ngssonnta er, sick n Kind frei Jahrmarkts ekter Ta höft. ein die dr hwister ama Hau hung. Vilhelm Gemm t Gieken( Vol I und heute in 04. sterei Gießen. jung. tr. 89. Zweites Blait. Wonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., Saus gebracht 60 Pfg., durch die Beft bezogen viertelfährli Mt. 1.50. Bebettagen: Oberheffifche Familienzeitung( täglich) und die Stekener Geifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werttagen nachmittags. Samstag, den 16. April 1904. Gießener 13. Jahrgang. Insertionspreis: Die einspaltige Betttzelle für gang heffen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. fonft to Reklamen die Petitzeile 30 refp. 40 Bfg. Boftzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen, Seltersweg Fernsprechanschluk Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Beglar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Die frühjahrsmode. Von unserer ständigen Korrespondentin.) Ostern steht vor der Tür. Draußen lacht Sonnenschein April 1904 wurd nd strahlt Lenzeswärme, und wir sind noch gar nicht geristet. So bald hatten wir den Frühling nicht erwartet. Die erste Frage gilt der Jacke, denn ohne wärmende Hülle nnaies mit Inh tam man vorläufig doch noch nicht ausgehen. Die Mode 2 Paar Handacht es uns in dieser Saison ziemlich bequem. Sie schreibt e, 1 Gummireif einen Covercoat- Paletot vor, den eine einfachere Frau bei ider Gelegenheit, zu jedem Kleide tragen kann. Wie sieht Tim solch ein Paletot aus? Er hat Aehnlichkeit mit dem Ueberzieher des Herrn Gemahls, nur daß er sich in seiner Gummiball, 1 Portemonnaie minge der Geſtalt der Trägerin anpaßt. Eine kleine Dame nuhr, 1 Damen lit ihn fürzer schneiden, einer größeren Erscheinung dark Griff und 1 s jedoch bis über die Kniee reichen. Im Rücken fällt er fol darting, auch vorn ist er lose, die Schulterlinie ist verhältniser gefundenen Tan ähig Lang und abfallend, und die beiden Rückennähte endigen sbald bei uns g i in Schligen. 04. Det Gießen. ige Fener Ein solcher Paletot gilt auch als eine sehr geschmackvolle racht für fleinere und größere Mädchen. Man kann ihn für Groß und Klein mit einem runden Schulterkragen verfoflhen oder ihm auch die sogenannte Geisha- Form geben, ihn and so oh ne jedweden Kragen seitlich schließen. Der Valetot that die Marke„ englisch", in welche Rubrik auch die Jackenkleider und die neuerdings wieder sehr beliebten englischen neiderkleider eingeordnet werden. Man weiß, daß die Spizengarnierung, die an den Aermeln fast bis zu den Fingem reicht, bei der Frühjahrsmode beinahe unerläßlich zu folk in ich eint. Es sei aber hier bemerkt, daß für englische versammlungsstücke die Spitze nicht angebracht ist. Zum Paletot und zum englischen Jackenkleid darf man aber einen der neuen großen Shawls umlegen, die Amerika bei uns eingeführt il, abends Es sind lange, verhältnismäßig breite, abgepaßte Streifen aus Chiffon, ausgepunktem oder mit Bomben verBigandt ir die Kameraden enem Tüll, dessen Rand zumeist einen breiten Saum mit Hohlnaht bildet. Ganz wie die Phantasie es eingibt, knotet, ge für 1903.04 ſchlingt oder windet die Dame sich diese Echarpe um Hals . Voranschlag für 1% und Schultern. Die Mode begnügt sich natürlich nicht damit, nur ein auszeichnungen. 6. G nesleidungsstück zu bringen. Sie hat auch auf dem Gebiet der Jacke manches Neue ersonnen. Vor allem seien Das Command den Taffet- und Etamine- Jäckchen hervorgehoben. Das Seidenpädchen ist sehr kurz und faltig und gilt als besonders cht zu einem Rock aus schwarzer Seide oder schwarzem Tuch. d der We ,, flink Sig, billig PSE gende Neuerungen 1800 Kon Mam behauptet, daß das bisher nur allein herrschende Tah für Kleider und Jacken ausgespielt habe. Diese Annome fftimmt nicht ganz. Es werden sogar mehr wie bisher sadenkleider aus Tuch gefertigt. Sie tragen aber das Mermal der französischen Machart an sich; die Röcke sind on den Hüften gefraust und haben bis zu den Knien hinan id Verbesserungen er perpassants. Die Vorderbahn des Rockes bleibt zumeist glatt, gestartet, Daß die Volants erst bei den Seitennähten ansetzen. Die beide siegreich sichen werden reich mit Borden garniert und so eingerichtet, dagman sie offen und geschlossen fragen kann. Diese kleinen angekommen 2 Motorräder ohne Anstand radwerke AG karsulm. atchen werden über leichte Blusen gezogen und zwar so. Dasein sehr hoher Gürtel sichtbar wird. Die Machart der Buen wie Taillen ist noch immer kraus und bauschig. Sic merren mit einem Sattel geschnitten, der über die Aerme! get Bei farrierten Blusen fügt man den Sattel ganz glatt obne jebe Fältchen em. erreicht, an jedes Gtamines, Alpacca, Gaze, Leinen, Crepe de Chine, ubringen. - zwei Ueberse Fahrt auswede r- Pfeil arcnrad. r: Sm Sommer wird man äußerst leichte Stoffe tragen: ilberth- Seiden. Die Modefarben sind: Braun, namentlich Bimetbraun, Rot und Grün, richtiges Giftgrün. Blaue Leider, aus Cheviot und allen anderen Geweben mit Borten nd Spizenfragen geschmückt, erweisen sich als äußerst prakische und recht hübsche Toiletten. Tug. Gernand Neuenweg 46. Zum Schluß noch die Neuheit, daß Kaschmir sich wieder Bath Gricht, weil man auf der Suche nach sehr dünnen Stoffen ist, die sich in Falten pressen lassen und dabei die rrigerinnen der neuesten Moden nicht zu korpulent machen. Emma Reichen. Huf einer Hererowerft. n etc. werden für De Dörfer unserer schwarzen Feinde in Südwestafrika, hnellstens angefer een, wie man sie gemeinhin nennt, zeigen auf den ersten Lid daß die Viehzucht die Hauptbeschäftigung der Hereros gene Reparaturwerks Gin treisförmiger Stafetenzaun bildet ein an vier Stellen Feuersgefahr Wafferfchäde Feuerlösch- Apparat imax" rtreter: Pickert, Bicken. rbrochenes Gehege. Die Oeffnungen führen zu den Kralen rus Großvieh. Die Hütten oder Pontocks ziehen sich längs rnzäunung hin. Ein Pontock ist leicht gebaut. Zuerst ird ein Gerippe aus rohen Stangen zusammengesteckt, das Een uit Lehm, dem Kuhdung beigemischt ist, bedeckt wird. am ist die kuppelförmige Hütte fertig. Eine niedrige Oeff g durch die man nur kriechen kann, führt hinein. Bei nr besseren Herero ist vor der Tür ein kleiner Vorplatz aus bung sehr geschickt hergerichtet. Dort ſizen auf Faltjemen mit Lederriemenbezug den ganzen Tag über die nehmen Herero, die ihren Rang nicht durch Arbeit schänden Dan, and halten Palaver. In der Mitte der Einhegung gt der Pontock des Kapitäns oder sonstigen Ortsvorstehers, nige Schritte davon ein Dornenfral für das Kleinvieh. draiten wir einmal in einen solchen Bontock hinein. In erMitte, an dem Baumstamm, der das Dach trägt, liegt der erbeine in die Stampferde mit großer Genauigkeit eingemodelte Pfanne, auf der immer Feuer brennt, wenngleich das Kochen auch draußen besorgt wird. In den Pontocks Hocken die Weiber. sehr zahlreich, wie es die Vielweiberei mit sich