Was gibt's er. Guer noben rann ia Sie vielleiddres epiß. " Ganas beunruhigt Sie?" damit! Was m. denn, Heraus Bournes gelten." meinen Patienten ſehen, und mein erster Besuch soll Rory ich möchte lieber ein wenig spazieren gehen. Ich muß nach Wohl faum, wenigstens nicht heute Vormittag; denn Gebrauchen Euer Gnaden heute den Wagen?" mürden Sie Türe. Mannes auf das seiner Schwester. wollen, jetzt, wo mein Bruder frank ist!"" Hinaus mit Euch, Anton Linney!" rief sie. Euch ähnlich, hierherzukommen und mich brandschazen zu deutete ſie mit einer bezeichnenden Handbewegung auf die von dem Gesicht des im liegenden Iranfen als wir eintraten ,, Das sieht Ohne ihrer Hufforderung Folge au reiſten mandte fich Bette Gerade imita e Bantnoten, und Canaze Mr. 90. Bonnementsprets: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., Saus gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen viertelfährlich Mr. 1.50. Belbettagen: Oberheffifche Familienzeitung( täglich) und die Gießener Coifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Montag, den 18. April 1904. Gießener 13. Jahrgang. Insertionspreis: Die einspaltige Betttzeite für ganz hefsen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. fonft 16 Reklamen die Petitzeile 30 refp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen, Seltersweg Fernsprechanschluß Nr. 363. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Hrbeitgeber und Arbeitnehmer. Man schreibt uns aus Unternehmerkreisen: Unter der Füh. Serang des Zentralverbandes deutscher Industrieller ist in Ber. Elin ein Verband der Arbeitgeber zusammengetreten, der die Interessen der Unternehmerschaft gegen die organisierten Arbriter wahrnehmen will. Bedauerlicherweise tritt in dieser Organisation der Kampfzweck etwas zu deutlich hervor und feine Aufnahme bei der Arbeiterschaft zeigt denn auch, daß zumit wenigstens der neugeschaffene Verband kaum eine friedlilche Wirkung haben wird. Das ist deshalb doppelt bedauerItch, weil die Schaffung solcher Vereinigungen, wie man bei dem Buchdruckergewerbe mit Deutlichkeit sehen kann, unter Llanstän den den Gegensatz der Interessen in friedliche Bahnen Tomten tann. Man kann sie am besten als die Kriegsrüstunggn beufs Sicherung des Friedens bezeichnen und zum Veral eich auf die augenblickliche Weltlage hinweisen, die eben dadaard gekennzeichnet ist, daß die Nationen bis an die Zähne 3Lm Kriege gewappnet sind, daß aber der Friede gerade durch Den Umfang der Rüstungen am besten gesichert wird, weil der Cinsatz für die einzelnen Nationen bei einem etwaigen bluFigen Würfelspiel zu groß ist. Aehnlich liegen auch die Dinge bizi den Organisationen zweier gegensätzlichen Interessenten. Allerdings werden sie durch den Kampf und die Möglichkeit Me Kampfes geboren, aber die Konzentration der beiden Fampfparteien hat vor allen Dingen die Wirkung, daß an die Stelle des Einzelvertrages der sogenannte Kollektivvertrag treten Eann. führen. il von Paul Arnold. ( Nachdruck verboten.) Fritz Hersfeld lehnte sich in seinen Seſſel zurück und richLes schien ihm aussichtslos, diesen Kampf noch länger au tete feine Blicke auf eine Bahllose Gemälde, Wertile Ecke des Ateliers. Bruſt nom. as been batte, Die Aufmerkſamteit des großen Publi fums auf jich zu lenfen. Die herhängnisvollen Ein schönes Gesicht rasch an ihnen vorüber. nur ein Gesicht im Nebel, auf das der Schein einer Laterne Es war fühn, ia jogar herausfordernd. recht beifällig auf, jagte aber, daß fie in Stil, Behandlung und Auffassung nichts ungewöhnliches wären und ging desSeritif nahm seine Werke ja genau so, wie er es an jenem Brichstonsbrücke gesehen Es war wegen neuestes Werf war aber ganz anders als seine bisherigen. bei deren Anfertigung seine fiel. auch Abend quf Da nit ist aber für die Arbeitnehmer sehr viel gewonnen, Menn wenn die Arbeiterschaft in ihrer Gesamtheit auftritt, ist ilia, was der einzelne niemals sein kann und niemals werden mird, eine Macht, die dem Unternehmertum vollwertig gegenier steht. Professor Leris, ein hervorragender Kenner des 06 itererzeugungsprozesses, ist der Ansicht, daß die Verbittemang der Arbeiterkreise und die scharfe Form des Klassengdanfens lediglich aus dem Gefühl der Isolierung entstanden sen und daß die schroffe Form des Lohnkampfes in dem Maße bericht inde, als an die Stelle der Lohnbewegung in den ein3nen Unternehmungen die Lohnbewegung der ganzen ArEleiterfategorie trete. Bei dem Buchdruckergewerbe, das wir Elereits oben erwähnt haben, ist tatsächlich seit Beseitigung der betalen Ausstände durch die Einführung des Kollektivvertrages Friedert und ein ersprießliches Zusammenwirken zwischen ÄrEitgeber und Arbeitnehmer eingetreten. Erforderlich für die Entwickelung solcher erfreulichen Verhältnisse ist aber auch die Beneig theit zu einer schiedsgerichtlichen Erledigung schwebender Streitfragen, die bei der neuesten Schöpfung des Zentralurbanides deutscher Industriellen allerdings vollständig zu len scheint. Diesem hätte das Organisationsstatut des Verbrandes der Textilindustrie, das nach der Erledigung des immitschauer Weberstreikes zustande kam, zum Muster dieen sollen. Danach verfolgt der Verband folgende Zwecke: 1 Objektive Information über die Lage des Arbeitsmarktes und Feststellung der Mittel zur Abwehr eines etwaigen Lohnhempfes. 2. Sicherung der loyalen Innehaltung etwaiger nit der Arbeiterschaft geschlossener Lohnverträge, bei Verfittung der Mitgliedschaft durch illoyale Unternehmer. 3. Lo Ealisierung der Ausstände. 4. Grundsäßliche Bereitwilligkeit Für einen schiedsgerichtlichen Ausgleich. 5. Paritätischer ArBeitsnachweis und 6. nur im äußersten Falle, die Vorbe eitung eines Lohnkrieges. Hier tritt die friedliche Tendenz er Organisation deutlich hervor und auf die Dauer wird auc ie beruhigende Wirkung auf die Arbeiterschaft nicht aus Tiberi. Möge sich der Zentralverband ebenfalls nicht der ebre von Crimmitschau entziehen. Der Herero- Hufftand. In kolonialen Kreifen und auch darüber hinaus im ganzen Sachen Volke beginnt man mehr und mehr Besorgnisse zu hdegen über das Schicksal der Kolonne Glasenapp, von der na seit dem 2. April nichts gehört hat. An diesem Tage ford das so verlustreiche Gefecht der Kolonne bei Okaharui stat; Major v. Glasenapp wollte am nächsten Tage den gegenen Herero nach Norden, auf Otjikuara zu, folgen. Ob em getan hat oder nicht, weiß man nicht. Man weiß nicht, be er jetzt steht und was er inzwischen ausgerichtet hat. Ueberhaupt erregt die Spärlichkeit der Berichterstattung iba die Vorgänge in der Kolonie nicht nur im Volke, sondern aham amtlicher Stelle Befremden und Unwillen. So hat 38 am 13. April wieder ein neues Gefecht mit den erero bei Okatumba-- 9 Kilometer südlich von Salapja stattgefunden, über dessen Verlauf an amtlicher elle bisher nichts bekannt ist! Die zuständigen Stellen in Serkolonie haben es nicht für nötig gehalten, mehr als die erlust li ste nach Berlin zu telegraphieren, sie weist an ten zwei Offiziere, den Hauptmann v. Bagensky und den Serleutnant Reis, und sechs Mann auf, ferner acht Schtverund fünf Leichtverwundete. Kein Wort über das Gefecht bt findet sich in der Depesche; man weiß nicht einmal, belche deutsche Kolonnen an dem Gefecht teilgenommen ben.. Nur die Tatsache, daß der gefallene Oberleutnant dis zum Stabe des Oberst Dürr gehörte, läßt darauf schließen, daß die Kolonne Dürr an dem Gefecht beteiligt war. Ob neben ihr auch die Kolonne Estorff oder die vielleicht aus dem Norden zurückgekehrte Kolonne Glasenapp mitgefochten hat, läßt sich nicht sagen. Diese völlig ungenügende Berichterstattung, die Besorgnisse und Unmut erregt, hat, wie unser Berliner CB- Mitarbeiter hört, das Kolonialamt veranlaßt, die zuständige Stelle in Südwest aufzuweisen, über alle Vorkommnisse in der Kolonie ausführlich telegraphisch zu berichten. Einstweilen ist man, wie gesagt, lediglich auf Vermutungen über das Gefecht bei katumba angewiesen. Da die Hauptabteilung oder doch ein Teil von ihr an diesem Gefecht teilgenommen hat, muß sie dem nach dem Gefecht bei Onganjira nordwärts abgezogenen Feinde auf dem Fuße gefolgt sein. Ob nur dieser sich der Kolonne bei Okatumba gestellt hat, oder ob die dort von früher her noch lagernden Leute des Hererohäuptlings Tjetjo ebenfalls gegen die Weißen gefochten haben, diese Frage läßt sich ebenso wenig beantworten, wie die weitere, ob vielleicht auch die Kolonne Glasenapp in das Gefecht eingegriffen hat. Der amtliche Bericht über das letzte Gefecht ist jetzt endlich eingelaufen. Hauptmann Fiedler schickt aus dem stellvertretenden Hauptquartier in Okahandja folgende Gefechtsdepesche des Gouverneurs Leutwein, die infolge einer Betriebsstörung der Heliographenlinie erst am 16. April früh 7 Uhr dort eintraf: Am 13. April rückte ich vom Otjosafu gegen die bei Okatumba stehenden Hereros vor. Letztere wichen bis in die Gegend von Oriumbo zurück, wo sie ihrerseits angriffen. In zehnstündigem schweren Gefecht überlegener Gegner abgewiesen. Letztere zahlreiche Verluste. Da Heranziehung, Munition und Verflegung nicht möglich, weiteres Vorgehen in diesem Gelände auch keinen Erfolg versprach, ging ich nach Otjosafu. Diesseitige Verluste: Hauptmann Bagenski, Oberleutnant Reiß und sieben Reiter tot, Leutnant Findeis, sieben Reiter schwer, sechs leicht verwundet. Die offizielle Darstellung bestätigt, was befürchtet wurde, daß große Opfer gebracht werden mußten, ohne daß irgend welcher nennenswerte Erfolg aufzuweisen ist. Der Feind ist nicht geschlagen und in die Flucht geworfen worden, sondern seine mit überlegenen Kräften ausgeführten Angriffe konnten nur zurückgewiesen werden, und unter schweren Verlusten unsererseits. Hoffentlich gelingt es unseren getrennten Kolonnen bald, die nötige Fühlung mit einander zu bekommen, um durch gemeinsames Vorgehen dem Feind eine entscheidende Niederlage beizubringen! Nach einer uns von Berlin aus übermittelten Privatmeldung trifft der Woermann- Dampfer mit dem erkrankten Obersten Dürr an Bord bereits am 28. April in Deutschland ein. Dürr befände sich demnach schon längst auf dem Heimwege, ohne daß amtlich darüber etwas befannt gegeben ist. Der Krieg in Oftalien. Die Meldung von einem neuen Angriff der Japaner auf Port Arthur hat sich inzwischen bestätigt. Doch auch diese neue Beschießung hat, wie alle vorherigen, der Festung und ihrer Besatzung keinen nennenswerten Schaden zugefügt. Der Verlauf des Bombardements wird von russischer Seite in einem Bericht vom 15. d. Mts. folgendermaßen geschildert: Heute früh 6 Uhr erschien am Horizonte ein kleines feindliches Geschwader, entfernte sich jedoch bald wieder. Um 10 Uhr kamen 23 feindliche Schiffe in Sicht, die sich in 2 Gruppen teilten; die eine nahm Aufstellung hinter Liautieschan und beschoß das Ufer und die TigerschwanzHalbinsel, die andere beschoß von der Reede aus den golde nen Berg und die übrigen Batterien. Das Feuer dauerte mit Unterbrechungen bis 1 Uhr nachmittags. Unsere Schiffe antworteten mit indirektem Feuer; ein Schuß beschädigte einen japanischen Kreuzer; nach anderen Meldungen er litten 2 japanische Schiffe Beschädigungen. Den Befesti gungen und der Stadt fügte der Feind keinen Schaden zu: getötet wurden einige Chinesen, verwundet 2 Chinesen und 2 Russen. Wozu die vielen Beschießungen? Man muß sich nun fragen, welche Zwecke die Japaner mil diesen recht kostspieligen Attacken eigentlich zu erreichen hoffen. Mit einiaer Sicherheit kann nun angenommen wer den, daß es nicht die Absicht der Javaner sein Tann, sich durch einen Angriff von der See in den Besitz des befestigten Bori Arthur zu setzen. Sowohl die Flottenangriffe auf Sebastopol wie auch die Beschießungen der Uferbefestigungen von San tiago durch die amerikanischen Kriegsschiffe haben die voll ständige Nutlosigkeit solcher Unternehmungen dargetan und die schließliche Ueberlegenheit der Küstenverteidigung nachge wiesen. Die eigentliche Absicht der Japaner bei den Attacken gegen Port Arthur dürfte zweifellos die sein, die russische Esfadre in Schach zu halten, damit sie die japanischen Landungen an der koreanischen Küste nicht störe; der Plan gelingt in jeder Weise, allein es wird von vielen Seiten behauptet, daß die Japaner sich selbst dabei durch ihre Munitionsverschwendung empfindlich schädigen, indem erstens die schweren Geschütze durch die scharfe Inanspruchnahme leiden und es zweitens an Munition fehlen dürfte, wenn es einmal zu einer großen Seeschlacht kommen sollte. Die Japaner müssen star! mit der Möglichkeit rechnen, daß sie eventuell die Rohre ihrer Geschütze werden auswechseln müssen, was bei der Nähe hei mischer Werften, zurzeit wenigstens, nicht allzu schwierig sein dürfte. Der Untergang der„ Petropawlowst" hat noch immer nicht eine endgültige Klarstellung gefunden Die russische Presse gibt jetzt der Ueberzeugung Raum, daß es ein japanisches Untersecboot gewesen sei, das den verhängnis vollen Torpedoschuß auf den Panzer abgegeben habe. Groß fürst Wladimir, der Vater des mit genauer Not dem Tode ent ronnenen Großfürsten Kyrill, sprach sich dem Petersburge Korrespondenten des Pariser Figaro" gegenüber in dem gleichen Sinne aus.