Nr. 39. bonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., ' s Haus gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen viertelfährlich Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Dienstag, den 16. Februar 1904. Gießener 13. Jahrgang. Insertionspreis: Die einspaltige Betitzelle für ganz O heffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfg. fonft 15 Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Bostzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen, Seltersweg 88 Fernſprechauschluß Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblaff) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Stadt und Land. - - Zur Tagung des Bundes der Landwirte. Man schreibt uns: Der Bund der Landwirte, der von den städtischen Einwohnern vielfach nicht blos als das unbewußte, sondern auch als das bewußte Gegengewicht gegen die städtischen Interessen angesehen wird, muß troß seiner Tendenzen die größte Stadt des deutschen Reiches zu seinem Mittelpunkte wählen, weil keine andere ihm so bequeme Reiseverbindungen und Verhandlungsräume bieten fann. So ist er selbst der Macht der Großstädte unterworfen, wie sehr er sich auch gegen die Landflucht wehren mag. Immerhin aber bietet gerade die jetzige landwirtschaftliche Woche die Anregung zu einem Vergleich über die Entwickelung der Städte und des Landes. Es ist tatsächlich kein leerer Wahn, wenn die Landwirte behaupten, daß die Großstädte ihnen einen großen Teil der landgesessenen Bevölkerung wegfangen. Während das ganze deutsche Reich seit einem Menschenalter eine Zunahme der Bevölkerung von 37,3 Prozent erzielte, haben die Großstädte eine Zunahme von 146 Prozent zu verzeichnen, also etwa 99 Prozent ihrer Bevölkerung sind über das Normalmaß hinaus, oder mit anderen Worten, troß der Zunahme der Einwohnerziffern im Reich leidet das platte Land an einer fortdauernden Entvölkerung. In den Zuwachsziffern lassen sich verschiedene Ebbe- und Flutperioden verzeichnen, die im engſten Zusammenhang mit den Industrieepochen stehen. Eine relativ bedeutende Zunahme der Städte erfolgte in den 70er Jahren. Von 1880-90 ist ein Stillstand zu verzeichnen und bon 1890-1900 ein ganz erhebliches Wachstum. Je mehr natürlich die städtische Bevölkerung sich zuSammendrängte, um so mehr wuchs auch die Notwendigkeit einer intensiven Beschaffung von Lebensmitteln. Dem Handel wurden also hier ganz neue Aufgaben gestellt und die Nahrungsversorgung der Großstädte wurde der vorherrschende Faktor des Getreidemarktes. Die Lieferung der Nahrungsmittel entglitt immer mehr den Händen der Landwirtschaft und wurde ein besonderer Zweig des Handels, der natürlich bei großen Differenzen zwischen dem Inlands- und Auslandspreis stets dasjenige Produktionsgebiet bevorzugte, das ihm die günstigsten Preisbedingungen machte. Da gleichzeitig mit unserer industriellen Entwickelung die Verkehrsmittel verbessert und die Gütertarife ermäßigt wurden, so erwuchsen unserer einheimischen Landwirtschaft selbst in den fernabgelegensten jungfräulichen Gebieten von Amerika Konkurrenzen, die den russischen Import förmlich in den Schatten stellten. Es ist also tatsächlich richtig, daß Stadt und Land auf dem Getreidemarkte und in Zollfragen gegenäßliche Interessen haben. Das ist die logische Folge unserer Entwickelung, die unseren vorwiegend agrarischen in einen vorwiegend industriellen Staat umgewandelt hat. Es wäre aber verkehrt, wenn die städtische und ländliche Bevölkerung aus diesem Gegensatz der Interessen ihre menschichen Empfindungen beeinflussen ließen. Die Stadt, die den Landwirten die Arbeiter wegnimmt, liefert ihnen auch die Maschinen, die den Betrieb verbilligen, die städtische Wissenschaft liefert ihnen die Chemikalien, welche die Fruchtbarfeit des Bodens erhöhen, und städtische Unternehmer sind es, die durch ihre Kulturingenieure die Bewässerungs- und Meliorationsarbeiten ausführen lassen. So zeigt sich doch, daß beide Teile innerhalb der nationalen Gemeinschaft Hand in Hand arbeiten an dem großen Werk der Kultur. Sobald, vie jetzt der Bund der Landwirte, die einzelnen Berufsorganisationen zusammentreten, um ihre Lage zu erörtern und ihre Zicle zu verfolgen, dann werden die Verhandlungen stets den Stempel der Einseitigkeit tragen und für den anderen Interessenteil nur wenig verständlich sein. Wenn jedoch die städtische Bevölkerung genug Objektivität besitzt, um zuzugeben, daß die Städte den Nußen von unserer modernen Entwickelung gehabt haben, während das platte Land sich in der Defensive befindet, dann werden die Verhandlungen des Bundes der Landwirte, auch wenn die Städter nicht in die ganze Materie eindringen, jeden verlegenden Schein verlieren. Als Glieder der nationalen Gemeinschaft find Stadt und Land die rotierenden Räder, der großen Kulturbewegung unserer Seit, aber nur dann wirklich leistungsfähig, wenn jede einseitige Entwickelung verhütet und durch ein organisatorisches Vorgehen der Einzelberufstände ein Ausgleich der widerstreitenden Interessen herbeiJeführt wird. Rusticus. Der Krieg in Oftafien. Nachrichten vom Kriegsschauplatz laufen fortwährend in fast beängstigender Fülle ein. Trotzdem ist man über die eigentlichen Vorgänge zur Zeit ziemlich spärlich orientiert, da die meisten Telegramme, mögen sie nun aus angeblich russischer oder japanischer Quelle stammen, mit großem Mißtrauen aufzunehmen sind. Zu dieser Kategorie von Meldungen gehören zweifellos Londoner Berichte über das Schicksal des Wladivostok- Geschwaders, das naturgemäß im Vordergrund des Interesses steht, da mit ihm die Hoffnuna der Russen auf einen baldigen Ersat Port Arthurs steht oder fällt. In London will man bereits von der Vernichtung dieses Geschwaders erfahren haben. Das bezügliche Telegramm, aus Tokio vom 14. d. Mts. datiert, lautet: Die russischen Kreuzer„ Rurik“,„ Rossia“,„ Gromoboi“,„ Bogatyr" von Wladiwostok wurden gestern abend von der die zweite Meerenge von Fusan sperrenden japanischen Flotte oberhalb der Tsuinsel, als sie einen Durchbruch im Schuße der Nacht versuchten, überrascht. Die ersten drei russischen Kreuzer wurden in die Luft gesprengt, der vierte entkam und wurde verfolgt. Begeisterte Manifeſtationen fanden hier nicht statt. Ehe nicht eine amtliche Bestätigung dieser Sensationsmeldung vorliegt, ist es gut, sie mit fühler Skepsis aufzunehmen. Die englischen Blätter fühlen sich verpflichtet, ihrem Publikum täglich neue, die Nerven fibelnden Nachrichten von wichtigen Ereignissen aufzutischen, bei denen es sich am Rande versteht, daß die Russen der unterliegende Teil sind. Auf wie unsicherem Boden diese Preßerzeugnisse wurzeln, zeigt, daß verschiedene Londoner Blätter den Schauplatz der Katastrophe in die Tsugarstraße gegenüber Hokadate verlegen. Damit aber die ausgleichende Gerechtigkeit nicht fehle, wissen im Gegensatz zu den Engländern die guten Freunde Rußlands, die Franzosen, über eine erfolgreiche Ueberrumpelung eines japanischen Truppentransports durch ein russisches Geschwader auf dem Wege nach Korea zu berichten. Fm Figaro" hat das Telegramm, das über Newyork kommt, folgenden Wortlaut: Ein japanisches Geschwader mit einem Transport Truppen, der nach Korea bestimmt war, wurde von einem russischen Geschwader überrumpelt. 7000 Japaner sollen ertrunken oder getötet worden sein. Anderen Informa= tionen zufolge sollen sogar 14 000 Japaner hierbei den Tod gefunden haben. Diese Heldentat müßte, da kein weiteres russisches Geschwader in jenen Breiten in freier Aktionsfähigkeit sich be= findet, auf das Konto der Wladiwostofer Kreuzer gesetzt werDen. Doch klingt sie bei weitem unglaublicher als die engische Nachricht, die wenigstens mit den realen Stärkeverhältnissen rechnet, die völlig zu gunsten der Japaner liegen. Ueber das Treffen von Tschemulpo liegt jetzt ein angeblich authentischer Bericht vor, der die tollfühne Todesverachtung, mit der die Russen in den ungleichen Kampf gingen, in ein rühmliches Licht stellt. Als die beiden russischen Kriegsschiffe in dem Kampfe bei Tschemulpo ihren zweiten Ausfall machten, dampften sie, während ihre Musikkapellen die Nationalhymne spielten, gerade auf die japanische Flotte los. Diese tapfere Haltung angesichts der Vernichtung, die ihnen sicher bevorstand, wurde von den auf der Reede liegenden fremdländischen Schiffen mit lautem Beifall aufgenommen. Die Verluste der Russen bei Tschemulpo waren: 1 Offizier und 40 Mann tot, 474 Mann verwundet. Die Japaner nahmen bereitwilligst 34 verwundete Russen in das Hospital der japanischen Krankenpflegerinnen in Tschemulpo auf. Die Verwundeten werden dort durch japanische Aerzte behandelt. Der Vormarsch der Japaner. Nach dem Kampfe landeten die Japaner 19 000 Mann. Zwischen Tschemulpo und Tschifu ist von ihnen ein drahtloſer Telegraphendienst mit Schiffen als Zwischenstationen eingerichtet worden. Der Oberbefehlshaber des japanischen Landheeres, Generalleutnant Kodama, ist nach einer Meldung aus Tschifu in Gensan an der Ostküste Koreas eingetroffen, um die Vorbereitungen zum Nordmarsch zu überwachen. Um Gensan sollen 30 000 japanische Elitetruppen in Feldlagern versammelt sein. Alles deutet auf einen bald bevorstehenden Vorstoß auf die Jalulinie mit einer Truppenmacht, die der dort befindlichen russischen weit überlegen ist. Vor Port Arthur scheint im Augenblick alles ruhig zu sein, dagegen wollen die Gerüchte von neuen Landungsversuchen der Japaner auf der Liautung- Halbinsel nicht schweigen, die den Zweck haben, Port Arthur in den Rücken zu fallen. Admiral Alexejeff hat ange ordnet, daß alle Zivilpersonen und alle Ausländer Port Arthur zu verlassen haben. Die Zivilpersonen haben ihr gesamtes Eigentum im Stich gelassen. In der Nacht verden die Pläße Port Arthur, Dalmy sowie die ganze wantun- Küste mit Rücksicht auf mögliche Torpedo- Angriffe der Angriffe durch Truppen in völliger Finsternis gehalten. Die Mandschuribahn wird, wie aus Meldungen Alerejeffs jervorgeht, weiterhin ständig von feindlichen Angriffen beroht und mus, stark bewacht werden. Die Politik. Der preußische Minister der öffentlichen Arbeiten hat Vertreter der süddeutschen Regierungen zu einer Konferenz auf den 22. Februar dieses Jahres eingeladen, in der allgemeine Grundsätze für weitere Vereinfachungen in der Verfehrsleitung zwischen den beteiligten Staatsbahnen gemeinsam erörtert werden sollen. A Die Jahresversammlung des Bundes der Landwirte fand gestern im Berliner Zirkus Busch statt. Anwesend waren mehr als 5000 Mitglieder aus allen Teilen des Reiches. Die Versammlung, vom Bundesvorsitzenden Dr. Rösicke geleitet, nahm einstimmig zwei Resolutionen an, eine gegen jede Reform des Börsengeseßes, die andere gegen eine Fortsetzung der gegenwärtigen Handelspolitik. In einer der letzten langweiligen Sizungen des Reichstags wurde von einem Abgeordneten der Wunsch ausgesprochen, die Versenchung der Flußläufe möge auf reichsJeseßlichem Wege verhindert werden. Die Bedeutung dieser Forderung wird am besten durch ein Beispiel illustriert. Die Stadt Dresden z. B. hat im Jahre 1902 41 752,8 Rubikmeter Fäkalien unterhalb der Stadt in die Elbe eingelassen. Außerdem wurden ihr noch die Stoffe aus 3551 WasserFlosettgruben zugeführt. Wie mag es damit mit anderen an Flüssen belegenen Großstädten bestellt sein? Folgen des russisch- japanischen Krieges werden sich auch in Deutschland zeigen, und zwar soweit die russischen Sachsengänger in Betracht kommen. Viele deutsche Großgrundund Fabrikbesizer pflegten alljährlich für die Zeit vom 1. April bis 15. Dezember ihr fehlendes Arbeitsmaterial durch russische Arbeitskräfte zu ergänzen. Nun besteht aber russischerseits die Absicht, infolge der Einziehung der Militärpflichtigen zur Jahne die Grenze für die männlichen Sachsengänger während der Dauer des Krieges zu schließen, so daß den Beteiligten keine geringen Verlegenheiten erwachsen werden. Dänemark. * Die diesjährige Konferenz der Mitglieder des internationalen Central- Bureaus zur Bekämpfung der Tuberfulose findet vom 27. bis 29. Mai in Kopenhagen statt. Der zweite Vorsitzende des Dänischen Nationalvereins