den fel aben S lager 12, enke 1. it lefon 407. sener Lotterie hung ärz 1904. fter gewinn: quipage mit Pferd ertem Geschirr. eiter gewinn: her Wagen mit ebft Pferd und Geschirr. tter ewinn: Sattel u. Zaum. nd Fohlen Gewinn Nr. 62. Wonnementspreto: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., s Saus gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen viertelfährlich Mr. 1,50. Bratt@ belingen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) und die Stekener Coifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Berttagen nachmittags. Montag, den 14. März 1904. Gießener 13. Jahrgang. Insertionspreis: Die einfpaltige Betttzelle für gang O heffen, die Kreise Wehlar und Marburg 10 Pfg. fouft 16 Reklamen die Petitzelle 30 refp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen, Seltersweg 8 Fernsprechanschluk Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblaff) Unabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Bekanntmachung. Es wird hiermit Folgendes zur Kenntnis der Mannschaften des Beurlaubtenstandes gebracht: 1. Die Aushändigung der neuen Kriegsbeorderungen und Paßnotizen erfolgt in der Zeit von 10. bis 25. März d. J. und zwar für die Stadt Gießen durch Ordonanzen, für die übrigen Ortschaften durch die Bürgermeistereien. - 2. Die bis jetzt noch nicht zur dienstlichen Kenntnis gebrachten Wohnungsveränderungen- auch diejenigen innerhalb der Stadt Gießen sind sofort dem Bezirksfeldwebel zu melden. - - 3. Die Mannschaften der Reserve, Landwehr I., Landwehr II., Ersaßreserve und die zur Disposition der Ersatzbehörden entlassenen Mannschaften, welche in Gießen ihren Wohnsiz haben, beauftragen, falls sie selbst nicht zu Hause sein fönnen, einen erwachsenen Anverwandten, den Hauswirt oder einen zuverlässigen Mitbewohner der mit Empfangnahme der Kriegsbeorderung, bezw. Paßnotiz. 4. Jeder Mann, der bis zum 25. März d. Is., abends, feine Striegsbeorderung oder Paßnotiz erhalten hat, meldet dies sofort schriftlich oder mündlich seimem Bezirksfeldwebel. 5. Die vom 1. April ab nicht mehr giltigen, alten, gelben Kriegsbeorderungen und die weißen Paßnotizen sind am 1. April durch die Mannschaften selbst zu vernichten, die neuen roten Kriegsbeorderungen, bezw. die neuen weißen Paßnotizen an diesem Tage in die Militärpässe einzufleben. Gießen, den 5. März 1904. Großherzogliches Bezirkommando Gießen. Nach den Militär- Debatten. ( Von unserem parlamentarischen Mitarbeiter.) Die Beratung des Militäretats verlief in diesem Jahre etwas anders als sonst. Früher waren die Sozialdemo fraten meist die einzigen, die an den Militärmißhandlungen, an dem Lurus, am Rastengeist und teilweise auch an Vortommnissen privater Natur ihre Kritik übten. In diesem Jahre aber hatte sich das Bild vollständig verändert. Sämtliche Parteien sind in der Verurteilung unliebsamer Verhältnisse vollständig einig, und auch die Militärverwaltung hat in der Frage der Militärmißhandlungen und des außerdienstlichen Aufwandes der Offiziere die Notwendigkeit von Reformen bereitwillig anerkannt. Trotz dieser sachlichen Uebereinstimmung zwiſchen links und rhts klaffte diesmal zwischen beiden Richtungen eine Kluft größer denn je. Ob durch die Schuld der Sozialdemokratie oder nicht, das bleibe dahingestellt. Die Regierung sowohl, als auch die rechtsstehenden Barteien hatten den Eindruck, daß die Sozialdemokratie das Messer der Kritik nur deshalb gewetzt habe, um mit ihren Ausführungen das Volk zu erregen, und noch in einer der Buchacker, testen Sitzungen wurde von dem Nationalliberalen Grafen Oriola ihr Verhalten gegenüber der Frage der neuzuschaffenden Unteroffizierstellen als ein Beweis für die Unsachlichkeit für 10 Mark. Der Stritik gegen sie ausgespielt. Wenn die Sozialdemokratie wirklich die Mißhandlungen aus der Welt schaffen wolle, dann gebe es feinen besseren Weg als die Diensterleichterung für die Unteroffiziere durch Verminderung der Ausbildungsmannschaft, die nur durch die Vermehrung des Unteroffizierpersonals erreicht werden könne. ( für Lifte Porto 25 Pig mehr) find in afate fenntlichen ben. vertrieb, nenbäne 11. körbe, bitten, id obal seile, mmern ahl empfiehlt Müller, Aber gerade gegen diese Forderung sind die Liberalen und die Sozialdemokraten außerordentlich mißtrauisch, weil sie in den Unteroffizierstellen, wenn man dieses Bild wählen darf, die ersten Schwalben erblicken, die eine neue Heeresvorlage anfündigen. Wir unsererseits sind der Ansicht, daß in dieser Hinsicht große Ueberraschungen im nächsten Jahr kaum zu erwarten sind, daß vielmehr die ganze nationale Kraft mehr der Ausbildung unserer Seewehr zugewendet werden wird. Eine erfreuliche Errungenschaft der neuen Militärdebatte ist jedenfalls die Einmütigkeit, mit der auf eine gute Bebandlung des Volkes in Waffen gedrungen worden ist. Der Eindruck dieser Kundgebung wird bei den beteiligten Kreisen nicht ohne Nachhall bleiben. Zudem zeigt auch die Resolution ockstraße 12. der Budgetkommission den Weg, auf dem ein dauernder Schutz der Mannschaften gegen brutale Naturen zu erreichen er Mann ist. Es iſt unbedingt notwendig, daß der nächſte Dienſtvorfür unſere geſetzte wegen Mangels an Aufsicht für die Roheitsvergehen in den Kasernen und auf den Kasernenhöfen strafrechtlich mit verantwoortlich gemacht wird. Erfreulich ist außerdem olcher für unser ing möglichst per cempelfabril & Co. die Gewißheit, daß die zweijährige Dienstzeit demnächst ihre gefeiliche Regelung findet. tod. Timerman tatung war die Rede des bayerischen Generalleutnants Freieg. Fichteftr. 33. facht, berl. bie npost' Eglingen. Eine der schönsten Augenblicke aber während der Beherrn v. Endres über das Fundament des Föderativstaates. Unbedingtes gegenseitiges Vertrauen zwischen den Regierungen und Kameradschaftlichkeit im Heere, das sind die idealen Fundamente, auf denen das Reich beruht. Die innere Bewegung, mit der General v. Endres sprach und die an ven flammenden Patriotismus des Generals von der Tann erinnerte, ist der beste Beweis für den ungeschwächten Fortbestand des deutschen Freiheitsgedankens. Die Mainlinic ist endgültig ausgemerzt aus dem deutschen Reich. Wenn auch Herr v. Endres nur seine persönlichen Empfindungen zu erkennen gab, so haben seine Ausführungen doch auch eine große staatsrechtliche Bedeutung. Seine Rede hat die bolle Anerkennung des Prinz- Regenten gefunden, der sich mit Genugtuung über die freimütige, in allen Einzelheiten vollberechtigte Aussprache gegenüber den Anwürfen eines bayerischen Richters sofort nach Bekanntwerden des Reichstagsberichtes zu seiner nächsten Umgebung ausgelassen hit. Herrn v. Endres ist sofort der Ausdruck vollster Zufriedenheit der allerhöchsten Stelle mit seinem Vorgehen im Reichstage übermittelt worden. Bedauerlicherweise ist eine wertvolle, dem sozialen Empfinden unserer Zeit entsprechende Anregung des Abgeordneten Liebermann v. Sonnenberg vollständig verloren gegangen. Er hatte bekanntlich die Erhöhung des Mannschaftssoldes für den Kopf und den Tag um 10 Pfg. vorgeschlagen; jedoch soll dieser Betrag nicht ausgezahlt, sondern bis zum Ende der Dienstzeit aufgespart und dann dem Reservisten als Morgengabe des Vaterlandes bei seiner Rückkehr in das Berufsleben ausgehändigt werden. Der Mehraufwand würde allerdings nahezu 18 Millionen betragen, aber das wäre eine höchst produktive Ausgabe, produktiv namentlich auch durch den ideellen Gewinn, durch die Erwedung größerer Militärfreundlichkeit bezw. durch Verminderung der Militärscheu. Denn so viel ist sicher: die Freude an dem Waffendienst wird vermindert auf der einen Seite durch die Furcht vor einer unangemessenen Behandlung und auf der anderen Seite durch den schweren Eingriff des Waffendienstes in das Erwerbsleben. Wenn beide Interessen, der Kampf gegen die Mißhandlungen und die Fürsorge für die Reservisten, von dem Staate besonders gepflegt werden würden und wenn die letzte Militärdebatte hierzu die Anregung gegeben hätte, so wäre sie trotz der zeitweiligen geistigen Dede fruchtbarer, als ie eine gewesen ist. Der Krieg in Ortalien. Die ersten amtlichen russischen Telegramme, die das neue Gefecht bei Port Arthur als recht unbedeutend hinstellten, sind inzwischen dahin richtiggestellt worden, daß es sich um ein blutiges Treffen handelte, in dem ein japanisches und ein russisches Torpedoboot sanken. Admiral Makarom berichtet über den Verlauf der Seeschlacht dem Zaren in einem Telegramm, in dem er zuerst die bereits bekannte Ausfahrt der sechs Torpedoboote aus dem Hafen meldet und dann weiter fortfährt: Es kam zu einem heftigen Kampfe, in dessen Verlaufe das Torpedoboot„ Vlastny" ein feindliches Torpedoboot durch eine Whiteheadmine zum Sinken brachte. Auf der Rückfahrt erlitt das vom Leutnant Serguejew befehligte Torpedoboot„ Steregutschy" Havarie, verlor seine Maschine und begann zu kentern. Um 8 Uhr früh kehrten fünf Torpedoboote zurück. Als die Lage des„ Steregutschy" offenbar kritisch wurde, hißte ich meine Flagge auf dem „ Nowik" und eilte ihm zu Hilfe. Aber fünf feindliche Kreuzer umringten unsere Torpedoboote, und das feindliche Panzergeschwader näherte sich. Es gelang mir nicht, den„ Steregutschy" zu retten, welcher ſank. Die Besakung geriet teils in Gefangenschaft, teils ertrank sie. Von der Besatzung der Schiffe, die an dem Nachtgefechte teilnahmen, wurden ein Offizier schwer und drei leicht verwundet, zwei Soldaten sind tot, 18 verwundet. In einem weiteren Telegramm werden interessante Einzelheiten über das Bombardement des Hafens mitgeteilt, aus denen hervorgeht, daß auch hierbei die Verluste größer waren, als anfänglich angenommen wurde. Es heißt darin: Durch das Bombardement vom 10. März hat am meisten die Neustadt gelitten. Durch eine krepierende Granate wurden ein Anwalt, die Tochter eines Oberſten und eine andere Dame getötet. Ferner erlitt ein Chineſe den Tod; auch wurden einige Chinesen und ein Kutscher verwundet. Der Kommandant General Stößel und sein Stab entgingen auf der Batterie mit genauer Not der Gefahr, durch Granatsplitter verwundet zu werden. Auf dem Goldenen Berg wurden ein Leutnant und ein Soldat verwundet und an der elektrischen Scheinwerferſtation zwei andere Soldaten. Man sah deutlich, wie ein japanisches Panzerschiff von einem russischen Geschoß getroffen wurde und sich danach langsam entfernte. Die Kanonade war äußerst heftig. Um 12 Uhr 45 Minuten verstummte der Geschüßdonner. Wie aus einer weiteren Nachricht hervorgeht, ist das beschädigte japanische Kriegsschiff der Kreuzer Takassago". Ueber die weiteren Operationen verlautet nichts Wesent liches. Eine Londoner Meldung von einem neuen großen japanischen Truppentransport nach Korea ist mit Vorsicht aufzunehmen. Danach sind seit zehn Tagen sechzehn japanische Truppentransporte in einem Hafen an der koreanischen Küste gelandet worden, den die Japaner Raidschu nennen, und der etwa 12 Stunden von Tschemulpo entfernt sei. Der Hafen biete einen