er ft rkstätte Aussuchen des Wohn Blage. henswürdigen 399. rinnen he Arbeiter igung gesucht. erstraße 18. Nr. 43. Zweites Blatt. bonnementspreis: In Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., ' s Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertelfährlich Mt. 1.50. Oratisbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Samstag, den 20. Februar 1904. Gießener 13. Jahrgang. Jusertionspreis: Die einspaltige Betitzeile für ganz Obes heffen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. fonft 15 Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen, Seltersweg 88 Fernsprechanschluß Nr. 362. Nenelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Beifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Verführerische Prämien. Von unserem Handels- Berichterstatter wird uns geschrieben: An der Berliner Produktenbörse macht ein Fall großes Aufsehen, der typisch ist für gewisse Auswüchse unseres Geschäftslebens. Der Bodenmeister der ViktoriaSpeichergesellschaft Mattes. wurde wegen Unterschlagung von einer halben Million Mark verhaftet und gleichzeitig hat der frühere Direktor dieser Gesellschaft Rudolf Fließ sich in der Heilanstalt zu Wannsee erschossen. Der verhaftete Bodenmeister betont mit großer Entschiedenheit seine Unschuld und hat auch für die Ermittelung eines etwaigen Defizits eine Haftsumme, die nach den Aussagen seiner Frau die ganzen Ersparnisse repräsentiert, zur Verfügung gestellt. Das Gehalt des Verhafteten betrug 6000 Mark. Aus diesem allein könnte er unmöglich eine Ersparnis von etwa 100 000 Mark zurückgelegt haben. Er gibt aber auch an, daß es ihm gestattet gewesen sei, das bei dem Verwiegen zu Boden fallende sogenannte Fußgetreide zusammenzufehren und für sich zu verwenden. Vorausgesetzt, daß diese Angabe richtig ist, wird sich vielleicht annähernd ermitteln lassen, wie hoch der Gewinn aus dieser Bonifikation gewesen ist, so daß Mattes, falls er unschuldig ist, vielleicht auch den Entlastungsbeweis führen kann. Es fragt sich aber, ob eine derartige Methode der Vergünstigung überhaupt die richtige ist. Als Chef des Verwiegungsgeschäftes hat der Bodenmeister natürlich einen großen Einfluß auf die achtsame Behandlung der Gebinde. In seiner Hand liegt es, die untergeordneten Organe anzuhalten, möglichst wenig Fußgetreide zu produzieren. Da aber sein Interesse ein gegenteiliges ist, so war das Syſtem der Bonifikation geradezu eine Prämie für eine möglichst unachtsame Behandlung des Verwiegemateriales und es setzt eine heroische Sittlichkeit voraus, wenn solch ein Beamter nicht in die Versuchung kommt, wie Riccaut de la Marlinière in Lessings Minna von Barnhelm", das Glück zu verbessern. Aehnliche Methoden haben manche Restaurationen, indem sie ihre Bierzapfer an dem sogenannten Bordengewinn beteiligen. Das ist eber.falls eine Prämie auf die Benachteiligung der Kundschaft, die schließlich in dem Bewußtsein des Angestellten die Grenzen von Recht und Unrecht verwischt. Da uns der spezielle Fall hier nur in seiner typischen Bedeutung interessiert, so kann in unserer Erörterung die Frage, ob der inzwischen verstorbene Direktor Fließ im Zustande der Geisteskrankheit die Verhaftung des Bodenmeisters beranlaßte, oder ob er einen Prügelknaben suchte, füglich außer Betracht bleiben. Jedenfalls hat Fließ über die Waren, die zur Aufbewahrung famen, in einer für die Gesellschaft sowohl, als auch für die Kundschaft ungünstigen Weiſe verfügt. Rationell wäre es gewesen, wenn der Bodenmeister stets über die Mengen des entstandenen Fußgetreides genau Nachweis geführt hätte und im umgekehrten Verhältnis des Quantums prämiiert worden wäre, um auf diese Weise das Verwiegegeschäft möglichst sorgsam zu gestalten. Das System der völligen Preisgabe dieses Produkts bietet geradezu die Möglichkeit einer Verschleierung unehrlicher Manipulationen, die ebensogut den Bodenmeister Mattes, wenn er schuldig ist, gegen den Arm der Strafgerechtigkeit schüßen, wie sie ihm, falls er unschuldig ist, wegen ihrer Undurchsichtigkeit berhängnisvoll werden kann. Jedenfalls hätte es sich geziemt, daß der Bodenmeister über diese private Einahmequelle, über deren Ergebnis er doch schließlich der Direktion und auch der Kundschaft Rechenschaft schuldig war, genau Buch geführt hätte. Wäre das geschehen, so ließe sich jetzt leicht feststellen, ob seine Verhaftung die gerechte Strafe für eine Schuld, oder eine Tragödie ist. Auf alle Fälle kann dieses Vorkommnis den Angestellten jeden Geschäfts zur Warnung dienen. Ein derartiges Prämiensystem hat große Gefahren für das Sittlichkeitsempfinden und kann unter Umstnden, wenn einmal ein Prügelknabe gesucht werden soll, für seinen Nußnießer zu einem tragischen Schicksal werden. Nab und fern. Oberlehrer Deditius in den Ruhestand versekt. Der Fall des Barmer Oberlehrers Deditius, der kürzlich wegen angeblicher tötlicher Mißhandlung des 12jährigen Schülers Busche vor den Geschworenen stand, aber freigesprochen wurde, hat jezt sein folgerichtiges Nachspiel gehabt. Deditius wurde von einer geheimen Stadtverordnetenversammlung auf seinen Antrag in den Ruhestand verseßt. Er hat also selbst die Konsequenz gezogen, daß nach den Enthüllungen des Prozesses über feine eigenartige Lehrmethode, bei der Püffe und Ohrfeigen an der Tagesordnung waren, seines Bleibens im Amte nicht länger sein konnte. * Beinfälschungen in großem Umfange sind in der UmStuttgart entdeckt worden. Insgesamt sind über 100 000 Liter Wein beschlagnahmt worden, zum Teil wurden die Keller polizeilich geschlossen. Den Weinkonsumenten fann wahrhaft angst werden, wurden doch erst in den letzten Tagen in Kaiserslautern mehrere große Weinpantscher verurteilt. O Die Tollwutepidemie in Oberschlesien scheint immer wei. ter um sich zu greifen. In dem hinter Konstadt gelegenen Dorfe Würbiß hat ein von auswärts zugelaufener Hund eine männliche Person und mehrere Hunde gebissen. Da der Verdacht der Tollwut des bissigen Hundes bestätigt wurde, wurde der Gebissene nach Berlin geschafft, während die gebissenen Hunde sämtlich getötet werden mußten. Eine Falschmünzerwerkstätte wurde in Havershofen ( Mittelfranken) in einem leerstehenden Bahnwärterhäuschen entdeckt, die von einem Tagelöhner namens Aschbacher eingerichtet worden war. Aschbacher fiel der Behörde in die Hände. Fast zu gleicher Zeit ist auch in dem hart an der vayerischen Grenze liegenden württembergischen Dorte Schrozberg eine solche Werkstätte aufgehoben und der Inhaber namens Ebert verhaftet worden. Man vermutet, daß er und Aschbacher zusammenarbeiteten. Beinahe unter den Luftvallon gekommen. Ein seltjames Luftballonabenteuer wird aus Plaue a. H. berichtet. Der Ziegeleibesitzer Hummel von dort befand sich mit seinem Gespann auf der Rückfahrt von Brandenburg nach Plaue, als er in der Richtung nach dem Neuendorfer Ererzierplatze einen großen Luftballon gewahrte. Der Ballon, welcher anscheinend stillstand, kam plötzlich in Bewegung und nahm in ganz geringer Höhe seinen Weg auf das Fuhrwerk Hummels. Ein Zusammenstoß wäre unvermeidlich genesen, wenn nicht die im Ballonforbe befindlichen Offiziere den Wagenführer auf die ihm drohende Gefahr durch Zurufe aufmerksam gemacht hätten, so daß dieser noch im letzten Augenblick seine Pferde schleunigst herumreißen konnte. Der dem Berliner Luftschifferbataillon zugehörige Ballon landete unmittelbar darauf glatt neben der Chaussee. Einem Millionenbetrug ist die Verwaltung der ViktoriaSpeicher- Aktiengesellschaft in Berlin auf die Spur gekommen. Der Bodenmeister Matthes, ein an der Produktenbörse sehr bekannter Mann, wird beschuldigt, dem Speicher der Gesellschaft Jahre hindurch Getreidevorräte entnommen und für eigene Rechnung verkauft zu haben. Auch die Fälschung on Lohnlisten wird ihm zur Last gelegt. Dadurch soll er die Gesellschaft um 1 Million Mark geschädigt haben. Matthes befindet sich in Haft. Gegen das vierte Gebot. Ein häßlicher Fall von Grauamfeit und Gefühlsroheit gegen die Eltern wird aus dem stpreußischen Dorfe Liewenberg gemeldet. Der Besitzer F. jatte seinen eigenen Vater in einen mit Brettern verschlagenen Kaum gesperrt und wollte ihn, ohne ihm Nahrung zu geben, n dem falten, engen und feuchten Raum verhungern lassen. Bon Hunger und Kälte bis aufs äußerste gequält, wollte der Bater durch eine Oeffnung nach außen zu den Nachbarsleuten zu entkommen suchen, wurde aber von seinem Sohne einjeholt, geprügelt und mit Füßen gestoßen und wieder zurück n sein Berließ gebracht. Durch Zufall kam dieser Vorfall zur Renntnis der Behörden, und ein Gendarm aus Heilsberg vurde zur Feststellung der Tatsachen hingeschickt, worauf der Staatsanwaltschaft Anzeige gemacht wurde, die bereits das Weitere veranlaßt hat. Der alte Mann äußerte, daß es jeiner vor 14 Tagen verstorbenen Frau noch schlechter gegangen sei als ihm. A Schreckenstat eines Wahnsinnigen. Eine patriotische Kundgebung in Warschau, an der zahlreiche Studenten und eine große Volksmenge teilnahmen, wurde auf furchtbare Weise gestört. Ein Graf Dembsky, der plötzlich irrsinnig geworden war, schoß vom Balkon seiner Wohnung, in der er sich verbarrikadiert hatte, auf die Menge, wobei drei Perjonen getötet und zwanzig verwundet wurden. Erst nachdem es gelungen war, den Grafen selbst durch einen Schuß zu berwunden, konnte er festgenommen werden. Carl Stückrath, Möbelfabrike 47 Asterweg 47. Geschäftsgründung 1868. 8 Ederstrasse 8. Einfachste wie reiche Wohnungs- Ausstattungen zu billigsten Preisen. Schlafzimmer- Original Wiener 20 komplette Schlafzimmer- Original Wiener Schlafzimmer Einrichtungen in aparten Formen und edlen Holzarten. 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Als Beamte das Gepäd eines mit dem Dampfer Majestic" aus Newyork eingetroffenen Mannes durchsuchten, der sich Jwan Sinbeanovic aus Desterreich nannte, fanden sie in seinem mit einem doppelten Boden versehenen Koffer 18 Pfund Dynamit. Der Mann wurde festgenommen, und bei einer Leibesvisitation fand man bei ihm noch 3360 Ründhütchen. Wehrere Hinrichtungen wurden gestern vouzogen. In Landsberg a. W. wurden zwei Mörder, der Oberschweizer Schärer und der Unterschweizer Klir, die im vorigen Jahre die Wirtschafterin des Gutsbesizers Quiliz in Lorenzdorf getötet hatten, durch den Scharfrichter Engelhardt aus Magdeburg enthauptet. In Tilsit büßte der Fleischermeister Hubert den dreifachen Raubmord in Lompönen mit dem Tode. Er legte vor der Hinrichtung ein Geständnis ab. Die Tollwutepidemie in Lublinik greift immer weiter um sich. Bisher sind gegen 30 tolle oder tollwutverdächtige Hunde getötet worden. Die Bewohnerschaft wagt sich nur noch mit Stöcken oder Knüppeln bewaffnet auf die Landstraße oder in den Wald hinaus. Die Beförderung der unglücklichen Gebissenen nach Berlin hatte leider dadurch eine unter Umständen verhängnisvolle Verzögerung erfahren, daß die Beschaffung des Reisegeldes aus öffentlichen Mitteln mit Schwierigkeiten verbunden war. Von seinem elfjährigen Schüler hinterrücks durch Messerstiche verwundet wurde der an einer Berliner Gemeindeschule tätige Lehrer Alerander Zeisiger. Als nach dem Unterricht der Lehrer seinen Paletot anziehen wollte, stürzte sich der Knabe auf ihn und versetzte ihm drei Stiche in den Rücken. Tas Motiv der Tat ist getränkter Ehrgeiz. Der Knabe hatte sich von dem Lehrer dauernd zurückgesetzt geglaubt. Bunte Chronik. Zur Gründung des allgemeinen deutschen Arbeitgeberverbandes findet in Berlin am kommenden Montag eine Sigung ſtatt. Bei Lüdinghausen wurden acht Fahrgäste und zwei Fahrbeamte eines Personenzuges infolge von Entgleisung mehrerer Wagen leicht verlegt. In Ellwangen wurde der Mörder Emil Fink aus Pforzheim, der sogenannte württembergische Sencißl, hingerichtet. Hus dem Gerichtssaal. § Crimmitschauer Nachklänge eigener Art famen in einem Beleidigungsprozeß zur Sprache, den eine Anzahl dortiger Fabrikanten gegen den Vorsitzenden der Meeraner Filiale des deutschen Textilarbeiterverbandes, Franke, angestrengt hatten. Aus zwei Versammlungsreden, die von diesem gehalten worden waren, wurden die folgenden beiden Stellen als straffällig erklärt: Die Crimmitschauer Fabrikanten find die Drohnen, die Arbeiter aber die Bienen, von deren Fleiße sich erstere mästen. Wenn Christus wiederkäme, müßte er sagen:„ Hinaus aus dem Tempel, ihr falschen Pharisäer und Otterngezücht!" Pfui über diese Patrioten! Fort zum Teufel mit den Crimmitschauer Fabrikanten!" Und weiter: „ Die Crimmitschauer Fabrikanten haben den Arbeitswilligen 3 Mark geboten. Judas Ischarioth hat seinen Herrn um 30 Silberlinge verraten. Die Fabrikanten aber muten den Arbeitern zu ihre Kollegen um 3 Mark zu verraten, woraus zu ersehen ist, wie tief diese Herren herabgekommen sind, die sich die Säulen des Christentums nennen." Franke wurde zu 40 Mark Geldstrafe verurteilt. bor= § Der Segen der Besserungsanstalten. Wegen wiederholter Sittlichkeitsvergehen und tätlicher Beleidigung hatte sich der 13jährige Schüler Kurt Jaschke aus Charlottenburg vor der Berliner Straffammer zu verantworten. Der jugendliche Angeklagte wurde beschuldigt, in mehreren Fällen an Mädchen von 6-8 Jahren unzüchtige Handlungen genommen zu haben. Trotzdem durch die Beweisaufnahme die volle Schuld des Angeklagten erwiesen wurde, kam das Gericht zu einem Freispruche. Die Urteilsbegründurg ist vom pädagogischen Standpunkte aus äußerst bemerkenswert. Der Vorsitzende führte nämlich aus, obgleich es erwiesen sei, daß der Taugenichts die zur Straftat erforderliche Erkenntnis gehabt habe und auch Strafe verdient hätte, so sei doch von einer Bestrafung Abstand genommen worden. Im Gefängnisse erfahre solch jugendlicher Verbrecher keine Besserung, eher trete das Gegenteil ein; nur straffe Zucht könne veredelnd wirken. Deshalb habe das Gericht beschlossen, den Sittlichkeitsattentäter einer Zwangserziehungsanstalt zu überweisen. § Ein Oberleutnant der Schußtruppe wegen Urkundenfälschung verurteilt. Vor dem Berliner Kriegsgericht hatte sich der Oberleutnant unserer Schutztruppe in Ostafrikal b. Müller wegen Urkundenfälschung zu verantworten. Ein von ihm vor seiner Abreise nach Afrika für eine Schuld von 9000 Mart bei einem Bankhaus in Bremen hinterlegter Bürgschaftsschein trug zwei gefälschte Unterschriften. Der Bürgschaftsschein ist von einem Onkel des Verurteilten, Generalleutnant v. Müller, eingelöst worden. Der Angeflagte beteuerte seine Unschuld und will von einem Agenten, der ihm die zwei Firmen habe beschaffen wollen, schmählich betrogen worden sein. Er hat gegen das Urteil Berufung eingelegt. § Ein Schulknabe wegen Mordversuchs vor Gericht. Der noch nicht ganz 14 Jahre alte Schüler Otto Franke aus Ronneburg hatte sich wegen versuchten Mordes in zwei Fällen vor der Straffammer in Altenburg zu verantworten. Der Angeklagte wurde beschuldigt, zwei Mordversuche auf die 87jährige Lehrerswitwe Theil in Ronneburg unternommen zu haben, um sich in den Besitz von Geld zu setzen. Das Gericht verurteilte den jugendlichen Verbrecher zu insgesamt jechs Jahren Gefängnis. Jean Dern& Co. Giessen. Gegründet 1883. Bureau und Lager: Inhaber: Oskar Gutmann. Westanlage 31 Telephon 21. Gegründet 1883. Cementwaren- Fabrik und Lager: Frankfurterstr. 