Mr. 138. onnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Bfg., Saus gebracht 60 fg., durch die Best bezogen viertel fabr. 1.50. Buntisbetingen: Oberhoffthe Familienzeitung( täglich) und bie Gießener Getfenblasen( whentlich). Das Blatt erscheint an allen Werlingen nachmittage. Mittwoch, den 15. Juni 1904. Gießener 13. Jahrgang. Infertionspreis: Die einspaltige Betitzeile für ganz Ober beffen, die Streise Wezlar und Marburg 10 Pia. sonit 15 Big. Reklamen bie Petitzeile 30 refp. 40 Pfg. Boftzeitungslifte No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen, Seltersweg 88. Fernsprechanschluß Nr. 362. Neueste Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Beifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weylar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großb. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Der Krieg in Oftalien. Die bon englischen Korrespondenten angekündigten entscheidenden Ereignisse bei Port Arthur lassen noch immer auf sich warten. Die letzten Nachrichten von größeren Seegefechten haben sich nicht bestätigt, und auch die Landoperationen kommen nicht über eine Reihe von Scharmüteln hinaus, die im allgemeinen fein besonderes Interesse bieten. Aus General Kurokis Hauptquartier liegt dazu folgendes Telegramm vor: Vom Kriegsschauplate ist nichts neues zu melden. Die Borposten treffen täglich zusammen, die Verluste dabei find gering. Bei diesen Gefechten scheinen die Japaner die Oberhand zu behalten. Des Nachts durchschneiden Chinesen die Telegraphendrähte. Von einigem Belang müßte allerdings ein Treffen bei Siungtai gewesen sein, wenn die darüber aus Niutschwang übermittelte Darstellung zutrifft. Von dort wird gemeldet: 9m 12. d. MHz. fand hei Siunatai ein heftiges Ge frecht statt, in dein die Jiuffen 800 Wann verloren haben sollen. Die Japaner marschierten dorthin von Bulantian aus, um die Gegend von Russen zu säubern, ehe sie auf Miutihwang boriüten. Eine andere Version erzählt das Gefecht, folgendermaßen: Die japanische Abteilung, die in Port Adams gelassen war, um die Bewegungen der Russen nach Süden aufzuhalten, wurde angegriffen und umzingelte, nachdem sie vorher einen Sheinrüdzug angetreten hatte, die russischen Streitkräfte. Die Nussen ziehen sich auf Kaiping zurück. Dies sollen fie aber nach einer Melding des japanischen Admirals Togo ebenfalls geräumt gaben. Togo berichtet, daß die Ruſſen, die 3000 Mann und 20 Geschütze stark waren, in= folge einer Befchichung von Kaiping sich auch aus Jingkan, d. h. Niutschwang, zurüdgezogen haben. Die Loge bei Talienwan schildert Togo in folgenden Worten: Am 10. d. bemerkte die japanische Flottendivision in der Bai von Talienwan in der Nähe von Shaopingtau vier russische Torpedobootszerstörer und vertrieb dieselben nach Port Arthur hin. In de Bai von Talienwan sind mehr als 70 Minen zerstört worden, ferner 30 schwimmende Minen, die sich zum Teil in dem Golf von Petschili befanden. Nachricht aus dem belagerten Port Arthur brachten zwei russische Offiziere, die sich durch die Wachposten dere Japaner durchgeschlichen hatten und am 12. d. Mts. in Liautichang eintrafen. Sie erzählten, daß die Japaner die Festung eng umschlossen hätten. Vorräte seien in Port Arthur genügend vorhanden, und auch sonst stehe dort alles gut. Das Vorgehen der Russen nach Süden hält unter kleinen Echarmüteln an. Im Norden wurde Saimatsu von den Japanern geräumt, nachdem ihnen der Weg nach Norden berlegi war. Unglücksfall anf einem japanischen Kriegsschiff. Die Japaner sind weiter dabei beschäftigt, den Hafeneingang von Port Arthur durch Minen zu sperren. Dabei passierte ihnen ein schwerer Unglücksfall. Aus Tokio wird vom 14. d. Mts. gemeldet: Ais gestern abend der Transportdampfer„ TaihokuMaru" in der Hafeneinfahrt von Port Arthur Minen legte, explodierte eine Mine. Ein Offizier und 18 Mann wurden getötet, neun verlegt. Das Schiff wurde nicht ernstlich beschädigt. Gerel Stössel verwundet. General Stöffel soll einer Petersburger Privatmeldung fige, als er letzten Freitag einen Ausfall vor Port Arthur befebligte, am Oberschenkel verwundet worden sein, worauf angeblich eine 1ofortige Amputation des Beines vorgenom nten werden mußte. Ankauf eines amerikanischen Unterseeboots durch Japan. Gerüchte, daß eine amerikanische Gesellschaft das UnterJeeboot Protector" für 50 000 Pfund Sterling an Japan berkauft habe, bestätigt sich. Der Kauf ist vor zwei Monaten abgeschlossen worden, und das Boot befindet sich jetzt nach Japan unterwegs und zwar an Bord eines norwegischen Schiffes, auf welchem sich zwei amerikanische Sachverständige befinden, die die japanischen Seeleute in dem Gebrauche des Unterseebootes unterrichten sollen. In Rußland ist man inzwischen durch neue Mobil. machungen bestrebt, sich für die Fortdauer des Krieges llmählich das numerische Uebergewicht zu sichern. In pielen Gouvernements werden Offiziere und Untermilitärs Der Reserve zum aktiven Dienst einberufen. Vom ersten rmeekorps gehen täglich Truppen von Petersburg nach Moskau ab und wie es heißt, soll im nächsten Monat noch En ganzes Armeekorps mobilisiert werden. Das baltische Geschwader. 邊 Berlin, 14. Juni. wonach eine Durch eine Me una aus Kopenhagen, russische Flotte la Stärke von 40 Schiffen mit westlichem Kurs bei Bornholm gesichtet wurde, ist die Annahme nahe gelegt worden, daß es sich um das russische baltische Geschwader handelt, das schon jetzt seine Ausfahrt zum Cutsatz von Port Arthur angetreten habe. Bei der ungemeinen Tragweite, die das Erscheinen einer russischen Hilfsflotte vor Port Arthur für Ausgang der japanisch- russischen Fehve haben müßte, wird die nachfolgende fachmännische Erörterung unseres-Mitarbeiters über die Zusammen:- setzung und die Chancen des in letzter Zeit so viel genannten russischen baltischen Geschwaders unsern Lesern höchst wir tommen sein. D. Red. Daß das bei Bornholm angeblich gesichtete russische Geschwader sich auf dem Wege nach Ostasien befinden sollte, ist nach allem, was man bisher über diese russische Flottenreserve erfahren hat, kaum anzunehmen. Machen wir uns erst einmal klar, was man überhaupt unter dem Begriff Baltisches Geschwader" versteht. Die mehr oder weniger veralteten Schlachtschiffe Imperator Alexander II."," perator Nikolai"," Rawarin" und„ Sissoi Weliki", die ver 1887 bis 1894 vom Stapel gelaufen sind, kommen für eine Entsendung gegen die durchaus moderne japanische Schlachtflotte nicht meh) in Betracht. Sie können nebst den vorhandenen Küstenpanzern und alten Panzerfreuzern nur eben als äußerste Reserve für die Verteidigung der Ostseeküste gelten, wo sie fid) in unmittelbarer Anlehnung an ihre Aus. rüstungs- und Operationsbasis befinden. Verwendbar für Ostasien sind zunächst der 1898 vom Stapel gelaufene 12 700 t Waffer verdrängende und angeblich 18 Knoten laufende„ Ossljablja". Danach die fünf Schwesterschiffe Imperator Alexander III."," Borodino"," Drel",„ Knjas Suworow" und" Slawa" von je 13 700 t, die eine Geschwindigkeit von 18 Knoten erreichen sollen, und schließlich Imperator Pawel I." und„ Andrei Perwoswanni" von je 16 000 t, zusammen 8 durchaus moderne Schiffe von stärkster Armierung. Fertig sind jedoch davon nur zwei,„ Ossljablja", die schon im Winter mit dem Geschwader Wirenius' nach dem Often unterwegs und bis zum Indischen Ozean gelangt war, nach dem ersten Unglück auf dem Kriegsschauplatz aber zurückgerufen wurde, und ferner Imperator Ale nder II.", der bereits seine Probefahrten ableistete. In den Kronstädtc: Docks erhalten zur Zeit ihre Banzerung und Artillerie- Ausrüstung ,, njas Suworow" und" Borodino". Sie können bei denkbar höchster Arbeitsleistung und selbst wenn die letzte Hand noch während der Probefahrten angelegt werden soll, zu diesen frühstens Ende Juli oder im August gelangen. N.) ungünstiger steht es mit Drel", der neulich infolge cinc3 eigenartigen Mißgeschicks, das lebhaft an ein Attentat erinnerte, beinahe gesunken wäre. An seine Verwendung zu dem frühesten Termin für die Aussendung eines kampffähigen Geschwaders, der nach dem vorher Gesagten nicht weit bor Herbstesanfang liegen dürfte, ist ebensowenig zu denken. wie an die der Schiffe Slawa", Imperator Pawel I." und ,, Adrei Perosmanni", die erst 1902 und 1903 auf Stapel gelegt wurden. Es wären also vier Linienschiffe, die den Kern des ballischen Geschwaders bilden könnten. Dazu kämen allenfalls noch, wenn man die heimische Küste ganz von Aufklärungsschiffen entblößen wollte, die geschützten Kreuzer„ Aurora" ( 6700 t, 19 km), Almas"( 3300 t, 19 km), sowie die in Ausrüstung begriffenen Kreuzer„ Semtschug" und„ Ismu rud"( je 3100 t). Lettere beiden sollen eine Geschwindig feit von 24 Seemeilen die Stunde erreichen. Nun muß unter Berücksichtigung der schwierigen Kohlenversorgung mit eine Reisedauer von mindestens zwei bis drei Monaten gerechnet werden. Der Hafen von Wladivostok wird somit nebst der sich auf ihn stützenden Kreuzerdivision bis zur Ankunft des Geschwaders bereits durch Eis geschlossen sein. Dasselbe fann also mit einiger Aussicht auf Erfolg nur dann hinaus. gesandt werden, wenn man die gegründete Erwartung hegt, daß Port Arthur sich bis zum Spätherbst halten kann und daß die Einfahrt des dortigen Hafens dann auch für große Schiffe passierbar ist. Andernfalls würde das Geschwader, jegliches Stützpunktes beraubt, sich den voraussichtlich immer noch stark überlegenen japanischen Seestreitkräften gegenüber nicht auf den Kriegsschauplab wagen können. Wenn die Meldung, daß etwa 40 russische Kriegsschiffe bei Bornholm gesichtet sind, auf Wahrheit beruhen sollte, so könnte es sich nach dem Ausgeführten allenfalls um eine Probefahrt der zahlreichen Hilfskreuzer und der bisher fertiggestellten Schlachtschiffe handeln. Von einem wirklichen In- Aktion:- treten der baltischen Flotte kann vorläufig noch nicht die Rede sein. Die Politik. Generalleutnant v. Trotha hat jezt den Oberbefehl in Südwestafrika bereits übernommen. Einstweilen liegt ihm nur eine Depesche vor, die Nebensächliches meldet. Sie ist aus Swakopmund datiert und besagt:„ Da großer Diangel an Etappentruppe und Arbeitern herrscht, ist Trans. pert Lüderizbucht telegraphisch angewiesen, Bataillonsstab und cine Kompagnie in Swakopmund zu lassen, so daß für den Süden der Kolonie eine Kompagnie und eine Batterie bleibt." Hoffentlich hört man nun auch bald etwas von cinem großen Schlage wider die Herero, Gegenüber den in den spanischen Cortes aufge= tauchten Gerede, Spanien habe fünf Jahre lang dem Dreibund angehört, erfährt unser Berliner CB.