Nr. 63. Wonnementsprets: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., h's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertelfährlich Mr. 1.50. Gratisbettagen: Oberheffifche Familienzeitung( täglich) und die Gießener Gotfenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Dienstag, den 15. März 1904, Gießener 13. Jahrgang. Insertionspreis: Die einspaltige Betttzelle für ganz O heffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfg. sonst 15 Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Boftzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen, Seltersweg 88 Fernsprechanfchlak Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblaff) Unabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Bekanntmachung, das Ersatzgeschäft pro 1904 betreffend. Die Musterung und Losziehung der Militärpflichtigen des Kreises Gießen für das Jahr 1904 findet an den nachbenannten Tagen statt und zwar: I zu Grünberg im Gasthaus z. Rappen. Dienstag den 29. März, vormittags von 9 Uhr an: Musterung der Militärpflichtigen der Gemeinden Allertshausen, Beltershain, Climbach, Geilshausen, Göbelnrod, Grünberg, Harbach, Kesselbach, Lauter, Lindenstruth, Londorf, Lumda, Odenhausen und Queckborn: Mittwoch den 30. März, vormittags von 94 Uhr an: derjenigen der Gemeinden Reinhardshain, Rüddingshausen, Saasen, Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain und Weitershain. Hieran anschließend: Losziehung. II. Zu Lich im Rathaussaale. Mittwoch den 6. April, vormittags von 94 Uhr an: der Militärpflichtigen der Gemeinden Albach, Bellersheim, Bettenhausen, Birklar, Dorf- Gill, Eberstadt, Ettingshausen, Gacbenteich, Grüningen und Holzheim; Donnerstag den 7. April, vormittags von 9 Uhr an: derjenigen der Gemeinden Hausen, Hungen, Inheiden, Langd, Lang- Göns, Langsdorf und Münster; Freitag, den 8. April, vormittags von 9 Uhr an: derjenigen der Gemeinden Leihgestern, Lich, Muschenheim, Nieder- Bessingen, Nonnenrod, Obbornhofen, OberBeffingen, Ober- Hörgern, Rabertshausen, Rodheim und Röthges; Samstag, den 9. April, vormittags von 9 Uhr an: derjenigen der Gemeinden Steinbach, Steinheim, TraisHorloff, Utphe, Villingen und Waßenborn- Steinberg; Montag den 11. April, vormittags von 9 Uhr an: Losziehung. III. 3u Gießen in der Restauration Bum Lonys Bierkeller", Schanzenstraße 18. Dienstag den 12. April, vormittags von 8 Uhr an: der Militärpflichtigen der Gemeinden Allendorf a. d. Lahn, Allendorf a. d. Lda., Alten- Buseck, Annerod, Berscod, Beuern, Burkhardsfelden, Hattenrod und Mainzlar; Mittwoch den 13. April, vormittags von 8 Uhr an: derjenigen der Gemeinden Daubringen und der Stadt Gießen Jahrgang 1902; Donnerstag den 14. April, vormittags von 8 Uhr an: derjenigen der Stadt Gießen, Jahrgang 1903, sowie der Gemeinden Oppencod und Reiskirchen; Freitag den 15. April, vormittags von 8 Uhr an: derjenigen der Stadt Gießen von Buchstaben A- R des jüngsten Jahrgangs( 1904); Samstag den 16. April, vormittags von 8 Uhr an: derjenigen der Stadt Gießen von Buchstaben S- Z des jüngsten Jahrgangs, der Gemeinden Großen- Buseck, Großen- Linden und Trohe; Montag den 18. April, vormittags von 8 Uhr an: derjenigen der Gemeinden Heuchelheim, Klein- Linden, Lollar und Ruttershausen; Dienstag den 19. April, vormittags von 8 Uhr an: derjenigen der Gemeinden Rödgen, Staufenberg, Treis a. d. Lda. und Wieseck; Mittwoch den 20. April, vormittags von 9 Uhr an: Losziehung. Besondere Bestimmungen. 1. Zur Musterung haben sich, bei Meidung der gesetzlichen Strafen zu stellen: Diejenigen, dem Großherzogtum Hessen oder einem andern Staate des Deutschen Reiches angehörigen Militärpflichtigen, welche a) in einer Gemeinde des Kreises Gießen ihr gesetzliches Domizil ihre Heimat oder ihren ständigen Wohnsiz haben und sich nicht in einem andern Staate in einem der nachstehend unter b) angegebenen Eigenschaften aufhalten; - b) in einer Gemeinde des Kreises Bießen sich als Dienst-| der Landwehr erften und zweiten Aufgebots und boten, Haus- oder Wirtschaftsbeamte, Handlungsdiener und Lehrlinge, Handwerksgesellen und Lehrburschen, Fabrikarbeiter oder in ähnlicher Eigenschaft aufhalten, oder die Universität Gießen oder das Gymnasium daselbst oder eine sonstige Lehranstalt in einer Gemeinde des Kreises Gießen besuchen; c) in einer Gemeinde des Kreises Gießen, oder während ihre Eltern einer solchen angehörten, im Auslande geboren sind, und weder im Großherzogtum Hessen, noch in einem anderen deutschen Staate Domizil be= figen oder sich aufhalten; und im Jahre 1884 geboren sind; ferner Sämtliche Militärpflichtige, welche im Jahre 1902 bezw. 1903 zurückgestellt worden, oder nach ihrer gezogenen Nummer disponibel geblieben, d. h. nicht einberufen worden sind. Entbunden von der persönlichen Gestellung sind diejenigen, welchen Ausstand bewilligt, oder Berechtigung zum einjährig- freiwilligen Militärdienst erteilt wor den ist. 2. Diejenigen Militärpflichtigen, welche zum zweitenoder drittenmale erscheinen, haben ihre Losungsscheine mitzubringen. 3. Wenn von einem Militärpflichtigen, oder für einen solchen von seinem Vater, oder seiner Mutter Zurückstellung in Anspruch genommen wird, so ist für Vorlage der zur Beurkundung der behaupteten Tatsachen erforderlichen Nachweise und Zeugnisse vor dem zur Musterung anberaumten Termine zu sorgen. Die Zeugnisse müssen amtlich ausge= stellt oder beglaubigt sein. Wenn die Zurückstellung auf die Arbeitsunfähigkeit eines Familienangehörigen gegründet wird, so hat der betreffende Familienangehörige sich selbst persönlich im Termin vor der Ersatz- Kommission einzufinden, oder, wenn dies nicht möglich ist, freisärztliches Attest im Termin vorlegen zu lassen. 4. Wenn ein Militärpflichtiger an Gebrechen leidet, die äußerlich nicht wahrnehmbar sind, z. B. Taubheit, Harthörigkeit, Kurzsichtigkeit, Geistesschwäche usw, so ist dies durch amtlich ausgestellte und beglaubigte Zeugnisse des Arztes, sowie des Bürgermeisters, Geistlichen, Lehrers usw. nachzuweisen. Das Vorhandensein von Epilepsie ist durch die eidliche Erklärung von mindestens drei glaubwürdigen Zeugen zu erhärten. 5. An der Losziehung persönlich teilzunehmen, steht jedem Militärpflichtigen frei; für diejenigen, welche bei dem Aufrufe nicht anwesend sind, zieht ein Mitglied der ErsatzKommission das Los. 6. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien haben sämtliche ihrer Gemeinde angehörigen oder in ihrer Gemeinde gestellungspflichtigen Militärpflichtigen auf Grund der ihnen bereits zuge= gangenen Stammrollen zu der Musterung vorzuladen. Bemerkt wird hierbei, daß Militärpflichtige, welche sich auswärts aufhalten, zur Musterung nicht geladen werden dürfen, da solche nur an ihrem Aufenthaltsorte gestellungspflichtig find. Die Großherzoglichen Bürgermeister oder Beigeordneten haben mit den Militärpflichtigen ihrer Gemeinde im Musterungstermin rechtzeitig anwesend zu sein und sich darum zu bemühen, daß die letzteren 1/2 Stande vor der bestimmten Zeit zur Stelle sind, nüchtern und reinlich gekleidet erscheinen und während des Musterungsgeschäfts ein anständiges und ruhiges Verhalten beobachten. Wenn ein Militärpflichtiger wegen Gebrechen oder Krankheit persönlich zu erscheinen nicht im stande ist, oder wenn er sich in gerichtlicher Haft befindet, so ist darüber ein auf persönlicher Anschauung beruhendes Zeugnis des Arztes und der Bürgermeisterei, bezw. eine Bescheinigung des Gerichts vorzulegen. Den Großherzoglichen Bürgermeistereien liegt es ob, darauf aufmerksam zu machen, daß ein Militärpflichtiger wegen gerichtlicher Bestrafung des Militärdienstes unwürdig ist, und sind deshalb die erforderlichen Nachweise amtlich zu erwirken und vorzulegen. Im Anschluß an das Ersatz- Geschäft findet Dienstag den 29. März im Gasthaus„ Zum Rappen“ zu Grünberg, Samstag, den 9. April im Rathaus zu Lich, Dienstag den 19. April in der Restauration„ Zum Lonys Bierkeller", Schanzenstraße 18, zu Gießen, die Klassifizierung der Mannschaften der Reserve, der Ersatz Reserve rücksichtlich ihrer häuslichen und gewerblichen Verhältnisse statt. Es haben daher diejenigen Reservisten und Landwehrmänner ersten und zweiten Aufgebots, sowie die Ersatz- Referdisten, welche im Falle einer Einberufung auf Zurückstellung wegen häuslicher Verhältnisse einen Anspruch machen zu fönnen glauben, an den bezeichneten Tagen, morgens 11 Uhr, zu erscheinen und ihre Gesuche zu begründen. Gießen, den 5. März 1904. Der Zivil- Vorsitzende der Ersatz- Kommission des Kreises Gießen. Dr. Heinrichs. Der Krieg in Oftalien. Auch heute liegen keine neuen Nachrichten vor. Dagegen wird jetzt der Wortlaut des von der japanischen Regierung veröffentlichten Berichtes über das letzte Gefecht bei Port Arthur bekannt, der den bereits bekannten weitere interessante Einzelheiten zufügt. Sehr anschaulich schildert der Admiral Togo darin den Verlauf der Seeschlacht. Am 10. März wurde, wie vorbereitet, ein Angriff auf Port Arthur unternommen. Die Flottille der japanischen Torpedobootszerstörer bestand aus zwei Teilen, Gruppe 1 und 2. Beide langten um Mitternacht des 9. März außerhalb des Hafens von Port Arthur an, und obgleich sie rings Umschau hielten, wurde kein Feind erblickt. Bei Tagesanbruch des 10. März gelang es der Gruppe 2, trotz des ununterbrochenen Feuers der Festung Streuminen an verschiedenen Stellen auszulegen. Um 4 Uhr 30 Min. früh stieß die 1. Gruppe mit sechs Torpedobootszerstörern des Feindes südlich von Liautieschan zusammen, und sie beschossen sich heftig 20 Minuten lang. Unter anderem fochten die japanischen Torpedobootszerstörer„ Asasiwo“,„ Kasumi" und„ Akatsuki" Breitseite an Breitſeite mit dem Feind und beschossen ihn so energisch, daß die Maschinen von eingen feindlichen Torpedobootszerstörern beschädigt wurden, einige in Brand gerieten und unter Abgabe von Notsignalen mit ihren Dampfpfeifen ( Sirenen) in schwer havariertem Zustand fortdampften. Auch auf unserer Seite erlitten wir mehr oder weniger Verluste; 7 Unteroffiziere wurden getötet, der erste Ingenieur Minamisawa und 8 Leute wurden verwundet. Auf der„ Akatsuki" wurde das Hilfsdampfrohr zerschossen und 4 Heizer ge= tötet. Trotzdem haben alle unsere Torpedobootszerstörer ihre Gefecht- und Manövrierfähigkeit behalten. Als um 7 Uhr morgens die Gruppe 2 unserer Boote im Begriff war, die Hafengrenzen zu verlassen, entdeckten sie zwei der feindlichen Torpedobootszerstörer, die im Begriff waren, in den Hafen zurückzukehren; sie dampften sofort querherüber, um ihnen den Weg zu veríegen. Sie fingen auch sogleich an, auf sie zu schießen. Obgleich eins von diesen Booten entfam, erlitt das andere, der„ Steregutschi", schwere Havarie. Unser Torpedobootszerstörer ,, Sazanami" versuchte es zu schleppen, aber infolge des lecken Zustandes in der groben See brach die Schleppleine, worauf man 4 Gefangene an Bord nahm; der ,, Steregutschi" sank schließlich um 10 Uhr 10 Min. vormittags. Das Bombardement. Der Schaden, den die zweite Gruppe erlitten, ist nicht erheblich, zwei Matrosen tot und Unterleutnant Shima und drei Matrosen verwundet. Kurz bevor sich dieses zutrug, kamen ,, Novick" und„ Bajan" aus dem Hafen und liefen mit Volldampf