Nr. 114. bonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., a's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen viertelfährlich Mr. 1.50. Gratisbellagen: Oberhefftfche Familienzeitung( täglich) und die Gießener Getfenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Dienstag, den 17. Mai 1904. Gießener 13. Jahrgang. Insertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für ganz OberHessen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfg. sonst 15 Bfg. Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen, Seltersweg 88. Fernsprechenschluß Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Der Kampf der Berufsstände. - -Glossen zum Deutschen Bankiertage. Nachdem im Vorjahre zu Frankfurt a. M. zum ersten Male die deutschen Bankiers zur Beratung ihrer gemeinsamen Interessen zusammengetreten waren, findet nunmehr in Berlin die zweite Jahresversammlung statt. Die Organijation des Bankierberufes, die vor einem Jahrzehnt nicht einmal für möglich gehalten wurde, ist nunmehr als eine bollzogene Tatsache zu betrachten und es ist eine immerhin eigenartige Erscheinung in unserem modernen Wirtschaftsleben, daß ein Beruf, bei dem die Individualität alles bedeutet, in ähnlicher Weise sich zusammenschließt, wie das Gewerbe und die Landwirtschaft. Derartige Organisationen kommen nur durch den Kampf zustande und werden nur im Jeuer der Interessengegensätze gehärtet. Der Kampf des Bankiergewerbes ist angesichts der Parlamentsmehrheiten augenblicklich allerdings ein ziemlich aussichtsloser. Das hat sich in letzter Zeit namentlich wieder in dem Schicksal der Börsenvorlage gezeigt, die von der Mehrheit ihrem eigentlichen Wesen nach vollständig abgelehnt worden ist. Trozz des Eingreifens des Reichsbankpräsidenten Koch und des Börsenfommissars Hempptenmacher ist der von weiten Kreifen geforderte Terminhandel in Bergiverksaktien auch unter berschärften Kontrollbestimmungen mit Stimmenmehrheit abgelehnt worden. Unverkennbar haben also die Tendenzen, welche die produzierende Tätigkeit und die gütererzeugenden Stände vor dem Handel bevorzugen, noch immer die Oberhand und der Deutsche Banfiertag befindet sich also durchaus in der Defensive. Dementsprechend sind auch die Beratungsgegenstände und der Ton der Verhandlungen durchaus polemischer Natur. Trotz dieser polemischen Außenseite und trotzdem die Organisation nur im Kampfe und zum Zwecke des Kampfes entstand, ist sie, wie alle anderen ständischen Korporationen, ein Prinzip des neuzeitigen Staatsaufbaues. Die einzelnen Strinde müssen sich mit Naturnotwendigkeit organisieren und zwar auf der Grundlage der Selbsthilfe, seitdem durch die Ginführung der Gewerbefreiheit die Stände als solche von den Staate sich selbst überlassen wurden. So sind nacheinander die Berufsgruppierungen entstanden, die den einzelnen zum Widerstand gegen die anderen Interessengruppen befähigen, die aber zugleich eines der wirksamsten und unent= behrlichsten Mittel der modernen Regierungsform sind. Solche Organisationen, einmal geschaffen, lösen sich auch dann nicht auf, wenn der ursprüngliche polemische Zweck erreicht worden ist, und sie wirken dann unbewußt und vielleicht auch ungewollt als Informationsstellen für den Gesetzgeber, sowie auch als sittliches Moment für die Standesentwickelung. Sie üben mit der Zeit einen maßgebenden Einfluß auf die Erziehung des Nachwuchses und auf die Geschäftsgebarung der einzelnen Mitglieder aus. Auch der Deutsche Bankiertag wird diesen Entwickelungsgang nehmen, und darin ruht selbst für diejenigen Berufsarten, die sich heute noch als seine Gegner fühlen- seine nicht zu verkennende soziale Bedeutung. Wie der Bund der Landwirte, wie die Handwerkerorganisationen, wie der Verband der Industriellen und wie die Gewerkschaftsbewegung, so wird auch der Deutsche Bankier= tag an seinem Teil zu den Kulturaufgaben des modernen Staates sein Scherflein beitragen. Neue Poft aus Südweftafrika. Aus dem Aufstandsgebiet in Deutsch- Südwestafrika liege heute eine Reihe Meldungen vor, die samt und souders wenig erfreulich sind. Zunächst ergiebt sich aus einer Meldung des Gouverneurs Leutwvein, daß unsere Truppen im Aufstandsgebiet unter großen Schwierigkeiten umherziehen, ohne der Herero habhaft zu werden. Das Telegramm Leutweins meldet: Oberleutnant v. Zülow hat gestern Omaruru erreicht. Bei Okombahe und Kawap, westlich Omaruru, werden bewaffnete Hererobanden gemeldet, die in der Nacht vom 2. zum 3. den Vieh posten bei Okombahe überfielen. Die Säuberung der Gegend ist angeordnet. Estorff hat der Wasserverhältnisse wegen Teile seiner Kolonne nach Okornkambe verlegt. Okajainjia ist vom Feinde frei, bei Engonda wurde auf vereinzelte Herero gestoßen. Daraus ergibt sich, daß die Kolonnen Estorff und Zülow immer noch weiter nordwärts marschieren und zwar unter Wassermangel, während die Herero sich nach dem Waterberg fonzentrieren. Ihr Oberhäuptling Samuel Maharero_mil jeinen Leuten sitzt bei Okatjeru, 15 km südöstlich von Osire, dagegen stehen Tetjo, Kajata, Mambo und Zacharias etwa 25 km südöstlich von Ofatjeru. Nach einer diese Depesche Leutweins ergänzenden Privatmeldung waren 15 bewaffnete Herero am 2. Mai nachts beim Viehraub in der Gegend von Otombahe beteiligt. Sie erschlugen drei Vieh. wächter. Tags vorher hatten sie bereits drei Frauen und ein Kind ermordet. Es verlautet auch von weiteren Morden westlich Ameib( etwas nordwestlich von Karibib). Weitere Depeschen, die an amtlicher Stelle eingegangen sind, melden den Tod des Oberleutnants z. S. Mansholt, des Führers der Maschinenkanonenabteilung für Südwest. Mansholt starb am 14. d. Mts. in Otjihaenena am Typhus infolge eingetretener Darmblutung und Entkräftung. Mans. holt war der einzige Offizier, der in dem Gefecht bei Owitokorero am 13. März unverwundet blieb. Auch das Gefecht von Okaharui machte er als Kommandeur dei Artillerie mit besonderer Auszeichnung mit. Von den vier Seeoffizieren bei den Maschinenkanonen der Ostabteilung ist nur noch Leutnant Ehrhardt übrig. Weiter starben an Herzschwäche im Lazareth zu Otjihaenena der Seefoldat Jakob Völkel und der Einjährige vom Seebataillon Friedrich Botten. Zu Ehren des Generals v. Trotha gaben das Offizierkorps und die Spigen der Zivilbehörden in Trier ein Abschiedsessen. Abends fand Zapfenstreich und cin Fackelzug der gesamten Garnison statt. Mit den unter b. Trotha abgehenden Truppen wird auch ein eigenes Kriegsgericht dorthin entsandt, dessen Vorsitzender der Kriegsgerichtsrat Dr. Correns vom 3. Armeekorps sein wird. Das gesamte Personal des Gerichts ist bereits bestimmt. Der Krieg in Oftalien. Das Mißgeschick, das die russische Flotte bisher ausschließlich allein verfolgt hatte, scheint jetzt auch den Japanern nicht erspart bleiben zu sollen. In dem kurzen Zeitraum von vier Tagen haben sie zwei Fahrzeuge durch die Explosion von Minen verloren. In der Kerrbucht nördlich von Talienwan, wo das Torpedoboot am 12. d. Mts. zu Grunde ging, ist am 16. Mai der Aviso Mijako" in die Luft geflogen. Das Tokioter Telegramm meldet lafonisch ohne weiteren Kommentar die Tatsache und berichtet, daß der Untergang des„ Mijako" S Tote gekostet hat. In Petersburger Blättern behauptet man allen Ernstes, daß der„ Mijako" von den Russen in die Luft gesprengt worden sei. Diese Annahme stützt sich auf folgenden Bericht des in Liautschang befindlichen russischen Schriftstellers Nemirowitsch Dantschenko: Ein junger Marineoffizier verließ nachts mit drei Matrosen und drei Whithead- Torpedogeschützen in einem Dampffutter Port Arthur, indem er sich nach dem Standplatz der japanischen Flotte in der Bucht von Talienwan begab, wo er ein japanisches Panzerschiff in die Luft sprengte. Die Detonation war bis Zintschou zu hören und der Feuerschein der Explosion war weithin sichtbar. Der Offizier ließ sich mit dem Kutter an Land werfen und entfam. Das Panzerschiff, von dem Dantschenko spricht, wäre der Mijako" gewesen. Es wird gut sein, den offiziellen Bericht über den Vorgang abzuwarten. Die Heldentat des jungen russischen Offiziers flingt denn doch ein wenig zu romanhaft. Nach anderen Quellen soll sich der Vorgang auch nicht bei Talienwan, sondern im Hafen von Port Arthur abgespielt haben. Doch ist es möglich, daß hier eine bloße ungenaue Ausdrucksweise vorliegt. Dalny, das an der Talienwanbucht liegt, wird auch wohl als Hafen von Port Arthur bezeichnet, da es fast den gesamten Handelsverkehr mit der Festung vermittelt. Während nach der obigen Darstellung auf jeden Fall den Japanern von den Russen ein erheblicher Schaden zugefügt worden sein soll, hat nach Berichten amerikanischer Korrespondenten die javanische Flotte den Eingang nach Port Arthur forziert. Als ein von dem Korrespondenten der Chicagoer„ Daily News" gechartertes Boot in der Frühe auf der Höhe von Port Arthur angekommen sei, sei eine heftige Beschießung im Gange gewesen. Soweit man hable sehen können, seien der japanische Kreuzer Jakumo", vier andere Kreuzer, ein Kanonenboot und ein Schlachtschiff in den Hafen eingelaufen, nachdem sie sich die Einfahrt erzwungen hatten. Bald nach Tagesanbruch habe ein heftiges Feuer begonnen, das mittags noch angehalten habe. Da von amerikanischen Kriegskorrespondenten noch bedeutend mehr Aufwand von Phantasie verlangt wird, als von ihren englischen Vettern, so wird man gut tun, diesem Bericht der„ Daily News" noch größeres Mißtrauen entgegenzubringen, als den Enten, die täglich in dichten Scharen von jenseits des Kanals zu uns herüberflattern. Der Statthalter Alerejew spricht in seinen letzten Berichten an den Zaren nur davon, daß das japanische Geschwader fortfährt, den Hafen zu blockieren, ohne jedoch irgendwie aktiv vorzugehen. Der Vormarsch; der Japancr geht nach einer russischen Meldung aus Mukden in der Hauptsache auf Haitscheng und Kaitschjou vor sich, während sie in der Richtung auf Lioutscharg von Fönghwanghtscheng aus nur unentschlossen vorrücken. Das stimmt mit der Melduna überein, daß General Kuroki seine Vorvosten vom Wofienpaß zurückgezogen hat, meu nach einem Bericht des Admirals Togo die Landungen der Japaner bei Niutschwang und auf der Liautunghalbinsel durch einen dreitägigen Sturm verzögert worden seien und deshalb der konzentrische Vormarsch nur langsam erfolgen könne. In London ist das Gerücht von schweren Kämpfen bei Liontschang verbreitet. Ebenso soll gestern bei Niutschwang Geschützdonner vernommen worden sein. Der russische Vorstoß in Korca. General Lenewitsch soll mit großen Truppenmassen von Wladivostok nach Korea marschieren. Kurz nach Beginn des Krieges war, wie man sich erinnern wird, gemeldet worden, daß erhebliche russische Streitkräfte den Tumen überschritten hätten, um den Japanern, die angeblich damals in der Plaksinbai an der Ostküste Koreas gelandet waren, den Weg zum nördlichen Jalu zu verlegen. Von diesen russischen