Nr. 12. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährlich Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Freitag, den 15. Januar 1904. Gießener 13. Jairgang. Insertionspreis: Die einspaltige Betttzelle für ganz Ober hessen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. fonft 15 Pfg. Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Boftzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen, Seltersweg 83 Fernsprechanschluß Nr. 362. Neueste Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Beifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Körperliche Schulzüchtigungen. CB. Der Fall Deditius in Elberfeld, das heißt die An flage gegen einen Gymnasialoberlehrer, daß er durch körper liche Mißhandlung den Tod eines Schülers verursacht habe entrollte für alle Familienväter, troßdem der Angeklagte freigesprochen wurde, ein erschreckendes Bild über die ge heimen und unausgesprochenen Leiden, denen die Jugend in der Hand gewalttätiger Pädagogen ausgesezt ist. Meistens werden den Eltern derartige Quälereien verschwiegen, weil einem ehrgeizigen und nobeldenkenden Kinde das Geständnis einer Strafe außerordentlich schwer wird. Und gerade darin liegt ja auch die schwere Gefahr der förperlichen Züchtigung, daß sie allmählich das Ehrgefüh erstickt und sonach die gegenteilige Wirkung erzielt, die sie haben sollte. Die Verhängung des Schmerzgefühls über ein Kind sollte von den Lehrern nur in den Fällen äußerster Notwendigkeit ausgeübet werden. Es liegt ein wesentlicher Unterschied darin, ob die Körperstrafe von den Eltern oder bon einem Lehrer vollstreckt wird, nicht allein deshalb, weil die Elternliebe mildernd eingreift, sondern vornehmlich auch deshalb, weil sich solche Straferetutionen mehr oder minder im geheimen abspielen, während die körperliche Züchtigung in der Schule das Kind zum Objekt der allgemeinen Beobachtung macht. Ueber die Notwendigkeit und pädagogische Wirkung der förperlichen Strafe sind die Meinungen unter den Fachleuten sehr geteilt. Sie kann vielleicht aus der Schule nicht ganz verbannt werden, weil in dieser Anstalt sich schon die soziale Mischung, wie sie auch im Staate herrscht, zeigt. Neben gutartigen Elementen werden sich immer bösartige und unbotmäßige Naturen zeigen, die keiner anderen Einwirkung gegenüber zugänglich sind, als der Furcht vor Förperlichem Schmerz. Wenn gegen diese der Stock geschwungen wird und nur gegen sie allein- so erreicht die Prügelstrafe ihren eigentlichen Zweck. Sie entehrt den Bestraften und ist für die besseren Schüler gewissermaßen ein Symbol ehrloser Handlungen. Um so weniger darf sie aber auch bei ehrliebenden Kindern angewandt werden. Diese Notwendigkeit erfordert aber von den Lehrern die genaue Kenntnis der Individualität seiner Pflegebefohlenen und einer liebevollen Beobachtung der sittlichen Regungen in ihrer Klasse. Wer diese elementaren Bedingungen des Lehrerberufes nicht befolgt, kann unbedingt nicht als würdiges Mitglied des Standes betrachtet werden, und es ist im Fall Deditius bollständig gleich, ob sein pädagogisches Verschulden auch ein kriminelles war oder nicht. Die Geschworenen sind zu einem Freispruch gelangt, da es nach dem ärztlichen Gutachten nicht unbedingt erwiesen war, daß der Tod des kleinen Busche durch die Mißhandlung von seiten des Lehrers hervorgerufen sei. Während zwei Aerzte das letztere ganz entschieden annahmen, ließ ein dritter die Möglichkeit einer anderen Erkrankungsursache offen. Die Mißhandlung als solche aber bleibt bestehen. Der Direktor der Anstalt hat selbst ausgesagt, daß Deditius wiederholt von ihm ermahnt worden sei, das viele Schlagen zu unterlassen. Ein Mann, der so gewalttätig und meist aus so geringfügigen Ursachen in seiner Klasse förmlich gewütet hat, sollte auf dem Disziplinarwege entschieden aus dem Amte entfernt werden. Wenn die Staatsregierung gegen solche Elemente mit außerordentlicher Strenge vorginge, mirde von vielen Familienvätern ein Gegenstand ernster Sorge genommen, denn von einer falschen Pädagogik sind nicht allein körperliche, sondern auch bauernde sittliche Schädigungen zu erwarten, und diese wieren vielleicht am schwersten. Deutscher Reichstag. ( 11. Sigung.) CB Berlin, 14. Januar. Neue Besen fehren gut. Der Reichstag nimmt noch jelbst Interesse an seinen Verhandlungen. Das zeigt die BeSegung des Hauses sowie die Aufmerksamkeit, welche den Rednern gespendet wird. Zunächst wurde heute dem Hertommen gemäß die Einstellung eines gegen ein Mitglied des Hauses schwebenden Strafverfahrens für die Dauer der Session beschlossen. Es handelt sich um den sozialdemokratischen Abg. Thiele, dessen Verhaftung etwas Staub aufgewirbelt hatte. tach Erledigung dieser Sache begründete Abg. Beder Hessen die von ihm und seinen nationalliberalen Freunden eingebrachte Interpellation betr. obligatorische Alters- und Invalidenversicherung für selbstständige Handwerker. Er wies auf die wirtschaftlich schwache Lage des Handwerkerstandes hin. Privatversicherung sei zu teuer und die freivillige Versicherung, die das Invaliditäts- und Altersversicherungsgesetz gestatte, schließe alle Handwerker, die das 40. Lebensjahr überschritten haben, oder die mehr als einen Gehilfen beschäftigen, aus. Auch werde nur wenig davon Gebrauch gemacht. Um so notwendiger sei die obligatorische Versicherung, und zwar aller Handwerker bis zu 4000 Mark Ginfommen. Mit großer Spannung wurde der Antwort des Staatsrefretärs Grafen Posadowsky entgegengesehen. Seine Erklärung war ein non possumus. Der Grundsay, daß der Staat allen seinen Bürgern Hilfe bringen muß, soweit es sich um Sicherung der Zukunft bandelt, würde uns. so führte der Staatsjefretär aus, dem sozialen Staate des Herrn Bebel schon sehr nahe bringen.( Sehr richtig!) Die Anerkennung dieses Grundsages würde geradezu eine na= tionale Gefahr für Reich und Staat enthalten. Die taiserliche Botschaft von 1881 habe nur die Fürsorge für solche Klassen der Bevölkerung in Aussicht genommen, die wirtschaftlich unselbständig sind. Soll nun der Staat auj dem Wege der Versicherung auch für die Zukunft ſelbſtändiger wirtschaftlicher Eristenzen sorgen? Es sei geradezu ein Rubikon, der hier überschritten werden soll. Es gebe doch noch andere Kreise, wo viel mehr Grund zu einer Zwangsversicherung vorläge, kaufmännische Kreise, Bauern i. f. w.( Sehr richtig!) Das Einkommen gar vieler Bauern stehe hinter dem gar mancher unſelbſtändiger Lohnarbeiter zurück. In Handwerkerkreisen verhalte man sich übrigens eilweise sehr ablehnend gegen die Zwangsversicherung. Bei einzelnen Versicherungsanstalten seien die Renten in solchem ilmfang gestiegen, daß er ernste Besorgnisse wegen der Zuunft dieser Anstalten hegen müsse.( Hört! Hört!) Es sei schr wohl zu überlegen, ob nicht fünftig bei der Bemessung der Renten mehr individualisiert werden müsse. Auch seien wir ja noch gar nicht einmal am Ende mit der Versicherung unselbständiger Kreise. Es fehle z. B. noch die große Kategorie der Privatangestellten. Ueber die vom Reichstage gelegentlich der Zolltarifberatung beschlossene Versorgung der Witwen und Waisen sei im Reichsamt des Innern eine umfassende Denkschrift ausgearbeitet worden, wobei sich ergeben habe: 1. Daß, wenn wir die Witwenund Waisenversorgung selbst auf die denkbar schmalste Grundlage stellen, das doch nicht möglich ist ohne Beiträge der Arbeitnehmer und Arbeitgeber. 2. Daß die Witwenversorgung feine allgemeine sein kann, sondern sich beschränken muß auf die invaliden und wirklich bedürftigen Witwen.( Hört! Hört!) Der Staatssekretär jagte schließlich nochmalige Prüfung der vorgetragenen Wünsche zu. Vielleicht könne man die freiwillige Versicherung noch etwas ausbauen. Aber, schloß Redner- eine Interpellation ist doch ein zu leichtes Gefährt, um die sozialund finanzpolitische Last so weittragender Forderungen weiter tragen zu können.( Beifall.) Abg. Trimborn( 3tr.) empfahl den Handwerkern, von der freiwilligen Versicherung mehr als bisher Gebrauch zu machen. Abg. Molkenbuhr( Soz.) erklärte, daß die Sozialdemokraten nicht dafür zu haben seien, daß für die Witwen- und Waisenversicherung noch Beiträge erhoben würden. Abg. Böckler( Antis.) erklärte das grundsätzliche Bedenken des Staatssekretärs gegen die Versicherung der Handverker als selbständiger" Elemente als durchaus hinfällig, da die wirklich Selbständigen zu zählen seien. Von dieser bis in die höchsten Kreise hinein ballinisierten Rezierung habe der Mittelstand leider nichts zu erwarten. Wenn es so weiter gehe, zum Schaden des Mittelstandes, Dann gute Nacht, Kaiser und Reich!( Heiterkeit.) Abg. Pa chnicke( freis. Ver.) bekämpft die gewünschte Zwangsversicherung der Handwerker, befürwortete dagegen ine erweiterte freiwillige Versicherungsmöglichkeit. Für Unfallversicherung der Handwerker sprachen noch die Abgg. Pauli- Potsdam, Wild( kons.), Holtz( Reichsp.), ). Chlapowski( Pole), während die Abgg. Sattler und Hasenann( Nat.), Scheele- Wunstorf( Welfe) und Euler( 3tr.) Dagegen sprachen. Nach weiteren Auseinandersetzungen zwischen den Abgg. Trimborn( 3tr.) und Molkenbuhr( Soz.), und nachdem Fröhich( Antis.) und Graf Posadowsky kurz zur Sache gesprochen jatten, wird die Beratung geschlossen. Morgen Interpellaionen. Die Politik. Während Deutschland in zollpolitischen Fragen sich de weitestgehenden Entgegenkommens gegenüber England be fleißigt, leisten sich die Engländer die gröbsten Zollchikaner gegen Deutschland. Neuerdings verlangen die englischen Zollbehörden für die Zukunft namens des Ursprungs. landes über den Wert der in Großbritannien und Jr. land eingeführten Güter eine Erklärung in den Konnossements. Diese Maßregel richtet sich sicherlich hauptsächlich gegen Waren deutscher Herkunft und ist offenbar eine indirekte Unterſtüßzung der Chamberlainschen Pläne durch die englische Regierung. Deutschland wird gut tun, bei der englischen Regierung gegen diese Zollpraxis Einspruch zu erheben und im Notfall es an Repressalien nicht fehlen zu lassen. + Eine dankenswerte Maßnahme, die die eifrigste Nachahmung seitens der Polizeiverwaltungen verdient, hat der Berliner Polizeipräsident getroffen. Wegen der Schwierigkeit der Geheimmittelgesetzgebung hat das Polizeipräsidium beschlossen, Zeitungen, welche dagegen verstoßen, nicht sofort zu bestrafen, sondern zunächst vor der weiteren Aufnahme von Geheimmittelanzeigen zu warnen. Der schon erwähnte Gesezentwurf über die Bestenerung der Warenhäuser und Wanderlager, der dem braunschweigischen Landtage zugegangen ist, erteilt den Gemeinden das Recht, die Warenhäuser und Wanderlager zu einer besonderen Steuer heranzuziehen. Die Steuer für Warenhäuser soll 2 Prozent, die Steuer für Wanderlager 5 Prozent des Umsages nicht übersteigen. Das braunschweigische Vereins- und Versammlungsgesetz soll dahin geändert werden, daß auch weibliche großjährige Personen an solchen Vereinen und Versammlungen teilnehmen dürfen, welche der Nächstenliebe oder der Erziehung und dem Unterricht weiblicher Personen dienen. Also auch nach der neuen Regelung des Vereinsgesetzes soll den Frauen nicht die Teilnahme an allen unpolitischen Vereinen und Verhandlungen gestattet sein. Uebrigens hat sich gleich am Tage der Landtagseröffnung ein tragisches Ereignis abgespielt: Der eben wiedergewählte Landtagspräsident Oberbürgermeister Dr. Pockels wurde am Abend des Eröffnungstages während des Gala- Diners beim Regenten, zu dem sämtliche Abgeordneten und die Spitzen der Behörden geladen waren, vom Schlage getroffen und war sofort tot. Balkan- Staaten. Eine Revolution von oben" wird aus Bulgarien gemeldet. Sämtliche Personen des Hofstaates des Fürsten Ferdinand werden verabschiedet, vom Hofmarschall angefangen, bis zu den Subalternhofchargen herab. Am Neujahrstag werden die Hofämter neu besetzt. Diese Anordnung erregt großes Aufsehen, ihr Beweggrund ist indeß nicht bekannt. Alien. Das neueste in der ostasiatischen Frage ist eine eng lisch- französische Vermittelungsaktion und in Verbindung da mit eine entschiedene Wendung zum Frieden. England und Frankreich versprechen sich von ihrer Vermittelung sowohl bei Rußland