Nr. 140. bonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Bfg., Baus gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen viertelfährt. 1.50. Bastebetlagen: Oberheffifche Familienzeitung( täglich) und die tekener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Freitag, den 17. Juni 1904. Gießener 13. Jahrgang. Insertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für ganz Ober heffen, die Kreise Weglar und Marburg 10 Pfa. fenft 15 fa. Reklamen die Petitzeile 30 refp. 40 Pfg. Boftzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen, Seltersweg 88. Fernsprechanschluß Kr. 362. Neueste Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weylar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Der Krieg in Oftafien. Wenn auch noch keine amtlichen Berichte über den Kampf, der in der Koreastraße zwischen dem Wladiwostokgeschwader und japanischen Kriegsschiffen stattgefunden haben foll, borliegen, so ist doch nach allem wenigstens mit Sicherheit anzunehmen, daß es zu einem solchen Kampfe gekommen st. Ueber seinen Ausgang allerdings sind bisher die Anich en sehr verschieden. Drci russische Kreuzer genommen? Wie die Japaner behaupten, seien die drei russischen Frenzer, die in der Straße von Tschuschima kämpften, iirch ben Admiral Kamimura aufgebracht worden. Demgegenüber wird aus Tschifu folgende Meldung verbreitet: Die russischen Kreuzer wurden bei Tschuschima von Chiffen Kamimuras in einen heftigen Kampf verwickelt. We es heißt, soll es den Japarern gelungen sein, einen der Kreuzer zu nehmen. Die Japaner selbst hätten. den Verlust eines Torpedobootes 31: beklagen. Die letzte Version klingt wahrscheinlicher, da Admiral Ranimura infolge der Abgabe von Verstärkungen an Togo mir über verhältnismäßig geringe Streitkräfte verfügt. leber die Kreuzfahrt des Wladiwostok- Geschwaders liemt noch folgender Bericht aus Tokio vom 16. d. Mts. vor: Das Transportschiff„ Hinomaru", das nach Moji zurii.gekehrt ist, berichtet, daß es gestern vormittag 11 Thr 120 Meilen westlich der Iki- Inseln dem Wladiwostok( Beschwader begegnet sei. Das Transportschiff ,, Hinomaru" chrte sofort um, signalisierte eine Warnung an die TransPortschiffe Kanazawamaru" und" turimaru" und enttam mit diesen. Zwei andere Transportschiffe, nämlich Nitachimaru" und„ Sodomaru", von etwa je 6000 Tonnen Gehalt, wurden 2 eilen westlich, von den Russen geschen, sowie schnell umzingelt. Das Geschick derselben ist nicht bekannt, der Menschenverlust ist wahrscheinlich ein schwerer. Das Gefecht bei Wasangon f nach den jetzt vorliegenden Berichten für die Russen sehr verlustreich gewesen. Zwar haben sie weniger an Toten zu belflagen gehabt, als die Japaner, dafür aber verloren sie 14 Kanonen. Generaladjutant Kuropatkin schildert den Verlauf der Schlacht folgendermaßen: Gegen 2 Uhr morgens am 15. Juni hatte die Vorpostenkette auf dem rechten russischen Flügel ein kurze Scharmützel. Um 5% Uhr morgens begann auf dem linfen russischen Flügel eine Kanonade. Schon früher, gegen 5 Uhr morgens, bemerkte die Kavallerie auf dem rechten Flügel bedeutende feindliche Streitkräfte südlich von Tafanschin. Die japanische Infanterie eröffnete das Feuer auf die russische Kavallerie, die sich auf den Höhen zwischen Tafanschin und Lunkoo befand. Der Feind stand an einem Waldrande, etwa 2 Werst von diesen Höhen entfernt. Gegen 6% Uhr morgens machte der Gegner in einer Stärke von etwa 1 Regiment Infanterie mit Artillerie aus diesem Walde einen Vorstoß zwischen Tafanschin und Lunkoo. Inzwischen war die Kanonade auf dem linken russischen Flügel lebhafter geworden. Um 6½ Uhr ging General Baron Stackelberg mit einem Teil seiner Streitkräfte unter Umgehung des rechten feindlichen Flügels in der Richtung auf Fafanwozen und Gouin zum Angriff vor. Einen anderen Teil seiner Truppen schickte er gegen die Front des Gegners. Gegen 10 Uhr morgens entwickelte der Feind gegen den rechten russischen Flügel etwa eine Brigade Infanterie mit einer Batterie und Kavallerie und machte nach Zurückdrängung der russischen Kavallerieabteilung den Versuch, über Runkoo den rechten Flügel der russischen Stellung zu umgehen. Um dies zu verhindern, schob Baron Stackelberg um 11 Uhr seine Reserve von Ssissan vor. Die gesamte Streitmacht der Japaner, die inzwischen bedeutende Verstärkungen herangezogen hatten, betrug um diese Zeit mehr als drei Divisionen, Die Verluste der Russen werden von Kuropatkin beziffer! auf 24 Offiziere und 311 Mann getötet oder verwundet. Die Japaner geben dagegen an, daß die Russen 500 Tote gehabt hätten, und außerdem 300 Gefangene verloren. Die apaner hätten 1000 Mann eingebüßt. Die Politik. Der deutsche Generalkonsul in Konstantinopel Geheimer Regationsrat Stemrich sowie die Geheimen Räte Wolfram und Blau, die beauftragt sind, gemeinsam mit dem deutschen Konsul in Bukarest Kiliani mwegen des Abschlusses eines Deutsch- rumänischen Handelsvertrages zu verhandeln, sind in Bufarest eingetroffen. Seitens der rumänischen Regie. sung sind als Vertragsunterhändler designiert: der Direktor Her Nationalbank Senator Carp, der Deputierte Constantin Bratiano, der Präsident der Handelskammer Assan, der ehenalige Generalsekretär im Handelsministerium Baicojanc und der Direktor für die Konsularangelegenheiten im Mi aisterium des Aeußern Burahele. Balkan- Staate Der Gesuiting des Sönig Peter wurde von dc: cffiziellen Welt in feierlicher Weise begangen und die abhängige Presse preist bei dieser Gelegenheit das glückliche Jahr während seiner Regierungszett und seine konstitutionelle Gesinnung. Anderwärts nennt man diese Schwäche; das ist der ganze Unterschied zwischen der wirklich kritischen und der abhängigen Presse. Er ist eine sanfte Natur, der neue König. Damit ist alles erschöpft, was man zu seinem Lobe sagen könnte. Die armenischen Unruhen erhalten wieder neue Nahrung. Nach einer neueren Meldung sind vom 25. April bis zum 29. Mai d. I. im Bezirk Sassun 3000 armenische Männer, Frauen und Kinder getötet, 50 armenische Dörfer zerstört und in der Stadt Musch 31 Armeniern gehörende Läden demoliert worden. Die Zahl der in Musch befindlichen Flüchtlinge belaufe sich auf 4000, welche nahezu ohne ille Lebensmittel seien. Ohne das Dazwischentreten des französischen Konsuls in Musch wäre es zu einer großen Mezelei in der Umgebung dieser Stadt gekommen. Im Sandschak Musch sollen aber die Grausamkeiten gegen die Armenier noch fortdauern. Der armenisch- gregorianische Batriarch Ormanian protestierte sehr energisch gegen diesen Zustand. Sehr pessimistisch äußerte sich auch der griechische Ministerpräsident Delyannis in der Kammer über die Lage, der den Zweifel aussprach, ob angesichts solcher Zustände aud Die Reformen durchführbar seien. Die konfessionellen Zwistigkeiten in Elsaß- Lothringen verschärfen sich zusehends. Es liegt darüber wieder ein neuerer Fall vor: Als Lehrer Mayer- Dieuze beantragte, der Lehrerverein solle fich um eine Neuregelung der Organisten frage an den Bischof wenden, erhob Seminardirektor Schulrat Ehrendomherr Nigetied- Metz mit Rücksicht auf den interConfessionellen Charakter des Vereins hiergegen Widerspruch; das Recht, sich an den Bischof zu wenden, stehe allein Katholiken zu. Als trotzdem der Antrag Mayer angenommen wurde, verließ Schulrat Nigetied den Saal, worauf die Versammlung, der auch Vertreter der Regierung beiwohnten, mit einem Hoch auf Se. Majestät den Kaiser geschlosser wurde. Cefterreich- Ungarn. Anläßlich der deutsch- österreichischen Handelsvertragsverhandlungen dürfte es interessant sein, die Ziffern des Verfehrs zu überprüfen. Deutschland nimmt nach der neuesten Statistik in dem Außenhandel des verbündeten Kaiserstaates die erste Stelle ein. Die Einfuhr aus Deutschland beträgt an Waren 124,1 Millionen, an Geld 30,7 Millionen, die Ausfuhr an Waren nach Deutschland 500,3, an Geld 30,3 Millionen Mark. Die deutsche Einfuhr beträgt 37 Prozent der Gesamteinfuhr, und die Ausfuhr 47 Prozent der Gejamtausfuhr Desterreichs. Demnach ist das Interesse Desterreichs an dem Zustandekommen eines neuen Vertrags um 10 Prozent größer als das unserige. Afrika. Der Räuberhauptmann Raisuli von Marokko fühlt sich förmlich als Großmacht. Dem Sultan hat er den Befehl zukommen lassen, zwei ihm mißliebige Scheichs( hohe Beimte) verhaften zu lassen; der Sultan hat diesen Wunsch erfüllt. Aber Perdicaris bleibt trotzdem in Gefangenschaft. Dem amerikanischen Generalkonsul Gummeré aber hat er die Bedingung gestellt, daß unter der Garantie der Vereinig ten Staaten und zwei anderen Nationen die Verwaltung von rei Provinzen ihm, dem Räuberhauptmann, unterstellt werben. Die amerikanische Regierung erklärte natürlich diese edingungen für unannehmbar. Deutfcher Reichstag. ( 99. Sigung.) CB Berlin, 16. Juni. Den Abgeordneten, die sich zur heutigen Sigung eingefunben hatten, wurde nach langer Zeit wieder einmal der zweifelhafte Genuß einer Dauerrede zu teil. Der Abgeord nete Stadthagen sprach zwei und eine halbe Stunde, um die sozialdemokratische Interpellation wegen des oreußischen Kontraktbruches zu begründen. Daß er es sehr wirksam getan hätte, läßt sich aber nicht behaupten. Wenn er auch durch heftige Ausfälle oder starfe Ausdrücke mitunter rechts lärmenden Widerspruch und Gelächter, links lauten Beifall und Heiterkeit erregte, so hatte er sich im großen und ganzen doch nicht der Aufmerksamkeit des Hauses zu erfreuen; er mußte vielmehr unter steigender Unruhe seine juristischen Ansichten auseinanderseßen. Seinen Ausführungen fehlte die klare Disposition, er brachte eigentlich, anstatt eine Rede zu halten, nur reichhaltiges Material für eine Rede vor. An der Hand zahlreicher Einzelbestimmungen fuchte er nachzuweisen, daß der preußische Entwurf mit dem Wortlaut und dem Geist der Reichsverfassung, des Freizügigkeitsgesetzes, der Gewerbeordnung, des bürgerlichen Gesetzbuchs und des Strafgesetzbuchs in Widerspruch stehe. Es sei ein Ausnahmegesez schlimmster Art, das dem sittlichen Bewußtsein der Arbeiter geradezu ins Gesicht schlage und das dem Arbeitswucher Vorschub leiste. Und diese Vorlage hätten preußische Minister eingebracht mit dem Bewußtsein, daß ein Einbruch in die Reichsgesetzgebung stattfinde. Daher möge der Reichskanzler sagen, was er zu tun gedente, um dem Bundesstaat Preußen gegenüber die Reichsgesetzgebung zur Geltung zu bringen. Die Antwort erteilte der Staatsjefretär des Reichsjustizamts Dr. Nieberding. Er erElärte unter lebhafter Zustimmung, der Vorwurf, die preußischen Minister seien sich eines Einbruchs ins Reichsrecht bewußt, richte sich von selbst, er wolle darauf so wenig, wie auf die anderen Uebertreibungen des Vorredners eingehen, sondern lediglich dessen juristischen Ausführungen entgegentreten. Der Staatssekretär tam zu dem Schluß, daß