hervorragenden Ankerplak, habe aber eine enge, sehr gefährliche Einfahrt, weil hohe Felsen dieselbe beengten. Vier japanische Kreuzer und eine Anzahl Torpedoboote lägen nördlich der Einfahrt als Wachtschiffe. Ein Torpedobootzerstörer sei aufgelaufen, aber nur leicht beschädigt, ein Transportschiff dagegen völlig wrack geworden. Seit dem 27. Februar seien zehntausend Japaner in Raidschu gelandet. Kaifer Wilhelms Mittelmeerfahrt. Der Kaiser hat von Bremerhaven aus auf dem Dampfer ,, König Albert", den ihm der Norddeutsche Lloyd zur Verfügung gestellt hat, die Reise nach dem Mittelmeer angetreten. Der Dampfer, der unter Führung des Kapitäns Polack steht, gehört zu den größten und schönsten der Lloyd- Flotte. Das Schiff hat fast 11 000 Registertons, und die Maschine bon 9000 Pferdekräften gibt ihm eine Geschwindigkeit von 15 Knoten. Der Kaiser bewohnt vier, vorn am Steuerbord unmittelbar am oberen Promenadendeck gelegene hübsche Zimmer, von denen das Arbeitszimmer das geräumigste ist. Die Wände sind in weißer Lackfarbe gehalten und mit einigen Gemälden, Schlösser darstellend, in meergrün geschmückt. Die Einrichtung besteht aus einer Chaiselongue, einem Wanddivan und einem Arbeitsstuhl, sämtlich mit grobgenarbtem, ganz hellfarbigen Leder gepolstert, ferner einem ungewöhnlich großen Arbeitstisch aus hellem Holz. Zwei große Spiegelscheiben ermöglichen dem Kaiser, vom Arbeitstische aus seine Blicke über das Meer schweifen zu lassen. Durch eine Tür gelangt man vom Arbeitszimmer nach vorn in den Damen- oder Gesellschaftssalon, von dem man, wie von einer Galerie, in den Hauptsalon hinunterblickt. Eine andere Tür führt vom Arbeitszimmer in das Schlafzimmer, dessen Wände und Divanpolster in zartfarbigem Seidendamast gehalten sind. Das mit feinstem Leinen überzogene Bett ist das in den besseren Kabinen an Bord übliche. Ein fomfortables Toilettezimmer und ebensolches Vadezimmer, beide in weißem Marmor, heller Farbe und ebensolchem Holze gehalten, schließen sich nach hinten zu weiter an. Daneben befindet sich, vom Arbeitszimmer aus zugänglich, ein großer Raum für die Garderobe des Kaisers. Unmittelbar por den kaiserlichen Gemächern führt eine Treppe hinunter in den Hauptsalon, in welchem der Monarch mit seinem Gefolge und Gästen die Mahlzeiten einnehmen wird. Begleiten wir in Gedanken den Lauf des schnellen Schiffes bis Neapel. Sobald es Vlissingen passiert hat und in den Kanal eintritt, bietet sich den Reisenden das ungemein interessante Bild eines so regen Schiffsverkehres, wie man es in feinem anderen Teile der Welt sehen kann. Alle die gewaltigen Dampfer, die, aus allen Ländern der Erde kommend, nach Southampton, London, Havre, Antwerpen, Rotterdamt oder den deutschen Häfen gehen, müssen diesen Weg einschlagen. Man sieht hier alle Typen der Handelsschiffe, die man sich nur denken kann. Auch ist der Kanal von Seglern aller Art belebt, und nicht selten begegnet man einzelnen Kriegsschiffen oder Kriegsgeschwadern, die entweder auf der Reise begriffen sind oder Uebungen abhalten. Nach dem Verlassen des Kanals läuft das Schiff in südlicher Richtung direkt in die Biscaya hinein, die als unruhige und stürmische See einen schlechteren Ruf besitzt, als sie eigentlich verdient. Es ist ja richtig, daß sie unter Umständen sehr böse auftreten fann, aber um ein Schiff wie den König Albert" zu einem einigermaßen lustigen Tanz zu bewegen, bedarf es schon einer sehr groben See. Auch dieser Weg ist außerordentlich belebt, ihn müssen alle die Schiffe einschlagen, die nach Westafrika, Südamerika oder nach dem Suezkanal gehen. Recht häufig wird der Kaiser auf dieser Fahrt der deutschen Flagge begegnen. Sobald man die Biscaya durchsegelt hat, fährt man entlang der spanisch- portugiesischen Küste, und wenn diese auch nicht den großartigen Eindruck macht, wie die spanische Ostküste mit ihren schneebedeckten Bergen, so bietet sie doch mehr als einmal ein sehr anmutiges Landschaftsbild. Fällt dann dec Anker auf der Neede von Gibraltar, so sieht der Kaiser vor lic, eines der erstaunlichsten und fremdartigsten Felsengebilde, die durch eine ungeheuere Arbeit von Menschenhand zu einer gewaltigen Festung ausgebildet worden sind. Die rauheren Gebiete des Atlantischen Ozeans sind damit verlassen und das Schiff steuert weiter auf den ruhigeren Gewässern des Mittelmeeres. Die Fahrt an der Südostküste Spaniens entlang ist eine der schönsten und interessantesten, die man sich nur wünschen fann. Bis zur Höhe von Cartagena fährt der Dampfer fast immer in Sicht der Küste, auf der mittlere Erhöhungen terrassenmäßig nach dem Lande zu aufsteigen. Fast überall sieht man kleine, von weitem sehr weiß und sauber erscheinende Städte und Ortschaften und manchmal schneiden Flüsse sehr pittoreske Täler mit hafenartzen Ausbuchtungen in die Vorverge ein. Dahinter aber erblickt man in stundenTanger Fahrt das grandiose Panorama der Sierra Nevada, die sich im langen Hochgebirgszuge ungefähr parallel der Küste erstreckt. Es ist eine vollkommene Alpenlandschaft mit stets in den Formen wechselnden gewaltigen Kuppen und Zacken, die bis in den tiefen Sommer hinein mit Schnee und Eis bedeckt sind. Vom Cap de Palos lenkt der Kurs auf hohe See und nach kurzer Fahrt erreicht man die Pitiusen und Balearen, Inselgruppen, die wohl nur ganz selten von Reisenden besucht werden. Von See aus betrachtet, machen sie einen freundlichen und anmutigen Eindruck, etwa wie die rebenbestandenen Ufer des mittleren Rheins. Von Port- Mahon dürfte wahrscheinlich der Kurs südlich von der Insel Sardinien genommen werden, da die nördliche Passage zwischen Korsika und Sardinien bon großen Schiffen gern vermieden wird, weil die Durchfahrt bei ungünstigem Wetter, mit dem man ja immerhin rechnen muß, nicht ganz leicht ist. In Neapel wird die Jacht Hohenzollern" ihren kaiserlichen Herrn erwarten, um mit ihm weitere Kreuzerfahrten im Mittelländischen Meere anzutreten. Die Ausfahrt des König Albert" wurde durch dichten Nebel gestört. Das Schiff mußte der Sicherheit wegen für ehrere Stunden an einer engen Stelle des Weserfahrwassers bei Meyerleyde vor Anker gehen. Der junge König von Spanien reist am Montag zum Empfang des Kaisers nach Vigo ab, wo er an Bord der„ Giralda" Wohnimg nimmt. Auch der Panzer Pelayo" ist dorthin beordert. Ferner werden der Generalfapitän von Galizien und der Kommandant der Marinestation Ferrol dort erwartet. Die Militär- und Marinebehörden von Vigo wollen dem KaiserSchiff entgegenfahren. Lotsen sind nach den Dusinseln beordert. Die Politik. Der vom Gouverneur Leutwein erbetene TruppenNachschub für Deutsch- Südwestafrika ist bereits be= schlossene Sache: An 1000 Mann sollen in die Kolonie entsandt werden. Die Genehmigung des Kaisers zur Entsendung der Truppen steht vor der Tür. Aus guter Quelle erfährt unser Berliner CB.- Mitarbeiter, der Reichskanzler habe in Bezug auf die Meldung des Vorwärts" von der Reichstagsauflösung geäußert:„ Für ein Regierungsdementi zu dum in!" * Auf das Gesuch des Lahn- Kanalvereins um Einbeziehung der Lahnkanalisation in die große wasserwirtschaftliche Vorlage hat Minister Bud de erwidert, daß er vorläufig nicht in der Lage sei, zu der Frage der Kanalisierung der Lahn entscheidend Stellung zu nehmen. Er werde indessen nicht verfehlen, eine Prüfung der Angelegenheit einzuleiten. Oefterreich- Ungarn. So erfreulich der Sieg Tiszas über die Opposition im Interesse der Donaumonarchie und des Dreibundes ist, so fomisch muten die Ueberschwänglichkeiten an, mit denen die eben noch so grimmigen Gegner ihren Friedensschluß begleiten. Franz Kossuth, der Hauptmatador der Obstruktion und der hitzigste Gegner Tiszas, richtete auf die Kunde von der Beilegung des parlamentarischen Kriegszustandes einen Brief an den Ministerpräsidenten, in welchem er den Grafen Tisza zu seinem Erfolge beglückwünscht, ihm für seinen Entschluß dankt und bedauert, daß er durch seine Krankheit_verhindert war, an der letzten Sigung teilzunehmen. Tisza besuchte den kranken Kossuth am nächsten Nachmittag. Das fann man verstehen. Unverständlich und unwiderstehlich komisch ist es aber, wenn die ungarischen Abgeordneten, ohne Unterschied der Partei, dem Kossuthianer Thaly zur Erinnerung an die Versöhnung mit dem Ministerium eine Ehrengabe stiften wollen! Als wenn Thaly wirklich der Friedensstifter, als wenn er nicht ein Strohmann Kossuths und seine Mahnung zur Einigkeit nicht eine vom Ministerium und den Parteien bestellte Arbeit gewesen wäre! Der Ueberschwang der Ungarn trit: auch in den vielen Telegrammen zutage, die aus allen Teilen Ungarns beim Abgeordnetenhause eingehen. U. a. erflärten 400 in Wien lebende Ungarn am Schlusse eines dithyrambischen Glückwunschtelegrammes, sie hätten unter sich eine Sammlung veranstaltet, um als bleibendes sichtbares Zeichen zur Erinnerung an dieses Ereignis, wahrscheinlich einen Friedensbrunnen in Bu= dapest zu errichten. Türkei. Sultan Abdul- Hamid soll nicht unbedenklich erkrankt sein. Kränklich war der Beherrscher der Gläubigen schon immer, jezt gesellt sich dazu, wie vertrauliche Berichte der am Goldenen Horn tätigen Diplomaten besagen, zunehmende Schwäche und eine hochgradige nervöse Ueberreizung. Diese soll so stark sein, daß seiner Umgebung jeder Verkehr mit ihm oft tagelang unmöglich wird. Der Sultan sperrt sich hartnäckig gegen die von den Ententemächten dringend geforderte Bollziehung des Reformentwurfs für die mazedonische Gendarmerie und des Abkommens mit Bulgarien. Sollten diese Gerüchte über den Zustand des Sultans nicht lediglich Ausstreuungen der türkischen Diplomatie sein, um für die Saumseligkeit der Pforte in Sachen der mazedonischen Reform ein Deckmäntelchen zu schaffen? Afrika. Die Engländer haben den Feldzug gegen den tollen Mullah anscheinend schon herzlich satt. Sie beginnen ihm bereits gut zuzureden, er möchte sich doch unterwerfen. Selbstverständlich ist dieses Zureden diplomatisch mit Drohungen verbrämt: General Egerton, der Leiter der britischen Operationen gegen den Mullah, hat diesen wissen lassen, daß der Krieg nicht eher aufhören werde, als bis der Mullah tot oder gefangen sei, es sei denn, daß er sich unter Auslieferung einer angenommenen Anzahl Gewehre den Engländern unterwerfe. Wir vermuten, diese Mitteilung wird den Mullah fühl bis ans Herz hinan lassen. Der gegenwärtige Moment, wo die britischen und abessynischen Truppen in ihre Standquartiere haben zurückgehen müssen, weil der Mullah es vorzieht, in der Wüste sich seines Lebens zu freuen, ist schlecht gewählt, um ihm ins Gewissen zu reden. Ihn wird es auch nicht weiter stören, wenn die Engländer kleine Trupps seiner Anhänger niedermachen, wie es dem General Manning fürzlich mit 150 Mullahleuten geglückt ist. Hus den Parlamenten. * Die Kommission des Abgeordnetenhauses hat den Gesetzentwurf betreffend Abänderung des Gesetzes über ärztliche Ehrengerichte, das Umlagerecht und die Kassen der Aerztekammern