und ich dab ia) mich zu verteidigen verstehe.' wieder zu besuchen, ging er nach seiner Wohnung, während Nachdem wir uns von dem Pfarrer verabschiedet hatten recht herzlich aufgefordert hatte, mich recht bald auf meiner Sut bin, werden die Schurren and bato erfahren, wir der Küste zuschritten. Nur wenige Worte weds wir unterwegs. ein schöner, sternenheller Es war Das einsame Moorland glänzte im Dämmerlichte, vom wolkenlosen Himmel leuchteten und nur das Rauschen der ner Tränen zeigte. meines Patienten beendet hatte. ging auch er weg und bot mir seine Begleitung an. ständig leer. Plötzlich unterbrach Pater Antonius das Schweiwar eine ſtille Mondscheinnacht, und die Straße war vollEine Zeit lang gingen wir schweigend zusammen. gehen, wartete er in der Küche, bis ich die Untersuchung wieder dort, aber anstatt mir wiederum aus dem Wege zu Ein paar Als ich das Haus verließ, Es Abende später traf ich in Mr. 91. mementoprets: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., Saus gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen viertelfährlich Mr. 1.50. Bebettagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Geifenblasen( wöchentlich). Bas Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Dienstag, den 19. April 1904. Gießener 13. Jahrgang. Insertionspreis: Die einspaltige Betitzeite für gang. O hefsen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfg. font to Reklamen die Petitzeile 30 refp. 40 Bfg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen, Seltersweg Fernsprechanschluk Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Binabhängige Tageszeitung ( Gießener Beifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weßlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Die letzten Reichstagsdebatten. ( Von unserem parlamentarischen Mitarbeiter.) Dem Reichskanzler ist endlich sein„ bischen Gehalt" für und seine Kanzlei bewilligt. Fünf Tage hat Graf Bülow rum ringen, fünf Tage Rede und Antwort stehen, fünf age Angriffe abwehren müssen von rechts, von links und von Mitte. Während der Beratung des Reichskanzleretats nte man mit minutiöser Genauigkeit zwei Etappen unterpeiden. Die erste war gekennzeichnet durch die Antwortrede Grafen Bülow auf das politische Verhör, das der natiolliber ale Abgeordnete Dr. Sattler über die Fragen der ausGärtigen Politik mit ihm angestellt hatte. Die zweite Stufe murde eingeleitet durch die Antwortrede des Reichskanzlers uf die an seiner Wirksamkeit von dem Grafen Reventlow bte ritit. Die erste Rede hat keinen großen Erfolg gehabt, weil der leichsfanzler eine materielle Erörterung über die schwebenden Fragen vermied und sich auf die allgemeine Mitteilung bechränkte, daß Deutschland eine durchaus friedliche Tendenz verollge und daß man zu seiner Regierung das Vertrauen haben ddfe, er werde die Geschäfte der auswärtigen Politik im Sinne der Reichswohlfahrt leiten. Eine derartige Erörterung Demag naturgemäß selbst die loyalsten Politiker nicht zu befafriedigen. Man will von dem verantwortlichen Leiter eines Shoeiches mehr hören, als allgemeine Versicherungen. Die 3eite Rede des Reichskanzlers war deshalb ungleich wirfangsboller, weil er die Situationsschilderung nicht ganz untetaließ, die pessimistischen Anschauungen wegen einer angebTilhen solierung Deutschlands indes mit dem Hinweis auf unsere physischen Machtmittel, auf unser starkes Landheer und auf unsere wachsende Flottenmacht, abwies. Das sind allerdings zwei Faktoren, die als äußerstes Mittel bei internationen len Fragen gewaltig mitsprechen und es kann nur nüßlich sein, wenn auch dem Auslande gegenüber derartige zeitgemiße Erinnerungen nicht fehlen. Bemerkenswert war die Debatte über den Etat des Reichsfolmlers indessen noch aus einem anderen Grunde. Zum 31eiten Male hat der Abgeordnete Bebel, der bekanntlich irim Jahre 1870 gegen die Bewilligung der Kriegsanleihe stimmte, die Erklärung abgegeben, daß auch die Sozialdemo futatie richt auf einen Fuß breit deutscher Erde verzichten wirde. Außerdem hat er die Verbrüderung der internationalen Sozialdemokratie in ganz neuem Sinne interpretiert. Eschiem sie seither in den sozialdemokratischen Darstellungen 000 als ein Kampfesmittel des Proletariats zur Erlangung der Herrschaft und zur internationalen Umgestaltung der Staatsordnung, so wurde sie durch die neueste Erörterung des Abgeordneten Bebel zu einem idealen Streben gestempelt. Die proletarische Bevölkerung soll nach seiner Erklärung in aller Herren Länder Fühlung miteinander suchen, um die herrfendem nationalen Gegensäte durch ein gegenseitiges VerEstehen und durch einen friedlichen Ausgleich zu überwinden. Zum Schluß muß auf die veränderte Haltung der Elsaßthringer hingewiesen werden. Sie traten wieder auf, um für ihre Heimat eine eigene Vertretung im Bundesrat zu ver" Talmen, eine Forderung, die wohl kaum erfüllt werden kann, wil gerade der Bundesrat der Souverän der Reichslande ist; alber sie kleideten ihr Begehren in eine so maßvolle Form und lileen auch durch den Inhalt der Reden erkennen, daß die restler bewegung endgültig überwunden ist. Diese Tendenz tr tantum so schärfer hervor, als die Polen wieder mit endlosen Befschwerden auftraten. Elsaß- Lothringen ist deutsch gewordean, weil deutsches Volkstum dort ansässig ist und deutsche Art und deutsche Sprache auch durch die mehrhundertjährige Zugehorigfeit zu Welschland nicht untergegangen sind. fie an nur herzhaft, ist der Griff nicht schmerzhaft. Militär Su Der vaдummel. Ierander WiIfe. war er heran. Ein wilder luch schwebte dem Säuptling auj Sauptmann ben edlen Reiter berangelprenat tominen. Ichun Doch was sich wie das Geisterpfer begab, lies in starr und offenen Mindes verharren. feligen conore fausten Roß und Reiter an ihm vorüberle Galopp, Reiter schitoben!" burre, hurre, app hopp, hopp, gings fort in ſauſendent tab, Himmelhund, will er wohl?" schrie nun Zettdorf. Kies und Funken stoben und Roß und den Lippen. Der Krieg in Oftafien. In Londoner Blättern taucht das angeblich wohlbegrünpende Gerücht von einem Anschlag der Japaner auf Niutschwang der mit Aufbietung starker Machtmittel ins Werk gesetzt Derden soll. Die Londoner Meldung beruht auf dem Bericht eines Tilgnzeugen aus Schanhaikwan, der eine mit dem fault: große japanische Landungsflotte Kurs auf Niutschwang gesehen haben will, und Der Kapitan eines in Niutschwang aus Tschifu eingetroffenen Dampfers berichtet, er habe eine 26 Schiffe fe japanische Flotte mit 100 Transportschiffen nördlich bon Port Arthur im Golf von Tschili gesehen. Die Flotte ei im nördlicher Richtung gefahren, und man nehme an, baß sie nach Kaitschou südwestlich von Niutschwang befimmat sei. leb er den Verlauf der lekten Kämpfe vor Port Arthur lieigt munmehr der ausführliche Bericht des Admirals Togo inn Bortlaut vor, der allerdings nichts wesentliches mehr den berts befannten Tatsachen zufügt. Er bestätigt, daß ein ruder Torpedojäger nach einem Kampf von 10 Minuten durch japanische Torpedoboote in den Grund gebohrt wurde uro miit der ganzen Mannschaft unterging, die zu retten Feine Zeit war". Wie die„ Vetropawlowsk" sant, schubert Admiral Togo nicht näher. Er sagt nur ganz furz:„ Während des Versuchs des Feindes, den Hafen zu erreichen, lief ein Linienschiff vorn, Typ Petropawlowsk", auf eine von uns in der vorhergehenden Nacht gelegte Mine auf und sank um 10 Uhr 32 Minuten vormittags." Berichte russischer Offiziere ergeben, daß bei dem Untergang des„ Petropawlowst" zwei durchaus von einander getrennte Ervlosionen gehört wurden, bevor das Schiff unterging. Die erste war durch eine Mine veranlaßt und die zweite erfolgte, als das Magazin Feuer fing. Nach diesen Mitteilungen ist auch die Verletzung des Panzerschiffes„ Pobjeda", das von Torpedos getroffen wurde, feine leichte, wie Admiral Togo in seinem Bericht annimmt, sondern der Bug wurde unter der Wasserlinie getroffen. Drei Kompartiments füllten sich mit Wasser. Nach derselben Quelle soll allerdings auch ein japanischer Torpedojäger gesunken sein. Während des folgenden Bombardements wurden über hundert russische Soldaten und Matrosen verwundet oder getötet. Admiral Togo wurde von dem japanischen Marineminister Jamamoto telegraphisch bem Erfolg seines achten Angriffs auf Port Arthur beglückwünscht. Das glänzende Ergebnis, sagt der Minister, ist zwar auf die leuchtenden Tugenden des Kaisers zurückzuführen, aber die treue und tapfere Haltung der Offiziere und Soldaten hat hervorragenden Teil daran. An ihrem Verhalten ist nichts auszusetzen. Angesichts der drohenden Situation hat ein großer Kriegsrat in Petersburg unter Vorsitz des Zaren stattgefunden, dem alle Großfürsten beiwohnten. Der Kriegsrat war der Ansicht, dak trotz des Verlustes des Petropawlowsk" die Lage in Ostasien unberändert geblieben sei. Die Verteidigungswerke von Port Arthur sowie die Geschütze der Panzer und Kreuzer genügten vollständig zur Verteidigung. Wie es heißt, wurde aber eine Mobolisierung von 500 000 Mann für die Mandschurei beschlossen. Die Polink. Teme vetlagenswerte Spaltung im deutschen Frottenverein ist auf der soeben in Dresden abgehaltenen Generalbersammlung dieses Vereins zu Tage getreten: Zwischen der Provinzialgruppe Berlin- Mark Brandenburg und dem Gesamtvorstand des Vereins ist es vor einiger Zeit zu Streitigfeiten gekommen, die ihren Grund in Meinungsverschiedenheiten über das Vereinsorgan„ Die Flotte" hatten. Auf die Anträge, die die Provinzialgruppe wegen der Redaktion der Flotte" in Dresden einbringen wollten, hatte der Gesamtvorstand des Vereins in einer Vorstandssitung mit einer Art Mißtrauensvotum gegen die Provinzialgruppe geantwortet. Daraufhin zog die Provinzialgruppe in der Hauptversammlung ihre Anträge zurück und erklärte weiter: Sie habe ihren zur Hauptversammlung abgeordneten Vertretern anheimgegeben, an den weiteren Veranstaltungen des Flottenvereins nicht mehr teilzunehmen, da eine Mitwirkung der Gruppe Berlin- Brandenburg keinen Erfolg mehr verspreche. In der Hauptversammlung wurde der Versuch gemacht, den unerfreulichen Riß in dem Verein zu heilen. Indes gelang das nicht, da weder der Gesamtvorstand noch die Provinzialgruppe den ersten Schritt tun will. Hoffentlich findet sich bald ein Modus, den Zwist beizulegen. Aus der Hauptversammlung des Vereins, an der auch der sächsische Kronprinz teilnahm, ist noch zu erwähnen: Die Versammlung beschloß die Veranstaltung einer Lotterie zum Besten maritimer Wohltätigkeitsinstitute und für Zwecke des Vereins. Admiral Hollmann ist aus dem Präsidium ausgeschieden; Reichsrat Freiherr v. Würzburg- München wurde zum Vizepräsidenten gewählt. Die nächste Tagung findet in Stutt gart statt. Ein Münchener Blatt tischt der Welt die Sensationsnachricht auf, der Konsistorialpräsident der Pfalz und Abg. Dr. Hammerschmidt seien nach Berlin gereist, um den Kaiser zur Teilnahme an der Einweihung der protestantischen Kirche in Speyer einzuladen; die Herren hätten aber eine abschlägige Antwort erhalten, weil sie nicht zuvor den PrinzRegenten von Bayern eingeladen hatten. Unserem Berliner CB- Mitarbeiter wird diese ganze Geschichte von authentischer Seite als völlig erfunden bezeichnet. Unter feinen Umständen dürfen Kriegervereinsmitglieder einer unter sozialdemokratischer Leitung stehenden Gewerkschaft angehören, wenn sie auch selbst ganz und gar keine Sozialdemokraten sind. Das ist in kurzen Worten der Inhalt eines Rundschreibens, das der preußische Landeskriegerberband an die ihm angeschlossenen Kriegervereine versendet. In dem Schreiben heißt es:„ Der Vorstand eines großen Unterverbandes hat auf die Frage, ob Kriegervereinsmitalieder, die lediglich deshalb einer unter sozialdemokratischem Einflusse stehenden