielen in den Mählgraben und ertrank. Odenhausen, 20. Juni. Gestern wurde hier bei schönstem Wetter aus Anlaß des 40jährigen Bestehens des hiesigen Gesangvereins Eintracht ein größeres Gesangsfest abgehalten. Am Festzug beteiligten sich außer dem festgebenden Verein 16 auswärtige Gesangvereine, 3 Kriegervereine und der Radfahrerverein von Londorf, letzterer mit prächtig geschmückten Rädern. Das Fest nahm einen schönen Verlauf. " b. Dutenhofen. Seitdem die Flachszucht in unserer Gegend immer mehr in Abnahme begriffen ist, schwindet auch damit ein alter Brauch. Vor der Verheiratung ging die Braut in Begleitung zweier Freundinnen von Haus zu Haus, um Flachs als Geschenk für ihre Ausstattung entgegenzunehmen. Beim Betreten des Hauses ging eine der Begleiterinnen voraus und trug ihr Anliegen der Hausfrau vor mit den Worten:" Hier ist eine Braut, die hätte gern einen Zopf." Das Gewünschte wurde nun in Gestalt eines Packes Flachs verabfolgt und dafür den Dank der Braut ausgesprochen. r. Betzdorf, 18. Juni. Gestern Abend gegen 7 Uhr ging ein starkes bis in die Nacht hinein anhaltendes Gewitter mit teilweiße starkem Hagel nieder. Soviel bis jetzt bekannt, hat der Hagel den Früchten feinen Schaden getan. Großh. Kurtheater Bad- Nauheim. Spielplan. Montag, den 20. Juni: Papageno. Dienstag, den 21. Junt: Pension Schöller. Mittwoch, den 22. Juni: Bibliothekar. Freitag, den 24. Junt: Don Cäsar. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Dienstag, den 21. Juni. Zunächst noch zeitweise heiter und trocken, später zunehmende Bewölkung und Regen( besonders im Westen) etwas wärmer. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Verantwortlich: für den politischen, vermischten und unterKarl Klose, Grünberg. haltenden Teil Albin Klein Gießen für den lokalen Teil Arbeitsnachweis der Stadt Gießen. Gartenstraße Nr 2( Bürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 14. 4 Es können eingestellt werden: 1 jüngerer Schmied, 2 Wagner, 1 Sattler und Tapezier, Schneider, 4 Schreiner, 1 jüngerer Bäcker, 2 Weißbinder, 2 Maler und Lackierer( auswärts), 1 Hausbursche, mehrere Arbeiter, 10 Dienstmädchen, 3 Lauffrauen. Lehrlinge: 1 Tapezier, 2 Bäcker, 1 Kaufmann, 1 Kellner. Es suchen Arbeit: 1 Schlosser, 1 Hetzer oder Maschinenschlosser, 1 Wäscherin, 1 Flickerin, 1 Schreibgehilfe. Bekanntmachung. Die am 21. Mat 1. J. angeordnete Sperre der Bahnhofstraße zwischen Westanlage und Liebbigstraße wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 18. Junt 1904. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Die Aliceftraße, zwischen Ludwig- und Frankfurterstraße und die Johannesstraße werden wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten von Montag, den 20. 1. Mts. an bis auf weiteres für den Fuhrwerksund Fahrradverkehr gesperrt. Gießen, den 18. Juni 1904. Grokh. Bolizeiamt Gießen. Flinker Hausbursche fann sofort eintreten in der Buchdruckerei dieser | Zeitung. Geschäfts- Eröffnung. Wir geben hierdurch ergebenst bekannt, dass wir mit dem heutigen Tage Herrn C. Herber, Seltersweg 58 ( am Volksbad- Eingang) den Verkauf unserer Cigarren- und Tabakfabrikate übertragen haben. Wie in den übrigen ca. 60 Filialen Deutschlands, unterhalten wir auch hier neben unseren eigenen Fabrikaten reiche Auswahl in ausländischen Cigarren, Cigarretten und Tabaken. Um geneigten Zuspruch bitten Zum Hochachtungsvoll Lindau& Winterfeld. Fabriken in Magdeburg, Halberstadt, St. Andreasberg etc. Bezirks- Kriegerfest des Bezirks- Kriegerverbandes Alsfeld verbunden mit Fahnenweihe und Feier des 30jährigen Bestehens des Kriegervereins zu Gross- Felda am 9., 10. und 11. Juli d. Js. laden wir hiermit alle Kameraden, sowie die gesamte Bevölkerung von hier und den umliegenden Orten herzlichst ein. Wir haben reichlich Sorge getragen, daß das Fest in Groß- Felda ein der Bedeutung desselben würdigen Verlauf nehmen kann. Groß- Felda, den 20. Juni 1904. Der Vorstand. Wasch mit Schwan 5 bis 6 tüchtige Arbeiterinnen für dauernde Beschäftigung auf sofort gesucht. Auch werden jederzeit Lehrmädchen angenommen. Anna Kramer Robes und Konfektion. Gießen, Loeberstraße 11, pt. Bekanntmachung. Die diesjährige öffentliche Impfung in der Stadt Gießen wird, beginnend Mittwoch, den 1. Juni, im Impflokale- Schulgebäude. Neustadt 61- für die nächsten 5-6 Wochen jeden Mittwoch, nach. mittags 5-6 Uhr, abgehalten werden. Impfpflichtig im laufenden Kalenderjahr sind die im vorigen Jahre geborenen Kinder, sowie die Rückständigen aus früheren Jahren. Wer Wir laden die hiesigen Einwohner, weiche impfpflichtige Kinder haben, zur Benutzung dieser öffentlichen Termine mit dem Bemerken ein, daß alle in denselben borgenommenen Impfungen unentgeltlich sind. die Termine nicht benutzen will, muß die Impfung seines pflichtigen Kindes bis zum Jahresschlusse auf seine Kosten bewerkstelligen lassen, widrigenfalls ihm im Januar nächsten Jahres eine vierwöchentliche Frist zur Nachholung der Impfung unter Strafandrohung gesezt wird. Außer den Pflichtigen werden auch Kinder, welche im laufenden Jahre geboren sind, auf Wunsch ihrer Vertreter geimpft. Alle in einem Termine geimpften Kinder müssen in dem 8 Tage später abgehaltenen Termine zur NachMaurera ochmals erſcheinen. Kinder, deren Zurückstellung von der Impfung dem Impfarzte in den öffentlichen Terminen vorgestellt finden sofort dauernde wegen Stränklichkeit beansprucht wird, können gleichfalls Beschäftigung. Stundenlohn werden. 45 Pfg. Die Jmpflinge müssen mit reiner Wäsche und reingewaschenem Körper zur Impfung gebracht werden. Es wird W. Klarhorst, our an einem Arme mit Lymphe aus dem LandesMaurermeißer, Bielefeld, Westfalen. impfinstitut geimpft. Kinder aus Familien, in denen ansteckende Krantheiten herrschen, dürfen nicht in die Termine gebracht Gesucht eine einfache evangelische Züchtiger Pferdeknecht werden. Telegramm! Wirtschafterin selbständig in einf. u. f. Küche, Auf zum Gasthause zur alten Post Walltorstr. 24. Baden, Einmachen, tüchtig in allen Inhaber: Wilh. Schneider. 3weigen des Haushalts, selbsttärig, zuverlässig und ordnungsliebend. 2 Hausmädchen und Waschfrau gehalten. Off. mit Gehaltsansp., Eintrittszeit und Photographie u Nr. 4626 an die Erb. d. 8 erb sofort gesucht. A. Scheppelmann. Baugeschäft, Gieken. uche per sofort auf dauernde Beschäftigung einen tüchtigen Mache die geehrten Einwohner von Gießen und Umgegend auf merffam, daß ich von Mittwoch, den 22. Juni bis Dienstag, den 28. Juni im Hofe des Gasthauses zur alten Vest zwei Waggonladungen Emaillewaren, bestehend aus sämtlichen Haus- und Küchen: geräten, zum Verkauf ausstelle. Zum Beispiel ein großer Bosten Spülmannen 70 cm 4 Mt., 65 cm 3.50 Mt., 60 cm 3 Mt., 55 cm 2.50 Mt. 50 cm 2 Mr., 45 cm 1.50 mt. pro Stück. ferner Teigschüsseln mit Griffen, das Stück von 1 Mt. an und höher. Kaffeekannen, Teeannen von 20 Bfg. an und höher. Wasserkannen von 20 Pfg. an fönnen solche Herren, die in Inund höher. Esteller 3 Stück 20 Bfg. Schwere Wassereimer 90 Pfg. dustriekreisen gute Fühlung haben, 28 cm. Toilett- Eimer mit Holzgriff 2 Mt. Nachtgeschirre von 30 Bfg. durch die Uebernahme der Veran bis 50 Pfg. Schaum- und Schöpflöffel von 10 bis 20 Bfg.,[ tretung einer ersten Firma der Kerzenleuchter 20 Pta., 3 Stück 50 Pfg., ferner einen großen Posten Elektrizitätsbranche verdienen. Wasserkeffel, Stielkasserollen, Bratpfannen, Suppen- und Gemüse- Off. u. 4628 a. d. Er. d. Bl. Schüsseln, Kaffeetassen, Kumpen, Salz- und Mehlfässer, Rodonformen, Reibeifen, Trichter, runde und obale Waschbecken, Fischkocher, Spargeltocher, Rochtöpfe, Sämtliche Artikel sind von jeder Größe und Farbe vorhanden. Deshalb versäume niemand, seinen Bedarf gut und billig zu decken. Viel Geld Fuhrknecht Ich sehe einem geneigten Zuspruch entgegen Hochachtungsvoll Frau Karl Dorp aus Elberfeld. Die Eröffnung meines Ladens Lindenplatz 12 zeige ergebenst an, und bitte um geneigten Zuspruch. auch J. G. Wallenfels, Dampf- Färberei, chem. Wascheret u. Dekatur. Sichere Existenz! Eine gutgehende bei gutem Lohn. Christ. Faber, Ringofenztegelei. Leihgestern bei Gießen. Gießen, den 28. Mai 1904. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. J. V. Curschmann. Bekanntmachung. Die Lieferung von 3700 3entuer Nußloh'en zweiter Größe für die städtischen Anstalten für das Rechnungsjahr 1904 ist zu bergeben. Die Bedingungen liegen auf dem Sekretariat der Bürgermeisterei, Zimmer Nr. 15, zur Einsicht offen. Angebote sind bis zum 10. Juli, bormittags 11 Uhr, mit der Aufschrift„ Angebot auf Kohlenlieferung" bei uns einzureichen. Gießen, den 18. Juni 1904. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Sielbau Gießen. Sine zweischl. Bettstelle m. Die Arbeiten für die Herstellung der Kläranlage Matraze, ein Küchenschrank, der Provinzialhauptstadt Gießen sollen öffentlich vergeben sowie mehrere Jahrgänge Garten- werden. laube zu verkaufen. Näheres in Sattlerei Exp. b. Bl in Gießen verlaufen In meinem neu erworbenen Hause Bleichstr. 32 berm. Auszuführen sind: " etwa 18800 cbm Erdbewegung, 4000 Zementtraßbeton, 3500 qm Wandverkleidung mit glasierten Plättchen, Spundwände 3000 " 1 mit prima Kundschaft zu Zur Ueberper 1. Septbr. evtl. 1. Oktober cr. nahme desselben sind 3 bis erste Etage. Schöne 6-3 mmerwoh. 