„ Das Unterseeboot dürfte einen Tor pedo abgeschossen haben," sagte er, der das Panzerschiff bein Maschinenraum getroffen und eine Explosion der Dampfkessel herbeigeführt hat. Wir wußten, daß die Japaner zwei Unterseeboote besaßen, konnten aber nicht annehmen, daß sie die Tollheit begehen würden, diese kleinen Schiffe so weit von ihrer Flotte fortzusenden. Das Unterseeboot ist sicherlich mit untergegangen." Man tut gut, dieser Unterseebootsgeschichte gegenüber sich vorläufig recht skeptisch zu verhalten. Die schweren Verluste an Menschenleben bei dem Untergang der„ Petropawlomst" erscheinen den Laien kaum faßlich. Wie war es möglich, daß sich von der großen Besagung so wenige retten konnten? Bestehen dock die modernen Schiffe, wie jeder weiß, aus vielen einzelner wasserdichten Abteilungen, so daß ein schnelles Sinken dock eigentlich ausgeschlossen sein müßte? Erfahrungsgemäß ge nügt jedoch ein derartiger Explosionschoc, wie er die„ Betro pawlowsk" traf, um auch bei Schiffen, welche doppelter Boden besitzen, ein großes, nach vielen Metern im Gevier messendes Leck zu reißen, in welches dann das Wasser einbricht und im Handumdrehen das ganze, eventuell auch das benachbarte Kompartiment mit Wasser füllt. Durch diese ungeheuere einseitige Belastung von mehreren tausend Kilo. gramm aus dem Gleichgewicht gebracht, mag sich dann die Petropawlowsk" start auf die Seite geneigt haben, worau der Aufbau das Uebergewicht erhielt und seine Besatzung binnen wenigen Sekunden in die Tiefe niederzog. Wie die naritime Chronik zu berichten weiß, gibt es in solchen Fällen fast keine Rettung für die Bemannung, denn selbst die auf Deck befindlichen Offiziere und Mannschaften werden, da sie sich schwimmend zu retten trachten, durch den entstehenden Wirbel leicht in die Tiefe gerissen. Es bestätigt sich, daß der berühmte Schlachtenmaler Wassili Wereschtschagin bei dem Untergang der„ Petropawlowsk" den Tod gefunden hat. Der Wachsamkeit der Russen gelang es, einen Anschlag gegen die mandschurische Eisenbahn glücklich zu vereiteln. Aus Charbin wird gemeldet, daß wiederum zwei japanische Generastabsoffiziere nahe vom Schienenstrang gefangen genommen wurden. Beide trugen die Kleidung tibetanischer Lamas und versuchten zunächst zu entfliehen. In ihrem Zelte fand man 30 Kilo Pyrorilin, drei Schachteln Bitfort- Zündschnüre, Dynamit und Geräte, um Schienen loszuschrauben usw. Wahrscheinlich beabsichtigten sie, die Brücke über den Fluß Nonna zu sprengen. Beide Gefangene gestanden äußerst kaltblütig ein, daß sie die Eisenbahnlinie zerstören wollten. Eine Landschlacht? Von einem großen Kampfe zu Lande, der für die Japaner einen sehr schlimmen Ausgang genommen habe, weiß der Londoner Standard zu berichten. Admiral Logos Flotte esfortierte eine Anzahl Transportschiffe nach einem Punkt westlich der Mündung des Jalu, wo die Ausschiffung der Expedition begann, ohne daß die Japaner bemerkten, daß die Russen im Hinterhalt lagen. Als 12 000 Mann japanischer Truppen gelandet waren, wurden sie von Russen angegriffen und zu den Schiffen zurückgetrieben, wobei sie schwere Verluste in Mannschaften und Geschüßen hatten. Die Nachricht ist mit großer Vorsicht aufzunehmen, ebenso wie die von einem neuen Auftauchen des Wladiwostok- Geschwaders. Der koreanische Kaiserpalast abgebrannt. In Söul ist, wahrscheinlich infolge von Brandstiftung, der Palast des Kaisers von Korea abgebrannt. Der Kaiser rettete sich in die Bibliothek. Das Feuer griff sehr schnell um sich, veil die Leibaarde des Kaisers der japanischen Feuerwebr ben Zutritt zuin Palast verweigerte. Erst als die britische Gesandtschaft vom Feuer bedroht war, erzwangen die britischen Matrosen den Zutritt. Für die Feuerwehr war es zu spät, um den übrigens längst baufälligen Palast zu retten, mit dem auch die Baracken der nahen Regierungsbureaus mit ihrem Aftenmaterial verbrannten. Der Kaiser von Korea zeigte sich vährend des Brandes besorgt, daß keine Menschenleben umfamen. Die japanischen Gendarmen und Mannschaften arbeiteten angestrengt und ihnen ist auch mit die Rettung des Kaisers zu danken, wofür sie sich den Dank des Hofes erworben haben. Desgleichen haben ihnen die fremden Diplomaten ihre herzliche Anerkennung für die Hilfe ausgesprochen, die sie bei der Sicherung der in der Nähe des Feuerherdes gelegenen Gesandtschaftsgebäude geleistet haben. Port Arthur von den Japanern genommen? Gine sensationelle Meldung ist über Petersburg in Berlin eingetroffen: Port Arthur soll sich be= reits in den Händen der Japaner befinden. Selbst wenn es den Japanern gelungen sein sollte, gedeckt durch den Angriff ihrer Flotte, unbehelligt einen größeren Truppentransport auf der Kwentung- Halbinsel zu landen, so ist damit immer noch nicht Port Arthur gestürmt. Die Landbefestigungen dieses starken Plazes fönnen auch einen überlegenen Gegner geraume Zeit Stand halten. Die Nachricht vom Falle Port Arthurs eilt deshalb den Angriffen beträchtlich voraus. Anzunehmen ist jetzt, wo die Japaner unbestritten die Vorherrschaft zur See besitzen, allerdings wohl, daß sie sich zum Sturm auf Port Arthur, das Hauptbollwerk des Feindes, von Land- und Seeseite zugleich vorbereiten und wir in den nächsten Tagen schon von schweren Kämpfen hören können. Was aus englischer Quelle über einen neuen Angriff der japanischen Flotte verlautet, bei dem das russische Schlachtschiff Senastopol" untergegangen und ein zweites beschädigt sei, ist wohl nur auf die Phantasie eines sensationslüsternen Reporters zurückzuführen. Von russischer amtlicher Seite werden diese neuen Verluste bestritten. Der Untergang der" Petropolowsk" wird jezt vom japanischen Admiral Togo in einem amtlichen Bericht auf eine Mine zurückgeführt, die seine Torpedoboote gegen Mitternacht vor den Küsten unbemerkt ausgelegt hatten. Die Politik. tage ote gegemettige Absperrung ausgeben. Diesbezügliche vorbereitende Verhandlungen sind denn auc bereits mit mehreren Bundesstaaten mit Sachsen und Hessen eingeleitet worden." Der Finanzminister legi dann weiter dar, daß er aus finanzpolitischen Rücksichten nie. mals für eine Freizügigkeit der bundesstaatlichen Lotterien zu haben sein werde, wohl aber für eine Interessengemein schaft derselben. Hoffentlich erfüllen sich die Erwartungen des Ministers, und wir haben bald eine Interessengemem. schaft der Lotteriestaaten statt des gegenwärtigen unhaltbaren Lotteriekrieges. Mit einer Erhöhung der Arbeitslöhne der Gefangenen hat die preußische Justizverwaltung einen Versuch gemacht. Der Anstoß dazu ging von dem Oberstaatsanwalt bein Rammergericht aus, der in den ihm unterordneten Gefäng nissen die Arbeitslöhne durchweg erhöhen ließ. Allen Unter nehmern, die in die Erhöhung der Löhne nicht willigen woll: ten, wurde der Vertrag gekündigt; fast alle Unternehmer haben aber die Lohnerhöhung angenommen. allgemeinen haben die Arbeitgeber gegen die geplante Lohnerhöhung nur einen Wunsch geäußert, daß ihnen nämlich gestattet werde, noch mehr Kraftmaschinen einzustellen. Grundsäklich wurde es jedoch abgelehnt, in den Gefängnisdienſt noch weitere Kraftmaschinen einzustellen. Auch der Antrag eines Fabrikanten, daß den Gefangenen bei Mehrarbeit( über das vorgeschriebene Tagespensum) besondere Prämien bewilligt werden sollen, wurde von dem Oberstaatsanwalt nicht genehmigt. Dagegen wurden besonders die Arbeitslöhne der an den Kraftmaschinen beschäftigten Gefangenen erhöht. Die Lohnerhöhungen sind allgemein in Höhe von 20-30 v. H. erfolgt. Für die einzelnen Gefangenen wurden bis jetzt täglich 75-80 Pf. bezahlt; dieser Lohn wurde nun auf eine Mark erhöht. Der gleiche Lohn muß für die Gefangenen gezahlt werden, die als sogenannte Kalefaktoren ( Reiniger und Diener) benutzt werden. Bei den an den Kraftmaschinen beschäftigten Gefangenen tritt eine Lohnerhöhung bon 50 v. H. ein. Diese Lohnerhöhung ist nicht nur im Interesse der Gefangenen, sondern auch in dem der Gewerbetreibenden willkommen zu heißen, denen dadurch die Konkurrenz der allzu billigen Gefängnisarbeit gemindert wird. ** Oefterreich- Ungarn. Es bestätigt sich, daß Kaiser Franz Josef im Juni den englischen Hof besuchen wird. Das Programm des Besuches soll während des bevorstehenden Aufenthalts des Prinzen von Wales in Wien festgesetzt werden. Frankreich. Die jüngste staatlich approbierte Bilderstürmerci" in Frankreich, die Entfernung der Heiligenbilder und kirchlichen Embleme aus den Gerichtsgebäuden hat an vielen Orten zu Rundgebungen Aninß gegeben. In Mois don bei Nantes hatte der Friedensrichter das Kruzifir aus dem Gerichtssaal entfernen lassen. Der Maire der Ortschaft, Graf Ginour- Defermon, ein Deputierter, begab sich, von seinem gesamten Gemeinderat begleitet, in das Gerichtsgebäude, ließ sich den Saal öffnen, in dem das Kruzifiy beseitigt worden war, und brachte es wieder an Ort und Stelle. Der Staatsanwalt von Chateaubriand hat nun die Angelegenheit in die Hand genommen. In Vertou bei Nantes weigerte sich der Friedensrichter, das Kruzifiy aus dem Gerichtssaale zu entfernen, er erklärte, er finde keinen Arbeiter, der sich dazu hergebe. Es mußte ein Polizeikommissar von Nantes nach Vertou geschickt werden, der das Kruzifir entfernte, das in die Mairie gebracht wurde. Darauf hin nahmen der Frie densrichter und seine beiden Stellvertreter ihre Entlassung. Auch in Air in der Provence reichte ein Richter seine Entlassung ein, weil das Kruzifir aus dem Gerichtssaale entfernt worden war. An einer halbamtlichen Erklärung des preußischen Finanzministers Frhrn. v. Rheinbaben finden sich einige bemerkenswerte Erklärungen zu dem neuen preußischen Lotteriegesetzentwurf. Es heißt da:„ Der Entwurf steht nicht mit der von dem Abgeordnetenhause gefaßten Resolution im Widerspruch. Die Bildung einer Lotteriegemeinschaft der beteiligten deutschen Staaten wird durch den neuen Gesetzentwurf keineswegs beeinträchtigt, vielmehr wird er dazu beitragen, daß die Lotterieſtaaten über die Gestaltung ihrer Staatslotterien oder deren Vereinigung und über die Art des Vertriebes ihrer Lose