Mr. 139. bonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Bfg., Saus gebracht 60 Pfg., durch die Pest bezogen viertelfährlich Mr. 1.50. Batisbeilagen: Oberheffifche Familienzeitung( täglich) und die Gießener Geifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Donnerstag, den 16. Juni 1904. Gießener 13. Jahrgang. Insertionspreis: Die einfpaltige Petitzeile für ganz Ober hefsen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfa fenft 15 Rig. Reklamen die Petitzeile 30 refp. 40 Bfg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen, Seltersweg 82. Fernsprechanschluß Kr. 362. Neueste Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen Der Krieg in Oftafien Wie es scheint, wird die russische Flotte in den oſtaſia ischen Gewässern jetzt wieder größere Tatkraft entfalten. Nach einem anscheinend wohlüberlegten gemeinsamen Plar jat das Wladiwostokgeschwader seinen Hafen verlassen uni jucht die Durchfahrt durch die Meerenge von Korea zu er wingen, während zu gleicher Zeit von den bisher untätig in Port Arthur eingeschlossenen russischen Schlachtschiffen der Versuch gemacht wird, die Blockade zu durchbrechen. Die fühne Kreuzfahrt des Wladiwostokgeschwaders joll bereits zu Zusammenstößen mit japanischen Kriegsschiffen geführt haben. Aus Tokio wird dazu berichtet: Drei russische Kriegsschiffe, die mit Sicherheit als zum Wladiwostokgeschwader gehörig angesehen werden können, wurden östlich der Tschuschimainsel gesichtet. Sie sollen von einem japanischen Geschwader aufgehalten worden sein, und es soll sich ein schweres Gefecht entsponnen haben. Die Insel Tschuschima liegt im südöstlichsten, engsten Teil der das Japanische mit dem Gelben Meer verbindenden Straße von Korea. Daß die Japaner hier versuchen werdert, dem kühnen Feind den Durchgang nach den Gewässern bor Port Arthur zu verlegen, liegt auf der Hand. Es ist deshalb die Nachricht von einer Seeschlacht an dieser Stelle, wenngleich bisher noch keinerlei Bestätigung vorliegt, feines: falls von der Hand zu weisen. Daß es dem Geschwader gelang, den Hafen von Wladiwostok ungehindert zu verlassen, findet nach einer Petersburger Meldung seine Erklärung darin, daß Admiral Togo infolge der Schwächung, die sein Geschwader vor Port Arthur in legier Zeit erlitten, Berstärkungen von der vor Wladiwostok kreuzenden Flottille des Admirals Kamimura herangezogen hat. Infolgedessen fonnte Kamimura den Ausfall der eine beträchtliche Gefechtsstärke repräsentierenden russischen Wladiwostokkreuzer nicht hindern. Seetreffen vor Port Arthur. Mit diesem Vorstoß der Wladiwostofflotte ging, wie schon angedeutet, ein gleichzeitiger der in Port Arthur eingeschlossenen russischen Schiffe Hand in Hand. Darüber liegt aus Tokio der folgende knappe Bericht vor: Die Hafeneinfahrt von Port Arthur ist offen. Der Kreuzer Nowik" fuhr aus dem Hafen heraus und kam ins Gefecht mit den blockierenden Schiffen. Auch zu Lande scheint es bei Port Arthur jetzt zu größeren Operationen kommen zu sollen. Wenigstens weiß ein Bericht des Generalleutnants Baron Stackelberg vom 15. d. M. bon einem sehr heftigen Gefecht bei Wafangou zu berichten, das ziemlich bedeutend gewesen sein muß. Stackelberg meldet: Heute mittag 12 Uhr wurden wir, 6 Werst südlich von der Station Wafangou, angegriffen. Der Gegner machte energische Versuche, unseren linken Flügel zu verdrängen. Die Angriffe des Gegners wurden zurückgeschlagen. Wir behaupteten unsere Stellung. Das erste Regiment, welches sich auf dem linken Flügel befand, erlitt ernste Verluste. Der Regimentskommandeur Oberst Chwastunow und der Regimentsadjutant wurden getötet. General Gerngroß wurde verwundet. Es scheint um das detachierte Korps des Barons Stackelberg, von dem man sich in Petersburg Wunderdinge für den Entsatz von Port Arthur versprach, recht schlecht zu stehen. Eine Schlappe folgt der anderen, und die Gefahr, gänzlich abgeschnitten zu werden, wird für den Generalleutnant immer brohender. Die Politik. Vor einiger Zeit wurde gemeldet, eine Anzahl oberSchlesischer katholischer Geistlicher habe entgegen dem Rat des Rardinals Kopp die von ihnen gegen das polnische Blatt Gornoflonzak" angestrengten Beleidigungsklagen aufrecht er halten. Jetzt veröffentlicht der„ Gornoslonzak" eine Erlärung, in der er die gegen die Geistlichen gerichtete Verdächtigung, die die Grundlage jener Beleidigungsflagen war, zurücknimmt. Das Blatt hatte s. 3t. behauptet, diejenigen oberschlesischen Geistlichen, welche in den letzten fünfzehn Jahren Pfarrer geworden sind, hätten der preußischen Regie. rung versprochen, das oberschlesische Volk zu germanisieren. sett nimmt das Blatt diese Bezichtigung als unbegründe zurück. Die Antwort der Geistlichen auf diese Abbitte dürfte Die Zurücknahme der Klage sein. Die Leute vom„ Gornoslon Bat" aber lachen sich ins Fäustchen. Die Verleumdungen des Blattes gegen die Geistlichen haben im Wahlkampf vollauj ihre Wirkung getan, und wenn sie jetzt auch zurückgenommen werden müssen, so ändert das nichts daran, daß sie ihren Bwed erreicht haben. In einem preußischen Ministerialer laß zur Warenhausfrage wird ausgeführt, daß die in einzelnen Städten ergangenen Polizeiverordnungen, in denen baupolizeiliche Vorschriften für Waren- und Geschäftshäuser getroffen merden, die von der Regierung ausgearbeiteten Noumen häufig noch verschärfen. Die Minister weisen demgegenübe: darauf hin, daß es nicht ihre Absicht gewesen sei, jene tornien zur Grundlage von Polizeiverordnungen zu machen. Die Vorschriften sollten vielmehr nur für die Behörden die Richtschnur bilden, nach der die Entwürfe für neu zu errichtende Warenhäuser u. s. w. geprüft und etwa vorhandene Mißstände beseitigt werden sollten. Es sei nicht ratsam, fiir Warenhäuser jeglichen Umfangs die gleichen Grundsäße in Gestalt bindender Verordnungsvorschriften zu erlassen. Die Regierungen sind ersucht worden, von dem Erlasse derartiger Verordnungen abzusehen und die nachgeordneten Behörden entsprechend anzuweisen. Die allgemeinen Bestimmungen sollen demnächst einer Nachprüfung unterzogen werden. In den leitenden Kreisen der sozialdemokratischen Partei will man jetzt die grobe Tonart, die seit dem Dresdener Parteitage in den Reihen der Revisionisten und Antirevisionisten gang und gäbe war, beseitigen. Der Parteivorstand hat eine Kundgebung erlassen, die die Parteiangehörigen auf fordert, Streitigkeiten miteinander ohne persönliche Gereizt heit und Gehässigkeit auszutragen. Die bisherige Kampfes weise müsse aufhören. Frankreich. + Wieder eine Kulturkampfblüte aus Frankreich: In Dijon sollte dieser Tage der regierungsfreundlich gesinnte Bischof in der Kathedrale die Kommunion leiten und am Eingang der Kirche von deren Pfarrer empfangen werden. Der Pfarrer weigerte sich jedoch, den Bischof zu empfangen, und dieser mußte am Kircheneingang wieder umkehren und begab sich in sein Palais. Die enttäuschten Eltern mußten mit ihren Kindern wieder umkehren. Vor dem bischöflichen Palais versammelte sich eine große Menschenmenge, die Hochrufe auf den Bischof ausbrachte. Es wurde eine Betition unterzeichnet, die die Absetzung des Pfarrers verlangt. Russland. Eine peinliche Geschichte wird in den russischen Hof- und Regierungsfreisen viel erörtert: Die hohe russische Gesellschaft hat über den amerikanischen Gesandten Mac Cornich und deren Gattin den gesellschaftlichen Boykott verhängt. Der Gesandte wohnte bisher in dem Fürst Leuchtenbergschen Palais, einem der glänzendsten Paläste Petersburgs. Fürst Leuchtenberg, der mit der kaiserlichen Familie verwandt ist, hat ihm jetzt die Wohnung gefündigt; der Fürst soll sich geäußert haben: Meine Vorfahren würden sich im Grabe umdrehen, wenn sie hörten, daß ich den Vertreter eines Ruß= Land feindlich gesinnten Landes in meinem Hause wohnen lasse." Die Russen machen dem Gesandten insbesondere zum Vorwurf, daß er als der einzige Diplomat den japanischen Gesandten Baron Kurino bei dessen Abreise aus Petersburg auf den Bahnhof begleitete. Amerika. So hartherzig, ja grausam die Praris erschien, die der Milizgeneral Bell gegen die Streifenden in Colorado anwandte- sie hat jedenfalls Erfolg gehabt. In Colorado herrschen jetzt wieder geordnete Zustände. Die meisten Zechen sind mit nicht der Union angehörenden Arbeitern wieder eröffnet worden. Die ausgeschlossenen Union- Arbeiter gründen in Neumexifo genossenschaftliche Betriebe auf eigene Rechnung. General Bell erklärte, sein drakonisches Vorgehen gegen die anarchistischen Einflüsse unter Anshebung des ganzen Verschworenennestes sei das einzig mögliche Mittel einer schnellen Ordnung der verfahrenen Zustände gewesen. Vielleicht hat er Recht. * ** Hof und Gesellschaft. Das Kaiserpa ar erschien am gestrigen Tode 3. iage Kaiser Friedrichs III. morgens 8 Uhr vom Neuen Palais kommend im Mausoleum, bei der Friedensfirche. Am Sarkophage des Verewigten verweilten Kaiser und Kaiserin längere Zeit in stummer Andacht und legten einen Kranz aus Marschall Niel- Rosen, Seerosen und Lorbeer nieder. Um 12 Uhr erschien die Kaiserin nochmals im Mausoleum mit der Prinzessin Viktoria Luise, die ebenfalls einen Kranz am Sarkophage ihres Großvaters niederlegte. Bom Kronprinzen, von einer Reihe anderer Fürstlichkeiten, von den Offizierkorps verschiedener Regimenter sowie von Militärvereinen waren prachtvolle Kranzspenden übersandt worden. Deutfcher Reichstag. ( 98. Sigung.) CB Berlin, 15. Juni. In der heutigen Sigung, die ausnahmsweise schon um 2 Uhr begann, wurde zunächst der Nachtragsetat für Togo als eine natürliche Konsequenz des Togoanleihegesetzes in erster und zweiter Lesung debattelos angenommen. Die sozialdemokratische Interpellation wegen des preußischen Kontraftбruchgesetes, die da nach an die Reihe kommen sollte, wurde abgesetzt, nachdem der Staatssekretär des Reichsjustizamts Dr. Nie berding sich bereit erklärt hatte, sie morgen namens des Reichsfanzlers zu beantworten. Es folgte nun die zweite Beratung des Gesetzentwurfes betreffend die Rechtsgarantie für die Bahn von Daressalam nach Mrogoro, zu dem ein Kompromißantrag der ganzen Rechten, des Zentrums, der Nationalliberalen und der Freisinnigen Vereinigung vorlag, die Spurweite der Bahn statt auf 0,75 Meter auf 1 Meter festzusetzen und dementsprechend das Garantiekapital zu erhöhen. Die Diskussion eröffnete der Abg. Eugen Richter mit einer nicht übermäßig langen, aber groß angelegten, gegen unsere gesamte Kolonialpolitik gerichtete Rede; aber der alte parlamentarische Sämpe, auf dessen Vortrag körperliche Mattigkeit offenbar einen ungünstigen Einfluß ausübte, fand nicht, wie früher, das Ohr des Hauses. Noch weniger hatten seine Worte überzeugende Kraft. Nur der sozialdemokratische Abg. Dr. Südefum folgte seinen Spuren; die Herren Schrader( fr. Vg.), Graf Arnim( Rp.), Dietrich( kons.), Dr. Svahn ( 3tr.) und Dr. Sattler( nl) traten mit dem Kolonialdirektor Dr. Stuebel für die Vorlage in der Fassung des Kompromiẞantrages ein, der denn auch in namentlicher Abstimmung angenommen wurde. Es waren 232 Abgeordnete anwesend, eine Tatsache, deren Verkündigung das anspruchslose Haus mit so großer Genugtuung erfüllte, daß es sich in lebhaften Beifallsrufen erging. Nicht lange aber dauerte