gegen die zweite Gruppe, kehrten aber, als sie sahen, daß die japanischen Kreuzer sich geschlossen näherten, alsbald in den Hafen zurück. Das Hauptgeschwader und das Kreuzergeschwader rückten sodann, um 8 Uhr vormittags, nach der Außenreede von Port Arthur vor, und zwar ging das Kreuzergeschwader näher an den Hafeneingang heran zur Unterstützung der Torpedobootszerstörer- Flottille, während das Hauptgeschwader sich in die Nachbarschaft von Liautieschan legte und das Bombardement eröffnete, indem es indirekt in der Richtung auf den Hafen von 10 Uhr vormittags bis 1 Uhr 40 Minuten mittags feuerte. Obgleich die Batterie des Feindes das Feuer mit Pausen erwiderte, wurde den japa= nischen Schiffen doch nicht der geringste Schaden zugefügt. Eine Kreuzerabteilung ging gegen die Talien- Bay vor und begann das Feuer mit dem Erfolge, daß die feindlichen Baulichkeiten auf der Sanzanto- Insel zerstört wurden. Die Kreuzer„ Takasago" und„ Chihaya" refognoszierten die Westfüste von Port Arthur, trafen aber nichts vom Feinde. Der russische Torpedobootszerstörer, der in der Pigeonbucht gefunden ist, war der„ Vnushitelny"; derselbe zeigt übeer dem Wasser nur noch die oberen Spitzen der Masten und den Schornstein. Die japanischen Geschwader brachen das Feuer um 2 Uhr nachmittags ab und kehrten in guter Verfassung zurück. Die Führung aller Offiziere und Mannschaften während des ganzen Gefechtes war über jedes Lob erhaben.. Die Politik. O Eine Meldung, die nicht verfehlen wird, allgemeines Aufsehen zu erregen, kommt aus München: Die Abberufung Ich hörte deine Stimme," fagte er, noch halb schlafSei so mir?" fuhr er fort, nachdem er die Tür wieder geschlossen und gut und halte die Kinder ruhig, Anna, nimm etwas Rüdtrunten die geröteten Augen reibend, tritt nur ein. Was bringst du ficht auf meine angegriffenen Nerven. stützte das Finn au blidte finster vor fi en goldenen Knopf seines mohrstocks und Schließlich wird man müssen, wenn man teine überzuch tete er" Der Fürst verlangt angenden Beweise findet," spotden Kustos laufen lassen inige tun um ein Schuloffen, und Wenn Bwischen Lipp und ( Schluß.) Kelchesrand. ( Nachdruck verboten.), Sumoreske aus dem Französischen von J. Martin. Louis Vernet tritt zu den Beamten, legt ſeine Hand auf den off von den enörfschein mit den setn Gesicht noch länger. Tid- tad, tia- tadt ging Gewiß, er mußte jet träumen. P5 barin sich gehen sollte. liefen nach allen Richtungen Achtung, Bombe! Selbst der Schußmann wurde von der allgemeinen Panit 3weifellos war das das Signal, daß jetzt die Explosion vor Plöglich ließ sich ein fürchterliches Geräusch vernehmen. und Beamte der Packträger auseinander. des bayerischen Bundesratsbevollmächtigten Generalmajors v. Endres steht nahe bevor. Herr v. Endres soll unter Beförderung zum Generalleutnant der Nachfolger des in den Ruhestand tretenden Divisionskommandeurs in Regensburg werden. Wenn auch Prinzregent Luitpold dem General v. Endres zu dessen jüngster Aufsehen erregender Reichstagsrede gegen den Armeepartikularismus" ausdrücklich sofort seine volle Zustimmung erklärt hat, so ist man doch allgemein der Ansicht, daß die plötzliche Abberufung trotz der mit ihr verbundenen Beförderung eine Zurechtweisung des Generals bedeutet. Als Nachfolger des Herrn v. Endres beim Bundesrat gilt Oberstleutnant From me, Abteilungschef im bayerischen Kriegsministerium. An der schon jüngst erwähnten Meldung, daß auch ein zweiter bayerischer Bundesratsbevollmächtigter, Herr v. Geiger, abberufen und an die Spitze des bayerischen Zollwesens gestellt werden soll, ist nur soviel richtig, daß, wenn der verdiente Leiter des Zollwesens, Herr Generaldirektor v. Siben in den Ruhestand tritt, zweifellos Herr v. Geiger zu seinem Nachfolger berufen werden wird. Bis dahin bleibt Herr v. Geiger in Berlin. A Die Aufhebung des§ 2 des Jesuitengesetzes hat in ihrer tatsächlichen Wirkung nicht die Bedeutung, die ihr beigelegt wird. Denn auch nach der Aufhebung dieses Paragraphen bleibt den Jesuiten der Zutritt zu fast allen deutschen Bundesstaaten versagt. In den meisten Staaten bestehen nämlich Landesgesetze, die das Verbot der Zulassung der Jesuiten enthalten. Diese Landesgesetze treten mit der Aufhebung des § 2 des Jesuitenreichsgesetzes in Wirkung. Solche Gesetze bestchen in Bayern, in Sachsen, wo§ 56 der Verfassung die Zulassung der Jesuiten untersagt, in den meisten thüringischen Staaten u. s. w. Auch in Preußen wird die Aufhebung des§ 2 durch das Ordensgesetz von 1875 so gut wie illusorisch gemacht. Selbst wenn das ganze Jesuitengesetz aufgehoben würde, wäre dem Orden durch diese Landesgesetze die Betätigung in den meisten deutschen Staaten unmöglich gemacht oder mindestens sehr eingeengt. Uebrigens ist in denjenigen Bundesstaaten, die ein landesgesetzliches Jesuitenverbot noch nicht haben, eine Bewegung im Gange, die auf den Erlaß solcher Gefeße abzielt. Der Bundesratsbeschluß in Sachen des Jesuitengesetes ist übrigens darauf zurückzuführen, daß Ba- den diesmal für die Aufhebung gestimmt hat. Dieser Umschwung in der Haltung Badens soll die Folge einer persönlichen energischen Einwirkung Kaiser Wilhelms aus den Großherzog bei dem letzten Besuch in Berlin sein. Der seltene Fall, daß ein Minister einen Abgeordneten wegen Beleidigung verklagt, wird sich demnächst in München ereignen. Der bayerische Kriegsminister v. Asch erklärte in der gestrigen Sitzung der bayerischen zweiten Kammer, er werde den Abg. Pichler wegen Beleidigung verklagen. Abg. Pichler hat bekanntlich das Vorgehen des Ministers in dem bekannten Falle Eras in scharfer Weise kritisiert. Unter den Studierenden der Universität Jena war es in lezter Zeit zu großen Unzuträglichkeiten gekommen. Es hatte sich dort eine farbentragende katholische Verbindung " Sugambria" gebildet, gegen die die gesamte übrige Jenenser Studentenschaft Stellung nahm. Es kam zu Prügeleien und größeren Tumulten. Jetzt hat der Senat der Universität Sena auf Grund der Universitätsstatuten ein Verbot rein Fonfessioneller farbentragender Verbindungen, also auch der katholischen Verbindung„ Sugambria", erlassen. * Die im Oberpostdirektionsbezirk Danzig beschäftigten Postbeamten und-Unterbeamten haben, nachdem der Reichstag die Bewilligung der Ostmarkenzulage abgelehnt hat, eine Petition an das preußische Abgeordnetenhaus abgesandt, in der sie um eine Gewährung dieser Zulage aus preußischen Mitte In ersuchen. Oefterreich- Ungarn. Eine überraschende Wendung hat die Angelegenheit des Erzbischofs Kohn genommen. Am Sonntag hat der Erzbischof auf das Erzbistum Olmük verzichtet. Erzbischof Kohn begibt sich in nächster Zeit von Rom nach Olmütz zur Ordnung seiner persönlichen Angelegenheiten, kehrt dann aber zu dauerndem Aufenthalt nach Rom zurück. Der Kirchenfürst hoffte bis zulett, sich in seinem Erzbistum behaupten zu können, bis er in längerer Audienz vom Papst persön= I ich von der Unhaltbarkeit seiner kirchlichen Stellung überzeugt wurde. Papst Pius soll ihm vorgestellt haben, er möge der Verurteilung im fanonischen Prozeß durch einen freiwilligen Verzicht zuvorkommen und Papst und Kirche in Desterreich keine Schwierigkeiten bereiten. Danach wären also alle früheren Meldungen, in dem wider Kohn anhängig gemachten fanonischen Prozeß hätten alle Anklagepunkte sich als unhaltbar erwiesen, falsch gewesen. Hof und Gesellschaft. ** Die Mittelmeerfahrt des Kaisers ist bisher von gutem Wetter und ruhiger See begünstigt gewesen. Am Sonntag wurde im Salon des König Albert" vom Kaiser, der Admiralsuniform angelegt hatte, Gottesdienst abgehalten. Die Kriegsmarineflagge deckte einen hergerichteten Altar. Der Kaiser predigte über den Spruch aus 1. Korinther Vers 13, welcher der Tatfreudigkeit in Christo den Sieg verheißt, und gedachte der Passionszeit und der deutschen Christengemeinde in der Heimat. Die Schffsgemeinde sang ,, Ach bleib mit deiner Gnade"," Eine feste Burg" und das„ Niederländische Dankgebet", begleitet von der Kapelle der Stuarts. Die Ankunft vor Dover erfolgte am Mittag 1½ Uhr( mitteleurop. Zeit). Der deutsche Konsul Sir William Crundall kam an Bord, ebenso der Vizekonsul, die sich bei dem Kaiser meldeten und amtliche Schriftstücke überbrachten. Der Kaiser besichtigte mit großem Interesse die neuen Hafenanlagen für die Hamburg- Amerika- Linie. Der König von Spanien hat eine Einladung des Kaisers zu einem Diner an Bord des„ König Albert" in Vigo angenommen. Die Schiffe im Hafen von Dover hatten über die Toppen geflaggt. Gestern vormittag 9½ Uhr passierte das Schiff die Insel Ouessant an der Westküste der Bretagne. *** Prinz Heinrich XIX. Reuß jüngerer Linie, Generalleutnant à la suite der Armee, zuletzt Kommandeur der 34. Division in Metz, ist auf Schloß Meffersdorf( Kreis Lauban) gestorben. Deutfcher Reichstag. ( 57. Sizung.).. CB. Berlin, 14. März. Der Beginn der heutigen Reichstagssitzung hatte einer beinahe sensationellen Anstrich. Die Herren Abgeordneter hatten sich in so großer Zahl eingefunden, wie es seit den ersten Tagen der Legislaturperiode nicht mehr geschehen war, und am Bundesratstische erschienen außer dem Kriegsminister mit seinen Räten und den anderen Militärbevollmächtigten der Staatssekretär des Innern, Graf Posadowsky, und viele Mitglieder des Kolonialamts mit dem Direktor Dr. Stübel an der Spize. Dieser war gekommen, um namens der ver bündeten Regierung eine Erklärung über den Stand der Dinge in Südwestafrika abzugeben. Neu war an seinen Mitteilungen, daß sich die Zahl der bewaffneten Hereros auf mehr als 5000 beläuft, die sich in guten Stellungen zu beiden Seiten unserer Eisenbahn befinden. Bekannt hingegen war bereits, daß Oberst Leutwein, der Gouverneur des südwestafrikanischen Schutzgebiets, zur Niederwerfung des Aufstandes die weitere Entsendung von 800 Reitern und zwei berittenen Batterien für erforderlich hält. Die soll er so schnell wie möglich bekommen, und deshalb sollen sie entsandt werden, bevor alle parlamentarischen Formalitäten, die vielleicht nach dem Buchstaben des Gesezes notwendig wären, erfüllt sind. Stati dessen wird die Regierung im Interesse der Sache die Genehmigung zu den Ausgaben hinterher nachsuchen, und, das steht heute schon fest, erhalten. Denn es machte sich bei der Anfündigung des Herrn Stübel auch nicht der mindeste Widerspruch geltend. Das war die Erklärung wurde vor Eintritt in die Tagesordnung abgegeben so zu sagen das Vorspiel der parlamentarischen Vorstellung. Diese selbst setzte mit der Wiederholung der Abstimmung über die Zahl der Unteroffiziere ein, die am Sonnabend zum vorzeitigen Abbruch der Situng geführt hatte. Zuerst kam der Antrag des Grafen Oriola auf Wiederherstellung der Regierungsvorlage an die Reihe. Die ganze Rechte, die Nationalliberalen und die freisinnige Vereinigung erhoben sich, ein ganz kompakter Haufe, allein das Bureau vermochte nicht zu entscheiden, ob die Mehrheit stehe. Auch die Gegenprobe beseitigte die Zweifel nicht, und wie berechtigt diese waren, zeigte der nun folgende Hammelsprung. Mit Stimmengleichheit-104 gegen 104- wurde der Antrag Oriola unter großer Heiterkeit abgelehnt und da= nach der vermittelnde Antrag Spahn angenommen. Es waren