zur Bekämpfung der Tuberkulose, Reichstagsabg. Dr. RördamKopenhagen, ist gegenwärtig in Berlin, um mit den zuständigen Stellen die Vorbereitungen zu treffen. Die Konferenz wird sich u. a. mit der Frage der Verwertung der neuen Tuberkulose- Forschungen für die Praxis beschäftigen. Italien. † Wie wir vorausgesagt haben, bestätigen sich die Gerüchte über das Befinden des Papstes nicht. Es hieße, daß Pius X. der Erblindung nahe sei. Nur meldet ein Telegramm aus Mentone, der Papst selbst habe in einem Briefe an seinen dort lebenden Bruder Angelo erklärt, diese Gerüchte seien ganz unbegründet; er habe sich vielmehr niemals wohler befunden, als jetzt. Ein Komitee italienischer und französischer Aerzte erläßt einen Aufruf an ihre Amtsgenossen, zur Beteiligung an einer internationalen Pilgerfahrt nach Rom. Wir entnehmen dem Aufruf folgende Säße: Weil gelegentlich des 50jährigen Jubiläums der Verkündigung des Dogmas von der Unbefleckten Empfängnis zahlreiche Pilgerfahrten nach Rom organisiert werden, glaubten die Aerzte nicht zurückbleiben zu dürfen und auch sie werden vom 5. bis 14. April eine Romfahrt anstellen mit einem sechstägigen Aufenthalt in der ewigen Stadt. Für Mediziner wird diese zu der geeignetsten Zeit stattfindende Romreise sehr interessant werden, weil ihnen von Papst Pius X. der herzlichste Empfang bereits zugesichert wurde, weil sie unter geeigneter Führung die hervorragendsten Sehenswürdigkeiten Roms besuchen werden; besonders aber weil dort ärztliche Vorträge über medizinische Wunder, namentlich über die bestuntersuchten Wunderheilungen von Lourdes gehalten werden. Eine gewisse Zahl von Personen, deren Heilung sehr gut festgestellt ist, wird den Pilgerzug begleiten. Balkan- Staaten. O Endlich eine Aeußerung der Pforte über die Amnestie für die im mazedonischen Aufstand Kompromittierten. Die Amnestie wird nach Angabe des Generalinspektors Hilmi Bascha erfolgen, allerdings erst ,, in einigen Wochen". Sie soll ungefähr 1500 Bulgaren umfassen. Die Zusammenstoße zwischen bulgarischen Banden und türkischen Grenzwachen wiederholen sich gleichwohl immer wieder. In dem letzten Scharmüzel bei Djomaja Bala fielen 12 Bulgaren und ein Türke. Heer und flotte. Um die Annäherung von Unterseebooten rechtzeitig zu entdecken, schlägt man vor, die operierenden Flotten fünftighin von Luftballons begleiten zu lassen. Der englische Luftschiffer Bacon hat der britischen Admiralität die wichtige Mitteilung gemacht, daß von einem Luftballon aus, der sich in genügender Höhe über dem Meer befindet, bei einigermaßen durchsichtigem Zustand des Meerwassers das Auge bis auf den Meeresgrund zu dringen vermag. Wenn diese Aussage sich bei weiteren Versuchen bestätigt, so würde dadurch ein beachtenswertes Mittel gegeben sein, die Annäherung von Unterseebooten rechtzeitig zu beobachten und etwaigenfalls telephonisch vom Luftballon aus der operierenden Flotte anzuzeigen. Bei einer Fahrt über den Frischen aber es ging nicht, ich fonnte nichta ordnen, nichts fichten, habe das auch fo machen wollen, fing dem, für den sie bestimmt waren, in die Hände fielen. Ich fchrieben wurden und dann nach dem Tode des Betreffenden daß solche Beichten, wie ich fie dir machen muß, niederge von neuem an, Mir verwirrten fich die Gedanken! Ich habe oft gelesen, auf und die er, zornig über sich selbst, sofort in sich bekannt sei und für ewige 3eiten geblieben sein würde, hätte Sunfle, ſehr dunkle Stelle geben, die ihm, dem Sohn, ungetrachtet hatte es müffe im Vorleben seines Vaters eine ftieg wieder, diesmal deutlicher denn je zuvor, die Ahnung die ihm von Seit zu 3eit unbeſtimmt vorgeschwebt war zu ersticken Mit einer ungeduldigen Handbewegung wies er das von der Geld zurück, flebte eine Briefmarfe über den Wagen und schüttete, als er den Wagen und den Portier bezahlen wollte. Erde den zusammen roten Zettel, sprang in fuhr davon. Das unter seiner Leitung einen n übertragen und nahm, wie Geschäft in Yokohama wurde Walter Ermshagen und gewesen war, für ihre Kinder haben sie es gelernt, diese Schicksalsprüfung Hilda, aber in ihrer Liebe zu einander, in ihrer Sorge Und die Zeit des Unglücks ist unvergessen bei Helmut 31 überwinden Kanal bat Bacon jedenfalls einen Bewets fur jemne weyauptung erbringen können, indem er vom Ballon aus eine photographische Aufnahme vom Meeresgrund herzustellen imstande war. Daß bei bewegter See diese Möglichkeit nicht vorhanden ist, versteht sich freilich von selbst. Vermutlich werden auch Versuche dahin angestellt werden, ob sich auch Torpedos vom Luftballon aus rechtzeitig beobachten lassen. Deutfcher Reichstag. ( 33. Sigung.) CB. Berlin, 15. Februar. Die Situng wird in Anwesenheit von etwa dreißig Abgeordneten eröffnet. Immer dünner wird die Be setzung des Hauses, immer langweiliger die Verhandlungen. Wenn früher über einen Gegenstand genug geredet worden war, wurde Schluß der Debatte beantragt. Das wagt man heute nicht mehr, weil dann die, welche noch zum Worte gemeldet sind, vermutlich sofort die Beschlußfähigkeit des Hauses anzweifeln würden, und da die Beschlußunfähigkeit offensichtlich ist, so würde damit die Situng zu Ende sein So entsteht die wunderliche Zwickmühle: das Haus ist wegen der endlosen Debatten beschlußunfähig und die Debatten sind endlos, weil sie wegen mangelnder Beschlußfähigkeit nicht abgekürzt werden können. Selbstverständlich wird wieder über das Kapitel Reichsversicherungsamt debattiert. Hundertmal widerlegte Behauptungen werden zum 101. Mal wiederholt. Fast allein bemerkenswert ist die Rede des Abg. S ch mid t- Berlin( Soz.), der sachlich und sachverständig spricht. Er ist deshalb sach. berſtändig, weil er, wie er mitteilt, im vorigen Jahre allein 600 Termine vor dem Reichsversicherungs- Amt wahrgenommen. Abg. Schmidt versichert, daß die Mitglieder dieses Amts, von wenigen Ausnahmen abgesehen, auf einem arbeiter freundlichen wohlwollenden Standpunkt ständen. Davon, daß die Arbeiter absichtlich unzufrieden gemacht würden, sei keine Rede. In der Theorie halte er es für das Wünschenswerteste, daß sich jeder Arbeiter an einen Arzt seiner Wahl wenden könne. Aber die finanzielle Leistungsfähigkeit der Kassen wäre auf gehoben, wenn sie auf einmal das Doppelte zahlen sollten! Das Richtigste sei da: sich verständigen und nicht einseitig rücksichtslos Forderungen aufstellen. Im weiteren Verlaufe der Sizung entwickelt sich die Debatte wie in den Vortagen zu der üblichen Auseinandersetzung zwischen einigen Mitgliedern der Linken und der Rechten, worauf das Kapitel genehmigt wird. Nun geht es aber in etwas rascherem Tempo. Eine Reihe von Kapiteln werden ohne Debatte angenommen. Nur bei zweien fieht sich Graf Posadowsky zu kurzen Erklärungen veranlaßt: Beim Kapitel ,, Kanalamt" erklärt der Staatssekretär, daß die Verlegung des Kanalamts von Kiel nach Holtenau in Aussicht genommen sei. Und beim Kapitel„ Privatversicherungsamt" berheißt er wohlwollende Berücksichtigung dem Wunsche, daß im Beirat mehr Interessenten als bisher vertreten sein möchten. Preussischer Landtag. ( 19. Sigung.) Haus der Abgeordneten. RK. Berlin, 15. Februar. ses Reichstags eingeholt werden mußte, so wurde leicht der Eindruck entstehen, als ob das Reich immer und immer neue Anleihen zur Bestreitung seiner Betriebsausgaben machte und das würde zweifellos auf die Dauer unseren Kredit_erschüttern. Um dies zu vermeiden, wurde die neue Vorlage eingebracht, die aber immerhin als Symptom unserer Finanzwirischaft gelten muß, insofern sie die Aussichtslosigkeit einer völligen Tilgung der Betriebsanleihen in nächster Zeit offenbart. Der Versuch einer kleinen Gruppe des Reichstags, bei dieser Gelegenheit eine entscheidende Definition der Reichsschuldenordnung durchzusehen, mißlang, weil die Sicherstellung gegen eine Erschütterung unseres Kredites als die höhere Notwendgikeit angesehen wurde. Während im Reichstag die Reichsboten nur theoretisch mit dem eisernen Würfelspiel in Ostasien sich befaßten, äußerte dieses auf der Börse eine wahrhaft elementare Wirkung. Die russischen Werte sanken ganz außerordentlich, aber auch unsere Bergbaupapiere gingen wesentlich zurück, weil die durch den Krieg bedingte Verminderung der Industrietätigkeit schlimme Wirkungen auf den Kohlenbergbau voraussehen läßt. Vor allen Dingen haben sich diese in dem englischen Bergbaugewerbe gezeigt. Seither waren Rußland sowohl, als auch Japan gute Kunden des Kohlenverkaufs in Südwales. Durch den Ausbruch des Krieges aber sind für beide Staaten alle Lieferungsverträge erloschen, weil die Kohlen als Kriegskontrebande gelten und von keinem neutralen Staat an einen der Krieg führenden Mächte geliefert werden darf. Die englischen Kohlenbergwerksbesitzer haben aber auch abgesehen von dieser starken Nachfrage seither in übertriebenen Maße auf Vorrat gearbeitet und sind nun an dem Rande der wirtschaftlichen Depression angelangt. In den letzten Tagen wurden deshalb die Löhne um 1½ Prozent reduziert und die Arbeiter zeigten hierbei eine anerkennenswerte Einsicht, indem lieber die Einzelnen für die Allgemeinheit das Opfer eines Lohnrückganges brachten, als daß sie durch Verweigerung der Lohnrevision die Gefahr von Arbeiterentlassungen herbeigeführt hätten. Auch unserem einheimischen Bergbau werden schwere Tage nicht erspart bleiben und wir möchten nur wünschen, daß auch hier dasselbe Einverständnis herrscht, wie es in England zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer sich in so schönem Lichte gezeigt hat. Die pessimistische Stimmung, die im übrigen auf unserer Börse nach Eröffnung der japanisch- russischen Feindseligkeiten herrschte, ist bei der Sachlage nur schwer zu erklären. Selbst in Frankreich, das doch als Verbündeter Rußlands weit mehr in den Interessenkreis dieses Krieges hineingezogen werden kann als Deutschland, war die Stimmung besser als hier und in London ging sogar am zweiten Tage des Krieges die Börse mit einer gewissen Freudigkeit an die Hebung der Kurse. Die Fortsetzung der zweiten Beratung des Etats der Berg, Hütten- und Salinenverwaltung erjielt heut einen interessanten sozialpolitischen Einschlag durch- eine Erklärung des Ministers Möller über die Stellung Der Regierung in der Frage der von freisinniger Seite geforderten Einrichtung der Arbeiterkontrolleure in den Bruben. Der Minister sagte u. a.: Ich betrachte jede Maßregel auf dem Gebiete der Beaufsichtigung der Gruben immer Don dem Gesichtspunkt aus, ob sie voraussichtlich eine Förde rung der Sozialdemokratie sein wird oder nicht. Für mich sind die Arbeiterkontrolleure deshalb nicht akzeptabel, weil vir in der Arbeiterschaft eine politische Bewegung haben, die auch die allgemeine, direkte Wahl zu den Arbeiterkontrolleuren nur zu politischen Zwecken ausnüßen würde. Der Minister betonte, daß Preußen, was aufmerksame Revisionen Der Gruben anbelangt, unbestritten an der Spike sämtlicher Nationen stände. Mit der Bekämpfung der Wurmkrankheit habe man den besten Erfolg gehabt. An der Debatte, die vor fast leerem Hause stattfand, beteiligten sich hervorragend der Abg. Hilb( natl.) und Abg. Hirsch( frs. Vp.), deren Ausführungen über Arbeiterfürsorge in den Bergwerken teilweise in direktem Gegensatz standen. Hilbek sieht in den meisten von Hirsch gerügten Mißständen nur sozialdemokratische Nebertreibungen. Das eiferne Würfelspiel. [ Politische Wochenschau.] Durch die Ereignisse in Ostasien ist das Interesse der Deffentlichkeit und der gesamten Welt, möchte man sagen, derart in Anspruch genommen, daß man für die einheimische Politik kaum noch einige Zeit übrig hat. Von jeher hat das eiserne Würfelspiel auch dann, wenn weit hinten in der Türkei die Völker aufeinanderschlugen, in hervorragendem Maße die Tagesunterhaltung beherrscht. Heute ist das noch weit mehr der Fall, weil nirgends in der Welt ein größeres Ereignis sich abspielen kann, ohne daß die europäischen Interessen dabon berührt werden. Auch der ostasiatische Konflikt wird, wer immer auch Sieger sein möge, in der Machtverteilung Verschiebungen bringen und unser Wirtschaftsleben bis zu einem neuen