sich verständigen und auf dieser GrundDer Wildhirt. Eine oberhessische Dorfgeschichte von J. Becker. ( Fortsetzung) ( Nachdruck verboten.) Jedoch war is damit nicht getan, daß man sich bloß in der Hütte aufhalten konnte; man wollte auch leben, Tiophel hatte ja nun soviel, daß er selbst nicht zu hungern brauchte; aber der Hangcurt wollte doch auch essen. Hier wußte nun sein Verführer guten Nat und zwar einen solchen, auf den Hangcurt niemals verfallen wäre. Er stellte ihm vor, daß sein Vater eine gute Ernte gemacht und eine Menge Frucht auf den Scheunenböden liegen habe. Er müsse doch wissen, wie man dazu gelangen fönne, was liege denn dem alten Vierer an etlichen Si cn Frucht; wenn man bie ihm entwende, das merker gar nicht. * Hus den Parlamenten. Die Nation alliberalen haben im Reich 3- tage eine Resolution eingebracht, die den Reichstanzler ersucht, in den nächsten Etat Mittel einzustellen, um im Ausland den deutschen Konsuln zur Unterstützung in wirtschaftlichen Angelegenheiten einen aus deutschen Kaufleuten gebildeten sa chverständigen Beirat zur Seite zu stellen. * In der Gemeindekommission des preußischen Abgeordnetenhauses wurde bei der Beratung von Petitionen, die sich auf eine Aenderung des Sch I ach tha us= gesetzes und die wiederholte gebührenfreie Untersuchung von Fleisch in Gemeinden mit Schlachthauszwang bezogen, von einem Vertreter der Regierung folgende für Kommunen sehr wichtige Erklärung abgegeben: Die Regierung habe eine Enquete veranstaltet über die Wirkungen, welche die Gebührenfreiheit für schon untersuchtes Fleisch, das bei der Einführung in eine Stadt mit Schlachthauszwang nochmals untersucht wird, auf die finanzielle Lage der Kommunen haben könnten. Es sei eine Denkschrift darüber bereits ausgearbeitet worden. Diese besage, daß den Kommunen fein irgendwie nennenswerter finanzieller Schaden durch die Gebührenfreiheit erwachse. Deshalb sei die Regierung entschlossen, entgegen dem Wunsche der Städte an der Gebührenfreiheit der nochmaligen Untersuchung schon untersuchten Fleisches festzuhalten. Das, was Hangcurt vor etlichen Tagen noch mit Abscheu von sich gewiesen hätte, stel jetzt leider auf einen günstigen Boden bei ihm. Allerdings fam hierbei auch die Erbitterung und Enttäuschung in Betracht, daß seine Eltern feinen Schritt taten, ihn wieder zurückzurufen und ihm seine Fehltritte zu verzeihen. Er übersah aber hierbei, daß daran allein sein Verkehr mit dem Tiophel die Schuld trug, den ihm seine Eltern niemals bergeben fonnten, und ferner, daß diese auf den ersten Schritt zur Versöhnung seinerseits rechneten. Dies fonnten sie um so eher aus dem Grunde, als sie doch annehmen mußten, daß er keine Existenzmittel habe, um auf die Dauer sein Fecnbleiben vom Hofe durchsezen zu können. Es war also Trot gegen Troß, den man Deutfcher Reichstag. ( 68. Sigung.) CB Berlin, 16. April. nach äußerte sich der Abg. Dr. Wolff von der wajas Vereinigung noch einmal ausführlich über die Not der Lar wirtschaft, insbesondre auch in Württemberg; Dr. Krzymin wiederholte noch einmal die Klagen der Polen, und Vetterlé verlangte noch einmal die staatsrechtliche Gleich lung Elsaß- Lothringens mit den Bundesstaaten. De Wiederholungen vermochten die anwesenden Abgeordneten es waren ihrer im ganzen vielleicht vierzig nicht genüg zu fesseln. Hingegen gelang es dem konservativen b. Oldenburg die erschlaffte Aufmerksamkeit des Hauses he der wach zu rufen, obwohl auch er nichts neues mehr vor bringen hat; es gelang ihm, weil er die Gabe hat, alte Ged fen wenigstens in neue mehr oder weniger derbwißige men zu fleiden. Die Forderungen, die er aufstellte, was trie immer: erhöhter Schutz der Landwirtschaft und tr schärfter Kampf gegen die Sozialdemokratie. Aus dem we ren Verlaufe der Sigung, die sich bis zum Abend hinzog, noch zu erwähnen, daß in später Stunde der Reichskanz Graf Bülow erschien, um Herrn v. Oldenburg kurz, ab energisch zu antworten. Wenn es als eine Legende bezeich werde, daß er etwas für die Landwirtschaft getan habe, se klär er, daß er den Zolltarif für eine Tat im Interesse Landwirtschaft erachte. Im übrigen wolle er nur bemerk daß es doch nicht so leicht sei, die Geschäfte des Landes leiten, wie es Herr v. Oldenburg sich vorzustellen schei Wenn Herr v. Oldenburg ihm Mangel an Pessimismus geworfen habe, so antworte er ihm, daß der Kanzler sehr nüs tern urteilen müsse. Nichts würde dem Reiche schädliche sein, als ein nervöser Kanzler. Die nun schon fünf Tage währende zweite Beratung des Etats für den Reichskanzler und die Reichskanzlei knüpfte bei ihrer heutigen Fortsetzung unmittelbar an den Schluß von gestern an. Das Zentrum schickte den Abg. Dr. Bachem vor, in der vom Abg. Blumenthal gegebenen Darstellung des Falles Fameck entgegenzutreten. Der häufig so temperamentvolle Redner vom Rhein sprach diesmal, abgesehen von einigen ungemein scharfen Wendungen gegen die Person Blumenthals, sehr ruhig. Er warf dem demokratischen Gegner vor, daß er seine Sache wie ein Winkeladvokat geführt habe, denn er habe nur den Tatbestand mitgeteilt, von der Rechtslage aber kein Wort gesagt. Diese Lücke bemüht sich Dr. Bachem durch lange Auseinandersetzungen auszufüllen. Seine Auslassungen gipfelten in der Behauptung, daß die Beerdigung eines Protestanten auf dem Friedhof in Fameck zu Unrecht erzwungen worden sei. Deshalb habe ihn Bischof Benzler mit dem Interdikt belegt, er habe es getan, nicht, um den Frieden zu stören, sondern um ähnlichen Rechtsbrüchen vorzubeugen. Außerdem erklärte der Redner, daß seine Partei die Resolution, betreffend die Fristbestimmung für die Annahme von Reichstagsbeschlüssen durch den Bundesrat, ablehne. DarPreussifcher Landtag. Herrenhaus. bit Bemannung die nötige Als das glid befiege Pfund Bul ( 10. Sitzung.) RK Berlin, 16. April. Die Abstimmung über das neue Ansiedelungs. gesetz wurde heute zu Ende geführt. Ueber einzelne graphen gab es noch kurze Erörterungen; so namentlich § 13a, der bestimmt, daß die Ansiedelungsgenehmigung erforderlich ist, wenn infolge der Umwandlung eines Lan gutes in mehrere ländliche Stellen innerhalb einer im sammenhange gebauten Ortschaft ein Wohnhaus er richtet werden soll. Dieser Paragraph wurde verschiedent angefochten, aber schließlich genehmigt. Das glei war der Fall mit§ 13b. Dieser bestimmt, daß der Regierung präsident, bevor die Ansiedelungsgenehmigung erteilt with eine Bescheinigung darüber auszustellen hat, daß die Ansied lung mit den Zielen des Gesetzes nicht im Widerspruch steh Beschwerde ist beim Oberpräsidenten zu führen, der en gültig entſcheidet. Die übrigen Paragraphen gaben zu e heblicheren Beanstandungen keinen Anlaß. Es folgte die ratung und Genehmigung einzelner kleinerer Gesetzesvor lagen lokalen oder provinziellen Charakters. sich mit zäher Ausdauer und Starrköpfigkeit bot. Wer am meisten darunter litt, war natürlich Frau Glohr; denn sie würde gern den Versuch gemacht haben, ihren Sohn durch Bitten und Vorstellungen von seinem Verkehr mit dem Tiophel abzubringen, und sie wußte, daß ihr dies auch gelingen würde. Dies duldete jedoch der Pierer nicht. Der wollte um feinen Preis nachgeben, sondern abwarten, bis Not und Elend seinen Sohn zwingen würden, um Verzeihung bittend zu ihm zurückzukehren. Tat er dies nicht, dann mochta er eben berkommen, sterben oder verderben. Es war eine rauhe stürmische Herbstnacht, etliche Tage nachdem Hangcurt den elterlichen Hof verlassen. Es war noch nicht sehr spät und im Dorfe lagen schon alle in den Federn, was wohl darin seine Ursache hatte, daß man sich von der eben erst überstandenen Kirmeß, die gewaltige Anstrengungen erfordert hatte, erholen und ausruhen wollte. Darauf hatten jedenfalls auch die beiden Nachtwandler, die sich spähend um Pierers Hof herumtrieben nämlich Hangcurt und Tiophel- ihren Plan gebaut. Die nächste Tagung des Herrenhauses soll vom 9. 14. Mai stattfinden. Haus der Abgeordneten. RK Berlin, 16. April. das ganze G Rizen des des Turmes fammengewo Feben geriffe bom Körper Mannschaft t in den Turm man famtliche laffen. Die tanifchen Kri Sentlichen Fel der Welt", to Gine h där Carneg 5 Millionen fonen bestim gefahr felbft retter felbft det Anwend Staaten, in Staaten. #Unheil wird aus G batten sich ver Dämmerung Grunde nähe der Dunkelhe einen Schuß traf. Schnell gen ab, da Er schoß sei Ladung in A Gelf hat sich die john zu To dem Gefäng fahren. † Ein rä terfuchungsb wurde unwe ( 54. Sitzung.) Die Stilllegung der kleinen Zechen im Ruhrrevier dur die größeren Zechen hat dem Zentrum Veranlassung gegeben, an die Regierung eine Interpellation zu richten, in der sie ge fragt wird, was sie gegen diese Praxis tun wolle. Diese Inter pellation kam heute zur Debatte. Der Zentrumsabg. Stöbel begründete sie, indem er auf die wirtschaftlichen und sozialen Schäden der Stilllegung der Zechen hinwies. Er betonte, daß diese kapitalistische Praris Zehntausende von Arbeiter brotlos und heimatlos mache, und forderte zum Schluß die Regierung auf, ihr Veto einzulegen. Handelsminister Möl ler erklärte die Darstellung Stößels für übertrieben. Es wü den höchstens 12 500 Arbeiter durch die Zechenstilllegung bro los, und gegen die Stilllegung unrentabler Zechen lasse si nichts tun. Die Regierung wolle aber zusehen, daß die Uebe gangszeit sich möglichst schonend vollziehe. Die weitere De batte förderte die verschiedensten Auffassungen über Berech gung oder Unzulässigkeit der Zechenstilllegung zutage. Lautlos schlichen sie dicht an den nach der Straße gelegenen Wänden eines langen Stallgebäudes dahin bis zur Einfahrt, durch welche sie den Hof betraten. Es war alles ruhig wie auf einem Kirchhof. Hangcurt wußte natürlich Bescheid und er wußte auch, daß jezt eingesackte Frucht hinten in einer der Scheunen herumstehen mußte. Er stieß auch alsbald auf eine Anzahl Säcke, die jedenfalls im Laufe der nächsten Tage auf den Wagen geladen und zum Verkaufe gebracht werden ollten. Die Katastrophe auf dem„ Miffouri" Der furchtbare Unfall an Bord des amerikanischen Kriegs schiffs Missouri", dem 31 Menschenleben zum Opfer fielen wird wahrscheinlich niemals voll aufgeklärt werden. G scheint sich aber weniger um eine plötzliche Explosion, als un einen Brand gehandelt zu haben, der mit einer Explosion ch schloß. Die Pulverladung eines zwölfzölligen Geschützes hi sich, wie es scheint, entzündet, ehe der Verschluß geschlo war. Das aufflammende Pulver übertrug das Feuer i einen anderen Raum des Schiffes, wo vier Ladungen fü zwölfzöllige Geschütze in Brand gerieten und eine derarte Hize entfalteten, daß selbst die metallenen Vorrichtungen n den Wänden geschmolzen wurden. Der Unfall trug sich ei Gelegenheit eines Wettkampfes im Schnellfeuern zu, unde ist Berechtigung zu der Annahme vorhanden, daß die Geschi ,, Hätten m'r nur einen erst glücklich drauß," meintee Das is' ne Kleinigkeit," bersetzte Tiophel. Ta Schalterloch geht doch in den Garten; ich mach' m ctt' naus und Du läd'st mir den Sack durch das auf den Rücken. D'nach machen m'r uns durch d Gärten oben auf den Weg, der nach der Wildhütt' gelt Damit öffnete er vorsichtig das Schalterloch in stieg hinaus. Draußen stellte er sich mit dem Rüde bor die Oeffnung und wartete, bis ihm Hangcurt de Sack aufgehalst hatte. Dann eilte er, so rasch er font durch die Gärten, deren Hecken ja vielfach Lücken zeige dem Felde zu. Hangcurt stieg darnach ebenfalls durch das und war bald an der Seite Tiophels. Beide tru dann abwechselnd den Sack bis zur Wildhütte. gen Mädche lich einen& taiche bei si wertvolle D der Leiche b aus dem muß, währ gut erhalte Photograp weilen nad anfängliche handele, sch bielmehr p Staatsanwal terfuchung ito Eisenba wird, hat au ammenstoß den, darunt falscher We ortsbahnho Personenzu Wiede hat sich der jtarke Beu Messerstecher legte, ist tro nicht entdeckt Seitens des Ueberfälle du #Doppel ift in der Nac Gastwirtscha Mann war gleich als S deffen haben beiden Opf zertrümmer Leichen. D bor Diebsta Steden. Di die Betten wühlt und dächtig find A Explo gemeldet, d ichen Kreu Rochefort na " Weißte was, hier dürfen m'r nit bleiben d'rmt sagte Tiophel, als sie sich von der schweren Last, b ihnen weit vom Dorfe her so arg zu schaffen gemab ausruhten.