also 208 Mitglieder, neun mehr, als zur Beschlußfassung_notwendig sind, anwesend, aber sie blieben nicht lange im Saal, sie verschwanden vielmehr zum größten Teil unmittelbar nach der Abstimmung. Verübeln kann man es ihnen nicht, daß sie die Flucht ergriffen, denn an den weiteren Debatten hatten sie wirklich nichts verloren. In der Diskussion nahm den breitesten Raum die mit dem Militäretat an sich doch nicht zusammenhängende Handwerkerfrage ein, die ja sehr wichtig ist, über die aber die verschiedenen Redner bei dieser Gelegenheit nichts sagen konnten, was sie nicht früher auch schon geſagt hätten. Preufsifcher Landtag. Haus der Abgeordneten. ( 41. Sigung.) RK. Berlin, 14. März. Beim Etat des Ministeriums des Innern begann heute diejenige Erörterung, die der Parlamentswitz HasenkleinDebatte" nennt: Es war der Tag der Kleinen Wünsche", die freilich leider meist fromme Wünsche" bleiben. Ein Redner beschwert sich über den langsamen Prozeßgang bei den Oberlandesgerichten, ein anderer verlangt, daß der Staat den Landräten die Hilfskräfte, die sie jetzt selbst bezahlen müssen, und ein zweispänniges Fuhrwerk stelle, ein dritter trat für die Entlastung der Amtsvorsteher vom Schreibwerk ein, der Däne Nielsen kam mit einer Erörterung des Falles des Pastors Jacobsen- Scherrebeck, und gar der Pole Korfanty schüttete ein ganzes Füllhorn von polnischen Beschwerden über das Haupt des Ministers des Innern aus. Als er dabei das Verhalten der preußischen Behörden eine Schande nannte, traf ihn der rächende Donnerkeil des Ordnungsrufs. Der Minister, der Herrn Nielsen wenigstens noch geantwortet hatte, lehnte unter dem Beifall des Hauses es ab, sich auf die Auslassungen des Herrn Korfanty überhaupt zu äußern. Dann gab es noch ein Hin- und Hergerede über die dänische Agitation und ihre Bekämpfung. 3. Sigung der Großh. Handelskammer Gießen für die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach. Protokoll Auszug. A Gießen, den 11. März 1904. Anwesend die Herren: Kommerzienrat Koch, Vorfigender, Kommerzienrat Heichelheim, Stellvertretender Vorsigender, Balser, Dürbeck, Hoos, Kaz, Moll, Nowack, Ramspeck, Schirmer, Schmall, Zurbuch, sowie der Syndikus Dr. Knipper. 1. Geschäftsbericht: a) Am 22. Februar und 6. März fanden in Mainz zwei Sigungen des hessischen Handelskammertages statt, in denen der Ges Bentwurf über die Gemeindeumlagen durch beraten wurde. Ferner wurde eine Protesterklärung gegen die Erhebung von Schiffahrtsabgaben auf natürlichen Wasserstraßen angenommen und eine Kommission eingeseßt, welche Vorschläge für eine Provision des Vereinszolgefeßes ausarbeiten soll. b) Zur Erleichterung des Reiseverkehrs hat die Kammer bei der Kgl. Eisenbahndirektion in Frankfurt a. M. in Anregung ge= bracht, zwischen den in Frage kommenden Eisenbahnverwaltungen zu vereinbaren, daß die Umschreibung von Rückfahrkarten, die über Strecken mehrerer Berwaltungen lauten, auf der Endstation dann bewirkt werden kann, wenn der zu wählende Rückweg für jede beteiligte Eisenbahnverwaltung eine fürzere Strecke enthält, als auf der Rückfahrkarte vorgesehen ist. Gegenwärtig ist eine solche Umschreibung nicht zulässig, sofern die Endstation einer anderen Verwaltung untersteht wie die Anfangsstation. c) In dem der Kammer zur Begutachtung vorgelegten Entwurf des Sommerfahrplans 1904 sind die meisten der früher geäußerten Wünsche berücksichtigt worden. d) Der Kgl. Eisenbahndirektion zu Frankfurt a. M. sind auf ihr Ersuchen die Preise für Braunkohlen, Braunfohlenbriketts und Braunkohlen- Naßpreßsteine in Gießen mitgeteilt worden. e) Einer auswärtigen Firma ist ein Bücherrevisor namhaft gemacht worden. f) Im vergangenen Jahre hatte die Kammer die Erweiterung des Zollschuppens auf dem Bahnhof zu Gießen beantragt. Auf diesen auch fehr zeitgemäßen von dem Großh. Hauptsteueramt zu Gießen unterstüßter a. M. mitgeteilt worden, daß z. Zt. noch keine Mittel für die Erweiterung vorhanden wären, ooch solle die Bereitstellung von Mitteln für den Etat 1905 nachgesucht werden. Antrag ist von der Kgl. Eisenbahndirektion zu Frankfurt Courtin über Frü 2. Gesezentwurf über die Gemeindeumlagen. Im Anschluß an die Verhandlungen des hessischen Handels. fammertages nahm die Kommer zu den Bestimmungen des Entwurfes endgültig Stellung und beschloß ihre von der Beschlüssen des Handelskammertages abweichenden Ansichte dem Großh. Ministerium des Innern zur Kenntnisnahme z übermitteln. + Weylar. prüfung, welde in der Bürgermeistereie finden hat, wird G in die Beit vom 6 Weglar einfchl. Nieb Juni in der Bürger ▷ Aus dem Lagen gehen die lar Ende, welche befannt gerichtet werden. ihrem Berufe als lebrling u. f. f. no Winterabenden erw zeit fehr zu flatten Leute welche die 3. Erhebung der Handelstammerbeiträge Die Kammer hat seither die Erhebung der Beiträge z ihren Kosten für den ganzen Bezirk durch den Rechner de Stadt Gießen vornehmen lassen. Von auswärtigen Mit gliedern der Kammer wurde beantragt, die Erhebung der Beiträge in Zukunft durch die Bezirkskassen vornehmen zu lassen, da die seitherige Art der Erhebung für die nicht in Gießen ansässigen Beitragspflichtigen mit unnötigen Koften halten, aber noch t verbunden sei. Die Kammer beschloß daher, bei dem Großh. Ministerium um die Genehmigung nachzusuchen, die Handelsfammerbeiträge für das nächste Etatsjahr durch die Bezirks: fassen einziehen zu lassen. 4. Vorentwurf eines amtlichen Waren ver zeichnisses zum neuen Zolltarif. Vom Großh Ministerium ist der Handelskammer der Vorentwurf des amtlichen Warenverzeichnisses zum neuen Zolltarif, sowie eine Anleitung für die Zollabfertigung mit der Verfügung übersandt worden, die Entwürfe eingehend zu prüfen und etwaige Anträge auf Abänderungen oder Ergänzungen bis zum 1. Mai 1. Js. einzureichen. Da eine streng vertrauliche Behandlung des Entwurfes zur Pflicht gemacht ist, so ersucht die Kammer die in Betracht kommenden Firmen wiederholt auf dem Sekretariate der Handelstammer Einst cht in den Entwurf zu nehmen und etwaige Wünsche vorzubringen. erfennen. Ja man für unsern ganzen würde. Groß- Feld Prof. Dr. Gonne i tag auf Veranlaffu fich eines guten erläuterte die Wirt madjen von Früchter Konservierung der C Fleisch auf seinen g Ferner wies Redner Genußmitteln hin. Beifall aufgenomm erheben von den anwesenden Damen Intereffe war, ließ 5. Bölzing ihren ihnen durch seinen + Frankfurt, unferer Leser on verhaftete Kutfcher Kaufmann Lichtenste Groß begangen zu gestern nach Frantf geftanden, wie der Leipzig die Befann damals falsches G forft wurde dabei o Er hat damals ab Jabres 1904 traf a. M., fie verfeh Stafforft ein, er h gute Gelegenheit, dann auf die Geleg bei gab er ihm 10 Schiedene Cafés. fagte: er habe die@ 5. Revision des Vereins zoll gesezes. Von dem Reichsschutzamt wird eine Revision des Vereinszollge seges beabsichtigt, das in einzelnen Bestimmungen den modernen Verhältnissen des Geschäftsverkehrs nicht mehr genügend Rechnung trägt. Das Großh. Ministerium des Innern hat daher die Handelskammer aufgefordert, etwaige auf Abänderung des geltenden Gesezes gerichtete Wünsche ihm bis zum 1. Juni 1. Js. zur Kenntnis zu geben. Da diese Augelegenheit nach den Beschlüssen des letzten Handelskammertages gemeinsam von sämtlichen hessischen Handelskammern behandelt werden soll, so wählte die Kammer eine Kommission, die sich mit der vorläufigen Durchberatung des seitherigen Gesetzes befassen soll. ( Schluß folgt.) * * Lokales. 15. März 1904. Privattelegramm. Bei der heutigen Ziehung der Hessisch- Thüringischen Landeslotterie wurden folgende Gewinne gezogen: 250000 Mt. auf Nr. 45 707 ( nach Oldenburg), 50 000 Mt. auf Nr. 69 185, 30000 Mark auf Nr. 15 525, 20 000 Mt. auf Nr. 92 174, 10 000 Mt. auf Nr. 95 618, 5000 Mt. auf Nr. 43 862, 54493, 83 682, 86 700, 91508, 3000 Mt. auf Nr. 2297, 4080, 4825, 27684 41 400 46 054, 46 513. ** Stadttheater Gießen. Die Theaterbesucher werden darauf aufmerksam gemacht, daß auf dem heutigen Theaterzettel Frl. Hellberg irrtümlicherweise als Darstellerin der Agnes u. ,, Friz chen" aufgeführt ist. Die Rolle wird von Frl. Hohl gegeben. Frl. Hellberg muß sich vorläufig noch Schonung auferlegen. Es dürfte das hiesige Theaterpublikum interessieren, daß Herr Oberregisseur Haag von unserer Bühne als Regisseur an das Stadttheater Bremen verpflichtet worden ist und daß das Engagement nach persönlicher Vorstellung nunmehr perfekt geworden ist. * 100 Badebillets für Benutzung des Bassin im Boltsbad hat ein Gießener Kinderfreund dem Rektor übergeben, die an 50 Knaben und 50 Mädchen verteilt wurden. Dem edlen Geber gebührt öffentlicher Dank. Die 100 Kinder haben von der Gabe recht munteren Gebrauch gemacht, was dem einen oder anderen reichen Gießener Bürger vielleicht zur Nachahmung anregen dürfte. ** Der unbefugten Führung des Metstertttels beginnen die Gerichte jetzt zu Leibe zu gehen. Das Oberlandesgericht Rostock verurteilte einen Klempner zu Geldstrafe, weil ec ein an eine Behörde gerichtetes Schreiben als Klempnermeister unterzeichnet hatte, obwohl er nicht die Bedingungen des§ 133 der Gewerbeordnung erfüllt hatte, d. h. die Meisterprüfung nicht vor der Prüfungskommission einer Handwerkskammer abgelegt hatte, wozu noch kam, daß er das Gewerbe nicht selbst, sondern für Rechnung seiner Ehefrau betrieb. Diese Bestrafung mahnt die in Betracht kommenden Kreise zur Vorsicht. = Launsbach, 14. März. Da infolge der hierselbst Un Man Be Freitag, den beginnend, wird Anlagen in der fraße, bom Schi dem Friedhof, b Grünbergerstraße Es befinden eignete Slöße un Reifern geeignet. Gießen, Großb B Es wird wom 1. April 190 hof zur Erhebun Benehmigung Gr 70 Bfg. f 45 fg. f Die Erhebung fitgefegt find. zwar gelind aufgetretenen Diphteritis der Uuterricht in ondere Gebühren beiden Schulklassen bereits vor vier Wochen geschlossen werden mußte, so kann derselbe auch vorläufig vor Tierteile, sowie für Tätigkeit des Freiba Ostern gar nicht mehr beginnen, denn zu ersterer Frank Beitpunft an nicht i heit sind nunmehr noch die Masern hinzugekommen. Hörnshain, 14. März. Der Frühling rückt allmählich in's Land was sich vor allem an der zunehmenden Länge der Tage bemerkbar macht. Zwar waren warme Frühlingstage uns bisher noch höchst selten beschert, denn noch gar zu oft schienen wir beim Erwachen am Morgen in eine Winterlandschaft versetzt, aber dennoch verrichten unsere Landwirte bereits überall vorbereitende Arbeiten, um für den Beginn der Feldbestellung gerüstet zu sein. Aber wie allerwärts so suchen auch hier unsere Landleute mit der Neuzeit fortzuschreiten und huldigen mit Freuden den ihnen in Wort und Schrift dargebotenen Neuerungen. So hatte sich auch in der Volkschen Wirtschaft hierselbst viele Landwirte eingefunden, um dem Gießen, den Großherzogl J. Ben unterfi on zu Fran feine Mittel Die Bereitstell werden. ndeumlage fischen Hande eftimmungen B ihre von henden Anfid enntnißnahme merbeiträ er Beiträge den Rechner sehr zeitgemäßen Vortrag des Winterschuldirektors| genau ausgekundschaftet, mittags sei der Auslaufer fort und Courtin über Frühjahrsdüngung zu lauschen. + Wetzlar. Die technische Maaß- und Gewichtsnachprüfung, welche in diesem Jahre bei den Gewerbetreibenden der Bürgermeistereien Wezlar und Krofdorf ftattzufinden hat, wird Seitens des Aichmeisters Rehm von hier in die Zeit vom 6. bis einschl. 