nach den Beschlüssen erster Lesung ohne irgend welche Abänderungen in zweiter Lesung angenommen und den Bericht festgestellt. Deutfcher Reichstag. ( 56. Sizung.) CB. Berlin, 12. März. Die end giltige Annahme der Unteroffiziersvorlage ist im letzten Augenblick noch hinausgeschoben worden; das Haus war nämlich nicht beschlußfähig, was durch den„ Hammelsprung" festgestellt wurde, der zum erstenmal in der neuen Legislaturperiode zur Anwendung kam. Infolgedessen mußte die Sitzung abgebrochen und auf Montag vertagt werden. Vorher gab es noch eine kurze Debatte, die vom Grafen Kanit( kons.) eingeleitet wurde. Redner tritt für volle Bewilligung der Regierungsvorlage ein. Gerade mit Rücksicht auf die im nächsten Jahre kommende Militärvorlage wollten seine Freunde von den Forderungen der verbündeten Regierungen nichts abbröckeln lassen. An Geld werde es nicht fehlen, wenn man nur den neuen Zolltarif ohne Rücksicht auf die Handelsverträge in Kraft setzen wolle. Abg. Ledebour( Soz.) spricht offen aus, daß das Zentrum durch Aufhebung des§ 2 des Jesuitengesetzes zu seinem Entgegenkommen veranlaßt worden sei. Redner erklärt, daß seine Fraktion nichts bewilligen werde. Abgg. Stockmann ( Rp.) und Schrader( frs. Vgg.) sind für Bewilligung der ganzen Forderung. Abg. Bebel( Soz.) findet, daß schon jett Unteroffiziere genug im Heere vorhanden seien: immer einer auf sechs Mann, während in der Volksschule oft nur ein Lehrer auf achtzig Kinder komme. Aus der sonstigen Debatte ist zu erwähnen, daß Kriegsminister v. Einem anerkennt, daß für die Gemeinden hinsichtlich der Einquartierungslasten etwas geschehen müsse. Doch lasse sich die Sache besser in der Kommission erörtern. Daraufhin beantragte Abg. Gröber die Verweisung seiner bezüglichen Resolution an die Budgetkommission. Die hierauf folgende Abstimmung ergab das im Eingang des Berichts erwähnte Resultat. Preussischer Landtag. ( 40. Sigung.) Haus der Abgeordneten. RK, Berlin, 12. März. Auch der zweite Tag der Beratung des Etats des Ministeriums des Innern brachte eine Debatte über die Russen debatte. Von der rechten Seite des Hauses her wiederholten eine ganze Anzahl Redner den schon gestern Herrn v. Hammerstein vom Abg. v. Heydebrand gemachten Vorwurf, er habe unrecht getan, dem Reichstage wegen der Behandlung der russischen Studenten durch unsere Behörden Rede und Antwort zu stehen. Nationalliberale und Freisinnige Volkspartei verteidigte demgegenüber dies Verfahren des Ministers als taktisch klug, schon dehalb, weil es eine schwere moralische Niederlage für die Sozialdemokratie bedeutet habe. In der Debatte betonte insbesondere der volksparteiliche Redner, die Freisinnige Volkspartei werde jederzeit an der Seite der übrigen bürgerlichen Parteien zu finden sein, wenn es den Kampf gegen die Sozialdemokratie gelte. Nur Ausnahmegesetze gegen diese mache sie nicht mit. Sonst war an der Debatte von einigem Interesse noch eine Erklärung des Ministers über die welfische Bewegungin Hannover, die er um ihres Zieles, der Rosreißung Hannovers von Preußen, willen als staatsfeindlich" charakterisierte. Dann wurde dem Minister sein Gehalt bewilligt, und das Haus vertagte sich auf Montag. Intimes aus dem Vatikan. Rom, 12. März. Als der jetzige Träger der dreifachen Krone den Stuhl Petri bestieg, sprach er das Wort von dem religiösen Papst, der mit ihm dem politischen Papste Leo XIII. folge. Wer daraus damals schließen wollte, Pius X. werde alle politische Betätigung aus seinem Wirken an der Spitze der katholischen Christenheit ausscheiden, der hat sich, wie jeder neue Tag jetzt mit größerer Deutlichkeit lehrt, gründlich geirrt. Nur ist Pius X. Politik ganz anders als die seiner beiden Vorgänger, sie ist ihr cbsolutes Widerspiel. Krieg wider das neue Königreich Italien, Krieg wider das Haus Savoyen war die Losung Pius IX, Leos XIII. Pius X, der als Giuseppe Sarto, Kardinal von Venedig, in guten Beziehungen zum römischen Königshause stand, befolgt die entgegengesetzte Taktik: Die Aussöhnung mit dem Königreich und der Dynastie gedenkt er zur Basis seiner Politik zu machen. Das haben schon eine Reihe kleiner Symptome seit seinem Regierungsantritt mehr oder minder deutlich verraten, das hat er jetzt mit klaren Worten in einer Versammlung der Kardinäle erklärt. Es sei seine Absicht, sagte er, allen Kirchenfürsten klar zu machen, daß die römisch- katholische Kirche nicht weiter wie eine Feindin auf Feindesboden leben könne. Das hieß in drei Worten: Aussöhnung mit Italien! Selbstverständlich macht sich gegen solche Absichten des Papstes der entschiedene Widerspruch der älteren Kardinäle aus der Schule Rampollas geltend. Dieser selbst ist die Seele der Agitation gegen die Versöhnungspolitik des Papstes. Sein Werk war es auch, daß Papst Pius mit seinem ersten Versuch, seinen Frieden mit dem Staate zu machen, nicht durchdrang: Dieser Tage versammelte der Papst sämtliche Kurienkardinäle zu einer Beratung darüber, ob angesichts der finanziellen Lage des Heiligen Stuhles nicht die jährliche Apanage von 3 Millionen Lire, welche im italienischen Gesetz festgesetzt ist, von der italienischen Regierung anzunehmen wäre. Die Majorität der Kardinäle sprach sich auf Rampollas Betreiben dagegen aus. Die Annahme des Geldes hätte nämlich nicht mehr und nicht minder als die offizielle Anerkennung des italienischen Staates durch den Vatikan, die Pius IX. und Leo XIII. stets verweigert hatten, bedeutet. Nicht hindern läßt sich indessen der Papst an der Wiederanbahnung guter persönlicher Beziehungen zur Dynastie Savoyen. So sind neuerdings auf Betreiben des Papstes zwischen ihm und der Königin- Mutter Verhandlungen über einen Besuch der Königin bei Pius X. geführt worden, der zunächst freilich inkognito erfolgen soll. Die Verhandlungen sind nahezu abgeschlossen, und mit einem nahen Besuch der Königin im Vatikan kann man mit Sicherheit rechnen. Erfreulicherweise kommt die italienische Königsfamilie den Bemühungen des Papstes auf halbem Wege entgegen. So hatte Pius X. dieser Tage einige Zöglinge des Klosters Sacré coeur, darunter zwei Töchter einer Hofdame der Königin Helena, empfangen. Der Papst fragte die beiden Mädchen, warum ihre Mutter ihn nicht mehr so oft wie früher besuche, und empfahl ihnen, ihrer Mutter eine Fortsetzung ihrer Besuche nahezulegen. Die Bevölkerung begrüßt diese Erscheinungen mit um so größerer Befriedigung, als bisher nicht recht wußte, an wen sie sich halten sollte. A den König oder an den Papst... Hus dem Gerichtsfaal. Privat Biehung der Heffife folgende Gewinne 10000 M. auf M 8016, 8183, 68 697 Der Brof den Geheimen Schu fager Neumann b hilfen Schüler und Gife von Schotten § Das Urteil im Zwickauer Kellerwechselprozeß lautete für den Hauptangeklagten Händel auf drei Jahre Gefängnis un drei Jahre Ehrverlust. Reuter- Leipzig wurde zu drei Jahre neun Monaten Gefängnis und vier Jahren Ehrverlust, Eppler- Zwickau zu ein Jahr acht Monaten Gefängnis und zwei Jahren Ehrverlust und Keller- Leipzig zu ein Jahr drei Monaten Gefängnis verurteilt. Die übrigen zehn Angeklag ten erhielten Gefängnisstrafen von zwei bis elf Monaten § Zuchthaus- Rekruten. Wegen Meuterei und Körperver legung hatten sich gestern acht Fürsorgezöglinge der Pro vinzial- und Erziehungsanstalt zu Zeit vor dem Schwur. gericht in Neuenburg zu verantworten. Wie wohl noch er. innerlich, überfielen die im Alter von 15-18 Jahren stehen. den Burschen einen Aufseher, knebelten und mißhandelten ihn und entrissen ihm sodann die Schlüssel, worauf sie ungehindert aus der Anstalt flüchteten. Sie wurden jedoch schon nach einigen Tagen wieder ergriffen, nachdem sie in der Umgegend ber schiedene Diebstähle verübt hatten. Die Angeklagten er hielten Strafen von 6 Monate Gefängnis bis 4 Jahr 1 Mo nat Zuchthaus. § Im Kischinewer Prozeß gegen Rußnak und 52 andere Angeklagte wegen der gegen die Juden begangenen Aus. schreitungen fällte der Gerichtshof nach zweiwöchentlicher Verhandlung gestern das Urteil. Achtzehn der Angeklagten waren des Mordes, die übrigen der Teilnahme daran beschuldigt. Rußnak und Bordian wurden der Ermordung des Ehepaares Fonarschi schuldig befunden und zu vier Jahren bezw. acht Monaten Zwangsarbeit verurteilt. Fünfzehn andere Angeklagte wurden zu Freiheitsstrafen von vier Monaten bis zu einem Jahre verurteilt, 36 freigesprochen. Nab und Fern. Neue Hochwassergefahren. Infolge schnellen Schmelzens der in den Bergen liegenden Schneemassen während der letzten warmen Lage ist vielfach wieder Hochwasser eingetreten. J Ratibor ist die Oder seit Mittwoch um 172 Zentimeter ge stiegen, die Neiße von gestern bis heute um 108 Zentimeter; auch andere Flüsse Schlesiens steigen schnell. Die Höhe des Rheins beträgt bei Köln bereits 3,26 Meter; die Neben flüsse sind stark im Steigen begriffen. Mordlust oder Rache? Ein eigenartiges blutiges Drama beschäftigt die Wiener öffentliche Meinung in hohem Grade. Der Ministerialsekretär Graf Georg Napoleon Czaky feuert abends in der Nähe der Radekkybrücke, einem sehr belebten Punkt, auf die Gattin eines Reisenden, Amalie Brabenez, fünf Revolverschüsse ab und verlegte sie schwer. Der Graf wurde festgenommen. Er erklärte, er kenne die Frau nicht, er habe nur jemand erschießen müssen. Auch die Frau er klärte, den Grafen nicht zu kennen. Doch hegt man an dieser Darstellung große Zweifel. Die Brabeneß ist eine bekannte Schönheit. Ein Wachmann sah, daß Czaky von der Trambahn sprang und der Frau nacheilte, die sofort vor ihm die Flucht ergriff. Man mutmaßt, daß zwischen den beiden ein Liebes verhältnis bestanden und der Graf das Revolverattentat aus Rache begangen habe. bach. * * Samstag im Residenzschloffe bon Mainz Herrn des Staatsminister nommen. * Sicherem * 30g am 23. 