re lift Ich an Jed Hälte vern stor.& d. Institut Jo erir. 111, vollst. gehe Marke. Viel Danksch Grouser Muster- Briefstaller mte Privat- u, Handel ete, v, M. Uebelack Mk. 3,50 portofr of, Buchhandlun Prinzessinnenstr, einen Vorauch m Lebensbitte mich in Dortmund ründet 1863. oldene Medaille v. Pa 5. Von vielen Aerat stens empfohlen. El ndiges Dankschreib Fürsten Bismarck 18 nzig bewährtes denu Ittel bel Magentoid petitlosigkeit, Mag rampf, schwerer Verd g, Sodbrennen, Dob it, Himorholdallolden Bintreinigung ete FL. 1,85 M., bel 10 O Mk. Atteste und 0 rauchs- Anweisung g icht, s, Gliederreissen, Hex eh, Geschwulst und Schmerzen Leider sind 00 de Faches Hausmittel, elbst herstellen kan eheilt Sonst sende ich je llung. Gebrauchs st vielen Dankschre nn mir 30 Pf. eingesa Porto und Unkos oh, Mettmann No rk Düsseldorf. rlin S., Jahnstr. 16 chönheit ist Macht! rmovän" Nr. 15. Mbonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährlich Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). nacht schön, -Haut in kurzer Zeit mende Zarthelt un nd beseitigt alle Un derselben, Pickeln usteln etc.( Preis pro 2.35 incl. Porto Che, elegant. Broschüre man von Willy Rels , Bayerschestrasse und franko stkarte genügt! Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Dienstag, den 19. Januar 1904. Gießener 13. Ja rgang. Jusertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für ganz Ober hessen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfg. fonft 15 Pfg. Reklamen die Petitzeile 30 refp. 40 Pfg. Bostzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen, Selter 8 weg 83 Fernsprechauschluß Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Unfer Kolonialbefitz. Die bedrohlichen Nachrichten vom Aufstand der Hereros in unserem südwestafrikanischen Schutzgebiet haben in ängstlichen oder pessimistischen Seelen wieder einmal die Doppelfrage ausgelöst:„ Haben wir denn überhaupt nötig, uns in foloniale Unternehmungen einzulassen, und wird unser jetziger Rolonialbesitz wohl jemals irgend wertvolle Früchte für uns tragen?" Unser Berliner CB.- Mitarbeiter hat es angesichts dieser im jezigen kritischen Moment nicht unbedenklichen Regungen kolonialer Verdrossenheit für angebracht erachtet, die Ansicht einer der angesehensten Kapazitäten auf dem Gebiete der Kolonisationstätigkeit über die beiden beregten Punkte einzuholen. Der Praxis r die Praxi Auf die Frage Haben wir Kolonien nötig? Graf Bülow über den Herero- Hufftand. Zu Beginn der gestrigen Reichstagssitung hat der ver antwortliche Leiter der Reichsgeschäfte, Graf Bülow, Ver anlassung genommen, dem deutschen Volke alle zur Zei: möglichen Aufschlüsse über die Lage in Südwest afrikc und die von der Regierung getroffenen Maßregeln zu geben. Der Kanzler gab vor Eintritt in die Tagesordnung eine Er klärung ab, in der er die Ereignisse in der Kolonie e r n st" nannte und u. a. ausführte: äußerte der Gewährsmann unseres Mitarbeiters folgendes: Die Frage, ob ein Volf Kolonien notwendig hat, wird grundsätzlich mit Ja zu beantworten sein, denn der Charakter eines Volkes als Kulturnation wird im wesentlichen nur dadurch erwiesen, daß es tieferstehenden Völkern seinen Stempel aufzudrücken vermag. Im gewissen Sinne ist die Weltgeschichte eine Geschichte der Kolonisiertätigkeit der Kulturnationen. Im Laufe der Jahrhunderte hat sich allerdings der Begriff der Kolonie wesentlich verändert. Heute versteht man darunter lediglich den außereuropäischen Besitz der Festlandstaaten. Von den Großmächten ist keine mit Ausnahme von Desterreich- Ungarn ohne Solonialbesitz. Deutschland ist allerdings ziemlich spät in die Reihe der Kolonialmächte eingetreten, was einerseits durch die staatlichen Verhältnisse des Reiches, zum zweiten aber auch durch seine geographische Lage zu erklären ist. Das Deutschland des selig entschlummerten Bundestages war infolge seiner inneren Zerflüftung, infolge des Mangels an jeder Organisation und des Nationalbewußtseins selbstverständlich außer Stande, sich Kolonialbesitz anzueignen. Nur das Herrscherhaus, das uns die Kaiser der neuen Zeit gegeben hat, die Hohenzollern, hatten ein lebhaftes Verständnis für den Wert eigenen Kolonialbefizes. große Kurfürst hat nach mehrfachen anderen Versuchen die Kolonie Neuwilhelmsburg und Neuguinea in Afrika errichtet, aber der kleine Staat in der sogenannten Streusandbüchse des Deutschen Reiches vermochte froß der friegerischen Tüchtigkeit seiner Bevölkerung seinen Besitz nicht gegen die Intriguen der Kolonialmächte England und Holland zu behaupten. So schlief denn im Deutschen Reiche das Interesse für Kolonialbesit vollständig ein und die Bevölkerung war derartig gegen jede koloniale Tätigkeit eingenommen, daß sie sogar die Veräußerung der Flotte mit Jubel begrüßte. Das Interesse für die Kolonisation ist erst wieder durch die Rheinische Mission in Südwestafrika geweckt worden, die im Jahr 1868, allerdings vergeblich, den Schuh Preußens erbat. me Ausbildung zum hhalter und Kon ten garantiert mein b zelunterricht. Nach des Unterrichts stehe ülern zur Erlangung Stellung hilfreich zur Probebriefe etc umso erbindlich. ard Haffner enburg a, H ceptbuch Selbabereitung von nac, Rum, tören, Mund fern etc. Ersparnis bis jum Bufenbung foftenlos. Han pf, Berlin, Tavonalonstr.10.L Fondo Anerkennung 27, Solmart. 4. meer umgeben. es Gasthöfe, Trinkstuben, Tanzfäle, alles aus Holz aufgeführt ständigen Straße zweigte sich von Straße ab, da gab Lehmhütten wurden von einem hölzernen HäuserDie Aussichten unserer Kolonien. Der Generalstab kommandiert. Am 10. September 1898 wurde er zum Major befördert und nach Ablauf eines Jahres in den Generalstab der Armee versezt. Glasenapp war auch im Auslande mit Erfolg. tätig. Drei Jahre war er Instruk teur in Tientsin, 1900 begleitete er das ostasiatische Expedi. tionsforps unter Generalmajor v. Höpfner als Chef des Stabes nach China. Dort hat er seine Tüchtigkeit als Führer solcher Expeditionen erwiesen. Nach der Heimkehr v. Höpfners trat Glasenapp zm Stabe der ostasiatischen Infanteriebrigade, bis er 1901 als Bataillonskommandeur im Infanterieregiment Nr. 66 in die Heimat zurückgerufen wurde. Vor kaum zwei Jahren schied er aus dem Landheer aus und trat zur Marineinfanterie über. Der Aufstand der Hereros, der in wenigen Tagen einen bedrohlichen Umfang angenommen hat, ist ohne sicht baren Anlaß auch für genaue Kenner des Schutzgebiets zum Ausbruch gekommen. Der Aufstand hat in wenigen Tagen den von der Eisenbahn durchzogenen und von Weißen am dichtesten besiedelten Teil der Kolonie ergriffen. Die Früchte des Fleißes und der Ausdauer eines Jahrzehnts sind im Aufstandsgebiet vernichtet worden. Ein großer Teil der Ansiedler hat sein Eigentum an Haus und Hof, an Land und Vieh verloren. Schwerer noch ist die Sorge um das Schicksal der von den Farmen nach den Stationen geflüchteten Weißen, die jetzt einen Verzweiflungskampf gegen eine Uebermacht von Eingeborenen führen. Es läßt sich heute noch nicht übersehen, wie viele von den in weiten Entfernungen zerstreut über das Land wohnenden Farmerfamilien nicht rechtzeitig die schützenden Mauern der Station zu erreichen vermochten. Der Aufstand ist in einem Zeitpunkt losgebrochen, als der Gouverneur mit dem Gros der Schußtruppen infolge der Erhebung der Bondelzwarts im Süden sich befand, mehr als 20 Tagemärsche vom Schauplatz der gegenwärtigen Katastrophe entfernt. Dadurch sind die Zufluchtsorte in der Mitte der Kolonie nur mit sehr schwachen und über weite Gebiete zersplitterten Streitfräfte versehen. Gleich die erften Nachrichten zeigten die Notwendigkeit einer ansehnlichen Verstärkung der Schußtruppe. Infolgedessen wurde die Entsendung von 500 Mann mit 6 Maschinengewehren und 6 Maschinenkanonen vorbereitet. Die erbetenen Truppen fönnen jedoch nicht vor dem 30. Januar und dem 6. Februar die Abreise antreten. Die am Sonnabend eingetroffenen Nachrichten indessen, die das Schlimmste befürchten lassen, machen weitere Maßnahmen notwendig. Es sind deshalb noch gestern alle Vorbereitungen getroffen worden, um ein zusammengestelltes Bataillon Marineinfanterie in einer Stärke von 500 Mann nebst einigen Geschüßen und einem Detachement Eisenbahnpioniere mil der größten Beschleunigung nach Swakopmund zu expedieren. Diese Truppen werden am Donnerstag nachmittag in See gehen können auf einem Dampfer des Norddeutschen Lloyd, dessen Eintreffen in Swakopmund am 8. Februar erwartet werden kann. Bis zum Eintreffen der Marineinfanterie wird ein jetzt noch unterwegs befindlicher Ablösungstransport van 135 Mann, der am 3. Februar in Swakopmund fällig ist, bereits einige Unterstützung gebracht haben. Außerdem hat das in Kapstadt stationierte Kanonenboot ,, Habicht" den Befehl erhalten, nach Swatopmund in See zu gehen. Das Schiff wird dort vorausfichtlich bereits heute eintreffen. Die Kolonialtätigkeit Deutschlands aber begann erst durch den Samoavertrag mit England und Amerika im Jahre 1879. Dann fam in rascher Folge die Erwerbung von Besitz in Togo mit 60 000 qkm, in Kamerum 493 000, DeutschSüdwestafrika 831 000, Ostafrifa 941 000 und in der Südsee 252 000 qkm und einer Bevölkerung von etwa 8 Millionen Eingeborenen und etwa 4000 Europäern. Die Ausfuhr aus unseren Kolonien beziffert sich auf 11 Millionen Mark und die Einfuhr etwa auf 15 Millionen, wofür etwa 4000 Schiffe pro Jahr in dauerndem Dienste tätig sind. Das Klima ist in einzelnen Gegenden allerdings nicht besonders günstig für die Europäer. Erst in letzter Zeit ist es der Wissenschaft gelungen, einen systematischen Schutz gegen die Hauptinfektionsträger, die verschiedenen Fliegen, durchzuführen, die Hygiene hat ebenfalls Fortschritte gemacht und ebenso die Kenntnis der Schutz- und Heilmittel gegen die spezifischen Kolonialfrankheiten. Die Bedingungen zur Aufrechterhaltung unseres Kolonialbesizes sind also wesentlich günstiger geworden, und damit wächst natürlich auch die Aussicht auf lufrative Verwertung unseres Kolonialbefizes. Allerdings ist es nicht besonders leicht, die einheimische Nomaden- und Jägerbevölkerung zu einer geordneten Tätigfeit zu erziehen, und aus dem Widerstand gegen die mit einer regelmäßigen Pflichtarbeit sich ergebenden Unbequemlichfeiten erklären sich die vielfachen Unruhen, die zum Teil auch fünstlich durch unsere Neider herbeigeführt werden. Immerhin aber hat die Kolonialverwaltung in der Erziehung zum Kulturleben bereits große Fortschritte gemacht und zwar durch ein flug ausgedachtes System. Die Steuerleistungen der Einwohnerschaft werden nur noch zum Teil in Naturalien oder Geld eingefordert, sondern meist in Form von Arbeiten, die auf den Pflanzungsanlagen der Verwaltung zu leisten sind. Hier entwickelt sich auch bereits ein gewisses gesellschaftliches Leben, indem die Gouvernements aus den Eingeborenen Musikkorps bilden, die von Zeit zu Zeit ihre Weisen aufspielen. Dadurch gewinnen viele Eingeborenen Gefallen an dem Leben auf den Stationen und bleiben dori als Ansiedler zurück. Das erforderliche Land wird ihnen gratis zur Verfügung gestellt. Die zeitweiligen Aufstände müssen bei jedem Kolonialbesig mit in den Kauf genommen werden, und es wäre ein übertriebener Pessimismus, wenn man die Flinte ins Korn werfen und die bereits errungenen Erfolge den anderen Nationen in den Schoß werfen wollte. Dann hätten wir nur für lachende Erben gearbeitet. Unmittelbar nach dieser Erklärung verließ der Kanzler ben Saal, um sich zu einer Beratung über die Lage in Südafrika, an der a. Verireter des Reichsmarineamts und des Generalstabs teilnahmen, ins Auswärtige Amt zu begeben. Das erste Hilfskorps Gleichzeitig mit der Mobilisierungsorder ist auch der Kaiserliche Befehl ergangen, sofort Kreuzer auszurüsten und schleunigst nach Südafrika zu entsenden. Welche Kreuzer abgehen sollen, ist