„ Wennse' s g'wahr wer'n und uns d Gensdarmen auf'n Hals schicken, fann's uns d'ena schlecht geh'n. M'r müssen die Frucht' nüber in d Lehmkaut schaffen." Das wurde nun bewerkstelligt. Nachdem sich d Burschen eine Zeitlang geruht, trugen sie abwechse den Sack nach der bezeichneten Stelle, wo sie ihn unt Steingeröll und einer Ecdaufschüttung verbargen. De Das is geraten", meinte Tiophel befriedigt. 2 Sack findense nit, wennse' s überhaupt merken, daß einer fehlt. Ich halte d'rfür, daß a'r die günstig Gelegenheit, wo ihr die Frucht noch in der Sche ſt hn habt, benutzen und uns noch'n paar Säd lange M'r können ja dann auch welche verkaufen."( Forts. fol 〃 der wird ei auf dem am 15 Mann ber § Ginen w in Prozeß geg pagnie des In sich zunächst vo dete mit Berur fängnis. In fidfeitsberbred Berleitung zum terfuchungshaf Stoßung aus de bor Gericht ein Bachhabenden geftattete, zeig hatte zur Fol feinen Vorgese zu drei Mond murde. Dam erstattete auch Regimentsfam porschriftsmäß lettere ist die taten handeln f von der über die Not der Hemberg; Dr. Srz n der Polen, und Staatsrechtliche Ge -nicht ge bemannung in dem Bestreben, das beste Ergebnis zu erreichen, die nötige Vorsicht außer acht ließ. n Bundesstaaten Defenden Abgeordne vierzig dem tonjervative ffamfeit des Hau nichts neues me Die Gabe hat, alle weniger derbi die er aufstellte Landwirtschaft un mofratie. Aus dem is zum Abend hin Stunde der Reichs b. Oldenburg tur als eine Legende be irtschaft getan habe ine Tat im Inter en wolle er nur ber Geschäfte des Lar sich vorzustellen ngel an Pessimism daß der Kanzler se de dem Reiche sch Landtag. RK Berlin, 16. neue Ansiedelu rt. Ueber einzelne ingen; so namentli delungsgenehmigun Umwandlung eines innerhalb einer i ein Wohnhaus raph wurde verschie genehmigt. Das immt, daß der Regi genehmigung erteil ellen hat, daß die nicht im Widerspru ten zu führen, der Baragraphen gaben Anlaß. Es folgte ner kleinerer Gei Sarafters. nhauses soll bom! Ordneten. RK Berlin, 16. echen im Ruhrrei rum Veranlassung on zu richten, in di ris tun wolle. Dik Der Zentrumsch virtschaftlichen hen hinwies. Behntausende forderte zum Handelsministe für übertrieben. die Bechenstillleg rentabler Zechen l ber zusehen, daß die Dollziehe. Die weitere Auffassungen über henstilllegung auto dem„ Milur des amerikan frie enleben zum Opfer f I aufgeklärt werden plötzliche Explosion, d der mit einer Explosic wolfzölligen Geschüt der Verschluß gest übertrug das Fe wo vier Ladung rieten und eine de tallenen Vorrichtung Der Unfall trug Schnellfeuern zu, orhanden, daß die lücklich drauß," me berfeste Tiopbel Barten; ich mad Den Sack durch das hen m'r uns dur nach der Wildhütt' Als das Feuer den Munitionsraum erreichte, war das Unglick besiegelt. Mit einem furchtbaren Knall flogen 1440 Pfund Pulver auf. Es schien einen Augenblick, als wenn das ganze Schiff mit der Bemannung verloren sei. Aus allen Rigen des Turmes schossen Feuerzungen hervor, im Innern des Turmes lagen Tote und Sterbende auf einen Haufen zusammengeworfen. Die Kleider der Verunglückten waren in Fezen gerissen, die Gesichter verbrannt, und das Fleisch fiel vom Störper, wenn man ihn berührte. Zum Glück für die Mannschaft trat keine Panik ein. Die Offiziere verſuchten in den Turm einzudringen, doch gelang dies erst, nachdem man sämtliche verfügbaren Sprigen einige Zeit hatte arbeiten laffen. Die Häufung solcher Unglücksfälle auf den ameritanischen Kriegsschiffen beweist, daß die Geschosse einen bedenklichen Fehler haben. Sicherlich sind es nicht die„ besten der Welt", wie die Amerikaner zu rühmen pflegen. Nab und Fern. Eine hochherzige Stiftung hat der amerikanische Milliardär Carnegie ins Leben gerufen. Er hat einen Fonds von 5 Millionen Dollars für die Hinterbliebenen von solchen Persomen bestimmt, die bei Rettung von Menschen aus Lebensgefahr selbst das Leben eingebüßt haben, und für die Lebensretter selbst, die Verletzungen erlitten haben. Der Fonds findet Anwendung bei Lebensrettung in den Vereinigten Staaten, in Canada und in den Gewässern dieser beiden Staaten. Unheilvolle Verwechslung. Ein tragisches Vorkommnis wird aus Geldern gemeldet: Drei Privatförster in Sevelen batten sich verabredet, Wilderer abzufangen. Bei eintretender Dämmerung nahmen sie ihren Posten ein. Aus irgend einem Grande näherte sich später ein Förster seinem Kollegen. In der Dunkelheit hielt dieser ihn für einen Wilderer und feuertc einen Schuß ab, der den vermeintlichen Wilderer in die Knic traf. Schnell entschlossen feuerte dieser nun auch zwei Ladungem ab, da er glaubte, daß ein Wilderer ihn geschossen habe. Er schoß seinen Kollegen in ein Auge und gab ihm eine volle Ladung in die Brust. Beide schweben in Lebensgefahr. A Selbst gerichtet. Wie aus Mitterteich berichtet wird, hat sich die Frau des Fabrikarbeiters Härtl, die ihren Stiefsobei zu Tode marterte, selbst gerichtet. Sie entsprang aus der Gefängnis und ließ sich von einem Eisenbahnzug überfahren. † Ein rätselhafter Leichenfund beschäftigt zur Zeit die Untersuchungsbehörden in Calau. Auf dem dortigen Bahnhofe murde unweit der Wasserstation die Leiche eines etwa 24jährigen Mädchens aufgefunden. Die Unbekannte, die vermutlich einen Genichbruch davongetragen hatte, führte eine Reisetasche bei sich, in der etwa 3500 Mark Bargeld, sowie eine wertvolle Damenuhr nebst Kette vorgefunden wurden. Neben der Leiche befanden sich auch die Betten der Unbekannten, die aus dem Morgenschnellzug Berlin- Breslau gestürzt sein muß, während in dem von ihr benutzten Abteil später ein noch gut erhaltener Reisekoffer, mehrere Schirme und eine große Photographie vorgefunden wurden. Die Leiche wurde einstmeillen nach dem städtischen Hospital in Calau gebracht. Die anfängliche Annahme, daß es sich um eine Berliner Modistin han dele, scheint sich nicht zu bestätigen, die Unglückliche dürfte bielmehr polnischer Abkunft sein. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft hat am Tatorte eine gerichtsärztliche Untersuchung stattgefunden. Eisenbahnzusammenstöße. Wie aus Trouville gemeldet wird, hat auf der Strecke Dives- Cabourg ein Eisenbahnzuammenstoß stattgefunden, bei dem 20 Personen verlegt wur ben, darunter 12 schwer. Die Ursache des Unglücks ist in falfacher Weichenstellung zu suchen. Bei dem Berliner Vorortsbahnhof Gesundbrunnen stieß ein Güterzug mit einem Per sonenzug zusammen, wobei zwei Personen verunglückten. Wieder ein Messerstecher in Hamburg. In Hamburg hat sich der Bevölkerung in der Umgegend des Dammtors tarfe Beunruhigung bemächtigt. Ein geheimnisvoller Messerstecher, der ein Dienstmädchen anfiel und schwer verlette, ist trotz eifriger Nachforschungen seitens der Behörden nicht entdeckt worden. Man fürchtet nun weitere Untaten seitens des Verbrechers. Bekanntlich blieben auch frühere Ueberfälle durch Messerstecher unaufgeklärt. Doppelmord. In dem Dorfe Mehrstedt bei Schlotheim ist in der Nacht das hochbetagte Ehepaar Schmidt, das dort die Gastwirtschaft betrieb, ermordet und beraubt worden. Der Mann war nahezu 80 Jahre alt. Die Wirtschaft diente zugleich als Herberge für wandernde Handwerksburschen. Indessen haben in dieser Nacht solche dort nicht verkehrt. Den beiden Opfern ist mit einem Zimmerhammer der Schädel gertrümmert worden. Das Mordinstrument lag bei den leichen. Die alten Leute hatten die Gewohnheit, aus Furcht bor Diebstahl Geld und Wertsachen in ihren Betten zu vertecken. Dieses muß den Tätern bekannt gewesen sein, denn die Betten sowie die Schränke der Wohnung waren durchwühlt und ihres Inhaltes beraubt. Des Raubmordes verdächtig sind zwei Handwerksburschen und ein Zigeuner. A Explosion auf einem französischen Kreuzer. Schon wieder wird eine Explosionskatastrophe auf einem Kriegsschiffe gemeldet, die allerdings nicht so furchtbare Folgen hatte wie tig das Schalterlod auf dem amerikanischen Missouri". An Bord des franzöer sich mit dem hen Kreuzers Forbin" wurden während der Fahrt von , bis ihm Hangeut eilte er, so raidh er f ja vielfach Lücken z ebenfalls durch das Tiophels. Beide t is zur Wildhütte lochefort nach Brest durch Explosion einer Geschütz- Kartusche Vann verwundet, darunter einer schwer. Hus dem Gerichtsfaal. § Einen wahren Rattenkönig von Strafprozessen zeitigte en Prozeß gegen den Sergeant Bienemann von der 11. Komagnie des Infanterie- Regiments Nr. 29. Vienemann hatte fich zunächst vor dem Kriegsgericht wegen eines schweren Sittm'r nit bleiben dikeitsverbrechens zu verantworten. Die Verhandlung enn der schweren Saft defe mit Verurteilung zu drei Jahren und einem Monat Gearg zu schaffen gem ahr wer'n und un fen, fann's uns d Die Frucht' nüber in fingnis. In einem späteren Termine wurde er noch wegen Berleitung zum Meineid zu vier Jahren Zuchthaus und Ausßung aus dem Heere verurteilt. Er hatte während der Untersuchungshaft einen Mitgefangenen zu bestimmen versucht, or Gericht eine falsche Aussage zu machen. Den damaligen Bachhabenden, der ihm aus Gefälligkeit die Unterredung telligt. Nachdem gestattete, zeigte er selbst wegen Wachvergehens an. Dies trugen fie abwehatte zur Folge, daß der Unteroffizier, dem übrigens von chüttung berbargen wurde. Damit war es Bienemann aber noch nicht genug, er Stelle, wo sie ihn Tiophel befriedigt überhaupt merten, einen Vorgesetzten ein sehr gutes Zeugnis ausgestellt wurde, 3 drei Monaten Gefängnis und Degradation verurteilt stattete auch gegen mehrere ältere Unteroffiziere, frühere Regi mentsfameraden, Anzeige wegen Mißhandlung und unc, daß a'r die gorschriftsmäßiger Behandlung von Untergebenen usw. Gegen icht noch in der Gettere ist die Untersuchung eingeleitet. Es soll sich um Strafinod'n paar Gäd la Haterm handeln, die mehrere Jahre zurückliegen. elde bertaufen."( For Lokales. 18. April 1904. Delegiertenversammlung der Evange lischen Arbeitervereine. Die Delegiertenversammlung des Gesamtverbandes der Evangelischen Arbeitervereine Deutschlands findet am 24. und 25. Mai in Frankfurt a. M. im Vereinssaal, Langestraße 29. statt. * Zum diesjährigen Gauturnfeste, das in Usingen stattfindet, ist eine Altersriege zu stellen beabsichtigt. Die Anmeldungen sind an den Gauturnwart Will- Wetzlar zu richten. Der Kongreß für experimentelle Psychologie, welcher vom 18.