wie bei Japan einen guten Erfolg; in der Tat soll sowohl das Petersburger wie das Tokioter Kabinett mit einer solchen Vermittelung prinzipiell einverstanden sein. Auch sonst erscheint die Lage heute erheblich gebessert; Japan scheint von der russischen Antwort doch mehr befriedigt zu sein, als zuerst gemeldet wurde. Die japanische Regierung erklärt jetzt, sie bestehe nicht auf die Räumung der Mandschurei, die sie überhaupt nie verlangt habe. Danach scheint eine friedliche Beilegung des Konflikts jezt mohrscheinlicher denn je. Aus den Parlamenten. Nach den letzten Berufungen beträgt der Bestand des preußischen Herrenhauses an Mitgliedern jetzt 303. Seit der vorigen Tagung sind 16 Mitglieder ausgeschieden und 19 hinzugekommen. Das Herrenhaus wird poraussichtlich zunächst drei Sizungen abhalten, um sich dann auf mehrere Wochen zu vertagen. Der bisherige Präsident des Herrenhauses Fürst zu Wied, wird eine Wiederwahl ablehnen. Ueber die Person des neuen Präsidenten ist man sich noch nicht schlüssig geworden. Frhr. v. Manteuffel und Oberbürgermeister Becker- Köln werden als erster und zweiter Vizepräsident wiedergewählt werden. Das preußische Abgeordnetenhaus zählt gegenwärtig 312 evangelische( protestantische, lutherische), 114 katholische und 7 jüdische Mitglieder. Die 143 Deutschkonservativen sind sämtlich evangelisch, die 59 Freifonservativen haben ein, die Freisinnige Volkspartei 2, das Zentrum 97, die Polen 13 katholische Mitglieder. Die beiden legtgenannten Fraktionen haben zurzeit nur katholische Mitglieder. Die 9 Wilden sind evangelisch. Jüdischen Glaubens ind von den 8 Mitgliedern der Freisinnigen Vereinigung 3, von den 25 Mitgliedern der Freisinnigen Volkspartei 4. Hufruhr in Deutfch- Südwestafrika. Die Befürchtungen, die die Meldung des Reuterbureaus über die Unterbrechung der Telegraphenverbindung zwischen Swakopmund und Windhuk hervorrief, haben sich leider als begründet herausgestellt: In Deutsch Südwestafrika ist ein allgemeiner Aufstand der Hereros in vollem Gange. Allem Anschein nach ist dieser Herero- Aufstand erheblich umfangreicher und bedrohlicher als derjenige der Vondel zwarts. Bei der Kolonialabteilung des Berliner Auswärtigen Amtes ist die Nachricht eingetroffen, daß die Hereros durch Einschließung von Okahandja und durch Zer= störung der Eisenbahnbrücke bei Otjasazu, etwa 5 Kilometer östlich von Okahandja, sowie durch Unterbrechung der Telegraphenverbindung von Okahandja mit Windhuk die Feindseligkeiten eröffnet haben. Auch die Telegraphenverbindung mit Swakopmund ist unterbrochen. Ein Verstärkungstransport von 56 Reservisten aus Swakopmund mit 2 Offizieren und 1 Arzt ist sofort von Swakopmund abgegangen, bei der Station Waldau aber an der Weiterfahrt verhindert worden, worauf ein Angriff auf die Station Wa I da u erfolgt ist. Näheres über diesen Angriff ist noch nicht bekannt. Jedenfalls ist die Lage der deutschen Stationen sehr ge= fährdet, da die Hereros, die etwa 65 000 Köpfe zählen, den deutschen Stationsbesatzungen weitaus überlegen sind. Wenn die deutsche Regierung dem gefährdeten Teil der Schutztruppe auch sofortige Hilfe nicht bringen kann, so sind doch einem geradezu idealen Verhältnis zu ihrem Sohn, dessen niemals, war stets heiter und liebenswürdig und lebte in 311 machte Helene ihm immer ernstlichere Sorgen. Sie klagte Perfon weit weniger gebraucht als in früheren Jahren. Dader Hazardiert oder Bankette veranstaltet und für seine eigene gane teilt feitserklärung des jungen Erben im Beisein des Gerichts Körpers das zu sagen. Wie war das bewerkstelligen zu lassen. Beleuchtung dien, einer per der Leichenhalle, der wegen des fargen Tages. t daß beim Transport des entseelten : ausgekommen? Niemand vermochte er sonst für nichts einstehen könne. sie sofort in einem hochgelegenen Gebirgsort übersiedle, da mertmürdigermeiſe ließen ge diefe quf einmal herein. Helenens für bedenklich halte und dararuf dringen müsse, daß der Hausarzt dem heimgekehrten Friß, daß er den Zustand drohende Briefe kamen jeden Tag an, und zudem eröffnete Essen fertig, Mama schreibt in der grünen Stube an Tante Berta. Schwester!" nickte Jürg v. Schulfen seiner Schwester entgegen. Sürg fick fich an dem in der Mitte des Zimmers be" Ja, wir sind bereits seit einer Viertelstunde mit dem Morgen, Nataly, habe mich heut' höllisch verspätet, beste Papa hält schon sein Mittagsschläfchen und filharmon wegen der durch den Ernst der Lage sofort gebotenen Wiaß nahmen zwischen den beteiligten Ressorts Verhandlungen eingeleitet worden. Der am 6. Januar von Kurhaven abgegangene Ersatztransport wird voraussichtlich am 3. Jebruar in Swakopmund eintreffen. Die beiden in der obigen Depesche an das Kolonialami als Sammelplätze der aufständischen Hereros genannten Ortschaften, Okahandja und Otjasazu, liegen im Bezirke Windhuk, nördlich von dieser Ortschaft. Okahandja ist Militärund Eisenbahnstation und 78 Kilometer von Windhuk, 303 Kilometer von Swakopmund entfernt. Nach den letzten Angaben wohnten in Okahandja 62 Europäer, etwa 900 Herero, je 100 Hottentotten und Bergdamara. Otjasazu liegt etwa einen Tagemarsch östlich von Okahandja. Nach den letzten Angaben wohnten dort 11 Europäer und etwa 500 Herero und Ovambandjeru. An beiden Orten befinden sich Stationen der Rheinischen Missionsgesellschaft. Die Herero, ein den Kaffern verwandter Bantustamm, sind vor etwa 100 Jahren von Norden in das heutige Schutzgebiet eingewandert und später von den nachfolgenden Ovambo südwärts in das Gebiet der Bergdamara, ihre heutigen Size, gedrängt worden. Mit ihnen hat das Gouvernement schon mehrfach harte Kämpfe gehabt. Die Herero stehen körperlich den südafrikanischen Kaffern sehr nahe. Die meisten von ihnen erreichen das Gardemaß. Ihre Waffen bilden die Wurfkeule( Kirri) und der Assagai; doch haben viele, namentlich im Süden, auch Gewehre, in der Mehrzahl allerdings sogenannte Pavianspfoten", Vorderlader ältester und oft sehr mäßiger Konstruktion. Trotzdem reicht die Schutztruppe bei weitem nicht aus, ihnen die Spitze zu bieten: die gesamte Schutztruppe zählt nur 800 Mann, und von diesen sind bei den weiten Entfernungen und schlechten Wegen, und vor allem auch bei der Unterbrechung der Bahnverbindung, nur etwa 100 Mann sofort für das Nordgebiet verfügbar. Hoffen wir, daß es der Schuztruppe gelingt, die aufständischen Neger solange im Zaum zu halten, bis aus Deutschland eine große Unterstützungsexpedition ihr zu Hilfe kommt. Denn ohne eine solche Expedition wird man des Hereroaufstandes kaum Herr werden. Wie unser Berliner CB.- Mitarbeiter hört, ist bereits das Kanonenboot Habicht", das z. Zt. in Kapstadt eine kleine Reparatur vornimmt, nach Swakopmund beordert worden. Das Schiff hat zwar nur 6 Offiziere und 116 Mann Besayung, indessen kann die kleinste Unterstützung, die schnell kommt, von großem Vorteil sein. Aus dem Gerichtsfaal. § Wilddich und Mörder. Das Hallesche Schwurgericht verurteilte den Maurer Schollbach aus Gräfenhainichen, der beim Wildern den Gemeindevorsteher Beutmann aus Zschiefewiz erschoß, zu dreizehn Jahren Zuchthaus. § Ein jugendlicher Lüstling hatte sich in der Person des im 15. Lebnjahr stehenden Georg Adamczyk, Sohn eines Steindruckers in Kattowik, wegen Sittlichkeitverbrechens vor der Beuthener Strafkammer zu verantworten. Der Angeklagte hat sich in den Jahren 1902 und 1903 fortgesetzt gegen Schulmädchen vergangen. Auf Grund der unter Ausschluß der Deffentlichkeit geführten Verhandlung, in welcher 10 Schülerinnen aus Kattowitz als Zeugen vernommen wurden, wurde der Angeklagte zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Nach Abbüßung dieser Strafe wird Adamczyk der Zwangserziehungsanstalt in Lubliniß zugeführt werden. an den Felsen der Insel Sein Schiffbruch erlitten; von der Besatzung sind 13 Mann gerettet, 10 sind ertrunken. Ein Aufsehen erregender Fall von Verfolgungswahn hat eine ganze Berliner Familie mitsamt dem Dienstmädchen ins Irrenhaus geführt. Es handelt sich um die drei Geschwister Elise, Gustav und Karl Schneider, von denen die erste ein Modewarengeschäft besaß, die beiden andern Oberpostassistent bezw. Kaufmann waren. Die Geschwister litten unter der Wahnidee, daß ihre ganze Wohnung von Räubern unterhöhlt sei. Das Dienstmädchen, das erst drei Monate bei ihnen in Stellung war, war von der geistigen Krankheit ihrer Herrschaft angesteckt worden. In den letzten Tagen hatten die Brüder harmlose Leute auf der Treppe mit Säbeln angegriffen und einen Markthallenaufseher schwer verwundet. Die Nache des Offiziersburschen. Ein Soldat der französischen Garnison Toulon, namens Chretien, wurde von seinem Posten als Bursche bei dem Offizier Trouville abgelöst, weil er die Gemahlin des Offiziers belästigt hatte. Er schwur deshalb dem Offizier Rache. Jetzt benutzte er deſsen Abwesenheit von der Wohnung, um dorthin zurückzukehren, schlug die Frau nach langem Kampfe nieder und stürzte sie aus dem Fenster. Mit zerschmetterten Gliedmaßen blieb die Unglückliche unten tot liegen. Der ruchlose Mörder wurde verhaftet. § Ein Unglücksschuß bildete den Gegenstand einer Spandauer Kriegsgerichtsverhandlung. Vor dem Gerichtshof waren der Leutnant Herwarth v. Bittenfeldt, der Sergeant Woyschny und der Grenadier Eggemeier erschienen. Die Anflage lautete auf Nichtbefolgung von Dienſtvorschriften und fahrlässige Körperverlegung mit tödlichem Ausgange durch unvorsichtige Behandlung von Waffen. Das Unglück geschah am 30. November auf den Schießständen in der Jungfernhaide bei Haselhorst. Nach Beendigung des Schießens wollte der Sergeant seinen Mantel anlegen und überreichte dem Rekruten Eggemeier sein Gewehr, das noch zwei scharfe Patronen enthielt. Der Soldat schlug nichtsahnend die offen gelassene Rammer zu und hierbei ging ein Schuß los, der den unmittelbar vor ihm stehenden Grenadier Schwarz tötete. Der Leutnant wurde zu 3 Wochen Stubenarrest, der Sergeant zu 3 Monaten Gefängnis und der Rekrut zu 14 Tagen strengem Arrest verurteilt. Nab und fern. Gattenmord. In Nervi wurde, wie aus Rom gemeldet wird, der deutsche Arzt Dr. Braunstein aus Wipperfürth( Regierungsbezirk Köln) verhaftet, hinter den von feiner Heimatsbehörde ein Steckbrief wegen Gattenmordes erlassen worden war. Der Mord soll im Auslande erfolat ſein. Schwere Stürme wüteten in Mainz und Umgegend. Der Orfan führte Hagel und Schneeschauer mit sich, die großen Schaden an den Häusern und auf dem Felde an richteten. Aus dem französischen Hafen La Rochelle wird gemeldet: Hier herrscht ein heftiger Sturm; die im Hafen befindlichen Schiffe fönnen nicht auslaufen. Der von Rio de Janeire kommende englische Dampfer„ Laureliwod" hat Der Wildhirt. Der Schriftsteller Georg v. Ompteda, der, wie kürzlich gemeldet, wegen seiner Gattin mit einem Rittmeister ein Pistolenduell ausfocht, hat gutem Vernehmen nach di Scheidungsklage bereits eingeleitet. Er hat seinen Dresdener Hausstand aufgelöst und wird sich demnächst mit seiner beiden Kindern nach der Besitzung Jürichen, einer reizend gelegenen Villa, genannt Klammschlößchen, im Pustertal in Tirol zurückziehen. Explosion. In dem Eilgüterschuppen des Hannover schen Bahnhofs zu Hamburg fand eine Gasmessererplosion statt, durch welche drei Personen schwer verletzt wurden. Das Gebäude erlitt beträchtlichen Schaden. Raubmordversuch. Auf den Rittergutsbesizer Skrzydlewski auf Ocieszyn in Posen wurde von seinem Kammerdiener, ein m früheren Kellner, ein Raubmordversuch verübt. Der Diener gab drei Revolverschüsse auf seinen schlafenden Herrn ab und verletzte ihn gefährlich am Mund und Hinterkopf. Die Zähne waren ausgeschossen. Auf das Hilfegeschrei eilten Leute herbei, die den Diener feſtnahmen; er wurde ins Gefängnis von Obornik eingeliefert. Der Besizer hatte am Abend vorher eine größere Geldsumme von einem Viehhändler erhalten und unter dem Kopfkissen verborgen. Der Pfarrberein für das Herzogtun Soburg hat sich neuerdings für die Feuerbestattung aus. gesprochen. Es wird in dem Beschluß erklärt, daß der Feuerbestattung Bedenken in keiner Weise entgegenständen und daß sie für die Zukunft un abweisbar sei. Nur halte man es zur