einstweilen allerdings noch nicht bestimmt. Im Reichsmarineamt und im Generalstab finden täglich eingehende Beratungen stati; am Tage des Ordensfestes verhandelte der Kaiser persönlich mit dem Chef des Generalstabes, Graf v. Schlieffen, längere Zeit über die Lage in Deutsch- Südwestafrika. Das nach Swakopmund berufene Kanonenboot ,, Habicht", das einzige Stationsschiff in Westafrika, hat eine Besatzung von 130 Mann. Die Geschützbewaffnung besteht aus 5 × 12,5 Zentimeter- Schnellfeuer- und 5X3,7 3entimeter- Revolverfanonen. Torpedo- Ausrüstung und Panzerung fehlen gänzlich, die Geschwindigkeit ist gering, 11,4 Seemeilen. Weiter steht das Schiff„ Wolf" zur Verfügung, das in der Mündung des Kamerunflusses anfert. Das Schiff hat 85 Mann Besatzung, ein gewöhnliches 8,7 Zentimeter-, ein 5 Zenti meter- Schnellfeuergeschütz und drei 3,7 Zentimeter- RevolverDie kleine Seemacht verfügt demnach insgesamt über 220 Mann, darunter 10 See-, 2 Sanitäts- und 12 Deck. offiziere, und über 15 Geschüße. wird schon diesen Donnerstag Nachmittag und zwar von Wilhelmshaven aus in See gehen. Zu seinem Transport ist von der Regierung der Lloyddampfer„ Darmstadt" gechartert worden. Die Expedition besteht aus je 250 Mann der Marineinfanteriebataillone in Kiel und Wilhelmshaven und einem Detachement der zweiten Matrosendivision mit vier Maschinenkanonen, ferner einer Eisenbahnpionier- Abteilung. fanonen. Deutfcher Reichstag. ( 30. Sigung.) CB. Berlin, 18. Januar. Das Haus war wieder gut besetzt, einmal mit Rücksicht auf die zu erwartenden Verhandlungen über die künftige Gestaltung unserer kommerziellen Beziehungen zum Auslande und deren Rückwirkung auf unser inneres Wirtschaftsleben, zum andern aber auch, weil bekannt geworden war, daß der Reichskanzler gleich zu Anfang der Sizung eine Erklärung über die Noch keine Stunde war die neue Hiobspost aus Südwestafrika im Besitz des Auswärtigen Amts, da war der kaiserliche Befehl schon ergangen, der die Entsendung eines Hilfsforps nach der Kolonie anordnete. Und noch keine Stunde war nach der Erteilung dieses Befehls verflossen, da waren die zuständigen Kommandostellen in Kiel und Wilhelmshaven bereits mit der Mobilmachung der Expedition beschäftigt. Und noch am selben Tage war die Hilfstruppe, die sich durchweg aus Freiwilligen der Marineinfanterie und der zweiten Matrosendivision zusammensetzt, schon gebildet. Die Mannschaften, die sich gemeldet hatten, waren schon auf ihre Tropendienstfähigkeit hin untersucht, und mit der Ausrüstung des Hilfskorps war bereits der Anfang gemacht worden. Es sind unter den vielen Freiwilligen, die sich gemeldet haben, durchweg ältere Leute und nur sehr wenige Refruten ausgewählt worden. Führer des Expeditionskorps ist Major v. Glasenapp, seit März 1902 Kommandeur des zweiten Seebataillons. Er gehört dem Heer seit 1874 an, wurde 1877 Leutnant, ist außerordentlich schnell befördert worden und hatte als Hauptmann bereits vier Fahrgänge übersprungen. Als Hauptmann à la suite des Infanterieregiments Nr. 94 wurde er 1895 zum großen Ereignisse in Deutsch- Südwestafrika und über die zum Schuße der dortigen Ansiedler unverzüglich ins Werf gesezten Maßnahmen abgeben würde. Vor Eintritt in die Tagesordnung ergriff denn auch Graf Bülow das Wort und gab die an anderer Stelle abgedruckte Erklärung ab. Hierauf wurde in die Tagesordnung eingetreten. Abg. Graf Kanib( kons.) begründete eingehend die Interpellation betr. Kündigung der bestehenden Handelsverträge. Zur Begründung der Notwendigkeit der Kündigung der Verträge bemerkt Graf Kaniz u. a., die Regierung habe sich mit dem Abschluß des Saratoga- Vertrages-- mit der Union geradezu vor dem Auslande lächerlich gemacht - eine Aeußerung, welche Präs. Graf Ballestrem für parlamentarisch unzulässig bezeichnete. Redner schildert weiter die Notlage der deutschen Landwirtschaft, vor allem im Osten. Die Vernachlässigung der Landwirtschaft in der Zollpolitik verschulde auch, daß die Tätigkeit der AnsiedlungsKommission erfolglos bleibe und die Ansiedlungsgelder schließlich nicht der Germanisation, sondern nur den Polen zu gute kämen. Für den Getreidebau müsse mindestens der bescheidene Schutz wiederhergestellt werden, den der alte Generaltarif gewährt habe. Die ländliche Bevölkerung mache die Kraft des Landes aus und müsse daher um so mehr erhalten und in ihrem Bestehen geschützt werden, je mehr die Sozialdemokratie um sich greife. Die Kündigung sei wohl unterblieben weniger aus politischen Rücksichten, als aus Rücksicht auf die Industrie. Und darunter sollen wir Bauern ( Lachen links) leiden! Die Kündigung der Handelsverträge, chloß Redner, ist eine politische, wirtschaftliche und finanzielle Notwendigkeit, eine Lebensfrage für die Landwirtschaft. An ihr ist schwer gesündigt worden, jetzt kann sie Gerechtigkeit verlangen.( Beifall rechts.) Staatssekretär Graf Posadow sfy erblickte in der Interpellation einen leisen Vorwurf gegen die Regierung ( Heiterkeit). Ein politischer Mann, der die Vorgänge verfolgt habe, werde kaum begreifen können, wie ein solcher Vorvurf gegen eine Regierung gerichtet werden könne, die den Bolltarif in so harten Kämpfen durchgebracht habe. Es ist, jagte der Staatssekretär, fein Zweifel daran möglich, daß die Regierung die ernste Lage der Landwirtschaft jederzeit anerkannt hat. Der Unterschied zwischen uns und dem Vertreter der Interpellation besteht auch nur in der einzuschlajenden Taktik. Sie bewundern es, wenn ein Arbeiter kühn die Hand in die weißglühende Masse legt. Das geringste Versehen würde ihm seine Aktionsfähigkeit kosten. Ebenso würde es uns gehen, wenn wir hier ein Versehen begingen. Wir haben stets an die alten Verträge die neuen zu knüpfen gesucht, um nicht unser Wirtschaftsleben schweren Schädigungen auszufeten. Daraus folat allerdings nicht, daß wir Fünftig auch einmal zu einer andern Taktik gedrängt werden fönnen. Deutschland ist ein guter Abnehmer für andere Länder. Wir sind nicht auf einen bestimmten Markt für unseren Bedarf an Nahrungsmitteln angewiesen. Wir müssen nur an gewissen elementaren Forderungen festhalten, und nur bei deren Erfüllung werden wir neue Verträge abschließen. Der Interpellant hat wohl selbst nicht erwartet, daß ihm heute von dieser Stelle aus irgend welche bestimmte Mitteilung gemacht werden würde. Wir halten jedenfalls an unseren Anschauungen fest und lassen es an Energie, unsere Absichten zu erreichen, nicht fehlen. Der Herr Reichs= kanzler, der am Steuer steht und die Verantwortung trägt, kann sich jedenfalls von seinem Steuer unter feinen Umständen und auch nicht durch irgend welche Interpellation abbringen lassen. Abg. Herold( Zentrum): An den Mindestzöllen für Getreide müsse unbedingt festgehalten werden. Ebenso sei dringend zu wünschen, daß die Regierung an den Viehzöllen nichts nachlasse. Abg. Bernstein( S.-D.) wandte sich gegen eine Künbigung der alten Verträge vor dem Abschluß neuer. Abg. Gothein( freis. Ver.) polemisierte gegen die schutzöllnerische Rechte, die uns mit den übermäßigen Zollsätzen des neuen Zolltarifes in eine Sackgasse gebracht habe. Im Verlauf der Debatte kamen Vertreter fast aller Barteien zu Wort. Die Auseinandersegungen flangen zum Teil wie eine neue Auflage der vorjährigen Zolltarifsdebatte Das Haus wurde immer leerer. Die Tribünen nicht minder für posthume Redekämpfe fehlt offenbar das Interesse. Die Politik. Auch aus Deutsch- Ostafrika wird über Räubereien der Eingeborenen berichtet. Nach einer Meldung aus Dar es Salaam hat die Militärstation Moschi den Auftrag erhalten, zur Verhinderung der Räubereien der MasaiNeger vorübergehend einen kleinen Posten an der Nordgrenze nordwestlich vom Kilima- Ndscharo zu errichten. Ebenso ist die Militärstation Muan 3 a verstärkt worden, um den Goldsuchern in Ikoma ausreichenden Schutz zu gevähren. Die verstärkte Grenzbewachung soll auch zur Unterdrückung des Viehschmuggels dienen. Einer Spaltung der Polenfraktion des Reichstags reden polnische westpreußische Blätter das Wort. Sie fordern die westpreußischen Abgeordneten zum Austritt aus der pol= nischen Fraktion auf, weil diese den Abg. Kulerski, der gegen den Willen des offiziellen polnischen Komitees und der Geistlichkeit gewählt wurde, in die Fraktion aufgenommen hat. Einzelne Abgeordnete kündigen an, daß die polnische Fraktion eine Statutenänderung vorbereitet, um fünftig die Aufnahme solcher„ Dutsider" zu verhindern. Die erste Beratung des preußischen Etats, der am 19. d. M. im Abgeordnetenhause eingebracht werden soll, wird für den 21. oder 22. erwartet. Türkei. Kurzen Prozeß wollen die Ententemächte, der ewigen Quengeleien und Quertreibereien der Pforte müde, mit den ürkischen Reformverschleppungsversuchen machen. Sie haben beschlossen, die letzte Note der Pforte, die neue Verhandlungen über verschiedene Punkte der Reformen verlangt, nicht zu jeantworten, alle ähnlichen Versuche der Pforte zu ignorieren und die Reformen ohne weitere Verhandlungen durchzuführen. Inzwischen mehren sich die Nachrichten vom Wiederauftauchen bulgarischer Komitebanden in Mazedonien. Eine solche Bande hat bei Kunonowo inen türkischen Pulverschuppen in die Luft gesprengt, dreißig türkische Soldaten kamen dabei ums Leben. Bei DemirHissar fand ein heftiges Gefecht zwischen türkischen Truppen und Komitatschis statt. Bei Wasiliko im Sandschak KirkAilisse haben nach Angaben von türkischer Seite Komitatschis brei Mohamedaner ermordet. Deshalb und auch aus anderen Bründen wurden zahlreiche Verhaftungen von Bulgaren vorgenommen. Das wird wohl wieder zu einem ürkisch- bulgarischen Notenwechsel führen! ** Hof und Gesellschaft. Ueber die Gal atafel beim Ordensfest is noch folgendes nachzutragen: Der Kaiser ahm Platz zwischer der Prinzessin Friedrich Leopold und der Prinzessin Erns bon Sachsen- Altenburg. An der Haupttafel saß wie immer eine Deputation der Ritter des Eisernen Kreuzes und der Inhaber des Allgemeinen Ehrenzeichens, Feldwebel, Eisen. bahnbeamte, Krongardisten, Stabstrompeter. Ihnen gegen über und neben ihnen Minister, Generäle, Diplomaten, Hof geistliche und Oberbürgermeister. Die Hofschauspielerin Frau Anna Schramm saß zwischen dem Fürsten Bismard und dem Grafen Posadowsky, die beiden Vizepräsidenten 5. Manteuffel und Dr. Paasche saßen nebeneinander, Wirklicher Geheimrat Dr. Koch saß zwischen dem chinesischen und bem chilenischen Gesandten, Kriegsminister v. Einem neben bem Grafen Ballestrem. Der Kaiser, der während des Mahles sich andauernd lebhaft unterhielt und vielen Persönlichkeiten zutrank, erhob sich zu dem üblichen Toast und trank auf das Wohl der neu ernannten und der früher ernannten Ritter. *** Die Kaiser in ist an einem leichten Fußleiden erfrankt, so daß die für morgen( Mittwoch) angesagte große Damentur ausfallen muß. Wie erinnerlich, hatte die Kaiserin Dor längerer Zeit einen Unfall, bei dem sie sich den Fuß verletzte. In dem jetzigen Leiden hat man wohl Nachwehen jenes Unglücks zu erblicken. Preussischer Landtag. ( 2. Sigung.) Herrenhaus. RK. Berlin, 18. Januar. Nach Eröffnung der Sigung begrüßt der Präsident Fürst zu Inn- und Knyphausen die neu eingetretenen Mitglieder. Nach Verlesung der geschäftlichen Mitteilungen folgt deren feierliche Vereidigung. Es sind dies: Herzog v. Arenberg, Graf Haeseler, Wilh. v. Hahnke, Graf v. Schlieffen, Graf v. Warbenleben, Graf v. Czappski, Graf b. Siemens. Es folgt die Beratung des Gesezentwurfs betr. die Befugnis der Polizeibehörden zum Erlaß von Vorschriften über die Verpflichtung zur Hilfeleistung bei Bränden. Minister des Innern& r br. v. Sammerstein begründet den Entwurf. Der jetzige Zustand hat zu großen Unzuträglichkeiten geführt, da heute die Polizei nur das Recht hat, von den Gemeinden den Erlaß von Ortsstatuten zu fordern, und da es ferner nach dem Kommunalabgabengesetz