eine Verlegung des Reichsrechts nicht zu befürchten sei und daß der Kanzler daher auch nichts zu tun gedenke, um ihm Geltung zu verschaffen. Allein Dr. Nieberding trat deshalb doch nicht für alle Einzelheiten des im preußischen Abgeordnetenhause eingebrachten Entwurfs ein. Was die Regierung gewollt jat, so meinte er, sei zulässig, aber im Wortlaut sei die Grenze zwischen Landes- und Reichsrecht nicht genügend charf gekennzeichnet, und in dieser Beziehung bedürfe die Vorlage einer Korrektur. Bei der auf Antrag des Abg. Singer beschlossenen Besprechung der Interpellation stellte ich keine Partei auf den Boden des preußischen Gesetzes in seiner jetzigen Fassung. Doch erschien der Mehrheit die Frage, ob ein Einschreiten des Reiches geboten sei, zur Zeit überjaupt noch verfrüht. Der furchtbare Newyorker Schiffsbrand hat in eine ganze Reihe meist deutsch- amerikanischer Fami lien Trauer und Entsetzen gebracht. Noch tagelang wird es dauern, bis die Angehörigen der Opfer Gewißheit über das Los ihrer Lieben haben werden. Aber schon jetzt ist nach allem, was bisher festgestellt werden konnte, zu befürchten, daß die anfängliche Annahme, daß das Unglück 1000 Menschen das Leben gekostet hat, am letzten Ende recht behalten wird. Ueber die Katastrophe werden noch folgende Einzelheiten, die zum Teil aus Berichten von Augenzeugen entnommen sind, aus Newyork gemeldet: Wie das Feuer ausbrach. Auf dem„ General Slocum", einem alten hölzernen Rad. dampfer, waren etwa 1000 Kinder und 500 Frauen auf einer Vergnügungsfahrt begriffen, Männer befanden sich nur we nige an Bord. Das Schiff war von der deutsch- evangelischen St. Markus- Gemeinde gemietet. Im Long Island- Sund kurz nach der Abfahrt des Schiffes brach Feuer aus, während gerade die Kinder sich im Eßsaal befanden, wo sie mit Eis. creme bewirtet werden sollten. Als der Ruf„ Feuer" ertönte, entstand ein furchtbares Gedränge. Schreiend und freischend suchten die geängstigten Mütter ihre Kinder, doch war es den meisten gar nicht möglich, zu ihnen zu gelangen, so schnell griff das verheerende Element um sich. Was irgend konnte, stürzte an Deck, während die Flammen hoch aus dem Raum heraus: schlugen und nach den Kleidern der Frauen und Mädchen züngelten. Das Feuer, das von einem Spiritusapparat aus gegangen war, hatte im Nu die Balken des oberen Deckes durchfressen. Prasselnd stürzte dieses ein, unter seinen Trümmern viele der unglücklichen Passagiere begrabend. Vom brennenden Schiff ins Wasser. Der Kapitän setzte sofort alle Hände in Bewegung, um dem Feuer Einhalt zu tun. Die von der Hize ausgedorrten Planken der Decks brannten aber wie Zunder, und bald jah Mannschaft wie Passagiere, daß an kein Löschen des Brandes mehr zu denken war. Von dem Stöhnen und dem Todesschrei der lebendig Verbrennenden in Raserei versetzt, drängte in wilder Hast, der Zurufe des Kapitäns nicht achtend, die Frauen- und Kinderschar zum Bordrand. In wirrem Knäuel stürzen sich die Geängstigten in die Fluten, die sie vor den lodernden Flammenzungen retten sollen. Aber das Wasser ist wohl fühl, darum aber nicht weniger grausam al das heiße Feuer. Ein reißender Strom durchbraust den Kanal des Hellgate, und in ihm fanden fast alle den Tod. Dc half fein Rettungsgürtel, kein Festbinden an Stühle und dergleichen Mittel mehr, zu denen die Besonneren unter de von den Flammen gehezten Schar ihre Zuflucht genommen hatten. Die Wirbel von Hellgate zogen sie alle hinab in da: fühle Grab. Der Kapitän verhaftet. Der Kapitän Vanschaik und die beiden Lotsen des„ General Slocum" wurden verhaftet. Kapitän Vanschaik erklärt der Maschinist habe seinen Posten verlassen, sonst hätte da: Schiff früher gelandet werden können und viele wären ge rettet morden. Der Kapitän steuerte sofort, als er die Un möglichkeit, den Brand zu löschen, erkannt hatte, auf der Strand zu, doch sank das Schiff, ehe das Ufer erreicht war. In den inneren Räumen fand man ganze Gruppen von Kin dern und Frauen verkohlt auf. Viele der Geretteten sind vor Schreck wahnsinnig geworden. Unter den Geretteten be findet sich der Pastor Haas, der ins Wasser gesprungen war: er hat aber Frau und Tochter verloren. Bei der Rettungsarbeit wurden viele heldenmütige Taten vollbracht. Die Bemühungen, dem brennenden Schiffe Hilfe zu bringen, waren dadurch, daß durch den Kanal des Hell. Gate, wie schon bemerkt, ein reißender Wasserstrom braust. und Rulienfreund bezeichnete dadurch zu verdächtigen, daß er ihn als fette nun Ali- Beg in heftigen 3orn, und er versuchte Djainbef Diese vertrauliche Mitteilung von seiten des Chefs ver. Wühler er gegen ihn Klage geführt habe. Diftrift einigen Einfluß befaß, auf guten Fuß zu stellen, da Ginzelne fleine serieklich ſtani das schmucke Herrenhaus, rend melcher dem Serru vom auſe die Sorge für die Unterfreundlichen und vornehmen Anblick gewährte. Hier am folgenden Tag die amtliche Umschau vorzunehmen, wähder Pascha mit seiner Begleitung Station machen, um erst Dachgiebeln und seinen fein gearbeiteten Veranden einen bas mit feinen geschnitten solte Von Herzen glücklich zu sein im Kleinen Will mir fürwahr als ein Großes erscheinen. * Mora. schlug ihr Herz zum Erstiden, denn sie fürchtete für blicke ihn in diesem Riesengetümmel niemals zu erreichen e fie fürchtete, er könne night nicht wissen fonnte, wann das Boot landen würde, und weil hatte im nicht geschrieben, daß er sie abholen solle, da fie niel Seit sehr erschwert. Der Polizist Tooney rettete zwölf Menschen; indem er ebenso oft ins Wasser spreng; er ertrant beim drei. zehnten Versuch, einen Menschen zu retten, Vor dem Gordon Bennett- Rennen. ( Von unserem Spezialberichterstatter.) O Homburg v. d. Höhe, 16. Juni. Im Taunus, der von dem Rhein, dem Main und der Bahn eingeschlossen wird, spielt sich augenblicklich ein sportliches Schauspiel für die ganze Welt ab. Von allen Nationen sinden sich die besten Rennfahrer zusammen, um auf der Strecke von der Saalburg durch das Lahntal, den fog. goldenen Grund und die Höhen des Taunus ihre Leistungsfähig feit als Wagenführer und die Brauchbarkeit der Fahrzeuge miteinander zu messen. Noch niemals ist auf so mächtig fupiertem Gebiet ein solches Rennen veranstaltet worden. In Weilburg beispielsweise steigt der Weg mit einer sonst nur im Hochgebirge vorkommenden Steilheit von der Flußsohle bis zum Stadtinnern empor und bei dem Dorfe Esch, wo die alte zum Teil schon von den Römern erbaute Heeresstraße von Köln nach Frankfurt schroff aus dem goldenen Grund zu dem Glaskopf aufsteigt, werden die örtlichen Schwierigkeiten der steilen Höhe noch durch zahlreiche Biegungen vermehrt. So bietet das Terrain die höchsten Gefahren und alle Teilnehmer müssen sich ihrer Steuerung sehr sicher sein, wenn jie ohne Schaden alle diese Schwierigkeiten überwinden wollen. Für die deutsche Automobilindustrie hat gerade dieses Rennen noch eine besondere Bedeutung deshalb, weil unsere Produfte besser, als ein anderes Fabrikat auf die Höhenschwierig. feiten zugeschnitten sind. Macht ein deutscher Wagen das Rennen, dann dürfte unserer Automobilindustrie ein bedeutender Aufschwung revorstehen. Auch heute schon beschäftigt diese Industrie mehr als eine Million Menschen. Ste ist also ein Erwerbszweig, der durchaus nicht zu unterschätzen ist. Sic ist aber noch außerordentlich ausdehnungsfähig, weil sie mit ihren Personenfahrzeugen einstweilen fast nur noch für die Ausfuhr arbeitet. Amerika, Frankreich und neuerdings auch England haben uns in der Verwendung dieses neuesten aller Verkehrsmittel bei weitem überflügelt; dafür aber sind wir den fremden Nationen in der Verwendung von Lastfahrzeugen überlegen. Wenn nun das Gordon Bennett- Rennen auch tatsächlich nicht zugunsten eines unserer Industrieprodukte ausfallen sollte, so wird doch der Binnenverbrauch von Automobilfahrzeugen hierdurch bedeutend gefördert werden. Ein Effekt bleibt aber vor allen Dingen gesichert. Dem lieblichen Zahntal und der zarten Romantik des Tounusgebirges werden Der internatiozahlreiche Verehrer neugeworben werden. nale Fremdenzuzug nach der Rennstrecke ist geradezu enorm. In Homburg erregt es besondere Befriedigung, daß seit dem Ariege von 1870 zum ersten Mal wieder Franzosen in größerer Zahl das in früheren Jahren so sehr von ihnen begünstigte Bad wieder aufgesucht haben. Wie der Verlauf auch sein mag, das Gordon Bennett- Rennen wird nicht ohne Spuren an unserem Erwerbsleben vorübergehen. Eine große Anziehungskraft übte natürlich die Teilnahme bes Kaiserpaares an dem Rennen aus, das gestern eintraf und heute die Saalburg sowie die wiederhergestellten altrömischen Feldgeschütze besichtigte, die Ballisten, die nichts anderes als, pas auch ihr griechischer Name besagt, große Steinschleudern sind. Schon jetzt hat man einen Vorgeschmack von dem Rennen. Denn die ganze Rennstrecke ist bereits„ präpariert". Riesige Drahtbälle versperren die Wegkreuzungen, die Dorfstraßen find eingezäunt, und hinter dem Zaune fläffen, gereizt durch bie ungewohnte Unruhe, die Hunde noch etwas bissiger als jonst. Die ganze Rennstrecke ist mit„ Westrumit", einem Gemisch aus Wasser, Petroleum und Teer, das die Staubentvickelung hemmt, von dem aber sein Fabrikant behauptet, baß man es trinken könne, besprengt und riecht- buchstäb ich zum Himmel. Die Rennfahrer trainieren- wohl ein halb Dußend Mal rast Baron de Caters( Belgien) über die Strecke, um sie sich anzusehen". Das Getöse ist so groß, daß die Vögel im Walde das Singen verlernt haben. Bestartet wird morgen in einem Zwischenraum von fün Minuten in folgender Reihenfolge: Jenazzy- Deutschland, Edge- England, Warden- Desterreich, Cagno- Italien, Théry. Frankreich, Hautvast- Belgien, Baron de Caters- Deutschland, Werner- Desterreich, Birling- England, Storero- Italien, Salleron- Frankreich, Augières- Belgien, Opel- Deutschland, Jarrott- England, Braun- Desterreich, Lancia- Italien, Rou zier- Frankreich, Baron de Crawhez- Belgien; der Vertreter her Schweiz, Dufaur, startet nicht. Das Schlußergebnis is nicht vor 6 Uhr abends zu erwarten. ( Schluß.) Der Wildhirt. Eine oberhessische Dorfgeschichte von J. Becker. ( Nachdruck verboten.) Mutter Elschen!" stammelte er, indem er mit ausgebreiteten Armen auf beide zueilte. " - " Hangcurt", erklang es von beider Lippen, endlich haben wir Dich wieder." Es wurden jetzt nicht viel Worte gewechselt. Die Herzen waren übervoll. Nur leises Schluchzen war vernehmlich. Elschen stand neben ihm, schön wie eine Blume, und sein Arm ruhte auf des Mädchens Schulter, das liebvoll zu ihm emporsah. Aber auch der Pierer stand anfangs wie eine Bildsäule, in welche endlich Leben fam. Das Herz des harten Mannes war ebenfalls tief erschüttert. Er nahm seines Sohnes Hand, legte seine Rechte auf dessen Schulter und sagte:„ Du bist