- 20. April in Gießen stattfindet, wurde heute Vormittag 3/410 Uhr vom Direktor der psychiatrischen Klinik, Herrn Prof. Dr. Sommer eröffnet. Derselbe begrüßte die aus allen Teilen Deutschlands erschienenen Gäste sowie diejenigen aus Holland, Desterreich, England, Rußland, der Schweiz und überträgt die Leitung des Kongresses Herrn Elias Müller- Göttingen. In den Vorstand wurden gewählt die Herren Elsenhans- Heidelberg, Exner- Wien und Sommer- Gießen. Begrüßungsansprachen hielten darauf der Rektor der Landesuniversität, der Provinzialdirektor Dr. Breidert und der Oberbürger= meister von Gießen. Es wurde sodann den einzelnen Herren das Wort erteilt zu den angemeldeten Vorträgen. ** Die neueste Nummer der Turnztg. f. d. Gau Hessen berichtet, daß der Gau- Ausschuß in seiner am 13. April stattgehabten Sißung genehmigt hat, daß am 23. Mai der Turnverein in Ockershausen sein Stiftungsfest abhält, am 5. Juni die Gauturnfahrt nach Hungen stattfinden kann und am 26. Juli der Männer- Turnverein zu Rodheim a B. die Weihe seiner neuen Fahne festlich begeht. Wir wünschen, daß alle diese Feste neue Anhänger und Gönner der deutschen Turnsache zuführen. ***( Ausflug.) Gestern Nachmittag veranstaltete, vom herrlichsten Wetter begünstigt, der Wohltätigkeitsverein ,, Contentia" zu Gießen einen Ausflug nach Rodheim. Per Extrazug dampfte eine große Schaar von Ausflüglern unter den Klängen einer Musikkapelle vom Bahnhof der Biebertalbahn ab. In Rodheim angelangt ging es ebenfalls mit Musik nach der Gartenwirtschaft zur Krone". Hier begrüßte der Vorsißende des Vereins, Herr Wagner, die Anwesenden und stellte denselben, allseitigen Wünschen nach tommend, das fürzlich aufgenommene 200. Mitglied vor. Es folgte darauf zur größten Ueberraschung der Mitglieder ein Theaterstück und zwar die Aufführung der lustigen Posse „ Der schöne Adolar" von 3 Damen. Die Aufführenden bemühten sich zwar, ihre Sache gut zu machen, doch wurde das Stück am Anfang von den meisten Zuschauern des großen Trubels wegen lei er nicht verstanden. Ein an haltender Beifall lohnte die Spieler für ihre Mühe. Alsdann wurde auch den tanzlustigen jungen Leuten Gelegenheit geboten, trotz des beschränkten Raumes, ihre Künfte zu zeigen. Gegen 149 Uhr abends fand darauf unter Gesang die Heimfahrt statt. Doch öffneten sich leider jept des Himmels Schleusen und mancher schöne Hut erhieit hierbei seine Taufe und andere Form. Bemerkt sei noch, daß im Verlauf des Festes dem Bürgermeister Rodheims vom Verein ein Ständchen gebracht wurde. - -- Ahlers Affentheater, das z. 3t. in Gießen auf Dswaldsgarten Vorstellungen gibt, ist ein Unternehmen, das mit Recht verdient, beachtet zu werden. Das dort auftretende Künstler- Ensemble, alles vierfüßige und vierhändige Artisten, übertrifft durch Leistungsfähigkeiten selbst die verwöhntesten Ansprüche und ist mit einem Wort gesagt brillant. Die possierlichen und munteren Affen in ihren drolligen Kostümen geben beständig Veranlassung zu anhaltender Heiterkeit des zahlreichen Publikums und entfachen insbesondere den lautesten Jubel der Kinderwelt. Da arbeiten Aeffchen als Gymnastiker, als Seiltänzer, als Afrobaten, oder präsentieren sich als Soldaten, ja selbst als Kriegsrichter. Auch lernen wir sie als Herren oder Damen, als flinke Kellner oder Kellnerinnen, als Kutscher und Diener und schließlich auch als Harztouristen kennen. Die verschiedensten Dreſsuren, die uns dann Herr Direktor Ahlers bei den reizenden mannigfachen fleinen Pferdchen vor Augen führt sind tadellos und eraft- nur weiß man dabei nicht, was man bewundern soll die Tiere oder ihren Meister. Jedenfalls gehört zu dieser Dressur doch eine fabelhafte Geduld und eine unglaubliche Langmut; vor Allem aber merkt man an der ganzen Arbeit der Tiere, daß die berüchtigte Peitsche hierbei keine große Rolle gespielt hat. An der Bergstraße stehen Kirschen und Aprikosen im schönsten Blütenschmück und versprechen einen reichen Ertrag, wenn nicht wieder der böse Mai einen Strich durch die Rechnung macht. Auch die Winterfrucht ſteht sehr gut. - Klein- Linden, 18. April. Am Himmelfahrtstag plant der Turnverein einen Ausflug nach der Saalburg. Von Gießen bis Ostheim wird die Bahn benutzt, dann über Biegenberg nach Usingen und von dort über Ansbach, Wehrheim, Lohmühle nach der Saalburg marschtert. Nach der Besichtigung derselben, geht es nach Homburg und per Bahn zurück nach Gießen. Seit einiger Zeit finden im Turnverein an Sonntagnachmittagen Ballspiele start. Grünberg, 18. April. Am vorigen Samstag Abend wurde vom hiesigen Gemeinderat die Arbeiten für das zu bauende Schulhaus vergeben. Uebertragen wurden die Maurerarbeiten Herrn Conrad Bock- Grünberg; die Steinhauerarbeiten Herrn Heinrich Müller- Allertshausen; die Zimmerarbeiten den Herren Georg und Jakob HaasGrünberg; die Dachdeckerarbeiten den Herren Heinrich und Georg Fathum- Grünberg; die Spenglerarbeiten den Herren Heinrich und Karl Flick- Grünberg; die Schlosserarbeiten den Herren Carl Gieß und Heinrich Schmidt- Grünberg; die Glaserarbeiten den Herren Röhm, Heusinger und Feldmann- Grünberg; die Schreinerarbeiten Herrn Sauer; die Weißbinderarbeiten Herrn Conrad Bock Grünberg und die Tapeziererarbeiten Herrn Louis Breiter Grünberg. Mit dem Neubau soll sofort begonnen werden, damit derselbe bis zum Herbst fertiggestellt ist. Grünberg, 18. April. Trog wiederholt eingereichten Petitionen ist auch im neuen Sommerfahrplan das Halten der Schnellzüge 527 und 528 in Nieder- Ohmen nicht vorgesehen. Dahingegen hält vom 1. Mai ab in Ehring 8- Hausen der Zug 5 26, welcher in Grünberg nachmittags 2,16 Uhr einläuft. = Grünberg, 18. April. Am vorigen Samstag Abend wollte Herr Landwirtschaftslehrer Schwarz- Alsfeld im „ Englischen Hof" hierselbst einen Vortrag halten über ,, rationelle Jungviehzucht." Leider waren sowohl von den Mitgliedern des Landwirtschaftlichen Vereins, als auch von den übrigen Interessenten Grünbergs so wenige erschienen, daß Herr Schwarz sich nur herbeiließ, einige kurze Erläuterungen über das Vortragsthema zu geben und gestellte Herr Schwarz betonte u. A., daß die Reinzucht im Anfragen aus dem kleinen Zuhörerkreise zu beantworten. Grünberger Viehbestande sehr viel zu wünschen übrig lasse und empfahl die Beibehaltung der Vogelsberger Reinzucht. Ferner machte Redner bekannt, daß für die Zukunft ein alljährlicher Zuchtviehmarkt seitens der Buchstationen geplant wird, auf welchem nur reines Zuchtvieh zum Verkauf gestellt werden soll.( Wir werden in nächster Zeit einen Artikel zum Abdruck bringen, der den Unterschied zwischen der Vogelsberger und der Simmenthaler Reinzucht ausführlich behandelt. D. Red). Grünberg, 18. April. Der hiesige Ortsgewerbe verein hielt gestern Nachmittag im„ Taunus" seine diesjährige Generalversammlung ab. Dieselbe wurde gegen 4 Uhr vom Vorsitzenden, Herrn Spenglermeister Kaiser, eröffnet Vor Eintritt in die Tagesordnung wird das Andenken der im letzten Geschäftsjahre verstorbenen Mitglieder durch Erheben von den Sißen geehrt. Hierauf gibt der Vorsißende den Jahresbericht bekannt, aus welchem hervorgeht, daß der Verein gegenwärtig 95 Mitglieder zählt und die Handwerkerschule 74 Schüler aufzuweisen hat. Gegen den Jahresbericht wird keinerlei Einspruch erhoben und erstattet sodann Herr Rechner Ritter den Kassenbericht. Die Gesamteinnahme beträgt 1548,57 Mt., die Gesamtausgabe 1486,36.. sodaß ein Baarbestand von 62,21 Mt. vorhanden ist. Das Gesamtvermögen des Vereins beläuft sich auf 2765,68 Mr. Dadurch, daß nachträglich noch Rechnungen eingegangen sind, hat der Verein eigentlich im verflossenen Rechnungsjahre mi einem Defizit von fast 100 Mt. gearbeitet, sodaß das Kapitalvermögen angegriff n werden mußte. In Anbetracht dieses schlechten Kassenabschlusses soll die Zentral- Gewerbekammer in Darmstadt um eine Beihilfe angegangen werden. Be der darauffolgenden Vorstandswahl werden die ausscheidenden Borstandsmitglieder per Aflamation wiedergewählt. Der geschäftliche Teil hatte nach dieser Wahl sein Ende erreicht. Anschließend hieran erteilt der Vorsitzende Herrn Baumeister Traber Gießen das Wort zu dem in Aussicht gest: Alten Vor trag über„ Meistertitel und Meisterprüfung." Mit verständlicher Worten weist Redner auf die Bedingungen zur Meisterprüfung hin und macht gleichzeitig auf die empfindlichen Strafen aufmerksam, welche bei unrechtmäßiger Führung des Meistertitels vorgesehen sind in der Gewerbeordnung. Ferner empfiehlt Herr Traber die Errichtung eines Meistervorbereitungskursus in Grünberg. In diesem Kursus soll den jungen Leuten, welche sich selbständig machen woller, Gelegenheit gegeben werden, sich zu der bevorstehenden Meisterprüfung genügend vorzubilden. Die Errichtung eines solchen Kursus wird bald erfolgen und meldeten sich auch sofort 4 junge Leute zur Aufnahme in denselben. Es gilt in Grüberg aber noch viele junge Leute, welche Meister werden wollen und kann denselben dieser Vorbereitungsfursus nur aufs wärmste empfohlen werden, damit sie später in der Lage sind, die Meisterprüfung zu bestehen. Anmeldungen nimmt Herr Spenglermeister Kaiser baldig st entgegen, damit mit dem Kursus bald begonnen werden kann. Herrn Traber wird durch Erheben von den Sißen für den Vortrag gedankt. Derselbe brachte an Schluß ein Hoch auf den Ortsgewerbeverein Grünberg aus. + Groß- Felda, 16. April. Unser erster Lehrer, Her Schmermund, feiert im kommenden Monat sein 50jährig Dienſtjubiläum. Dasselbe wird in der ganzen Gemeint feftlich begangen werden und soll darum, wie uns bericht wird, im„ Gaſthaus zur Traube" eine größere Feier statifinden, [] Groß- Felda. Die Arbeiten an der im Bau begriffener Wasserleitung nehmen einen guten Fortgang. Afeit freut man sich schon hier auf die nicht zu ferne Zeit, das Wasserfahren und-Tragen eine Ende hat und die Hausfrau besonders es etras gemütlicher bekommt. Groß- Felda, 17. April. Die hiesige Dreschmaschinen gesellschaft hat sich eine neue Dampfmaschine für den Preis von 4200 Mart angeschafft. Lieferantin ist die Maschiner fabrik„ Badenia", vorm. Platz Söhne in Weinheim an der Bergstraße. X Groß- Felda. Vergangenen Donnerstag brannte& es hier in der Scheune des Jost Eißfeller. Dem sehr rasch Eingreifen der Freiwilligen- und der Pflicht- Feuerwehr ist es zu danken, daß das Feuer auf seinen Herd beschrän blieb. Wie dasselbe entstanden ist, fonnte noch nicht ermittel: werden. XKassel, 17. April. Zu Ehren des aus dem Dienst ausgeschiedenen früheren Kommandierenden Generals d 11. Armeekorps v. Wittich fand gestern ein Festessen stats, an dem sämtliche Offiziere der Garnison teilnahmen. General leutnant v. Heeringen überreichte dem Generaloberst a Ehrengabe des Offizierkorps eine aus Silber gefertig, etwa einen halben Meter hohe Nachbildung des Nieder walddenkmals. + Vom Odenwald, 17. April. Die Odenwaldba Mosbach- Mudau wird am 1. September d. J. eröffnet. Für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein. Montag, den 25. April im Leib'schen Saale, abends 8 Uhr Rittershaus- Konzert. Berlin. Afr. Rittershaus darf mit Recht als einer der ersten Tenoristen Deutschlands bezeichnet werden. Phänomenale Stimmmittel, hervorragende Gesangskunst, temperamentvoller Vortrag vereinigen sich zu einem vollendeten Ganzen 2c. ( Fremdenblatt".) Hannover. Er rührt die Hörerschaft bis zu Tränen und entflammt sie wieder zu stürmischer Begeisterung. Ritter shaus ist in der Tat ein wahrer Sänger von Gnaden 2c. ( Musikdirektor Lauenstein.) Kassel. Sein blendendes Organ, zu höchster Vervollkomm nung ausgebildet, im forte von gewaltiger Kraft und herrlicher Fülle, im piano von wunderbarer Zartheit, reißt zu heller Begeisterung hin. ( ,, Kasseler Tageblatt".) Köln a. Rh. Ausnahmslos waren die Darbietungen des auch durch seine interessante Erscheinung für sich einnehmenden Künstlers, Meisterstücke der Vortragskunst und eines selten tiefen seelischen Empfindens.( Dr. Albert Brixius.) Dortmund. Nicht allein die schöne Stimme ist es, die den Anwesenden bannt, sondern auch die hohe Kunst, dieselbe in dem wechselnden Ausdrucke der Lieder richtig zu verwerten. ( Dortm. Zeitung.) Düsseldorf. Dieser geniale Sänger, er ergreift, erschüttert, erhebt und beseligt das Menschherz auf wunderbare Weise. Jede Nummer des reichhaltigen Programms wirkte auf das wie bezaubert lauschende Publikum bestrickend, so daß es in einen nicht enden wollenden Beifallssturm ausbrach. ( Neueste Nachrichten.) Strassburg i. E. Alfred Rittershaus ist ein Meister seiner Gesangskunst.