Zeit für inopportun, daß die Geistlichen a gitatorisch sich für die Feuerbestattung betätigen. Vermischtes. [ Keine dumme Idee.] In Berliner Hoffreisen fursiert folgende hübsche Geschichte. Dieser Tage machte der Kaiser in der Umgebung des Neuen Palais in Potsdam seinen gewohnten Spaziergang und kam dabei auch) an eine Stelle, an der Handwerker damit beschäftigt waren, die Fassade an einem Bauwerk auszubessern. Der Kaiser war etwas näher getreten und schien sich für die Arbeiten zu interessieren. Namentlich war dies der Fall bei einem der Arbeiter, der eifrig bemüht war, einen besonders schwierigen Teil der Fassade auszubessern. Der Kaiser gab dem Mann einige Anleitungen, wie am besten ein Ausweg gefunden werden könne, und der Arbeiter antwortete treuherzig: Wissen Se Majestät, das ist gar feene so dumme Idee!..." Der Kaiser lächelte über diese freundliche Anerkennung und setzte seinen Spaziergang fort. Der geheimnisvolle Leichenfund von Zara hat jetzt, we nigstens teilweise, seine Aufklärung gefunden. In dem, wie berichtet, von Fischern aus dem Meere gelandeten Ermorde ten ist jetzt der österreichische Oberleutnant- Rechnungsführer Komlosy aus Sanok ermittelt worden, der sich ohne Urlaub aus seiner Garnison entfernt hatte. Sanoks Kasse ist völlig in Ordnung befunden worden. Mit seiner Abreise und seinem Tode wird folgendes in nahe Verbindung gebracht: Oberleutnant Komsoly unterhielt häufig Liebesberhältnisse, zuletzt mit einem Dienstmädchen, das Mutter eines Kindes wurde. Der Offizier suchte die Beziehungen zu lösen und bot dem Mädchen 1000 kronen als Entschädigung an, doch das Mädchen gab sich damit nicht zufrieden. Es wollte keine Gabe, sondern, daß Komsoly die Beziehungen zu ihr aufrecht halte. Das Mädchen, dessen Namen man bisher nicht nennt, soll furchtbar eifersüchtig und rachsüchtig gewesen sein, und ihn sogar am Leben bedroht haben. Sie hat ein Vitriolattentat gegen ihn geplant, das er nur dadurch verhüten konnte, daß er ihr in den Arm fiel. Dieses Mädchen ist nun, wie aus Sanoks mitgeteilt wird, in derselben Nacht, in welcher der Offizier abreiste, von dort ebenfalls verschwunden. Kein Mensch hat sie seither gesehen. Das gleichzeitige Verschwinden des Mädchens läßt den Schluß zu, daß es zu dem gräßlichen Ende des Offiziers in gewissem Zusammenhange steht. Eine oberhessische Dorfgeschichte von J. Becker. ( Fortsetzung.) ( Nachdruck verboten.) Am Nachmittag kam auch dann der Hangcurt wieder zur Wildhütte, um sich an dem Braten des gewilderten Hirsches aütlich zu thun. Man konnte dabei die Beobachtung machen, daß die beiden Burschen, die in ihrem Wesen und in ihren äußeren Lebensverhältnissen so durchaus verschieden waren, in einem innigen Verhältnte zu einander standen. Ob wohl gerade die Verschiedenheit ihrer Charattere diese gegenseitige Anziehung als Ergebnis eines ausgleichenden Gesetzes be= dingte? Fast hätte es so scheinen fönnen. An der Seite des untersetzten Tiophel mit dem wilden Ausdruck im fahlen breiten Gesicht und in schäbigster Kleidung empfand der Hangcurt ein gewisses Gefühl des Wohlbehagens Es mochte das allerdings zum Teil hervorgerufen werden durch das halbwilde Naturleben, das jener führte, und den Reiz seines geheimnisvollen Tretbens, das man im Dorfe zwar berurteilte, das aber doch Eindruck machte. Ich muß mich in acht nehmen," sagte Hangcurt endlich, daß nichts d'evon' rauskommt, wenn ich so biel hierherkomm'; das Elsche hat schon Verdacht und fragt mich gestern abend, was ich mit dem Schnaps wollt." Das Elsche? fragte Tiophel. So befümmert sich das um Dich?" * Ernann zum Pfarrbifar in berwalter Emmel Schotten( zweite B * Erledigt der Oberförfieret * Zur Wied evangelife Pfarrfte A Theater ( 6) Borstellung Sudermanns neues Sofrates" zur findet mit Rüdfid Gaffspiels ohne 3 Achtundvierziger, b Das Gie Mittwoch vor b Gaftspiel und erzie wurde, in der M und der Zebrochen leins Bapfenftreid Stadtth 21. Januar gaftirt mann- Ensembl Johann Boyer) un Gaft- Fräulein in Berlin bringt. spiel noch ausführli Der Gernh chor feiert am Sa Stiftungefeft, befte Ronzert und nachfo Brogramm( fiebe der noch viel zu reicher Abend bevo ][ Der Tur ein großes Masten bereitungen laffen bietungen schließen. Nächsten D IDer König vom Württemberg und die Hundesperre.] Die Hundesperre ist seit einigen Tagen in Stuttgart und Umgegend verhängt worden. Anlaß hierzu gab ein tollwutverdächtiger Hund, der drei Erwachsene und ein Kind gebissen hatte, so daß die Verletzten sich nach Berlin begeben mußten, um sich in der Berliner Tollwutschutzstation einer mehrwöchigen Schußimpfung zu unterziehen. König Wilhelm geht den Hundebesitzern in der Befolgung der Polizeivorschrift mit gutem Beispiel voran. Bei seinen Spaziergängen führt der Monarch selbst seine beiden mit Maulförben versehenen prächtigen Spitzerhunde an der Leine. + Drama an Bord eines japanischen Dampfers. Ein aufregender Vorfall spielte sich auf dem Dampfer ,, DaigenMaru" der japanischen Linie Osaka Shosen Kaisha ab. Der Dampfer war gerade auf dem Wege von Hankau nach Hause, als bei dem ersten Ingenieur Wahnsinn ausbrach. Er ergriff ein Gewehr und schoß in die Mannschaft, dann rannte er zur Kabine des Kapitäns und setzte diese nebst dem Speisesaal in Brand. Während er sich daran machte, die Schiffsmaschine zu zerschießen, schoß der Kapitän den Unglücklichen nieder. Der Schuß tötete den Wahnsinnigen nicht. Als man ihn ergeifen und fesseln wollte, sprang er über Bord und verschwand in den Wellen. „ Ja, das Ding hat Mißtrauen.' s weis zwar nit, was m'r treiben, aber wie's die Weibsleut' machen wennse mal' n Verdacht haben, dann ruhense nit eher, als bis sie' s raus haben." A[ Die berühmte Bremer Rolandſtatue] war in letzter Zeit recht schadhaft geworden. Jezt soll sie nach einem Beschluß der Bürgerschaft wieder vollständig in Stand gesetzt verden, zugleich aber ein farbiges Gewand erhalten, wie sie es in früheren Zeiten 400 Jahre lang gehabt hat. „ Na, Du wirst Dich doch nit von so' nem Weibsbild in Dei'm Vergnügen stör'n lassen?" „ Wenns' n anderes wär, sicher nit. Aber dem Elsche muß ich schon was zu Gefallen thun." " Haft's gern, gelt?" [ Woher die schlechten Zeiten kommen,] lehrt eine Ver einsstatistik der ca. 32 000 Einwohner zählenden Stadt Pirmasens in der Rheinpfalz. Dort eristieren nicht weniger als 541 Vereine; davon sind 4 politische und 537 nichtpolitische Vereine. Unter den letzteren befinden sich u. a. 121 Vergnügungs- und Geselligkeitsvereine, 32 Gesang- und Musikvereine, 175 Sportvereine. Von den letzteren 102 Billardvereine, 50 Schützenvereine, 9 Atletenvereine, 7 Radfahrervereine u. s. w. Da sieht man, wo das Gelo bleibt. " Für mein Leben, Tiophel. Wenn ich wüßt, daß ich's mal nit friegen sollt, brächt' ich mich ums Leben." „ Will Dirs glauben. Ich nähm auch das Elche, wenn michs möcht. Aber welches Mädchen möcht dem feins im Dorf, und das Gänsehannes sein Jung?- is doch ziemlich groß." " So darfst nit denken." sind [ Wertpapiere als Tapeten.] Auf dem Friedhofe Pere Lachaise wandert schon seit Jahren Tag für Tag ein armes irrsinniges Mädchen zwischen den Gräbern umher und verdient sich den Lebensunterhalt durch Singen von Psalmen und Kirchenliedern. Niemand weiß ihren wirklichen Namen. Sie ist groß und schlank und troẞdem sie geistesgestört ist, war sie bisher ganz harmlos. Aus welchem Grunde sie irrsinnig wurde, ist niemandem bekannt, obwohl schon viele Leute versuchten, näheres über ihr Vorleben in Erfahrung zu bringen und auch den Grund ausfindig zu machen, der sie den Verstand gekostet hat. Vergangene Woche nun geriet das Mädchen aus Zorn darüber, daß ihr einige Leute kein Almosen geschenkt hatten, außer sich; sie stürzte auf die Leute los, biß und fragte. Sie wurde noch im Zustande heftiger Erregung auf das nächste Polizei- Beobachtungszimmer gebracht und als sie sich ein wenig beruhigt hatte, gab sie über Befragen ihre Adresse an. Bei der dort vorgenommenen Hausdurchsuchung entdeckte die Polizei zu ihrem Erstaunen. dak Anitas Rimmer von oben bis unten mit Wertpapieren austapeziert sei, deren Gesamtwert auf beiläufig 50 000 bis 60 000 Francs berechnet wird. Zwei Drittel des Fensters hatten keine Scheiben mehr und an deren Stelle waren französische Renten geheftet worden; andere Wertpapiere waren über die schadhaften Fensterrahmen geklebt, um die Zugluft abzuhalten. Ein Teil von Anitas Vermögen ist bereits in behördliche Verwahrung gekommen, viele der Papiere waren aber so fest angeklebt, daß es ganz unmöglich war, sie unbeschädigt abzulösen. " Na, hat mein Vater nit in den Eisen gesessen? Sie sagen all', ich wär' n Nichtsnuz und säh schon ganz d'rnach aus, als ob ich auch mal in den Eisen stürb Ich weiß nit, ob ich so schlimm ausseh, aber ich möcht'n wahrlich ihre Prophezeihung wahr machen." „ Schwätz nit solches Zeug," sagte Hangcurt, indem er eine Dampfwolfe in die reine blaue Luft blies. " Da hast's jetzt fein. Nimm Dich in acht, daß Du's so behälst." " Ja, daß sie mir die Wildhute geben haben, hat mich g'freut, und' s soll der Gemeind' ihr Schaden ge= wiß nit sein. Eher' n Hirsch, wie' ne Rauf voll Gras! Verstehst mich ja! Zu was is der Gemeindsnichtsnug doch aut." Das Neueste aus den Witzblättern. Devot. Graf:„ Es tut mir leid, daß ich Sie angeschossen habe." Treiber:" Dös macht nir, Herr Graf, i wollt' dieser Tag' so wie so zum Dokta." Deshalb. Wirt( zum Hausknecht, als die Gäste zu raufen beginnen):" Bring nur' n Mezger- Nazi gleich in Sicherheit, der muß ja morgen unsere Sau schlachten." Ich hab' Dir schon mal gesagt, sollst nit solch' Zeug schwäßen. Siehste, halt ich nit bei Dich?" eine Anzahl gelader bom Maschine nationalen Ge Pfingsten in Gießer zu bilden. Es fin gebeten zu tommer an dem eft intre ** Der Mä diesjähriges Mas in Neuen Saalba und Freude walte Der Sä Das tust Du Hangcurt, drum laß ich mein Leben für Dich. Aber meinste, daß ich' n anderes Aussehen hätt', wennse mich für was anderes hielten und nit sagen fönnten, ich wär dem Gänsehannes sein Jung? Ich guck mir jeden fremden Menschen an und bedenke dann immer, wie würd' der sich machen, wenn sein Vater der Gänsehannes g'weft wär." " Du hast ja ne närr'sche Laune heut." " Die hab' ich oft. Siehste, ich denk' immer dran, Hangcurt, wie m'r mal vor paar Jahren unten auf der Hute waren, wo ihr tanzt und ich stard berlumbi d'rbei und guckt mit zu. Da kamste auf mich zu und ließt mich mal trinken." „ Und da denkste alleweil noch dran?" " Jawohl! Du und d's Elsche, ihr wart das hübschte Pärchen, dus d'rbei war. Wenn mal einer fäm, Hangcurt, der Dich um's Elsche bringe wollt, brauchtst mir nar' n Wort zu sagen, ich schlüg thn todt." „ Na," lachte Hangcurt, das wird sich wohl keiner untersteh'n und's Elsche nähm auch kein andern." Du weißt nit, was die Leut all' fertig bringen. 