bringt. Bei ihnen hat sich noch die alte Tracht erhalten. Auf dem glattrasierten Kopf tragen sie eine Lederhaube, die von drei lanzenförmigen, mit genieteten Linienornamenten verzierten Spitzen aus ein gefettetem hartem Leder getrönt wird. Von der Haube hängtein Ledermantel auf den Rücken herunter, ein Lederschurz vervollständigtdie Bekleidung. Das Lederzeug ist nicht gegerbt, sondern wie auch die Haut der Damen, eingefettet. Eine Hererosran verbreitet daher einen stark ranzigen Geruch. Die Ausrüstung wird durch einen Schmuck aus schweren Eisenperlen ergänzt. Auf der Haube und auf dem Mantel befinden sich Ornamente aus solchen Perlen, das meiste Gewicht jedoch, wörtlich gesprochen, wird auf die Knöchel und Waden gelegt, die in wahre Stiefel von Ringen aus Eisenperlen eingeschnürt sind, so daß die Trägerin sich nur schwer fortbewegen kann. Die Männer haben die alte Tracht allgemein aufgegeben; sie entsprach so ziemlich derjenigen der Frauen bis auf den Kopf- und Knöchelschmuck. Wer es vermag, geht in europäischen Kleidern einher und die langen Kerle, die das Maß von 1,80 m häufig überragen, sehen in den weißen oder gelben Anzügen weniger gedenhaft aus als die Neger in anderen Teilen Afrikaš oder sonstwo in der Welt, wenn sie Weiße nachäffen. Besonders bemerkenswert im Hererohausrat sind die Milchtöpfe, die aus hartem Holz angefertigt werden. Mit großer Geduld wird der Block ausgehöhlt; das Gefäß ird nicht auf der Drehscheibe geformt, sondern in einem hohlen Stein zurechtgerieben. Die Arbeit ist tadellos. Der Tops weist noch am obern Rande einige erhabene dreieckige Ornamente, hier und da auch noch in der Mitte einige eingerigte Linienzeichnungen auf. Der Herero genießt die Milch, da sie sich in der großen Hiße nicht lange hält, meistens jauer, als Omaire". Damit sie rasch umschlägt, tut er gewisse Kräuter bei. Der Omairetopf wird nie gespült, sondern es bildet sich an dessen Wand cine dicke Schicht, die das Gären beschleunigt. Der Europäer, der noch nicht verfaffert ist, meidet den Genuß von Omaire und sucht frische Milch zu erhalten. Zu dem Omairetopf gehört ein großer geschnitzter Löffel mit eigenartigem, beinahe stilvollem Griff. Noch ein wichti e Gegenstand ist der Fettopf. Er besteht einfach aus Rinderhaut, die durch Falten auf der oberen Seite so zurechtgemacht wird, daß eine kleine Oeffnung mit einem Henkel bleibt. Reinlichkeit ist so gut wie unbekannt, u wird der Boden der Pontocks sehr reinlich gehalten und die Ausstattungsgegenstände sind an den Stangenwänden der Behausung in guter Ordnung angebracht. Aber persönliche Reinlichkeit kann man von einem Herero nicht berlangen. Er lebt in einem meist wasserarmen Lande, wo das Waschen ein Luxus ist. Wenn der Herero, wo„, christlicher Einfluß, durchgedrungen ist, europäische Kleidungsstücke barüber anziebt. läßt er sie einfach zerreißen und abfaulen. Vermischtes. *[ Berliner Grundstückspekulationen.] 300 000 Mark hat innerhalb 24 Stunden ein Berliner Kaufmann B. an einem Grundstück am Alexanderplatz verdient. Eine Berliner Warenhausfirma wollte schon vor Jahren einen den Bendaschen Erben gehörigen Häuserkompler am Alexanderplatz erwerben. Die damals angeknüpften Verhandlungen zerschlugen sich indessen. Nunmehr sicherte sich Herr B. das Vorkaufsrecht an dem Grundstück, das ihm auch gegen einen Preis von 2 400 000 Marf überlassen wurde. Bereits am jolgenden Tage übertrug der Kaufmann seine Anrechte an die Warenhausfirma Hermann Tiez, die für das Grundstück 2 700 000 Mark zahlte. Derartige Vorkommnisse sind übrigens in Berlin nichts seltenes. Steigt doch dort manchmal der Preis eines Grundstücks in furzer Zeit in ungeheurer Weise. Ein bekanntes Caféhausgrundstück war vor 3 Jahten für 3 Millionen feil. Jezt verlangt der Besizer 6 Millionen und wird sie wahrscheinlich bekommen. [ Prophezeiung über den russisch- japanischen Krieg.] Der berühmte Pater Johann von Kronstadt, den die Russen ob seiner Gottesfürchtigkeit und seines reinen Lebenswandels fast wie einen Heiligen verehren und dem sie die Prophetengabe zuschreiben, hat den Soldaten des Zaren vorhergesagt, daß der Krieg, in den sie ziehen, wenigstens 25 Jahre dauern werde. Er werde Ströme Blutes kosten und Rußland sich genötigt sehen, selbst die Greise zu bewaffnen, um die gelbe Rasse zu bekämpfen; denn China werde aufstehen und Japan zu Hilfe eilen. Aus diesem ein Vierteljahrhundert währenden Kriege jedoch werde Rußland siegreich hervorgehen und seine Herrschaft über ganz China ausbreiten. Die russischen Soldaten glauben felsenfest an diese Prophezeiung. [ Kulturfortschritt in China.] Von der Einfahrt des ersten Zuges der Schantungbahn in Tsinanfu erzählt der „ Ostas. Lloyd" folgende niedliche Episode. Als der Zug auf dem Bahnhof in Tsinanfu ankam, spielte die chinesische Kapelle die lustige Weise: Siehste woll, da kimmt er, Lange Schritte nimmt er, Siehste woll, da is er schon. Und da will noch jemand behaupten, man wäre in China nicht auf der Höhe der Zeit? Das [ Das Schloß Glücksburg,] das die Kaiserin für die nächste Zeit zum Aufenthalt erwählt hat, ist mit der Geschichte des schleswig- Holsteinischen Fürstenhauses innig verknüpft. Der Erbauer, Herzog Johann der Jüngere, ist zugleich der Gründer der Linie Schleswig- Holstein- Sonderburg. Schloß erhebt sich mitten in einem kleinen, waldumschlossenen See. Vor der Reformation stand dort ein berühmtes Zisterzienserkloster, das Herzog Johann 1582 abbrechen ließ. Es erstand die Burg des Glücks.„ Gott gebe Glück mit Frieden!" schrieb Herzog Johann über den Eingang. Glücksburg blieb bis 1778 Siz der Linie Schleswig- Holstein- Beck und ging 1825 in die Hände der Linie Holstein- Glücksburg über. So verlebte der jetzige dänische König Christian dort seine Jugend; Glücksburg war der Witwensiz seiner Mutter. In den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhunderts weilte dort mit Vorliebe der dänische König Friedrich VII. Sein plötzlicher Tod auf Glücksburg bedeutete den Beginn des deutsch- dänischen Krieges. 1864 hatte Prinz Friedrich Karl dort furze Zeit sein Hauptquartier. 1869 schenkte König Wilhelm I. das Schloß dem Haupt der Glücksburger Linie und befriedigte deren Erbansprüche. 