es, dann bot der Saal wieder das gewöhnliche Bild, das eigentlich das ungewöhnliche sein sollte; ein Mitglied verschwand nach dem andern, und die Abgeordneten, die in der zweiten Beratung des Servistarifgesetzes das Wort ergriffen, sprachen vor Tooron Mänken. Preussifcber Landtag. Haus der Abgeordneten. ( 82. Sigung.) RK Berlin, 15. Juni. Bei der Hundstagshize, die heute im Sizungssaale der zweiten preußischen Kammer herrschte, kann man es den Volksvertretern nicht übelnehmen, wenn sie nicht allzu großen Arbeitseifer zeigten und so bald als möglich ins Freie zu gelangen suchten. Auf der Tagesordnung stand die zweite Beratung des Ausführungsgesetzes zu dem Reichsgesetz betr. die Bekämpfung gemeingefährlicher rankheiten. Es gab eine kurze Debatte, der konservative Abg. v. Kölichen beantragte Zurückverweisung an die Kommission, und trot des Widerspruchs des Kultusministers und der Reden der Linken beschlossen Konservative und Zentrum nach dem Antrage v. Kölichen. Dann vertagte sich das Haus. Nab und Fern. Gine menschliche Bestie wurde zu Speyer in der Person der 25 Jahre alten Ehefrau des Scherenschleifers Heinrich Siegler wegen Mordes verhaftet. Die unnatürliche Mutter hatte ihr kränkliches dreijähriges Mädchen in einem Bettchen im Schlafzimmer liegen. Das arme Wesen rief in der Nacht die Mutter mehrmals um Hilfe an. Ueber diese Störung war die Frau so böse, daß sie das Kind aus dem Bettchen riß und dann mit aller Wucht gegen die Wand schlug, daß es sehr schwere Verlegungen davontrug. Dann legte sie das Kind wieder ins Bett und umwickelte seinen Kopf mit einem dicken Kleide, so daß es bald darauf erstickte. Hinrichtung. Die furchtbare Bluttat, der am zweiten Neujahrstage der 15jährige Kontorlehrling Jurk von der Firma Gründer u. Ko. in Peiß zum Opfer fiel, hat jetzt ihre Sühne gefunden. Der Raubmörder Hermann Dippel, welcher wegen dieser Tat vom Schwurgericht in Cottbus zum Tode verurteilt worden war, ist im Hofe des dortigen Zenralgefängnisses durch den Scharfrichter Schwiezke aus Bresau enthauptet worden. Der der Mitschuld angeklagte Bruder des Raubmörders, Paul Dippel, wurde, da er noch nicht das 18. Lebensjahr vollendet hatte, seiner Zeit zu der für jugendliche Verbrecher höchsten Strafe von fünfzehn Jahren Gefängnis verurteilt. Unglücklicher Zufall oder Nache? In Ingelfingen bei Niederhall erschoß der Landjäger Braus die Gastwirtin Glock. Wie Braus angibt, ist ihm der Schuß aus Unvorsichtigkeit beim Vorzeigen von Gewehrgriffen losgegangen. Nach einer andern Darstellung aber handelt es sich um einen Racheakt des Landjägers, dem allerdings nicht die Person, der er galt, zum Opfer gefallen ist. Braus soll früher vergebens um die Hand von Frau Glocks Schwester angehalten haben. Am Polterabend der Schwester soll er nun beim Weggehen, als Frau Glock und der Bräutigam der Schwester im Haus. flur standen, einen Schuß abgegeben haben, der dem Bräutigam galt, statt seiner aber Frau Glock tötete. Schwerer Unfall auf der Pariser Straßenbahn. In der Avenue Gambetta zu Paris stießen zwei Wagen der elek. trischen Straßenbahn, die in voller Fahrt befindlich waren, zusammen. Zehn Passagiere wurden dabei verletzt, darunter brei schwer. Boberneut ein ann lei, mit dem fich repen taffe und unter deffen Verwaltung. lich einzurichten als möglich. ohne fein weiteres Butun besorgt worden war, und zwar in raschung hatte er gefunden, daß die schlimmste Arbeit schon gelaffen hatte, war feine erste Sorge die, sein Haus so behagBu feiner angenehmen Ueberin feiner neuen Residenz niederSobald fich Cherige beffer werden würden. cuftande gecuropäischer Pics bie rat geschehen, fo hätte ihr borſtellten wäre dem Finger nach der Richtung Hand ab und meinte, man müsse ein Auge zudrücken. hob er lächelnd den müden Blick zu ihr empor und wies mit Russudan ihm den Zorn des Propheten in Aussicht stente, Drt wehrte er ihre Vorstellungen beschwichtigend mit der das intai in in der has ferne Ponitanober übel recht Als geben müffen; aber hier diefoto ber Welt gelegenen Die Zeit ist allezeit bereit, Nimmst du sie nur, so hast du sie. Mimmst du sie nicht, du hast sie nie, Du fagft, bu abeft teine Beit; O Huf Urlaub. war. faum einem Jahr!" Sie beide hatten sich Urlaub fäme, zum erstenmal. daß der Sohn des reichen Müllers Kern zu Pfingsten aut Und denft euch bloß: Gefreiter ist er geworden, nach Kern war ihr Nachbar, und ihr Freund seit vielen recht darüber gefreut, Beit jenem Abend, wo der Vater bei Tisch erzählte, Jahren. Müller denn der Gerechte Strafe. Der Zeichenschänder von Debisfelde, der sich an der 14jährigen toten Tochter des Gastwirts Müller bestialisch verging, hat seine verruchte Tat schwer zu büßen. Er hat sich eine Blutvergiftung durch Zeichengift zugezogen und liegt in der Göttinger Universitätsklinik Hoffnungslos darnieder. A Die Eifersucht. Als der Mann, der den Gutsbesitzerssohn Ackermann bei Regenstauf vom Rade herabschoß, wurde der Bauerssohn Niedermeyer aus Neuhof ermittelt und verhaftet. Die Tat geschah aus Eifersucht. In Worff a. D. führte ein Eifersucht zwist zwischen den Bauernsöhnen Peter und Johann Schuß zu einem Brudermord. Der ältere Bruder schlug dem jüngeren, der von der gemeinsam verehrten Dorfschönen bevorzugt wurde, im Streit den Schädel ein. Prophet Elias" boykottiert. Nach seinem mißglückfen Kreuzzug in Berlin hat den Propheten Elias", Alexander Dowie, in London ein nod größeres Mißgeschick betroffen. Sämtliche großen Hotels veriveigerten ihm die Aufnahme. Schließlich konnte Dowie dennoch unter falschem Namen im Hotel Cecil unterkommen, wurde jedoch bald erkannt und morgens aus dein Hotel ausgewiesen. Die Ursache dieses Boykotts sind persönliche Schmähungen, die sich Dowie gegen die Person des Königs Eduard bei jeder Gelegenheit zuschulden kommen licß. Wegen dieser Beleidigungen wurde Dowie schon wiederholt von loyalen Engländern mit körper. licher Züchtigung bedroht, und es wurde vielfach angenom men, daß ihm eine solche während einer Serie von Predigten, die in einer kleinen vorstädtischen Privatkirche nur vor Ge ladenen begann, wahrscheinlich zuteil werden könnte. Die Polizei bewachte infolgedessen diese Privatkirche von außen durch ein über vierzig Mann zählendes Aufgebot, während Dowie, derart gegen Mißhandlungen geschützt und wohl vissend, daß England das Verbrechen der Majestätsbeleidi gung nicht fennt, im Innern der Kirche mutig König Eduard veiter angriff. Jus dem Gerichtsfaal. § Aufklärungen über die Beziehungen des Freiherrn von Mirbach zur Pommernbank wurden von diesem selbst in der letzten Verhandlung gegeben. Er war auf seinen Wunsch als Zeuge geladen worden und bekundete, daß er nur 175 000 Mark von den Angeklagten für wohltätige Zwecke erhalten habe, die er nur auf die nachdrückliche Versicherung hin angenommen habe, daß sie aus deren Privatvermögen stammten. Freiherr von Mirbach ließ sich des näheren über die einzelnen Posten aus. 150 000 Marf erhielt er im August 1900, nachdem er die besten Auskünfte über die Geber bekommen hatte. Im November weitere 25 000 Mark als erste Rate einer Stiftung von 350 000 Mark, die aber in Wirklichkeit nie gemacht worden ist. Seine Quittung über den Rest von 325 000 Mark habe nur dazu gedient, das Konto aufzulösen. Als die Schwierigkeiten der Pommernbank bekannt wurden, habe er den Stiftern erklärt, daß angesichts dieser Schwierig feiten auf diese Stiftung unter allen Umständen verzichtet werde und das Konto als gelöscht zu betrachten sei. Die Herren fügten sich nur mit Widerstreben. Auf eine Frage des Präsidenten versichert Frhr. von Mirbach, daß an die Hergabe der Gelder keinerlei Bedingungen geknüpft waren. Zeuge Geheimrat Budde erklärt ausdrücklich, daß es für ihn zweifellos feststehe, daß Herr von Mirbach nur 175 000 mt. erhalten habe, wie er bekundet. § Zwischen Mutter und Tochter. In Kopenhagen wurde ein Schuhmachermeister zu 18monatiger Zuchthausstrafe verurteilt. Er hatte als sein eigener Doppelgänger unter verschiedenem Namen gleichzeitig mit einer Frau und deren Tochter ein Verhältnis unterhalten, das in beiden Fällen nicht ohne Folgen blieb. Die verwickelten Liebschaften des Schusters würden vermutlich straflos verlaufen sein, wenn er nicht die Dummheit gemacht hätte, einen Eid darauf zu schwören, daß er nur die Mutter und nicht die Tochter geliebt habe. Kumit und auffenfchaft. FC Sprache und Zunge. Während man noch vor kurzem allgemein annahm, daß die Sprache nur durch Vermittelung einer vollkommenen Bunge möglich sei, ist man neuerdings zu der Ueberzeugung gekommen, daß man auch ohne Zunge sprechen kann. Kürzlich wurde berichtet, daß eine Frau sich in einem Anfall von Geistesstörung die Zunge ausgerissen hatte. Trotzdem blieb ihr die Sprache fast unbeeinträchtigt Der Wildhirt. Eine oberhessische Dorfgeschichte von J. Becker. ( Fortsetzung) „ Is d's Elsche da?" ,, Drin in der Stube" ( Nachdruck verboten.) Merte's Frau ging hinein. Da saß das Elschen neben dem Ofen und strickte. ,, Elsche," sagte sie ,,, ich weiß doch, daß Du den Pierersch' Hangcurt gern gehabt bast?" Das Mädchen nickte schwermüthig. ,, Heut Abend is er hier." Elschen sperrte den Mund auf. Das is doch nit wahr, Merte's Frau! Wie könnt' da der Hangcurt heut Abend hier sein! Der is ja in Amerika oder Gott weiß wo." „ Närrche! Ich hab' doch mit ihm gesprochen ir der Stadt, wo ich eben herkomm'. Er is mit' nem Haufen Amerikaner da, die all'' rauskommen sein, um ihre Verwandte zu besuchen.' sein noch' n paar aus'm Dorf d'rbei." ,, Und's is wirklich wahr?" fragte Glschen erglühend ,, Wie sah er da rus?" " Noch hübscher wie früher. Er hat' n strammen Bart im Gesicht, und das is braun. Ich sag Die, wenn D'n siehst's is' n Staat!" ,, Hat er da nichts g'sagt?" " Na, er sollt nichts sage! Er war froh, daß er mich traf, da er hat mir aufgetragen, nur Dir und seiner Mutter zu sagen, daß er fäm', sonst niemand." erhalten. Jetzt teilt in einer englischen wissenschaftlichen Zeitschrift ein Dr. Talbot mit, daß sich in Annam häufig Fälle von Selbstverstümmelungen durch Abbeißen oder Abreißen der Zunge ereignen, ohne daß die Betreffenden, wenn sie trotz des Blutverlustes am Leben bleiben, im Gebrauch der Sprache wesentlich behindert sind. Niemals ist der Fall beobachtet worden, daß völlige Stummheit eintrat. Nur ein Fehler der Aussprache ist zuweilen wahrnehmbar, nämlich der Ersatz der weichen Zischlaute durch die schärferen S- Laute. Allerdings erstreckt sich die Verstümmelung fast immer nur auf das vordere Drittel der Zupae. Vermischtes. [ Das Neueste von Johann Orth,] dem verschwundenen österreichischen Erzherzog, will ein Würzburger Blatt erfahren haben. Es tischt seinen Lesern die Mär auf, daß Johann Orth an seine Schwester, die Prinzessin Ludwig von Bayern, ein Schreiben gerichtet habe, in dem er ihr im Vertrauen mitteilt, daß er der Oberbefehlshaber der japanischen Armee ist. Sein Inkognito werde er demnächst lüften. Das geht denn doch über die längste Seeschlange! [ Ausstand im Elisée.] Präsident Loubet hat außer der gespannten politischen Lage in Frankreich noch etwas anderes, was ihm Kopfschmerzen verursacht: Man befürchtet allen Ernstes einen regelrechten Ausstand im