- Mitarbeiter aus authentischer Quelle: Von einer Zugehörigkeit Spaniens zum Dreibunde kann nicht gesprochen werden. Tatsache ist lediglich, daß zwischen Spanien und Italien gegen Ende der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts cin Geheimbertrag abgeschlossen wurde, der die Wahrung der gemeinsamen Mittelincerinteressen beider Länder bc= zieckie. Er richtete sich hauptsächlich gegen die Expansionsbestrebungen Frankreichs in Tunis urd Tripolis Indessen trat eine Notwendigkeit, den Vertrag wirtiam werden zu lassen, nicht ein, und 1895 urte er im gegmieitigen Einverständnis beider Mächte nicht erneuert. Die Regierungen Deutschlands und Desterreichs weren von den Geheimabrommen durch Italien unterrichtet wert der Zu gehörig eit Staliens zum Drethunde hat das abfomniten nichts zu tun. Den beverinebenden Erlas cirer Fleischereiverordnung lündigt Süddeutsche Fleischerzig." an. Das Blait richtet, eine Anzahl Schlächtermeister sei nach Berlin berufen worden, um in Kaiserlichen Statistischen Amt in dieser A gelegenheit gehört zu werden. Das Blatt befürchtet, daß die neue Verordnung, dasselbe Gesicht wie die Bäckereiverordnung erhalten wird". Russland. Russische amliche Kreise lassen jetzt das Gerücht für unglaubwürdig erklären, daß im kaiserlichen Palais in Zarskoje Sjelo ein Mordanschlag auf den Zaren catd.... worden sei. Wir hatten die Meldung, die aus einem englischen Sensationsblatt stammte, von vornherein für inglaubwürdig erklärt. Balkan- Staaten. A Die Gerben leiden, seit sie ihren neuen König haßen, on der Jubiläumsfacht. Nach einer Meldung aus Belgrad wird die Stadt zur Feier des Jahrestages der Königswahl beflaggt, Dankgottesdienste werden stattfinden, und die Stadtgemeinde veranstaltet einen Huldigungszug vor dem Palais des Königs, wo der Bürgermeister eine Festrede halten wird. Hierauf finden auf mehreren Plätzen Volksfeste und abends eine Illumination statt. Da kann sich Peter I. aber freuen! Uebrigens wird nachträglich bekennt, wie es kam, daß die geplanten FreudenkundgebunTen am Jahrestage der Ermordung König Aleranders unterblicben: Der österreichische Gesandte Dumba hatte dem serbischen Ministerpräsidenten Pasitsch erklärt, er würde, falls der vom Offizierforps geplante Ball am 11. Juni stattfinden sollte, mit dem gesamten Personal der Gesandtschaft und des Konsulates binnen 24 Stunden das serbische Gebiet erlassen. Dies wirkte, und der Ball wurde unterfact. Afrika. Noch befindet sich der Amerikaner Perdikaris samt einen Schwiegersohn in der Gefangenschaft des Häuptlings Raisuli und schon wieder wird aus Marokko von einem Versuch, einen Europäer in die Gefangenschaft zu schleppen, beritet. Nach Meldungen aus Tanger war ein Anschlag geit, den italienischen Konsularageuten in Larasch. der eine Meile von der Stadt entfernt wohnt, gefangen zu nehmen. Berittene Banditen hatten sich in einen Hinterhalt gelegt, um sich seiner zu bemächtigen. Indessen gelang es dem Beamten, der gewarnt worden war, sich in die Stadt zu flüchten. Db es wieder Raisuli war, der diesen Ueberfall plante, oder ob ein anderer Häuptling seinem Beispiel folgte, weiß me vor der Hand nicht. Uebrigens wird aus Mogador ev ganze Familie sei dort von Banditen entdberg, Dieſe Nachricht wird allerdings bestritten. 31 alledem gähti es im ganzen Lande; neuerdings wird wieder aus Melilla gemeldet, unter den Kabylenstämmen der Umgegend herrscht von neuem große Erregung infolge der Anfunft des Schwiegervaters des Brätendenten, der im Auftrage Buhamaras die hervorragendsten Scheits der Gegend abjcht. Die Scheifs haben sich das natürlich nicht ohne weiteres gefallen lassen, und so ist es denn bereits zu blutigen Zusammenstößen gekommen. Den Franzosen wird es schwer verden ,, in dieses Tohuwabohu Ordnung und Ruhme zu bringen. Amerika. Zum ersten Mal soll ein Deutschamerikaner als Kandidat für die Vizepräsidentschaft der Union aufgestellt worden. Die republikanische Partei des Staates Illinois hat den Chicagoer Richter Brentano für diesen Posten aufgestellt. Die Kandidatur findet großen Anklang. Auf immerhin merkwürdige Weise springt der zur Unterdrückung des Aufruhrs in Colorado dorthin entsandte Milizgeneral Bell mit den Streifenden um. Er ließ einfach hundert Streifende an die Grenze von Kansas in eine wüste Prärie bringen, wo sie ihrem Schicksal überlassen wurden. Bell erklärte, er habe Beweise, welche 30 bis 40 Streifende m den Galgen brächten. Weitere hundert Bergleute sind jur sofortigen Deportation vorgemerkt! Auch eine Justiz! Argentinien hat wieder einmal ein Revoutiönchen. In der Provinz San Luis ist ein Ausstand ausjebrochen, der Gouverneur wurde von den Rebellen gefangen jenommen. Die argentinische Regierung legt der Rebellion feine Bedeutung bei, sie hat Maßregeln zur Wiederhertellung der Ordnung getroffen. bernünftig ist ja Aussicht, Söberlein, daß Sie nun auch bald telnd. stand, Ein menia Narrheit ist beffer als zu viel Weisheit." Soff's felbft," gab Roberlein zur Antwort. fügte Papa Fiebiger hinzu. Wem Gott ein Amt gibt, dem gibt er auch den Ver-werden," meinte Stöberer mit dem Kopfe schüt so ist das auftreten fönnte, welche Moritz gegen das Komplott stimmte, gewesen ist, daß Herr Stöberer gegen ihn als Ankläger Da es, der Aussage der Bofe zufolge, nur die Furcht er daraufhin nicht magen dürfen talefisiarius ., Ein Gottesgericht richtig," fügte der Justizrat hinzu. errötend ,,, übrigens fommt's auf eins heraus." Besser hart als heuchlerisch," erwiderte per Hell Gesicht bei bösen Dingen, Wenn du dies beizeiten lernst. Und gar viel wirst du vollbringen, Und bei frohen still und ernst- Der Jäger starrte mit waldfernen Augen und wie im Traum auf das Bild. feinem Blick niegelt so still und groß! Wie ist der Mensch dagegen armselig mit und Glauben! Aber dieser König sinkt dahin und in Geschwätz und Stöhnen! Mit seinem schwächlichen ,, Wer so sterben fönnte," murmelte er, ** Dof und Gefcifchaft. Der Kaiser, in der Uniform der Leib GardeHusaren, begab sich gestern morgen von Berlin aus im Automobil nach dem Truppenübungsplatz Döberitz und stieg bort km 5% Uhr zu Pferde. Der Kaiser besichtigte zunächst das Garde- Kürassier- Regiment und ererzierte sodann die GardeRavallerie- Division. Die Division ritt zwei größere Attacken; bei der ersten mattierte die Leid- Gendarmerie den Feind, bei der zweiten wurde dieser von dem Zieten- HusarenRegiment dargestellt. An der Uebung nahmen reitende Batterien, auch diejenigen für Südwestafrika in ihrer Tropenausrüstung, und die Maschinengewehr- Abteilung teil. Zum Schluß nahm der Kaiser einen Vorbeimarsch der beteiligten Truppenteile ab und ritt mit dem Garde- KürassierRegiment nach dem Döberitzer Lager, wo um 11 Uhr ein Frühstück im Offiziertasino eingenommen wurde. Der Kaiser kehrte später mit Sonderzug nach Berlin zurück. Die Kaiserin empfing gestern mittag eine aus 21 Damen bestehende Abordnung des Internationalen Franenbundes in einer anderthalb Stunden währenden Audienz. Sie sprach ihre Genugtuung über die erfolgreiche Tätigkeit des Bundes aus. Außerdem wohnte die Kaiserin der im Elisabethsaal des königlichen Schlosses stattfindenden 16. Jahresversammlung des weiteren Ausschusses des evan gelisch firchlichen Hilfsvereins bei. Es waren gegen 400 Damen und Herren erschienen. Feer und flotte. Ein neues Reglement und eine neue Schießvorschrift für die deutsche Felt artillerie werden gegenwärtig im Kriegsministerium ausgearbeitet. Beide werden notwendig durch bie Aenderungen im Schießverfahren und auch in dev taktischen Verwendung, welche das Rohrrücklaufgeschütz bedingt. Die drei Seekadetten- und Schiffsjungen- Schulschifft haben auf ihren Sommerübungsreisen im westlichen Ostseegebiet jest Saßnitz erreicht; Ende der Woche werden sie wieder in Kiel eintreffen und damit die Fahrt beenden. Dann beginnen die Schiffe mit der Ausrüstung für die in der zweiten Hälfte des Juli anzutretende achtmonatige Auslandsveise. Moltke" wird Westindien, Stein" den Nord atlantik und das westliche Mittelmeer und„ Stosch" das östliche Mittelmeer besuchen. Alle drei Schiffe werden, be vor sie südliche Gegenden aufsuchen, mehrere schwedische und norwegische Säfen anlaufen, u. a. Stockholm, Karls. Frona, Göteborg, Christiania und Bergen. Ein Besuch russi Her Häfen ist diesmal nicht in Aussicht genommen. Deutfcher Reichstag. ( 97. Sigung.) CB Berlin, 14. Juni. In der heutigen Sitzung wurde zunächst die Niederlage der Regierung in der Talerfrage besiegelt. Auf der Tagesordnung stand die dritte Beratung der Novelle zum Münzgefeß, um die noch mehrere Stunden gestritten wurde. Der Staatssekretär des Reichsschaamtes Freiherr von Stengel eröffnete die Diskussion mit der Wieder holung der bestimmten Erklärung, daß der Beschluß der zweiten Lesung, durch den neue Dreimarkstücke in unser Münzsystem cingeführt werden sollen, für den Bundesrat unannehmbar sei. Einen Moment schien es dann, als ob es ihm gelungen wäre eine Mehrheit für den Standpunkt der Regierung zu gewinnen. Der Abg. Blell von der freijinnigen Wolfspartei hatte einen Antrag gestellt, das Dreimarkstück zu streichen, also die Regierungsvorlage wiederherzustellen. Der Zentrumsabgeordnete Kirsch brachte daraus für den Fall der Annahme dieses Antrages eine Resolution ein, in der die Regierung ersucht wird, der Einführung des Dreimarkstückes näher zu treten, und der Abg. v. Strom beck befürwortete expressis verbis auch den Antrag Blell Allein er hatte nur einen fleinen Teil seiner Partei hinter sich, die Mehrzahl seiner Freunde folgte der Parole des