1891 erbte es der jezige Besizer Herzog Friedrich Ferdinand von Glücksburg, der durch seine Heirat mit der Schwester der Kaiserin die Häuser Augustenburg und Glücksburg wieder einander näherte. [ Die Zigeunergeige.] Vor etwa vier Jahren kam zu einem Handwerksmeister in Altenbruch ein Zigeuner, der ihm seine Geige für 40 Mark zum Kauf anbot. Der Handwerksmeister wollte sich erst gar nicht auf den Kauf einlassen, schließlich aber kam ein solcher doch dadurch zustande, daß der Zigeuner sich bereit erklärte, eine alte defekte Geige, die sich im Besitze des Handwerksmeisters befand, mit in Zahlung zu nehmen. Der Zigeuner erhielt die defekte Geige und 20 Mark in bar dazu. Ein Sohn des Käufers bekam nun seit einiger Zeit Geigenunterricht unter Benutzung der Zigeunergeige, und dabei sah sich der Vater jetzt das Instrument einmal etwas näher an. Hierdurch entdeckte er nun, daß die Zigeunergeige eine wertvolle Amati- Geige ist, wie aus einer diesbezüglichen Inschrift im Innern des Instruments hervorgeht. [ Der Philosoph auf dem Kasernenhof. Ein sächsisches Blatt teilt folgenden hübschen Scherz mit: Unteroffizier( zu der Korporalschaft, die Gewehrpräsentieren übt):„ Einjähriger Müller, wissen Sie, was eine Idee ist?"- Einjähriger Müller: Jawohl, Herr Unteroffizier. Das Wort Idee hat Plato in Umlauf gebracht. Er nahm an, daß in einer höherer intelligiblen Welt die höheren Begriffe wirklich vorhanden wären und daß sie, in der sensiblen Welt unvoll. fommen ausgedrückt, von der menschlichen Seele, die sie im Vorleben erblickt, wiedererkannt würden." Unteroffizier: ,, Na, wenn Sie's wissen, dann nehmen Sie gefälligst das Gewehr eine Idee links!" [ Mißglückte Werbung.] Der 17jährige Handwerksgeselle H. in einem Orte bei Janowitz liebte sehr das im gleichen Alter stehende Töchterchen eines Schuhmachers. Dieser Tage trat er fröhlich und frei, sein Liebchen am Arme führend, in die Wohnung des Meisters und erklärte diesem, daß seine Tochter die seine werden müsse. Der Vater der jungen Braut entgegnete ihm, daß ihm dieser sehr ehrende Antrag das größte Vergnügen bereite und er ihn darum bitte, mit seinem Töchterchen in die gute Stube einzutreten. Nicht wenig erfreut leisteten die beiden Folge, während der Meister, der versprach, sofort zu ihnen zu kommen, sich nach seiner Werkstatt begab, um einen Spannriemen zu holen. Mit diesem erteilte er dann dem Schwiegersohne in spe die wirkliche Antwort auf dessen Werbung, und zwar in so derber Form, daß der junge Mann in den drolligsten Sprüngen das gastliche Haus verließ. Der Einladung des Meisters, ihn doch bald wieder zu besuchen, hat der Jüngling bis jetzt nicht Folge geleistet. [ Ein seltenes Wiedersehen] fand in Weißenburg statt. Am 25. Juli 1870 unternahm bekanntlich eine aus dem Grafen v. Zeppelin, drei badischen Dragoneroffizieren und fünf Dragonern bestehende Reiterpatrouille einen fühnen Ritt über Marau, Lauterburg, Wörth bis zum Schirlenhof bei Reichshofen. Unterwegs traf die deutsche Patrouille den in Lauterburg stationierten französischen Gendarmen Köhler. Trotz der allermutigsten Gegenwehr wurde Köhler festgenommen, bald darauf aber wieder entlassen. Graf Zeppelin ritt mit seinen Reitern, worunter sich auch ein gewisser Kraus als badischer Dragoner befand, bis in das kleine Dertchen Schirlenhof, wo gerastet wurde. Dort wurden die Deutschen von einer Abteilung des französischen 12. Regiments des chaffeurs à cheval überrumpelt und es fand ein Gefecht statt. Eine bildliche Darstellung desselben hängt seit einigen Tagen in einem Weißenburger Schaufenster. Und wie merkwürdig! Zwei Leute, die das Bild lange betrachteten und dann ihre Gedanken darüber austauschten, entpuppten sich als der alte französische Gendarm Köhler und der frühere badische Dragoner Kraus. Gendarm Köhler ist heute 70 Jahre alt und wohnt seit langer Zeit als Pensionär im nahen Kleeburg. Er war in Weißenburg, um Einkäufe zu besorgen. Kraus ist nun 55 Jahre alt und weilt als Reisender dort. Später beim Glase„ Weißenburger Tokayer" wuren die Erlebnisse des Tages vom 25. Juli 1870 beiderfeits recht lebhaft besprochen. Bekanntmachung. Die Bismarckstraße, zwischen Löber- und Stephanstraße wird wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten von Montag, den 18. I. Mts. an bis auf weiteres für den Fuhrwerks- und Fahrradverkehr gesperrt. Gießen, den 15. April 1904. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Betr.: Abhaltung der Viehmärkte. Vom 19. April I. Js. ab bis auf weiteres beginnt der Auftrieb von Vieh auf den Viehmarktplatz am jeweiligen ersten Viehmarkttage um 6 Uhr vormittags, am jeweiligen zweiten Viehmarkttag um 7 Uhr vormittags. Gießen, den 14. April 1904. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Für die bevorstehende Saifon empfehle ich meine außerordentlich reiche Auswahl moderner Tapeten Telephon 305 in jedem Genre und in jeder Preislage fowie alle Neuheiten in Lincrusta-, Seide- und Stoff- Tapeten Vorjährige Mufter u. Reſte zu den bekannten billigen Preisen Heinrich Hochstätter Tapeten Spezial- Geschäft Schlossgasse 19 am Brandplat = 55 Ernst Challier( Rudolphs Dachf.) Giessen. Special- Geschäft für Musikwaren aller Art. Grosse Auswahl, solide Preise. Illustrierte Preisverzeichnisse gratis und franko. Musikalien- Handlung und-Leihanstalt Spezialität: Billige Ausgaben. Meine SpezialWilhelm Schmidt 5 Neuen Bäue 5 empfiehlt Kontirmandenstiefel in größter Auswahl zu den billigsten Preisen. Kleelamen, garantiert seidefrei, und Grassamen empfiehlt zu billigsten Preisen Robert Stuhl, Gießen, Neustadt 23. August Kilbinger, Giessen Seltersweg 19.- Telefon 276. Größtes Kinderwagen- Geschäft am Platz Enorme Auswahl in allen Preislagen. Erstklassige Fabrikate von Kinderwagen, Sport wagen, Leiterwogen, und Krankenfahrstühlen. Ständiges Lager von 200 Stück Kinderwagen Auf Wunsch Katalog. Jean Dern& Co. Giessen. Inhaber: Oskar Gutmann. Gegründet 1883. Bureau und Lager: Westanlage 31 Telephon 21. Gegründet 1883. Cementwaren- Fabrik und Lager: Frankfurterstr. 114, eign. Bahnanschl. Bau- und Kanalbau- Artikel. Trottoir-, Fussboden- und Wandplatten. Grösstes Lager am Platze in sämtlichen Bauartikel. Wollen Sie etwas Feines rauchen?? dann empfehle ich Ihnen meine in Geschmak und Qualität vorzügliche Marke: ,, Matuta" per Stück 8 Pfg. J. Friesleben, Giessen. Cigarren- Spezial- Geschäft Bahnhofstrasse 50. .. AUTOL™ unübertroffenes Del& mobins Sohn Motorwagen. Motorzweirader. Möbelfabrik- Lager und Ausstattungs- Geschäft berbunden mit eigener Schreinerei, Polster- und Tapezierwerkstätte bietet Hannover. Basel Brima Kartoffel Speise- u. Salatkartoffel zu den billigsten Tagespreisen empfiehlt J. Hankel Schloßgaffe Gießen. - Zu vermieten Brandplat 14 ist der 4. Stock: 4 Zimmer, Küche, Badezimmer, Mansarde und allem Zubehör vom 1. Juni ab zu ver= mieten. Birkenstock& Schneider Verlobten die praktischste und übersichtlichste Auswahl beim Aussuchen des Eine Wohnung, Stete8 Lager von ca. zukünftigen Heimes. 