Elisée. Die Angestellten des Präsidentschaftspalastes, die im Dienste des Staates stehen, haben ein Syndikat gebildet, Statuten aufgestellt und einen Vorsitzenden gewählt. Sie sind unzufrie den und beklagen sich hauptsächlich darüber, daß die Arbeit, die sie leisten müssen, schlecht verteilt ist. Deshalb verlangen se eine Lohnerhöhung, und wenn das Unterrichtsministe rium, von dem sie abhängen, ihnen diese nicht bewilligt, so wird das Elisée die Freuden des Ausstandes kosten. Das Personal des Elisée besteht, wie bei dieser Gelegenheit bemerkt sei, aus zwei Kategorien. Die erwähnten Staatsarbeiter sind etwa 15 Diener, 3 Portiers, einige Tapezierer, 1 Silberaufseher und etwa 2 Polizisten. Das Reibpersonal des Präsidenten umfaßt 8 Lakaien, 5 Portiers, 3 Bureau diener, 2 Köche, 2 Hilfsköche, 7 Kutscher und Stalldiener, und hängt ausschließlich vom Präsidenten ab, über den es sich nicht zu beschweren hat, denn Herr Loubet ist die Gute selber und in jeder Beziehung„ tres sage"( sehr gut). [ Ist Flirten ein Verbrechen?] Die amerikanische Einwanderungskommission hat sich manchmal mit sonderbaren Fragen zu befassen. So mußte neulich der Kommissar Williams in Newyork darüber entscheiden, ob„ Flirten" seitens hübscher Passagierinnen an Bord eines Schiffes ein Vergehen sei. Carlotta Fragano, eine Passagierin der dritten Klasse, die auf dem Dampfer Königin Luise" des Norddeutschen Lloyds ankam, wurde von Inspektoren der Einwanderungsbehörde vor den Kommissär nach Ellis Island geführt, weil einige ihrer Mitpassagierinnen sie beschuldigten, sie habe während der Reise stark geflirtet. Carloitas Bruder der sie begleitete, erhob Einspruch gegen die Anklage und behauptete, die anderen Frauen und Mädchen seien mur eifersüchtig gewesen, weil Carlotta bei den jungen Leuten an Bord des Dampfers so sehr beliebt gewesen wäre. Carlotta fragte, ob der Flirt in Amerika etwa als ein Verbrechen angesehen wäre. Kommissär Williams entschied, daß dies nicht der Fall sei, und entließ Carlotta ohne Vorwurf. [ Die Tageszeitung auf dem Ozean.] Auf dem großen Ozean dampfer„ Campania", der dieser Tage aus England mit dem Erfinder der drahtlosen Telegraphie Marconi an Bord in Newyork anlangte, konnten die Passagiere zum ersten Mal während der ganzen sechstägigen Fahrt jeden Morgen zum Frühstück eine Zeitung mit den neuesten, auf drahtlosem Wege eingelangten Depeschen über die Vorgänge in Europa, Amerika und auf den Kriegsschaupläßen in Ostasien und Tibet lesen. Diese Depeschen wurden während des ersten, 2300 Meilen langen Teiles der Seefahrt von der großen Marconi- Station in Poldhu an der Westküste Englands übermittelt. Später famen drahtlose Telegramme von den amerikanischen Marconi- Stationen bei Nantucket, Rap Breton und Kap Cod. Insgesamt wurden täglich 780 Nummern dieser eigenartigen Zeitung, welche„ CunardBulletin" genannt ist, gedruckt, die zu Liebhaberpreisen von Sammlern aufgekauft wurden. Der Originalpreis per Nummer war bloß fünf Cents, gleich 20 Pfennig. In Newgork bespricht man bereits die Wahrscheinlichkeit, daß das Cunard- Bulletin" demnächst auch die Kurse der wichtigsten Wertpapiere und Waren an den amerikanischen und europäischen Börsen enthalten dürfte. Die Cunard- Compagnie beschloß mit Hinblick auf den Erfolg des Erperiments, ähnliche Tagblätter nunmehr auf ihren sämtlichen Ozeandampfern zu publizieren. Seim Vater und sein Brüdern nit?" " Davon hat er wenigstens nichts gesagt." " Da muß ich doch gleich zu Pierersch Frau hingehn." " Ja, und ich will fortgeh'n und's ihr als sprechen." Merte's Frau nahm ihren buntgeblümten Storb wieder auf den Kopf und ging fort. Elschen folgte ihr bald nach. Dann fand bei Pierersch F au eine lange geheimnißvolle Unterredung statt. Es wurde beratschlagt, was in der Eile all' zu beginnen sei. Frau Glohr zog ihre beiden Söhne in's Vertrauen, die mußten in die Stadt, um den Hangcurt abzuholen, wobei sich noch etliche der Bekannten Hangcurt's, denen sie alles unter dem Siegel der Verschwiegenheit sagten, mitnahmen. Dann gings in der Kan ein Kochen, Braten und Backen, wobei das Elscher tüchtig half. Es war ein Glück, daß sich der draußen im Feld befand. Als er nach Hause fam, war er ganz erstaunt über die„ Unmüßigkeit", die er antraf. Da ihm seine Frau nur furze Anworten gab, so ließ er es dabei und ging ins Dorf. Er war der Meinung, sie habe den Einfall bekommen, heute Abend einmal ein ganz besonders gutes Abendessen herzu: richten, womit er schon einverstanden war. Bis der Abend heranrückte, war alles soweit fertig Salat, gebratene Wurst, Kreppeln und so weiter. Ein großer Krug stand bereit, den das Elschen zu Haus mit Bier so oft füllen wollte, als er leergetrunken wurde. Damit aber waren die Vorbereitungen noch nicht beendigt. Elschen war nach Hause gchuscht und fam alsbald im Sonntagsstaat, das buntgestickte Stülpchen auf dem Kopf, dessen breite bunte Bänder von der Stirne aus den Rücken binunterhängend- so sah es 1 X Der Gro hemen Forftrat S § Das Großb [ Ein Weltskatkongreß] hat in St. Louis gezählte Runden gekloppt". Ungefähr 1000 Statspie aus aller Herren Länder maßen in dem vom Nordamerit, nischen Statverband veranstalteten Turnier ihre Kräfte. Amerika ist der Stat nicht bloß unter den Deutschen, sonder auch den echten Nankees verschiedenster Herkunft ungemer verbreitet und beliebt. Und als ein Deutscher in einem Bie Worte zuseufzte:„ Wenn wir jetzt einen dritten Mann hätter fönnten wir einen Skat dreschen", da bemerkte ein zufäll inwesender Neger in deutscher Sprache:„ Wenn die Herr nichts dagegen hätten, würde ich gern den Dritten machen Und er spielte meisterhaft, der farbige Gentleman. D Sfatwettkampf in St. Louis wurde im Kollosseum, in der jewaltigen Halle ausgefochten, in welcher der Nationa konvent der demokratischen Partei zusammentreten wird, un den Präsidentschaftskandidaten aufzustellen. Man stritt um 147 fostbare Preise, die meist von St. Louiser Geschäfts. leuten gestiftet waren. Den ersten Preis bildete ein von dem Brauherrn Adolphus Busch gestifteter kleiner Steinway. Flügel im Werte von 1000 Dollars, während die Hamburg Amerifa- Linie eine Anweisung auf eine Fahrt nach Euroba und zurück zur Verfügung gestellt hatte. Unter den Preis. jewinnern befand sich ein Bur aus Johannesburg, welcher auf der Ausstellung bei der Veranschaulichung des Buren rienes mitwirkt. lokal in der Weltausstellungsstadt einem Landsmanre gegeben am 14. Ju § Herausforderung zum Zweikampf. Der Landtagsabge orduce Dr. Jänecke wurde vom Kriegsgericht Hannover wegen Herausforderung des welfischen Reichstagsabgeord neten v. Hodberg zum Zweikampfe zu vier Tagen Festungs. haft verurteilt, Volksversicherungen. Ausführung der Rai 1897( Reichs- Bef ber§§ 135 bis 139, auf die Wertflät tonfettion, und 6.62), betreffend bie A Mehrere den jüngsten Tagen auf Montag ftattet Wirtschaft eine Nacht wurde in dem Geschäfts eingebroch nur geringe Beute Nacht auf Mittwoch verfucht. Verh mädchen wegen Die Das gr Sportplag zu veranstaltet und S ganz besonders den Chancen, an dem für diefelben eigens offen für Fahrer au fpurigen Motoren hingewiefen, daß bi abends 6 Uhr, die Gießen erfolgt feir in jüngster Zeit beweift die fürzlic furt- Berlin und Bennett- Renmen fi Kontrollstationen A Der C bis auf den letter jeder Weise den E Leiftungen( Kraftü und an den Ring und Käthchen wirfte das Auftr Siron, während d unter langweilig zwischen Herrn und Herrn Aug nach ca. zwei wobei sich der G zuzog. Die Auff Von fachmännischer Seite wird uns geschrieben: Der Prozeß der Versicherungsgesellschaft Viktoria zu Berlin gegen ihren ehemaligen Agenten Agai wegen Beleidigung würde die Allgemeinheit nicht weiter interessieren, wenn nicht hierbei die Frage der Volksversicherungen eine leb. hafte Erörterung gefunden hätte. Die Viktoria war bekannt lich die erste Versicherungsanstalt, die eine Volksversicherung in großem Stile ins Leben rief. Es ist nun die Frage, ob eine solche Versicherungsart im ganzen nußbringend ist für die Bersicherten, oder nicht. In versicherungstechnischen Kreisen ist man sich darüber jedenfalls noch nicht einig." So wünschenswert es ist, wenn auch den weniger bemit telten Kreisen eine Gelegenheit zu einer Ersparnis in Form einer Versicherung geboten würde, und so erfreulich es wäre, wenn hierzu ein geeigneter Weg gefunden würde, so zweifelhaft scheint es doch, ob Volksversicherungen diese Aufgabe erfüllen. Diese haben entschieden zwei in die Augen sprin gende Mängel. Der Apparat arbeitet zu teuer und die Vermögenslage der Versicherten gestattet nicht immer die vertragliche Durchführung der Prämienzahlung und schließt daher durch den Verlust der Berechtigungen auf einen Teil oder die sämtlichen eingezahlten Beiträge Vermögensschädi gungen in sich ein. Die Einziehung der Beiträge und das bureaukratische Betriebswerk verursacht ganz erhebliche Ausgaben, ebenso die Provisionen für die Versicherungsabschlüsse. Das Ganze verschlingt einen erheblichen Prozentsatz der Prämien. Der privatwirtschaftliche Nutzen, der betreffenden Versicherungsgesellschaften wäre zweifellos auch nur ein geringer, wenn die Versicherten nicht wieder zu einom großen Teil aus Leichtsinn oder Notlage ihre Prämienzahlungen einstellten und dadurch ihres Rückforderungsrechtes für die sämtlichen, oder einen großen Teil der einge zahlten Beträge verlustig gingen. Diese Verluste bilden die Bilanzverbesserungen der Gesellschaften. Aus dieser Sachlage ergibt sich für das Publikum die Not wendigkeit, unter keinen Umständen leichtfertig Verträge abzuschließen. Leider sind die Versuchungen hierzu nicht lein ,, denn durch die Volksversicherungen ist das Erwerbs leben mit einem Heer von Agenten überschwemmt worden, die es an Lockungen, Versprechungen und Verführungs fünften nicht fehlen lassen. Die Volksversicherung soll durch die Zwangsform der Prämienzahlung die Sparkasse erseßen und eignet sich daher nur für solche Personen, die zwar eine nach menschlichem Ermessen sichere und nicht allzu sehr schwankende Einnahme, aber nicht die Selbstzucht zum Sparen haben, nicht aber für alle jene Kreise, die den wechselnden Konjunkturen des Geschäftslebens unterworfen sind. Für diese ist und bleibt die Sparkasse noch immer die beste Form der Rücklagen für das Alter und die Hinterbliebenen allerliebst aus. Aber auch Frau Glohr hatte sich fest= mäßig herausgestutzt. Die Tische waren mit weißem Leinen gedeckt, Lichter standen darauf. Da trat der Pierer ein. " Zum Teufel, was haben die Weibsleut' vor?