( Prof. Fabian in den Neuest. Nachr".) Stuttgart. Ein musikalischer Hochgenuß wurde von dem viel gefeierten Künstler geboten. R. gebietet über eine staunens: werie gesangstechnische Fertigkeit und verbindet damit eine bewundernswerte Reinheit des Tones und Plastik des Vortrage 2c. ( Korresp. d.„ Schwäbischer Merkur". Karten in der Musikalienhandlung E. Challier á f 1, 1,50 und 2. * Krieger- Verein Giessen. Dienstag, den 19. I. Mits., abends 9 Uhr Monats- Versammlung im Vereinslokal Feidel. Tagesordnung: 1. Besprechung der Anträge für den Delegierte ntag. 2. Verschiedenes. Der Borstand. Launsbach. Nächsten Sonntag, den 24. April hält der Verein, Germania" zu Launsbach im Lokale des Gastwirt Jakob Wörner sein ab. Stiftungsfest Es ladet höft. ein Eintritt 25 Pfg. Tanzen fret. Der Vorstand. Deutscher Militär- Verein Albany( Nordamerika). An die Bonner Fahnenfabrik in Bonn a. Nh. Im Auftrage des Deutschen Militärvereins von Albany be= nachrichtige ich Sie, daß die gelieferte Vereinsfahne hier angekommen und in der Vereinsversammlung entfaltet wurde. Alle Erwartungen, welche wir an die Fahne stellten, wurden weit übertroffen und wurde die Fahne von jedem Mitglied des Vereins als ein wahres Kunstwerk bezeichnet. Die eine Seite der Fahne zeigt auf blauem Grunde den deutschen Reichsadler auf goldenem Medaillon, umgeben von einem Lorbeerkranz mit der Umschrift: Deutscher Militärverein Albany 1892. Alles, die Schrift, die Darstellungen und Verzierungen sind in prachtvoller Stickerei ausgeführt Wir fönnen nicht umhin, der Bonner Fahnenfabrik für diese unübertreffliche Fahne unseren ergebensten Dant auszusprechen und halten wir uns für ver: pflichtet, allen deutschen Kameraden die genannte Firma zu empfehlen. Wir versichern Ihnen, daß Ihre werte Firma in unserer Gegend noch einige Fahnen in Bestellung erhalten wird, denn ein solches Kunstwerk, wie unsere Fahne, ist in dieser Gegend nicht zu finden und wir können mit Stolz sagen, dass wir die schönste Fahne der Stadt besitzen. Deutscher Militärveren Albany( Nordamerika). Heinrich Schmidt, Hauptmann. Alfons Bachmeyer, Sekretär. Geschäfts- Eröffnung und Empfehlung. Hiermit die ergebene Mitteilung, daß wir von heute ab 15 Neustadt 15 eine Fahrräder- und Mähmaschinen= Versandt, Ersatzteile, Reparaturen Carl Graf Gießen. Kirchenplatz 15. an der Stadtkirche. Größte Spec.Reparaturwerkstatt Oberhessens. Hilfe* * g. Blutstock. 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Bekanntmachung, Die angeordnete Sperre der Maigasse und Plot Straße wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 16 April 1904. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Die Bismarckstraße, zwischen Löber- und Stephan straße wird wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten von Montag, den 18. I. Mts. an bis auf weiteres für den Fuhrwerks- und Fahrradverkehr gesperrt. Gießen, den 15. April 1904. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Herberg. reinigt Gold, Silber, Mes Gamma sig, Email. Marmor, L noleum, Leder, Schuhe, Fenster, Spiegel, Spitzen, Kleider, Teppiche, entfernt Flecken und Wagenschmiere. Per Dose 25 Pfg, überall zu haben oder direkt 4 Dosen 1 Mk., Porto 20 Pfg. durch J. Pausch II, Kronach. Verkäufer gesucht. Spezial- Geschäft für Taschen- und Weckeruhren, Uhr- Ketten. Carl Geismar, Uhrmacher Gießen, Schulstraße 5. AAAAA Ordentliche, zuverlässige 1 leeres Zimmer mit Of im Part. oder 1. Stock für älte Frau per sofort gesucht. Off. u. Z. 4286 an die Erv. 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Ms Ikaz den Aufbruch merkte, riß er den Schimmel herum, hieb ihm die Kommisstiefel in die Seiten, und wie der Blizz war er den Blicken der übrigen entschwunden. ,, Scheint ihm doch etwas an die Nieren gegangen zu sein", dachten die andern Reiter. Als Jkazz wieder auf der Chaussee war, atmete er auf. Da hörte er neben sich eine keuchende Gestalt. kazz, he, he, he, faz, ist er es, Lümmel?" Es war der Hauptmann Zettdorf, der die Chaussee heranpustete. Ikatz hielt und sprang vom Pferde. " Zum Befehl, Herr Hauptmann", meldete er kleinlaut, ,, is ja mir Pferd durchgegangen vom Walde, konnt' ja nicht mehr halten, bis gerade zum Kritik!" ritten? Da soll doch gleich ein... was hat denn der Herr Was, Donnerwetter, Kerl, bis zur Kritik bist du geOberst dazu gesagt?" " Zu Befehl, Herr Hauptmann, war ja ganz finster, hat ja Oskar!" niemand nischt gemerken, daß sitzen ja Trompeter Jazz auf Der Hauptmann atmete auf, doch er konnte das Unglaubliche kaum fassen. Ist denn nicht von mir geredet worden, Kerl?" erkundigte sich gespannt der Hauptmann. " Zu Befehl, Herr Hauptmann, hat ja blos mit mir gesprochen der Herr Oberſt, weil er glaubt, daß sein ich unsern Herr Hauptmann Zettdorf." ,, So, was hat er denn gesagt?" forschte Zettdorf. „ O, daß haben ja der Herr Hauptmann schöner Gefecht gemachen, was hat ja Feinde in Stellung vernichtet, morgen mit erfahrener, gefähigter Herr Hauptmann Zettdorf!" werden ja Oberst Kriegsspielerei machen nochmal und ertra Zettdorf strich sich schmunzelnd den Schnurrbart. " So, so, das hat er gesagt, hatte eigentlich geglaubt. na, ja... Nun herunter infamer, seine Srafe soll ihm nicht ausbleiben, davon sprechen wir noch. Und wenn er ein Wort dann giebt es drei Tage Loch, verstanden?" verlauten läßt über die Verwechselung heute bei der Kritik, Zu Befehl, Herr Haupmann", sagte der Trompeter und hielt dem aufsteigenden Hauptmann den Steigbügel. Da alles so gut verlaufen war, wollte er dem Trompeter die Strafe für den Ritt schenken. Als Zettdorf aber tagsdarauf vom Kriegsspiel zurückkehrte, bestrafte er Ikatz dennoch. Kindesauge. Kindesauge, Kindesblick Wundertief und lieblich traut Welche Welt voll Licht und Glück Hat aus dir mich angeschaut! Wie im goldnen Sonnenlicht Strahlend blickt der Edelstein, So aus deiner Tiefe bricht Hell der Freude Rosenschein. Wie aus klarer Silberflut Glänzt des Grundes reiner Kies, So im Kindesauge ruht Unschuldsüßes Paradies. - Wenn dir nichts vom Leben blieb, Nichts, was deine Brust durchwärmt, Wenn um Frieden, Glück und Lieb' Du vergeblich dich gehärmt, Dann blick in des Kindes Aug', Schau dies Lächeln, wundersam, Lindern wird's wie Balsamhauch Weich und mild der Seele Gram. Ver Hausdoctor Gewürze und Ernährung. Bei vielen Leuten besteht die Meinung, daß die Gewürze eigentlich überflüssig, ja sogar der Gesundheit schädlich seien und nur ein durch unsere verfeinerte Kultur großgezogenes notwendiges Uebel darstellen. Die Medizin hat sich schon zu wiederholten Malen mit der Frage beschäftigt, ob die Gewürze für die Verdauung notwendig und der Gesundheit zuträglich oder schädlich seien. In allerletzter Zeit hat Professor Liebreich wieder eine ausführliche Arbeit über dieses Thema veröffentlicht, die einige sehr interessante Bemerkungen enthält. Die Gewürze haben die doppelte Aufgabe, durch Reiz auf unsere Geruchs- und Geschmacksorgane die Eßluft zu befördern und die Verdauungsorgane zu einer ausgiebigen Verdauung durch Ausscheidung genügender Verdauungssäfte anzuregen. Liebreich schreibt also den Gewürzen eine direkt die Verdauung befördernde Wirkung zu. Für das wichtigste Gewürz, das Kochsalz, tritt noch die Aufgabe hinzu, den menschlichen Körper auf dem normalen Kochsalzgehalte zu erhalten. Eine zu reichliche Verwendung des Kochsalzes in der Küche hat nach Liebreich jedoch Nachteile. Bei Fleischkost ist weniger Kochsalzzusatz notwendig als bei Pflanzenkoſt. Dieses Gebot des weisen Maßhaltens gilt in gleicher Weise für die eigentlichen Gewürze. zu scharfe Speisen machen. durstig und können dadurch unmittelbar zur Trunksucht führen, auch erschlaffen sie den Magen, wenn er fortwährend über sein können gereizt wird. Es sind darum in England, wo Ingwer, Curry und die scharfen Saucen zu allen Mahlzeiten genommen werden, Magenkrankheiten sehr verbreitet, und es fragt sich, wie Liebreich sagt, ob die in England so verbreitete Neigung zur Gicht nicht auf das übertriebene Würzen zurückzuführen ist. Nach England dürfte diese Sitte aus den tropischen Kolonien gekommen sein, welche die Heimat dieser scharfen Gewürze sind. Zu diesem gehören Pfeffer, Ingwer, Muskat, Kardamom, Gewürznelke, Vanille, Zimt, Safran, spanischer Pfeffer, Paprika u. s. w., während bei uns die weniger scharfen Gewürze Fenchel, Dill, Kümmel, Anis, Senf, Majoran usw. gedeihen. Dem Senf widmet Liebreich ein eigenes Kapitel. Gerade dieses Gewürz ist bei vielen sehr schlecht angeschrieben, und mit Unrecht. Liebreich weist nach, daß der Genuß des Senfs, natürlich in mäßigem Grade, für die Verdauung sehr förderlich ist. Die richtige Verwendung der Gewürze ist eine Kunst und macht die gute Köchin aus. Nicht jedes Gewürz eignet sich für jede Speise. Das richtige Maß macht den Wohlgeschmack der Speisen aus. Bei einer derartigen guten Zusammenstellung läuft in der Tat durch den kräftigen, würzigen Geruch das Wasser im Munde zusammen, was sehr wichtig für die Verdauung ist. Der erste Saft, der mit den Speisen in Berührung kommt, ist ja der Mundspeichel; gut eingespeichelte Bissen rufen, im Magen angelangt, eine reichliche Absonderung von Magensaft hervor, dem die Hauptaufgabe der Verdauung obliegt. All dies gilt natürlich nur für den gesunden Menschen. Bei Krankheiten des Herzens, der großen Gefäße, besonders aber der Niere, sind die scharfen Gewürze ganz zu meiden und auch die milderen nur in beschränktem Maße anzuwenden. Auch bei der modernsten Krankheit, der Neurasthenie, meide man scharfe Gewürze. Für Kranke sind statt der natürlichen Gewürze die künstlich dargestellten Präparate, wie die verschiedenen Extrakte und Suppenwürzen zu verwenden. * Uebertragung von Tuberkulose durch Briefmarken. Ein französischer Militärarzt hatte Gelegenheit, auf seiner Abteilung einen hochgradig Schwindsüchtigen zu behandeln, der ein passionierter Markensammler war und den ganzen Tag damit zubrachte, in sein Album und auf Blätter Marken zu kleben, wobei er sich gummierter Papierstreifen bediente, die er mit der Zungenspitze anfeuchtete; der Kranke stand in lebhaftem Markentauschverkehr mit seinen Kameraden. Da der Auswurf dieses Mannes von Bazillen wimmelte, wurde natürlich dieser Markenhandel sofort unterbrochen und die von ihm abgeleckten Marken auf Tuberkelbazillen untersucht. Tatsächlich wurde das Vorhandensein dieser Bazillen festgestellt. Wenn man bedenkt, mit welchem Eifer Kinder und junge Leute sich dem Markensammeln ergeben und viele dieser Sammler in ihr Album eingetauschte oder vom Händler gekaufte Marken einkleben, deren Herkunft durchaus unbekannt ist, so ist es klar, daß sich diese Markensammler einer nicht unerheblichen Gefahr aussetzen. Nr. 85. Montag, den 18 April. 1904. Oberbessische Familienzeitung. Tägliche Unterhaltungs- Beilage bez Gießener Neueste Nachrichten. Omd and Berlag bez Gaßener Beringebruderet, vorm. Bib. Rellerie Buchhzadezet( gegs. 1788); ( 14. Fortsetzung.) Gewissensqualen. Kriminal Roman von Robert Buchanan. ,, Ste täten besser, sich zu entschließen," fuhr ich fort. ,, Wenn Sie noch einmal etwas gegen Ihren Bruder zu unternehmen versuchen, dann werden Sie auf mein Zeugnis hin wegen Mordes verhaftet, darauf fönnen Sie sich verlassen." Scheinbar gleichgiltig gegen diese Drohung zuckte sie mit der Achsel und lachte mir ins Gesicht.„ Ich will ihm nichts mehr tun“, sagte sie.