50 Salons, Speises, Herrens, Schlaf- und Wohnzimmer- Einrichtungen. Moderne Küchen- Einrichtungen in jeder Preislage. Gleichzeitig empfehle ich Einzel- Möbel 1-2 Zimmer nebst Küche und Zubehör per sogleich zu vermieten. Rodheimerftraße 29. Schöne Wohnung, ( 4 Zimmer), mitten der Stadt ge= legen, billig zu verm. Näh. in der Erp. d. Bl. Belletage Löberſtraße 26. Ecke der Bleichstraße, 6 Zimm., 2 Mansarden, Bad, Veranda, Wass.Closet, Trockenboden, Kochgas u. Ich bitte im eigensten Interesse meine werte Kundschaft um Besichtigung meiner sehenswürdigen Bleichplaz zum 1. Juli zu verAuswahl und um Einholung von Voranschlägen. Ich liefere anerkannt gediegene Möbel und Dekorationen in ruhigen, modernen Formen zu den billigsten Preisen Lobende freiwillige Anerkennungsschreiben. H. C. Werner Kaplansgasse 18. Gießen. Franko Lieferung. Telephon 399. mteten. Näheres parterre. Oftanlage 18 4 Zimmerwohnung( Mansarde) an rubige Familie per sofort oder später zu vermieten. H. W. Rinn, Gießen Landgrafenstraße 3. In Schülers Garten ist der Geschäfts- Eröffnung und-Empfehlung Einem geehrten Publikum von Gießen die ergebene Mitti daß ich von heute ab in meinem Hause 46 Dammstraße 46 neben meinem Flaschenbiergeschäft eine Mehlhandlung en détail betreiben werde. Durch meine langjährige Tätigkeit in der Brand bin ich in der Lage, allen Ansprüchen an Güte und Backfähigkeit Hochachtungsvoll genügen. Billigste Preise. Schnelle Bedienung. Karl Sier. Bei Bestellungen von 5 Pfd. an, frei ins Haus. Telephon 243 GEORG APPEL. Bauspenglerei. 4. Gas-& Wasseranlagen XXXXXXXX voranschläge bitte zuverlangen. Edgar Borrmann, Giessen Neustadt 11. Eisenhandlung empfiehlt Telefon 29 Spaten, Landw. Geräte, Petroleum- u. Gaskocher, Drahtgeflechte, Wasch u. Wringmaschinen, Wagen u Gewichte, Stachelzaundraht, Mangelu, Wäschetrockner, Fleischhack u. Reibemaschinen, Rasenmäher, Vogelkäfig und Züchter- Utensilien, Messerpuhmaschinen, Stehleiter Fischereigeräte, Dr.Klein's- Fleischlaftpressen. Flechtrohr, Cocosfaserftricke und Kaffia- Bast etc XXXXXX XX Wollen Sie Vorteile geniessen so sehen Sie sich unser Lager in Sportwagen für Kinder und Puppen, sowie Leiter- Wagen an und vergleichen Sie die Preise. Moritz Gregori& Sohn, Giessen. Der Stolz des Fuhrwerksbesikt find kräftige, gut entwickelte Pferd deshalb sollte jeder Pferdebefizer, welcher Wert auf Pferdematerial legt, dieselben mit zweite Stock nebft Zubehör fofort Hermann Rubberg's weltberühmten vnderweit zu vermieten. Näberes bei der Bürgermeisterei Gießen Zimmer Nr. 15 Möbl. Zimmer per 1. März zu vermieten. Gießen, Marktstraße 11. Schön möbl. Zimmer preiswert zu vermieten. Gießen, Sonnenstraße 29. ausrüsten! elastischen Pferdeschone - 2 Jahre Garantie! 5 Tage zur Probe! Man verlange Preisanftellung durch Georg Hüttenberger, Giessen. Alleinvertreter für Gießen und Umgegend. faufen icht erlauben, daß die bann dürfen Sie auch nicht e Kritif fo ber schreibt." Er zeigte Hersfeld eine Besprechung in der angesehenſten Be a ne da ne „ Ja, ja! Wollen Sie mir nicht den Gefallen tun nicht in der Stimmung, die Notiz zu lesen. 13 fie ihm ihr Gesicht zuwandte erinnerte es ihn noch deutlicher, als je fein berühmtes Gemälde es vermocht hat " Hersfeld", sagte Berka, indem er auf die Dame zeigte, die sich erhoben hatte, ich sollte meinen, du mußt dieſe Dame an ihre erste Begegnung auf der Reichstagsbrüde Nr. 84. Samstag, den 16. April. sche Famili 1864. egen die ergebene M d- Empfehl Giessen Taufen wollen, bann biirfen Sie auch nicht erlauben, bass die Kritik se darüber schreibt, Er zeigte Hersfeld eine Besprechung in der angesehenſten Kunst- Zeitschrift der Residenz. Der Künstler war jedoch jetzt nicht in der Stimmung, die Notiz zu lesen. " Ja, ja! Wollen Sie mir nicht den Gefallen tun, und von dem Kaufe zurücktreten?" drang er in ihm." Ich will Sie gern dadurch dafür entschädigen, daß ich Ihnen gestatte, irgend eins von meinen anderen Bildern sich auszusuchen." Das Anerbieten einer Bestechung schien den Herrn verletzt zu haben, denn in strengem Tone entgegnete er: Herr Hersfeld, wir haben uns erboten, den Preis zu zahlen, den Sie verlangt haben, und Sie haben ihn auch angenommen." Hersfeld sah ein, daß es zwecklos wäre, mit dem Manne weiter zu verhandeln, und er verabschiedete sich. Beim nächsten Zeitungshändler kaufte er sich die Wochenschrift, die man ihm gezeigt hatte, und mitten auf der belebten Straße blieb er stehen und las eine zwei Seiten lange Besprechung seines Gemäldes, die sich in Lobeserhebungen gar nicht genug tun konnte. Ein Sazz allein daraus mußte genügen, ihm Tausende von Mark das Jahr einzubringen: Wenn Herr Hersfeld im Stande ist, irgend ein Antlig so täuschend lebenswahr darzustellen wie dieses hier- man fann faſt ſehen, wie die Wandungen der Nasenlöcher beim Atmen sich weiten dann dürfte er wohl nach ein oder zwei Jahren unter unseren Portraitisten an allererster Stelle stehen." „ Das muß mir Bestellungen einbringen", meinte Hersfeld, als er die Zeitung zusammenfaltete,„ was für ein Glück habe ich doch gemacht!" Aber die Freude über seinen Erfolg vermochte doch den Schmerz über den Verlust des geliebten Bildes nicht zu be= täuben. Wiederum wandte er seine Schritte nach der Ausstellung. Im Begriff einzutreten, sah er, wie ein Wagen davonfuhr. Unwillkürlich warf er einen Blick in den Wagen und voll freudigen Schrecks fuhr er zurück. Denn in dem Wagen saß die Dame, die ihn gerettet und ihn zum Manne gemacht hatte. Es war dasselbe schöne Gesicht, das er dargestellt hatte, nur zeigte es einen nachdenklicheren Ausdruck und einen traurigeren Zug. Sie hatte ihn nicht gesehen. Hersfeld sprang sofort in eine Droschke und hieß den Kutscher, dem Wagen nachfahren. Die Droschke fuhr aber so langsam, daß der Wagen, der in verschiedene Nebenstraßen einbog, bald seinen Blicken entschwunden war. Tags darauf ging Hersfeld wieder nach der Ausstellung, ohne indessen seiner schönen Unbekannten zu begegnen. Suchend promenierte er im Park, als plötzlich ein großer Herr von schöner Gestalt im Alter von ungefähr 30 Jahren auf ihn zutrat und ihm die Hand reichte. „ Hersfeld!" " Berka!" antwortete der Künstler überrascht.„ Wo kommst du denn her? Ich hatte schon alle Hoffnung aufgegeben, dich je wieder zu sehen." Und schr 1 monatelang frage ich mich, wo du wohl stecken magst," entgegnete Berka. Dein Bild hat mich auf deine Fährte gebracht, und ich bin hierher gekommen, um mich nach deiner Adresse zu erkundigen. Du kannst dir gar nicht denken, alter Junge, wie sehr ich mich freue, dich wieder zu sehen. Ich mache dir übrigens mein Kompliment zu deinem schönen Bilde. Es gehört ja geradezu zum guten Ton, über dem Gemälde in ein Entzücken zu geraten und seinen genialen Schöpfer mit allerlei romantischen Abenteuern in Verbindung zu bringen. Sag' mal, wo hast du denn dein Modell hergenommen, du Glückspilz?" In seiner ganzen Art zu sprechen, lag ein gewisses spöttisches Wesen. " Hier können wir aber nicht stehen bleiben", fuhr er schnell fort, bevor Hersfeld antworten konnte." Ich will dir was sagen, komm' doch heut' Nachmitag um drei Uhr zu mir zu Tisch, da wollen wir uns einmal wieder so recht ausplaudern. Ich möchte dir auch gern meine Frau vorstellen. Sie