Abteilungen hatte man damals nichts weiter gehört. Chinesische Russenfeindlichkeit. Nach einer Meldung aus Lioutschang ließ ein chinesischer Verwaltungsbeamter dieser Tage mehrere Chinesen hinrichten, weil sie russenfreundlich gesinnt waren. Er überfiel ferner in Begleitung von 15 Beamten und einer Abteilung Soldaten die russischen Steinkohlenwerke bei Port Adams, um dort arbeitende Chinesen hinrichten zu lassen. Diese flüchteten. Die russischen Arbeiter wurden entkleidet und davongejagt; sie mußten viele Werst laufen, bis sie schließ= lich in einem chinesischen Dörschen aufgenommen wurden. Das Bergwerf wurde geplündert, und 200 000 Tonnen bester Steinkohlen verbrannten. Die Politik. Eine Begegnung Kaiser Wilhelms mit König Eduard steht bevor: Wie antlich gemeldet wird, hat sich König Eduard zum Besuche des Kaisers für die Kieler Woche angesagt. Dieser Begegnung wird zweifelsohne eine besondere politische Bedeutung beigemessen werden. Und angesichts der gesamten internationalen Sonstellation wohl nicht mit Unrecht. Insbesondere dürften die ostasiatische Frage und das englisch- französische Abkommen bei dieser Zusammenkunft der beiden Herrscher das politische Gesprächsthema zwischen beiden beherrschen. Leute, die das Gras wachsen hören, wollen wissen, bei dieser Gelegenheit werde über ein ähnliches deutsch- englisches Abkommen die Entscheidung fallen. Von einer Kanzlerkrise wird neuerdings wieder in Börsenkreisen gemunkelt. Auf dem gestern in der Reichshauptstadt zusammengetretenen Bankiertage verbreitete sich angeblich aus höheren Regierungskreisen stammend- das Gerücht, der Kanzler sei amtsmüde und sein Rücktritt stehe bevor. Ueber die Gründe für diesen Entschluß des Kanzlers wurden die verschiedensten Lesarten verbreitet. Nach Informationen, die unser Berliner CB.- Mitarbeiter an zuständiger Stelle erhielt, beruhen alle diese Gerüchte lediglich auf leerer Kombination. Den Tatsachen entspricht dagegen ein anderes auf dem Bankierstage lautgewordenes Gerücht, das von dem Abschluß des russisch- deutschen Handelsvertrages handelte. In der Tat haben sich beide Regierungen über den Inhalt des neuen Handelsvertrags endgiltig geeinigt, der Vertrag ist fir und fertig und bedarf nur noch der Genehmigung des Reichstags, dem er jedoch erst zum Herbst vorgelegt werden dürfte. Zur Beseitigung des Lehrermangels in der Provinz Posen wird neuerdings von der preußischen Regierung ein ungewöhnliches Mittel angewandt. In der Provinz Posen fehlen allein 1750 Lehrer, wenn in den Städten 70, auf dem platten Lande 80 Kinder auf jede Schulklasse kommen sollen. Der Staat hat zwar in dieser Provinz die Präparandenanstalten und Seminare um das Doppelte vermehrt; aber trotzdem entspricht der Lehrernachwuchs dem Bedürfnis in feiner Weise. Die preußische Unterrichtsverwaltung hat infolgedessen für den Germanisationsdienst ausländische( österreichische) Lehrer herangezogen. An diese ist ein Aufruf ergangen, sich der preußischen Regierung für die Germanisationsarbeit in Posen zur Verfügung zu stellen. Daraufhin sollen sich gegen 150 Lehrer gemeldet haben. Sehr schön. Die österreichischen Lehrer werden sich kaum weniger gut bewähren als die reichsdeutschen. Indessen ist ihre Berufung auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Der Lehrermangel, der ständig wächst, wird erst aufhören, wenn die Lehrer höhere Besoldung erhalten. Oefterreich- Ungarn. In Budapest sind gegenwärtig die Delegationen versammelt, um über die gemeinsamen Angelegenheiten der beiden Reichshälften zu beraten. Der greise Kaiser Franz Josef empfing am ersten Sizungstage die Mitglieder der Delegationen. Dabei hielt der Monarch eine Rede über die internationale Lage, aus der folgende Säße von Interesse sind: ,, Unsere Beziehungen zu allen Mächten sind fort. dauernd die besten. Das festgefügte Verhältnis zu unseren So," fagte Helene falt, nicht recht weiß, auf welche seiner vielen Unarten es diesmal Alma machte ein Geficht wie ein gescholtenes Kind, das rechnen Sie das nicht als etwas besonders Schlimmes?" Eriftenz eines Ehrenmannes zerstört haben? Oder vielleicht noch nicht, daß Sie heute zu Ihrem Privatbergnügen die Sie wissen also vermutlich Erst das Alte," Sie mir ein Rätsel. tann und mag ich Shahl Selene, " Ja, Alma. wenn ich Sie nicht renne, nicht helfen und bis jetzt sind und ich wollte ganz bestimmt ,, Gestern war alles noch so anders, so ganz anders, falto gar nicht ich) Führt Mann und Frau zu Recht und Ehre. gwang reizt ein Herz, das edel; doch fanfte Lehre sje Großstadtbilder. fo weiter. er betrieb: fabrikant auf, alles in Ehren und Rechten. Börse, hier und da trat er vielleicht auch als KravattenEquipage mit Gummi, im Sommer die Reise ins Bad, und ter ein jour fixe, ein Herr. war Geschäftsmann; was für Geschäfte Er handelte mit Grundstücken, operierte an der Abonnementssit in der Oper, eine Ein wohlgeciate: mie Verbündeten, ergänzt durch das enge Einvernehmen, welches die Monarchie mit Rußland in den Balkanfragen pflegt, erfüllt uns mit Zuversicht in die friedliche Entwickelung der Zustände auf unserem Kontinente." Auch Graf Goluchowski, der gemeinsame Minister des Aeußeren, erklärte in seiner Rede in der Eröffnungssitung, die Beziehungen Desterreich- Ungarns zu den Verbündeten und auch zu allen übrigen Mächten, insbesondere zu Rußland, fcien ganz vortrefflich. Italien. A Während Herr Nasi, der ehrenwerte Zeitgenosse, in Brüssel sitzt und sich seines Lebens freut, hauen sich in seiner Heimat die Leute um seinetwillen die Köpfe blutig. Zwischen dem Leiter des Neapeler San Martino- Museums, das Nasi um viele Kunstschäße und um Museumsgelder geprellt hat, und einem Abgeordneten, der daraus dem Museumsdirektor einen Vorwurf gemacht hatte, hat bereits ein Duell stattgefunden; beide Kämpfer haben einander aber außer einigen Hautabschürfungen nichts getan. Für die öffentliche Moral der Nachkommen Catos ist es fennzeichnend, daß der Berichterstatter des Untersuchungsausschusses wider Nasi, der Abgeordnete Savorito, eine Unmenge Drobbriefe erhalten hat: Man werde sich an ihm und seiner Familie rächen, wenn sein Bericht nicht so ausfalle, daß die Kammer Nasi für schuldlos erkläre. Nun, wenn Herr Saporito der Wahrheit nicht Zwang antun will, ist das nicht gut möglich. Denn nachträglich haben sich noch eine ganze Reihe erbaulicher Dinge über Herrn Nasis Treiben herausgestellt: In die Unterstützungslisten sind als unterstützte Volksschullehrer" u. a. neugeborene Säuglinge, Maurer, Weinwirte, Zwiebelhändler usw. eingetragen! Das allein dürfte genügen, Herrn Nasi den Hals zu brechen! Frankreich. Die Zahl der sozialistischen Stadtoberhäupter in Frankreich ist seit gestern um zwei vermehrt worden. Der Gemeinderat von Brest wählte einen Uhrmachergehilfen und die Kommunalvertretung von Dijon einen Bahnhofspackträger zum Maire. A Die Nationalisten haben eine neue Spionage- Affäre, bei der angeblich Deutschland beteiligt sein soll. Der Pariser Matin" erzählt in seiner gestrigen Nummer in behaglicher Breite eine romantische Geschichte, die ebenso spannend wie verwickelt ist. Der Londoner Korrespondent des Blattes will vor vier Wochen den Besuch eines gewissen Pitor Fragola erhalten haben, eines Dalmatiners, der ihm erzählte, er sei früher im Kriegsministerium angestellt gewesen und wegen Spionage zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden. Er sei dann nach London geflüchtet, wo er in großem Elend gelebt habe. Er habe u. a. zwei Männern, einem Wiener namens Golio und einem Franzosen Mesqui als Führer gedient. Beide hätten für Rechnung einer fremden Regierung gearbeitet und mehrmals an einen deutschen Agenten Schriftstücke verkauft. Beide seien vor einigen Tagen nach Rom abgereist. Fragola habe deren Abwesenheit benutzt, um sich einzelner Schriftstücke zu bemächtigen, die Golio zurückgelassen habe. Diese Schriftstücke zeigte Fragola dem Korrespondenten Hedemann, der höchst erstaunt war, 85 auf Pauspapier angefertigte Kopien von Plänen der Befestigungswerke von Toulon vor sich zu haben. Außerdem lagen mit der Schreibmaschine hergestellte Fragebogen und Pläne der Befestigungswerke von Brest sowie ein Brief und eine Visitenfarte bei mit dem Namen Friedrich Scholz, Hedemannstr. S, Berlin SW. Fragola überließ die Papiere auf 24 Stunden dem Korrespondenten Hedemann, der sie dem französischen Marineattachee in London vorlegte. Dieser war sehr aufgeregt und erklärte die Pläne für außerordentlich wichtig und authentisch. Wie wir nun erfahren, fennt man in dem genannten Hause in Berlin den geheimnisvollen Friedrich Scholz gar nicht.... Balkan- Staaten. Aus bulgarischen Hoffreisen sickert neuerdings die Mitteilung durch, die Begegnung zwischen König Peter von Serbien und dem Bulgaren fürsten Ferdinand habe dem Abschluß eines serbisch- bulgarischen Schutz- und Trutzbündnisses gegolten. Möglich ist es schon, daß dies Gerücht den Tatsachen entspricht; Serbien fühlt sich bekanntlich durch die neuen österreichischen Rüstungen sehr unangenehm berührt, und so dürfte es denn den Bulgaren, mit denen es sonst in immerwährender offener und heimlicher Fehde lag, die Hand zur Verständigung geboten haben. Ein Schutz- und Truzbündnis, also eine lediglich defensive Allianz zwischen den beiden Kleinstaaten würde übrigens nirgendwo- bielleicht in Wien unliebsam empfunden werden. Dreufsifcher Landtag. Herrenhaus. außer ( 16. Sigung.) RK Berlin, 16. Mai. Im Sturmschritt wurde die Etatsberatung gestern im preußischen Oberhause fortgesetzt. Der Etat des Handelsministeriums gab zu einer Aussprache über Nutzen und Schaden des Warenhaussteuergesetzes Anlaß, der Eisenbahnetat zu der üblichen Tarifreformidebatte. Herr Budde bekannte sich dabei als leidenschaftlicher Nichtraucher". Und dieses unerwartete Bekenntnis des einstigen Generals war so ziemlich das Interessanteste, was die lange Sitzung brachte. Haus der Abgeordneten. ( 75. Sizung.) RK Berlin, 16. Mai. Die Neben und Sekundärbahnvorlage beherrschte heute, nachdem einige kleinere Vorlagen kurzerhand abgetan waren, die Debatte. Die Debatte über diese Vorlage hielt sich auf ziemlich tiefem Niveau, fast alle Redner brachten lediglich lokale Wünsche und Schmerzen vor. Schließlich verlagt sich das Haus auf morgen. Hus dem Gerichtsfaal. Die Raubmörder vor dem Gericht. Frankfurt a. M., 17. Mai 1904. Die gestrige Morgensizung wurde durch das Verhör der beiden Angeflagten ausgefüllt. Stafforst, der zuerst vernommen wurde, bekannte sich schuldig und erzählte den Hergang der Bluttat in derselben Weise, wie er das in der Boruntersuchung getan hat. Den Inhalt seiner heutigen Angaben darf man daher als bekannt vorausseßen. Er gibt heute zu, gewußt zu haben, daß auf dem, was er tue, die Todesstrafe stehe. Der Eindruck, den er macht, ist der eines zerknirschten, reumütigen Sünders. Aus anderem Holze