Abg. Osel, der bei den früheren Beschlüssen beharrte. Da sich überdies die Sozialdemokraten, die sich bei der zweiten Beratung völlig teilnamlos verhalten hatten, jetzt durch der Mund des Abg. Sindermann als warme Freunde des Dreimarkstücks bekannten, blieb das Entgegenkommen derei um Strombed unwirksanı. Die Novelle wurde mit erjeb. licher Majorität in der für die Regierung unannehmbaren Fassung angenommen, und zwar in einfacher Abstimmung. Der Abg. Dr. Müller- Sagon verzichtete darauf, seine in 31veiter Lesung ausgesprochene Drohung wahr zu machen and die Auszählung des Hauses zu verlangen. Andernfalls jätte die Sitzung ein vorzeitiges Ende gefunden, denn sie Abgeordneten hatten sich wohl zahlreicher als sonst, abei leineswegs in beschlußfähiger Anzahl eingefunden. Nach Erledigung der Münznovelle trat das Haus in die zweite Beratung des Geseßentwurfs betreffs die Aufnahme einer Anleihe für Togo. Dazu ist eine sozialdemokratische Resolution eingebracht, den Reichskanzler zu ersuchen, er wolle sie Annullierung der dem Landerwerb der Togolandgese schaft ju Grunde liegenden Kaufverträge und die Zurück hrung ses Landes in den Stammesbesitz der Eingeboreuen in die Wege leiten. Hierfür trat außer den Antragstellern niemand iu, während die Sozialdemokraten in der Bekämpfung des Gefeßentwurfes die freisinnige Volkspartei auf ihrer Seite, die übrigen Parteien aber einschließlich der freisinnigen Vereinigung gegen sich hatten. Der grundlegende§ 1 wurde schließlich in namentlicher Abstimmung angenommen. Amerikanische Verkehrspolitik. CB. Soeben verbreitet der Telegraph die Nachricht, daß die Kanadienpacificbahn eine zweimalige durchgehende Zugberbindung von Montreal nach dem Stillen Ozean zum erstenmal am 13. d. Mts. durchgeführt hat. Dadurch hat der Yankee, ehe noch der Panamafanal in Angriff genommen ist, bereits eine außerordentlich leistungsfähige Verbindung zwischen dem Atlantischen und dem Großen Ozean hergestellt, und die neue Welt bereitet sich also jetzt bereits darauf vor, der Umschlagsplatz für den Verkehr zwischen Europa und Afrika einerseits und Asien andererseits zu werden. Die beschleunigte Zugverbindung steht offenbar in innigstem Zusammenhang mit der Entwickelung der Handelsflotte, welche die gleiche Gesellschaft im Besitze hat. Diese ist die leistungsfähigste von allen amerikanischen Reedereigesellschaften und weist auch die größte Zahl an Gütertransportschiffen auf. Sie unterhält hauptsächlich den Verfehr ziren Australien und Ostasien. Man sieht also mit unehmender Deutlichkeit, welche Rolle Amerika im Wirthaftsleben der Gegenwart zu spielen gedenkt. Es will ie handelspolitische Zentrale der ganzen Welt werden und 1st dazu auch defähigt durch seine insulare Zage zwischen zwei großen Me resbecken. Da ihan nach allen Richtungen der Belt ein natürlid er Weg offensteht, so ist es nur logisch fenfequent, wenn der Geschäftsgeist des Yankees, mit dem de ein in der alten Welt vielfach unbekannter und teilweis: boviclloser Wagemut verbindet, nach den höchsten Zicle: [ treb: Diese geschästspolitische Entwickelung hat indes auch 21 gewissen volltischen Wert, denn in dem Amerikanerhand Polin- d Geschäftsinteressen vollständig das selbe. Der Amerifazer hat keine idealen Ziele und betreibt Semgemäß nur cuc) eine Politik,„ die sich rentiert". In dicier engen Vertretung des politischen und gesellschaftlichen Orefuloniertums und in diesem Wagemut liegt die Gefahr für den Besitzstand der alten Kulturstaaten. Amerika befindet sich in einer strategisch durchaus gesicherten Situation, weil die Insel, von der die Hälfte als Union einheitlich organisiert ist, von allen Seiten vom Wasser unspült wird und daher überhaupt nicht blockiert werden kann. Amerika kann daher, wenn die Notwendigkeit es erfordert, seine Flotte zu Operationen in die verschiedensten Teile der Welt entsenden und auch Mißerfolge mit einem relativen Gleichmute hinnehmen. Taber das ungemein arrogante Auftreten Amerikas und seine Neigung, sich in die inneren Verhält nisse anderer Staaten einzumischen. Je mehr Amerika seine Position als Handelsemporium der ganzen Welt ausbildet. um so mehr wird auch die amerikanische Politik die Neigung zeigen, überall, wo in der Welt eine neue Entwickelung sich bollzieht, mitzusprechen. In dem Augenblick, als England sein Imperium durch Schaffung eines Zoll- und Militärberbandes straffer organisieren wollte, setzte es sich in Australien handelspolitisch fest, indem es große Geschäfte dort ansiedelte und Bahnen baute; als England und Frankreich die Nufteilung Afrikas vornahmen, erschien es mit einer Flotte im Mittelländischen Meer, und wenn der Friede in Ostasien geschlossen wird, werden auch die amerikanischen Diplomaten mit am grünen Tisch sitzen. Der Amerikaner plant, mie Carnegie dies einfimals aussprach, die Eroberung der Welt und sucht dies Ziel zu erreichen mit Hilfe seiner Berkehrspolitik. Nab und Fern. * Der älteste deutsche Soldat gestorben. Der älteste Unteroffizier des Beurlaubtenstandes, der Landwirt Becht in Delkenheim, ist im 101. Lebensjahr gestorben. Seine letzte Auszeichnung erhielt der alte Soldat durch eine herzfiche Begrüßung seitens des Kaisers bei seinem jüngsten ufenthalt im Rheinland zur Einweihung der neuen Eisenbahnbrücke bei Mainz. Das Armee- Ir drennen in Hoppegarten wurde in Gegenwart des Kaiserpaares und des Kronprinzen beim schönsten Wetter gelaufen. Sieger wurde Leutnant v. Stegmann von den 8. Dragonern auf ,, Alcibiades". Die Kaiserin liberreichte dem Sieger, sowie den beiden nächſtfolgenden Reitern eigenhändig die Ehrenpreise. Die Gabe des Kaisers bestand in einem hohen goldenen Deckelpokal. Einen Angriff auf den Wiener Bürgermeister Lueger machte auf dem Zentralfriedhofe eine augenscheinlich geistesfranke Frau. Gelegentlich der Ueberführung der Ueberreste der Musiker Strauß Vater und Lanner in die Ehrengräber war auch Bürgermeister Lueger auf dem Zentralfriedhof ersienen. Nach Beendigung der Feier stürzte eine Kleidermecherin namens Karoline Chlapik mit erhobenem Regenschirm auf den Bürgermeister zu, um ihn zu attackieren, wobei sie schrie: Zwölf Jahre habe ich auf Sie gewartet, jetzt habe ich Sie endlich." Die Frau wurde festgenommen, bevor sie Lätlichkeiten verüben konnte. Es wurde festgestellt, daß die Frau, weil sie in der Zeitung oft den Namen des Bürgerneisters las, eingebildete Beziehungen zu ihm erfund. Der mutmaßliche Mörder der t.cinen Lucie Berli is verhaftet worden. Es ist ein übelbeleumundeler Agen Otto Lenz, der mit den Eltern der Kleinen ein Vierteljahr lang im selben Hause gewohnt hat und zur kritischen Zeit dort gesehen worden ist. Lucie Berlin kannte ihn genau da er sie wiederholt in seine Wohnung mitgenommen hatte, um ihr, wie er sagte, das Tanzen beizubringen". Long wird von Mädchen, die mit ihm in Beziehungen standen, perverser Neigungen bezichtigt. Ein mit ihm zugleich verhaftter Bekannter von ihm wurde wieder fretgelaffen. In einem Wassercimer ertrunken ist der 2½jährige Sohn c'ner Frau Brüning in Hamburg. Während die Mutter: auf dem Hofplatz Wäsche aushing, spielte das Kind auf dem Hofe und stürzte dabei in einen gefüllten Wassereimer einer Nachbarsfrau. Als die Mutter den Vorfall bemerkte, war ihr Söhnchen bereits eine Leiche. + Zum ,, Rätsel von Konik" macht die„ Ostdeutsche Tageszeitung" folgende Mitteilung, die bestätigt, daß in der Winterschen Mordsache neue Vernehmungen stattfinden:„ Man sah im Wandelgange des Gerichtsgebäudes vor dem Amtszimmer des Herrn Amtsrichters von Carlowit die bekannten Frauen Roß und Berg auf- und abwandern, des Aufrufs gewärtig. Frau Roß war besonders lebhaft, sie erklärte einem Herrn, der ihr seine Teilnahme befundete: Sier handelt sich's nur darum, daß meine Ehre wieder hera.ellt wird!" Und dann schimpfte sie auf die bösen Zeitungen, die ihrer Ehre zu nahe getreten seien." In ciner anderen Sache wurde Frau Roß Montag von der Siraf femer regen wissentlich falscher Anschuldigung zu sechs uten Gefängnis Leinen. D Ueber einen Naubmord wird aus Köln gemeldet: Ein in Liblar beschäftigter junger Mann aus Köln wurde abends auf dem Heimwege, furz vor Weilerswist, wo bekann.lich jüngst die Gastwirtswitwe Gottlob ermordet wurde, durch cinen Unbekannten aus der Waldung heraus mittels zweier Stevolverschüsse niedergestreckt. Der Raubmörder- sprang Linzu, plünderte den tötlich Verletzten vollständig aus und überließ ihn dann seinem Schicksal. Der Verlegte wide später aufgefunden und sterbend einem Kölner Krankenhaus übergeben. Im Wahn. Airf offener Straße in Palermo scho der Gymnasialprofessor Mainone den Arzt Dr. Skarzella nieder. Der offenbar wahnsinnig Gewordene gab an, ei habe sich an dem Arzte rächen wollen, weil dieser ihm bei einer Operation Tuberkulose eingeimpft hatte. [ Des Jockey Stern Unstern.] Einer der besten französischen Jockeys, Sieger in vielen großen Rennen, hat das Bech, jetzt als Infanterist seiner Dienstpflicht genügen zu müssen. Stern hat als einziger Sohn einer Witwe nur ein Jahr zu dienen. Er bat nun, bei der Kavallerie eintreten zu dürfen, doch wurde ihm dies Gesuch abgeschlagen, weil es nicht möglich sei, ihn in einem Jahr zu einem französischen Ravalleristen heranzubilden. Der flotte Reiter muß jetzt also traurig für 12 lange Monate zu Fuß gehen. Lebhafte Debatte rief und Abgrenzung be Beffen Walded herb in einer voraussicht großen Hauptberfan werden. Hervorrage Feftvortrag des Her über Schnellfor [ Schmeichelhaft.] Eine heitere Episode erlebte e österreichischer Politiker, der anläßlich der Delegationsse in Budapest weilte. An einem Tage, da ihn die ungarid Hauptstadt weder wegen der parlamentarischen Verhand gen noch gesellschaftlich fesselte, führte ihn die Wißbegi nach Debreczin, nach dem Herzen Ungarns. Da der Hoc omnibus, der ihn vor dem Bahnhofe in Debreczin aufnehne soll, ein etwas fragwürdiges Vehikel ist, erwachen in Fremden Bedenken über die Qualität des ihm empfohle Gasthofes und er fragt:„ Das ist doch das beste Hotelt Debreczin?"" Ja, ja," antwortete der brave ungarische scher, fahren