wird dir als Künstler schon gefallen." Hersfeld nahm voller Freude die Einladung an, und nachdem sich die Herren ihre gegenseitigen Adressen mitgeteilt hatten, verabschiedeten sie sich auf baldiges Wiedersehen. Mit herzlicher Liebenswürdigkeit wurde Hersfeld nachmittags von seinem Freunde empfangen und in einen sehr elegant ausgestatteten Salon geführt. Kaum hatte er ihn betreten, als er erschreckt zurückwich, denn er ſtand ſeiner geheimnisvollen Liebe gegenüber. Ars fie ihm ihr Gesicht zuwandte, erinnerte es ihn noc deutlicher, als je sein berühmtes Gemälde es vermocht hätte. an ihre erste Begegnung auf der Reichstagsbrücke. " Hersfeld", sagte Berka, indem er auf die Dame zeigte, die sich erhoben hatte, ich sollte meinen, du mußt diese Dame schon mal gesehen haben." Hersfeld machte der Dame eine Verbeugung und antwortete:" Ich hatte wohl schon das Vergnügen, die gnädige Frau zu sehen, aber noch nicht die Ehre, ihr vorgestellt zu werden." Dann erlaubst du wohl, daß ich Euch miteinander befannt mache," entgegnete Berka, Fräulein Edith Göhren, die Schwester meiner Frau. Meine Frau wird gleich herunterkommen."* und Welt war sich darüber einig, daß die Heirat des Herrn Hersfeld des berühmten Porträtmalers Fräulein Edith Göhren nur der Schluß eines romantischen Erlebnisses sein konnte. O WITZ C2D HUMOR Wenn viele Alltagssorgen uns bedrücken, Ist's bald mit unsrer Zuversicht vorbei: Ein großer Schwarm von kleinen Stachelmücken Macht auch den besten Vollblutrenner scheu. Boshaft. Alte Köchin:„ Gestern abend war ich mit meinem Soldaten spazieren!"- Junges Dienstmädchen:„ So, ist denn jetzt eine Landwehrübung?" Wenn's ginge. So, du bist so eifersüchtig, dein Schatz könnte einmal eine andere küssen?"- Freundin:„ Ja, am liebsten ließe ich mir seinen Mund gesetzlich schützen." Verwickelte Geschichte.„ Was halten Sie davon, mir wurde fürzlich geraten, recht oft Bäder zu nehmen und zwar abwechselnd teils falte, teils warme?" ,, Hm, für kalte Bäder kann ich mich Dampfbäder dagegen lassen mich vollallenfalls noch erwärmen, ständig kalt!" ** Ihre Auffassung. Die Großmutter hat noch niemals ein Automobil gesehen, denn sie ist schon seit Jahren aus ihrem abgelegenen Dörfchen nicht herausgekommen und in dieses hat sich noch keines der modernsten Fahrzeuge verirrt. Da kommt eines Tages ihr jüngster Enkel, der Franzel, in die Stube gestürzt und schreit:„ Großmutta, Großmutta, ' s tummt a Automobile!" Großmutter trippelt, so schnell es ihre sechsundsiebzig Jahre gestatten, hinaus auf die Dorfstraße und schaut das tutende und fauchende Ungetüm mit aufgerissenen Augen an. Da, gerade vor dem Wirtshaus, versagt dem Führer die Steuerung, und das Gefährt saust mit dumpfem Prall an die Mauer, daß die beiden Insassen kopfüber herausfliegen.„ Herr Jeses, Herr Jeses," schreit die Großmutter und schlägt vor Entsetzen die Hände überm Kopfe zusammen, nee aber, nee aber, daß sie aber ooch das Ding nich andersch zum Halten bringen können!" Fatal.„ Der Maier war doch ein so passionierter Sonntagsreiter?"- ,, Allerdings, aber jetzt nicht mehr, seit er damals seiner jetzigen Frau vom Gaul direkt in die Arme geflogen ist." ** Imponierend.„ Nun, wie sind Sie denn mit Ihrem neuen Hausarzte zufrieden?"-" Sie, das ist Ihnen ein tüchtiger Mann, der verordnet uns gerade das Gegenteil von dem, was ſein Vorgänger verordnete!" Was sie denkt. Lehrerin:„ Was wissen Sie von Alexander dem Großen?" Back fisch:„ Er ging beständig auf Grobes rungen_aus!“ Schön gesagt. Tourist( der am Rhein in einem Restaurant ein Glas Bowle trinkt, in welcher er ein Haar findet):„ Kellner, wenn Sie schon Rheinwasser als Bowle servieren, dann schen Sie wenigstens vorher die Haare von der Loreley heraus)" Die Bankkatastrophe. Sie:„ Hier, auf dieser Band, Baden wolp uns zum erstenmal Liebe geschoren."- Er:„ Ja, ich fann mich noch gut auf die Bankkataſtrophe besinnen." Nr. 84. Samstag, den 16. April. 1901: Oberhessische Familienzeitung. Tägliche Unterhaltungs- Beilage der Gießener Neueste Nachrichten. Sad and Verlag ber Chefener Berlagsbruderet, sorm. Wilh. Roller'sche Dugbruderet( gegr. 1788); sera: II& Iets ( 13. Fortsetzung.) Gewillensqualen. Kriminal Roman von Robert Buchanan. Meine so eingehende Prüfung mochte ihr wohl aufgefallen sein, denn sie sah mich mit ihren dunkeln Augen zornig an. " Ist der Mann Ihr Gatte?" fragte ich sie. ,, Nein," antwortete sie kurz und drehte sich dabei um, als wünschte sie alles weitere Fragen zu vermeiden. Sie ſetzte sich auf einen Stuhl, der neben dem Herde stand, und ſtützte anscheinend gleichgültig den Kopf mit ihren Armen; ich konnte indessen wahrnehmen, wie sie von Zeit zu Zeit merkwürdige Blicke auf den Verwundeten warf. Dieser ſeinerseits ſprach und bewegte sich zwar nicht, aber mit den Augen suchte sie, und ich merkte, daß er wieder zum Bewußtsein gekommen war. Ich hatte mich inzwischen an die Arbeit gemacht, zog die Kugeln heraus und verband die Wunden. Es war das eine recht schmerzliche Operation, die jedoch mein Patient, ohne mit der Wimper zu zucken, aushielt. Nur einmal versuchte er es, meine Hände von sich abzuwehren, und rief dabei aus: „ Können Sie mich denn nicht in Gottes Namen ruhig sterben Lassen?" Als er jedoch erkennen mochte, daß es meine feste Absicht war, ihn am Leben zu erhalten, fügte er sich mürrisch und unterbrach mich nicht mehr. Auch das Mädchen störte uns in keiner Weise. Andreas half mir auch diesmal getreulich. Als alles getan war, und ich mich zum Gehen anſchickte, sah ich nochmals auf das Mädchen. Sie saß immer noch in derselben Haltung am Feuer und zeigte noch immer eine trogige Gleichgültigkeit. " Er ist schwer verleßt," sagte ich zu ihr, mit ein klein wenig Mühe und Geduld werden Sie ihn aber schon durch bringen." Ich beobachtete dabei ihr Gesicht, und es entsetzte mich geradezu, zu sehen, daß sich ihre bisherige Gleichgültigkeit in eine ärgerliche Enttäuschung verwandelte. „ Haben Sie jemanden hier, der ihn pflegen könnte?" fragte ich. Sie stand auf und mit einer heftigen Bewegung des Kopfes ihr Haar hintenüberwerfend, trat sie mir ein paar Schritte entgegen und antwortete schroff:„ Das werde ich selbst besorgen." Ihr Gesicht nahm bei den Worten einen so widerwärtigen Ausdruck an, daß mir Bedenken kamen, den Mann ihrer alleinigen Obhut zu überlassen. Da sich dies jedoch nicht umgehen ließ, gab ich ihr genaue Anweisungen, was sie zu tun und zu lassen hätte, und mit dem Versprechen, den Kranken recht bald wieder besuchen zu wollen, sagte ich ihr Gute Nacht. ,, Gute Nacht," antwortete sie mir, immer noch in unfreundlichem Tone. Ich zögerte und sprach sie noch einmal an. Ich vergaß ganz, Sie zu fragen, wie er zu der Wunde gekommen ist. Ich meine nicht die Schußwunde, sondern die andere. Sie muß ihm mit einem scharfen Instrument beigebracht worden sein." ,, Ganz bestimmt," antwortete sie bloß. ,, Vielleicht mit einem Messer?" ( Nachdruck verboten.)) dient. Er schlägt und zankt sich ja wie ein wildes Tier mit jedem herum." Ich sah auf den Mann, der sich im Bette aufgerichtet hatte und das Mädchen mit einem fast flehenden Blick ansah, als wolle er sie bitten, nicht zu sprechen. Kein Erbarmen zeigten jedoch ihre Augen, als sie seinen Blick erwiderte. War er ein wildes Tier, so schien sie wenigstens einer verwandten Art anzugehören; es lag etwas Kazenartiges in ihrer Natur. Ich verließ das Zimmer, stieg in meinen Wagen und fuhr durch die finstere Nacht nach Hause zu... Nun, Andreas, was war denn das für eine merkwürdige Dirne?" fragte ich, als wir den einsamen Weg entlang fuhren. Andreas lachte.