nur möglich ist, die in der Gemeinde Steuerpflichtigen zum Feuerlöschdienst heranzuziehen. Die Organisation einer geschulten Feuerlöschhilfe wird auf diese Weise unmöglich gemacht. Diese Uebelstände werden aber durch die Vorlage beseitigt, um deren wohlwollende Prüfung ich Sie bitte. Nach kurzer Debatte wird die Vorlage der Gemeindefommission überwiesen. Es folgt die Beratung der Interpellation Graf von Schlieben:" Durch das Bürgerliche Gesetzbuch ist das Publikum gegen Körper- und Sachbeschädigungen, welche durch den Besitzer bezw. Lenfer der Automobile herbeigeführt werden, nicht genügend gesichert. Gedenkt die Regierung durch gesetzliche Maßregeln diesem Uebelstande abzuhelfen?" Nach einer Begründung seitens des Grafen Schlieben erklärt Justizminister Schönstedt, daß die Regierung von verschiedenen Behörden Berichte eingefordert habe. Es hat sich ergeben, daß in den Jahren 1902 und 1903 mur 36 Pro zesse wegen Schadensersatzansprüchen gegen Automobilfahrei anhängig gemacht sind. Allerdings bemühen sich die Haft pflichtgesellschaften, den Schadensersatzansprüchen auf güt lichem Wege gerecht zu werden. Die Frage ist aber nich spruchreif, und das Haus möge sich noch gedulden. Wir sind noch nicht schlüssig, ob die Landesgesetzgebung oder die Reichs gesetzgebung einsehen soll. Die Debatte über diese Interpellation ist lebhafter al gewöhnlich, führt jedoch zu keinem definitiven Ergebnis Auch der Minister des Innern erklärte, mit drakonischen Maß regeln wolle die Regierung dem Automobilsport nicht zi Leibe gehen. Es folgte eine Interpellation des Frhrn. v. Durant, di gegen die Parzellierung oberschlesischen Rittergüter durch die Landbank Maßnahmen fordert. Dei Landwirtschaftsminister v. Po d bielski erklärte, er könne gegen diese Praxis der Landbank nichts tun. Eine Kommission zum Studium der Angelegenheit sei jedoch eingesetzt. Nad weiterer unwesentlicher Debatte vertagte sich das Haus bis zum Februar. Aus dem Gerichtssaal. § Eine verhängnisvolle Säbelmensur fand in Würzburg ihr gerichtliches Nachspiel. Das dortige Schwurgericht verurteilte den Forstkandidaten Wilhelm Lorenz von der Aschaffenburger Akademie wegen Zweikampfes zu fünf Monaten Festung. Lorenz, Mitglied des Korps Arminia", hatte mit dem Forstkandidaten Königsdorfer vom Korps " Hubertia" cine Säbelmensur ausgefochten, bei der Königsdorfer eine 10 Ctm. lange Wunde am rechten Vorderarm davontrug. Der Verwundete starb nach etwa acht Tagen am Starrframpf. In der Verhandlung wurde die Möglichkeit betont, daß die Infektion der Wunde schon im Pauklokal herbeigeführt worden sei, da dieses sehr unsauber war. § Zum Tode verurteilt. Wegen Raubmordes wurde der Arbeiter Stephan Cegielski vom Schwurgericht in Bromberg nach dreitägiger Verhandlung zum Tode verurteilt. Gegen seine mitangeklagte Geliebte, die Arbeiterfrau Janus aus Znin, wurde wegen Diebstahls auf drei Monate Gefängnis erfannt. Cegielski hatte im Januar v. Is. am 3niner See die Arbeiterfrau Szczepinski ermordet und be raubt und dann in Gemeinschaft mit der Janus die Wohnung der Ermordeten geplündert. Cegielski nahm das über ihn verhängte Todesurteil mit geradezu erstaunlicher Gleichgiltigkeit hin. Als er nach Schluß der Verhandlung wieder in das Untersuchungsgefängnis abgeführt wurde, fragte ihn ein höherer Justizbeamter, ob er nicht nach einem Seelsorger Verlangen trage. Cegielski verneinte die Frage, indem er hinzufügte,„ er glaube jezt überhaupt nichts mehr!" § Dämon Alkohol. Das Schwurgericht zu Münster verurteilte den Gelegenheitsarbeiter Tombreil wegen Ermordung des Arbeiters Tebbe zu 12 Jahren Zuchthaus. Tombreil hatte T., nachdem beide zusammen reichlich Schnaps genossen hatten, am 30. Oftober v. J. auf freiem Felde im Streit mit einer Dunghacke erschlagen. § Die Oldenburger Ministerbeleidigungsprozesse scheinen immer weitere Kreise ziehen zu wollen. Justizminister Dr. Ruhstrat, der bereits die Verurteilung des Gymnasialoberlehrers Dr. Ries und des Redakteurs Biermann wegen Beleidigung herbeigeführt hatte, hat nunmehr auch gegen den jetzigen Redakteur des Residenzboten, Martin Kruse, Strafantrag gestellt wegen eines angeblich beleidigenden Gedichtes in Nr. 1 des genannten Blattes vom 1. Januar cr.; es handelt sich hierbei um ein Gedicht, welches„ Meinem Heimatland" betitelt ist. Ferner hat der oldenburgische Richterstand Klage gegen Kruse erhoben wegen eines angeblich beleidigenden Artikels„ Es wird immer interessanter" in derselben Nummer des Residenzboten. Beide Klagen wer den demnächst vor dem Schöffengericht in Oldenburg zur Verhandlung kommen. Nab und Fern. Zum Crimmitschauer Streik. Geheimrat Böhmert, dessen Vermittelungsaktion vor kurzem scheiterte, will nun sersuchen, den Bundesrat zu einem Vorgehen in versöhnendem Sinne zu bewegen. Eine vom Dresdener Ortsverein für soziale Reform einberufene, stark besuchte Versammlung beschloß auf Antrag Böhmerts, die sächsische Regierung zu ersuchen, beim Bundesrat die schleunige Einführung der zehnstündigen Arbeitszeit für Fabrikarbeiterinnen zu bean= tragen. Weiter sei es wünschenswert, zur raschen Schlichtung des Streits in Crimmitschau eine Untersuchungskommission einzusetzen, welche die Ursachen des Streits feststellen und untersuchen soll, was das Eingreifen des Gewerbegerichts verhinderte, und Einigungsvorschläge machen soll. Die letzteren werden wenig Aussicht auf Erfolg haben. Mit Bezug auf die Meldung eines sozialdemokratischen Blattes, jetzt sei es entschieden, daß die Crimmitschauer Fabrikbesizer nachgeben würden, veröffentlichen die letzteren folgende Erklärung:„ Wir erklären endgültig, daß wir in diesem Streik unter feinen Umständen nachgeben, noch die ungerechten Forderungen des Tertilarbeiterverbandes weder ganz noch teilweise nachgeben werden. Verhandlungen mit diesem Verbande sind in diesem Streik jetzt und immer ausgeschlossen." A Wassersnot in Bloemfontein. Die aus dem Boerenfriege durch ein blutiges Treffen bekannte Stadt Bloemfontein ist von einer schweren Katastrophe heimgesucht wor den. Der niedrig gelegene Teil der Stadt wurde infolge Berstens der Wasserleitung überflutet. Drei Hotels und viele Häuser sind zerstört. Die Anzahl der Toten ist noch unbekannt. Hunderte von Personen sind obdachlos. Das Ende des Attentäters. Das alte Sprichwort: „ Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein" kann feine passendere Illustration finden, als den folgenden sensationellen Fall, der aus Essen gemeldet wird. Die Lokomotive eines Personenzuges erfaßte auf der Strecke SaarnRattivig einen Arbeiter namens Johann Wolterhof bei dem Versuche, den Zug durch Auflegen von Steinen auf das Gleis zur Entgleisung zu bringen. Wolterhof wurde sofort getötet. Das Gleis war auf eine Länge von ungefähr 80 Meter mit Steinen bedeckt. Der Zug hat keinen Schaden erlitten. * Die Tageso D verordnet.n om mittags 3 Ubr Schriften für die Auslofung der auf den Schuldverschrei gleiden bes 1897 Anlebens. 6. Die Januar 1904. 7. Blockstraße; hier: Minna Rörner für gefuch des Wilhel hier: Dispens. 1 die Diesstraße. 1 die Hodheimerstraf von Kanalreinigun ** Die nenen Eisenbahnmarken, die am 1. Februar im gesamten Gebiete der preußisch- hessischen Eisenbahngemeinschaft zur Einführung gelangen, werden jetzt von der Reichsdruckerei hergestellt. Sie sollen zur Franfierung von Stückgutsendungen im Eil- und Frachtverkehr dienen und sind wesentlich größer als die Briefmarken der Reichspost. Das Bild der Marke ist vor allen Dingen sehr zweckmäßig, da der Wertbetrag besonders deutlich zu erkennen ist. In jeder der vier Ecken befindet sich ein Stern. Ein Band läuft um die Mitte der Marke, an dessen unterem Ende man ein geflügeltes Rad sieht. Auf dem Rande liest man: Kgl. Preuß. Staatseisenbahnen. Der Wert der Marke ist in großen Zahlen auf der Mitte des Bildes ausgedrückt. Es werden jetzt neun Sorten hergestellt. Entsprechend dem fleinsten Frachtsate gehen sie von 30 Pf., um je 10 Pf. steigend, bis zu 1 Mark aufwärts. Außerdem werden Marken zu 5 Pf. zum Ausgleich von Nebengebühren hergestellt. arbeiten. c Besch 3ementröhren. 1 füdlichen Seite de Alinterlieferung. bezw. Webernahme nahme der Straße Stadt. 17. Auff Löwenstein'schen Ha Ropelle des Friedho vierten Straßenwarts lach. 21. Besuch d laffung eines gelegen Aruges. 22 Veröf 1904. 23. Erlag betrieb mit Kellnerin Amend dahier um C Bahnhofstraße 66. werks für 1904/5. öffentlichen Wegen für 1904/5. 28.$ von Gießen. 29. Gießen. 30. Bor 1904/5. Aus dem Vorleben des als Gatten mörders verhafteten Dr. Braunstein werden jetzt Dinge bekannt, die seine Schuld als fast zweifellos erscheinen lassen. Dr. Braunstein ist ein sittlich durchaus minderwertiger Mensch, der als Assistent im Pathologischen Institut zu Bonn kostbare Instrumente entwendete und deshalb eine längere Gefängnisstrafe erlitten hat. In Halle lernte Dr. Braunstein, ein 45jähriger Mann, das 36 Jahre alte Fraulein Minna Wege kennen, die ein Vermögen von 150 000 Mark besaß, von denen sie 80 000 in bar mit auf die Hochzeitsreise nahm! In San Remo erkrankte sie, wie sie einer Cousine schrieb, nach dem Genuß eines Beefsteaks, das, wie sie annahm, ihr Mann vergiftet hatte. Als sie dann gestorben und in einem Krematorium verbrannt worden war, erhielten ihre Verwandten erst durch anonyme Briefe davon Nachricht. Vermischtes. [ Kaiserandenken.] Von der An.oefenheit des Kaisers in Landeshut zur Trauung der Gräfin Armgard zu Stolberg- Wernigerode wird nachträglich noch eine hübsche Episode bekannt. Als die Hochzeitsgäste das Gotteshaus verlassen hatten, eilten zahlreiche Kirchenbesucher auf den Sessel zu, der dem Kaiser während der Zeremonie als Sitz gedient hatte, um einige Blätter von dem Eichenkranze zu erhaschen, mit dem der Sessel geschmückt war. Der letztere gehört dem Oberglöckner der Landeshuter Kirche. Dieser wird an dem Sessel eine Erinnerungsplatte anbringen lassen. [ Neunmal verheiratet!] Ein Genfer Blatt berichtet von einem großartigen Eherekord, den eine dortige Einwohnerin durch ihre sechste Verheiratung geschlagen habe. Die Leistung ist ja wohl anerkennenswert, aber noch lange kein Reford. Die Stadt Elberfeld zählte nämlich bis vor etwa vier Jahren eine Lehrerwitwe zu ihren Einwohnern, die nicht weniger als neunmal verheiratet war. Als Tochter eines Postmeisters im Jahre 1843 zu Remscheid geboren, reichte sie zum erstenmal einem dortigen Kaufmann die Hand. Als dieser im deutsch- französischen Kriege blieb, jeiratete sie nach einem Jahre zum zweitenmal und zwar einen Gastwirt. Hieran schlossen sich nach dessen Tode im Laufe der Zeit an: ein Schmied, ein Kunstgärtner, ein Feilenhauer, ein Gendarm, zwei Polizeiserganten und zuletzt in aus Remscheid gebürtiger Lehrer. Von dem Feilenhauer vurde die Frau nach einem kurzen Liebesglück" wieder geschieden, während der Gendarm als Ehemann Nr. 6 in Ausübung seines Berufes bei Schlichtung eines Streites auf offener Straße tötliche Verlegungen erhielt. Sämtliche Männer hat die Frau überlebt, bis sie selbst im Januar 1900, m Alter von 57 Jahren, nach einem zuletzt sehr bewegten Reben den teuern neun Verstorbenen in den Tod nachfolgte; ie starb in Elberfeld, wo sie auch begraben wurde. [ Therese Humberts Wunsch.] Man sollte meinen, daß Therese Humbert, die jetzt vom Zuchthaus in der Provinz nach Paris übergeführt worden ist, jetzt kaum mehr eine Pariser Berühmtheit" sein könne. Dem ist aber nicht so. Banz Paris wetteifert um die Plätze im Zuschauerraum bei ihrem bevorstehenden Beleidigungsprozeß mit dem Bankier Tattaui. Therese ist leidend und hat um eine bequeme Zelle gebeten. Der Wunsch ist ihr aber versagt worden. Ebenso wird ein zweiter, den sie hegt, kaum in Erfüllung gehen. Therese will vor den Schranken mit einem Hut erscheinen, dem berühmten Hut, den sie die ganze Dauer ihres großen Prozesses hindurch getragen hat. Sie wird aber als Zuchthänsterin wohl auf diese kleine weibliche Eitelkeit verzichten müssen. Das Neueste aus den Witzblättern. Deutlich. Herr:„ Mein Fräulein, darf ich Ihr Gefangener sein?"