Gewerkschaft beitreten, weil sie sonst keine Arbeit finden könnten, aus den Kriegervereinen auszuschließen seien, die Antwort gegeben: Die bloße Zugehörigkeit zu einer Gewerkschaft bilde in einem solchen Falle kein Hindernis für die Kriegervereinsmitgliedschaft, wenn der Betreffende sonst seine Pflichten als Kriegervereinsmitglied erfülle. Diese durchaus irrtümliche Auskunft ist tief bedauerlich." Weiter heißt es ausdrücklich, daß ein Kriegervereinler einer sozialdemokratisch geleiteten Gewerkschaft angehören dürfe. Oefterreich- Ungarn. An allen Ecken und Enden Streiks, das ist das Kriterium der gegenwärtigen innerpolitischen Lage in Ungarn. In der Hauptstadt streiken die Konditorgehilfen und die Lohnfutscher, in Debreczin die Bürstenfabrikarbeiter, und selbst auf dem Lande beginnen die Arbeiter, zunächst die Zuckerfabrikarbeiter, zu streiken. Das kann, wenn das so weiter geht, noch gut werden. Spanien. A Der ersten Petardenexplosion in Barcelona ist eine zweite gefolgt: Mitten im Stierkampfzirkus plagte am Sonntag Abend eine Petarde. Es entstand eine Panik, doch wurde kein Schaden angerichtet. König Alfons befand sich nicht im Zirkus. Rufsland. Kaum hat sich die Erregung über die jüngste Bombenexplosion im Hotel du Nord in Petersburg einigermaßen gelegt, so wird ein neuer Bombenanschlag aus Moskau gemeldet. Der dortige Universitätsprofessor Iwanow, der sich bei den freisinnigen Studenten unbeliebt gemacht hat, fand eine Bombe in seinem Bett. Außerdem erhielt er Drohbriefe, worin die revolutionäre Partei ihm den Tod ankündigte. Wenn solche Dinge vorkommen, kann man sich nicht darüber wundern, daß die russischen Behörden die Studenten auch bei geringfügigen Anlässen mit besonderer Härte behandeln. Balkan- Staaten. Kaum hat sich Bulgarien mit der Pforte geeinigt, da sucht es sein Mütchen an einem anderen zu fühlen: Zwischen Bulgarien und Belgien ist es zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen gekommen. Allerdings hat bisher keiner der beiden Staaten seinen diplomatischen Vertreter bei dem anderen Staat abberufen. Aber man schneidet einander diplomatisch. Veranlassung zu dem Sturm im Glase Wasser gab der Umstand, daß die bulgarische Regierung bei der von Belgien verlangten Auslieferung zweier in Sofia verhafteter belgischer Schwindler völkerrechtswidrige Schwierigkeiten gemacht habe. Nun, über diesen Konflikt wird ein Weltkrieg nicht ausbrechen! Afrika. Vor einer neuen Burenerhebung scheinen die Engländer eine Heidenangst zu haben. Nach einer von britischen Blättern veröffentlichten Meldung aus Pretoria sollen sich 70 Holländer heimlich von Johannesburg nach dem LydenburgDistrikt begeben haben, wo angeblich ausgedehnte Waffenund Munitionsvorräte für sie aufgestapelt liegen. Eine Untersuchung habe ergeben, daß sie beabsichtigten, sich durch Plünderung der in den Außenbezirken liegenden Banken und Geschäftshäuser in den Besitz von Geldmitteln zu setzen und dann sämtliche Farmen im Norden von Transvaal aufzusuchen, um dort Leute zu einem Aufstand anzuwerben. Offenbar handelt es sich bei dieser Meldung um müßiges Geschwätz. Eine neue Erhebung der Buren wird ja einmal kommen, weil sie kommen muß. Aber solche Erhebungen macht man nicht mit angeworbenen Söldnern. Einstweilen können die Engländer über die Lage in Südafrika noch ruhig sein, an den Kragen wird es ihnen erst später gehen. Deutfcher Reichstag. ( 69. Sibung.) CB. Berlin, 18. April. Nach Erledigung einiger Rechnungssachen wurde heute vor gähnend leeren Bänken zur Abwechselung wieder einmal Sozial- und Mittelstandspolitik getrieben. Den Anlaß dazu boten zwei zum Etat des Reichskanzlers eingebrachte, aber zu gesonderter Beratung gestellte Resolutionen. In der ersten bringt das Zentrum seine Wünsche wegen tunlicher Berücksichtigung ortseingesessener Handwerker und Arbeiter und wegen Verbesserung des Submissionswesens bei Vergebung von Arbeiten und Lieferungen durch Reichsbehörden und Gemeindeverwaltungen zum Ausdruck; die zweite, sozialdemokratische, zielt darauf ab, die Lohn- und Arbeitsbedingungen für die Arbeiter in den Verträgen der Marineund Handelsverwaltungen mit Lieferanten und Unternehmern günstiger zu gestalten. Der Abg. Gröber wandte sich bei der Begründung des Zentrumsantrages scharf dagegen, daß die Sozialdemokraten auch bei dieser Gelegenheit einseitig nur die Interessen der Arbeiter schüßen wollten, legte die Schäden des Submissionswesens dar, und machte Vorschläge, wie im einzelnen Remedur geschaffen werden könne, bis eine entsprechende Organisation des Handwerks die völlige Abschaffung der Submissionen ermögliche. Dr. Braun verteidigte in seiner Antwort die Haltung der Sozialdemofraten mit der Behauptung, daß das Handwerk durch die erdrückende Konkurrenz der Großindustrie doch dem Untergange geweiht sei. Im Interesse der Allgemeinheit aber will er die Submissionen beseitigt und allenthalben den staatlichen Regiebetrieb eingeführt wissen. Für die Zentrumsresolution und gegen die der Sozialdemokraten erklärte sich dann der Aba. Dröscher namens der Konservativen. Dr. Sieber namens der Nationalliberalen und Dr. Wolf namens der wirtschaftlichen Vereinigung, während der Abg. Brejski sich weniger an die Sache hielt und sich in solcher Breite über Benachteiligung polnischer Handwerker erging, daß sich Präsident Graf Ballestrem wiederholt zum Eingreifen veranlaßt sah. Nachdem der Zentrumsabgeordnete Erzberger die Diskussion zum Gegenstand der Tagesordnung zurückgeleitet hatte, legte der Staatssekretär des Innern, Graf Posadowsky, den sehr wohlwollenden Standpunkt der Regierung dar. In Preußen sei man bereits mit einer Reform des Submissionswesens beschäftigt; sobald dort die Arbeiten beendet seien, werde die Reichsverwaltung zur eingehendsten Prüfung der Resolution schreiten. Klagen und Anklagen. Leidensgeschichte einer Deutschen im Hererogebiet.- Je spärlicher die telegraphischen Meldungen aus dem Aufstandsgebiet sind, um so reichhaltiger und interessanter sind die jetzt in großer Zahl eintreffenden brieflichen Schilderungen über die Vorkommnisse beim Ausbruch des Aufstandes. Aus all diesen Berichten geht hervor, daß die Herero mit geradezu teuflischer Grousamkeit vorgegangen sind. Und auch die Anklagen gegen die Missionare wiederholen sich. Von den vielen Schilderungen, die hier vorliegen, geben wir diejenige über die Flucht der beklogenswerten Witwe des Farmers v. Falkenhausen im Auszuge wieder. In dieser, von einer deutschen Dame herrührenden, am 24. Februar von Karibib abgegangenen Schilderung heißt es u. a.: „ Frau v. Falkenhausen hat zwei Kinder und erwartete das dritte. Obwohl kaum fähig, sich fortzuschleppen- sie hatte von einem Herevo einen furchtbaren Schlag mit der Seule erhalten, zog sie bei Anbruch der Dunkelheit von ihrer Farm los mit ihren beiden Kindern und kam nach sechs Stunden langem Laufen zum Missionar Hammann nach Otjihaenena, wo die arme Frau erklärlicherweise vollständig krank zusammenbrach. Ihr jüngstes zweijähriges Kind, seit einiger Zeit frank, hatte sie den ganzen Weg tragen müssen.( Dieses Kind ist infolge der Strapazen auf der Ueberfahrt nach Europa gestorben.) Der vier Jahre alte Junge schlief unterwegs beim Laufen manchmal ein, stolperte, fiel hin, wurde hoch gerissen, weiter ging's, immer weiter über Stock und Stein, in dunkler Nacht bei Sturm und Regen. Sie lag also frank beim Missionar vierzehn Tage lang, vom Fieber geschüttelt. Die Barmherzigkeit des Missionorehepaares war so groß, daß man ihr ein Zimmer in dem ungefähr 10 Minuten abgelegenen Fremdenhause einräumte! Es war zur Regenzeit, der Sturm ächzte und stöhnte um das Haus herum, Regenschauer schlugen gegen die Fenster, und der Denner grollte ununterbrochen; da kam dann die kranke Frau mit ihren beiden Kindern und bat: ,, Ach, laßt mich um Gotteswillen hier, da drüben in dem einsamen Haus werde ich wahnsinnig vor Angst und Grauen, allein! verlassen!" Sie hatte inzwischen auch die Nachricht vom Tode ihres Mannes erhalten. Darauf wurde ihr denn gestattet, sich im Missionshause aufzuhalten, wo man ihr ein leeres, aber nicht gegen das Eindringen des andauernden Regens gesichertes Zimmer anwies. Hier mußte die kranke Frau mit einem ebenfalls franken und einem gesunden Kinde so manche Nacht zubringen. Da sie nichts weiter besaß, als was sie und die Kinder auf dem Leibe trugen, gab man ihr großmütig ein Hemd, einen Blaudruckrock und eine bunte Kattun- Nachtjacke! So kam sie nach Windhuk. Auf dem Wege von Otjihaenena nach Windhuk passierte auch noch eine bezeichnende Sache: Selbst die Missionare hielten es nicht mehr für ganz geheuer unter ihren lieben schwarzen Brüdern", sie packten ihr Hab und Gut auf einen Wagen und zogen nach der nächsten größeren Ansiedelung. Da fam des Wegs ein altes, schmieriges Hereroweib, sie wurde selbstverständlich mitgenommen, kletterte auf den Wagen und setzte sich der Hochschwangeren Frau v. Falkenhausen auf den Schoß, die gerade nur einen winzigen Platz mit ihren Kindern inne hatte, denn alles war ja mit Hausgerät vollgepackt. Frau v. Falkenhausen bittet die Missionarin: Wollen Sie ihr nicht sagen, daß sie sich wo anders hinsetzt, dies kann ich nicht aushalten! Die Antwort ist klassisch:„ Ach, gönnen Sie doch dem alten Mütterlein das weiche Plätzchen!" Hierbei konnte nicht festgestellt werden, ob tatsächlich eine Grenzverletzung vorliegt. Bei den Verhandlungen zwischen den beiderseitigen Behörden am Tatorte, den Wiesen bei Schabelnia, ist man vielmehr durch Markierungen der einzelnen Vorkommnisse zu der Annahme gekommen, daß die genannten Ueberläufer auf russischem Gebiet von den Geschossen der Grenzwache getroffen worden sind, daß sie ferner das Unglück selbst verschuldet haben und Jurzwickt schon verletzt das preußische Gebiet erreicht hat. Doch damit waren die Leiden der armen Frau, der zum Schlusse das alte Hereroweib noch ihre schmierige zusammengeballte Schürze ins Gesicht geworfen hatte, noch nicht beendet. In Windhuk bekam sie mit ihren Kindern ein vollständig leeres Zimmer angewiesen in einem ganz unbewohnten Hause. Zu essen berabfolgte man ihnen auch nichts. Am nächsten Tage begegnete sie einem bekannten Herrn, der ihr und den Kleinen wenigstens etwas Nahrung aus der Mannschaftsküche verschaffte. Ein Gastwirt, der sie kannte, kam dann und bat sie, zu ihm zu kommen; er war wohl der einzige Mensch, der etwas für die unglückliche Frau tat. Der Brief spricht Bände und bedarf feines Dommentars. Preufsifcher Landtag. Haus der Abgeordneten. * Die sechs Hauptgewinne der Marienburger Schloßlotterie fielen auf folgende Nummern: 60 000 Mark auf Nr. 98 738; 50 000 Marf auf 3751; 40 000 Marf auf 241 303; 30 000 Mark auf 274 875; 20 000 Mart auf 279 607; 10 000 Mark auf Nr. 158 971. Die Bochumer Pockenepidemie scheint endlich abzuflauen. In den letzten beiden Tagen ist in Bochum selbst nur eine reue Pockenerkrankung in einem von der Behörde abgesperrten Hause zur Anmeldung gelangt. In Witten erkrankte ein Kaufmann, in Koesfeld ebenfalls eine Person an den Bocken. In Hattingen wurde ein neuer pockenverdächtiger Fall angemeldet. Zum Weilerswister Nanbmord wird aus Euskirchen gemeldet, daß in einer dortigen Fahrradhandlung einer der Mörder der Wwe. Gottlob verhaftet wurde. Er heißt Wienand Brocht aus Merzig a. d. Saar, ist 27 Jahre alt und wegen schweren Einbruchs mit fünf Jahren Zuchthaus bestraft. Er ist erst seit Januar aus dem Zuchthaus in Siegburg entlassen. Ueber 200 Mark sowie den Aufenthalt nach der Tat seit Donnerstag kann Brocht sich nicht ausweisen und verweigert jede Auskunft. Zeugen aus Weilerswist erkennen ganz bestimmt in dem Verhafteten einen von den Raubmördern. ( 55. Sigung.) RK. Berlin, 