3' sollt nur mal' cumkommen, daß Da alsmal die Nacht nach'm Gänsetiophel gingst- mor'n wärste berrant." " Das braucht's ja auch gar nit. Uebrigens, ich seh doch nit, daß auch die andern Burschen gar nichts bon Dir wissen wollten. Wenn Du im Dorfe bist, läuft feiner fort vor Dir." ( Fortsetzung folgt.) in se ner gestern fundenen Generalv Januar einen Tu Eingelehrt wird i turnwart Will, w ** Gestern Feuerwehr Chors wo im Keller nahmen nur furze Feuerwehrleute we Nachricht gebeten, berwaltung nicht d einführen will, dar Leute immer glei Irrtümer oder fal fönnen. + Wieder Beamter der St Arantfein verschie Schlachthof, Herr 1873 als Flerid reiches Biffen un bouneigung und * * In das getragen: Bauu Marting Aberma die Firma ift ge k Boftn und pünktliche Die übergroße Ungleichmäßig Die oft geringe Weise erschwer nur rechtedige eignette Form flebe die Marte rechts deutlich ihn. Wer seine Adreffe versehen Marte und ein ftimmungspostan Inva berfäumt, bei rinnen, Bigler Kunden gegen farte zu fragen berfidherung ei nicht allein für großem Nacht unfähigkeit, for Der Berficherten Enigang der R Jomeit durch d nachgewiefen tu Arbeitgeber noo erzogtun eftattung aus. Daß der Feuer nständen und ei. Tur halte iftlichen a gi= igen. poffreifen furge machte der Potsdam seiaud) an eine waren, die er Kaiser war Arbeiten zu bei einem der ers schwierigen ab dem Mann Sveg gefunden te treuberzig: feene so dumme freundliche Anrt. e Hundesperre.] Stuttgart und gab ein tollmutein Kind geBerlin begeben ubstation einer König Wilng der Polizei einen Spazier den mit Mauln der Leine. war in legter nach einem Bein Stand gesezt erhalten, wie sie bt hat. ] lehrt eine Ver ählenden Stadt en nicht weniger und 537 nichten sich u. a. 121 2 Gejang- und letteren sind Atletenvereine, t, wo das Gelo Friedhofe Pere Tag ein armes umber und ver en von Psalmen irklichen Namen. geistesgestört ist, Grunde sie irrwohl schon viele en in Erfahrung zu machen, der Woche nun geriet inige Leute fein stürzte auf die och im Zustande zei- Beobachtungsig beruhigt hatte, Bei der dort vorie Polizei zu ihrem en bis unten mit ſamtwert auf beinet wird. Zwei Den mehr und an geheftet worden; haften Fensterrah1. Ein Teil von e Verwahrung ge fest angeklebt, daß abzulösen. blättern. , daß ich Sie an ht nir, Herr Graf als die Gäste zu ger- Nazi gleich in nu schlachten." follit nit fold bei Dich?" aß ich mein Leben anderes Aussehen S hielten und ni annes fein Jung? an und bedenke chen, wenn setu beut." ent' immer dran Jahren unten au ftard berlumb auf mich zu und an?" ihr wart das Wenn mal eine dhe bringe wolt n, ich schlug ih d fich wohl keiner tein andern." all' fertig bringen 3 Da alsmal die - mor'n wärfte t. Uebrigens, it urfchen gar nichts Du im Dorfe bit ( Fortfegung folgt * Lokales. 15. Januar 1904. Ernannt wurden Pfarrvikar Laut zu Sotten zum Pfarrvikar in Arheilgen, Dekanat Darmstadt; Pfarrverwalter Emmel zu Großen- Linden zum Pfarrassistenten in Schotten( zweite Pfarrstelle), Defanat Schotten. * ** Erledigt. Vom 1. April d. Je. ab ist die Stelle der Oberförsteret Gießen erledigt. * Zur Wiederbesetzung wird ausgeschrieben: die evangelische Pfarrstelle zu Herchenhain, Dekanat Schotten. A Theater Verein Gießen. In der nächsten ( 6.) Vorstellung am Freitag, den 22. d. M., wird Sudermanns neues Schauspiel, Der Sturmgeselle Sokrates" zur Aufführung kommen. Die Vorstellung findet mit Rücksicht auf die hohen Unkosten des Triesch Gastspiels ohne zuziehung eines Gastes statt. Den alten Achtundvierziger, den Sturmg sellen, spielt Herr Linzen. Arbeiter, sind auch die unständigen Arbeiter und Arbeiterinnen invalidenversicherungspflichtig. () Klein- Linden, 15. Jan. Der im Jahre 1890 gegründete Konsumverein hat mit Schluß des Kalenderjahres das 14. Jahr ſeines Beſtehens zurückgelegt. Die Zahl seiner Mitglieder iſt in diesem Zeitraum auf 117 angewachsen. Es wurde ein ansehnlicher Reingewinn erzielt, welcher die Erhöhung der Dividenden zur Folge haben wird. Seit einem Jahr sind die bei der Gründung entstandenen Schulden vollständig getilgt. Allendorf a. d. Lahn, 14. Jan. Nachdem unser früherer Seelsorger, Herr Schönhals, voriges Frühjahr aus dem Leben geschieden, und seitdem Herr Pfarrverweser Emmel dessen Stelle versah, soll am 24. d. M. der neuernannte Pfarrer, Herr Heinemann von Wersau, im Festgottesdienst durch die vorgesetzte Kirchenbehörde hier vor= gestellt und in seinen Dienst eingeführt werden. Der Gesangverein" Sängereinheit" wird den Festgottesdienst durch Vortrag einiger Lieder heben. = ** Das Gießener Theater- Ensemble gab am Ufingen, 13. Jan. Gestern fand auf der Strecke Mittwoch vor vollbeseztem Hause in Friedberg ein Usingen- Homburg eine Besichtigungsfahrt statt, an der einige Gastspiel und erzielte einen durchschlagenden Erfolg. Gespielt Beamte der Eisenbahndirektion Frankfurt a. M., eine wurde, in der Nachmittagsvorstellung,„ Die Geschwister" Kommission der Kgl. Regierung zu Wiesbaden, sowie die und der„ Zebrochene Krug", in der Abendvorstellung, Beyer- Landräte der Kreise Usingen und Homburg teitnahmen. Die leins Bapfenstreich". Fahrt galt einer Prüfung, ob die Schnelligkeit der Züge, trog Bedenken der Bürgermeister von Gonzenheim und Seulberg, mäßig erhöht werden könne. Stadttheater Gießen. Am Donnerstag den 21. Januar gastirt das hier bestens eingeführte Linde mann- Ensemble, das ein neues Stück( Theodor von Johann Boyer) und einen für Gießen neuen berühmten Gast Fräulein Louise Dumont vom deutschen Theater in Berlin bringt. Wir kommen auf dies einmalige Gastspiel noch ausführlicher zurück. - ** Der Gernhardt'sche Zither- und Mandolinenchor feiert am Samstag abend in der Turnhalle sein erstes Stiftungsfest, bestehend in einem Zither- und MandolinenKonzert und nachfolgendem Ball. Es ist ein reichhaltiges Brogramm( siehe Inserat) vorgesehen, so daß allen Freunden der noch viel zu wenig gepflegten 8ither- Musif ein genußreicher Abend bevorsteht. ][ Der Turnverein Gießen hält am 3. März ein großes Mastenfest ab. Die schon jetzt begonnenen Vorbereitungen laffen auf umfangreiche und originelle Darbietungen schließen. bom * ** Nächsten Montag Abend werden in Steins Garten eine Anzahl geladene Herren zusammenkommen, um für den Maschinenbauergesangverein angeregten nationalen Gesangswettstreit, welcher fommende Pfingsten in Gießen stattfindet, die einzelnen Unter- Ausschüsse zu bilden. Es sind Herren aus allen Bevölkerungsschichten gebeten zu kommen, ein Beweis, daß die gesamte Bürgerschaft an dem est intressiert sein wird. Der Männer- Turnverein Gießen hält sein diesjähriges Masten- Kränzchen Sonnabend, den 6. Februar, in Neuen Saalbau ab. Auch hier wird Karneval Humor und Freude walten lassen. * ** Der Sänger chor des Turnvereins Gießen hat in se ner gestern Abend im Wigandt'schen Sälchen stattge= fundenen Generalversammlung beschlossen, Sonntag den 24. Januar einen Turngang nach Wetzlar zu unternehmen. Eingekehrt wird in Wezlar bei dem Turnbruder und Gauturnwart Will, welcher seit einiger Zeit Wirtschaft hat. Gestern Abend gegen 7 Uhr wurden die beiden Feuerwehr Chors Gießen nach der Liebigstraße 46 gerufen, wo im Keller Feuer entstanden war. Die Löscharbeiten nahmen nur furze Zeit in Anspruch. Von Seiten einiger Feuerwehrleute werden wir im Zusammenhang mit obiger Nachricht gebeten, öffentlich anzufragen, ob denn die Stadtverwaltung nicht doch die Feuermelder in unserer Stadt einführen will, damit die bei Feuer 2c. gerufenen und nötigen Leute immer gleich wissen wo der Feuerherd zu suchen ist; Irrtümer oder falsche Bescheide dann auch nicht vorkommen fönnen. - + Wieder ist ein unermüdlicher und pflichtgetreuer Beamter der Stadt Gießen heimgegangen. Nach kurzem Kranksein verschied heute der 1. Fleischbeschauer am städtischen Schlachthof, Herr Friedrich Stooß, der am 4. November 1873 als Flerschbeschauer in städtische Dienste trat. Sein reiches Wissen und sein lauterer Charakter hatten ihm die uneigung und Verehrung seiner Mitarbeiter gesichert. ** In das Gießener Handelsregister wurde eingetragen: Bauunternehmer Georg Kling II. ist der Firma Marting Abermann zu Gießen als Teilhaber beigetreten, die Firma ist geändert in Abermann& Kling. Postnotiz. Die ordnungsmäßige Bearbeitung und pünktliche Besorgung der Briefe wird der Post durch die übergroße Verschiedenheit der Briefformate, durch die Ungleichmäßigkeit im Auffleben der Freimarken und durch die oft geringe Uebersichtlichkeit der Aufschrift in lästiger Weise erschwert. Im eigenen Interesse benute man daher nur rechteckige Briefumschläge mittlerer Größe- die geeignetste Form ist 15 Ctm. lang und 12 Ctm. breit flebe die Marke in die rechte obere Ecke, schreibe unten rechts deutlich den Bestimmungsort nieder und unterstreiche ihn. Wer seine Briefumschläge mit einem Vordruck für die Adresse versehen läßt, der lasse auch gleich ein Feld für die Marke und einen starken Strich für die Angabe der Bestimmungspostanstalt unten rechts mit vordrucken. ** Invalidenversicherung. Oft wird es noch versäumt, bet Beschäftigung von Näherinnen, Wäscherinnen, Büglerinnen 2c., die in den Häusern ihrer Kunden gegen Tagelohn arbeiten, nach der Quittungskarte zu fragen und die Beitragsmarke für Invalidenbersicherung einzufleben. Dieses Versäumnis ist aber nicht allein für die versicherungspflichtige Arbeiterin von großem Nachteil im Falle eintretender Arbeitsunfähigkeit, sondern auch für die Arbeitgeber, welche der Versicherten nach dem bürgerlichen Gesetzbuch für den Entgang der Rente schadenersatzpflichtig werden können, soweit durch das Versäumnis der Entgang der Rente nachgewiesen wird. Außerdem macht sich der betreffende Arbeitgeber noch strafbar; denn ebenso wie die ständigen | ] In Dorlar hat sich ein Turnverein gebildet. Wir wünschen ihm einen recht schnellen und kräftigen Aufschwung. < Zeilbach, 13. Jan. Ein hiesiger Einwohner, der anfangs der fünfziger Jahre steht, wurde wegen eines Sittlichkeitsverbrechens, begangen an der eigenen Schwiegertochter, in das Untersuchungsgefängnis nach Ulrichstein verbracht. × Groß- Felda, 12. Jan. Am legten Samstag hielt unser Kriegerverein seine Generalversammlung ab. Bei der Vorstandswahl wurde Herr Otto Völzing wieder zum Vereinspräsidenten gewählt. Ferner beschloß der Verein am 10. Juli das Fahnenweihefest verbunden mit dem Bezirksfriegerfeft zu feiern. Die neue Fahne toftet 500 Mart.. Mögen die Vorarbeiten zum Feſt und das Intereſſe für dasselbe bei der gesamten Einwohnerschat schon jest in aller Ruhe beginnen, damit auch etwas dem Ansehen des Ortes entsprechend Gutes zu Stande kommt. § Friedberg, 14. Jan. Nach dem Vorbilde des Gießener Theatervereins soll hier ein Kunstverein ins Leben gerufen werden. + Mainz, 14. Jan. Hier wird das Gerücht folportirt, das 1. Kurhessische Husarenregiment Nr. 13 solle nach Hofgetsmar und das dort garnisonirende 5. rheinische Dragonerregiment hierher verlegt werden. Mitte der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts fand die umgekehrte Verlegung statt. Mainz, 14. Jan. Die Staatsanwaltschaft hat gegen die freisprechenden Urteile in der Wormser FaselhautAffäre, in welcher 24 Mezger angeklagt waren, Revision eingelegt. Darmstadt, 13. Jan. Prinz Franz Joseph von Battenberg ist nach seiner Rückkehr aus Kiel nicht unbedenklich erfranft. Es soll sich um den Rückfall eines Magenlich erkrankt. Es soll sich um den Rückfall eines Magenleidens handeln. † Erbach i. O., 14. Jan. Aus Eifersucht stieß hier ein Graveur seiner Frau eines seirer scharfen Instrumente in den Leib. Wiesbaden, 14. Jan. Nach dem Bericht über die Verwaltung der Stadt Wiesbaden im Rechnungsjahre 1902 ( 1. April 1902 bis 31. März 1903) betrug die gesamte Einwohnerzahl ber Stadt 86 111. = Oeffentlicher Sprechsaal. Bei dem leßten Schnee- und Eiswetter am letzten Samstag, fonnte man bemerken wie Passanten auf den drei Stufen des Einganges zum Hauptbahnhof Gießen ausglitten, darunter auch ein Herr, der recht unangenehm hinfiel. Ist es denn nicht möglich, daß bei solchem Wetter möglich st oft mit Asche die ausgetretenen schrägen Steinstufen bestreut werden? Die Eisenbahnverwaltung würde sicherlich den Dank des dort ein- und ausgehenden Publikums ernten. Litterarisches. Neueste Tageskarte von Ostasien von Prof. Paul Langhaus nennt sich ein großes farbenprächtiges Kartenblatt mit politisch- militärischen Begleitworten, das die Gothaer Geographische Anstalt von Justus Perthes zum Verfolg des russisch- japanischen Konflikts soeben der gebildeten Welt unterbreitet( Preis 1 Mt.) Die Karte führt ihren Titel Tageskarte" mit Recht, denn sie zeigt das im Vorgergrund des Tagesinteresses stehende Gebiet Ostasiens nicht wie eine beliebige andere Landkarte, sondern mit allen Angaben, die irgendwie für die Beurteilung der immer mehr sich zuspißenden Weltlage im äußersten Osten von Bedeutung sind. " Holz Versteigerungen. Cleeberg. Freitag, den 22. Januar 1. Js., vormittags 10 Uhr, wird auf dem Rathaus folgendes Nußholz versteigert: 38 Stück Eichenstämme, 7,58 Festm., 200 Stück Nadelholzstämme, 55 Festm., 50 Stück Nadelholzstangen 1. Klasse, 6 Rm. Nadelholz- Schichtholz, 12 Rm. Eichen- Schichtholz- Scheit. 376 Stück Nadelholzstämme mit 71,62 Festm., 824 St. Nadelholzstang. 