„ Erst ist man Freier, dann Gefangener!" Dem Beruf entsprechend.„ Mein Garçon, der Herr Redakteur, hat morgen Geburtstag."" Was backen Sie ihm da?"—„ Natürlich Blätterteig!" Kindlicher Wunsch. Der kleine Hans:„ Papa, was ist eigentlich ein Autodidakt?"-- Vater:„ Jemand, der si- s) selbst unterrichtet." Der kleine Hans( der ungern in die Schule geht):„ Ach, Papa, dann nimm mich doch aus de: Schule, ich will lieber ein Autodidakt sein." Na also. Onkelchen:„ Der Arzt hat mer Bäder verornet." Neffe:„ Das wird dir peinlich sein, Onfelchen." Onkelchen: Wie haißt peinlich, sind's doch bloß elektrische Lichtbäder!" Ultima ratio.( Weichensteller:) Jetzt bin i scho fünfundzwanzig Jahre bei da Eisebahn, und niemand paßt auf mi auf i woaß net, wia i mi bemerkbar mach', i muß rein amal die Weiche falsch stella!" Zurückgegeben. Aelteres Fräulein:„ Wo sind denn Ihre Haare geblieben, Herr Bavon?"- Lebemann:„ Bei Ihren Zähnen, gnädiges Fräulein." Auf dem Lande. Städter:„ Haben Sie viel Schnee diesen Winter gehabt, Herr Brunhuber?", freili hab' i viel Schnee g'habt, aber mein Nachbar hat noch viel mehr g'habt." Wieso denn, Ihr wohnt doch nebeneinander?" ... Er hat aber a mehr Acker." ( Dorfbarbier.) X Nation Gießen. Im fich gestern Abend bis jest probifor die einzelnen Un wählt hatte. De eine Anzahl Her aber in ihren da bolle Unterstügu ordneter Kirch den erschienenen Provinzialdirektor Stadt, Herrn O miterschienenen S baß man in alle Pflege des deutsch Intereffe befunde daß der vorberei Ehrenpräsidenten wonnen habe, d reftor als Vorfize Dr. Braun bon Braem Aullmann, Mecum, D Der vorbereiten beiden Vorfizenden Herr Oberbürgermei Beinhändler Helm diesem Vorschlage Herrn nahmen die biernach die Konstit nommen und ebenfa Ausschuffes afzeptier 1. Borsigenden hier Finanzausschuß: Wirtschaftsaussch Breßausschuß: Wohnungsausch Bauausschuß: Gefang, Mufif Empfangs, Bug Diefe fieben 1. Vo Festausschusses, d Maschinenbauerdes Vereins bild Damit war der ordneter Kirch to ein Boranschlag die Versammlung ** fei, der in Ginna balanziere.-3 angehört wurden. * Morgen mittags 10 Uhr Ausschußsizu tatt. Es wird b Preisstraßen; hier in der Ortsdurchfa Inner Rährchen Loten ist nod achlos. e Sprichwort: hinein" fann folgenden fenD. Die LofoStrede Saarn erhof bei dem auf das Gleis de fofort ge ihr 80 Meter den erlitten. bruar im genbahngemeinon der Reichs fierung von r dienen und er Reichspost. r zwedniäßig, nnen ist. In Ein Band interem Ende nde liest man: der Marke ist ausgedrückt. sprechend dem m je 10 Pf. dem werden ebühren hers verhafteten seine Schuld nstein ist ein Assistent im rumente enttrafe erlitten hriger Mann, nnen, die ein sie 80 000 in emo erkrankte Genuß eines ergiftet hatte. um verbrannt urch anonyme des Kaisers ard zu Stolübsche Episode aus verlassen en Sessel zu, Sitz gedient zu erhaschen, re gehört dem wird an dem Blatt berichtet dortige Einchlagen habe. er noch lange nlich bis vor Einwohnern, et war. Als Remscheid geJen Kaufmann 1 Ariege blieb, al und zwar essen Tode im stgärtner, ein ten und zulegt m Feilenhauer ick" wieder geann Nr. 6 in es Streites auf elt. Sämtliche Januar 1900, sehr bewegten Tod nachfolgte; wurde. Ite meinen, daß in der Provinz um mehr eine taber nicht so. chauerraum bei t dem Bankier -bequeme Zelle orden. Ebenso füllung gehen. Hut erscheinen, er ihres großen aber als Zuchttelfeit verzichten ittern. Darf ich Ihr Ge tein Garçon, der nn Gefangener!" " -Was backen Hans:„ Papa, r: Jemand, der ans( der ungern um mich doch aus ein." mer Bäder ber fein, Onfeldhen." d) bloß elektrische t bin i fcho fünf ar mach', i muj iemand part auf n: ,, Wo find denn Lebemann:„ Bei Sie viel Sdmee -, freili hab t noch viel mehr nebeneinander?" ( Dorfbarbier.) Lokales. 19. Januar 1904. * Die Tagesordnung für die nächste Sißung der Stadtverordnet n am Donnerstag, den 21. Januar nachmittags 3 Uhr ist Folgende: 1. Mitte lungen. 2. Vorschriften für die Hausanschlüsse an die Kanalisation. 3. Auslosung der auf 15. Mai 1904 zur Rückzahlung kommenden Schuldverschreibungen des 1896'er Anlebens. 4. Desgleichen des 1897'er Anlehens. 5. Desgleichen des 1899'.r Anlehens. 6. Die Holzversteigerungen vom 11. und 18. Januar 1904. 7. Baugesuch des Heinrich Carlé für die Blockstraße; hier: Dispens 8. Baugesuch der Agathe und Minna Körner für die Weftanlage; hier: Dispenz. 9. Baugesuch des Wilhelm Möser für seine Mühle an der Lahn; hier: Dispens. 10. Baugesuch des Christian Inderthal für die Diezstraße. 11. Baugesuch des Philipp Schwan für die Rodheimerstraße. 13. Stanalisation; hier: a Beschaffung von Kanalreinigungsbürften. b Vergebung von Schlosserarbeiten. c Beschaffung eines Apparats zur Prüfung von Zementröhren. 14. Herstellung eines Bürgersteigs auf der südlichen Seite der Rodheimerstraße; hier: Vergebung der Alinterlieferung. 15. Chauſſierung der Landgrafenstraße bezw. Uebernahme derselben durch die Stadt. 16. Ueberrahme der Straße In Löbers Hof" in das Eigentum der Stadt. 17. Aufstellung eines Waschtessels im vormals Löwenstein'schen Hause Schloßgasse Nr. 9. 18. Heizung der Kapelle des Friedhofs am Rodtberg. 19. Anstellung eines vierten Straßenwarts. 20. Bebauungsplan für die Schwarz lach. 21. Gesuch des Kustos Dr. Ebel dahier um Ueberlaffung eines gelegentlich der Kanalisationsarbeiten gefundenen Kruges. 22 Veröffentlichung der Gießener Jahrmärkte für 23. betrieb mit Kellnerinnen betreffend. 24. Gesuch des Wilhelm Amend dahier um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb im Hause Bahnhofstraße 66. 25. Voranschlag des städt. Elektrizitätswerks für 1904/5. 26. Der Verkehr der Radfahrer auf öffentlichen Wegen 2c. 27. Voranschlag des Gr. Polizeiamts für 1904/5. 28. Vermächtnis des Rendanten Karl Stroh von Gießen. 29. Stiftung des Heinrich Schreiber von Gießen. 30. Voranchlag der Plock'schen Stiftung für 1904/5. × Nationaler Gesangswett streit zu Gießen. Im unteren Saale des Café Ebel hatten sich gestern Abend die Herren versammelt, welche der bis jetzt provisorisch tätig gewesene Festausschuß für die einzelnen Unter- Ausschüsse vorgeschlagen und gewählt hatte. Der Saal war dicht besegt, trotzdem noch eine Anzahl Herren mit Entschuldigung fehlten, die aber in ihren darunter sehr liebendswürdigen Schreiben volle Unterstützung zugesagt hatten. Herr Stadtverordneter Kirch leitete die Versammlung und begrüßte den erschienenen Ehrenpräsidenten des Festes, Herrn Provinzialdirektor Dr. Breidert, das Oberhaupt der Stadt, Herrn Oberbürgermeister Mecum und die miterschienenen Stadtverordneten; sicherlich ein Beweis, baß man in allen Kreisen für das Fest, welches der Pflege des deutschen Männergesanges dienen soll, reges Interesse bekunde. Herr Kirch teilte dann weiter mit, daß der vorbereitende Festausschuß auch neben dem Ehrenpräsidenten bereits ein Ehrenpräsidium gewonnen habe, dem neben dem Herrn Provinzialdirektor als Vorsitzender noch angehören die Herren Dr. Brauns, Rektor der Landesun versität, von Graewenig, Regiments fommandeur, Kullmann, Landgerichte präsident, Mecum, Oberbürgermeister. Der vorbere tende Ausschuß hat aber auch bereits die beiden Vorsitzenden des Festausschusses, es sind dies Herr Oberbürgermeister Mecum, 1. Vorsitzender und Herr Weinhändler Helm, erwählt. Die Versammlung war mit diesem Vorschlage gern einverstanden und die genannten Herrn nahmen die auf sie entfallene Wahl an. Es wurde hiernach die Konstituierung der einzelnen Ausschüsse vorgenommen und ebenfalls hier die Vorschläge des vorbereitenden Ausschusses akzeptiert. Des Raumes wegen seien nur die 1. Borsigenden hier aufgeführt. - Finanzausschuß: Meggermeister Louis Pirr; Wirtschaftsausschuß: Kaufmann Emil Fischbach; Breßausschuß: Fabrifant Eichenauer; Wohnungsausschuß: Ratsdiener Ochs; Bauausschuß: Stadtverordneter Huhn; Gesang, Musif- u. Vergnügungsausschuß: Louis Frech; Empfangs-, Bug- u. Ordnungsaussch.: Kaufm. W. Homberger. Diefe fieben 1. Vorsigenden mit den beiden Vorsitzenden des Festausschusses, dem Herrn Linker als 1. Vorsißenden des Maschinenbauer- Gesangvereins und 10 weitere Mitglieder des Vereins bilden den geschäftsführenden Ausschuß. Damit war der Wahlaft beendet und Herr Stadtver ordneter Kirch teilte den Anwesenden noch mit, daß ein Voranschlag des Festes auch provisorisch aufgestellt sei, der in Einnahme und Ausgabe mit 13 500 Mark balanziere. Zum Schluß erfreute der Gesangverein die Versammlung durch einige Gesänge, die mit Beifall angehört wurden. | Grundbuchs für die Gemarkung Angen rod; hier: Aufsteinung der Kreisstraßen. 3. Reklamation gegen die Bürgermeisterwahl zu Vockenrod; hier: die Kosten des Beanstandungsverfahrens. Eisenbahn Hersfeld- Alsfeld. Seiteas der Gemeindevertretung von Alsfeld wurde eine Petition, die auch seitens der Gemeindevertretung von Breitenbach a. H. unterzeichnet wurde, dem Reichstagsabgeordn ten des Kreises, Dr. Wallau, sowie allen hessischen Vertretern im Reichstage übersandt. Die erste diesjährige Schlußprüfung der Kandidaten der evangelischen Theologie hat in Darmstadt ihren Anfang genommen. Es beteiligen sich daran 12 Examinanden( eine seit Jahren nicht erreichte Bahl), von denen 6 aus Oberhessen sind. *** Ja der leßten Sißung des Ortsgewerbever eins Gießen waren u. a. auch die Mitglieder des Prüfungsausschusses für die diesjährigen Gesellenprüfungen gewählt worden, im ganzen 84, aus jedem Gewerbe drei. Die betreffenden Herren hatten sich nun gestern Montag nachmittag 5 Uhr auf Einladung des Vorsiz nd r des Prü fungs- Ausschusses, Herrn Baumeister Traber im Restaurant Feidel versammelt, um in ihrer ersten Sizung wieder einen engeren Ausschuß, zu dem von jedem Gewerbe ein Herr gehört, zu bestimmen. Dieser engere Ausschuß arbeitet mit dem Vorstand der Prüfungskommission( derselbe setzt sich zu sammen aus den Herren Traber, 1. Vorsigend., Schlosser m ister Martin Dörr, 2. Vors. und Architekt Schramm Schriftführer) in erster Linie; diese Einteilung hat sich nämlich in den letzten Jahren bestens bewährt. Ueber die Art und Ausführung der einzelnen Gesellenstücke selbst werden sich die Mitglieder innerhalb ihres eigenen Gewerbes eine Richtschnur geben. Nach Beendigung dieses Wahlattes richtete Herr Baumeister Traber noch die Bitte an die Herrn, daß, wenn er an einen oder den anderen Meister im Laufe der nächsten Wochen einmal die Bitte richte, bei dem Vorbereitungskursus für die diesjährige Meisterprüfungen ihn, was Praxis anbelangt, zu unterstüßen, er keine Fehlbitte stelle. Die Anwesenden sagten zu Der sich mit eingefundene 1. Vorsitzende des Ortsgewerbevereins, Herr Stadtverordnete Petri, wie auch Herr Dörr tamen nach Beendigung der Tagesordnung auf die Sterbekasse des Landesgewerbevereins zu sprechen und empfahlen diese Einrichtung als sehr vorteilhaft für die Handwerksmeister. Auch das Submissionswesen wurde wieder angeschnitten, eine größere Aussprache darüber aber für den nächsten Diskussionsabend des Gewerbevereins vorgesehen. Die Sigung verlief sehr anregend. " * Stadttheater Gießen. Für die 7. Volts. vorstellung am Mittwoch den 20. Januar ist Schönthan u. Koppel- Elfeld hier überaus beliebtes, liebenswürdiges Lustspiel Renaissance" mit Frl. Hellberg in der Hosenrolle des Vittorino gewählt worden. Zweifellos dürfte diese Wahl ein volles Haus zur Folge haben. Zu dem am 21. Januar stattfindenden einmaligen Gastspiel der Gustav Lindemann Tourneée wird uns geschrieben: Direktor Bustav Lindemann, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Meisterwerke des greisen Dichters Henrik Ibsen in vollendetster Weise zur Darstellung zu