S' nur mit, da steigen alle Schwei händler ab." Aus dem Gerichtsfaal. wurde einem chemali Babelsbergerfchen G iB. MüllerDom Borfigenden b Ehrenmitglieds- Diplo * Studenter gemeldet: Un dem freifen augenblicklich nun für einen mög forgen, greifen die zu und arbeiten flot Quedborn bie in der Montage § Eine Rabenmutter wurde vom Schöffengericht zu Berl mit 4 Monaten Gefängnis bestraft. Die Arbeiterfrau Au guste Knop hatte ihren jetzt neun Jahre alten Sohn Pa schändlich behandelt. Der Knabe soll zumeist ganz un reichende Nahrung, oft nur eine alte trockene Brot rinde, manchmal auch gar kein Frühstück erhalten haben, während seine Geschwister fast immer gut be legte Butterbrote erhielten. Er wurde von der Mutter aud mit allerlei harten Gegenständen mißhandelt, sodaß sich au seinem Körper Wunden und Beulen bildeten. Von Hunger gequält, mußte der Knabe, der bei solcher Behandlung geistig und körperlich zurückkam, wiederholt gutmütige Nachbarn um Nahrung anflehen. Am 25. Februar machte der Lehrer, als der Knabe in die Schule kam, die Entdeckung, daß er nur mit einem dünnen Anzug bekleidet und dieser auch völlig durchnäßt war. Er schickte den vor Kälte zit ternden Knaben nach Hause, damit ihm die Mutter andere Kleider anziehe. Die Angeklagte kam der Aufforderung des Lehrers aber nicht nach, sondern schickte den Knaben unter Schlägen wieder in die Schule. Nunmehr ging der Lehrer mit dem Kinde zum Arzt. Dieser ließ den Knaben entkleiden und stellte eine große Anzahl von Mißhandlungen herrührender Wunden auf dem Kopf, Rücken und Gesäß fest. Außerdem waren Hände und Füße des armen Jungen total erfroren. § Eine Sadistin. Seit der Affäre Dippold häufen sich die Fälle sadistischer Mißhandlungen, die vor die Gerichte kommen. In Berlin wurde jetzt eine Frau Ida Sedel ge borene Bernhard wegen ähnlicher Neigungen, die sie zur Kuppelei veranlaßten, zu 6 Wochen Gefängnis verurteilt. Die Angeklagte ist eine hochgebildete Frau. Sie war an einen Großkaufmann in Amerika verheiratet und hat lange Zeit in Chile gelebt. Sie ist schließlich geschieden worden, nachdem sie ihren Ehemann zwei- oder dreimal mit ihren Kindern verlassen hatte. Sie hat sich auch längere Zeit in Paris und Italien aufgehalten und auf Grund ihrer um fassenden Bildung als Vorsteherin wissenschaftlicher Biblio theken ihren Lebensunterhalt erworben. In solcher Stellung hat sie bei mehreren Aerzten und auch bei Professor Lom broso gewirkt. Lokales. 15. Juni 1904. betr. Unfall beim folgendes zur Rid Herrn Balser fi es war auf bis jet brochen, infolgebiff Verblenbfteinen he fanden sich auch de Röder, welche feinen Schaden erli *** Der Großherzog hat dem Eichmeister Baumann in Gießen das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift Für langjährige treue Dienste" am Bande des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. * ** Privattelegramm. Bei der heute stattgefundenen Ziehung der 2. Klasse der 4. Hessisch- Thüring. Staatslotterie wurden gezogen: Der Hauptgewinn von 75000 Mt. auf Nr. 30178, ein Gewinn von 10 000 Mt. auf Nr. 82 356 und ein Gewinn von 1000 Mt. auf Nr. 70 519. [:] Die Abg. Weidner, Smalbach und Köhler haben die Regierung ersucht, die bereits vor drei Jahren zugesicherte Revision der allgemeinen Bauordnung baldigst vor den Landtag zu bringen und in der Vorlage Stadt und Land getrennt, jedes nach seinen besonderen Verhältnissen zu behandeln". Wir sind in der Lage, so schreibt die D. 8tg.", mitteilen zu können, daß sich der Inhaber des gynäkologischen Lehrstuhls und Direktor der Frauenklinik unsrer Landesuniversität Gießen, Herr Professor Dr. Pfannenstiel, entschlossen hat, den an ihn unter glänzenden Bedingungen ergangenen Ruf, der Nachfolger Hegars in Freiburg zu werden, abzulehnen. Die Großh Staatsregierung, unsre Landesuniversität, wie auch die sie beherbergende Stadt Gießen haben allen Grund, diesen Entschluß auf das freudigste zu begrüßen, denn der Wiggang Pfannenstiels würde für sie den Verlust eines Forschers, Lehrers und Arztes bedeutet haben, der es bereits in dem furzen Zeitraum von 22 Jahren seiner Wirksamkeit in Hessen verstanden hat, dem gynäkologischen Lehrstuhl unsrer Landesuniversität und der mit ihm verbundenen Frauenklini weit über unser engeres Vaterland hinaus zu hohem Ansehen zu verhelfen. (:) Den Kommers des Gardevereins Gießen am legten Sonntag in Steins Garten hat neben dem Bauer'schen Gesangverein auch der Männergesangverein Gießen durch mehrere recht schön zum Vortrag gebrachte Lieder ge sanglich ausgeschmückt, was hiermit nachträglich noch besonders hervorgehoben sei. ** Die neue Fahne des Gardeverein Gießen, geliefert von der Thüringer Fahnenfabrik zu Koburg, ift einige Tage im Holterhoff'schen Geschäft ausgestellt. = Im Cirkus Wallenda, welcher seit einigen Tagen auf Oswaldsgarten Vorstellungen gibt, die des Besuches wert sind, wird heute Mittwoch Abend der Berufsathlet August Schneider von Gießen mit dem zum Cirfuepersonal gehörenden Driginal Südafrifaner Janson einen Ringkampf vorführen. Unsere Leser fönnen das Nähere darüber aus dem Inserat in heutiger Nummer ersehen und sollte, wer Interesse für solche Vorführungen hat, nicht versäumen, dem Cirkus Wallenda einen Besuch abstatten. Die IX. Hauptversammlung des Verbandes Gabelsbergerscher Stenographen in Hessen und Waldeck fand am letzten Sonntag in Alsfeld statt. Der Verlauf war ein überaus anregender und befriedigender. + Storndor Jahre alte Weber Erhängen ein Ende zur Tat sein. Wettfaafe ftattgehabten Bü Bürgermeifter La blar. ift folgende Blar Million veransch werden sollen: Lotterie Beifteuer der Beifteuer des Dombauverei Stadt Begle Evangelische Kreis Weblo Katholische Die Aufbrin nach, auf einen Die zur weg, zwischen Pflasterarbeit Mittwoch öffentlich berge dingungen lieg Amtszimmer welcher bei un sprechender Au genannten Le frist 14 Tage. Gießer Die zur weg, zwischen Maurer un Mittwoch öffentlich ber dingungen li Dienftstunder Angebo find bis zu und mit ent Buschlagsfri Gieße Die zu zwischen der forderlichen Mittwo öffentlich ber Arbeitsb der Dienftitu auf. Angeb find berichlo feben, späte uns einzurei Gieße für gute T und in gros H.Q. Jug te Episode erle Der Delegation da ihn die un tarijchen Berb ihn die With arns. Da der Debreczin qui ift, erwachen i des ihm empfo ch das beite S brave ungarij eigen alle G tsfaal. offengericht zu lebhafte Debatte rief die Frage einer praktischeren Gliederung und Abgrenzung der 2 Verbände Rhein- Main- Gau und jessen- Waldeck hervor. Definitiver Beschluß hierüber wird in einer voraussichtlich in Marburg zustandekommenden großen Hauptversammlung beider Verbände herbeigeführt verden. Hervorragendes Interesse beanspruchte ferner der Festvortrag des Herrn Dr. phil. Gantter- Frankfurt a. M. iber Schnellschriftund Kurzschrift. Zum Schluß wurde einem chemaligen eifrigen Anhänger und Förderer der Babelsbergerschen Stenographie, Herrn Kreisschulinspektor P. Müller- Alsfeld, in Würdigung seiner Verdienste vom Vorsißenden des Alsfelder Stenographenvereins, das Ehrenmitglieds- Diplon überreicht. * Studenten als Maurec. Aus Bonn wird gemeldet:„ An dem Neubau der Burschenschaft Alemannia freiten augenblicklich die Maurer und die Handlanger. Um nun für einen möglichst raschen Fortgang der Arbeiten zu forgen, greifen die Mitglieder der Burschenschaft selbst zu und arbeiten flott mit. Die Arbeiterfra hre alten Sohn zumeist ganz alte trodene Frühstück e fast immer g bon der Mutte andelt, fodaß deten. Von S er Behandlung gutmütige No februar madje tam, die Entde bekleidet und e den vor Kä m die Mutter m der Auffor schickte den Nunmehr gi efer ließ den f von Mißhand Rüden und Be des armen Dippold häufe die vor die Ge Frau Ida Sedd igungen, die Befängnis beru Frau. Sie eiratet und hat ch geschieden me r dreimal mit auch längere uf Grund ihrer fenschaftlicher In solcher S bei Professor 15. Juni 194 chmeister Boumon mit der S ande des Berdi hen. i der heute fa 4. Hessisch- Thüring auptgewinn inn von 10 000 on 1000 Mt. und Köhler habe Jahren zugesichen rdnung baldi Vorlage St eren Verhältnif H die D. 84 Des gynäkologi ntlinit unfa err Profeffor Dr. ihn unter glänzen Nachfolgert Hegar n. Die ero wie auch die fi en Grund, diefen Denn der Wggang eines Forschers bereits in dem Wirksamkeit in Lehrstuhl unfre Denen Frauenklini land hinaus eing Gießen am dem Bauer'schen erein Gießen adhte Lieber ge noch befonde rein Gießen zu Roburg, eftellt. er feit einiga gibt, die de och Abend de bon Gießer riginal- Südaf . Unsere Lef at in heutige ir folche Vor Wallenba eine Verbandel in Heffer Alsfeld ftat befriedigender Quedborn, 15. Juni.