Wendepunkte seinen Stempel aufdrücken. Hinter diesen gigantischen Vorgängen verschwindet naturgemäß der Streit der Interessen innerhalb der verschiedenen Völfer. Schon äußerlich konnte man im Reichstage diese Erscheinung beobachten, denn die Sigung wies an einzelnen Tagen einen geradezu traurigen Zustand auf. Hier und da saß einsam ein Reichsbote auf seinem Platz und auf der Tribüne hielt mit tonloser Stimme ein Abgeordneter seinen Monolog. Der Sizungsbesuch war aber nicht deshalb so gering, weil die Mehrzahl der Abgeordneten von Berlin abwesend war, sondern weil der größte Teil in den Wandelgängen, oder in dem Restaurant lieber das eiserne Würfelspiel im fernen Osten verhandelte, als daß man den Verhandlungen über Krankenkassen, Aerztestreit, Vetrinärärzten und Reichsschuldenverwaltung zuhörte, obgleich alle diese Fragen an sich von größter Wichtigkeit sind. Namentlich gilt das von dem letzten Gesetzentwurf, der in der Donnerstagssizung sofort in zweimaliger Beratung angenommen wurde. Hier handelte es sich darum, dem Reichskanzler eine Blankovollmacht für die Verlängerung, oder auf deutsch gesagt, Prolongation der ausgegebenen Reichsschuldenverschreibungen oder Reichsschabanweisungen zu erteilen. Wenn hierzu jedesmal die Erlaubnis Neise nach Wiesbaden. Bei der Ankunft vermißte er seine Brieftasche, die in Banknoten und Wertpapieren den genannten Betrag enthielt. Alle Nachforschungen waren bis. her vergeblich. Dagegen fand man in einem Abteil eines Wiesbaden- Frankfurter Zuges den Betrag von 2560 Mart in Banknoten. Der Eigentümer des Geldes hat sich noch nicht gemeldet, auch wurde in den letzten Tagen weder der Bahnverwaltung, noch der Polizei eine diesbezügliche Verlustanzeige erstattet. Tatsächlich liegt ja auch bei diesem eisernen Würfelspiel ein beruhigendes Moment in der unbedingten Neutralität, die bisher von allen Staaten zugestanden worden ist. Dadurch, daß Amerika in der Sicherung der chinesischen Neutralität die Mandschurei als unstrittiges Kriegsgebiet anerkannt hat, ist einstweilen einem Ueberspringen der Kriegsflamme in das Pulverfaß der anderen Nationen vorgebeugt, immerhin aber bleibt es eine auffallende Erscheinung, daß die Franzosen eine so zurückhaltende Stellung bei einer ernſten Situation> russischen Verbindefen einnehmen. Sie suchen dadurch de öffentliche Meinung in Rußland zu beschäftigen, daß sie Deutschland unfriedsamer Absichten verdächtigen, als wenn es das eiserne Würfelspiel im fernen Osten benützen wollte, um in Europa seine Güter zu verbessern. Ein englischer Korrespondent hat sogar die deutschen Absichten dahin charakterisiert, daß wir die Rheinmündungen durch Besetzung der Niederlande und den Donaulauf durch Einziehung der deutschen Landesteile von Desterreich in unseren Besitz bringen wollten. Aehnliche Absichten scheinen uns auch die Tschechen nachreden zu wollen, die in einer feurigen Kundgebung das russische Volk ihrer Sympathien versichern und die geheimen Feinde, womit jedenfalls auch die Deutschen gemeint sind, mit ihrer Ungnade bedrohen. Von Deutschland aus ist aber am allerwenigsten eine Gefährdung der Neutralität und des Friedens zu befürchten. Wenn England nicht irgendwo einen falschen Hahn aufdreht, dann wird der Krieg zwischen Rußland und Japan lokalisiert bleiben und Europa wird im Frieden jeine Kulturarbeit leisten können, wenn auch im fernen Osten die eisernen Würfel des blutigen Krieges erklirren. Aus den Parlamenten. Eisenbahnkatastrophe in Belgien. Ein folgenschwerer Eisenbahnzusammenstoß ereignete sich in der Nähe des Brüsseler Nordbahnhofs. Infolge falscher Weichenstellung fuhren zwei Personenzüge aufeinander. Dabei wurden seche Personen getötet. Ein nettes Früchtchen! Im Bahnhofsrestaurant zu Erfner wurde der 13jährige Sohn Friz des Fürstenwalder Schneidermeisters Altmann verhaftet, der seinem Vater 5000 Mart aus dem Geldschrank entwendet und das Weite gesucht hatte. Der Junge hat sich, wie er angibt, in Gesellschaft zweier Herren" einige Tage in Breslau und Berlin amisiert und bei dieser Gelegenheit angeblich mehr als tausend Mark verjubelt. Der Rest der gestohlenen Summe wurde noch in seinem Besitz vorgefunden. Der jugendliche Abenteurer ist inzwischen durch seinen Vater von Erkner abgeholt und nach Fürstenwalde gebracht worden. Von seinen Reisebegleitern, die ihn zweifellos zu dem Diebstahl anſtifteten, fehlt bisher jede Spur. Die sozialdemokratische Fraktion des Reichstags hat einen Antrag eingebracht, daß die wegen Mi ßhandlungen von Soldaten durch Urteile der Militärund Marinegerichte erfolgten Bestrafungen allmonatlich den Mannschaften der Armee und Marine zur Kenntnis gebracht werden; daß ferner bei dieser Gelegenheit die Angehörigen des Heeres und der Marine jedesmal auf ihr Beschwerderecht hingewiesen werden, und daß endlich die wegen Mißhandlung Untergebener rechtskräftig verurteilten Angehörigen des Heeres und der Marine aus dem Dienst entlassen werden. * Dem preußischen Landtag ist von freisinniger Seite ein Antrag zugegangen, die Regierung zu ersuchen, alsbald einen Geseßentwurf zur Abänderung des Ge= werbesteuergesetes vom 14. Juni 1891 vorzulegen, durch welchen unter progressiver Gestaltung der Steuer die beiden unteren Steuerklassen erleichtert und bei Berechnung des Betriebs- und Anlagekapitals die Abzugsfähigkeit der Kapitalschulden gewährleistet wird. Aus dem Gerichtsfaal. Cine Au las ich von diner von Wajdyine, mit allen reiche Stor haftenden damals et tifchen Ber ente ameri fache hand brachten es führte, dem 7000 Mart 3h fla Wie haft d haffung en „ Nun, Raufe vera Bon innige bis jetzt re Jeitig, und bertrag au innerhalb urteilen, Ich no machte ich in dem be „ Sie i wird aber wie id in Die T ettvas edige in das Zi ging fie a Männchen" Aber S riß die U „ Entic lich auf. Er ba scheinend So je in den m Das G und in bo Munde:„ C meines Mo erzählt hat Damit erblaßte. sich zwar Sie fet ftehende „ Nun Meine nicht, w 3000 Ma „ Ach freut übe Die A ftandig alle Tos, ohne j itändiger Tending. plaren seh Muster ein Die unselige Erbschaft. Die alte Erfahrung, daß ein plötzliches großes Glück geeignet ist, den Ueberraschten um den Verstand zu bringen, hat sich in Erfurt in wahrhaft grausiger Weise bestätigt. Die dort wohnhafte 43jährige Italienerin Machetti Caproni erhielt vor kurzem die amtliche Mitteilung, daß ihr in der fernen Heimat eine nicht unbedeutende Erbschaft zugefallen sei. Hierüber geriet die Aermste in solche Aufregung, daß sie schließlich in Verfol gungswahnsinn verfiel und in diesem Zustande einen grauenhaften Selbstmordversuch unternahm. Sie wickelte sich wäh rend der Nachtzeit in leicht brennbare Tücher ein, schüttete einen Liter Spiritus über sich und begab sich dann auf die Lendstraße, wo sie ihre Kleidung anzündete. Die Unglückliche wurde, einer Feuersäule gleich, aufgefunden und durch Mitglieder der Sanitätskolonne sofort nach dem städtischen Krankenhause in Erfurt gebracht. Doch hatte sie schon so schwere Brandwunden erlitten, daß ihre Wiederherstellung böllig ausgeschlossen erscheint; denn Hals, Brust und Arme maren bereits stark verkohlt. § Ein unwürdiger Vorgesekter. Wegen Mißbrauchs der Dienstgewalt, Wachtvergehen, Verleitung hierzu, unerlaubter Entfernung und widernatürlicher Unzucht wurde der Sergeant Bienemann von der 11. Kompagnie des Infanterieregiments Nr. 29 vom Kriegsgericht der 16. Division in Trier zu insgesamt drei Jahren und drei Monaten Gefängnis, 4 Jahren Ehrverlust und Ausstoßung aus dem Heere verurteilt. Nah und fern. Die internationale Kunst- und Gartenbau- Ausstellung in Düsseldorf wird vom deutschen Kronprinzen am 1. Mai dieses Jahres persönlich eröffnet werden. Wie weiter bestimmt verlautet, wird auch das Kaiserpaar von Wiesbaden aus der Ausstellung einen Besuch abstatten und bei dieser Gelegenheit voraussichtlich auch eine längere Rheinfahri unternehmen. Im Eisenbahnkupee um 52000 Mark bestohlen wurde der Kaufmann Hausmann aus Mannheim während einer Der Raub eines kostbaren Kirchenschates setzte die Behörden der spanischen Stadt Santander in große Aufregung. Aus der historisch berühmten Collegiatakirche des Vorortes Santillana wurden mehrere Hundert Kilo goldener und filterner Kirchengeräte von unschätzbarem Kunst- und Altertnswert gestohlen. Die Diebe entfamen auf einem Automobil, trotzdem ihnen die Gendarmerie hart auf den Fersen mar. A Schiffszusantmenstoßt. Wie aus Delagoa gemeld wird, ist der Dampfer„ Gaza" nach einem Zusammenstoß mit dem deutschen Dampfer„ Neichstag" auf der Höhe von Kap Inyack gesunken. Drei Personen kamen dabei ums Leben. Gin verhängnisvoller Fehlschuß. In Kiel versuchte der Arbeiter Stapelfeldt nach einem Streit mit seiner Geliebten namens Beth diese in ihrer Wohnung zu erschießen. Er tat einen Fehlschuß und traf den anwesenden eigenen vierjährigen Sohn, der schwer verlegt wurde und in Lebensgefahr schwebt. Der Attentäter flüchtete, wurde aber festgenommen. Von Stufe zu Stufe. Wegen Bettelns geriet in Hamburg eine 30jährige Frau in Haft, wobei sie sich auch noch der Beamtenbeleidigung schuldig machte. Bei Feststellung ihrer Personalien tourde konstatiert, daß die Verhaftete die Gattin des früheren Bürgermeisters einer ostpreußischen Stadt ist. Der Vater der Frau, die durch Trunk gänzlich heruntergekommen ist, soll als Rentier in Danzig leben, wo auch einer ihrer Brüder als Arzt praktiziert. Die verwahrTeste Frau hat sich in Berlin, Hamburg und Newyork umhergetrieben, dem Rande der Freiheit aber wieder Valet gesagt und sich von dort nach Hamburg zurückbegeben. Bunte Chronik. Das Hochwasser des Rheines und einzelner Nebenflüsse bildet eine ernste Gefahr. Mehrere Per. sonen fanden bereits ihren Tod in den hochgeschwollenen Fluten. Starker Eisgang riß den Leuchtturm gegenüber den Elbinger Molen im Haff ein. - In dem Dorfe Dziergow. bei Kosel brannten zehn Bauernhöfe vollständig nieder. 30 Erwachsene und 38 Kinder sind obdachlos. -Im Alter von 104 Jahren verstarb in Lengerich eine der ältesten Personen Deutschlands, der stadtbekannte ,, alte Knüwen". - Die Familie des jungen schwachsinnigen Dungyersky, der vor kurzem an den Reichstagsabgeordneten Georg Saczellary in Budapest 301 000 kronen verloren, aber nicht bezahlt hatte, hat die Summe mildtätigen Anstalten überwiesen. Das Motoweibchen. Fastnachtsscherz von Artur Iger. ( Nachdruck verboten.) „ Sehe ich recht, du verheiratet? Seit wann?" redete ich meinen Freund Hans an, mit dem ich einst eine gemeinsame Schulbank- es war, nebenbei bemerkt, die„ lette" gedrückt hatte, als ich, von einer zweimonatigen Reise aus dem Inneren Spaniens zurückgekehrt, ihn zufällig im Café traf und mein Blick auf den breiten goldenen Reif an seiner Rechten fiel. Hans gerierte sich stets als eingefleischter Hagestolz, darum mein grenzenloses Erstaunen. Sawohl, mein Lieber, ich habe mir eine gekauft," erwiderte jener in gleichgültigem Tone. „ Aha, Geldheirat, da liegt der Hase im Pfeffer," dachte ich und fragte laut: So na hat sie viel mitbetommen?" „ Vier Schlüssel, eine Gebrauchsanweisung und einen Garantieschein auf drei Jahre." „ Waaaas?!" " Na, wundert dich das? Ich hätte sogar eine mit fünfjähriger Garantie bekommen können, aber die sollte das Doppelte kosten, das ist mir für eine Autofrau denn doch zu teuer gewesen." und wollte Ich ha mich bon priesenen meib. Sie wenn sie Hans für und übrig nialitäteiner etwe halbe Min „ Und Hans,„ ich Hause ent man eben Wir t boll neuer Bier Sans wi Schwarze Sie Vor in Grit na doch mu in weni all we bergaß war das Ne flärung „ Se fumme nehmbar ficherung fie nie mo riété- Bi fingent Teid. Sch zu breche Uni wither." mißte er feine pieren den ge en waren bis 11 Abteil eines on 2560 Mart at sich noch nicht eder der Bahn igliche Verlust folgenschwerer Der Nähe des Weichenstellung i wurden fech Srestaurant zu Fürstenwalder feinem Vater nd das Weite ibt, in Gesell u und Berlin lid mehr als lenen Summe Der jugendliche er von Ertner worden. Von dem Diebstahl rung, daß ein Serraschten um in wahrhajl fte 43jährige zem die amtat eine nicht ber geriet die ich in