- was is da los?" „ Wirst's gleich seh'n," sagte seine Frau. Die Nacht war schon hereingebrochen, da wurde unten im Dorfe Gesang bernehmbar. Elschen und Frau Glohr setzten sich nebeneinander. Es sah so aus, als gehörten sie zusammen. Jedem pochte das Hez gar gewaltig. Frau Glohr fiel eine Träne aus den Auge in den Schoß. ' s kömmt wohl Besuch?" fragte der Pierer. " Ja, und was für einer! Gleich wird er da sein" Der Gesang tam näher und jetzt zogen die Singenden in den Hof ein. Hier verstummte er, und man hörte Fußtritte, als ob eine Anzahl Leute draußen seten. Frau Glohr hielt die Hand aufs Herz gepreßt und Elschen sah mit erglühendem Gesicht vor sich nieder. Die Türe ging auf und da trat er herein, der so sehnlich Erwartete, hinter ihm tauchten noch ein Dutzend Gestalten auf. Der Moment war erschütternd. Die unendliche Liebe des Mutterherzens, die unbegrenzt Liebe der holden Jungfrau traten machtvoll und rührend in die Erscheinung. Es war ein schöner Mann, der da in der Türe stand und wie festgebannt stehen blieb. Ein dunkler Vollbart überschattete ein von Gesundheit strohendes gebräuntes Gesicht, den Kopf bedeckte ein mächtige Südwester. Schluß folgt Afrikaner zu ring merken, er habe unter feiner Wür entfchuldigte der B Worten: Das Musteln wie das heute Abend im 20 Bentner) pro fampf auf. A Für die Rennen anfel die von Gießen Stelle befindet wiesbach am Rennstrecke und fernung bis zu überschauen. D nach 6 Uhr da werden. Jedod sehen, nur nic Wirt wird wäh Blage errichtet Am S haus Zum we Versammlu berbandes Oberstleut handlungen wu So zu bed Cas Brotpreis in St. Rous hr 1000 Gla m vom Nordo nier ihre Strate Den Deutiden i Serfunit un uticher in einem Lokales. 16. Juni 1904. × Der Großherzog empfing am 15. Juni den hermen Forstrat Hiyer von Gießen. § Das Großh. Regierungsblatt Nr. 19, ausgeben am 14. Juni, enthält u. A. eine Anweisung zur Ausführung der Kaiserlichen Verordnungen vom 31. Mai 1897( Reichs- Ges tbl. S. 459), betreffend die Ausdehnung der§§ 135 bis 139,§ 139 b der Gewerbeordnung auf die Werkstätten der Kleider- und Wäschetonfettion, und vom 17. Februar 1904( Reichs- Gesezbl. 6. 62), betreffend die Abänderung dieser Verordnung. nem Landsman dritten Mann bemertte ein e: Wenn die den Dritten ma ge Gentleman m Stollosseum,& elcher der Nat mmentreten mir Men. Man it St. Louiser Gej e bildete ein bon r fleiner Ste ährend die Ham Fahrt nach Ga e. Unter den ohannesburg, aulichung des Der Landtags tegsgericht Han n Reichstagsabge bier Lagen Fe gen. geschrieben: Da A Mehrere strafbare Handlungen sind in den jüngsten Tagen in Gießen vorgekommen. In der Nacht auf Montag statteten Diebe einer außerhalb gelegenen Wirtschaft einen Besuch ab und in der verflossenen Nacht wurde in dem alleinstehenden Komptoir eines anderen Geschäfts eingebrochen. In beiden Fällen fiel den Dieben nur geringe Beute in die Hände. Ferner wurde in der Nacht auf Mittwoch in der Wirtschaft ein Brand zu legen Verhaftet wurde gestern Abend ein Dienstversucht. - mädchen wegen Diebstahls. + Das große Radwettfahren auf dem Sportplag zu Gießen, welches von den„ Wanderern" veranstaltet und Sonntag, den 26. Juni, stattfindet, bietet gamz besonders den einheimischen Motorfahrern sehr günstige Chancen, an dem Rennen sich zu beteiligen. Wer an dem für dieselben eigens angefeßten Motorrennen( 6000 Mtr.) offen für Fahrer aus Stadt und Kreis Gießen mit nur einpurigen Motoren sich beteiligen will, sei nochmals darauf hingewiesen, daß bis spätestens Montag, den 20. Juni, abends 6 Uhr, die Anmeldung beim Herrn Hotelier MundGießen erfolgt sein muß. Inwiefern gerade dem Motorrad in jüngster Beit erhöhtes Interesse entgegengebracht wird, beweist die fürzlich stattgefundene Motorrad- Fernfahrt Frankfurt- Berlin und auch bei dem bevorstehenden GordonBennett- Rennen sind Motorfahrer in erster Linie an den Kontrollstationen postiert. ria zu Berlin Beleidigung wir , wenn nicht b erungen eine Vittoria war bet eine Bolfsverjider ist nun die Frage nubbringend rungstedmijchen nicht einig. hden weniger b r Ersparnis in form So erfreulio hire Sen würde, so weifel ungen dieje Suite in die Augen i zu teuer und die B nicht immer die ber ahlung und fl ungen auf einen äge Vermögenscha Der Beiträge und de acht ganz erhebli ür die Versicherung men erheblichen r fchaftliche Wuben, der wäre zweifello nicht wieder flage ihre Prämi res Rückforderurg oßen Teil der eing e Verluste bilden as Publikum die N leichtfertig Vert hungen hierzu ni en ist das Grivers Serschwemmt worde und Verführungs erficherung soll da ie Spartaffe erf ionen, die zwar nicht allzu Die Selbitzucht Treise, die den me s unterworfen fin toch immer die b die Hinterblieben he hatte fig aren mit wei f. Beibeleut bole Frau. rochen, da w ar. Elschen Ee fah fo pochte das Träne aus der Pierer. wird er da j zogen die mte er, und l Leute drau Herz geprest bor fich niede er herein, der nod ein Dug erschütternd die unbegre boll und rühre ba in der eb. Ein bunk dheit ftrop te ein mädti Schluß ▲ Der Cirkus Wallenda war gestern Abend bis auf den letzten Plaß besetzt. Das Gebotene entsprach in jeder Weise den Erwartungen. Besonders exakt waren die Leistungen( Kraftübungen) von Fräulein Anna am Trapez und an den Ringen, sowie auch die der Geschwister Anna und Käthchen Ballenda als Equilibristinnen. Erheiternd wirkte das Auftreten des englischen Spiritisten Brothers Siron, während die Späße zwischen Clown und August mitunter langweilig waren. Interessant war der Ringfampf zwischen Herrn Arthur Janson( Eingeborener Amerikaner) und Herrn August Schneider zu Gießen. Ersterer wurde nach ca. zwei Minuten langem Ringen regelrecht besiegt, wobei sich der Sieger Schneider eine klaffende Kopfwunde zuzog. Die Aufforderung, mit dem sehr kleinen schwächlichen Afrikaner zu ringen, lehnte Herr Schneider ab mit dem Berierten, er habe den großen regelrecht besiegt und finde es unter ſeiner Würde, mit dem kleinen zu ringen. Später emtschuldigte der besiegte Amerikaner seine Niederlage mit den Worten:„ Das deutsche Mann ist das starkste Leut, hat Muskeln wie das Tisch." Herr August Schneider wird sich meute Abend im Cirkus Wallenda als Lastträger( bis zu 20 Bentner) produzieren und fordert dabei jeden zum Ring tampf auf. A Für diejenigen, die sich das Gordon BennettRennen ansehen wollen, tönnen wir eine Stelle empfehlen, die von Gießen aus nicht allzuschwer zu erreichen ist. Die Stelle befindet sich auf der Höhe diesseits von Gräfen wiesbach am Wolfsgalgen. Der Platz liegt an der Rennstrecke und kann man die Strecke bis auf eine Entfernung bis zu 3/4 Stunden in der Richtung nach Usingen überschauen. Die Besucher müssen morgens 6 Uhr oben sein, mach 6 Uhr darf die Schaussee nicht mehr überschritten werden. Jedoch ist auch diesseits der Chaussee etwas zu sehen, nur nicht so günstig. Von einem Grävenwiesbacher Wirt wird während des Rennens eine Restauration auf dem Plage errichtet werden. Am Sonntag fand in Groß- Umstadt, im Gasthaus" Zum weißen Roß" die diesjährige Delegierten Versammlung des hessischen Landeskriegerverbandes„ Hassia" statt. Den Vorsiz führte Herr Oberstleutnant v. Cramolini; vor Beginn der Verhandlungen wurden an den Kaiser und den Großherzog BeSonnenschirme jezt zu bedeutend herabgesetzten Preisen. Casseler Schirmfabrik Giessen, Seltersweg 9. ¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤ Für Bäder! Brotpreis- Formulare hält stets am Lager grüßungstelegramme abgesandt. Verbandsschriftführer Medi-| zinalrat Dr. Vogt- Bußbach teilte mit, daß sämtliche 38 Bezirke des Verbandes mit 2116 Stimmberechtigten vertreten sind. Aus dem Rechenschaftsbericht ergibt sich, daß der Hassia im letzten Jahre 16 Vereine mit 820 Mitgliedern neu beigetreten sind. Die Hassia zählt nunmehr 887 Lokalvereine mit rund 60000 Mitgliedern. Dr. Vogt empfiehlt, daß sich in Gemeinden, wo zwei oder mehrere fleinere Kriegervereine beständen, diese zu einem träftigen Vereine verschmelzen möchten, ähnlich, wie dis lezthin in Wallertheim geschehen sei. Hierauf gelangen die Bonifitationen der Versicherungsgesellschaften Providentia"," Zürich" und" Deutscher Anker" zur Verlesung. Die Providentia leistete im abgelaufenen Jahre 18772.75 Mt. Bonifitation an die Hassia, das ist 1480 Mt. weniger als im vorhergegangenen Jahre, ein Umstand, der durch die stärkere Inanspruchnahme der Kasse durch Brandschäden bedingt ist. Das Jahrbuch des Verbandes, der Hassiakalender, wurde im abgelaufenen Jahre in zirka 43000 Exemplaren abgesetzt. Bei der Wahl von drei Präsidialmitgliedern werden von den drei ausscheidenden Mitgliedern Gernsheim, Lahr und Sandmann die beiden ersteren per Afflamation wieder gewählt und an Stelle des Landgerichtsrat Sandmann Lehrer Will- Lauterbach neu gewählt. Bezüglich der Unterstüßung der Waisen von ehemaligen Kameraden teilt Major Bed- Darmstadt mit, solche Kinder einkommen sollen, da die Kasse hierfür genügende daß die Vereine immer mehr noch um Unterstüßungen für Mittel habe. Seitens der Zürich" flossen dem Verbande 2396.63 Mt. in Gestalt von Bonifitationen zu. Nach Erledigung des geschäftlichen Teils schritt die Versammlung zur Beratung und Beschlußfassung über die verschiedenen zur Tagesordnung gestellten Unträge des Präsidiums. Nach eingehender Begründung wurden sämtliche Anträge mit erfreulicher Einmütigkeit, teilweise unter kleinen redaktionellen Abänderungen angenommen, so auch der Antrag des Herrn Bigarren- Fabrikanten Auler ins Bensheim betreffend die Vermehrung der Zahl der Präsidialmitglieder von 12 auf 15. Auf Vorschlag des Herrn Major Beck wird in erster Linie Graf Oriola- Büdesheim dazu ausersehen. Der Antrag, die Beiträge der Kameraden von 10 auf 20 Pf. zu erhöhen, wird angenommen, ebenso der Erhöhung der Eintrittsgelder auf 40 Pf. pro Kopf vom 1. Januar 1905 ab, zugestimmt. Die Frage der Errichtung eines hessischen Kriegerheims wird als noch nicht spouchreif auf den nächſtjährigen Delegiertentag, der in Laubach abgehalten wird, zurückgestellt. Die drei kleineren Bezirke Laubach, Lich und Hungen sollen zu einem Bezirksverein„ Solms" verschmolzen werden, während der Bezirksverein Wimpfen wegen seiner exponierten Lage aufgelöst wird. Vor Schluß der sehr umfangreichen Tagesordnung verlas der Vorsitzende das inzwischen von dem Großherzog eingelaufene Telegramm:„ Dante Ihnen und der Hassia" herzlichst für freundliche Grüße. Ernst Ludwig." mit einem Hoch auf Kaiser und Großherzog schloß der Vorsitzende um 1 Uhr die Versammlung. × Ein Vandale wurde von der Straffammer zu Mainz in der Berson des 20 jährigen Knechts Joh. Scheu abgeurteilt. Er war beschuldigt, gemeinschaftlich mit einem anderen Burschen auf dem Wege von Bermersheim nach Lonsheim einer Anzahl Bäumchen die Krone abgebrochen zu haben. Das Schöffengericht in Alzey hatte den anderen zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt, während Scheu freigesprochen wurde. Die hiesige Straffammer verurteilte ihn auf die Berufung des Amtsanwals zu 4 Monaten Gefängnis. [:] Ermenrod. Das Fahnenweih fest des hiesigen Kriegervereins, das am Sonntag und Montag hier stattgefunden, nahm einen sehr schönen Verlauf. Ein Festgottesdienst leitete den ersten Festtag recht stimmungsvoll ein. Das Dorf prangte in einem Bewunderung erregenden Festschmucke; alle Ortsstraßen faßten alleen von Fichten ein, an den Dorfeingängen standen Triumpfbogen und die Häuser wetteiferten im dekorativen Festschmucke. Den Festzug eröffneten die wirklich nett gekleideten, überall Beifall erweckenden Schulmädchen. Im Zuge schritten 16 Vereine. Auf dem Festplaße begrüßte der Vereinspräsident Ruppert Kriegerfameraden und Festgäste und schloß mit einem Hoch auf Kaiser und Großherzog. Nach dem allgemeinen Gesang der Nationalhymne fand die Uebergabe und Weihe der neuen Fahne statt. Der Ortspfarrer Georgi hielt hierbei die Weiherede, die, getragen von echt