( Berichtigung.) Auf die in der Montagsnummer unserer Zeitung gebrachte Notiz betr. Unfall beim Neubau des Herrn Balser wird uns follgendes zur Richtigstellung geschrieben: Am Neubau des Herrn Balser stürzte nicht das Gerüst zusammen, sondern es war auf bis jetzt noch unaufgeklärte Weise ein Hebel gebrochen, infolgedessen drei Gerüstbretter mit ungefähr 10-15 Verblendsteinen herabstürzten. Auf den Gerüstbrettern befanden sich auch der Maurermeister Jäger und der Arbeiter Röder, welche ebenfalls zu Falle tamen, jedoch weiter feinen Schaden erlitten. + Storndorf, 11. Juni. Gestern machte der 62 Jahre alte Weber Karl Linn dahier seinem Leben durch Erhängen ein Ende. Nahrungssorgen sollen der Beweggrund zur Tat sein. Wettsaasen, 12. Juni. Bei der in voriger Woche flattgehabten Bürgermeisterwahl wurde der seitherige Bürgermeister Langohr einstimmig wiedergewählt. Wetzlar. Für die Restaurierung unseres Domes ift folgender Plan zugrunde gelegt. Die Kosten sind auf 1 Million veranschlagt, welche wie nachstehend aufgebracht werden sollen: Lotterie Beisteuer der Provinz Beisteuer des Fistus Dombauverein Stadt Wezlar Evangelische Gemeinde Kreis Wezlar Katholische Gemeinde " 650 000 Mt. 170 000 82 800 44.700 " 20 000 " 16 000 12500 4.000 H " Summa 1 000 000 Mt. Die Aufbringung dieser Summe soll, dem„ W. Bl. Anz.' mach, auf einen Zeitraum von 5 Jahren verteilt werden. mping Verdingung. Die zur Herstellung eines Fußsteigs im Weglareravea, zwischen Klinikstraße und Mittelweg, erforderlichen Pflasterarbeiten sollen -1 Lollar, 12. Juni. Der Eisenbahneinschnitt an der Main- Weser- Bahn bei der Badenburg wird gegenwärtig erweitert, um Dammrutschungen fernerhin unmöglich zu machen. + Burg Gemünden. Nachträglich sei gern richtig gestellt, daß der in Nummer 133 d. Bl. an erster Stelle genannte Finanzaspirant nicht Brinkmann sondern Heinrich Brückmann heißt und der Sohn des Verstorbenen Müllers Karl Brückmann zu Oberndorf ist. > Worms, 14. Juni. Der Barbier Klaus, der in der 8igeunerschlacht bei Köngernheim schwer verwundet wurde, ist heute früh gestorben. Von den Haupttätern hat hat man noch feine Spur. Der am Sonntag festgenommene junge 3 geuner wurde wieder entlassen. Dagegen wurden vier Zigeunerinen als der Beihilfe verdächtig in Haft genommen. - Aus dem Gerichts[ aal. Straffammer. Gießen, den 14. Juni 1904. Eines Sonntags Abends wurde der Kaufmannslehrling Theodor Schulze aus Gießen von dem 18 jährigen Metzger Ludwig Steinmüller von Heuchelheim in der Nähe des Windhofs nach einem Steinbruch gezerrt und dortselbst mit Ermorden bedroht. Als Leute auf Hilferufe herbeieilten, ergriff Steinmüller die Flucht. Wegen Nötigung unter Anflage gestellt, wurde der Angeklagte zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt. Taglöhner Teophil Jaworsky von Spranden hat im verflossenen Winter in Gemeinschaft mit dem bereits bestraften Knecht Felix Kreß von Chemnitz in der Nähe von Groß- Felda einen Wegweiser umgerissen und eine Anzahl an der Straße stehender Bäumchen beschädigt, wofür er 7 Monate Gefängnis erhielt. Der Bäckergeselle Heinrich von der Lehr aus Stammheim erbrach einen dem Schmiedegesellen Albert Schapell zu Bad Nauheim gehörigen Schließkorb und entwendete daraus 65 Mt. bares Geld. Die seitherige Unbestraftheit strafmildernd in Berücksichtigung ziehend, erkannte das Gericht auf 6 Monate Gefängnis. - Der Dienstknecht Gerhard Goldmann aus Reichelsheim beschwindelte während seiner Tätigkeit auf dem Hof Dauern heim eine Anzahl Kaufleute und Wirte um Waren, Getränke und kleinere Geldbeträge, wofür ihn die Kammer mit einer Gefängnisstrafe von 6 Monate belegte, worauf 3 Wochen Untersuchungshaft aufzurechnen sind. Wegen ähnlicher Vergehen, derübt zu Friedberg, erhielt der zu Kizingen geborene Maler Kaspar Kohl 1 Jahr Gefängnis. Bum Schlusse hatte sich die 14 jährige Justine Winkler von Ober- Eschbach wegen Blutschande zu verantworten. Die bei verschlossenen Türen stattgehabte Verhandlung führte zur Freisprechung der Angeklagten. Vergebung von Bauarbeiten. Die für den Nenbau eines neuen Pfarrhauses in Heuchelheim erforderlichen Arbeiten und Lieferungen sollen im Wege öffentlichen Angebots vergeben werden und sind Angebote bis Mittwoch, den 22. d. Mts., vorm. 11 Uhr öffentlich vergeben werden. Arbeitsbeschreibung und BeFreitag, den 24. Juni 1. Js., nachm. 4 Uhr dingungen liegen während der Dienststunden auf unserem Amtszimmer zur Einsicht auf. Angebote auf Vordruck, bei Großh. Bürgermeisterei Heuchelheim, woselbst welcher bei uns erhältlich, sind verschlossen und mit ent- Pläne, Voranschläge und Bedingungen zur Einsicht offen sprechender Aufschrift versehen, spätestens bis zum oben- liegen, verschlossen und portofrei einzureichen. genannten Termine bei uns einzureichen. Zuschlags- Die Arbeiten und Lieferungen find wie folgt berfrist 14 Tage. anschlagt: Gießen, den 13. Juni 1904. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. Verdingung. - Die zur Herstellung eines Bürgersteigs im Wetzlarerweg, zwischen Hofmann- und Klinikstraße, erforderlichen Maurer- und Pflasterarbeiten sollen Mittwoch, den 22. Juni d. J. vorm. 10 Uhr öffentlich vergeben werden. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen auf unserem Amtszimmer während der Dienstſtunden zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, welcher bei uns erhältlich, sind bis zum genannten Termin bei uns verschlossen und mit entsprechender Aufschrift bersehen, einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 11. Juni 1904. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. Verdingung Die zur Herstellung eines Fußsteigs im Mittelweg, zwischen der Crednerstraße und dem Weglarerweg, erforderlichen Pflasterarbeiten sollen Mittwoch, den 22. d. Mis., vorm. 11½ Uhr öffentlich vergeben werden. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen während der Dienststunden auf unserem Amtszimmer zur Einsicht auf. Angebote auf Vordruck, welcher bei uns erhältlich, sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, spätestens bis zum obengenannten Termine bei uns einzureichen. Buschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 11. Juni 1904. für - Städtisches Tiefbauamt. Braubach. Hausfrauen kautt nur MAGGI'S Schutzmarke Kreuz Stern Suppen gute Teller Suppe. MAGC zu in Würfeln Besser als alle anderen! Stets frisch und in grosser Sortenauswahl angelegentlichst empfohlen von H. O. Jughardt, J. Aug. Wallenfells, Marktplatz 15. 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Es können eingestellt werden: 1 Gartenarbeiter, 2 landwirtschaftliche Arbeiter, 1 jüngerer Schmied, 1 Installateur, 1 Wagner, 1 Sattler und Tapezier, 5 Bau- und Möbelschreiner, 1 Friseur, 5 Schneider, 1 Flickerin, 1 Fuhrknecht, 1 jüngerer Hausbursche, mehrere Arbeiter, 10 Dienstmädchen. Es suchen Arbett: 1 Schlosser, 1 Heizer oder Maschinenschlosser, 1 Schneider, 1 Wasch oder Putzfrau, 1 Schreibgehilfe. Verantwortlich: für den politischen, vermischten und unterhaltenden Teil Albin Klein Gießen; für den lokalen Tell Karl Klofe, Grünberg. Die Adjaren unser neuer Roman, der in der heutigen Nummer unsrer täglichen Unterhaltungs- Beilage beginnt, ist eins der Meisterwerke, die Arthur Gundaccar v. Suttner, der berühmte Gemahl der Friedensprophetin Bertha v. Suttner, aus seinem langjährigen lufenthalt am Kautasus geschöpft hat. Er führt uns in das Herz des kleinen Kaukasus, in das uralte Kulturland von Georgien, dessen mannhafte, fernige Bevölkerung nur murrend das in jahrhundertlangen Kämpfen ausgezwungene Joch der Türken trägt. Er schildert in bunten, bald lieblichen, bald düstern Farben als ein feiner Kenner und Beobachter, Land und Leute. Er zeigt uns in bald heiterkomischen, bald abschreckenden Bildern die türkische Mißwirtschaft, die törichten Sinne, ein indisches Paradies, in eine Hölle verwandelt, die Handel und Wandel im ganzen Gebiet untergräbt und die Bevölkerung von vordringenden Russen in die Arme treibt.„ Rußland, unser Befreier", so jauchzten die Unterdrückten, und beugen das Haupt willig unter das neue Joch, welches ihnen im Vergleich zu der, was sie unter der türkischen Willfürherrschaft haben leiden müssen, sanft und linde dünkt. Der Autor löst in fesselnder Erzählung das oft angeftaunte Problem der leichten fast spielenden russischen Erfolge in jenen Gegenden. Bekanntmachung. Der Fluchtlinien plan für die Neuen Bäne ist nach erfolgter Genehmigung des Groß. Ministeriums des Innern festgesetzt worden. Derselbe fann auf unserem Tiefbauamte, Gartenstraße 2, eingesehen werden. Gießen, den 14. Juni 1904. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Die am 3. Mai 1. Js. angeordnete Sperre der Krofdorferstraße bis zum Gleibergerweg wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 13. Junt 1904. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Es wird zur Kenntnis der Wiesenbefizer gebracht, daß auf Beschluß des Wiesenvorstandes der Beginn der allgemeinen Heuernte für dieses Jahr auf den 20. Juni festgesetzt worden ist. Grünberg, am 15. Juni 1904. Großh. Bürgermeisterei Grünberg. Zimmer. Verdingung. Nachverzeichnete Arbeiten für die Feldbereinigung Die feinste Marke! Gießen, rechts der Lahn, sollen im Wege schriftlichen ,, Grösste" Verbreitung. Fahrräder, Motorwagen, Schreibmaschinen, Motorzweiräder. 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Angebote haben in Prozenten des Voranschlages zu erfolgen und sind verschlossen, postfrei und mit entsprechender Aufschrift versehen bis bei Samstag, den 18. d. Mts., vorm. 11½ Uhr, der unterzeichneten Behörde einzureichen, woselbſt deren Eröffnung um die genannte Zeit in Gegenwart erschienenen Bieter stattfindet. der Gießen, den 13. Juni 1904. Großherzogliche Kulturinspektion. Wißmann. Verzinkte Flaschentransportkasten für Brauereien, Flaschenbierhändler 2c. empfiehlt Edgar Borrmann, Giessen, Elsenhandlung. Bahnhofstrasse 66 3 Minuten vom Bahnhof Wilhelm Amend Bahnhofstrasse 66 Telephon Nr. 152. Café Konditorei D Gemütliches Lokal für Familien und Vereine. Die neuerrichteten komfortablen Gartenlokalitäten mit gedeckter Halle bieten recht angenehmen Aufenthalt. Zirkus Wallenda Giessen, Oswalds Garten. Heute Mittwoch, abends 8½ Uhr: Große Haupt- Vorstellung in dieser Vorstellung grosser Preis- u. Wettringkampf zwischen Herrn Arthur Janson, Orig. 