wieder unser, Hangcurt." Die Stube füllte sich mit den Ankommenden und alles, was da war, mußte um die Tische Plaz nehmen, um die man sich endlich niederließ. Im Dorfe war es in einer halben Stunde schon herum, daß der Pierersch Hangcurt wieder da sei und es tamen immer noch mehr Leute hinzu, die ihn sehen und begrüßen wollten. Alles, was fam, mußte an dem Freudenmahl teilnehmen, für welches Frau Glohr und Elschen in ausreichender Weise Sorge getragen. Endlich kam denn auch der Hangcurt an's Grzählen. Er war eines Tages in New York in einer Hafenwirtschaft gewesen und wen hatte er getroffen? den Tiophel. Der hatte ihm alles erzählt, was seit seiner Abreise vorgegangen, und so wußte er auch Nab und Fern. Eine Schießübung mit altrömischen Geschützen fand in Gegenwart des Kaiserpaares gestern auf dem Wall der Saal. burg, dem Startort des Gordon Bennett- Rennens, statt. Bei der Porta decumana des alten Römerlagers waren einige Nachbildungen alter römischer Wurfgeschütze aufgestellt, die bom Grafen Zeppelin als Geschenk für die Saalburg seitens der Gesellschaft für lothringische Geschichte und Altertumsfunde in Metz übergeben wurden. Die Geschüße wurden durch Major Schramm vom sächsischen Infanterieregiment Nr. 12 praktisch vorgeführt, es wurden Pfeile und Kugeln abge. schossen und recht ansehnliche Resultate erzielt. Eisenbahnzusammenstoß. Wie aus Aachen gemeldel wird, sind in der Nähe der Station Montjoie zwei Güter züge aufeinander gestoßen, wobei ein Zugführer schwer, ein Zugführer, drei Bremser und ein Heizer anscheinend leicht verletzt wurden. Beide Lokomotiven mit Packwagen und sechs Wagen wurden stark beschädigt. Ein furchtbares Verbrechen wurde in Altgersdorf bei Glatz von einem durchwandernden Handwerksburschen ver übt. Dieser kam in das Haus der Witwe Gröger, während diese zu Besuch im Nachbardorf weilte und überredete die neunjährige Tochter der Witwe, mit ihm auf den Heuboden zu gehen. Bald darauf geriet dieser in Brand und mit ihm das ganze Gehöft. Das Kind wurde in den Trümmern ver fohlt aufgefunden. Sämtliches Vieh ist verbrannt. Der Fremde, der entflohen war, wurde eingeholt und verhaftet. O Die Mobilisierung der streikenden ungarischen Eisenbahner hat jetzt ihr Ende erreicht. Die anläßlich des großen Eisenbahnerstreiks zur aktiven militärischen Dienstleistung einberufenen Eisenbahner wurden in das nichtaktive Ver hältnis zurückversetzt. Die Mobolisierung" hatte sich auf nicht weniger als achttausend Mann erstreckt, die durch volle fünfzig Tage in militärischer Uniform den Eisenbahndienst bersahen. Es gab darunter Offiziere sowie Unteroffiziere und sonstige Mannschaften. Im übrigen ist es den„ Mobi lisierten" nicht schlecht ergangen; denn abgesehen davon, daß ihnen dieser Eisenbahndienst als Waffenübung eingerechnet wird, haben sie während der ganzen Zeit auch die militärischen Mobilisierungsbezüge erhalten, was bei der letzten Sold. klasse des Heeres 99 Heller, bei jener der Honvedtruppe 77 Heller täglich betrug. Außerdem erhielten sie selbstverständ. lich ihre regulären Bezine als Eisenbahnanacitellte. Der„ Tellschuß". Ein gefahrliches Spiel tostete einem Schulknaben in dem fränkischen Städtchen Volkach das Leben. Er wollte mit einem anderen Kameraden den„ Tellschuß" probieren. Gegenseitig zielten sie mit Terzerolen nach ihren Hüten. Der Kamerad zielte zu tief und traf den Unglück. lichen in den Kopf, so daß er nach kurzer Zeit starb. Der Mörder der kleinen Lucie Berlin scheint nunmehr virklich in die Hände der Berliner Kriminalpolizei gefallen zu sein. Sie verhaftete einen Zuhälter namens Berger, der im selben Hause, in dem die Eltern der kleinen Lucie wohnen, jei seiner Geliebten unangemeldet wohnte. In dem Zimmer purde in blutiger Wäsche versteckt ein langes Schlächter. messer gefunden, mit dem wahrscheinlich der Mord ausgeführt worden ist. Berger kannte die Ermordete und soll jur kritischen Zeit mit ihr gesehen worden sein. Die in. zwischen aufgefundenen fehlenden Zeichenteile zeigen zerfetzte Schnittflächen, nicht, wie bei dem neulichen Mord, glatte, Aus dem Gerichtssaal. § Eine Entschädigungsklage des Erleutnants Bilse geger seinen Verleger ist bei dem Braunschweiger Gericht anhängiç gemacht worden. Bilse flagt gegen den dortigen Verlags buchhändler Sattler auf Entschädigung wegen vertrags widrigen Nachdrucks seines Romans Aus einer kleinen Gar nison", ferner auf Entschädigung wegen des Verkaufs des Verlagsrechts nach Wien. § Ein Musterschuhmann. Vor der Straffammer zu Kölr hatte sich ein Schußmann wegen Freiheitsberaubung uni Mißhandlung seiner eigenen, von ihm getrennt lebender Frau zu verantworten. Diese hatte ihren Mann eines Tages aufgesucht, da sie sich in großer Not befand. Sie traf den Schußmann in Gesellschaft einer anderen Frauensperson, ge riet hierüber in Aufregung und beschimpfte ihren Mann Dieser erwiderte die Schimpfworte, schlug auf die Frau mis der Faust ein, nahm sie fest und führte sie zum Polizeigefäng nis. Die Straffammer verurteilte den Musterschuhmann zu 2½ Monaten Gefängnis. § Ein eigenartiger grober Unfua trua dem Schlosserlehr, alles; den Hergang beim Tode des Burkhennersch, des Wildhirten Verhaftung durch den neuen Forstlaufer und seine Entweichung, schließlich seine Flucht nach Amerika, zu der ihm seine Mutter, die Gänsehannessin, alles Geld, das sie sich in den letzten Jahren gemacht", mitgegeben. Der Tiophel hatte den Hangcurt gebeten, nach Europa zurückzukehren und das Elschen zu freien, da jetzt kein Hinderniß mehr vorhanden sei. Er hatte dabei hinzugefügt: " Weißt doch noch, daß ich Dir mal bei den Hecken an dem Abend, als die Kirmeß war, versprach, d'r Burkhennersch Jung friegt's Elsche n't?" Er hatte allerdings Wort gehalten, wobei der arme Bursche aus dem fremden Dorfe sein Leben ein gebüßt. Und macht er sich da kein Gewissen?" fragte Elschen. Er setzt sich drüber weg", erwiderte der Hangcurt, ,, weil er meint, das der Burkhennersch ja von selbst hinabgestürzt sei. Er habe den nur mal durchprügeln wollen. Aber bei all' dem mag es sein, wie es will, ' n schlechtes Herz hat er nit, denn er hat mich gebeten, an seine Mutter doch' n bischen zu denken, wenn ich ' causfäm' und sie nit im Armut verkommen zu lassen. Ich werd' morgen zu ihr gehen. ,, Sie soll keine Not leiden", sagte Glohr, dem auch das Elschen zustimmte. M'r sieht, daß Du noch'n bischen Anhänglichkeit an ihn hast", meinte der Pierer. „ Ja,' s war seltsam", versezte Hangcurt ,,, was er ' ne Gewalt über mich ausübte. Ich glaub', das kam von seinem verwegenen Willen, dem ich nit widerstreben konnt', so lang ich bei ihm war."" * ling Wachtler zu Bamberg eine Woche Haft ein. Der p. testantische Lehrling ging zur Osterbeichte, sowie zur Ko. munion in die katholische Pfarrkirche in Kronach und wur den Apalan über seine Religionszugehörigkeit völlig täuschen. Die Anklage lautete auf Religionsvergehen, und der Staatsanwalt hatte vier Wochen Gefängnis beantrat Das Gericht erblickte in dem Fall aber nur einen grob Unfug. Sigung Anwesend find Stabto. Goffly, Decum eröffnet bie biefesmal weniger, m folgt zuerst die Au 1892er Anlebens; Bictenftod& Sane im Reustädter Feld; Kreisfraße nach Heu die Weftanlage und Uhrmacher Heinrich Firmenuhr an feine Die b Bumpwerf Qued Lag weg) wird dem dafür pro Tag 20 Tore der Architekte wird. Es sollen z und danach erst TL3u einem Feste seltener Art] rüstet sich das königlige Gymnasium Carolinum zu Osnabrück. Es wird am 23 24. und 25. Auguſt d. J. die Erinnerung an die Gründung bor clfhundert Jahren durch Karl den Großen feiern, i Schulbehörde hat schon im vorigen Herbst das Fest genehmigt und die Vorbereitungen werden eifrig betrieben. Eine Fet schrift, welche die Geschichte der Anstalt darbieten wird, st dem Abschlusse nahe, und einen besonderen Glanz wird das Fest erhalten durch die Aufführung lebender Bilder aus der Geschichte und dem Sagenkreise Karls des Großen. § Der falsche Referendar. In einer Dresdener Sus fammerverhandlung kamen sonderbare Dinge zur Sprache Unter den Augen der Richter und der Polizei hat in Dresden ein Schwindler eine Zeitlang sein Wesen treiben können, das alle bisher dagewesenen Frechheiten weit in den Schatten stellt. Im Monat Februar d. Is. war der aus Breslau gebürtige 22jährige Bäckergehilfe Franz Paul Glauch ein ständiger Besucher der Gerichtsverhandlungen im Dresdener Landgericht. In der augenfälligsten Weise machte er sich an die Angeklagten heran, stellte sich als Referendar Dr. Kohler" oder als einer der angesehenſten Dresdener Rechts. anwälte vor und erbot sich, die Beschuldigten zu verteidigen. Diejenigen, die auf den Leim gingen, erhielten am folgenden Tage ein Vollmachtsformular zur Unterzeichnung mit dem Ersuchen, 40 Mk. Zeugengebühren und 20 Mt. Kostenvor. schuß einzuzahlen. Das Geld holte sich der Herr Referen dar" dann in der Regel selbst zusammen. Nach kurzer Zeil erhielten die„ Klienten" die Vorladun zum Verhandlungs. termin. Die Ladung ging vom„ Kgl. andgericht, 3. Straf fammer" aus und war natürlich gefälscht. Sie enthielt gleichzeitig die Aufforderung, an der Gerichtskasse 30 Mt. für zu ladende Zeugen zu deponieren. Aber schon am fol genden Tage holte sich der Gauner auch dieses Geld. Aus diese Weise wurde eine einzelne Person um 90 Mk. betrogen und, als der Verhandlungstermin" heranrückte, der Schwin del aufgedeckt. Noch andere Tricks kommen auf das Konto des Betrügers. Er lernte auf einem Balle eine Kellnerin kennen, welche dem Herrn Referendar" ihre Not klagte, daß sie so viele Außenstände bei jungen Leuten habe. Flugs notierte er sich die Adressen der saumseligen Zahler, ging folgenden Tages in deren Wohnungen, stellte sich als Referen. dar des Rechtsanwalts Dr. Kayser vor, verlangte Zahlung und drohte, wenn das nicht geschah, mit sofortiger Verhaf tung. Mit diesen Manövern hatte der Schwindler stets Glück. Das also erlangte Geld war dann bald verpraßt. Als ihm der Boden dann zu heiß wurde, verschwand er nad der Schweiz, wurde aber in Zürich erwischt und verhaftet. Die 3. Straffammer, die er selbst in solch frecher Weise bei seinen betrügerischen Manipulationen mißbraucht hatte, ver urteilte den falschen Referendarius zu 1 Jahr 8 Monaten Gefängnis und 3 Jahren Ehrenrechtsverlust. Der Landwirt. nehmigt. einem Brunnen follen. Als Bohrm Bohrmeifter Men ungen sollen von welche einen Credi nötigen Bohrwerty fordern rund 1000 Die Befchaffung eine Roften incl. des do D.