bringen, wird uns demnächst mit einem neu entdeckten nordischen Dramatiker bekannt machen. Johann Bojer heißt dieser neue Dichter, auf den ganz Skandinavien mit Stolz blickt. Das neueste Werk dieses vielversprechenden Poeten, das Schauspiel„ Theodora", hat Direktor Lindemann für ganz Deutschland erworben, um es mit einer auserlesenen Künstlerschar zur Aufführung zu bringen. Direktor Lindemann hat ein Ensemble von seltener Vollendung vereinigt. Die besten Namen deutscher BühnenKünstlerinnen und Künstler sind vertreten. Wir nennen nur Louise Dumont vom deutschen Theater in Berlin, Asta Hitler vom Neuen Theater in Berlin, Clara Setler vom Schauspielhaus in Frankfurt a. M., Dr. Albert Fischer vom Züricher Stadttheater, ein Darsteller, der zu den allergrößten Hoffnungen berechtigt, Theodor Kipler von München und andere erstklassige Kräfte. Ein Hauptvorzug des Lindemann Ensembles bildet wohl auch nicht zuletzt den Umstand, daß auch die weniger hervortretenden Rollen von durchaus erſten, bewährten Künstlern dargestellt werden. Als Regisseur für dies neue nordische Drama ist Herr Richard Valentin, vom„ Neuen“ und„ Kleinen" Theater in Berlin gewonnenen, ein äußerst feinsinniger Stimmungskünstler, der bereits die herrlichsten Proben seines außerordentlichen Talents gezeigt hat. Unserm tunstsinnigen Publikum wird also ein selten eigenartiger Genuß bevorstehen, so daß man diesem neuen Gastspiel der Lindemann'schen Tourn ée mit großer Spannung entgegensehen darf. ** Der Gernhardt'sche Zither- und Mandolinen- Chor feierte am letzten Samstag Abend in der Turnhalle des Turnvereins Gießen sein erstes Stiftungsfest. Der Verein ist mit dieser Festlichkeit wohl eigentlich das erste Mal vor das große Publifum getreten, um zu zeigen, was seine strebsamen Mitglieder nach des Tages Arbeit im Laufe des Jahres der Musik an Fertigkeit abgewonnen haben. Konzert, welches der Göttin Terpsichore voranging, hörten wir einige recht schön zum Vortrag gebrachten Musik** Morgen Mittwoch, den 20. Januar findet vor- stücke von Beethoven, Burgstaller und Swoboda. Herr mittags 10 Uhr eine öffentliche Provinzial- Gernhardt wußte seine Schüler im Zaum zu halten Ausschußsigung im Regierungsgebäude zu Gießen und die leichten Mandolinen- und Zither- Töne kamen statt. Es wird verhandelt über 1. Unterhaltung der in der großen Halle bei recht aufmerksam lauschendem in der großen Halle bei recht aufmerksam lauschendem Kreisstraßen; hier: einer Böschung der Lautelerstraße Publikum sehr gefällig zu Gehör. Hervorgehoben sei in der Ortsdurchfahrt zu Alsfeld. 2. Anlegung des noch, daß speziell für das Fest auch ein kleines MännerInnere Röhrchen Aeussere Kapsel MAGGI's Bouillon- Kapseln vsbaldinH wish os Man achte genau auf den Namen ,, MAGGI". quartett sich in dankenswerter Weise dem Verein zur Verfügung gestellt hatte, und mit der von ihm übernommenen legten Programm- Nummer„ Gruß aus Ober- Inntal" dem offiziellen Teil einen dankbaren Abschluß verschaffte. Die Zitherbegleitung dazu gab dem Vortrag den südländischen Anstrich. Eine Saalpost zwischen den einzelnen Tänzen brachte auch im gemüt lichen Teile Abwechslung, so daß die Anwesenden ziem= lich lange beisammen blieben. Der erste Ausbildungskursus einer freiwilligen Sanitäts- Rolonne in Gießen hat nach einer in 12 Doppel- Stunden durchgeführten Uebungszeit seinen Abschluß in einer Prüfung gefunden, die die Mannschaften vor Vertretern des Kreisamts, der Bürgermeisterei, der Militärs und des Vorstandes des Vereins vom Roten Kreuz ablegten. Die Uebung zeigte, daß die Kolonne im Stande ist, im Ernstfalle, im Kriege, wie bei Unglücksfällen, die vor Eingreifen des Arztes nötige Hilfe zu leisten. Demnächst wird für die Kolonne ein Depot eingerichtet, in dem Tragen, Verbandsmaterial u. s. w. für vorkommenden Bedarf aufbewahrt wird. Als Abzeichen erhalten die Mitglieder der Kolon e Armbinden mit dem Genfer Kreuz und Müßen. Die nächste Uebung findet an einem Sanitätszug auf dem Gießener Bahnhofe statt. Ein Zeichen, daß die Schweine zucht im Vogelsberg sehr in Blüte steht, liefern die zahlreichen Schlachtschweine, die ein ganz enormes Gewicht erreichen; so urden in Lichenrod zwei Tiere geschlachter, von denen das eine 410 Pfd., das andere sogar 535 Pfd. wog. Durch ▲ Aus dem Kreise Wezlar, 7. Jan. Gewährung einer Beihülfe seitens der Landwirtschaftskammer für Rheinpreußen zur Anpflanzung von Obstbäumen ist der seinen Mitgliedern Hochstämmen zu ermäßigten Preisen zu beschaffen. Es können folgende empfehlenswerte Sorten geliefert werden: 1. Alepfel: Wintergoldparmaine, Landsberger Rainette, Großer rhein scher Bohnapfel, Bakenapfel, Baumanns Rainette, Schöner von Boostoop, Roter Trierscher Weinapfel. 2. Birnen: Gute Louise von Avrenches, Gellerts Butterbirne, Deils Butterbirne, Pastorenbirne. meinsame Bezug von Obstbäumen seitens der Mitglieder des Vereins betrug im verflossenen Jahre bereits 577 Stück. Bestellungen auf Obstbäumen sind bis spätestens 10. Februar bei den Vertrauensmännern des Vereins oder an Herrn Kilp- Weglar zu richten. Der ges Romrod, 16 Jan. Gestern abend fand hice eine Versammlung statt zweds Besprechung über E- richtung eines Getreidelagerhauses für den Kreis Alsfeld. Nachdem die Vorteile einer derartigen Einrichtung flargelegt, trat die Mehrzahl der Anwesenden bet. XHungen. Hier hat sich ein gemeinnütziger Verein" gebildet, der eine Förderung der allgemeinen Interessen der Stadt erſtrebt. < Fronhousen, 18. Jan. Die bekannte Kaisereiche bei Hassenhausen wurde in vergangener Nacht von frevelhafter Hand angezündet. Heute morgen gegen 7 Uhr brach dieselbe in sich zusammen. Hoffentlich gelingt es, des Täters habhaft zu werden, damit er seiner verdienten Strafe nicht entgeht. = Frankfurt a. M., 18. Jan. In dem benachbarten Orte Heusenstamm wurde heute nacht der Nachtwächter Johann Jacob von dem Knecht Friedrich Grimm erstochen. Der Mörder wurde verhaftet. Wetterbericht. ( Wetterdienst zu Gießen: Peppler.) Voraussichtliche Witterung für Dienstag und Mittwoch milder, meist trüb, geringe Niederschläge,( Schree, dann Regen) schwachwindia. Marktberichte. Gießen, 19. Januar. Auf dem heutigen Wochenmarkt lofteten Butter per Pfd. 085-0.95 M., Hühnereier 2 Stüd 16-20 Bfg., Enteneler St. 8 Pfg., Käse per St. 6-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Bfg., Erbsen per Liter 21 Pfg., Linien per Liter 32 Bfg., Tauben per Paar Sr. 0.80-1.00, Hühner per Stüd Mt. 1.30-140, Hahnen, per Stüd C.80-1.70, Enten per Stüd 1.70-2.20, Gänse per Pid. 65-70 Bfg., Ochsenfleisch per Pfd. 68-78 Bfg., Rindfleisch per Pfd. 62-66 Bfg. Schweinefleisch per Pfd. 66--76 Pfc. Schweinefleisch gesalzen per Pfund 0.80 Bfa., Kalbfleisch per Bfd. 70-76 Pfg., Hammelfleisch der Pfd. 56-74 Bfg., Kartoffeln pro 100 Kilo 5.50 6.00 mt., Zwiebeln per 3t. Mt. 4.50-5.00, Aepfel per Centner 16-20 Mt. Milch per Liter 18 Vfa. Dauer der Marktzeit von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr Nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Marktzeit übeerhanp nicht, und während der ersten drei Stunden der Marktzeit im Umherziehen feilgeboten werden. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen. Es können eingestellt werden: 1 landwirtschaftliche Magd, 1 Schlosser, 1 jüngerer Schmied, 1 Rüfer, 1 Megger, 1 Fahrbursche von 16 bis 17 Jahren, 1 Friseur, 12 Dienstmädchen gegen hohen Lohn für hier und auswärts, 1 Kindermädchen, í Lauffrau. Lehrlinge: 1 Buchbinder, 2 Schreiner, 1 Bäcker. Es suchen Arbeit: 2 Schlosser, 2 Buchbinder, 1 Küfer, 1 Bäcker, 1 Schneider, 1 Wäscherin, 2 Lackierer, 1 Schriftseger, 1 Kassierer, 8 Hausburschen, 5 Jahrburschen, 1 Köchin, 2 Bureaugehilfen. Verantwortlich: für den politischen und Injerateniei: Albin Klein für das Lokale, den„ Gerichts." und" Deffentlichen Eprechsaal": Fr. Oppermann 1 Taffe vorzüglicher 1 Tasse extrastar fer Fleischbrühe 5 Pfg. зи Kraftbrühe zu 7' Pfg. je 2 Portionen in Kapseln zu 10 und 15 Pig. Erster grosser maskenball Fechtverband Giessen- Labr( Wohltätigkeitsverein). Wer etwas wirklich Schönes seben und sich köstlich amüsieren will, der komme am Sonntag den 24. Januar 1904. abends& Ubr in's Cafe Leib. Große Gruppenaufführungen a. d. Märchenwelt: Die verzauberte Prinzessin. Zum ersten Male aufgeführt. Lebende Bilder dargestellt auf der Bühne von 30 Personen. Zauberreigen in hochfeinen Königskostümen aufgeführt im Saale. Altdeutscher Königstanz und Zauberreigen aufgeführt v. 8 Damen u. 8 Herren m. beng. Beleuchtung. Bekanntmachung. Dienstag, 19 und Mittwoch, 20. Januar findet dahier Viehmarkt, am letzteren Tage hauptsächlich Schweinemarkt statt. Aus den angrenzenden preußischen Kreisen dürfen Schweine bis zur Aufhebung der polizeilichen Beschränkung nicht aufgetrieben werden. Gießen, den 18. Januar 1904. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Alsfeld, den 15. Januar 1904. Betreff: Feier des Geburtstages Sr. Majestät des Deutschen Kaisers. Die Gr. Kreisschulkommission Alsfeld an die Schulvorstände. Wir empfehlen Ihnen, am Geburtstage Sr. Maj. des Deutschen Kaisers eine Schulfeier zu veranstalten. Dr. Melior Sielbau Gießen. Die Lieferung des für das Baujahr 1904/5 benötigten Steinzeuges soll öffentlich verdungen werden. Zu liefern sind: 1. 16575 m gerade Röhren, von 20-50 cm Durchmesser. 2. 1769 Stüd Abzweige für vorstehende Rohrdimensionen mit 22,5, 20, 15 und 10 cm Einlaß. 3. 600 Stück Bogenröhren von 22,5 cm Durchmesser. Indem die Ueberschüsse an hiesige Arme verteilt werden, ladet zu recht zahlreichem Besuche ein 4. 300 Verschlussteller 10, 15, 22,5 cm Durchmesser. Der Vorstand. frei Waggon Lagerplay( Margaretenhütte) Gießen. Bedingungen und Angebotsformulare fönnen gegen Damenkarten 50 Pfg., an der portofrete Einsendung von 1,50 Mt. durch das städtische Stehplaz 50 Pfg. Tiefbauamt Gr. Bürgermeisterei Zimmer Nr. 6 bezogen werden. Ebendaselbst liegen in den Dienststunden die VerdingEintrittkarten: Herrnkarten 1 Mr.. an der Kaſſe 1.20 Mt. Kasse 60 Pfg. Gallerie 30 Pfg. Logenplatz 1 Mt. Vorverkaufstelle in allen Geschäften, wo Plakate ausgehängt sind. auf. Verein„, Kanaria" f. Gießen u. Umgegend Holz- Berſteigerung unghunterlagen zur Einfiát out Vom 22. bis 24. Januar 1904: Erste grosse allgemeine Ausstellung edler Kanarien, Exoten, Sing- und Ziervögel verbunden mit Prämiierung und Verlosung in den Bäumen des Restaurant Postkeller. Eintritt 20 Pfg. i. Gießner Stadtwald. Montag, d. 25. Januar 1904 vormittags 9½ Uhr beginnend, werden im Gießener Auskunft erteilt außerdem Herr Oberbaurat Schmick Darmstadt, Mühlstraße 60. Die Angebote sind versiegelt und mit der Aufschrift: ,, Angebot auf die Lieferung von Steinzeug" Stadtwald in den Distrikten bis zum 10. Februar d. Js. portoftei bei dem städtischen Stolzenmorgen, Neuhige, 300stockswäldchen, Haingesboden, Tiefbauamt einzureichen, woselbst die Eröffnung der Angebote Mühlberg, Sandberg und Hoch- am genannten Tage, vormittags 11 Uhr im Beisein etwa warte versteigert: erschienener Bewerber erfolgt. 175 Fichten- Stämme m. 64,41 Fm. 1 Kiefern- Stamm 2 Aborn- Stämme 9 Rm. Buchen- Scheitholz 46 Eichen- Scheitholz 0,46 0,63 " " 1454 Fichten- Derbstangen 63,21 " " Kinder 10 Pfg. 9 " 11 " 54 80 " 4 " Lose zu 50 Pfg. sind in den näher bezeichneten Verkaufsstellen zu haben. Räumungs- Ausverkauf. Wegen Umzug verkaufe fämtliche Schuhwaren aus hochfeinen Borcalf- und sonstigen Ledern, so wie prima Harburger Gummischuhe gegen bar 15% Rabatt. Johannes Hecker, Schnellbesohlanſtalt. Wolkengasse 20. Gießen. - Schloßgaffe 5. Achtung! Garantirt nächste Ziehung! Achtung! bereits am 23. Januar 1904. der Karlsruher Lotterie Lose à 1 Mk., 11 Lose 10 Mk. Porto and Liste 25 Pfg. Gesamtgewinne i. W. 