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Bahnanschl und Lager: fette er die Füße, und die breite Brust atmete so froh und weit, als müßte ihr gleich ein helles Lied entströmen. Grethchen sah es fast mit Staunen und VerwunUnd hübscher war er geworden! Der etwas gedunkelte berung Teint kleidete ihn so gut, die hellen Augen kamen mehr zur Geltung, und der blonde Schnurrbart nein, wie der gewachsen war!! Es hätte nicht viel gefehlt, so wäre sie in ihrer VerblüfftHeit stehen geblieben, und hätte ihn erwartet. Im letzten Moment erst gelang es ihr, sich loszureißen und unbemerkt zu entfliehen. Aber freilich nur die Knöpfe hatten sie gebannt sie sagte es sich so lange, daß sie's fast selber glaubte. Die hatten so geblitt in der Sonne, daß daß Besonders die beiden am Kragen, die Zeichen seiner neuen Würde! Sie mußte lächeln. Sie hatte nie geglaubt, daß er es so weit bringen würde. Jedoch das Lächeln verschwand bald wieder. " Du mußt das gute Kleid anziehen, Grethchen, hatte die Mutter gleich nach dem Essen gesagt, wir gehen zu Kerns herüber Da schon stockte ihr der Atem, und ihre Finger zitterten, daß sie die kleinen Haken und Desen, die das Kleid schließen sollten, kaum halten konnten. So gegen vier Uhr gingen sie dann. Um Grethchen drehte fich alles Er aber stand aufrecht an der Gartentür, um die Gäste zu empfangen. Straff hatte er die Finger an der Müße:„ Gefreiter Frig Kern auf Pfingsturlaub in der Heimat!" Lustig und übermütig klang seine Stimme, daß alle lachten. Nur Grethchen nicht. Die wurde über und über rot und reichte ihm schüchtern die kleine Hand. Guten Tag, Frit," sagte sie leise, wie geht es dir?" Einen furzen Moment hielt er die Hand, und sah ihr forschend in die Augen. Dann kam es, fast bittend, aus seinem Munde:„ Grethchen was ist denn?" Sie antwortete nicht. Sie lief den alten Kerns entgegen. Friz nagte an der Lippe und all die frohe Lust, die selige Erwartung, die er mit auf seinen Urlaub genommen, jie waren wie Blüten im Nachtfrost verwelkt und verdorben. Wie ein Mißton war es über den kleinen Kreis gekommen, der keine echte Fröhlichkeit aufkommen ließ. Was man auch sprach, es flang gemessen und kalt, denn die Jugend die die Pfingstlust hätte bringen können, sie saß, mit eigenem Empfinden allzusehr beschäftigt, still und teilnahmslos. Der alte Müllensiefen schlug schon auf den Tisch.„ Nun fag' mal, Kern- was ist denn? Was ist denn los?" tuschelten, aber in ihren Gesichtern wurde es bald wieder hell Und die beiden Frauen standen auch zusammen und und klar. Sie lachten sich an, und drückten sich die Hände. ,, Laß nur, laß nur ich frage ihn!" Ganz erregt rief 23 Frau Kern, dann nahm sie sich ihren Jungen beiseite. Frizel," fragte sie leis, was hast du nur? Du siehst.." Er ließ sie nicht zu Ende reden. Ganz haſtig unterbrach er:„ Eines, Mutter, sollst du mir sagen, aber ehrlich und offen: Was ist mit Grethe?" " Ich weiß es nicht!" " st sie versprochen!“ " I wo.. ,, Aber was hat sie gegen mich?" Da lächelte die Mutter fein, du mußt sie fragen!" Friz stuzte erst, dann aber, als er der Mutter strahlendes Antlik sah, fiel er ihr um den Hals:„ Ja, darf ich? Es ist euch recht?!!!" Und nun hielt ihn nichts mehr auf der Welt. Zu Greth= then ging er hinüber und sah sie bittend an. Willst du mit mir gehen in den... Garten." Sie nickte nur stumm. Und wo die Fliedersträucher leuchtend blühten und sie jeide verdeckten, blieb er endlich stehen. Seine Stimme zitterte. ,, Grethchen was hast du nur gegen mich?" Ihre Augen füllten sich mit Tränen. Ich hab' mich so auf ein Wiedersehen gefreut, und du- Grethchen du... du ſagſt mir kaum„ guten Tag." Da aber war's, als lösten seine lieben Worte auch das Eis in ihrem Herzen. Du hast mir ja... nicht einmal- Adieu gesagt.. Ganz schnell sprudelte es heraus. " Das, Grethchen, das-- Damals би mich so gegrämt, als du fortmußtest, und du Wild schluchte sie auf. als hätte Pfingsten auch hier wieder seine Und da bezaubernden Einfluß geübt, da faßte plößlich der jung Soldat das bebende Mädchen um: ,, Grethchen du liebes, süßes Kind... ich hab's jo selber schwer empfunden. Aber als ich damals gehen mußte da war mir mein Herz so voll und schwer da hätte ich dir am liebsten etwas gesagt, etwas Ganz scheu blickte sie zu ihm auf. „ Aber ich durfte es nicht! Ich hatte mit meinem Vater Er meinte, ich dürfte dich noch nicht binden. gesprochen.. Du hättest im Leben noch nichts gesehen, und ich auch noch nicht. Wir hätten noch niemals Zeit gehabt, ums zu prüfen, denn ich ginge doch zum erstenmal in die Welt hinaus!" „ Und deshalb " Ja, deshalb! Siehst du beim Abschied hätte ich dir doch gesagt, wie lieb ich dich habe! Und weil ich's nicht sollte ging ich... so! Leicht ist mir's nicht geworden. Das kannst du mir glauben!" Sie hörte nicht mehr. Friz, ist es wahr?" rief sie bloß. Er nickte, und legte die Hand aufs Herz. Ach-- Friz," jubelte sie da auf, und ehe sich's der Flieder versah, hielten sie unter seinen Blüten zwei junge Menschen und füßten sich—— füßten sich. st„ Gefreiter werden" wirklich so viel?" fragte später Grethchens Vater. ,, Schrecklich viel," antwortete seine Tochter, aber richtig wird er's ja leider erst nach einem Jahr! Dann aber auch zu Pfingsten! Da ist das Leben doch zu schön!" Na jawenn man liebt. WILD. WALD Parforcejagd. UND WAIDWERK Der Tag, an welchem eine Parforce- Jagd stattfindet, ist ein Glanzpunkt im Leben des passionierten Jägers. Wie ein erfah, rener Jagdkenner treffend bemerkt, verhält sich die Parforcejagd zu den anderen Jagdarten, wie der rauschende Ball zum bescheidenen Haustanz nach dem Klavier. Zu einer richtigen Parforce jagd ge= hören sechs Dinge. Erstens tüchtige erfahrene Jäger, zweitens schnelle, ausdauernde Jagdpferde, drittens ein großer Edelwildstand, viertens ein ausgedehntes, ebenes Terrain, fünftens ein gut geschultes Jagdpersonal und sechstens eine wohl abgerichtete Meute. Was ist Parforcejagd? so fragt der wißbegierige Laie. Die Antwort darauf ist sehr einfach. Wenn ein Stück Wild gleich= das viel ob Hirsch, Fuchs, Wildschwein mit Jagdhunden so lange verfolgt wird, bis das Tier ermüdet still steht und sich so lange gegen die Hunde verteidigt, bis es von diesen niedergerissen wird ist die Parforcejagd, auf welcher übrigens auch Damen mitzureiten pflegen. Die Parforcejagd, welche zu den beliebtesten Sports der Vornehmen gehört, bürgerte sich zu Anfang des 18. Jahrhunderts nach französischem Vorbilde in Deutschland ein. Die meisten deutschen Fürsten hielten großartige Parforce- Jagd- Equipagen. Ein besonderer Liebhaber der Parforcejagd war der alte Dessauer, welcher mit einer Meute von 150 Hunden in einer Tour bis zum Halali ritt und in ostpreußischen Besitzungen Elche und einmal sogar einen Bären auf der Parforcejagd erlegte. Nicht nur Fürsten, auch der hohe Adel schwärmte für die Parforcejagd, und es wird von einem holsteinischen Baron erzählt, wie er in seiner letzten Stunde ſeine sämtlichen Jagdhunde in sein Zimmer zusammenblies und weinend ausrief:„ du lieber Gott, was lasse ich da für eine Menge elender armer Hündchen zurück!" Von großer Wichtigkeit ist für eine Parforcejagd das Personal und die Meute, welche der Oberpikeur mit zwei bis drei Pikeuren unter sich hat. Ein notwendiges Erfordernis ist, daß Jäger und Pikeure fährtenkundig, mit ihrem Jagdterrain vertraut und sicher, furchtlose Reiter sind, welche ihre Pferde stets in der Hand und zwischen den Schenkeln haben. Was die Meute betrifft, so jagt man am besten mit französischen oder englischen Hunden oder mit Tieren, welche aus deren Kreuzung hervorgegangen sind. Erfahrene Par forcejäger wollen dem französischen Blut eine bessere Rasse, dem englischen mehr Feuer und Ausdauer zuschreiben. Bevor die Parforcejagden im Herbst beginnen, muß die Meute durch möglichst viel " Ja, Fritz, das allein! Ich war so gut zu dir, ich hab' Trainjagden jagdgerecht gemacht werden. Str. 133 Mittwoch, ben 15. Juni. 18811 Oberhessische Familienzeitung Tägliche Unterhaltungs- Beilage der Gießener Neueste Nachrichten. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1783); verantwortlich: Albin Klein. Die Adjaren. Originalroman von Arthur Gundaccarv. Suttner. Erstes Kapitel. Die von vielfachen Schluchten und Engpässen durch furchte Kette des kleinen Kaukasus bildet ein natürliches Bollwerk, welches das Gebiet von Batum gegen die kleinasiatische Türkei, sowie gegen Armenien und Georgien abgrenzt. Die ursprüngliche Bevölkerung dieser jenseits des Gebirges bis ans Meer grenzenden Länderstrecke war, soweit die historischen Aufzeichnungen zurückreichen, echt georgischen oder fartalinischen Stammes, und wenn auch der Islam durch fünf Jahrhunderte ununterbrochen alle Anstrengungen machte, mit Gewalt diese alten Nationalitätserinnerungen zu zerstören, so legt doch heute noch jeder Fleck, jedes Stückchen Erde Zeugnis für die alte Seßhaftigkeit der Georgier ab. Lange vor der christlichen Aera erhielten die Pässe des Hauptflusses Tschoroch, dessen Nebenflüsse und sogar ganze Ländergebiete die Namen, welche sie heute noch mit wenigen Abänderungen führen und die fast insgesamt georgischen Ursprungs sind. In dem Becken des Tschoroch begegnet man auf Schritt und Tritt Ueberresten von Kirchen und Burgen aus der Blütezeit des Landes, deren leider nur zum geringen Teil mehr entzifferbare Inschriften in der alten fartalinischen Sprache verfaßt sind, und der Name der glorreichen Königin Thamar ist in diesen Gegenden ebenso in aller Mund, wie jenseits der Gebirgskette in Tiflis, wo diese Semiramis des Kaukasus ihre Residenz aufgeschlagen hatte. Endlich, zu Beginn des siebenzehnten Jahrhunderts, blieb der Islam Sieger, nachdem man gegen alles, was Christ hieß, eine grausame Verfolgung veranstaltet und alle Denkmäler aus der einstigen Blütezeit des Landes bis auf die Grundmauern zerstört hatte. Allmählich fügte sich die Bevölkerung in ihr Schicksal. Mit ungewöhnlicher Energie hatten die mohamedanischen Machthaber eine Verwaltung organisiert, die sich wie mit eisernen Klammern über ganz Klardjetien und Adjarien bis an die Landesgrenze erstreckte. Batum wurde zur Residenz des Paschas, dem elf Distrikte oder Kazas unterstanden und welche von Kaimakams und den ihnen beigegebenen Mudirs beaufsichtigt wurden. In Batum hatten noch der Medjlis( Staatsrat), das Tribunal und die Zollbehörde ihren Sitz, und dort befand sich auch das Hauptquartier des in der Nähe der Stadt ſtationierten Bataillons. Nachdem sich die am Meeresufer gelegenen Ortschaften zuerst in die neue Lage bequemt und zum großen Teil sogar den Islam angenommen hatten, folgten ihrem Beispiel auch die Klardjeten, die Anwohner des Tschorochflusses, und schließlich gelang es ebenso, die Adjaren zu Paaren zu treiben, das heißt insofern, als sie sich herbeiließen, die türkische Oberhoheit anzuerkennen; in ihrem Innern blieben die meisten noch dem alten Glauben und dem Stamme treu, zu dem sich einst ihre Urahnen mit Stolz gezählt hatten. Und doch hatte es wieder zu jener Zeit in einigen Provinzen zu gären begonnen, denn viele von den Personen, welche zur Verwaltung des Landes berufen waren, hatten ( Nachdruck verboten.) es einträglicher gefunden, die