pratriotischer Cmpfindung, in allen Herzen lebhaften Antlang fand. Seine Reminiscenzen Achtung! Kammerjäger Derksen ist hier um Ratten, Mäuse, Schwaben, Wanzen, Ameisen mit Spezialmitteln radikal ausaurotten. Offerten bitte man in der Expedition ds. Bl. niederzu legen. Freibant. Morgen: Fafelochsfleisch 30 Pfg. Fafalttier 35 Pfg. Schweinefleisch 40 Pla. In meiner mech. Schreinerei mit Motorbetrieb finden mehrere Schreiner oder Glasergesellen bauernbe Arbeit. H. Keßler, Lollar. Die Beleidigungen, die ich gegen den Herrn May Abrat ausgesprochen habe, daß er dem Tiere den Kopf abgebissen haben soll, nehme ich hiermit als unwahr zurück. an Bismarck, dem er als Deputierter der studentischen Verbindung in Friedrichsruh selbst gegneüber gestanden, machten ersichtlich tiefen Eindruck. Der reizend gelegene Festplatz mit wurde voller Aussicht in das Feldatal, aus dessen Hintergrund das hochgelegene Windhausen schaut, wurde am Abend noch durch das Abbrennen eines Feuerwerks romantischer gemacht. * Darmstadt, 13. Juni. Oberstabsarzt Dr. Vollbrecht, Regimentsarzt des 115. Regiments, erhielt einen Ruf als Reformer des türkischen militärischen Medizinalwesens. Es verlautet. Vollbrecht habe den Ruf angenommen und werde im Herbst nach Konstantinopel übersiedeln. XLorsch, 14. Juni. Dem Vernehmen nach hat der in der Mordsache Schneller hier verhaftete Rosenberger seine Beteiligung eingestanden und seine Genossen genannt, die sowohl an dem Einbruch, als auch an dem Mord beteiligt waren. Es sind dies Johannes Brückmann und Jakob Berg aus Bürstadt. Es wird eifrig nach ihnen gefahndet. Neueste Nachrichten. . Ein schreckliches Brandunglück wird uns heute Mittag durch den Telegraph aus New- Yorkgemeldet. Die Hiobspost lautet: New York, 16. Juni 1904. Eine furchtbare Brandkatastrophe ereignete sich gestern Nachmittag an Bord des Dampfers„ General Slocom" beim Ausfahren aus dem Keelleace. Gegen 1000 Menschen sind umgekommen. Die Opfer sind meist Frauen und Kinder, welche sich an einem von der hiesigen deutschlutherischen Skt. Markus- Gemeinde veranstalteten Ausflug der Sonntagsschule beteiligt hatten. Ein Mobilisierungs- Ukas des Zaren. Petersburg, 15. Juni. Der Regierungsbote" veröffentlicht heut einen Utas, der die Mobilisierung aller Offiziere, Aerzte, Intendanturbeamten, Unteroffizieren, Soldaten und Pferde in 16 Gouvernementsbezirken anordnet. Derselbe hat ungeheures Aufsehen hervorgerufen, zumal er ganz überraschend kommt. Dieser Erlaß ist das erste wirkliche Eingeständnis der russischen Regierung, daß sie sich in Bezug auf diesen Krieg ernstlich getäuscht hat. Bisher hatte sie geglaubt, durch jene halben, staffelweisen Mobilisierungen den Anforderungen, die der Krieg stellen würde, genügen zu können. Heute hat sich jedoch gezeigt, daß Rußland damit rechnen muß, noch lange Zeit immer neue Truppen dem japanischen Gegner entgegen= zustellen, und dies hat in den unwissenden Volksklassen der von der Mobilisierung betroffenen Bezirke, die nicht viel von dem Kriege wußten, nicht nur Ueberraschung, sondern sogar einen niederschmetternden Eindruck hervorgerufen. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Freitag, den 17. Juni. Zeitweise heiter, etwas wärmer, im allgemeinen trocken, höchstens im Norden stellenweise sehr geringer Regen. Näheres durch die Gießener Wetterfarte. Marktberichte. Stegen, 16. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkt fosteten Butter per Pfd. 90.- 1.00 R., Fügnereter per Stück 5-6 Pfg., Enteneter St. 7 Pfg., Käse per St. 6-8 Pfg., Käsematte 2 St. 5-6 Pfg., Erbsen per Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Bfg., Lauben per Baar T. 0.80-1.00, Hühner per Stüd Mr. 1.30-1.40, Hahnen, per Stid 0.80-1.70, Enten per Stüd 1.70-2.20, Gänse per Pfd. 65-70 Pfg., Chenfleisch per Bfb. 70-80' fg, Rindfleisch per fd. 62-68 Pfg. per Pfb. Schweinefleisch 60-72 fg. Schweine fletsch gesalzen per Pfund 0.76 fg., aibfleisch per fd. 68-76 Pfg., Hammelfleisch per Pfd. 50-74 Bfg., Kartoffeln pro 100 Kilo 6.00 Mt., Zwiebein per 3t. Mr. 7.00-10.00, Kirschen 25-30 Bf. per Pfd. Aepfel per Centner 20-25 Mr. Milch ber Liter 18 Pfg. Dauer der Marktzen von 7 Uhr morgens bis 1 Uhr Nachmittags. Gegen stände des Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Marktzeit überhant nicht, und während der ersten drei Stunden der Marktzeit im Umherziehen feilgeboten werden. Verantwortlich: für den politischen, vermischten und unterhaltenden Teil Albin Klein Gießen; für den lokalen Tell Karl Klose, Grünberg. Bekanntmachung. Da wir die Wahrnehmung gemacht, daß Kinder an den Brunnen das Wasser unnötiger Weise fortlaufen lassen und sonstigen Unfug treiben, so ersuchen wir die Eltern, ihre Karl Vogel. Kinder davon abzuhalten, andecnfalls sie sich der Anzeige Weitere Reden davon werden aussehen werden. gerichtlich belangt. Max Abrat. Bieber. Ein wahrer Schatz für alle durch jugendliche Verirrungen Erkrankte ist das berühmte Werk: Dr. Retau's Selbstbewahrung 82. Aufl. Mit 27 Abbild. Preis 3 Mark. Lese es Jeder, der an den Folgen solcher Laster leidet. Tausende verdanken demselben ihre Wiederherstellung. Zu beziehen durch das Verlags- Magazin in Leipzig, Neumarkt 21, Bowie durch jede Buchhandlg. Schöne Wohnung, Grünberg, am 15. Juni 1904. Großh. Bürgermeisterei Grünberg. 3immer. Heugrasversteigerungen. Montag den 20. Juni 1. J., Vormittags 10 Uhr anfangend, soll das Heugras von den Gemeinden öffentlich, meistbtetend an Ort und Stelle versteigert werden. Trais Horloff, den 14 Juni 1904. Großh. Bürgermeisterei Trais. Horloff. Bormann. 9 Bekanntmachung. Der Fluchtlinienplan für die Neuen Bäne ist nach erfolgter Genehmigung des Groß. Ministerium des Innern festgesetzt worden. Derselbe fann auf unserem Tiefbauamte, GartenEin 1 Jahr alter Pinscherhund 6 Zimmer mit Badezimmer, Bal- straße 2, eingesehen werden. sehr wachsam preiswertig kon, Veranda, Elektrische Lichtandie Expedition. zu verkaufen. Schützenstraße 15. Gießen. lage u. s. w. Weftanlage 49, einc Treppe hoch, vom 1. Juli ab zu vermieten. Gießen. Gießen, den 14. Juni 1904. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Aparte Neuheiten. Meyerhoff& Goslar, Giessen. Kreuzplatz 13 vorm. S. Weimersheim Nachfolger.. Unser Kreuzplatz 13 Grosser Saison- Ausverkauf Kleiderstoffe Waschstoffe Blusen in Wolle, Seide etc. aller Art in Seide, Wolle, Waschstoff, schwarz, farbig, gemustert bedeutend Obstpressen umfassend zu Damen und Kinder- Paletots Kragen, Reisemäntel Kostümröcke, Unterröcke herabgesetzten Preisen begann Mittwoch den 15. Juni und bietet Gelegenheit zu aussergewöhnlich billigen Einkäufen. Conservekrüge, neu Conservegläser Bohnenschneidmaschinen empfehlen Brüder Schmidt, Gießen Seltersweg. IV. Seffisch- Thüringische Staatslotterie ( Mitteldeutsche Staatslotterie) Biehung II. Klasse.( 2. Tag) 15. Juni 1904. Herzenswunsch Aller ist ein zartes, reines Geficht, rosiges, jugendfrisches Aussehen, weiß, sammetweiche Haut und blendend schöner Tetat. Man gebrauche daher: Radebeuler Steden-- Lilienmilch- Seife pferd echt à Stüd 50 Pfg. bei: Adolf Bieler, Gießen Viktoria- Drog rie, Marktstraße 5. Alle Nummern, neben welchen nichts bemerkt ist, find mit 100 Mark gezogen. ( Ohne Gewähr.) 32 141 80 81 93 353 56 405 85 98 546 51 60 615 44 57 66[ 150] 758 79 89 95 842 96 926 27 1081 110 217 309 57 64 415 28 504 5 25 88 649 770 920 21 2004 110 96 219 32 320 34 62 80 403 60 510 23 628 27 41 89 718 58 823 93 952 74 3006 164 237 58 96 632 792 923 38 4148 248 540 58 621 23 39 806 900 73 5046 123 290 440 607 47 49 700 5 20 22 856 926 6042 59 73 81 88 134 244 300 32 48 56 57 441 521 93 604 95 728 45 49 96 938 7067 68 152 57 66 99 232 34 65 426 68 503 22 35 602 15 22 759 860 903 48 8152 206 61 394 406 20 589 668 974 9076 126 33 287 331 77 410 21 28 53 516 642 712 14 816 49 927 10044 83 86 117 64 211 60 441 65 78 659 73 84 95 716 20 44 834 953 55 11049 73 118 388 453 91 742 829 69 86[ 150] 934 12092 171 502 57 645 65 890 99.973 13068 89 106 96 277[ 150] 453 683 709 38 74 94 865 14020 111 45 201 47 73 462 568 706 87 15094 116 274 435 681 720 16011 121 26 32 89 92 214 66.97 304 13 34 434 535 97 623 743 53 67 944 67 17001 11 157 207 11[ 150] 13 326 79 98[ 150] 649 777 804 11 77 79 910 65 18020 37 41 81[ 150] 104 17 97 285 86 447 559 715 78 97 832 47 19292 467 90 657 96 724[ 150] 31 36 846 917 30 60 20080 94 156 321 569 705 6 48 810 70 78 21002 32 102 55 76 221 340 53 88 434 44[ 150] 515 716 805 15 914 41 47 22074 114[ 150] 315 33 34 43 74 422 510 11 885 958 23087 105 6 262 75 302 63 77 595 664 787 77 812 45 908 29 37 24165 273 301 99 410 30 36 67 69 509 44 76 [ 150] 609 24 724 997 25090 119 275 85 395 435 597 628 49 712 43 807 989 26623 65 66 73 708 832 38 937 64 69 27005 104 494 538 609 84 705 823 35 50 28023 175 362 466 533 46 647 823 25 33 41 52 70 73 81 992 29119 31 43 56 240 84[ 150] 93 373 478 585 94 643 731 852 924 30012 62 108 78 1400 u e Pr. v. 75000] 271 301 14 17 91 403 13 518 41 88 600 760 851 980 90 99 31199[ 150] 221 28[ 150] 326 70 554 B3 652 712 14 26 814 63 72 32041 123 31 209 57 384 90 568 685 718 823 912 33094[ 150] 173 91 275 343 46 82 446 59 84[ 150] 565 604 41 736 45 89 934 72 95 34111 14 48 250 85 308 50 500 56 99 670 770 84 99 864 995 35048 75 114 17 43 254 63 470 651 71 700 20 54 971 80 36115 218 346 442 65 559 63 625 725 807 962 37045 170 83 275 515 612 95 729 972 38009 32 103 37 74 83 221 41 74 76 363 408 25 65 512 631 81 706 10 816 35 39018 106 35 79 94 231 866 95 436 609 91 706 842 995 40061 77 322 431 44 546 676 86 702 18 27 63 89 845 87 985 89 # 1044 70 102 35 652 776 832 35 42008 28 236 87 98 341 44 61 528 85 B11 41 70 74 964 43111 55 92 282 88 317 83 414 53 684 723 59 80 82 849 965 44131 261 313 62 413[ 150] 35 41 567 677 746 903 31 39 53 5150 470 501 17 27 637 51 737 43 52[ 150] 63 79 843 62[ 150] 76038 43 55 63 150 84 289 90 307 408 529 49 64 772 988 47016 19 31 32 131 67 202 57 474 84 88 89 519 11501 66 626 42 45 787 805 90 938 Nur bewährte Qualitäten. 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Juli 1904. Neuen- Bäue staatl. tonz. Haupt- Kollekteur der Heff. Thüring.( Mitteld.) Staats- Lotterie. Richard Buchacker, Giessen. 11. Adler: Apotheke Frankfurta.M. Trierischer Platz 16 Central- Versandstelle in- u. ausländisch. Specialitäten Glänzend u. geschmeidig das Haar zu erhalten ist keine Kunst. Täglich einige Tropfen von unserem China- Klettenwurzel- Oel auf die Haare verrieben, erzeugt ein weiches und selbst in den ersten Anfängen des Ergrauens tiefdunkles Haar. Preis per Flasche nur 1 Mk., geg. Eins, von M. 1.40 franco. 