-B. Mecum er neuen Mädchensch find und da die lagern hat und bo pflafterung der ga daß die Anschaffu Ein kbm. Steine die Berkleinerung ungünstigsten Fal Stunde) auf nur per Stunde eine Löber bezweifelt Unternehmer verge von 90 m Schläu für die Steigerma Anschaffung von Mügen für die st erfte einmalige Un rat Gail hat d auf die schon 18 legt, wonach er d Unterhaltung de 4990 Mart zur über reichen will. die Hälfte der Bin Friedhofes am S rd Verwertung des Stickstoffs der Luft zu Düngezwecken. Der norwegische Physiker Professor Birkeland, der in den letzten Jahren durch seine Erfindung einer elektromagnetischen Kanone viel von sich hat reden machen, hat jetzt ein neues Verfahren zur Verwertung des Luftstickstoffs entdeckt. E wird erinnerlich sein, daß bereits Mittel zu diesem Zwed vorliegen und auch in gewissem Umfang benutzt werden, zu nächst in einem Kraftwerk am Niagarafall. Die Aufgabe, die man sich dabei gestellt hat, ist von einer Bedeutung, die kaum überschätzt werden kann. Die natürlichen Stickstofflager der Erde, also namentlich die Salpeterschätze von Chile, gehen ihrer Erschöpfung entgegen, und es wäre danach von größter Wichtigkeit, wenn der Stickstoff der Luft in Verbindungen übergeführt werden könnte, die seine Benutzung als Dünge mittel in der Landwirtschaft gestatteten. Professor Birkeland arbeitet mit elektrischen Bogen von viel größerer Leistungsfähigkeit, als sie bisher je angewandt worden sind. Es hat sich bereits eine Gesellschaft zur Ausnutzung seiner Erfindung gebildet und einen großen norwegischen Wasserfall erworben, dessen Kraft die nätige Elektrizität zu liefern berufen ist. Es waren mehrere Jahre vergangen. Hangcurt hatte das Elschen geheiratet und er war einer von denen, die sich gut standen." Denn Elschens Werf war gut im Stand, behaftet mit wenig Schulden, und die Wirtschaft ging flott. Hangcurts zweitem Bruder Hannes hatte der Pierer den Hof angeschlagen. Da fam eines Tages auch wieder einer aus dem Dorfe, der längere Jahre in Amerika gewesen, zu Be such in die Heimat. Derselbe besuchte während seiner Anwesenheit auch die Wirtschaft. Hangcurt unterhielt sich natürlich mit ihm über die amerikanischen Verhält nisse. " Sag' doch mal", fragte er endlich, haste da nie was von dem Gänsetiophel g'hört oder g'fehn drüben, der damals heimlich nach Amerika durchg'gangen war, weil sie ihn wegen Wilddieberei einsperr'n wollten?" Gewiß! Der is, well's ihm in New- York nit gefallen wollt, mit' nem Herdenbefizer in die südwest lichen Prairtestaaten abgereist, um Viehhirt zu werden. Drüben nennt man sie Cowboy's". „ Ah, da is er unter die richtige Gesellschaft geraten! Bet die paßt er vortrefflich. Wenn er noch lebt', möcht ich'n etzt wirklich mal sehn". Schade nur, daß uns von Tiophels Lebenslauf in der Naturromantik des fernen Weftens teine Kunde ges worden er hätte sich jedenfalls vorzüglich geeignet zur Ausgestaltung eines zweiten Teits unser Erzählung: „ Der Wildhirt." Ende. zu Anlagen umgen Hälfte foll folan die Gail'schen& Begräbnisstätten zu diesem Vertra sehr pietätvollen andere Gießener verordnetenverfar zuwenden, auf juristischen Kom gräbnisstätte des Filmann, welche hat, befindet sich D.-B. bemerkt h sei derartige fümmern, felbft erfordere 125 Diefer Fall fou ift mit der neuen Friedhof beteiligte fich be niemand da, d erfte Grab nid Unterhaltung zugeftimmt. hots Ordnung Ferner wer bon flädtischen Lahn und die ganges am Ju But geheißen wi bericht ron 190 für 1902/03, b 1902/03 und 1901/02. rednungsfamme wurde nichts er Schluß an die ft Hydranten anbr im Leihgefterner und ersucht dar fernung von 22 die Attienbrauer entnehmen will. liegt für die erbauten drei haben bis j Hier belaufen wird genehmig Leitungen an brüder Rofent und Licht ver nehmigt. Gießener Sta Sihung der Stadtverordneten. e Saft ein. ichte, fowie zur in Stronach und ehörigkeit boli eligionsbergeben Gefängnis bear ber nur einen iftet fich das foni Es wird am ung an die Grün Großen feiern bit das Feit gene betrieben. Eine alt darbieten wi Deren Glanz wird bender Bilder au resoener des Großen. ner e Dinge zur S Bolizei hat in Dre Sejen treiben for n weit in den St var der aus anz Paul Glaud Dlungen im Dres Beije machte er fi als Referendar ten Dresdener Ne Idigten zu verteid erhielten am folge terzeichnung mit d 20 Mt. Koite dh der„ Herr Reje en. Nach kurzer zum Verhandlu andgericht, 3, 6 falicht. Sie ent Gerichtsfaise 30 . Aber schon am uch dieses Geld. tum 90 Mt. betro ranrüdte, der G ommen auf das Ro Balle eine Kellne bar" ihre Not flo Leuten habe. Fl mfeligen Babler, g stellte sich als Refere or, verlangte Zablu mit sofortiger Berb der Schwindler ste dann bald verpro de, verschwand er nai erwischt und verhafte folch frecher Weise be mißbraucht hatte, ver 1 Jahr 8 Monate perluft. t. ft zu Düngezwoeda rfeland, der in d er elektromagnetijde , hat jezt ein neue dstoffs entdeckt. G ttel zu diesem Zwe benutzt werden, zu all. Die Aufgabe, Bedeutung, die four en Stidstofflager de be von Chile, gehe e danach von größla ift in Verbindunge Enugung als Düng 7. Professor Birt von viel größer ewandt worden fin r Ausnutung feina norwegischen Waffe Elektrizität zu liefen ngen. eiratet und er w Denn Elsd it wenig Gaulda angcurts eit Hof angefchlage Der einer aus de gewesen, zu e während feina angcurt unterhie itanischen Berhäl Be thafte da ni er g'fehn drüber rog'gangen wat cr'n wollten?" New- York nit rin die füdwe hhirt zu werden ellidhaft gerate noch lebt, mod els Bebenslauf in teine Runde ge züglich geeignet unjer Erzählung: n Gießen, 16. Juni 1904. - Anwesend sind sämtliche Stadtverordneten bis auf die Stadtv.[ Gafffy, Pirr und Haubach. Oberbürgermeister Mecum eröffnet die Sigung. Auf der Tagesordnung steht diesesmal weniger, was von weiterem Interesse ist. Es ersolgt zuerst die Auslosung von Schuldverschreibungen des 1892er Anlehens; dann werden Dispensgesuche von a. Birkenstock& Schneider wegen eines Backsteinmacherhäuschen im Neustädter Feld; b) von Jakob Hartmann II. für die Kreisstraße nach Heuchelheim, c.) von Heinrich Winn für bie Westanlage und Huhn, Weßsteingasse genehmigt. Der Uhrmacher Heinrich Mary Seltereweg 34 will eine große Firmenuhr an seinem Hause anbringen, auch das wird genehmigt. Die vorzunehmende weitere Quellfaffung beim Bumpwerk Qued born( es laufen jetzt ca. 3000 kbm pro Tag weg) wird dem Oberbaurat Schmid übertragen, welcher dafür pro Tag 20 Mt. Reise- Diäten und sonst nach der Tore der Architekten und Ingenieur- Gebühren dafür bezahlt wird. Es sollen zunächst Bohrversuche vorgenommen werden und danach erst entschieden werden ob die Quellen nach einem Brunnen oder mehreeren Brunnen geleitet werden sollen. Als Bohrmeistermeister ist der sich früher bewährte Bohrmeister Menzel in Aussicht genommen. Die Bohrungen sollen von der Stadt selbst vorgenommen werden, wellche einen Credit von 1400 mt. erfordern. Die dazu nötigen Bohrwerkzeuge müssen angeschafft werden und erfordern rund 1000 Mt. Die Gelder werden bewilligt. Die Beschaffung eines Steinbrechers wird ebenfalls genehmigt; Kosten incl. des dazu erforderlichen Elektromotor: 3000 Mt. D.-B. Mecum erklärte hierzu, daß für das Fundament der neuen Mädchenschule etwa 740 kbm Steinschlacken nötig sind und da die Stadt zur Zeit selbst viel alte Steine lagern hat und von der später sicher vorzunehmenden Neupflasterung der ganzen Stadt noch viel Material dazu kommt, daß die Anschaffungskosten sehr bald wieder herausfämen. Ein kbm. Steine mit der Hand zerschlagen fostet 4 Mt., die Zerkleinerung durch die Maschine würde sich im allerungünstigsten Falle pro Rubikmeter( erforderliche Zeit 1 Stunde) auf nur eine Mark stellen, weithin würde sich schon per Stunde eine Ersparnis von 3 Mart ergeben. Stadtv. Löber bezweifelt dies und will die Arbeit lieber an einen Unternehmer vergeben haben. Dann wird die Anschaffung von 90 m Schläuchen für die Feuersprißen und neue Gurte für die Steigermannschaften genehmigt. Desgleichen auch die Anschaffung von uniformierten Röcken, leinene Kittel und Müßen für die städt. Tagelöhner resp. Straßenkehrer. Diese erfte einmalige Anschaffung erfordert 900 Mt. Kommerzien rat Gail hat der Stadt einen Vertrag unter Bezugnahme amf die schon 1898/99 gepflogenen Verhandlungen vorgelegt, wonach er der Stadt eine Stiftung von 7500 Mart zur Unterhaltung der Grabstätten von Dr. Mohla und 4990 Mart zur Unterhaltung der Karl Gail'schen Grabstätte über reichen will. Das Kapital soll zu 4% angelegt und die Hälfte der Zinsen zur allgemeinen Verschönerung des Friedhofes am Nahrungsberg, auch wenn derselbe später zu Anlagen umgewandelt wird, verwandt werden; die andere Sälfte soll solange zum Kapital geschlagen werden, solange die Gail'schen Erben für die Unterhaltung der genannten Begräbnisstätten selbst aufkommen.( In dem Anschreiben zu diesem Vertrag giebt Herr Kommerzienrat Gail noch dem sehr pietätvollen Gedanken Ausdruck, daß vielleicht noch andere Gießener Bürger ein Gleiches tun.) Die Stadtverordnetenversammlung hat gegen den Vertrag nichts einzuwenden, auf Vorschlag des D.-B. wird er aber noch der juristischen Kommission zur Prüfung vorgelegt. Die Begräbnisstätte des früheren Stadtverordneten und Beigeordneten Fillmann, welcher sich um die Stadt Gießen verdient gemacht hat, befindet sich in einem vernachlässigten Zustande. Der D.-B. bemerkt hierzu, daß es wohl Ehrenpflicht der Stadt sei derartige Gräber, wenn Angehörige sich nicht darum fümmern, selbst zu unterhalten. Die einmalige Herstellung erfordere 125 Mr., die jährlichen Instandhaltung 25 Mt. Dieser Fall soll aber nur eine Ausnahme sein.