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Angebote haben in Prozenten des Voranschlages zu erfolgen und sind verschlossen, postfrei und mit entsprechender Aufschrift versehen bis Samstag, den 23. d. M., vorm. 11/2 Uhr bei der unterzeichneten Behörde einzureichen, woselbst deren Eröffnung um die genannte Zeit in Gegenwart der erschienenen Bieter stattfindet. Gießen, am 15. Januar 1904. Großh. Kulturinspektion Gießen. Wißmann. Holz- Versteigerung. Donnerstag, den 21. d. Mts., Vormittags von 9 Uhr an, soll im Großen- Busecker Gemeindewald, in den Distrikten Entenpfuhl und Kleinfeld, nachverzeichnetes Holz versteigert werden: 48 Eichestämme mit 6,79 Fstm. 8 Eiche Derbstangen mit 0,52 Fstm. 91 Nadel " 121 Rm. Buchen Scheit " P 8,35 " f 6 Eichen " 232 Buchen Knüppel " 6 Eichen Knüppel " 20 Nadel Knüppel 5270 Wellen Buchen Reiser 600 1250 " " Eichen Reiser Nadel Reiser 100 Rm. Buche, Eiche und Nadelstock. = Der Anfang ist im Distrikt Entenpfuhl. Großen Buse d. am 15. Januar 1904. Großherzogliche Bürgermeisterei Schwalb. Großen- Buseck. = Im Erscheinen befindet sich: Sechste, gänzlich neubearbeitete Meyers 11,000 Abbildungen, 1400 Tafeln und Karten. und vermehrte Auflage. Grosses KonversationsEin Nachschlagewerk des allgemeinen Wissens. Verweisungen. 148,000 Artikel u. Lexikon. 20 Bände in Halbleder gebunden zu je 10 Mark. Prospekte und Probehefte liefert jede Buchhandlung. Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig und Wien. nicht nur fiir fich, sondern pro für andere. Schickte fie Signora Philippi, Gemüſe zu kaufen, so brachte sie oft die doppelte Anzahl Rohlföpfe nach Hause, und in diesem Falle tat die edle Signora, als bemerke sie nichts. Auch mit unrechtmäßig erworbenen Bonbons und Zigaretten ließ sich die Herrin von ihrer Stlavin beschenken. Wie sich Topsy mir gegenüber beim Stehlen benahm, Meine einfache Lagerſtatt ſtand in der mag ein Beispiel zeigen. WILD WALD Tampes Brüderchen. UND WAIDWERK Meben dem Schwarzwild ist das Kaninchen das einzige jagbNr. 15. Dienstag, den 19. Januar nessische Familienzeitu Tägliche Unterhaltungs- Beilage 1904. 281 180 410 ME 105 * 455 ben werden: n sollen im gen für die = cm. 11 Uhr in Gegenwart chen, woselbst Aufschrift verSei der unter Sote haben in und sind vernicht nur für sich, sondern auch für andere. Schickte sie Signora Philippi, Gemüse zu kaufen, so brachte sie oft die doppelte Anzahl Kohlköpfe nach Hause, und in diesem Falle tat die edle Signora, als bemerke sie nichts. Auch mit unrechtmäßig erworbenen Bonbons und Zigaretten ließ sich die Herrin von ihrer Sklavin beschenken. Wie sich Topsy mir gegenüber beim Stehlen benahm, mag ein Beispiel zeigen. Meine einfache Lagerstatt stand in der außer Gebrauch gesezen Backstube, einem niedrigen, von Lehmwänden eingefaßtem Raume. Die Tür war nicht zu verschließen, ich ließ sie stets offen stehen, auch während der Nacht, um nach dem heißen Tage die fühle Nachtluft genießen zu können. Eine hohe Mauer mit gutverschlossener Tür trennte uns von der Außenwelt, so konnte ich mich sorglos dem Schlummer hingegeben. Was ich mir erworben hatte, trug ich stets bei mir, und bevor ich schlafen ging, legte ich den ziemlich ſtraffen Geldbeutel, Silber und Kupfer enthaltend, nebst dem Tabaksvorrat auf den Backofen. Obgleich das knauserige Geldzählen nicht meine Sache war, kam ich doch manchmal zu der Meinung, daß mir Kupfermünzen fehlten und ebenso, daß sich mein Tabak unheimlich schnell verminderte. Doch ich hatte keinen Argwohn, daß ich während der Nacht bestohlen würde. Eines nachts lag ich ohne Schlaf, denn das Ungeziefer peinigte mich gar zu sehr, aber bewegungslos da. Der Vollmond schien, ich sah aus meiner dunklen Kammer durch die offene Tür in eine helle Nacht. Plötzlich verfinsterte sich mich, es war mir, als husche etwas auf dem Boden und dann die Türöffnung für einen Moment; ein Luftzug streifte ging es ganz leise hinter mir am Backofen kling- kling. Ich sprang auf, griff zu und faßte eine Gestalt, die ich mit einem Ruck ins Mondlicht beförderte. Ich war gar nicht erstaunt, als ich Topsy vor mir hatte, die noch meinen Geldbeutel in Händen hielt. Was hast du hier zu suchen? Warum bestiehlst du mich? Weißt du nicht, daß du unrecht tust?" Alle diese Fragen wollte ich wohl stellen, zugleich mit der Absicht, Topsy ins Gewissen zu reden, ich kam aber nicht dazu. Unbefangen blickte mich Topsy an, und kaum waren die ersten Worte in dem gewöhnlichen Kauderwelsch über meine Lippen gekommen, als sie in ein furchtbares Gelächter ausbrach. Sie lachte, daß ihr die Tränen über die schwarzen Backen kugelten, und ich— ich mußte mitlachen und war entwaffnet.— Seit jenem Tage, da ich Topsy aus den Händen der wütenden Signora befreit, verdoppelte sie ihre Dienstwilligfeit gegen mich, die sie schon von vornherein gezeigt hatte. War sie schon früher dem„ Anglesi" behilflich gewesen, wo sie nur konnte, so wurde sie jetzt förmlich meine Sklavin, mein Schatten, der auf Schritt und Tritt zu folgen suchte. Für Philippis Hausstand eriſtierte sie überhaupt nicht mehr, Topsy widmete ſich einzig und allein meiner Bedienung. Wo ich innerhalb des Dorfes auch ſtand, saß oder lag, immer befand sich Topsy in meiner unmittelbaren Nähe, die Augen unverwandt auf mich geheftet, diese großen, schönen Augen in dem häßlichen Gesicht. Kam ich des Abends vom Werkplay, so stand sie schon wartend am ersten Hause des Dorfes. Bei meinem Anblick lief sie mit einem unartikulierten, heiseren Schrei auf mich zu, führte meine Hand an Lippen und Stirn der arabische Willkommengruß rannte mir schnellfüßig voraus, und bei meinem Eintritt in den Hof fand ich schon warmes Waschwasser für mich bereit stehen. Topsy reichte mir Seife und Handtuch, sie holte frisches Wasser, eilte geschäftig hin und her, und konnte sie einmal meine Hand erwischen, so führte sie dieselbe schnell an ihre Stirn. Dann brachte sie mir das Abendbrot, wischte den Stuhl, auf den ich mich setzte, ab, ebenso wie den Teller, von dem ich eſſen ſollte, und wollte mir Signora Philippi einen zur Topsy ihr denselben mit einem Zornesruf aus der Hand. vollständigen Tafel gehörigen Gegenstand bringen, so riß Während des Essens stand sie hinter mir und bediente mich. Nach dem letzten Bissen griff sie in meine Tasche, zog das Tabaketui hervor und drehte mir Zigaretten. Dabei nahm sie einen Anteil für sich selbst, als gehöre sich das so. Plauderte ich dann noch eine Zeitlang mit Signor Philippi, so nicht von mir. fauerte Topsy am Boden und wendete ihr glänzendes Auge ( Schluß folgt.)) WILDWALD Tampes Brüderchen. UND WAIDWERK Neben dem Schwarzwild ist das Kaninchen das einzige jagdbare Wild, für das die Jagdgeseze keine Schonzeit kennen. Dies hat es seinem großen Fortpflanzungstriebe in Berbindung mit dem Umstande zu verdanken, daß es zu den„ Höhlenbewohnern" gehört. Aus beiden Gründen sind alle Nachstellungen seiner zahlreichen Feinde kaum imstande, den Bestand an„ Karnickeln" auf einem gewissen Tiefstandsniveau zu halten. Das in Massen auftretende ,, Kanin" oder„ Lämpchen", wie es auch vielfach genannt wird, ist aber, besonders durch Unterminierung des Erdbodens, eine Landplage, wie es z. B. gerade in der sandigen Mark vielfach der Fall ist. Sehr geschickt ist übrigens ein solcher Kaninchenbau angelegt, dessen Röhren an den Ausgängen durch die häufige Benutzung oft ziemlich breit erscheinen, so daß man glauben könnte, jeder Fuchs und jeder Marder könnte dem Kanin nach Belieben in seine Kammern folgen und sich dort einen„ Braten" holen. Dem ist aber nicht so, denn nach den Kammern zu, in denen die Kaninchen wohnen, verengen sich die Röhren im Bau derartig, daß der Fuchs überhaupt nicht hindurch kann, und auch dem schlan= feren Marder gelingt es nur mit Mühe, sich hindurchzuzwängen, sodaß sich das arme Karnickel gewöhnlich noch rechtzeitig in Sicherheit bringen kann. Nur das Frettchen, dieses Albino des Iltis, vermag ihnen im Bau überallhin mühelos zu folgen. Des= halb haben sie auch vor diesem nur im gezähmten Zustande vorkommenden Raubtier eine heillose Angst, und sie fahren beim ,, Fettieren" wie der Blitz aus dem Bau ins Freie, wo sie das Blei des am Bau lauernden, schußbereiten Jägers zur Strecke bringt oder bisweilen auch nicht. - Auf den großen Treibjagden sorgt das Lämpchen dafür, daß jeder eingeladene Nimrod auch zu Schuß kommnt, denn wo Kaninchen vorhanden sind, hebt gar bald im Walde eine lustige Knallerei an, da sich auf ein Karnickel meistens nicht nur ein, sondern mehrere Schüßen zu lösen" pflegen, und auch dann winkt es noch oft genug den ärgerlichen Nimroden mit der Blume einen letzten Abschiedsgruß zu, ehe es unversehrt in der nächsten Difung verschwindet. Wohl auf keiner anderen Jagd wird mehr d. h. öfters geschossen als auf einer gut bestar denen Kaninch n- jagd, und doch steht zum Schluß das Ergebnis meistens in keinem Verhältnis zur Zahl der abgegebenen Schüsse. Während der „ große Bruder", Freund Lampe, leicht umzulegen ist, gehört zum Kaninchenschießen schon eine große Fertigkeit im Schießen, und vor allem muß man sich gut auf die sogenannten„ Schnappschüsse" verstehen, wenn man auf ein über eine Waldschneise fligendes Kanin einen erfolgreichen Schuß abgeben will. Das Wildbret des Lämpchens ist, richtig zubereitet, recht schmackhaft und etwa dem Hühnerfleische vergleichbar; merkwürdigerweise aber begegnet man ihm erst seit verhältnismäßig wenigen Jahren häufiger beim Wildhändler. Die Preise sind auch jetzt noch verhältnismäßig gering, sodaß auch der sogenannte ,, kleine Mann" sich öfters mal ein Kaninchenagout leisten kann, znmal sich der Balg des Tieres wieder verkaufen läßt. Er pflegt bekanntlich zur Hutfabrikation Verwendung zu finden, gibt aber auch als Rockfutter für den Winter einen brauchbaren Pelz ab. Soll man Ricken auf der Treibjagd schießen? Gibt der Jagdgeber auf Treibjagden weibliches Rehwild frei, so öffnet er damit der Schießerei Tor und Tür, und es beginnt in solchen Fällen fast immer ein Schlachten, welches herzzerreißend ist. Blieben die Ricken stets gleich im Feuer liegen, so ließe sich noch nicht viel dagegen einwenden. Man kann aber ohne Uebertreibung behaupten, daß auf der Treibjagd ebensoviele Ricken, wie zur Strecke gebracht sind, auch krant geschossen werden. Einige von diesen mögen ja noch am nächsten Tage auf der Nachsuche ver endet gefunden werden, die meisten aber verludern elendiglich, besonders, weil es dem oben beschriebenen Treibjäger" fast nie einfält, es anzumelden, ob und wo er auf eine Ricke geschossen hat, wenn sie nicht im Feuer geblieben ist. Aus falscher Scham unterläßt er es, wenn er nur irgend kann, und tröstet sich selbst damit, daß er wohl gefehlt habe. Nr. 15. Dienstag, den 19. Januar 1904. Oberbessische Familienzeitung. Tägliche Unterhaltungs- Beilage ber Gießener Neueste Nachrichten. Bend und Bering ber Olefoner Berlagsbrudorei, vorm Wilh. Roller'sche Buchdruckerei( gegs. 1788); serata: Ibix Riela ( 12. Fortsetzung.) Der Beuge. Roman von Marie Bernhard. Der alte Koßmann konnte vor Rührung kein Wort hervor bringen, als er seinen Liebling, frisch und gesund und schöner und sonniger denn je, wiederzusehen bekam. Bei dem ersten Zusammentreffen zwischen Vater und Sohn war niemand vom Personal zugegen gewesen; es hatte keiner beobachten können, wie der stolze, kalte Mann fassungslos, überwältigt vom Glück dieses Wiedersehens, den Sohn in die Arme genommen und wie ein Kind geweint hatte! Hellmuth war in Berlin gewesen, in Wien, in der Schweiz und Süd- Bayern, wo er das Grab seiner Mutter besucht hatte, er hatte einen Teil des Winters in Florenz und Rom zugebracht, zuletzt war er in Hamburg gewesen. Von allem wußte er viel zu erzählen, von Hamburg am meisten. Er hatte einen Empfehlungsbrief an das Haus Hendrichs& Kompagnie dort abzugeben, und es hatte sich zwischen dem zu Anfang der fünfziger stehenden Vertreter der Firma und dem so viel jüngeren Hellmuth Norden eine jener raschen, warmen Freundschaften entsponnen, die, sehr seltenen Blumen gleich, zuweilen auf dem sterilen Boden unseres abgeflachten Geſellſchaftslebens emporblühen und durch ihren Bestand beweisen, daß es denn doch nicht ganz so öde um unser Gefühlsdasein bestellt ist, wie die Pessimisten uns glauben machen wollen!