114, eign. Bahnanschl. Bau- und Kanalbau- Artikel. Trottoir-, Fussboden- und Wandplatten. Grösstes Lager am Platze in sämtlichen Bauartikel. 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Gen.- Debit, Strassburg i. E. Brima W. Semmler. Ph. Weiler Kartoffel Einem verehrten Publikum zur geft. Nachricht, daß mein so schnell beliebt gewordener Sanitätss Kunft und Wissenschaft. RN Interessante Naturerscheinungen bei Gewittern wur den letzter Tage im Württembergischen gemacht. So entlud sich über Eßlingen und dem Neckartal ein heftiges Gewitter mit zahlreichen magnetisch- elektrischen Lichteffekten. Nachts bemerkte man im Westen flächenblißartiges Wetterleuchten; zehn Minuten später leuchtete es in der Stadt Eßlingen allerorten auf wie beim Abbrennen eines großen Feuerwerkes. Von höheren Gebäuden stiegen bläulich leuch tende Feuerkugeln raketenartig in die Höhe, oft drei bis vier gleichzeitig an verschiedenen Orten; einige schienen einen Funkenregen hervorzurufen. Das ganze Schauspiel, das mit Elmsfeuer Aehnlichkeit zeigte, dauerte ungefähr eine halbe Stunde. RN. Der Kaiser und das Volkslied. Wie aus Berlin gemeldet wird, findet Ende dieser Woche die erste Sigung der von Kaiser Wilhelm II. ernannten Kommission statt, die eine Sammlung der besten deutschen Volkslieder herausgeben soll. Der Kaiser wird seine rege Anteilnahme an der gedeihlichen Pflege des deutschen Volksgesanges bei dieser Gelegenheit durch sein persönliches Erscheinen bekunden. Wie man hört, wird von den Mitgliedern der Kommission, zu der außer reichsdeutschen auch österreichische Komponisten und Sachverständige gehören, ihrer Aufgabe schon jetzt das värmste Intereffe entoeaenaebracht. 6. Auf den Spuren Stanleys. Eine größere Forschungsreise durch Afrika wird binnen kurzem, wie aus Brüssel gemeldet wird, vom Baron Moriz v. Rothschild unternommen werden. Die in Aussicht genommene Route durchquert Abessynien, führt an den Rudolfssee und von da nach Uganda in die Mondberge, deren Lage von Stanley auf seiner zur Befreiung Emin Paschas unternommenen Durchquerung Afrifas zum erstenmal festgestellt wurde. Von den Mondbergen aus wird Baron Rothschild die Expedition durch die Urwälder des belgischen Kongostaates nach Egypten führen, um den Nil hinab die Heimreise nach Europa anzutreten. Der König der Belgier hat dem Baron Rothschild die Erlaubnis erteilt, am Songo das Okapi zu jagen. Dieses ist ein merk würdiges Mittelding von Giraffe und Zebra, dessen lange Ohren mit seidigen langen Haaren besetzt sind. Das Fell ist rötlich, von hellbraunen Streifen durchzogen. Man kenni zwei Gattungen dieses Tieres. Die eine trägt Hörner, die andere nicht. Das erste Exemplar von der ersteren Gattung. das in London zu sehen war, wurde im Jahre 1901 von dem schwedischen Leutnant Eriksson, in belgischen Diensten gefangen und von diesem Sir Harry Johnston als Geschenk übersendet. Da dieses Tier außerordentlich selten vorkommt, so ist die Jagd darauf von der Regierung des Kongostaates strenge untersagt. Auch Baron Rothschild hat vom König der Belgier die Erlaubnis zur Jagd auf das Okapi nur unter der Bedingung erhalten, daß er nicht mehr als drei dieser Tiere erlegen dürfe. Frühjahrs- Pferdemarkt zu Gießen. Am Mittwoch, den 16. März 1904, vormittags, findet Eier- Zwieback auf den städtischen Marktanlagen nächst der Rodheimerſtraße Pferdeaußer in meinem Geschäftslokale, markt statt. Für Stallungen in der Nähe des Marktes ist aus: Seltersweg 61, zu gleichem Preis reichend Sorge getragen; wegen derselben wolle man sich an Herrn in nachstehenden Verkaufsstellen Hoflohnkutscher Huhn dahier wenden. Auskunft über sonstige Markterhältlich ist: angelegenheiten erteilt Herr Weinhändler Auguft Schwan dahier. In Gießen: W. Haas, Bleichstraße. A. Lenhardt, Frankfurterstraße. J. Marker, Ecke Stephan- und Goethestraße. H. Kräßer, Brandplay 15. J. M. Schulhof, Marktstraße. Restaurant Windhof. " " Tertors Terrasse. Philosophenwald. Liebigshöhe. In Dutenhofen: Karl Sorger. Heuchelheim: Ph. Neidel II. 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März, nachmittags 2 Uhr, findet in der Turnhalle der Stadtknabenschule eine Verlosung statt von Pferden, Wagen, landwirtschaftlichen Maschinen und Gerätschaften, Haushaltungs- und Gebrauchsgegenständen. Der Generalbertrieb der Lose á 1 Mark ist dem Herrn Richard Buchacker dahier übertragen. Bleidern, Wäsche, Vefen und Herden, Gold und Silbersachen, Antiquitäten, Speise n. Salatkartoffel Metallen, Eisen, Lumpen und nochen, Einzu den billigsten Tages- fowie Webernahme ganzer richtungen. preisen empfiehlt Louis Rothenberger Wtw. J. Hankel Schloßgasse Gießen. * g.Blutstock.Timermann Kalk- und Marmorwerke, Dampfziegelei, August Gabriel jr., Giessen Massenfabrikation. Bahnanschlüsse. Werke Abendstern. Telephon Nr. 84. unübertroffenes Oel H.mobius Sohn AUTOL für Motorwagen& Motorzweiräder. Hannover. & Basel Gießen, 15. Januar 1904. Die städtische Pferdemarktkommission. Jean Kirch, Stadtverordneter. Emil Schön, Giessen Tel. 410. Schreinerei mit Motorbetrieb. 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Das Kind, dessen Leben du gerettet haft, ist unseren Herzen sehr teuer. Surch dich hemch Du wirst das Daiei midod me Nr. 41. Samstag, den 20. Februar 1904. C. ter- Defen leu, Feuerge enlöffel, Stod Regulier Blein's Fleif patentierten ng- Apparat cffam. geräte. Gicken auten t er Art. enften. O " nur mit nach einigen vergeblichen Versuchen, durch geräuschvolles Räuspern seiner Stimme die gewohnte Unbefangenheit und Derbheit zu geben. Das Kind, dessen Leben du gerettet hast, ist unseren Herzen sehr teuer. Du wirst das Dasein, das durch dich bewahrt worden ist, nicht zu grunde richten wollen." Ich verwahrte mich nachdrücklich gegen solche Absicht. Dann höre mich an, mein guter Junge," fuhr er fort.„ Meine Frau und ich sind zu dem Schluſse gelangt, daß deine edle Tat auf die Seele unseres armen Kindes einen Eindruck gemacht hat, der stärker ist als bloße Dankbarkeit, der dem Leben verlöschen wird."„ Um Himmels willen, mein bester Herr!" stammelte ich. ,, Du brauchst nicht zu erschrecken," fuhr der besorgte Vater fort. Es liegt in deiner Hand, der Sache die einfachste und für alle Teile befriedigendste Lösung zu geben. Du verstehst mich?"„ Ja, aber" versuchte ich einzuwenden. ,, Einen Augenblick, mein Sohn! Du wolltest an Hilda erinnern. Laß diese Sorge fahren. Sie ist ein seelengutes, gefühlvolles Mädchen und hat uns ich will dir das zu deiner Beruhigung gleich sagen bereits versichert, daß kein Anspruch, kein Vorrecht von ihrer Seite dir im Wege stände, wenn du du verstehst! Laß uns dich als den künftigen Gatten unseres lieben Gretchens, dem Licht und Sonnenschein unseres Hauses, begrüßen, und unser Glück ist vollkommen." Was sollte ich sagen? Meine Zuneigung wurde nun einmal für übertragbar angesehen, und so übertrug sie sich denn auf der Stelle. Ich hatte noch an demselben Abend das Vergnügen, Frau von Gadow die Hand zu schütteln als der Verlobte ihres jüngsten Töchterchens. Hm," dachte ich, als ich mich etwas angegriffen zur Ruhe begab, fünf Verlobungen an zwei Tagen werden Onkel Rodrigo davon überzeugen, daß ich nicht müßig gewesen bin." " Der nächste Morgen trieb uns alle schon früh aus den Federn zum Aufbruch zur Jagd, die meinen biederen Schwiegerpapa so in Anspruch nahm, daß ich kaum Gelegenheit fand, ein paar Worte mit ihm zu wechseln. Für mich wurde das Jagdvergnügen etwas gemindert dadurch, daß ich beharrlich pudelte und nur mit genauer Not dem Schick= sal entging, einem Schüßen den Hut vom Kopfe und dem langen Forstlehrlinge in die Waden zu schießen. Ich fühlte mich erst wieder behaglich, als ich mich, ohne größeren Schaden angerichtet zu haben, nach Schluß der Jagd glücklich auf meinem Zimmer im Gutshause befand und mittelst Wasser und Seife die letzten Spuren des angreifenden Jagdvergnügens beseitigt hatte. Bei meinem späteren Eintritt ins Wohnzimmer fand ich Frau von Gadom mit einem auffallend bekümmerten Ausdruck im Gesicht auf ihrem Armstuhl sizen, während ihr würdiger Eheherr anscheinend in lebhafter Erregung mit großen Schritten auf und abging. Da ist er," rief er bei meinem Anblick. Arthur, mein Sohn, du wirst es nicht für möglich halten! ich weiß wirklich kaum, wie ich es dir sagen soll! Hol' der Henker wie meine Frau immer sagt Aber, Heinrich, ich muß doch bitten!" schaltete Frau von Gadow ein.„ Hol' der Henker das ganze Weibervolk!" Mir ahnte Unheil. Die Frage nach dem, was geschehen, blieb mir in der Kehle stecken. Ja, erfahren mußt du es," beantwortete der wackere Schwiegerpapa meinen fragenden Blick. Also, um es kurz zu machen unser Gretchen ist fort!" Fort?" stammelte ich verwirrt.-" Höre nur! Meine Schwiegermutter du kennst doch meine Schwiegermutter? nein? Na, dann muß ich dir zuerst sagen, daß sie eine sehr hm energische( hier verzog er hinter dem Rücken seiner Frau das Gesicht zu einer ausdrucksvollen Grimasse), sehr energische Dame ist, und daß wir gewöhnt sind, uns stets ihren Anordnungen zu fügen. Also meine Schwiegermutter ist während unserer Abwesenheit zu einem Morgenbesuch hier gewesen, und als sie von deiner beabsichtigten Verbindung mit unserm Gretchen gehört, hat sie entschieden Protest dagegen eingelegt und erklärt, sie werde es nicht dulden, daß die Jüngste in der Familie sich zuerst verlobe. Außerdem ist sie der unerschütterlichen Ansicht gewesen, daß die zur Schau getragene Zuneigung des lieben Kindes zu dir nur auf einer Fieberphantasie beruht hat, und da die kleine Gretel nicht wagte, ihr zu widersprechen, hat sie sie gleich ein gepackt und mit zu sich in die Stadt genommen." ( Schluß folgt.) er sen Tel. 410. on. rd Buchacker Der General chinen und Ge Markıplak und dem Marktplay. die Prämiierung eßen zu beziehen. enke- Hardthof I stehen. Der et in der TurnHausdoctor Sandessen und Verdauung. Ein altes Volkssprüchlein sagt:„ Sand reinigt den Magen" ung viele Eltern sehen es gar nicht ungern, wenn die Kinder das in den Sand gefallene Butterbrot ruhig verzehren. Ja, in St. Louis hat sich sogar kürzlich eine seltsame Gemeinschaft gebildet unter dem Namen: Die Erdesser. Ihr Vorsteher ist William Winsor, ein Advokat und wissenschaftlich gebildeter Mann. Er behauptet, daß die Theorie des Erdessens aus dem Studium der Tiere hervorginge; denn diese hätten alle eine instinktive Vorliebe für Erde und infolgedessen kein Magenleiden, während die menschlichen Wesen oft an Magenverstimmung und anderen Störungen leiden. Die Nachfolger Winsors behaupten, daß ihre Gesundheit sich durch das Erdessen wesentlich gebessert habe. Sie nehmen jeden Tag einen Theelöffel voll Erde in einem Glas Wasser. Die Erde, die sie genießen, ist feinkörniger Sand von den Ufern des Mississippi. Er wird von Winsor gesammelt, sterilisiert und von seinen Anhängern für einen Schilling pro Sack verkauft. Zu dieser Mode ist warnend zu bemerken, daß man durch allzuviel Sandessen schwer erkranken kann; Magen und Darm können dadurch verstopft werden und sehr leiden. Ein mäßiger Sandgenuß dürfte allerdings nicht schaden, aber nüßen ebenfalls nicht. Um sich gesund zu erhalten, braucht man nicht Sand zu verschlucken, und wenn man krank ist, giebt es angenehmere und bessere Mittel als Sand. Uebrigens ist das Erdessen ziemlich weit verbreitet, namentlich wenn die Erde tonhaltig ist. So verspeist die Assin- Frau, wenn sie in anderen Umständen ist, täglich zweimal gehäufte Theelöffel gelblichen Ton. Dieselbe Gewohnheit finden wir in Java, Siam, Peru, Chile, bei den Indianern am Amazonenfluß und Orinoko, bei vielen Mongolen. In Neukaledonien essen die Frauen im trankhaften Zustande eine dem Fettstein ähnliche grüne Erde. Die Japaner sind für das Tonessen sehr eingenommen, und eß= bare Erde gilt bei ihnen für einen Leckerbissen. Der genossene Ton ist rot und eisenhaltig und wird in dünnen Kuchen, etwa in