1. Kl., 1040 Stück Nadelholzstangen 2. Klasse, 1195 Stück Nadelholzstangen 3. Klasse, 370 Stück Nadelholzstangen 4. Klasse. Treis a. Lda. Montag, den 18. Januar, vorm. 91/8 Uhr, werden aus dem Distrikt Burghain der Ruine Staufenberg 5 Eschen- Derbstangen 0,24 Fm; 5 Rm. FichtenKnüppel; 50 Rm. Esche-, 20 Rm. Fichte- Reisig und 18 Rm. Fichte- Stöcke versteigert. Busammenfunft am Friedhof. = Bellersheim. Freitag den 22. Januar, morgens 1/211 Uhr, wird im Mark- und Gemeindewald folgendes Bau- und Nuzholz versteigert: 1. Im Markwald, Distrikt Streubel 16 b: 172 Fichtenstämme= 106,00 Fftm. 2. im Gemeindewald, Diſtrikt Pfingsthain VII: 429 KiefernStämme= 101,57 Fftm. und 55 Rm. Kiefern- Nußknüppel gleich 33,00 Fftm. Zusammenkunft auf der Kreisstraße von Bellersheim nach Trais- Münzenberg, am Eingang in den Wald. Wetterbericht. ( Wetterdienst zu Gießen: Peppler.) Verlauf der Witterung vom Mittwoch bis Donnerstag. Das nordwestliche sehr fräftige TIEF( unter 720 mm) hat sich noch mehr oſtwärts ausgedehnt und das HOCH nach dem äußersten Südosten Europas zurückgedrängt. Der Kern des TIEF's lagert nördlich Schottland. Infolgedessen wird ganz Deutschland andauernd von südlichen Winden überweht, welche ergiebige Regenfälle verursachen. Das Tiefdruckgebiet erstreckt sich weit nach Westen, sodaß wir für einige Beit unter seinem Einfluß bleiben. Daher voraussichtliche Witterung für Freitag und Samstag Temperatur wenig verändert, mild, meist trüb, windig, Regenfälle. Keine Aussicht auf Besserung. Kirchliche Nachrichten für Gießen. Evangelische Gemeinde. 2. Sonntag nach Epiphanias, den 17. Januar Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 9,30 Uhr: Reptent Lic. Fuchs. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. Pfarrer D. Schlosser. Abends 5 Uhr: Pfarrer Schwabe. Abends 8 Uhr: Vereinigung der fonfirmierten männlichen Jugend der Matthäusgemeinde. Donnerstag, den 21. Jan., abends 8 Uhr, im oberen Konfirmandensaal, der Kirchstr. Bibelstunde. Psalm 92. Bfr. D. Schlosser. Nächstfolgenden Sonntag, den 24. Januar wird Beichte und heil. Abendmahl für Matthäus- und Markusgemeinde im Abendgottesdienst gehalten. Anmeldungen dazu werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. In der Johannesfirche. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer D. Naumann. 11 Uhr Kindergottesdienst für die Johannesgemeinde. Pfarrer Dr. Naumann. Abends 5 Uhr: Pfarrer Euler. Montag, den 18. Januar, abends 8 Uhr, Bibel stunde im Konfirmandensaal der Johanneskirche. Galaterbrief. Kap. 3, 14-29. Pfarrer Dr. Raumann. Katholische Gemeinde. Samstag, den 16. Januar. Nachmittags um 5 Uhr und Abends 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Sonntag, den 17. Januar. 2. Sonntag nach Epiphanie Vorm. von 6,30 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. Namen- Jesu- Feft. um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil Kommunion. um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe. Militärgottesdienst mit Predigt. n um 9,30 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachm. um 5,30 Uhr: Christenlehre; darauf satramentarische Bruderschaftsandacht. Gottesdienst der israelitischen Beligionsgesellschaft. In der Synagoge, Südanlage. Sabathfeier am 16. Januar 1903. Vorabend 4.25 Uhr. Samstag vorm. 8.30 Uhr. Predigt. Nachmittags 3.30 Uhr. Sabathausgang 5.40 Uhr. Wochengottesdienst: Morg. 7.00 Uhr, Ab. 4.30 Uhr. Verantwortlich: für den politischen und Inseratenteil: Albin Klein für das Lokale, den„ Gerichts." und" Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Dppermann AUTOL unübertroffenes Oel H.mobius Sohn für Motorwagens Motorzweirader. Hannover. Basel Blutreinigungs- Thee von Apotheker Franz Wilhelm, t. und t. Hoflieferant in Neunkirchen. Nied.- Deft. Daß ein unzweifelhaftes Bedürfnis nach einem guten und wirksamen Blutreinigungs- Thee besteht, beweisen die zahlreichen Versuche, ein solches Mittel herzustellen. Herr Apotheker Franz Wilhelm ist es vermöge seiner Fachkennt niffe gelungen, einen Blutreinigungs- Thee aus den wirf samsten Bestandteilen zusammenzus ben; nicht weniger als 21 einzelve Droguen enthält sein Thee, der nach einem be= souderen Verfahren zubereitet ist. Für die Wirksamkeit dieses Thees bei Gicht und Rheumatismus sprechen zahlreiche Danksagungen Geheilter. Wir verweisen nur auf die Danksagung der Gräfin Butſch n- Streitfeld, Oberstlieutnants- Gattin. Bestandteiie: Innere Nußrinde 56, Walnußschale 56, Ulmenrinde 75, franz. Orangenblätter 50, Eryngiiblätter 3, Stabiosenblätter 56, Lemus. blätter 75, Binimstein 150, rotes Sandelholz 75, Bardannawurzel 44, Carur wurz I 3.50, Radic. Cariophyll. 350, Chinarinde 3-50 Eryngiiwurzel 57, Fenchelwurzel Samen) 75, Graswurzel 75, Lapathewurzel 67, Süßbolzwurzel 15, Sasaparillwurzel 35, Fenchel, röm. 3-50, weiß Senf 350, NachtschattenStengel 75. Die Bestandteile sind nach einem eigenen Verfahren geschnitten und getrocknet, wodurch der Heilwert speziell erhöht ist. Nicht zu verwechseln mit gewöhnlicher Handelsware. Bekanntmachung. Mit Bezugnahme auf die Bestimmungen in§ 25 der Wehrordnung werden alle im Jahre 1884 geborenen Militärpflichtigen, sowie diejenigen, welches diese Alter bereits überschritten, aber sich zur Musterung noch nicht gestellt haben, oder bei der Musterung in 1903 zurückgestellt worden sind, und entweder in Gießen ihren ge= setzlichen Wohnort haben, oder als Studenten, Gymnafiasten und Zöglinge anderer Lehranstalten, oder als Haus und Wirtschaftsbeamte, Handlungsgehilfen, Lehrlinge, Handwerksgesellen, Dienstboten, Fabrikarbeiter oder in ähnlicher Eigenschaft sich dahier aufhalten, hiermit aufgefordert, sich behufs Eintragung ihrer Namen in die Rekrutierungsstammcolle in der Zeit bom 15. Januar bis 1. Februar d. Is. bei der Bürgermeisterei dahier im Zimmer Nr. 13 zu melden, und dabei, wenn sie dahier nicht geboren sind, ihren Geburtsschein, welcher von dem betreffenden Standesamt zu erwirken ist, und, wenn sie bereits bei einer früheren Musterung fonfurriert haben, ihren Losungsschein vorzulegen. Zugleich wird darauf aufmerksam gemacht, daß diejenigen, welche die Anmeldungen unterlassen, sich zu gewärtigen haben, daß sie mit einer Geldstrafe bis zu 30 Mark oder mit Haft bis zu 3 Tagen belegt, bon der Teilnahme an der Losung ausgeschlossen, und ihrer etwaigen Ansprüche auf Zurückstellung 2c. für verlustig erklärt werden. Bezüglich der zur Zeit der Meldefrist abwesenden Militärpflichtigen sind deren Eltern, Vormünder, Lehr-, Brot- oder Fabrikherren zu dieser AnMeldung verpflichtet. Ferner wird bemerkt, daß Gesuche um Zurückſtellung von Militärpflichtigen auf Grund des§ 32, pos. 2 Lit. a, b, c, d, e, f und g der Wehrordnung rechtzeitig bei der Bürgermeisterei dahier vorzubringen sind; Verspätete Gesuche fönnen feine Berücksichtigung finden. Gießen, am 2. Januar 1904. Stück- Boks Großherzogl Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Curschmann. Gaskoks. Gegenwärtige Preise: Für den Zentner ab Verkaufsstelle: 1,10 Mt. Duk- Boks, ausschließlich trocken gelagert in 2 verschiede nen Korngrößen für Stubenheizung und für weite und enge Ofenschächte passend zerkleinert: Größe Nr. 1. etwas größer als durchschnittlige Korngröße des Anthracit, gangbarste Sorte Größe Br. 2, fleiner als durchschnittliche Korn= größe des Anthracit. In Wagenladungen von mindestens 36 Zentnern: Stückkoks Bußkoks Dr. 1 Dukkoks Nr. 2 Stückkoks Bußkoks Nr. 1 Bei Entnahme von mindeflens 200 Zentnern: Duhkoks r. 2 1,25 Mr. 1,25 Mr. 1,05 mf. 1,20 Mr. 1,20 Mr. 1,00 Mt. 1,15 M 1,15 Mt. Für Kotsabnehmer, welche zwei und mehr Doppel. waggons bezichen, ermäßigt sich der Preis um weitere 5 Pfg. pro Centner. Für Anfuhr an das Haus werden 5 Pfennig für den Zentner berechnet. NB. Sofern das Verbringen der Kots- bis zu 6 Zentnern - auf die betr. Lagerpläge( Keller, Stall 2c.) mit keinem naußergewöhnlichen Zeitaufwand verbunden ist, geschieht dies ohne besondere Vergütung. Im Gaswerk findet nur ein Verkauf von über 5 Centner Koke statt; dagegen bleibt bei folgenden biesigen Firmen der Kleinverkauf unserer Gaskoks von 1 bis 5 Zentner eingerichtet, nämlich bei den Herren: Bachenheimer u. Schaumberger, Marburgerstr. 22 Andreas Euler, Steinstraße 11. Joh. Fischer, Alicestraße 19, H. Hof, Bahnhofstraße 34 Gebr. Kahl, Frankfurterstraße 151, Ed. Klinkel, Bahnhofstraße 10, Emil Lot, Kirchenplag 9, Emil Bistor Nachfolger, Marktstraße 10, Georg Schäfer, Licherstraße 2, Auguft Strud, Bismarckstraße 6, Georg Unverzagt, Grünbergerstraße 13. Daniel Wirth's Nachf.( Theod. Geilfas) Westanlage 51. Diese Firmen berechnen obenstehende Preise unserer Gasfoks iamt Anfuhr wie das Gaswerf und verabfolgen dieselben auch in Mengen unter 5 Zentnern. Die Preise unserer Gascots für die Abnehmer außerhalb der Gemarkung Gießen ermäßigen sich um den Betrag der Oftroirückver: gitung von 4 Pfennig für den Zentner. Gießen, den 31. Dezember 1902. Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. Gernhardt'scher Zither u. Mandolinen- Chor Giessen. Samstag, den 16. Januar, abends 8 Utr Erstes Stiftungsfest in der Turnhaile des Turnvereins, verbunden mit Sielbau Gießen. Die Lieferung des für das Baujahr 1904/05 benötigten Portland- Zementes soll öffentlich verdungen werden. Zu liefern sind Eine Million kg Portland- 3ement frei Waggon Lagerplaz( Margarethenhütte) Gießen. Bedingungen und Angebotsformulare fönnen gegen portofreie Einsendung von 1,50 Mk. durch das städtische Tiefbauamt Gr. Sürgermeisterei Zimmer Nr. 6- bezogen werden. Ebendaselbst liegen in den Dienststunden die VerZither-. Mandolinen u. Gesangs- Vorträgen, bingungsunterlagen zur Einsicht auf. wozu freundlichst einladet Ball Der Verftand. Karten der Raffe 35 Pia. Im Vorverkauf 50 Big. intl. Damenkarte. Zu haben bei Wigandt, Restauration, Neuenweg, G. Sonntag, Cigarrenhandlungen, Wißner, Friseur, Neuenweg, Wahl, Friseur. Neustadt, Tichy, Friseur, Seltersweg, und Restauration Seltershöh. Frank urteritrane, auch Außer den von mir seither geführten Bieren bringe Mainzer Aktienbier beliebt wegen seines reinen, milden Geschmackes und weil es außerordentlich gut bekommt, zum Verkauf und empfehle dasselbe die 1/1 Flasche zu 18 Pfennig 1/2 9 " Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Zugleich bemerke ich, um Täuschungen und Verwechselungen vorzubeugen, daß nur mic allein die Vertretung der Mainzer Aktien- Brauerei für Gießen und Umgegend übertragen worden ist. Gotthilf Röhrle Bier- Großhandlung. Marburgerstraße 7. Tel epbon 344 Gießen. Auskunft erteilt außerdem Herr Oberbaurat Schmick, Darmstadt, Mühlstraße 60. Die Angebote sind versiegelt und mit der Aufschrift: ,, Angebot auf die Lieferung von Portland- Zement" bis zum 30. Januar d. Is. portofrei bei dem städtischen Tiefbauamt einzureichen, woselbst die Eröffnung der Angebote am genannten Tage vormittags 11 Uhr im Beisein etwa erschienener Bewerber erfolgt. Zuschlagsfrist 6 Wochen. Gießen, am 12. Januar 1904. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. Holzversteigerung in der fürstlichen Oberförsterei Lich. a) Montag, den 18. Januar findet die an anderer Stelle bereits bekannt gemachte Schnittholzversteigerung statt. Nummerverzeichnis zc. wird auf Verlangen gratis und franko versandt. b) Dienstag, den 19. Januar sollen im Distrikt uchs it r auch versteigert werden: 212 Rm. Buchen- Scheiter, dabei 12 Rm. Werkscheiter, 5 Rm. Hainbuchen( rund), 11 Rm. Eichen- Schetter, dabei 7 Rm. Werkscheiter, 4 Rm. rund: Knüppelholz: 65 Rm. Buchen, 12 Rm. Eichen, 1 Rm. Wachholder, 3 Rm. Aspen; 132 Rm. Buchenstöcke, 33 Rm. Gichenstöd; 1130 Buchen- Wellen, 230 Eichen- Wellen, 10 Nadelholz- Wellen. 1 Eichen- Abschnitt 48 cm Durchmesser= 9 mtr. lang, ente de Frankfurter Bratwürstchen in betannter 1 Eichen- Abschnitt 48 cm Durchmesser 6,8 Mtr. lang; Heute geräucherte à Paar 25, 30 und 35 Pfg. empfiehlt Friedrich Schreiner, Mekgermeister, Beima Giesen. Selterweg. - Kartoffel Speise- u. Salatkartoffel zu den billigsten Tagespretsen empfiehlt J. Hankel Schloßgasse ( Sießen. Dampfmolkerei Gießen Jac. Versyn, Schanzenstraße 4 empfiehlt täglich frisch feinste Süßrahm- Tafelbutter Tagespreis vr Pfd. 1.20. Eureka bestes Waschmittel Deutsch. u. franz. Cognat Aerztlich empfohlen. zu haben bei: F. Schott, Bahnhofstr. Union Ledersalbe ( Thranfett) ist das vorzüglichste aller LederKonservirungsmittel! In Dosen à 10,20,30 Pfennig überall vorrätig! Fabrik: Union Augsburg. Ein Füllofen zu verkaufen Seltersweg 62 Ted Gießen. Kurzhaariger, braungetiegerter Jagdhund auf den Namen„ Tell" hörend, entlaufen. Vor Ankauf wird gewarnt. Wiederbringer Belohnung. G. A. Mueller, Gießen, Marburgerstraße 35. Zu vermieten Gießen. Oftanlage 18 Städtisches Schlachthaus Heute und Morgen Schweinefleisch 50 Pig. Jean Dern& Co. Giessen. Gegründet 1883. Bureau und Lager: Inhaber: Oskar Gutmann. Westanlage 31 Telephon 21. Gegründet 1883. Cementwaren- Fabrik und Lager: Frankfurterstr. 