„ Nun, die Schwester von dem Hallunken war's, und wenn sie auch ein hübsches Frauenzimmer ist, so ist sie doch ein ebenso großer Galgenstrick wie ihr Bruder." ,, Die beiden scheinen einander nicht sehr zu lieben? Es kam mir vor, als tue es ihr fast leid, daß ihr Bruder noch lebend zurückkehre." Andreas antwortete hierauf mit der merkwürdigen Gegenfrage:„ Glaubt Euer Gnaden das auch? Ja, ja, die Frauen sind mitunter sehr wunderlich." ,, Wohnen sie allein?" " Ja, Herr, ganz allein." " Sie scheinen sehr arm zu sein." Das sind sie jetzt, aber früher ging es ihnen gut, und das Mädchen hat auch eine gute Schulbildung genossen. Als sich aber Rory dem Trunke ergab, hat er sein und ihr Vermögen durchgebracht. Ich habe mir erzählen lassen, daß sie schon Zeiten hatten, wo sie dem Verhungern nahe waren." „ Das arme Mädchen. Ich werde ihretwegen mit Fräulein Craig sprechen und sehen, ob sie ihr helfen kann." ,, Euer Gnaden," bat Andreas ängstlich, es wäre besser, wenn Sie das nicht täten." ,, Warum nicht?" ,, Das ist so eine Sache. Als im vorigen Winter dieser dump Rory im Gefängnis saß, ist Miß Ellen- Gott lohn' es ihr! selbst mit Essen und Geld hier heruntergekommen. Aber Kathleen nahm das Essen und das Geld und warf es auf die Straße:„ Geben Sie es denen, die es von Ihnen haben wollen", sagte sie zu Miß Ellen und jagte sie mit einem wilden Fluche aus dem Hause." ,, Und warum tat sie das?" Nun, Euer Gnaden, sie ist halt ebenso sonderbar wie ihr Bruder. Vielleicht tat sie es, weil Miß Ellen reich und sie arm ist, aber das steht fest: in ganz Mylrea gibt es keine Menschenseele, die so etwas der Miß angetan haben würde." 8. Ich saß am anderen Morgen gerade beim Frühstück, als mein Kutscher mir durch meine Wirtin sagen ließ, er möchte mich gern sprechen. Als er, den Hut in der Hand haltend, zu mir eintrat, sah ich gleich, daß ihn etwas mächtig erregt haben mußte, denn sein sonst so fröhliches und lachendes Ge„ Möglich. Er hat nur das bekommen, was er ver- sicht zeigte ganz ernste Züge. r. 90. 50 für Arbeitg Man schreibt Eng des Zentral шдәилдрай ләре de in ein Verband Sntereffen der U Seine Aufnahme Fiche Wirkung b lich, weil die G Srganiſation mächit Frem it menigſten Buchdrucke Umständen den die au bebufs Sid Kriege gem Suurd gefennzeic San Umfang der Conten tann. heich auf 11:01 injak für die Hagen Würfelspie Allerdings wer fei den Organi Rampfparteien thes Kampfes Damit ist treten fann denn wenn die siic, was der ei Stelle des wird, eine Ma Fiber steht. ung der Arbei Citererzeugung edantens Daß die perſchwinde, ale Belnen Unterne beiterfategorie bereits oben e lokalen Ausstä eden und e iyrieden beitgeber und Entwickelung ſ Geneigtheit zu per Streitfrage perbandes deut Vorsichtig schloß er hinter sich die Türe und leise fragte er:„ Euer Gnaden, kann ich Sie vielleicht sprechen?" " Ganz gewiß. Was gibt's denn, Andreas? damit! Was beunruhigt Sie?" Heraus „ Hm... Gebrauchen Euer Gnaden heute den Wagen?" Wohl kaum, wenigstens nicht heute Vormittag; denn ich möchte lieber ein wenig spazieren gehen. Ich muß nach meinen Patienten sehen, und mein erster Besuch soll Rory Bournes gelten." „ Wenn Euer Gnaden dorthin wollen, würden Sie es nicht für angebracht halten, sich einen Gensdarmen zur Vegleitung mitzunehmen?" " Ich soll unter Bewachung ausgehen?" rief ich aus. Durch das Land herumspazieren, mit einem Polizisten im Gefolge! Warum denn aber?" " Hm... Euer Gnaden müssen nämlich wissen," er klärte Andreas fast schüchtern, daß der Schuß gestern Abend nicht dem Lumpen gegolten hat, den er getroffen hat." ,, Ach so, Sie glauben, es war auf mich abgesehen?" " Jawohl, Herr!" „ Und woraus schließen Sie das?" „ Na, das ist doch so klar, wie das liebe Sonnenlicht, Euer Gnaden," entgegnete er.„ Hat uns denn nicht fast jede Menschenseele in Mylrea gesehen, als wir am Morgen wegfuhren?" " Nun, und was dann?" " Und haben sich nicht alle denken können, daß wir des Abends auf demselben Wege zurückkehren würden?" „ Das wäre nur eine ganz logische Folgerung gewesen." ,, Hat aber auch nur einer ahnen können, daß wir auf dem Heimwege den Lumpen bei uns haben würden? Gewiß nicht, Sie haben aber auf den Wagen geschossen und mich dabei fast getroffen, wofür Gott sie strafe. Aber mir galt es nicht, wenn sie auch einen von uns beiden entweder töten oder vielleicht auch nur zum Lande hinausgraulen wollten." Da war es ja ein Glück für mich, daß ich Ihren Einwendungen zum Troy den betrunkenen Lumpen, wie Sie ihn nennen, mit auf den Wagen genommen hatte, denn sonst wäre ich getroffen und vielleicht auch getötet worden, und mit jeder Aussicht, den Mörder des Herrn Craig zu entdecken, wäre es für immer vorbei gewesen." So ist es, Herr!" bestätigte Andreas in ernſtem Tone, ,, und das wollten sie gerade." ,, Glauben Sie?" " Euer Gnaden meinten sie, als sie den Spizbuben Rory trafen! Und ich bin fest überzeugt," fuhr er leise flüsternd fort, daß die, die gestern Abend auf den Wagen geschossen haben, keine anderen waren als die, die den Herrn ermor= deten! Nehmen Sie sich in acht, Herr!" Nachdem sich Andreas so von der Laſt, die sein Herz bedrückte, erleichtert hatte, verließ er das Zimmer, vorsichtig die Türe hinter sich schließend. Bei den aufsteigenden Wölkchen meiner Pfeife dachte ich über das Gehörte nach, und je mehr ich nachsann, desto mehr mußte ich Andreas recht geben. Auch für mich stand fest, daß der Schuß in irgend einer Beziehung zu dem Geheimnis stand, das ich aufklären wollte. Die Frage war nur, was sollte ich tun? Die Hilfe der Polizei in Anspruch nehmen? Nein, das würde ich unter keinen Umständen tun und auch feinen Schutzmann hinter mir herlaufen lassen, wie Andreas meinte; damit hätte ich mir das Zeugnis eines Feiglings ausgestellt. Indessen konnte ich mich doch der Ueberzeugung nicht verschließen, daß Vorsicht geboten war, und ich wollte es daran nicht fehlen lassen. Aus meinem Koffer nahm ich einen kleinen Revolver, der mir vor mehreren Jahren bei meinen Reisen im Osten gute Dienste geleistet und den ich