- Anders ist es mit der Grabstätte der als erste Tode auf dem neu en Friedhof beerdigten Luise Becker( an dieser Beerdigung beteiligte sich befanntlich auch der Stadtvorstand), hier ist niemand da, der die Unterhaltung bestreitet und um das erste Grab nicht verwahrlosen zu lassen, soll es in städtische Unterhaltung genommen werden. Beiden Punkten wird zugestimmt. Punkt 12: Aenderung des§ 13 des Friedhofs Ordnung( Höhe der Grabeinfassungen) wird ausgefeßt. Ferner werden ohne Debatte beschlossen das Auffüllen von städtischen Grundstücken zwischen der Eisenbahn und Lahn und die Herstellung eines gepflasterten Straßenüberganges am Justizgebäude neben dem Kalbfleisch'schen Hause. But geheißen wird die Rechnung der Stadt und der Verwaltungsbericht ron 1902/03, die Rechnung des Stadterweiterungsfond für 1902/03, die Rechnung des Gas- und Wasserwerks für 1902/03 und die Rechnung des Elektrizitätswerkes für 1901/02. Gegen die Rev.sionsbemerkungen der Oberrechnungskammer zur Rechnung der Stadt für 1901/02 wurde nichts erwidert. Die Aktienbierbrauerei will Anschluß an die städt. Wasserleitung, um auf ihrem Hof einen Hydranten anbringen zulassen für Verwendung bei Feuer und ersucht darum die Stadt um Verlängerung der Leitung im Leihgesternerweg. Es dreht sich hier um eine Entfernung von 22 m, welche 330 Mt. fosten würden, wogegen die Aktienbrauerei jährlich für 33 Mt. Wasser der Leitung Ein ähnlicher Fall entnehmen will. Wird genehmigt. liegt für die äußere Frankfurterstraße vor; die dort neu erbauten drei Eisenbahnarbeiterhäuser mit à 12 Familien haben bis jetzt noch feinen Anschluß an die Wasserleitung. Hier belaufen sich die Kosten auf 1070 Mt. Auch das wird genehmigt. Dagegen wird der Verlängerung der Leitungen an der Krofdorferstraße, damit die Firma Gebrüder Rosenthal ihr dort befindliches Fellager mit Wasser und Licht versehen fann, der hohen Kosten wegen nicht ge= nehmigt. Die Beschaffung einer Uebersichtskarte des Gießener Stadtwaldes, welche gegen entsprechenden Preis - - - - - - - sangvereine an der Feier teil. b. Groß- Eichen. Die hiesige Kirchweihe wird nach alter Sitte nächsten Sonntag, Montag und Dienstag abgehalten, zu welcher sich immer viel Bublifum aus Grünberg, Laubach und Ulrichstein ein findet. + Weylar, 14. Juni. Die Vorbereitungen zu dem e ss. Athletenwettstreit", welcher nächsten Sonntag, den 19. d. M. in unserer Stadt abgehalten wird, sind in vollen Gange. Es werden zur Verteilung fommen 15-20 silberne Medaillen, 50 Diplome und verschiedene Ehrenpreise. Am interessantesten dürfte der Wettkampf in der ersten Klasse seir, welche mit 150 Pfund- Handeln arbeitet und an welcher sich nur Athleten, die bereits erste Preise erworben haben, beteiligen dürfen, Berufsathleten ſind ausgeſchloſſen. besonders an Holzhändler verkauft werden soll, findet 8u-| verbunden mit Sängerfest. Es nahmen 20 auswärtige Ge stimmung; desgleichen die Genehmigung von Handabgaben aus dem Stadtwald. Neue Wege im Stadtwald nahe des Ech ffenberges empfiehlt die Oberförsterei Schiffenberg, die landw. Kommission ist damit einverstanden und die Versammlung gab ihre Genehmigung. Die Kosten bei Grenzgebieten tragen je zur Hälfte Staat und Stadt. Der neue Wirtschaftsplan des Stadtwaldes wird ohne Debatte gut geheißen, da wesentliche Aenderungen nicht vorliegen. Die Kanalisierung der Lahn, welche in letzter Zeit die D.ffentlichkeit schon des öfteren beschäftigt hat, tam nachdem zur Sprache. D.-B. Mecum gab bekannt, daß am 27. Mai eine Versammlung hier stattgefunden habe, welche beschloß, da die preußische Regierung der Lahnfanali fiation reges Interesse entgegenbringe, auch an die hessische Regier ung von der Handelskammer und der Stadt Gießen eine Eingabe zu richten, in welcher geäußert werden soll, daß die hessische Regierung ebenfalls einen Teil der Kosten mit übernehme. Die Lahn soll schiffbar gemacht werden für Schiffe mit 300 Tonnen Tragkraft; die Kosten belaufen sich auf etwa 10 bis 12 Millionen Mt. Die Stadtverordneten beschlossen die Eingabe an die hessische Regierung zu unterstüßen, da man der Ansicht ist, daß die Stadt Gießen durch die Schiffbarmachung der Lahn ebenfalls Nußen habe. Lokales. 17. Junt 1904. ** Der Großherzog hat den Fußgendarmen Friedrich Reilig aus Biebesheim zum Universitätsdiener an der Landes- Universität ernannt. b. Am Mittwoch besuchten die Teilnehmer des Fortunter bildungskursus für Volksschullehrer Führung des Herrn Prof. Dr. Hansen den botanischen Garten der Landesuniversität, um namentlich die alpine Flora fennen zu lernen. ** Impfung. Gestern Abend wurde wieder eine größere Anzahl ausländischer Arbeiter durch das KreisGesundheitsamt Gießen geimpft. *** Unglücksfall. Gestern Nachmittag ging in Gießen das Pferd eines Dienstmannes in der Klinikstraße durch. Die Ehefrau, welche das Fuhrwerk lenkte, geriet hierbei unter den Wagen und unter die Hufen des Pferdes, so daß die Frau an verschiedenen Körperteilen schwere Verletzungen erlitt und in die alte Klinik verbracht werden mußte. P - A Grünberg, 17. Juni. Immer näher rückt die Zeit des Lahntal- Sängerbundesfestes und sind deshalb die einzelnen Ausschüsse bemüht, ihr Pensum zu erledigen. Nach Mitteilungen des Bau- Ausschusses beginnen am tommenden Montag die Herren Ha as mit dem Aufbau der Festhalle und des Musittempels und nächste Woche sollen zwei Waggons bayrischer Bretter, welche die Firma Carl Schmierer Grünberg zu liefern hat, eintreffen. Der Wohnungs- Ausschuß ist mit dem Resultat seiner Bemühungen nach Mitteilung des Vorsigenden, Herrn Carl Repp, sehr zufrieden und sollen teine Massenquartiere zu beziehen nötig sein. Der Finanzausschuß tagte in dieser Woche ebenfalls unter dem Vorsiz des Herrn Julius Karl und setzte die Preise für den Eintritt zur Festhalle und Turnhalle fest. Wir hören, daß beschlossen wurde, für den Kommers am Samstag Abend nur 30 Pfg. Eintrittsgeld zu erheben, für Dauerfarten à Person 1.25 Mt.( Sonntag und Montag), Einzelfarten für Sonntag 1 Mt. und für Montag 50 Bfg., Familienfarten für 4 Personen per Stück 3 Mt., jede weitere Beitarte 50 Pfg. Tanzgeld soll nicht erhoben werden und stehen deshalb die zwei großen Tanzböden frei zur Verfügung allen Freunden Terpsichores. Der Musit- und Vergnügungs- Ausschuß hat für Kurzweil inner- und außerhalb des Festplates genügend Sorge ge= tragen durch Aufstellung eines großen Karoussells, Schießund Waffelbuden 2c. und insbesondere durch das Engagement der rühmlichst bekannten Hanauer Ulanen- Kapelle. Das dieser Tage eingetroffene Programm derselben berechtigt zu den schönsten Erwartungen auf musi'alischem Gebiete.- Ueber die Tätigkeit des Zug- und Didnungs- Ausschusses sowie des Preß- Ausschusses hoffen wir in den nächsten Tagen eingehend berichten zu können.- Allgemein wird mit Rücksicht auf den voraussichtlich großen Andrang an den Kassen, insbesondere am Sonntag während des Eintreffens des Zuges auf dem Festplatz, gewünscht, daß möglichst die Familienund Dauerfarten, sowie die Eintrittstarten für Sonntag im Vorverkauf gelöst werden. Zu diesem Zwecke haben sich die Herren Julius Karl, Friedrich Ritter, Carl Seim, Chr. Schäfer, Carl Schmierer und H. A. Christ in liebenswürdigstem Entgegenkommen erboten, den Verkauf der genannten Karten unentgeltlich zu übernehmen. Hoffen wir, daß von diesem freundlichen Anerbieten recht reger Gebrauch gemacht wird. *** Grünberg, 17. Juni. Wie uns mitgeteilt wurde, sind der Firma Lenz& Co. in Berlin die Arbeiten für die Togobahn, deren Erbauung am 14. Juni vom Reichstag beschlossen wurde, übertragen worden. Es beweist dies, daß dieses Haus in Regierungskreisen sehr hochgeschäzt wird, man würde sich sonst wohl hüten, denselben ein nach Millionen zählendes Auslands Geschäft zu übertragen. Lenz& Co. besigen bereits über 5000 Kilometer eigene Bahnen ohne die im Bau begriffenen und in Aussicht stehenden wie Alsfeld- Ulrichstein, KirchhainAlsfeld, Alsfeld Hersfeld und Grünberg- Lich. - b. Klein- Linden. Küfermeister Ph. Lenz hat sein an der Kreuzung der Weglarer- und Frankfurterstraße gelegenes Haus für 17000 Wt. an Herrn Kaufmann Wilhelm Jung dahier verkauft. b. Großen Linden, 17. Juni. Gestern und heute passierten ca. 60-70 Automobile die Frankfurterstraße in der Richtung nach Homburg zum heutigen Renntage. + Alten- Bused, 14. Juni. Der Gesangverein" Germania" feierte ain Sonntag sein 40jähriges Stiftungsfest Litterarisches. vorstandes des Jeder Skater sollte die im Auftrage des Gesamtvorstandes des Deutschen Statverbandes"( Jahresbeitrag nur 3 Mark bei freier Zusendung der Deutschen Statzeitung) von A. Schubert herausgegebene Neue Allgemeine den geringen Preis von 30 Pfg. im Verlage von Robert Deutsche Statordnung" erwerben, welche soeben für Fuchs, Altenburg, S.-., erschienen und durch jede Buchhandlung zu beziehen ist. Da die„ Neue Algemeine Deutsche Statordnung" auch in Plakatform( ohne Randleisten für 40 Pfg., mit Randleiften 60 Pfg.) geliefert wird, so sollte auch jeder Wirt eine solche in seinem Lokale aushängen, damit alle beim Spiel auftretenden Fragen entschieden werden fönnen, ohne daß erst Streitigkeiten zwischen den Spielern entstehen. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Samstag, den 18. Juni. Zunächst noch heiter und wärmer, später zunehmende Bewölkung und vielenorts( Rheinhessen und Oberhessen) Gewitteregen und später fühler. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Kirchliche Nachrichten für Gießen. Evangelische Gemeinde. 3. Sonntag, nach Trinitatis, den 19. Juni. In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Schwabe. Bugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Marcusgemeinde. Die Kinderkirche für die Matthäusgemeinde um 11 Uhr Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrassistent Schulz. fällt aus. Abends 8 Uhr: Musikalische Aufführung des Kirchen- Gesang- Vereins zum Besten der Evangelischen Gemeinde in Judenburg. In der Johanneskirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Euler. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Lukasgemeinde. Vormittags 9.30 Uhr: Professor D. Drews. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Johannesgemeinde. Pfarrassistent Schulz. Katholische Gemeinde. Samstag, den 18. Juni. Nachmittags um 5 Uhr und abends 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Sonntag, den 19. Juni. 4. Sonntag nach Pfingsten. Borm. von 6.30 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heilig. Kommunion. 17 8" dienst mit Predigt. Die zweite heil. Messe. Militärgottes= um 9.30 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachm. um 2.30 Uhr: Christenlehre, darauf sakramentaliſche Bruderschafts- Andacht " Sonntag, den 19. Juni, vormittags 10 Uhr und nachm.. Methodistengemeinde, Asterweg 16. Nachm. 2 Uhr: Sonntagsschule. 4.30 Uhr: Predigt. Mittwoch, den 22, Juni, abends 8.30 Uhr: Bibelstunde. Verantwortlich: für den politischen, vermischten und unterhaltenden Teil Albin Klein Gießen; für den lokalen Teil Karl Klose, Grünberg. Praktisch, bequem u. angenehm unentbehrlich für Gebirge, Jagd, Sport, Reise, sowie für die See sind meine wasserdichten, wetterfesten, echt steyrische Loden- Fabrikate. Wasserdichte Wetterkragen mit abknöpfbarer Kapuze und Durchgreifschlitz, in tadelloser Ausführung von Mk. 17 110 cm Länge aufwärts. Julius Fischer Giessen, Schulstrasse 6. NAUMANNIA- SEIFE mit dem Beste Seife nah undfern! Kriegerverein☑ Gießen. Nächsten Sonntag, den 19. Juni, beteiligt sich der Verein an dem finden. Kriegerfest in Wißmar. Die Kameraden werden gebeten, sich zahlreich einzuSammelpunkt bei Kamerad Saner, Neustadt. Abmarsch präzis 1 Uhr Mittags. Der Borstand. Stottern. Einmaliger Kursus für Giessen und Umgegend. Jeder, der stotterfrei singt, kann geläufig sprechen lernen. Erfolg garantiert. 