10. Juni in der Stadt Weglar einschl. Niedergirmes und vom 20. bis einschl. 25. Juni in der Bürgermeisterei Krofdorf vorgenommen werden. ▷ Aus dem Kreise Weglar, 14. März. In diesen Tagen gehen die landwirtschaftlichen Fortbildungsschulen zu Ende, welche bekanntlich nur während der Wintermonate eingerichtet werden. Die jungen Leute gehen nunmehr wieder ihrem Berufe als angehende Landwirte oder als Maurerlehrling u. f. f. nach. Gewiß werden ihnen die an den Winterabenden erworbenen Kenntnisse während der Sommerzeit sehr zu statten kommen. Zwar gibt es auch hier viele Leute welche die ländlichen Abendschulen für überflüssig halten, aber noch viel mehr auch solche, die ihren Wert anerkennen. Ja man würde es allseitig begrüßen falls dieselbe sür unsern ganzen Kreis zu einer obligatorischen Einrichtung Bwärtigen Echebung Dornehmen für die nicht Innötigen Sto bei dem Gro jen, die Hand urch die Bezi en Warenv Vom Gro Borentwurf Bolltarif, for der Verfügu zu prüfen Srgänzungen fireng bert tgemacht i menden er Hanle men unletmaig efezes. V Vereinszoll Ingen den m mehr genüge Des Innern auf Abänder bis zum 1. S e Augelegen ertages gem mern behand Kommiffion, feitherigen luß folgt März 1904. der heutige Lotterie wurk uf Nr. 4570 69 185, 3000 f Nr. 92 174 uf Nr. 4382 auf Nr.2 3. Theater uf dem h herweise eführt ift. D Hellberg m Es dürfte da Oberregiffeu 8 Stadttheate Engagem Et geworden des Bassin m Reftor üb verteilt wurde ant. Die 100 en Gebrauch ge Gießener Bürge des Metster Leibe zu gehen einen Klempner jörde gerichtetes hnet hatte, ob3 der Gewerbe erprüfung nicht dwerkskammer das Gewerbe Chefrau be cacht kommen würde. Groß- Felda, 14. März. Der Vortrag des Herrn Prof. Dr. Sonne über Haus und Küche, welcher am Sonntag auf Veranlassung des Gewerbe- Vereins stattfand, hatte sich eines guten Besuches zu erfreuen. Der Vortragende erläuterte die Wirkung der verschiedenen Salze beim Einmachen von Früchten, Bohnen, Erbsen usw., sprach über die Konservierung der Eier und erklärte wie schlecht gewordenes Fleisch auf seinen genießbaren Zustand geprüft werden kann. Ferner wies Redner auf die Fälschungen von Gewürzen und Genußmitteln hin. Der Vortrag wurde mit nachhaltigem Beifall aufgenommen und drückte die Versammlung durch erheben von den Sigen dem Redner ihren Dank aus. Die anwesenden Damen, für die der Vortrag von besonderem Interesse war, ließen dem Herrn Professor durch Herrn Joh. H. Völzing ihren Dank aussprechen für die Winke die ihnen durch seinen Vortrag gegeben. + Frankfurt, 15. März. Wie wir dem größeren Teil unserer Leser schon gestern mitgeteilt, hat der in Hamburg berhaftete Kutscher Stafforst eingestanden, den Mord an dem Kaufmann Lichtenstein in Gemeinschaft mit dem Möbelträger Groß begangen zu haben. Der Kutscher Stafforst wurde gestern nach Frankfurt transportiert nachdem er in Hamburg gestanden, wie der" Fr. G." mitteilt, im Jahre 1902 in Leipzig die Bekanntschaft des Groß gemacht. Groß fertigte damals falsches Geld an, welches Stafforst vertrieb. Staffor st wurde dabei abgefaßt und zu längerer Strafe verurteilt. Er hat damals aber Groß nicht verraten. Anfangs dieses Jabres 1904 traf Stafforst den Groß zufällig in Frankfurt a. M., sie verkehrten häufig zusammen. Groß redete auf Stafforst ein, er hätte das Wanderleben fatt, er wüßte eine guse Gelegenheit, viel Geld zu verdienen und machte ihn dann auf die Gelegenheit bei Lichtenstein aufmerksam. Dabei gab er ihm 10 Mart. Er ging dann mit ihm in verschiedene Cafés. Dann faufte Groß zwei Revolver und sagte er babe die Gelegenheit, den Lichtenstein zu ermorden, 11/2 Stunden allein im Geschäfte. Stafforſt ging nun als Gastwirt aus Offenbach am Main in das Geschäft des Lichtenstein, wo Groß ihn vorſtellte, um die Provision für Dienstag mittag. Stafforst ließ sich von Lichtenſtein_auf den Ankauf eines Klaviers zu verdienen. Das war am dem Klavier etwas vorspielen, darauf gab Groß dem Stafforst einen Stoß und sagte zu ihm leise: Jetzt ist der günſtige Moment! Es fehlte dem Stafforſt aber an Mut und beide verließen dann wieder das Geschäft. Vor der Türe hielt Groß dem Strafforst eine Strafpredigt. Am Mittwoch ging Stafforst allein in das Geschäft, während Groß auf der Straße patrouillierte, um später nachzukommen. Stafforst kam aber zurück und sagte: es ginge heute nicht, auf der Treppe befänden sich zu viel Leute, die dort arbeiteten. Am Donnerstag trafen sich Groß und Stafforst in der Kaiser passage und gingen zusammen wieder in das Haus. Als Stafforst die Treppe heraufging, fehrte er bald wieder um und sagte dann zu Groß, es seien Leute im Komptor. Groß erwiederte, das seien alle faule Ausreden, er habe Frankfurt a. M., 14. März. Seit einigen Tagen figt hier der Geschäftsreisende Max Niethe aus Berlin in Untersuchungshaft, der à la Felgentreu einer ganzen Anzahl Verbrechen gegen das keimende Leben sich schuldig gemacht hat. A Darmstadt, 14. März. Der Prozeß Lesius erreichte am Samstag mit den Plaidoyers, die für Freisprechung eintraten, sein vorläufiges Ende. Das Urteil wurde noch nicht verkündet, sondern wird erst am 21. März, abends 6 Uhr, gesprochen. Mainz, 14. März. Die hiesigen Schweinemezger haben den Preis für Schweinefleisch um 10 Pfg. pro Pfund ermäßigt. Aus dem Gerichtsjaal. Straffammer. Gießen, 11. März 1904. Rausch und der Steinbruchsarbeiter Johannes Eichenauer, Der Schuhmacher Konrad Kimpel, der Landwirt Georg Lauterbach wegen Mißhandlung zweier Einwohner von alle von Wallenrod, wurden durch das Schöffengericht Almenrod in Strafen genommen. K. erhielt 5 Wochen, R. 6 Wochen und E. 3 Wochen Gefängnis. Während der erstere und der letztere das Urteil anerkannten, verfolgte Grund der heutigen Verhandlung wurde die Strafe auf 3 Rausch Berufung, der sich die Staatsanwalt anschloß. Auf Monate erhöht, da entgegen der Annahme des Schöffengerichts, der Gebrauch eines Messers festgestellt wurde. deutscher, statt schwedischer Dielen an den Gastwirt Müller Unter der Anklage des Betrugs begangen durch Lieferung zu Usenborn, wurde der Baumaterialienhändler Max Meier von Gedern vom Schöffengericht Ortenberg zu einer Beweisaufnahme ein rechtswidriger Vermögensvorteil auf 14 tägigen Gefängnisstrafe verurteilt. Da nach der heutigen Seiten des Angeklagten nicht vorliegt, mußte auf Freisprechung erkannt werden. Zum Schlusse wurde der Kaufmann Jakob Bornheim aus Stockheim wegen Fälschung eines Wechsels, unter Einbeziehung einer früher wegen ähnlicher Verbrechen erkannten Gefängnisstrafe von 2 Jahren zu einer Gesamtstrafe von 2 obren und 1 Monat verurteilt. - nur teine Luft die Tat auszuführen und er würde Stafforst niederschießen, damit er nichts verraten könne. Am Freitag trafen sich dann beide um 11 Uhr vormittags wieder. Groß sagte, der Revolver macht zu viel Lärm, sie müßten den Lichtenstein auf eine andere Weise töten. Stafforst faufte dann auf der Zeil einen Zweifiloftein, während Groß in ein in der Nähe befindliches Seilergeschäft ging und dort die Schnur faufte. Dann gingen beide zusammen in das Romptor von Lichtenstein. Lichtenstein erkannte die beiden wieder. Auf dem Wege zum Lager gab Groß dem Stafforst einen Stoß, so daß er schwankte. Lichtenstein bemerkte dies, drehte sich um und sagte:„ Was wollen Sie von mir?" In demselber Augenblick schlug Stafforst mit dem Zweifilogewicht auf Lichtenstein ein, während Groß den Lichtenstein zu Boden riß. Bei dieser Gelegenheit riß Stafforst dem Lichtenstein Uhr und Kette ab. Auf Befehl des Groß schleppte Stafforst Lichtenstein in einen entfernteren Winkel. Dann tniete Groß auf Lichtenstein nieder und Stafforst verschloß auf Geheis des Groß die Komptortüre, Lichtenstein hatte noch geröchelt. Beide haben ihn dann erdrosselt. Während Stafforst bei dem niedergeschlagenen Lichtenstein Wache stand, bis er tot, hat Groß dem Lichtenstein den Geldschrankschlüssel aus der Tasche genommen und sich damit an den Geldschrank gemacht, welcher nach seiner per Pfd. 0.90-1.00 wit., Hühnereler 2 Stid 12-14 Pfg., Enteneter Vermutung 60 bis 70 000 art enthalten sollte. Groß sagte indessen, er habe nur 800 Mark gefunden. Dann sind beide durch die Hintertüre aus dem Komptor fortgegangen und ins Freie geeilt. Dort haben sie den Raub wollte in Frankfurt bleiben, Stafforst nach Mannheim gehen. geteilt. Stafforst erhielt 380 Mart, Uhr un Kette. Groß Er ist aber über Coblenz nach Köln gefahren, hat sich dort einige Tage aufgehalten und dann nach Hamburg gereist. Inzwischen hat er das Geld bis auf 50 Mark verausgabt. Die geraubten Sachen wurden in seinem Koffer gefunden. Er macht einen reunmütigen, zerknirschten Eindruck, und in hiesigen kriminalistischen Kreisen nimmt man an, daß er der Verführte sei. Unübertrefflich sind Man verlange ausdrücklich MAGGI's Bouillon- Kapseln und wetse andere Marken zurück. Bekanntmachung. Freitag, den 18. März, nachmittags 3 Uhr beginnend, wird das Abfallholz aus den städtischen Anlagen in der Oftanlage, Südanlage, von der Lonystraße, vom Schiffenbergerweg, von den Anlagen vor dem Friedhof, vom alten Steinbacherweg und von der Grünbergerstraße öffentlich meistbietend versteigert. Es befinden sich darunter einige für Schmiede ge= eignete Klöße und einige Haufen Reifig, zu ErbsenReisern geeignet. Gießen, den 15. März 1904. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen Mecum. Bekanntmachung. Es wird zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß vom 1. April 1904 an die auf dem städtischen Schlacht hof zur Erhebung kommenden Beschaugebühren mit Genehmigung Gr. Ministeriums des Innern auf 70 Pfg. für ein Stück Großvieh und 45 Pfg. für ein Stück Kleinvieh festgesetzt sind. Zu vermieten Schöne Wohnung, legen, billig zu verm. ( 4 Zimmer), mitten der Stadt ge= Näh. in der Erp. d. Bl. Brandplat 14 ist der 4. Stock: 4 Zimmer, Küche, Badezimmer, Mansarde und allem Zubehör vom 1. April ab zu ver= mieten. Birkenstock& Schneider Gießen. fils Marktberichte. Gießen, 12. März. Aus dem heutigen Wochenmarit fofteten Butter St. 8 Pfg., Käse per St. 6-8 Pfg.. 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Pferde- Lotterie ( Gießen. Oswalds- Garten) ist wochentags von 2 Uhr nachmittags ab geöffnet. Fütterung der Tiere findet abends 8 Uhr statt. von Gießen und Umgegend sind höfl. eingeladen. pferde werden zu den höchsten Preisen angekauft. Es laden höft. ein Dressur und Die Herren Lehrer Ziehung Schlacht am 17. März 1904. Erster Geschw. Friese. Höhere u. Erweiterte Mädchenschule zu Gießen. - Hauptgewinn: Eine 4fißige Equipage mit Pferd und silberplattiertem Geschirr. 