6. * Der 8 we gegangen, welche f Intereffe und weitg trag vom Abg. UI offentligung Derfelbe lautet: Die Kammer Regierung zu * Ein Dynamitanschlag, der gegen das Dewey- Theater in Salt Lake City( Utah) geplant war, wurde noch rechtzeitig entdeckt. Im Erdgeschoß wurde eine große Menge Dynamit gefunden. An dem Sprengstoff war eine mecha= nische Vorrichtung angebracht, die ihn in einem bestimmten Zeitraum zum Explodieren gebracht hätte. Die Polizeibehörden erklären, daß zweifellos ein Anschlag, das Theatergebäude während einer Vorstellung zu zertrümmern und einen großen Verlust von Menschenleben herbeizuführen, bestanden habe. Eine Spur der Unholde, die den teuflischen Plan ersonnen haben, soll bereits entdeckt sein. † Dem irdischen Richter entzogen. Der wegen zahlreicher Eisenbahndiebstähle verhaftete Zugführer Böhning war vor einigen Tagen aus dem Gerichtsgefängnis in Herford ent wichen, doch konnte der Flüchtige bald darauf auf dem Bahnhofe in Osnabrück wieder dingfest gemacht werden. Er hat sich jetzt in der Gefängniszelle erhängt. Böhning galt als überführt, seit Jahren die Effekten der Reisenden erbrochen und sie ihres Inhalts an Wertgegenständen beraubt zu haben. Gattenmord. In Kostschin( Posen) erschoß der Wirt Brüger seine Ehefrau, mit der er in Unfrieden lebte, und nahm sich darauf selbst das Leben. Seinen alten Eltern jatte er zuvor von seinem unseligen Entschule Mitteilung jemacht. Die deutschfeindlichen Ruhestörungen in Prag wollen trop aller polizeilichen Maßregeln noch immer kein Ende nehmen. Die Ruhestörer sind organisiert und werden von gut gekleideten Männern geführt, die sich abseits von der Menge halten. Auf deren Anweisung wurden deutsche Ruleurstudenten wiederholt von der Menge eingeschlossen, an breitung magungen aufzugeben, ihre machungen al gleichzeitig jeden Kreis zugeben, welche eventuell auch fönnte, jedoch Inhalt haben fcheinungsfreis Selbstfoften als Der zweite Antro betrifft die Großhe Wir beantrag Großherzogliche mit dem Landt insbesondere do der Großherzog zum größten gelangen. handlungen im Beilage Nr. 15 Militär * tragt mit Wahrneh raiftabes 18. Arme ernannt. v. Winte fanterie- Regiment zum Oberstleutnan aggreg. dem Gen Dienstleistung bei Belaffung bei di Armee eingereiht. zur Dienstleistung Schwendy, Leutnar ( 2. Groph. Seff.) Leutnant im Gard schieden und, unter Sen Offizieren à la * Die Neu follen demnächst in leitung führt die Be Hofmann aus Her ** Wie uns * vor der betr. Pri Schüler der Get Lenz, Sohn des für einjährig S ein recht erfreuliche ** Theater vereinsvorstellung befannt machen, Der Dieb" 11 Moliere's Die Der langen Aranth Stud die weiblic führung erst am 2 dt Nationa Mauern und Häuser gedrängt und mußten von der Polizei Nachdem die Stadtt befreit werden. Die Geschäfte wurden sofort bei Beginn Bustimmung dazu auch vor dem neuen Deutschen Theater stattfanden, dauern überlassen wird, ist der Ansammlungen geschlossen. Die Kundgebungen, die bis spät in die Nacht. Die Menge, in der auch mit den nationalen böhmischen Farben geschmückte Mädchen und Knaben sich bemerkbar machten, warf mit Steinen, verlegte Wachmänner und verübte Sachbeschädigungen. Die Unibersität Wien ist infolge der in der Studentenschaft Rationalen G Gefangvereins nunn fingsten und am Bießen also wiederum hon oft unter über die Prager Vorgänge herrschenden Erregung bis auf glänzend durchgeführt weiteres geschlossen worden. Die frühere Kronprinzessin von Sachsen, jezige Gräfin Montignoso, wird in der nächsten Zeit die Insel Wight ver Aufenthalt nehmen. jur Mitwirkung an reitenden Kommiffion ft in vollem Gange. lassen und in der Nähe von Lindau am Bodensee dauernden legen bereits vor, 1 A Vitriolattentat. Die KapstädterGoldminenaristokratie isl durch einen furchtbaren Vorgang in große Aufregung ber setzt worden. Die Schwiegertochter des Millionärs Marais machte im offenen Speisesaal des Lord Nelson- Hotels auf ihren Schwiegervater ein Vitriolattentat. Marais schwebt in Gefahr, zu erblinden. um die Siegespalm augeren Rahmen wi wahrend das eigent Gesellschaftsbe Des Cafe Leib u Richterfollegium vor plages foll fidh die S bon 32 Meter Lange fich rechts und lints bäude für Bierwirt To oft wie frit eine Fortie ng begrüßt& edigung, als alten sollte. mal. rozeß lautete e Gefängnis e zu drei Jah ren Ehrber Gefängnis u ein Jahr& zehn Angel is elf Monat und Körper glinge der or dem Sch Sie wohl nod 8 Jahren steh mißhandelteni if fie ungehind dhon nach eini Umgegend Angeklagten 34 Jahr 19 und 52 and egangenen vöchentlicher B ngeklagten more aran bejuli ng des Ehre ahren hat ndere Angellage ten bis zu eine Ten Schmelzen grend der let ingetreten. Bentimetr 108 Bent L.- Die Sob eter; die Neben blutiges Dram in hohem Grade on Czaky feuer em sehr belebte malie Braben wer. Der Gra e die Frau ni ch die Frau a t man an dila st eine befam on der Trumbab r ihm die Flud eiden ein Liebe olberattentat a Dewey- Th urde noch ne große war eine m inem bestimmt e. Die Polize ag, das Theater rtrümmern und herbeizuführen e den teuflisch ein. vegen zahlrei Böhning war b in Herford en f auf dem Bahn werden. Er ha Böhning galt al ifenden erbrochen beraubt zu haben. erschoß der Wirt cieden lebte, und en alten Eltern Nufle Witteilung in Prag wollen mer fein Ende nd werden von abseits von der Lokales. 14. März 1904. ** Privattelegramm. Bei der heutigen der heutigen Ziehung der Hessisch- Thüringischen Landes lotterie wurden folgende Gewinne gezogen: 40000 Mt. auf Nr. 47015, 10000 Mt. auf Nr. 12517, 65356, 5000 Mt. auf Nr. 8016, 8183, 68 697. ** Der Großherzog empfing am 12. März u. a. den Geheimen Schulrat Dr. Rausch von Gießen, den Bauschäßer Neumann von Schotten, die Steuerkommissariatsgehilfen Schüler und Zinser von Schotten, den Pfandmeister Eise von Schotten den Dekonomierat Backhaus von Lauterbach. * * Samstag Mittag 122 Uhr hat der Großherzog im Residenzschlosse die Eidesleistung des neugewählten Bischofs von Mainz Herrn Dr. Georg Heinrich Kirstein im Beisein des Staatsministers Rothe in feierlicher Weise entgegengenommen. ** Sicherem Vernehmen nach gedenkt der Großher= 30 g am 23. d. M. eine Reise nach Italien anzutreten. * * Der Zweiten Kammer sind zwei Anträge zugegangen, welche für die gesamte Bevölkerung von großem Interesse und weitgehender Bedeutung sind. Der erste Antrag vom Abg. Ulrich und Genossen, betrifft die Veröffentlichung amtlicher Bekanntmachungen. Derselbe lautet: Die Kammer wolle beschließen, die Großherzogliche Regierung zu ersuchen: Zwecks besserer Ver= breitung aller behördlichen Bekannt, machungen sämtlichen Zentral- und Lokalbehörden aufzugeben, ihre zur Veröffentlichung bestimmten Bekanntmachungen allen im Kreise erscheinenden Zeitungen gleichzeitig zur Benutzung zu übersenden, oder für jeden Kreis ein besonderes Amtsblatt herauszugeben, welches alle amtlichen Bekanntmachungen enthält, eventuell auch gegen Zahlung Privatannonzen bringen fönnte, jedoch feinerlei politischen oder unterhaltenden Inhalt haben dürfte und auf Verlangen jedem im Erscheinungsfreis herausgegebenen Blatte gegen Zahlung der Selbstkosten als Beilage überlassen werden sollte. Der zweite Antrag, von Abg. Hirschel und Genossen, betrifft die Großherzoglichen Hofjagden und lautet: Wir beantragen, verehrliche Kammer wolle beschließen: Großherzogliche Regierung zu ersuchen, im Einvernehmen mit dem Landtag das Hofjagdwesen neu zu regeln und insbesondere dahin zu wirken, daß die zur Zeit in Bacht der Großherzoglichen Hofjagdverwaltung befindlichen Jagden zum größten Teil zur öffentlichen Versteigerung gelangen. Wir nehmen hierbei Bezug auf die Verhandlungen im XXIII. Landtag vom 14. März 1879 und Beilage Nr. 151 Anlage III. * Militärdienst nachrichten. v. Kleist, beauftragt mit Wahrnehmung der Geschäfte des Chefs des Generalstabes 18. Armeekorps, zum Chef dieses Generalstabes ernannt. v. Winterberger, Bataillons- Kommandeur im Infanterie- Regiment Kaiser Wilhelin( 2. Großh. Hess.) Nr. 116, zum Oberstleutnant befördert. van den Bergh, Hauptmann aggreg. dem Generalstabe der Armee und fommandiert zur Dienstleistung beim Generalstabe des 18. Armeekorps, unter Belassung bei diesem Generalstabe in den Generalstab der Armee eingereiht. Vom 1. April 1904 ab auf ein Jahr zur Dienstleistung beim großen Generalstabe kommandiert: Schwendy, Leutnant im Infanterie- Regiment Kaiser Wilhelm ( 2. Großh. Hess.) Nr. 116. Graf zu Solms- Laubach, Leutnant im Garde- Jäger- Bataillon, auf sein Gesuch ausge= schieden und, unter Belassung seiner bisherigen Uniform zu den Offizieren à la suite der Armee übergetreten. * Die Neubauten am Gießener Bahnhof sollen demnächst in Angriff genommen werden. Die Bauleitung führt die Betriebs- Inspektion I, Gießen, bezw. Architekt Hofmann aus Herborn. *** Wie uns mitgeteilt wird, bestand in voriger Woche vor der betr. Prüfungskommission in Darmstadt der frühere Schüler der Gewerbeschule zu Gießen, Friedrich Lenz, Sohn des Schreinermeister Lenz zu Gießen die Prüfung für einjährig Freiwillige mit gutem Erfolg. Gewiß ein recht erfreuliches Zeichen gewerblicher Ausbildung. ** Theater Verein Gießen. Die letzte Theater vereinsvorstellung wird uns mit zwei französischen Lustspielen befannt machen, mit Oftave Mirbeau's neuem Einafter " Der Dieb" und mit dem kassischen dreiaftigen Lustspiel Moliere's Die Schule der Frauen". In Folge der langen Krankheit von Frl. Hellberg, die in letterem Stück die weibliche Hauptrolle spielen soll, kann die Aufurden deutsche führung erst am Montag, den 21. d. Mts., stattfinden. Dost der Polize it bei Begin ngefchloffen, an gebungen, di schließender Querbau bestimmt, um Cafe und Geschäftsräume aufzunehmen, während ein prächtiges Portal den Eingang bilden soll. Durch zahlreiche elektrische Lampen wird diese Festplaganlage beleuchtet. In der Haupthalle werden ge= meinsame Chöre hiesiger Gesangvereine und des festgebenden Vereins aufgeführt, dort wird die Regiments musit ihre Ronzerte geben und Festbankette abgehalten werden. Die Verhandlungen betreffs eines Jurplaßes, zu dem bereits zahlreiche Meldungen von Schaubuden, Karoussels usw. vorliegen, sind noch nicht abgeschlossen. Es steht indes sicher zu erwarten, daß sich in der Nähe ein geeigneter Plaß finden wird. Eine festliche Ehrenpforte wird auf dem Wege vom Bahnhof in die Stadt die Gäste bewillkommen, ein glänzender Festzug wird sich zu Beginn des Festes durch die Stadt bewegen; es steht zu erwarten, daß zahlreiche Vereine aller Art daran teilnehmen. Morgens wird ein Weckruf durch die Stadt gehen. Auch ein Feuerwerk ist vorgesehen. Man ersieht aus diesen kurzen Andeutungen, daß es sich um ein Feft großen Stiles handelt, wie es unsere Stadt eben zu feiern versteht. Alle Vereine, die später vielleicht auch einmal ihrerseits auf das Interesse der Bürgerschaft rechnen, werden sicher das ihrige tun, die Veranstaltung mitwirkend zu unterstüßen. Daß die Festleitung einer Anzahl würdiger Ehrenpreise bedarf, um nicht gegen andere Städte zurückzustehen, ist gewiß. Nach dieser Richtung ist aber ein Appel an die Gießener noch niemals erfolglos gewesen. So wollen wir hoffen, daß alle guten Geister mitwirken, um unserer guten Stadt den Ruf einer bewährten Feststadt zu erbalten. Als Nachtrag zu früheren Mitteilungen ist zu erwähnen, daß Herr Schiffnie den Vorsitz des Finanzausschusses übernommen und Herr A. Dickoré an die Spitze des Musik-, Gesangs- und Vergnügungs- Ausschusses getreten ist. So liegen auch diese wichtigen Stellen in guten Händen. * * Billiger Sped. Für nur 75 Pfg. liefert ein Meggermeister in Gießen dem Provinzial- Siechenhaus das Kilo Speck. Solche Preise ließen sich unsere Hausfrauen jedenfalls auch gefallen. * Besizwechsel. Für 46 300 Mt. verkaufte der Weißbindermeister Pizz in Wagenborn sein Anwesen in Gießen, Moltfestraße, an den Photograph Orth in Gießen und für 24 500 Mt. ging das Anwesen des P. Michel in Gießen Frankfurterfstraße, an Bauunternehmer Joh. Gg. Pfaff. - - ** Der Turngau Hessen hielt gestern von Vormittag 10 Uhr bis Nachmittag 3 Uhr im Neuen Saalbau zu Sießen seinen diesjährigen Turntag ab. Erschienen waren im Ganzen 76 stimmberechtigte Turner, davon 7 Gauausschuß- Mitglieder, 5 Turnausschuß- Mitglieder. Der 1. Gauvertreter He I m-Gießen leitete die Verhandlungen und begrüßte vor Eintritt in die Tages- Ordnung die Vertreter auf's Wärmste. Das rege Interesse, was sich im abgelaufenen Jahre überall für die Turnsache gezeigt habe, bitte er auch während der Sigung in sachlicher Weise auf die einzelnen Punkte zu übertragen. Nachdem noch zur Kenntnis gebracht wurde, daß der kürzlich in Marburg verstorbene Justizrat Karl Uckermann ein Menschenalter der Turnsache mit angehört habe 1845 war er Schriftführer des damals schon bestandenen aber später aufgelösten Turnvereins ging man zur T.