4000 Mt. erforderlich. Off. mit Zubeh., Leucht- und Kochgas, u. Nr. 4631 a. d. Er. erb. Gartenanteil, großer Bleichplaz. und sonstige verschiedene Arbeiten. 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Möbl. Bimmer zu vermieten Auch liegen daselbst die Zeichnungen und sonstige Verdingungsunterlagen während der Dienststunden zur EinNäheres Wetsteingasse 7.sicht auf. mit oder ohne Pension. Freibant. Schweinefleisch 40 Pfe. XXX Makulatur hat abzugeben die Expedition. Auskunft erteilt außerdem Herr Oberbaurat Schmid, Darmstadt, Mühlstraße 60. Die Angebote sind versiegelt und mit der Aufschrift Angebot auf Herstellung der Kläranlage" bis spätestens Samstag, den 9. Juli d. Js., nachm. 3 Uhr, bei vorgenanntem Amt einzureichen, woselbst die Gröffnung der eingelaufenen Angebote im Beisein etwa er schienener Bewerber am genannten Termine erfolgt. Zuschlagefrist 4 Wochen. Gießen, den 15. Juni 1904. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. Montag, den 20. Junt. Dessische Familienzeitu 1904. Str. 137 nac ach, die guten Leute HERD AM HAUSLICHEN Die arme Brotfrau eilte mit einem großen ,, Kinder, freut euch heut ist ein glücklicher Tag Kleider Bündel hier bringe ich prächtige neug morgen fönnt ihr wieder zur Schule gehen, und wenn ich euch indessen die alten wieder heil gemacht habe, tragt ihr diese für Sonntags." ekt erit gewahrte sie ein altes Bettelweib in einer der Hauſe. DON ng. ändischen Impfung in uni, digen aus frühe im vorigen Ja Den. Impfpflid Mittwoch, na enftadt 61-5 Cermine zur Rah Een Kinder mi auf Wunsch ihn uch Kinder, wel afandrohung gef chentliche Frist igenfalls ihm t resschluffe auf fe muß die Impfu eltlich find. B alle in denselb dieser öffentlic hner, welche im Cerminen bageftellt fönnen gefalle Jon der Imping e aus dem Landes Gracht werden. G er Wäsche und rein Termine gebracht ansteckende Arant erei Gießen. n. ng. entner Nußloh'en rift Angebot au bis zum 10. Jul ei, Zimmer Nr. 15 Bedingungen liegen alten für das Red Gießen. Ben. en öffentlich bergeben ng der Kläranlage AM HÄUSLICHEN HERD ** Erinnerung. ★ ★ Ich ging unter Erlen am kühlenden Bach Und dachte vergangenen Zeiten nach. O, Traum meiner Jugend, wie bist du so weit, Wo liebend die Mutter sich zu mir geneigt. Mir schwebte vor Augen, so traut und so mild, Im Hause der Eltern ein liebliches Bild. Die Mutter, wie immer, so herzlich, so gut, Die Mutter, die längst in der Erde nun ruht. Zum Hügel des Grabes, mit Epheu umrankt, Zog hin mich die Sehnsucht, das Herz, ach, so bany. Da schaut' ich zum Himmel, mit tränendem Blick: Ach, gib mir noch einmal die Mutter zurück! Glück und Glücklichmachen. Wenn es wahr ist so sprach der Großpapa- und es ist ja wahr, daß alles Frdische vergänglich und nur die Idee unsterblich ist, dann ist es auch wahr, daß das Ideale allein das Reale ist, und daß also das wirklich reale Glück sich ganz anderswo aufhält, als wo die meisten Menschen es suchen. Was ist denn aber reales Glück? Auf diese Frage gibt es so viele Antworten und Auslegungen, wie es Menschen gegeben hat und geben wird; es scheint jedem so unendlich schwer, glücklich zu werden, und doch ist es so leicht: man braucht nur zu glauben, daß man es ist. Nach unabänderlichen Naturgesetzen kann nur der Mensch den Menschen, aber nicht die Menschheit glücklich machen. Wenn nun jeder einen glücklich machte, wären da nicht alle glücklich? Da liegt's! Darf ich ein wenig erläutern, wie ich's meine? Herr Wild hat eine geringe Anstellung in einem kleineren kaufmännischen Geschäfte. Trotz seines kleinen Einkommens ist er zufrieden und fröhlich, und deshalb sind es seine Frau und Kinder auch, denn die Heiterkeit ist eine ansteckende Gesundheit. Eines Tages aber fam er in besonders fröhlicher Stimmung nach Hause, umarmte sein Weib und rief:„ Heute wollen wir einmal einen extra lustigen Tag haben. Unser guter Chef soll leben! er hat zu uns gesagt: Kinder, es geht mir gutes soll meinen Leuten auch gut gehen. Ihr sollt von nun an einen kleinen Anteil an meinem Geschäftsgewinne habe, und, weil heute gerade so ein guter Tag ist, so bekommt ihr heute eine Extravergütung. Ich habe zwanzig Mark bekommen, Frau, und wenn's weiter gut geht, können wir nächstes Jahr schon etwas ersparen. Nun wollen wir mal ordentlich fidel sein!" Und dir, Miezchen," wandte er sich an seine älteste Tochter, die schon lange begierig auf ein Paket in der Hand des Vaters geblickt hatte, ,, dir, Mießchen, habe ich auch was mitgebracht. Weißt du, das schöne Märchenbuch, das du neulich in dem Bilderladen gesehen hast" Miezchen stieß einen lauten Freudenschrei aus. Bald darauf saßen Vater und Mutter am Tische, jeder ein kleines auf dem Schoße, und Miezchen las gravitätisch eine wunderschöne Geschichte aus dem Märchenbuche vor. Und die Eltern wußten nicht, auf welches ihrer Kinder sie Da flinihre glückstrahlenden Augen zuerst richten sollten. gelte es an der Haustüre. Es war die Brotfrau. Die Mutter ging hinaus, ihren Einkauf zu machen. Sie fehrte gleich wieder zurück und sagte: Mann, weißt du, ich habe dir ja neulich von der armen Brotfrau erzählt, die fünf Kinder hat, die immer alle so zerlumpt herumlaufen. Wir sind heute so vergnügt soll ich ihr die alten Kleider unserer Kinder geben? Ich könnte freilich noch manches davon zurechtflicken." ,, Gib sie ihr, Frau, und laß uns froh sein, daß wir's enthehren können.' Die arme Brotfrau eilte mit einem großen Bündel nach ,, Kinder, freut euch ach, die guten Leute Hause. heut ist ein glücklicher Tag hier bringe ich prächtige neue Kleider morgen könnt ihr wieder zur Schule gehen, und wenn ich euch indessen die alten wieder heil gemacht habe, tragt ihr diese für Sonntags." Jetzt erst gewahrte sie ein altes Bettelweib in einer der dunkeln Ecken ihres Kellers. Hunger und Elend stierten aus den hohlen Augen. ,, Ach gebt mir ein Stück Brot, mich hungert so! Die arme Frau reichte der Bettlerin schnell eine frische Semmel. " Ich danke, es war die höchste Zeit." Sie schob das Brot hastig unter ihr zerlumptes Tuch und wollte davoneilen. ,, Mein ,, Warum eßt ihr nicht, wenn ihr so hungrig seid?" franker Mann hat's nötiger." Ach, um Gotteswillen, nehmt noch dieses mit ich bin so froh heute wegen meiner Kinder kommt morgen wieder und holt euch Brot,- freilich, ob ich immer das frische geben kann- Wenn ich nun diese Erläuterung meiner Meinung statt in einem kleinen Kaufmannshause an einem Fürstenthrone begonnen hätte, um wie viel länger hätte ich dann den Glücksfaden spinnen können? Und hätte ich statt eines nur guten einen zugleich edlen Menschen zu meiner Beweisführung genommen, um wie viel mehr edleres, realeres Glück hätte ich schildern können, als das durch ein Zwanzigmarkstück hervorgerufene ideale? Denn dabei bleibe ich: das Glück der Liebe, der Hoffnung, der Freundschaft, das Glück der Gesinnung tst allein das reale Glück. Wer zum Glücke der Welt beitragen will, der mache sein Haus glücklich! Küche und Keller. Licht und Butter. Man darf die Butter nicht dem Tageslichte aussehen, wenn dieselbe sich frisch erhalten soll. Professor Dr. Soxhlet in München hat nachgewiesen, daß das Butterfett im Lichte rasch talgig wird und zwar im Tageslichte, sowie im blauen und violetten am leichtesten. Es empfiehlt sich daher, Butterglocken aus rotem oder gelbem Glase zu benuken, welche die wirksamen Lichtstrahlen abhalten. Das Bedecken der Butter mit grünen Blättern, wie dies auf den Märkten zu geschehen pflegt, ist durchaus zweckentsprechend, weil der grüne Farbstoff die schädlichen, brechbaren Lichtstrahlen in unwirksame verwandelt. Die Bauernpraris hat also einmal wieder, lange vor der theoretischen Begründung, das Rechte getroffen. Am # Toilettentisch. Eine unschädliche Farbe zum Braunfärben der Haare, welche gleichzeitig den Vorteil großer Billigkeit besikt, kann man sich sehr leicht aus den grünen Schalen der Wallnüsse selbst anfertigen. Man nimmt zu diesem Zwecke die frischen, grünen Schalen, zerstößt sie in einem steinernen Mörser( Eiſen darf nicht mit den Schalen in Berührung kommen) und gibt die zerstoßene Masse mit dem gleichen Gewichte Spiritus in eine Flasche. Nach acht Tagen filtriert man das Flüssige ab, welches ausgezeichnet braun färbt. Der Edelstein der Familie. Die Mutter ist ein Juwel in dem gold'nen Reif der Familie. Geht dieser Stein verloren, so schwindet mit ihm der kostbarste Teil des gesamten Kleinods. Selbst ein neuer Stein, in die alte Fassung eingefügt, vermag die entstandene Lücke doch nie so auszufüllen, daß der Verlust seines Vorgängers zu Zeiten nicht schmerzlich empfunden werden könnte. Ein schönes Mutterwort ist das folgende: Eine Mutter verliert ihr einziges Kind durch den Tod. Der Geistliche sucht die Unglückliche zu trösten und bringt dabei das biblische Beispiel der Opferung Isaaks durch Abraham vor. Hier, meint der Geistliche, hätte sich der Vater auch dem Willen Gottes gefügt. Ja, ruft die Mutter mit tiefem Schmerz aus, das war auch ein Vater. Einem Mutterherzen hätte Gott dieses Opfer nie zugemutet, denn eine Mutter würde es nie gebracht haben. 2% Nr. 137 Montag, den 20. Junt. 1904. Oberbessische Familienzeitung. Tägliche Unterhaltungs- Beilage der Gießener Neueste Nachrichten. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1783); verantwortlich: Albin Klein. ( 4. Fortsetzung.) Die Adjaren. Originalroman von Arthur Gundaccarv. Suttuer, ,, Das, lieber Freund, ist etwas anderes," unterbrach der Pascha, sichtlich unangenehm berührt. Ich vertrete hier unund wer gegen diesen seren hohen Herrn, den Padischah ein ähnliches Verbrechen begehen würde, der wäre freilich flir den Galgen reif. Doch es ist spät, und ich möchte morgen zeitig auf den Beinen sein, um den guten Leuten Gehör zu schenken und ihre Wünsche entgegenzunehmen. Habe Dant, Freund Djambek, das war heute ein prächtiger Tag und gute Nacht!" Es war bestimmt worden, daß der Gouverneur am nächsten Morgen mit dem Kaimakam und Gefolge nach dem nahen Distriktssize aufbrechen würde, wohin die Abgesandten und Sprecher der verschiedenen Gemeinden beordert worden paren. Die übrigen Gäste sollten mittlerweile unter Djam beks Führung das Gehöft eines ihm eng befreundeten Nachbarn aufsuchen, der dortselbst seine Hochzeit feierte. Gegen mittag erst brach die fröhliche Gesellschaft auf, nachdem Cherif- Pascha schon längst des Haus verlassen hatte, um in Begleitung Ali- Begs, Hassan- Begs und Totias nebſt Gefolge die versprochene Inspektion abzuhalten. Djambek und seine Schußbefohlenen hatten einen fröhlichen Tag im Nachbargehöfte verbracht. Mit Einbruch der Dämmerung waren sie aufgebrochen, von Elisbar, dem Neuvermählten, und dessen Gästen ein Stück Weges begleitet. Der Gouverneur kam fast gleichzeitig mit ihnen an. Er war vortrefflich gelaunt und versicherte Djambek, daß alles prächtig von statten gegangen sei.„ Die Leute sind ja alle ganz zufrieden," sagte er laut genug, um von Ali- Beg gehört zu werden, der mit befriedigter Miene seinen Bart ſtrich und dem Gegner einen triumphierenden Blick zuwarf. Er hatte allen Grund, sich seines Sieges zu freuen, der ihm dadurch leicht geworden, daß er selbst die Abgeordneten wählte, welche im Namen der übrigen zu sprechen hatten. Diese wußten freilich keine Klagen vorzubringen, sondern ergingen sich in Lob über die vortreffliche Verwaltung des Kaimakam, der nach ihrer Versicherung ein gerechter Mann war und den friedliebenden Einwohnern immer hilfreich zur Seite stand. Djambek begnügte sich, die Achsel zu zucken. Daß man ihm einen Streich gespielt, lag auf der Hand, aber heute konnte er nicht wissen, wie es Ali- Beg zu stande gebracht, die Klagen zum Schweigen zu bringen; was sollte er also dem Pascha erwidern? Aber bitter war es immerhin, sich so viele Kosten verursacht zu haben, einzig und allein nur zu dem Zwecke, um seinem Feinde einen Triumph zu verschaffen. Er begab sich mit dem unangenehmen Gefühle eines Mannes zur Ruhe, der sein Hab und Gut auf eine Karte gesezt hat und zusehen muß, wie sein Gegner schmunzelnd den großen Gewinn einstreicht. Wie er den Pascha kannte, war dieser nun für alle Zeiten beruhigt und gesichert; keine Hoffnung mehr, ihn überzeugen zu können, daß sein Untergebener die Amtsgewalt mißbrauchte, daß er Bestechungen zugänglich war, um im Laufe der Zeit bedeutende Summen aufzuhäufen, die ihm eine sorgenlose Zukunft sichern sollten. Wollte man jetzt Gerechtigkeit suchen, so hieß es weitergehen als nach Batum und selbst da wäre das Unternehmen mehr als (( Nachdruck verboten.) ein zweifelhaftes gewesen, denn wer kümmerte sich in Stam bul um eine armselige kaukasische Provinz, die man vielleicht kaum dem Namen nach kannte. Und selbst, wenn man ge neigt wäre, ihm Gehör zu schenken, so würde der erste Schritt der sein, Cherif- Pascha zu einem Berichte aufzufordernwie aber dieser Bericht ausfallen würde, darüber brauchte man sich wohl keine Illusion zu machen. Djambek erhob sich früh am folgenden Morgen in der Hoffnung, mit Cherif- Pascha noch vor dessen Abreise eine Unterredung haben zu können, allein auf seine Frage antwortete man ihm, daß der Gestrenge noch sanft schlummere. Er schritt einstweilen vor dem Haufe auf und nieder, als er an einem der offenen Fenster seinen Verwandten Artschil erblickte, der ihm grüßend zuwinkte. Djambek bat ihn mittelst eines Zeichens, herunterzukommen, und nun trug er diesem seine Beschwerden vor. Artschil hörte ruhig zu, und als der andere endlich schwieg, sagte er: ,, Was willst du? Ali- Beg ist ein schlauer Fuchs, der die Sache zu seinem Vorteile auszunüßen verstanden hat. Jetzt ist durchaus nichts zu machen, denn du darfst nicht hoffen, Cherif- Pascha für dich zu gewinnen, nachdem er sich selbst, wie er glaubt, vom Stande der Dinge überzeugt hat. Ihm gegenüber würdest du dadurch nur zum Verleumder und zum Wühler, den man am besten im gemessener Entfernung hält. Willst du meinen Rat, so ist es der, dich gegen Ali- Beg versöhnlich zu zeigen und vorläufig die Dinge gehen zu lassen, wie sie wollen." " Niemals!" rief Djambek erregt. So weit werde ich mich nicht erniedrigen, mit einem Menschen gemeinschaftliche Sache zu machen, den ich als Dieb und Erpresser kennen gelernt habe und welchen ich von Grund meines Herzens verachte." Artschil schwenkte nach Art der Eingeborenen die Hand hin und her: Was willst du tun? Du wirst die Dinge nicht ändern und die Bäume nicht nach unten wachsen machen. CherifPascha hat über den Kaimakam nur Gutes vernommen, du siehst also, daß dich deine eigenen Genossen im Stich gelassen haben. Glaube mir, es ist immer eine schlimme Sache, sich für andere aufzuopfern." Der andere schüttelte unwillig den Kopf: „ Es wäre feige, sich von der Verfechtung der guten Sache abschrecken zu lassen, weil für den Augenblick der Gegner die Macht auf seiner Seite hat. Möge Ali- Beg sich in acht nehmen, denn finde ich nicht Gerechtigkeit bei jenen, die zur Ausübung derselben bestellt sind, so werde ich sie mir und meinen Landsleuten selbst zu verschaffen wissen." Du bist ein Heißsporn, Djambek," versetzte Artschil. Hüte dich, der Gewalt mit Gewalt begegnen zu wollen; sie ist dir weit überlegen, und du müßtest unterliegen, ehe du das mindeste erreicht hast." Er beschattete die Augen mit der Hand und blickte nach der Richtung, wo eben ein Trupp Berittener sichtbar wurde. Was sind das für Leute?" fragte er den Neffen. gang, albeton, rkleidung mit ten Plättchen, nde lenftftunden zur Ein ner zu liefern. Städtische Tiefbauamt en und sonstige Ver cmulare ausschließli 6 bezogen werden. - und bestellgeldfree Trak, Klinker, Plätt vie Sand, Ates, Holz der Bauberwaltung Oberbaurat Schmid Termine erfolgt. ., nahm. 3 Uhr, 1, wofelbft die Gröff im Beisein etwa er nlage" bis spätestens nd mit der Aufschrift quamt. DON Biz шag nog agus gun pla alla долапи Big Bлл auga 21D2 фи spoy! Hor นอน อ 71111 a b c d e ang новиот ф фон фил фош на нәфәр дәлилли 661 Jun 11 E Diamber strengte seine Augen an, da die Ankömmlinge noch ziemlich weit entfernt waren; endlich rief er: „ Es ist Murza- Chan! Vermutlich kommt er vom Gebirge, wohin er vor einigen Tagen sein Vieh auf die Weide geschickt hat." Murza- Chan spielte im Lande eine hervorragende und teilweise auch gefürchtete Rolle. Seine Vorfahren waren in Abchasien ansässig gewesen, wo sie zu den Zeiten der inneren Kriegswirren in der Art der mittelalterlichen Raubritter jede Gelegenheit benützt hatten, um in fremdes Gebiet einzu fallen und das Eigentum ihrer bedrängten Nachbarn an sich zu reißen. Auf diese Weise waren sie mit der Zeit zu großen Reichtümern gelangt, die ursprünglich in Grund und Boden bestanden hatten, dann aber von Murzas Vater verkauft wurden, als die Russen in jenem Teil des Kaukasus festen Fuß zu fassen begannen. Der schlaue Mann fürchtete für seine von den Vorfahren auf so unrechtmäßige Art erworbenen Güter, da noch allenthalben Nachkommen von jenen Personen lebten, denen sie entrissen worden waren. Er ließ sich daher nach vollzogenem Verkaufe auf türkischem Gebiete nieder, um dortselbst ausgedehnte Ländereien zu erwerben, die ihm reichen Gewinn an Seide, Del und Wachs eintrugen. Nach dem Tode des fast hundertjährigen Alten übernahm Murza- Chan die Verwaltung des Besizes, und der Reichtum, der im Lauf der Jahre immer mehr und mehr zunahm, machte ihn zu einer Persönlichkeit, welche unter den Nachbarn das Ansehen eines kleinen Königs genoß. Im adjarischen Hochlande besaß er nur ausgedehnte Weiden, wohin zu Sommeranfang seine zahlreichen Herden getrieben wurden, die bis zum Winter dortselbst blieben; seine eigentlichen Ländereien befanden sich nördlich von Batum, woselbst er auch seinen Wohnsiz hatte und zwar in der Burg Kardjeti- Tziche, die auf einem hochaufstrebenden Felsen knapp am Meere lag. Murza- Chan hatte es nicht nötig, sich durch Raub an anderen Leuten noch zu bereichern, und doch flüsterte man sich zu, daß er der Regierung gegenüber gewisse Gelegenheiten benüße, wenn er mit seinen Barken, die er in erklecklicher Anzahl besaß, Waren zollfrei hereinbringen konnte. Die Behörde drückte ein Auge zu, denn der nördliche Diſtrikt schwor auf den Namen Murza- Chan es war somit besser, sich den Mann zum Freunde zu erhalten. Djambek schritt dem Ankömmling entgegen, bei dem er als Anabe oft mit seinem Vater zu Besuch gewesen. Ich ließ dich benachrichtigen, daß Cherif- Pascha einen Ausflug in unsere Gegend vorhatte," sagte der junge Mann,„ nun vermute ich aber, daß dich meine Botschaft nicht zu Hause traf." " Doch, doch," verſeßte Murza- Chan gleichgültig.