Verfol einen grauen delte sich wäh rein, schüttete dann auf die Die Unglück den und durc dem städtischen te sie schon fa iederherstellung ruft und Arme 3 sezte die Be oße Aufregung. des Vorortes goldener und nst- und Alter f einem Auto uf den Fersen Joa gemeld Zusammenstoß der Höhe von en dabei ums Riel versuchte it feiner Gezu erschießen. enden eigenen nd in Lebens. urde aber festgeriet in Ham sich auch noch Bei Feststellung Verhaftete die ostpreußischen Trunk gänzlich nzig leben, wo Die verwahr Newyork um eder Valet ge eben. Enes und einMehrere Per geschwollenen egenüber den Eine Autofrau. Jetzt begriff ich alles. Schon in Spanien las ich von der neuen epochalen Erfindung des Autoweibes, einer von dem genialen Ingenieur Edi Sohn konstruierten Maschine, welche das leber de Weib vollkommen ersetzt und mit allen ihren Vorzügen behaftet ist, während durch sinnreiche Konstruktionen sämtliche dem lebenden Wesen anhaftenden Fehler eliminiert sind. Die Sache kam mir zwar damals etwas spanisch vor, aber schließlich ging aus authentischen Berichten hervor, daß es sich nicht um eine Zeitungsente amerikanischen Fabrikats, sondern um eine positive Tatsache handelte. Die noch verhältnismäßig hohen Preise brachten es mit sich, daß sich die Neuerung nur schwer einführte, denn eine gute, gediegene Autofrau sollte 1800 bis 7000 Mark fosten. rannten zehn und 38 Ain Lengerich eine bekannte„ alte Ich klärte meinen Freund über mein Mißverstehen auf. Wie hast du dich aber so schnell zu einer so gewichtigen Anschaffung entschließen können?" „ Nun, es sind rein praktische Gründe, die mich zum Kaufe veranlaßten. Es ist eben die reine Vernunftsehe. Bon inniger Liebe kann nicht die Rede sein, aber wir leben bis jetzt recht glücklich miteinander. Wir achten uns gegenfeitig, und eine Zwistigkeit zwischen uns ist nach dem Kaufvertrag ausgeschlossen. Im übrigen habe ich mir Umtausch innerhalb eines Monats ausbedungen. Du fannst ja selbst urteilen, wenn du morgen bei mir essen willst." Dungyersky, rdneten Georg ren, aber nicht Inſtalten über. t. berboten.). Ich nahm natürlich mit Freuden an. Punkt ein Uhr machte ich meine Aufwartung. Ich traf meinen Freund allein in dem behaglichen Wohnzimmer. " Sie ist nicht zur Zeit mit der Toilette fertig geworden, wird aber gleich erscheinen", erklärte Hans, als er bemerkte, wie ich in wachsender Wißbegierde auf dem Fauteuil drehte. Die Tür ging auf und ein zierliches Frauchen kam mit etwas eckigen Bewegungen, die aber äußerst drollig wirkten. in das Zimmer getrippelt. Zu meinem großen Erstaunen ging sie auf mich zu, schlang die Arme um meinen Hals und wollte mit den Worten„ Guten Tag, mein geliebtes Männchen", einen Kuß auf meine Lippen drücken. Aber Hans verhütete noch rechtzeitig ein Unglück und riß die Ungestüme von mir los. „ Entschuldige tausendmal, ich habe den Zeiger irrtümlich auf„ Männchen" gestellt." Er bastelte am Rücken etwas herum und drehte dann anscheinend eine Spirale an. So jetzt ist sie richtig gestellt", sagte er und ließ sich ruhig in den mir gegenüberliegenden Seffel fallen. Das Gesicht der Gattin wurde um einige Nüancen ernster, und in vornehm liebenswürdigem Tone kam es aus ihrem Munde:„ Es freut mich, in Ihnen einen alten lieben Freund meines Mannes fennen zu lernen, von dem er mir schon oft erzählt hat!" Lokales. 16. Februar 1904. Der weiten Kammer ist der Bericht des zweiten Ausschusses über die Regierungsvorlage, betr. Entwurf eines Gesezes, die Abänderung des Artikels 227 Absatz 1 des Polizeiftrafgeseges( Störung der Sonntagsfeier und des Gottesdienstes) in der Fassung des Gesetzes vom 1. Juli 1892 betreffend, zugegangen.( Berichterstatter Abg. Köhler.) Der Ausschuß, der sowohl mit dem Gefeßentwurf selber, als auch mit seiner Begründung einverstanden ist, beantragt Annahme des Artikels 1 und 2, der Ueberschrist und Einleitungsworte. Auch der Bericht desselben Ausschusses über die Regierungsvorlage, betreffend Entwurf eines Gesetzes, den Verkehr mit Fahrrädern und Automobilen auf öffentlichen Wegen, Straßen und Blägen betreffend, ist vom Abg. Köhler erstattet. Damit reichte sie mir ihre Rechte dar. Ich schlug ein und erblaßte. Sie war eiskalt. Jezt sah ich auch, daß die Augen sich zwar bewegten, aber aus Glas gebildet waren. Sie setzte sich mit tadellosem Anstand auf die an der Wand stehende Ottomane. ,, Nun rate, was sie gekostet hat." Meine Zunge war von Erstaunen wie gelähmt, ich wußte nicht, was ich sagen sollte. So nannte ist auf gut Glüd 3000 Mark. Achzehn hundert Mark", erwiderte Hans erfreut über meine hohe Tare. Achtzehnhundert mit vollständiger Ausrüstung inclussive Verpackung und franco Zufendung. Was sagst du dazu?" Die Ausführung ist tadellos sauber, sie verrichtet selbstständig alle häuslichen Arbeiten, sie räumte auf, kocht tadellos, ohne jemals zu versalzen, was bei den lebenden Eremplaren sehr oft vorkommen soll, kurz und gut, sie ist das Muster einer braven, tüchtigen Hausfrau." - - - - - - 2. 8. stand in Oberhessen, welcher in den legten 10 Jahren um 7000 Stück zugenommen habe und glaubte zu intensivem Ackerbau und dadurch bedingten bessere und reichlichere Ernährung des Viehes raten zu müssen. Redner glaubt annehmen zu dürfen, daß man auf diese Weise sicher dahin fommen würde, daß die deutsche Landwirtschaft den ganzen Bedarf an Fleisch für das Inland zu decken in der Lage sei. Hierauf referrierte Herr Emmel- Warthof unter Aſſiſtenz des Gemeinderatsmitgliedes Louis Moll über die in Baden gemachten Erfahrungen betreff Lagerhäuser, woran sich eine teilweise recht erregte Debatte anschloß, an der sich die Herren Direktor Wigandt vom Kornlagerhaus Corbach, Dekonom Odsen- Degelrod, Dekonomierat Schlenke, Landtagsabgeordneter Hirschel und die beiden erstgenannten Herren rege beteiligten. Die Ausführungen waren sehr belehrenfür die in großer Zahl anwesenden Bauern und glaubt mag mit Bestimmtheit annehmen zu können, daß nach Beratunder Statuten sehr viele Landwirte der bereits gegründ deten Lagerhaus- Genossenschaft beitreten werden. Wir kommen auf die Sache noch einmal zurück. ** Die Tagesordnung für die nächste Stadtveror d= neten Sigung zu Gießen ist am Donnerstag, den 18. Februar nachmittags 4 Uhr. 1. Vorschriften für die Hausanschlüsse an die städt. Kanalisation( zweite Lesung). Baugesuch des L. Schneider II. für die Neustadt. 3. Fluchtlinienplan für die Große Mühlgasse. 4. Vorlage des Voranschlags des Stadterweiterungsfonds für 1904/05. 5. Rechnung der Armenkasse für 1902/03. 6. Erwerb der Karl Horn'schen Hofraite Neuenweg 2. 7. Klage des Schreinermeisters Friedrich Benzler gegen die Stadt. Klage der Stadt gegen J. Arnold III. Witwe. 9. Kauf zwischen Joh. Gg. Pfaff I. und der Stadt. 10. Anteil der Wilhelm Volz Witwe an Zusammenlegungsfosten im Neustädterfeld. 11. Gesuch des Ludwig Flamme um Erlaubnis zur Benußung eines städt. Geländeteils am Neuenweg. 12. Erneuerung der Zinsscheine für das 1890er Anlehen. 13. Festsetzung der Fleischbeschaugebühren. 14. Regulierung der Einkommensteuer; hier: Gewährung einer Remuneration an die Schußmannschaft für die Personenstandsaufnahme.- 15. Unterstützung für Aalesund. 16. Gesuch des Martin Langsdorf dahier um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb im Hause Crednerstraße 34. Ich hatte im Laufe des Tages hinreichend Gelegenheit, mich von dem wirklichen Vorhandensein der von Hans ge priesenen Vorzüge zu erfreuen. Es war ein wahres Prachtweib. Sie beteiligte sich lebhaft an unseren Gesprächen und wenn sie auch dann und wann stecken blieb, so erklärte dies Hans für einen Uebelstand, der bei allen Autos vorkommen und übrigens nach längerem Gebrauche nachlasse. Ja die Genialität ihrer Konstruktion ging sogar soweit, daß sie an einer etwas zweideutigen Stelle unseres Gespräches auf eine halbe Minute leicht aber deutlich erkennbar errötete. ann?" redete inst eine geft, die ,, lette" matigen Reife nzufällig im goldenen Reif itets als eines Erstaunen. gekauft," et3feffer," dadite biel mitbe ng und einen eine mit fünfdie sollte das rau denn doch ,, Und doch bin ich ein freier Mann", erklärte selbstbewußt Hans ,,, ich kann fortgehen, wann ich will, ich kann abends von Hause entfernt bleiben so lange ich will, ein Vorzug, den man eben nur bei der Autofrau genießt." Wir trennten uns erst in später Nachtſtunde,- den Kopf voll neuer Eindrücke kam ich in meinem Junggesellenheim an. Vier Wochen später traf ich nach Rückkunft von einer Reise Hans wieder. Er war um zehn Jahre gealtert. Das so schöne schwarze Haupthaar war merklich grau geworden. - * - * Die erste Getreide lagerhaus- Genossenschaft. Am 9. Februar wurde zu Wohnbach in der Wetterau unter Teilnahme des Herrn Geh. Regierungsrat Haas- Darmstadt, der Landtagsabgeordneten Hirschel und Köhler, Dekonomierat Schlenke, Dr. von Peter- Friedberg und Verbandssekretär Dr. Neumann- Darmstadt die erste Getreidelagerhaus- Genossenschaft für die Wetterau gegründet. Die Genossenschaft umfaßt die Orte Wohnbach, Berstadt, Obbornhofen, Bellersheim und Utphe. Sie hat mich schnöde verlassen," kam es von seinen Lippen. Vor innerer Erregung vermochte er nicht weiter zu sprechen. Erst nach und nach gewann er die Fassung wieder.„ Erzähle doch nur, wie das alles gekommen," drang ich in ihn.„ Das ist in wenigen Worten gesagt," begann er schluchzend,„ ich mußte au wenige Tage fort die Reise kam so plöglich kurz, ich bergaß, nachzusehen, ob nicht etwa eine Schraube bei ihr los war so tam das Unglück, ich kehrte zurück und finde das Nest leer. Eine Karte auf dem Tisch sollte mir Aufklärung verschaffen. Auf ihr stand geschrieben: Buzzbach, 15. Febr. Herr v. Bouchenröder dahier schenkte die Summe von 1000 Mt. zur Anschaffung eines Fensters für die hiesige Stadtkirche. = Homberg a. d. D. Der 15jähr. Sohn des Schmiedes Hedderich aus Appenrod, welcher bei einem Kunstschlosser aus Weitershain sich in der Lehre befand, beging, weil er sich aus geringfügiger Ursache vor Strafe fürchtete, Selbstmord, indem er sich in der elterlichen Scheune erhängte. Seine Schwester, welche ihn hier fand, wurde vor Schreck schwer frank. A Kirchhain, 14. Febr. Die für gestern in Alsfeld und Kirtorf vorgesehene Besprechung der verschiedenen Bahnkomitès wurde in letter Stunde verschoben. §§ Kirchhain, 14. Febr. Heute wurden durch verschiedene Regierungsbeamte Messungen der Wassermengen und Stromgeschwindigkeit des Ohmflusses vorgenommen. Es handelt sich um Vorarbeiten zur Ausarbeitung eines Projektes zur Ohmregulierung. * Am Samstag Nachmittag wurde in einem der letzten Garten hinter dem Rodberg eine Kindesleiche eingewickelt gefunden. Ueber die Auffindung hat nun Gr. Polizeiamt nachstehendes Ausschreiben erlassen: Am 13. d. Mts. wurde dahier hinter den Gärten am Rodberg in einem Graben die Leiche eines neugeborenen Kindes männlichen Geschlechts aufgefunden, die etwa 14 Tage dafelbst gelegen haben mag. Höchst wahrscheinlich hat das Kind noch nach der Geburt gelebt. Die Leiche war in braunes Backpapier eingeschelagen und dabetliegend fanden sich eine roth und weiß getupfte, schön geflickte Flanell- Nachtjacke mit einem Borzellanfnop und einem weißen Perlmutterknopf sowie zwet Lappen von einem Frauenhemd aus weißen Baumwollstoff. In der Nähe der Leiche fand sich außerdem ein Frauenrock von schwarzem Köperstoff, der zu einem Unt rrock umgearbeitet und mit schwarzem Band eingefaßt ist. In legteren dürfte die Leiche beim Transport eingewickelt gewesen sein. Wir ersuchen nun Anstellung geeigneter Nachforschungen und Mittheilung aller Anhaltspunkte, die etwa zu Feststellung der Kindesmutter führen könnten. ,, Sehr geehrter Herr! Beiliegend tausend Mark als Kauffumme für Ihre Frau. Ich hoffe, Sie werden den Preis annehmbar finden. Trösten Sie sich damit und mit der Versicherung, daß Ihre Gattin berühmt werden wird. Sie werden sie nie wieder sehen. Es müßte denn sein auf ihrer ersten Variété- Bühne, sobald ich auf meiner Tournee um den Kontingent hier eintreffe. Ihr ergebenster Fred Kinkerlik, Impresario. Ich schwieg respektvoll. Mir tat der arme betrogene Hane