-D. über. Der Bericht des Gauvertreters und des Gauturnwarts über das letzte Jahr gab den Anwesenden ein recht flares Bild von dem Aufblühen der Turnsache im Gau. Trotzdem, daß die beiden Vereine in Amöneburg und Stockheim ausgetreten sind, ist die Zahl der Mitglieder durch den Beitritt der neuen Vereine in Langsdorf, Dorlar, Wehrda und in ganz jüngster Zeit in Muschenheim eine höhere geworden. Helm ermahnte mit gleichem Eifer in diesem Jahre weiter zu wirken. Der Turnbetrieb ist ebenfalls, nach dem Bericht des Gauturnwarts Will, ein besserer geworden. Die Gaurechnung von 1902 wie auch die von 1903 wurde genehmigt. Im letzten Jahre betrugen die Einnahmen 1503 Mt. 2 Pfg. und die Ausgaben 1491 Mt. 31 Pfg. Die Gaufteuer wurde in der zuletzt gewesenen Höhe( pro Mitglied 25 Pfg.) für 1904 wieder angefeßt. Das diesjährige Gau turnfest wird vom 9. bis 11. Juli dem Antrag des Turnverein zu Hungen entsprechend, in usingen stattfinden und die Gauturnfahrt wird, Hungen als Endziel haben. Der Männer- Turnverein zu dem Antrag des Turnverein zu Hungen entsprechend, Rodheim, welcher sich schon dret Mal um die Gaufahrt beworben hatte, mußte aus verschiedenen Gründen nochmals abgewiesen werden, jedenfalls aber wird der Männerturnverein Rodheim im nächsten Jahre Glück haben. Für die Uebernahme des Gaufestes für 1905 hatten sich gemeldet die Turnerschaft Gießen, und die Turnvereine von Alsfeld und von Schotten. Die übergroße Mehrheit der Anwesenden stimmten für Alsfeld. Bum diesjährigen Kreisfest nach Koblenz entsendet der Gau den 2. Gauturnwart und die 4 ersten Bezirksturnwarte als Kampfrichter. Der 11. und legte Punkt betraf die Turnzeitung für den Gau Hessen. Es wurde anerkannt, daß dieselbe nach verschiedenen Richtungen der Turnsache sehr förderlich ist und wurde ung angenommen. Zwei Anträge, welche nicht rechtzeitig eingereicht worden waren, aber eine Aenderung der Sagungen bedingen, wurden für den nächsten Turntag vorgemerkt. Der erste Antrag, eingereicht vom ständig auf dem Dünsberg abgehalten wird und das Dünsbergfest, so wie es seither abgehalten wurde, verschwindet. In den einzelnen 5 Bezirken sollen dafür richtet werden. Der zweite Antrag war von den Turnund bezweckt, daß alljährlich auf dem Hoher odskopf ein Volkswetturnen abgehalten werden möchte.- Der Turntag hatte einen recht regen sachlichen Verlauf genommen, was am Schluß desselben der Gauvertreter Helm mit besonderer Anerkennung betonte.- Ein gemeinsames Mittagessen allerdings in vorgerückter Nachmittagsstunde hielt sehr viele Abgeordnete noch längere Zeit beisammen. - fanden, dauer überlassen wird, ist das Unternehmen des Maschinenbauer- einstimmig deren Weitererscheinen als Bauzeit= auch mit den Mädchen und Steinen, verlegte 1.- Die Uni Studentenfchaf dt Nationaler Gesangswettstreit Gießen. Nachdem die Stadtverordneten- Versammlung dieser Tage ihre Bustimmung dazu erteilt hat, daß Dswaldsgarten dem " Nationalen Gesangswettstreit" als Festplatz Gesangvereins nunmehr als gesichert zu betrachten. Zu Pfingsten und am Vorabend dieses Frühlingsfestes wird Gießen also wiederum ein Fest großen Stiles feiern, wie es schon oft unter Mitwirkung der gesamten Bürgerschaft zur Mitwirkung an diesem Fest von Gießen" in vorbe. reitenden Kommissionen zusammengefunden und die Arbeit ist in vollem Gange. Meldungen von 44 fremdem Vereinen um die Siegespalme in der Gesangskunst ringen. Den rregung bis au glänzend durchgeführt ist. Männer aller Stände haben sich Turnverein Marburg, will, daß die Gauturnfahrt en, jegige Gräfi Infel Wight ver densee dauernde liegen bereits vor, 1600-2000 Sänger werden in Gießen anstatt der Gauturnfahrt eine Bezirksturnfahrt eingeinenaristokratie äußeren Rahmen wird, wie gesagt, Oswaldsgarten bilsen, bereinen Lauterbach und Schotten eingereicht e Aufregung be Millionärs Mar Nelson- Hotels a Marais fchwebt während das eigentliche Weitsingen in den Räumen des Gesellschaftsvereins, des neuen Saalbaues, des Cafè Leib und der Turnhalle vor einem berufenen Rachterfollegium vor sich geht. Im Hintergrunde des Festplages soll sich die Festhalle erheben, eine mächtige Zelthalle bon 32 Meter Länge und 40 Meter Tiefe. An diese lehnen sich rechts und links in der Länge des Plages mächtige Gebäude für Bierwirtschaften, an der Neustadt ist ein ab+ Lüzellinden, 13. März. Das Fest ihrer" goldenen Hochzeit" feierten heute im Familienkreise, umgeben von Kind und Kindeskindern, Friedrich Engel und Frau dahier. Dem in förperlich und geistiger Frische sich befindlichen Jubiläumspaare wurde neben der vom Kaiser gestifteten Ehejubiläumsmedaille ein Geschenk seitens des Presbiteriums überreicht, dem der Jubilar angehört. Mögen beiden Eheleuten noch recht schöne und frohe Tage in ihrem hohen Alter beschieden sein. gegen den in Hamburg verhafteten Kutscher Stafforſt geFrankfurt, 13. März. Das Belastungsmaterial meinsam mit Groß den Raubmord am Kaufmann Lichtenstein ausgeführt zu haben, hat sich so gehäuft, daß fast kein Zweisel mehr besteht, daß man die richtigen Mörder hinter Schloß und Riegel hat. Stafforst wird Montag vormittag von Hamburg nach Frankfurt gebracht, wo er mit Groß fonfrontiert werden soll. Nachträglich erfahren wir, daß Stafforft gestern Abend in Hamburg einge= standen hat, den Mord an Kaufmann Lichtenstein in Gemeinschaft mit Groß ausgeführt zu haben. Frankfurt a. M., 13. März. In den Räumen des lassung zur Kriegsakademie statt. Es nehmen 37 Difiziere Kriegsgerichts findet in dieser Woche das Examen zur Zuvom 18. Armeekorps daran teil. Darmstadt, 13. März. In der Samstag- Verhandlung gegen Prof. Lepsius wurde die Vernehmung des Museumsassistenten Dr. Wittich, des Museumsinspektors Prof. Dr. v. Koch, Museumsassistent Dr. Haupt, jßt in Bosen, und des Museumsassistenten Dr. List vorgenommen, welche durch ihre Aussagen den Prof. Lepsius belasten. Auf Antrag des Verteidigers wurden darauf die Pr tofolle verlesen, welche Kommerzienrat Stüßel vor dem nach München entsandten Regierungsfomm ssar machte. In diesen erklärt Stüßel mit Bestimmtheit, daß Lipsius um die Fälschung der Steinbeile wußte. Später allerdings habe Stüzel diesen Vorwurf entfräftet. Damit war die Beweisaufnahme beendet. Nachmittags 3 Uhr begannen die Plaidoyers. Stadttheater Gießen. Papageno. Posse in 4 Akten von Rudolf Kneisel. Sonntagsstimmung herrschte gestern im Theater. Nicht die hehre Sabatweihe der Kunst war es, die unseren Musentempel erfüllte, sondern die fröhliche ungebundene Sonntagsheiterkeit lag auf allen Mienen und bewies zur Genüge, daß die Jünger der großen Gemeinde, die ihr Leben nach dem Gebote einrichten:„ Du sollst 6 Tage ernst sein, aber am siebenten hast Du zu lachen", besonders zahlreich vertreten waren. Wer mit dieser Absicht Papageno" über sich ergehen läßt, der findet an der tollen Bosse gewiß manches für seine Lachmuskeln, wenn auch die ganze Geschichte ein bösartiger Schwiegervater muß zu allem Gewünschten " Ja" sagen, weil sonst seine Seitensprünge an's Tageslicht ziemlich abgeflappert ist und auch die Wize ihre 8ngfraft längst erwiesen haben. Herr Conradi hat immerhin ziemlich glücklich für seinen Ehrenabend gewählt, da er in Rollen wie den Rentner Bollwitz eine fabelhafte Routine besißt.- Ob Herr C. sich in irgend eine Verlegenheit windet, ob er mit seinen strampelſüchtigen Beinchen einen gewagten Schlenker ristiert oder wenn sein Triumpfgelächter ertönt, immer bleibt er gleich drollig und wirkungstommen - war voll und stets zeigt er sich als echter Komiter. Gestern Abender wurde schon mit Beifall empfangen Herr C. natürlich ganz in seinem Fahrwasser, er ging förmlich in seiner Rolle auf und der Applaus war start und herzlich. Ein Korb mit allerlei Leckerbissen mag den Benefizianten für die fehlenden Kinder der Flora getröstet haben. Die übrigen Darsteller bemühten sich ehrlich, die Bosse recht wirkungsvoll herauszubringen. Namentlich ist Herr Tamte zu nennen, der in drolliger Verrücktheit Ueberverrücktes leistete aber rasieren möchte ich mich von einem so wahnsinnigen Schaumatrobaten doch nicht lassen! Frisch und derb gab Fri. Lembach das Dienstmädchen Bertha, sie schwang ungemein resolut ihre furchtgebietenden Arme. Ihr zur Seite stand als Minna Frl. Großmüller, die sich gestern Abend voll übermütiger, graziöser Laune zeigte und recht anerkennenswerte Fortschritte bewies. Herr Gronert gab den Soldat Wurzel ungemein dämlich, faft zu täppisch und erzielte damit wieder große Wirkung, Frau Fischer war eine ganz respektable Hausmutter und Herr Sandorff gab sich als Baumeister Schüß alle Mühe. Herr Achterberg war liebens- und begehrenswert wie immer und Frl. Schumann, Meta, zeigte sich als recht sympathische Partnerin; nur ein ganz kleines Bischen lebhafter noch, verehrtes Fräulein. Frl. Hohl, Herr Linzen, Herr Mark und Fri. Loheneck fügten sich dem Ganzen recht gelungen ein. Das Haus war ganz gut besucht, und der Beifall lebhaft, wenn auch ein Teil davon dem überaus deutlichen Souffleur gegolten haben dürfte. Marktberichte. H. H. *** Fruchtpreise am Grünberger Frucht markt, vom 12. März. Weizen 13,50-00,00, Korn 00,00 bis, Gerste Hafer 13,50-00,00, Erbsen 00,00, Samen 00,00, Kartoffeln 0,00-00,00, Linsen 00,00 Mart. Alles per Doppelzentner. Kirchliche Nachrichten für Gießen. In der Johanneskirche. Montag, den 14. März, abends 8 Uhr: Bibelstunde im Konfirmandensaat der Johanneskirche. Text Galaterbrief Kap. 6. Pfarrer Dr. Naumann. Drud und Verlag der Gießener Verlagsbruderei( vorm. Wilh. Keller), Gießen Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil: Albin Klein für das Lokale, den„ Gerichts-" und" Deffentlichen Sprechsaai": Fr. Oppermann ..AUTOL unübertroffenes Oel H.mobius Sohn für Motorwagen& Motorzweirader. Hannover. & Basel Krieger- Verein Stadt Theater Giessen. Dienstag, den 15. März 1. J., abends 8½ Uhr Monats- Versammlung im Vereinslokal( Feidel). Tagesordnung: 1. Bericht der Kassenprüfungskommission. 2. Vortrag des Herrn Garnisonverwaltungsinspektor Müller über seine eigenen Erlebnisse in der Schlacht bei Wörth. 