18. April. Heute war Finanztag im hohen Hause. Ohne viel Federlesens wurde der Seehandlungs- und der Lotterieetat bewilligt, dann kam der Etat der direkten Steuern daran. Der Finanzminister Frhr. v. Rheinbaben eröffnete die Debatte mit einer längeren Rede, die in der Erklärung gipfelte: Die Regierung erkenne die Berechtigung der Revision einzelner Bestimmungen des Einkommensteuergesetzes an. insbesondere der Bestimmungen über die Einkommensteuerveranlagung. Die Regierung könne jedoch, so gern sie möchte, eine Vorlage zur Revision des Gesetzes im gegenwärtigen Moment nicht machen. Die weitere Erörterung förderte cine Reihe Spezialwünsche zu Tage, die sich auf die Grundsätze der Veranlagung bezogen, aber, wie die Erklärung des Ministers zeigt, praktisch ohne Bedeutung sind. Der Etat wurde schließlich bewilligt. Bei dem dann zur Beratung stehenden Etat der Preußischen Zentralgenossenschaftskasse vertagte sich das Haus. Nab und Fern. * Die Diebesfamilie auf Reisen. Einen eigenartigen Jang machte die Berliner Polizei in einem Seidengeschäft der Leipzigerstraße: Sie verhaftete eine Diebesfamilie auf Reisen". Die 42 Jahre alte geschiedene Fabrikbesitzersfrau Anna Niebeck aus Leipzig reiste mit ihrer Schwester Frau Ziege und ihren beiden 16 und 15 Jahre alten Töchtern Marie und Johanna in der Welt umher und machte die Geschäftshäuser unsicher. Sie tauchte bald hier, bald dort auf und stahl, was sie nur erhalten konnte, mit Hilfe ihrer Schwester und ihrer Töchter. In ihrer Wohnung fand die Kriminalpolizei noch zahlreiche Sachen, die aus anderen Geschäften herrührten. Ein Fischfutter in den Grund gebohrt. Wie aus Kopenhagen gemeldet wird, mutter Willy" aus Esbjerg nachts von dem Dampftrawler München" aus Geestemünde auf dem Fischplatz bei Esbjerg angesegelt. Willy" sank innerhalb drei Minuten. Der Kapitän und der Schiffsjunge wurden an Bord des Trawler gerettet, drei Mann der Besatzung sind ertrunken. Ein preußisch- russischer Grenzkonflikt sollte angeblich infolge eines tragischen Vorfalls bei Myslowitz entstanden sein. Dort versuchten kürzlich die russischen Untertanen Jedyrok und Jurzwick die Grenze ohne Pässe zu überschreiten. Der erstere wurde von dem russischen Grenzposten erschossen, der zweite aber schwer verwundet, als er sich angeblich schon auf preußischem Gebiet befand. Jetzt haben seitens des Landrats Gerlach- Kattowitz in Gemeinschaft mit dem russischen Obersten Sanatiew- Sosnowit eingehende Ermittelunaen stattgefunden. Das Opfer einer Verwechselung wurde der Lehrer Petermann in Borbeck. Als er abends von einem Spaziergange zurückkehrte, wurde er auf dem Hausflur erschossen. Der Ueberfall war anscheinend auf eine andere Person be= absichtigt. Drei der Tat verdächtige Personen sind verhaftet worden. A Ein origineller Rennwettenschwindel ist aufgedeckt worden. Ein ehemaliger Berliner Buchmacher Kleinfeld versandte von Brüssel aus Briefe eines angeblichen Jockeys mit ,, totsicheren" Angaben des gewinnenden Pferdes. Der edle Menschenfreund gab den ersten Tip gratis und franko. Würde Adressat sich durch einen Gewinn überzeugen, daß sein Berater recht hätte, so könnte er gegen je 20 mt. weitere Tips beziehen. Der gute Mann verfolgte bei Versendung seiner Gratistips folgendes Prinzip. Waren z. B. in dem Rennen, zehn Pferde genannt, so versandte er an zehn verschiedene Gruppen von 100-150 Personen den Namen eines der Pferde, als sicheren Gewinner. Die zweite Gruppe erhielt das zweite Pferd, die dritte Gruppe das dritte u. s. f. Eine Gruppe mußte also den Gewinner erhalten, und unter dieser Gruppe fand sich immer eine genügende Anzahl derer, die nicht alle werden, die nun kein Bedenken trugen, dem so kulanten Tipmacher, von dessen guten Informationen sie nun überzeugt waren, die verlangten 20 Mark einzusenden. Mit dem zweiten Tip waren die Einsender, sofern sie überhaupt Antwort erhielten, weniger zufrieden, als mit dem ersten. Bewannen sie aber, dann lohnten sie die Treffsicherheit des Tipsters mit einem neuen Auftrag. Kleinfeld soll das lukraive und einfache Geschäft eine ganze Zeitlang betrieben haben, is durch einen Zufall der Trick ans Licht kam. Der findige Tipster hat Brüssel bereits den Rücken gewandt. ein Aufschlagseinnehmer, zur Bewillkommnung ente Die beiden Männer sehen sich an und prallen schier ersch zur Seite: es sind die ehemaligen Gegner von Mars lat von denen jeder den anderen längst tot glaubte. Nicht a darauf sehen die im Ortsgasthof versammelten Offiziere b § Las C wundert ihren Kameraden Arm in Arm mit dem Einn Nr. 9, aufgeg Unwetter in Böhmen. In Prag und Umgebung, wie auch in anderen Gegenden Böhmens ging ein heftiges Gewitter mit starken Hagelschlägen nieder. In Prag und den Vororten wurden einige Wohnungen unter Wasser gesetzt. In Koschir ist die Lage besonders gefährlich. Ein Korporal, der sich an den Rettungsarbeiten beteiligte, wird vermißt. An mehreren Punkten ist der Eisenbahnverkehr wegen Ueberschwemmungen und Unterwaschungen gestört, auch wird ein nicht unbedeutender Sachschaden, insbesondere von den Feldern, gemeldet. erscheinen. An jenem Abend wurde die so eigenarti jonnene Kriegskameradschaft nach Gebühr gefeiert, und h man Herrn v. Brückner glauben durfte, hätten die S als sie wieder Arm in Arm nach Hause gingen, bedenkli schwankt. [ General Kuropatkins Sarg.] In Sibirien fur gegenwärtig ein Gerücht, das große Niedergeschlagenheit u den neu berufenen Reservetruppen hervorruft. Das Ge besagt, daß General Kuropatkin einen Sarg mit sich in fernen Osten genommen habe, da er überzeugt sei, daß er nach Rußland zurückkehren werde. Während der Zug Generals in Petropalowsk hielt, bemerkte ein Soldat in Gepäckwagen eine längliche Kiste mit einer Messing darauf, und wie er sicher behauptete, nachdem der Zug Tajewitsch Kuropatkin". Dieses törichte Gerücht hat fficht der für d bedürfniffe der nehmigten Um * Aus A Bhilippe de Univerfitatsfeier 12. November f ** Die T Stadtberor tag, den 21. 1. Mitteilunge bon Heuchelhe den Großen gelassen worden war, trug sie den Namen: Alexei hier; Dispens russischen Volk um so mehr Glauben gefunden, als mandes L. Reuß zu wissen glaubt, daß, als General Kuropatkin, ehe er 5. Umgeftali Hebung des gesunkenen englischen Unterseeboots. Den Anstrengungen der englischen Taucher ist es nunmehr gelungen, das Unterseeboot A 1, das bei Uebungen auf der Reede von Portsmouth am 19. März durch einen Dampfer angerannt wurde und sank, wieder zu heben. Das Boot wurde in den Hafen eingeschleppt. Vermilchtes. land verließ, noch sein Gut in Cholm besuchte, seiner M erklärt hat, sie werde ihn nie wieder sehen. [ Das kleinste Automobil.] In Paris erregt jett den Straßen ein kleines Automobil große Sensation, Gefährt, das etwa vier Fuß lang ist und 1,75 Pferde jat, wurde auf Bestellung von dem Schausteller Frank Jebaut. Dieser Tage wurde es von dem siebenjährigen Francis Bostock gefahren, und in seiner Begleitung be sich die Prinzessin Chiquita", die kleinste Frau der [ Auf dem Scheiterhaufen.] Die Berliner Banfi Klara Hahn, die vor kurzem in Budapest durch Selb endete, hatte in einem hinterlassenen Schreiben den geäußert, daß alle ihre Habseligkeiten auf einem„ S Haufen" verbrannt werden mögen. In Ausführung Wunsches hat dieser Tage die Polizei in Anwesenheit Polizeibeamten auf einem geeigneten Plaze nächst der Sc verfte Danubius" die Fahrnisse der Verstorbenen verbran Es wurden den Flammen überantwortet: 11 mit leide gefüllte Koffer, einige Pakete Wäsche, 10 Schachteln Hüten, 3 Dußend Schleier und Hunderte von Liebesbrie Das Autodafé hatte ein zahlreiches Publikum von gierigen angelockt, das dem ungewöhnlichen Schauspiel großem Interesse zusah. A[ Ein seltenes Wiedersehen.] Unter dieser Spitmarke wurde kürzlich berichtet, wie sich zwei ehemalige Gegner aus dem französischen Kriege in Weißenburg vor einem Bilde trafen, das die von ihnen mitgemachte Kampfszene darstellt. Dazu wird jetzt ein Vorkommnis mitgeteilt, das der vor einigen Jahren verstorbene bayerische General v. Brückner gern zu erzählen pflegte. Er war lange Jahre Offizier im 8. Infanterieregiment in Meß und hatte den zweiten Teil der wahrhaften Begebenheit selbst miterlebt. Am Abend des 16. August, als an der Straße nach Jarny auf der Höhe von Ville sur Yron der Zusammenstoß der französischen und deutschen Reitermassen erfolgte, gerieten die Lanciers der französischen Gardebrigade und die hannoverschen Ulanen hart aneinander. Ein preußischer Offizier und ein baumlanger Lancierwachtmeister gehen aufeinander los, und im Vorbeireiten schießt der Offizier seinen Gegner vom Pferde herunter, erhält aber im selben Moment von dem Lancier einen muchtigen Hieb über den Kopf, der ihn ebenfalls aus dem Sattel wirft. Acht Jahre darauf wird der Ulanenoffizier, der von seiner schweren Verwundung hergestellt werden konnte, zur Manöverzeit in einem Lothringischen Ort einquartiert. Als er seine Wohnung auffacht, tritt ihm sein Quartierwirt. Licher- und Harthallee fe in dem Gäße 19.- 8. De Dammstraße. die Eisenbahn haltung der 2 12. Anlage e Gießener Sta Fluchtlinienpl spruch des He Schoorgraber plan für die Moog Ghele Bauplägen Viehmarktpl Arbeitsleiftu städt. Verwa Edhreibpapi richtung bo Friedhof am der nicht and [ Eine Segelschiffwettfahrt von 112 Tagen.] Wettfahrt zwischen zwei Segelschiffen von San Francis um Kap Horn nach Queenstown fand am 14. April ihre Abschluß. Die beiden wettfahrenden Schiffe waren der Gl gower Biermaster Loch Carron" und das französische S Jules Gommes", die beide Weizen geladen hatten. Met würdigerweise legten beide Schiffe die Fahrt in 112 Tage urück. Das englische Schiff war eins von 2015 Tonnen un das französische von 1901 Tonnen. Der englische Kapita fuhr am 24. Dezember in früher Morgenstunde von Sa Francisco ab, während der Franzose erst am Abend in G ging. Zwei Tage später bemerkte der Engländer, daß sein Rivale ihm näher kam, und 5 bis 6 Tage fuhren die Schiff ziemlich in gleicher Höhe. Dann war die Jules Gommes verschwunden und kam erst wieder in Sicht, als die Lod Tarron den nordatlantischen Ozean erreichte. Am 18. Mär varen die Schiffe einander so nahe, daß sie Grüße austausch onnten. Schlechtes Wetter trennte sie sodann, und der Fra zose fand den Engländer im Hafen von Queenstown be wo dieser zwei Stunden vor ihm eingetroffen war. „ Jules Gommes" hat die Wette um etwa 10 Stunden wonnen. zu den Vora Gießen im Weglar. hier: Zeichn Albert Rahn betrieb im Augufte Fr Kleinhandel 27. Gefu betrieb im Joh. Rich. U ** Die Schloß zu für Kurgäfte Gastwirt zu de Station Reinhe umfaßt außer Der im Rend Quellwafferle Partes auf e 270 m Meer entzudender Heute schon Soloßberg an holungsbedürf Das Anwesen ** Der b [ Der gefundene Plazz.] Wie stark im russischen V das Bedürfnis nach Schulbildung ist, zeigt folgendes von d russischen Zeitung Wolgar" berichtete kleine Vorkommn Im Dorfe Solnizy, Gouvernement Tschernigow, führte e Bauer seinen Sohn in die Schule. Der Lehrer sagte ih nit Bedauern:„ Man kann ihn nicht aufnehmen, Brüderch Es gibt keinen Plaz!"