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YOU1 essische Familienzeitun tas- Beilage en. der Verteidiger geltend, daß die Ratten unmöglich erscheinen könnten, weil der Lärm von diesem Prozeß ihre Feinde, die Kazen, auf die Beine gebracht habe, die ihnen nun auf Wegen und Stegen auflauerten. Allein, so große Mühe sich Chasseneur gab, es gelang ihm nicht, die Ratten durchzubringen: sie wurden zur Ausweisung verurteilt, und ihnen geboten, die geschädigten Felder und Weinberge binnen drei Stunden zu verlassen und sich an solche Orte zu begeben, wo sie niemand Nachteil bringen könnten. Berühmt ist der Prozeß gegen die Rüsselkäfer von St. Julien. Im Jahre 1545 wurden nämlich die Weinberge von St. Julien in der Nähe von St. Jean de Maurienne, in der savoyischen Provinz St. Maurienne von den Rüsselkäfern arg heimgesucht. Eine gerichtliche Untersuchung ward eingeleitet und von den Weinbergsbesitzern vor dem bischöflichen Gericht St. Jean de Maurienne förmlich Klage erhoben, sowie Schadenersatz verlangt. Das Gericht erließ einen Ausweisungsbefehl gegen die Rüsseltäfer, unter gleichzeitiger Ernennung einer eigenen Kommission, welche den angerichteten Schaden abschäzen sollte. Unbegreiflicherweise respektierten die Beklagten den Ausweisungsbefehl nicht im geringsten; dagegen erstattete die Kommission ihren Bericht. Der Prozeß nahm nun seinen Anfang, den Rüsselkäfern wurde ein Verteidiger bestellt und die Verhandlungen begannen. Der Verteidiger plädierte für Freisprechung, das Urteil wurde jedoch suspendiert, da die Käfer plötzlich verschwanden. Aber nach zweiundvierzig Jahren, 1587, erschienen sie aufs neue und richteten gewaltige Verheerungen an. Die Gemeindebehörden strengten abermals den Prozeß beim Generalvikar des Bischofs der Maurienne an und ersuchten um Bollstreckung des früher gegen die Beklagten gefällten Urteils. Der Generalvifar ernannte den Käfern einen Sachwalter zum Verteidiger, erließ aber zugleich ein Rundschreiben an die Gläubigen, in welchem er öffentliche Gebete und Prozessionen empfahl; die Plage sei eine Strafe für die unregelmäßige Entrichtung des Zehnten und ihr könne in Zukunft nur entgehen, wer Zehnten und geistliche Gebühren pünktlich entrichte. Der Prozeß ging unterdessen seinen Gang fort. Der Advokat der Käfer, Pierre Rembaud, nahm das Recht zum Leben für seine Klienten, die ja Geschöpfe Gottes seien, in Anspruch und setzte der Gegenpartei dermaßen zu, daß sie den Beklagten einen Vergleich vorschlug. Man bot den Insekten ein Stück Gemeindeland von etwa fünfzig Morgen an, wenn die Herren Sachwalter und Prokuratoren ein Einsehen nehmen und sich begnügen möchten"; besagtes Feld sei mit mancherlei Holz, mit Pflanzen und Kräutern bewachsen, biete auch schönes Gras und Weide in ausreichender Menge. Bei diesem Anerbieten behielten sich jedoch die Bürger von St. Julien das Recht vor, über das Stück Land nach dessen Abtretung frei passieren zu dürfen, ohne daß sie indes damit der Nahrung der Käfer in irgend einer Weise Abbruch tun wollten". Da aber dieser Platz ein sicherer Zufluchtsort in Kriegszeiten sei und gute Brunnen habe, deren sich die Käfer ebenfalls bedienen könnten, so wahrten sich die Bewohner ferner das Recht, in Zeiten der Not und Bedrängnis dorthin flüchten zu dürfen; jedenfalls solle über die Abtretung des Landes ein Vertrag in guter Form und für ewige Beiten ausgefertigt werden. Dieser Beschluß wurde am 29. Juni gefaßt. Am 24. Juli machte der Advokat der Einwohner eine Eingabe, welche dahin ging, es möge dem Richter gefallen, falls die Verteidigung auf das Anerbieten nicht eingehe, seine Schlußanträge zu genehmigen, in denen er verlangte, daß die Käfer angehalten sein sollten, sich augenblicklich aus den Weinbergen der Gemeinde zurückzuziehen, sowie daß ihnen unter Androhung schwerer Strafe verboten werde, fünftighin nach den Weinbergen zurückzukehren." Der Advokat der Käfer ersuchte um eine Frist zur Stellung seiner Gegenanträge. Als am 3. September die Verhandlungen wieder aufgenommen wurden, erklärte er, die Bedingungen durchaus nicht annehmen zu können, da das angebotene Stück Land gänzlich trocken und unfruchtbar sei, indem es nichts hervorbringe, wovon seine Klienten leben könnten. Der Prozeß zog sich dadurch in die Länge, und als schließlich die gerichtlich ernannten Sachverständigen das Grundstück untersuchten, bedurften die Käfer desselben nicht mehr; denn sie waren mit Eintritt der kalten Jahreszeit von selbst verschwunden. Das Pariser Parlament teilte die Anschauungen der Provinzialgerichte und verurteilte z. B. im Jahre 1664 einen Esel zum Tode durch den Strang. ( Schluß folgt.) WITZ UND HUMOR Der Herr Professor. Einst hat ein Herr Professor Ein schönes Rös'lein erblidt, Da fragte er sich bedächtig: ,, Was ist's, das mich entzückt? Vielleicht ist's Form und Farbe? Bielleicht ist's auch der Duft?" Er konnte es nicht ergründen Und starrte in die Luft. Und als er lang' gegrübelt, Da fiel ihm schließlich ein: Es könnte am Ende entzückend Die ganze Rose sein. Da wollte der Herr Professor Die Rose pflücken sacht. Doch ach - das tat schon ein and Wer hätte das gedacht?! Ganz in der Rolle. Erster Schauspieler( einem zweiten begegnend): Ah, ſich da du bist ja ganz in deiner Rolle- so finnend und grübelnd- ganz Hamlet 8 weiter Schau= spieler: Es gibt mehr Schulden zwischen Himmel und Erde, als Ihr Euch träumen laßt, Horatio! ** Juristische Speise. Die am meisten juristische Speise sind Kartoffeln denn sie sind ein Land- und Stadtgericht. - * Von der modernen Tortur. Die kleine Lilly sitzt am Klavier und übt ein Stück, das ihr der Klavierlehrer aufgegeben. Sie kommt damit nicht zustande, und in ihrer Qual bittet sie die Mutter, ihr zu helfen.„ Mein Kind," antwortet die Mama, ich kann dir nicht helfen, ich habe das Klavierspiel nicht gelernt."—"," ruft das Kind, wie edel waren deine Eltern!" Derraten. ,, Kind, geh hinaus!" sagte die Mama,„ ich sehe, der Arzt kommt, den ich sprechen muß." ,, Ach, liebe Mama, laß mich doch dabei sein!" meinte die Kleine. " Ich bin zu neugierig!" ,, Aber worauf denn, mein Kind?" ..Bapa sagte gestern zum Fräulein, daß der Doktor dich immer an der Nase herumzieht, und das möchte ich doch gar zu gern einmal sehen!" " Eine höfliche Grobheit. Herr( zu einer Vame):„ auf Ehre, meine Gnädige, ich hätte Sie kaum wiedererkannt, so sehr haben Sie sich verändert." Dame( schalthaft):" Zu meinem Na teil oder Vorteil?" Herr:„ D, gnädiges Fräulein können sich nur zu ihrem Vorteil verändern." * Mit eigener Münze bezahlt. Ein etwas proziger Hausherr liebte es, seinen Gästen den Preis der ihnen vorgesetzten Speisen mitzuteilen. Dieser Wein," sagte er zu einem Freunde, der bei ihm aß ,,, kostet mich sechs Mark die Flasche."" So?" sagte des Gast und füllte sein Glas aufs neue." Dann nehme ich noch für fünfzig Pfennig." Scherzfrage. Welche Leute eignen sich am besten zu Kassierern? Antwort: Die Zahnärzte, denn diese reißen nur aus, wenn sie die Erlaubnis dazu bekommen." Erstaunt. Einer unserer berühmtesten Dichter, dessen Schreibart seine Gegner gern als geschwollen" bezeichnen, befindet sich in einer Gesellschaft. Er unterhält sich sehr eingehend mit einer Dame, die, sich entschuldigend, daß sie bei der Vorstellung seinen Namen nicht verstanden hat, ihn um denselben bittet. Der Ge feierte nennt seinen Namen, und die Dame ruft:„ Ach, Sie find also der berühmte Dichter! Aber Sie reden ja so vernünftig!" Nr. 185 Freitag, den 17. Junt. 1904 Oberbessische Familienzeitung. Tägliche Unterhaltungs- Beilage der Gießener Neueste Nachrichten. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1783); verantwortlich: Albin Klein. ( 2. Fortsegung.) Die Mdjaren. Originalroman von Arthur Gundaccarv. Suttner. Wohl gab es auch in diesem gesegneten Winkel zur Winterszeit zuweilen Schnee, aber wenn auch die weiße Hülle auf den Berggipfeln bis ins Frühjahr hinein und oft noch länger liegen blieb, so schmolz der Schnee in dem geschützten Thal bald wieder hinweg, und von wirklicher Kälte wußten nur die Leute zu erzählen, die weiter östlich die schroffen Abhänge des Arziangebirges bewohnten. Hier an dem Ort, der seinen Namen von den köstlichen Früchten*) trug, welche im Ueberfluß wuchsen, gab es keine ernstlichen Frostschäden zu befürchten. Djambek hatte sich mit einigen Freunden verabredet, den erwarteen Gästen bis zur Mündung des Adjari auf festlich geschmückter Barke entgegenzufahren, und man machte sich daher am festgesetzten Tag frühzeitig auf den Weg, der stromab leicht in fünf Stunden zurückgelegt werden konnte. Der Kaimakam war mit seinem zahlreichen Gefolge, das zwei große Barken besetzt hatte, schon vor Djambek und dessen Begleitung an derselben Stelle angekommen; die beiden Parteien hielten sich aber nach einer fühlen Begrüßung in gemessener Entfernung von einander, denn keiner der beiden Gegner fühlte sich bemüßigt, dem anderen gegenüber den ersten Schritt zu machen. Ein Kahn war mit zwei Leuten noch weiter stromabwärts gesendet worden, um das Nahen der Erwarteten mittelst mehrerer Flintenschüsse anzuzeigen. Es dauerte nicht lange, so knallte es durch die Luft, und das kleine Boot kam in aller Gile herangerudert. Schnell sprang die Bemannung in die beiden der Aufnahme der Gäste harrenden Barken, während Djambeks Kajuk rasch durch die Fluten glitt und dem des Kaimakam im Nu einen Vorsprung abgewann. Cherif- Bascha kam mit seinen Gästen auf einem Kutter der Zollbehörde angefahren, und es war ihm nicht unangenehm, durch Djambek zu erfahren, daß man sich hier überschiffen werde, um die Reise in bequemerer Art fortzusetzen. Der stattlich geputzte Kajuk, der am Ufer harrte, rief allgemeine Zufriedenheit hervor, und als sich endlich alle unter dem schüßenden Zeltdach auf weichen Kissen gelagert hatten, während vortrefflicher Kaffee herumgereicht wurde, erklärte Cherif- Pascha, daß es hier reizend sei und daß sein junger Freund Djambet einen prächtigen Reisemarschall abgäbe. Auch Thamar sagte dem Festordner ein paar freundliche, dankende Worte, und die Töchter der europäischen Gäste wurden nicht müde, ihre Ekstase durch enthusiastische Ausrufungen kund zu geben. Djambek, der sich nach Unterbringung der Geſellſchaft auf sein Boot zurückziehen wollte, wurde an Bord des Gouverden Kaimafam huldvoll auf, in seiner Nähe zu bleiben. neurschiffes zurückgehalten; ebenso forderte auch Cherif- Pascha Die Fahrt stromauf ging nur langsam von statten, aber niemand hatte besondere Eile, denn die ganze Gesellschaft war so fröhlich gestimmt, daß man allseitig erklärte, die Reise *) Skalta heißt auf georgisch die Birne. (( Nachdruck verboten. fönne ganz gut eine Woche lang dauern, ohne daß man sich nach dem Ende zu sehnen brauchte. Als man dem ersten Weiler näher kam, stießen zwei Barken vom Land ab, welche den Dorfältesten und dessen Begleitung enthielten, während sich die übrigen Bewohner in Festkleidung am Ufer versammelt hatten, Salven in die Luft feuerten und Willkommrufe hören ließen. Dasselbe wiederholte sich bei jedem Dorf, und endlich wurde bei einem derselben gelandet, da hier die Mittagstafel vorbereitet worden war. Der Gouverneur unterhielt sich in jovialer Weise mit den Abgeordneten, nahm ihre