11+, eign. Bahnanschl. Bau- und Kanalbau- Artikel. Trottoir-, Fussboden- und Wandplatten. Grösstes Lager am Platze in sämtlichen Bauartikel. Ecke Landgrafenstraße: 2. u. 3. Stoď, 5 Zimmer, Badezimmer u Mädchenz. eventuell mit Stallung, Burschenzimmer und Remise. Mansarde, 4- Zimmerwohnung per 1. April zu vermieten. H. W. Rinn, Mießen. Landgrafenstraße 3. Mittlerer Stod, Bleichstraße 11, 5 Zimmer mi allem Zubehör, Gartenanteil. fo= wie Trockenboden, zu vermieten. Näh Gieken, Neuenweg 28. Villa, gross. Steinweg 9 Die Wohnung des Herrn Forstmeister Joseph ist per 1. April 1904 anderweitig zu vermieten. Näheres bei H. W. Rinn, Gießen. Landgrafenstraße 3. Möbliertes Zimmer und eine fleine FamilienWohnung zu vermieten Neuenweg. 31. Schön möbl. Zimmer mit oder ohne Pension zu verm. Gießen, Bismarckstraße 17. 5 Eschen von 17 bis 27 cm Durchmesser und 8,8 bis 15,2 Mtr. Länge= 2,52 stm. ==Die Zusammenkunft ist 912 Uhr vormittags im Distrikt Fuchsstrauch nahe dem Wengeshäuserteich bezw. nördlichen Teil der Gräft. Solms- Laubachischen Wiesen Langer Zug". " Jagd- Verpachtung. Samstag, den 6. Februar ds. J. nachmittags um 1 Uhr, soll die der Gemeinde Großen- Baseck zustehende Feld- und Waldjago auf weitere 6 Jahre im Rathausfaale dahier öffentlich verpachtet werden. Das ges. Jagdgebiet umfaßt 400 Hektar Wald und 1200 Hektar Feld, und ist die Bahnstation Großen- Buseck an der Strecke Gießen Fulda in der Mitte des Jagdgebiets gelegen. Großen Bused am 8. Januar 1904. Großh. Bürgermeisterei Großen- Bused. Schwalb. Johannes Hecker Schloßgaffe Schuhmachermeister. Giessen Wolkengaffe. Halte mein sehr umfangreiches Lager in allen Schuhwaren der verschiedensten Größen und Qualitäten bestens empfohlen. Besonders preiswert: gefütterte Winterschuhe u. Hauspantoffeln Arbeitsschuhe u. Wasserstiefeln Reparaturen werden in meiner Schnellbesohl- Anstalt gut und billig ausgeführt. Warum ist es wohl notwendig gewesen, dass zu all den vielen Sorten in der NaumanniaSeife noch eine neue KernSeife in den Handel gegebracht wurde. Weil in SO eben darunter keine hohem Grade, die für eine wirklich gute Haushaltungsund Küchenseife erforderlichen Eigenschaften besitzt als gerade Naumannia- Seife Sparsam, rein, mild, neutral, billig, Wäsche und Hände nicht angreifend, für alle Waschzwecke gleich gut geeignet, sind die Eigenschaften, nur 12 Pig. welche bei die Naumannia- Seife per Stück bei jeder einsichtigen Hausfrau beliebt machen. Im Erscheinen befindet sich:= Sechste, gänzlich neubearbeitete Meyers 11,000 Abbildungen, 1400 Tafeln und Karten. und vermehrte Auflage. Grosses KonversationsEin Nachschlagewerk des allgemeinen Wissens. 148,000 Artikel u. Verwelsungen. Lexikon. 20 Bände in Halbleder gebunden zu je 10 Mark. Prospekte und Probehefte liefert jede Buchhandlung. Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig und Wien. HAUSLICHEN Buf dem Steckenpferd. HERD Trauerfarbe befohlen. Kreuz. der u Ein schwarzer Schleier verhüllte das bedurfte; feine abgesetzten drei bei so lang, daß Heinrich II. hleppen, sowie Gewändern Ich trauerten die Könige in roten oder biol ng feines ten biolette Gewand Franz II. bie Schleppe des violetten Mantels trugen die Vornehmsten des Rotrauerte es 30 der in war der Erste, Um feinem Schmerz über den Tod seiner Heinrich III. Mr. 12 Freitag, den 15. Januar ssische Familienzeitu Interhaltun Bailage 1904 1904. -Buseck. ecker tiefeln efohl- Anstalt gut spantoffeln eftens empfohlen. allen Schuhwaren Wolkengaffe. AM HÄUSLICHEN HERD Auf dem Steckenpferd. Da reitet er hin, der kleine Fant, Gehalten von der Mutter Hand. Wie galoppiert er frisch und keck und kommt doch nimmermehr vom Fleck! Vielleicht wird er in späten Tagen Auf flinkem Roß im Wettspiel jagen; Vielleicht in wilder Reiterschlacht Losstürmen auf des Feindes Macht; Doch ob im Kriege, ob im Frieden Des Reiters Sport ihm sei beschieden Dft wird er sich mit stillem Gedenken In seiner Jugend Zeit versenken, Wo Mutterliebe treu bewährt Die ersten Ritte ihm gelehrt. 味 Die Trauerfarbe. Weiß und Schwarz waren von jeher in fast allen Ländern und fast zu allen Zeiten die Trauerfarben. Für den Sonntag, der den Toten gewidmet ist, dürfte eine nähere Betrachtung der Trauerfarben nicht uninterssant sein. Schon im Altertum entstand der Brauch, Hochzeit und Freude durch weithin leuchtende Töne in Tracht und Schmuck auszudrücken, schmerzliche Ereignisse in Dunkel zu hüllen. Der großen Göttin Isis, die zehntausend Namen trug, als menschliche Gestalt mit Geierhaube und goldener Krone abgebildet, huldigte das ganze Nilland. Bei dem viertägigen sistrauerfeste hingegen, dem die Klage der Göttin um ihren ermordeten Gatten Osiris zu Grunde lag, ward sie als vergoldete Kuh in einer schwarzen Byssushülle gezeigt. Das irrtümliche Aufhissen der schwarzen Segel auf dem Schiffe des heimkehrenden Theseus trieb seinen spähenden Vater Aegens in den Wellentod. Den Eumeniden wurden schwarze Schafe geopfert, und die Erinnyen selbst erschienen schwarz, als Töchter der Nacht, sowie Dionysos als König des Totenreiches. Die unterirdische Göttin Hekate, mit den Schlangen im Haar und mit schlangenartigen Rippenenden, ward stets in Begleitung schwarzer Hunde abgebildet. Sophokles ließ die Tyro in schwarzer Maske auftreten, und einen tiefernsten Eindruck brachte die schwarze Gestalt des Todes in Euripides' ,, Alkestis" hervor. Die Wahrheit wurde im weißen Gewande dargestellt, der Traum in einem losen Kleide weiß auf schwarz, die Reue mit zerrauftem Haar in schwarzem Gewande. Die sich in die Lüfte erhebenden Psychen der Verstorbenen waren nach griechischer Anschauung von dunkler Farbe, wenn ihnen Laster anhafteten. Wurde bei den römischen Gerichtsverhandlungen die Verurteilung ausgesprochen, so warf man schwarze Steinchen als Zeichen in die Urne. Dem Blizzgott Summanus brachte man schwarze Lämmer dar, ebenso den bösen Winden. Cerberus wurde stets schwarz dargestellt. Unter Domitian wurden Senatoren und Ritter nachts zum Kaiser in den Palast geladen. Man führte sie in einen schwarz ausgeschlagenen Saal, in dem der Kaiser mit finsterer Miene saß. Dann ward Jedem ein Siz neben einer Säule angewieſen; auf dieser stand sein Name als der eines Verstorbenen, eine fleine Grablaterne warf ihr spärliches Licht darauf. Nun erschienen ganz nackte, schwarz bemalte Knaben, die im Trauerschritt tanzend das Gemach umzogen, worauf sie sich zu Füßen der bebenden Zuschauer niederließen. Schwarze Gestalten trugen ein Totenmahl in schwarzen Gefäßen auf. Hatte sich Domitian satt gesehen an den geängstigten Mienen, so mußten die Gequälten den Saal verlassen, wurden von schwarzen Vermummten in den Vorhof geführt, in Wagen oder Sänften gesetzt, und dahin ging's in das Ungewisse. Nach langem Hin- und Herfahren wurde endlich Jeder vor seinem eigenen Hause entlassen. Kurz darauf erschienen Sklaven bei ihnen, brachten kaiserliche Geschenke, Gefäße aus Gold, eine silberne Säule und kostbare Schätze. Diese schwarzen Feste waren ein Zeichen guter Laune dies Kaisers. Im Mittelalter gaben die Päpste die Farbe der Tracht der Geistlichen für die verschiedenen Kirchenfeste an. Am Charfreitag war den celebrierenden Geistlichen eine schwarze Trauerfarbe befohlen. Ein schwarzer Schleier verhüllte das Kreuz. In Frankreich trauerten die Könige in roten oder violetten Gewändern. Das violette Gewand Franz II. bei der Bestattung seines Vters Heinrich II. war so lang, daß es 30 Ellen bedurfte; seine abgesetzten drei Schleppen, sowie die Schleppe des violetten Mantels trugen die Vornehmsten des Königreiches. Heinrich III. war der Erste, der in Schwarz trauerte. Um seinem Schmerz über den Tod seiner Geliebten Ausdruck zu geben, zeigte sein Anzug silberne Tränen als Nesteln, kleine Totenköpfe und kleine, erlöschende Flammen aus Zinn. Die Trauerfarbe der Franzosen, die violette Farbe, hat sich bis auf den heutigen Tag erhalten. Denn neben Grau gilt bei uns, in Frankreich und England Violett als Zeichen der Halbtrauer. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts trugen in Bayern alle protestantischen Bräute schwarze Kleider, im Gegensatz zu den Katholiken, die bunt, namentlich rot gekleidet waren. Die frühere Vorliebe der Katholiken für die rote Farbe ist bekannt. Charakteristisch ist der Ausspruch des kleinen Knaben bei der Beerdigung seines Vaters:„ Wenn i mei rotes Leible net anziehe derf, dann freut mi die ganze Leich' nit!" In Japan und China ist Rot die Farbe der Freude, Weiß die der Trauer. Seltsam ist es, daß die Braut weiß gekleidet aus dem Vaterhaus hinausgeht, weil sie für die Eltern als gestorben betrachtet wird. Erst im Hause des Bräutigams, wo sie zu neuem Leben gelangt, hüllt sie sich in ihr bräutliches rotes Gewand. Die Mode hat bei uns Schwarz und Weiß und auch beide Farben vereint auf den Schild erhoben. Die meisten Damen lieben die Zusammenstellung. Neuerdings ist auch die Farbe, die ja auch als Trauerfarbe auftritt, tonangebend für jede Gelegenheit. Trotzdem unterscheiden sich trauernde Frauen in schwarzem und grauem Anzug wesentlich von ihren fröhlichen Schwestern in Schwarz. Praktische Winke. Fort mit den Bildernägeln! Der„ praktische" Engländer ist eine Mythe, das wird jeder bestätigen, der unter dieser tonservativen Nation lebt. Im allgemeinen ist John Bull durch aus nicht praktisch. Das schließt jedoch nicht aus, daß manches doch bei ihm besser eingerichtet ist als in Deutschland, und dazu gehört die Art, wie Bilder in Zimmern aufgehängt werden. Die englische Hausfrau würde einen Horror davor haben, Nägel in die Wände ihrer Zimmer einschlagen zu lassen, und auch der Hauswirt würde ein Wörtchen dreinreden, wenn man ihm nach Ablauf des Mietskontrakts die Wohnung mit durchlöcherten Wänden übergeben wollte. Um das zu vermeiden, ist an den Wänden oben zum Abschluß der Tapete eine einfache hübsche Holzleiste( manchmal auch eine Messingleiste) angebracht. In diese werden Messinghaken eingehängt, die außen ebenfalls umgebogen sind, und die äußeren Umbiegungen nehmen die Schnüre auf. Die Haken lassen sich auf den Leisten verschieben, sodaß die Bilder an jeder beliebigen Stelle der Wand aufgehängt werden können. Die Höhe wird durch die Länge der Schnur bestimmt. Diese ist allerdings sichtbar, was beim Aufhängen an Nägeln vermieden werden kann, aber dieser Nachteil wenn es als ein solcher betrachtet wird wird wohl von den Vorteilen mehr als aufgewogen. Leder von Schimmelpilzen zu befreien. Geschmiertes Leder und Schuhwerk ist häufig, wenn es längere Zeit nicht benutzt und an einem dumpfigen Orte aufbewahrt wurde, mit Schimmel behaftet. Man zerstört diese Schimmelpilze, wenn man verdünnte Carbolsänre auf das Leder oder Schuhzeug aufträgt. ล Küche und Keller. Mandelmilch, die nicht nur für Gesunde, sondern auch für Fieberkranke ein sehr erfrischendes Getränk bildet, bereitet man wie folgt: 125 Gramm süße und 8 Gramm bittere Mandeln werden geschält und unter Hinzufügung von etwas kaltem Wasser sehr fein gestoßen oder gerieben, dann setzt man nach und nach ein Liter Wasser zu, preßt das Ganze durch ein ausgewaschenes leinenes Tuch und versüßt die Mandelmilch nach Belieben mit einigen Löffeln gestoßenem Zucker. Setzt man beim Stoßen oder Zerreiben der Mandeln allmählich einen Löffel Orangenblütenwasser zu, so giebt dies dem Getränk einen besonders angenehmen Geschmack; soll die Mandelmilch indessen als Erfrischung für Kranke dienen, so läßt man eine solche Zutat weg und bereitet sie auch nur aus füßen Mandeln. Nr. 12 