- Der Bauer warf einen prüfend Blick in das Schulzimmer: Wirklich, die Struwelpeter wogten in dichter Menge hinter ihren Bänken! Gut, dackebtriebsfähig s nahm nachdenklich seinen Buben bei der Hand und ging der fort. Tags darauf erschien er abermals mit Mittel zur Erri Knaben. Der Lehrer wird böse:„ Aber ich hab' dirin der Univers gesagt, daß es keinen Platz gibt!" So.... Hm! Aber ich hab' einen Platz gefunden," erklärt der Muschile lich, verschwindet hinter der Tür und nach einer Minute bringt er eine kleine selbstverfertigte Bank her stellt sie vor die Klassenbänke hin und sagt:„ Da hoc b mein Söhnchen, da hast' en Plot!" Der Lehrer mußte Knaben wohl oder übel aufnehmen. Aus dem Gerichtsfaal. ** Aue neuen preußi auperpreußifd Don ihren S hischen Lo wefen fämtl Preußen vor Ständen beffif ist der Entw noch jetzt sch Lotterie. * Pfa eine Versamm bereins aus d § Der tippende Verteidiger. Ein bemerkenswer Zwischenfall ereignete sich gelegentlich einer Schwurgerit verhandlung in Altona, in der sich der Schlossermeister& wegen Meineids zu verantworten hatte. Im Laufe der weisführung, als gerade der als Zeuge geladene Rechtsan Art vernommen wurde, tippte der Verteidiger, Rechtsart Jonas, dem Angeklagten auf die Schulter. Der Vorsize Landgerichtsrat Levin, rügte dies als ungebührlich und bat sich, auf diese Weise dem Angeklagten ein Beiden legten Sonnta geben. Der Verteidiger remonstrierte, es ſei ſein guteschaft zu Wo seinem Klienten Winke zu geben und dessen Rechte nach Seiten hin zu wahren und bat schließlich um einen Geri Ueber Folgendes: tragsthema: D beschluß darüber. Der Gerichtshof zog sich zur Beta geit 1790 bis zurück, lehnte aber bei seinem Wiedereintritt in den Sal Fassung eines Gerichtsbeschlusses als hinfällig ab, inden Vorsitzende erklärte, daß sein Eingreifen nur im Intereſ Veitung der Verhandlung erfolgt sie. Die Verhandlung endigte mit einem Freispruch. Kunft und Wissenschaft Prof. Dr. Onc und Denter im Bit den Hörer awuchtigem Fauft die damalige ver des Preußen- Kö fchen der Liebe FD. Der 21. Kongreß für innere Medizin wurde ge geschriebenen He zu Leipzig in der Aula der dortigen Universität unter die Pflicht fieg zahlreicher Beteiligung der medizinischen Kreise Deutschl durch Obermedizinalrat Merkel- Nürnberg eröffnet Namen der sächsischen Staatsregierung begrüßte die sammlung Kreishauptmann v. Ehrenstein, im Namen Stadt Leipzig Oberbürgermeister Troendlin und als treter der österreichischen Staatsregierung Hofrat Bro eine große Ausstellung eröffnet worden. denen die Pflich in denen Schi und Gottfried Bolt ihre Wir wurde wachger Nothnagel- Wien. In der Wandelhalle der Universität Orleans", seine mannsschlacht". König gefallen Schiller fabb emillkommnung ent ind prallen schier eri Gegner von Mars it tot glaubte. Ti verfammelten fig Cokales. 19. April 1904. § Das Großh. Regierungsblatt, Beilage Fist der für das Jahr 1904 zur Bestreitung der Kommunaltoitrfnisse der Gemeinden des Kreises Schotten geArm mit dem Gr. 9, ausgegeben am 16. April, enthält u. a. die Ueber. urde die jo eigena Gebühr gefeiert, u durfte, hätten die Saufe gingen, bedemmigten Umlagen. * * Aus Anlaß des 400jährigen Geburtstages seine Laufbahn dachte, hatte Schiller bereits den kommenden| Soldatenkaiser und dessen tragisches Ende im Wallenstein ge= schildert. Wie Wallenstein an seine Generale und Regimenter glaubte und schließlich von diesen verlassen wurde, genau so erging es auch Napoleon I. Trotz aller Kriegsjahre hat Preußen damals die Hoffnung an eine bessere Zukunft nicht aufgegeben. Das beweist insbesondere die Gründung der Berliner Universität im Jahre 1810 durch Wilhelm von Humboldt, mit dessen Namen die geistige Wiedergeburt vollen Jahre 1812 und 1813: Freiherr vom Stein und Ernst Moriz Arndt. Redner schilderte den vaterlandsliebenden Theodor Körner, den es in seiner gesicherten Position in Wien nicht länger hielt, sondern der zum Schwerte griff, um mit Leier und Schwert seinem Inhalt des Vortrages, auf dessen Einzelheiten näher eing.] In Sibirienhilipps des Großmütigen wird eine größere Preußens eng verbunden ist. Es folgten die bedeutungse Niedergeschlagenheimersitätsfeier stattfinden. Der Termin dafür ist auf den n hervorruft. Das einen Sarg mit fid er überzeugt fei, da e. Während der 12. Movember festgesetzt. * ** Die Tagesordnung für die nächste Sigung der tadtberordneten- Versammlung am Donners2. Baugesuch des Balthaser Keil bemerkte ein Soldaag, den 21. April, nachmittags 4 Uhr ist folgende: Vaterlande zu dienen. Dies ist in furzen Zügen der te mit einer Mesir. Mitteilungen. otete, nachdem der Don Heuchelheim für die Straße Gießen- Heuchelheim; zugehen, zu weit führen würde. Die große Aufmerksamkeit, den Namen:„ Aler Eier; Dispens.- 3. Desgl. des Wilhelm Seip III. für mit welcher das Publikum Herrn Prof. Dr. Oncken folgte Sen gefunden, als mes L. Reuß für den Seltersweg; hier: Dispens. törichte Gerücht ha en Großen Steinweg; hier: Dispens. cal Kuropatkin, ehe e holm besuchte, feiner eder sehen. In Paris erregt obil große Sensation ng ist und 1,75 fe m Schausteller Frant - 4. Desgl. 5. Umgestaltung des Plates an der Gabelung der Richer und Grünbergerstraße. 6. Uebernahme der harthallee seitens der Stadt. 7. Fuhrwerksverkehr in dem Gäßchen nach den Häusern Westanlage 17 und 19. 8. Desgl. in der Wolkengasse. 9. Desgl. in der Dammstraße. 10. Anlage einer Fernsprechleitung für - n dem siebenjähriger die Eisenbahn- Betriebsinspektion I dahier. eiches Publikum be - - - 11. Untern feiner Begleitung haltung der Anlagen vor dem Universitätsgebäude. e kleinste Frau der 12. Anlage einer Kiesgrube an der 7. Schneise des Die Berliner Bank Gießener Stadtwaldes nördlich der Licherstraße.- 13. enen Schreiben den spruch des Heinrich Noll VII.- 14. Ueberbrückung des feiten auf einem Schoorgrabens in der Westanlage. en. In Ausführun Bolizei in Anwesenhe plan für die Schwarzlach. 16. Kauf zwischen Adolf ten Blaze nächst der Moog Eheleuten und der Stadt.- 17. Verkauf von der Verstorbenen be Bauplätzen an der Roonstraße. 18. Verbesserung des antwortet: 11 mit Biehunarftplates. 19. Sielbau; hier: Vergebung von Wäsche, 10 Schacht Arbeitsleistungen. 20. Die Lieferung des für die Hunderte von Liebe städt. Verwaltung im Rechnungsjahr 1904 erforderlichen Schreibpapiers und Schreibmaterialien.- 21. Grgewöhnlichen Schau dichtung von Gebäuden für die Israeliten auf dem Friedhof am Rodtberg. 22. Die Krankenversicherung der micht angestellten Büreaugehilfen. 23. Zuschuß den Vorarbeiten für eine Eisenbahn BrandoberndorfGießen im Anschluß an die Bahn Frankfurt- UsingenBellar.- 24. Die Hessische Landeshypothekenbank; hier: Zeichnung von neuen Aftien.- 25. Gesuch des Albert Rahnefeld dahier um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb im Hause Schanzenstraße 2. 26. Gesuch der Augste Frieße Wwe. dahier um Erlaubnis zum Klein handel mit Branntwein im Hause Bleichstraße 21. 27. Gesuch des Franz Maaß dahier zum Wirtschaftsbetrieb im Hause Ludwigstraße 6.- 28. Desgl. des Joh. Rich. Urmersbach dahier für den Afterweg 42. von 112 Tagen chiffen von San fand am 14. A den Schiffe waren und das franzöfi izen geladen hatten ffe die Fahrt in 1 eins von 2015 men. Der engli her Morgenstunde nzose erst am A tte der Englände is 6 Lage fuhra n war die Jul eder in Sicht, ean erreichte. dh und der langanhaltende Beifall am Schlusse seines Vortrages zeigten, welch' großes Interesse die Anwesenden dem Thema entgegenbrachten." Während der Kontrollversammlung am letzten Samstag auf dem Kasernenhof am Brandplaz stürzte ein Kontrollpflichtiger aus dem Glied hin und mußte nach dem nahen Lazareth gebracht werden. Das plößliche Unwohlsein ist wohl auf die zur jeßigen Jahreszeit ungewohnte Hige zurückzuführen. Nach einiger Zeit fonnte der betr. Mann wieder entlassen werden. ** Rittershaus- Konzert. Am Montag, den 25. April, abends 8½ Uhr, wird der berühmte Tenorist " Proben in diesem Häuschen ab und galt auch zugleich als Aussichtspunkt der Stadt Grünberg. Aus sicherer Quelle wird uns ferner mitgeteilt, daß sowohl die her bfindliche Robert Blum- Linde als auch die Friedenslinde nur Nachpflanzungen sind, also die ursprünglichen Bäume nicht mehr existieren. Alzey. Im Laufe der letzten Woche wurden 3 vor den 10 ältesten in hiesiger Stadt lebenden Einwohnern durch den Tod abgerufen; sie hatten zusammen ein Alter von 261 Jahren erreicht. Es zählte die Witwe des Philipp Schrauder 83, Schuhmacher Martin Engelhard 85 und Jafob Martin I. 93 Jahre. Mit letzterem ist der älteste Bürger unserer Stadt aus dem Leben geschieden. Er erfreute sich fast bis zu seinem Lebensende förperlicher und geistiger Rüstigkeit. Frankfurt a. M., 19. April. Der frühere Rechtsanwalt ( in Bockenheim) Dr. Kaula, ein geborener Hanauer, feiert heute seinen 96. Geburtstag. Er ist geistig und körperlich noch vollständig rüstig. Darmstadt, 18. April. Von 70 Schülerinnen, die sich zur Aufnahme in das Lehrerinnenseminar meldeten, bestanden 40 die Prüfung. Mainz, 18. April. Vor einigen Tagen wurde die dem Alpenverein gehörende Mainzer Hütte im Fuschertale zerstört. Nach den jezt eingetroffenen brieflichen Mitteilungen ist sie durch eine Windlawine vollständig vernichtet worden. Nur die darunter liegende Studentenherberge und der Führerraum blieben unbeschädigt. Ebenso ist ein Teil des Mobilars unversehrt. Heut. haben sich einige Vorstandsmitglieder der Mainzer Sektion des Deutschen und Desterreichischen Alpenvereins an Ort und Stelle begeben. schneiden", meinte in einer Wirtschaft in der Speyererstraße Worms, 18. April.„ Soll ich ihm ein Dhr abein aus der Pfalz gebürtiger 34jähriger Fabritarbeiter, der mit einem Tischnachbar in Streit geraten war. Sprach's und schnitt seinem Gegner, einem Fuhrknecht, das linke Ohr glatt ab. Er wurde verhaftet. Aus Franken, 18. April. In Giebelstadt ertränkte sich die geistes gestörte Frau des Privatiers Michael Schneider in einem nur 40 Zentimeter tiefen Loche. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Oberhessen für Mittwoch, den 20. April 1904. Schwachwindig, heiter, wärmer. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Marktberichte. Kgl. Posopernsänger Alfred Rittershaus aus Berlin unter Mitwirkung der Klavier- Virtuofin Frl. Marie 15. Bebauungs- Kleinhanns im Leib'schen Saale in Gießen ein Konzert geben, das nach uns vorliegenden zahlreichen Kritiken einen ganz hervorragenden Genuß verspricht, zumal auch das Programm mit feinem Verständnis gewählt ist. Es gelangen mehrere Szenen aus deutschen, italienischen und französischen Opern zur Wiedergabe, außerdem herrliche Lieder und Balladen flassischer und moderner Meister. Aus den zahlreichen rühmenden Besprechungen der Blätter wollen wir nur eine über ein Konzert, welches fürzlich in Hannover stattfand, herausgreifen. Musikdirektor B. Lauenstein schreibt: Alfred Rittershaus befißt einen sehr umfangreichen, glänzend geschulten und in allen Registern voll- und wohlflingenden Heldentener Tonansaß und Stimmregister- Ausgleich sind von seltener Vollendung. Mit dieser Kunst des Singens vereinigen sich ein wahrhaft loderndes Temperament und eine gemütstiefe und poesievolle Auffassung zu einer gewaltigen Wirkung. Er rührt die Hörerschatt bis zu Tränen und reißt sie wieder zu stürmischer Begeisterung hin. Rittershaus Erbsen ver Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Bfg., Lauben per Baar ist in der Tat ein Künstler ersten Ranges, ein wahrer Sänger von Gottes Gnaden." Ueber Frl. Kleinhanns schreibt der bekannte Komponist und Musikschriftsteller Fr. von Wickede in Schwerin i. Meckl. in den Meckt. Nachr.": Die zarte, sympathische, junge Dame leistete geradezu Erstaunliches. Frl. Kleinhanns verbindet einen vortrefflichen, fräftigen Anschlag mit tadelloser Technik; ihre Betonung und selbst den verwöhntesten Ansprüchen." Nuanzierung sind durch und durch„ musikalisch" und genügen * Die Großh. Domanialverwaltung beabsichtigt, das Schloß zu Lichtenberg zu einem Sommeraufenthalt Für Murgäste auszugestalten und an einen leistungsfähigen e, daß fie Grüße a e sie sodann, und Castwirt zu verpachten. Das Schloß, von der Eisenbahnfen von Queentation Reinheim der Bahnlinie Frankfurt- Eberbach 7 km, m eingetroffen umfast außer dem Hauptbau umfangreiche Dekonomiegebäude. é um etwa 10 Shinde Der im Renaissancestil