3. Verschiedenes. Um recht zahlreiches Erscheinen wird ersucht. Der Vorstand. Ortsgruppe Gießen der Heff. Vereinigung für Volkskunde. Fünfter Mitgliederabend ( ohne Damen) Mittwoch, den 16. März 1904, abends 8½ Uhr im unteren Saale des Café Ebel. Tagesordnung: Vortrag von Dr. Evel, Kustos an der UniversitätsBibliothek: ,, Allerlei Todes- und Liebeszauber". Gäfte find willkommen. Gustav Belitz Dekorations- Maler- und Anstreicher- Geschäft Steinstraße 65 Gießen Steinstraße 65 hält sich zur Ausführung jeglicher in sein Fach einschlagend en Arbeiten bestens empfohlen. Sol de geschmackvolle Ausführung. Pünktliche Bedienung. auch Civile Preise. Außer den von mir seither geführten Bieren bringe Gießen. Direktion: Steingoetter. Dienstag, den 15. März 15. DienstagAbonnements- Vorstellung. Militärfromm. Genrebild in 1 Aft von G. von Moser und T. von Trotha. Hierauf: Frißchen. Drama in 1 Aft von Hermann Sudermann. Zum Schluß: Unter vier Augen. Lustspiel in 1 Aufzug von Ludwig Fulda. Mittwoch, 16. März 1904 12. Volksvorstellung. Der Hochtourist Schwank in 3 Akten von Curt Kraatz und May Steal. Preise der Plätze: Numr. Loge 1 Mr., nichtnumr. Saal 40 Pfg., Gallerie 20 Pfg. Vorteilhaftes Angebot! Direkter Bezug von der Fabrik für Private unter Ausfall d. Händleraufschlags! Mainzer Aktienbier Fahrradfabrik Schwalbe" beliebt wegen seines reinen, milden Geschmackes und weil Act.- Ges, gegründet 1896, Duisburg- Wanheimerort es außerordentlich gut bekommt, zum Verkauf und empfehle versendet zu Händler- Preisen ihre dasselbe die 11 Flasche zu 18 Pfennig 1/2 9 " Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Zugleich bemerke ich, um Täuschungen und Verwechselungen vorzubeugen, daß nur mir allein die Vertretung der Mainzer Aktien- Brauerei für Gießen und Umgegend übertragen worden ist. Gotthilf Röhrle Bier- Großhandlung. Marburgerstraße 7. Telephon 344. Gießen. Neu! - Neu! - Neu! Müllers Deutsche Fahrräder und Zubehörteile. Preisliste umsonst und portofrei. Mäntel schon zu ca. 4,20 Mk. Schläuche la. Fahrräder 2,8] " " 99 " " 9 69." Brima Kartoffel Kg. Brotpreise bom 13. bis 26. März 1904. Der hiesigen Bäcker. 1 Weißbrot 1 Schwarzbrot 2 时 3 1 Kornbrot 2 2 Pfg. Der auswärtigen Bäcker: Bekanntmachung. Es wird zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß vom 1. April 1904 an die auf dem städtischen Schlacht26 Hof zur Erhebung kommenden Beschaugebühren mit 52 Genehmigung Gr. Ministeriums des Innern auf 70 Pfg. für ein Stück Großvieh und 24 48 72 45 Pfg. für ein Stück Kleinvich 22 festgesetzt sind. 44 1 Weißbrot bei Georg Dern II. Gr. Linden 123 W. Steinmüller Witwe( Lang= göns.) 2 " 24 Heinrich Weber( Heuchelh.) W. Fabel Wiesed W. Wetzel Langgöns u. 2. Steinmüller Gr.- Lind. 25 Karl Post, Wieseck 28. Leir: KleinLinden Dern II., Gr. Lind. u. Louis Süßmuth Steinberg W. Steinmüller 26 46 Wwe. Langaöns) 48 W. Fabel Wieseck W. Weigel, Lang= Göns JakobAppel, Krofdorf, Heinrich Weber Heuchelheim 2. Steinmüller ( Gr.- Lind.) Karl Post, Wieseck u. W. Lein KleinLinden 50 52 1 Schwarzbrot bei Georg Dern II. Gr. Linden 21 W SteinmüllerWe W. Weitzel, Lang= Göns, Steinmüller Gr. Linden Heinrich Weber, Heuchelheim, Ferd. Weiß, Grüningen 22 W. Lein KleinLinden 24 Dern II. Gr. Lind. u. Louis Süßmuth, Steinberg u. Jakob Appel, Krofdorf 42 L. Steinmüller ( Gr. Linden) W. Steinmüller Wwe. Langgöns, Heinrich Weber, Heuchelheim, W, Weigel Lang- Göns, Karl Post Wieseck und Karl Spamer, Reiskirchen. Ferdinand Weiß, Speise- u. Salatkartoffel zu den billigsten Tages- 2% preisen empfiehlt J. Hankel Schloßgasse Gießen - ir suchen für einen Friseurlehrling, der bereits 1 Jahr in einem Lehrverhältnis gestanden hat, für die übrigen 2 Jahre der Patent- Handhobelbanket intelle. Nr. 115739. Unentbehrlich für Jedermann! Praktisch und von großer Geldersparnis! Für Schreiner, Dilletanten, Kinder und Haushalt Zu beziehen durch nnentbehrlich. Georg Hüttenberger, Gießen, Seltersweg 22. Alleinvertreter für Giessen und Umgegend. Rheumatismusu. Gicht- Kranken, theilt unentgeltlich mit, was ihrer lieben Mutter nach jahrelangen gräßlichen Schmerzen sofort Linderung und nach kurzer Zeit vollständige Heilung brachte. Marie Grünauer, München, Pilgersheimerstr.2 II Cirta 100 Ctr. gute Fahrräder- und NähmaschinenVersandt, Ersatzteile, Reparaturen Carl Graf Gießen. Kirchenplatz 15. an der Stadtkirche. Größte Spec. Reparaturwerkstatt Oberhessens. Speise- Kartoffeln Tüchtiges Mädchen zu verkaufen. Gebr. Kahl, Gießen, Frankfurterstraße 151. vom Lande für sofort gesucht. Fr. Hennings, Gießen, Seltersweg 14. Für Weinbezug! Unter aller Garantie naturreine, flaschenreife Welssweine, per Liter oder Flasche von Rotwein( echter Ingelheimer) Lit. od. ,, versendet " 60 Pfg. an, 100 99 99 in Gebinden von 25 Liter und Kiston von 18 Flaschen an P.Chr. Saalwächter, Weingutsbesitzer, Nieder- Ingelheim a. Rh. Gießen, den 11. März 1904. Armenamt Gießen. Curschmann. 15-20 kräftige Arbeiter für sofort gesucht. Meldungen Die Erhebung erfolgt in der seitherigen Weise. Besondere Gebühren für das Wegschaffen beanstandeter Tierteile, sowie für die Benutzung der Freibank und die Tätigkeit des Freibankaushauers sind von dem genannten Zeitpunkt an nicht mehr zu entrichten. Gießen, den 12. März 1904. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Curschmann. Bekanntmachung. Dienstag, den 15. März ds. Js., nachmittags 4 Uhr, soll im Stadtknabenschulhaus eine öffentliche Brüfung der Fortbildungsschule stattfinden. Es werden zu derselben die Eltern und Arbeitgeber der Schüler und sonstige Freunde der Schule hierdurch eingeladen. Gießen, den 10. März 1904. Mecum, Oberbürgermeister. Hahn, Neftor. Bekanntmachung. In der Zeit vom 5. März bis 12. März 1904 wurden in hiesiger Stadt gefunden: 1 Zwicker und 1 Taschenmesser: berloren: 1 silb. Damenuhr mit Kette, 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 Biberboa mit Messingkette und 1 Schrotleiter. Entlaufen sind: 2 Dachshunde. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben thre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, den 12. März 1904. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Frühjahrs- Pferdemarkt Wie in früheren Jahren beabsichtigen wir auch bei dem am Mittwoch, den 16. März d. Is. stattfindenden Pferdemarkt eine Pferdeschau mit Prämiierung abzuhalten und zwar speziell für im Privatbesitz befindliche Reit-, Wagen- und Arbeitspferde; dieselben können unter dem Reiter, ein-, zwet oder vierspännig, auch im Geschirr vorgeführt werden. Die Prämiterung beginnt vormittags 11 Uhr, die Grüningen 44 Vorführung und Preisverteilung vormittags 121 Uhr 48 in dem hierfür vorgesehenen Prämiterungsring. Während der Vorführung der prämiterten Pferde W. Lein, KleinLinden bei Louis Süßmuth Steinberg " 3 " W. Fabel und 52 und Wagen Karl Post, Wieseck 66 1 Kornbrod Karl Spamer Reiskirchen und Wilh. Schimmel Kinzenb. Mühle 44 Der Brotverkäufer. Dieselben Preise, wie bei den hiesigen Bäckern, außer bei Hrch. Frebel II., 1 Kg. Schwarzbrod 24 2 kg 44 Bfg. Gießen, den 13. März 1904. Großh. Polizeiamt Gießen, Hechler. Zu vermieten auf unserem Kieslagerplatz nahe Schöne Wohnung, Gebr. Kahl, Dampfbaggeret( 4 Zimmer), mitten der Stadt ge= der Margaretenhütte. Gießen. Neue Kliniken. Küchenbursche zum 1. April gesucht. legen, billig zu verm. Näh. in der Erp. d. Bl. Brandplak 14 ift der 4. Stock: 4 Zimmer, Küche, Badezimmer, Mansarde und allem 1 Schlosserlehrling Bubehör vom 1. April ab zu ver: sucht Heinrich Schmidt II. Grünberg. 1 Lehrling für gleich oder später gesucht. Schreinermstr. Otto Lein Grünberg. in junger Schmiedgeſelle auf Wagenbau sofort dauernd bei hohem Lohn gesucht. Auch könnte ein Lehrling das Wagner- oder Schmiedehandwerk erlernen unter günstigen Bedingungen bei Sonr. Stephan, Wagenfabrik Großen- Buseck b. Gießen. Junge Mädchen zum mieten. Birkenstock& Schneider Gießen. Nord- Anlage 18 ist der 2. Stock per 1. Juli event. auch früher zu vermieten. Martin Dörr, Gießen. Schöne möbl. Zimmer auf Wunsch Wohn- und Schlafzimmer, mit oder ohne Pension zu vermieten. Gießen, Bismarckstraße 17. Möbl. Zimmer per 1. März zu vermieten. Gießen, Marktfrake 11. Ein schön möbliertes WohnAnlernen al8 Wickel- und Schlafzimmer per 1. April macherinnen gesucht. Marburgeritrake 35 Ein Notizbuch zu vermieten. Moritz Semmler, Gicßen, Wallthorstraße 15. schwarzer Glanz Einband, ist am Grünberg. Dienstag Morgen auf dem Wege Schöne Wohnung, bestehend a. vom Schiffenbergertal bis an 3 Simmern und Küche nebst zu Steins Garten verloren gegangen. behör, inmitten der Stadt gelegen, Gegen Belohnung abzugeben zum 1. April zu vermieten. im Deutschen Hof", Gießen, Bei wem sagt die Exp. d. Bl. Neuenweg 5. Konzert der hiesigen Regimentskapelle. 14. in Es gelangen nur Ehrenpreise zur Verteilung. Anmeldungen haben bis zum Montag, den März bei Herrn August Schwan, Weinhändler Gießen zu erfolgen. Pferdebesitzer laden wir zur Beteiligung ergebenst ein. Gießen, 7. März 1904. Die Städtische Pferdemarktkommission. Jean Kirch. Spezial- Geschäft für Taschen- und Weckeruhren, Uhr- Ketten. Carl Geismar, Uhrmacher Gießen, Schulstraße 5. ¤¤¤¤¤¤¤ Ohne Fleiss keinen Preis AURORA Patentkummet der Deuzeit. Dreifacher Schutz. Kummete aus einem Stück Leder ohne jegliche Naht, schöne unveränderliche Form und tadelloser Siz. Hölzer find abnehmbar, was bet Zusammenhängen oder Umallen der Pferde sehr zweckmäßig ist, da durch eine einfache Hebellösung sofort die Hölzer abfallen. Ausgestattet mit formenschönen und stilgerechten Beschlägen. Groß- Felda. Louis Völzing. Inhaber der goldn. Medaille Paris 1900, jener wilden Germanenhorden seinen Herzenserguß achtzehnhundert Jahren leſen würden! glen. nach anima also dieser wehmütig, wie deutsch aller freundlichen deutschen Leserinnen Cestilia, Königin der Pompejanerinnen, Cestilia, regina Pompejanarum, holbe Seele, leb' wohl!"— Wem fällt da nicht das deutsche Boltslieb ein: Muß i denn, muß i denn zum Städtle hinge Wie milde, innig tlingen diese Worte. dulcis, vale!" und bu chak bleibst bier? Mir A.: auf Die Schulmeister enn fie nehmen ihnen ja einen Ich gebe ja zu, daß ich vas, was ich tue, hauptsächlich des Stines fvegen tue, denn ich glaubte, daß das Kind die Schule williger und zeitig dieses oder jenes beibringen", den Gerren Lehrern damit ich auch bisher gemeint, daß die Eltern, wenn sie ihren Kleinen früh flüßt und nicht alles erst mühsam zu erringen braucht." find eine wunderliche Menschenart. Dann habe Str. 59. 