leid. Schließlich entschloß ich mich, das unheimliche Schweigen zu brechen. ,, Und was gedenkst. Du nun zu tun?" " Ich werde mir nie wieder eine kaufen, ich bleibe Autowitwer." Innere Röhrchen Aeussere Kapsel Vom Nhein, 15. Febr. Aus Uerdingen meldet uns ein Privattelegramm: Infolge des Hochwassers des Rheins ertrank hier ein Schiffer, bei Flehe ein Mädchen und bei Elten 3 junge Leute. Eine mit 50 Personen besetzte Fähre, deren Drahtseil zerriß, wurde stromabwärts getrieben. Es entstand eine große Panik. Nur mit Mühe konnten die Passagiere von 2 großen Dampfern gerettet werden. Marktberichte. Gießen, 16. Februar. Auf dem heutigen Wochenmartt fosteten Butter per Pfd 0 90-0.95 Mt., Hühnereter 2 Stüd 12-14 Pfg., Enteneter St. 8 Bfg., Käse per St. 6-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Pfg., Erbsen per Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Btg., Tauben per Baar Mr. 0.80-1.00, Hühner per Stid Mr. 1.30-1.40, Hahnen, per Stid C.80-1.70, Enten per Stid 1.70-2.20, Gänse per Pfd. 65-70 Bfg., Ochsenfleisch per Pfd. 68-78 Big., Rindfleisch per Pfd. 62-66 Pfg. Schweinefleisch per Pfd. 60-70 fg. Schweinefleisch gesalzen per Pfund 0.80 Big., Kalbfleisch per Pfd. 70-76 Bfg., Hammelfleisch per Pfd. 56-74 Bfg.. Kartoffeln pro 100 Kilo 5.50 6.00 mit., Zwiebeln per 3t. Mr. 7.00-10.00, Aepfel per Gentner 20-25 Mr. Milch per Ltter 18 Bfg. Dauer der Marktzeit bon 8 Uhr morgens bis 2 Uhr Nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Marktzeit übeerhanp nicht, und während der ersten drei Stunden der Marktzeit im Umherziehen feilgeboten werden. Frankfurt a. M., 15. Februar. Fruchtmarkt. Es notierten nach Qualität: An Weizen, hiesiger und Wetterauer Mt. 17.00-17.50, furhessischer Mt. 17.10-17.15, norddeutsch. Mr. Kansas Mt. 17.80-18.20, Roggen, hiesiger Mt. 13.50 bis 13.60, russischer Mk. 14.40-14.70. Amerikaner Mt. 14.50 bis 14.75, Gerste, hiesige Mt. 15.50 bis 15.70, Pfälzer, Mt. 15.50 bis 15.75, fränkische Mt. 15 80, Riedgerste Mk. 15.30 bis 15 80, ungarische Mt. 17.50-18.50. Hafer, hiesiger Mt. 12.75-13.75, furhessischer Mt. 12.75-14 00, Württemberger Mt.-- bis--, bayerischer Mk. 12.75-13.75, russischer Mk. 13.50-1.500 Mais, Wired Mt. 12.10-12.30, La Plata Mt. 11.70-12.00, weißer Mais Mt. 12.50-12.75, russischer Mt. 13.50-13.75. Alles pro 100 Verantwortlich: für den politischen und Inseratenteil: Albin Klein für das Lokale, den„ Gerichts-" und" Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermann Unser neuer Roman (:) Ueber einen seltenen Fund berichtet man uns heute früh. Einer hier durchziehenden ZiegeunerKarawane war auf der Landstraße bei Reiskirchen der mitgeführte Tanz- Bär, als die wilde Gesellschaft des Mittags nach dem Essen unter ihrem Zelte und ihrem Wägelchen zur Ruhe sich gelegt, durchgegangen und unbemerkt nach dem Großen- Busecker Gemeindewalde gekommen, wo der braune Gesell, nach der Wanderung jedenfalls müe geworden, sich neben einem aufgesetzten Haufen Buchen- Reiser hingelegt hatte und eingeschlafen war. Gegen 4 Uhr fanden Holzfäller das ihnen unbefannte Tier und waren so darüber erschreckt, daß sie nach dem Dorfe liefen, alles mobil machten. Alles was Beine hatte bewaffnete sich mit alten Flinten, Gabeln und Hacken um das Raubtier wie man es nannte, unschädlich zu machen. Wer beschreibt aber die Beschichten in engen Kreisen drehen. Teils in patriachalischer wunderung als die Leute an die btr. Stelle famen, war unser Meister Bäz bereits von seinen Besitzern, die ihn inzwischen vermißt hatten, wieder eingefangen worden. Vergangene Woche fand in Lindenfels eine Versammlung statt, die sich mit einer Motor- Omnibus verbindung mit Bensheim befaßten. Es ist nicht ausgeschlossen, daß der Motorbetrieb schon in diesem Sommer eröffnet wird. D ** Im Vogelsberg geht man mit dem Gedanken um, einen Motor Omnibusverkehr zwischen Ehrings. hausen Groß- Felda- Stumpertenrod- Ulrichst ein einzurichten. Interessenten haben bereits in der Sache beraten. - Grünberg, 14. Febr. Die für heute mittag 3 Uhr einberufene Landwirtsch. Versammlung wurde um 314 Uhr von Herrn Bürgermeister Zimmer eröffnet und darauf dem Herrn Dekonomierat Leithiger das Wort erteilt. Herr 2. entwurf ein Bild von dem jeßigen ViehMAGGI's Bouillon- Kapseln Man achte genau auf den Namen ,, MAGGI“. führt den Leser in das Leben und Treiben einer deutschen Residenzstadt der vormärzlichen Zeit. Wir sehen, wie sich um den festen Punkt, den kleinen Hof, alle GesellschaftsGesellig- und Gemütlichkeit, zum Teil aber auch in wilden durch Intriguen aller Art erzeugten Wirbeln. Vom taleidoskopischen Hintergrunde dieser Szene hebt sich die Hauptfigur „ Der Goldmarder" in düsterer Tragik ab. In ihm hat der talentvolle Verfasser M. Behold den Typ eines jener Schein- Ehrenmänner geschaffen, denen es durch ihre persönlichen und geistigen Vorzüge nur zu oft gelingt, die Nachtseiten ihres Charakters und ihrer Lebensführung vor den Augen der Welt zu verbergen. 1 Taffe vorzüglicher 1 Taffe extra starker Fleischbrühe Kraftbrühe зи 5 Pfg. zu 712Pfg. je 2 Portionen in Kapseln zu 10 und 15 Pig. Giessener Lesehalle- Verein. Dienstag, den 23. Februar 1904 abends 84 Uhr: ordentliche Mitglieder- Versummlung im Café Ebel. Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht über das abgelaufene Vereinsjahr. 2. Neuwahl des Vorstandes. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen bittet Einladung. Der Vorstand. Alle verehrlichen Spenderinnen, welche zur StiftWirtschaftsvergebung. Bekanntmachung, Der Wirtschaftsbetrieb bei dem am 9., 10., und die Reinigung der Schornsteine betreffend. 11. Juli d. Js. zu Grünberg stattfindenden Um die Hauseigentümer in den Stand zu setzen, selbst die Erhebung der Kaminfegergebühren zu prüfen, sind auf Sängerfeste des 25. Bundesfeites Beschluß des Kreisausschusses, zunächst probenweise, Gedes Lahntal- Sängerbundes bührenzettel eingeführt worden. Die Gebührenzettel entsoll an unternehmungswillige Interessenten vergeben halten auf der Vorderseite Rechnung und Quittung über den werden. Lufttragende Wirte wollen diesbezügliche schrift- Hegerlohn, während die Rückseite einen Auszug aus dem mit und ohne Aufbau der Wirtschaftshallen bis zum Februar 1904 ab den Hausbesitzern nach der stattgefundenen liche Offerten unter Angabe der Stoff Sorte und Qualität Regulativ, die Reinigung der Schornsteine betreffend, enthält. Die Kaminfeger find angewiesen worden, vom 15. 1. März d. J. bei dem Unterzeichneten einreichen. Grünberg, den 9. Februar 1904. Der Vorsitzende des Wirtschafts- Ausschusses 2. Kauß. Räumungs- Ausverkauf. Kaminreinigung einen Gebührenzettel über die ihnen zustehenden Gebühren, versehen mit Quittung über die erfolgte Zahlung zu behändigen. Wir bringen dies unter dem Anfügen zur Kenntnis der Hausbesizer, daß den letteren hiermit auch Gelegenheit geboten ist, zu kontrollieren, daß die Reinigung der Kamine regelmäßig Wegen Umzug von Wolkengasse 20 nach Schlokgasse 5 in den vorgeschriebenen Zeitabschnitten erfolgt. ung einer neuen Fahne für den Grünberger Gesang- verkaufe verein beigetragen haben, werden zu einer Besprechung auf Freitag, den 19. Februar, abends 8 Uhr in den 1. Schulsaal ergebenst eingeladen. Gleichzeitig werden diejenigen Damen, welche sich als Fest- Jungfrauen beteiligen wollen, gebeten, sich ebenfalls dort einzufinden. Megen legen Aufgabe meiner Oekonomie verkaufe ich folgende Gegenstände aus der Hand: Sämtliche Schuhwaren aus hochfeinen Borcalf- und sonstigen Ledern, sowie prima Harburger Gummischuhe gegen bar 15% Rabatt. Johannes Hecker, Schnellbesohlanstalt. 1904. 1 Wagen, 1 leichtes Wägelchen, 1 Mäh- Wolkengasse 20.- Geßen. maschine mit Getreideablage, verschiedene Pflüge, 1 Krupper, 1 kompl. zweisp. Chaisengeschirr, noch neu, sowie 100 Ctr. Heu, I. Qualität. Grünberg, den 15. Februar 1904. Louis Stein I, Grünbera. Für Magenleidende. Allen denen, die sich durch Erkältung oder Ueberladung des Magens, durch Genuß mangelhafter, schwer verdaulicher, zu beißer oder zu falter Speisen oder durch unregelmäßige, Lebensweise ein Magenleiden, wie: Magentatarrh, Magenkrampf, Magenschmerzen, schwere Verdauung oder Verschleimung jugezogen haben, set hiermit ein gutes Hausmittel empfohlen, deffen vorzügliche Heilsame Wirkungen schon seit vielen Jahren erprobt find. Es ist dies das Verdauungs- und Blutreinigungsmittel, der Hubert Ullrich'sche Kräuter- Wein. Dieser Kräuter- Wein ist aus vorzüglichen, hellkräftig befundenen Kräutern mit gutem Weine bereitet und stärkt und belebt den ganzen Verdauungsorganismus des Menschen ohne ein Abführmittel zu sein. Kräuterwein beseitigt alle Störungen In den Blutgefässen, reinigt das Biut von allen verdorbenen krankmachenden Stoffen und wirkt fördernd auf eine Neubildung gesunden Blates. Durch rechtzeitigen Gebrauch des Kräuter- Weins werden Mogenübel meist schon im Reime erstickt. Man sollte also nich: fäumen, seine Anwendung allen anderen scharfen, äßenden, Gesundheit zerstörenden Mitteln vorzuziehen. Alle Shinptome wie Kopfschmerzen, Aufstoßen, Sodbrennen, Blähungen, Uebelkeit mit Erbrechen. die bei chronischen( beralteten) Magen leiden um so heftiger auftreten, werden oft nach einigen Mal Trinken beseitigt. Stuhlverstopfung und deren unangenehme Folgen, wie Beklemmung, Bolikschmerzen, Herzklopfen, Schlaßshake t, sowie Blutanstauungen in Leber, Mi und Pfortoder nitem( Hämorrhoidalleiden) werden durch Kräuter- Wein rasch und gelind beseitigt. Kräuter- Wein belebt jedwede Unverdaulichkeit, verleiht dem Verdauungssystem einen Ausschwung und entfernt durch einen leichten Stuhi alle untauglichen Stoffe aus dem Magen und Gebärmen. Hageres, bleiches Aussehen, Blutmangel, Entkräftigung sind meist die Folae schlechter Berdauung, mangelhafter Blutbildung und eines frankhaften Zustandes der Leber. Bei gänzlicher Appetitlosigkeit, unter nervöser Abspannung und Gemütsverhimmung, sowie häufigen Bopfschmerzen, schlaflosen Nächten, fiechen oft solche Kranfe langsam dahin. Kräuter- Wen giebt der geschwächten Lebenskraft einen frischen Impuls. Kräuter- Wein steigert den Appetit, befördert Verdauung und Ernährung, regt den Stoffwechsel fräftig an, beschleunigt und verbessert die Blutbildung, beruhigt die erregten Nerven und schafft dem Kranken neue Bräfte und neues Leben Zahlreiche Anerkennungen und Danfschreiben beweisen dies. Bräuter Wein ist zu haben in Flaschen à Mt. 1.25 und Mt. 1.75 in den Apotheken von Gießen, Großen- Linden, Dehlar, Fronhausen, Braunfels, Butzbach, Brandoberndorf, Gladenbach, Weilburg, GroßenBuseck, Allendorf, Grünberg, gich, Hungen, Laubach, Bad- Bauheim, Marburg u. s. w., sowie in allen größeren und fleineren Orten ganz Deutschlands in den Apotheken. Auch versendet die Firma Hubert Ullrich, Leipzig, Weststrasse 82", im Engiosverkauf 3 und mehr Flaschen Kräuterwein zu Originalpreisen nach allen Orten Deutschlands portound fistefret. Mindestquantum im Engrosversand also drei Flaschen. Vor Nachahmung wird gewarnt. Man verlange ausdrücklich Hubert Ullrich, schen Kräuterweln. Mein Kräuterwein ist kein Geheimmittel; feine Bestandteile sind: Malagamein 450,0, Weinsprit 100,0, Glycerin 100,0, Rotwein 240,0, Ebereschenfaft 150,0 Kirschsaft 320,0, Fenchel, Anis, Helenenwurzel, amerit. Kraftwurzel, Enzianwurzel, Kalmuswurzel aa10,0. Diese Bestandteile mische man 4- Bimmerwohnung freundliche She Wohnung mit zu vermieten. in der Nähe des Seltersthores Off. Carl Buss, Marktplatz 6. fofort zu mieten gesucht.: Möbl. Bimmer per 1. März zu vermieten. Gießen, Markt raße 11. mit Preis u. 3280 an d. Exp. d. Bl. erbeten. IX. Jahrgang. JUGEND Illustrierte Wochenschrift für Kunst und Leben Herausgeber: Georg Hirth Shlokgasse 5 Preis pro Quartal durch den Buchhandel oder die Post bezogen Mk. 3.50 Einzelnummer 30 Pfg. Auflage: 55,000 Jede Nummer mit neuem farbigen Titelblatt. ,, Originalität, keck Neues suchende und dabei künstlerisch feinfühlige Frische gibt in hohem Grade die in München erscheinende ,, Jugend". ( Kölnische Zeitung). 