- Hellmuth rühmte Herrn Hendrichs als das Muster eines Geschäftsmannes, zugleich als den humansten, edeldenkendsten, dabei gemüt- und humorvollsten Menschen, den man sich vorstellen könne,— er pries seine Gattin, eine Desterreicherin von Geburt, als eine wahre Perle, so einfach, schlicht, dabei geistreich und liebenswürdig und für ihre drei noch unerwachsenen Kinder die sorgsamste Mutter, er schilderte die Häuslichkeit des Ehepaares als das Ideal alles Schönen und lobte den feinen Geschmack in der Zusammenstellung aller Dinge so begeistert, daß sein Vater ihm vorschlug, einen Teil des eigenen Hauses nach Hamburger Muster umzuformen, auf welche Idee Hellmuth freu= dig einging und glücklich war, als er, soweit es mit Berück sichtigung der japanischen Verhältnisse und des Klimas tunlich war, eine Kopie der von ihm so sehr bewunderten Hendrichs'schen Häuslichkeit im eigenen Heim erlebte. Frisches Leben zog wieder in die stillen Räume ein,— Hellmuth_befleißigte sich mehr denn je, ein tüchtiger Geschäftsmann zu sein, aber er erholte sich auch gern, ritt viel spazieren, be= mirtete seine Freunde oft in seiner schönen Wohnung, las fleißig und verriet in seinen Gesprächen mit dem Vater unbewußt oft eine so deutliche Vorliebe für deutsche Verhältnisse, einen ſo ausgesprochenen Zug nach der Heimat, daß dieſer sich mit zuckendem Herzen an den Gedanken zu gewöhnen suchte, den Sohn nach einiger Zeit ganz und für immer nach Europa zurückzuschicken und die letzten Jahre an der allmählichen Auflösung des Geschäftes allein zu arbeiten, zumal er es vor Augen hatte, wie vortrefflich der Gesundheit Hellmuths das europäische Klima zusagte, und die Aerzte es, auf sein ernstliches Befragen, nicht leugnen konnten, daß auf die Dauer die im ganzen zarte Konstitution des jungen Mannes den Anforderungen, die das japanische Klima an die Gesundheit stellt, kaum gewachsen sei. Hellmuth wollte, als ( Nachdruck verboten.)) sein Vater ihm mit seinem Vorschlag kam, zu Anfang nichts davon hören: er wäre, wenn er überhaupt jemals ein wenig leidend gewesen sei, jetzt vollkommen wiederhergestellt, er werde entschieden bei seinem Vater hier in Yokohama bleiben, bis man hier mit Ehren liquidieren könne, und dann wollten sie beide nach Europa hinübergehen, damit basta! Aber Frizz Norden hatte einmal die Einsicht gewonnen, es sei am besten so, wie er es sich ausgedacht, nach seinen eigenen Gefühlen wollte er nicht fragen, und Hellmuth mußte ja, von seinem Vater in die Enge getrieben, gestehen, daß es ihm allerdings unendlich nach der Rückkehr in deutsche Verhältnisse, die ihm namentlich durch den Hamburger Verkehr lockender denn je erschienen, verlange. Der Junior hatte nichts von seines Vaters Wohlgefallen an fremder Art und fremden Sitten, er war in seinem Herzen ein Deutscher ge= blieben und auch hierin ganz und gar seiner Mutter echter Sohn. Es galt nun, für Hellmuth, der zum kommenden Herbst ausscheiden und für immer nach Europa übersiedeln, dort ein überseeisches Geschäft gründen und seinem einstweilen zurückbleibenden Vater die Stätte bereiten sollte, einen tüchtigen Ersatzmann zu stellen, denn der junge Norden war ein sehr begabter Mann und war, wie sich das wohl von selbst versteht, im Geschäft seines Vaters dessen erste Vertrauensperson; somit war es ein verantwortlicher Posten, der auszufüllen war, und Friß Norden stimmte seinem Sohn bei, daß niemand so berufen war, hier Rat zu schaffen, als William Hendrichs in Hamburg, der in Deutschland die weitverzweigtesten Verbindungen unterhielt, denn nur ein Deutscher sollte die Stelle neben dem Chef des Handelshauses in Yokohama einnehmen. Der wichtige Brief, der hierüber entscheiden sollte, wurde heute von Hamburg her erwartet, und Hellmuth Norden war selbst gegangen, um ihn vom Postdampfer abzuholen. Eine kleine Stehuhr auf dem Spiegelkonsole tat einen silbertönigen Schlag. Frizz Norden fuhr am Schreibtisch auf, welche Zeit fonnte das sein? Wie lange hatte er hier ge= sessen? Seit wann war sein Sohn fort? Er erhob sich schwerfällig von seinem Sitz. Seine sonst so elastischen Glieder wollten ihm nicht recht gehorchen, sein straffer Gang war schleppend. Es war die brütende japanische Hitze, aber war er an die nicht ſeit Jahren ſchon gewöhnt? Er trat zum Fenster und schlug einen Vorhang zurück,- draußen sengte die Sonne unbarmherzig. Hätte er nur Hellmuth nicht gehn lassen! Ueber diesen großen Pflichteifer! Als ob die Nachricht aus Hamburg dadurch früher kam oder anders lautete, daß sein einziger Sohn sich der Gefahr eines Sonnenstichs aussette!! Endlich! Ein paar hellgekleidete Männer mit großen, leichten Sonnenschirmen kamen langsam im Schatten der wilden Kirschbäume heran; der eine von ihnen winkte schon von weitem dem am Fenster Stehenden zu, er solle sich aus 51. 1904. Ben- Bused. ch:= Mage. earbeitete ons-ußun MOV000's Buchhandlung u je 10 Mark Lexikon ipzig und Wien. n. g. leinfeld, nachGemeinde mittags von für Ob Enth Was die Reichs Wes das Herz boll abrisse jeben, die das a man wohl mit Recht biographischen Teil üb treffenden gemacht, un dafür, daß das in ihne doch die Notizen alle Der wird wohl Unange Gine eigenartige jeinen größten Stolz mit Geringschätzung be reren der Herren das, großes Verdienst angej Mettman gewählte So 1878/81 im 6. rhein nach zwei Jahren Ab Jahr Abgang mit Qu und bündig nennt fich fozialdemokratische Re im 70er Ariege erwor Daß der Abg. v. Vollm gute tut, nimmt wen Notizen. Vollmar so gegen Frankreid) als ( Feldeisenbahn) teil, Ganzinvalide". Die haupt den Gegenstan soweit es der Raum berichtet der Zentrums heim, über den Feldzu plaubern? 1 der Sonnenglüt entfernen. Uebers Jahr, nein, früher schon, dann würde ein gleichgiltiges, fremdes Gesicht dort auf tauchen, eine fremde Hand die eingelaufenen Briefe überbringen, kalt ging es hin über Friz Nordens Herz. - ,, Nun, Vater? Da wäre ich heil und gesund, die Sonne hat mir nichts getan, du brauchst mich nicht so besorgt anzusehen! Den jungen Merker aus unserem Geschäft las ich unterwegs auf, er ging gleichfalls zum Dampfer, sich Nachrichten von seiner Mutter und seiner Braut zu holen. Der arme Kerl! Ich glaube, er hat ein schreckliches Heimweh,' s ist sein erstes Jahr in Yokohama. Wollen ihn schnell zu etwas kommen lassen, damit er ein Stück Geld beiseite tun und so rasch als möglich machen kann, daß er wieder nach Hause kommt, ja Vater?" " Der junge Merker ist gar kein tüchtiger Geschäftsmann, lieber Hellmuth!" ,, Weiß ich! Er ist zu verträumt, zerstreut, weltentrückt, mit einem Wort, er ist verliebt, und das können wir bei Frederic Norden and Son" nun absolut' mal nicht gebrauchen, bis vielleicht der Sohn der Firma sich selbst einmal verliebt... aber was dann?? Lassen wir diese große Zukunftsfrage in der Luft stehen und beschäftigen wir uns mit der gegenwärtigen, zunächst also Merker! Er arbeitet zu viel unter deiner Aufsicht, das verwirrt ihn, du biſt ſelbſt ein ſo brillanter Kaufmann, da fühlt er seine eigene Unzulänglichkeit doppelt, das drückt ihn nieder und macht ihn mutlos. Gib ihn mir und dem alten Koßmann, wir werden eher mit ihm fertig. Ein schlechter Korrespondent ist er nicht, ich helfe ein bißchen nach." Frizz Norden drohte lächelnd mit dem Finger.„ Nur nicht zu sehr, mein Sohn! Du tätest damit dem jungen Menschen, der doch in Zukunft auf eigenen Füßen zu stehen hat, keinen Gefallen. Aber meinethalben denn! Du weißt es, dir kann ich deine Bitten niemals abschlagen! Nimm also den verliebten Bräutigam zu dir hinüber, und sei ihm ein verständiger Lehrmeister. Doch nun zu unserem Hauptgeschäft! Du hast Hendrichs Brief noch nicht gelesen?" Unterwegs und in Merkers Gegenwart- wie sollte ich? Er freilich fing beim Gehen an, die Epistel seiner Braut zu studieren, ich denke, einige dreißig Seiten hatte ihm das fleine Mädchen geschrieben; verdenke ihr's, wer kann! Ich danke dir übrigens herzlich für die Uebergabe von Merkur und sehe ihn als ein selbst erbetenes, wenn schon nicht ganz bequemes Geschenk von dir an. Meine berechtigte Neugier auf Hendrichs' Brief habe ich künstlich bis jetzt hingehalten, aber nun wird sich„ Firma Norden" auch ernstlich drüber herſtürzen!" Er hatte sich in einen Sessel sinken lassen und zog ein dickes Briefpaket aus der Brusttasche. Vater und Sohn ahen zusammen in die eng beschriebenen Bogen. William Hendrichs schrieb seinem jungen Freunde sehr musführlich und liebenswürdig, er teilte ihm viel von seinem abwechslungsreichen Dasein, seinem Familienleben, den Hamburger Kaufmannskreisen, mit, schrieb seine Ansichten über den gegenwärtigen Stand des Handels und der Börse, erlangte Aufschluß über verschiedene zwischen den Japanern ind Engländern schwebende Unterhandlungen und kam dann auf den Hauptpunkt, die Bitte der beiden Nordens, zu sprechen, dem er einen ganz selbständigen Abschnitt widmete. Zunächst betonte er, wie vollkommen er die Wichtigkeit eines solchen Schrittes einsehe und wie schwer er die Verantwortlichkeit fühle, einem Vater seinen Sohn, wenn auch nur in geschäftlicher Hinsicht, ersetzen zu sollen. Er sei desmegen lange mit sich zu Rat gegangen, habe erwogen, wie der verworfen, bewährte Freunde befragt, endlich habe ihm ein überaus glücklicher Zufall geholfen. Ein noch junger Mann, den er gewissermaßen habe aufwachsen sehen, der Sohn eines verstorbenen Freundes, sei, lediglich aus privaten Gründen, die anzuführen zu weitläufig sein würden, außerdem auch indiskret, plöglich frei geworden. Walter Ermshagen sei ein ganz vorzüglicher Geschäftsmann, sprachgewandt, begabt in jeder Beziehung, voll hohen Interesses für seinen Beruf, er besize eine geradezu staunenswerte Sicherheit im Disponieren, habe längere Zeit in London und San Franzisko zugebracht und schon seit geraumer Frist großes Verlangen, nach Japan zu kommen, dem er eine bebtende Zukunft prophezeie. Die Abschrift der Zeugnisse jungen Mannes lag bei, und es waren lauter Zeugnisse ten Ranges, das beste aber tat die persönliche Empfehlung eines Mannes, wie William Hendrichs! Der junge Ermshagen würde in Begleitung seiner Schwester kommen, die seit Jahren seinem Haushalt vorstehe und ihn auch nach London und San Franzisko begleitet habe. Es ließ sich gegen diesen Brief nicht das mindeste sagen, und die beiden Norden taten das auch nicht. Hellmuth war fest überzeugt, das, was sein hochgeschätzter, erfahrener Freund vorschlage, sei allezeit das Richtige, und der Mann, den er empfehle, müsse ein Juwel sein. Friz Norden traute seinem Sohn genug Urteil zu, um dem beizustimmen, abgesehen davon, daß die ganze kaufmännische Welt William Hendrichs lobte und pries. So wurde denn beschlossen, daß Hellmuth, sobald er gebadet und geruht haben würde, den Brief beantworten und mit der nächsten Gelegenheit, einem Teeschiff, das nach Hongkong ging, absenden sollte; selbstverständlich würde er schreiben, der junge Ermshagen möge herkommen, sobald es ihm irgend möglich sei. ,, Vielleicht gewinne ich einen guten Freund an ihm," ſagte Hellmuth im Hinausgehen, er hat bei mir die allerbesten Chancen dadurch, daß ihn gerade Hendrichs an uns empfiehlt. Und eine Schwester bringt er sich mit,... wie die wohl sein wird? Vermutlich eine ältere, sehr wirtschaftliche Dame! Hoffentlich ist sie ein gebildetes Frauenzimmer, mit dem man ein Wort reden kann!" Der Märzmonat ging zu Ende. Man hatte in Yokohama sehr unbeständiges Wetter während des dortigen Winters