„ Ich wußte von der Reise, nur war es mir wichtiger, nach dem Befinden meiner Herden, als nach dem Cherif- Paschas zu sehen; von seinem Wohlsein kann ich mich alle Tage überzeugen, wenn mir daran gelegen ist." ,, Du wirst dich aber doch hier ausruhen?" sagte Djambek mit einladender Handbewegung. Und da der Gouverneur heute abreist, so wird es dir bequemer sein, den weit fürzeren Heimweg zu Schiff zu machen; für die Pferde werden wir wohl eine Barke herbeischaffen können." ,, Da bin ich eher dabei obwohl, wie du weißt, große Gesellschaften nicht meine Sache sind." Er stieg vom Pferde und reichte Djambek, sowie Artschil die Hand. Wenn du mir ein Frühſtück vorſeben willst, soll dir der Himmel die gute Tat lohnen; ich habe seit sechs Stunden nichts genossen." Djambek gab auf der Stelle die nötigen Befehle, und bald saß Murza- Chan vor einem ausgiebigen Frühmahle. „ Das hat geschmeckt," sagte er, nachdem sein Appetit befriedigt war. Jetzt fühle ich mich auch menschenfreundlicher gestimmt," fügte er hinzu und sein von einem pechschwarzen Bart umwalltes Gesicht verzog sich zu einem freundlichen Grinsen, wobei zwei Reihen fräftiger Elfenbeinzähne sicht bar wurden. Nun soll dem Gestrengen einer meiner erge bensten Selams zu teil werden." Cherif- Pascha trat in diesem Moment aus dem Hause und eilte auf Murza- Chan zu, sobald er diesen erkannt hatte. " Ei du," rief er, das ist schön, daß du dich wieder einmal blicken lässest; in der letzten Zeit warst du ein seltener Gast!" ,, Leider," bersetzte der andere, einen bedauernden Ton heuchelnd, die vielen Geschäfte lassen mir keine Ruhe, sie reiben mich tatsächlich auf." ,, Beneidenswertes Los, wenn einen der Reichtum aufreibt!" verseşte der Pascha. Reichtum! Reich ist nur der, welcher sein Hab und Gut bei sich trägt. Oft beneide ich diese fahrenden Spiel Ieute, die keine Sorgen haben und welche mit ihrem gerngehörten Gesang überall willkommen sind, Unterkunft und Essen haben, gegen die einzige Mühe, ihre Lieder ertönen zu lassen." Vielleicht hast du recht, Murza- Chan; unsereins hat wirklich mehr Mühsal als Freude am Leben." Nach und nach kamen auch die übrigen Insassen des Hauses zum Vorschein, und man begann nun, die Vorbereitungen zur Abreise zu treffen. Murza- Chan, der gewohnt war, sich von anderen Leuten bedient zu sehen, überließ Djambek die Sorge für die Unterbringung seines Gefolges und plauderte mit Thamar, die er einigemal im Hause ihres Oheims getroffen. Auch mit den anderen jungen Mädchen suchte er ein Gespräch anzuknüpfen, was zwar holprig ging, da er nur der türkischen Sprache mächtig war, allein man gab sich Mühe, ihn zu verstehen und sich verständlich zu machen, denn er war ein interessanter Mann, dessen Ruf als Nabob und mächtiger Herr auch in die Häuser der europäischen Einwohner gedrungen war. Besonders die Tochter des russischen Konsuls ließ es sich angelegen sein, ihm ihre Teilnahme zu erkennen zu geben, und wenn sie absolut nicht die geeigneten Worte fand, so mußte Daria als Dolmetsch aushelfen und einigemale die Versicherung wiederholen, daß Murza- Chan dem Porträt ihres Lieblingshelden AbdelKader zum Sprechen ähnlich sehe. Da zeigte er denn wieder seine weißen Zähne, strich sich befriedigt über den wallenden Bart und seine großen, blizenden Augen rollten hin und her, als wollte er sagen:„ Verliebt euch nur alle der Reihe nach ich bin gerne bereit, mein Herz unter euch zu teilen." Endlich wurde das Zeichen zum Aufbruch gegeben, und man bestieg die Boote. Stromabwärts ging die Fahrt sehr rasch, am Abend konnte man in Batum sein. Bei einzelnen Dörfern wurde wieder gelandet, um die Huldigungen und Geschenke der Einwohner entgegenzunehmen, und endlich gelangte man zur Stelle, wo der Zollfutter zur Aufnahme der Passagiere bereit lag. Hier verabschiedete sich Diambek von seinen Gästen, nachdem er dem Pascha versprochen, in der folgenden Woche zu einem Feste zu erscheinen, das dieser gleichsam als Erwiderung seiner Gastfreundschaft veranſtalten wollte. Er ließ den weißen Baschlik zum Gruße wehen, bis das Gouverneurboot hinter einer Biegung verschwand, dann wandte sich der Schnabel seines Fahrzeuges der Heimat zu. Murza- Chan und Haſſan- Beg_machten sich um Thamar zu schaffen und wetteiferten an Dienstfertigkeit und Artigkeiten, aber der Blick des jungen Mädchens hing träumeriſch an der Gebirgskette, die immer mehr und mehr in den Hintergrund trat, und ihre Ohren vernahmen nur einzelne abgerissene Phrasen; es war ihr, wie wenn man sie aus einem sonnigen Märchenlande gerissen hätte, um sie nun zur nüchternen Alltäglichkeit zurückzuführen. Viertes Kapitel. Jezt, nachdem der Pascha alles gut in Ordnung befunden, geberdete sich der Kaimakam ſelbſtändiger denn je, und er ließ sich keine Gelegenheit entgehen, wo er insbesondere Djambek etwas zum Troß antun konnte. Unweit von dem Besitze des jungen Mannes befand sich ein kleines Gehöft, das eine ehemalige Dienerin des Hauses von Djambeks Vater zum Geschenk bekommen hatte. Sie wirtschaftete dort mit ihrem Mann und fand ihr bescheidenes Auskommen, bis es eines Tags das Unglück wollte, daß der Gatte in eine schwere Krankheit verfiel und nach derselben gelähmt blieb. Da fehlte es jegt an einer ausgiebigen Arbeitskraft, und die arme Frau war nicht imstande, so für die Bedürfnisse zu sorgen, wie es notwendig gewesen wäre. Wohl ließ es Djambek von da ab an Unterstützungen nicht fehlen, und auch der Bruder der Frau, Achmed, tat sein möglichstes, ihr hilfreich beizustehen, obwohl er selbst ein armer Teufel war, der als Muezzin*) in Batum nur fümmerlich von seinem kleinen Gehalte zu leben vermochte. Trotz dieser doppelten Hilfe gab es aber doch Zeiten, wo es am Notwendigsten fehlte, denn der Kranke mußte allerlei Arzneien gebrauchen, die nur um teures Geld herbeizuschaffen waren. *) Gebetausrufer. ( Fortsetzung folgt.)) Was du gründlich verstehst, das mache! Was du gründlich erfuhr'st, das sprich! Bist du Meister im eig'nen Fache, Schmäht kein Schweigen im fremden dich. Das Reden von allen magst du gönnen Denen, die selbst nichts machen können. Ein teurer Landkauf. Humoreske aus dem Amerikanischen von J. Cassirer. ( Nachdruck verboten.) Die Witwe Appleby, von ihren Nachbarn Tante Samanthy genannt, räumte gerade ein Zimmer auf, das sie bisher als Schlafzimmer vermietet gehabt hatte. Außer dem Bett befanden sich in dem Zimmer noch ein Schreibtisch, ein Bücher regal und eine Kommode, in deren Schüben Fragmente, die für einen Geologen sehr kostbar sein mochten, sorgfältig aufgespeichert waren. Das Pult und das Regal betrachtete Tante Samanthy mit großer Ehrfurcht, der Inhalt der Schübe aber vermochte ihr kein Interesse abzugewinnen. Nichts als Steine und Erzstücke; sie schüttelte sie achtlos in ihre Schürze und warf sie dann mit anderem Abfall zusammen zum Fenster hinaus auf ein Blumenbeet, das in diesem Jahre noch nicht umgegraben worden war. Für Pflege des Gartens hatte Tante Samanthy keinen Sinn. Sie hatte in ihrem Leben viel böse Tage durchgemacht und der Tod ihres alten Mieters, eines kalifornischen Goldgräbers, der in seitem Leben wiederholentlich große Vermögen erworben und vieder verloren hatte, war der letzte Schicksalsschlag, der sie jetroffen und den sie kaum überwinden konnte. Sein 3immer brachte sie eben in Ordnung und der Gedanke, daß sie feinen alten, weißen Kopf und sein freundliches Lächeln nie nehr sehen würde, verfolgte sie beständig. ,, Seit dem Tode meines lieben Peters ist mir noch nichts so nahe gegangen," seufzte sie und eine Träne rollte ihre Wangen herunter. Er war immer so gut zu mir." Während sie noch sprach, hörte sie wie schwere Tritte sich der Haustür näherten. Sie sah zum Fenster hinaus und erfannte ihren Vetter Jedediah Townbley, der draußen stand. Jedediah war ein reicher Mann und hatte vor kurzem noch viel von seinem Großvater geerbt. Dieser war im Alter von 105 Jahren gestorben und hatte sein ganzes Vermögen seinem reichen Enkel, seiner in großer Armut lebenden Enfelin hingegen, keinen Pfennig hinterlassen. Es war daher nur ganz natürlich, daß der Witwe das Herz blutete, als sie ihren Vetter erblickte. ,,' n Morgen," begrüßte sie Jedediah. Morgen, Coufine Samanthy. Ich bin hereingekommen, um mich ein bischen abzukühlen. Die Hize greift mich furchtbar an und mein Pferd hat auch ein Hufeisen verloren. Während Simon mit dem Pferde weg ist, um es neu beschlagen zu lassen, glaubte ich, ich will' mal hier untertreten und sehen wie dir's geht." ,, Gar nicht geht's, Jedediah," antwortete Tante Saman thy. Ja, wenn Großvater Townbley mir was vermacht hätte, wie ich das immer gehofft habe, würde es freilich besser gehen. Jezt aber, wo noch mein lieber, guter, alter Mieter gestorben ist, steht's so schlimm mit mir, daß ich meine Kuh verkaufen muß." „ Das ist freilich recht traurig," meinte Jedediah, aber komm nur ruhig zu mir, du kannst dir jederzeit einen Krug Milch von mir holen." Zwei Meilen hin und zurück! Ich dank' dir bestens," antwortete die Witwe.