ist Groß geschnißt. Er ist ungebrochen und verteidigt die von ihm eingenommene Position mit zäher Hartnäckigkeit. Gesicht und Kopfbildung zeigen den echten Verbrechertypus. Alles, was Stafforst erzählt, ist nicht wahr. Im Gegenteil, Stafforst war derjenige, der die Gelegenheit ausbaldowerte. Er, Groß, dachte nur an einen Diebstahl und ging überhaupt nur mit, um Stafforst vor Unbesonnenheiten zu bewahren. Der aber schlug gleich blindlings auf Lichtenstein ein und hatte ihn schon umgebracht, ehe er, Groß zur Besinnung fam. Er habe Lichtenstein nicht angerührt. Es sei unmöglich, daß sich sein Fingerabdruck am Kragen Lichten steins befinde. Stafforst habe ihm später von dem geraubten Gelde 400 Mt. gegeben. Die habe er abends in den Main geworfen. Dem Stafforst sei das Hirn Lichtensteins in den Mund gesprißt. Pfui Teufel, schmeckt das Beug bitter, habe dieser gerufen. Dann habe sich Stafforst auf den Toten gefniet, ihm die Augen zugedrückt und gesagt: Anzubinden brauche ich ihn nicht. Der reißt nicht mehr aus! So phantasiert Groß in endlosem Redeschwall. Das Blut an seinen Kleidern sei sein eigenes gewesen, das er bei seiner Arbeit als Möbelträger vergossen habe. An seinen Stiefeln sei wohl Lichtensteinsches Blut gewesen, da er zufällig in die Blutlache getreten habe. Stafforst erklärte: Groß ligt, um mich zu belasten! § Die Bitte des Blinden. Im Verhandlungssaale des Gerichtshofes der ungarischen Stadt Rimaßombat spielte sich eine ergreifende Szene ab. Die Bürgerfrau Georg Ambrozi hatte wahrgenommen, daß ihr Gatte ein Liebesverhältnis unterhalte. In ihrer Aufregung faßte sie den Entschluß, den Gatten zu ermorden. Im Schlafe warf sie ihm eine Schlinge um den Hals und wollte ihn erwürgen. Ambrozi erwachte jedoch und zwischen Mann und Frau entstand ein heftiges Ringen. Da zog die Frau eine bereitgehaltene große Schere aus der Tasche und stach dem Gatten beide Augen aus. Bei der Verhandlung bat der blinde Mann weinend um die Freisprechung der Gattin, da er selbst an dem Unglück schuld sei, indem er sie vernachlässigt habe und mit einer Fremden ein verbotenes Berhältnis hatte. Nun habe jetzt die Aermste für ihn und für seine sechs kleinen Kinder zu sorgen. Das Geständnis Ambrozis wurde als Milderungsgrund angenommen und die Frau bloß zu einem Jahre Kerker verurteilt. In der Nachmittagssigung begann die Beweisaufnahme. Zunächst wurden die Zeugen vernommen, die den toten Lichtenstein zuerst sahen. Aus ihren Aussagen sowohl wie aus denjenigen einiger Hausgenossen, die über dem Lichtensteinschen Lokale wohnen, geht hervor, daß zwischen den Mördern und ihrem Opfer ein furchtbarer Kampf stattgefunden hat. Die Mordstätte bot einen grauenhaften Anblick. Die oben wohnenden Leute hörten Schreien, Stampfen und Hilferufe, dachten aber, das komme aus dem Zimmer eines im Hause wohnenden Zahnarztes. Weitere Beugen werden zur Illustrierung des Charakters des Groß vernommen. Er wird als fleißiger Arbeiter, aber als unheimlicher Mensch geschildert. Jedermann, der mit ihm in Berührung fam, hatte das Gefühl, daß der Mensch kein reines Gewissen habe. Sowohl der Möbeltransporteur Schrimpf wie der Auslaufer Lichtensteins, Schick, hatten sofort Verdacht auf Groß. Um 6 Uhr wurde die Verhandlung abgebrochen. 5. Sigung der Großh. Handelskammer Gießen für die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach. = Protokoll Auszug. Gießen, den 13. Mai 1904. Anwesend die Herren: Kommerzienrat Koch, Vorsißender, Kommerzienrat Heichelheim, stellvertretender Vorsitzender, Durbeck, Grünewald, Thring, Moll, Kamspeck, Rinn, Röhr, Schirmer, Schmall, Steinecke, Wallach, sowie der Syndikus Dr. Knipper. fammer mitgeteilt, daß im preußischen Ministerium der öffentlichen Arbeiten demnächst eine Entscheidung über das Bahnprojekt Fulda- Meiningen getroffen werden solle und gleichzeitig die Unterstüßung der Kammer für dieses Projekt erbeten. Die Handelskammer hat sich schon früher für die Erbauung dieser Bahnlinie, die besonders den Durchgang von West nach Mitteldeutschland zu vermitteln bestimmt ist, ausgesprochen und beschloß, auch jetzt nochmals den Ausbau dieser Linte zu befürworten. 4. Schnellzugs- Verkehr auf der Strecke Berlin- Kassel- Gießen- Koblenz- TrierMe B. bam Baumwar werden.- P ber Inbalidenb ablehnendes Re Die Gemeinde a bereits in bo Beihilfe leiften fidh die Gemei Shaftlichen Pro derbaufo fowie Lidt und bergegeben werd ratung betraf fellung zun Grünberg. einer großen an die Stadtb welchem um bo ordnung der f meinderatsfigur lingeren, mand Der Schnellzugsverkehr auf dieser Strecke genügt zur Zeit feineswegs den Bedürfnissen des Reiseverkehrs und steht demjenigen über Bebra- Frankfurt a. M. und Köln-- Trier bedeutend nach. Die Handelskammer zu Trier hatte daher beantragt, entweder die Schnellzugsverbindungen auf der Strecke Berlin- Kassel- Gießen- Koblenz- Mez unter möglichster Benußung vorhandener Züge erheblich zu beschleunigen, oder falls dies nicht angängig, für etwa einzulegende neue Schnellzüge Frankfurt a. M.- Berlin, den Weg über Gießen- Kassel zu wählen und ihnen eine solche Lage zu erteilen, daß sie gleichzeitig dem Verkehr über Gießen- Koblenz und Mez, möglichst mit Anschlüssen nach Paris über Luxemburg, dienstbar gemacht werden können. Die Kammer beschloß diese Anträge sowohl durch eine eigene Eingabe an die Eisenbahnverwaltung, als duch durch ihren Vertreter im Bezirks- Eisenbahnrat in Frankfurt a. M. zu unterstüßen. 5. Amtsbezirke der Konsuln im Deutschen Reich. Das jährlich erscheinende amtliche Verzeichnis der Konsuln im Deutschen Reich gibt für einen Teil der Konsuln die Amtsbezirke an, für die übrigen nicht, je nachdem die von den Konsuln vorgelegten Bestellungsurkunden enthalten. Wird für einen Konsul nur die Stadt seines Sizes angegeben, so ist man hiernach nicht berechtigt, anzunehmen, daß sich sein Amtsbezirk über diese Stadt hinaus erstreckt, wenn auch die Beschränkung auf die Start vielleicht nicht der Absicht des Staates, der den Konsul bestellt hat, entspricht. Die Handelstammer beschloß, dem deutschen Handelstage auf eine dahingehende Anfrage mitzuteilen, daß eine vollständige und genaue Uebersicht der Amtsbezirke der Konsuln zu erstreben sei. 6. In einer Prozeßsache war einem auswärtigeu Amtsgericht ein Sachverständiger über die Ursache des Trübwerdens von Leinölfirnis zu benennen. Fortseßung folgt. Lokales. 17. Mai 1904. * Der Großherzog empfing am 14. Mai u. A. den Professor Dr. Strack von Gießen und den Oberlehrer Borstel von Nidda. .Guit P. A. Das Preisrichter- Kollegium des ,, Nationalen Gesangswettstreit zu Gießen" seßt sich aus folgenden Herren zusammen: Musiklehrer Heinrich Appun- Hanau, Komponist Friß Baselt- Frankfurt a. M., Königl. Musikdirektor Albrecht Brede Kassel, Musikdirektor und Komponist Jean Brodt- Hanau, Musikdirektor Gottfried Leber- Fulda, Königl. Musikdirektor Edmund Parlow- Frankfurt a. M., Lehrer und Komponist Jean PauliFechenheim, Musidirektor Richard Senff- Darmstadt, Großh. 1. Aus dem Geschäftsbericht ist folgendes mitzu- Universitäts- Musikdirektor Gustav Trautmann- Gießen, Königl. teilen: a) Die Kammer hat an den preußischen Minister der öffentlichen Arbeiten v. Budde anläßlich seiner Erhebung in den erblichen Adelsstand ein Glückwunschschreiben gerichtet, worauf ihr von dem Minister ein Dankschreiben zugegangen ist. b) Da die Patentschriften der Klassen 2( Bäckerei) und 42( Instrumente) bei der Anslagestelle der Großh. Universitäts- Bibliothek zu Gießen im Jahre 1903 in feinem Falle benutzt wurden, so hat das Patentamt die fernere Ueberweisung dieser Klassen abgelehnt. Auf der UniversitätsBibliothek liegen demnach zur Benutzung durch die Interessenten nur noch die Patentschriften folgender Klassen auf: 8( Bleicherei, Wäscherei, Färberei, Zeug- und Tapetendruck und Apretur), 12( Chemische Verfahren und Apparate), 15 ( Druckerei, Liniiermaschinen, Stempel), 21 a- g( Elektrotechnit), 22( Farben, Firnisse, Lace, Anstriche, Riebemittel), 23 a, b, c, d, e( Fett- und Delindustrie mit Ausnahme von Schmiermitteln und festem Petroleum, Seifen und Kerzen), 49( Metallbearbeitung, mechanische), 51( Musifinstrument), 70( Schreib- und Zeichengeräte), und 79( Tabak, Bigarren und Zigaretten). Den Interessenten wird auch an dieser Stelle nochmals die Benuzung der Auslagestellen empfohlen. hauptfachlich b wurde, ftellte d der Geländeftell Mlarheit über owohl als in Der Antrag w Moll hatte noc Beschluß dabing Seminar- und Musiklehrer Karl Walter- Montabaur, Musikund Chordirektor Joseph Werth- Bonn, Königl. Musikdirektor Ernst Wolfram- Dillenburg. Außer 30 z. T. sehr wertvollen Preisen, Geldpreisen und Kunstgegenständen für die einzelnen Gesangstlassen sind folgende Ehrenpreise gestiftet: Ein Ehrenpreis Sr. Königl Hoheit des Großherzogs, ein silberner Pokal der Stadt Gießen, eine 70 cm. hohe Vase der Universität, eine Bowle von Herrn Kommerzienrat Heyligenstaedt, ein silberner Becher von Herrn Kommerzienrat Heichelheim, eine Gardine von Herrn Kommerzienrat W. Gail, ein silberner Becher vom Feſtausschuß, ein Pokal, gestiftet von den beiden Vorsitzenden des Festausschusses. Die meist künstlerisch ausgestatteten Preise werden demnächst in einem hiesigen Geschäft zur Ausstellung gelangen. K. Grünberg, 17. Mai. In der gestern Abend 8 Uhr stattgefundenen Gemeinderatssitung waren anwesend die Herren Bürgermeister Zimmer, Beigeordneter Keil, Gemeinderäte Frank, Kaiser, Moll, Möller, Pfeffer, Sehrt und Trinkaus. Der 1. Punkt der Tagesordnung betraf die Vergebung der zur Entwässerung der Frankfurterstraße erforderlichen Arbeiten, wobei die Pflaster-, Erd- und Maurerarbeiten Herrn Wilhelm 2. Bahnprojekte Mücke- Ulrichstein- Müller- Beltershain und die Zement- und Eisenlieferungen Rixfeld und Alsfeld- Ulrichstein- Schotten. Der Vorstand des Vereins der Detaillisten in Gießen hatte an die Handelskammer eine Eingabe gerichtet, in der sie gebeten wurde, das Bahnprojekt Mücke- UlrichsteinRirfeld zu befürworten. Die Kammer erf innte die Notwendigkeit der Erbauung einer Bahn zur besseren Erschließung des Vogelsberges an, beschloß aber angesichts der verschie denen Interessen ihres Bezirkes, die z. T. die Herstellung einer Eisenbahn von Mücke über Ulrichstein nach Rrfeld, 3. T. den Bau einer Linie von Alsfeld über Ulrichstein nach Schotten erstreben, von einer Befürwortung des einen oder anderen Projektes vorläufig abzusehen. コ 3. Bahnprojekt Fulda Meiningen. Das in Fulda bestehende Komitee für den Bau einer Eisenbahn von Fulda nach Meiningen hatte der HandelsHerrn Louis Hafner- Grünberg übertragen wurden. Als Sachverständiger bei dieser Zuschlagserteilung war Herr Straßenbaumeister Maringer zugegen. Bei Punkt 2 finden die Gesuche der Herren Wirte Duchardt, Hörtermann und Repp dadurch ihre Erledigung, daß denselben die Erlaubnis zur Errichtung eines Bretterbodens Sommermonaten zugesprochen wird. Eine Eingabe des vor ihren Häusern zwecks Wirtschaftsbetriebes in den Herrn Uhrmacher Hermann Pfeffer zu einem der vorstehenden Gesuche bleibt unberücksichtigt. Das Gesuch des Laternenanzünders Hermann Schönhals um eine Remuneration wird gutgeheißen und die ihm seither gezahlte Entschädigung bewilligt.