3 Schreinergesellen sofort gesucht. Karl Beil, Gießen, Wetsteingasse 33. Schirme werden schnell und fachgemäß repariert und neu überzogen. Caffeler Schirmfabrik Gießen. Seltersweg 9. AUS DEM REICHE DES Ginbildungskraft sich gern, bie Forschung jedoch nicht beschäftigen darf. Auch vodurch die natürliche Befestigung der AnSie wurden verlassen, entweder durch Feindesgewalt ge= infolge der Zerstörung durch Feuersglut. oder zwungen, a die Ufer. Nr. 134 Famili Donnerstag, den 16. Junt. 1904. häft am Plak fon 276. Giessen 13 AUS DEM REICHE DES WISSENS Das Blker der Pfahlbauten. Jene uralten Seedörfer, welche gegen Raubtiere und namentlich gegen menschliche Feinde Schutz bieten sollten, scheinen nach allen vernünftigen Schlußfolgerungen nicht so weit in die Vergangenheit hinabzureichen, wie anfangs kurz nach der ersten Entdeckung der schweizerischen Pfahlbautenreste angenommen wurde. überreste dem heutigen Verständnis anpassen zu müssen und glaubte Damals meinte man durch ungeheure Zeitfernen die seltsamen Bauin den Erbauern der Pfahldörfer ein Volk zu erblicken, das lange vor den historischen Zeiten lebte und nahe verwandt mit dem Urmenschen gewesen war, dessen Vetterschaft mit Gorilla und OrangUtang laut als neuester Fortschritt, als völkerbeglückende Errungenschaft der modernen wissenschaftlichen Forschung verkündet wurde. Ein Volk, das seine Wohnungen auf Pfählen erbaute, die es in einfachster Weise durch Steinumhäufungen am Grunde der Seen befestigte, mußte in ferner, wilder, sozusagen aschgrauer Vorzeit gelebt haben, denn in Europa fand sich nichts Aehnliches an Bauart, wenn man auch nachforschte von den künstlichsten und stilvollsten Zementbauten bis auf die Ruinen der Ritterburgen an den blühenden Flußufern. Allmählich aber, als fast in allen größeren Seen Europas Pfahlbautentrümmer gefunden wurden und eine ruhige Prüfung des reichlich zutage geförderten Materials dem wissenschaftlichen Rausche Plak gemacht hatte, welcher übereifrige Jünger der Menschheitskunde befallen hatte, ergab sich, daß noch heutzutage viele Völker Pfahlbautenbewohner sind, welche entweder ihre Wohnungen fast in derselben Weise einrichten, wie z. B. die Pfahlbauer der schweizerischen und mecklenburgischen Seen, oder ihre Hütten in den Wipfeln hoher Bäume aufschlagen, zu denen sie durch Strickleitern gelangen. - Die heute noch lebenden Pfahlbauer- also unsere Zeitgenossen, welche sich einer Architektur bedienen, die in unseren Gegenden zur längst vergangenen gehört bewohnen die tropischen Erdstriche und werden zu den Wilden gerechnet, weil sie andere Sitten und Gewohnheiten als die Völker gemäßigter Klimate besitzen, deren Kultur aus anderen Bedingungen hervorgegangen ist, als die der dunkelfarbigen Völkerschaften, welche auch ohne Feuerwaffen und ohne Feuerwasser glücklich waren. Da zeitgenössische Pfahlbauer nachgewiesen waren, so fragte es sich, bis zu welchem Zeitpunkt etwa die europäischen Pfahlbauer mit der ihnen eigenen Kultur seßhaft gewesen sein mochten, bevor sie durch einwandernde Völker oder andere Umstände vernichtet oder gezwungen wurden, ihre altgewohnte Lebensweise aufzugeben. Die Anlagen der Pfahlbauten schützten gegen die älteste Art der Kriegführung, gegen den Ueberfall und selbst gegen längere Emschließungen. A: Uebergabe durch Aushungerung war schwer zu denken, denn auch der Fischreichtum der Gewässer kann als Grund für die Anlage der Seedörfer angesehen werden. Nach den wurden, ist ebenfalls anzunehmen, daß die Pfahlbauer sich mit ziemlich beträchtli hen Mengen von Kornresten, welche gefunden genügendem Vorrat an Lebensmitteln versahen. Es bricht sich sozar die Annahme immer mehr Bahn, daß mit den Seedörfern leichzeitig das gings Land betoohnt wurde, daß es kein PfahlbauerJolf in dem Sinne gab, wie heißspornige Gelehrte anfangs meinten, in niedrigstehendes Geschlecht, eine Art von Urvolk, der Affennenschen menschenartige Nacekommen. timmen nämlich andere Furdücke überein, die nicht allein in der Mit den eisernen und bronzenen Fundstücken der Pfahlbauten Schweiz, sondern auch in anderen europäischen Ländern namentich den Grabstätten entnommen wurden. Es gab daher sowohl Zandbewohner als Seeansiedler, welche sich derselben Geräte be= lienten und, danach zu folgern, auch dieselben Gewohnheiten hatten, nithin auf gleicher Kulturstufe standen. lauer bereits Handelsverbindungen gehabt, denn man findet in Nach den Fundstücken zu urte len, haben die europäischen Pfahlen Resten der Niederlassungen Schmuckgegenstände, wie Nadeln, Ringe, Spangen und dergleichen, welche als Tauschobjekte betrachtet verden können. Unsere Pfahlbauer hatten( abgesehen vom Stiavenhondel) mancherlei Gegengaben, wie Harz, Wachs, Honig, ach den vejallreichen Länder: des Mittelmeeres gebracht wurden. Käse, Heute und ähnliche Produkte, die noch aus viel weiterer Ferne Aus allen diesen Erinittelungen geht hervor, daß die Pfahls bau'en mit ihren ießten Ausläufern bis in das historische Zeitalter hinabraichten, alse ich einer Urzeit angehören, mit der die Einbildungskraft sich gern, die Forschung jedoch nicht beschäftigen darf. Sie wurden verlassen, entweder durch Feindesgewalt ge= zwungen, oder infolge der Zerstörung durch Feuersglut. Auch versumpften die Ufer, wodurch die natürliche Befestigung der Ansiedelung ein Ende nahm. Anderseits mochten zweckmäßigere Arten des Wohnungsbaues und besonders der Befestigung bekannt geworden sein. Als das Wasser keine genügende Sicherheit mehr bot, als der leichte Holzbau mit dem feuerfangenden Strohdach den brennenden Ballen von feindlichen Schleudermaschinen zum Opfer fiel, flüchtete man auf die Höhen der Berge und baute bergende Häuser aus Stein die Anfänge der Burgen. Trotzdem waren die Pfahlbauten noch teilweise bewohnt, als die Römer ihre Eroberungszüge an den Rhein begannen, und nichts ist daher verkehrter, als wenn nicht genau unterrichtete Maler den Pfahlbauer in Gesellschaft von Ungeheuern darstellen, welche lebten, bevor überhaupt Menschen auf Erden waren. * Allerlei Wissenswertes. Das Gehirn des Löwen nimmt nach neueren Messungen und Vergleichungen eine Mittelstellung zwischen dem Hirn des Hundes und der Katze ein, so daß aus diesem Befunde sich Schlüsse auf die Charaktereigentümlichkeiten des Löwen machen lassen, der nicht ganz die Falschheit der Kaze besitzt, aber auch nicht vollkommen die Tugenden des Hundes aufweist. Der Tiger steht in dieser Bezichung der Kate näher. Außerdem hat sich ergeben, daß in der Furchung des menschlichen Gehirns die Windungen des Raubtierhirns deutlich zum Ausdruck gelangen. Veränderliche Farben der Schatten. Die Schatten, welche Körper werfen, ändern vom Aufgange der Sonne an bis zum Untergange ihre Farbe. Sie sind des Morgens weißlich, nachher werden sie grau, dunkelgrau, hellbraun, dunkelbraun und erscheinen in der Mittagszeit schwarz. Alsdann durchlaufen sie dieselben Farbentöne bis zum Abend, jedoch in umgekehrter Ordnung. Diese, den Tageszeiten eigene Färbung der Schatten gibt den Landschaften einen Teil der sogenannten Stimmung, welche der Maler in seinen Gemälden Morgen-, Mittag-, Abendstimmung usw. zu nennen pflegt. Die ältesten Uhren. Die Zeiteinteilung in zwölf Tages- umd gwölf Nachtstunden ist uralt. Schon in der Vorzeit Egyptens be= stand diese Einteilung, und es hatte damals jede der 24 Stunden ihren eigenen Namen; auch findet sich auf den Bildwerken jede Stunde durch eine besondere weibliche Figur symbolisch ausgedrückt( Stundengöttinnen), von denen diejenigen des Nachts auf dem Haupte einen Stern, diejenigen des Tages eine Sonnenscheibe tragen. Ebenso alt wie diese Stundenzahl ist die Erfindung der Uhr. Die Egypter und die alten asiatischen Kulturvölker besaßen nicht nur Sonnenuhren, sondern auch schon Wasser- und Sanduhren. Die Erfindung der Wasseruhr schrieb man dem egyptischen Gotte Phot zu, dem Erfinder der Schreibekunst, der eine Maschine hergestellt haben soll, welche zwölfmal des Tages in gleichen Zwischenräumen Wasser abließ. Genauere Nachrichten über Uhren haben wir zuerst aus Platos Zeit( 400 v. Chr.), wo von einer Wasseruhr die Rede ist, welche mit einem Flötenwerk in Verbindung stand und den Verlauf jeder Stunde durch ein Musikstück anzeigte. Später baute der Techniker Ktesibios in Alexandrien( 250 v. Chr.) Wasseruhren, von denen Vitruv erzählt, daß sie durch gezahnte Räder getrieben worden und mit einem Schlagwerk versehen ge= wesen seien. In Rom wurden die ersten Uhren um das Jahr 145 v. Chr. durch den Zensor Scipio Nasica eingeführt, und später war die Uhr im römischen Reich nichts Seltenes mehr; nicht bloß die Reden vor Gericht wurden nach ihr bemessen, es besaß auch jede größere Poststation eine Amtsuhr, nach welcher der Postenwechsel geregelt wurde. Von den berühmten ältesten Uhren unserer Zeits rechnung nennen wir diejenige des Ostgotenkönigs Theoderich, ein Werk des Severus Boëtius, welche mit automatischen Figurer verseben war und auch die Bewegungen der Himmelsförper anzeigte; ferner die Wasseruhr Karls des Großen, welche dieser vom Ka'ifer. von Bagdad zum Geschenk erhalten hatte, und welche in dec da maligen Zeit bedeutendes Aufsehen erregte. Die erste Uhr, welche einzig und allein durch gezahnte Räder mittelst Krastumsetzung ges trieben wurde, soll vom Erzbischof Pacificus zu Verona im 9. Jahre hundert gebaut worden sein. Mit der Vervollkommnung der Räderuhren verschwanden die Wasseruhren bald ganz und geblieben. ist nur die Sonnenuhr als Schmudstüd für unfere o tenanlager und die Sanduhr als Zierrat auf unserem Schreibtisch Nr. 134 Donnerstag, den 16. Junt. 1904. Oberbessische Familienzeitung. Tägliche Unterhaltungs- Beilage der Gießener Neueste Nachrichten. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerci, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1783); verantwortlich: Albin Klein. (( 1. Fortseßung.). Die Adjaren. Originalroman von Arthur Gundaccarb. Suttner. Der Hausherr betrachtete eben Batum nicht als engere Geimat, sondern eher als einen vorgeschobenen Posten, der auf neutralem Grund und Boden lag. Der Handelsverkehr mit dem Ausland begann auch in der Tat ein reger zu werben, so daß sich einige von den großen Mächten bemüßigt sahen, dortselbst Konsularämter zu errichten, und diese Vertreter mit ihren Familienangehörigen ergriffen mit Freuden die Gelegenheit, das eintönige Leben durch die Gesellschaftsabende beim Gouverneur etwas heiterer zu gestalten. Sowohl der russische wie auch der englische Konsul besaßen Frau und Töchter, und diesen zu Ehren konnte wohl Cherif- Pascha nicht anders, als seine Großnichte und deren Freundin an solchen offiziellen Empfangsabenden teilnehmen zu lassen, obwohl Russudan alle Hebel in Bewegung gesetzt hatte, um einen solchen groben Verstoß gegen die Landessitte hintanzuhalten. Was die übrigen, dem Paschalik zugeteilten höheren Beamten betraf, so waren das meist Leute, die, im Amt er graut, keinen Geschmack an derlei abendländischen Neuerungen fanden und deshalb nur selten die Gastfreundschaft des Chefs in Anspruch nahmen, während hingegen der jüngere Nachschub diese geselligen Abende prächtig fand und nach besten Kräften dazu beitrug, alle Erinnerungen an alttürkischen Fanatismus verschwinden zu machen. Die Seele des Ganzen war nebst Totia der Bataillonschef Hassan- Beg, ein Mann in den besten Jahren, der längere Zeit der Gesandtschaft in Italien zugeteilt gewesen und dort allzu sehr von den verbotenen Früchten gekostet hatte, um sich wieder in das beschauliche Leben seiner strengen Glaubensgenossen fügen zu können. Es ging also manchmal recht lustig her, und Russudan hatte allen Grund, mißbilligend das Haupt zu schütteln und den nahe bevorstehenden Zorn des Himmels zu verkünden. Nach und nach erweiterte sich dieser Kreis, da mit der Zeit auch einzelne hervorragende