3weiter Hauptgewinn: Ein Lauterbacher Wagen mit seutschierbock nebst Pferd und Kummet- Geschirr. Dritter Hauptgewinn: Die Anmeldungen neu eintretender Schülerinnen sollen in Zukunft nicht einerlei welchen Alters mehr bei Beginn des neuen, sondern vor Ablauf des alten Schuljahres erfolgen. Die diesjährigen Anmeldungen haben bis spätestens zum 20. März zu geschehen und werden im Schulhause, Schillerstraße 8, an folgenEin Reitpferd m. Sattel u. Zaum. den Tagen von dem Unterzeichneten entgegen genommen: Dienstag, 8., Samstag, 12., Dienstag 15., und Sams- 7 Pferde und Fohlen tag, 19. März, jedesmal von 10 bis 1 Uhr. Borzulegen Zus. 600 Gewinne. sind: Impf und Geburtsschein, letzterer mit unterstrichenem Rufnamen; bei Stindern, die über 12 Jahre Lose a 1 Mk. Borto 2 fg. alt sind, eine Bescheinigung über geschehene zweite Impfung; bei Kindern, die aus einer anderen Schule kommen, allen durch Plakate kenntlichen ein Abgangszeugais. Mädchen, die erst schulpflichtig werden, sind bei der Anmeldung vorzustellen. Gießen, den 16. Februar 1904. Der Direktor: Dr. Stoeriko. ( für Lifte und mehr sind in Geschäften zu haben. Richard Buchacker, Generalvertrieb, Gießen, Neuenbäne 11. Dafelbst 11 Lose für 10 Mark. se[ 000 III. Seffisch- Thüringische Staatslotterie ( Mitteldeutsche Staatslotterie) Biehung VI. Klaffe.( 6. Tag) 14. März 1904. Alle Nummern, neben welchen nichts bemerkt ist, sind mit 200 Mark gezogen. ( Ohne Gewähr.) 51 75 111 22 92 293 305 27 28 50 56 67 567 672[ 400] 801[ 1000] 48 76 941 1051[ 400] 57[ 400] 178 86 211 49[ 400] 56 310 44 73 472 519 32 49[ 3000 56 618 27[ 1000] 40[ 1000] 61 66 719 88 809[ 400] 10 19[ 1000] 20 87 94[ 1000] 909[ 400] 36 2005 10 20 128[ 400] 43 44 69 76 245 480 549 78 91 628[ 400] 740[ 400] 803[ 400] 68 87 900[ 1000] 84 3007 27 114[ 1000] 203 75 372 459 62 787 808 41[ 400] 69 77 926[ 400] 92 4037 107 216 319 22 27[ 1000] 34 65 70 78 80[ 400] 423[ 1000] 63 99 620 93 828[ 400] 30 936 5130 31 56 238 51 381 401 54 83 595[ 400] 99 721 852 936 84[ 1000] 6061[ 1000] 73 323[ 1000] 71 423[ 1000] 68 504 20 62 65 99 602 96 700[ 1000] 806 31 61 935[ 400] 7023 57 117 38 48 234 400] 384[ 400] 95 452[ 1000] 75[ 1000) 93 532 81 89 660 717 36 82 87[ 400] 862 94 918 8016[ 5000] 87 111 58 83[ 5000) 213[ 1000] 31 89[ 1000] 412 15 16 509 97 614 73 99 734 88 974 98 9003 86 124 201[ 400] 37 95 345 442 659 85 758 824 908 40 10065 168 71 346[ 400] 55 444 504 70[ 400] 86[ 400] 618 38 737[ 1000] 826 62 66 83 88 97 945 99 11014 53 95 127 80[ 400] 200 51 359[ 400] 429 58 81 654 79 80[ 1000] 729 43 85 827 33 89 946 95 12017 [ 400] 89 103 62 205 400] 44 80 342 63 514[ 10 000] 614 19 22[ 400] 58 73 81[ 400] 95[ 400] 753 64[ 1000] 889 931 13036[ 400] 110[ 400] 305 67 412 55[ 400] 543 57[ 1000] 92 680[ 400] 735 52 61 861[ 1000] 80 900[ 400] 92 93 14018 76 85 108 12 82 285[ 1000] 97 379 89 91 483 604 767 839 88 940 73 15014 19 339 53 85[ 400] 404 19[ 400] 34[ 400] 68 79 81[ 400] 98 501 21 649 87 730 56 72 900[ 400] 68 97 16027 38 184 263 323 97 405 85 501 9[ 400] 13 34 56 683 701 48[ 400] 68 800 51 925 17011 73 90 [ 1000] 150[ 1000] 233 37 306 407 15 606 24 39 711 24 18000 29 32 [ 3000] 89 122[ 1000] 27 63 330 43 45 63 94 538 608 720[ 1000] 93 807 11 27 31 52 19014[ 3000] 22 55 110 18 35[ 400] 232 48 307[ 1000] 50[ 1000] 405 97 501 38 99 651[ 1000] 747 96 826[ 400] 34 87 922 28 [ 400] 31 85[ 1000] 95 20007 41 54[ 1000] 88 98[ 400] 103 4[ 400] 10 73[ 400] 275 89 322 77 470[ 400] 522 66 726 65 821 72[ 400] 961[ 1000] 94 21001 60 283 311 27 31 34 416 46[ 400] 600 63 705[ 3000] 33 825 70 91[ 400] 900 14 20 22031 57 105[ 1000] 78 212 20 307 48 511[ 1000] 725[ 400] 868 950 86 23052[ 1000] 56 71 113 93 209 49 308[ 400] 17 489[ 400] 546 67 71 681 729 837 63 66 85 24-050 76 84 119 20 214 506 31 52 55 69[ 1000] 605[ 400] 40 719 47 901 25[ 400] 68[ 400] 98 25000 17 42 95 256 327 32 404 8 18 550 96 627[ 400] 711[ 400] 47 807 63 902 37 26026 63 82[ 1000] 138 209[ 1000] 91[ 400] 467[ 400] 507 26 655[ 1000] 703 13 48 61 812 96[ 400] 909 35[ 3000] 48 74 93 27023 59 121 66 300 26[ 400] 48 463[ 400] 69 566 624 68 829 76 77 950 72 28030 39 99 123 212[ 1000] 88 357 82[ 400] 86 402[ 400] 35 64 [ 3000] 513 23 42[ 400] 640 63 76 702 15 803[ 400] 910 25 59 92 99[ 400] 29013 98 119 202 79 93[ 400] 417[ 400] 561 626 28[ 1000] 31[ 400] 52 81[ 400] 730 58 827[ 400] 43 50 58 94 30023 95 152 1000] 54 61[ 400] 62 212 32 40 91 97 329 434 [ 400] 86 500 3 25[ 3000] 31 62[ 1000] 660[ 400] 783 813[ 1000] 916 [ 1000] 51 77 31134 42 215 62[ 1000] 362 93 402 44 48 90 529[ 1000] 39 85 653 717 32 62[ 400] 826[ 400] 34[ 400] 64 923 87[ 400] 32129 232[ 400] 332[ 400] 93 441[ 1000] 505 11 33[ 400] 669 76[ 400] 95 744 822 88 916 90 1400] 33011 68 83 89 301 419 549 77 602 35[ 400] 83 749 97[ 400] 823 73 973 97 34041 49 100 27[ 1000] 73 76 78 221 38 330[ 1000] 36 58 453 65 74 575[ 400] 77 88 90[ 1000] 601 63 701 22 84 876 903 24 59 35010 61 173 388 405 43 508 41 94 609[ 400] 711 805 94 970 36136 92 293[ 1000] 341 99[ 400] 507 614 742 64 92 808 82 90 911 39[ 400] 37015 22 62 248 333 43 54 403 18 20[ 1000] 44 53 63 68 93 515 29 60 [ 1000] 630 816 49 92 930[ 400] 38012 52 93 147 63 66 82 97 220 415 74 90 94 623 29 69 732 63[ 1000] 67 81 813 900[ 400] 39037 46 97[ 400] 124 92 339[ 400] 53 54 424 44 534 601 726 98 870 74 900 8 43 53 82 85 40035 71 124 25 86 94 211 60 338 95 403 13 20[ 400] 30 33 63 [ 400] 613 43 770 82[ 400] 846 97 98 41135 299 444 57 97 510 635 38 90 96 815 16[ 1000] 17 19 54 75[ 400] 99 904 48[ 1000] 51 55 76 42080 136 65 79 81[ 400] 254 82[ 400] 305 15 21 36 38 64 410 82 612 707 833 903 43025 37[ 400] 52 246 99 318 68 491[ 400] 543 56 83 648 785 843 68 82 88 909 53 44002 49 55 219 76[ 1000] 82 95 331 49 99 408 49 500 [ 400] 99 722 45[ 3000] 99 816 32 930[ 3000] 89 97 45020 87 94 186 362 81 89 409 66 526 47[ 400] 710 862[ 1000] 917 41[ 400] 46034[ 400] 73 83 112 400] 55 264 69 315[ 400] 402[ 400] 537 43 52 74 688 727 52 840[ 400] 951 83 47015[ 40000] 84[ 400] 141 73 255 59[ 400] 440 76 510[ 400] 14 23 67 74 640[ 400] 93 705[ 1000] Stämme: Fichten: 110 Stück 15 bis 37 Durchm. 11 bis 20 Länge mit 46,95 Fstm. Inhalt. Kiefern: 26 Stück 15 bis 30 Durchm. 7 bis 17 Länge mit 15,62 stm. Inhalt. Gichen: Eschen: zu verkaufen. Gebr. Kahl, Gießen, Frankfurterstraße 151. Ein n ues Buchen: 7 Stück 35 bis 49 Durchm. 4 bis 11 Länge mit 5,95 stm. Inhalt, hierunter Glaserholz. 16 Stück 10 bis 23 Durchm. 4 bis 12 Länge mit 2,81 stm. Inhalt. 5 Stück 35 bis 51 Durchm. 4 bis 8 Länge mit 4,34 Fstm. Inhalt. Damen- Jaquett Birke: 1 Stück 22 Durchm. 11 Länge mit 0,42 Fstm. zu verkaufen. Näh. z. erf. in der Erp. d. Bl. Ein strebsamer, intelligenter Junge, welcher eine schöne Handschrift hat und Ostern die Schule verläßt, fann auf einem Gießener Bureau als Lehrling eintreten. Näh auf der Erv. d. Bl. 15-20 kräftige Arbeiter für sofort gesucht. Meldungen auf unserem Kieslagerplaz nahe der Margaretenhütte. Gebr. Kahl, Dampfbaggerei Gießen. Bin junger Schmiedgeſelle auf Wagenbau sofort dauernd bei hohem Lohn gesucht. Auch könnte in Tehrling bas Wagner- ober Schmiedehandwerk erlernen unter günſtigen Bedingungen bei onr. Stephan, Wagenfabrik Großen- Buseck b. Gießen. Tüchtiges Mädchen vom Lande für sofort gesucht. Fr. Hennings, Gießen, Seltersweg 14. Fichten: Inhalt. Derbstangen: 55 Stück 8 bis 11 Durchm. 8 bis 14 Länge 4,22 Fstm. Inhalt. Nutz- Scheiter: Fichten: 12 Rm. Kiefern: 15 " f Nug- nüppel: Fichten: 127,7 Rm. Kiefern: 3" Fichten: 398 Rm. 3 Meter lang Lattenholz. Nut- Reiser: In ganzer Länge. Zu Bohnenstangen, Baumpfählen, Leiterbäume 2c. geeignet. Steigliebhaber wollen sich das Holz erst ansehen und wird Forstwart Büttel nähere Auskunft erteilen. Grünberg, den 14. März 1904. Großherzogliche Bürgermeisterei Grünberg. Zimmer. Tanks für Export. Lieferant von Tanks zur Goldaufbereitung gesucht. Gefl. Offerten unter Angabe von deutschen Referenzen erb. sub. J C.9306 anRudolf Mosse, Frankfurt a. M. 60[ 1000] 873 84 88 904 48028[ 400] 45 124 81 89 217 82 377 411 48 9 54 600 26 33 81[ 400] 752[ 400] 58 89 926 55[ 400] 67 90 49008 14 102 38 58 274 80[ 400] 89 360 79 416 31[ 400] 52 53 96 631 713 47 824 25 43 98 971 50071 91 108[ 400] 11 226 311 24[ 400] 30 80 409[ 1000] 24[ 400] 35 73[ 400] 88 99 504 34[ 400] 739[ 3000] 44 52 76 89 801 3 64[ 400] 99 901 29 34[ 1000] 51017[ 400] 39 47 77 142 54[ 400] 66 212 52 326 32 451 505 45 618 763 70 93[ 1000] 858 961[ 400] 52088 129 216[ 1000] 51 504 84 732 99 907 53045 224 79[ 1000] 352 571 648 69[ 400] 93 96 [ 400] 721 53 947 55 94 54001[ 1000] 49 136 70 231[ 400] 348 65 70 431[ 1000] 39 73[ 400] 581 665[ 400] 764 841[ 3000] 55018 36[ 3000] 45 70 165 268 71[ 1000] 78 322[ 400] 87 441 44 510 36 84[ 400] 85 741 80 812[ 1000] 56016 43 144 262 317 47 67 [ 1000] 85 534 66[ 400] 734 36 53 816 42 44 96 908 34 57029 97 148 81 254 313 67 419[ 3000] 58 84[ 400] 597 613[ 400] 704[ 400] 32 73 840 73[ 1000] 86 936[ 400] 56[ 400] 58046 75 86 99 162 67 229 82 304 19 54 461 79 92[ 1000] 96 503 27 50 663 782 826 56 69 905 9 59124 256 307[ 400] 36 67 401[ 400] 44 45 505[ 400] 11 703 51 877 944 72 93 I 60007 46[ 400] 81 83 182 303 6 96 410 79 95 518[ 1000] 66 606 17 87[ 400] 737 81 85 851 87[ 1000] 952 58 61041[ 3000] 58 194[ 400] 214 311 96 441 63 510 27 43[ 400] 46 47 68[ 400 86 612 46 54| 1000] 921 51 62067 247 72 330 32 50[ 1000] 76 414 518| 400 676 94 737 57 64 88 860 400] 70 81 95[ 1000] 63001 30 45 51 109 76[ 400] 339 661 752 60[ 400] 66 77 64005 6 39 54 60 260[ 1000] 78 80[ 1000] 408 27 [ 1000] 41 43 84 90 685 842 980 65013 15[ 1000] 80 90[ 400] 104 10[ 400] 291 307 56[ 10000] 82[ 1000] 86[ 400] 412 50 512 47 85 92 670 729 49 66 96 806 70 903 66038 166 209 37[ 3000] 40 81 332 39 68 75 98 410 54 528 603 700[ 400] 30 44 805 14 94 919 20 67059 108 39 44 204[ 400] 22 69 366 425 503 44 648[ 1000] 702 12 68 916[ 1000] 50 76 68019 78 124[ 400] 53 87 [ 400] 202 9 60[ 1000] 344[ 1000] 580[ 400] 84[ 400] 619 45 55 77 97 [ 5000] 784 92 860 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50 810 989 Nächste Ziehung: 15. März 1904. Neuen- Bäue staatl. konz. Haupt- Kollekteur der Hess. Thüring.( Mitteld.) Staats- Lotterie. Richard Buchacker, Giessen. 11. Richard Buchacker. Gg. Carl Volk. Achtung! Nächte Grosse Geld- Lotterie der Krankenpflege- Anstalten v. Roten Kreuz, Strassburg i.E. Ziehung garantiert 11. u. 12. April ohne Abzug 6052 Baargewinne M. 70000 1 Hauptg. M. 20000 1 Hauptg. M. 10000 1 Hauptgew- M. 5000 3 à 1000= M. 3000 6 à 500 M. 3000 30 à 100= M. 3000 M. 3000 60 à 50= 350 Gew. zus. M. 5000 5600 Gew.zus. M 18000 Los 1 M.11 Lose 10 Mk. Port.u.List. 25Pf. versendet das Gen.- Debit J. Stürmer, Strassburg i. E. EINLADUNG Semmler. Ph. Weiler. ZUM ABONNEMENT MUNCHNER ILLUSTR. WOCHENSCHRIFT FOR KUNSTS LÉBEN Jugend PREIS PRO QUARTAL durch Buchhandel oder Post bezogen Mk. 3.50. Einzelnummer 30 Pfg. Auflage: 57 000. Jede Nummer mit neuem farbigen Titelblatt ,, Blättert man die Hefte der ,, JUGEND" durch, so muss man die Geschicklichkeit bewundern, mit der es der Herausgeber, Dr. Hirth, versteht, die Zeitschrift immer teressant und aktuell zu erhalten. Geschmack wird Rechnung getragen inJedem ( ,, Kunst für Alle".) PROBEBAND 50 Pfg. ZU BEZIEHEN DURCH LE BUCHHANDLUNGEN POSTAMER UND ZEITUNGSVERKAUGER VERLAG DER ,, JUGEND" MÜNCHEN, Färbergraben 24. I möbl. Zimmer mitten in der Stadt, auf dem Seltersweg bevorzugt, per 1. April zu mieten gefucht. Offert. mit Preisangabe unter E. B. 1884 an die Exp. d. Bl. erbeten. HUMOR und Tabat bers DOERBUI ein Schiff geftrandet, baste, der der in der frachtet Selifter : war der er Rirche berfommelten Gede die Nachricht von den Glücksfall brachte: Schipp up'm Strand!" und im HandumDen einen hatte er bald mit Bucer brehen war die Kirche leer alle, der Paſtor( übrigens ein Hiddenseer Kind, wie es in der Gingabe an das Konſiſtorium bom Jahre 1779 heißt:„ in unſem Döpwater gedöpt") voran, machten sich an's Retten. Der brave Küster nahm gleich ein paar Sade mit. da entrerte ein Tak Ribbentahai WITZ ND Sein Wunsch. Frau Doktors Vortrag ohne Fehr Nr. 60. FOGT Dienstag, ben 15. März Dessische Familienzeitu is 12 Läng er Glaserhol is 11 Läng is 17 Läng bis 20 Läng bis 8 Läng it 0,42 Fitm bis 14 Lang t. kfurt a. M. Referenzen ung! hte M. 3000 Abzug = M. 3000 M. 3000 = M. 3000 1. 