- Zur Vertilgung der Blutlaus sollen auch dieses Jahr seitens der Obstbaufommission in Gemeinschaft mit den Feldschützen und 2 Die na hiermit zur S Gieße Gr Betr.: Feldb der und In der 27. Mai d. Theim der allg bericht und ungsverfahre Fluren XVI heim zur Gi Lagfab ! iergegen fir Samstag, im& wozu ich die die Nichterfd find. Die begründen Bogen) Frie De Betr.: Feli der bor Heu In de 27. I. Mts. heim die Ar bereinigung 30genen Le 1. 2. 3. 4. zur Einfid Tagf hiergegen vormittag Heuchelhein einlade, da ausgefchloff abzufaffen, ( mindestens Frie Der Gr Bevor Sie g ein Geschäft anfangen verlangen Sie von uns Offerte. terium der über das n folle und efes Projett ther für die Durchgang bestimmt if Den Ausbau Strede -Triergenügt gu erfehrs und her M. und perbindungen dem Baumwart die nötigen Maßregeln getroffen| Frage kommende Bahngelände stellen wolle oder nicht, werden. Punkt 6 der Tagesordnung: Erledigung der Invalidenversicherung der Hebammen ergibt ein ablehnendes Resultat, weil sich die Kosten hierzu für die Gemeinde als zu hoch erweisen und die Hebammen, bereits in vorgeschrittenenem Alter stehend, keinerlei Beihilfe leisten wollen. Hierauf wird beschlossen, daß fich die Gemeinde Grünberg um die vom landwirt schaftlichen Provinzialverein geplante Errichtung einer Ackerbauschule bewerben soll. Gebäude, Gelände, sowie Licht und Wasser hierzu müssen von der Stadt hergegeben werden. Der nächste Gegenstand der Beratung betraf die Genehmigung der Gelände= ftellung zum Bau der Bahn von ich nach Grünberg. Zu dieser Angelegenheit war seitens 34 Trie einer großen Anzahl hiesiger Bürger in letzter Stunde oblenz- Me welchem um vorläufige Zurückstellung von der Tagesan die Stadtvertretung ein Gesuch eingegangen, in ordnung der für Montag Abend anberaumten Gemeinderatssitzung gebeten wird. Nach Schluß einer längeren, manchmal ziemlich heftigen Debatte, welche h eine ſold hauptsächlich von den herren Doll und Gehrt geführt wurde, stellte der letztere den Antrag, die Genehmigung der Geländestellung solange zurückzustellen, bis genügend Klarheit über dieses Projekt in der Stadtvertretung sowohl als in der gesamten Bürgerschaft vorhanden set. Der Antrag wird angenommen. Herr Gemeinderat Moll hatte noch den Antrag gestellt, einen endgiltigen Beschluß dahingehend zu fassen, ob Grünberg das in erheblich zu ür etwa ein Berlin, den Berkehr über blüffen nag rden fönnen eine eigen durch ihren rt a. M. لال Deutscher nis der Ko der Konfu nachdem die pen enthalten. Sizes ange nehmen, daß ftredt, wenn icht der Abentspricht. belstage auf vollständige fuln zu ers rtigen Umi es Trübwer Mai 1904. Mai u. A. Oberlehi ium des Gießen" Musiklehrer It- Frankfurt affel, Mufit Musikdirektor r Edmund Sean Pauli dt, Großh. en, Königl. ir, Mufil fufifdirektor rwertvollen inzelnen G n Ehrenpreis Derner Botal Universität enftaedt, ein helheim, eine ein filberne on den beiden ftlerisch ausbiefigen Be tern Abend ng waren Beigeord Möller, er Tages wässerung Bekanntmachung. Die nachstehenden Bekanntmachungen bringen wir hiermit zur Kenntnis der Beteiligten. Gießen, den 13. Mat 1904. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Betr. Feldbereinigung in der Gemarkung Gießen rechts der Lahn; hier: die Zuziehung der Fluren XVI und XIX bis XXI der Gemarkung Heuchelheim. In der Zeit vom 13. Mai d. J. bis einschließlich 27. Mai d. J. liegt auf dem Gemeindehaus zu Heuchelheim der allgemeine Meliorations lan nebst Erläuterungsbericht und Prüfungsprotokoll von den zum Feldbereinigungsverfahren Gießen rechts der Lahn zugezogenen Fluren XVI und XIX bis XXI der Gemarkung Heuchelheim zur Einsicht der Beteiligten offen. Tagfahrt zur Entgegennahme von Einwendungen hiergegen findet ſtatt: wurde jedoch nach Annahme des ersten Antrages als hinfällig betrachtet. Im Lanfe der Debatte versprach Herr Gemeinderat Moll, daß er die Firma Lenz& Co. Samstag, den 28. Mai 1. Js., vorm. von 9-10 Uhr im Gemeindehaus zu Heuchelheim, wozu ich die Beteiligten unter dem Anfügen einlade, daß die Nichterscheinenden mit Einwendungen ausgeschlossen find. Die Einwendungen sind schriftlich abzufassen, zu begründen und auf Papier in Aftengröße mindestens 1½ Bogen) einzureichen. Friedberg den 6. Mai 1904. Der Großh. Feldbereinigungskommissär: gez. Spamer, Kreisamtmann. Bekanntmachung. Betr. Feldbereinigung in der Gemarkung Gießen rechts der Lahn; hier: die Arbeiten des II. Abschnittes von dem zugezogenen Teile der Gemarkung Heuchelheim. in Berlin ersuchen wird, einen Vertreter nach hier zu entsenden, welcher die ganze Bahnbau- Angelegenheit vor einer allgemeinen Bürgerversammlung eingehend besprechen soll, um endlich Wandel zu schaffen.- Die öffentliche Sigung hatte hiermit ihr Ende erreicht; jedoch standen noch einige interne Sachen zur Beratung. Schluß der Sitzung gegen 11 Uhr. In der Zeit vom 14. I. Mts. bis einschließlich 27. I. Mts. liegen auf dem Gemeindehaus zu Heuchelheim die Arbeiten des II. Abschnittes von dem zum Feldbereinigungsverfahren Gießen rechts der Lahn zugezogenen Teile der Gemarkung Heuchelheim, nämlich: 1. 4 Bonitierungskarten, 2. 1 Band Gütergeschosse, 3. 1 Band Zusammenstellung der Gütergeschosse, 4. 1 Band Besißstandsverzeichnis zur Einsicht der Beteiligten offen. A Grünberg, 17. Mai. Am letzten Sonntag Nachmittag gegen 3 Uhr hielt der Herr Obstbautechniker Wiesner im Englischen Hof" dahier einen Vortrag über Obstbaumzicht. Anwesend waren ca. 40 Personen. " Briefkasten. S. B., Grünberg. Soweit nichts anderes vereinbart iſt, hat der Vermieter die Abortgrube leeren zu laſſen. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Mittwoch, den 18. Mai. Zeitweise windig, zeitweise, trüb, kühler, Regenfälle, zunächst mit heftigen Gewittern.( Siehe gestrige Voraussage.) Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Marktberichte. Gießen, 14. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt fosteten Butter per Pfd 100-1.15 Mr., Hühnereter per Stid 5-6 Bfg., Enteneter St. 7 Pfg., Käse per St. 6-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Pfg., Erbsen per Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Bfg., Lauben per Paar r. 0.80-1.00, Hühner per Stüd Mr. 1.30-1.40, Hahnen, per Stüd C.80-1.70, Enten per Stüd 1.70-2.20, Gänse per id. 65-70 Pfg., Ochsenfleisch per Pfd. 70-80 Bfg., Rindfleisch ver Pfd. 62-68 Pfg. Schweinefleisch per Bfd. 60–72 Big. Schweinefleisch gesalzen per Pfund 0.76 Bfg., Kalbfleisch Pfd. 62-74 Big., Hammelfleisch per Pfb. 50-74 Pig, Kartoffeln pro 100 Rilo Anschließend an den Vortrag fand eine Gratisverlosung von Obstbäumen statt. Gestern früh gegen 9 Uhr besichtigte Herr Wiesner einen großen Teil unserer städtischen Abstbäume. Es gab vieles zu besprechen. Seine Ausführungen deckten sich fast ganz mit dem von der„ Grünberger Zeitung" vor Kurzem gebrachten Artikel über Obstbaum zucht. Auch praktische Vorschläge zur besseren Sortenzucht und Verwertung 2c. wurden besprochen. Bedauerlich ist, daß der Obstbau- Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Marktzeit überhaupt lehre hier so wenig Interesse entgegengebracht wird. Tagfahrt zur Entgegennahme von Einwendungen hiergegen findet statt: Samstag, den 28. Mai 1. Js., vormittags von 9-10 Uhr, im Gemeindehaus zu Heuchelheim, wozu ich die Beteiligten unter dem Anfügen einlade, daß die Nichterscheinenden mit Einwendungen ausgeschlossen sind. Die Einwendungen sind schriftlich abzufassen, zu begründen, und auf Papier in Aftengröße ( mindestens 1/2 Bogen) einzureichen. wobei die Wilhelm ieferungen den. Als war Herr i Puntt 2 ot, Hörter daß den tterbodens es in den ingabe des der bor Das Gefud um eine m feither Bertilgung Obstbau üßen und Friedberg, den 10. Mai 1904. Der Großherzogliche Feldbereinigungskommissär: gez.: Spamer, Kreisamtmann. Bevor Sie ein Geschäft ** Klein- Linden, 16. Mat. Der Posaunenchor und Missionsverein begeht im Juli sein 50jähriges Jubiläumsfest. Bekanntmachung. 6.00 Mr., Zwiebeln per 3t. mr. 7.00-10.00, Aepfel per Centner 20-25 Mr. Milch per Liter 18 Pfa. Dauer der Marktzeit von 7 Uhr morgens bis 1 Uhr Nachmittags. Gegenstände des nicht, und während der ersten dret Stunden der Marktzeit im Umherziehen seilgeboten werden. Verantwortlich: für den politischen, vermischten und unterhal tenden Teil Albin Klein; für den lokalen Teil Karl Klose. Bekanntmachung. Die Aliceftraße zwischen Frankfurter- und Bahnarbeiten von heute an bis auf weiteres für den Fuhrwerks und Fahrradverkehr gesperrt. Das Anfahren und Zerkleinern von circa 24 Ra ummeter Brennholz aus hiesigem Stadtwalde, sowie hofstraße wird wegen Vornahme von Kanalisationsdie Verpachtung der diesjährigen Kleeernte von einem Acker hinter der Ziegelhütte, soll Mittwoch, den 18. d. Mts., nachm. 5 Uhr, in hiesigem Rathause, ersteres an den Wenigstnehmenden, lettere an den Meistbietenden versteigert werden. Grünberg, den 16. Mat 1904. Großh. Bürgermeisterei Grünberg. Zimmer. Restaurant Royal Giessen. Mittwoch den 18. Mai: Garten: Honzert der berbayerischen Sänger- und Tänzer- Gesellschaft D'Untersberger". Anfang 8 Uhr. A. Reinert. Um 10 und 11 Uhr: Anfang 8 Uhr. Gießen, den 16. Mat 1904. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. In lezter Zeit sind des öfteren Beschwerden über Musizieren und Singen bei offenen Fenstern bei uns borgebracht worden. Wir verfehlen nicht, darauf hinzuweisen, daß, falls hierdurch eine Belästiguung des Publikums verursacht wird, Bestrafung nach Maßgabe des§ 370 pos. 11 des R. St. G. B. einzutreten hat. Die Schußmannschaft ist angewiesen worden, nötigenfalls Anzeige zu erheben. Gießen, den 14. Mai 1904. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Wegen vorzunehmender Reparaturarbeiten fönnen auf der städtischen Lastwage am Seltersberg, VerEcht oberbayer. Schuhplattltanz. wiegungen bis auf weiteres nicht vorgenommen werden. O Für Vereine und Wirte! Bonbücher für Kellner, Eintritt, Garderobe und Küche ( bis zu 1680 Bons enthaltend), Gießen, den 16. Mai 1904. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Oeffentliche Aufforderung betr.: das Verdingungswesen, hier die Vergebung der Unterhaltungsarbeiten in staatlichen Gebäuden. In Gemäßheit der Ziffer 2 des Amtsblattes Nr. 32 Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, Abteilung für Bauwesen, vom 10. September 1902, in obigem Betreff werden hiermit die Handwerker der verschiedenen Handwerkszweige eingeladen, sich zur Beteiligung bei Ausführung der Unterhaltungsarbeiten in staatlichen Gebäuden zu melden. Es das Buch schon von Mark 1,50 an, im Duhend billiger, handelt sich hierbei um solche Arbeiten und Lieferungen, für liefert Albin Klein, Buchdruckerei, Gießen, Seltersweg 83. O Möbl. Zimmer sofort zu vermieten. Näh. d. d. Erp. der Grünberger Zeitung", Grünberg, Krool Nr. 1. Telefonrt23 Schuhfabrik JAKOB RUMPF& SOHN Butzbach anfangen verlangen Sie von uns Offerte. B Preiswerth! 