„ Meinetwegen mag er sterben oder leben bleiben. Gleich darauf kehrte Andreas zurück und brachte einen Korb mit Suppe, eine Flasche Wein und Cognac. Ich flößte dem Manne ein wenig Cognac ein und übergab die übrigen Sachen seiner Schwester zur Verwahrung. Als sie sah, daß ich nicht mit mir spaßen ließ, versprach sie mir, alles zu tun, was in ihren Kräften stand, um ihrem Bruder zu helfen. In der Gesellschaft von Andreas verließ ich dann das Haus und begab mich auf das Amtsbureau von Mylrea, wo ich mit dem Polizeiwachtmeister eine Unterredung hatte. Der Wachtmeister, ein ruhiger, älterer Herr, hörte meiner schien davon keineswegs überrascht. Erzählung von dem Anschlag im Wagen gleichgiltig zu und Es war auf jemand geschossen worden- das war ein Vorkommnis, das sich in diesem Lande oft genug ereignete. Nachdem sich der Wachtlizeiwagen anfahren, und wir begaben uns nach dem Tatorte. meister einige Aufzeichnungen gemacht hatte, ließ er den PoAn der Straße, gerade dort, wo der Wagen vorübergefahren sein mußte, als ein Schuß fiel, befand sich eine niedrige Steinmauer, und hinter der Mauer fanden wir das Gras niedergetreten. Bei genauer Untersuchung des Bodens fand der Wachtmeister ein Stückchen verbranntes Zeitungspapier, das als Gewehrpfropfen gedient hatte. Das war der einzige Anhaltspunkt, den wir fanden. Auf dem Rückwege meinte der Wachtmeister:" Ich glaube nicht, Herr Doktor, daß Rory Bournes etwas mit der Sache zu tun hat. Er ist zwar ein schlechter Kerl und ein Spizbube, hatte aber nichts gegen Sie, und außerdem saß er selbst auf dem Wagen. Wahrscheinlicher ist, daß der Schuß von einem seiner Feinde abgefeuert worden ist, und der hat dann auch den Mann getroffen, auf den er es abgesehen hatte." „ Mein Kutscher aber glaubt, daß der Schuß mir gegolten hat. " " Der Ansicht bin ich nicht." ich weiter nichts erreichen konnte, ging ich weg. Damit war die Unterredung beendet, und da ich sah, daß Das Gerücht, daß ein Mordversuch gegen mich verübt worden sei, hatte sich in kürzester Zeit durch ganz Mylrea verbreitet. Gegen Abend, als ich es mir gerade daheim bequem gemacht hatte, flog die Tür heftig auf und atemlos vor Zorn und Empörung stürzte Pater Johannes herein. ,, Wir haben ja hier ein schönes Nest von Räubern und Banditen!" schrie er entrüstet, aber wir werden sie schon aus Frland hinaustreiben, und ich werde ihre Namen von der Kanzel herunter verkünden." Indem er dann, wie es seine Gewohnheit war, das eine Auge schloß, und mich mit dem anderen scharf ansah, fragte gan ausgeht, Herr Doktor?". er:" Sie glauben doch nicht etwa, daß die Sache von Mulli( Nachdruck verboten.)) Ich hatte nur ein Kopfschütteln und ein herzliches Gelächter zur Antwort, was den würdigen Pfarrer zu beruhigen schien. „ Er ist allerdings ein geborener Zump", meinte der Pfarrer, und unter uns gesagt, Herr Doktor, er trinkt allzugern. Das Trinken ist sein Verderben. Aber davon abgesehen, ist er trok allem ein anständiger Kerl, und er wäre gewiß nicht imstande, einem seiner Kollegen einen solchen Hallunkenstreich zu spielen." Vollkommen mit allem, was Pater Johannes über den Doktor jagte, einverstanden, forderte ich ihn auf, Platz zu nehmen, als die Türe wiederum aufging und Fräulein Craig erschien. Ihr unerwarteter Besuch erschreckte mich nicht wenig, und eilig ging ich ihr entgegen. „ Was verschafft mir die Ehre? Was gibt es?" Nichts, durchaus nichts," antwortete sie.„ Ich habe nur soeben von den Vorfällen der vergangenen Nacht gehört. Ich bin darüber im höchsten Grade betrübt. Was müssen Sie von Irland, von uns allen denken?" Ihre Hand erfassend, 30g ich sie ins Zimmer, während Pater Johannes ihr väterlich auf die Schulter klopfte." Set' dich nieder, Kindchen!" sagte er. Der Herr Doktor wird dann so gut sein, uns alles zu erzählen." Sie tat, wie ihr geheißen, und nachdem ich noch etwas Torf in den Kamin geschüttet hatte, erzählte ich das Wenige, was zu erzählen war, indem ich dem Ueberfall so wenig Bedeutung als möglich beilegte. Dann schilderte ich meinen Besuch bei Nory Bournes, erwähnte das mehr als seltsame Benehmen seiner Schwester und schloß mit der schrecklichen Entdeckung von heute früh, wo ich den Verband von der Wunde abgerissen gefunden hatte. ,, Gott im Himmel!" schrie voller Entsetzen der kleine Pfarrer ,,, da muß ich mal mit ihr reden." Ich sah auf Ellen; ihr Gesicht war sehr blaß, und sie erschien sehr bewegt. ,, Sie ist ein seltsames Mädchen", sagte sie, und ich habe schon öfters geglaubt, daß sie geistig nicht vollkommen ist. Sie sagte wirklich, daß sie die Absicht hätte, den Tod ihres Bruders herbeizuführen?" ,, Gewiß sagte sie das, und fast wäre es ihr auch geglückt, ihre Absicht auszuführen", antworte ich. Ich habe jedoch ein ernstes Wort mit ihr gesprochen und sie zur Vernunft gebracht." Als Ellen sich erhob, ergriff ich Stock und Hut, um sie zu begleiten, sie bat mich jedoch, lieber zu Hause zu bleiben und sagte:„ Gehen Sie heute Abend lieber nicht aus, Herr Doktor. Begeben Sie sich nicht unnötig in Gefahr. Pater Johannes wird wohl die Güte haben, mich nach Hause zu begleiten." Der Pfarrer erklärte sich mit Freuden bereit; ich blieb jedoch in meinem Entschlusse fest und ließ mich nicht abbringen. " Ich gehe auf jeden Fall aus," erklärte ich ,,, und kann ebenso gut auf das Schloß als sonst wohin gehen. Haben Sie um mich keine Anaît. anädiges Fräulein. Da ich jetzt tr. 91. onnementer Saus gebra debetingen mab bie Das Blatt e 20 pip! of un ben, weil deuts und deutsche S gehörigkeit zu D In London te Gerücht von es fiel mir auf, für S Die let ( Von unser Dem Reichsto man mit Tch und feine Kar Starum ringen, f Sage Angriffe ab per Mitte. Wä honnie Die e des Grafen Bü alliberale Abg wärtigen Politi mourde eingeleit Die erste Ne auf die an fein Shleichsfangler ein geübte Stritit vermied Fahränkte, daß De folge und daß m Sragen foürfe, er werde Pinne der Reichs bermag naturge friedigen. Ma fungsvoller, we ichen folieru terließ, die pes lichen zweite Rede de Reiches mehr unsere physische auf unsere mad alen Fragen ge faein, wenn auch mäße Grinnerun Sings amei aft Er fie feit Male Bemerkensw fanglers indeffe im Jahre 1870 fratie nicht au ſtimmte, die würde. Außer nalen Sozialde als ein Kampfe zweiten Grichien und durch chenden natione Herren Länder fiteben Herricht und z dordnung, so wur Bum Schuk drdneten Bebel proletarische Ber Langen, நியர் aber fie kleidete Seimat eine weil gerade der der ließendete auch du Proteſtlerbewe tratum io Beschwerden auf meiner Hut bin, werden die Schurken auch bald erfahren, daß ich mich zu verteidigen verstehe." Nachdem wir uns von dem Pfarrer verabschiedet hatten und ich ihn recht herzlich aufgefordert hatte, mich recht bald wieder zu besuchen, ging er nach seiner Wohnung, während wir der Küste zuschritten. Nur wenige Worte wechselten wir unterwegs. Es war ein schöner, sternenheller Abend. Das einsame Moorland glänzte im Dämmerlichte, vom wolkenlosen Himmel leuchteten die silbernen Mondstrahlen, und nur das Rauschen der Wogen, die sich im Gestade brachen, unterbrach die friedliche Stille. Am Schlosse angekommen, zog sie ihren Arm aus dem meinigen und reichte mir die Hand. Gute Nacht, Herr Doktor!" sprach ihre sanfte Stimme. Gute Nacht, gnädiges Fräulein, Gott beschütze Sie!" antwortete ich. Meine Erwiderung schien sie zu beunruhigen. Flehend erhob sie ihre Augen zu mir." Glauben Sie, daß noch Hoffnung vorhanden ist für ihn?" „ Wir müssen immer noch Hoffnung bewahren," entgeg= nete ich.„ Wie könnten wir Menschen ohne Hoffnung die Schicksalsfälle des Lebens ertragen? Und, offen gestanden: für mich beginnt sich jetzt auch das Dunkel zu lichten." „ Glauben Sie wirklich?" fragte sie hastig. " Jawohl, aber bitte, fragen Sie mich heute nicht weiter, gnädiges Fräulein. Für heute nur das eine: ich bin nicht müßig gewesen, und ich hoffe, eine Spur gefunden zu haben." " Gott sei Dank!" rief sie, mir freudig erregt in die Augen sehend. Dann wünschte sie mir nochmals gute Nacht und trat in das Schloß. Ich hatte sie nicht getäuscht, als ich ihr sagte, ich hoffte eine Spur gefunden zu haben. Die Vorfälle der beiden letzten Tage schienen mir in die Dunkelheit Licht bringen zu wollen, und ich hatte mir fest vorgenommen, meine Nachforschungen nach einer ganz neuen Richtung hin fortzu setzen. Die Aufregung, welche der erfolgte Anschlag gegen mein Leben sofern ein solcher Anschlag überhaupt beabsichtigt war in der ganzen Gegend verursacht hatte, begann sich allmählich zu legen. Man machte auch keinen weiteren Versuch, mich irgendwie zu belästigen, und ich fand keine Gelegenheit, meinen Revolver zu gebrauchen. Inzwischen hatte der Winter in seinem hier üblichen stürmischen Gewande seinen Einzug in die Grafschaft Mayo gehalten. Die Luft wurde schwerer und kälter, ein scharfer Frost ließ die offenen Gewässer zu Eis erstarren, und ab und zu fiel auch Schnee, der jedoch rasch wieder wegschmolz. Die Kartoffelernte war schlecht gewesen, und die armen Landbewohner, schlecht genährt, schlecht gekleidet und in ihren elenden Hütten schlecht vor der Kälte geschüßt, hatten fürchterlich zu leiden. Viele hätten tatsächlich Hungers sterben müssen, wäre ihnen nicht ihre Gutsherrin, Fräulein Ellen Craig, bei gestanden. Selbst in ihrem eigenen großen Kummer und Unglück vergaß diese gute Seele nicht ihre Pflicht gegen die Armen. Die Zeit war jetzt nahe herangekommen, wo gegen ihren Geliebten auf Kod und Leben verhandelt werden sollte, und es wäre wahrhaftig kein Wunder geweſen, wenn ihr Herz nur bei Michael in seinem Gefängnisse geweilt hätte. Soweit ich es vermochte, versuchte ich sie zu trösten und die Hoffnung, die ich in ihr erweckt hatte, beständig zu erneuern. Sehr erstaunt war ich, Pater Antonius, den ich das Tettemal ernstlich krank verlassen hatte, bei meinem neuen Besuch wohlauf zu finden und wahrzunehmen, daß er sich mit ungewöhnlichem Eifer seinen geistlichen Pflichten und der: Werken der Barmherzigkeit widmete. Ein böser Husten quälte ihn, und von seinen Wangen verschwanden die hek tischen Flecken nicht; aber als ich ihm Vorstellungen machte und ihn auf die Gefahren hinwies, denen er sich bei seinen Strapazen in dieser scharfen Winterfälte aussetzte, beachtete er meine Einwendungen nicht. Am meisten wunderte ich mich, daß Pater Antonius durch aus keine Anstalten treffen wollte, seinem Bruder im Gefärgnis einen Besuch abzustatten. Eine Ueberraschung war es auch für mich, zu entdecken, daß er in der Ausübung seiner geistlichen Pflichten sich nicht auf seinen eigenen Sprengel beschränkte, sondern das einsam gelegene Haus, in dem Rory Bournes sich in meiner Behandlung befand, gleichfalls in den Bereich seiner Wirksamkeit zog. Zweimal trat ich hier dem jungen Geistlichen Aug' in Aug' gegenüber, und beide mal war es spät am Abend. Das erstemal verließ er in größter Eile das Haus, gerade, als ich es betreten hatte; war, vergosse daß mein Patient merkwürdig erregt und daß das Antlitz seiner Schwester Spuren frisch ner Tränen zeigte. Ein paar Abende später traf ich ihn wieder dort, aber anstatt mir wiederum aus dem Wege zu gehen, wartete er in der Küche, bis ich die Untersuchung meines Patienten beendet hatte. Als ich das Haus verließ, ging auch er weg und bot mir seine Begleitung an. Eine Zeit lang gingen wir schweigend zusammen. Es war eine stille Mondscheinnacht, und die Straße war vollständig leer. Plötzlich unterbrach Pater Antonius das Schweigen mit der Frage: " Sagen Sir mir die Wahrheit, Herr Doktor, wird der Mann am Leben bleiben?" Ich zuckte mit den Achseln. In solchen Fällen ist es immer schwer, ein sicheres Urteil abzugeben; ich fürchte indessen, daß er sterben wird." Seine nächste Frage schien mir recht sonderbar. „ Wann? Bald? Wie viele Wochen vermag er wohl noch längstens zu leben?" fragte er mit einem Eifer, der mich zu der Gegenfrage veranlaßte: Wünschen Sie vielleicht, wie seine Schweſter, auch seinen Tod herbei?" Vollkommen ruhig antwortete er:„ Warum sollte ich den Tod irgend eines Menschen wünschen? Sie tun gewiß Ihr bestes, Herr Doktor, ihn am Leben zu erhalten, so unwürdig er auch sein mag." „ Ich tue gern alles, was die ärztliche Kunst dazu vermag, aber Sie selbst hindern mich daran." „ Inwiefern?" Ich finde, daß Ihre Besuche ihn aufregen." Er antwortete nicht, und ich fuhr fort: Sie scheinen an dem Manne ein großes Interesse zu nehmen?" " Ich interessiere mich für alle, die in Kummer und Not sind", antwortete er ruhig. ,, Gewiß; aber seine Wohnung gehört doch nicht mehr zu Ihrem Sprengel, und ich muß gestehen, daß ich sehr überrascht war, Sie noch auf so große Entfernung Ihr Amt ausüben zu sehen." „ Er gehört zu meinen alten Pfarrkindern", entgegnete er.