Vertreter der einheimischen Bevölkerung zugezogen wurden. Unter diesen befand sich ein junger Mann, dessen Oheim Artschil Taguiridze Mitglied des Tribunals und daher in Batum eine angesehene Persönlichkeit war. Djambek Taguiridze, der Neffe, hatte vor längerer Zeit schon die Eltern verloren, und er befaßte sich eifrig mit der Bewirtschaftung der ausgedehnten Ländereien, die er in den Niederungen Adjariens besaß. Mit Leib und Seele Adjare, im weiteren Sinn also Georgier, war er jenen Kreisen bisher fern geblieben, in denen er immer nur Werkzeuge ungerechter Unterdrückungen gesehen und gegen welche er einen stillen Haß gehegt. Als aber nun die Ansicht immer weitere Verbreitung fand, Cherif- Pascha sei ein gerechtigkeitsliebender, menschenfreundlicher Mann, ließ er sich gelegentlich eines Aufenthaltes in Batum vom Oheim bewegen, in dessen Gesellschaft das Haus des Gouverneurs aufzusuchen. Er vermißte dort zu seiner angenehmen Ueberraschung jene streng türkischen Glemente, die sich sonst überall breit machten, und gefiel sich in dieser gemengten Gesellschaft von Ausländern ( Nachdruck verboten.) und Abtrünnigen so gut, daß er von nun an ein häufiger Gast wurde. Da er eine ziemlich sorgfältige Erziehung teils in Odessa, teils in Tiflis genossen, war er der russischen Sprache mächtig und konnte auch im Notfall an einer franzöfischen Unterhaltung teilnehmen, wenn Thamar eine solche mit den Frauen und Töchtern der europäischen Gäste in Gang brachte. Djambet schenkte der Nichte des Gouverneurs nicht mehr Aufmerksamkeit als den übrigen jungen Mädchen, ja, er zog sich von ihr sogar etwas zurück, als er zu bemerfen glaubte und später auch von anderer Seite die Bestätigung erhielt, daß Hassan- Beg, der Militärkommandant, nach ihrer Gunst strebe und auch vom Pascha besonders gern gesehen werde. Totia, der, seitdem er das Faktotum geworden, es sich angelegen sein ließ, seine äußere Persönlichkeit so vorteilhaft als möglich herauszustaffieren, umschwärmte in auffälliger Weise Thamars Freundin, ohne aber von dieser in irgend einer Art ermutigt zu werden; im Gegenteil, sie gab ihm bei jeder Gelegenheit zu verstehen, daß ihr seine Aufmerksamkeiten unerwünscht waren, was ihn jedoch nicht hinderte, ihr in fast zudringlicher Weise seine Verehrung zu beweisen. Cherif- Pascha zeigte sich Djambet gegenüber bei verschiedenen Gelegenheiten besonders zuvorkommend, und das ermutigte diesen, hie und da gesprächsweise die verschiedenen Mißstände zu berühren, die sich in der Provinz eingewurzelt hatten; besonders war es der Kaimakam von Adjarien, der sich so manches zu Schulden kommen ließ und dessen Gebaren Djambet wiederholt mit tadelnden Worten erwähnte. Derlei Gespräche waren aber durchaus nicht nach des Paschas Geschmack; wohl nickte er mit dem Kopf und bestätigte, daß das allerdings nicht ganz gut sei, allein er wußte schnell auf ein anderes Thema zu kommen, nachdem er seinem Besucher versichert, daß man bei Gelegenheit den Dingen näher auf die Spur gehen werde. 3weites Kapitel. Zwei Jahre waren seit Cherif- Paschas Ankunft vergangen. Die Bevölkerung wußte nun so ziemlich, wie sie mit ihrem gegenwärtigen Gouverneur daran war, und man kam allmählich zu der Erkenntnis, daß noch nie so wenig für das Land und die Interessen der Eingeborenen geschehen war wie in dieser letzten Zeit. Niemand mehr war sanguinisch genug, um sich der Hoffnung hinzugeben, daß bessere Verhältnisse eintreten würden; an vielen Orten flagte man sogar laut und prophezeite den völligen Niedergang der Geschäfte. Zu den Unzufriedenen gehörte auch Djambek, der bald zu der Einsicht gekommen war, daß der Pascha zwar sehr schnell versprach, niemals jedoch das Versprochene hielt. Der ganze Erfolg, den er hatte, war der, sich den Kaimakam von Adjarien zum Feind gemacht zu haben, denn dieser war gelegentlich vom Pascha freundschaftlich vernommen und ermahnt worden, sich mit dem jungen Mann, der in seinem 8. von M. 1.40 francs Flasche nur 1- Ak dunkles Haar. faogen des Ergranens hes und selbst in den ( aare verrieben, erzeugt Kletterwurzel O von unserem Täglich einige Tropfes zu erhalten ist keine rt gesucht. einergefellen Gießen, eingaffe 33. Seil, infabrik Teler berzogen. epariert und nell und fach: irme ken. sweg 9. 0 Der Wenn auch noch heit anzunehmen, dai geschwader und japan ift. Ueber feinen 2 joll, vorliegen, so ist fichen sehr verschied Kampf, der in der Drci r Kreuzfahr liegt noch folgender Wie die Japan Arenzer, die in der ben Admiral Kamin Die ru ischen Wie es heißt, fol Chiffen Kamim wird aus Tfcifu fo der Kreuzer zu T Berlust eines Tor Die lette Verfi mur über verhältnis Ramimura infolge Ueber die Das Transp rigefehrt ist, b 20 Meilen mei Geidwader bege tehrte sofort um portschiffe„ Kand fam mit diesen. Nitachimaru" u nen Gebolt, wur fchen, sowie sch nicht bekannt, schwerer. Gegen 2 11 postentette auf Scharmützel. russischen Flü Et nach den jetzt verlustreich gewes beflagen gehabt, 14 Kanonen. Ge lauf der Schlacht 5 Uhr morger Flügel bedeut fanichin. Die auf die ruffifd Lafanidhin un Waldrande, Gegen 6% Uh ben etwa 19 Distrikt einigen Einfluß besaß, auf guten Fuß zu stellen, da er gegen ihn Klage geführt habe. Diese vertrauliche Mitteilung von seiten des Chefs verſeßte nun Ali- Beg in heftigen Zorn, und er versuchte Djambek dadurch zu verdächtigen, daß er ihn als politischen Wühler und Russenfreund bezeichnete. Einzelne kleine Widersetzlich feiten in der Provinz kamen gerade recht, um Ali- Beg Grund zu geben, über seinen Gegner zu klagen und denselben als Aufwiegler anzugeben, obwohl dieser mit der Sache nicht das mindeste zu tun hatte. Die Folge war, daß sich der Pascha weniger zuvorkommend zu zeigen begann und da er es haßte, den Leuten geradezu seine Meinung zu sagen- Djambeks Oheim darüber Mitteilung machte, damit dieser trachte, den Neffen zur Vernunft zu bringen. Artschil beeilte sich, den Auftrag seines Vorgesetzten auszu führen. Er ermahnte den jungen Mann, sich von allen politischen Fragen fern zu halten, und erinnerte ihn daran, daß ihre Vorfahren bei solchen Gelegenheiten immer den kürzeren gezogen hatten. Dir persönlich hat Ali- Beg nicht das geringste Leid zugefügt, warum also deine Haut zum besten fremder Leute hergeben?" sagte der Verwandte.„ Es ist das eine undankbare Sache, bei der nur du den Schaden haben kannst, während die anderen den Nußen für sich beanspruchen werden." Djambek war über die lange Ermahnungsrede ſehr er ſtaunt; er leugnete zwar nicht, über den Kaimakam zu öfteren Malen Klage geführt zu haben, aber er wies die Beschuldigung zurück, der Führer der Unzufriedenen zu sein. " Da hat man dir einfach eine unwahrheit berichtet," versetzte er ruhig. Ich war es, der die Leute zu beschwichtigen suchte und ihnen den Rat gab, sich nicht den schlimmen Folgen eines gewalttätigen Widerstandes auszusetzen. Uebrigens will ich sogleich selbst mit Cherif- Pascha reden, denn wenn es einmal, was ich nicht hoffe, so weit käme, daß ich den Landfrieden brechen müßte, dann täte ich es offen, wie es sich für einen ehrlichen Mann geziemt, und nicht hinter seinem Rücken, um ihm obendrein ins Gesicht mit gleißnerischer Freundlichkeit zu begegnen." Er führte sein Vorhaben auf der Stelle aus, indem er sich zum Gouverneur begab und demselben den wahren Sachverhalt darlegte. Gleichzeitig unterließ er es nicht, noch mals die verschiedenen Unzukömmlichkeiten zu betonen, die sich Ali- Beg zur Benachteiligung des unter seiner Verwaltung ſtehenden Diſtrikts zu schulden kommen ließ. Da der Gouverneur eben besonders guter Laune war und aus freien Stücken versprach, ſich selbst an Ort und Stelle zu begeben, um die Dinge von der Nähe in Augenschein zu nehmen, so benützte Djambek den günstigen Augenblick, um auf Festſezung des Tages zu dringen, an welchem dieser Ausflug stattfinden sollte, damit, wie er sagte, die nötigen Vorbereitungen getroffen werden konnten, dem Pascha die Fahrt so bequem als möglich zu machen, die unter gewöhnlichen Umſtänden ziemlich beschwerlich war. Nachdem er die bestimmte Busage für die nächste Woche erhalten hatte, begab er sich auf den Heimweg, um allsogleich seine Anordnungen zu treffen. Cherif- Paſcha beeilte sich indes, den Kaimakam von ſei nem Vorhaben in Kenntnis zu sehen, damit dieser ebenfalls Zeit hatte, sich für alle Fälle vorzusehen, und nicht etwa bei irgend einem wunden Punkt gefaßt werden konnte, der den Vorgesetzten in die unangenehme Lage gebracht hätte, einen Tadel auszusprechen. So gestaltete sich das Ganze schließlich mehr zu einem Vergnügungsausflug, den der Gouverneur noch dadurch angenehmer zu machen suchte, daß er seine Batumer Freunde zur Teilnahme einlud. Mittlerweile wurden in der Kaza, welcher der hohe Besuch bevorstand, große Vorbereitungen getroffen. Der Kaimakam bot alles auf, um seinen Verwaltungsbezirk auf das vorteilhafteste herauszupußen, und da er in dem Teil der Bevölkerung, bei welchem die alten Erinnerungen verwischt worden waren, einen Anhang besaß, so war er so ziemlich sicher, daß er rechtzeitig für die kommenden Dinge gerüstet sein werde. Djambek ließ es sich seinerseits auch angelegen sein, die Gastfreundschaft, die er in Cherif- Paschas Hause so oft genossen, in würdiger Weise zu erwidern und den Empfang zu einem festlichen zu gestalten. Der Ort, wo der junge Mann seinen Wohnsitz hatte, war ein reizendes Thal, das wegen seiner trefflichen Früchte im ganzen Land eines vorzüglichen Rufes genoß. Oberhalb des Dorfes Sfalta, auf einer sanft aufsteigenden Anhöhe, stand das schmucke Herrenhaus, das mit seinen geschnitten Dachgiebeln und seinen fein gearbeiteten Veranden einen freundlichen und vornehmen Anblick gewährte. Hier sollte der Pascha mit seiner Begleitung Station machen, um erst am folgenden Tag die amtliche Umschau vorzunehmen, während welcher dem Herrn vom Hause die Sorge für die Unterhaltung der übrigen Gäste überlassen blieb. Die Nachricht von dem bevorstehenden Besuch wurde allenthalben mit Freude aufgenommen, und alles trug das seinige dazu bei, dem Empfang den Anstrich eines Landesfestes zu geben. Niemand hatte erwartet, daß der behäbige Mann, der schon seufzte, wenn er sich von seiner Behausung nach der Stadt begeben mußte, diese Fahrt unternehmen würde, die stromaufwärts auf dem Adjari immerhin nahe an zwei Tage beanspruchte. Während Djambek Sorge trug, daß sein Haus zum Empfang der Gäste vorbereitet wurde, übernahmen seine Freunde und Nachbarn mit Hilfe der Leute, die sie aus den Dörfern requirierten, die Instandsetzung der Barken oder Tajuks, die zur Beförderung der Reisenden notwendig waren, und nachdem man die annähernde Anzahl der Personen festgestellt hatte, kam man zu dem Ergebnis, daß mindestens drei Boote ausgerüstet werden mußten. Die größten und neuesten Fahrzeuge wurden somit gewählt und so bequem als möglich ausgestattet. In dem einen sollte der Gouverneur mit seinen Freunden den Tag über untergebracht werden, während das zweite dazu bestimmt war, den Frauen zum Nachtaufenthalt zu dienen; im dritten konnten das Gefolge und die Dienerschaft Platz finden, ohne welche ein orientalischer Großer keinen Ausflug unternahm. Alles, was man an Teppichen und