Freitag, den 15. Januar 1904. Oberbessische Familienzeitung. Tägliche Unterhaltungs- Beilage der Gießener Neueste Nachrichten. Send mit Verlag der Gießener Berlagsbenderet, vorm. With. Reller'sche Bucheruderet( gegr. 1789);: Nibin lela (( 9. Fortsetzung.) Der Beuge. Roman von Marte Bernhard. So waren sie nach einem besonders hoch und geschützt gelegenen Gebirgsdorf in Südbayern, das sich, nach langer Auswahl, am meisten zum längeren Aufenthalt eignete und alle von den Aerzten gestellten Bedingungen in sich vereinte, abgereiſt, und hier richteten sie sich in einem kleinen, ziemlich isoliert gelegenen Hotel, das sie vorläufig allein bewohnten, so behaglich und komfortabel wie möglich ein. Fritz schrieb ein paar rekommandierte Briefe hierhin und dorthin, unter anderem auch an das Handelshaus in NewYork, dem er das vor einigen Jahren entliehene Kapital schuldete; im übrigen lebte er nur für Helene und ſeinen Sohn, den er selbst weiter unterrichtete, da die Mutter sich zu angegriffen fühlte. Er las Helene stundenlang vor, er unternahm weite Spaziergänge und Ausfahrten mit ihr und dem Knaben, er war unermüdlich im Aussinnen von Liebesbeweisen und Ueberraschungen aller Art, wie der zärtlichste Bräutigam," sagte Helene oft, und ein glückliches, gerührtes Lächeln ging in ihren Augen auf. Hellmuth war glückselig; er war entzückt, von dem Vater, der für ihn das Ideal eines Mannes war, Unterricht zu bekommen, er lernte rasch und eifrig, wetteiferte mit seinem Papa in Bedienung und Pflege der leidenden Mutter, trieb ſich ſtundenlang mit den Dorfkindern im Freien herum und entwickelte sich so stark, schön und gewandt, daß die Eltern mit Recht oft ſtolze, frohe Blicke mit einander tauschten, wenn ihr Liebling sich vor ihnen tummelte oder ſtill bei ihnen im Zimmer saß und seine klugen Fragen und Bemerkungen in ihre Gespräche mischte. Es war ein köstlicher Sommer gewesen damals, der letzte Sommer, den Frizz Norden in Deutschland erleben sollte. Von dem ersten Morgensonnenstrahl, der die Gipfel der umliegenden Berge küßte, deren höchste und fernste mit ewigem Schnee bedeckt waren, bis zum Abendschatten, der weich und dunkelblau, alles wie mit einer leisen Liebkosung umhüllend, auf Tal und Flur niederschwebte... es war wie ein einziger Accord von ununterbrochener Schönheit. Zuweilen bei Nacht zog ein starker Regenguß, ein heftiges Gewitter vorüber, dann dröhnte in den Bergen der Widerhall, und der in der Nähe des Hotels vorüberfließende Gebirgs bach stürzte rauschend zu Tal, aber am andern Morgen lachten Wald und Flur neu erquickt, und Sonne und Sommerwind fannten keine andere Aufgabe mehr, als die zahllosen Wassertropfen hinwegzukosen, die über Nacht als glizerndes Prachtgeschmeide an Busch und Baum aufgereiht waren. Aber Sonnenschein und Blumenduft und jubelnder Vogelsang, sie alle hielten den stillen, ernſten Gast nicht zurück, der lange schon auf unhörbaren Tritten hinter der schönen blonden Frau mit den goldig leuchtenden Augen einher gewandelt und nun hinter ihr stehen geblieben war, das langsam verrinnende Stundenglas in der Hand. Sie selbst ahnte nichts davon. Wohl wunderte es sie, daß sie schwächer und schwächer wurde, daß ihr das Gehen so schwer fiel und daß sie fast gar keine Nahrung mehr brauchte, aber sie fühlte ja keine Schmerzen, sie war wohl, ganz wohl, ( Nachdruck verboten.) oft war ihr so leicht zu Sinn, als schwebe sie im Aether. Ein schönes, friedvolles, sanftes Hinscheiden war's, schöner konnten sie, die es liebten, es nicht für sie wünschen auf Erden! Und Fritz Norden verstand es, sich zu beherrschen mit eiserner Kraft. Ob ihm sein Herz oft fast in Stücke brach vor Jammer, er sprach, gleich ihr, nur von Besserwerden und Zunehmen der Kräfte, ja, er scherzte mit ihr, daß sie so feder leicht jetzt sei wie ein Kind und daß er sie so mühelos auf ſeinen Armen tragen könnte. Aber zuweilen, wenn sie in furzem Schlummer lag, dann stürzte er hinaus und vertobte seinen wilden Schmerz in der schönen, lachenden Natur, und gewaltsam mußte er sich mahnen an sein geliebtes Kind, denn ohne dieses, was konnte er im Leben noch wollen, wenn Helene von ihm ging? Auch Hellmut ahnte, wußte zuletzt, wie es um seine Mutter ſtand. Oft schon hatten seine schönen Kinderaugen mit tiefem Bangen auf der ätherischen Gestalt, den durch sichtigen Händen, dem hinschwindenden Antlig Helenens geruht, und eines Abends, als sie vor Mattigkeit in Schlum mer gesunken war, wie ihr das jetzt so leicht geschah, schlich sich der Knabe seinem Vater nach, und als er ihn unweit des Hotelgartens in einer kleinen Felsgrotte fand, da rührte er mit seiner warmen Hand leicht an die wie leblos herabhängende Rechte des in sich versunkenen Mannes und flüſterte beklommen: Nicht wahr, Vater, das Mütterchen ist sehr krank muß sie sterben?" Und Frizz Norden riß seinen Knaben, das Ebenbild der geliebten Frau, ungeſtüm an sein Herz und schluchzte ein paarmal auf, hart und tränenlos, und dann sagte er mit heiſerer, gebrochener Stimme: " Ja, Hellmut, sie wird von uns gehen, wir müssen sie hingeben, und fortan habe ich nur dich, nur dich, du mein ein und alles! Vergiß das nicht, mein Kind, und sei stark und klug, laß deine arme Mutter nicht merken, daß sie uns bald genommen werden soll, sie ahnt es nicht!" Und um sie her blühte und glühte und duftete es so wonnig schön; Hochsommer war's geworden, und die Augustsonne malte alles mit ſatten, warm leuchtenden Farben, nichts in der Natur sprach von Scheiden Helene verließ nun nie mehr das Ruhebett, auf dem sie angekleidet lag, das man ihr ganz nahe an das breite Fenster gerückt hatte. Eine pittoreske Gebirgslandschaft rollte sich vor ihren Blicken auf. Früher, als sie hier nur angekommen waren, hatte sie einmal einen Ritt auf einen der nächsten Ausläufer der Berge gemacht und von dort zu den schroffen Höhen hinaufgestaunt und wieder hinab in die Talsen. fungen, wo friedliche Dörfchen ins saftige Grün hingeschmiegt lagen, hier und da eine verstreute, zierliche Villa, die ntan an Sommergäſte vermietete. Es war so herrlich gewesen, da oben zu stehen und all das weite Land zu überschauen; aber auch so war es schön, wer hatte es denn so gut wie sie? Thr Gatte wich kaum für eine halbe Stunde von ihrer Seite, ließ ihre Hand fast nie mehr aus der seinen; wenn sie aus schaften, alle Waschzwecke per Stück billig, umannia- Seife en besitzt als geseife erforderlichen Veil te Haushaltungsde, die für eine cer keine in so t machen. -ueßunsjе 000'8+ L ich:= uflage. cionsBuchhandlung bearbeitete zu je 10 Mark Lexikon. Leipzig und Wien. r. 13. Abonnementspreis; m's Saus gebracht 60 und die Gieken Brattabellagen: Che Das Blatt aldeint 50 und für Obe Ontha Volksschul an die d Gesuche um bo Ihrem Bericht find alsbald bei Ih 15. Februar 1. J die Verhältnisse der wollen, find beizufi 1. eine Bescheinig Betr.: Vorzeitige Die Gr. Kre die Vermögens 2. ein Schulzeugn haltung des i hervorgehoben Beta Die Lieferung Konfirmanden auf Angebote fini Anzügen aus sch weißem und farbig schluß eines Umsc haltend die Anga Mustern bis spä amt, Neuen- Bäue Die Armen Gießen, de ihrem Haufenweisen Schlaf erwachte, trafen ihre Augen stets in die seinen, die mit tiefer Zärtlichkeit auf sie gerichtet waren. Und ihr wilder Junge, der sich so gern im Freien tummelte, saß ſtundenlang neben ihrem Lager und las ihr mit seiner frischen Kinderstimme und brachte ihr Feldblumen, die er unter ihrer Leitung zu hübschen Sträußen zusammen stellte; und nie litt sie Schmerzen, immer war ihr leicht und wohl, nur freilich schwächer wurde sie von einem Tag zum andern. Nach einer eingehenden Unterredung mit dem sehr fenntnisreichen Arzt schloß Friz Norden sich eine Zeitlang in sein Zimmer ein und schrieb wiederum mehrere Briefe, nach Hamburg, nach Berlin, nach London und Newyork; diese Briefe enthielten alle dieselbe Mitteilung, denselben Wunsch: seine Frau sei sterbend, und nur um ihretwillen habe es ihn in Deutschland festgehalten; jezt sei seines Bleibens dort nicht länger, der Aufenthalt in seinem Vaterlande sei ihm verleidet, und er bäte seine ehemaligen Geschäftsfreunde, die ja genau wüßten, was er leisten könne, dringend, ihn je eher je lieber irgendwo im Ausland, gleichviel wo, zu placieren; er würde ihnen für diesen Dienst aufrichtig dankbar sein. Die Antworten ließen nicht lange auf sich warten; es liefen zwei Anerbietungen ein, von denen aber nur eine wirklich wertvoll war. Das Berliner Bankhaus, bei dem Norden jahrelang tätig gewesen war, schrieb ihm, es sei durch plötzlichen Todesfall ein außerordentlich vorteilhafter Posten in einem englischen Handelshause auf Yokohama in Japan erledigt worden; er solle sich rasch entschließen, wenn er ihn haben wolle, man hätte zuerst an ihn gedacht, da man ihm die notwendige Umſicht und Energie für die immerhin schwierige und verantwortliche Stellung zutraue und überdies wisse, welch ein brillantes Englisch er spreche. Vewähre er sich dort gut, wie es nicht zu bezweifeln ſei, ſo könne es sich leicht ereignen, daß er im Verlauf der Zeit Teilnehmer der dortigen Firma werde, und was das zu bedeuten habe, werde er aus beiliegenden Papieren, die ihm Aufschluß und Einsicht über die Bedeutung und Ausdehnung des Geschäftsbetriebs gewährten, leicht ersehen können. Ungesäumt sette Friß Norden sich nieder und schrieb, er werde in kürzester Frist herüberkommen; dann beauftragte er einen zuverlässigen Mann mit dem Verkauf seines Mobiliars und dem Ordnen verschiedener Angelegenheiten in Hamburg. Er wollte so rasch als möglich die Schiffe hinter sich verbrennen. Helene fragte lächelnd, was denn ihr Liebster so lange getrieben, es sei ja ein unerhörter Fall, daß er sie so lange Beit allein gelassen habe; Hellmut hätte sich zwar auf das liebenswürdigste bereit erklärt, ihr den Papa zu ersetzen, aber das hieße doch auch von einem noch nicht zwölfjährigen Jungen etwas zu viel verlangen. Friz faßte die schwachen Hände zärtlich in die ſeinen, führte sie an seine Lippen und bat um Verzeihung. Er hätte eine neue, sehr porteilhafte Stellung in Aussicht und müßte die Verhandlungen darum mit Eifer betreiben. Es sei sehr weit fort, bielleicht sei er gezwungen, vorauszugehen und sie mit Hellmut nachfolgen zu lassen, wenn sie die zu einer so beschwerlichen Reise erforderlichen Kräfte gesammelt habe. Seine Stimme bebte nicht bei diesen Worten, er lächelte ihr ganz hoffnungsfreudig zu, und die schöne, sterbende Frau gab dies Lächeln ebenso zurück. Es war am fünfzehnten September, an einem goldig Flaren Herbsttage, als Helene klagte, sie sähe nicht recht, es berschwimme ihr alles so eigentümlich vor den Augen, und ob es wohl möglich sei, daß sie Fieber bekäme, ihre Stirn sei ganz heiß und feucht. Friß saß neben ihrem Bett und stützte sie in seinen Armen, der Arzt war einmal da gewesen, hatte ihr beruhigend zugeredet und versprochen, bald wiederzukommen; an der Tür hatte er sich umgewendet und Frizz mit einem ernsten, bedeutungsvollen Blick angesehen. Sie waren miteinander allein, die beiden, der Vater hatte seinen Knaben fortgeschickt, das Kind sollte es nicht sehen, wie seine Mutter starb! Ganz leise, liebkosende Worte fielen von den Lippen des Mannes, das goldene Lockenhaar lag an seiner Brust, wie damals, vor vierzehn Jahren, als der weiße Schmetterling ihm an das Herz geflattert war im sonnigen Lebens- und Liebesfrühling. Soviel Friß auch zurückdachte und redlich sich selber prüfte, es wollte ihm keine trübe Stunde einfallen, die er seiner Geliebten je durch seine Schuld bereitet, kein Leid, das er ihr nicht nach besten Kräften erspart, keine Bitte, die er ihr nicht freudig bewilligt hatte. Hier sprach sein Herz ihn frei, aber bunkel drohend hob die Schuld, die Sünde, die es aus übergroßer Liebe zu seinem Weibe, seinem Kinde auf sich geladen, ihr Haupt, und wollte nichts davon wissen, daß der Zweck die Mittel heiligt und daß es fein Verbrechen sei, von dem Ueberfluß eines andern einen Teil zu nehmen, um der eigenen Not und der seiner liebsten Angehörigen vorzubeugen. Und wie Skorpione geißelten das wunde Herz des Mannes die Worte, die sein