„ Aber weißt du, Jedediah, was ich fäte, wenn ich du wäre? Ich würde sagen:„ Cousine Samanthy, ich bin reich und du bist arm, ich will dir ein kleines Teil von dem großen Vermögen geben, das mir Großvater hinterlassen hat." Es wäre dies ja auch nur deine Christenpflicht, denn Großvater war doch schon 105 Jahr, als er starb und nicht mehr recht bei Verstande. Wäre er zehn Jahre früher gestorben, so hätte auch ich von ihm geerbt und das iveist du recht gut." Bah!" lochte Jedediah. Du bist ja ein Weib, und das mag es entschuldigen, daß du solchen Blödsinn schwabest. Ich bin aber ein anständiger Kerl. Hier hast du fünf Dollars, Samanthy, im übrigen aber bleibt Vermögen Vermögen und Testament Testament und daran darf nicht gerüttelt werden." ,, Na, ich bin nicht mehr stolz, und in meiner traurigen Lage sind fünf Dollars schon sehr viel für mich," erwiderte Samanthy, indem sie das Geld nahm. Ich glaube, Großbaters Geist muß spufen und dich veranlaßt haben, auch' mal was Gutes zu tun, nachdem er bei seinen Lebzeiten von dir zu Bösem beeinflußt worden ist." ,, Großvater ist von mir nicht beeinflußt worden, Samanthy! Das kann ich dir wohl sagen!" rief Vetter Jedediah. Er war von der Ueberzeugung, daß es von dir ein großer Fehler war, mit Peter durchzugehen, nie abzubringen. Peter gehörte zu den Leuten, die im Leben nie etwas erreichen.„ Was hat es denn für einen Zweck, Samanthy zu helfen," pflegte Großvater zu sagen, wenn Peter doch-!" Mein armer Peter ist tot," unterbrach ihn die Witwe und hielt sich das Taschentuch an die Augen ,,, sprich nicht schlecht von ihm. Er war immer so gut und lieb zu mir, wie er es nur sein konnte." ,, Gewiß, gewiß," fiel Jedediah schnell ein, es war ja auch gar nicht bös von mir gemeint. Ich hielt Beter immer für einen sehr sehr. Aber was tatest du eben, als ich kam? Du machtest wohl deine Stuben rein?" Ja, ich machte mein gutes Zimmer rein," antwortete die Witwe.„ Eine ganze Zeit hatte ich es verschlossen, seitdem der kalifornische Herr gestorben ist. Ich hätte es gern wieder vermietet. Diesen Sommer möchte ich gern ein paar Pensionäre nehmen, wenn ich nur welche bekommen würde." der ein Vermögen von anderthalb Millionen Dollars besigen " Ich will gern ein Inserat bezahlen," erklärte Jedediah, mochte.„ Und von meinem Gute kannst du so viele Gurken und Melonen haben, wie du nur willst. Wenn du dieses Beet, statt es als Ablagerstelle für allerlei Abfall zu benußen, bebauen würdest, könntest du selbst mancherlei hier ziehen. Da, gerade unter deinem Fenster, solltest du Radieschen pflanzen. Die Sommergäste haben gewöhnlich Radieschen sehr gern, weil sie sie für gesund halten." „ Ich habe eben die Kommodenschübe darauf geleert. Allerlei Zeug war darin. Ich würde das Beet ja schon längst mal umgegraben haben, ich bin aber nicht stark genug dazu." ,, Simon fann es ja für dich umgraben," entgegnete Jedediah,„ dann kannst du darauf säen und du wirst viel Freude daran haben." Simon, der langsam die Anhöhe heraufgefahren fam, war inzwischen an der Tür angelangt und Jedediah rief ihm zu: „ Simon, nimm dir' mal gleich den Spaten und grabe Mrs. Applebys Garten um. Ich werde allein nach Haus fahren. Adieu, Samanthy, ich glaube, der Gedanke mit den Sommergästen ist gar nicht schlecht." Damit sprang er in seinen Wagen und fuhr davon, froh darüber, daß er von seiner armen Cousine so billig losgekommen war. Simon sah seinem Herrn mit einem recht eigentümlichen Blicke nach. ,, Einige sind für's Glück geboren, andere nur für Kinder," sagte er nachdenklich. Ich habe ihrer viere." „ Ich hatte dreie," erwiderte die Witwe. Aber, Simon, wenn Sie feine Lust haben, brauchen Sie das jetzt nicht zu machen. Ich weiß, daß Sie ohnedies genug zu tun haben." Ich tu's ganz gern," entgegnete Simon. Was haben Sie denn hierher geworfen, Mrs. Appleby?" ,, Lauter Krimmskram aus den Schüben von meinem kalifornischen Mieter," antwortete Mrs. Appleby. Wozu er das Zeugs aufbewahrt hat, möchte ich auch gern wissen." Simon lachte, hob ein paar Stücke auf und steckte sie in die Tasche. Als Mrs. Appleby wieder hinaussah, war das Beet fast vollständig umgegraben und Simon bereits fort. Jedediah Townbley saß am Abend dieses Tages vor seiner Haustür und überschlug den Gewinn, den er bei seiner Heuernte zu erzielen hoffte, als plötzlich eine Stimme hinter ihm rief: ,, Mr. Townbley, ich möchte Ihnen gerne etwas zeigen." Er sah sich um. Es war Simon, dessen Stimme er vernommen hatte; in seiner Hand hielt er etwas dunkles und schweres. ,, Sehen Sie' mal her," fuhr er im Flüsterton fort... bin, als ich noch ein junger Kerl war, in den Goldgruben gewesen, und wenn das hier nicht Gold ist, laß ich mich hängen.“ ( Schluß folgt.) goal to the pago svat ,, 11 น อ Q10} gnu1339 บิน อยู่ gg n£ lg log lanlala นอน la lag เอ น อ gpou un ng san pa pig gun at the and a sapo by in the" go que juu FÜR UNSERE JUGEND Gin Festtag soll dich stärken In deines Werktags Werken, Daß du an dein' Geschäfte Mitbringest frische Kräfte. Du darfst nicht in den Freuden Die Kräfte selbst vergeuden; Neu sollen sie ersprießen Hus mäßigem Genießen. Dor alte Husar. Ein deutsches Volksmärchen. Ein alter Husar, des langen Reiter dienstes endlich müde, ging zu seinem Obersten und erbat sich einen ehrenvollen Abschied. Der Oberst gewährte sogleich seine Bitte und wünschte ihm mit einem kräftigen Handschlag für alle zu kunft das beste Wohlergehen. Da 30g jener in die Welt hinaus, den ersten, besten Weg einschlagend, der ihn, als es schon Abend war, in einen großen Wald brachte. Troy langem Umherirren fand er keinen Ausweg. Bulegt stieg er auf einen hohen Baum, um auszuspähen, ob nicht irgendwo eine menschliche Wohnung zu entdecken sei; und wirklich gewahrte er von dort in weiter Ferne ein schwaches Licht. Flugs kletterte er wieder hinab, und jener Richtung folgend, gelangte er endlich an ein einsames Haus. Ein altes Mütterchen trat, auf ihren Krückstock gestüßt, aus der Tür und fragte nach seinem Begehr. Er bat sie um einen Imbiß und um Nachtquartier, da er sich im Walde verirrt habe. Darauf ging die Alte wieder ins Haus und kehrte bald mit einer Kanne Bier und einem tüchtigen Stück Brot zurück.„ Wohl bekomm Euch Speis' und Trank," sprach sie gutmütig, doch sobald Ihr damit fertig seid, tummelt Euch nur rasch von hinnen, denn dahier ist's nicht geheuer. Bedenket nur, daß das Haus, worin Ihr einkehren wollt, das Standquartier einer Räuberbande ist, welche bald von einem Raubzuge heimkehren wird."" Und wenn der Teufel selber hier hauste," sagte der Husar ,,, ich gehe heute keinen Schritt weiter!" Die dreiste Rede gefiel der Alten. Sie ließ ihn ein, öffnete die Tür zu einer kleinen, düsteren Kammer und sprach, auf ein bereitstehendes Lager deutend:" Da leg' dich nieder, alter Troßkopf! und halt dich ruhig, sobald du die Räuberbande hörst, denn wenn die dich finden, so bist du mit all deiner Verwegenheit doch verloren." Kaum hatte die Alte die Pforte von außen verschlossen, da kamen auch schon lärmend, polternd und singend die Räuber zurück. Sie setzten sich an einen langen Tisch, die Alte mußte ihnen wacker auftragen: Brot, Käse, Fleisch und Wein; und als sie gegen Mitternacht genug geschmaust und gezecht hatten, versahen sie sich mit allerlei Mordwaffen, mit Brechwerkzeugen, Dietrichen und Blendlaternen. Also ausgerüstet zogen sie von neuem auf Raub aus. Das alles hatte unser Husar ganz deutlich durch eine Türspalte mitangesehen. Als die Räuber jetzt fort waren, holte ihn die Alte aus seinem Versteck hervor und brachte auch ihm von den besten Speisen. Du scheinſt viel Mut zu haben," fagte sie. Ja, daran fehlt's mir nicht," antwortete der Husar, hab' ich doch in manch' blutiger Schlacht ohne Zittern dem Tod ins Auge geschaut."" Nun, so höre denn," fuhr die Alte fort, ich will dir sagen, wie du vielleicht dein Glück machen kannst. Zwei Wegesstunden von hier kommt alle sieben Jahre ein unterirdisches Schloß auf wenige Minuten aus dem Boden hervor. Morgen zur Mittagsstunde ist der Zeitpunkt gerade da, wo das Schloß sich abermals zeigen wird. Den Augenblick mußt du benußen und rasch hineinspringen. Durch das erste Zimmer, in welchem nur menige Fässer stehen, gelangst du in ein zweites. Da sitzt ein Mann an einem Tisch, auf welchem ein Buch liegt, und neben dem Buch steht ein Leuchter. Nimm beides und eile so schnell wie möglich hinaus, bevor das Schloß in die Unterwelt zurück versinkt." Der Husar bedankte sich bestens bei seiner Wirtin und genoß dann noch einige Stunden gesunden Schlafes. Am anderen Morgen erfundigte er sich noch geang ng дvut un nouv pig og symp ¡( prach sva nas ng g pa se ha una s nauer nach der Lage der unterirdischen Burg und machte sich flugs auf den Weg. Er hatte auch noch nicht lange an der bezeichneten Stelle geharrt, fiehe! da stand mit einem Male ein prächtiges Schloß dicht vor ihm. Ohne Verzug stürzte er hinein. Im ersten Zimmer fand er richtig_nur_große Fässer, bis zum Rande mit schön geprägten, blanken Hellern gefüllt. Darauf öffnete er die zweite Tür, und dort sah er einen graubärtigen Mann ſizen, dessen Gesicht und Hände waren gelb wie Wachs. Vor ihm auf dem Tisch lag ein fleines, rotes Buch aufgeschlagen, neben dem ein silberner Handleuchter stand. An den Wänden aber gewahrte er große Kisten voll blanker Silbertaler. Auf Silber folgt ja wohl