Anliegen entgegen und versprach mit freigebigen Worten, allen ihren Wünschen gerecht zu werden. Das gute Mahl und der vortreffliche Wein- der Prophet hatte ja eben drüben in Stambul zu viele Geschäfte, um hier über seinem bescheidenen Knecht wachen zu können mundeten ihm so ausgezeichnet, daß er erklärte, dieser Ausflug sei eine wahre Erholungsreise für ihn, die er demnächst wiederholen müsse, um gleichzeitig seine lieben" Schutzbefohlenen so recht genau in ihrer Häuslichkeit kennen zu lernen. Nach eingenommenem Mahl machte man sich wieder auf den Weg, und da es sich die Vorsteher der verschiedenen Dörfer nicht nehmen ließen, dem Zug das Ehrengeleite zu geben, so war diese Eskorte bis zum Abend zu einer stattlichen Anzahl von Booten angewachsen. Als die Dunkelheit hereinbrach, wurden allenthalben Jackeln angezündet, was besonders dort prachtvolle Beleuchtungseffekte hervorbrachte, wo irgend ein Wildbach in den Fluß mündete und sich in perlenden Kaskaden über die dunklen Felsen herabſtürzte. Auch die Bewohner der Ufergelände waren trotz der vorgerückten Stunde auf den Beinen und ließen Freudenfeuer aufflammen, während ihre Abgesandten zu dem Zug stießen, um das Gefolge zu vermehren. An Bord des Statthalterschiffes herrschte fröhliches Leben, und niemand dachte noch daran, die Schlafstellen aufzusuchen. Erfrischungen verschiedener Art standen auf einer gedeckten Tafel bereit, und ein kleines Orchester einheimischer Musiker gab die eigentümlichen melancholischen Weisen zum besten, die hier im Land im Umlauf waren. Selbst ein Improvisator hatte sich mit seiner Sackpfeife eingefunden, der, durch die Freigebigkeit des Paschas aufgemuntert, aus dem Stegreif schmeichelhafte Stanzen an die Anwesenden richtete. Thamar hatte sich etwas abseits von der übrigen Gesellschaft niedergelassen und betrachtete bewundernd die Landschaft, die, von den Fackeln und Bechpfannen beleuchtet, stellenweiſe in greller Röte aus der Finsternis heraustrat. Djambek lehnte an ihrer Seite an der Bordwand und gab ihr über die verschiedenen Sitten und Gebräuche Auskunft, die noch feit uralten Zeiten hier im Land herrschten. " Ich dachte nicht, als wir in Batum landeten," sagte das junge Mädchen, nachdem eine Pause eingetreten war, daß wir in nächster Nähe ein wahres Märchenland finden würden." Djambek lächelte. „ Es scheint Ihnen so heute, unter dem Eindruck unserer für Ober ntha Der K No immer will fich ras das Resultat des K frriegsschiffe in der Eng der Meldung aus Tofi rura drei russische Krie tein einziger Bericht Eseite find Nachrichten Erwarten, da die nächs Vernichtung telegraphenstation min Plake des Kampjes lie Dagegen fin ausf burch das Wladimoito Mus Tokio wird gemel Die japanischen Sadomaru" trafen in der Nähe der Inf Schiffen zusammen. Schiffe durch Schüf Torpedos ab und br Der Kapitän der den gefangen geno und landeten bei K Nachricht sind von lebende nördlich ve rettet worden. D wird noch vermißt Sadomaru" hätte Die Kämp Menge Vorräte ar betrüge der Verlust filen den größten T liegenden Berichte. zen nichts neues zu nur, daß die Russen Wafangau zuri in großer Erbitteru des 15. Juni die bielten über eine Möglichkeit gab, den Der Rückzug der Ru ein Ende. Im Lau bierte Batterie der er der Japaner buchsta Don wurden 13 völlig un Haltung der russisch Fahrt, die allerdings etwas Romantisches an sich hat; ich fann Sie aber versichern, daß es in der Regel auch hier recht nüchtern zugeht. Der Kampf um die persönlichen Interessen nimmt die Gemüter so sehr in Anspruch, daß man kaum mehr Zeit findet, sich den Märchenideen hinzugeben. In früheren Beiten, da war es freilich anders." Thamar blickte einigermaßen überrascht auf. ,, Sie sprechen wie meine Verwandte Russudan, die auch immer über das Dahinschwinden der guten alten Zeit flagt, wo noch alles streng geregelt war und jeder Verstoß gegen die herrschenden Gebräuche als schweres Vergehen betrachtet wurde. Ich gestehe, daß ich den Verlust dieser sogenannten guten Zeiten nicht bedaure; denn statt des heutigen Genusses hätte ich das zweifelhafte Vergnügen, hinter Schloß und Riegel zu sitzen, um in verzweifelter Langeweile Alwa oder anderes Konfekt zu naschen und die Perlen meiner Bernsteinschnur durch die Finger zu schieben. Nein, dazu wäre ich nicht geschaffen, dagegen würde sich das Blut meiner Mutter revoltieren." ,, Sie haben mich mißverstanden," versetzte Djambek. Auch ich habe zu sehr von der Wohltat abendländischer Sitte genossen, um mir das Wiederaufleben unserer starren Lebensregeln zu wünschen; ich beklage nur die gegenwärtigen Verhältnisse, die uns zwingen, ohne Unterlaß auf unserer Hut zu sein, wenn wir nicht in unserer Existenz geschädigt wer den wollen. Das benimmt eben die Laune, das Leben in seiner Schönheit zu genießen, und die Muße, an andere Dinge zu denken, die über das materielle Dasein erhaben sind. Sonst ging alles guten Mutes seinen Geschäften nach, um abends nach des Tages Arbeit und Mühe in fröhlichem Kreise zusammenzukommen, den Ernst beiseite zu lassen, zu singen, zu spielen, zu tanzen, zu dichten und so ein paar Stunden in wahrer Märchenstimmung zu verträumen. Jetzt aber, jetzt geht alles mürrisch in seine Hütte und zählt an den Fingern ab, was noch alles zu tun und wie hart noch im Schweiße des Angesichts zu arbeiten sei, um den Ansprüchen zu genügen, die von oben herab an jedes Individuum gestellt werden, und um den gefürchteten Tag hinauszuschieben, wo man von Haus und Hof vertrieben wird, weil der Verdienst nicht reichlich genug ist, um den Pflichten gegen den Staat nachzukommen. Damals genoß eben jeder selbst die Früchte seines Fleißes; heute fallen sie leider solchen in den Schoß, die dabei keine oder nur geringe Mühe gehabt. Doch ich habe unrecht, Ihnen die frohe Stimmung mit derlei Dingen zu verderben; verzeihen Sie, daß ich mich hinreißen ließ, diesen Gegenstand zur Sprache zu bringen." ,, Da kennen Sie mich schlecht, wenn Sie glauben, man dürfe nur heitere Sachen mit mir besprechen; ich kann recht gut auch fremdes Leid fühlen- wenn es aber auch nur in meiner Macht läge, demselben abzuhelfen! Aus allem, was Sie gesagt, muß ich vermuten, daß die gegenwärtige Verwaltung bon Ihnen getadelt wird; hat etwa mein Oheim..." " Ihr Oheim ist ein guter Mann," unterbrach Djambek, fürchtend, daß er da ein Gespräch eingeleitet, das seinem Gast peinlich werden konnte. Vielleicht eben zu gut," fügte er hinzu; er möchte es allen Teilen angenehm machen, und das ist unter Umständen schwer. Sehen Sie dort," rief er ablenfend ,,, man hat bengalische Lichter angesteckt, die ihren Schein bis zu dem ziemlich entfernten hohen Berg werfen; mit scharfen Augen kann man sogar die weiße Schneekoppe erfennen." Thamar blickte nach der Richtung. mer." Ja, in der Tat, ich sehe hoch oben einen hellen SchimAn jene Berge knüpft sich eine Volkssage," versette Djambek. Ein Vornehmer des Landes, der, wie es in allen Märchen heißt, vor langer, langer, langer Zeit hier hauste, 30g auf Geheiß seiner Mutter in das Hochland, um eine Braut heimzuführen. Er kam bald mit einem jungen Mädchen zurück, in dessen Gesellschaft sich eine wunderschöne Frau befand. Wer ist dieses Weib?" fragte die Mutter streng, indem sie die Fremde mit eifersüchtigen Blicken maß. Die Freundin und Beschützerin meiner Auserwählten!" war die Antwort. Da erwiderte die alte Frau mit zornerregter Stimme. Die Unheil über dich und dein Haus bringen wird! Nein, das will ich nicht dulden!" Und sie stieß eine fürchterliche Verwünschung aus, die auf der Stelle des Sohnes Braut und deren Begleiterin in einen Felsen verwandelte. Am folgenden Morgen fam der Gatte der letzteren, und als er erfuhr, was dieser widerfahren, stieß er so schreckliche Klagen aus, daß das ganze Tal davon erfüllt wurde und die Berge von seinen Jammerrufen widerhallten. Die Bewohner des Ortes mußten sich nicht anders Rat, als einen Riesen zu Hilfe zu rufen, der den unglücklichen Gatten an den Felsen fettete. Als dieser aber hoch und teuer schwor, seine Klage einzustellen, machte ihn der Riese wieder von seinen Fesseln los, und der Befreite setzte mit einem einzigen Sprung über die Berge nach jener Schneekoppe hinüber, auf der er spurlos verschwand. Auf dem Felsen aber, an welchen er gefettet gewesen, sieht man heute noch den Eindruck, den sein Fuß beim Absprung hinterlassen. Ein primitives Märchen, nicht wahr?" Für den, der es zu deuten weiß, vielleicht nicht." Sie haben recht. Ich dachte zu öfteren Malen darüber nach, ob demselben nicht ein historisches Ereignis zu Grunde läge oder ob es nicht vielleicht ein allegorischer Vergleich längstvergangener und späterer Zeiten sei." ,, Und sind Sie zu einem Ergebnis gekommen?" ,, Eigentlich nicht, denn die Geschichte ließe so viele verschiedene Deutungen zu, daß es schwer wäre, zu entscheiden, welche die rechte sein mag. Am wahrscheinlichsten ist es, daß die Prometheussage dem Ganzen zu Grunde liegt und daß dieselbe in dieser Version hier Verbreitung fand. Der Felsen, an den nach dem Mythus der unglückliche Befreier des Menschengeistes angefettet wurde, liegt ja nicht in allzu weiter Entfernung von hier; es ist ein Berg in Jmerethien, der heute der Chwamli, das heißt der Rauch, genannt wird, vermutlich miel er oft in Nebelwolken eingehüllt ist. Immer wäre es übrigens möglich, daß man ursprünglich mit diesem Märchen andeuten wollte, wie sehr man auf der Hut sein solle gegen das Eindringen fremder Elemente und daß man sich besser nicht durch Glanz und Schönheit betören läßt, um den unglücklichen Folgen noch rechtzeitig auszuweichen." ,, Mit dieſem fremden Element sind wohl wieder wir gemeint?" versetzte Thamar lächelnd. „ Sie? Schon Ihr Name allein kennzeichnet Sie als zu uns gehörig. Thamar war die größte Königin, die je gelebt, und unter ihrer Herrschaft kam nur Gutes über das Land." „ Das ist sehr schmeichelhaft, was Sie mir da sagen. Gut, wollen Sie mich zu Ihrer Königin wählen? Ich nehme es an." ,, Zu meiner Könign? Augenblicklich!" Er erschrak über diese verfängliche Antwort, die ihm, ohne daß er wußte, wie, über die Lippen gekommen war, und auch das junge Mädchen blickte, über diese Auffassung ihres harmlosen Scherzes betroffen, zu Boden, vergessend, daß die lebhafte Röte, die ihr plötzlich in die Wangen geschossen, bei der herrschenden Dunkelheit wohl nicht leicht bemerkt werden konnte. Beide schwiegen verlegen, und feines wußte, wie das unbefangene Gespräch von vorhin wieder in Gang bringen. Endlich brachte Daria Erlösung, indem sie sich der Freundin näherte, um dieser mitzuteilen, daß man im Begriff sei, sich nach dem Frauenboote zurückzuziehen. Die Gesellschaft trennte sich, und bald war die Nachtstille durch kein anderes Geräusch unterbrochen als durch das taktmäßige Plätschern der Ruder, die das Wasser teilten. Drittes Kapitel. Die Sonne war schon über das gebirgige Ufergelände emporgestiegen, als sich die Reisegefährten wieder auf dem Gouverneurschiffe zusammenfanden. Man versicherte sich gegenseitig, noch nie eine so köstliche, erquickende Nacht wie die heutige verbracht zu haben, und Cherif- Pascha nannte gutgelaunt den Organisator dieser Fahrt einen Zauberer, der sogar die Macht besaß, über seine Gäste den wohltuenden Schlaf herabzubeschwören. Der Tag war prächtig. Ein kühles Lüftchen, das von Westen kam, schwächte die Sonnenhiße und ermöglichte es, daß man sich der Segel bediente, wodurch die Fahrt um ein bedeutendes beschleunigt wurde. Der Pascha sah zu seiner Befriedigung, daß über Nacht die Zahl der begleitenden Boote stark zugenommen hate, so daß sein Fahrzeug tatsächlich an der Spike einer Flotille von größeren und kleineren Cajuks dahinglitt. Allenthalben Gesang und Saitenklang, Freudenschüsse und Begrüßungsrufe er fühlte sich wirklich als kleiner König, der hier eine Rundreise machte, um von seinen Untertanen in enthusiastischer Weise empfangen zu werden. Da man jetzt schon in das Gebiet gelangte, das wegen seiner Obstzucht berühmt war, so brachten die Abgesandten der Dörfer ihm Huldigungsgaben in Gestalt von köstlichen Früchten der verschiedensten Sorten, an denen sich die Reisenden nach Herzenslust labten. ( Fortsetzung folgt.) Auf Glück sich hoffend stüken, Das ist ein schweres Stück; Des Zufalls klng Benüten Gibt oft Ersatz fürs Glück. 