der Größe eines halben Zwibacks geknetet, und über offenem Feuer getrocknet oder gebacken. Die Otomaken am Drinoko genießen einen feinen schmierigen Ton von graugelber Farbe, der, etwas am Feuer geröstet, ein rötliches Aussehen gewinnt. Die Neger an der Küste von Guinea speisen eine gelbe Erde, Caouac genannt. Auf Java verkauft man kleine viereckige geröstete Tonbrötchen meist an Weiber, die dadurch mager bleiben wollen. Die Be wohner von Neukaledonien genießen den Topfstein; die Bewohner der peruanischen Anden genießen Kalt mit den Blättern der Kokapflanze. Selbst in Deutschland pflegen nach A. Humboldt die Arbeiter in den Sandsteingruben des Kyffhäuser sich einen feinen Thon, den sie Steinbutter nennen, auf das Brot zu streichen. श्र Herztlicher Ratgeber. Wie lange sollen wir schlafen? Nicht oft genug kann darauf hingewiesen werden, daß zuviel Schlaf den Menschen vorzeitig alt macht und das Leben verkürzt. Verkehrt sind aber die Lehren jener Schlafentziehungsapostel, die jetzt besonders in Amerika auftauchen. In Chicago z. B. hat sich eine Vereinigung gebildet, deren Zweck es ist, den Schlaf zu verkürzen. Die Mitglieder müssen sich verpflichten, täglich nicht mehr als vier Stunden zu schlafen und ihre Familienmitglieder zu dem gleichen Verhalten zu veran= Tassen. Sie behaupten, viel Schlaf schade der Entwickelung der Geisteskräfte, mache faul und träge; vier Stunden wären gerade genug, um die menschliche Arbeitskraft wieder herzustellen. Dem ist entgegenzuhalten, daß, wenn zu viel Schlaf schadet, zu wenig Schlaf erst recht den schädlichsten Einfluß auf die Gesundheit hat. Zu wenig Schlaf hat vor allen Dingen eine erhebliche Abmagerung zur Folge sowie eine Verschlechterung der Blutbeschaffenheit, sodas die normale Gesichtsfarbe einer mehr oder minder starken Blässe Platz macht. Das Schlafbedürfnis ist individuell sehr verschieden; es gibt erwachsene Menschen, die mit 6 Stunden Schlaf täglich auskommen, und andererseits solche, die 8 Stunden Schlaf haben müssen. Weniger als 6 Stunden und mehr als 8 Stunden Schlaf sind nur ausnahmsweise angebracht. ft zu chwan dahier. onftige Marktsich an Herrn tarktes ist aus: erstraße Pferdemittags, findet sidad mp Nr. 41. mehr als drei as Otapi mur at vom König Kongostaates Iten vorkommt, Geschent als Dienſten hre 1901 bon teren Gattung. 1. Man tenni gt Hörner, die id. Das Fell , dessen lange s ist ein mert die Erlaubnis utreten. Der Durch die Ür. n führen, um Mondbergen querung Afri seiner zur Bea nach Uganda te durchquert unternommen us Brüssel ge re Forschungs Samstag, den 20. Februar t. in der Stadt tiges Wetter Lichteffekten. heftiges Ge So entlud wittern wur eines großen rte ungefähr Se Schauspiel, tige schienen bläulich leuch oft drei bis 1904. Oberbessische Familienzeitung. Tägliche Unterhaltungs- Beilage der Gießener Neueste Nachrichten. Send and Berlag ber Chebener Berlagsbruderet, vorm. Wilh. Rellerſche Buchbruckerei( gegr. 1788); sanoi: Iba Tete ( 4. Fortsetzung.) Der Goldmarder. Original Roman von M. Behold. ( Nachdruck verboten.)) ,, Hängt die Erlaubnis wirklich von Spangenberg ab?" laubnis, von der die Erfüllung deiner Hoffnungen abhängt, fragte der Kupferstecher in besorgtem Tone. ,, Gewiß, aber er wird sie dir geben!" ,, Niemals! Hast du schon vergessen, was der Vater des Direktors an uns verbrochen hat?" ,, Vergessen gerade nicht, aber wozu nüßt es daß wir uns daran erinnern? antwortete der Kustos mit einem forschenden Blick auf seine Tochter, die mit einer Häkelarbeit neben der Mutter saß. Wir erhalten unser väterliches Vermögen dadurch nicht zurück und dürfen nicht einmal öffentlich davon reden, denn ich hänge von der Gnade des Direktors ab." Ich weiß das alles," bestätigte sein Bruder, zwischen dessen buschigen Brauen einen drohende Falte sich zeigte, ,, aber ich konnte gestern abend meinem Groll nicht gebieten. Ich war ziemlich spät angekommen und wollte euch nicht mehr belästigen. Da ging ich in eine Restauration, und mein gewohntes Bech führte mich an den Stammtisch, an dem einige ehrsame Biedermänner saßen. Die sangen nun ein Loblied auf die Familie Spangenberg und trieben's schließlich so arg, daß mir das Blut in den Adern kochte; ich konnte nicht mehr an mich halten und hab' ihnen meine Meinung gründlich gesagt." Der Kustos war stehen geblieben, erschreckt blickte er den Bruder an, auch in den Zügen seiner Frau spiegelte sich Bestürzung. Nun?" fragte er.„ Die Herren haben dich hinausgeworfen?" Nicht doch; später kam der Herr Direktor selbst, ich setzte mich an einen anderen Tisch, aber seine guten Freunde müssen ihm meine Aeußerungen hinterbracht haben, denn er fragte mich, wo ich wohne. Und heute morgen wurde ich richtig zur Polizei zitiert, der Rat Appel ist ja ein Schwiegersohn Spangenbergs. Es war alles nur Komödie, im ersten Augenblick glaubte ich, der Herr Rat wolle mich mit Haut und Haar verspeisen, Gendarmen sollten mich über die Grenze bringen und so weiter. Als ich aber mit einer Beschwerde beim Fürsten und mit der Veröffentlichung alter Geschichten drohte, wurde der Wüterich zahm, ich konnte wieder gehen, nur die Warnung wurde mir auf den Weg mitgegeben, daß ich nun von der Polizei beobachtet werde." Gütiger Himmel!" rief die kranke Frau.„ Reisen Sie nur sofort wieder ab!" Weil die Polizei Angst vor mir hat?" spottete der Kupferstecher. Nein, Frau Schwägerin, nun bleibe ich erst recht. Ich bin kein Feigling, der sich vor Worten fürchtet. Könnte die Polizei mit mir verfahren, wie sie gerne möchte, dann wäre ich längst auf der Marschroute zur Grenze; schon dies allein mag Ihnen beweisen, wie wenig ich zu besorgen habe.' " Du bist sehr unklug gewesen, Peter," meinte sein Bruder kopfschüttelnd. Du hättest schweigen sollen! Was gehen uns denn die Nachkommen des alten Spangenberg an? Sie haben Glück gehabt, sie sind vorwärts gekommen und werden voraussichtlich auch noch höher steigen, ist das ein vernünftiger Grund, daß wir uns mit ihnen verfeinden sollen? Die Er. wirst du nun nicht erhalten, Joachim Spangenberg vergißt dir das nicht, und eine Bittschrift an den Fürsten würde dir auch nichts nüßen, denn in Museumsangelegenheiten trifft er keine Entscheidung, ohne zuvor den Rat des Direktors gehört zu haben.' ,, Aber ich muß die Gemälde kopieren!" sagte der Kupferstecher, seinen Bruder erwartungsvoll anblickend. Ich gebe ja zu, daß ich unklug gehandelt habe, werde auch fortan jedes Wort auf die Goldwage legen, so lange ich noch hier weile, leider kann das Geschehene nicht ungeschehen gemacht werden.' ,, Vielleicht verzeiht der Herr Direktor dir, wenn du ihn um Entschuldigung bittest," bemerkte Gabriele schüchtern. „ Er ist uns gegenüber immer sehr freundlich und liebenswürdig gewesen ,, Baue nur darauf keine Hoffnungen!" unterbrach der Kustos seine Tochter, während er die leeren Gläser wieder füllte. Wer den Herrn Direktor an seinem Stolz und seiner Ehre angreift, der hat's für immer mit ihm verdorben. Kannst es aber immerhin versuchen, Peter- Um keinen Preis," fuhr der Kupferstecher auf.„ Den Rücken beugen und mich für einen Fußtritt bedanken, habe ich nie gelernt. Ich seize nun meine Hoffnungen auf dich, Heinrich, du mußt mir helfen." " Ich? Wie kann ich das?" ,, Wann ist das Museum geöffnet?" ,, Nur Sonntags." ,, und an den Wochentagen kommt niemand?" Dann und wann einige Fremde, die natürlich Eintrittsgeld zahlen müssen. " ,, Und der Direktor?" " Läßt sich selten hier blicken." ,, Also könnte ich ja an den Wochentagen hier arbeiten, ohne daß er Kenntnis davon erhält." Der Kustos schüttelte bedenklich sein graues Haupt, der Blick seiner Frau ruhte voll Besorgnis auf ihm, er schien ihn warnen zu wollen vor dem gefährlichen Unternehmen. Ich werde mich natürlich allen Anordnungen fügen, die du treffen zu müssen glaubst," fuhr Peter Schönbach fort, sobald Besuch kommt, kannst du mir ein Zeichen geben, ich werde dann augenblicklich den Saal verlassen, in dem ich arbeite. Es hängt zuviel für mich davon ab, Heinrich, vielleicht die ganze Existenz meiner legten Lebensjahre, in einigen Wochen ist die Arbeit geschehen, und wenn wir Beide aufpassen, erfährt keine Seele etwas davon!" 780 Wenn du von der Polizei beobachtet wirst--" „ Ach was, die läßt mich gern in Ruhe. Mach' dir nur darüber keine Sorgen!" ,, Hm, es ginge schon „ Also geht's auch!" " Heinrich!" warnte die Kranke. " Hab' keine Angst, Marie, was ich tue, das bedenke ich vorher; mein Bruder wird nichts von mir verlangen, was uns in's Unglück bringen könnte." ווני SST Erklä sie dri unjere deutsche gegenüber Bel fete genießen. es verhütet, da unliebfamen V bqsay davan કી fich endlich ber die von unsere werden Der Klang der Hausglocke unterbrach in diesem Augenblick das Gespräch, sie fuhren alle zusammen und sahen einander so erschreckt an, als ob sie schon jetzt sich einer Schuld bewußt seien. Ach was," sagte der Kustos, indem er die Schüssel vom Tisch nahm,„ es wird der Doktor Spangenberg sein, Marie. Ich habe ihn geſtern gebeten, dich einmal zu besuchen; man rühmt ihn überall als einen geschickten Arzt, vielleicht findet er ein Mittel, dich zu kurieren." Mir kann kein Arzt mehr helfen," klagte seine Frau,„ wir sollten das Geld sparen-" „ Nein, Mutter, die Hoffnueng wollen wir noch nicht verlieren, fiel Gabriele ihr in's Wort,„ keine Opfer sind zu groß, wenn wir dir die Gesundheit wieder verschaffen können." ,, Doktor Spangenberg ist ein Neffe des Direktors," wandte der Kustos sich zu seinem Bruder, du kannst inzwischen dich in den Museumssälen umschauen, ich komme dir nach, sobald der Arzt sich wieder entfernt hat." Peter Schönbach nickte zustimmend, die beiden Brüder stiegen die Treppen hinauf, oben angelangt öffnete der Kustos die Türe des ersten Saales, in den der Kupferstecher eintrat, dann ließ er den Doktor ein. Drittes Kapitel. Das ernste, sichere Auftreten des jungen Arztes machte sofort einen beruhigenden und Vertrauen erweckenden Eindruck auf die kranke Frau. So voll aufrichtiger Teilnahme hatte noch kein Arzt mit ihr gesprochen, ſo gründlich war noch keiner auf ihr Leiden eingegangen. Ihre Augen belebten sich wieder bei seinen Fragen, voll froher Erwartung hing ihr Blick an seinen Lippen, und auch in dem schönen Antlitz Gabrielens spiegelte sich freudige Hoffnung. Adolph Spangenberg beſtärkte durch seine Aeußerungen diese Hoffnung, er versprach zwar nicht mit voller Bestimmt heit die Heilung, aber er sagte, die stets fortschreitende Wisſenſchaft habe auch für diese Krankheit neue Heilmittel entdeckt, von deren Anwendung er ein günstiges Resultat erwarte. Dann traf er seine Anordnungen, mit deren Ausführung er Gabriele beauftragte, und nachdem er auch mit dem Kustos noch eine kurze Zeit über dessen Amtsgeschäfte geplaudert hatte, nahm er von der Kranken und dem jungen Mädchen in herzlicher Weise Abschied. Sein Blick blieb dabei so lange auf Gabriele ruhen, daß sie verwirrt die Wimpern ſenkte. ,, Und nun sagen Sie mir die volle Wahrheit, Herr Doktor," bat der Kustos, während sie aus dem Souterrain hinaufstiegen, glauben Sie wirklich, meine arme Frau heilen zu können?" Jeder Arzt, den ich bisher fragte, hat mir eine verneinende Antwort gegeben- „ Auch ich kann Ihre Frage nicht mit Gewißheit bejahen," unterbrach Adolph ihn, aber ich hoffe, und das muß Ihnen einstweilen genügen. Vor allen Dingen wäre eine andere Wohnung wünschenswert, es ist zu feucht, zu kalt da unten, und nach dem Winter müßte Ihre Frau in ein Bad." ,, Lieber Himmel-" Machen Sie sich nur jetzt noch keine Sorgen, kommt Zeit, tommt Rat! In den Badeorten gibt es ja Freistellen, die anzunehmen keine Unehre macht, und ich bin mit vielen Kollegen befreundet, die mir gerne einen Gefallen erzeigen. Könnte Ihnen in diesem Gebäude eine andere Wohnung eingeräumt werden?" „ Unmöglich, Herr Doktor! Alle Räume sind überfüllt „ Na, dann wäre es unnük, mit meinem Onkel darüber zu reden. Wenn wir Ihre Frau im Hospital unterbringen „ Um Gottes willen, reden Sie ihr nicht davon, sie hat früher ſchon geäußert, wenn sie in's Hospital gebracht würde, könnten dann müsse sie sterben." ,, Welcher Unverstand!" Nennen Sie es Aberglauben, Herr Doktor, es wäre wirklich ihr Tod, wenn sie gezwungen würde-" Nun, zwingen dürfen wir sie nicht, sehen wir also einstmeilen davon ab!" ,, Sie hat hier die beste Pflege, meine Tochter Gabriele trägt sie auf den Händen, Sie glauben nicht, welchen Schatz ich an diesem Kinde befize." „ Aber das Mädchen selbst wird selten eine frohe Stunde haben," warf Adolph gedankenvoll ein. „ Leider!" seufzte der Kustos.