10000 M. 5000 000 20 000 gewinne April arantiert trassburg i.E. ge- Anstalten d- Lotterie g Lattenho Dornbusch ein Schiff gestrandet, das Zucker und Tabak berfrachtet hatte. Küster Suhr war der erste, der der in der Kirche versammelten Gemeinde die Nachricht von dem Glücksfall brachte: Schipp up'm Strand!" Und im Handumdrehen war die Kirche leer, alle, der Pastor( übrigens ein Hiddenseer Kind, wie es in der Eingabe an das Konsistorium bom Jahre 1779 heißt:„ in unsem Döpwater gedöpt") voran, machten sich an's Retten. Der brave Küster nahm gleich ein paar Säcke mit. Den einen hatte er bald mit Zucker gefüllt, da entdeckte er ein Faß Rippentabak. Freudestrahlend rief er bom Wrack aus seinem Vorgesetzten zu:„ Herr Baster, will'n Se ut Toback hebben?" und begann das Produkt Virginas einzusacken. Den biederen Hiddenseern ging die Gottlosigkeit des geistlichen Mannes aber doch über den Spaß. Watt hatt so'n Köster bi't Bargen tau dauhn?*) dachten sie neiderfüllt und warfen ihn mitsamt der Tabakstonne ins Meer. Aber das Küsterlein kam glücklich mit Gottes Hilfe davon, und der Gewinn an Tabak war trotz allem so groß, daß Pastor und Küster sich gemeinsam eine Tabaksschneidemaschine_anschaften, die die Jungen während des Schulunterrichts ich habe die Geschichte von einem, der zu diesen gehörte fleißig bedienen mußten. - Küster Suhr war übrigens, nebenbei bemerkt, ein äußerst gewiegter Schulmann. Er liebte es, wo es nur anging ad oculos zu demonstrieren. Einmal wollte er den Kindern den Begriff Vergeltung" praktisch erklären. Er rief sich dazu Korl Witt auf's Katheder und sprach zu ihm:„ Vergeltung, Korl Witt, sühst do, dat is tom Bispill, wenn ick di eene utwische" und damit bekam der Junge eine Ohrfeige- ,, un du giwst mi, nich ful, glik eene wedder."**) Und Karl Witt wollte nicht faul sein und schlug dem Küster a tempo eins hinter die Ohren. Der Pastor, der ein Schelm war und nie eine Gelegenheit vorbeiließ, seinen Untergebenen zu hänseln, erfuhr davon, und nun mußte Karl Witt im Beisein des Küsters und der Amtsbrüder des Pastors die Geschichte unzählige Male erzählen. Um noch einmal auf die Strandräuberei der Hiddenseer zu kommen und ich will ausdrücklich betonen, daß ich im übrigen kaum je ehrlichere Menschen gefunden habe- so ist sie aus der bitteren Armut dieses Fischervölkchens menschlich leicht zu verstehen. Von Jahr zu Jahr wird der Fischfang schlechter, zudem fügen ihnen die herbstlichen Sturmfluten ungezählten Schaden zu. Freilich fällt ihnen auch wohl einmal ein Glück in den Schoß, wie im Jahre 1872, da die Flut den Hiddenseer Goldschmuck an den Strand warf, der zwei Dörfern zum Wohlstande verhalf. Damals riß das Meer fast sämtliche Häuser überflutend fort, und die geängstigten Hiddenseer wandten sich an den Kaiser um Hülfe, er möge ihnen ein anderes Land zur Ansiedelung anweisen. Auch aus dieser Zeit ist eine reizende Anekdote zu berichten, und mit ihr will ich meine Plauderei schließen. Durch Fürsprache des Fürsten von Putbus erlangten die Hiddenseer glücklich eine Audienz beim alten Kaiser Wilhelm. Die Deputation- die Mitglieder leben fast sämtlich noch machte sich also auf den Weg nach Berlin. Aber als sie in der Residenz eintrafen, empfing sie statt des im Bade weilenden Kaisers nur der Kronprinz. Mit den Worten: Wi wulln girn den Ol'n spräken", wandte sich der Sprecher der enttäuschten Hiddenseer an den Kronprinzen. Der lachte herzlich, sagte ihnen, daß der„ Olle" in's Bad gereist sei und bat sie, doch ihm in Stellvertretung des Kaisers ihr Anliegen vorzutragen. Sie wollten anfangs nicht recht, der Kronprinz schien ihnen wohl doch zu wenig maßgebend, aber schließlich schütteten sie denn ihm ihr Herz aus, wie sie so arm seien und wie die Sturmflut ihnen ihr Hab und Gut wieder einmal geraubt. Der Kronprinz hörte ernst und aufmerksam ihren Neden zu, ließ ihnen eine Erfrischung reichen und gab Jedem zum Abschied die Hand. Da empfahlen sich die Hiddenseer mit den Worten: Na, denn danken wi Sei uk veelmals, un dann spräfen Sei uf man mit Vadding daräwer.***) Ich meine, diese durchaus verbürgte Anekdote spricht mehr als alles Andere für den liebenswürdigen Charakter der braven Hiddenseer, und Gerhart Hauptmann hat gewiß undankbar gehandelt, als er seinen verkommenen schlesischen Strolchen die Namen der vornehmsten Hiddenseeischen Geschlechter gab. *) Was hat solch Küster beim Retten zu tun? **) Vergeltung, siehst du, ist z. B., wenn ich dir eine auswische, und du gibst mir, nicht faul, gleich eine wieder. ***) Na, dann danken wir Ihnen auch vielmals, und denn sprechen Sie man mit Vatern darüber. O WITZ C2D Sein Wunsch. HUMOR Frau Doktors Vortrag ohne Fehl' Gab Zeugnis von Erfahrung; Sie sprach von Eiweiß, Stärkemehl Und ihrem Wert als Nahrung. Es ward ihr Beifall viel gezollt Mit mächtigem Gebrause, Der Herr Gemahl doch brummt und schmollt Darnach in seiner Klause: - ,, Was schert mich Wichtigkeit und Kraft Samt Eiweiß, Fett und Knochen Zum Teufel mit der Wissenschaft!. Könnt' meine Frau nur kochen!" * Nicht interessiert. Laura:„ Weißt du, lieber Eduard, außer dem Bargelde bekomme ich noch eine bedeutende Ausstattung, Jus welen, Bilder, Klavier, Farräder...!" Eduard( einfallend): " Ich heirate dich zwar nur aus Liebe- doch erzähle weiter!" - * Standesgemäß. Reichgewordener Schlächter meister: Was soll ich in Karlsbad, ich bin doch kerngefund?!" Frau:„ Aber, August, kannst du dich denn gar nicht in die neuen Verhältnisse schicken; wenn man soviel Geld hat wie du, dann muß man doch zum mindesten leberleidend sein!" Luftiger Aufschnitt." Wir hatten absolut keinen Ballast mehr zum Auswerfen, sogar unsere Wertsachen waren bereits über den Rand der Gondel geflogen, doch noch immer sank der Ballon. Da kam mir ein guter Gedanke. Mit einer Taschenschere, die ich zufällig bei mir hatte, schnitt ich mir meinen prächtigen Vollbart ab, und siehe da, der Ballon stieg rapid." Boshaftes Mißverständnis. Junge Dame:" Ich machte einst mit einer Freundin und zwei Bekannten eine Ruderpartie auf dem Rheine. Ich sang ein Lied, und plötzlich fiel einer der Herren ins Wasser!" Herr:„ Ja, weshalb sangen Sie?" * Verwöhnte Gaumen. Zwei alte, geriebene Bettler fragen bei der erst seit furzem verheirateten Frau Brandl, ob nicht etwas vom Mittagessen für sie übrig geblieben sei.„ Oh, es ist noch eine ganze Menge da, gleich ſollen Sie es haben!" antwortet die junge Frau. As sie zur Küche geht, um die Speise zu holen, spricht der eine Bettler zum anderen, indem er ihn die Treppe hinabzieht:„ Du, die ganze Menge" ist verdächtig, laß uns rasch verduften." * Schlechte Avancementsverhältnisse. Soldat( zum Kameraden):„ Du, die Köchin vom Major hat ja ihren Bräutigam verabschiedet; sagtest du nicht einmal, sie hätte ein gutes Auge auf dich?"" Ja, das wohl!... aber ich habe noch drei Vordermänner!" Offenherzig. Freundin:„ Dein Bräutigam, liebe Rosa, gefällt mir, im Vertrauen gesagt, gar nicht!" Fräulein Rosa:„ Wenn es dein Bräutigam wäre, würde er mir, offen gesagt, auch nicht gefallen!" Rache. Vater:" Nun, wie ist's gegangen beim Examen?" - Studiosus:" Denk' dir nur, der Professor, der mich examinierte, war derselbe, der einst unsere Eulalia ſizen hat laſſen... Ich hab' ihn aber auch heute keiner Antwort gewürdigt!" Der Stellvertreter." Nun, Freund, hat dir deine Frau eine tüchtige Gardinenpredigt gehalten, als du gestern abend so spät nach Hause kamst?", nein, die schlief bereits bombenfest- aber unser Papagei hat zwei Stunden lang geschimpft!" Schade. Mit einem kläglichen Gänsekiel und beim färglichen Schimmer einer schwelenden Kerze hat unser Schiller seinen„ Wallenstein" und seinen„ Tell" geschrieben, meine Damen!". ,, Ach, das Herz könnte einem bluten bei dem Gedanken, was der Mann erst für Werke hinterlassen haben würde, wenn er elektrisches Licht und eine Schreibmaschine gehabt hätte!" Nr. 60. Dienstag, den 15. März. 1904. Oberhessische Familienzeitung. Cägliche Unterhaltungs- Beilage der Gießener Neueste Nachrichten. Sad mut Verlag ber Stafoner Berlagsbenderet, vorm. Buh. Reller'sche Budbrudsret( gegr. 1789); za: in leis Der Goldmarder. Original Roman von M. Bezold. (( 23. Fortsetzung.) Spangenberg fuhr mit der Hand über die Stirne, als ob er die Schatten verscheuchen wolle, die sie umwölkten, ein gezwungenes Lächeln umspielte seine Lippen. „ Sie haben Recht," erwiderte er, der frohen Stunden sind so wenige im Leben, daß es Torheit wäre, ihnen aus dem Wege zu gehen, ja, ja, freuen wir uns mit den Fröhlichen!" Ida öffnete die Tür des Wohnzimmers, mit einem Freudenruf wurde Joachim Spangenberg von dem glückstrahlenden Bräutigam empfangen. 3 wölftes Kapitel. Heinrich Schönbach saß in seiner kahlen Zelle vor dem kleinen Tisch und schrieb; er hatte den Untersuchungsrichter gebeten, seine Verteidigung niederschreiben zu dürfen, die Erlaubnis dazu war ihm erteilt worden. Stand er dem strengen Richter gegenüber, so verwirrten ihn dessen Blicke, in denen er immer nur ein verdammendes Urteil las; er konnte manche Frage nicht so ausführlich_beantworten, wie er selbst es wünschte, und nach manchen Tingen, die er gern vorgebracht hätte, wurde er überhaupt nicht gefragt. Das Verschwinden der Goldmünzen war ihm selbst ein unlösbares Rätsel, Tag und Nacht zerbrach er sich den Kopf darüber, aber kein Lichtstrahl wollte in das Dunkel fallen. Hatte sein Sohn wirklich die Tat begangen? Er wollte und konnte etwas so Furchtbares nicht glauben und dennoch kamen mitunter Augenblicke, in denen er die ganze Schuld auf ihn warf, weil er eben keine andere Lösung fand. Immer und immer wieder wurde er aufgefordert, den trogigen Sinn zu beugen und zu bekennen. Ja, was sollte er denn eingestehen? Sein Gewissen war rein, nur der Vorwurf, daß er die Schüssel nicht strenge genug bewahrt habe, konnte ihni gemacht werden. Er legte die Feder hin und dachte nach. Von oben, durch das vergitterte Fenster fiel ein schmaler Sonnenstrahl auf den Tisch, in der Seele des Gefangenen blieb es dunkel wie zuvor. Er erinnerte sich ganz genau, wo die Schlüssel zum Münzenkabinett gelegen hatten. Sie waren selten gebraucht worden, sehr selten, der Fürst interessierte sich nicht für die Sammlung, dem Publikum wurde sie nicht gezeigt, sie schien gänzlich in Vergessenheit geraten zu sein. Kam ein Fremder, der sie sehen wünschte, und wie selten geschah das! so mußte er eine vom Fürsten unterschriebene Erlaubnis vorzeigen, ehe das Kabinett ihm geöffnet werden durfte. Das war vor etwa zwei Jahren zuletzt der Fall gewesen, seitdem hatten die Schlüssel