〒 - Kriminaljustiz gegen Tiere. Historische Plauderei von Dr. Ben no Mylius. ( Nachdruck verboten.)) In den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts tötete ein Kampfhahn zu Leeds in England ein anderthalbjähriges Kind. Die den Todesfall untersuchende Jury gab ihr Verdikt dahin ab, daß der Hahn sterben müsse, und wohnte der Hinrichtung desselben bei. Worin lettere bestand, ob der Verbrecher an seinem Halse aufgehängt wurde, bis daß der Tod eintrat", oder auf welch sonstige Weise das salomonische Urteil an ihm vollzogen wurde, finden wir nicht angegeben. Nach deutschen Rechtsbegriffen ist jene englische Verurteilung eine Ungeheuerlichkeit ersten Ranges, da Tiere, wie Menschen von niedriger geistiger Organisation, unzurechnungsfähig sind, Tiere überhaupt weder aktive noch passive Rechtsfähigkeit haben können. Ehemals war dies aber auch bei uns anders. Den Tieren wurde im alten deutschen Recht Persönlichkeit, rechtliche Indibidualität begelegt. Die Tiere haben ihre bestimmten Rechte, die einzelnen Arten der Haustiere ihre besonderen Rechte und Freiheiten. Das Bemerkenswerteste hierüber hat O. Gierke nach den Weistümern" zusammengestellt. Das Wuchervieh, der Hengst, Stier oder Eber des Dorfes, hatte das Vorrecht, ungestraft Schaden zu tun; man durfte es nur mit Schonung, 3. B. mit einem des Jahres gewachsenen Haselschößling, oder dem rechten Rockschoß, austreiben. Andere Tiere mußten Buße zahlen oder wurden gepfändet, Geflügel litt oft Todesstrafe. Auch Tiere von besonderer Farbe genossen mitunter größere Gerechtsame. Für ein getötetes Tier empfing der Besizer so viel Weizen, als erforderlich war, den toten Körper zu überschütten. Wurde einer Frau Gewalt angetan, so sollte zugleich mit der Zerstörung des Hauses, in welchem die Uebeltat geschehen, alles Lebendige darin enthauptet werden; Leute und Vieh, Roß und Rinder, Hunde und Kazen, Gänse und Hühner, die zur Zeit des Verbrechens im Hause gewesen, müssen, weil sie der Vergewaltigten nicht beigestanden, oder durch Geschrei Hilfe gebracht haben, gleich allen, die auf den Hilferuf nicht herbeigeeilt sind, mit dem Tode büßen. Tiere treten auch als Zeugen auf, indem z. B. der einsam in seinem Hauser überfallene Mann drei Halme vom Dach( als Sinn bild des Hauses, dessen Friede gebrochen ist), seinen Hund oder seine Kaze oder seinen Hahn als Zeugen der Tat beim Anklagebeweis vor Gericht bringen soll. An sich ernsthaft gemeint, aber durch humoristische Zutat ausgeschmückt sind die Bestimmungen über Ermittelung des Raumes, bis zu wel chem Hühner ohne Gefahr oder Pfändung in die Mark oder auf das Nachbargrundstück gehen dürfen. Uralter Sitte gemäß wird in den verschiedensten Gegenden diese Entfernung durch den Wurf mit einer Sichel oder einem Flugeisen bestimmt. Damit aber der Naum, den man möglichst beschränfen will, nur sehr gering ausfalle, werden allerlei humoristisch gefärbte Erschwerungen hinzugefügt. In Niederbaiern und Sachsen z. B. soll die Bäuerin auf den Dachfirst steigen und ein in ihren Schleier oder ihr Kopftuch gewickeltes Ei rück wärts durch die Beine hinaus werfen. Die Hühner des Müllers zu Uzwil dürfen so weit gehen, als er vom First der Mühle mit einer Sichel wirft, wenn er ein Ohr in die Hand nimmt, den andern Arm hinter dem Haupte her hindurchsteckt und die Sichel in dieselbe Hand nimmt eine Art des Werfens, die so oder ähnlich auch zu anderen Rechtsaus messungen vorkommt. Nach Bochumer Landrecht soll der Mann barfuß auf zwei spitze Zaunstecken klimmen und zwischen den Beinen herwerfen, in Schwelm auf dem Zaune stehend ein Pflugeisen zwischen den Beinen auf des Nachbars Feld werfen, um das Hühnerrecht zu ermitteln. In Schwarzenbach soll endlich in dem gleichen Falle die Hausfrau auf dem Dachfirst stehen, mit der linken Hand die Sichel bei der Spize fassen und sie unter dem rechten Beine fortwerfen. In dem letzten Beispiel tritt, wie O. Gierke dabei bemerkt, der Humor als gestaltgebend am unverkennbarsten hervor, weil hier absichtlich alles verkehrt wird: statt des Mannes wirst die Frau, die Sichel wird am verkehrten Ende angefaßt, die linke Hand wirft unter dem rechten Bein, statt daß nach uraltem Recht sonst die rechte Hand unter dem linken Bein wirft. Wenn den Tieren rechtliche Individualität beigemessen wurde, so kann es auch nicht befremden, daß sich dieselben in einzelnen Fällen in förmliche Kriminalprozesse verwickelt sahen. Ein solcher Prozeß wurde z. B. vor dem Gerichte Glurns in Tyrol gegen Mäuse durchgeführt und dauerte vom Herbst des Jahres 1519 bis Anfang Mai 1520. Die Gemeinde Stilfs war nämlich hart von Mäusen mitgenommen worden, weshalb sie beschloß, sich an das zuständige Gericht zu Glurns um Abhilfe zu wenden. Es erschien also ein Vertreter der Gemeinde in Glurns, der dem Gericht die Anzeige machte, die Gemeinde sei willens, gegen die Mäuse mit einer Klage vorzugehen, man möge deshalb den letteren einen Verteidiger von Obrigkeitswegen setzen. Dies geschah und das Gericht ernannte den Bürger Hans Grienebner zum Advokaten der Mäuse. Das Gerichtskollegium bestand aus dem Richter selbst und zehn Geschworenen. Die Schlußverhandlung fand am 3. Mai 1520 statt. Die klagende Partei machte dabei geltend, daß die Mäuse der Gemeinde Stilfs so empfindlichen Schaden zufügten, daß sie nicht länger im stande sei, der Gutsherrschaft die Abgaben zu entrichten, wenn die Mäuse nicht ausgewiesen würden. Mehrere Zeugen wurden in dieser Rechtssache vorgeladen und beeidigt. Hans Grienebner, der Verteidiger der Beklagten, gab zwar die Tatsache zu, bemerkte aber zur Entschuldigung seiner Klienten, daß die Mäuslein allda in gewisser Gewähr und Nutwirkung ſizen, die ihnen durch kein Urteil genommen, noch aberkannt werden dürfen." Sollte man nichtsdestoweniger auf Aus. weisung gegen sie entscheiden, so möge man ihnen wenigstens anderwärts eine geeignete Niederlassung gewähren, ihnen auch freies und sicheres Geleit geben, damit sie vor ihren Feinden, es seien Hunde, Kazen oder andere, geschütt wären"; auch beantragte er, daß, sollte ein Mäuslein schwanger sein," demselben zu gestatten, das Wochenbett noch in Stilfs abzuhalten. Das Gericht entschied, trotz der beredten Verteidigung des Mäuse- Advokaten, daß die Mäuse Stilfs binnen vierzehn Tagen zu räumen hätten, mit Ausnahme der Wöchnerinnen, denen noch eine vierzehntägige Frist über die erste hinaus zugestanden wurde. Zu unserem Bedauern finden wir nicht angegeben, ob und wie dieses Urteil den armen Mäuslein publiziert und auf welche Weise es in Vollzug gesetzt worden ist. In anderen Fällen werden Tiere mit ihren verurteilten Herren, gleichsam als Mitschuldige, hingerichtet. Marco Bragadino hieß oder nannte sich ein Adept, welcher 1590 am Hofe des Herzogs Wilhelm V. von Bayern erschien. Er brachte zwei große kohlschwarze Bullenbeißer mit, die ein satanisches Ansehen hatten". Da er als Betrüger entlarvt ward, ließ ihn der Herzog in einem mit Flittergold beklebten Kleide an einem vergoldeten Galgen mit einem vergoldeten Stricke hängen. Die unschuldigen Bulldoggen wurden ,, unter dem Galgen erschossen". Kriminalprozesse gegen Tiere fanden außer in Deutsch land namentlich auch in Frankreich statt. Im Jahre 1266 wurde zu Fontenay aur Roses auf Befehl des Justizbeamten ein Schwein lebendig verbrannt, weil es ein Kind gefressen hatte. In Jahre 1386 fällte der Richter von Falaise ein Urteil gegen ein Schwein, das ein Kind im Gesicht verletzt und ihm einen Arm zerbrochen hatte. Dem verbrecherischen Tiere sollte zuerst ein Fuß und sodann der Kopf abgeschlagen werden, und dieses Urteil wurde wirklich vor dem Rathause vollzogen. Man hatte dem Delinquenten vorher Kleider an gezogen. Ebenso wurde 1389 ein Pferd, das seinen Herrn umgebracht, gehenkt und 1499 ein Stier zum Galgen ver urteilt, weil er einen vierzehnjährigen Knaben auf dem Feld überfallen, zu Boden gestoßen und getötet hatte. Die Sache wurde ganz ernsthaft aufgenommen. Chasse. neur, Präsident beim Parlament der Provence, schrieb 1531 ein eigenes Werk:„ Ob Tiere vor die Kriminalgerichte ge zogen werden dürfen?" und beantwortete die Frage bejahend Er selbst hatte die Ehre, in einem Prozesse gegen Ratter als Verteidiger der Angeschuldigten zu fungieren. Diese Prozeß fällt in das Jahr 1488. Kläger waren die Besizei der Weinberge von Autin, welche, da ihr Eigentum von zahl reichen Ratten verwüstet ward, um gerichtliche Abhilfe des Unfugs nachsuchten. Der Prozeß ward eingeleitet. Die Be klagten erhielten eine förmliche Vorladung. Der Verteidige war vor allem bestrebt, den Prozeß in die Länge zu ziehen er stellte vor, daß eine einmalige Vorladung nicht genüger könne, da seine Klienten in einer Menge Dörfer umher zer streut domizilierten. Er erlangte wirklich Aufschub, und ar die Ratten erging eine neue Vorladung, die in jeder Ge meinde verlesen würde. Als die Frist aufgelaufen war, macht Gefetliche Ma eitens der Verein fordert worden. bere, haben in wei rung gemacht. Nu ne be fich mit der Ausge Reichstagsgebäude gliedern verschieden renten im Sinne pfuschertum fungiert Dr. C. A igende der deutsch pfuschertums Dr. A Vor einiger Stelling als„ umer Gefängnis verurt in Sydney hatte geegt. 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