„ Die Pflege der kranken Mutter, das Hauswesen und die Sorge um die jüngeren Geschwister, das alles ruht auf ihren jungen Schultern. Sie trägt die schwere Last freudig, und ich denke mir immer, unser Herrgott wird sie später dafür belohnen, wie sie es verdient. Er hatte bei den letzten Worten die Tür geöffnet, Adolph nahm mit einigen herzlichen und ermutigenden Worten Abschied und ging hinaus. Das trübe, freudlose Geschick des jungen Mädchens beschäftigte lange seine Gedanken, er empfand bewundernde Hochachtung vor dieser selbstlosen Opferfreudigkeit. Sein Weg führte ihn in das vornehmste Viertel der Stadt, wo er in eine von Gärten rings umgebene Villa trat. Sie lag an der breiten Alleestraße, die zum Sommerſchloſſe des Fürsten führte. Ein Lakai führte ihn die mit Teppichen belegte Marmortreppe hinauf; schon hier im Treppenhause zeugte die gediegene Pracht von dem Reichtum und dem Kunstsinn des Fräuleins Sabine v. Derendorf, deren Eigentum die Villa war. Das gnädige Fräulein haben Sißung im Atelier," sagte der Lakai leise, als sie die oberste Treppenstufe erreicht hatten, ,, die Frau Baronin v. Gagern befindet sich im Boudoir." „ Mein Besuch gilt der Frau Baronin,“ erwiderte Adolph, und in der nächsten Minute trat er in das elegante, mit allem Komfort ausgestattete Boudoir, in das durch die schweren seidenen Vorhänge das Tageslicht nur gedämpft eindrang. Die Baronin, eine etwas korpulente Dame und troß ihrer vierzig Jahre noch immer hübsch, lag nachlässig in einem Sessel, vor ihr, auf einem vergoldeten Tischchen, standen mehrere Flaçons, in der fleischigen, mit Brillanten und anderen Edelsteinen geschmückten Hand hielt sie ein weißes Spitentaschentuch, dem ein scharfer, aber nicht unangenehmer Duft entströmte. „ Sie finden mich heute wieder sehr leidend, Herr Doktor," sagte sie mit matter Stimme, während sie das Tuch auf die Stirne drückte und die andere Hand dem Arzte reichte,„ diese Migräne wird mich noch wahnsinnig machen!" Haben Sie wieder Aerger gehabt, gnädige Frau?" fragte er in bedauerndem Tone. „ Daran fehlt mir's nie," antwortete sie und ein herber Zug umzuckte ihre Mundwinkel.„ Sie kennen ja den Eigensinn meiner Nichte, Herr Doktor, sie will niemals auf meinen Nat hören. Da ist diese unglückliche Idee, sich malen zu lassen! Dem Maler wird hier im Hause ein Atelier eingerichtet, jeden Tag muß Sabine ihm sitzen, die jungen Herren gehen aus und ein, wie in einem Taubenschlage, und wozu dies alles? Ich finde keinen Sinn, feinen Zweck darin." Jenun, es macht Zerstreuung," sagte Adolph, der inzwischen ihren Puls geprüft hatte, ich glaube, wenn Sie an den Sizungen im Atelier teilnähmen- „ Um feinen Preis!" fiel sie ihm in die Rede. Ich kann den scharfen Farbengeruch nicht ertragen, wenn ich nur daran denke, habe ich schon Kopfweh. Ich habe es versucht, aber die Folgen waren zu unangenehm- kennen Sie den Maler?" " Herrn v. Weisweiler? Allerdings, wir haben schon auf der Schulbank nebeneinander gesessen." Nun, dann werden Sie mir zugeben müssen, daß er keine angenehmen Umgangsformen hat. Er macht sich über alles luſtig, und ſein burschikoſes Wesen kann einer gebildeten Dame wahrlich nicht gefallen. Und dennoch scheint Sabine Gefallen an ihm zu finden, begreifen Sie das, Herr Doktor?" ,, Weshalb nicht, gnädige Frau? Der Geschmack ist eben verschieden." „ Diesen Geschmack kann ich nur als eine Verirrung bezeich nen," fuhr die Baronin in klagendem Tone fort. So lie. benswürdig und aufmerksam der Herr Hofrat v. Weisweiler ist, so unangenehm ist mir ſein Sohn. Und das will meine Nichte nicht zugeben. Ich weiß nicht, ob sie eine besondere Ehre darin sucht, diesen Maler zu protegieren, aber das weiß ich, daß er sich außerordentlich viel auf ihre Gunst einbildet und infolge dessen sich Freiheiten erlaubt, die mich längst bewogen haben würden, ihm die Tür zu zeigen." Adolph schüttelte mißbilligend das Haupt, sein Blick ruhte forschend auf dem Antlig der Baronin, das sich leicht gerötet ( Fortsetzung folgt.); hatte. Zwischen starrenden Gletscherwänden, Zwischen Felsen und Talgeländen, Nirgend klaffen so tiefe Spalten, Wie zwischen Versprechengeben und halten. Siebenmal verlobt. Humoreske nach dem Amerikanischen von Emma Kohli. ( Fortsetzung.) ( Nachdruck verboten.) Auf dem Nachhausewege sah ich am Eingange des Parkes wie auf mich wartend eine helle Gestalt am Gittertore lehnen. Ich beschleunigte meine Schritte.„ Sollte Gertrud?" Das Herz schlug mir plötzlich lauter.- Nein, es war nicht Gertrud, sondern die nach ihr folgende Schwester, die schöne Hilda. Sie kam mir zögernden Schrittes entgegen und sagte in offenbarer Verlegenheit:„ Lieber Herr von Heyden, ich habe Ihnen eine Eröffnung zu machen."- Ich ſtuzte.„ Eine Eröffnung?" Papa teilte uns mit," fuhr sie fort,„ daß Sie daß unsere liebe Gertrud"-Ganz recht, mein verehrtes Fräulein," half ich ihr ein, Ihr Herr Vater war so gütig, mir zu gestatten" Ja, deswegen eben wollte ich" " ,, meiner aufrichtigen Verehrung für Fräulein Gertrud" O, bitte, halten Sie ein, lieber Herr von Heyden! Wenn Sie darauf bestehen, werden Sie sie beide unglücklich machen!" Was ist das?" rief ich entsetzt.„ Wen werde ich unglück lich machen?"—„ Schwester Gertrud und Better Martin," brachte sie mühsam heraus, indem zwei große Tränen ihre Augen verdunkelten.„ Sie lieben sich schon so lange, aber Papa wußte es bis jetzt nicht. Und nun gerade vor einer Stunde hat Martin Gertrud davon benachrichtigt, daß er am nächsten Tage herkommen würde, um Papa um ihre Hand zu bitten. D, was soll daraus werden?" Sie sah mit einem so angstvollen Blicke zu mir auf, daß ich meinen anfänglichen Aerger über diese neue Enttäuschung schwinden fühlte. Beantworten Sie mir eine Frage, mein liebes Fräulein," sagte ich.„ Hat Ihre Schwester Sie zu dieser Eröffnung beauftragt?" Sie neigte bejahend den Kopf.„ Es ist gut," sagte ich gefaßt. Ich bin kein solches Ungeheuer, zwei liebende Herzen durch mein Dazwischendrängen brechen zu wollen. Sagen Sie Fräulein Gertrud, daß ich nicht nur auf jedes Anrecht in Bezug auf ihre Hand verzichte, sondern auch ganz zu ihren Befehlen stehe, wenn ich etwa in irgend einer Weise den Aussichten meines glücklichen Rivalen förderlich sein kann."", wie edelmütig Sie sind!" rief sie in freudiger Erregtheit, während ihre wundervollen Augen mich wie zwei Sterne anstrahlten. Aber es wird schwer halten, Papa dahin zu bringen, daß er sie frei gibt," fügte sie gleich wieder niedergeschlagen hinzu.„ Er liebt Sie so sehr., Herr von Heyden, Sie sind ja so gut!- Könnten Sie nicht- möchten Sie nicht versuchen, eine andere von den Schwestern zu lieben?" Die reizende Bittstellerin schien plötzlich über ihre eigenen Worte zu erschrecken; sie hielt meinen- warm und eindringlich auf sie gerichteten Blicken nicht stand, sondern senkte tief erglühend die langen, seidenen Wimpern. Wie ein Blitz durchzuckte es mich:" Sie ist es!- Die schöne Hilda ist es, der meines Onkels Rodrigos geheimnisvolle Andeutungen galten! Wie hatte ich nur so blind sein können? - Und war sie nicht ein herrliches Geschöpf? Und war es nicht ein beneidenswertes Los, sie sein eigen nennen zu können?" Ich beschloß sofort, mir dieses beneidenswerte Los zu sichern. Mein teures Fräulein Hilda," hub ich an, indem ich mit einer Kühnheit, über die ich selbst erstaunte, ihre beiden, fest ineinander geschlungenen Hände erfaßte und an die Lippen führte.„ Darf ich hoffen, daß Sie, die Sie ein so beredter Anwalt für Ihre Schwester sind, auch für mich den einzigen Balsam finden werden, der mein wundes Herz völlig heilen kann?"- Ich habe wohl schon einmal angedeutet, daß dergleichen Dialoge nicht für die Oeffentlichkeit sind, und will daher nur noch hinzufügen, daß Hilda und ich zusammen nach Hause gingen und daß ich meiner lieblichen Begleiterin, ehe wir ins Wohnzimmer eintraten, zuflüsterte:„ Sobald Papa nach Hause kommt, werde ich mir eine Audienz bei ihm aus bitten." Mein gütiger Schwiegervater machte keine Schwierigkeiten in Betreff des Tausches.—„ Wenn er mich nur für eines seiner lieben Mädchen sicher hätte,- für welches wäre ihm verhältnismäßig gleichgültig," so be= liebte es ihm, sich darüber auszudrücken. Im übrigen hätte ich gerade mit dieser Wahl das große Los gezogen, denn Hilda sei unbestritten die Krone von allen." Leider konnten wir das frohe Ereignis nicht gleich am heutigen Abend mit den verheißenen Flaschen Sekt feiern, da meine teure Verlobte vermutlich infolge der vorhergegangenen Aufregung- Kopfweh bekommen und sich gleich nach unserer Unterredung zur Ruhe hegeben hatte. Troydem verlief mir die Abendmahlzeit- wie ich bekennen muß recht vergnüglich, denn meine beiden Nachbarinnen, Gertrud und Gretel, taten ihr möglichstes, um keine trübe Stimmung in mir aufkommen zu lassen. Der Ausdruck grenzenloser Dankbarkeit, mit dem Gertrud mir bei unserem Wiedersehen ihre Hand entgegenstreckte, belohnte mich hinlänglich für meine edelmütige Entsagung. Meine Nachbarin zur Linken, das niedliche Gretchen, war gleichfalls in heiterster Stimmung. Sie entwickelte einen so allerliebsten Humor und ging auf all meine Neckereien mit einer so drolligen Schlagfertigkeit ein, daß ich ganz entzückt von meiner jüngsten kleinen Schwägerin war. Auch bei der Bootfahrt, die wir noch nach dem Abendbrot bei Vollmondschein auf dem an den Park grenzenden See unternahmen, war das holde Kind von einer sprudelnden Lebhaftigkeit, und sie ließ sich nicht dadurch stören, daß ihr die älteren Schwestern von Zeit zu Zeit ein sanftes, vorwurfsvolles:„ Aber Gretchen!" zuriefen. Jezt wollte sie durchaus eine der weißen Wasserlilien, die auf der Oberfläche des ruhigen Wassers schwammen, haschen. Ghe jemand sie daran hindern konnte, war sie im Kahn aufgesprungen, hatte eine Ruderſtange ergriffen und dieselbe nach der Blume ausge streckt, sich dabei unvorsichtig weit über den Rand des Kahnes beugend. Die nächſtſizenden Schwestern bogen sich erschrocken vor, um sie feſtzuhalten. Da!— ein plößliches Schwanken des Bootes!- ein Plantschen und Gurgeln!- ein allgemeiner Schrei des Entsetzens!- Die waghalsige Kleine war über Bord gestürzt und unter der Oberfläche des Wassers verschwunden. Im nächsten Augenblicke hatte ich meinen Rock abgeworfen und war ihr nachgesprungen. Wir befanden uns in der Nähe des Landungsplatzes, wo das Waſſer nicht allzu tief war. Mit leichter Mühe gelang es mir, die eben Wiederauftauchende zu erfassen und glücklich ans Land zu bringen, wo wir von den Eltern, die in großer Bestürzung vom Ufer aus den Auftritt mit angesehen hatten, in Empfang genommen wurden. Die arme Kleine schien zwar sehr erschrocken, aber sonst nicht weiter durch den Unfall beschädigt zu ſein; doch bezeigte sie keine Lust, ihre Arme von meinem Halse, den sie noch immer feſt umklammert hielt, zu lösen, und so mußte man mir wohl oder übel— geſtatten, die süße Laſt auf meinen Armen bis ins Haus zu tragen. Hier wurde sie von den Ihrigen sorgsam zu Bett gebracht, und alles schien gut zu gehen. Wir fingen schon an, über unser Seeabenteuer zu scherzen, als das Hausmädchen erschien und Frau von Gadow herausrief. Nach kurzer Zeit erhielt ihr Gatte eine gleiche Aufforderung, und wir erfahren, daß unsere liebe Patientin sich nicht in einem befriedigenden Zustande befände. Sie hätte Fieber, hieß es, und ſpräche wirr und unzusammenhängend von ihrem Unfall und ihrer Rettung. Bald darauf kam Herr von Gadow wieder zu uns mit einem besorgten Ausdrud in seinem breiten Geſicht. „ Lieber Arthur, wir glauben, daß sie nach dir verlangt.“— " Nach mir?"-" Ja, mein Junge, möchtest du wohl mit heraufkommen? Meine Frau würde dir sehr dankbar ſein.“ In zwei Minuten war ich an dem Lager des armen Kindes, an dem Frau von Gadow und eine Wärterin standen. Die Wangen der kleinen Patientin glühten, und ihre Augen wanderten ruhelos von einem Gesicht zum andern, bis sie auf dem meinigen haften blieben. Eine plötzliche Veränderung kam über sie. Sie wurde ruhiger, streckte ihre Hand nach mir aus und schloß die Augen, während sie meine Finger fest gefangen hielt. Wer soll bei dir bleiben, mein Liebling?" fragte Herr von Gadow. Still, ihre Lippen bewegen sich! — ſie kennt uns; sie versucht zu sprechen! Arthur, frage du sie, wer bei ihr bleiben soll."- Ich wiederholte die Frage. " Du!" war die verwirrende Antwort- und mit einem zufriedenen Lächeln in dem lieblichen Gesichtchen sank die Patientin in einen erfrischenden Schlaf. Sobald es mir möglich war, meine Hand zu befreien, ohne befürchten zu müssen, sie dadurch wieder aufzuwecken, überließ ich ihrer Mutter meinen Platz und kehrte ins Wohnzimmer zurück, das indessen von der ganzen übrigen Gesellschaft verlassen worden war. Ich blieb nicht lange allein; mein aufmerksamer Wirt gesellte sich bald zu mir.-„ Mein lieber Junge," begann er a Das Ueber Ruffen stellt fi als eine einf Rojatenvorhu erstenmal feit der nach einer dermaßen ber Ein Ko fleine japan geführt wur Dofumente treffen mit d Den Aussen panern abgenor es in ihrem stellt fein soll, f für die Operati china gelie Nordchina der legten Jah ſchurei 30 ich biele Beri falidhen Böpfen zu dem Genera Die Auffen fön Bularungen z Körperbau fie in die Hände legt ein japanfre fahren, wenn gramm weiter Stab gegenüber Zag legen. Nr. 8. bomuft feien einander so erschreckt an, als ob sie schon jetzt sich einer Schuld blic das Gespräch, fie fuhren alle zusammen Der Klang der Hausglode unterbrach in diesem Augenund sahen 1904. Seifenblasen Wöchentliche Beilage für die Abonnenten der„ Gießener Beneften Dachrichten". Aus dem Leben.