unbeachtet im Schranke gelegen. einmal hatte ja Direktor Spangenberg die Halt Schüssel gefordert und mitgenommen. Sie feien bei ihm besser aufgehoben, hatte er gesagt, Schönbach erinnerte sich noch, daß er damals darin ein verlegendens Mißtrauen gefunden hatte. ( Nachdruck verboten.)) Einige Tage später hatte der Direktor die Schlüssel aber schon wieder zurückgebracht, er meinte, sie lägen doch besser im Museum, damit sie stets zur Hand seien, wenn sie einmal plötzlich gebraucht werden sollten. Aber durfte er das zu seiner Rechtfertigung anführen? Durfte er wagen, nur den Schatten eines Verdachts auf seinen hochgeachteten Vorgesekten zu werfen? Wenn er es tat, so verschlimmerte er dadurch nur seine eigene Lage, er mußte sich ja selbst sagen, daß diese Anklage völlig unhaltbar war. Aber erwähnen wollte er es doch in seiner Schrift, und schon hatte er die Feder wieder aufgenommen, als die schweren Riegel an seiner Tür geräuschvoll zurückgeschoben wurden. Er stand von seinem Siß auf, im nächsten Augenblick sah er sich dem Direttor gegenüber; die Tür wurde wieder geschlossen, beide blieben allein. Heinrich Schönbach bot seinem Vorgesetzten den Stuhl an und blieb mit erwartungsvollem Blick vor ihm stehen. ,, Bringen Sie mir die Freiheit, Herr Direktor?" fragte er. ,, Hat die Sache sich endlich aufgeklärt?" " Die Freiheit?" erwiderte Spangenberg sarkastisch. „ Wollen Sie noch immer sich unwissend stellen? Ihr tropiges Leugnen wird Ihnen das Gefängnis nicht öffnen, das müßte Ihnen doch endlich klar geworden sein!" Ich habe nichts zu bekennen, denn ich bin mir keiner Schuld bewußt!" ,, Bah, dainit kommen Sie nun und nimmer durch," fuhr Spangenberg fort. Jedermann weiß heute, daß Sie schon seit längerer Zeit mehr ausgegeben, als Ihr Einkommen Ihnen erlaubte, Jedermann fragt, woher Sie das Geld genommen haben!" Mein Sohn gab es mir!" „ Und woher nahm er es? Daß er es von drüben mitgebracht haben soll, glaubt niemand, man weiß nur zu gut, daß er schon ein Taugenichts war, als er hinüberreiste. Er. worben hat er drüben sicher nichts, er machte nach seiner Rückkehr nicht den Eindruck eines vermögenden Mannes, im Gegenteil. Ich vermute, und diese Vermutung teilen viele mit mir, daß er von drüben flüchten mußte und hierher kam, um seinen Eltern auf der Tasche zu liegen. Er fand bei Ihnen die Schlüssel zum Münzenkabinett und beging den Raub. Die Frage, ob Sie an dem Verbrechen teilnahmen oder nicht, will ich einstweilen dahingestellt sein lassen, immer. hin mußte es Ihnen auffallen, daß der Bursche Sie reichlich unterstützte und dabei die verschwenderische Lebensweise führte. Nachdem das Kabinett geplündert war, reiste er wieder ab, und nun bauen Sie darauf, daß er weit genug ent fernt sei-" ,, Nein, nein," unterbrach der Kustos ihn erregt. Wenn ich wüßte, daß er die ruchlose Tat begangen hätte, würde ich ihn nicht schonen, obgleich er mein Sohn ist. Alles, was ei mir über den Erwerb seines kleinen Vermögens sagte, trug den Stempel der Wahrheit. Und was über seine Lebensweise gesagt wird, ist auch übertrieben; er hatte drüben Jahre lang schwer und unablässig gearbeitet, nun wollte er hier sich er. M. 5000 rmer, arg i. E Gen.- Debit t.u.List. 25PL Lose 10 Mk. M 18000 STS LÉBEN RWOCHENSCHRIFT ADUNG ONNEMENT 57 000. zelnummer 30 Pf oder Post bezogen QUARTAL Hefte der ,, JUGEND em farbigen Titelbla der Zeitschrift Jeder zugetragen... hnung GSVERKÄUGER Färbergraben 24 ER, JUGEND UNGEN POSTAME HEN DURCH ND 50 Pfg. G, Kunst für Alle) Stadt, auf& Bimmer porzugt, per 1. ht. Preisangabe unt an die Grp. d. J11 EMILO Rat, ich werde alsdann Diie künftliche Br der K Der wirtschaftliche bed acht sein, entweder ligpit große Eier oder Flinichiges und leicht 3 erzielen, je nachden fffe den befferen Ger eischproduktion erw aber, um den höchstm siden, nicht genüge viale verkäufliche War for dern man wird d nehmen müssen, auch Jahreszeit frische Gie geflügel an den Mar Finnen, zu welcher bilang fehlten und v bzogen werden mu dueses Fehlen oder do zeit frischer inländis den Monaten Septe baruar, des zarten Jun in den August hinei port italienischer Gie und ungarischen großgezogen: das M it dieser Zeit den vweg und der deut maß sich für seine Fr Commer- Gier wie für Sühner- welche heit allgemeinen Uebe - mit niedrigen B Sier heißt es als und„ brütet möglich wovon eines das le enn wie wir früher ift ein im März oder inn August oder S niird aber in den me so früh im Jahre d holen und das Leben genießen. Er führte gerne das große So befolgen Sie meinen mich Wort, dadurch siel er auf, wäre er bescheidener aufgetreten, so sofort Ihrer Familie annehmen und später auch für Ste würde niemand auf ihn geachtet haben. In einer kleinen sorgen. Tun Sie es nicht, so dürfen Sie sich auf das Residenzstadt ist man rasch bekannt Schlimmste gefaßt machen; die über Ihr Leugnen mit Recht erzürnten Richter werden das Gesez in seiner ganzen Strenge gegen Sie anwenden, und es ist sehr wohl möglich, daß auch Ihre Frau und Tochter in den Prozeß noch verwickelt werden. ,, Sie wollen feine Schuld auf Ihren Sohn fallen lassen, weil Sie sein Mitschuldiger sind," fuhr Spangenberg fort. Glauben Sie, daß Ihr Bruder die Tat begangen haben könne?" " ,, Nein! Er ist arm, aber ehrlich-" " Glauben Sie wirklich das Nätsel ungelöst lassen zu fönnen? Hoffen Sie nicht, daß Ihr Leugnen Sie vor der Strafe bewahren wird, im Gegenteil, ein offenes Geständnis würde den Zorn des Fürsten entwaffnen und Ihnen ein milderes Urteil sichern. Ich habe Mitleid mit Ihnen und Ihrer Familie, Sie erweisen Ihren Angehörigen einen schlechten Dienst, wenn Sie bei Ihrem Trotz beharren! Der Fürst verlangt Klarheit, Sie allein können Auskunft geben, hr Leugnen empört ihn, und daß ich ebenfalls darunter leiden muß, brauche ich Ihnen wohl nicht zu sagen. Wälzen Sie meinetwegen die ganze Schuld auf Ihren ungeratenen Sohn, Sie werden dann wegen leichtfertiger Aufbewahrung der Schlüssel mit einer gelinden Strafe davonkommen. Ich will mich inzwischen Ihrer Familie annehmen, und sind Sie wieder frei, so sorge ich, daß Sie eine andere Stelle erhalten, das alles verspreche ich Ihnen aber nur unter der Bedingung, daß Sie endlich mit der Sprache herausrücken." Der Blick Schönbach's ruhte starr auf dem roten Antlik des Direktors, der mühsam verhaltene Zorn blitte aus seinen Augen. Wie dürfen Sie mir das zumuten?" sagte er entrüstet.„ Ich soll meinen Sohn entehren, trotzdem ich an seine Schuldlosigkeit glaube?" ,, Was Sie glauben, ist mir gleichgiltig, ich urteile nach den" Tatsachen, welche Ihre und Ihres Sohnes Schuld beweisen!" brauste Spangenberg auf." Ihren Worten schenkt niemand Glauben, Ihre Verurteilung ist Ihnen sicher, nur aus Mitleid für Ihre Familie zeige ich Ihnen den Weg, auf dem Sie Ihre Richter milder stimmen können." „ Nur aus Mitleid?" erwiderte der Kustos, das graue Haupt trozig erhebend. Ich erinnere mich, daß Sie auch einmal einige Tage lang die Schlüssel besessen haben-" „ Schurke!" donnerte Spangenberg, von seinem Size emporfahrend, aber im nächsten Moment fand er seine Fassung wieder, mit verächtlicher Miene zuckte er die Achseln. Ich sage das nur, um zu beweisen, daß die Schlüssel nicht immer in meinen Händen gewesen sind," fuhr Heinrich Schönbach fort, sie können auch Ihnen gestohlen worden sein." Nein, das ist unmöglich!" rief Spangenberg, auf dessen Stirn die Adern wieder anschwollen. In jenen wenigen -Tagen lagen sie in meinem eisernen Geldschrank, den außer mir niemand öffnen kann. Ich hatte sie von Ihnen gefordert, weil sie mir in meinem Hause besser aufgehoben schienen, später dachte ich an die Möglichkeit, daß der Fürst plößlich ins Museum kommen könne, um die Münzen zu besichtigen, es wäre zu umständlich gewesen, alsdann die Schlüssel bei mir abzuholen, deshalb brachte ich sie Ihnen wieder. Und für dieses große Vertrauen, das ich Ihnen schenkte, wollen Sie mir in solcher Weise lohnen?" Ich denke nicht daran, gegen Sie eine Anklage zu erheben," sagte der Kustos. " Ich möchte auch wissen, wie das möglich wäre!" höhnte Spangenberg, und ein zornflammender Blitz traf aus seinen Augen mit vernichtender Kraft den alten Mann.„ Die Schuld bleibt auf Ihnen ruhen, Sie können sie höchstens auf Ihren Sohn abwälzen. Ob Sie das nun wollen oder nicht, ist mir gleichgiltig, ich habe ihnen einen guten Rat gegeben, denken Sie darüber ernstlich nach!" Sie wünschen, daß ich diesen Rat befolge," sagte Schönbach kleinlaut ,,, also ist es Ihnen nicht gleichgiltig " Ja, ich dringe darauf, um einen gerechten Wunsch Seiner Durchlaucht zu erfüllen," unterbrach der Direktor ihn aber mals, er will Klarheit haben, und Ihr Geständnis soll ihm betweisen, daß mich nicht der Vorwurf trifft, Sie nicht scharf genug überwacht zu haben. Ich habe diesen Vorwurf mehrmals hören müssen, ich würde meine Entlassung nehmen, aber ich darf es nicht, so lange diese Angelegenheit nicht erledigt ist; die Lage, in der ich mich augenblicklich befinde, ist höchst unangenehm, Ihr Geständnis würde meine erschütterte Stellung wieder befestigen. Verstehen Sie das?" Gewiß, Herr Direktor!" erwiderte Schönbach, der jetzt den Blick nicht mehr zu erheben wagte, ,, Mein Gott, wir sind ja alle schuldlos!" rief der Kustos, die Hände wie zum Schwur erhebend. „ Auch Ihr Sohn?" fragte Spangenberg scharf. Sie mögen das glauben, weil Sie es wünschen, aber können Sie es auch mit gutem Gewissen beschwören? Was soll dieser Eigensinn? Sie entehren den Burschen nicht, denn an seine Ehre glaubt hier niemand mehr, und schaden werden Sie ihm auch nicht, denn er ist längst drüben wieder in Sicherheit. Das ist so einfach, wie nur irgend etwas, und ich begreife nicht, daß Sie nicht selbst auf diesen rettenden Gedanken gekommen sind, der Ihre Strafe bedeutend mildert und Ihre Angehörigen vor gänzlicher Verarmung behütet." Heinrich Schönbach blickte nach dem Sonnenstrahl, der auf seiner Verteidigungsschrift lag, und schüttelte ablehnend das graue Haupt.