Gold," dachte der schlaue Husar und schaute noch schnell in die dritte Kammer. Da rollten ihm schon die Dukaten entgegen, und der ganze Raum war wohl drei Fuß hoch mit Goldstücken angefüllt. Hätt' ich doch einen Sack bei mir," rief er ärgerlich, und einen recht großen, den wollt ich schon füllen; und er sollte mir nicht schwer werden." Aber er besann sich nicht lange, sondern steckte so viel Gold, als nur eben hinein wollte, in seine Taschen und zuletzt auch in seine hohen Stiefel. Dann warf er die Tür hinter sich zu, ergriff das Buch und den Leuchter und eilte spornstreichs zum Schloß wieder hinaus. Er hätte auch keine Sekunde länger zaudern dürfen, denn als er eben draußen war, erbebte die Erde, und unter fürchterlichem Krachen versank das Schloß in die Tiefe, und der Boden schloß sich darüber. Im nächsten Wirtshause bestellte er sich gleich eine Flasche vom teuersten Wein, und als der Wirt ihn auch etwas mißtrauisch darauf ansah, ob er wohl würde zahlen können, griff der flotte Husar wieder in die Tasche und warf eine Handvoll klingender Dukaten auf den Tisch. Da machte der Wirt einen tiefen Bückling, lief eiligst hinaus, erschien darauf wieder mit einer Flasche vom feinsten Wein, die er dem Gaste vorſeßte, und ließ auch Braten und Kuchen auftragen. Der alte Husar aber griff wacker zu und ließ sich's wohl schmecken. Nicht weit von ihm saßen an einem anderen Tisch vier junge Kaufleute beim Kartenspiel. Die hatten große Augen gemacht, als der alte Soldat das glitzernde Gold auf den Tisch geworfen, und kaum hatte er seine Mahlzeit beendigt und sich aus alter Gewohnheit sein Pfeifchen angesteckt, da forderten sie ihn auf, doch ein wenig an ihrem Spiel teil zu nehmen.„ Ei warum nicht, Ihr Herren?" sagte er, das ist ein hübscher Zeitvertreib!" setzte sich zu ihnen und legte einen Haufen Goldstücke vor sich hin. Aber das Glück war ihm nicht hold; er verlor alles, und obwohl er seine Taschen umkehrte, es fiel nichts mehr heraus, als ein leerer Geldbeutel, Zunder und Feuerstein und ein altes Taschenmesser. Da lachten ihn die Kaufleute aus. Er aber stand ruhig auf und ging, ohne ein Wort zu sagen, in seine Schlafkammer. Dort nahm er das Buch aus dem unterirdischen Schlosse zur Hand, schlug es auf und fing an zu lesen. Sogleich klopfte jemand an die Tür, und als er„ Herein!" rief, trat derselbe Mann in die Stube, den er im verzauberten Schlosse schlafend am Tische siten gesehen. Der verneigte sich tief und sprach: Mein Herr, des Buches Geist, Hat mich gesandt hierher ,. Zu tun, wie du mich heißt. Sprich, was ist dein Begehr?" ,, Erst fülle mir meinen Beutel hier mit Gold," versette der alte Husar, ohne sich auch nur einen Moment über die unerwartete Erscheinung zu verwundern. Und dann wünsche ich all mein verlorenes Geld zurückzugewinnen."„ Das soll geschehen," antwortete der gelbliche Mann, seßte ein Säckchen mit Goldstücken vor ihn hin und verschwand. ( Fortsetzung in nächster Jugendnummer.), D Rätsel und Aufgaben. 1. Schreibst du mit P und s das Wort, Ist's in Italien ein Ort. Doch schreibst du R und g, sogleich Jst's eine Stadt im Russenreich. vv - 2. Ich bin bekannt als schnellfüßiges Tier, Lebe im Gebirge; doch streichst du mir Zwei meiner Zeichen, so hast du ein Bad, In dem einst Kaiser Wilhelm geweilt gern hat. guid อ นวด the Alle a pana uvq- vNUG unu uuvбag uvшt gun upon sal sag außig pa u gun p uv- vap ng นอน อน! 15g แอ น เอ แอ ç 12 อป aa uaoap B1[[ v{ up 101[ vpq]& и изли gun guva uva- van 1 no що изврх изврна лод лә губи звия шод лә шшод фуншла jung- v feet O нанота un fun sagt Nr. 138 ' qu FIZZZ gu10ανα อ 519112 21Q 1a อ ธ изшшој полади Hup| 29 ’ น อง ตุ นอก : лә һәм фидиә Dienstag, den 21. Junt. 15 lamber wa 1904. Oberbessische Familienzeitung. Tägliche Unterhaltungs- Beilage der Gießener Neueste Nachrichten. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1783); verantwortlich: Albin Klein. (( b. Fortsetzung.) Die Adjaren. Originalroman von Arthur Gundaccarv. Suttner. ет Die arme Frau war zu bescheiden, in solchen Fällen Djambets Hilfe anzurufen, denn sie fand, daß er ohnehin genug für sie tat, und so trachtete sie denn, durch Vorverkauf der kleinen Ernte die nötigen Mittel ins Haus zu bringen. Da fehlte es aber dann wieder später an Bargeld und zwar gerade in dem Momente, wo an den Staat die Abgaben zu liefern waren. Der Steuerbeamte machte bei Ali- Beg die Anzeige, und dieser, der wußte, daß die beiden Leute unter Djambeks Schutz standen, gab Befehl, sie aus ihrem Besitze zu vertreiben. Jetzt erst rannte die unglückliche Frau zum Sohne ihres einstigen Herrn, um diesem ihr Leid zu klagen, aber Djambek hatte am Tage vorher das Haus verlassen, um einen Freund im Gebirge zu besuchen. Da gab es keine Gnade und Barmherzigkeit. Des Kaimakams Befehl war ein strenger gewesen, und so sah sich denn das Paar schon am folgenden Morgen auf die Straße gefeßt, während ein übel beleumundetes Individuum, das bei Ali- Beg in Diensten gestanden, seinen Einzug in das Gehöft hielt, um dasselbe angeblich im Namen der Regierung zu überwachen. Achmed, der Muezzin, war auf die Nachricht, die ihm die Schwester gesandt, gekommen, um aus seinen armseligen Mitteln wenigstens einen Teil der Rückstände zu bezahlen, allein Ali- Beg wies diesen Antrag schroff zurück: der Staat war kein Geschäftsmann, der sich eine Schuld in kleinen Abzahlungen begleichen ließ; entweder alles, oder das Objekt selbst wurde mit Beschlag belegt, und dabei blieb es. Zum Glück fam Diambek schon am nächsten Morgen zurück und brachte Hilfe: ein Bachthof stand bei ihm zufällig leer, und dieser wurde augenblicklich dem Paare zur unentgeltlichen Benüßung überlassen. Achmed konnte also beruhigt wieder den Heimweg antreten, für die Sicherheit der Schwester war auf diese Weise vollkommen gesorgt, und er gelobte, als er Djambek unter Tränen seinen Dank sagte, diese barmherzige Handlung nie zu vergessen. Ali- Beg war über diesen Ausgang der Sache durchaus nicht erfreut; er hatte gehofft, den Gegner empfindlich zu kränken und mußte nun sehen, daß er einen Schlag ins Wasser ausgeführt habe. Keinesfalls wollte er aber dem anderen den Sieg so leicht machen, und eines Tags erhielt die alte Frau eine Vorladung, um sich wegen unbefugter Mitnahme von Einrichtungsgegenständen aus dem gepfändeten Hause zu verantworten. Die Verhandlung dauerte nicht lange; es wurde ihr bewiesen, daß sie den Staat in grober Weise gefängnis. schädigt habe, und das Ende war eine Verurteilung zu GeDjambek war, als er die Nachricht von der Einkerkerung erhielt, so aufgebracht, daß er im ersten Moment des Zornes die Absicht kund gab, mit seinen Leuten das Gefängnis zu stürmen und die arme Frau gewaltsam zu befreien, dann aber überlegte er doch, daß er durch eine solche Handlung seiner Schutzbefohlenen nur momentanen Nußen bringen konnte, und er beschloß daher, direkt beim Pascha Klage zu führen. Am nächsten Tage sollte er ohnedies nach Batum fahren, um am Feste teilzunehmen, da konnte er bei dieser Gelegenheit ( Nachdruck verboten.)' die Sache am besten zur Sprache bringen. Vorläufig war also nichts anderes zu tun, als dafür zu sorgen, daß der kranke Mann gepflegt wurde, so lange er von seiner Lebensgefährtin getrennt blieb. Djambet brach am frühen Morgen auf, da er in Batum Geschäfte hatte und außerdem beabsichtigte, Murza- Chan aufzusuchen. Die wegwerfende Art, in welcher dieser unlängst von Cherif- Pascha gesprochen, hatte dem jungen Mann zu denken gegeben, und er war zum Resultate gekommen, daß vielleicht so manches geändert werden würde, falls der angesehene Mann für seine Ansichten zu gewinnen wäre. Die Geschäftsangelegenheiten in der Stadt waren bald abgemacht; auch den Muezzin hatte Diambek aufgesucht, um diesen von der neuen Ungerechtigkeit Ali- Begs in Kenntnis zu setzen und ihm mitzuteilen, daß er beim Gouverneur Klage führen wolle. Jetzt schwang er sich in den Sattel, um den Weg nach Norden einzuschlagen. Nach anderthalbstündigem raschem Ritte war er am Ziele angelangt. Murza- Chan empfing ihn in sehr wohlwollender Art, und da Djambek schon lange nicht vorgesprochen, so gab es eine Menge Neuerungen zu besichtigen, die erst in der legten Zeit entstanden waren. Endlich kam der erwünschte Moment, wo beide beim Kaffee saßen und die Rauchwolken in die Luft kräuseln ließen. Murza- Chan hatte eine Zeit lang von Geschäften gesprochen und schwieg nun, um gedankenverloren auf die blaue Meeresfläche hinauszublicken. Diesen Augenblick benüßte Djambet, um über die leidigen Verhältnisse zu sprechen, die immer schlimmer wurden und mit dem völligen Ruin des Landes zu enden drohten. Er meinte, es sei Pflicht der Landeskinder, diesen Verfall noch rechtzeitig aufzuhalten, was nur durch einmütiges Zusammenhalten möglich war. Der andere schüttelte den Kopf: ,, Du bist noch juna," sagte er, und glaubst wie alle deine Altersgenossen, die Welt stürmen zu können. Ich bin ein Mann von Erfahrung, guter Djambek, und sage dir, daß dies nicht der richtige Weg wäre." ,, Es käme darauf an, den Versuch zu machen; und dann hängt es davon ab, wer sich an die Spitze der Bewegung setzt; ein Mann wie du zum Beispiel, der ,, Nein, nein," rief Murza- Chan, heftig mit der Hand abwehrend, ich