- Wenn man nach dem alten Junggesellen frug, Sagte mancher Ehemann: Der war flug! Doch in des Alten Gedanken war zu lesen: Ach, wär ich nur einmal dumm gewesen! AF 2 Erklärung. Junge: Vater, die Studenten haben ihr Bier nicht ausgetrunken!" Bauer: ,, Weißt Du, das nennen sie das akademische Viertel, was sie drinlassen." unsere deutschen Bundesfürsten in dem betreffenden Staat gegenüber Beleidigern ebenfalls den Schutz der Landesgefete genießen. Durch eine derartige Gegenseitigkeit wird es verhütet, daß aus an sich vielleicht unwesentlicher, aber unliebsamen Vorkommnissen ernstere Verwicklungen entstehen. Es wäre deshalb zu wünschen, daß die öffentliche Meinung fich endlich beruhigt wegen der angeblichen Schergendienste, die von unseren Richtern dem russischen Reiche geleistet werden Der Krieg in Oftalien. Das Ueberschreiten der koreanischen Grenze seitens der Russen stellt sich, wie wir von vornherein vorausgesagt haben, als eine einfache Rekognoszierung heraus, die von der Kosakenvorhut ausgeführt worden ist. Dabei kam es zum erstenmal seit Eröffnung des Krieges zu einem Zusammenstoß auf dem Lande, der nach einem amtlichen Telegramm aus Petersburg folgendermaßen verlief: Ein Kosakenpifet griff auf koreanischem Gebiet eine kleine japanische Abteilung auf, welche von einem Major geführt wurde. Bei den Gefangenen wurden Karten und Dokumente gefunden. Es war dies das erste Zusammentreffen mit dem Gegner zu Lande. Den Russen wird das Kartenmaterial, das sie den Japanern abgenommen haben, hochwillkommen sein. Während es in ihrem Generalstab recht schlecht in dieser Hinsicht bestellt sein soll, sollen die Karten, die den japanischen Offizieren für die Operationen in Korea, Mandschurei, Ostsibirien und Nordchina geliefert würden, ganz vorzüglich sein. Während der lezten Jahre haben sich 10 000 Japaner in der Mandschurei und 30 000 in Korea aufgehalten. Darunter haben sich viele Berufssoldaten befunden, die als Chinesen mit falschen Zöpfen verkleidet waren. Viele dieser Leute sollen zu dem Generalstab in Tokio in Beziehung gestanden haben. Die Russen können sich nie als Chinesen ausgeben, weil ihr Körperbau sie sofort Lügen strafen würde. Um die nötigen Aufklärungen zu erhalten, müssen sie sich häufig Eingeborenen in die Hände geben. Damit können sie aber in Korea, wo jegt ein japanfreundlicher Wind herrscht, eventuell recht schlecht fahren, wenn auch das oben erwähnte Petersburger Telegramm weiter behauptet, daß die Koreaner dem russischen Stab gegenüber eine durchaus freundliche Haltung an den Tag legen. Rollayy Eitelkeit. I ( Nachdruck verboten.) 6330 ,, Da steht in meinem Steckbrief: Von elegantem Exterieur doch recht schmeichelhaft für mich!" trauen oar]: - Anderthalb Kompagnien Pioniere und ein Zug des Eisenbahn- Regiments sind im Baikalsee eingebrochen und ertrunken. Im ganzen find 98 Offiziere, 24 Unteroffiziere und 128 Mann ums Leben gekommen. In sämtlichen russischen ostasiatischen Häfen herrscht eine fieberhafte Tätigkeit. In Port Arthur verblieb nur ein geringer Teil der Bevölkerung, vorzugsweise Männer. Die Versorgung der Stadt mit Brot ist gesichert. Es herrscht böllige Ruhe und Ordnung. Wladiwostok wird ſtart befestigt. In der Heimat rüstet man neue Kreuzer aus. Neue japanische Kriegsschiffe. Aber auch die Japaner sind energisch an der Arbeit. Truppentransporte über Truppentransporte gehen in aller Heimlichkeit und Ruhe nach Korea. Zur See wächst ihre Ueberlegenheit von Tag zu Tag. Die beiden in Genua angefauften Kreuzer„ Nishin“ und„ Kasuga" haben bereits mit boller Bemannung in Dienst gestellt werden können und sich dem mobilen Geschwader angeschlossen. Außerdem bewahr= heitet es sich, daß die Japaner drei chilenische Kriegsschiffe, die Kreuzer ,, Capitano Pratt“ und„ Chacabuco" von 6900 resp. 4500 Tonnen, sowie den Torpedobootszerstörer„ Admiral Condell" erworben haben. Da ihre bisher schon den Russen weit überlegene Flotte noch völlig intaft ist, während die russische große Einbußen erlitten hat, so ist kaum daran zu denken, daß die Russen so bald wieder imstande sein werden, ihrem neu gekräftigten Gegner auf offenem Meere entgegenzutreten. Vom naben und fernen Orient. Wien, 19. Februar. Seit Jahrzehnten zum erstenmal kann man an unserem Phäalenvolke in diesen Tagen etwas wie politisches Feingefühl entdecken. Zum erstenmal seit langen Jahren nimmt bei uns die öffentliche Meinung in einer politischen Frage von Bedeutung eine Haltung ein, die dem realpolitischen Interesse unseres Volkes wie des ganzen Germanentums, ja des ganzen europäischen Kontinents entspricht. In der Donaumonarchie denkt man, wie man überall auf dem Festlande Europas denken sollte, über den russisch- japanischen Arieg: Ein endlicher Sieg Rußlands ist hier die Hoffnung und die Ueberzeugung so ziemlich aller politisch interessierter Kreise. Von wenigen polnischen Schwarmgeistern abgesehen, die von einer Niederlage Rußlands Verwirklichung ihrer politischen Träume erhoffen, steht man hier allgemein auf der Seite des sonst wahrlich nicht beliebten und als Nebenbubler 13. Jahrgang. preis: Die einfpaltige Petitzelle für ganz O reise Wezlar und Marburg 10- Pfg. fonft 15 flamen die Betitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3269. ind Expedition: Gießen, Seltersweg 88 Fernsprechanschluß Nr. 362. chten ener Zeitung) Gießen und Umgebung. ehörden von Oberhessen. Rußland. Den schlißäugigen, gelbhäutigen cht man aus kaukasischen Instinkten und in klarer er schädlichen, ja gefährlichen Folgen eines japaes für ganz Europa gründliche Prügel. Freilich daß sie vorher auch den Russen das Leben ein r gemacht haben mögen. m Teile mag diese Stellungnahme zu gunsten iches sich freilich zurückführen lassen auf phanstellungen des Volkes, darauf, daß man neyerRussen nicht mehr die natürlichen, gefährlichsten österreichischen Balkanpolitik sieht. Man ist hier Daß die russische Balkanpolitik sich gegen früher vandelt habe; seitdem Rußland in Ostasien Interngeheurem Umfang gewonnen hat, liegt ihm, wie venigstens im Volte glaubt, nicht mehr so viel am Goldenen Horn, am Schlüssel zwischen dent und dem Mittelmeer. Man hofft viel von der ite mit Rußland- für Oesterreich; man träumt Traum von dem Vormarsch Desterreichs auf ber diesmal mit Rußlands Unterstützung. Aufs , wie mit einer mathematisch notwendigen Tatt man hier mit einem unmittelbar bevorstehenden sch- türkischen Krieg. Und dieser Krieg, m, wird Desterreich zwingen, zu marschieren. ussen Hand in Hand wird es intervenieren, und oird ein hübsches Stück Balkan als willkommener für Desterreich sein. solche Träumereien töricht sein, sie sind immermatisch für die Stimmung der Bevölkerung, und ung der Bevölkerung ist für die Politik der Hofentlich für die Balkanpolitik, schon oft bestimmend Man wird außerhalb der schwarzgelben Grenzdaran tun, wenn man Balkanüberraschungen, nächst nur solche, die von Rußland gebilligt merDesterreich nicht für ausgeschlossen hält. In der n Frage steht die Donaumonarchie auf Rußlands r erwartet man, daß in der türkischen Frage Rußcreichs Interesse unterſtüßen werde. Das ist sichererer Wahn. Aber eben deshalb fann seine HerrSien und Budapest recht gefährlich werden. Die Politik. te auch von deutscher halbamtlicher Stelle beglaudung des italienisch- offiziösen„ Giornale d'Italia" Die Handelsvertragsverhandlungen zwischen DeutschItalien nehmen einen guten Verlauf, da von iten Entgegenkommen gezeigt wird. Man glaubt, vus vc abschluß des Vertrages nicht mehr lange auf sich warten lassen wird. Der erste Teil der Verhand lungen ist beendet. Die Besprechungen der Delegierten sind einstweilen ausgesetzt, da man über einige noch streitige Punkte Instruktionen der deutschen Regierung erwartet." * Die Reichsregierung beschäftigt sich augenblicklich mit bem Plane, durch ein besonderes Gefeß die Ueberwachung des Verkehrs mit Nahrungs- und Genußmitteln auf Grund der bestehenden Reichsgeseze nach einheitlichen Grundsätzen und unter Anstellung besonderer Beamten hierfür zu regeln. Die Dringlichkeit einer solchen Regelung hat sich als unabweisbar herausgestellt. Nach zweitägiger Debatte schon kann das Schicksal der bayerischen Wahlreformvorlage, die an den beiden letzten Tagen der vergangenen Woche die Münchener Abgeordnetentammer beschäftigte, als besiegelt gelten. Dieser Entwurf wird nicht Gesetz werden, und die Regierung wird ihre in der Debatte getane Ankündigung wahrmachen müssen, im Berordnungswege wenigstens eine neue Wahlkreiseinteilung, und zwar eine den Vorschlägen des Entwurfs entsprechende, herbeizuführen. Nur das Zentrum und die Sozialdemokraten wollen dem Entwurf zustimmen; die Liberalen, die Freie Vereinigung und die Fraktionslosen wollen gegen ihn stimmen. * Nach einer Meldung aus Karlsruhe ist dort der schon seit einiger Zeit schwer erkrankte badische Finanzminister v. Buchenberger gestorben. Er galt als einer der fähigsten Finanzmänner im Reiche und war noch bei dem letzten Wechsel im Reichsschazamt Kandidat für diesen Posten. Auch bie volkswirtschaftliche Literatur Deutschlands hat v. Buchenberger um einige wertvolle Schriften bereichert. O Den Beschwerden und Anklagen der russischen Stu. denten in Berlin gegen die prenßische Regierung will diese jetzt durch ein radikales Mittel ein Ende bereiten. Es sollen Massenausweisungen russischer Staatsangehöriger bevorstehen, und die Minister des Innern und der Justiz wollen im Landtage ihr Vorgehen mit umfangreichem Ma. terial begründen. Nachdem sich die russischen Studenten haben beikommen lassen, in einer an die Presse verschickten Erklärung den Staatssekretär v. Richthofen gröblich zu be leidigen und die Politik der deutschen Regierung in anmaß licher und ungehöriger Form zu kritisieren, hat die deutsche Regierung ohne weiteres Handhaben für die Ausweisung dieser Russen. „ Leider!" seufzte haben," warf Adolph gedankenvoll ein. Mutter, das Hauswesen und die Sorge um die jüngeren Geder Kustos. Aber das Mädchen felbft wird selten eine frohe Stunde ..Die Pflege der tranfen Schultern Sie Nirgend klaffen so tiefe Spalten, Zwischen Felsen und Talgeländen, Zwischen starrenden Gletscherwänden, Wie zwischen Versprechengeben und halten. ich gerade mit sei unbestritten die Krone von allen heutigen Abend mit den verheißenen Flaschen Seft feiern, Leider konnten wir das frohe Ereignis nicht gleich am dieser Wahl das große Los gezogen, denn Hilda gegangenen Aufregu da meine teure Verlobte Sopfweb bekommen und sich gleich bermutlich infolge der vorher Da tem Rothenburg das wäre Du „ Wenn 112 Hause gekommen ist!" Ein Alibi- Beweis. Schußmann:„ Bengel, mit zur Wache, Du hast in den Automaten Junge:" J, keene Jdee nich, sehen Sie doch, denn müßte ick den statt eines Nickels einen Hosenknopf gesteckt!" Nickel doch noch haben!" Gut Puschdorf, August 03. Mein lieber Junge! Heller Sonnenschein lag über der Landschaft, und die munteren Stimmen der Vögel ertönten aus jedem Strauch, von jedem Baum. Alles atmete Ruhe und Frieden und Behaglichkeit, aber der Offizier, welcher den schmalen Feldweg einherritt, schien davon nichts zu bemerken. Humoreske von Ralph von Rawit. Seine Cousine. Hans Gottfried von Bessenthin war sehr übler Laune. Alles war ihm in den letzten acht Tagen gegen den Strich gegangen. Da war zuerst seine Kommandierung als quartiermachender Offizier für sein Husarenregiment! Dann die greuliche Jeu- Geschichte im Kasino, am Abend vor dem Ausmarsch zum Manöver. 1500 Mart hatte er bei der Geschichte sißen lassen. Endlich der Brief von Papa, der gestern abend eingetroffen war. Bessenthin zog das Schreiben noch einmal aus der Brusttasche und durchflog die Seiten: Sie ist sie sind Heute bist Du es eigentlich nicht, denn es gehört nicht zu den Elternfreuden, die Spielschulden der leichtsinnigen Söhne zu begleichen. Indeß will ich noch einmal eine Ausnahme konstruieren und die bewußten 1500 Mark anweisen; jedoch geschieht das nicht für nichts und wieder nichts. Ich stelle vielmehr meine Bedingungen. Und die sind 1. daß Du Dein treuer Vater Albrecht." das infame Jeu läßt; 2. daß Du Dich nicht länger gegen Mamas und meine Pläne in Puncto Heirat mit Cousine Gertrud steifst. Ontel Otto hat uns geschrieben, daß sie aus 18, Du bist 28; der Onkel gibt ihr 15 000 per Anno mit, was Du bei Deinem vornehmen und leider auch kostspieligen Regiment( zu meiner Zeit hatte keiner mehr als 25 Taler Zulage!) gut gebrauchen kannst. Du passierst auf dem Marsche der Pension heimgekehrt ist und gutes Auftreten hat. In der Hoffnung, Dich im Oktober nebst Braut bei Der Offizier zerknitterte den Brief und steckte ihn in die Packtasche, dann zündete er eine Zigarette an aus Borkum zurück und attackiere Deine Cousine. Schloß Rothenburg. Mache Deine Aufwartung uns zu sehen. Ich werde mich also heute! Glücklicherweise liege ich nicht in Rothenburg selbst, sondern in Niederbach, das passierst," hat Papa geschrieben überlegen. beim Pastor einquartieren und bei dem geistlichen Herrn auf den Busch klopfen. Vielleicht fann er mir etwas von Gertrud erzählen. Möchte sie mir gern mal unerkannt ansehen. ist eine halbe Stunde davon. Im Grunde genommen bin ich gar nicht so sehr gegen die Mariage, aber nur nicht, per Muß" I Das nimmt mir allen Schneid! Und wenn sie mir nicht gefällt, bringen mich nicht zehn Pferde dazu. In Niederbach angekommen, erledigte Bessenthin zunächst die Dienstgeschäfte, dann fischte er den Pastor auf, um dort Quartier zu machen. Pastor Wittekopf! Seien Sie willkommen, Herr Leutnant!