„ Ich fann es nicht," sagte er, mit beiden Händen seine Schläfen pressend ,,, mein Gewissen würde mir das niemals verzeihen. Sagen Sie, was Sie wollen, Sie werden mich nicht von der Schuld meines Sohnes überzeugen. Wie dürfen Sie von mir verlangen, daß ich den eigenen Sohn anklagen soll? Ich vertraue auf Gott, er kennt meine Unschuld, er wird die Wahrheit an den Tag bringen. Ich fann nicht verurteilt werden, denn für meine Schuld ist kein Beweis gefunden worden-" ,, Genug!" unterbrach Spangenberg ihn, sich erhebend. „ Tun Sie, was Sie nicht lassen können, Schönbach, aber beklagen Sie sich nicht, wenn die Folgen Ihnen mißfallen. Denken Sie über meine Worte nach, Sie brauchen dabei auf mich keine Rücksicht zu nehmen; ich habe ja für meine Person nichts weiter, als nur die Vorwürfe des Fürsten zu fürchten. Wollen Sie nicht gestehen, so beharren Sie bei Ihrem Leugnen, Sie werden schon erfahren, wie weit Sie damit kommen. In den Prozeß gegen Ihren Bruder werden Sie auch noch verwickelt werden, man beschuldigt Sie der Hehlerei." „ Auch das noch?" seufzte Schönbach. " Ja, auch das noch!" fuhr Spangenberg ironisch fort. Daß Ihr Bruder das Armband gestohlen hat, unterliegt feinem Zweifel, er ging sofort nach der Tat direkt zu Ihnen, dort wurde er verhaftet. Man fand das gestohlene Gut nicht bei ihm, daraus wird nun der Schluß gezogen, daß er es Ihnen übergeben haben muß." ,, Dieser Schluß ist falsch, Herr Direktor." ,, Beharren Sie bei Ihrem Leugnen, so dürfen Sie weder jetzt noch später Mitleid von mir erwarten, Sie nicht, und auch Ihre Familie nicht, merken Sie sich das!" Joachim Spangenberg hatte bei den letzten Worten mit seinem Stock auf die Tür geklopft, die ihm von außen unBlickes zu würdigen, ging er heraus. verzüglich geöffnet wurde; ohne den Gefangenen noch eines Unverbesserlich!" sagte er, während er in Begleitung des Schließers den langen Korridor durchwanderte. Sie leugnen alle, so lange sie fönnen," brummte der Schließer,„ hab' noch keinen gesehen, der sich nicht gewehrt hätte bis zum letzten Augenblick." ,, Hat er noch keinen Fluchtversuch gemacht?" fragte Spangenberg. Möcht's ihm nicht raten, durch käme er nicht, wir sind hier zu wachsam." Sie hatten das Tor erreicht. Spangenberg nickte grüßend und trat auf die Straße hinaus. In Nachdenken versunken wanderte er langsam weiter, und als er das Gerichtsgebäude erreicht hatte, ging er hinein; einige Minuten später trat er in das Arbeitszimmer des Untersuchungsrichters. „ Nun? Was haben Sie erreicht?" fragte der Richter erwartungsvoll.„ Wird er ein Geständnis ablegen?" ,, Möglich ist es, aber ich glaube es nicht," antwortete Spangenberg unwillig, er glaubt noch immer mit Erfolg leugnen zu können. Indessen habe ich doch durch diesen Besuch die Gewißheit erhalten, daß sein Sohn der Täter ist. Schönbach will es freilich noch nicht zugeben." ( Fortsetzung folgt.), Bus der Heimat„ Schluck und Jaus". Nase zu. Da machte sich der Wermste wieder auf, schürzte seine Skizze von Dr. A. Heilborn. ( Nachdruck verboten.) Ein armer Schlucker, dieser Schluck, nicht wahr? Und stünde Güte halb so hoch im Preise, Als sie gepriesen wird von jedermann, So wäre dieser brave Schlucker Schluck Ein Krösus dieser Welt. Mit diesen Worten charakterisiert Frau Adeluz in Hauptmanns ,, Schluck und Jau" einen der beiden Helden in etwas mangelhaftem Deutsch, und mit diesen etwas geistreichelnden Versen hat der Dichter- Hauptmann zugleich einen geringen Dankeszoll an die abgetragen, denen er den Titel seines „ Spiels zu Scherz und Schimpf" und manchen liebenswürdigen Zug der beiden Vagabunden verdankt. Es ist ein eigenes Stück Erde, dieses Hiddensee, die Heimat der Schluck und Jau, von seltsam stiller Schönheit wie ein Stormsches Gedicht. Sich streckend und dehnend taucht die Insel aus dem Meer wie aus wohligem Bade auf, Haide und Moor und grüne Wiesen und, mitten darin, die weißen Fischerhäuser mit den dunklen Dächern. Ein eigenes Ländchen, nicht viel größer als eine Halling und ebenso schmal, auf beiden Seiten das Meer, das herrliche, furchtbare Meer, das in mancher Sturmflut darüber hinweggegangen. Wenn ich ein Maler wäre, ich würde dies söte Länneken" wieder und wieder malen, so unsagbar schön, so bilderreich ist es... Es will Abend werden. Die Sonne sinkt mählich herab, blutrot wie eine große Päonie, und ein breiter, rotgoldener Feuerstreifen läuft flimmernd über die See. Das Haidekraut duftet herbstlich ſtreng, und der„ Tüld" flötet sein Abendgebet. Und wie ich so im Schauen versunken stehe, schreitet an mir ein Fischer vorüber, mitten durch das mattgelbe Abendleuchten. Ein alter Mann mit weißem Haar, in Hemdsärmeln und blauen Leinwandhosen. Am Strick zieht er hinter sich die weißbunte Kuh, die er von der Weide geholt. Er geht mit frummen Knieen, die Füße in den großen Holzschuhen schlurren müde über die Haide. Die Last der Jahre und bittere Not hat ihm den Rücken gebeugt. Und das satte Tier mit dem strogenden Euter stapft ungelenk hinterdrein. Es wird dunkler und dunkler. Ueber dem Boden steigt leise der blasse Herbstmond herauf. Die großen, abgetakelten Fischerboote hüpfen und springen wie übermütige Füllen auf den silbernen Wellen. Von den weißgetafelten Schuppen am Wasser fallen zitternde Schatten schräg über den Weg. Gespensterhaft schwarz droht drüben der waldige Dornbusch und das hohe Leuchtfeuer darauf blinkt und schwindet in regel mäßigem Wechsel. Hinter mir die schweigenden Fischerhäuser, in jedem fast ein freundliches Lämpchen... Fernher klagen die wilden Schwäne, und über all dem das ewiggleiche Rauschen der Dünung.. Das ist Hiddensee, Hauptmanns Dichterparadies, wo er alljährlich den Herbst zu verleben pflegt, und wo er die " Versunkene Glocke", den„ Fuhrmann Henschel“ und„ Schluck und Jau" geschrieben. Wie altertüumlich fremd der Name uns klingt! Die Gelehrten wollen ihn von dem alten Dänenkönig Hithin herleiten, und Hithins- De soll gar der Wülpenwerder des Gudrunliedes sein. Das Volk weiß es aber anders: nach der Mutter Hidden heißt die Insel, und wie sie zu dem Namen kam, das ist eine ergögliche Geschichte, wert, hier einmal erzählt zu werden. Das sind nun schon über die tausend Jahre her, und damals wohnten hier noch allenthalben Wenden, da machte sich ein frommer Mönch aus Corvei auf den Weg, die heidnischen Rügianer zum wahren Glauben zu befehren. Er war schon eine ganze Zeit die Kreuz und Quer gezogen und hatte manchen Höllenbraten dem Teufel aus den Klauen gerissen, da verschlug ihn der leidige Zufall auch nach unserer Insel. Es war ein fürchterliches Herbstwetter, der Wind peitschte die Wellen haushoch, und dazu regnete es, was vom Himmel herunter fonnte, also daß unser Mönchlein dem Meer manchen Tribut zollte. Klatschnaß wie eine Kaze stieg er an's Land, dankte Gott und allen Heiligen, gab dem Fährmann statt des Geldes seinen Segen und ging, ein gastliches Unterkommen zu suchen. Nicht lange, so sah er ein Haus. Er trat heran und flopfte laut. Da ging die Tür auf und ein altes Heidenweib in rotem Unterrock stand auf der Schwelle, und wie sie das zähnklappernde, nasse Häuflein Unglück in der Kutte sah, schlua fie ihm ohne ein Mort zu verlieren. die Tür vor der Kutte ein wenig und ging ein Haus weiter. Hier wohnte eine arme Wittib; die nahm den heiligen Mann freundlich auf, speiste ihn, gab ihm Dünnbier zu trinken und machte ihm ein Lager auf der Streu. Das war der genügsame Mönch denn wohl zufrieden, und als er am nächsten Morgen von dannen zog, hub er also an, zu der Wittib zu sprechen:„ Sieh, ich bin arm wie eine Kirchenmaus, ich habe nichts denn meinen Segen. Den geb ich dir und spreche: Dein erstes Geschäft am heutigen Tage soll dir gesegnet sein." Da dankte ihm die arme Wittwe mit artigen Worten, trat unter die Tür und sah den Davoneilenden ein Weilchen nach. Dann ging sie in ihre Kammer und maß denn sie war eine gar fleißige Frau die selbst gewebte Leinewand und siehe, sie fand kein Ende. So maß sie den ganzen Tag hindurch, sie gönnte sich nicht einmal Zeit zum Essen und bekam ihr ganzes Haus voll Leinewand. Als das die Mutter Hidden hörte, ergrimmte sie nicht schlecht gegen sich und nahm sich vor, das nächste mal flüger zu sein. Und richtig klopfte nach einiger Zeit derselbe fromme Mann er mochte vielleicht ein schlechtes Gedächtnis haben, oder saß ihm der Schelm im Nacken- wieder an ihre Tür, und alsbald hieß sie ihn freundlich willkommen. Sie tischte auf, was im Hause zu finden, und ließ ihn gar in ihrem eigenen Himmelbette schlafen. Als der Mönch von ihr anderen Tages schied, segnete er sie mit den gleichen Worten. Da hüpfte dem Geizdrachen das Herz im Leibe, und sie gedacht alsbald ihr Geld zu zählen. Allein, Mutter Hidden sie wurde durch den Antrieb der Natur, den sie nicht zu den hatte wohl der Morgensuppe zu stark zugesprochen, kurzum, Geschäften rechnete, genötigt, vorher noch einmal hinauszugehen, und allsogleich äußerte sich der Segensspruch des frommen Gottesknechtes mit solcher allgewalt, daß davon das ganze überschwemmt und von Rügen abgelöſt wurde. Und so entstand die Insel Hiddensee. Von dem prächtigen Humor, der aus dieser Sage spricht, haben die Hiddenseer auch heute noch nicht ein Lüttelchen eingebüßt. Da sind zunächst die„ Dekelnäms", mit denen sie einander rufen,— eine unerschöpfliche Quelle niederdeutschen Humors. Ein jeder hat solchen Spiznamen, und ich möchte fast glauben, die beiden häufigsten Familiennamen der Hiddenseer, eben Schluck und Gau, sind ursprünglich auch solche Defelnäms gewesen. Der Eine imponierte der trinkfesten Seeräuberbande durch den gewaltigen Schluck, den er am Leibe hatte; der Andere war gar noch gauer*). Nun, das Trinken haben die biederen Insulaner jedenfalls heute vollkommen verlernt, und aus den fühnen Wikingern sind allgemach simple Strandpiraten geworden. In der alten Chronik der Cisterziensermönche, die einst auf Hiddensee saßen, wird erzählt, daß gleich in den ersten Jahren nach Gründung des Kloſters beinahe die Hälfte aller Insulaner wegen Strandräuberei erkommuniziert wurde. Bei dem Rufe: „ Schipp op'm Strand!" stürzte die ganze Gesellschaft aus der Kirche, um beim„ Retten" mitzuhelfen. Das ist so bis in unsere Tage fortgegangen, und eine ganze Reihe reizender Anekdoten schildert uns das äußerst charakteristisch. Es war, so erzählt eine Geschichte, einmal ein armes Jüdlein gestorben, das sich durch Dorfgehen“ schlecht und recht sein saures Brod verdiente. Als es nun an die Himmelspforte kam und Einlaß heischte, wies ihn der Pförtner Petrus mit den Worten ab:" Das fehlte mir gerade noch, daß du Schnorrer auch noch hier herein kämeſt, ich habe so schon mit den Hiddenseern mein Kreuz." Aber das Jüdchen ließ sich nicht verblüffen und begann mit Petrus zu handeln:„ Werd ich dirfen hinein, wenn ich bring dir hinaus de Hidderseer?" --„ Nun“, sprach Petrus und ſtrich sich seinen Apoſtelbart, wenn du das Kunſtſtück fertig bringst, sollst du sogar einen Ehrenplay im Paradies haben." Da stellte sich das Jüdlein breitbeinig vor das Himmelstor, legte die Hände an den Mund, wie es die Schiffer tun, wenn sie sich auf dem Wasser etwas zurufen, und schrie mit mächtiger Anstrengung: Schipp up'm Strand!" Da stürzten holterdipolter sämtliche Hidderseer heraus, das Jüdchen rutschte hinein, und Petrus schlug die Thür zu. Noch der vorige Hiddenseer Küster, nennen wir ihn einmal Suhr, soll bei Lebzeiten hier auf Erden während des Gottesdienstes die Stelle des in den Himmel gekommenen Jüdleins vertreten haben. Von ihm erzählt die heutige Generation noch ergößliche Stückchen. So war einmal- am *) Gau heißt im pommerschen Dialett( übrigens auch in zutreiben, und es blei zwischen den unschwe wegenden Buten und ar den Präsidenten erichtlich ist, lieg bei der Entwickelung Freundlichen Anerbi enen aber nur deutfo Des russischen Roten Die Großfürstin Ol ath dem Kriegsscha Ri Totten Kreuzes zu ü Die russische Reg rieg energisch durchs teen zuverlässig ve Finanzgruppe der ruf macht, eine Milliar Bengung zu verscha riege in Form einer leibe nach wird aber nu Krieg vorhandener langer elle des Riefenreiches Bon Beit ei Bon russischen Krie ten. Danach famme Lu feftan. General Turkestan den den Bei it möglich glichſter Beschle Gin drittes Arr agen. ofil gemacht, um nach urch im Rautajus e blen durch Truppen Cilis gefüllt werden. D Kaiser Wilhel worfen, das für di appenangehörigen be