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Linsen Bohnen, weise Erbsen, gesch. Erbsen, ungesch. Erbsen, grüne holl. ferner: Sauerkraut Salzgurken Essiggurken empfiehlt Robert Geihler, Gerichtsvollzieher, Robert not Gießen. Ziehung schon 5. März 1904. d.Gross. Geld- Lotterie d. Bad. Landesv. v. Roten Kreuz Il Lose 10 M. Los nur 1 Mk. Prt.a L.25Pfg. Auszahlbar bar ohne Abzug 3388 Geldgew. 44 000 bar zus. M. Hauptgew. M. 15 000 1 Gewinn Mk. 15000 1 Gewinn Mk. 5000 2 à 1000= 2000 " 1 4 à 500=" 30 à 100=" 1 350 Gew. zus. 7000 2800 2000 3000 10000 Н " Lose J.Stürmer erhältlich b. Gen.- Debit, Strassburg i. E. W Semmler. Ph. Weiler. Beschwerde über Unregelmäßigkeiten in der Dienstführung und Gebührenerhebung der Kaminfeger bitten wir zu unserer Kenntnis bringen zu wollen. Gießen, den 13. Februar 1904. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Vecum. Befanntmachung. Die Rechnung der Plockischen Stiftung füc 1902/03 und der Voranschlag der Plockischen Stiftung für 1904/05 liegen acht Tage lang zu Jedermanns Einsicht auf dem Armenamt Neuen- Väue 25, Zimmer Nr. 2 offen. Gießen, den 15. Februar 1904. Die Armen- Deputation der Stadt Gießen. Curschmann Holzversteigerung. Donnerstag, den 18. d. Mts. von vorm. 9 Uhr an sollen im Großen- Busecker Gemeindewald in den Diftriften Dorfwiese, Schwalbenwald und Wellersloh nachverzeichnetes Holz versteigert werden: 92 Eichen- Stämme mit 10,46 Fstm. 64 Nadel19 Buche" " " " 26,90 2,68 " " " " " 6,70 " 37 Eiche Derbstangen 2,02 81 Nadel2735 ff " Kreisstangen 11,28( Bohnenstangen) 125 Rm. Buche- Scheit 127 " 18 " Knüppel Eiche und Nadel- Knüppel 3610 Wellen Buchen- Reiser 530 3000 " Eiche- Reiser Nadel- und Weichholz- Reiser 58 Rm. Buche-, Eiche- und Nadel- Stock. Der Anfang ist im Distrikt Dorfwiese. Großen Bused, am 12. Febr. 1904. Gr. Bürgermeisterei Großen- Buseck. = Schwalb. Holzversteigerung. Montag den 22. Februar fommen im hiesigen Stadtwald in den Distrikten Bobenhäuserkopf, Taufe und Höllerswarte zur Versteigerung; cheiter: 149 Buche 19 Eiche 23 Nadel 3 Erle 3 Aspe; Knüppel; 61 Buche 137 Eiche 74 Nadel 4 Erle; Reiser: 214 Buche 420 Eiche 90 Nadel 2 Ecle; Stöcke: 93 Buche 134 Eiche 16 Nadel. Zusammenkunft Morges 10 Uhr im District Bobenhäuserkopf bei Brennholz Nc. 381 an der großen Trieschschneiße. Das Holz im Distrikt Höllerswarte wird nicht vorgezeigt und wollen Käufer dasselbe einsehen, dasselbe fommt Mittags beim Feuer im Distrikt Taufe zum Ausgebot. Grünberg, den 15. Februar 1904. Großherzogliche Bürgermeisterei Grünberg. Zimmer. Vergebung von Wasserleitungsarbeiten. Die Arbeiten und Lieferungen zur Erbauung einer Stuhlllwaſſerleitung für die Gießen, Neustadt 23. Bingen a. Rh. Rhein. Technikum für Maschinenbau und Elektrotechnik. Progr. frei. Eisernes Wasser- Reservoir, ca. 2 kbm. haltend, billig zu ver faufen. Näb. in der Erp. d. Br. Geübte Bickelmacher und Entripp r für dauernde Arbeit gesucht von Georg Heinr. Schirmer Gießen. Mittlerer Stod, Bleichstraße 11, 5 Zimmer mi wie Trockenboden, zu vermieten. Gemeinde Wieseck, bestehend in der Herstellung von 7300 Meter Guß- oder Mannesmannrohrleitung, deren Lieferung und dem Einbauen von 120 Schiebern und Hydranten, der Herstellung von 500 Hausanschlüssen und der Herstellung eines Hochbehälters von 200 kbm. Inhalt sollen im Wege schriftlichen Angebots vergeben werden. Angebote, die sich sowohl auf sämtliche Arbeiten und Lieferungen, als auch auf einzelne Titel des Voranschlags beziehen fönnen, sind bis Donnerstag, den 25. Februar, vormittags 9 Uhr bei der Großh. Bürgermeisterei Wieseck, wo alsdann Eröffnung derselben stattfindet, abzugeben. die des Die Pläne und Bedingungen liegen im Bureau Unterzeichneten – Brandplay 9, Zimmer Nr. 23- zur Einsicht offen und können Angebotsformulace dort gegen Erstattung der Selbstkosten in Empfang genommen werden. Gießen, den 8. Februar 1904. Der Gr. Kreisbaai aspektor des Kreises Gießen Diehm, Baurot. Frei g. Nachu. von 4½ Mr. allem Zubehör, Gartenanteil ſo2 ete Rauchaale Näh. Gießen, Nenenweg 28. Bib. Lachs, 3 Dof. ca. 6 Schöne Wohnung, Rolmps. Delfarb. 1. Délifatekber. hält stets am Lage ¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤ Für Bäcker! Brotpreis- Formulare Kieler und noch 40 Ostseebückt. Nur( 4 Zimmer), mitten der Stadt ge= berm. E. Degener, legen, vreiswert zu Näh. in der Erp. d. Bl. Hilfe* Buttock. Simte. 38. Fiſcherei- Gyp. Sminemünde. * a.Blutstock.Timermann folg. Vorrat! die Expedition Und dann nach einer abermaligen, vernichtenden Bause: Boher tennst du denn eigentlich diese schönen Verse?" nicht afpricht. e glüht wie ein Röslein, und sie weiß vor Verlegenheit Papa, das ist doch ein Ein ganz altes? altes Gedicht." Unwenn ich bir AUS DEM REICHE DES WISSENS Mr. 37. sche Familie Dienstag, den 16. Februar 1904. d. lgte Bahlung en zustehen ttgefundenen bom 15. end, enthält. g aus dem ng über den enzettel ente weife, Ge n, find auf Ben, felbft 1904. regelmäßig heit geboten Renntnis der zu unserer enftführung jed. offen. auf dem ür 1904/05 c 1902/03 n. nd Wellersindewald m. 9 Uhr nenstangen) Und dann nach einer abermaligen, bernichtenden Bause: Else glüht wie ein Röslein, und sie weiß vor Verlegenheit nicht, was sie spricht. ,, Woher kennst du denn eigentlich diese schönen Verse?" Ach, Papa, das ist doch ein ganz altes Gedicht." " So? Ein ganz altes? Und wenn ich dir nun sage, daß ich den großen Dichter persönlich kenne daß der Assessor Reinwald es gewissermaßen unter meinen Augen gemacht hat?" - Mit einem hellen Aufjauchzen wirft Fräulein Else sich plötzlich an seinen Hals: ,,, mein lieber, goldener Herzenspapa er hat sich dir also erklärt? Er hat dir gesagt, wie lieb wir uns haben?" Der Kanzleirat ist so verblüfft, daß er nicht gleich eine Antwort findet. Aber wie er seinem Töchterchen in die Augen sieht, die so blau sind wie der Himmel an einem schönen, sonnigen Tage, da wird es mit einem Male auch ihm warm ums Herz, und etwas von dem Frühlingsahnen der anderen zittert auch durch seine Seele. Er möchte zürnen, aber er bringt es nicht fertig. Und er läßt es schweigend geschehen, daß sie ihm im Ueberschwang ihrer jungen Seligkeit alles berichtet: ihre erste Begegnung mit dem Regierungsassessor, den sie in der Familie einer Freundin kennen gelernt, ihre unschuldigen Rendezvous auf der Eisbahn, ihre heimliche Korrespondenz, die fast ausschließlich in wunderschönen Gedichten des Assessors bestanden und was so der süßen Verstohlenheiten einer ersten Liebe mehr sind. Eben will er sich endlich aufraffen, ihr schweren Herzens eine ernste und eindringliche Standrede zu halten, da schlägt draußen die Glocke an, und eine Minute später meldet das Dienstmädchen: ,, Der Herr Regierungsassessor bittet um die Ehre, den Herrn Kanzleirat zu sprechen." Fräulein Else flüchtet mit brennenden Wangen in ihr Schlafstübchen. Der Kanzleirat aber lächelt über das ganze Gesicht, als er des Assessors feierliche Miene sieht und den Frack, in den er sich nach seiner Heimkehr aus dem Ministerium sehr eilig geworfen haben muß. Und nun fängt er an, wirklich daran zu glauben, daß dem ungebärdigen Märzsturm die geheimnisvolle Zauber macht innewohnt, Frühlingsahnen und Lenzgefühle in den Herzen der Menschen zu wecken. Es müssen nur eben junge Herzen sein das ist das Geheimnis. EINST UND JETZT Ein kindliches Wort. Nachdem William Irland erobert hatte, entdeckte man eine Verschwörung zur Restauration der Herrschaft König Jakobs. An der Spitze der Verschworenen stand dessen ehemaliger Oberkammerherr Lord Preston, dessen Leben durch seine Tochter auf eine merkwürdige Weise gerettet wurde. Diese Tochter Lord Prestons, ein Mädchen von kaum elf Jahren, befand sich am Hofe in Kensington und als die Königin Marie ( die Tochter Jakobs) dieselbe eines Tages unverwandt ein Porträt bes vertriebenen Königs anblicken sah, fragte sie das Kind, warum es dies tue. Ich dachte eben", antwortete das Mädchen mit rührender Schlichtheit,„ ich dachte eben, wie hart es sei, daß mein Vater dafür hingerichtet werden soll, weil er den Eurigen liebte!" Prestons. Auf diese Bemerkung erklärte die Königin die Begnadigung 1019 Die rechte Mutter. Der berühmte französische Schriftsteller d'Alembert war ein Findelfind. Nachdem er durch seine literarischen Arbeiten und vor allem durch sein großartiges Rednertalent zu hohem Ansehen gelangt, stürzte cines Tages eine vornehme Dame Madame Tencin in sein Zimmer und rief ihm pathe= e tisch zu: „ Mein Sohn, komm' in meine Arme, ich bin deine Mutter!" Der berühmte Mann blickte sie einen Augenblick kalt und verächtlich an, ging ins Nebenzimmer und führte ein altes Mütterchen herein.„ Sehen Sie, Madame," sagte er,„ diese hat mich aufgenommen, gepflegt und erzogen, als Sie mich ausgesetzt und verlassen hatten; sie ist meine Mutter, sie liebe und verehre ich Sie, Madame, kenne ich nicht!" AUS DEM REICHE Doll DES WISSENS Wie bestimmt man Bergeshöhen? Die Messung der Höhe eines Berges erfolgt auf dreifache Weise, einmal mittels des Barometers durch Beobachtung des Luftdrucks; ferner durch Messung des Siedepunktes des Wassers, und endlich durch Berechnung nach den Angaben genau abgelesener Instrumente, wozu die Trigonometrie die nötigen Formeln liefert. Das letztgenannte Verfahren, bekannt als„ Triangulation", ift das bei weitem genaueste. Die erste Metode gründet sich auf die Tatsache, daß die Atmosphäre an der Oberfläche der Erde ( eigentlich: des Meeres) am dichtesten ist, weil sie hier die ganze darüber befindliche Luftsäule zu tragen hat, und da die Abnahme des Luftdrucks mit der zunehmenden Höhe ihrem Betrage nach bekannt ist, kann man, unter Berücksichtigung der herrschenden Luftwärme, durch Vergleichung des Luftdrucks am Fuße und auf dem Gipfel des Berges die Höhe des letzteren wohl bestimmen. Die zweite Metode, die Beobachtung des Wasser- Stedepunktes mittels Thermometers beruht auf der längst bekannten Tatsache, daß das Wasser am Seestrande oder bei 760 mm.( Quecksilber-) Luftdruck bei 100° C. zu sieden beginnt, und da auch das Verhältnis zwischen dem Siedepunkte und dem Luftdrucke genau erforscht ist, kann die Höhe eines Beobachtungsortes auf diese Weise mehr oder weniger genau bestimmt werden. ,, Triangulation" ist der Name für das Verfahren, mehrere zu einem Dreieck gehörende Winkel und eine Seite des Dreiecks zu messen und danach alle übrigen Seiten und Winkel dieser geometrischen Figur zu berechnen. Die betr. Winkel werden dabei mittels Theodolits, eine Grundlinie aber, wo es angeht, unmittelbar gemessen und das übrige, wie gesagt, berechnet. Diese Metode ist entschieden die sicherste von allen. Ihn ähnlicher Weise ist man oft in der Lage, die Höhe eines Bauwerks( Turmes), Wasserstrahls u. dergl. ziemlich genau kennen zu lernen. Man schneidet sich dazu aus Karton ein rechtwinkliges und in diesen Schenkeln gleichseitiges Dreieck aus. Hält man dieses mit einer der gleichen Seiten, den rechten Winkel dem zu messenden Objekte zugekehrt, gut wagerecht( etwa mit Hilfe eines Senkbleies, das an der anderen gleichen Seite herabhängt), visiert man ferner längs der wagerechteu Grundlinie und der längeren Seite( der sog. Hypothenuse) des Dreiecks, und sucht man endlich den Punkt, wo letztere Linie dabei mit dem höchsten Punkte des Objekts zusammentrifft, so liegt dieser Punkt ebenso hoch über der Erde, wie die Entfernung groß ist, in der man sich dann von dem Objekte befindet plus der Höhe, in der man die Grundlinie des Dreiecks selbst über der Erde gehalt n hatte. - Allerlei Wissenswertes. Das Wort„ Mutter" in verschiedenen Sprachen. Es giebt 14 Varietäten des Wortes Mutter" mit auffallender Aehulichkeit; sie lauten: angelsächsisch, Modor; persisch, Madr; sanskritisch, Matr; griechisch, Meter; italienisch, Madre: französisch, Mère; schwedisch und dänisch, Moder; holländisch, Moeder; englisch, Mother; russisch, Mater; keltisch, Mathair; hebräisch, Em; arabisch, Am. Tönende Sonnenstrahlen. Man hat die wunderbare Entdeckung gemacht, daß ein Sonnenstrahl unter gewissen Bedingungen einen Ton erzeugen kann. Man läßt den Strahl in ein Glasgefäß fallen, welches Lampenschwarz, farbige Seide oder Wolle oder andere Substanzen