- Zuerst will ich Ihnen Ihre Zimmer zeigen und dann wollen wir frühstücken. „ Oberleutnant von Bessenthin von den 20. Husaren." Dieses Gespräch hatte vor der Haustür stattgefunden; als Bessenthin seinen Namen nannte, war ein blonder Mädchenkopf zwischen den Blumenstöcken an einem der Fenster aufgetaucht, dann aber wieder schnell verschwunden. Bald darauf schritt eine niedliche Blondine über den Hof und durch die Pfarrscheune nach den Ställen:„ Krischan, min Söhn, loop mal nach Rothenburg und gief dat Schriewen an dat gnädige Fräulein ab, hörste? Du kriegst auch' n paar Beer on Aeppel, awerst flink!" Ein kleiner Bengel mit hellen lachenden Augen Gleich darauf hatte das junge Mädchen eine Konfe= nahm den Brief und sprang zur Hintertür hinaus auf das renz mit Papa Wittekopf. Feld. „ Es ist ja nur ein unschuldiger Spaß! Du brauchst ja nichts zu sagen und kannst streng bei der Wahrheit bleiben!" Der alte Herr flopfte seiner Tochter die glühenden Wangen: Immer dieselbe Geschichte, immer sollen wir Männer uns von Euch Weibsleuten beschwaßen lassen- vom Paradies und Adam angefangen bis anno 1903 im Königreich Preußen! Na, ich will kein Spielverderber sein - aber treibt das Spiel nicht zu weit. Jedes Ding hat seine Zeit und seine Grenzen!" Das Frühstück nahm der Pfarrer mit seinem Gast allein; man sprach von diesem und jenem, auch von den Daran schloß sich ein Schläfchen und um 4 Uhr Gütern der Umgegend, ohne daß es Bessenthin gelungen wäre, etwas Sicheres über Rothenburg in Erfahrung zu das Mittagessen, zu dem auch zwei junge Mädchen erschienen, eine Blondine und eine Brünette. bringen. Meine Damen," stellte der Pastor vor, der Blondkopf meine Tochter Marie und der Brauntopf ihre liebe Freundin und halb auch mein Kind, wenn Patenschaft und Einsegnung ein Recht auf Verwandtschaft geben. Bessenthin, ein großer Damenfreund, war überrascht, zwei so reizende Erscheinungen in dem stillen Dorf zu finden. Das fecke, blonde Pfarrerstöchterlein gefiel ihm ausgezeichnet, aber noch mehr die stillere Freundin mit den großen grauen Augen. An sie beschloß der Leutnant sich zu halten, um genauere Recherchen nach seiner Cousine anzustellen. Dazu erschien ihm der geeignetste Augenblick, nach Tisch beim Kaffee, als der Pastor und seine Tochter sich zu häuslichen Geschäften fortbegeben hatten und als er mit der jungen ,, So, mein Fräulein, Rothenburg fennen Sie auch? Wer wohnt denn da?" fragte er mit geheuchelter UnwissenDame allein in der Hollunderlaube zurückgeblieben war. Nur eine Tochter, die kürzlich aus der Pension nach „ Ein Herr von Grabelingen!" „ Familie? Söhne, Töchter?" heit. garre ,, Lieber Himmel Machen Sie sich nur jetzt noch keine Sorgen, kommt Zeit, tommt Rat! In den Badeorten gibt es ja Freistellen, die anzunehmen keine Unehre macht, und ich bin mit vielen Kollegen befreundet, die mir gerne einen Gefallen erzeigen. Könnte Ihnen in diesem Gebäude eine andere Wohnung eingeräumt werden?" Unmöglich, Herr Doktor! Alle Räume sind überfüllt-" ,, Na, dann wäre es unnüß, mit meinem Onkel darüber zu reden. Wenn wir Ihre Frau im Hospital unterbringen fönnten" Um Gottes willen, reden Sie ihr nicht davon, sie hat früher schon geäußert, wenn sie in's Hospital gebracht würde, dann müsse sie sterben." ,, Welcher Unverstand!" Nennen Sie es Aberglauben, Herr Doktor, es wäre wirklich ihr Tod, wenn sie gezwungen würde" Nun, zwingen dürfen wir sie nicht, sehen wir also einstmeilen davon ab!" Sie hat hier die beste Pflege, meine Tochter Gabriele trägt sie auf den Händen, Sie glauben nicht, welchen Schatz ich an diesem Kinde besite." Nun, dann werden Sie mir zugeben müssen, daß er keine angenehmen Umgangsformen hat. Er macht sich über alles lustig, und sein burschikoses Wesen kann einer gebildeten Dame wahrlich nicht gefallen. Und dennoch scheint Sabine Gefallen an ihm zu finden, begreifen Sie das, Herr Doktor?" Weshalb nicht, gnädige Frau? Der Geschmack ist eben verschieden." Diesen Geschmack kann ich nur als eine Verirrung bezeichnen," fuhr die Baronin in klagendem Tone fort. So lie. benswürdig und aufmerksam der Herr Hofrat v. Weisweiler ist, so unangenehm ist mir sein Sohn. Und das will meine Nichte nicht zugeben. Ich weiß nicht, ob sie eine besondere Ehre darin sucht, diesen Maler zu protegieren, aber das weiß ich, daß er sich außerordentlich viel auf ihre Gunst einbildet und infolge dessen sich Freiheiten erlaubt, die mich längst bewogen haben würden, ihm die Tür zu zeigen." Adolph schüttelte mißbilligend das Haupt, sein Blick ruhte forschend auf dem Antlitz der Baronin, das sich leicht gerötet hatte. ( Fortsetzung folgt.); und begann starrenden Gletscherwänden, Felsen und Talgeländen, laffen so tiefe Spalten, hen Versprechengeben und halten. ebenmal verlobt. em Amerikanischen von Emma Kohli. ( Nachdruck verboten.) ausewege sah ich am Eingange des Parkes artend eine helle Gestalt am Gittertore unigte meine Schritte.„ Sollte Gertrud?" nir plötzlich lauter.- Nein, es war nicht die nach ihr folgende Schwester, die schöne jir zögernden Schrittes entgegen und sagte genheit:„ Lieber Herr von Heyden, ich habe nung zu machen." Ich ſtutte.„ Eine Papa teilte uns mit," fuhr sie fort, daß liebe Gertrud"- ,, Ganz recht, mein verhalf ich ihr ein, Ihr Herr Vater war so atten" Ja, deswegen eben wollte ich" htigen Verehrung für Fräulein Gertrud" n Sie ein, lieber Herr von Heyden! Wenn n, werden Sie sie beide unglücklich machen!" rief ich entsetzt. Wen werde ich unglück Schwester Gertrud und Vetter Martin," n heraus, indem zwei große Tränen ihre en. Sie lieben sich schon so lange, aber is jetzt nicht. Und nun gerade vor einer tin Gertrud davon benachrichtigt, daß er herkommen würde, um Papa um ihre Hand soll daraus werden?" Sie sah mit einem icke zu mir auf, daß ich meinen anfängdiese neue Enttäuschung schwinden fühlte. e mir eine Frage, mein liebes Fräulein,“ hre Schwester Sie zu dieser Eröffnung beneigte bejahend den Kopf.„ Es ist gut," sch bin fein solches Ungeheuer, zwei liebende in Dazwischendrängen brechen zu wollen. lein Gertrud, daß ich nicht nur auf jedes auf ihre Hand verzichte, sondern auch ganz stehe, wenn ich etwa in irgend einer Weise eines glücklichen Rivalen förderlich sein e edelmütig Sie sind!" rief sie in freudiger nd ihre wundervollen Augen mich wie zwei Aber es wird schwer halten, Papa daß er sie frei gibt," fügte sie gleich wieder inzu. Er liebt Sie so sehr., Herr sind ja so gut! Könnten Sie nicht- perſuchen,— eine andere von den Schwestern te reizende Bittstellerin ſchien plötzlich über te zu erschrecken; sie hielt meinen warm uf sie gerichteten Blicken nicht stand, sondern end die langen, seidenen Wimpern. Wie te es mich: Sie ist es!- Die schöne Hilda yt es, ver meines Onkels Rodrigos geheimnisvolle Andeutungen galten! Wie hatte ich nur so blind sein können? - Und war sie nicht ein herrliches Geschöpf? Und war es nicht ein beneidenswertes Los, sie sein eigen nennen zu können?" Ich beschloß sofort, mir dieses beneidenswerte Los zu sichern. Mein feures Fräulein Hilda," hub ich an, indem ich mit einer Kühnheit, über die ich selbst erstaunte, ihre beiden, fest ineinander geschlungenen Hände erfaßte und an die Lippen führte.„ Darf ich hoffen, daß Sie, die Sie ein so beredter Anwalt für Ihre Schwester sind, auch für mich den einzigen Balsam finden werden, der mein wundes Herz böllig heilen kann?"- Ich habe wohl schon einmal angedeutet, daß dergleichen Dialoge nicht für die Deffentlichkeit sind, und will daher nur noch hinzufügen, daß Hilda und ich zusammen nach Hause gingen und daß ich meiner lieblichen Begleiterin, ehe wir ins Wohnzimmer eintraten, zuflüsterte:„ Sobald Papa nach Hause kommt, werde ich mir eine Audienz bei ihm aus bitten." Mein gütiger Schwiegervater machte feine Schwierigkeiten in Betreff des Tausches. Wenn er mich nur für eines seiner lieben Mädchen sicher hätte,- für welches wäre ihm verhältnismäßig gleichgültig," so be= liebte es ihm, sich darüber auszudrücken. Im übrigen hätte n. ich gerade mit dieser Wahl das große Los gezogen, denn Hilda sei unbestritten die Krone von allen." Leider konnten wir das frohe Ereignis nicht gleich am heutigen Abend mit den verheißenen Flaschen Sekt feiern, da meine teure Verlobte vermutlich infolge der vorhergegangenen Aufregung— Kopfweh bekommen und sich gleich nach unserer Unterredung zur Ruhe hegeben hatte. Trozdem verlief mir die Abendmahlzeit wie ich bekennen muß- recht vergnüglich, denn meine beiden Nachbarinnen, Gertrud und Gretel, taten ihr möglichstes, um keine trübe Stimmung in mir aufkommen zu lassen. Der Ausdruck grenzenloser Dankbarkeit, mit dem Gertrud mir bei unserem Wiedersehen ihre Hand entgegenſtreckte, belohnte mich hinlänglich für meine edelmütige Entsagung. Meine Nachbarin zur Linken, das niedliche Gretchen, war gleichfalls in heiterster Stimmung. Sie entwickelte einen so allerliebsten Humor und ging auf all meine Neckereien mit einer so drolligen Schlagfertigkeit ein, daß ich ganz entzückt von meiner jüngsten kleinen Schwägerin war. Auch bei der Bootfahrt, die wir noch nach dem Abendbrot bei Vollmondschein auf dem an den Park grenzenden See unternahmen, war das holde Kind von einer sprudelnden Lebhaftigkeit, und sie ließ sich nicht dadurch stören, daß ihr die älteren Schwestern von Zeit zu Zeit ein sanftes, vorwurfsvolles:„ Aber Gretchen!" zuriefen. Jezt wollte sie durchaus eine der weißen Wasserlilien, die auf der Oberfläche des ruhigen Wassers schwammen, haschen. The jemand sie daran hindern konnte, war sie im Kahn aufgesprungen, hatte eine Ruderstange ergriffen und dieselbe nach der Blume ausgestreckt, sich dabei unvorsichtig weit über den Rand des Kahnes beugend. Die nächſtſizenden Schwestern bogen sich erschrocken vor, um sie festzuhalten. Da!- ein plöbliches Schwanken des Bootes!- ein Plantschen und Gurgeln!- ein allgemeiner Schrei des Entseßens!- Die waghalsige Kleine war über Bord gestürzt und unter der Oberfläche des Wassers verschwunden.- Im nächsten Augenblicke hatte ich meinen Rock abgeworfen und war ihr nachgesprungen. Wir befanden uns in der Nähe des Landungsplaßes, wo das Wasser nicht allzu tief war. Mit leichter Mühe gelang es mir, die eben Wiederauftauchende zu erfassen und glücklich ans Land zu bringen, wo wir von den Eltern, die in großer Bestürzung vom Ufer aus den Auftritt mit angesehen hatten, in Empfang genommen wurden. Die arme Kleine schien zwar sehr erschrocken, aber sonst nicht weiter durch den Unfall beschädigt zu sein; doch bezeigte sie keine Lust, ihre Arme von meinem Halse, den sie noch immer fest umklammert hielt, zu lösen, und so mußte man mir wohl oder übel- gestatten, die süße Last auf meinen Armen bis ins Haus zu tragen. Hier wurde sie von den Ihrigen sorgsam zu Bett gebracht, und alles schien gut zu gehen. Wir fingen schon an, über unser Secabenteuer zu scherzen, als das Hausmädchen erschien und Frau von Gadow herausrief. Nach kurzer Zeit erhielt ihr Gatte eine gleiche Aufforderung, und wir erfahren, daß unsere liebe Patientin sich nicht in einem befriedigenden Zustande befände. Sie hätte Fieber, hieß es, und spräche wirr und unzusammenhängend von ihrem Unfall und ihrer Rettung. Bald darauf kam Herr von Gadow wieder zu uns mit einem besorgten Ausdrua in seinem breiten Gesicht. „ Lieber Arthur, wir glauben, daß sie nach dir verlangt.“— " Nach mir?"" Ja, mein Junge, möchtest du wohl mit heraufkommen? Meine Frau würde dir sehr dankbar ſein.“ In zwei Minuten war ich an dem Lager des armen Kindes, an dem Frau von Gadow und eine Wärterin ſtanden. Die Wangen der kleinen Patientin glühten, und ihre Augen wanderten ruhelos von einem Gesicht zum andern, bis sie auf dem meinigen haften blieben. Eine plötzliche Veränderung kam über sie. Sie wurde ruhiger, streckte ihre Hand nach mir aus und schloß die Augen, während sie meine Finger fest gefangen hielt.„ Wer soll bei dir bleiben, mein Liebling?" fragte Herr von Gadow. Still, ihre Lippen bewegen sich! - sie fennt uns; sie versucht zu sprechen! Arthur, frage du sie, wer bei ihr bleiben soll." Ich wiederholte die Frage. Du!" war die verwirrende Antwort- und mit einem zufriedenen Lächeln in dem lieblichen Gesichtchen sank die Patientin in einen erfrischenden Schlaf. Sobald es mir möglich war, meine Hand zu befreien, ohne befürchten zu müssen, sie dadurch wieder aufzuwecken, überließ ich ihrer Mutter meinen Platz und kehrte ins Wohnzimmer zurück, das indessen von der ganzen übrigen Gesellschaft verlassen worden war. Ich blieb nicht lange allein; mein aufmerksamer Wirt ge= sellte sich bald zu mir.