„ Ich kenne ihn seit Jahren und..." Heftig am ganzen Körper zitternd hielt er inne, und mich rauh am Arme packend, rief er aus: Doktor, ich weiß, daß Sie mir mißtrauen, daß Sie mich in Verdacht haben, Gott weiß in welchem, aber ich bitte Sie inständigst, haben Sie Geduld mit mir. Glauben Sie mir, wenn Sie es können, daß ich nur bestrebt bin, meine Pflicht zu erfüllen und mich bemühe, Licht in die Finsternis hineinzutragen. Schenken Sie mir Vertrauen und beten Sie, daß der Herr mich errettet und mich nicht wahnsinnig werden läßt." Bevor ich auf diesen merkwürdigen Erguß noch antworten konnte, hatte er mir die Hand gedrückt und war mit einem leisen Wehruf in der Dunkelheit der Nacht verschwunden. Ich rief ihn an, er antwortete aber nicht. Mehr als je beunruhigt, kehrte ich tief in Gedanken nach Mylrea zurück. Nach dieser Begnung schienen die Besuche des Geistlichen bei Rory Bournes aufzuhören, wenigstens habe ich ihn dort nicht mehr getroffen. Dagegen beobachtete ich nun meinen Patienten und seine Schwester, und je mehr ich von ihnen sah, desto mehr wuchs mein Interesse. Seit unserem ersten Waffengang war zwischen dem Mädchen und mir nichts weiter vorgefallen. Während meiner Anwesenheit bewahrte sie ein mürrisches und trotziges Schweigen. Sie lehnte es noch ganz entschieden ab, durch irgend etwas die Genesung ihres Bruders zu unterstützen, tat aber auch nichts mehr, diese aufzuhalten. Merkwürdigerweise schien er gegen mich denselben Widerwillen zu empfinden wie sie, während ich doch alles, was in meiner Macht stand, tat, um ihn am Leben zu erhalten. Von dem Verlangen beseelt, mehr über das seltsame Paar zu erfahren, fragte ich Andreas aus, aber er wußte anscheinend selbst nichts mehr, als er mir bereits erzählt hatte. Da entdeckte ich in meiner eigenen Wohnung die Person, die mir die gewünschte Auskunft geben konnte, und zwar war dies meine Wirtin. Von der Witwe Marcrac erfuhr ich, daß Kate oder Kathleen Bournes eine Zeit lang als eine Art höherer Dienstbote im Haushalte der Frau Creenan, und zwar noch bei Lebzeiten von deren Gatten, tätig gemeien war. Dann war sie von Frau Creenan weggegangen, um ihrem Bruder, der vor kurzem erst aus Amerika zurückgekehrt war, die Wirtschaft zu fühen. Von da an wohnten sie in ihrem jezigen Hause. ( Fortsetzung folgt.) Sorgen sind meist von der Nesseln Art, Sie brennen, rührst du sie zu zart - Fass sie an nur herzhaft, So ist der Griff nicht schmerzhaft. Der sammel. Militär- Humoreske von Alexander Wilke. ( Nachdruck verboten.) Es war 12 Uhr nachts. Und doch gab es in dem Städtchen Molkwitz nur wenig bürgerliche Seelen, die in friedlichem Schlummer lagen. Die Garnison war eben alarmiert worden. Dumpf dröhnten die engen Straßen von den Tritten der ausrückenden Truppen. Es war stockdunkel. Nur hin und wieder kam der Mond hinter schwarzen Wolfen hervor und warf sein fahles Licht auf die schwarzen Scharen, unter denen der alte Schimmel des Hauptmanns Zettdorf wie ein Gespensterpferd sichtbar wurde. Einige Kilometer von Molkwitz entfernt entwickelte sich das Nachtgefecht. Gewöhnlich endet es ja damit, daß man den Feind gar nicht getroffen hat und wieder still nach Hause marschiert, nachdem man einige Stunden erwartungsvoll auf dem Bauche gelegen und die hin und wieder sich vornübersenkenden Helmspißen von der durchaus friedfertigen Gesinnung der Kriegerschar Zeugnis abgelegt hatten. Heute sollte es anders fommen. Am Rande eines Waldes, rechts und links von der Chaussee hatte die Kompagnie des Hauptmanns Zettdorf als Spitze in Schützenlinie Aufstellung genommen. Die üblichen Patrouillen waren ausgeschickt und man erwartete nun Nachricht vom Feinde oder diesen selbst. Hauptmann Zettdorf stieg soeben von seinem Gespensterschimmel. " Pferdehalter her!" rief er halblaut, da große Stille angezeigt war. Der Hornist Jfaz eilte herzu. " Hier, fat, nehme er mal das Pferd und führe er es etwas weiter die Straße in den Wald zurück." Zu Befehl, Herr Hauptmann," murmelte der biedere polnische Trompeter und schlug sich seitwärts in die Büsche. Auf einem Chausseestein abseits von der Kompagnie ließ sich tatz nieder. Er war recht müde und ihm war der nächtliche Alarm höchst unerwünscht gekommen. Die Zügel des Pferdes hatte er vornübergenommen und sich um den Arm gefnotet. Nun gedachte er einen kleinen Nicker zu tun. Doch er hatte die Rechnung ohne das weiße Rößel gemacht. Dies war heute merkwürdig unruhig, bald machte es einen Satz nach rechts, bald nach links und ließ den müden Trompeter nicht zur Ruhe kommen. Ikat versuchte zunächst in Güte den Schimmel, der auf den Namen„ Oskar" hörte, zu besänftigen. ,, Hoho, stehen doch, altes Oskar, brr, brr," murmelte er mit gesenkten Augenlidern und versuchte wieder einzunicen. als ein neuer Seitensprung ihn fast vom Chausseestein riß. Nun wurde Jkazz ungemütlich). „ Alter, krummer Luder, schlechter, gewöhnlicher," ereiferte sich der Pole und versuchte, sein verlorenes Gleichgewicht wieder herzustellen. Da kam ihm eine Idee. Er zog Oskar näher, stellte sich auf den Stein und mit einem kühnen Satz schwang er sich in den Sattel. So, Oskar, wenn willst du ja hundertundsiebenundfünfzig Pfund mehr auf den Puckel, da hast du ja!" In der Tat schien der Schimmel ruhiger zu werden und Roß und Reiter zogen gesenkten Hauptes den Waldweg langsam auf und nieder. Doch plötzlich schreckten beide in die Höhe. Von fernher, von feindlicher Seite, ertönten schnell hintereinander Schüsse und bald darauf er widerte ein regelrechtes Schüßenfeuer vom Waldrande her. ,, Aha", dachte Ikatz im Stillen, hat ihm ja schon!" Nach kurzer Zeit hörte das Feuern auf. Doch was war das? Der alte Schimmel spitte die Ohren. Von einem ab gelegenen Hügel erschallte plötzlich laut und deutlich der Signalruf:„ Die berittenen Herren Offiziere." Hauptmann Zettdorf sah sich um, von seinem Pferde war nichts zu sehen. kab, fab, kat!" schrie er in den Wald hinein,„ wo steckt der Lümmel blos?" Aufgeregt näherte er sich der Straße und versuchte den Wald hinunter zu blicken. Nichts zu sehen. Da plötzlich kam uf, der mit Aut berden soll. Die Londone ugenzeugen aus Ick Ueber den V Tiegt nunmehr S bereits bekannter Tim Wortlaut vor buffiſcher Torped und mit der aa Durch japaniſche fei in nördliche daß fie nach ftimmt fei. gro mit dem Kurs a Dautet: Der Kapita getroffenen Da starfe japanisch bon Port Arth Gerade trat es die Straße in wilber the Herangalopplert. der Mond hinter dem Gewölf hervor, und nun sah der Hauptmann den edlen Reiter herangesprengt kommen, schon war er heran. Ein wilder Fluch schwebte dem Häuptling auf den Lippen. Doch was sich nun begab, ließ ihn starr und offenen Wundes verharren. Wie das Geisterpferd aus der seligen Leonore sausten Roß und Reiter an ihm vorüber. ,, Und hurre, hurre, hopp, hopp, hopp, gings fort in sausendem Galopp, Daß Kies und Funken stoben und Roß und Reiter schnoben!" " Ikatz, Himmelhund, will er wohl?" schrie nun Zettdorf. Ikatz wollte wohl, nicht so„ Oskar". Der hatte den Offizierruf vernommen und kannte seine Pflicht. Immer wieder schallte das Signal von der entfernten Anhöhe herab. Ikas riß aus Leibeskräften am Zügel. Vergebens, Oskar reagierte darauf nicht. Wenn Hauptmann Zettdorf erregt war, riß er stets so ohne Ursache am Zügel, das kannte Oskar schon, und mit den Jahren hatte sich um das Gehege seiner Zähne eine derbe Hornhaut gebildet, die ihn für derlei Attentate unempfindlich machte. Wutschnaubend mußte sich nun Hauptmann Zettdorf zu Fuß auf den Weg machen, dem Rufe des gestrengen Obersten zu folgen. Doch der Weg war weit und der Hauptmann infolge seiner zunehmenden Leibesfülle ein schlechter Fußgänger. Dem wilden Reiter trat indessen der Angstschweiß auf die Stirn." Brr, Oskar, brr, stopfen stoooopfen," alles war vergebens,„ ich möcht' ja lieber sein bei Deiwel," ſtöhnte Jkab. Der Mond hatte sich inzwischen, wohl der kommenden Kritik wegen, zurückgezogen, und tiefe Dunkelheit bedeckte das Erdreich, militärisch„ Gelände" genannt. Von der Stellung der Zettdorf'schen Kompagnie aus war es wohl am weitestent bis zu dem Hügel, auf welchem der Herr Oberst hielt, vielleicht hatte man dort das Signal auch später gehört, jedenfalls schienen schon alle die Gerufenen um ihr Oberhaupt verjammelt zu sein, als Oskar angeſprengt kam. Jkazz verharrte ſtill auf dem Schimmel und ließ das weitere über sich ergehen. " Is ja dunkel wie in strenger Arrest", kam es da plötzlich wie eine Erleuchtung über den biederen Polen, vielleicht sieht mir gar nischt der Herr Oberst!" Kommen Sie nur, Herr Hauptmann Zettdorf, kommen Sie, gerade auf Sie warte ich noch", ertönte da plötzlich die faz Stimme des Gestrengen. Oskar hielt schnaubend. zitterte. Sollte er sich als„ durchgegangenen Pferdehalter" melden oder nicht?„ Doch der Soldat hat nur zu reden, wenn er gefragt wird", dachte er sich dann und hielt schweigend im Kreise der Häuptlinge. „ Meine Herren", begann nun der Oberst,„ ich will mich turz fassen. Mit dem Ausrücken beim Alarm bin ich zu frieden gewesen, mit der Gefechtsentwickelung im allgemeinen auch, bis auf das unverantwortliche Gebahren Ihrer Spize, Herr Hauptmann von Zettdorf. Wie konnten Sie noch darauf Hereinfallen und auf das blinde Feuern einer einzelnen Patrouille mit ihrer ganzen Schüßenlinie antworten.- Was haben Sie sich denn dabei gedacht, Herr Hauptmann von Zettdorf?" Tiefe Stille. Ikatz drückte angſtvoll und krampfhaft seine Kommißstiefel in Oskars Lenden. " Ja, was haben Sie sich nur dabei gedacht, Herr Hauptmann?" ließ der Oberst nicht ab. Ikat drückte immer energischer, bis Oskar mit einem quifenden Laut und einem Wirbel des Schwanzes quittierte. „ Ihr Schweigen, Herr Hauptmann Zettdorf, zeigt mir zur Genüge, daß Sie sich eben gar nichts dabei gedacht haben. Sie haben durch Ihr ganz unangebrachtes Feuern vorzeitig dem Feinde Ihre Stellung verraten und dabei das Gefecht zu Gunsten der feindlichen Partei entschieden. Es ist mir einfach unverständlich, um es nochmals zu sagen, Herr Hauptmann, wie ein sonst erfahrener und befähigter Offizier sich so ins Bockshorn jagen lassen konnte. Ein Blick auf die Karte, meine Herren, würde uns zeigen..." Schon suchte der Oberst dieselbe hervor und mit der anderen Hand schien er nach Streichhölzern zu taſten. ,, Hat einer von den Herren vielleicht Streichhölzer..." Ikatz bebte. Jetzt mußte die Entdeckung kommen. Schon hielt der Oberst eine Schachtel in der Hand. " Doch nein, meine Herren," besann er sich,„ ich will morgen Abend bei einem Kriegsspiel Ihnen meine Meinung