fühle durchaus nicht das Bedürfnis, mit den Waffen in der Hand einen Ordnungsversuch zu machen." Wer spricht von Waffen? Ich glaube, dein persönlicher Einfluß wäre genügend, um die Behörde zur Einsicht zu bringen." „ Da irrst du. Weißt du, was das beste Mittel ist, die braven Leute butterweich zu machen? Geld. Wirf ihnen eine Handvoll in den Rachen, und sie sind deine ergebenen Diener; fomm ihnen aber mit schönen Worten, so lachen sie dir ins Gesicht. Hier kann ich tun und lassen, was ich will, weil ich den Kaimakam und dessen Bande bei passenden GeLegenheiten mit klingenden Beweismitteln überführe; es ist das im Grunde genommen eine Steuer wie die anderen, und ich finde dabei ein treffliches Auskommen. Was hätte ich Nr. 143. Haus gebracht 60 Bounement@ pret mab bie Steke Das Blatt eriden Gnadobetingen: O für Ob Enth Der Noch ernster, als Dinge in Deutsch- Sü General von Trotha einigermaßen orienti Entsendung n telegraphierte. Bug bisherigen V militärischen Maßna günstigem Lichte erf General v. Trot fich am Waterberg zu sei, daß die rückwä truppen, deren Etapp leicht abgemacht deutsche ficht auf diese Sachla Augenmert auf die gen gerichtet. Er f nehmen zu wollen, ner Hand vereinigt. So unerfreulich ehe schlimm stehe nicht vergeifen werder Lage der Sache notw Generals beruhen, un in die tatsächliche Lage Serr b. Trotha eine mohricheinlich vorneh Nachricht hinzudeuten erhalten haben. In handja- fagt Gener nicht so j Die Herero fich teilweise wider Omurambofl Les Arieges treiber großen Massen ve fluk Aija Riar in Otahitua fi fein, und Michae getrennt haben. nachihrer Sei Nachrichten über Banden figen im des auch in dem feither etwas entde Onjatiberge habe mein gebeten, nad von Glasena Danach scheint ein der Führung Oberkapitans morden zu sein. Jede febung des bewaffne das allein muß die nahmen Leutweins den deutschen Trut etappen abschneider Bugleich mit de meins werden neue trauensfelig bruch des Aufſtan Erhebung der Ka lich, als der Auff wie schon früher, wiesen, daß dem Spätherbst Aufstands abfichter gar mit dem du anfangen und erscheint in de fügen, der Blan nach Süden abg bernement diefe it 59 also für einen Grund, eine Bewegung ins Leben zu rufen, da ich mich nicht im mindesten zu beklagen habe?- Tue desgleichen, guter Freund. Ali- Beg dürfte ohne Zweifel ebenso zugänglich sein wie hier der ehrliche und ehrenwerte Osman - und du wirst bald sehen, wie alles genau nach deinen Wünschen geht; es ist in der Natur nicht anders eingerichtet: fährst du den Adjari hinauf, so kostet es viel Zeit und Mühe, um an dein Ziel zu gelangen- vielleicht gehen dir sogar die Kräfte unterwegs ganz aus; lässest du dich aber von den Wellen hinabtragen, so kannst du bequem die Hände in den Schoß legen und die Schönheit der Fahrt genießen." sch glaubte doch neulich, aus deiner Art zu ersehen, daß du über Cherif- Pascha und sein Regiment unzufrieden seist." ,, Unzufrieden? Ich verachte die Leute, weiter nichts. Cherif- Pascha ist ein träger Bär, der seine jezige Stelle als einen Ruheposten betrachtet, sich's mit niemand verderben und nebstbei seinen Profit haben will und was die Diebe betrifft, die unter ihm stehen, nun so habe ich dir eben gesagt, was sie wollen und wie sie behandelt werden müssen. Das ist der einzige Weg, um selbst in Ruhe und Frieden zu Leben." „ Ich bedaure, daß du dieser Ansicht bist. Bei deinem Ansehen wäre es dir ein leichtes, dem Lande nüßliche Dienste zu leisten. Ein Wort von dir, und deine Distriktsangehörigen stehen an deiner Seite, um den Forderungen, die du stellst, Nachdruck zu verleihen- während ich mich gleichzeitig verpflichte, meine Landesgenossen an deine Seite zu bringen." ,, Dazu liegt, wie ich dir schon sagte, kein Grund vor. Warum sollte ich um anderer willen ein friedliches Verhältnis stören, und das noch dazu auf das Ungewisse hinaus. So lange man mir fein Unrecht zufügt, brauche auch ich nicht den Leuten feindlich entgegenzutreten." Djambek sah, daß er hier umsonst einen Bundesgenossen gesucht, er ließ daher das Gespräch fallen, um sich bald darauf bon Murza- Chan zu verabschieden. Er schlug mißmutig den Rückweg ein und grübelte über das nach, was der andere gesprochen. Vielleicht hatte dieser nicht so unrecht; es war immer eine mißliche Sache, sich gegen die Uebermacht zu stemmen. Freilich, so hatte er es auch gar nicht gemeint; seine Idee war die gewesen, auf den Höchstgebietenden moralisch einzuwirken, nicht etwa sein Recht mit Waffengewalt erzwingen zu wollen. Er fühlte sich ja CherifPascha gegenüber durchaus nicht feindlich gesinnt- im Gegenteil, seit dessen leztem Besuch war er dem Manne eher zugetan, obgleich derselbe sich schlau aus allen Schwierigkeiten gewunden hatte, statt, wie er versprochen, dem Uebel auf den Grund zu gehen und die Mißstände abzustellen. Ja, wenn Cherif- Pascha keine Verwandte besessen hätte und diese Verwandte fein so eigentümlich liebliches Geschöpf gewesen wäre, dann vielleichter unterbrach sich für einen Augenblick in seinen Träumereien. Hatte etwa Thamar auf ihn einen ungewöhnlichen tiefen Eindruck hervorgebracht? Er bermochte sich nicht Rechenschaft zu geben, denn er wußte borderhand nur, daß er öfter und gerne an jene Tage gedacht, wo er in ununterbrochenem Verkehr mit ihr gestanden, und daß er weit entfernt war, dem alten Mann, der damals wirklich herzlich gewesen, übel zu wollen; inwieweit das junge Mädchen damit in Verbindung stand, war ihm nicht recht begreiflich. Der Weg war in verhältnismäßig kurzer Zeit zurückgelegt, und Djambek suchte vor allem Artschil auf, um sich bei dieſem raſch umzukleiden, dann begab er sich in Gesellschaft seines Verwandten nach dem Hause des Gouverneurs. Die Gäste waren schon in ziemlicher Anzahl vor ihm eingetroffen, und er mußte sich vorläufig begnügen, Thamar in aller Kürze zu begrüßen, da sie von mehreren anderen Bersonen in Anspruch genommen war. Es schien ihm, wie wenn ein Zug von Traurigkeit auf ihrem Gesichte läge, der für einen Moment schwand, als er zu ihr trat, dann aber schnell wieder zurückkehrte. Cherif- Pascha entdeckte ihn sogleich unter den übrigen Gästen und rief ihn zu sich; dieser Moment schien Djambek günstig, um seine Klage vorzubringen, und er kam daher nach der ersten hastigen Begrüßungsformel sogleich auf den Gegenstand zu reden. Der Gouverneur wußte anfänglich nur mit einem gelang meilten„ Hmhm" zu antworten, und schließlich sagte er: „ Ja, mein Lieber, das Gesez schreibt dem Beamten vor, mas er zu tun hat. Ich will nicht sagen, daß es nicht in manchen Fällen vom guten Willen des Betreffenden abhängt, ob er die volle Strenge oder einen milderen Grad walten lassen will aber das hängt eben von ihm selbst ab, und darüber steht mir keine Einflußnahme zu. Ich bin überzeugt, wärest du zu Ali- Beg gegangen, um ihm ein paar gute Worte zu geben, er hätte Gnade für Recht walten lassen. Ueberhaupt rate ich dir nochmals, dich mit ihm auf einen freundlicheren Fuß zu stellen; es ist doch mißlich, wenn man im selben Distrikt miteinander lebt, in so gespannten Verhältnissen zu bleiben; das hat nur allerlei Chikanen zur Folge, die ich doch unmöglich zu meiner Sache machen kann. Dente nur, wo käme ich hin, wollte ich dem Kaimakam immer ins Handwerk pfuschen und jede Privatpartei in Schutz nehmen!" Ich dachte, daß du in diesem Falle eine Ausnahme machen würdest," versetzte Djambek unwillig,„ die armen Leute stehen mir nahe und- ,, Gut, gut, ich will sehen, was zu machen ist; verderben wir uns deswegen nicht die heutige frohe Laune. Beruhige dich, ich werde Ali- Beg gelegentlich meine Wünsche zukommen lassen; du triffst mich heute gerade in freudiger Stimmung also dein Anliegen soll Gehör finden." Und er eilte hinweg, um einen neuen Gast zu begrüßen. Djambef war durch des Gouverneurs Versprechen zufriedengestellt; er näherte sich wieder der Stelle, wo Thamar stand, und verlegte sich aufs Beobachten, da das junge Mädchen noch immer von einer Schar von Gästen umlagert war. Das milchweiße Kleid, das ihre schlanke, feingemeißelte Gestalt umhüllte, ließ sie heute fast groß erscheinen; ihre Haltung und ihre Bewegungen waren die einer Königin, welche ihren Untertanen Audienz erteilt, und doch hatte sie dabei etwas Gewinnendes und Zuvorkommendes an sich, das ihr alle Sympathien auf der Stelle eroberte nur bemerkte Djambek heute zum zweiten Male, daß sie sich zwang antun mußte, um zu lächeln, und daß sich um ihre Mundwinkel ein Zug von Betrübnis legte, wenn sie sich einen Moment unbeobachtet glaubte. Was mochte ihr nur zugestoßen sein? Ein Zwist im Hause konnte es wohl faum gewesen sein, da CherifPascha eben betont hatte, daß er sich sehr gut gelaunt fühle; mithin war es eher ein Kummer, der von außen kam und welchen sie niemand aus ihrer Umgebung mitgeteilt hatte. ,, Nun, warum so nachdenklich?" unterbrach ihn eine Stimme in seinen Betrachtungen. Es war Daria, die an ihn herangetreten und heimlich der Richtung seiner Blicke gefolgt war. sind." Ich denke, daß daß heute viele Gäste anwesend ,, Ei wirklich? Dachten Sie nicht auch einen Augenblick noch an etwas anderes?" Ich wüßte nicht" Zum Beispiel, daß Thamar heute womöglich schöner ist als je?" Eine flüchtige Röte glitt über seine