-„ Mein lieber Junge," begann er unsere deutsche gegenüber Bel fete genießen. es verhütet, de unliebfamen Vo Es wäre desha fich endlich ber die bon unsere werden κα Das Ueber Ruffen stellt sic als eine einf Rojatenvorhu erstenmal feit der nach einer derinaßen ver Ein Ko fleine japan geführt wur Dokumente treffen mit d Den Ruffen panern abgenor es in ihrem stellt fein soll, f für die Operat Norddhina gelie der legten Jah churei und 30 ich biele Ber falschen Böpfen zu dem Genera 3.T fön fie die Hände fahren in jegt ein japanfr Streiter gegenübe Zag legen. othenburg das wäre h nicht in rbach, das verde mich dem geist Vielleicht ählen. njehen. icht so sehr er Muß"! tvenn fie nicht zehn erledigte fte, dann artier zu bon den Sie will t till id) nn wollen r Haustür en Namen of zwischen eniter auf verschwun e Blondine heune nach loop mal rieten an Du friegst flink!" en Augen Sauf das ne Konfe brauchst Wahrheit glühenden sollen wir Tassen- 1903 im derber sein ig hat seine inem Gast von den gelungen ahrung zu um 4 Uhr erschienen, der Blondihre liebe nschaft und überrascht, f zu finden. ausgezeich den großen zu halten, anzustellen. Tisch beim häuslichen der jungen n war. Sie auch? UnwiffenBension nach „ Ein hübsches Mädchen?" " Im Gegenteil, Herr Leutnant, häßlich wie die Nacht!" „ Ei der Tausend! Als Kind war sie doch ganz nett!" ,, Ah, Sie kennen die Familie, Herr von Bessenthin? Das junge Mädchen ist übrigens so gut wie verlobt!" „ Ei was? Gegen wen- Pardon! Mit wem denn?" Mit einem Vetter, sagt man, der sie noch gar nicht tennt und der Offizier sein soll." al- 0" das erzählt man sich schon? Ei, ei!" ,, Weshalb nicht, Herr Leutnant? In Ihrem Stande da sind doch Heiraten nur Konvenienzehen, und es ist völlig gleichgiltig, ob Empfindung dabei vorhanden ist oder nicht. Wir anderen freilich Sie brach errötend ab. ,, Sie irren, mein Fräulein! Wir sind ebenso bedürftig der Liebe, wie alle anderen Menschen. Und vielleicht noch mehr! Wäre ich der Vetter des Fräulein von Grabelingen, von dem Sie vorhin sprachen, ich würde meine Cousine niemals heiraten. Nicht, weil sie häßlich ist das ist ja schließlich Geschmacksache sondern weil ich diese Chen nach dem Schema eines gemeinen Handels- Kontrattes verabscheue!" Und nun sah er sie mit einem kurzen, scharfen Blick an, so daß sie die Augen senkte und sich eifrig mit ihrer Stickerei beschäftigte. Nun machte er den Vorschlag, ob man nicht durch die Felder spazieren wolle, und da der Pfarrer, der mit Marie zurückgekehrt war, eifrig zustimmte, so schritt die Gesellschaft durch die hintere Gartenpforte ins Freie. Bessenthin und die Freundin voran, der geistliche Herr mit Tochter hinterher. Unter allerlei Gesprächen war man allmählich durch die Wiesen bis zu einem Gatter gekommen, hinter dem mit einer Gruppe zerstreuter Bäume eine parkartige Anlage begann. Was ist das?" fragte Bessenthin, nachdem man eingetreten war, das sieht so merkwürdig aus. Halb englischer Garten, halb Wildnis. Das gehört wohl einem Nachbar, Herr Pastor?" „ Es ist der Gutspark von Rothenburg," antwortete statt des Gefragten seine Tochter, wir sind hier auf Gravelingenschem Grund und Boden." Bessenthin blieb stehen. Wollen wir nicht lieber umtehren? Es ist schon ziemlich spät!" „ Ei, Herr Leutnant, Sie fürchten sich wohl vor dem Gutsherrn?" lachte die blonde Marie. „ Aber wo! Aber in der Tat und offen gesagt, es wäre mir peinlich, wenn wir den Herrschaften vielleicht begegneten, und wenn ich ohne Erlaubnis hier den Park betreten hätte!" Wenn Sie mit uns gehen, wird Sie niemand wegen unbefugten Eintritts zur Rede stellen, Herr Leutnant," erwiderte Marie, wir sind mit Herrn von Gravelingen gut bekannt! Uebrigens ist es zu Bedenklichkeiten zu spät, denn dort biegt soeben der alte Herr mit seiner Gattin um die Ecke und hat uns wohl schon entdeckt! Ja, da kommt er schon! Aber das Fräulein sehe ich gar nicht," sagte sie mit verschmittem Lächeln. Na ja, da hab' ich ja das Pech!" dachte Bessenthin bei sich, laufe einfach meinem Onkel in die Arme. Und nun stellt sich meine ganze Komödie heraus. Nein, diese Blamage! Und schließlich der Pfarrer und seine Tochter was die denken, kann mir gleichgiltig sein, aber die andere- einfach gräßlich, diese Situation!" Zu längerer Reflexion war nicht mehr Zeit, denn Gravelingens waren ganz nahe herangekommen. geschrieben, daß Ihr von der See zurück seid, und daß Trude ja, was macht denn meine liebe Cousine? Ist sie groß geworden?" Der alte Herr fuchtelte mit dem Stock einmal durch die Luft und schritt dann dicht an den Leutnant heran; er faßte ihn mit beiden Händen an den Schultern und drehte ihn um, so daß er Marie und ihrer Freundin gegenüberstand. ,, So, Hans Gottfried, hast zwar den ganzen Nachmittag Beit gehabt- aber nun sieh sie Dir mal gründlich an! Da steht sie!" Was sehen meine Augen?" rief, mit dem Knotenstock in der Luft fuchtelnd, schon aus einiger Entfernung der GutsHerr. Was sehen meine Augen? Hans Gottfried, Du hier, inmitten der Familie Wittekopf? Na, guten Tag, mein Junge, sei mir willkommen, wir haben uns eine ganze Weile nicht gesehen!" Der Offizier schritt schnell auf seine Verwandten zu und schüttelte ihnen, allerdings mit einiger Verlegenheit, die Hand. Guten Tag, teuerste Tante, guten Tag, Onfelchen!" Na, und weshalb kommst Du aus Niederbach? Kannst Du nicht bei uns logieren? Ist doch nicht so weit?" ,, Weißt Du, Onkel, ich wollte Euch nicht so meuchlings überfallen, so unvorbereitet und Papa hat mir erst gestern unsere deutschen Bundesfürsten in dem betreffenden Staat gegenüber Beleidigern ebenfalls den Schutz der Landesgefete genießen. Durch eine derartige Gegenseitigkeit wird es verhütet, daß aus an sich vielleicht unwesentlicher, aber unliebsamen Vorkommnissen ernstere Verwicklungen entstehen. Es wäre deshalb zu wünschen, daß die öffentliche Meinung sich endlich beruhigt wegen der angeblichen Schergendienste, die von unseren Richtern dem russischen Reiche geleistet werden. starrenden laffen so tiefe Spalten, Felsen und Talgeländen, Gletscherwänden, hen Versprechengeben und halten. ich gerade mit gegangenen Aufregun Leider fonnten wir das frohe Ereignis nicht gleich am Abend mit den verheißenen Flaschen Sekt feiern, ppfweh bekommen und sich gleich vermutlich infolge der vorhersei unbestritten die Krone von allen. dieser Wahl das große Los gezogen, denn Hilda da heut ne teure Verlobte Der Krieg in Oftafien. - Jagdglück. Studiosus Lehmann ist vom Onkel Rittergutsbesitzer zur Jagd nach Waldental eingeladen worden. Voller Spannung warten abends die Kommilitonen in der Kneipe auf Lehmann, er soll ihnen von seiner Beute erzählen. Das Ueberschreiten der koreanischen Grenze seitens der Russen stellt sich, wie wir von vornherein vorauzgesagt haben, Endlich tritt der Erwartete über die Schwelle. ,, Du strahlst ja förmlich! Hast wohl gar etwas ge= schossen?" wird er gefragt. ,, Das nenn ich eine Jagd!" jubelte dieser. Eine solche Sau hab ich in meinem Leben noch nicht gehabt!" als eine einfache Refognoszierung heraus, die von der Rosakenvorhut ausgeführt worden ist. Dabei kam es zum erstenmal seit Eröffnung des Krieges zu einem Zusammenstoß auf dem Lande, " Was hast Du denn geschossen? Einen Rehbock?" bewahre!" ,, Dann vielleicht einen Hirsch?" ,, Nicht doch!" Salt, ich habs, eine Wildsau hat er geschossen!" Unsinn! Wildsauen gibts ja in Waldentaler Revier gar nicht!" der nach einem amtlichen Telegramm aus Petersburg folgendermaßen verlief: Zum Kuckuck, was hast Du denn eigentlich geschossen?" " Geschossen hab ich gar nichts, aber Rentier Säwert hat einen Hasen getroffen, und war darüber so erfreut, daß er mir sofort fünfzig Mark pumpte." Ein Rosakenpiket griff auf koreanischem Gebiet eine Kleine japanische Abteilung auf, welche von einem Major geführt wurde. Bei den Gefangenen wurden Karten und Dokumente gefunden. Es war dies das erste Zusammentreffen mit dem Gegner zu Lande. AA Kunde( im Hutladen):„ Mir scheint, dieser Hut ist doch etwas klein!" Händler:„ Soll ich Ihnen einen andern zeigen.. oder wollen Sie sich vielleicht nebenan das Haar schneiden Tassen?" trauen oart: Den Russen wird das Kartenmaterial, das sie den Japanern abgenommen haben, hochwillkommen sein. Während es in ihrem Generalstab recht schlecht in dieser Hinsicht bestellt sein soll, sollen die Karten, die den japanischen Offizieren für die Operationen in Korea, Mandschuret, Ostsibirien und Nordchina geliefert würden, ganz vorzüglich sein. Während der lezten Jahre haben sich 10 000 Japaner in der Mandschurei und 30 000 in Korea aufgehalten. Darunter haben sich viele Berufssoldaten befunden, die als Chinesen mit falschen Zöpfen verkleidet waren. Viele dieser Leute sollen zu dem Generalstab in Tokio in Beziehung gestanden haben. Die Russen können sich nie als Chinesen ausgeben, weil ihr Körperbau sie sofort Lügen strafen würde. Um die nötigen Aufklärungen zu erhalten, müssen sie sich häufig Eingeborenen in die Hände geben. Damit können sie aber in Korea, wo jett ein japanfreundlicher Wind herrscht, eventuell recht schlecht fahren, wenn auch das oben erwähnte Petersburger Telegramm weiter behauptet, daß die Koreaner dem russischen Stab gegenüber eine durchaus freundliche Haltung an den Tag legen. Anderthalb Kompagnien Pioniere und ein Zug des Eisenbahn- Regiments sind im Baikalsee eingebrochen und ertrunken. Im ganzen find 98 Offiziere, 24 Unteroffiziere und 128 Mann ums Leben gekommen. In sämtlichen russischen ostasiatischen Häfen herrscht eine fieberhafte Tätigkeit. In Port Arthur verblieb nur ein geringer Teil der Bevölkerung, vorzugsweise Männer. Die Versorgung der Stadt mit Brot ist gesichert. Es herrscht völlige Ruhe und Ordnung. Wladivostok wird stark befestigt. In der Heimat rüstet man neue Kreuzer aus. Neue japanische Kriegsschiffe. Aber auch die Japaner sind energisch an der Arbeit. Truppentransporte über Truppentransporte_gehen in aller Heimlichkeit und Ruhe nach Korea. Zur See wächst ihre Ueberlegenheit von Tag zu Tag. Die beiden in Genua angekauften Kreuzer„ Nishin“ und„ Kasuga" haben bereits mit boller Bemannung in Dienſt geſtellt werden können und sich dem mobilen Geschwader angeschlossen. Außerdem bewahrheitet es sich, daß die Japaner drei chilenische Kriegsschiffe, die Kreuzer, Capitano Pratt" und„ Chacabuco" von 6900 resp. 4500 Tonnen, sowie den Torpedobootszerstörer„ Admiral Condell" erworben haben. Da ihre bisher schon den Russen weit überlegene Flotte noch völlig intakt ist, während die russische große Einbußen erlitten hat, so ist kaum daran zu denken, daß die Russen so bald wieder imstande sein werden, ihrem neu gekräftigten Gegner auf offenem Meere entgegenzutreten. 13. Jahrgang. preis: Die einspaltige Petitzeile für gang O retse Wetzlar und Marburg 10- Pfg. fonft 15 flamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3269. ind Expedition: Gießen, Seltersweg 88 Fernsprechanschluß Nr. 362. chten ener Zeitung) Gießen und Umgebung. ehörden von Oberhessen. Rußland. Den schlißäugigen, gefbhäutigen cht man aus kaukasischen Instinkten und in klarer er schädlichen, ja gefährlichen Folgen eines japaes für ganz Europa gründliche Prügel. Freilich daß sie vorher auch den Russen das Leben ein r gemacht haben mögen. m Teile mag diese Stellungnahme zu gunsten iches sich freilich zurückführen lassen auf phanstellungen des Volkes, darauf, daß man neyerRussen nicht mehr die natürlichen, gefährlichsten österreichischen Balkanpolitik sieht. Man ist hier Daß die russische Balkanpolitik sich gegen früher vandelt habe; seitdem Rußland in Ostasien Interngeheurem Umfang gewonnen hat, liegt ihm, wie venigstens im Volke glaubt, nicht mehr so viel am Goldenen Horn, am Schlüssel zwischen dent und dem Mittelmeer. Man hofft viel von der ite mit Rußland für Oesterreich; man träumt Traum von dem Vormarsch Desterreichs auf ber diesmal mit Rußlands Unterstüßung. Aufs , wie mit einer mathematisch notwendigen Tatt man hier mit einem unmittelbar bevorstehenden sch- türkischen Krieg. Und dieser Krieg, in, wird Desterreich zwingen, zu marschieren. ussen Hand in Hand wird es intervenieren, und oird ein hübsches Stück Balkan als willkommener für Desterreich sein. solche Träumereien töricht sein, sie sind immermatisch für die Stimmung der Bevölkerung, und ung der Bevölkerung ist für die Politik der Hofentlich für die Balkanpolitik, schon oft bestimmend Man wird außerhalb der schwarzgelben Grenzdaran tun, wenn man Balkanüberraschungen, nä ch st nur solche, die von Rußland gebilligt werDesterreich nicht für ausgeschlossen hält. In der n Frage steht die Donaumonarchie auf Rußlands r erwartet man, daß in der türkischen Frage Rußcreichs Interesse unterſtüßen werde. Das ist sichererer Wahn. Aber eben deshalb fann seine Herrsien und Budapest recht gefährlich werden. Die Politik. te auch von deutscher halbamtlicher Stelle beglau dung des italienisch- offiziösen„ Giornale d'Italia" Die Handelsvertragsverhandlungen zwischen DeutschItalien nehmen einen guten Verlauf, da von iten Entgegenkommen gezeigt wird. Man glaubt, dus vee abschluß des Vertrages nicht mehr lange auf sich warten lassen wird. Der erste Teil der Verhand. lungen ist beendet. Die Besprechungen der Delegierten sind einstweilen ausgesetzt, da man über einige noch streitige Punkte Instruktionen der deutschen Regierung erwartet." * Die Reichsregierung beschäftigt sich augenblicklich mit dem Plane, durch ein besonderes Gesetz die Ueberwachung des Verkehrs mit Nahrungs- und Genußmitteln auf Grund der bestehenden Reichsgeseze nach einheitlichen Grundsätzen und unter Anstellung besonderer Beamten hierfür zu regeln. Die Dringlichfeit einer solchen Regelung hat sich als unabweisbar herausgestellt. Vom naben und fernen Orient. Wien, 19. Februar. Seit Jahrzehnten zum erstenmal kann man an unserem Phäalenvolke in diesen Tagen etwas wie politisches Feingefühl entdecken. Zum erstenmal seit langen Jahren nimmt bei uns die öffentliche Meinung in einer politischen Frage von Bedeutung eine Haltung ein, die dem realpolitischen Interesse unseres Volkes wie des ganzen Germanentums, ja des ganzen europäischen Kontinents entspricht. In der Donaumonarchie denkt man, wie man überall auf dem Festlande Europas denken sollte, über den russisch- japanischen Arieg: Ein endlicher Sieg Rußlands ist hier die Hoffnung und die Ueberzeugung so ziemlich aller politisch interessierter Kreise. Von wenigen polnischen Schwarmgeistern abgesehen, die von einer Niederlage Rußlands Verwirklichung ihrer politischen Träume erhoffen, steht man hier allgemein auf der Seite des sonst wahrlich nicht beliebten und als Nebenbubler Nach zweitägiger Debatte schon kann das Schicksal der bayerischen Wahlreformvorlage, die an den beiden letzten Tagen der vergangenen Woche die Münchener Abgeordnetentammer beschäftigte, als besiegelt gelten. Dieser Entwurf wird nicht Gesetz werden, und die Regierung wird ihre in der Debatte getane Anfündigung wahrmachen müssen, im Berordnungswege wenigstens eine neue Wahlkreiseinteilung, und zwar eine den Vorschlägen des Entwurfs entsprechende, herbeizuführen. Nur das Zentrum und die Sozialdemokraten wollen dem Entwurf zustimmen; die Liberalen, die Freie Vereinigung und die Fraktionslosen wollen gegen ihn stimmen. * Nach einer Meldung aus Karlsruhe ist dort der schon seit einiger Zeit schwer erkrankte badische Finanzminister v. Buchenberger gestorben. Er galt als einer der fähigsten Finanzmänner im Reiche und war noch bei dem letzten Wechsel im Reichsschazamt