1904. Montag, den 14 März. ssische Familienzeity nmiffion. rgebenft ein Weinhändler teilung. ontag, den ―egovar jener wilden Germanenhorden seinen Herzenserguß nach achtzehnhundert Jahren lesen würden! Sei also dieser Jüngling der Nachsicht aller freundlichen deutschen Leserinnen empfohlen." Cestilia, regina Pompejanarum, anima dulcis, vale!" Wie milde, innig, wehmütig, wie deutsch tlingen diese Worte. Cestilia, Königin der Pompejanerinnen, holde Seele, leb' wohl!" Wem fällt da nicht das deutsche Volkslied ein: Muß i denn, muß i denn zum Städtle hinaus und du mein Schatz bleibst hier? Wir möchten gern an das andere denken: In einem kühlen Grunde, da geht ein Mühlenrad, mein Liebchen ist verschwunden, das dort gewohnet hat. Obige Inschrift wird uns, wenn wir die etwas unförmlich eingegrabenen Buchstaben sinnend betrachten, zu einer langen Geschichte, und wenn wir, dieselbe weiterspinnend, durch die Straßen der Totenstadt wandern, so füllt sich dieselbe vor unsern Blicken mit lebendigen Gestalten. Wer Pompeji nur einmal besuchte, vielleicht in aller Gile sie durchhastete, den läßt diese Römerstadt kalt, aber je öfter man sie besucht, desto vertrauter wird sie, desto näher und klarer tritt uns das dortige einstige Menschenleben entgegen, und dazu tragen am meisten bei jene Inschriften, graffiti genannt( graffiare tragen, eingraben).„ Peream sine te, si Deus esse velim", frei übersetzt:" Und wäre ich ein Gott, aber ohne dich, so wäre es mein Tod!" Das klingt noch stärker als unser deutsches: Und wär ein König ich, und wär die Erde mein, du wärst in meiner Krone doch der schönste Stein, oder als jene Strophe: Und wär ich in der Wüste, die so braun und dürr, zum Paradiese würde sie, wärst du bei mir. Keineswegs sind jene graffiti immer selbsteigene Worte des Liebenden, vielmehr fast immer bekannten und damals beliebten Dichtern entlehnt. Niemals hat einer den Dichtungen des Horaz eine Zeile entnommen. Dieser, der bekannte Freund des Augustus und des Maecenas, genoß offenbar nicht jene Popularität unter der römischen Jugend, wie sie unter der deutschen zum Beispiel Schiller genießt. Vielleicht war Horaz jenen Kreisen zu hoch, zu aristokratisch. In Pompeji liebte man den Ovid, Propertius und Catullus. Zahlreiche Verse dieser Dichter wußte die römische Jugend offenbar auswendig, und ermangelte nicht, dieselben in die Wände einzugraben." Alliget hic auras, si quis objurgat amantes, et vetet assiduas currere fontis aquas". So schreibt ein anderer junger Pompejaner. Uebersetzen wir frei: Wer Liebenden mit Tadel und Schelten in den Weg tritt, der thut dasselbe, als derjenige, welcher unternimmt, Winde zu fesseln und ruheloses Quellwasser im Laufe zu hemmen. Der Deutsche singt: Wo still ein Herz vor Liebe glüht, o rühret, rühret nicht daran. Und wer kennt nicht jenes: Und legt ihr zwischen mich und sie auch Berg und Tal und Hügel, gestrenge Herrn, ihr trennt uns nie, das Lied, das Lied hat Flügel. Sollte also eine der jungen Leserinnen dieser Zeilen einmal nach Pompeji kommen, so suche sie dort die graffiti, um sich zu überzeugen, daß unsere Behauptung richtig war: Es ist die alte Geschichte, doch bleibt sie ewig neu. UNTER UNS Elternhaus und Schule. A.: In wenigen Wochen geht's in die Schule; die schönen Tage von Aranjuez für unser kleines Hänschen sind dann vorüber. B.: Ein wichtiger Schritt, und für das Kind, das aus dem engen und traulichen Kreis der Familie in eine ganz andere, unbekannte Welt, die sich um andere Zentren dreht, wie des Elternhauses, auch ein schwerer Schritt. A.: Allerdings. Aber ich habe das möglichste getan, um den ersten Lasten, welche die Schule ihm auferlegen wird, einen Teil ihrer Schwere zu nehmen. Er wird einen kleinen Schatz von Wissen mit in die Schule bringen, den andere Kinder erst sauer erringen müssen. B.: So haben Sie der Schule vorgearbeitet? A.: Sie scheinen von meiner Mitteilung nicht angenehm be= rührt zu sein! B.: Wenn ich offen sein soll, liebe Frau, kann ich mich als alter Lehrer mit Ihren Maßnahmen durchaus nicht einverstanden erllären. A.: Die Schulmeister sind eine wunderliche Menschenart. Ich gebe ja zu, daß ich das, was ich tue, hauptsächlich des Kindes tegen tue, denn ich glaubte, daß das Kind die Schule williger und freudiger besuchen werde, wenn es anfänglich auf schon Bekanntes stößt und nicht alles erst mühsam zu erringen braucht. Dann habe ich auch bisher gemeint, daß die Eltern, wenn sie ihren Kleinen frühzeitig dieses oder jenes beibringen", den Herren Lehrern damit einen Gefallen erweisen, denn sie nehmen ihnen ja einen Teil der Arbeit ab, die ohnehin bei den Kleinen, deren Verstand dem Brachacker gleicht, anstrengend genug sein wird. B.: In dem zweiten Grund, den Sie ins Feld führen, ist die gute Absicht sehr wohl anzuerkennen, und dennoch werden Ihnen meine Herren Kollegen wenig Dank dafür wissen. Es ist schwierig für den Lehrer der Kleinen, auf dem von den Eltern gelegten Grund weiterzubauen; einmal weil er den Plan, nach dem der Grund gelegt wurde, wenn ein solcher überhaupt vorhanden war, gar nicht kennt, dann auch, weil sehr, sehr häufig die Sanktionierung des Mitgebrachten von seiten des Lehrers wider sein pädagogisches Gewissen ist. Wollte er Toleranz üben, so würden alte Schäden und Mißbräuche auch ferner in die Zukunft übertragen. Also Sie ſehen: die Eltern machen dem Lehrer die Arbeit nicht leichter, sondern schwerer. A.: So leg' ich den Nachdruck auf den Grund, den ich zuerst anführte. B.: Das hat schon eher einen Schein für sich. A.: Einen Schein? Wollen Sie den Boden auch hier unterminieren? B.: Leider ja! Was Sie eine Erleichterung für das Kind nannten, ist in den meisten Fällen eine Erschwerung. Der gewissenhafte Lehrer wird das Kind nötigen müssen, alles nach der Form zu lernen, die ihm von der dominierenden Methode vorgeschrieben ist, und die weicht oft sehr von der zu Haus gelernten Form ab. So halten manche Eltern es für eine Erleichterung, wenn die Kleinen das Abc mit in die Schule bringen! Für das Kind sind aber Form und Inhalt, Wort und Begriff identisch. Für die Kleinen gilt der Satz: Andere Form, anderer Inhalt. Die Folge davon ist, daß der Schüler in Verwirrung gerät, und diese Konfusion und der dadurch bedingte Stillstand im Aufnehmen neuen Stoffes macht sich später oft sehr betrübend geltend, denn gediegenes Wissen ist nur auf klaren, festen Elementen aufzubauen möglich. Die Eltern merken die Folgen fürs erste nicht, wohl aber die Lehrer. A.: Sie mögen recht haben. Aber Sie wollen doch damit nicht sagen, daß die Familie gar nicht helfen könne und solle? Wie nun, wenn die Vorbereitung im Einverständnis mit der Schule, vielleicht an der Hand des Lehrers, geschähe, B.: Das ließe sich eher hören; aber so recht kann ich auch das nicht billigen. Ich muß Sie noch auf eine Gefahr aufmerksam machen, die viele Lehrer oft übersehen, und die gerade in dem Vorteil liegt, der dem Kinde aus frühem häuslichen Unterricht erwächst. Alles was der Schüler in der Schule hört und lernt, muß neu für ihn sein. Ist es das nicht, so geht sein Interesse daran verloren. Die Folgen dieser Tatsache sind unberechenbar. Das Kind wird schon in den ersten Wochen denken: Ach, das weiß ich schon alles! und bei den Uebungen, welche die Klasse vornimmt, werder die Gedanken des betreffenden Schülers spazieren gehen. Die Zerstreutheit ist aber eine Krankheit der Seele, die mit jedem Tage wächst und unheilbar wird. Oft leidet der Mann noch unter diesem Gebrechen, zu dem in frühester Jugend Grund gelegt wurde. Jr der ersten Zeit machen sich die Folgen der Zerstreutheit nicht se bemerkbar, denn noch zehrt das Kind von den mitgebrachten Schäßen. Aber wie bald sind diese zu Ende! Dann steht die Interesselosigkeit wie ein Nebel vor dem Geiste des Schülers und verhindert das Eindringen der Sonnenstrahlen des Wissens und damit auch die gedeihliche Entwickelung des inneren Menschen. A.: So können die Eltern dem Kinde gar nicht helfen? B.: doch! Aber geben Sie dem Kleinen keinen Stoff, der es in der Schule nur wiederkauen muß. Schärfen Sie die Waffen seines Geistes, damit er den ihm später gebotenen Stoff leicht be: wältigen kann. Die Waffen sind die seelischen Kräfte. Eine solche Kraft ist„ Aufmerksamkeit". Gewöhnen Sie das Kind daran, auf alles, was es sieht und hört, genau zu achten, so haben Sie viel getan. Eine andere Waffe, die das Elternhaus sehr wohl schärfen fann, ist die Logit. Das klingt groß und ist doch sehr wenig! Viele Kinder haben, wenn sie in die Schule kommen, keinen Begriff der Wörter„ weil" und" warum". Und darin gipfelt doch für die Schule die ganze Logik. Diese Arbeit kann das Haus der Schul getrost abnehmen, und die Schule wird den Kleinen immer noc Neues genug bringen, an dem sie ihr Interesse betätigen können A.: Sie haben recht, lieber Freund, ich will in Ihrem Sinn handeln. Nr. 59. Montag, den 14 März. 1904. Oberhessische Familienzeitung. Tägliche Unterhaltungs- Beilage der Gießener Neueste Nachrichten. Sand and Seslag ber Chebener Berlagdbenderet, vorm. Duh. Reller'sche Desbrudsret( gegr. 1788); ser entworff: Ibin Reta ( 22. Fortsetzung.) Der Goldmarder. Original Roman von M. Behold. Seien Sie unbesorgt! Ms Ihr Freund halte ich Ihnen diese Schmach fern. Wenn nur der Kustos ein offenes Geständnis ablegen wollte! Sein Leugnen wird ihm nichts helfen, der Fürst verlangt die ſtrengste Bestrafung, und nach meiner Ansicht ist es zweifellos, daß Schönbach sich an dem Diebstahl beteiligt hat. Diese Ansicht werden seine Richter teilen, glauben Sie das nicht auch?" " Natürlich!" erwiderte Spangenberg, indem er sich erhob, ob sie indes richtig ist, wage ich heute noch nicht zu behaupten. Der Sohn Heinrich Schönbachs kann die Tat hinter dem Rücken seines Vaters begangen haben, es ist feineswegs undenkbar, daß der alte Mann geglaubt hat, der Vagabund habe wirklich in Australien das Geld erworben, in diesem Falle dürfte er nur wegen leichtsinniger Aufbewahrung der Schlüssel bestraft werden." Wir wollen das Resultat der Untersuchung abwarten," sagte der Hofrat, während sie das Haus verließen ,,, bestraft wird der Kustos jedenfalls. Und sein Bruder auch," fuhr er fort; es kann ja keinem Zweifel unterliegen, daß der Kupferstecher das Armband gestohlen hat. Seltsam, daß der Schmuck in so kurzer Zeit so spurlos verschwinden konnte! Die Annahme liegt in der Tat nahe, daß der Kustos die Rolle des Hehlers übernommen habe. Ich behaupte, das Armband muß irgendwo im Museum versteckt sein, vielleicht fände man auch noch einen Teil der Goldmünzen dort, wenn man sich die Mühe gäbe, strenge Haussuchung zu halten." " Ich werde sie in den nächsten Tagen anordnen." „ Tun Sie das, Sie würden damit auch unserem Hofjumelier einen Gefallen erzeigen, er muß den Schaden ersetzen, und das Armband kostet mindestens zweitausend Taler." ,, Sie bringen die Rede auf den Hofjuwelier," sagte Spangenberg, ich will Ihnen nun auch reinen Wein einschänken. Martin Kassel hat um Irma geworben, ich mußte ablehnen, weil ich Ihnen meine Zusage gegeben hatte. Nun hindert mich wohl nichts mehr, die Werbung anzunehmen?" " Im Gegenteil," erwiderte der Hofrat sichtbar erfreut, indem er stehen blieb und seinem Begleiter die Hand bot,„ ich wünsche Ihnen und Ihrer Tochter von ganzem Herzen Glück zu der glänzenden Partie. Martin Kassel ist nicht nur ein reicher, sondern auch ein sehr geachteter und ehrenhafter Mann, Sie gewinnen an ihm einen vortrefflichen Schwiegersohn. Sehen Sie, es geſtaltet sich noch alles gut, man muß nur die Dinge von der besten Seite betrachten; wollen Sie eine zweite Ehe eingehen, so