ausgeführte Monumentalbau ist mit Duelnvasserleitung versehen; er liegt inmitten eines schattigen Wie stark im rufischer Parkas auf einem in die Ebene vorspringenden Bergkegel in ig ist, zeigt folgendes 270 mm Meereshöhe in herrlicher Waldumgebung und mit erichtete kleine Borentzückender Aussicht in die Berge und Täler des Odenwaldes. nent Tschernigon heute schon ist das Städtchen Lichtenberg, das sich an den ule. Der licit aufnehme te los berg anlehnt, ein vielbeſuchter Sommeraufenthalt für den Bauer warf einen yrij Splurge bedürftige sowie das Ziel zahlreicher Touristen. lisch, bie Strindas Minweſen wird voraussichtlich in längstens 3 Jahren betriebsfähig sein. ihren Bänken! Gut, bei der Hand und gi ner abermals mit e:„ Aber ich hab " So.... m n," erklärt der Musé r und nach einer elbstverfertigte Ban in und sagt:„ Da Tot!" Der Lehrer nen. Serichtsfaal. xxx * ** Der badischen Regierung sind von privater Seite Mittel zur Errichtung eines Instituts für Krebsforschung in der Universität Heidelberg zur Verfügung gestellt wo den. Aus dem Großherzogtum. Infolge des auen preußischen Strafgeseßentwurfes gegen das Spielen in augertpreußischen Lotterien, erhalten die hessischen Kollekteure doon ihren Kunden in Preußen die bereits versandten hessischen Lose in Tausenden wieder zurück. Die Spieler semu sämtlich auf die hohen Strafen hin, welche in Bussen vorgeschlagen sind und erklären, unter diesen Umstinden hessische Lose nicht mehr spielen zu können. Dabei ger. Gin bemeile der Entwurf noch nicht einmal Geſetz, äußert aber den erlich einer Suit ſchon ſeine schädliche Wirkung für die hefſiſche sich der Schlofferme en hatte. Im Laufe Zeuge geladene He * Pfarrertag. Am 27. April findet in Mainz eine Versammlung der Mitglieder des evangelischen PfarrDer Verteidiger, Redereas aus dem ganzen Großherzogtum Hessen statt. e Schulter. Der Bor es als ungebührlich * * Ueber den Vortrag von Prof. Dr. Oncen am " * ** Der Schlachterberein„ Brüderschaft" zu Gießen hielt gestern Abend in Steins Garten einen Familienabend bestehend aus Konzert, humoristischen Vorträgen und Tanz ab. Nächsten Sonntag, den 24. April, vormittags 82 Uhr, findet in Gießen in der Turnhalle des Turvereing die 2. Gau- Vorturnerstunde statt. Nach dem Turnen findet gemeinsames Eſſen im Restaurant Ebel ſtatt. * Für den die Landbürgermeisterei Rechtenbach umfassenden Standesamtsbezirk ist der Beigeordnete und Bemeindevorsteher Herr Johannes Borck zu Hörnsheim wiederruflich zum stellvertretenden Standesbeamten ernannt worden. ** Gordon Bennett- Rennen 1904. Herr W. Vogel, Frankfurt a. M. wird anfäßlich des GordonBenett- Rennens an einem der geeignetsten Punkte der Rennstrecke eine Tribüne erbauen lassen, die etwa 1000 nummerierte Sigpläße aufweist. Von dieser aus kann die Rennstrecke auf große Entfernungen hin nach beiden Seiten flar und deutlich übersehen werden. Das in unmittelbarer Nähe befindliche große wasserdichte Zelt, gleichfalls 1000 Personen umfassend, bietet vollkommen Schuß gegen eventuelle Gießen, 16. April. Auf dem heutigen Wochenmartt lofteten Butter per Bfb. 100-1.10 mt., ühnereter 2 Stüd 12-14 Pfg., Enteneter St. 7 Pfg., Käse per St. 6-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Pfg., St. 0.80-1.00, Hühner per Stüd Mt. 1.30-1.40, Hahnen, per Stüd 0.80-1.70, Enten per Stüd 1.70-2.20, Gänse per Bid. 65-70 Pfg., Ochsenfleisch per Pfd. 68-78 Bfg., Rindfleisch per Pfd. 62-68 Pfg. Schweinefleisch per Pfb. 60-72 Bfg. Schweinefleisch gesalzen per fund 0.76 Bfa., Kalbfleisch per fb. 62-74 Pfg., Hammelfleisch per Pfd. 50-74 Pfa.. Kartoffeln pro 100 kilo 6.00 Mr., Zwiebeln per 3t. Mt. 7.00-10.00, Aepfel per Centner 20-25 Mr. Milch per Liter 18 Vfa. Dauer der Marktzeit von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr Nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Marktzeit überhanpt nicht, und während der ersten drei Stunden der Marktzeit im Umherziehen feilgeboten werden. Frankfurter Viehmarkt. Zum Verkauf standen 486 Ochsen, 216 Schafe und Hämmel, 1407 Schweine, 5 Ziegen, 6 Ziegen53 Bullen, 753 Kühe und Färsen( Stiere und Rinder), 265 Kälber, lämmer. Bezahlt wurde für 50 Kilo Ochsen: a) vollfleischige aus= gemäſtete höchsten Schlachtwertes bis zu 6 Jahren Mt. 70-72, b) junge fleischige, nicht ausgemäſtete und ältere ausgemäſtete Mr. 64 bis 67, c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere Mr. 59-62, d) gering genährte jeden Alters Mt.. Bullen: a) vollfleischige höchsten Schlachtwertes Mt. 59-61, b) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere Mk. 56-57, c) gering genährte Mt.- ühe und Färsen,( Stiere und Rinder): a) vollfleischige. ausgemästete Färsen ( Stiere und Ninder) höchsten Schlachtwertes Mt 61-63, b) vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes( bis zu 7 Jahren) Mf. 58-60, c) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mt. 45-47, d. mäßig genährte Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mr. 42-44, e) gering genährte Kühe und Färsen( Stiere und Kinder) Mt. Bezahlt wurde für 1 Pfund a) feinste Mast-( Vollm.- Mast) und beste Saugfälber( Schlachtgewicht) 85-88 Pfg.( Lebendgewicht) 51-53 Pfg., b) mittlere Maft- und gute Saugfält er( Schlachtge= wicht) 80-84 Pfg.,( Lebendgewicht) 46-48 Pfg., c) geringe Saugfälber 64-66 Pfg., d) ältere gering genährte Kälber( Fresser) Bfg., Schafe: a) Mastlammer und jüngere Mastbämmel 70-72 Pfg., b) ältere Masthämmel 58-62 Pfa., c) mäßig genährte Hämmel und Schafe( Märzschafe) Pfg. Schweine: a) vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen im Alter bis zu 1½ Jahren ( Schlachtgewicht) 53 Pfg.,( Lebendgewicht) 42 Pfg., b) fleischige Unbilden der Bitterung und wird zur Tischzeit der Sammelintendit, aur Ginnahme der bort verabreichten Schlachtgewicht) 51 Bfg.,"( Debenbgewicht) 41 Mfg. o gering entDiners. Beteiligungskarte für die foftet 20 Mt. und berechtigt zur Einnahme eines nummerierten Tribünenplages, zur Einstellung eines Motorrades oder Automobils inklusive Chauffeur und Beteiligung am Diner. Interessieren dürfte, daß die ganze Chaussee Frankfurt a. M.- Homburg mit Westrumit", einer den Staub niederAngeklagten ein Ben Sonntag im Geselligen Vereine der Nat.- lib. Bürger- haltenden Flüssigkeit, gesprengt wird; desgleichen die 1 und dessen Rechte ne folgendes: Meisterhaft beherrschte der Redner sein Vorschließlich um einen traysthema: Deutsche Dichter und Denker in der Franzosen- strecke. Um sich einer Begriff von der starken Beteiligung Wiedereintritt in den Brof. Dr. Onden das Schaffen der bedeutendsten Dichter es als hinfällig ab, in Denfer im Hinblick auf die geschichtlichen Ereignisse jener chtshof zog sich zur ingreifen nur im Inter gt fie. Die Verhandl 31790 bis 1813. In 1stündiger Rede führte Herr den Hörern vor Augen. Er begann mit Goethes tigem Faust- Fragment, das ein energischer Protest gegen e damalige versumpfte Schulmeisterei bedeutete, er gedachte Breußen- Königs, in dessen Innern sich ein Kampf zwidiffenfchaft fiber Liebe zur Kunst und der Erfüllung der ihm vorortigen Universität une licht siegreich hervorging. Es tamen die Zeiten, in zu machen, sei noch erwähnt, daß bis Anfang März für das Rennen bereits 2000 Autos angesagt waren, welche einen Gesamtwert von ca. 16 Millionen Mark repräsentieren. " ▲ Grünberg, 19. April. Der hiesige Radfahrerverein Grünberg 1904" unternahm am letzten Sonntag bei schönstem Wetter seine erste Ausfahrt und zwar nach Hungen. Die Rückfahrt nach Grünberg erfolgte abends gegen 9 Uhr. ▲ Grünberg, 19. April.( Historisches.) Auf dem uralter Zeit Gericht gehalten. Später war es dann Tummelnnere Medizin wurde hriebenen Herrscherpflichten abspielte, aus dem schließlich hiesigen alten Gerichtsplage(„ die Tüngstühle") wurde in Dizinischen Kreise Deulenen die Pflicht gepredigt wurde, mit Kant an der Spitze, plaß der Jugend. Nach dem Kriege von 1870-71 wurde rfel- Nürnberg eröffnen. denen Schiller& Heldendramen über die Bühnen zogen auf diesen Plaz das Denkmal für die gefallenen Krieger Ehrenstein, im Bolt ihre Wirkungen nicht verfehlten. Die Vaterlandsliebe jezt einige der damals gesezten Birken fallen müssen, was Sregierung begrüßte fter Troendlin und d atsregierung Sofrat Bandelhalle der Univer et worden. d Gottfried Fichtes denkwürdige Reden an das deutsche burde wachgerufen, Schiller schrieb seine Jungfrau von Dorleans", seinen Tell" und Heinrich v. Kleist die„ Heranneschlacht". Drüben in Frankreich war inzwischen der lionig gefallen und die Franzosen hatten die Republik errichtet. billere sah den Ereignissen voraus. Ehe Napoleon an gesezt und bildet hut eine Bierde der Stadt. Leider haben zu bedauern ist, da dieselben als alte Zeugen der DenkmalsAuch ist ein anderes einweihung betrachtet werden konnten. Altertum unserer Stadt für immer verschwunden, indem das alte Häuschen im Bott'schen Garten auf der Stadtmauer abgerissen worden ist. Der Musikverein hielt früher seine Sauen und( Schlachtgewicht) 44-46 Lebendgewicht-, d) ausländ. Schweine unter Angabe der Herfunft Pfg. Das Geschäft in Hornvieh war mittelmäßig, Ueberstand unbedeutend, Kleinvieh gut, Martt geräumt. Für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein. Julius Fischer Giessen, Schulstrasse 6. Anfertigung eleganter Herrengarderobe unter Garantie für guten Sitz und tadelloser Ausführung. Specialität in echt steyrischen Herren- und Damen- Schafwoll- Loden, das beste für Haus, Strasse und Reise. Aufträge werden behufs prompter Lieferung zeitig erbeten. Bekanntmachung. Betr.: Das Einhalten der Tauben während der Saatzeit. Die Besizer von Tauben werden unter Hinweis auf Artikel 79 des Feldstrafgesetzes aufgefordet, ihre Tauben wegen der Saatzeit bis Ende dieses Monats einzuhalten. Diese Bekanntmachung findet auf die Militärbrieftauben keine Anwendung. Gießen, den 18 April 1904. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Die angeordnete Sperre der Waigasse und Block straße wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 16 April 1904. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Verdingung von Waffericitungsanlagen. Die bei Herstellung der Wasserversorgungsanlage für die Gemeinde Eichelhain, Kreis Lauter bach, Oberhessen, vorkommenden Arbeiten nnd Lieferungen und zwar: Los 1 Titel I Quellfassungsarbeiten Los 2 „ II Hochbehälter( 60 cbm), Titel III Röhrengräben, VI Rohrlieferung und Verlegungsarbeiten, sollen durch schr ftliches Angebot vergeben werden. Pläne und Bedingungen sind bei der unterzeichneten Behörde, letztere auch bei der Großh. Bürgermeisterei& ichelhain einzusehen; Bedingungen und Angebotsvordrucke gegen ganz freie Einsendung von 1 Mt. in bar für jedes Los nur von uns beziehbar. Angebote sind unter Benutzung der Vordrucke verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen bis Samstag, den 7. Mai 1904 vormittags 12 Uhr, auf unserm Bureau: Frankfurterstraße 29 einzureichen. Eröffnung in Gegenwart der Anbieter. Freie Auswahl bleibt vorbehalten. Zuschlagsfrist 2 Wochen. Gießen, den 18. April 1904. Großh. Kultarinspektion Gießen. Wißmann. Stenographie. Wir eröffnen am 22. d. Mts., abends 8 Uhr im kaufmännischen Vereinshause, Nordanlage 15, einen neuen Anfängerkursus zu dessen Besuch wir ergebenst cinladen. Unterrichtsdauer 20-24 Stunden. Honorar 6 Mt. Anmeldungen nehmen entgegen der erste Vorsitzende, Kreisamtsbureauvorsteher Schiffnie, Grünberger ir. 3 und der Leiter des Unterrichts am Dienstag abend von 8-10 Uhr und bei Beginn des Unterrichts im kaufmännischen Vereinshause. Fortbildung kurse: Dienstag und Freitag, abends von 9-10 Uhr. Redeschriftkursus: Mittwoch abend von 9-10 Uhr. Der Vorstand des Gabelsberger Stenographen Vereins Gießen ( gear. 1861). Ernst Challier( Rudolphs nachf) Giessen. Special- Geschäft für Musikwa en aller Art. Grosse Auswahl, solide Preise. Illustrierte Preisverzeichnisse gratis und franko. Musikalien- landlung und-Leihanstalt Spezialität: Billige Ausgaben. Lehrling fann eintreten. Gute Ausbildung mird zugesichert. J. Wölke, Buchbindermeister Gießen, Seltersweg 83. 