Interessen des Staates außer Augen zu lassen und mehr auf den eigenen Vorteil bedacht zu sein. Jeder Kaimakam fühlte sich ja in seinem Distrikt als fleiner König, der nur seinem unmittelbaren Chef gegen. über, dem Pascha von Batum, verantwortlich war; und in der letzten Zeit waren diese Chefs teils Leute, die es bequemer fanden, die Dinge gehen zu lasse wie sie eben gingen, teils solche, welche sich nach kurzer Ueberlegung dazu ent schieden, mit ihren Untergebenen auf Kosten der Bevölke rung gemeinsame Sache zu machen und einen guten Teil des unrechtmäßigen Gewinnes einzustreichen. Klagen? Wo wollten die guten Leute Klage führen? Der Pascha war unumschränkter Herr, denn Stambul lag in genügender Entfernung, um die Sicherheit zu geben, daß jeder Klageruf verhallte, ehe er dahin gelangte. Von Adjarien war gegen Ende der sechziger Jahre infolge der immer unerträglicher werdenden Verhältnisse eine Bewegung ausgegangen, die man jedoch noch rechtzeitig unterdrückt hatte. Bald darauf war der Gebieter in Batum eines plötzlichen Todes gestorben, und man gab sich nun der frohen Hoffnung hin, daß sein Nachfolger jenen Uebelſtänden abhelfen würde. An Versprechungen ließ es auch Cherif- Pascha keineswegs fehlen, obzwar es im vornhinein bei ihm feststand, diesen Versprechungen nur insoweit nachzukommen, als er dadurch nicht in seinen persönlichen Bequemlichkeit gestört wurde. Bei Allah! Ein Mann, der seit vierzig Jahren nur wenige ruhige Stunden gehabt, der ohne Unterlaß auf Reisen gewesen, um heute in Rumelien, aufs Jahr in Egypten, dann wieder in Kleinasien und in vielen anderen Orten noch die Geschäfte der Regierung zu besorgen, ein solcher Mann hatte doch das Recht erworben, sich endlich auszuruhen, und aus diesem Grund allein war er mit Vergnügen bereit gewesen, den Posten in Batum zu übernehmen. Die Begleitung des alten Herrn war keine zahlreiche, denn je weniger Leute man mit sich schleppte, desto weniger war zu befürchten, daß der Hausfriede gestört wurde. Thamar, seine Großnichte, die anfänglich in Stambul und später in Trapezunt in einer französischen Anstalt erzogen worden war, Daria, deren Freundin und Gesellschafterin, und endlich Russudan, eine ältliche, entfernte Verwandte, bildeten den weiblichen Hausstand, während das männliche Gefolge aus Osman, dem alten Diener, und dessen Gehilfen Theodor, einem Griechen, bestand. Die verschiedenen Faulenzer, die noch in Dienst genommen werden mußten, um das Gesinde eines orientalischen Großen zu vervollständigen, konnten später in Batum selbst angeworben werden. Cherif- Pascha war ein Mann von etlichen sechzig Jahren, mittelgroß, von ansehnlicher Körperfülle und einiger Unbehilflichkeit in der Bewegung; ein kurzgeschorener grauer Vollbart umwucherte das Gesicht, dem die müde und schläfrig herabfallenden Augenlider den Ausdruck großer Apathie verliehen. Aber eben diese ruhige, gesezte Art imponierte den Leuten, und die wohlwollende Miene, mit der er ihre Beschwerden anhörte, um hier und da teilnehmend mit dem erstklassige DampfUnion" ehlen Schmidt erdämpfer ich Schlachtkessel Waschmaschine sen. franko. kte gratis Stempel von 2,25 an, ( Stempel- Kaiser) 12, Charlottenstr. 16 Metall- Stempel jed. Art billigst arrentaschen und Portemonnaies aiser, Stempelfabrik Typenstemp. v. 50 Pf. an. .1,25 an, kl. 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Sobald sich Cherif- Pascha in seiner neuen Residenz niedergelassen hatte, war seine erste Sorge die, sein Haus so behag lich einzurichten als möglich. Zu seiner angenehmen Ueberraschung hatte er gefunden, daß die schlimmste Arbeit schon ohne sein weiteres Butun besorgt worden war, und zwar in so trefflicher Weise, daß der Künstler, der das zustande gebracht, allsogleich der ganz besonderen Gunst des Chefs teilhaftig wurde. Totia Nitscheladze, so hieß der fürsorgliche Mann, der diese inneren Angelegenheiten ganz unberufener weise in Ordnung gebracht, war ein Mingrelier, der im Hause des früheren Höchstgebietenden eine ganz unbedeutende Rolle gespielt hatte, nach dem Tod des Paschas aber im Hause zurückgeblieben war, angeblich um die Aufsicht über das Gebäude zu führen, in Wahrheit jedoch, weil er nicht die Mittel besaß, ein anderes Quartier gegen Barzahlung zu beziehen. Als findiger Kopf hatte er, sobald die Ernennung CherifPaschas auf den hiesigen Posten bekannt geworden, einen Rundgang bei den verschiedenen Kaufleuten der Stadt gemacht, um, wie er frech behauptete, im Namen und Auftrag des Chefs die notwendigen Vorbereitungen für dessen Anfunft zu treffen. Er wählte Tapeten, Einrichtungsstücke, Teppiche, kurz alles, was zur Neueinrichtung der Residenz notwendig war, und wußte mit solcher Sicherheit aufzutreten, daß niemand es wagte, ihm die Lieferung der verlangten Gegenstände zu verweigern. Auch Arbeiter fanden sich, die bereit waren, alles unter seiner Angabe auszuführen, und so bezog denn Cherif- Paſcha ein Haus, das zu seinem Empfang vollkommen vorbereitet war. Ein befriedigtes Kopfnicken und ein wiederholtes:„ Gut!" bewiesen Totia, daß seine Spekulation eine prächtige gewesen, und zu seiner angenehmen Ueberraschung forderte der Chef schon am nächsten Tag die Liste der Auslagen, um nach oberflächlicher Durchsicht einen Bon an die Staatskaſſe auszustellen. Die Lieferungen wurden den Kaufleuten anstandslos, ohne den geringsten Abzug, ausgezahlt, ebenso erhielten die Arbeiter ihren Lohn, und Totia Nitscheladze war über Nacht ein angesehener Mann geworden. Mit diesem glücklichen Griff hatte er alle üblen Nachreden mit einem Schlage verstummen gemacht, die über ihn im Umlauf_gewesen. Es hatte nämlich geheißen, daß er sich in russischen Diensten Unterschleife hätte zu schulden kommen lassen, infolge deren ihm nur die Wahl geblieben, seiner Heimat den Rücken zu kehren oder auf längere Zeit ins Gefängnis zu wandern. Jezt aber schenkte man eher der Lesart Glauben, die er selbst zu verbreiten gesucht, nämlich daß er als russischer Offizier gegen einen Vorgesezten, der ihn grob behandelt hatte, handgreiflich geworden und, um der standrechtlichen Verurteilung zu entgehen, geflohen sei. Dem Pascha gegenüber zeigte sich Totia als unermüdlicher Mann, dessen Augenmerk nur darauf gerichtet war, dem Chef das Leben so angenehm und sorgenlos als möglich zu machen, und das gefiel dem müden Mann so ausnehmend gut, daß der andere in kürzester Zeit der Unentbehrliche, das Faktotum des Hauses wurde. Während sich so der Gouverneur auf seinen Teppichen ausruhte, das Bernsteinende des Nargileh ununterbrochen zwischen den Lippen hielt und ein Schälchen Kaffee nach dem anderen schlürfte, ließen es sich die weiblichen Hausgenossen angelegen sein, das neue Heim, das sie voraussichtlich viele Jahre bewohnen würden, schmuck einzurichten, Thamar, ein schwarzäugiges, hochgewachsenes, schlankes Mädchen von zwanzig Jahren, hatte europäisches Blut in den Adern; ihre Mutter war Französin gewesen. Von ihr besaß sie das lebensfrohe Temperament, den weißen, zarten Teint, die winzigen Füße und Hände und das Talent, sich mit einfachen Mitteln geschmackvoll zu kleiden, sowie den Räumen, die sie inne hatte, einen zugleich wohnlichen und bornehmen Anstrich zu geben. Das Verhältnis zwischen ihr und Daria war das zweier Schwestern, während der Verkehr mit Russudan mehr auf dem Fuß steifer Etikette blieb. Die ältliche Dame gehörte nämlich der fanatischen Partei an, welche alles Neue und Außertürkische mit Verabscheuung und Haß betrachtete, welche es als eine Gottlosigkeit bezeichnete, wenn sich die Frau anders als mit vollständig verhülltem Gesicht zeigte, und die daher die beiden jungen Mädchen mit einer endlosen Strafpredigt sich in empfing, als diese die Erziehungsanstalt berließen und Wäre das in Stambul europäischer Kleidung vorstellten. geschehen, so hätte ihr Cherif- Pascha wohl oder übel recht geben müssen; aber hier an diesem außer der Welt gelegenen Ort wehrte er ihre Vorstellungen beschwichtigend mit der Hand ab und meinte, man müsse ein Auge zudrücken. Als Russudan ihm den Zorn des Propheten in Aussicht stellte, hob er lächelnd den müden Blick zu ihr empor und wies mit dem Finger nach der Richtung, in der das ferne Konstantinopel lag: ,, Gute Russudan, der Prophet hat drüben so viel nachzusehen, daß ihm wohl kaum Zeit bleiben dürfte, uns armen Würmern hierselbst seine Aufmerksamkeit zu schenken. Lassen wir lieber die Sache ruhen und stören wir nicht den köstlichen Frieden des Hauses." Die Cidadelle, welche der Gouverneur bewohnte, war ein ziemlich primitiver Steinbau, der auf halber Höhe des Kachaberi lag, des Gebirgsausläufers, welcher sich hinter Batum in einer das Meer begrenzenden Ebene verliert, einer Ebene, die größtenteils aus fumpfigen Reispflanzungen beſtand. Hier auf der Anhöhe war die Luft indes eine gute und reine, und man genoß eine köstliche Aussicht auf die Stadt und über diese hinaus auf die dunkle Wasserfläche. Es gab da herrliche, lauschige Plätzchen in Hülle und Fülle, Wälder von allerlei Gewächsen, die man drüben in Europa mit Mühe und Sorgfalt in glasbedeckten Häusern züchtete, während sie hier in der freien Natur wie das Unfraut wucherten. Aus dem dunklen Glanzgrün der Lorbeerbäume stachen die helleren Blätterbüschel mit den rotblauen Blütentrauben der Rhododendren hervor; hin und wieder schimmerten auf dem saftigen Grün der Hügel und Rasengelände, Feuerflammen gleich, die glühendroten Blumen der Granatstauden; hohe, vielhundertjährige Buchen und Platanen strebten zum Himmel empor, während Del- und Feigenbaumgruppen die lachenden Farben mit matteren und ernsteren Tinten unterbrachen. Höher hinauf zog sich ein Dickicht von majestätischen Tarusbäumen landeinwärts, an deren Stämmen sich die armdicken Weinreben bis zum Gipfel emporwanden, um sich dann mit den Nachbarausläufern zu verschlingen und ein förmliches Netwerk von Ranken zu bilden, an dem stellenweise Schlingrosen entlang krochen, die zur Frühjahrzeit ihre zarten weißen Blüten zu tausenden darüber streuten. Hier weilten die Freundinnen stundenlang im Freien