Wangen. Sie wissen, daß es uns hier zu Lande nicht gestattet ist, solche Gedanken - laut werden zu lassen." „ Aber das Jassen derselben ist doch erlaubt, wie ich aus Ihrer Antwort zu erkennen glaube. Ich wußte nicht, daß Sie so ein gewissenhaftes Landeskind seien; im Gegenteil, es schien mir sonst, als hätten Sie mehr Geschmack an der cbendländischen Art gefunden, die nichts Schlimmes darin ſieht, wenn man der Schönheit seine Bewunderung zollt." ,, Gut, wenn Sie mir versprechen, meinen Freimut nicht übel zu nehmen, so will ich mir gestatten, ein morgenländisches Bild in abendländischer Art wiederzugeben." Er wies mit der Hand nach Thamar:„ Dort eine weiße Lilie- hier eine Granatblüte glücklich die Hände, die sie pflücken!" Auf jeden Fall ist das hübscher gesagt, als Russudans Vergleich, den sie uns zum besten gab: sie fand Thamar sehr einem Gespenste und mich einem gefochten Krebs ähnlich." Ich sage Ihnen, Sie sind beide reizend." „ Danke! Wahrhaftig, Sie würden in einem französischen Salon Glück machen. Jetzt aber sagen Sie auch Thamar ein paar freundliche Worte; ich glaube, Sie haben ihr nicht einmal noch guten Abend gewünscht." ,, Scheint es Ihnen, daß sie überhaupt Verlangen darnach trägt?" Djambek blickte nach der Richtung, wo Hassan- Beg in eifrigem Gespräche mit den jungen Mädchen begriffen war. Daria musterte ihn einen kurzen Augenblick:„ Undanbarer!" Dann sprang sie eilig davon. ( Fortsetzung folgt.); ist ein höflicher Mann, Das Alter Einmal übers and're klopft er an, Aber nur sagt niemand:„ Herein!" Und vor der Tür will er nicht sein, Da klinkt er auf, tritt ein so schnell, Und nun heißt's, er sei ein grober Gesell. Ein teurer Tandkauf. Humoreske aus dem Amerikanischen von J. Cassirer. ( Schluß.) ( Nachdruck verboten.) „ Zweifellos ist das Gold," bestätigte der alte Mann, indem er den kleinen Klumpen aus der einen Hand in die andere gleiten ließ. Ganz gewiß ist das Gold! Wo hast du das gefunden?" Im Garten der Witwe Appleby. Sie sagten mir ja, daß ich dort das Blumenbeet umgraben sollte, und da hab' ich das mit ausgegraben." " Dann liegt dort also Gold! Ich hab' immer geglaubt, daß dort Gold zu finden sein müßte! Ja, ja, ich hab's gleich gesagt." Mit einem verständnisinnigen Augenzwinkern fuhr Simon fort: Ich hab's auch oft genug von Ihnen gehört. Was für eine große Freude wird das für die arme Frau ſein- eine Goldgrube in ihrem Garten!" Neid und Habgier malten sich auf Jedediahs Gesicht, und in vertraulichem Tone sagte er zu Simon: Höre' mal, Simon, du darfst weder mit ihr, noch mit sonst jemand darüber sprechen. Ich werde schon die Sache mit dir ins Reine bringen. Du sollst dich in deiner Wohnung mit deiner kleinen Familie nicht recht behaglich fühlen, hat man mir erzählt; ich will dir von jetzt an das Haus auf dem Berge für dieselbe Miete lassen. Sprich aber nicht darüber. Auch bei Mrs. Appleby werd' ich mich schon abfinden. Und schließlich ist es doch immerhin möglich, daß es doch kein Gold ist." Möglich ist's ja, aber so'n alter Goldgräber wie ich, täuscht sich selten," erwiderte Simon.„ Wenn es Ihnen recht ist, will ich schon morgen umziehen. Und warten Sie ' mal! Ich könnte auch jetzt gleich zur Witwe gehen. Ich kann ja so tun, als ob ich die Radieschen aussäen möchte, wenn Sie so gut sein wollen, mir welche zu geben, und da wird sich ja gleich zeigen, ob noch mehr von dem Erze da zu finden ist." Das ist ein prächtiger Gedanke!" rief Jedediah Townbley aus. So erschien denn zu dem großen Erstaunen der Witwe Simon nochmals bei ihr, um das Beet zu besäen. Und als er damit fertig war, brachte er seinem Herrn, der in seinem Wagen, der unter den Bäumen hielt, auf ihn wartete, drei bis vier Stücke von demselben Erze mit. Jedediah fuhr so fort damit nach der Stadt zu einem berühmten Mineralogen, der auf das Bestimmteste erklärte, daß dort, von wo diese Stücke herkämen, sicherlich Gold zu finden sein müßte. Jede diah, dessen Freude keine Grenzen kannte, schlich sich in der Nacht beim Mondenschein in das Haus der Witwe. Diese sah ihn wohl, erkannte ihn aber nicht, sondern hielt ihn für einen Landstreicher, der bei ihr einbrechen wollte, und wurde davon so erschreckt, daß ihr der kalte Schweiß herunterlief. Am Tage, der dieser Nacht folgte, ereignete sich noch verschiedenes Merkwürdige, das diese gute Frau in Verwunderung setzte. Das erste war, daß in der frühen Morgen dämmerung, als sie sich über einem Holzfeuer ihre Tasse Kaffee tochte, ganz unerwartet Simon bei ihr erschien. ,, Mrs. Appleby," flüsterte er ihr geheimnisvoll tuend zu, geben Sie Acht, was ich Ihnen jetzt sage, und vergessen Sie es nicht. Der Herr Townbley will Ihnen ihr Grundstück abkaufen. Lassen Sie es ihn nicht billig haben. Verlangen Sie einen hohen Preis und lassen Sie keinen Pfennig ab. Machen Sie nicht viel Worte, sondern sagen Sie blos.„ Dafür min ich's nicht verkaufen," bis er Ihnen das gibt, was Sie verlangt haben. Fragen Sie nicht erst lange, sondern tun Sie so wie ich Ihnen sage, es ist zu ihrem Besten." Ich weiß nicht, was Sie wollen," meinte die Witwe, Sie tun so sonderbar. Wenn aber mein Vetter Jedediah für wei Morgen steinigten Bodens und ein Haus wie das hier biel aahlen wollte, müßte er verrückt sein." ,, Vielleicht ist ihm ein Geist erschienen," erwiderte Simon. .Nochmals rate ich Ihnen, folgen Sie mir." Damit war er verschwunden. Gerade zur rechten Zeit, denn im nächsten Augenblick ließ sich das Rasseln von Jedediah Townbleys Wagen vernehmen, und statt seines Knechtes trat jetzt Jedediah selbst auf die Schwelle. „ Was du mir da gestern gesagt hast, Samanthy, ist mir sehr nahe gegangen," begann er, und ich habe viel darüber nachgedacht. Was dir fehlt, ist Ruhe. Verkaufe dein Grundstück und ziehe zu irgend jemand im Dorfe in Pension. Ich will dir's abkaufen, viel ist's ja nicht wert, aber was willst du dafür haben?" Die Witwe sah ihn erstaunt an. Nicht Wohlwollen, sondern Habgier leuchtete aus seinen Augen. Vorsichtig antwortete sie, denn auch in ihren Adern floß dasselbe Blut, und zu handeln verstand sie wohl:„ Was willst du denn geben?" Fünfhundert Dollars," antwortete der reiche Mann. " Damit bist du wohl einverstanden, was?" Samanthy schüttelte den Kopf. „ Acht?" „ Auch nicht," entgegnete Samanthy. „ Tausend!" Samanthy wurde zwar blaß, schüttelte aber noch immer den Kopf. Zweitausend!" bot Jedediah. Ich glaube beinah, du meinst, ich bin nicht bei vollem Verstande," entgegnete Samanthy. ,, Sie weiß von dem Golde," sagte sich Jedediah,„ oder ein anderer weiß davon und hat ihr schon ein Kaufgebot gemacht." Der Geizhals und der Verschwender finden sich oft in derselben Person vereint. So war es auch in diesem Falle bei Jedediah Townbleŋ. Fünfzehntausend Dollars!" rief er hastig. Davon kannst du bequem leben, was?" Grovaters Geist ist ihm erschienen," dachte Samanthy. „ Ja," sagte sie.„ Wenn du jetzt gleich mit mir zum Rechtsanwalt fahren und mir das Geld auszahlen willst, will ich's tun." Zehn Minuten später saßen die beiden neben einander im Wagen. Zwei Stunden später, und Samanthy war ihrer eigenen Ansicht nach eine reiche Frau, die keinen Kummer mehr hatte und auch für ihr tägliches Brot sich nicht mehr zu mühen brauchte. Heute noch sollte sie ihr Haus verlassen, und ganz außer sich vor Freude über die in ihrem Schicksale eingetretene Wendung, packte sie eben ihre paar Sachen zusammen, als wiederum, wie heute früh, Simon sich auf der Türschwelle blicken ließ. ,, Haben Sie's verkauft?" fragte er. " Ja," antwortete die Witwe, freudig erregt. Für fünfzehntausend Dollars. Ich glaube, Großvaters Geist muß ihm erschienen sein." Simon fuhr mit der Hand in die Tasche und holte daraus etwas hervor. Was ist denn das?" fragte er. Die Witwe sah es sich an und erwiderte:„ Etwas von dem Kram, den ich dort aus dem Schube zum Fenster hinausgeworfen habe." " Golderz ist es," erklärte Simon. Ihr kalifornischer Mieter besaß eine Menge Proben von Golderzen und oft genug hat er sie mir gezeigt. Ich war selber' mal ein Goldgräber und interessierte mich für solche Sachen. Sie haben sie auf das Radieschenbeet hinausgeworfen und ich hab' sie wieder hervorgeholt. Ich zeigte sie Mr. Townbley, und da er immer geglaubt hat, daß in diesen Bergen Gold zu finden sein müsse, meint er, daß auch hier auf Ihrem Boden Gold liegt." Und dabei wollte er mir fünfhundert Dollars geben," rief die Witwe empört aus. Für Sie ist es ja noch recht gut abgelaufen und ich hab' auch keine Lügen gesagt," schloß Simon, denn ich hab' ja tatsächlich die Proben aus dem Radieschenbeet ausgegraben." Die Witwe lebt jetzt behaglich im Dorfe und hält es für angebracht, ihren Mund zu halten. Dort, wo einst ihr Haus stand, geht ein tiefer Schacht in die Erde hinunter und daneben steht ein Gerüst mit einer großen Winde. Allgemein wird es als„ Townbleys Merger" bezeichnet. Jedediah Townbley wollte hier ein großes Goldbergwerk anlegen, batte es auch ein paar Jahr betrieben und dabei ein kleines Vermögen zugesetzt. fonen, die die Ein Denen Mor น อ bunu ที่ S Gefa auf Fehler de fo geschieht t das ni Wiederholung fondern, um durch berhindern. Leu wiegen feine unb Bewiffen gehand Fehler durchaus De Brvei Fragen hung bom Krieg Schidial des W Stadelberg.