2 tüchtige Schuhmacher auf Werkstatt, dauernde Stelle, sofort gesucht. Weeg, Gießen. Näherin gesucht Chirurgische Klinit ( Mießen. Wärter zum 30. ds. Mts. gesucht. Augentiinit Gießen. Schön möbl. Zimmer preiswert zu vermieten. Gießen, Sonnenstraße 29. 0000000000 MAGGI Aeussere Kapsel Janere Röhrchen BouillonKapseln die besten! Hilfe. Blutstock. Timermann Hamburg. Fichteftr. 33. L. Rosenbaum& Jacob Giessen Neustadt 79 am Oswaldsgarten. Wir empfehlen: Herren- u. 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Ausnahmslos waren die Darbietungen des auch durch seine interessante& scheinung für sich einnehmen den Künstlers, Meisterstücke der Vortragskunst und eine selten tiefen seelischen Empfindens.( Dr. Albert Bririus.) Dortmund. Nicht allein die schöne Stimme ist es, die den Anwesenden bannt, sondern aut die hohe Kunst, dieselbe in dem wechselnden Ausdrucke der Lieder richtig zu verwerten. ( Dortm. Zeitung.) Düsseldorf. Dieser geniale Sänger, er ergreift, erschüttert, erhebt und deseligt das Menschherz auf wunderbare Weise. Jede Nummer des reichhaltigen Programms wirfte auf das wie bezauber: lauschende Publikum ve ridend, sodaß es in einen nicht enden wollenden Beifallssturm ausbrach ( Neueste Nachrichten.) Strassburg i. E. Alfred Rittershaus ist ein Meister seiner Gesangskunst.( Prof. Fabian in den Neuest. Nachr") Stuttgart. Ein musikalischer Hochgenuß wurde von dem vielgefeierten Künstler geboten. R. gebietet über eine staunens: merte gefangstechnische Fertigkeit und veroindet damit eine bewundernswerte Reinheit des Tones und Plastik des Vortrage. 2c. ( Korresp. d.„ Schwäbischer Merkur". Karten in der Musikalien handlung E. Challier á f. 1, 1,50 und 2. Nieren- und Blasen heilt und stärkt die Reinhardsquelle bei Wildungen. Mineralwasserversandt Füllung I. Klasse. Trinffur, Mineral- und Sonnenbäder. Hunderte Gerzte trinken Reinhardtsquelle. Da in Gießen viel das Wasser getrunken wird, suchen wir eine Mis derlage. Wirte werden gebeten Preise einzuholen über: Ia. Weissbuchen- Kegel Ia. PockholzIa. EisenholzKegelkugeln in allen Stärken. Moritz Gregori& Sohn SchulSchirme fabrizieren wir extra solid. Kinder- Schirme in allen Preislagen. Preise ohne Konkurrenz. Caffeler Schirmfabrik Giessen, Seltersweg 9. Möbl. Zimmer per 1. März zu vermieten. Giessen. Gießen, Marft traße 11. Turnschuhe bei L. Süss Marktstr. 9 u. Wettergasst. Turnvereine Rabatt! 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Nacht aus ist ein Meister fei ( Neueste Nachrichten. ssturm ausbrach be ridend, sodaß es ogramms wirfte auf de auf wunderbare We er, er ergreift, erschütter ( Dortm. Zeitung eder richtig zu verwerte e hohe Kunst, dieselbe e Stimme ist es, die ( Dr. Albert Bririus.) Bortragsfunst und ein ung für sich einnehme Darbietungen ft die Blai quellez „ Na, allein geh' ich nicht!" sagte der Fettwarenhändler. „ Ich auch nicht!" stimmte ihm Reißer bei. " Wenn Reißer mitgeht, ja, sonst nicht!" sagte der Erste wieder. Du hörst doch, daß das Kontor doppelt besetzt sein muß!" rief Reißer. ,, Na, ich geh' eben nicht allein!" fuhr Mager dazwischen. Also, du verweigerst den Gehorsam?" rief Weich, sich hochaufrichtend mit blizenden Augen. Mager zudte unter dem Blick zusammen. Warum soll ich denn gerade der erste sein?" antwortete er kleinlaut ,,, schick doch Reißer zuerst." „ Aber das Alphabet fordert doch, daß du zuerst gehst!" rief der eben genannte. „ Ach was, Alphabet! Das Alphabet hat garnichts zu bestimmen, überlassen wir es dem Zufall!" Weich überhörte den letzten Vorschlag. ,, Also, Reißer, geh' du!" sagte er. „ Nein!" entgegnete dieser eigensinnig, wenn einmal nach dem Alphabet gegangen werden soll, so muß das doch eingehalten werden!" ,, Eine Bestimmung ist doch keine Notwendigkeit!" widersprach Mager,„ lassen wir doch den Zufall entscheiden!" ,, Gut!" sagte Weich, lassen wir den Zufall entscheiden, ich ziehe meine erste Bestimmung zurück und befehle hiermit, es wird weiter gespielt, und wer den ersten Null verliert, der geht, geht unweigerlich und zwar allein, sonst Aber das Alphabet hat doch schon bestimmt!" unterbrach Reißer. zu beachten,., lege ich unverzüglich mein Kommando nieder " Sonst!" fuhr der Eisenhändler fort, ohne den Einwurf und verlasse den Kriegsschauplatz auf der Stelle!" Und ich auch!" schrie Mager. Da mußte sich der Dritte wohl fügen. So setzten sich die drei Helden wieder nieder und spielten weiter, aber merkwürdig, ein Null kommt doch sonst nicht so selten vor, aber diesmal sollte auch so gar keiner herauskommen. Stunden fein Null. Sie spielten drei, vier, fünf Stunden Sie spielten eine Stunde- kein Null. Sie ſpielten zwei fein Null. In der sechsten Stunde fragte Mager plötzlich: ,, Gilt für Nullouvert dieselbe Bestimmung?" " Jawohl!" antwortete Weich. Dann pass' ich!" sagte der Frager. Um 6 Uhr legte Weich plötzlich die Karten hin und brach in die Worte aus: Kein Null, kein Null! aber gar kein Null?!" Reißer und Mager zuckten die Achseln. " Das geht nicht! Ich muß meine Beſtimmung aufheben und kommandiere: " Freiwillige vor!" Zur allgemeinen Verwunderung erhob sich Mager und erklärte, er sei bereit, zu gehen und das Lager abzusuchen. Er hatte durch den festgeschlossenen Fensterladen das Tageslicht schimmern sehen, das machte ihm Mut. " Gut!" sagte Weich, und du, Reißer, gehst in deine Privatwohnung." " Ich nein, ich dachte-- ., Gut, so werde ich gehen, die Gefahr ist vorüber, es handelt sich jetzt nur noch darum, etwaige Einschleicher abzufassen." Die beiden Freunde entfernten sich, jeder durch eine andere Tür. Reißer blieb allein. Er überrechnete seinen VerIust im Skat, er hatte über zwanzig Mark verloren. Mager übrigens auch, beide hatten scheußliche Karten bekommen und Null konnte man ja nicht spielen. Is er noch beim besten Rechnen war, kam Mager atemlos hereingestürzt. Mensch, um Gotteswillen", schrie er, sie waren da, das Salbe Rager ist ausgeräumt!" Das Lager auch?" rief Weich, der von der anderen Seite intrat und die letzten Worte gehört hatte. " Das halbe Lager nur, da kannst du noch von Glück sagen, denn deine Privatwohnung ist gänzlich ausgeplündert." Mit entsetzten Augen sah Reißer erst den einen und dann den anderen an. „ Es ist nur gut, daß wir so lange gespielt haben, wenn vir früher aufgehört hätten, wer weiß, was für ein Unglück passiert wäre, nein, wenn ich auch verloren habe, der Skat ist doch eine schöne Sache!" AUS FERNEN ZONEN Die Richter des„ hergebrachten Gesetzes". Wenn der bräunliche Sohn der Wüste, der tapfere, auf sein Vaterland stolze Araber auch dem Fremdling gegenüber so gern und schnell bei jeder Streitfrage die Entscheidung der Waffen anruft, so hat es doch nicht ausbleiben können, daß auch unter diesem Naturvolke sich eine Art Rechtsprechung ausbildete, um auf mildere Weise private Streitigkeiten beizulegen, Vergehen und Verbrechen zu ahnden u.s. w. – Ja, es berührt das ganz eigentümlich, auch dort sind ganz von selbst verschiedene Gerichtshöfe und ist eine Art Instanzenzug erwachsen, um dem Beklagten die Möglichkeit einer Berufung gegen jeden ihm unrecht erscheinenden Richterspruch offen zu halten. So vertreten daselbst die Kadis el Feraa, die Richter des her= gebrachten Gesetzes" etwa unsere Schöppenstühle, doch in der Form sozusagen niedere Schwurgerichte. Diese halbgelehrten Herren mit ihrer erblichen Rechtsweisheit tragen letztere nur im Kopfe bei sich im übrigen hat bei ihnen der gesunde Menschenverstand die entscheidende Stimme. Meist wie angedeutet erbt die Würde eines solchen Kadi vom Vater auf den Sohn weiter, doch kann letzterem, wenn ihm die nötige geistige Befähigung zu einem solchen Amite fehlt, die Berechtigung dazu aberfannt werden. Die Gebühren“ für die Tätigkeit dieser Kadis el Feraa sind eigentlich„ ungebührlich" hoch, noch etwas ge= pfefferter als im lieben deutschen Reiche, wo sie in dieser Hinsicht doch nichts zu wünschen übrig lassen; dort in Arabien herrscht aber der Unterschied, daß der Prozeßsieger dieselben zu tragen hat. Treten die Volksrechtsweisen zu gemeinsamer Sitzung zusammen, so übernimmt der in ein weißes Gewand gehüllte Mebessac( Oberrichter) den Vorsitz, ihm folgen die Beisiger nach dem Lebensalter geordnet. Langweilig aber gründlich durchkäuen sie den betreffenden Fall, stellen die Entscheidung fest und rufen dann die streitenden Parteien vor. Erweisen sich diese als unversöhnliche Querköpfe, so geht man ihnen hitziger" zu Leibe, d. h. man läßt sie an einem glühend gemachten Löffel lecken, und nach diesem Besänftigungsmittel soll keine Zunge länger zu wortreichen Einwänden bereit sein. Im übrigen verurteilen die Kadis el Feraa nur zu Geldbußen; körperliche Züchtigung wie bei den Türken, ist bei dem stolzen Araber unbekannt und würde ihn vor seinen Stammesgenossen als ewiger Schandfleck entehren. Obwohl dieses Richterkollegium sich bei seinen Beratungen ruhig Zeit nimmt, ist das Verfahren, wie man sieht, doch ein recht summavisches und es erspart den Leuten, entgegen unseren Einrichtungen, wegen jeder Lappalie zehnmal nach dem Gericht zu laufen und dort wohl halbe Stunden und noch länger zu antichambrieren, was ja nach dem Sazze„ Zeit ist Geld" beiden Parteien oft nehr kostet, als das ganze Streitobjekt wert ist. Ja, man kann in den Glühpunkten der westlichen Kultur gelegentlich auch noch von den Wüstensöhnen Afrikas lernen. Moudaberglauben. Die Dakota- Indianer glauben, daß der abnehmende Wond von kleinen Mäuschen abgefnabbert wird. Die Polynesier meinen er werde von den Geistern der Gestorbenen verspeist. Die Hottentotten sagen, er leide an Kopfschmerzen, drücke die Hand an die Stirne und entziehe dadurch lettere unseren Blicken. Die Estimos bilden sich ein, daß der nach den Strapazen seiner Reise ermüdete und hungrige Mond sich auf turze Zeit zurückzieht, um auszuruhen und essen zu können. Seine zur Schau getragene Wohlbeleibtheit beim Wiedererscheinen zeigt, mit wie gesundem Appetit er gespeist hat. Elektrische Schneeflocken. Ein amerikanischer Meteorolog, Leutnant John P. Finley, wurde von einem Schneefall überrascht, als er nach dem Pike's Peak( Colorado) hinaufritt, auf dessen Gipfel sich eine der höchsten meteorologischen Stationen der Erde befindet. Der Schnee erschien dabei wie ein Schauer von faltem Feuer. Zuerst entluden die Flocken schwache Funfen nur, wenn sie das Fell des Maultieres, auf dem der Leutnant saß, berührten. Bald fielen sie aber dichter und schneller herab und jede Flocke gab einen Funfen, sobald sie auf die Schneeschicht des Bodens gelangte oder sich auf die Kleidung des Mannes oder auf das Haar des Tieres niedersenkte. Als darauf der Sturm heftiger wehte und die Floden fleiner wurden, erschienen die eisigen Teilchen wie eine dahinziehende Lohe mit gespenstisch weißem Lichtschein, Nr. 86. Dienstag, den 19. Aprtl 1904. Oberhessische Familienzeitung. Cägliche Unterhaltungs- Beilage der Gießener Neueste Nachrichten. Band and Barlag ber Gimmer Berlagsbruderet, verm. With. Reller'sche Buchdruderet( gegs. 1789); noza: Kidis@leta ( 15. Fortsetzung.)' Gewillensqualen. Kriminal Roman Anfangs wurden sie dort noch hier und da von den beiden Brüdern Michael und Anton Creenan besucht, denn Michael war ein eifriger Sportsmann, und wenn er mit seiner Angel oder seinem Gewehre vorbeikam, trat er wohl ein, um mit Kate, die er ganz gern zu haben schien, ein Stündchen