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Die Bedingungen für die Bewerbung um die Unterhaltungsarbeiten in staatlichen Gebäuden und für die Uebernahme dieser Arbeiten, ein Verzeichnis der Gebäude der laufenden Unterhaltung unseres Amtsbezirks mit ihrer Einteilung in Gebäudelose, die Preisverzeichnisse nebst den diesen beigegebenen besonderen technischen Ausführungsbedingungen, sowie die allgemeinen Vertragsbedingungen für die Ausführung der Unterhaltungsarbeiten liegen vom Dienstag, den 17. d. Mts., an bei uns während der Dienststunden zur Einsicht offen. Die Meldungen müssen bis zum Dienstag, den 31. d. Mts., eingereicht sein. Den Bewerbern bleibt es anheimgestellt, zu welchen Losen sie sich melden wollen. Eine Eröffnung der Meldungen in Gegenwart der Bewerber findet nicht statt. Nach Prüfung der Meldungen wird unter Mitwirkung einiger bei der Aufstellung der Preisverzeichnisse tätig ge= wesenen Vertrauensmänner eine Auslosung vorgenommen, welche die Reihenfolge feststellt, wonach die Vergebung der betreffenden Gebäudelose an die Bewerber in den einzelnen Etatsjahren zu erfolgen hat. Diese Reihenfolge wird den Bewerbern bei der Zuschlageerteilung mitgeteilt werden. Alsfeld, den 14. Mai 1904. Großh. Hochbauamt Alsfeld. J. V.: Berth. Nationaler Gesangs- Wettstreit zu Giessen Pfingsten 1904( vom 21. bis 24. Mai) 3ur Feier des 20jährigen Bestehens des Maschinenbauer Gesangvereins. Festplatz: Oswalds- Garten. Samstag, den 21. Mai. Abends 8 Uh: Eröffnungs- Kommers mit Konzert- u. Gesangsvorträgen. Sonntag, den 22. Mai. Abends 8 Uhr: Feſtgeſänge der vereinigten Gießener Gesangvereine mit Orchesterbegleitung in der Festhalle. Montag, den 25. Mai. Vormittag 6 Uhr: Weckruf. " 8-9 Uhr: Empfang der Sänger an der Bahn. Vormittags 10 Uhr: Beginn des Klassensingens in verschiedenen Sälen der Stadt. Mittags 1 Uhr: Aufstellung des Festzuges am Walltor. Nach Ankunft des Feftzuges auf dem Festplatze: Berkündigung der Ergebnisse des Klassen- Singene. Nachmittags 4 Uhr: Ehrenpreissingen in verschiedenen Sälen der Stadt. Konzert auf dem Festplaße und in der Festhalle, Volksbelustigungen, Tanz. Abends 8 Uhr: Großes Konzert, Gesangsvorträge und Preisverteilung in der Festhalle. Dienstag, den 24. Mai. Vormittags 10 Uhr: Frühkonzert auf dem Festplatz. Nachmittags 4 Uhr: Großes Konzert, Tanz und Volksbelustigungen auf dem Festplate und in der Festhalle. Abends 8 Uhr. Turnerische Aufführungen in der Festhalle. Grosses Brillant- Feuerwerk auf dem Festplatz. Die Musik wird ausgeführt von der ganzen Kapelle des 2. Großh. Heff. Inf. Regts. Raiser Wilhelm Nr. 116 unter persönlicher Leitung des Großh. Musikdirektors Heren Krauße. Eintrittspreise. Familienkarte: nebst einer Beifarte( zwei Personen) Mt. 3.-, im Vorverkauf Mt. 2.70. Weitere Beifarten 50 Pfg. Giltig zu allen Veranstaltungen. Kinder haben unter Begleitung Erwachsener freien Eintritt, Söhne über 17 Jahre haben besondere Karte zu lösen. Einzel- Dauerkarte für alle Veranstaltungen Mt. 2., im Vorverkauf Mt. 1.80. Tageskarte: Mt. 1.-. Einmaliger Eintritt am 21. Mat 20 Pfg., am 22., 23. und 24. Mai 50 Pfg. Saalkarte: zum Klassen- und zum Ehrenpreis- Singen je Mt. 1.-. Hierzu haben Kinder keinen Zutritt. Vorverkauf: Frankfurterstraße: Adolf Lenhard, Kolonialwarenhandlung; H. Hettler, Konditorei. Seltersweg: in den Cigarrenhandlungen H. Aubel, W. Semmler. Mäusburg: Ecnst Balser, Buchhandlung- Marktplatz: Chr. Wallenfells, Kolonialwarenhondlung. Kirchenplatz: Ph. Weiler, Cigarrenhandlung.- Lindenvlah: Daniel Heil Nachf. Walltor: L. Althoff. Neustadt: Ph. Moog, Cigarrenhandlung, Chr. Bieker, Kolonialwarenhandlung.- Basuhofstraße: C. G. Kleinhenn, Delikatessenhandlung, Gebr. Berdur, Kolonialwacenhandlung. Nenenweg: Ernst Challier, Musikalienhdlg. Saulstraße: G.Sonntag, Cigarrenbdlg.- Ludwi splat J. Seibel, Kolonialwarenhdla- Ludwigstr.: Fr. Kühnhold, Wirt u. Kolonialwarenhdlg. | - August Kilbinger, Giessen, Tüchtige Cigarren-| Kindermädchen| Verſteigerung. Seltersweg 19. Telefon 276. - nachmittags 2 Uhr, und Wickelmacher für einige Stunden pro Tag Mittwoch, den 18. Mai 1904 für dauernde Beschäftigung gesucht gesucht. Meldungen nimmt werden im Bieterschen Saale Sie Erp. d. Bl. entgegen. bei Größtes Kinderwagen- Geschäft am Plak. Georg Heinr. Schirmer, Enorme Auswahl in allen Preislagen. Erstklassige Fabrikate von Kinderwagen, SportGießen. Ein Tüchtiges versteigert: Möbel aller Arten, Zug, Schnallen-, und SchnürStiefel, 2 neue Fahrräder, 3 Kasten wagen, 1 Nähmaschine, 1 Pianino u. a. Versteigerung vorausgesund. brav. Mädchen, Dienstmädchen teilwelle fortunat wagen, Leiterwogen, und Krankenfahrstühlen. gesund. brav. Mädchen, Ständiges Lager von 200 Stück Kinderwagen. Auf Wunsch Katalog. IV. Seffisch- Thüringische Staatslotterie ( Mitteldeutsche Staatslotterie) Biehung I. Klaffe.( 2. Tag) 16. Mai 1904. Alle Nummern, neben welchen nichts bemerkt ist, sind mit 67 Mark gezogen. ( Ohne Gewähr.) 51 61 233 45 334 84 402 15 628 45 65[ 100] 780 91 809 74 1004 41[ 100] 115 49 260 451 613 933 77 84 2017 119 22 50 62 250 52 64 316 26 426 56 522 653[ 100] 703 16 3032 75 181 406 531 722 24 35 61 829 80 908 4183 203 36 38 307 39 98 471 708 22 88 94 867 941 61 5007 84 85 174 236[ 100] 318 85 407 94[ 200] 575[ 100] 656 65 83 768 812 951 68 6005 40 77 224 309 67 415 22 61 552 65[ 100] 80 788 827 94 950 64 91[ 100] 7036 99 168 210 11 352 553 655 73 84 773 836 65 915 67 84 8050 142 201 320 28 35 417 66 640 60 736 68 77 89 896 998 9001 6 197 242 434 77 543 608 59[ 200] 96 972 82 10019 92 158 202 343 500 20 603 20 730 73 75 91 843 49 72 84 904 18 26 11072 107 98 312 593 610 37 40 720 63 75 95 858 62 12055 97 152 252 385 97 440 92 95 606 11 812 45 61 67 904 24 36 44 13117 33 216 38 70 82 370 505 65 95 652 742 88 813 14109 87 297 381 85 418 534 50 667[ 100] 97 778 15044 93 271 367 585 679 704 40 841 912 18 78[ 100] 16078 150 239 51[ 100] 335 99 540 42 657 711 820 920 17245 95 315 64 593 616 79 786 853 18023 87 114[ 200] 23 45 50 94 347 421[ 100] 58 59 60 78 869 95 98 913 19141 58 386 466 525 63 664 76 80 85 90 793 816 92 995 20062 107 18 347 59 87 499 605 750 835 998 21031 58 60 154 300 645 64 801 45 978 22026 51 251[ 100] 479 550 87 90 668 701 28 88 23063 179 223 45 68 81 95 344 417 70 506[ 1000] 21 42 53 69 98 631 67 707 14 16 817 68 69 72 986 24025 75 164 252 85 365 434 551 620 21 87 727 83 926 25062 147 56 283 324 28 72 515 655 56 91 705 37 81 94 98 927 26007 19 78 135 210 37[ 100] 85 376 490 524 40 661 780 836 84 908 18 49 51 71 27021 30 237 326 450 735 62 813 46 86 900 80 28059 71 149 305 8 20 503 8 61 739 56 828 31 973 89 29020 107 61 410 62 95 590[ 400] 625 66 744 65 916 30003 33 38 116 235 69 441 52 789 805[ 1000] 25 64 984 31036 70 175 201 491 93 98 516[ 100] 812 36 58 949 76 32110 329 514[ 100] 36 700 806 43 61 86 957 77 81 86 33134 52 92 350 56 479 89 534 43 47 611 51 737 822 989 34080 268 352 59 487 603 4 45 72 792 840 96 926 47 35010 24 63 198 208 11 311 35 86 400 45 52 58 75 528 629 36 56 756 813 40 901 46 94 36099 301 517 612 39 763 909 50 74 92 37026 33 35 147 248 70 79 385[ 100] 461 574 602 47 38028 301 412[ 100] 523 53 56 99 722 31 834 45 92 97 950 39079 270 75 417 25 551 77 605 77[ 100] 846 60 76 83 40052 142 84 205 10 92 340 57 79 482 83 647 72 80 96 943 94 41263 388 447 592 612 28 818 71 937 63 42052 77 169 245 50 56 312 33 71 98 449 85 516 18 775 898 43017 263 352 70 96 423 36 83 519 37 45 69 88 611 19 890 44047 60 80 91 205 87 349 409 55 619 709 75 909 84 92 45058 60 83 115 35 67 212 370 502 20 64 609 732 64 80 89 845 53 61 95 988 46036 130 263 315 78[ 100] 423 38 512 46 93 723 27 59 76 820 996 47084 182 275 95 327 400 49 69 537 51 610 14 35 766 88 813 Waise bevorz zum" n'ernen in Küche u. Haushalt, sofort gesucht. Frau W.Gutmacher, Bonu. gesucht. Fr. Hennings, Gießen, Seltersweg 14. 61 91 945 48004 128 64 87 89 212 34 53 62 81 350 509 50 58 67 74 708 24 37 814 927 77 49126 88 261 81 460 527 29 605 780 924 95 50029 53 82 123 83 287 349 466 82 614 19 60 826 33 41 916 49 81 51015 228 29 300 1 23 42 77 87 88 459 563 666 99 775 78 97 927 88 52095 120 51 59 88 421 766 53080 124 39 203 12 19 79 448 554 72 62% 35 41 68 731 32 37 92 833 40 57 85 907 24 54 54019 48 67 92 95 110 12 67 253 57 305 62 68 488 568 624 57 780 973 97 536 90 625 722 41 831 931 55064 192 520 674 771 56098 102 22 46 67 224 29 51 54 423 89 57019 184 219 22[ 100] 26 416 18 35 62 94 524 29 35 686 750 890 989 58138 93 217 376 551 673 702 62 68 87 813 41 82 906 59049 81 168 256 76 83 328 36[ 100] 403 6 37 546 78 83 618 48 60007 9 17 52 54 79 110 270 82 318 61 413 513 62 72 83 631 810 64 67 61021 91 358 545 73 618 727 31 62 840 82 85 89 900[ 100] 25 93 62220 74 80 370 85 98 478 82 547 49 50 68 600 730 94 98 852 85 87 958 69 88 63010 151 61 211 58 59 85 92 326 35 417 42 70 84 636 57 59 86 777 838 64018 120 553 89 677 707 80 82 805 58 940 62 65004 85 116 40 254 90 389 437 40[ 100] 521 28 76 94 665 712 19 86 824 49 920 28 61 66006 80 142 238 42 99 314 24 514 28 75 693 727 73 856 76 979 67053 158 70 207 37 314 47 492 506 83[ 100] 750 82 832 68080 135 228 74 350 536 603 10 81 707 51 93 96 845 62 97 927 48 62 81 69057 169 297 420 65 553 79 625 42 98 831 952 70028 134 241 319 421 22 57 77 542 636 93 720 23 63 97 857 78 83 930 92 97 71043 80 257 348 462 73 509 66 720 27 95 904 13 72015 106 32 281 419 526 32 73 6 6 16 717 920 73062 103| 200] 38 59 271 871 406 72 593 605 722 33 64 74063[ 100] 64[ 100] 72 173 76 212 22 812 30 434 548 60 642 47 76 733 812 58 75036 142 62 67 73 204 57 91 307 412 53 74 90 626 32 59 711 62 905 76056 62 163 99 275 89 367 417 18 530 38 40 45 46 616 55 94 763 815 38 45 92 911 63 77117 203 19 398 631 728 896 907 78032 208 591 627 59 726 862 91 93 79049[ 100] 61 79 83 181 317 97[ 100] 473 500 58 718 29 58 850 930 80039 190 306 99 450 63[ 100] 84 690 951 81003 27 124 42 254 73 82 93 321 70[ 100] 96 483 520 49 94 782 863 95 938 82001 170 91 215 33 37 65 486 500 606 755 71 73 857 959 85 83041 195 341 73 474 83 519 79 629 77 945 75 84000 5 100 367 437 511 635 703 86 99 808 31 951 85016 42 101 54 254 86 383 424 636 80 860 69 958 63 86037 39 60 171 302 67 404[ 400 u. e. Pr. v. 75 000] 77 99 708 96 960 64 85 87022 68 93 189 92 344 52 65 410 570 87 637 71 761 97 844 964 88103 239 352 [ 100] 94 459 81 543 687 757 94 89006 145 2: 0 384 511 30 610 54 701 2 32 824 45 77 99 919 61 90078 190 231 39 57 82 97 415 43 536 38 609 73 867 989 91328 40 45 430 523 640 854 69 908 92042 51 78 169 95 519 33[ 100] 83 670 841 924 99 93000 27 104 77 84 256 407 88 817 36 51 993 94072 89 170 90 225 339[ 100] 53 59 88 402 85 538 43 619 934 95008 46 62 65 161 331 78 88 414 20 665 72 979 96001 45 161 239 68 73 340 70[ 10000] 89 475 582 686 788 97 888 914 69 97118 257 358 452 542 89 644[ 100] 65 742 849 65 913 98165 247 321 25 601 20 76 739 53 806 30 60 983 99 99233 42 87 90 375 409 20 49 503 627 747 956 60 69 Nächste Ziehung: 14. Juni 1904. Neuen- Bäue 11. staatl. tonz. Haupt- Kollekteur der Heff Thüring.