gehabt. Der Januar war schön und beständig gewesen, aber der Februar suchte in wilder Schadenfreude alles zu verderben, was sein Vorgänger den Menschen Gutes erwiesen, und der März gab ihm darin nichts nach. Es kamen wütende Nord- und Nordoststürme, es kam ein tagelanger Schneefall, der die Tropengegned nahezu in eine nordische Winterlandschaft verwandelte; das Thermometer sank des Nachts bis auf zwei Grad Wärme und stieg am Tage höchstens bis zu acht Grad, frösteln schauerten die Zedern und Palmen zusammen unter dem ungewohnten weißen Kristallschmuck, die japanischen Handwerker fauerten stumpfsinnig in ihren Hütten über den Kohlenbecken, zitternd und frierend, ihre dürftigen Gewänder fester um die Glieder ziehend. Nur die äußerste Not zwang ſie, zu arbeiten... im übrigen konnten sie weder durch Bitten noch durch Vorstellungen oder Drohungen dazu bewogen werden, ihre Kohlenbecken zu verlassen, um ihr Handwerk auszuüben. Sie krochen und winselten vor den Europäern, füßten ihnen demütig den Fuß und den Saum des Gewandes, versprachen alles, was man von ihnen haben wollte, in den feierlichsten Tönen, um völlig ungerührt zu ihrem untätigen Kauern und Wärmen zurückzukehren und tagelang dabei zu verharren, als ob nichts geschehen wäre. Indessen brausten endlose Regengüsse herab, langsam erwärmte sich die Luft und füllte sich mit einer lauen Feuchtigkeit. Die Japaner krochen allgemach aus ihren Schlupfwinkeln hervor, ihre engen und schmutzigen Straßen wurden vom Regen ausgespült, allerlei weggeworfene Ueberreste stauten sich vor den Türen in der gurgelnden Flut. In der Unterstadt, deren makadamisierte Straßen, geschmackvolle neue Anlagen und hohe, im europäischen Stil erbaute Häuſer auf das vorteilhafteste von der japanischen Stadt abſtachen, traten die Beamten und Kaufleute auf die Veranda heraus, atmeten die seltsam schwere, durchfeuchtete Luft ein und sagten vor sich hin:„ Nun wird es Frühling!"- Auf der Hügelniederlassung beginnt es jetzt bereits schön zu werden. Die Ulmen und Buchen, mit denen die Koniferen vielfach durchsetzt sind, fangen an, sich leise zu übergrünen, sie geben der fremartigen Landschaft, in der sie stehen, ein heimatliches Gepräge, und der frische Duft, den die ersten jungen Triebe aushauchen, weckt ein weiches Sehnsuchtsgefühl in den Herzen der eingewanderten Deutschen. So wenigstens empfand Hellmut Norden, der, eine Zigarette zwischen den Lippen, in einem leichten Schaukelstuhl lag und von der zu seiner Privatwohnung gehörenden luftigen Veranda nachdenklich zu den noch ganz durchsichtigen Baumkronen emporblickte, wie sie sich gegen den dunkelblauen Himmel abhoben. Soeben war ein starker Regen gefallen, jetzt zog noch ein leises Getröpfel nach, aber die Wolken waren so rasch verflogen, wie sie gekommen waren, und in satter Azurfarbe lachte der tropische Himmel. Hellmut Norden seufzte tief auf, bald, in einem halben Jahr vielleicht schon, wenn sein Nachfolger sich gut anstellte, würde er wieder einen europäischen Himmel über sich haben, und das sollte ihm außerordentlich lieb sein. Er hatte über nichts zu klagen, fort aber er strebte von Japan, je lânger, fe turchr; er fühlte das ganz deutlich, und wenn ihm nicht der Vater den Abschied schwer machte... sonst hielt ihn hier nichts! Er hatte es satt, dies Volk, das die Fremden mit inner tichem Unmut, mit verzehrender, heimlicher Eifersucht duldet hund ihnen dennoch huldigt und schmeichelt, weil es sie braucht, dies Volk, das seine angeborene Intelligenz einzig benützt, hum den verhaßten Eindringlingen alles abzusehen, abzu Hernen, was ihm zum eigenen Vorteil dient, um es alsdann unverhohlen als Waffe gegen die Europäer zu benützen, die es als seine Gegner ansieht und bekämpft, mit welchen Mitteln immer es sei. Mit welch schönen, humanen Ideen, mit welch beglückenden Plänen hatte sich der sanguinische Hellmut in früheren Jahren getragen! Der Japaner und der Europäer sollten sich zum festen Bund die Hände reichen, jeder sollte dem anderen freiwillig das geben, was ihm fehlte, und dafür entgegennehmen, was dieser ihm von seinem Scharfsinn, seinen Erfahrungen bot; dem liebenswürdigen jungen Mann schien das alles so leicht, so einfach, es lag ja klar auf der Hand, daß beide Parteien daraus Vorteil zogen, nun, und wo der Vorteil einzog, mußten sich geSunder Sinn und gutes Einvernehmen von selbst finden. Hellmut hatte eine spezielle Vorliebe für Deutschland, ihm stand sein Volk überaus hoch, er fand es zu großen Dingen berufen und war stolz, dazu zu gehören, im übrigen aber war er ganz Weltbürger und bereit, jedem strebsamen, gebildeten Mann, gleichviel, welcher Nation er angehörte, brüderlich helfend und fördernd die Hand zu reichen, er hielt dies, namentlich unter Kaufleuten, für die selbstverständlichste Sache von der Welt; von dem tiefgewurzelten Nationalhaß, der die Völker entfremdet und das Mißtrauen ſchürt, wußte seine Seele nichts. Sein Vater ließ ihn gewähren, er wollte dem Sohn seine Illusionen nicht rauben und dachte in seiner grenzenlosen Liebe zu Hellmut:„ Wenn ein Mensch imstande ist, eine Annäherung, Ausgleichung so verschiedener Elemente zu vollbringen, so ist dieser eine sicher Hellmut Norden!" ( Fortsetzung folgt.) Nur eine Negerin. Egyptisches Erlebnis von Robert Kraft. ( Nachdruck verboten.) ( Fortsetzung.) „ Das Mädchen hat den Teufel im Leibe, ich werde ihn aber noch austreiben," sagte die Herrin, und dann ging's los. Topsy war kein Mensch. Darüber waren nicht nur alle, welche in Philippis Hause verkehrten, einig, sondern selbst die Araber dachten so und glaubten ein Recht zu haben, Topsy mit Fußtritten behandeln zu dürfen, wenn sie ihnen nicht aus dem Wege ging. Die häßlichste Araberin spie vor ihr aus und vermied ihre Berührung, als wäre sie aussäßig. Aber Topsy war dennoch glücklich. Die Schläge schüttelte sie wie ein Pudelhund ab, in der nächsten Minute tanzte sie wieder, lachte und sann auf neue Streiche. Signor Philippi schlug sie nie, in seiner Gegenwart durfte sich auch seine Frau nicht an ihr vergreifen, nicht etwa, weil er mildherziger dachte, sondern nur, weil er in seinem Hause Ruhe haben wollte. Wie in Fum- el- Bagger die allgemeine Umgangssprache arabisch war, so lebte man auch auf arabische Weise, selbst die Europäer, meist Griechen und Italiener. Also saßen die Dienstboten beim Essen auch am gemeinsamen Tische, und jeden Abend, wenn mir von der Signora das Abendbrot serviert wurde, hockte Topsy mit heraufgezogenen Beinen auf dem Stuhle mir gegenüber, aß mechanisch und verwendete keinen Blick ihrer großen schwarzen Augen vor mir. Was ihr eigentlich an mir so komisch vorkam, weiß ich nicht, aber ich konnte tun, was ich wollte, alles erregte Topsys unbändige Lachlust. Fiel mir mein Messer auf die Erde, so schüttelte sie sich vor Lachen, stieß ich etwa mein Glas um, so wollte sie vor Lachen bersten, und öffnete ich nun gar den Mund, um in meinem Kauderwelsch mit der Signora zu sprechen, so wurde sie von einem wahren Lachkrampf befallen. Einmal schlug sie dabei mit ihrem Stuhl rücklings zu Boden, und die Folge davon war, daß Topsy wohl eine Stunde lang vor Lachen förmlich mit dem Tode rang. Anfangs wollte die Signora sie, weil ein Verbieten ganz zwecklos gewesen wäre, vom Tisch entfernen, aber mein Veto fesselte sie an ihren Stuhl. Ich muß bemerken, daß ich näm lich, obgleich nur Heizer, in Fum- el- Bagger eine ganz bedeutende Rolle spielte. Ich war eine Autorität. Die den Brückenbau leitenden Ingenieure waren Engländer, darunter nur ein Deutscher; diese wohnten in Schubra, zum Teil sogar in eigenen, schnell erbauten Villen, und hielten sich von Griechen, Italienern und Arabern in unnahbarer Entfernung. Viele hatten auch ihre Familien bei sich. Die zweite Gesellschaftsklasse bildeten die Griechen und Italiener, auch einige Spanier und Malteser, meist Heizer, Maschinisten und Aufseher. Diese standen weit unter den Engländern und weit über den Arabern, welche sie schon nicht mehr als Menschen betrachteten. Die beiden lezteren Klassen bewohnten Fum- el- Bagger, einige aus Bretterhäuschen, verkehrten aber des abends alle in den Wirtshäusern des Dorfes. Jene Leute nun hatten von Deutschland gar keine Ahnung, höchstens von Berlin und Bismarck hatten sie einmal gehört, und die Gebildetsten wußten, daß Bismarck der mächtigste Mann der„ Prussiani" sei. Ein arabischer Scheich erklärte mir einmal, daß Berlin eine ottomanische Provinz wäre, und ich ließ ihn in den Glauben. Da ich der einzige Bewohner von Fum- el- Bagger war, der von den englischen Ingenieuren nicht nur der Unterhaltung gewürdigt wurde, sondern der sogar manchmal in ihren Familien verkehrte, so hielt man auch mich für einen „ Anglesi", und da sie meine Widerrede, ich sei ein Deutscher, nicht verstanden, so ließ ich mich auch ferner für einen„ Anglesi" gelten. Ein im Dorf wohnender Engländer war aber eine Ehre für alle. Die arabischen Obstweiber verneigten sich bis an die Erde, wenn ich in meinem schmierigen Arbeitsanzug an ihnen vorüberging, die Verkäufer ließen die besten Kunden warten, wenn ich für einen Piaster Tabak erhandelte, und in Philippis Hause war mein Wunsch Befehl. Als ich nach einigen Wochen zum Maschinisten mit zehn Pfund Sterling befördert wurde, war ich der bestbezahlte Unterbeamte, und die Ehrfurcht der Dorfbewohner fannte keine Grenzen mehr. Dies kam Topsy zu gute. Eines Abends überraschte ich Signora Philippi, wie sie Topsys Rücken unbarmherzig mit einem Schüreisen bearbeitete. Ich nahm ihr das Instrument aus der Hand und erklärte, wenn ich noch einmal solch eine Grausamkeit sähe, würde ich das Haus verlassen, wahrscheinlich aber nicht eher, als bis ich Gleiches mit Gleichem vergolten hätte. Verständnislos schaute mich das Weib, wahrhaft erschrocken aber Topſy an. ,, Warum denn in aller Welt? Was ist denn dabei? Es iſt ja nur eine elende Schwarze, ein miserables, ränke süchtiges, diebiſches Geschöpf; es ist ja nur die Topsy!" „ Es ist ein Mensch, ebenso gut wie ich und wie Sie, Signora, und ich dulde nicht, daß sie so behandelt wird. Keinen Hund lasse ich so schlagen," entgegnete ich. Die Signora schüttelte den Kopf, murmelte eine Entschuldigung und versprach mir, es solle nicht wieder vorkommen, da ich es wünsche. Topsy dagegen sah mich noch lange mit erschrockenen Augen an, dann brach sie plötzlich in ihr gewöhnliches Lachen aus und begann um mich herumzutanzen. Sie konnte nicht begreifen, daß ich sie für einen Menschen hielt. Ein Leben ohne Schläge war für Topsy unbegreiflich. Dankbar war Topsy allerdings, aber nicht dadurch, daß sie mich nun nicht mehr bestahl. Dies tat sie nach wie vor, wenn auch nicht mehr heimlich, sie betrachtete mein Eigentum fortan einfach als das ihrige. Mit meiner Frühstücksbutter salbte sie sich Haut und Haare, und was ihr nicht zugänglich war, das suchte sie sich durch Betteln anzueignen. Dabei war Topsy von solch unwiderstehlicher Liebenswürdigkeit, daß ihr mein Tabaksbeutel immer zur Verfügung stand, und manchen Piaſter hat sie mir abgelockt, den sie sofort in Zuckerzeug anlegte. Ob sie an Kleptomanie litt, wie manche feine europäische Dame, weiß ich nicht, jedenfalls aber hielt sie das Stehlen für erlaubt, nur durfte man sich dabei nicht erwischen lassen; und wurde sie auf frischer Tat ertappt, so wurde sie nicht verlegen, sondern sie lachte und ließ die Schläge geduldig über sich ergehen. Topsy stahl alles, was sie sah, wenn es für sie auch ganz wertlos war. Kaufte sie sich für einen Biaster Zuderzeug, so stahl sie für drei Piaster dazu, und da die Verkäufer ihre Leidenschaft kannten, so wurde sie vor dem Weggehen stets untersucht. Dennoch gelang es ihr häufig genug, etwas beiseite zu bringen. Aber sie stahl yet, G. 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