zu verplaudern. Auf einmal aber hörten diese Besuche ganz auf. Seine Menschenseele in Mylrea außer mir", fuhr die Wittin fort, weiß, weswegen er nicht mehr dahin kam. Ich fannte Kathleen schon lange und hatte ihr oft geholfen, wenn der Schuft von ihrem Bruder sie in der Not gelassen hatte. So ging ich auch eines schönen Tages hinüber, um nach ihr zu sehen. Ich fand sie am Stamine sibend und heftig weinend. Ich glaubte, ihr Bruder hätte sie schlecht behandelt oder gar geſchlagen, aber als ich davon sprach, schüttelte sie den Kopf und weinte nur noch mehr. Ich drang weiter in sie, und schließlich gab sie nach und erzählte mir die Wahrheit: sie hatte sich in den Herrn Michael verliebt." n Michael Creenan?" " Ja wohl, Herr Doktor, in denselben armen Jungen, dem es jetzt so schlecht geht. Ich wollte meinen Ohren kaum trauen, als sie es mir erzählte, aber sie versicherte mir, daß es ihr vollkommen ernſt ſei. Und warum sollte ich ihn auch nicht lieben? sagte sie, er ist doch ebenso schön, als gut und wahr. Und kam er nicht fast jeden Tag hierher? Ja, als er einmal wiederfam und mir ein bischen Kummer zu haben schien, da fiel ich ihm, bevor ich noch recht wußte, was ich tat, um den Hals und sagte es ihm gerade heraus, wie sehr ich ihn liebte. Er war ein wenig erstaut darüber und glaubte, ich mache Spaß; wie er aber sah, daß es mir ernst war, machte er sich selbst Vorwürfe und sagte, ich müsse mir Mühe geben, ihn gänzlich zu vergessen. Und seit jenem Tage habe ich ihn zu vergessen gesucht, aber das Herz ist mir darüber gebrochen, und ich wünschte, ich läge schon im Grabe! Nun, lieber Herr Doktor, die arme Dirne tat mir ja sehr leid, denn ich wußte nur zu gut, daß es von ihr der reinste Wahnsinn war, sich an einen so vornehmen Herrn, wie es doch Michael Creenan ist, zu hängen, und ich sagte ihr das auch. Aber es half nichts, träumend und grübelnd saß sie jeden Tag am Feuer, rührte keine Arbeit an, und es schien, als ob ihr Herz wirklich gebrochen wäre." ,, Aber auf einmal ging doch eine Wandlung mit ihr vor. Eines Tages kam sie in aller Gile zu mir gelaufen. Ihre Augen schossen Blizze, und sie sah so wild und verstört aus, daß ich mich ordentlich fürchtete, sie anzusehen. So, jetzt weiß ich, warum er mich damals bat, ihn zu vergessen, schrie sie mir zu, weil er sie liebt! Und dann, Euer Gnaden, sprang sie auf und schimpfte auf Miß Ellen und schwor, daß sie lieber mit ihrer eigenen Hand Herrn Michael erdrosseln würde, als zugeben, daß er unser Gutsfräulein heirate." ,, Wann war das?" fragte ich. ,, Gerade bevor Sie nach Mylrea kamen, kurz bevor der alte Herr ermordet wurde. Oft habe ich bei mir gedacht, niemand als Kathleen hat damals den alten Herrn aufgehetzt, auf Fräulein Ellen und Herrn Michael aufzupassen, als er sie damals auf dem Moore traf. Sie wollte sie auseinander bringen; weil sie Herrn Michael nicht selber haben konnte, on Robert Buchanan. ( Nachdruck verboten.) wollte sie ihn auch keinem anderen Mädchen gönnen. Und ich glaube, Guer Gnaden, sie würde lieber jest den Herrn Michael am Galgen sehen, als ihn mit unserem Fräulein verheiratet wissen." Das war eine denkwürdige Unterhaltung. Tags darauf sprach ich wieder bei dem Geschwisterpaare vor und fand das Befinden meines Patienten schlechter als je zuvor. Die Heilung der Wunde machte zwar Fortschritte, es hatte sich aber Fieber eingestellt und der Kranke schien auffallend unruhig. Auch seine Schwester zeigte nicht ihre sonstige Beherrschung und beobachtete jede meiner Handhabungen anscheinend ängstlich. Als ich mit meiner Untersuchung zu Ende war, folgte sie mir in die Küche und ich war bereits an der Türe, als sie mich zurückrief. st es denn wahr, Euer Gnaden, was die Leute da erzählen, daß Herr Michael Creenan nächstens gehängt werden soll?" „ Wer hat Ihnen das gesagt?" fragte ich. „ Bridget kam gestern Abend vom Schlosse hierher, um sich nach Rorys Befinden zu erkundigen, und hat es erzählt." Wenn er schuldig iſt", meinte ich mit erheuchelter Gleichgiltigkeit, werden sie ihn ganz sicherlich hängen." „ Aber wenn er nicht schuldig ist, Euer Gnaden? Wenn er gar keine Schuld hat, sondern so unschuldig wie ein neugeborenes Kind ist?" „ Auch dann", antwortete ich langsam, und sah sie dabei scharf an. Auch dann, wenn nicht inzwischen der wahre Mörder gefunden sein sollte, und ich möchte fast alle Hoffnung aufgeben, daß er überhaupt noch ausfindig gemacht werden kann. Ich fürchte, für den jungen Herrn Creenan giebt es keine Aussicht mehr. Viele sind schon auf weit geringere Anzeichen hin zum Tode verurteilt worden." Sie antwortete nicht, sondern neigte nur den Kopf und schlug die Hände vors Gesicht. Kein Laut kam von ihren Lippen, aber ihr Körper erzitterte unter krampfhaften Bewegungen. Ich ließ sie eine Weile ungestört, dann faßte ich sie leise mit der Hand an der Schulter und sagte: Warum interessiert Sie die Angelegenheit des Herrn Michael Creenan so sehr?" Sie hob ihren Kopf; tötliche Blässe hatte ihr Gesicht überzogen, aber ihre Augen waren ganz trocken. ,, Herr Michael war immer so gut zu mir", brachte sie fast tonlos und sich dabei abwendend hervor. Von diesem Tage an schien der Charakter des Mädchens sich einer vollständigen Umwandlung zu unterziehen. Ihr bisher so trotziges Wesen machte einer stumpfen Ergebung Platz, und auch der Ton, in dem sie zu ihrem Bruder sprach, änderte sich und wurde fast wohlwollend. Ich sah jedoch, daß er ihr Gesicht und jede ihrer Bewegungen mit unverhohlener Angst verfolgte. Sein Benehmen ähnelte immer mehr dem eines gehetzten Wildes, das von seinen Verfolgern gestellt worden ist, und nun auf Tod und Leben kämpft. Troß jener Umwandlung wollte es mir indes nicht glücken, Kate in eine Unterhandlung zu ziehen. Sie schien ängstlich bemüht, jede Aussprache mit mir zu vermeiden, und wenn ich sie über War. 92. Saus gebrag Nobelingen abble Que- Watt- a für จ in seinem großen Unglück helfen würden. Petr. Konferen 1904. an die Die oben 1. Bezirk G I... b der Stad 2. Bezirk G 1. J., in bormittag Bezirk 1.3, bo „ Holländ. Bezirk G Spie Großh Fehend angegeb Schulhaus 5. Mai Wir beauf Fun Kenntnis zu 6 Dienstag wird zu Gie Gießen, ( Barten) eine Thichen Bezirks Sverren Mitglie des landi für 1902 1. Mitteilu 2. Prüfung trgend etwas fragte, so gab sie mir nad) wie vor nur turze und ungenügende Antworten. Aber als ich eines Vormittags aus dem Krankenzimmer trat, in dem ich meinen Patienten noch unter der Wirkung cines Schlaftrunkes, den ich ihm am vorhergehenden Abend hatte reichen müssen, schlummernd gefunden, traf ich Kathleen vor der offenen Türe sitzen; sie strickte an irgend einem wollenen Gegenstand. Es war einer jener stillen, friedlichen Tage, wie man sie von Zeit zu Zeit in westlichen Irland erlebt; der Himmel hatte eine silbergraue Färbung angenommen, der Sturm hatte sich gelegt, nur eine frische Brise wehte, und herbstlicher Friede lagerte über den Bergen und über die weite See. So rein mar die Luft, daß das geringste Geräusch, wie das Blöken einer Kuh, oder das Bellen eines Hundes, deutlich viele Meilen weit gehört werden konnte. Ich betrachtete das Mädchen. Auch ihr Gesicht zeigte einen ruhigen und sanften Ausdruck; es war so, als ob auch in ihr gequältes Herz der Frieden der Natur seinen Einzug gehalten hätte. Unsere Augen begegneten sich, und eine leichte Röte überzog ihr blasses Gesicht, als ich zu ihr sagte: „ Es freut mich, daß ich Sie heute hier im Freien treffe. Es ist wirklich ein schöner Tag." " Ja, Euer Gnaden," antwortete sie und ließ dabei ihre Blicke über das entfernte Meer gleiten.„ Es ist heute wie ein heiliger Tag, auf dem der Segen Gottes ruht." Ich blickte überrascht auf; der Klang ihrer Stimme war so ganz anders. Auch ihr Gesichtsausdruck war vollständig verändert, und noch nie hatte sie so schön oder vielmehr so jung ausgesehen. „ Haben Sie hier Ihr ganzes Leben vollbracht?" fragte ich. „ Hier und auch anderswo", gab sie kurz zurück. " Für jemand, der so schön ist, muß es hier sehr einsam sein", fuhr ich heraus. Sie fuhr auf und ihr Gesicht verfärbte sich. Euer Gnaden belieben wohl zu scherzen?" " Durchaus nicht. Wenigstens besitzen Sie etwas, um das Sie auch die vornehmste Dame im Lande beneiden müßte, nämlich Ihr prachtvolles Haar." State fah heftig auf.„ Warum wollen Euer Gnaden Ihren Spaß mit mir haben? Es gab eine Zeit, wo es mir geschmeichelt haben würde, das zu hören, aber jetzt... Sprechen Sie nicht weiter davon, erwecken Sie nicht den Stolz in meinem Herzen, das vollkommen gebrochen ist!" Sie hielt die Hände regungslos in ihrem Schoß gefaltet, aber die Tränen flossen ihr das Gesicht herunter wie Wasser, das aus einem Springbrunnen strömt. Armes Mädchen!" sagte ich, durch ihre mächtige Erregung selbst ergriffen. Ich weiß, daß Sie großen Kummer haben, und ich wünschte, Sie betrachteten mich als Ihren Freund und schütteten mir Ihr Herz aus." Für unſereins gibt es in der ganzen Welt keinen Freund", sagte sie mit leiser Stimme und in einem Tone, der von Verzweiflung sprach. „ Warum sagen Sie so etwas? Habe ich nicht alles, was in meinen Kräften stand, getan, um Ihren Bruder zu retten, und ebenso gern würde ich auch Ihnen dienen. Zum Teil kenne ich Ihre Geschichte ja schon, und wenn sie mir davon mehr erzählen möchten, dann.. Im Nu änderte sich ihre Haltung. Sie sprang heftig auf, mischte sich die Tränen aus dem Gesichte und sah mich wülend an. Wer hat Ihnen von mir erzählt?!" rief sie.„ Wer hat solche Lügen über mich verbreitet und gesagt, daß ich Kummer hätte?" „ Beruhigen Sie sich!" erwiderte ich. Jeder Unbefangene kann doch sehen, daß Sie sich unglücklich fühlen, und ich möchte gern die Ursache davon wissen. Vielleicht kann ich Ihnen doch helfen, wer weiß?" ,, Sie können mir nicht helfen, mir kann niemand helfen", animoricte sie leidenschaftlich.„ Und ich verlange auch nach gar nicht so etwas, sondern nur, daß man mich in Ruhe lassen foll." Ich faßte sie leise am Arm und sagte:„ In den nächsten Tagen werde ich wieder Herrn Michael Creenan besuchen. Dars ich ihm vielleicht etwas von Ihnen bestellen?" Ich fühlte, wie ihre Gestalt erbebte; die Augen hatte sie niedergeschlagen und das Gesicht abgefehrt. Barum sprechen Sie von Herrn Michael?" fragte sie fast ionlos. Was sollten Sie ihm wohl von meinesgleichen zu bestellen haben?" Ich weiß, daß Sie sich für ihn interessiert haben. Ich weiß auch aenau, daß, wenn Sie nur könnten. Sie ihm aern Deswegen sprag ich ia zu Ihnen von ihm und bot ich Ihnen meine Freundschaft an." Ich wartete ruhig die Wirkung meiner Worte ab. Wie Espenlaub zitternd fiel sie aus den Stuhl zurück, der an der Türe stand, und verbarg den Kopf in ihren Händen. Als sie wieder aufbiickte, standen ihr keine Tränen mehr in den Augen; ihre Miene war gefaßt, wenn auch ihr Gesicht blaß aussah, und ihre Stimme klang fest und klar, als sie sagte: „ Wenn Sie den Herrn Michael sehen, können Sie ihm sagen, daß Kathleen Bournes in Erinnerung an Zeiten, die vorüber sind, ihm die besten Grüße sendet, und Sie können ihm auch sagen, daß sie Tag und Nacht für ihn betet und die Zeit herbeisehnt, wo er wieder frei sein wird. Ja, gewiß, ich schäme mich nicht, es zu bekennen, ich habe ihn geliebt, und wenn ich ihn auch haßte, weil er mich wegen Miß Ellen ſizen ließ, so weiß ich doch recht gut, daß sie eine Dame ist und ich nur der Staub unter ihren Füßen bin. Dann kam die böse Stunde, als der Herr ermordet wurde Gott hab' ihn ſelig!