( Mitteld.) Staats- Lotterie. Richard Buchacker, Giessen. Geikler, Gerichtsvollzieher, Gießen Versteigerung. Donnerstag den 19. ds. Mts., nachmittage 2 Uhr. verfteigere ich Neustadt 55 Gießen( Bieker's Sof) zu im Auftrag des Wilh. Friebel daselbst gegen Barzahlung: 2 Chaisenpferde mit Geschirr, 1 gut erhaltenen Landauer= Wagen. Die Versteigerung findet beftimmt statt. Born, Gerichtsvollzieher, Gieken. MAGGI Aeussere Kapsel Janere Röhrchen MAGCH MACCH BouillonKapseln die besten! Seltersweg 73, Laden ist mit oder ohne Wohnung per sofort zu vermieten. Nah. Seltersweg 65, Gieren. Schön möbl. Zimmer zu vermieten. Näheres Kaplan gaffe 21, II. Schön möbliertes Wohn- und Schlafzimmer weit zu vermieten. preisGießen, Wallthorstraße 15. Möbl. Zimmer per sofort zu vermieten. Gießen, Marft rake 11. Möbl. Zimmer zu verm. Gießen, Dammftrake 44, I. Freibant. Ochsenfleisch, gesalzen 40 Pfg. Wenn ich den Sieg errungen!" gab bitter zurück ,,, aber ich habe träglich geendet bei dem ersten euch. lächelnd bat " Gottlob Pu schloß fie und Sie mir damals fagen?" fie: Was was wolter det" Bitte teg. idion oms bitte- fagen Sie es mir. Ich sehne mich danach rtete darauf Und der leutselige Monarch nidte und sagte:„ Das Auskommen" hatte, beispiellos mäßig entfernte und den Nächstfolgenden anbettelte. Daß der auch wieder wahr!" schenkte einen zwanziger dem Strolch, der fich mit dem stereotypen: Bergelt's Gott tausendmal, wer' fleißi ohnte fpartanische Diät bei feine Fürst, der wahrlich sein nit gleich!" lebte und feine beten!" K 109 Dienstag, ben 17. Mat. Fami 1904. nt. aiser tz. alle. Kinder - Wenn ich den Sieg errungen!" gab er bitter zurück ,,, aber Gottlob ich habe kläglich geendet bei dem ersten Versuch." nicht geendet" schloß sie und lächelnd bat fie: Was was wollten Sie mir damals sagen?" Er schwieg. - - Sie konnte nicht enden. - ,, Bitte bitte- sagen Sie es mir. Ich sehne mich danach schon all die Zeit. Ich wartete darauf ich werde warten mein ganzes Leben lang. Sie sind mir heute teurer, viel Tränen erkauft-- und willteurer wie damals! Ich habe Sie mir mit Schmerzen und will Sie nicht-- Seine Lippen schlossen ihren lieblichen, bittenden Mund. Sie hielten sich umschlungen in stiller Glückseligkeit. Dann saßen sie Hand in Hand und sprachen von dem, was Jetzt. sie gelitten, in der Zeit, die zwischen dem Damals lag und dem Nun?" forschte die Braut und sah beide an und nahm, als sie die verklärten Mienen sah, eine Rose und Myrte aus ihrem Strauß und steckte sie an die Bruſt der Freundin. Nach mir kommst du! Ich wußte es, daß es so kommen tröstet der andere." findet nur ihr Glück im Besitz. Wo einer leiden muß, da mußte, was fragt denn die Liebe nach Aeußerlichkeiten, sie die alles alles trägt?"- ,, Und wir nicht wahr- wir lieben uns mit der Liebe, seinen lag. Er beugte sich und küßte die Hand, die noch immer in der staunendes Raunen: Durch die Gesellschaft ging ein verwundertes Flüstern und „ Er und sie ein Brautpaar!" EINST UND JETZT Die Frauenseele. Der Koran leugnet die unsterbliche Seele der Frau. Für die Gläubigen ist im Paradiese ein anderes Spielzeug vorhanden. Frauen, nicht mit sterblichem Leib, sondern aus reinem Moschus, befreit von allen animalischen Beschwerden und Unbequemlichkeiten des Geschlechtes, keusch und züchtig, und den profanen Blicken verborgen durch Lusthäuser von Perlen. Mohammeds Verehrung für die Frauen war indessen so groß, daß er gewiß nicht an ihrer Scele gezweifelt hat. Auch droht der Koran den Frauen mit ewigen Strafen für ihre Sünden und verkündigt, daß Gott feinen Unterschied machen werde zwischen den Geschlechtern. Wäre es nicht so, wie könnten die Araber das Grab von Mohammeds Tochter verehren und, wie Burton berichtet, die gläubigen Pilger Gebete an die Herrin Fatimah richten? Die Chinesen dagegen behaupten noch fest, daß die Frauen keine Seele haben. Peter Huc erzählt uns, daß einer seiner chinesischen Zöglinge ihn befragte: wozu es ihre Seele zu retten!" eigentlich nutzen könne, daß die Frauen getauft würden? ,, Um ,, Aber die Frauen haben keine Seele, also könnt ihr keine Christen aus ihnen machen." Als der naive Heide endlich belehrt worden, sagte er:„ Wenn ich wieder heimkomme, will ich meiner Frau erzählen, daß sie eine Seele hat; die wird Augen machen!" Die Ansicht von der Sterblichkeit der Frauenseele ist aber auch von christlichen Theologen noch im Jahre 1693 aufrecht erhalten worden, natürlich nur von Querköpfen. Auf dem Klerikalfonzil in Macon behauptete ein zur schottischen Kirche gehöriger Geistlicher, er wolle aus der heiligen Schrift be= weisen, daß die Frauen keine Seele haben könnten. Er berief sich Taut auf die Stelle der Apokalypse:„ Und es trat Stille ein in den Himmeln auf die Dauer von einer halben Stunde." Wie hätte aber, meinte der joviale Theologe, eine halbe Stunde lang Stille eintreten können, wenn die Frauen mit dabei gewesen wären? - Bunte Blätter. Wem's anschlägt. Als Kaiser Franz auf der Karolinentorbastei in Wien einst einen dickbäuchigen Bettler jah, sprach er thu an nb meinte, es müsse ihm doch nicht so schlecht gehen, weil er so ehl genährt aussehe. Worauf der Vagant gefaßt replizierte: , aber mein Gott, mir schlagt halt das Bissl, was i krieg und was aber auslommen und tonnen guat leb'n und sein do so mager. i bab, guat an; schaun's Ihnen an, Majestät, Eö hob'n do g'wiß ais et& aura Spualsuppen seen Lättan... b' Naturen sein nit gleich!" Und der leutselige Monarch nickte und sagte:„ Das ist auch wieder wahr!" schenkte einen Zwanziger dem Strolch, der sich mit dem stereotypen:„ Vergelt's Gott tausendmal, wer' fleißi beten!" entfernte und den Nächstfolgenden anbettelte. Daß der Fürst, der wahrlich sein„ Auskommen" hatte, beispiellos mäßig lebte und seine gewohnte spartanische Diät bei keinen, selbst nicht den festlichsten Versuchungen, außer acht ließ, schien der drastische Kritiker nicht zu berücksichtigen. Hundeklugheit. Ein englischer Kaufmann fand, als er sein Landhaus in der Nähe von London erreicht hatte, daß er aus Versehen einen Schlüssel mitgenommen habe, der in seiner städtischen Wohnung nicht entbehrt werden konnte. Er übergab denselben einem sehr lugen Neufundländer Hunde, welcher an dergleichen Botengänge gewöhnt war, zum Zurückbringen. Unterwegs wurde dieser von einem Fleischerhunde angegriffen, benutzte aber seine überlegene Kraft nur so weit, um sich des Peinigers zu erwehren und möglichst rasch seinen Weg fortzusehen. Er lieferte den Schlüssel richtig ab, und führte nun mit großer Ueberlegung die beabsichtigte Rache auf seinem Rückwege aus; er blieb vor dem Fleischerladen stehen und wartete, bis der Hund wieder hervor bis er ihn getötet hatte. kam, griff dieſen wütend an und ließ nicht eher von ihm ab, als Harter Winter. Einer der härtesten Winter, den man in Europa erlebt hat, war der, welcher den Franzosen die Eroberung von Holland ermöglichte( 1794-1795). Uns durch eine lange Reihe von milden Wintern verwöhnten flangt es wie fabelhafte Uebertreibung, wenn ein durchaus glaubwürdiger Zeuge, welcher damals von Amsterdam nach Deutschland veiste, darüber berichtet: Sogar der Branntwein fror in den Flaschen; Briefe zu schreiben war kaum möglich, denn die Tinte mußte erst aufgetaut werden, und dann fror sie wieder in der Feder, bevor man sie auf das Papier bringen konnte, wenn man auch so dicht am Feuer saß. daß die Beine versengt wurden. In warmem Wasser gewaschene Tassen gefroren, bevor man sie abwischte, desgleichen frisch ge= moltene Milch auf dem Wege vom Stalle zum Zimmer. Das Eis an den Fenstern erreichte die Dicke eines Goldstücks. Brot war so hart wie Stein, und es dauerte drei Viertel Stunden, bis es dicht am Feuer so weit aufgetaut war, daß man es genießen konnte. Miniatureiszapfen hingen an Bart und Augenwimpern, und Pferde, die vom Laufe rauchend ankamen, standen kaum eine Minute, so waren sie mit einem glitzernden Eismantel überzogen. * Der geniale Maschinenbauer Borfig( 1804 bis 1854) in Berlin hatte einen großen Abscheu gegen die Kathederweisheit in der Technik. Das bekam eines Tages ein damals sehr bekannter Lehrer der Ingenieur- Wissenschaften an einer deutschen Hochschule, unter dessen Leitung eine große Maschinenfabrik jämmerlich zu Grunde gegangen war, sehr deutlich von ihm zu hören. Dieser hatte nach einer Besichtigung des Borsigschen Etablissements zu ihm gesagt: „ Fürwahr, in Technik und Organisation ist Ihre Fabrik gleich Lobenswert; Sie haben Großes geleistet. Was aber hätte erst aus Kenntnisse wären!" Ihnen werden müssen, wenn Sie im Besize gründlicher theoretischer - ,, Das will ich Ihnen sagen, Herr Professor," hatte Borsig zurückgegeben, ihn nach seiner Art von der Höhe seiner herkulischen Gestalt herab mit dem Blicke messend. Vielleicht ein großer Mann, wahrscheinlicher aber ein gelehrter Hanswurst, der seinen Aktionären das Geld aus der Tasche kalkuliert!" * Bezahlte Bittsteller. Am abessinischen Hofe herrschte zu der Zeit, als der berühmte Reisende Bruce sich in der Hauptstadt aufhielt, eine wunderliche Gewohnheit. Die Residenz des Königs war immer von wehklagenden, nach Hilfe und Gerechtigkeit schreienden Bittstellern umringt, welche, wie Bruce erfuhr, dies keineswegs in Wirklichkeit, sondern dafür angestellt waren, um den Schein zu erregen, als wenn der Herrscher fortwährend mit Erledigung seiner Regentenpflichten und der Abhilfe aller möglichen Uebelstände be= schäftigt wäre. Da der König merkte, daß Bruce wenig Gefallen an diesem Humbug hatte, machte er sich den Spaß, auch die Wohnung des Reisenden, der bei ihm eine hohe Stellung bekleidete und großes Vertrauen genoß, von diesen lästigen Bittstellern heimsuchen zu lassen. Wenn dann Bruce über den Lärm, der ihn bei seinen Arbeiten störte und über die Unverschämtheit der Bettler( welche von ihm Bezahlung verlangten, weil ihr Auftreten sein Ansehen bei den Bewohnern erhöhte) vor Zorn aus der Haut fahren wollte, amüsierte sich der König höchlich. Alle Vorstellungen des Reifenden hatten nur den Erfolg, daß der König in der Fortsetzung dieser zweifelhaften Belustigung bestärkt wurde. Nr. 109 Dienstag, den 17. Mat. Oberhessische Familien Tägliche Unterhaltungs- Beilage der Gießener Neueste Nachrichten. 1904. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerci( gegr. 1783); verantwortlich: Albin Klein. ( 18. Fortsetzung.) Iwan der Schreckliche. Original- Roman von Hans Hoffmann. " Nicht wahr," sagte Alma weinerlich ,,, der Belling wird ihn im Duell ja ohne Zweifel erschießen, er macht sich sicher gar nichts draus, er hat ja schon so viele auf dem Gewissen! söhnen. Aber das darf nicht sein, und Sie müssen mir helfen, wir müssen beide mit Herrn Doktor Belling reden und ihn verGesicht. Plötzlich lachte sie seltsam auf. Helene blickte ihr mit fast unheimlicher Starrheit ins " Sie Kind," sagte sie tonlos, der Bodungen, meinen Sie, sei in Gefahr? Wenn es so läge-" Sie schrak jäh zusammen, sank auf ihren Stuhl zurück erstaunt an. und bedeckte das Gesicht mit beiden Händen. Alma sah sie Nach einem langen Schweigen sagte Helene mit einem sonderbaren Blick gen Himmel: ,, Was habe ich zu Ihnen gesagt ich begriffe nicht, wie Verzeihen Sie mir das, ich habe Ihnen unrecht getan; Sie man einer Liebe treulos werden könne?" ich Armselige! waren nicht wankelmütiger, als andere. Doch Sie haben recht, vor allem müssen wir handeln. Das Duell darf nicht daß Herr Belling es wirklich angenommen hat?" stattfinden, unter keinen Umständen. Sie sind also sicher, " D, es ist gar kein Zweifel. Und er sah so ungeheuer grimmig aus- o Gott, o Gott, er schießt ihn gleich durch und durch!" " Das ist ja Selbstmord," rief Helene,„ ausgesprochener Selſtmord!”“ Und leise, wie zu sich selber redend, fügte sie hinzu:„ Und dann ist's auch bewußter Selbstmord. D, ich berſtehe ihn— er hat ja jede Hoffnung verloren!" Hastig ergriff sie Almas Hand und sagte: „ Kommen Sie, wir müssen mit Herrn von Bodungen reden. „ Ach Gott, das nüßt ja nichts," seufzte Alma ,,, der kann reden.' nicht anders. Mit Herrn Doktor Belling eben wollte ich „ Der will nicht anders," versetzte Helene bestimmt. ,, Bei einem Menschen, der zu dieſem Aeußersten entschlossen ist, wäre jede Ueberredung verschwendet. Glauben Sie mir, Herr von Bodungen allein kann helfen und wird auch helfen, wenn ich mit ihm rede, ich hoffe es zuversichtlich. ihn?" Wenn nicht, müßte ich ihn verachten. Nur wo finden wir Alma machte ein sehr verwundertes Gesicht. „ Um sechs Uhr," sagte sie nachdenkend, soll er immer ins Kasino gehen. Als ich eben bei seinem Hause vorbeikam, war Licht in ſeinem Zimmer; jezt ist er also zu Hause, aber nicht mehr lange. Aber wir können doch unmöglich zu ihm sich nicht schicken!" gehen, zu einem Offizier um Gottes willen, das würde lein, ich glaube, wenn es sich um ein Menschenleben handelt, " Freilich nicht," sagte Helene; und doch, liebes Fräudann schickt sich alles. Bei schweren Krankheiten und Operationen geschieht auch viel, was sich nicht schickt. Und was sollen wir tun?" ..Wenn wir ihn vielleicht bitten ließen, hierher zu kom( Nachdruck verboten.) fragte Alma. men? Oder ihn auch nur auf die Straße herabrufen ließen?" " Das würde die Sache nur noch schlimmer machen. Denn schließlich handelt es sich nur um das Gerede der Leute, und das vermeiden wir leichter, wenn wir keine Dienstboten in die Sache mengen. Ich könnte ihm ja auch schreiben aber nein, es hat Eile, entsetzliche Gile; wenn erst andere Offiziere um die Absicht wissen wir müssen sofort gehen. Aber, o Gott, warum ist meine Mutter nicht hier!" Eile ihre Sachen hervor. Sie war schon aufgesprungen und suchte in aufgeregter Sönnten Sie Ihre Mutter nicht irgendwo finden?" fragte Alma zaghaft. Vielleicht, ja, vielleicht auch nicht. Und wir verlieren Beit. Und wir haben keine Zeit zu verlieren. Aber wissen Sie auch, was für mich das Allerschlimmste ist? Daß ich auch ohne Sie!" Herrn von Bodungen allein sprechen muß, ganz allein „ Ach!" sagte Alma erstaunt. " Ja; ich muß ihm ein Geheimnis des Herrn Belling ausliefern, das nur er wissen soll und kein anderer, auch Sie meine Mutter käme!" nicht. Darum muß ich allein zu ihm. Gott, wenn doch Alma machte ein ganz erfreutes Gesicht. ,, Ach ja," rief sie ,,, tun Sie's! Ich hätte mich so entsetzlich geängstigt! Ich hätte es gar nicht fertig gefriegt. Auf seine eigene Bude!" wunderung. Und sie blickte auf Helene mit dem Ausdruck stiller Be* Herbert von Bodungen lag in seinem unordentlichen Junggesellenzimmer sehr gemütlich auf dem Sofa und paffte eine Zigarette, als der Bursche hereintrat mit der MelDung: ,, Eine Dame ist da, Herr Leutnant!" ,, Eine Dame? Bin nicht zu sprechen! Jung natürlich?" " Zu Befehl, Herr Leutnant, ich glaube; sie hat einen Schleier." ,, Nicht zu sprechen!" rief Bodungen barsch noch einmal. „ Wenn man im Begriff steht, sich zu verloben," murmelte er in sich hinein, kann man doch anständigerweise nicht übrigens recht dreist; es kann doch nicht die Kleine von neulich sein?" ten wieder. Der Bursche war gegangen und kam nach einigen Minu,, Sie will nicht gehen, Herr Leutnant. Sie sagt, es wär' ernst." " Overdammt!" fuhr Bodungen auf und brummte:„ Dann ist's die kleine Below; das wäre eine verfluchte Geschichte, sprechen!" wenn's wahr wäre! Gerade jetzt! Geht nicht, kann sie nicht Zu Befehl, Herr Leutnant, aber die Below'n ist's nicht!" Kerl, was haben Sie zuzuhören, wenn ich nicht mit Ihnen rede? Die Below ist's nicht? Ja, dann begreife ich nicht - ich weiß doch von keiner anderen- seit zwei Monaten- ollzieher, ebel daselbst Sof) im tadt 35 zu Uhr. .d8. Mts., ung. findet be Landauert Geschirr, vollzieher, S sten! mmer Gieren ermieten. der ohne eg 73, je 21, II. tes ner preis E VI B Q5 ,, Sie berzeihen, Herr Leutnant, diese sieht furchtbar anständig aus. Und sie läßt nicht locker." ,, Mensch, Sie verstehen einen neugierig zu machen! Nun, in Gottes Namen herein, wenn keine Rettung möglich ist!" Zu Befehl, Herr Leutnant!" Bodungen sprang auf, knöpfte den Rock zu und erwartete in vornehmer Haltung den Gast. Eine hochgewachsene junge Dame stand in der Tür- ,, unzweifelhaft anständig," rekonoszierte er sogleich nach Kleidung und Auftreten, sehr merkwürdig in der Tat!" Sie schlug den Schleier zurück, und er erkannte Fräulein Helene Gehrke. Gnädiges Fräulein, ah!" rief er ganz verblüfft und fast berlegen mit einer tiefen Verbeugung. Bitte, gütigst Plaz zu nehmen- ich bin entzückt- was verschafft mir die Ehre? Aber bitte doch gütigst, Sie sehen, ich bin im Besitz eines veritablen Sofas- oder wenn Sie ein Fauteuil vorziehen- ,, Bitte, Herr v. Bodungen, ich bleibe hier," sagte Helene energisch, indem sie neben der Tür stehen blieb und die Klinke in der Hand behielt. „ Ah so," sagte er gemütlich, in diesem Fall gestatten Sie mir, daß ich mich hier in die Ecke hinter die Sofalehne zurückziehe sound jetzt schiebe ich noch die Kommode davor; nun kann ich Ihnen doch auf keine Weise gefährlich werden. Denn daß ich nach Ihnen schieße oder mit Steinen werfe, werden Sie mir doch nicht zutrauen." Trotz ihrer ängstlichen Aufregung mußte sie lächeln über die raschen Veranstaltungen und trat einen Schritt weiter vor, ohne sich jedoch zu setzen. Der Offizier blieb in seiner Ecke stehen. Herr v. Bodungen," sagte sie ohne weitere Einleitung, ,, Sie dürfen sich mit Doktor Belling nicht schießen." „ Ein der Tausend," rief er überrascht, hat der tapfere Herr geschwatzt? Das ist allerdings neu, junge Damen als Vermittlerinnen in Duellsachen zu schicken! Gnädiges Fräulein, ich glaube, Sie haben den Zweck Ihrer Mission bereits erreicht, denn nach dieser Probe kann ich den sehr ehrenwerten Herrn allerdings nicht mehr für satisfaktionsfähig halten." Helene war heftig errötet. Mein Herr," rief sie entrüstet, ich weiß nicht, ob es nach Ihren Sagungen ritterlich ist, einen offenen Gegner und eine Dame zugleich zu beleidigen, ohne vorher nach den Tatsachen zu fragen. Mir werden Sie jedenfalls gestatten müssen, meine eigenen Gedanken darüber zu haben. Auf meine Ehre, Herr Doktor Belling hat weder mir noch sonst einem sterblichen Menschen ein Wort von diesem Ehrenhandel verraten und würde einer solchen Kläglichkeit niemals fähig sein, ebensowenig wie ich mich als seine Botin gebrauchen lassen würde. Ich stehe zu dem Herrn auch in keiner näheren Beziehung als etwa zu Ihnen, Herr Premierleutnant- ich bitte auch das zu beachten." Bodungen verbeugte sich etwas betroffen und sagte: " Ja, dann begreife ich aber wirklich nicht, wer" „ Wer mich zu diesem schweren und peinlichen Gang veranlaßt hat, ist vielmehr ein junges Mädchen, das für Ihr Leben bangt, Herr von Bodungen denn sie weiß, daß Herr Belling, genannt Iwan der Schreckliche, ein gewaltiger Schüße ist ,, Alma!" stammelte er überrascht und leicht errötend. Ich habe nichts gesagt," bemerkte sie mit einem Anflug von Schelmerei, doch wer es auch sein mag, ich wiederhole noch einmal: Sie dürfen sich mit diesem Herrn nicht schießen!" Und warum nicht, wenn ich fragen darf? Ich gestehe offen: der Wunsch junger Damen ist zwar im allgemeinen für mich Befehl, indessen gibt es doch Fälle" Weil es eine feige Handlungsweise sein würde, deren ich Sie nicht für fähig halte." Gnädiges Fräulein, da muß ich doch um nähere Erklärung bitten. Mit einem gefürchteten Schüßen auf die Mensur zu gehen, pflegt man sonst nicht für Feigheit zu halten." ,, Die Erklärung soll Ihnen werden vorläufig unter dem Siegel der Verschwiegenheit, wie ich dringend bitten muß, da ich von dem Herrn nicht zu dieser Aussage ermäch tigt bin. Ich habe hierin volles Vertrauen zu Ihnen. Also auf mein Wort: Herr Doktor Belling hat in seinem Leben noch keine Pistole in der Hand gehabt." Sie scherzen, mein Fräulein". " Ich sage auf mein Wort und auf meine Ehre! Es wäre also mindestens unhöflich, von Scherzen zu reden. Es ist die volle, einfache Wahrheit!" find wir er um die Ent ralleutnant bon Versammlung bentimentalität fchlage menn in eine poche, so mei ohl ist es ri Soldaten fei, und wenige пзе зи den. Bohl die Erschütter Menschenopfer och wohl nich t durch die Eig ät und eines anischen Grb ein tie gegieg, bon er edlem Wirklichkeit Lagt; man bei hen el befingen w ntüdischen Fei ch seine Hinte Ehre für des Feinde fen müffen. cht. Gerade d Fer an g Daß aber de gestorben ist, tanischen Auff te, als von d ligenmeldung darf und no when aller rische Stimm eiwilligenme fer er Ariegsfr ge und ause ab Feinung ist un Kenntn Kriegsschild Strapazen deutschen minen ben fann de von Bolf bout St Selbit in wife ist es zu Ge Wuteeopchen hurchlebt hat. iffen felbft da erit lichen Angri ,, Nun, das verstehe ein anderer! Man behauptet doch allgemein “ Halten Sie sich wirklich für verpflichtet, jeden Unsinn zu glauben? Ich versichere Sie und ich verlange von Ihnen vollkommenen Glauben: alles, was in der Stadt von Duellen jenes Herrn oder sonst von abenteuerlichen Geschichten aus feiner Vergangenheit geredet wird, sind nichtige, völlig grundlose Klatschereien, die einem Damenkaffee ihren Ursprung verdanken " Das erklärt allerdings sehr vieles," lachte Bodungen, ,, und ich würde nicht wagen, an einer so bestimmten Aussage Threrseits zu zweifeln. Ich gestehe auch, daß mich diese Entdeckung recht peinlich berührt. Ein Duell