vorsichtshalber mitgenommen hatte. Ich lud die sechs Läufe und steckte ihn in meine innere Rocktasche. Dann ließ ich mir von Andreas meine Instrumente und meinen Arzneikasten bringen und ging mit ihm in die Wohnung des Verwundeten. Es war ein Marsch von fünf bis sechs irischen Meilen bis dahin, und der Weg führte durch solch' einsames Moorland, wie es eben nur in Irland zu finden ist. An unserem Biel angelangt, fanden wir die Haustüre verschlossen, und bon innen heraus drangen streitende Stimmen an unser Ohr. Auf wiederholtes Klopfen wurde endlich geöffnet, und wir bekamen die Streitenden zu Gesicht. Es waren Kathleen und Bournes und ein zerlumpter alter Mann mit blassem, runzeligem Gesicht, dessen kleine Augen wie die er einige eines wiesels glänzten. In seiner Hand hielt schmuzige Banknoten, und seine boshaften Augen wanderten unruhig von dem Gesicht des im Bette liegenden franken Mannes auf das seiner Schwester. Gerade als wir eintraten deutete sie mit einer bezeichnenden Handbewegung auf die Türe. ,, Hinaus mit Euch, Anton Linney!" rief sie.„ Das sieht Euch ähnlich, hierherzukommen und mich brandschaßen zu wollen, jetzt, wo mein Bruder krank ist!" Ohne ihrer Aufforderung Folge zu leisten, wandte sich der Mann zu mir, strich sein strohgelbes Haar aus der Stirne, und sich unterwürfig verbeugend, sagte er mit seiner schreienden Stimme: „ Guten Tag, Euer Gnaden. Ganz gewiß nicht bin ich hierhergekommen, sie zu brandschaßen, nein, ganz gewiß nicht, ich will nur mein Geld haben, das mir gehört. Gester: hat Rory meinen Gaul mit nach Kilsyth genommen, um ihr dort zu verkaufen, und er hat ihn auch verkauft, ein schöner Gaul war es und auch billig, Euer Gnaden, und von dem schönen Geld hat er drei Pfund genommen und ver trunken..." Mehr konnte er nicht sagen, denn mit flammenden Augen und geballter Faust schoß Kate wie eine Furie auf ihn los, während er hinauslief, als gelte es sein Leben. Ich trat an das Bett und konnte mich vor Erstaunen nicht fassen. Was war da geschehen? Die Lumpen, auf denen der Verlegte lag, waren mit frischem Blute getränkt, und er selbst lag in Ohnmacht, starr und unbeweglich wie ein Stüd Holz, während mit dem Blute das Leben langsam aus dem Körper entwich. Mit Andreas' Hilfe drehte ich den Mann auf die andere Seite und untersuchte ihn. An der Schußwunde war nichts geschehen, dagegen war der Verband der alten Wunde los gerissen worden, so daß die Schlagader bloß lag. Wäre ich nur ein wenig später gekommen, so hätte ich den Mann aller Wahrscheinlichkeit nach bereits tot gefunden. Ohne einen Augenblick zu verlieren, stillte ich die Blutung, legte die Charpie auf und verband die Wunde von neuem Sodann flößte ich dem Ohnmächtigen Wiederbelebungsmittel ein und schickte Andreas auf das Schloß. „ Bitten Sie Bridget um etwas Suppe", sagte ich zu ihm „ und lassen Sie sich vom Fräulein eine Flasche Portwein und Kognak geben und seien Sie so bald als möglich zurück." Als Andreas fort war, wandte ich mich zornig an das Mädchen:„ Wer hat den Verband abgenommen?" Sie sah mich einen Augenblick troßig an, dann antwor tete sie leise und in entschlossenem Tone und mit wütenden Blicken:„ Nehmen wir an, ich tat es! Nehmen wir an, ich erkläre Ihnen hiermit, daß, obwohl er mein Bruder iſt, ich ihn dennoch lieber sterben lassen will." „ Wenn Sie mir das erklärten," erwiderte ich,„ und ich es glauben würde, dann würde ich Sie einsperren lassen und dafür sorgen, daß jemand hierher kommt, um Ihren Bruder so lange zu pflegen, bis er sich selbst verteidigen fann." Das würden Sie wirklich tun?" fragte sie, bitter lachend. " Jawohl, gewiß!" " Dann scheren Sie sich zum Kuckuck!" brachte sie zähneknirschend hervor. Warum können Sie denn arme Leute nicht in Ruhe lassen? Wir wissen selbst am besten, was uns not tut. Wären Sie nicht dazwischen gekommen, dann wäre Rory Bournes gestern Abend auf der Landstraße tot geblieben." Im Gegenteil, wenn er nicht gewesen, so würde höchst wahrscheinlich ich getötet worden sein. Der Schuß, der ihn getroffen hat, hat mir gegolten. Niemand weiß, von wem er abgegeben wurde, und da Ihr Bruder mir so das Leben rettete, werde ich es auch nicht an Anstrengungen fehlen lassen, das seine zu erhalten." Ganz verwundert sah sie mich eine Weile an und wollte dann das Zimmer verlassen. Ich ging ihr jedoch nach und ergriff sie am Arm. Wir beide müssen zu einer Verständigung kommen," sagte ich.„ Sie müssen mir fest versprechen, keine derartigen Streiche mehr zu machen, oder ich übergebe die Angelegenheit sofort der Polizei." Sie entgegnete nichts. ( Fortsetzung folgt.), Ein Gesicht im Nebel. Von Paul Arnold. ( Nachdruck verboten.) Es schien ihm aussichtslos, diesen Kampf noch länger zu führen. Frizz Hersfeld lehnte sich in seinen Sessel zurück und rich tete seine Blicke auf eine dunkle Ecke des Ateliers. Zahllose Gemälde, Werke, bei deren Anfertigung seine Brust voll der fühnsten Künstlerträume war, aber auch Werke, die von einem furchtbaren Kampf gegen Hunger und Verzweiflung zu erzählen wußten, hingen an den Wänden. Er erhob sich, die Hände in die Seiten gestemmt, stellte er sich in die Mitte seines Ateliers. Ein Bild nach dem anderen sah er sich an; in Gedanken zählte er, wie viel er gemalt hatte, und wie mit jeder seiner Schöpfungen seine Hoffnungen fehlgeschlagen waren. Die Sohlen seiner Stiefel waren so dünn, daß er durch sie hindurch fühlen konnte, wie abgetreten der Teppich war, der im Atelier lag. Von den zwölf Gasflammen brannte nur eine, und deren trübes Licht warf gespensterhafte Schatten und trug nur dazu bei, das Atelier noch unheimlicher erscheinen zu lassen. Hersfeld schien einen Entschluß gefaßt zu haben. Raschen Schrittes trat er an einen Tisch und nahm aus dessen offenen Kasten einen Revolver und eine kleine Büchse. Aus der Büchse 3og er eine Patrone heraus. Nachdenklich betrachtete er sie sich und wiegte sie in der Hand. „ Sieben fummervolle Jahre habe ich bis hierher gebraucht, jetzt brauche ich nur noch das". Er steckte die Patrone in einen Lauf des Revolvers und ließ die Waffe in seine Rocktasche gleiten. Noch einmal blieb er stehen und sah sich die Bilder an. Es waren seine Kinder. Unter seinem Pinsel hatte er sie erstehen sehen, mit seiner Vhantasie hatte er sie genährt und mit wahrer Zärtlichkeit an ihnen gearbeitet. Das Publikum hatte sie freilich nicht beachtet, aber deswegen waren sie ihm nicht weniger lieb und teuer, sie blieben doch seine Kinder. Er zog sich seinen Ueberzieher an, drehte das Gas aus und trat auf die dunkle Straße hinaus. An der Ecke blieb er stehen, als wollte er noch einmal überlegen. Dann wandte er sich rechts und schlug den Weg nach dem Reichstagsufer ein. Nur einem Schußmann begegnete er. Auf der Brücke stellte er sich mit dem Rücken gegen das Geländer und noch mals rief er sich