— und mein Herz war voller Kummer.. Ich ließ sie weiter sprechen und unterbrach sie nur ab und zu mit einem Ausrufe des Erstaunens oder einer#cinen Frage. Nachdem ihr Schweigen einmal gebrochen war, schien es ihr Trost zu gewähren, ihren Kummer in leidenschaftlichen Worten, die einem vilden Gießbache gleich dem Gehege ihrer Zähne entströmten, Luft zu machen. ,, Aber Sie können es mir glauben, es schnitt mir wie ein Messer ins Herz, als ich härte, daß Herr Michael wegen des Mordes verhaftet wurde, und ich wußte doch ganz genau, daß er gut und brav war und niemals seine Hand gegen den Herrn erhoben haben würde, der doch ein alter Mann und noch dazu Fräulein Ellens Vater war. Und als sie ihn nach Caſtlerea führten und dort ins Gefängnis fezten, wollte ich zu Miß Ellen gehen und ihr ein paar Troftpovte sagen; aber ich schämte mich. Bisweilen kommt die böse Stunde über mich, Euer Gnaden, und das Blut meines Vaters und meines Bruders steigt mir zu Kopfe und macht mich toll; aber ich bin nicht so schlecht wie mein Ruf, und ich würde gern in den Tod gehen, wenn ich dadurch den Herrn Michael retten könnte." Das will ich Ihnen gern glauben", sagte ich freundlich. „ Und auch jetzt ist es noch nicht zu spät, ihn zu retten." Mit einer heftigen bittenden Gebärde fragte fie:„ Glauben Euer Gnaden, daß ihm etwas geschehen wird?" Ich erklärte ihr, daß die Sache für den Gefangenen sehr schlecht stände, wenn nicht vor der Verhandlung Tatsachen ausgefundschaftet würden, die zu seinen Gunsten sprechen würden. Wenn Herr Michael Creenan unschuldig ist", fragte ich, ,, wo ist dann der Schuldige? So lange wir das nicht wissen, steht es schlimm." Ich beobachtete das Mädchen ganz genau, während ich dies sagte, und staunte über die Veränderung, die ich in ihrem Gesichte wahrnahm. Das Haupt stolz erhoben, hatte sie den Blick ins Weite gerichtet, als ob sie dort etwas sähe, was anderen verborgen war. Eine gewisse stolze Würde, ein furchtloses Selbstbewußtsein war über sie gekommen. Das bisher Stumpfe Geschöpf war ganz und gar umgewandelt und aus ihm ein stolzes und schönes Weib geworden. ,, Vielleicht können wir doch noch etwas tun", sagte sie mit ruhiger Stimme.„ Haben Euer Gnaden nur noch eine Zeit lang Geduld und sagen Sie, bitte, dem Herrn Michael, daß Kathleen Bournes ihm das Leben retten will. Ja, ich will es, Euer Gnaden, senn Gott mir hierzu die Kraft gibt; aber es ist eine jdmere Aufgabe, wenn ich auch zuversichtlich hoffe, sie ausführen zu fönnen. Sagen Sie ihm, ich habe die alten Zeiten niet vergessen, als er schon ein so feiner junger Herr und ich noch so eine dumine Dirne war. Damals hat er auch ricin Haar gelobt und mich schön genannt, ganz so, wie es Cuer Gnaden heute getan haben. Das werde ich nie vergessen! Nein, nie und nimmer! Und wenn ich mir mein eigenes Grab schaufeln sollte, ich werde eifrig daran arbeiten, ihn aus dem Gefängnis zu befreien." Damit ging sie weg von mir und trat langsam ins Haus. Ich versuchte nicht, ihr zu folgen, oder sie weiter auszuseigen; denn ich war froh und damit zufrieden, daß ich ihren Charakter erkannt hatte, und daß sie für Michael Creenan Freundschaft und Wohlwollen hegte. ( Fortsetzung folgt.) Banne den Schmerz, Daß von der Welt nichts dein! Es kann das eigene Herz Eine ganze Welt dir sein! Der Heldenskat. Humoreske von Karl Pauli. ( Nachdruck verboten.) Der Fall war bedenklich! Der Chef der Firma Reißer, Zieher und Kompagnie, Herr Christian Reißer, stützte der Kopf in die Hand und sann nach. Der Fall war wirklich bedenklich. Gestern früh hatte er einen neuen Laufburschen engagiert und zwar unter Umständen, unter welchen er es nicht hätte tun sollen; er hatte nämlich schon einen engagiert für 16 Mark monatlich, da kam der zweite und bot sich für 13 Mart an, und so machte er das Engagement des ersten rückgängig, d. h. er warf ihn einfach hinaus, als er kam, und engagierte den zweiten. Und nun war dieser zweite weggegangen und kam nicht wieder, dabei hatte er alle Schlüssel, sowohl die zum Lager, zum Kontor, als auch zur Privatwohnung mit genommen. Das war doch sehr bedenklich. Am bedenklichsten aber war, daß der Bote, den Christian Reißer in die Wohnung des Burschen geschickt, sie sollte sich nach dessen Angaben in der Breitestraße Nr. 243 befinden, mit der überraschenden Meldung zurückkehrte, daß die Breitestraße nur zwanzig Nummern zähle. Was nun tun? Christian Reißer dachte zuerst daran, auf die Polizei zu schicken, aber dazu schien ihm der Fall denn doch nicht bedenklich genug, auch fürchtete er, falls sich die Sache, wie er immer noch hoffte, als harmlos erweisen sollte, den Spott der Nachbarschaft. Im schlimmsten Falle konnte es sich nur um einen Einbruch ins Kontor handeln, es genügte vielleicht, wenn er das bare Geld, seine Münzsammlung, sie war sehr wertvoll und enthielt eine Menge schwerer goldener Medaillen, die beiden großen filbernen Humpen, ein Geschenk des Personals zum fünfzigjährigen Bestehen der Firma, sowie das Hauptbuch, in seine Privatwohnung schaffte, mochten sie dann im Kontor stehlen, was sie wollten, der Schaden war zu ersetzen. Gedacht, getan, eigenhändig schleppte er, heimlich, ohne daß es jemand merkte, alle diese Gegenstände nach seiner im zweiten Stock gelegenen Wohnung, dann nahm er seinen alten Platz im Kontor wieder ein, er lächelte schlau vor sich hin, er freute sich über den gelungenen Streich, den er den Dieben spielte, ja, er pfiff sogar leise die Melodie:„ Wenn die Schwalben wiederkommen" zwischen den Zähnen, den Noten den Text unterlegend:„ Wenn die Diebe erst mal kommen, die wer'n schaun, die wer'n schaun!" Plößlich aber trübte seine Lustig feit ein recht fataler Gedanke, es fiel ihm ein, daß er ja ganz allein in seiner Privatwohnung schlafen müsse, weil seine Frau mit den Kindern und dem Dienstmädchen seit gestern ir der Sommerfrische war. Das war ärgerlich, recht ärgerlich, hm, allein in einer Wohnung, wo ein paar Meter tiefer Diebe, Einbrecher ihr nächtliches Handwerk trieben. Vielleicht hören zu müssen, wie sie die Brechstangen ansetzen, Ohrenzenge und dann zu sein. wie sie den Geldschrank sprengen, die Wut, wenn sie sich betrogen sehen? Wie wenn sie nun Roche nehmen wollten entsetzlich! Im Geist hörte er sie bereits mit Beter und Mordio die Treppe herausstürmen, mit Feuer und Schwert in sein trautes Heim dringen, ihn aus dem Bette zerren und nach verzweifelter Gegenwehr niedermegeln. Mein. allein blieb er nicht, allein auf keinen Fall. alber immer noch scheute er sich, auf die Polizei zu schicken. Wenn die Diebe dann nicht kamen und im Stillen hoffte er noch immer stark darauf war seine weise Vorsicht wieder Wochen lang das Stichblatt aller Stammtischwitze. Er telcphonierte daber au seine Freunde Mager und Weich und bat fie, zu einer furzen Besprechung zu ihm zu kommen. Als die Freunde kamen, setzte er ihnen die Sachlage auseinander und bat fie, die Nacht bei ihm zuzubringen. Beide Freunde legten au into versprachen, sich nach Geschäftsschluß bei ihm einzufinden, natürlich bewaffnet!" wie der eine hinzusetzte. Benaffnet?" fragte Reißer bestürzt, an Widerstand hatte er his jetzt noch nicht gedacht. „ Selbstverständlich bewaffnet, schwer bewaffnet!" sagte der andere Freund, es war ihm zwar nicht eingefallen, an eine Bewaffnung zu denken, jezt aber erschien es ihm vorteilhaft, sich den Anschein zu geben. Als die Freunde fort waren, war es Reißers erster Gedanke, sich in Verteidigungszustand zu setzen, da er als friedlicher Mann weder ein Schießgewehr, noch eine Stoß- oder Hiebwaffe besaß. Er schickte daher zum nächsten Waffenhändler und ließ sich zum Aussuchen einige Dußend Revolver und etliche Repetiergewehre zuschicken. Benuzte er keine der Schußwaffen, so konnte er sie morgen zurückschicken, wodurch ihm keinerlei Kosten entstanden. Pünktlich, wie versprochen, trafen die Freunde ein: zuerst kam der Fettwarenhändler Mager, schrecklich, wie der wild'ſten Zone wild'ster Krieger erschien er, einen großen Schleppsäbel umgeschnallt, ein Mausergewehr in der Hand, einen serbischen Handſchar und zwei türkische Pistolen im Gürtel. Gleich darauf erschien der Dritte im Bunde, der Eisenhändler Weich. Er hatte aus seinem Geschäft eine sechs Fuß lange nadelſcharf gespitzte Stahlstange mitgebracht, außerdem führte er einen Stoßdegen, ein Revolvergewehr und eine Reiterpistole, welcher allerdings der Hahn fehlte, bei sich. Der Eisenhändler Weich war der einzige unter den drei Freunden, der in Beziehung zum Militär stand, zwar war er auch nur Ersatzreservist zweiter Klasse und jetzt bereits im Landsturm, aber die beiden anderen waren wegen hervorragender Untauglichkeit mit Entrüstung vom Soldatenstande ausgeschlossen worden. Deshalb wurde Weich das Obertommando übergeben, und er zeigte sofort seinen soldatischen Geist dadurch, daß er sich energisch weigerte, das ant meisten bedrohte Kontor preiszugeben, wie Reißer feige riet. Nein, gerade hier mußte das Hauptquartier aufgeschlagen und von Zeit zu Zeit das ganze Lager und die Privatwohnung durch Schleichpatrouillen abgesucht werden. Reißer gefiel der Plan gar nicht. „ Und wenn die Einbrecher kommen?" fragte er mit ängstlichem Gesicht. Dann werden sie Männer finden!" schrie Weich und schlug mit der Hand an seinen Degen. Jawohl!" echote Mager, dem zwar Weichs Plan auch gar nicht gefiel, der aber nichts merken lassen wollte. Er hob die Hand, um seinen Entschluß gleichfalls durch einen Schlag auf seinen Schleppsäbel zu bekräftigen, unterließ aber, weil ihm noch zu rechter Zeit einfiel, daß der Griff ein wenig wacklig war und begnügte sich damit, einen Hieb durch die Luft zu führen. „ Um 11 Uhr wird die erste Schleichpatrouille losgelassen!" bestimmte Weich, abgeschickt" verbesserte er sich gleich darauf, da ihm einfiel, daß losgelassen nicht der richtige militärische Ausdruck war,„ und bis dahin wird Skat gespielt!" fuhr er fort,„ Soldaten auf der Wache spielen immer Skat.“ Die beiden andern waren einverstanden, jeder lehnte sein Gewehr so an die Wand, einen Stuhl oder Tisch, daß er es im Augenblick erreichen fonnte. Mager stellte Wein, Vier und Zigarren zurecht und bald war das Spiel im schönsten Gange. Etwas nach 11 Uhr legte Weich die Karten nieder, erhob sich und schrie mit Stentorstimme: ,, Antreten!" Reißer fuhr nervös zusammen und Mager warf dem Schreier einen unwilligen Blick zu. Dennoch erhoben sich beide. Es ist Zeit, die erste Schleichpatrouille auszusenden!" sagte Weich. Um jeder Rangstreitigkeit vorzubeugen, bestimme ich, daß die Gänge nach dem Alphabet aufeinanderfolgen. Du, Mager, bist also der Erste. Nimm dein Gewehr und mach' dich auf den Weg." ,, Allein?" fragte der Angeredete entsetzt. ,, Natürlich!" erwiderte Weich, und in einen schnarrenden Kommandoton übergehend, schrie er: ,, Gewehr über!" Alleene geh' ich nicht!" erwiderte Mager, anstatt den Befehl auszuführen,„ Du kannst doch mitkommen!" Ich bleib' nicht allein hier!" rief Reißer dazwischen. Sehr richtig!" rief Weich, das Kontor als bedrohtester Punkt darf nicht von Truppen entblößt werden, hier muß immer die größte Macht konzentriert bleiben." Da geh' doch du allein!" rief Mager. Weich warf dem Sprecher einen entrüsteten Blick zu. Wenn mir meine Eigenschaft als Feldherr erlaubte, den gefährlichsten Posten zu verlassen, hätte ich das schon lange getan!" antwortete er pikiert. 3. Festsegun 4. Wahl ei Stelle de nomierats 5. Wahl ein landwirtsd Dr. Heinr des nach S 6. Neuwahl Neues Allerorten fp ahme der Ford ite Nachricht vor und Krantentaff gunsten der een Händel di ar Beispiele Infolge des einem Sieg intentasse strä blinger die Forderun en endgültige en. Eine Ve chlossen, die bo inträge nicht zu General unverständlich: träge verweiger sondern Auch in das ganze s uch in Raff sraten und der einer Reſolutio rung der freie ch das Engagem g der Zahl der nämlich die G t Smmer mehr auf die Be f 98 3 die Ortstrant rate auf perit geforderten ed fie die jet Autreiben mijien.