Kissen entbehren konnte, wurde aus den verschiedenen Wohnhäusern zu= sammengetragen; gegen die Sonnenstrahlen schützte ein Dach aus dicken Geweben, während man für das Nachtboot der Frauen ein förmliches Häuschen zusammenzimmerte, das nach Djambeks Angabe mit aller Bequemlichkeit ausgestattet wurde, die überhaupt an diesem erst in der Zivilisation begriffenen Ort erlangt werden konnte. Djambets Haus, ein zweistöckiger Bau, stand vereinzelt auf der Anhöhe, welche den Fluß beherrschte. Da er zu den Angesehenſten des Landes gehörte, so unterschied sich auch seine Behausung von denen der weiter unten ansässigen Dorfbewohner dadurch, daß es geräumiger war und daß man eine besondere Sorgfalt auf die innere und äußere Ausstattung verwendet hatte. Reichverzierte Dachgiebel, Säulen und Gitterwerk an den Veranden verliehen dem Ganzen etwas Zierliches, und die Wand-, sowie Deckenschnitzereien in den großen Gemächern waren mit viel Geschmack und Kunstfertigkeit ausgeführt. In den Empfangsräumen fanden sich monumentale Kamine vor, deren Marmorbekleidung und -Mäntel von der Geschicklichkeit und dem Kunſtſinn der eingeborenen Steinarbeiter Zeugnis ablegten. Rings um die vier Wände des großen Empfangssaales lief ein Brettergestell aus duftendem Zedernholz, das ein Meisterstück von Filigranarbeit war, und darauf prangten die wertvollen silbernen Gefäße, wie Krüge, Kannen und Trinklöffel, welche noch aus der Zeit stammten, wo des Besitzers Familie sich offen zum georgischen Volk rechnete und mit der kaukasischen Residenzstadt in reger Verbindung stand. Verschiedenartige bequeme Sitzpläße, mit schweren Teppichen von Tekkeh und Daghestan bedeckt, waren längs den Wänden untergebracht, schwellende Kissen luden zur behaglichen Ruhe ein, und die sechseckigen, perlmutterbelegten Tabourets waren so gestellt, daß man sie bequem bei der Hand hatte, wenn man in halb ruhender Lage nach der Kaffeetasse oder den Zigaretten greifen wollte. Auch die nächste Umgebung des Hauses entsprach dem stattlichen Innern: der große Wiesenplan, der bis nahe an den Fluß reichte, prangte in üppigem Grün; dunkelbelaubte Magnolienbäume, über und über mit den großen, duftenden Blüten behangen, wechselten mit ehrwürdigen Zedern und Linden ab, dazwischen leuchteten die grellroten Blumen der Granatstauden, zu denen die bläulichweißen Büschel der faſt mannshohen Hortensien einen wohltuenden Gegensatz abgaben. Alles das erforderte nicht große Mühe und Sorgfalt; hatten einmal diese Pflanzen Wurzel gefaßt, so wucherten sie von selbst fort, ohne daß es der Hand eines Gärtners bedurfte, der sich mit ihnen abgab. ( Fortsetzung folgt.)) Von Herzen glücklich zu sein im Kleinen Will mir fürwahr als ein Großes erscheinen. * Nora. Skizze von Maud von Couring. ( Nachdruck verboken.) Und in zwei, höchstens drei Tagen sollte sie ihn wiedersehen, und nichts sollte sie dann mehr von ihm trennen. Sie saß auf dem Hinterdeck und fühlte nichts von den heftigen Bewegungen des rollenden und schlingernden Dampfers, und von den Wellen, deren Gischt über sie hinwegsprizte. Ja, sie zog nicht einmal die Decke, in die sie sich gehüllt hatte, fester um die Schultern und Knie. Sie hatte nur den einen Gedanken, vorwärts zu kommen. Stundenlang fonnte sie zusehen, wie der kahle, hohe Mast Wolke auf Wolke hinter sich ließ, denn jede Meile, die das Schiff, von der klagenden Schraube getrieben, vorwärts schoß, brachte sie ihrem Geliebten näher. Wie froh war sie, daß sie sich so schnell dazu entschieden hatte, zu ihm zu gehen. Wenn sie es lange überlegt, hätte sie vielleicht nie den Mut dazu gehabt. Aber als der Onkel tot war, und man ihr die Erbschaft ausgezahlt hatte, war sie einfach statt in ein anderes Haus überzusiedeln, nach Plymouth gefahren und hatte dort ein Billet nach Amerika genommen. Yim brauchte sie, darüber war sie keinen Augenblick im Zweifel. In allen seinen Briefen der letzten Jahre hatte sie es zwischen den Zeilen gelesen, und jetzt kam sie nicht mittellos, sondern brachte Geld und konnte ihm auch damit helfen. Sie wollte ihn noch am Tage nach der Landung heiraten, denn im hatte ihr geschrieben, daß eine Verehelichung in den Vereinigten Staaten in einer halben Stunde vor sich gehen könnte. Sie wunderte sich darüber, was für eine Art Geschäft er wohl betreiben mochte, denn die Einfünfte seiner Tätigkeit schienen auffallend Schwankungen unterworfen zu sein. Oft hatte er ihr Geschenke geschickt, oft sogar Geld, und dann schrieb er wieder mal, daß die Zeiten schwer seien, und daß sie mit dem Heiraten noch ein wenig länger warten müßten. Und in den letzten Monaten, in denen er nur selten geschrieben, hatte er angedeutet, daß er genug zu essen habe und sich kleiden könne, und sie hatte sich in dem Gedanken beruhigt, daß er auf jeden Fall genug zu leben habe. Fast die ganze Zeit verbrachte sie allein auf dem Hinterdeck, ganz vertieft in ihre eigenen Gedanken und Träume, und fümmerte sich fast gar nicht um die anderen Zwischendeckpassagiere, die sich die Langeweile bei gutem Wetter mit Tanzen und Singen vertrieben und bei Sturm wie ein Haufen verwehter Herbstblätter in einer Ecke zusammengedrückt dalagen. Oft fragten sich die Passagiere der ersten Klasse, die nach Tisch den Kindern im Zwischendeck Orangen und Nüsse herab warfen, wer diese kleine Person in dem roten Schal wohl sein möchte, die sich so energisch abseits hielt und niemals rückwärts nach den beiden großen Schaumfedern in dem Wasser sah, sondern immer vorwärts, wie einer, der wahrhaft das gelobte Land erwartet. Es ist doch großartig," sagte der dicke Mann in dem pelzgefütterten Mantel, wie glücklich doch eigentlich diese armen Auswanderer darüber sind, daß sie nach Amerika kommen. Sehen Sie sich nur einmal die Augen von dem Mädel da an, wie die glänzen! O, wir sind eine große Nation." Und er hielt einen Steward, der vorbeiging, an, nahm ein Glas Bier von dem Brett und trank auf das Gedeihen und die Größe seines Vaterlandes. - Amerika! Was war ihr Amerika!- Nora ging zu Dim!- Es war Sonntag, als sie ankamen. Nora mußte zusehen, wie die Passagiere der ersten und zweiten Klasse landeten und nach allen Richtungen auseinanderströmten, um so bald als möglich zwischen den wunderbaren engen Gebäuden, die wie moderne Versuche zu vielen Türmen von Babel aussahen, das Ziel ihrer Wünsche zu erreichen. Auch noch lange, nachdem der letzte verschwunden war, durfte sie nicht an Land. Erst viele Stunden später, nachdem die Zwischendeck passagiere ihre zahlreichen Unterfuchungen glüdlich überstanden hatten, wurden sie mit anderen in de Stadt befördert. Als der Lärm und das Straßengetöse and Ohr brauste, das an ländliche Stille gewöhnt war, schlug ihr Herz zum Ersticken, denn sie fürchtete für Augenblicke ihn in diesem Riesengetümmel niemals zu erreichen. Sie hatte Him nicht geschrieben, daß er sie abholen solle, da sie nicht wissen konnte, wann das Boot landen würde, und weil sie fürchtete, er könne nicht so viel Zeit, als zum Warten nötig sei, von seiner Arbeit missen. Sie hatte ja seine Adresse, und wollte dorthin gehen, und auf ihn warten. Ganz betäubt von den Lichtern und von dem Lärm, und von dem Kommen und Gehen der Wagen und Trambahnen, stand sie hilfesuchend an einer Straßenecke, ohne es zu wagen, in einen der elektrischen Bahnen einzusteigen, die nicht länger als höchstens eine Sekunde zu halten schienen und dann achtlos weiterfuhren. Vollkommen unbefümmert darüber, ob die Passagiere mitkamen oder nicht. Schließlich, nach langem Warten, setzte sie ein gutmütiger Schußmann, der ihre Verzweiflung bemerkte, in den richtigen Wagen, und ties den Schaffner an, sie in der Straße abzusetzen, die sie ihm angegeben hatte. Troy aller Unbehaglichkeiten schien es ihr doch im Grunde gar nicht so außergewöhnlich seltsam, daß sie in dieser großen, fremden Stadt mitten in der Nacht so ganz allein herumfuhr. Es war Yims Heimat, und das genügte, um sie mit der fremdartigen Umgebung vertraut zu machen. Mit einem fast perfönlichen Interesse sah sie in die Apotheken, die an jeder Ecke mit ihren riesigen roten und grünen Flaschen in den Schaufenstern standen, und in die Wirtshäuser, auf deren Schildern „ Eiskaltes Bier" stand und das Bild eines schäumenden Glases Bier glänzte, bis sie nach Reihen und Reihen von Straßen und Pläßen wieder durch einen Ruck bei einem der vielen, kurzen Aufenthalte vorwärts geschleudert wurde und der Schaffner sie leicht an die Schulter faßte. Hier, Fräulein, sind Sie an Ort und Stelle," sagte er energisch, aber doch freundlich, und fügte dann, nach draußen durch die Fenster zeigend, hinzu:„ Erste Straße links." ,, Die erste Straße, links." Da war sie und das Haus auch. 365, ja, das war die Nummer. Noras Kniee wankten, als sie die Treppe hinaufging, und oben angekommen, klingelte.- Eine blasse, magere Frau in einem zerlumpten Kleide öffnete ihr und sah Nora gleichgültig an, ohne etwas zu sagen. " Ist Yim O'Brian zu Hause?" frug das Mädchen zitternd. ,, Nein ist nicht zu Hause," antwortete die Frau und schickte sich an, die Tür wieder zu schließen. ,,, warten Sie, warten Sie einen Augenblick, bitte!" rief Nora geängstigt aus.„ Können Sie mir denn nicht sagen, wo er ist? Ich komme von so weit her- den ganzen weiten Weg von Frland." Ein Etwas in dem Gesicht des jungen Mädchens rührte die Frau und sie sagte etwas freundlicher:„ Kommen Sie einen Augenblick' rein, dann will ich Bill fragen." Kaum hatte die Frau den Namen ausgesprochen, da erschallte von hinten aus der Wohnung die brummige Stimme eines Mannes:„ Was gibts da draußen?" „ Ein junges Mädchen, das sich nach im O'Brian crfundigt," erwiderte die Frau.„ Sie ist den ganzen weiten Weg von der alten Welt hergekommen, um ihn zu sehen." ,, Dann muß sie wieder umkehren," rief der Mann von innen. Er war durchgefroren, hungrig und überarbeitet, und jedes Mitleidsgefühl, das noch in seiner Brust leben mochte, galt ihm, und vielleicht noch seinem Weib und seinen Kindern. Auf die Worte des Mannes hin stürzte sich Nora auf die offene Tür, von der sie hergekommen waren. ,,, sagen Sie mir um Gotteswillen, ob Sie irgend etwas von ihm wissen. Hat er nicht hier gewohnt? Er hat doch hier gewohnt?" bestürmte sie den Mann, der an dem Tisch saß und trant. zu Er sah sie erstaunt an: ,, Sind Sie seine Braut?" frug er. " Ja, ja, doch seine Braut- ich komme gerade, um ihn heiraten," antwortete sie. „ Und dann wissen Sie gar nicht-?" Weißweiß nicht-? Was? Weiß was nicht?" frug sie atemlos, an seinen Lippen hängend. Selbst der Mann zögerte einen Augenblick, ihr die Wahrheit zu sagen, ehe er antwortete. Sie blickte gar zu verzweifelt drein. Daß Jim O'Brian gestern morgen gehängt worden ist, weil er den Herrn, dessen Haus er erbrochen und bestohlen, getötet hat." นอน อ อาจ จ Walde einen Inzwischen Baron Stade Flügel lebha auf Jafanwo Umgebung deren Teil Gegners. gegen den re Die Verlust diese Zeit me auf 24 Offizie Burüddräng fanterie mit Versuch, übe Stellung zu Baron Stad vor. Die ge bedeutende B Die Japaner habt hätten, Japaner hätter Bufarest deutsch- ruman ber National cung sind als malige Gene Bratiano, der und der Dir nifterium des + Der deut Regationsrat und Blau, Ronful in