ahnungsloses Weib gestern noch zu Hellmut gesprochen: Laß es dein höchster Ehrgeiz sein, so zu denken, so zu werden wie dein Vater! Mag er in seiner reinen Herzensgüte, seinem bedeutenden Wissen, vor allem aber in seiner lautern, makellosen Ehrenhaftigkeit das leuchtendste Vorbild, das höchste Ideal sein, das du dir je erwählst!" Und das Kind hatte mit feierlichem Ernst in den schönen Augen zu der Mutter aufgeblickt und gesagt:„ Das ist schon jetzt so, mein liebstes Mütterchen, und wird auch immer so bleiben! Weißt du, Vater, obgleich er ja ein Kaufmann ist, aber er kommt mir so vor wie die Ritter in meinen Büchern, die Ritter meine ich aus dem Mittelalter, weißt du wohl, die so stolz und edel waren und zehnmal eher den Tod erdulden, als einen leisen Hauch auf dem blanken Wappenschild ihrer Ehre leiden mochten!" Nun, es war ein schwärmerischer Kinderausspruch gewesen, aber schön mußte es sein, dies begeisterte Lob wirklich zu verdienen! Wie fühlst du dich, Liebling?" fragte Frizz ganz leise. - „ Sehr wohl, liebster Mann, nur die Augen, ich weiß gar nicht, was das sein kann, ich sehe dich nicht!" Sie drängte sich näher an ihn und hob mit einem mühsamen, verschüchterten Lächeln die Augen zu ihm empor,- der goldene Sonnenstrahl in ihnen war erlosche: 1. Eine ungeheure Angst faßte den Mann, preßte ihm das Herz zusammen, seine Tränen fielen rasch und heiß auf ihr dichtes Haar; sie merkte es nicht, sie sah es nicht! Plötzlich rüttelte es sie, wie ein falter Schauer, sie fuhr hoch auf in seinen Armen, richtete sich fast allein empor und sah ihn ungläubig an, wie Kinder tun, wenn etwas Entsetzliches, für sie unfaßbares sich vollzieht. Friz, es ist, das kann doch nicht, wie ist das möglich?" Und unter diesen leise gehauchten Worten brach sie hilflos an seiner Brust zuſammen und war tot. Ein lang vorhergesehener Schmerz, ein großes Unglück, das man langsam hat herankomemn sehen, das trägt sich leichter, sagen die klugen Leute. Ja wohl! Mitten in seinem brennenden Schmerz versuchte Friz Norden, sich das klar zu machen, sich zu sagen, wie lange es schon her sei, daß ihn die Aerzte auf dies unabwendbare Unglück vorbereitet hatten, es blieb aber bei einem ohnmächtigen Versuch! Kaum vierzehn Jahre hatte sein holdes Lebensglück goährt! Und sie, so jung noch, so schön und glücklich, so lebensfreudig und mit der seltenen Gabe, andere zu beglücken, im höchsten Maß ausge stattet, sie sollte er nun hinuntersenken in die kalte Gruft! Sein Sohn tam ahnungslos heim, das arme Kind war ganz wehrlos gegenüber diesem ersten bittern Schmerz! Der Vater zog ihn in seine Arme, und sie weinten lange zusammen, dann sprach Frizz Norden zum erstenmal mit seinen Sohn nicht wie mit einem Kinde, sondern wie mit einem Freunde. ( Schluß.) @ ( Fortsetzung folgt.), Mataly's Verlobung. Novelle von Anna Treichel. ( Nachdruck verboten.) Was Nataly letthin schon öfters erwogen, nämlich an ihre eigene Verlobung zu denken, nahm jetzt eine festere Form an, ja, war fast zum bestimmten Entschluß herangereift. Sie brauchte ja nur zu wählen, Nataly lächelte stola. Aber wen? Lieben, wirklich lieben tat Nataly keinen, das kam also nicht in Betracht, darauf durfte sie auch nicht warten; sie würde niemand lieben, weil dieses Gefühl einfach in ihrem oberflächlichen, feiner tieferen Regung fähigen Herzen überhaupt nicht aufkeimen und existieren konnte! Gefallen tat ihr mancher, war aber aus diesem oder jenem Grunde kein geeigneter Gatte für sie. Sie dachte an den 0000000 20 Fel Sp Deutsche A Hand diese 5 fesselnden unsere v bon jezt ab abwe Abonnements mit zugestellt du Das Nähere befag lich unseren Träg mitteilen. ୦୦୦୦୦୦ und fenen ihrer Bewerber, welche sich um ihre Gunst bemühten und denen nur ein klein wenig mehr Entgegenkommen ihrerseits das entscheidende Wort auf die Lippen treiben würde. Da blieben nun zwei zur engeren Wahl. Der Hauptmann v. Pflammern, ein brünetter Adonis, eine elegante Salonfigur, 100 000 Mark Privatvermögen dazu,- und dann der Rittergutsbesizer und Leutnant der Reserve von Dhnstädt, ein blonder Recke, natürlich auch reich! An beiden hatte sie im Grunde nichts auszusehen, Pflammern gewann durch sein wißiges heiteres Wesen, Ohnstädts würdige Ruhe wirkte jedoch ebenso einnehmend. Nataly überlegte her und hin, endlich hatte sie einen festen Entschluß gefaßt, sie wollte das Schicksal entscheiden lassen. " Sonnabend ist der Ball bei Frau v. Stadel," sprach sie zu sich selber, dort soll sich's entscheiden, das Schicksal wird mir schon sicherlich einen Wink geben, und den will ich dann beachten!" Sie stand auf, nickte im Vorbeigehen ihrem Bilde im Spiegel mit befriedigtem Lächeln zu und schrieb dann ein Billet an ihre Modistin, daß sie morgen um 4 Uhr nach mittags erscheinen werde, um die neue Balltoilette anzu proben. Auf den von Frau Stadel gegebenen Festlichkeiten amüsierte sich ein jeder, das stand nun einmal fest, und kommen taten alle gern, auch das war eine alte Tatsache, ohne zwingenden Grund blieb niemand aus. Wenn man hereintrat in die licht- und wohlgeruch durchfluteten Räume, das schillernde Gewoge von geschmückten Menschen, all' die frohen Gesichter sah, so umhüllte die Ballsaalluft sofort die Sinne mit ihrem bestrickenden Hauche, so fühlte man sich sofort heiter und animiert gestimmt. Man dachte nicht mehr daran, daß es auch Elend und Jammer auf der Welt gäbe, der zerfallenen Hütten mehr als glänzende Prunk säle; dachte nicht daran, daß auch dieser schöne Ball nur wenige Stunden dauere, welche bald verflogen wären, und dann manches zerrissene Kleid, manches betrübte Herz im Gefolge hätte und die Tränen derer, welche vor den Leuten lächelten, um daheim im stillen Kämmerlein desto tiefer zu berzagen, man lebte nur dem Augenblicke. Nataly v. Schulfen war heute schöner und strahlender denn je und aus ihren Mienen sprach vollste Zufriedenheit mit sich selber, mit dem Feste und der eigenen Bedeutung auf demselben. In ihrem Herzen aber lebte die Spannung und Erwartung, das Schicksal sollte heute ja entscheiden Sie hatte soeben mit Herrn v. Ohnstädt getanzt und lehnte nun, sich eifrig fächelnd, etwas abseits in einem Sessel, wohin ihr Partner sie geführt. Er selber war neben ihr stehen geblieben, ihre Erscheinung mit warmem Blicke um fassend, sein Antlik nahm einen ernsten Ausdruck an, man sah es ihm an, daß er etwas auf dem Herzen hatte. „ Hu, was machen Sie denn plößlich für ein ernstes Geficht, Herr v. Ohnstädt, Sie denken wohl über die Quadratur des Zirkels nach!" lachte Nataly ihn an. „ Nicht doch, Fräulein v. Schulfen, aber trotzdem ist's ein Zirkel, ein gar wundersamer, in welchem sich all' meine Gedanken einherbewegen, ein echter Zauberkreis,— immer rund herum, immer um ein und denselben Gegenstand" seine Stimme bebte leise. ,, Sie machen mich neugierig was ist denn das für ein närrischer Kreis?" Wollen Sie es wirklich wissen, Fräulein Nataly?" Es Nang eindringlich und betont. " Freilich, Herr v. Ohnstädt, ich entsage nicht so leicht dem, worauf ich mich einmal kaprizierte!" Lächelnd schaute sie ihn an. Im Stillen dachte sie:„ Das Schicksal will mir Ohnstädt bescheren, er spricht zuerst von Liebe, gut so, eigentlich ist er doch netter als Pflammern!" Da begann Ohnstädt auch schon seine Erklärung:„ Ez ist der Zauberkreis der Liebe, in dem ich mich gefangen habe, der ohne Anfang, ohne Ende ist, in dem ich nun umherirre, ruhelos, sehnsuchtsvoll, und aus dem mich nur die Hand, welche mich dorthin gebannt, erlösen kann " Wie schön er spricht!" denkt Nataly ,, cr scheint mich sehr zu lieben!" Diese Hand, welche es kann," spricht Ohnstädt weiter, welche mir die liebste und schönste auf Erden ist, die zu befizen mein höchstes Glück ausmacht, gehört-- In der Reichs lagte der neugewä Bwijchenbemerfung und dem Staatsie deutung des Rubic Grenze zwischen Ro hatte nämlich die verter Zwangsver freiten des Rubit neten Böckler in fleines wie wenn at die geschichtlic fennzeichnen wollen in feiner Heimat die erter durch Schaf Staatsjefretär ausd Beinbr der jeien gefamten Bevölkeru ganzen Sozialpolit B 311 Die Versicherung au Stelle der Alte erlebte es noch in fofort das zu fo Dam die Zwangsve Er kann nicht weitersprechen, Schritte nahen, rauschend fezt die Musik ein, und Hauptmann v. Pflammern steht vor Nataly, sie zu einer Extratour zu holen. " Sie entschuldigen," verbeugt er sich gegen Ohnstädt. Nataly erhebt sich sogleich und fliegt in des Hauptmanns Arm graziös durch den Saal. Ohnstädt dreht sich mit gekrauster Stirn unmutig seinen Schnurrbart, dann, um seine Erregtheit abzuleiten, schreitet er schnell davon und fordert eine andere Dame auf. Ueber deren Schulter hinweg suchen seine Augen Nataly, er achtet kaum auf den Takt, vergißt das glatte Parkett und sein Führeramt, Nataly gelten seine Gedanken! Die Folge davon ist, daß er stolpert, dadurch verwirrt, vollendes ausgleitet und plößlich der Länge nach auf dem Boden liegt, seine Dame mit sich reißend, das nächste Paar, gerade in einer Galoppade begriffen, kann nicht rasch genug an halten, stößt mit fräftigem Ruck an das lebende Hindernis und kommt ebenfalls unschön zu Fall! Der Tanz stockt, man ist den Gefallenen beim Aufstehen behülflich, man tuschelt, sieht sich schadenfroh und hämisch lächelnd an, die in Mitleidenschaft gezogene Dame macht ein bitterböses Gesicht und faßt prüfend nach ihrer Frisur! Ohnstädt entschuldigt sich verlegen, auf seinem Knie klafft ein Riß in dem schwarzen Beinkleid. Er flüchtet hinaus und ahnt nicht, daß Natalys Blicke ihm in Zorn und Empörung folgen, daß sie böse halb und doch halb erleichtert denkt:„ Gott sei Dank, daß er vorhin nicht dazu kam, mir seine Liebe zu gestehen, wie entsetzlich wäre es gewesen, jetzt mit einem Manne verlobt zu sein, welcher sich auf diesem reizenden este in einer solch gräulichen Art und Weise blamiert und lächerlich gemacht hat! Pflammern kam zur rechten Zeit, deutlich genug hat doch das Schicksal entschieden!" Daß dieser Unfall vielleicht nicht geschehen wäre, wenn Ohnstädt sich ihr gegenüber ausgesprochen hätte, daß er im übrigen auch Pflammern ebenso gut passieren konnte und daß es von ihr selber doch mehr als oberflächlich und unwürdig war, eine derartige Aeußerlichkeit über ein ganzes daran dachte das Weltkind Leben entscheiden zu lassen, nicht!- Den Kotillon hat Nataly dem Hauptmann v. Pflammern zugesagt. In animierter Unterhaltung sißen sie beisammen. „ Dies ist der schönste Kotillon, den ich in meinem Leben getanzt habe, Herr Hauptmann!" sagt Nataly. Pflammern sieht sehr geschmeichelt aus, ein feines Rot Heigt in sein Gesicht, dann schaut er Nataly forschend an, wie er wohl ihre Worte aufzufassen habe.„ Gnädiges Fräulein belieben zu scherzen!" antwortet er in anscheinender Ungläubigkeit. Aber nein doch, Sie Ungläubiger, ich meine es im Ernst!" " Ah!" macht er. Ein Weilchen schweigt er und spielt an seinen Handschuhen.„ Gnädiges Fräulein machen mir Mut" Mut? Bedarf es dessen denn noch bei einem so schneidigen Offizier?" Er lächelt, er weiß nun, woran er ist, ohne weitere Verlegenheit fährt er weiter fort:„ Also Attacke,- und erhoffe Kapitulation und Sieg! Gnädiges Fräulein wissen längst, daß ich für gnädiges Fräulein schwärmerettungslos"— er legt die Hand auf die Herzstelle, darf ich fragen, ob gnädiges Fräulein mich auch als Partner zum reizendsten Kotillon fürs Leben haben möchten?" Sie sinnt eine Weile nach und denkt:" Ohnstädt sprach doch viel, viel gemüt- und liebevoller, aber- flammern redet lächelnd weiter und ein seltsamer Zufall läßt ihn gerade die Worte wählen, welche Natalys Gedanken ergänzen:„ Soll himmlisch werden, kein solch lächerliches Intermezzo, wie vorhin zum Beispiel dem Ohnstädt passierte, darin vorkommen, auf Ehre!" Nataly strahlt ihm verheißend an.„ Lieber Herr von Pflammern, also ja, kurz und gern!" „ Famos!" jubelte er beglückt, Dank, tausend Dank,- das schönste Mädchen ist nun meine Braut!" " Ja, nun bin ich Braut!" sagt sie triumphierend, aber ohne sonstige Empfindung. Soll man nun lachen oder weinen, wenn man bedenkt, wodurch heutzutage doch manchmal so eine Verlobung entschieden wird!?