enthält. Bringt man nun eine mit Einschnitten versehene, metallene, in schnellen Drehungen befindliche Scheibe so an, daß sie den Sonnenstrahl durchschneidet und abwechselnd Schatten und Lichtblizze in das Glasgefäß fallen läßt, so wird man, wenn man das Ohr an dasselbe legt, seltsame Töne im Innern desselben vernehmen, sobald ein Lichtblitz hineinfällt. Noch interessanter ist das Experiment, wenn man den Sonnenstrahl durch ein Prisma, welches oberhalb der Scheibe angebracht ist, als Lichtblitze in den Farben des Regenbogens in das Glasgefäß fallen läßt. Hält man das Ohr an letzteres, so wird man ebenfalls Töne vernehmen, doch immer nur von einzelnen Teilen des farbigen Strahles ausgehend, während die anderen Teile stumm bleiben. Juhot of du!? Nr. 37. Oberh Dienstag, den 16. Februar ssische Cägliche Unterhaltungs- Beilage Familienzeitung. der sanal momal nid( bi poom Gießener Neueste Nachrichten. Sand and Bering ber Chebener Berlagsdrufferet, vorm. With. Reller'sche Buchbruceret( gegs. 1788);: Ibis lett ends sid isduok noto n Der Goldmarder. Erstes Kapitel. Original Roman von M. Behold. ,, Bleibt mir mit den Spangenbergs vom Leibe, sie taugen Alle nichts!" rief der kleine, hagere Mann, der als fremder Gast zum ersten Mal am Stammtisch saß. Ich weiß, sie ſizen hier, in der kleinen fürstlichen Residenz, Alle recht warm in der Wolle, aber wen kann das wundern? Hier treibt ja die Vetterschaft ihre üppigsten Blüten, bin ich beim Für ften gut angeschrieben, dann ist es Kinderspiel, meine ganze Familie zu versorgen!" ,, Oho!" meinte cin jüngerer Herr, dessen männlich schönes Gesicht ein frauser, brauner Vollbart umrahmte ,,, was fennen denn Sie von den Verhältnissen in unserer Residenzstadt?" Ein sarkastisches Lächeln umzuckte die schmalen Lippen des Andern, der ziemlich schäbig und altmodisch gekleidet war, und dessen kahles Haupt nur noch einen schmalen Kranz grauen Haares zeigte. " Genug," erwiederte er, um meine Behauptungen beweisen zu können! Ich weiß auch, daß Sie der Herr Hofjuwelier Martin Kassel sind, und daß der junge Herr, der Ihnen gegenübersißt, der Maler Ottokar v. Weisweiler ist; sein Vater ist Hofrat bei Seiner Durchlaucht, also gehören Sie naturgemäß Beide zur Hofpartei, gleichwohl nehme ich fein Jota von meiner Behauptung zurück." „ Es fragt sich nur, ob Sie auch den Mut haben, mit Ihrem Namen dafür einzutreten!" spottete der Maler, ein hoch elegant gekleideter Herr, dessen blasses Gesicht ein sorgsam gepflegter, tiefschwarzer Knebelbart schmückte. Ob Sie uns fennen, ist uns gleichgiltig, wir aber sehen Sie heute zum ersten Mal ,, Mein Name ist Peter Schönbach," unterbrach ihn der Alte, während er die zerbissene Zigarre in den Aschenbecher warf und mit den mageren Händen über den borstigen grauen Bart strich, Sie werden meinen Namen schon auf manchem Kupferstich gelesen haben." ,, Sie sind der Kupferstecher Schönbach?" rief der Maler überrascht. Ihr Name hat in unseren Kreisen einen guten Klang, darum freut es mich, Sie kennen zu lernen." Dieses lobende Zeugnis schien für die übrigen Stammgäste maßgebend zu sein, sie betrachteten den Fremden mit freundlicheren Mienen. ,, Sind Sie mit dem Kustos unseres Museums, Heinrich Schönbach, verwandt?" fragte der Hofjuwelier. ,, Er ist mein Bruder," antwortete Schönbach, während er sein Glas wieder füllte. ,, Dann erzeigen Sie ihm keinen Dienst, wenn Sie auf die Familie Spangenberg schimpfen," sagte ein alter Herr warnend. Joachim Spangenberg ist der Direktor unseres Museums, ein Wort von ihm genügt, Ihren Bruder um sein Brod zu bringen." " " Geschähe meinem Bruder ganz recht," brummte der Kupferstecher, er hätte sich erinnern sollen, daß ein Schönbach keinem Spangenberg dienen darf. Ich kenne die Macht und den Hochmut dieser ganzen Sippe sehr genau! Was war dieser Joachim Spangenberg vor etwa zehn Jahren? Einfacher Zeichenlehrer am hiesigen Gymnasium, weiter nichts! ( Nachdruck verboten.) Durch welche Dienste er später der Günstling des Fürsten wurde, daß weiß außer ihm und Setner Durchlaucht wohl niemand. Genug, er wurde es, er legte sein Amt nieder und erhielt den Posten eines Museumsdirektors. Damit hätte er zufrieden sein können, aber kaum im Amte, zwang er seine älteste Tochter, den Polizeirat Appel zu heiraten, der mindestens zwanzig Jahre älter ist, als sie. Damit hat er auch seinen verbummelten Sohn versorgt, der sich jetzt im Bureau des Schwagers auf die Ministerkarriere vorbereitet-" Ein schallendes Gelächter unterbrach ihn, sein Gesicht verzog sich zu einem höhnischen Grinsen. Sie glauben das nicht, meine Herren?" fuhr er fort. " Dann kennen Sie noch nicht die Macht dieses Mannes, aber Sie werden sich meiner Worte erinnern, wenn der neugeadelte Minister v. Spangenberg Ihnen den Daumen aufs Auge drückt! Hat Joachim Spangenberg nicht seinem Bruder Franz die gut dotierte Rektorstelle an der hiesigen höheren Bürgerschule verschafft? Der Sohn des Rektors studierte Medizin, er hat sich auch als Arzt hier niedergelassen und natürlich durch die Vetterschaft gleich eine gute Praxis gefunden. Geben Sie Acht, es wird nicht lange dauern, dann ist er Leibarzt Seiner Durchlaucht!" ,, Wenn er es würde, so hätte er es verdient," sagte der Hofjuwelier Kassel, er ist ein tüchtiger Arzt und durch und durch ein Ehrenmann! Aus Ihren Worten aber, mein Herr, spricht nur Haß gegen die Familie Spangenberg, und wenn Sie hier sich niederlassen oder auch nur vorübergehend wohnen wollen, dann rate auch ich Ihnen, Ihre Ausfälle gegen diese Familie zu unterlassen." Haß?" erwiederte Peter Schönbach, und ein Zornesblitz zuckte aus seinen dunklen, tiefliegenden Augen. Ich habe feine Ursache, ihn zu leugnen, denn er ist begründet. Der Vater dieser Brüder Spangenberg hat meinen Vater betrogen, nichts ist uns geblieben, nicht einmal so viel, daß uns Kindern eine gute Erziehung gegeben werden konnte." ,, Na ja, das hört man!" flüsterte Ottokar v. Weisweiler dem Hofjuwelier zu, ich wollte nur, Adolph wäre hier, er würde ihn schon zum Schweigen bringen, meinst Du nicht auch?" Bah, laß ihn schwätzen!" erwiederte Martin Kassel,„ er wird schon zahm werden, wenn er sich hier niederlassen will!" ,, Still!" warnte der Maler, da kommt der Direktor Spangenberg selbst; nun wirds gut werden!" Die Tür hatte sich geöffnet, ein großer, stattlicher Mann war, das graue Haupt hoch erhoben, mit würdevoller Miene eingetreten. Unter der scharf gebogenen Adlernase schmückte ein grauer, buschiger Vollbart das rote Gesicht, das mit seinen wulstigen Lippen und den wasserblauen, begehrlichen Augen den Genußmenschen berriet. Sein Anzug war der eines reichen Mannes, an der Hand, in der er ein spanisches Rohr mit goldenem Knopf trug, blitten ein breiter Siegelring und ein Solitär von hohem Werte, eine Rosette von Brillanten funkelte auf der Busennadel, und eine schwere goldene Uhrkette mit vielen glänzenden Breloques hing an der Weste. topf, Taufe m hiesigen Der großen trict Boben12 Gcle; I 4 Erle; le 3 Aspe; Caufe zum -d nicht vordasselbe erg. uung einer rbeiten. ellung eines im Wege der Herstelld dem Einc Guß- oder el des Vorche Arbeiten 196 9 Uhr lsdann die 23- zur Bureau des dort gegen genommen es Gießen X0000 age Expedition CB. Der Pla gesprochen wir wegung, die di behördliche Kor pflicht abhängig Intereffentent rufen. Er ist tatsächlich die Alkoholgenuß Die„ Gef faum dieſe genzufüh Trunke zuspre allerdings daf lichen Vorrats me aur Dedung dem Alkoholge Straße notwen Bujammenhan müßte vor all für die kleine und unter U berkehr in unterworfen liches Genuß fennen, dak Es mag Gastwirtschaf im rheinisch- m Genuß des die Schuldenm teigert worde dieje rächt sich führung gibt Inmi Dagegen nach dem Gr daran ein Gr fchuldungssta gegen etwaig das Recht be Bürger einz ob es richtic δ เอา sBundai Sein kühler und stolzer Gruß wurde mit großer Zuvorkommenheit von den Gästen erwiedert. Peter Schönbach konnte daraus erkennen, in welch' hohem Ansehen der Direktor des fürstlichen Museums stand; höhnisch lächelnd nahm er seine Flasche und sein Glas, um sich an einem andern Tische niederzulassen. " Ich dachte es mir," höhnte der Maler, der Mann ist feige; hinter dem Rücken verwunden kann jeder." Der Direktor hatte unterdessen den bestellten Wein erhalten und sich eine Zigarre angezündet, er sprach leise mit seinem Nachbar, einem alten Herrn, und sein Blick heftete sich dabei mehrmals mit einem finstern, drohenden Ausdruck auf den Kupferstecher, der ihm unverwandt mit herausforderndem Hohn in's Gesicht schaute. Die Mitteilungen des Nachbars mußten den Direktor wohl in hohem Grade empören. " He! Sie da!" rief er plößlich mit der ganzen Ueberhebung, die namentlich in fleineren Residenzen hohe wie niedere Bureaukraten in der„ vormärzlichen Zeit" nicht selten an Tag zu legen pflegten. Seine Stimme klang dabei so laut und schneidend, daß die Gäste erschreckt zusammenfuhren.„ Wo wohnen Sie?" Im weißen Lamm," erwiederte Peter Schönbach gelassen; warum? Darf ich Ihren Besuch erwarten?" Sie werden das Weitere morgen erfahren!" brauste Joachim Spangenberg auf. Unsere Geseze haben Mittel, einem Berleumder den Mund zu stopfen, merken Sie sich das!" Ich lasse mich nicht in Angst jagen," erwiederte Schönbach, indem er sich erhob und seinen Mantel vom Haken nahm. Ich verleumde Niemand; was ich sage, das kann ich auch beweisen." Er nahm mit einer leichten Verneigung von den Gästen Abschied, bedeckte sein kahles Haupt mit einem breitrandigen Filzhut und ging hinaus. Welch unverschämte Frechheit!" rief der Direktor, dem hageren Manne einen zornblizenden Blick nachsendend. Was will dieser Mensch hier? Glaubt er hier das große Wort führen und eine Rolle spielen zu können? Er sieht aus, wie ein Vagabund, und ich will mich köpfen lassen, wenn er etwas Besseres iſt!" Erlauben Sie, Herr Direktor, der Kupferstecher Peter Schönbach ist eine Berühmtheit seines Faches!" sagte der Maler. „ Na, so sieht er nicht aus," spottete Spangenberg.„ Berühmte Leute verdienen viel Geld und suchen mit denen, die ihnen nüßlich sein können, gut Freund zu bleiben, dieser Mann aber ist ein mit Gott und der Welt zerfallener Vagabund; ich will ihm schon zeigen, wo der Zimmermann hier das Loch gelassen hat. Der Sohn seines Bruders, der vor einiger Zeit hier war, ist auch nicht besser, wir werden an dieser Familie noch etwas erleben!" „ Ein Kupferstecher erwirbt selten Reichtum," erwiederte der Maler achselzuckend, ich habe auch schon manchen berühmten Mann kennen gelernt, der unzufrieden und mit der Welt zerfallen war, weil ihm sein Ruhm nicht die Butter auf's Brod einbrachte. Verteidigen will ich Schönbach nicht, Herr Direktor, im Gegenteil, ich fand es sehr unflug, daß er hier seine Gedanken so offen aussprach, aber ebenso unflug würde ich es finden, ihn deshalb zu verfolgen." Er hatte sich erhoben und dem Freunde verstohlen einen Wink gegeben; Martin Kassel trant sein Glas aus und stand nun auch von seinem Sitz auf, worauf Beide das Lokal verließen. ch mochte es nicht sagen, aber manches wahre Wort hat der Kupferstecher doch gesprochen," versetzte der Maler, während sie Arm in Arm die spärlich beleuchteten Straßen durchwanderten,„ es herrscht hier eine Protektionswirtschaft, die schon manchem jungen Talent den Hals gebrochen hat!" Dir wird sie ihn nicht brechen," erwiederte Martin ruhig, dafür sorgt dein Vater, der Herr Hofrat, und vielleicht auch Fräulein Sabine v. Derendorf!" Hm, zieh an deiner eigenen Nase, mein Bester," lachte Ottofar, kaum dreißig Jahre und schon Hofjuwelier!" ,, Der Titel ist von meinem seligen Vater auf mich übergegangen!" Und das große Vermögen ebenfalls! Du hast wahrlich feine Ursache, dich zu beklagen! Hast nur noch eine Schwester, die dein Hauswesen sorgsam verwaltet und ihren Anteil an der Erbschaft dir bedingungslos überläßt, machst täglich glänzende Geschäfte- ,, Na, na!" unterbrach ihn der Andere. Es ist nicht so " Baters betrachtete man unseren Laden gewissermaßen als glänzend, wie es aussieht! Schon zu Lebzeiten meines Frühstückslokal, Freunde und Bekannte fanden Vormittags