alle ſeine fehlgeschlagenen Hoffnungen und die Enttäuschungen, die er erlebt hatte, ins Gedächtnis zurück, damit ihm der Mut zu seinem Vorhaben nicht fehle. Langsam näherte er sich einer Laterne, bei deren Licht er nochmals seinen Revolver prüfte. Wenn der versagen sollte, so gab es ja noch einen anderen Weg, der zu demselben Biele führte; ein Sprung über das Geländer und alles war vorbei. Schon erhob er den Revolver, als er plötzlich zusammenfuhr, denn unmitelbar vor ihm stand eine Dame. Seine Finger zitterten, als er ihr Gesicht sah; es war auch so blaß wie sein eigenes, und mit einem dumpfen Schlage fiel der Revolver auf das Pflaster. Das Gesicht der Dame war aber nicht aus Furcht oder vor Angst blaß; wenigstens lag nichts in ihren Zügen oder in ihrer Haltung, woraus man das hätte annehmen können. Ihr wohlgestalteter Mund schien jedoch eine Bitte zu Hersfeld zu äußern, und in dem Funkeln ihrer schönen Augen las er die Aufforderung, ein Mann zu sein. Er sah noch, wie die Dame weiter ging und bald in der Dunkelheit und im Nebel verschwand. Dann sah er aber auch den Revolver auf der Straße liegen, es war das eine böse Versuchung für ihn. Steinen Blick konnte er davon lassen, dann aber drängte sich die Dame wieder seinen Gedanke auf und er fragte sich, wer dieselbe wohl gewesen sein mochte. Er knöpfte seinen Rock zu, hob den Revolver auf und warf ihn über das Brückengeländer. Atemlos wartete er, bis er ihn auf das Wasser aufschlagen hörte, dann wandte er sich um und ging festen Schrittes nach Haus. Am nächsten Tage war das Wetter schön und heiter. Hersfeld suchte verschiedene Skizzen heraus und ging damit zu einem Kunst- Antiquar, der sie ihm für 20 Mark abkaufte. Den Erlös benutte er, um eine neue Leinwand sich anzuschaffen und eine tüchtige Mahlzeit einzunehmen, die seinem Körper sehr not tat. In Hersfeld's Gemälden sprach sich zweifellos Talent aus, und sie hätten ihm wohl einen Namen gemacht, wenn er es verstanden hätte, die Aufmerksamkeit des großen Publifums auf sich zu lenfen. Die Kritik nahm seine Werke ja recht beifällig auf, jagte aber, daß sie in Stil, Behandlung und Auffassung nichts ungewöhnliches wären und ging deswegen rasch an ihnen vorüber. Sein neuestes Werf war aber ganz anders als seine bisherigen. Es war kühn, ja sogar herausfordernd. Es war nur ein Gesicht im Nebel, auf das der Schein einer Laterne fiel. Ein schönes Gesicht genau so, wie er es an jenem verhängnisvollen Abend auf der Reichstagsbrücke gesehen hatte. In seinem Bilde hatte er den Ausdruck dieses Gesichtes sprechend ähnlich getroffen, und während er es malte und die Züge unter seinem Pinsel Gestalt anzunehmen schienen, pflegte er zu der Leinwand zu sprechen, wie er zu der Dame an jenem Abend gesprochen hätte, wenn sein Geist nicht umdüstert gewesen wäre. Und je weiter das Bild seiner Vollendung entgegenschritt, desto mehr verliebte er sich in die unbekannte Dame, und doppelt liebte er das Bild, weil es einmal mit seinem Herzblut gemalt war, und dann auch, weil es das Porträt seiner Geliebten darstellte. Er sandte das Bild an die Ausstellungskommiſſion und gab sich keinem Zweifel hin, daß das Bild auch angenommen werden würde. Den Preis normierte er mit fünftauſend Mark, ein Preis, der, wie er recht gut wußte, jeden Käufer abschrecken würde. Bereits am dritten Tage nach der Ausstellung empfing er ein Telegramm von der rühmlichst bekannten Kunsthandlung Grubner& Comp. Sie verlangte den billigsten Preis für „ Ein Gesicht im Nebel" zu wissen. Antwort war gleich bezahlt. Das Telegramm jagte ihm einen freudigen Schreck ein. Händlerpreise pflegen aber hinter Künstlerpreisen ein gut Stück zurück zu bleiben. Er antwortete, daß das Gemälde fünftausend Mark koste. Es war noch keine Stunde vergangen, als von Grubner & Comp. ein zweites Telegramm kam. Hersfeld mußte über diesen Sarkasmus lachen und warf das Telegramm fort. In demselben Augenblick erhielt er aber auch bereits einen Rohrpostbrief von einer anderen Firma, der folgendermaßen lautete: „ Wir wären nicht abgeneigt Ihr unter Nummer 237 auf der Kunstausstellung befindliches Gemälde zu erwerben, falls sie uns dasselbe für viertausend Mark überlassen und sehen Ihrer umgehenden Antwort entgegen." Hersfeld war nicht wenig erstaunt; es war ihm noch nicht vorgekommen, daß sich renommierte Kunsthandlungen so sehr beeilten, seine Gemälde zu erstehen, und auch bei seinen Kollegen pflegte das nicht der Fall zu sein. Dankend lehnte er das Angebot ab, und bei der Vorstellung, was diese große Summe Geldes für ihn bedeute, konnte er einen tiefen Seufzer nicht unterdrücken. Abermals klingelte der Depeschenbote, und die Direktion einer Gesellschaft, die erstklassige Kunstwerke zu Wanderausstellungen in der Provinz erwerben wollte, schrieb ihm: „ Falls Nummer 237 noch nicht verkauft ist, kaufen wir es hiermit zu dem von Ihnen angegebenen Preise." ,, Hineingefallen!" stammelte er. Das Bild war jetzt fort. Dieses Angebot konnte er nicht abschlagen, denn die Bedingungen hatte er ja ſelbſt geſtellt. In der festen Ueberzeugung, daß niemand einen solch hohen Preis anlegen würde, hatte er fünftausend Mark verlangt. Dieser hohe Preis und der für ihn so schmeichelhafte Umstand, daß sich die Kunsthändler förmlich um sein Werk rissen, gaben ihm nur geringen Trost. Das ihm so teuere Bild des Weibes, das er anbetete, hatte er verkauft. Schweren Herzens ergriff er seine Feder und erklärte sein Einverständnis mit dem Verkauf. Dann ging er nach der Ausstellung und betrachtete sich nochmals sein Werk. Konnte er sich wohl davon trennen? Aber er hatte es ja schon getan. Vielleicht gelang es aber doch, die Erwerber des Bildes vom Kaufe zurücktreten zu machen. Er wollte es wenigstens versuchen. Mit der Straßenbahn fuhr er nach dem Bureau der betreffenden Gesellschaft. Ein vornehm aussehender Herr in den besten Jahren empfing ihn und Hersfeld ging sofort auf den Zweck seines Besuches ein. " Sie wollen also mein Bild wirklich kaufen?" fragte er in fast bittendem Tone,„ offen gestanden habe ich nur deswegen einen so hehen Preis dafür verlangt, weil es gar nicht in meiner Absicht lag, es zu verkaufen." " Ja, mein Verehrtester, wenn Sie Ihre Bilder nicht verzen follen D mit der scheint. andes der Te der Arbei būrimmitichon Objektive I Brimmitschauer und Feststellung tampjes. 2. wirkung der D faliſierung de บท ทร eines einen schie beitsnachweis ber Organisat reitung die beruhigen bleiben. Ma Rebre von C Sin folonial outschen Volke ogen über d an feit dem end das so be tatt: Major v. dslagenen Heren es getan hat e er jetzt steht Nileberhaupt erre Sp iber die Borgäng B. am 13. 20 gero bei Baruch an amtliche e bistattge apja f ver Kolonie perero Boten zwei ba mei Off leutnant und fünf Leich Telbit findet pil welche deutsche haben. Nur Reis aum Sta