und genossen mit Wonne diese paradiesische Schönheit der Landschaft. Beide brachten in der Regel ihre Bücher mit, jene von Russudan als schlecht und gefährlich bezeichneten Erzeugnisse des Abendlandes; allein die Lektüre dauerte gewöhnlich nicht lange, da die Herrlichkeit der Umgebung ihre Aufmerksamkeit von den Büchern abzog. Mit der sinkenden Sonne stiegen aus den Reisfeldern weiße Dünste empor, die, gegen das Ufer hinströmend, in den Bereich der letzten Strahlen gelangten, sich rötlich färbten und einen undurchsichtigen Schleier bildeten, so daß nur noch die trübe, gestockte Wasserfläche zu sehen war, welche bis an die gelblich weißen Blütenähren der Reispflanzen reichte. Dann machten sich die beiden Freundinnen auf, um den Heimweg einzuschlagen, denn jetzt entstiegen dem sumpfigen Grunde jene gefährlichen Miasmen, die oft bösartige und langwierige Fieberanfälle im Gefolge haben. Wenn Cherif- Pascha sich's so einzurichten wußte, daß er mit Geschäften nur wenig geplagt wurde, so war er deshalb durchaus kein Mann, der die Einsamkeit und die Zurüc gezogenheit liebte; im Gegenteil, er sah gerne Menschen um sich und nahm mit Vergnügen an solchen Gesprächen tell, welche nicht eine außergewöhnliche Anstrengung der Gehirntätigkeit erforderten. Sein Haus stand mithin allen Leuten gastlich offen, die Lust verspürten, eine Tasse Kaffee zu trinfen, eine Zigarette oder einen Tschibuk zu rauchen und die letzten Stadtneuigkeiten auszutauschen. An bestimmten Abenden versammelte man sich sogar regelmäßig in größerer Anzahl bei ihm, um nach europäischer Art ein paar gesellige Stunden mit einander zu verbringen; sogar Spieltische standen für solche bereit, die eine Partie machen wollten, und den Beschluß bildete dann immer ein Abendessen, bei dem es bezüglich der Speiſen und Getränke so manchen Verstoß gegen die Gebote des Propheten gab. ( Fortsetzung folgt.) Bu fagft, du habeft keine Zeit; Nimmst du sie nicht, du hast sie nie, Die Zeit ist allezeit bereit, Nimmst du sie nur, so hast du sie. Auf Urlaub. Novellette von Paul A. Kirst e i n. ( Nachdruck verboten.) Was ist mit dem Mädchen? Sage mir, Frau, um alles in der Welt was ist mit unserer Tochter los?" Der frühere Milchhändler, jetzige Rentier Müllensiefen schlug die Hände zusammen, und sah seinem Weibe in die vergnüglich lachenden Augen. Nun sieh mal an, wie langsam sie durch den Garten schleicht und auf die Erde blickt, als suche sie die verlorene Seligkeit." Frau Müllensiefen tat, als müßte sie sich davon überzeugen und guckte aus dem Fenster. Wahrhaftig," sagte sie dann,„ sie geht ganz krumm und langsam." " Nicht wahr?- Aber weshalb? Weshalb?!" Die Frau zuckte die Achseln." Ja... ich weiß es nicht. Vielleicht weil Pfingsten wird.. „ Ach, Unsinn! Das ist doch kein Grund, um betrübt zu fein. Schon ein paar Tage geht es so!" Du hast recht, Hermann. Je mehr ich darüber nach denke, desto klarer wird es mir. Sie hat sogar geweint..." Wann?" „ Gestern abend. Ich kam in ihre Stube, wollte sie etwas fragenda sah ich ganz deutlich Tränenspuren auf ihrem Gesicht!" ,, Und warum?" " Ich hab' sie nicht gefragt." „ Na aber... nun nimm es mir nicht übel! Wenn ich so etwas sehe, dann ruhe ich doch nicht eher, als bis ich es ' raus habe!" ,, Natürlich. Das sagen die Männer alle. Aber, daß ein erwachsenes Mädchen mitunter ein Geheimnis hat daran denkt hr nicht!" ,, Grethe ist siebzehn Jahr--" „ Na und?" Frau Müllensiefen faßte zärtlich ihren Gatten um die Schulter. Wie alt war ich denn, Hermann, als wir uns versprachen, als du mir in unserm kleinen Wäld. chen- weißt du, wo die Birken stehen und die Weiden sich so herunterneigen den ersten Kuß gegeben? Na..." Ihr Gatte lächelte.„ Es war leichtsinnig genug. Du warst' n Kind und ich... na, ich war eigentlich gar nichts." Und wir haben doch so treu zusammengehalten, bis ich erwachsen, und du ein ordentlicher Mann geworden warst? Hat's uns geschadet? Wir haben zusammen gestrebt und überlegt, bis es uns glückte. Hast du's jemals schon zu bereuen gehabt?" ,, Nein, daß nicht. Das wirklich nicht!" Der große, starte Mann zog seine treue Lebensgefährtin zu sich heran, und hielt sie fest. Aber sieh mal, Frau wir haben nur diese eine Tochter. Und sie steht besser im Leben, als wir beide da ' mals zusammen. Wir können sie ausstatten, daß sie vor Sor. gen im Leben geschützt ist. Sie möchte ich nicht so schnell aus bem Hause geben. Es ist doch das einzige, was wie die Sonne hter lacht und leuchtet. Und die ist nun betrübt jetzt. wo Pfingsten kommt, wo die ganze Welt lieb und freundlich ist, wo es einem wird... man weiß nicht wie! Sieh, sie soll noch kein Geheimnis haben wie damals du und ich. Sie soll lachen und sich ihres Lebens freuen!" Liebevoll schüttelte er ihre derbe Gestalt. Du mußt es ihr ausreden!" fagte er bittend. Das könnt ihr Frauen doch sonst so gut" Ein halbes Stündchen später saß Frau Müllensiefen einsam im Erfer ihres kleinen Gartenhäuschens und blickte etwas verträumt über die junge Pracht, die der Frühling so zu vollem Glanz entfaltet. Vom Hofe hinter dem Haus Hang das Gackern der Hühner und Enten, das Surren der Tauben hinüber, und selbst die betden Kühe, die sie sich noch aus alter Gewohnheit hielten, blödten in die ländliche Stille, ohne daß die Frau am Fenster es bemerkte. Ausreden, der Tochter die Neigung ausreden, hatte ihr Mann gesagt, sie wieder lustig und fröhlich machen... ja, wenn das nur so leicht ginge! O, sie wußte recht gut, seit wann die stille Bangigkeit über ihre Tochter gekommen war. Seit jenem Abend, wo der Vater bei Tisch erzählte daß der Sohn des reichen Müllers Kern zu Pfingsten auf Urlaub fäme, zum erstenmal. ,, Und denkt euch bloß: Gefreiter ist er geworden, nach kaum einem Jahr!" Sie beide hatten sich recht darüber gefreut, denn der Müller Kern war ihr Nachbar, und ihr Freund seit vielen Jahren. Nur Grete war stumm geblieben. Ueber ihr liebes Antlitz war ein leichtes Rot gehuscht, und seltsam hatten ihre blauen Augen geflimmert. ,, Wann kommt er?" hatte sie leis gefragt. Na zu Pfingsten natürlich! Wann denn sonst?" Der Vater hatte so gelacht, daß er nichts bemerkte. Denn ohne dieses Lachen hätte es ihm nicht entgehen können, daß Grethchen nur: Da werden sich seine Eltern aber freuen!" antwortete, und dann leise aus dem Zimmer huschte. Seit jenem Tage war sie so verwandelt, daß es selbst dem Vater auffiel. Die Mutter hatte es ja längst gesehen, aber was sollte sie sagen, was sollte sie ihr ausreden? Grethchen hatte auch nicht mit einer Silbe bisher sich verraten. Und das wußte sie längst, wenn das achtzehnte Jahr sich nahte, so wie bei ihrer Tochter... dann konnte der liebe Herrgott herniedersteigen aus einem Mädchenherzen würde auch er nichts erfahren. Das kannte sie aus eigenen Erlebniſſen. Grethchen ging indes noch immer in dem Garten hin und her. Mit jeder Stunde, ja fast mit jeder Minute umdrängte es ihr Herz immer mehr und mehr. Sie wußte ja, fie mußte mit ihm freundlich sein, wenn er auf Urlaub zu seinen Eltern kam, und davor bangte ihr, daß ihr die Pulse wie kleine Hämmer schlugen, daß ihr die Angst den Atem benahm. Ein Jahr lang hatte sie sich zur Ruhe gezwungen, ein Jahr lang allen Schmerz und Gram siegreich niedergekämpft, und nun... die ganze, liebe Mühe wie Spreu davongeflogen, schon bei der ersten Nachricht. Warum er nur damals so davongegangen war, ohne Abschied, ohne das kleinste Wort?! Sie hatte ihm mit Absicht nichts zu Leide getan- das konnte sie vor dem Altar beschwören. Sie hatte ihm die Treue, die nicht erbetene, nicht verlangte, immer bewahrt, schon von jenen Tagen, wo sie die Kinderschuhe ausgetreten hatten, wo sie seine Augen schimmern, seine Hände zittern sah, und wo in ihrem Herzen sich die Sehnsucht regte. Und troßdem, trotzdem!! Sie schüttelte den Kopf. Wie man so schlecht, so treulos, so unehrlich sein konnte! Und der Frühlingswind umfächelte ihr blondes Haar, als wollte er ihr die schlimmen Gedanken wegfangen. Und der Flieder grüßte sie mit süßem Duft, als wollte er ihr Herz wieder mit Freude füllen umsonst, umsonst! Die schwarzen Schatten wichen nicht! Und doch klang es wie ein Hurrageschrei durch die sonnige Welt, daß es nun endlich Pfingsten war! Ach Pfingsten... Pfingsten- Die Fenster mußte man weit aufreißen, daß in die dumpfen Stuben die klare, stärkende Luft sich ergoß, das Herz mußte man halten, daß es nicht töricht sprang und klang. War's doch, als verjüngte man sich selber, wenn die Sonnenfunken in das Blut einzogen, und das Sprießen und Wachsen in Wald und Feld die Brust aufs neue kräftig hob und senkte. Ja, Pfingsten... du bist ein Fest der Freude, du bringst die Tage der Lust. Alles dachte so in dem kleinen Städtchen, nur Grethchen nicht. Schon als sie in ihrem kleinen Elternhaus die vielen Birkenzweige sah, die es ausschmückten, krampfte sich ihr Herz zusammen. Was war Pfingsten für sie?! Das Aufleben einer Erinnerung, die schmerzlicher war als die herbste Enttäuschung. Sie konnte sich des Pfingstkuchens nicht freuen, der so schön aufgegangen war, dessen süßer Duft alle Zimmer erfüllte, und der locker und ladend in der Eßstube stand. Selbst des neuen, hellen Pfingstkleides achtete sie nicht. War's ihr doch, als paẞte es nicht für ihren stillen Gram, der so seltsam mit der Frühlingsschönheit kontrastierte. Und nun sollte sie es anziehen ihm zu Ehren, der sie so gekränkt, der all ihren Schmerz leichtfertig heraufbeschworen hatte. sie hatte ihn wohl gesehen, als er am Margen anmarschiert fam. Kräftig ausschreitend war er über die Necker hinweg, quer über die Felder, auf denen die Saat schon träftig emporschoß, seinem Vaterhause zugegangen. Die lange, unbequeme Bahnfahrt hatte ihm ebensowenig wie der anstrengende Dienst etwas anhaben können. Elastisch und frisch Vor einige fdlefischer fatholi Rardinals Kopp Gornoflonzat" an balten galten. in der lärung Sept Cobren beriprodje dächtigung, die Sabren farrer oberschlefifchen Die Burüdnahn Sebt nimmt s Burüd. Die A Burüdnim Bat" aber lade Blattes gegen werden müssen ihre Wirkung Bred erreicht