sich ein, um bei einem Glase Madeira die Tagesereignisse zu besprechen; so ist es bis heute geblieben, indirekt bringt es freilich meinem Geschäfte Nuzen, aber wer da glaubt, die Herren machten täglich Einkäufe, befindet sich in einem gewaltigen Irrtum." " Der Adjutant Seiner Durchlaucht ist wohl auch täglicher Gast in deinem Hause?" fragte Ottokar in einem Ton, der nichts weniger als freundlich klang. Alfred v. Bodenlauben? Jawohl, ich bin schon lange mit ihm befreundet." ,, Mein Freund könnte er niemals werden!" ,, Was hast du gegen ihn?" at D, nichts; er ist ein guter Junge, geistig etwas beschränkt, pocht auf seine Güter und seine Ahnen, rasselt etwas start mit seinem Säbel und spielt in allen Boudoirs die etwas fade Rolle eines Süßholzrasplers." ,, D, nun tenne ich schon den Grund deiner Abneigung gegen ihn," scherzte Martin. Du malst augenblicklich Fräulein v. Derendorf, unsere junge, schöne Hofdame, das führt naturgemäß zu manchem vertraulichen Zusammensein, da muß es dich freilich ärgern, wenn der junge Leutnant säbelrasselnd als Störenfried eintritt." " D, er geniert mich nicht, für mich ist er Luft!" „ Auch für das gnädige Fräulein?" „ Sie muß sich leider seine faden Redensarten gefallen lassen," antwortete der Maler achselzuckend,„ Alfred v. Bodenlauben ist ja auch ein Günstling des Fürsten!" Sagte man das nicht früher auch von Fräulein v. Derendorf?" ,, Was?" brauste der Maler auf. Rege dich weiter nicht auf, ich frage ja nur! Sabine v. Derendorf ist so jung nicht mehr. Meine Schwester Ida hat ausgerechnet, daß sie nahe an die Dreißig sein müsse, und seit einigen Jahren haben ihre Beziehungen zum Hofe sich ziemlich gelockert, das weiß hier Feder." ,, Weil ihr der am Hofe herrschende Ton nicht mehr zusagt," antwortete Ottokar unwirsch. Durchlaucht hat keine feinen Umgangsformen, das wird Niemand hier bestreiten wollen, und am wenigsten seine Gemahlin, der seine klassische Grobheit manche trübe Stunde bereitet. Aber niemand soll wagen, Sabine zu nahe zu treten!" ,, Diese Absicht liegt mir sehr fern," erwiderte Martin ruhig,„ ich achte die Dame hoch und habe sie auch bisher gegen alles Gerede in Schutz genommen! Indessen verraten deine Worte mir nun, daß du ein tieferes Interesse für diese Dame hegst „ Und wenn dies der Fall wäre?" fiel Ottokar ihm ungeduldig in die Rede. ,, Dann möchte ich dich auf ein Gerücht aufmerksam machen, das vor einigen Tagen in meinem Hause geäußert wurde. Diesem Gerücht zufolge soll Direktor Spangenberg die kühne Absicht hegen, um die Hand dieser Dame zu werben, und es wurde behauptet, daß der Fürst diese Absicht billige." „ Unsinn!" Weshalb Unsinn? Joachim Spangenberg ist noch ein rüstiger Mann- „ Er hat in seinem Hause zwei erwachsene Kinder, den Ministerkandidaten, wie Peter Schönbach ihn nannte, und seine Tochter Irma. Diesen Beiden eine Stiefmutter geben zu wollen" Wäre das so töricht?" unterbrach Martin den erregten Freund;„ den Sohn kann er ausquartieren, auch die Tochter, wenn es nötig ist; seine Mittel erlauben ihm das. Die Verbindung mit Fräulein v. Derendorf-" Würde ihre Tante, die Baronin v. Gagern, niemals zugeben!" „ Hängt denn Fräulein v. Derendorf von ihrer Tante ab, oder diese von ihr?" Sabina hängt von Niemand ab, sie ist reich und hat feine Eltern mehr, somit fann sie allerdings tun und lassen, was ihr beliebt, aber einige Rücksicht muß sie doch auf ihre Familie und die gesellschaftlichen Vorurteile nehmen!" „ Der Wunsch des Fürsten gilt etwas mehr, indessen „ Heda, das nenne ich eine glückliche Begegnung!" unterbrach in diesem Augenblick eine sonore Stimme das Gespräch. Ihr wollt doch noch nicht nach Hause?" ( Fortseßung folgt. Glaube nicht alles, was Du hörst. Liebe nicht alles, was Du siehst; Rede nicht alles, was Du weißt, Tu nicht alles, was Du willst. Frühlingsahnen. Skizze von Reinhold Ortmann. ( Nachdruck verboten.) Als der Kanzleirat Hemmerling an diesem Märzmorgen, pünktlich wie immer, auf die Straße hinaustritt, um den gewohnten Weg ins Ministerium zu machen, bläst ihm der Wind so ungebärdig entgegen, daß er wahrhaftig Mühe hat, Ein Schiffer, der sein sich auf den Beinen zu halten. gebrechliches Fahrzeug bei wütendem Orkan über die bewegten Wellen steuern muß, tann es nicht schwerer haben, sich vorwärts zu kämpfen, als der Herr Kanzleirat, der den Stod seines Schirmes krampfhaft mit beiden Händen um llammert, damit ihm das teure Regendach nicht auf Flügeln des Sturmes entführt werde. Natürlich kann er unter so schwierigen Verhältnissen nicht viel auf seine Umgebung achten, und es ist sicherlich nicht seine Schuld, wenn er an einer Straßenecke höchst unsanft mit einem ihm begegnenden Menschenpaare zuſammenprallt. Aber so sehen Sie sich doch vor!" ruft er ihnen zu, ärgerlich über ihre Unvorsichtigkeit, über den greulichen Wind, den widerspenstigen Regenschirm und die nichtsnugige Nässe, die ihm ganz gewiß wieder einen Schnupfen eintragen wird. Die beiden aber es sind ein junger Mann und ein junges Mädchen, die Arm in Arm unter einem Regenschirm dahinschlendern, sehen ihn mit lachenden Gesichtern an, und ihre Entschuldigung klingt so fröhlich, wie wenn es gar nichts Lustigeres auf Erden gäbe, als so einen sturmdurchwehten Märztag. " Verrücktes Volk!" knurrt der Kanzleirat vor sich hin. " Die müssen unter ihrem Schirmchen ja naß werden wie gebadete Kazen." Er selbst ist nicht viel trockener, als er endlich den Schauplaz seines Wirkens erreicht. Auf dem Korridor geht der Kalkulator Heidenreich an ihm vorüber, ein junger Kollege, von dem er weiß, daß er erst seit einem Jahre verheiratet ist. Der arme Mensch trieft nicht weniger als der Kanzleirat. Aber sein vom Sturm gerötetes Antlitz strahlt förmlich vor Vergnügen. - Guten Morgen, Herr Rat!- Ein herzerquickendes Wetter nicht wahr? Man kann den Frühling schon förmlich riechen. Das giebt einem doch wieder mal frischen Mut." " So? Riechen Sie ihn?" fragt der Kanzleirat sarkastisch. ,, Dann müssen Sie eine feinere Nase haben als ich, Herr Kollege! Ich finde das Wetter einfach scheußlich." Und er beeilt sich, an den geheizten Ofen zu kommen, dessen wohltuende Wärme er zehn Minuten lang auf seinen Rücken einwirken läßt, ehe er sich entschließt, sein Tagewerk zu beginnen. Der Kanzleidiener legt wie immer einen ansehnlichen Stoß Atten auf seinen Schreibtisch, und Herr Hemmerling schlägt das erste Fascikel auf. Es ist ein Bericht über die Fortbildungsschulen in G., und gleich unter dem Attendeckel liegt ein Blatt mit einigen auf den Inhalt bezüglichen Bemerkungen von der Hand des Herrn Regierungs- Assessors Reinwald. Der RegierungsAssessor ist seit drei Monaten als Hilfsarbeiter im Ministerium tätig und gewissermaßen ein Vorgesetter des Kanzleirats ein netter junger Mann, den der erfahrene Beamte mit einer Art von väterlichem Wohlwollen behandelt. Diesmal aber ist er mit seinen sachlichen Bemerkungen nicht ganz einverstanden. Es scheint ihm, daß sie nicht völlig im Einklang sind mit den vom Herrn Ministerialdirektor erlassenen Vors schriften. Er dreht das Blatt um, weil er auch auf der Rückseite noch etwas vermutet. Und sie ist in der Tat von oben bis unten beschrieben. Aber der Kanzleirat macht große Augen, denn was er da sieht, läßt sich mit den Vorschriften des Herrn Ministerialdirektors noch viel weniger in Einklang bringen, als die Bemerkungen auf der anderen Seite: " Herolde schickt der Frühling dir Auf schnaubenden Sturmesroffen. Sie flopfen an Deines Herzens Tür: Tu auf, was so lang du verschlossen! And so weiter. Einzelne Worte und ganze Zeilen sind durchstrichen und durch andere, ähnlich klingende ersetzt. Oben am Rande stehen ein paar Reihen von Strichen und Häkchen, offenbar die Notbehelfe eines auf seinen Versfüßen noch nicht ganz sicheren Dichters. Es ist gar kein Zweifel: Der RegierungsAssessor hat einen Teil seiner vom Staate bezahlten Arbeitszeit darauf verwendet, Verse zu machen. Und was für Verse! Zwar ob sie gut oder schlecht sind, kann der Kanzleirat nicht beurteilen, denn er ist Gott sei Dank niemals in Versuchung geraten, sich mit dergleichen zu befassen. Aber er sieht doch, daß es ein Frühlingslied ist- ein Frühlingslied bei solchem Hundewetter! Und das nicht allein, sondern auch ein Liebeslied, ein feuriger Appell an eine die süßen Lenzgefühle, die nach seiner Behauptung des ungenannte Angebetete, ihr Herzchen weit aufzutun für all Dichters Brust durchzittern. Einmal, zweimal und zum drittenmal schüttelt der Kanzleirat den Kopf. Dann steht er auf und geht mit dem Blatte in der Hand in das Nebengemach, wo der hübsche verloren in den klatschenden Regen hinausstarrt. junge Assessor untätig am Schreibtisch ſizt und wie traumIch bitte um Entschuldigung, Herr Assessor", sagt er trocken, aber ich weiß nicht recht, was ich mit dieser Anweisung da beginnen soll." Der junge Mann blickt verwundert auf, aber als sein Blid über das Blatt hingleitet, wird er rot, wie ein Mädchen, verlegen greift er nach dem Papier. " In der Lat, lieber Rat- ein Versehen- ich weiß Ich danke nicht wie das in die Akten geraten konnte. Im übrigen ,, Nein, glücklicherweise, Herr Assessor! Ihnen. Es hats doch niemand außer Ihnen gesehen?" bencide ich Sie aufrichtig um Ihre Phantasie." Der junge Dichter lächelt ein wenig geschmeichelt. ,, Es hat Ihnen also gefallen?" - " Hm! Das will ich nicht gerade behaupten. Aber welche Einbildungskraft gehört dazu, jetzt den Frühling zu ahnen ausgerechnet gerade jezt, wo es meiner Ansicht nach viel näher liege, Loblieder auf den geheizten Ofen zu dichten." ,, Sie scherzen, lieber Herr Rat! Spüren Sie denn in Ihrem Innern nicht auch so etwas wie Lenzesahnung, so ein unbeschreibliches Erschauern, ein unbestimmtes Vorgefühl von etwas Wunderbarem – Köstlichem Der junge Mann fängt an, dem Kanzleirat unheimlich zu werden. So redet man vielleicht auf dem Theater, aber nicht im Bureau eines Miniſteriums. - ein ,, Nein, ich spüre in meinem Innern nur die Vorboten eines Schnupfens", fällt er ihm mit der ganzen Beamtenwürde eines in Pflichttreue ergrauten Subalternen in die Rede.„ Aber ich will den Herrn Regierungsassessor nun nicht länger stören." Er geht hinaus mit einem Gesicht, als ob ihm eine persönliche Beleidigung angetan worden wäre. Der Assessor aber starrt wieder in den Regen, und es in ein ganz eigenes, glückliches Leuchten auf seinem Antlik. Mit dem Schnupfen des Kanzleirats Hemmerling scheint es diesmal doch gnädig ablaufen zu wollen. Als er am Nachmittag sein letztes Aftenstück zuklappt, fühlt er sich wieder ganz behaglich. Und da inzwischen der Regen aufgehört hat, findet er auf dem Heimwege auch den brausenden Märzsturm nicht mehr ganz so unerträglich wie am Morgen. Aber er vermag trotz allen Schnüffelns nichts vom Frühling darin zu riechen wie der junge Kalkulator Heidenreich, und von irgend welchen Wonneschauern ist schon gar nicht die Rede. Sein Töchterchen Else fliegt ihm entgegen und ist ihm behilflich, den Ueberrock auszuziehen. Nach seiner lieben alten Gewohnheit, bei der Heimkehr über irgend etwas zu klagen, seufzt der Kanzleirat mit der Miene eines Märtyrers: ,, Ein Schandwetter heute! Die Luft geht einem aus und man kann kaum die Augen aufmachen." Fräulein Else aber, die immer einen freundlichen Trost bereit hat für das Heer seiner eingebildeten Leiden, zitiert mit frischer, heller Stimme: " Herolde schickt der Frühling dir Auf schnaubenden Sturmesroffen. Sie klopfen an deines Herzens Tür-- Weiter kommt sie nicht. Ein Blick in ihres Vaters Ge sicht läßt sie erschrocken verstummen. Der Kanzleirat aber, nachdem er sie ein paar Sekunden lang durchbohrend an gesehen, zitiert in einem fürchterlichen Tone weiter: „ Tu auf, was so lang du verschlossen! dem freien Seite stellt eine Bewegu deren Stand lung der Ga wären dann Apotheken. bflicht Mi L einer wilder werden. fönlichen Apoth nicht der S wirtungsl liebig gr und des den Auf schaften a wiffen S Es mi Erreichbar einem inte fums abb Trunk dist URS ein be fchaft fröh Bofalen wenig em Ein Unser wenigstens menige T Bujam Serero Die a findliche Geris un rinem