Kandidat für diesen Posten. Auch die volkswirtschaftliche Literatur Deutschlands hat v. Buchenberger um einige wertvolle Schriften bereichert. O Den Beschwerden und Anklagen der russischen Stu. denten in Berlin gegen die prenßische Regierung will diese jetzt durch ein radikales Mittel ein Ende bereiten. Es sollen Massenausweisungen russischer Staatsangehöriger bevorstehen, und die Minister des Innern und der Justiz wollen im Landtage ihr Vorgehen mit umfangreichem Ma. terial begründen. Nachdem sich die russischen Studenten haben beikommen lassen, in einer an die Presse verschickten Erklärung den Staatssekretär v. Richthofen gröblich zu be leidigen und die Politik der deutschen Regierung in anmaß licher und ungehöriger Form zu fritisieren, hat die deutsche Regierung ohne weiteres Handhaben für die Ausweisung dieser Russen. einem GesellschaftsEin berühmter Meteorologe hat auf den Sonntag ,, brillantes Wetter" Höhere Gewalten. vorausgesagt und nimmt an diesem Tage an ausflug teil. Bald fängt es an, fürchterlich zu regnen, und es stellt sich heraus, daß niemand einen Schirm bei sich hat, als der- Herr Professor. Gi, ei, Herr Professor," frägt man von allen Seiten ,,, Sie selbst verlassen sich so wenig auf Ihre Wissenschaft?" Ja," entgegnet dieser ganz ruhig ,,, meine liebe Frau hat gemeint, ich sollte doch einen Schirm mitnehmen!" Machen Sie sich nur Hits jezt noch keine Sorgen, kommt Zeit, kommt Rat! In den Badeorten gibt es ja Freistellen, die anzunehmen keine Unehre macht, und ich bin mit vielen Kollegen befreundet, die mir gerne einen Gefallen erzeigen. Könnte Ihnen in diesem Gebäude eine andere Wohnung eingeräumt werden?" ,, Unmöglich, Herr Doktor! Alle Räume sind überfült—" „ Na, dann wäre es unnük, mit meinem Onkel darüber zu reden. Wenn wir Ihre Frau im Hospital unterbringen tönnten " Um Gottes willen, reden Sie ihr nicht davon, sie hat früher schon geäußert, wenn sie in's Hospital gebracht würde, dann müsse sie sterben." ,, Welcher Unverstand!" Nennen Sie es Aberglauben, Herr Doktor, es wäre wirklich ihr Tod, wenn sie gezwungen würde-" Nun, zwingen dürfen wir sie nicht, sehen wir also einstweilen davon ab!" Sie hat hier die beste Pflege, meine Tochter Gabriele trägt sie auf den Händen, Sie glauben nicht, welchen Schatz ich an diesem Kinde befize." ( Sach Von seiten unsere Behör dienste, die sie Sn legter 3e förmliche Pro Behörden an uns lebt. Auch die fremden Land unfere deutsche gegenüber Bel es verhütet, da jebe genießen. unliebſamen Vo Es wäre desha die von unserer fich endlich ber werden. D Das Ueber Rojatenvorhu als eine einf erstenmal feit Ruffen stellt fi der nach einen derinaken ver Ein Ko fleine japan geführt wur Probates Mittel. Er: Lassen Sie mich mein glühendes Herz zu Ihren Füßen legen-!!" Sie: Bitte, sehr angenehm ich habe hier schon ganz kalte Füße bekommen!" Auf dem Lande. Frau:„ Sieh nur, Männchen, was die Landleute im Alter noch für gute Zähne haben!" Mann:„ Nun, Frauchen, wie erhaltet Ihr Bäuerin:„ ,, nix mach i, bloß bei der Euch denn nur Eure Zähne so schön?" Nacht lege ich sie in die Waschschüssel." Besteuerungs- Vorschläge. Wer die Gartenlaube" hält, wird zur Gebäudesteuer herangezogen. Jeder Blumenzüchter muß nach Verhältnis der in den Blüten vorkommenden Stempel Stempelsteuer bezahlen. Wer Garben bindet, ist zur Miete"- Steuer zu veranlagen. Wer Tränen bergießt, wird für die Weinsteuer fällig. Und wer dabei auf den Hund kommt, hat außerdem noch Hundesteuer zu zahlen. * Druckfehler. Die Baronin hatte für den heutigen Empfangsabend ein enganschließendes Kostüm gewählt, welches die Armut ihrer Körperformen um so wirksamer hervortreten ließ." Truck und Verlag: Neue Berliner Berlags- Anstalt, Aug. Krebs, Charlottenburg bei Berlin, Berlinerẞr. 40. Verantwortlich für die Nedation der Neuen Berliner Berlags- Ankalt, Aug. Krebs, Charlottenburg: C. Schula, Charlottenburg, Guerideftr. 37. unzulässig er saq bunbig fifche Reich entspricht abe digung des sezbuches, da Staaten und Strafbare San Demgemäß er folche, mit den des folcher Bezieh Anzeige erfor Behörde einf man annimm Ermessen. Diefe ge Staaten zug Gebot der heiligen A daß ernstere die die Gear Dagegen erh Stellen, gegen Deshalb, weil Staaten, nille baben. midelt niffen mdat die Beleidigungen ein Staat griffe gegen Bei hocht der Handlun gelten noch n ung, day, und daß der matan, wurth werveni il sugeven mussen, oag er keine angenehmen Umgangsformen hat. Er macht sich über alles lustig, und sein burschikoses Wesen kann einer gebildeten Dame wahrlich nicht gefallen. Und dennoch scheint Sabine Gefallen an ihm zu finden, begreifen Sie das, Herr Doktor?" ,, Weshalb nicht, gnädige Frau? Der Geschmack ist eben verschieden." Diesen Geschmack kann ich nur als eine Verirrung bezeich nen," fuhr die Baronin in klagendem Tone fort. So lie. benswürdig und aufmerksam der Herr Hofrat v. Weisweiler iſt, ſo unangenehm ist mir sein Sohn. Und das will meine Nichte nicht zugeben. Ich weiß nicht, ob sie eine besondere Ehre darin sucht, diesen Maler zu protegieren, aber das weiß ich, daß er sich außerordentlich viel auf ihre Gunst einbildet und infolge deſſen ſich Freiheiten erlaubt, die mich längst bewogen haben würden, ihm die Tür zu zeigen." Adolph schüttelte mißbilligend das Haupt, sein Blick ruhte forschend auf dem Antlik der Baronin, das sich leicht gerötet hatte. ( Fortsetzung folgt.)) tarrenden Gletscherwänden, Felsen und Talgeländen, laffen so tiefe Spalten, en Versprechengeben und halten. benmal verlobt. n Amerikanischen von Emma Kohli. ( Nachdruck verboten.) usewege sah ich am Eingange des Parkes rtend eine helle Gestalt am Gittertore inigte meine Schritte. Sollte Gertrud?" r plötzlich lauter.- Nein, es war nicht e nach ihr folgende Schwester, die schöne r zögernden Schrittes entgegen und sagte enheit:„ Lieber Herr von Heyden, ich habe ing zu machen."- Ich ſtuzte.„ Eine Sapa teilte uns mit," fuhr sie fort,„ daß iebe Gertrud" Ganz recht, mein veralf ich ihr ein, Ihr Herr Vater war so ten"" Ja, deswegen eben wollte ich" igen Verehrung für Fräulein Gertrud" Sie ein, lieber Herr von Heyden! Wenn werden Sie sie beide unglücklich machen!" ief ich entsetzt. Wen werde ich unglück Schwester Gertrud und Vetter Martin," heraus, indem zwei große Tränen ihre ,, Sie lieben sich schon so lange, aber jezt nicht. Und nun gerade vor einer Gertrud davon benachrichtigt, daß er kommen würde, um Papa um ihre Hand I daraus werden?" Sie sah mit einem zu mir auf, daß ich meinen anfängiese neue Enttäuschung schwinden fühlte. nir eine Frage, mein liebes Fräulein," e Schwester Sie zu dieser Gröffnung beeigte bejahend den Kopf.„ Es ist gut," bin kein solches Ungeheuer, zwei liebende Dazwischendrängen brechen zu wollen. Gertrud, daß ich nicht nur auf jedes f ihre Hand verzichte, sondern auch ganz he, wenn ich etwa in irgend einer Weise tes glücklichen Rivalen förderlich sein delmütig Sie ſind!" rief sie in freudiger ihre wundervollen Augen mich wie zwei Aber es wird schwer halten, Papa 3 er sie frei gibt," fügte sie gleich wieder u.„ Er liebt Sie so sehr., Herr d ja so gut! Könnten Sie nicht uchen, eine andere von den Schwestern eizende Bittstellerin schien plötzlich über u erschrecken; sie hielt meinen warm ie gerichteten Blicken nicht stand, sondern die langen, seidenen Wimpern. Wie 3 mich:" Sie ist es!- Die schöne Hilda ist es, wer meines Unkels Rodrigos geheimnisvolle Andeutungen galten!- Wie hatte ich nur so blind sein können? - Und war sie nicht ein herrliches Geschöpf? Und war es nicht ein beneidenswertes Los, sie sein eigen nennen zu können?" Ich beschloß sofort, mir dieses beneidenswerte Los zu sichern. Mein feures Fräulein Hilda,“ hub ich an, indem ich mit einer Kühnheit, über die ich selbst erstaunte, ihre beiden, fest ineinander geschlungenen Hände erfaßte und an die Lippen führte. Darf ich hoffen, daß Sie, die Sie ein so beredter Anwalt für Ihre Schwester sind, auch für mich den einzigen Balsam finden werden, der mein wundes Herz völlig heilen kann?"- Ich habe wohl schon einmal angedeutet, daß dergleichen Dialoge nicht für die Oeffentlichkeit sind, und will daher nur noch hinzufügen, daß Hilda und ich zusammen nach Hause gingen und daß ich meiner lieblichen Begleiterin, ehe wir ins Wohnzimmer eintraten, zuflüsterte:„ Sobald Papa nach Hause kommt, werde ich mir eine Audienz bei ihm ausbitten." Mein gütiger Schwiegervater machte keine Schwierigkeiten in Betreff des Tausches.-„ Wenn er mich nur für eines seiner lieben Mädchen sicher hätte, für welches wäre ihm verhältnismäßig gleichgültig," so beliebte es ihm, sich darüber auszudrücken. Im übrigen hätte Dotumente treffen mit d fie f Die Ruffen fon Den Kussen panern abgenon es in ihrem G gelie stellt sein soll, fo für die Operati der legten Jab Nordchina churei und 30 lich viele Ber falschen Bopfen arungen 31 Bu dem Genera in die Hände iegt ein wenn d gramm weiter fahren japanfre Stab gegenüber Zag legen. ich gerade mit dieser Wahl das große Los gezogen, denn Hilda sei unbestritten die Krone von allen." Leider konnten wir das frohe Ereignis nicht gleich am heutigen Abend mit den verheißenen Flaschen Sett feiern, da meine teure Verlobte vermutlich infolge der vorhergegangenen Aufregung- Kopfweh bekommen und sich gleich nach unserer Unterredung zur Ruhe begeben hatte. Troydem verlief mir die Abendmahlzeit wie ich bekennen muß- recht vergnüglich, denn meine beiden Nachbarinnen, Gertrud und Gretel, taten ihr möglichstes, um keine trübe Stimmung in mir aufkommen zu lassen. Der Ausdruck grenzenloser Dankbarkeit, mit dem Gertrud mir bei unserem Wiedersehen ihre Hand entgegenstreckte, belohnte mich hinlänglich für meine edelmütige Entsagung. Meine Nachbarin zur Linken, das niedliche Gretchen, war gleichfalls in heiterster Stimmung. Sie entwickelte einen so allerliebsten Humor und ging auf all meine Neckereien mit einer so drolligen Schlagfertigkeit ein, daß ich ganz entzückt von meiner jüngsten kleinen Schwägerin war. Auch bei der Bootfahrt, die wir noch nach dem Abendbrot bei Vollmondschein auf dem an den Park grenzenden See unternahmen, war das holde Kind von einer sprudelnden Lebhaftigkeit, und sie ließ sich nicht dadurch stören, daß ihr die älteren Schwestern von Zeit zu Zeit ein sanftes, vorwurfsvolles:„ Aber Gretchen!" zuriefen. Jezt wollte sie durchaus eine der weißen Wasserlilien, die auf der Oberfläche des ruhigen Wassers schwammen, haschen. The jemand sie daran hindern konnte, war sie im Kahn aufgesprungen, hatte eine Ruderstange ergriffen und dieselbe nach der Blume ausgestreckt, sich dabei unvorsichtig weit über den Rand des Kahnes beugend. Die nächſtſizenden Schwestern bogen sich erschrocken vor, um sie festzuhalten. Da!- ein plöbliches Schwanken des Bootes!- ein Plantschen und Gurgeln!- ein allgemeiner Schrei des Entseßens!- Die waghalsige Kleine war über Bord gestürzt und unter der Oberfläche des Wassers verschwunden. Im nächsten Augenblicke hatte ich meinen Rock abgeworfen und war ihr nachgesprungen. Wir befanden uns in der Nähe des Landungsplatzes, wo das Wasser nicht allzu tief war. Mit leichter Mühe gelang es mir, die eben Wiederauftauchende zu erfassen und glücklich ans Land zu bringen, wo wir von den Eltern, die in großer Bestürzung vom Ufer aus den Auftritt mit angesehen hatten, in Empfang genommen wurden. Die arme Kleine schien zwar sehr erschrocken, aber sonst nicht weiter durch den Unfall beschädigt zu sein; doch bezeigte sie keine Lust, ihre Arme von meinem Halse, den sie noch immer fest umklammert hielt, zu lösen, und so mußte man mir wohl oder übel- gestatten, die süße Laſt auf meinen Armen bis ins Haus zu tragen. Hier wurde sie von den Ihrigen sorgsam zu Bett gebracht, und alles schien gut zu gehen. Wir fingen schon an, über unser Seeabenteuer zu scherzen, als das Hausmädchen erschien und Frau von Gadow herausrief. Nach kurzer Zeit erhielt ihr Gatte eine gleiche Aufforderung, und wir erfahren, daß unsere liebe Patientin sich nicht in einem befriedigenden Zustande befände. Sie hätte Fieber, hieß es, und spräche wirr und unzusammenhängend von ihrem Unfall und ihrer Rettung. Bald darauf kam Herr von Gadow wieder zu uns mit einem besorgten Ausdrud in seinem breiten Gesicht. „ Lieber Arthur, wir glauben, daß sie nach dir verlangt."—— „ Nach mir?"—„ Ja, mein Junge, möchtest du wohl mit heraufkommen? Meine Frau würde dir sehr dankbar sein." In zwei Minuten war ich an dem Lager des armen Kindes, an dem Frau von Gadow und eine Wärterin standen. Die Wangen der kleinen Patientin glühten, und ihre Augen wanderten ruhelos von einem Gesicht zum andern, bis sie auf dem meinigen haften blieben. Eine plößliche Veränderung kam über sie. Sie wurde ruhiger, ſtreckte ihre Hand nach mir aus und schloß die Augen, während sie meine Finger fest gefangen hielt. Wer soll bei dir bleiben, mein Liebling?" fragte Herr von Gadow. Still, ihre Lippen bewegen sich! sie kennt uns; sie versucht zu sprechen! Arthur, frage du sie, wer bei ihr bleiben soll."- Ich wiederholte die Frage. „ Du!" war die verwirrende Antwort— und mit einem zufriedenen Lächeln in dem lieblichen Gesichtchen sank die Patientin in einen erfrischenden Schlaf. Sobald es mir möglich war, meine Hand zu befreien, ohne befürchten zu müssen, sie dadurch wieder aufzuwecken, überließ ich ihrer Mutter meinen Platz und kehrte ins Wohnzimmer zurück, das indessen von der ganzen übrigen Gesellschaft verlassen worden war. Ich blieb nicht lange allein; mein aufmerksamer Wirt gesellte sich bald zu mir.-„ Mein lieber Junge," begann er