mit einem so ungleichen Gegner wäre wirklich ein schlechter Ruhm." ,, Es wäre ein Mord," sagte Helene eifrig, oder richtiger im vorliegenden Fall die wissentliche Unterstützung eines Selbstmordes." „ Das bedarf freilich wieder einer Erklärung." „ Die zu geben ich nicht befugt bin. Sie müssen auch hierin meinem Wort glauben. Sie werden zugeben, ein Duell kann unter Umständen für einen Waffenunkundigen eine anständige Form des Selbstmordes sein." „ Sehr wohl! Das ist denkbar. Wenn ich nur wüßte, was ich tun soll. Ich bin der Beleidigte – und zwar in einer Dame beileidigt und ich bin Offizier- ,, Vergeben Sie ihm." Nach dem Duell mit Vergnügen. Vorher wäre solches Christentum gegen die Ehre, wenn er sich nicht zu einem förmlichen Widerruf entschließt." „ Das wird er nicht. Aber sagen Sie: worin bestand denn eigentlich die Beleidigung?" Herr von Bodungen besann sich: Hmhmda müßten Sie eigentlich Fräulein Ama selber fragen ich glaube, sie fühlte sich in ihrem ganzen Geschlecht beleidigt. Jener Herr behauptete, daß manche Damen ihre Haartracht zu weilen wechselten- ,, Das kommt wirklich vor, glaub' ich." „ Aber auch ihren Geliebten " Nun, das kann doch auf jeden Fall Fräulein Alma nicht treffen?" sagte Helene mit leichter Schelmerei;„ überhaupt das ganze weibliche Geschlecht nicht, wenigstens nicht das weibliche allein, denn dergleichen kommt gewiß auch beim männlichen gelegentlch einmal vor-" Bodungen drehte in einigem Unbehagen an seinem Schnurrbart. " Jedenfalls", fuhr er lächelnd fort, ist die Beleidigung feine allzu blutige, und Fräulein Alma wäre, wie ich bezeugen kann, im jezigen Augenblick bereit, zehn von dieser Sorte zu vergeben. Von der Seite her können Sie also Ihr Ehrengewissen entlasten. Und im übrigen, sollte es wirklich die Ehre eines Offiziers ihm ganz unmöglich machen, ein vernünftiger Mensch zu sein? Wenn ich mich aber als vernünftiger Mensch in Ihrer sonderbaren Lage befände, wissen Sie, was ich täte? Ich ginge statt meines Kartellträgers oder Sekundanten oder wie das heißt, einfach selbst zu meinem Gegner und sagte: Lieber Freund" und so weiter, und so weiter. Sie als der Ueberlegene können das; daß er es nicht kann, ohne sich den Vorwurf der Feigheit zuzuziehen, müssen Sie einsehen. Ich bin aber überzeugt, er wird vernünftig sein, wenn Sie vernünftig mit ihm reden. So, jetzt habe ich Ihnen einen Rat gegeben, einen Rat in Fräulein Almas Namen, bitte ich zu beachten, auf ihre Veranlassung und in ihrem Auftrag. Wie hoch Sie Fräulein Almas Wünsche und wie hoch Sie meine Ansichten über Ritterlichkeit schäßen wollen, muß ich Ihnen überlassen. Auf jeden Fall aber, wie auch Ihr Entschluß ausfallen mag, fordere ich von Ihnen das Versprechen, meinen Namen als einer Mitwisserin und Mithandelnden nicht zu nennen ich verlasse mich ganz auf Ihre Diskretion." Herr von Bodungen besann sich und lächelte. Ihr Name soll nicht genannt werden, ich verspreche es hiermit feierlich wenn ich mich wirklich zu diesem höchst seltsamen Schritt entschließen sollte. Aber noch um eine Auskunft bitte ich, mein gnädiges Fräulein. Sie versichern, jener Herr habe noch nie eine Pistole in der Hand gehabt. Fern sei es mir, an der Aufrichtigkeit Ihrer Ueberzeugung zu zweifeln." @ ( Schluß folgt.)) ausgesprochen h mid der Helden werde, wenn Strahlen tropijo To gefährlichen felbit Flamen Be Seit noch e Lingen werde die noch nich berfesten. In meldet, daß d and zu sterber en friegerische Spruch wieder Lifeit, die der meten läßt, so moton mahfende Jug wir in Wab Der Kaiser, wie Zwei Häuser hat die Liebe für des Geliebten Bild: Erst wohnt es im Auge, bis dieses überschwillt Von Tränenstrom der Schmerzen und zwingt zur Flucht den Gast: Dann steigt ins Herz er nieder und findet sichre Rast. Treu. Skizze von Annie Latt- Felsberg. ( Nachdruck verboten.) Unter Orgeltönen, die feierlich die Kirche erfüllten mit ihrem brausenden Schall, schritt das Brautpaar dem blumengeschmückten Altare zu. Kinder streuten Blumen auf ihren Weg. Die vornehme Welt bildete Spalier. Hin und wieder ein lächelnder Gruß der jungen Braut. Die Hochzeitsgäste in modernster, elegantester Toilette. Schwere Seide, duftige Spigengewebe, glitzernde Diamanten. Unter ihnen eine strahlende Erscheinung. Eine hohe, schlanke Gestalt in wundervoller Haltung. Die tief dekolletierte Robe ließ den köstlichen Hals mit dem herrlichen Kopfansate frei. Die schwere Masse dunkeln, glänzenden Haares ließ das Gesichtchen noch feiner erscheinen. Große, faszinierende Augen blickten hinüber zu dem Bruder der Braut, der wie geblendet sie anſtarrte. Leises Erröten, sekundenlanges Lächeln eine Innigkeit im Blicke, der eine Welt von Liebe kündet, ließ ihn erschauern in tiefem Erschrecken. Da war er wieder der Zauber, der ganze wunderbare Zauber, den sie auf ihn ausübte, sobald er sie sah. Er er blaßte bis in die Lippen, so mächtig erschütterte ihn ihr Anblick, und senkte den Blick in halber Betäubung. Was hatte er gelitten um sie, die er jetzt wiedersah, schöner, bezaubernder wie jemals. Heute, bei der Hochzeit seiner Schwester, erschien er zum erstenmale wieder in der Gesellschaft. Ein leises Raunen ging bei seinem Erscheinen durch den Kreis der Gäste. „ Da ist er, der arme junge Mensch! Wie elend er noch aussieht," klang es teilnahmsvoll von Frauenlippen. Vor einigen Jahren war er ein Liebling der Gesellschaft. Wo der schöne, liebenswürdige, flotte Offizier erschien, flogen ihm alle Herzen der Frauen entgegen. Er konnte wählen und er wählte sie, die jetzt ihm gegenüberstand, unter deren warmem Blick er erbleichend die Wimper senkte. Nun würde der Schmerz von neuem beginnen, die alte, noch nicht vernarbte Wunde wieder bluten. Aber er konnte dem Lockrufe der einzigen geliebten Schwester nicht wiederstehen. Wie dringend schrieb sie ihm: Zu meiner Hochzeit mußt Du kommen. Mein Glückt dünfte mir nicht vollkommen und dann dann- erwartet Dich jemand bestimmt zu sehen!" Er schwankte, er wollte nicht sofort aus seiner ländlichen Einsamkeit, doch die Schwester rief so sehnsüchtig, er mußte hin. In letzter Stunde traf er ein. Innig umarmte ihn die junge strahlende Braut. ,, Wie freue ich mich o wie freue ich mich!" jubelte sie und lächelte so still geheimnisvoll, wie es ihre Art war, wenn sie ihn überraschen wollte. Nun wußte er, was das bedeuten sollte. Der Pfarrer sprach von der Liebe, die alles duldet, die alles trägt, sprach von Treue, vom Glauben, der ohne Zweifel ist, der das Fundament bildet, auf dem das Eheglück sich aufbaut. Wie Feuer fiel jedes Wort in seine Brust. Er dachte zurück. Auch sie, die ihm gegenüberstand, dachte an eine Stunde ihres Lebens, welche tausend Qualen, eine ganze Hölle voll Entsetzen und Bein in sich barg. Jede Einzelheit tauchte in ihrer Erinnerung auf mit Klarster Deutlichkeit. Die Kirche, in der sie sich jetzt befanden, versank um sie. Sie sah einen weiten, freien Raum von Wald umsäumt. Sonnenglut brannte hernieder. Sie unter Freunden auf der Tribüne, und er hoch auf seinem Renner, strahlend, siegesgewiß auf der Bahn. ,, Nach dem Rennen- wenn ich den Sieg errungen!" hatte er ihr bedeutungsvoll zugeflüstert, ihre Hand geküßt und heiß in ihr Auge geschaut. Sie liebten sich. fichwang abb des Vaterlandes De Was währen geleugnet wurd fit bon der ruf Daß es da bestand die ho Sie wußten es bebe. Er der Liebling, infolge der mehr hätte, Baitfdjengerfolgte nach bollster Ruhe Darüber bom sie die Schönste der vornehmen Welt. Wie stolz sie sich fühlte, als aller Augen auf ihn gerichtet waren, den stolzen Reiter auf dem famosen, feingliederiges Renner, dessen schöne Augen um die Wette leuchteten m denen seines Herrn. Wie sie das Pferd liebte. Vor wenigen Minuten nad hatte sie seinen schlanken Hals umfaßt und zärtlich, fleben ihm zugeraunt:„ Trag ihn zum Sieg!" Ihre Nerven spannten sich bis aufs äußerste, ihre ganz Seele lag in ihrem Auge, ihr Herz stockte, als er startete m den anderen, als er die Spize nahm und dahinflog, als söße er auf beflügeltem Rosse, dessen Hufe die Erde kaum berührten. Da jetzt überholte ihn der Zweite, der Dritte folgte auf dem Fuße und da die Hürde! Jetzt die Hürde!" Wie das durch die Menge ging. Jeder flüsterte es unwillkürlich sie sie schrie es, in Todesangst, wie ahnend, daß es ein Todessprung war. Eine Sefunde furchtbarster Spannung. ,, Gestürzt! Einer gestürzt!" Ein tausendfältiger Laut des Schreckens, des Bedauerns. Er er!" sie schrie es laut hinaus, dann umnachteten sich ihre Sinne. Es war, als ob mit ihm die ganze Welt um sie versunken wäre. Sie war noch jetzt todesbleich in der Erinnerung. Das schöne, edle Tier hatte das Genick gebrochen und er - er war ein Krüppel geworden. Jahre qualvollen Siechtums, schmerzhafter Heilung. Die innere Verlegung ward ganz allmählich geheilt, aber den Fuß hatte er opfern müssen, daher der schwere schleppende Gang, daher die tiefe Blässe und der Entsagungsschmerz in seinen Zügen und das Mitleid der Menge. Er ein Krüppel und sie die Schönste, Gefeiertste, Umworbenste von allen!- Unmöglich! Unmöglich erschien es ihm, und was er in ihrem Auge las, war Mitleid, nichts als Mitleid. So glaubte er. Wenn er doch auf seinem stillen Gut geblieben wäre, statt hierher zu kommen und sie wiederzusehen. Er nagte an der Unterlippe und preßte die Hände krampfhaft zusammen. „ Nimm dich zusammen, beiße die Zähne aufeinander heute und morgen reise ab." Er rief es sich zu und mied ihren Blick. Heller Gesang, Orgelspiel beendete die kirchliche Feier. Das Brautpaar verließ die Kirche. Wie im Traum stand er noch. Jeder Herr führte seine Dame. " Ich gehöre zu Ihnen!" sprach sie lächelnd und legte ihre Hand auf seinen Arm. Er zuckte zusammen unter dem Laut ihrer Stimme. ,, Wie könnte ich Sie führen?" ,, Dann führe ich Sie. Wir- wir gehören nun einmal zusammen!“ erzeige. Sie sprach es lieblich, so bittend, als ob er ihr eine Gnade Bitter zuckte es um seine Lippen, als er mühsam neben ihr schritt. Es geht schon ganz gut und wird noch viel besser gehen, wenn Sie sich erst daran gewöhnt haben." „ Ein Krüppel zu sein"- ,, nicht so bitter. Ich dankte noch eben Gott, daß er Sie allen, die Sie lieben, erhalten hat." Ihre Augen sprachen mehr noch wie ihre Worte. Aber er glaubte immer noch nicht. Er wollte nicht, er wehrte sich gegen das aufsteigende Glücksgefühl. Ihr edelmütiges Opfer wollte er nicht annehmen, die Reue würde kommen- das Leben war so lang und sie noch so jung. Sie saßen allein im Wagen, er, sich abquälend in schmerzhaftem Entsagungskampf, sie, glücklich an seiner Seite zu sein. Sie wollte ihn nicht wieder verlieren, ihn nicht loslassen, ihm Glück spenden und Glück genießen. Nun wandte sie sich ihm zu, errötend, lächelnd, in lieblicher Verwirrung. ,, Als wir uns zuletzt sahen damals- an jenem Unglückstag, dem furchtbarsten meines Lebens- da- da— sagten Sie:„ Nach dem Rennen!". - Die St