werden Sie auch „ Lassen wir das," unterbrach Spangenberg ihn, dessen Brauen sich wieder zusammenzogen,„ einstweilen denke ich nicht mehr daran." Darf ich die Neuigkeit Seiner Durchlaucht berichten?" Wenn es Ihnen Vergnügen macht „ Also ist die Verlobung sicher?" " Ich werde hente noch meine Einwilligung geben," sagte der Direktor, der nun mit einem gewissen Triumph auf seinen hageren Begleiter hinunterblickte, morgen wird die Verlotung veröffentlicht. Die Zahl meiner Neider wird dadurch wohi vermehrt werden-" ( Nachdruck verboten.)) Besser Neider, als Mitleider!" fiel der Hofrat ihm in die Rede, der an einer Straßenecke stehen geblieben war, ich gratuliere Ihnen aufrichtig, und ich bin überzeugt, daß diese Verlobung auch den vollen Beifall Seiner Durchlaucht finden wird. Vielleicht kann ich bei dieser Gelegenheit an das Adelsdiplom erinnern; verlassen Sie sich auf meine Freundschaft! Und nun adieu, ich hätte längst den Heimweg antreten müssen, die Verwundung meines Sohnes flößt mir doch einige Besorgnis ein. Also Diskretion, nicht wahr?" Unbedingt," antwortete Spangenberg, den Handdruck des Freundes erwidernd, dann setzte er allein seinen Weg fort. Die Versprechungen, die der Hofrat ihm gemacht hatte, beruhigten ihn allmählig, er glaubte nun mit ziemlicher zuversicht auf ihre Erfüllung rechnen zu dürfen, der alte Herr mußte ihm ja beweisen, daß er sein Freund bleiben wollte. Waren auch die Schatten noch nicht ganz von seiner Stirne geschwunden, als er sich an der Mittagstafel niederließ, so machten doch seine Kinder die erfreuliche Entdeckung, daß seine Stimmung sich merklich gebessert hatte. Gustav richtete beim Dessert die Frage an ihn, ob er mit dem Hofrat zusammengetroffen sei und die Ursache des Duells erfahren habe, Joachim Spangenberg schüttelte ablehnend das Haupt. Ich werde nach Tisch mit Hermann darüber reden," erwiderte er; ,, wann kommt er nachmittags in's Bureau?" " Erst gegen vier Uhr," antwortete sein Sohn. „ So besuche ich ihn in seiner Wohnung. Dich erwarte ich," fuhr er zu Irma fort, gegen Abend bei Deinem Verlobten, um eurem Bunde meinen Segen zu geben." In den blauen Augen Irma's leuchtete es freudig auf, sie erhob sich von ihrem Sit und schloß den Vater in die Arme. " Dank, tausend Dank!" jubelte sie, deine Güte und Liebe macht mich unſagbar glücklich. Wie wird Martin sich freuen! Erlaubst du, daß ich sofort zu ihm eile?" „ Gewiß, mein Kind," erwiderte er gütig, während seine Hand sanft über ihr blondes Haar fuhr, bleibe nur bei ihm, bis ich komme. Ich bin überzeugt, daß dieser Mann dich so glücklich machen wird, wie du es verdienst, und es gereicht mir zur Beruhigung, daß ich nun deine Zukunft gesichert weiß." Bald nach Tische verließ der Direktor das Haus, um den Weg zu seinem Schwiegersohne anzutreten. Anna war mit den Kindern im Wohnzimmer, ihr blasses, geduldiges Antlitz zeigte Spuren vergossener Tränen; er sah sie wohl, aber er mochte nicht nach der Ursache fragen. Wo ist dein Mann?" fragte er, nachdem er die Kinder begrüßt hatte. „ Er hält im Kabinett seinen Mittagsschlaf," antwortete Anna leise und mit einem scheuen Blick auf die Tür des Nebenzimmers, sprich nicht so laut, Vater-" Ich muß mit ihm reden," unterbrach er sie, mir zu Liebe wird er wohl einmal auf die Siesta verzichten können." Die Tür des Nebenzimmers wurde in diesem Augenblid geöffnet, Appel erschien auf der Schwelle. Z. euzeit me jegliche Naht Ketten. заброш 00000 呈 III. 3u Gi „, 3um Ich hörte deine Stimme," sagte er, noch halb schlaftrunken die geröteten Augen reibend, tritt nur ein. Sei so gut und halte die Kinder ruhig, Anna, nimm etwas Rückficht auf meine angegriffenen Nerven. Was bringst du mir?" fuhr er fort, nachdem er die Tür wieder geschlossen und seinem Schwiegervater einen Sessel angeboten hatte. ,, Schlechte Nachrichten?" Wie kommst du zu dieser Vermutung?" erwiderte Spangenberg mit erwachender Besorgnis. " Jenun, es schwirren allerlei Gerüchte in der Luft, und daß Fürstengunst nicht beständig ist, hat man ja schon oft genug erfahren." Ich habe nichts zu befürchten." " Und wenn du Fräulein v. Derendorf heiratest, kannst du ruhig deinen Abschied fordern, mir wenigstens wäre ihr Reichtum lieber als die Gunst des Fürsten." Mir auch," spottete Spangenberg,„ leider kann aus dem schönen Projekt nichts werden." ,,, sie hat dir einen Korb gegeben?" fragte der Rat ärgerlich. Bewahre, ich habe auch keine Lust, ihn aus ihren schönen Händen in Empfang zu nehmen. Kennst du die Ursache des Duells, das heute Morgen stattgefunden hat?" ,, Kennst du sie?" ,, Allerdings, aber sie soll verschwiegen bleiben." " Daß ich verschwiegen bin, wirst du wohl nicht bezweifeln." „ Du würdest dem Fürsten Mitteilung davon machen." " Tue ich das nicht, so tut es ein Anderer," ſagte Appel achselzuckend, und dann wird mir unter die Nase gerieben, die Polizei wisse und erfahre nichts." „ Sehr wahr," bestätigte Spangenberg;„ ich will es dir sagen, aber verrate mich nicht und rede auch nicht mit Gustav darüber, überdies verlange ich von dir einen Gegendienst." Ich stehe stets zu Diensten. Also was war die Ursache?" " Fräulein v. Derendorf." Ah die Herren sind Nebenbuhler?" " Das weiß ich nicht, wohl aber habe ich erfahren, daß der Maler v. Weisweiler höchst wahrscheinlich die Braut heimführen wird." Dieser Pinsler," fuhr der Rat auf,„ der nichts iſt und nichts hat!" „ Aber er wird nun etwas werden und auch etwas haben. Mergern wir uns nicht darüber, Hermann, wir können's nicht ändern, und ich bin nun schon über die Geschichte hinaus. Ich bitte dich nochmals dringend um Diskretion, ich muß mit dem Hofrat gute Freundschaft halten, du wirst das ja begreifen, eine Indiskretion in dieser delikaten Angelegenheit wiirde er mir nicht verzeihen. Das Duell wird auch weiter keine Folgen haben, dafür sort der Hofrat." „ Mir kann es recht sein," sagte der Polizeirat achselzuckend und mit ärgerlicher Miene. Mich soll nur verlangen, was der Fürst zu dieser Verlobung sagen wird. Der Maler ist am Hofe nicht beliebt, durch ihn wird Fräulein v. Derendorf nicht wieder zu Gnaden kommen.- Doch du wünschteſt einen Gegendienst von mir?" " Ja, du soll mir die Erlaubnis verschaffen, mit dem verhafteten Kustos unter vier Augen reden zu dürfen. Gib mir einige Zeilen an den Gefängnisdirektor--" Die werden dir nichts nüßen, nur der Untersuchungsrichter darf die Erlaubnis geben." ,, Gleichviel, ich will's versuchen, du bist mit dem Direktor befreundet, und ich verfolge dabei ja nur den Zweck, den Gefangenen zu einem Geständnis zu bewegen." „ Ich glaube nicht, daß dir das gelingen wird; Schönbach leugnet hartnäckig, und er tut klug daran, denn bis jetzt kann ihm noch nichts bewiesen werden." Nun, ich meine, der Indizienbeweis, der bereits vorliegt, genügte, um die Richter von der Schuld zu überzeugen. Jahndet man auf den Sohn des Angeklagten?" „ Es steht fest, daß er sich in Hamburg nach Melbourne eingeschifft hat, damit ist er unserer Gewalt entronnen." ,, Weiter soll er nicht verfolgt werden?" ,, Wir haben an den Konsul in Melbourne geschrieben und ihm den Tatbestand berichtet, das ist alles, was wir tun können," sagte der Rat.„ Sollen wir einen Beamten hinüberschicken, um den Burschen suchen, verhaften und hierherbringen zu lassen? Das würde enormes Geld kosten, und was hätten wir davon? Von dem gestohlenen Gute hat er sicherlich nichts mehr und eingestehen wird er den Diebstahl auch nicht, wir müßten ihn schließlich wieder laufen lassen." soachim Spangenberg war in Nachdenken versunken, er stükte das Kinn auf den goldenen Knopf seines Rohrstocks und blickte finster vor sich hin. Schließlich wird man auch den Kustos laufen lassen müssen, wenn man teine überzeugenden Beweise findet," spottete er. Der Fürst verlangt aber ein Schuldgeständnis, und ich will das meinige tun, um es ihm zu verschaffen. Wenn Bitten nicht helfen, so werde ich dem Manne die Hölle so heiß machen, daß er schon seiner Familie wegen zu Kreuze friechen soll. Also gib mir das Billet-" " Gerne," unterbrach der Rat ihn, indem er sich an den Schreibtisch setzte, aber ich sage dir voraus, du erreichſt deinen Zweck nicht damit." ,, Dann gehe ich zum Untersuchungsrichter. Und dann noch eins, Hermann, halte Gustav zur Arbeit an, er treibt sich zu viel auf der Straße herum. Kannst du ihm einen ständigen Posten in deinen Bureau geben? Es wäre mir lieb, wenn er endlich anfinge, etwas zu verdienen und sich an eine streng geregelte Lebensweise zu gewöhnen." " Das habe ich ihm schon vor langer Zeit gesagt," erwiderte Appel, indem er seinem Schwiegervater das Billet überreichte ,,, er lachte mir in's Gesicht und berief sich auf seine angeblich bevorstehende diplomatische Laufbahn. Ich kann ihm nicht befehlen, so lange du ihm die Stange hälst=" „ Das wird nun nicht mehr geschehen. Sei nur recht streng mit ihm, ich decke ihm den Rücken nicht mehr, mit Klagen und Beschwerden darf er mir nicht kommen." Damit nahm Spangenberg von seinem Schwiegersohne Abschied, und nachdem er im Wohnzimmer mit ſeiner Tochter noch einige Worte geplaudert hatte, verließ er das Haus wieder, um sich in's Gefängnis zu begeben. Wie der Polizeirat ihm vorausgesagt hatte, fand sein Wunsch hier keine Erfüllung, nur die Erlaubnis des Untersuchungsrichters konnte ihm die Belle des Gefangenen öffnen; er mußte unverrichteter Dinge sich wieder entfernen. Es war heute schon zu spät, den Untersuchungsrichter zu besuchen, Spangenberg trat nun den Weg zum Hause Kassel's an. Die erste Person, die im Flur dieses Hauses ihm begegnete, war Gabriele, ihr Erschrecken mußte ihm auffallen, rasch vertrat er ihr den Weg. Wohin? Wohin?" fragte er barsch. Das schöne Mädchen schlug verwirrt die Augen nieder, und jetzt fiel der Blick Spangenberg's auch auf die jüngeren Geschwister, die hinter der Schwester ihn furchtsam anstarrten. Wir haben hier im Hinterhause eine neue Wohnung gefunden," sagte sie leise, die Mutter ist schon hier, nun wollen wir den Rest unserer Sachen holen." „ Hier? In diesem Hause?" erwiderte er in einem Tone, der nichts weniger als freundlich klang. Ihr müßt immer noch viel Geld haben, sonst würdet ihr eine bescheidenere Wohnung genommen haben." Wir zahlen feine Miete, Herr Direktor!" ,, Ah- Doktor Spangenberg zahlt sie?" ,, Das glaube ich nicht-" Bitte, Herr Direktor, wollen Sie nicht eintreten?" fragte Ida, die in der offenen Ladentür erschien. Joachim Spangenberg wandte mit einer leisen Verwünschung den Kindern des Kustos den Rücken und trat in den Laden, dessen Tür Ida sofort hinter ihm schloß. ,, Sie haben diesen Leuten eine Wohnung vermietet?“ fragte er. Einige Räume in unserem Hinterhause, die wir nicht benuben," antwortete Ida, während sie durch die Glastür einen beruhigenden Blick den Kindern zuwarf, die nun sich entfernten; die Armen können doch nicht auf der Straße wohnen." Sie haben ihr Schicksal verdient!" " Sagen Sie das nicht, und selbst wenn eine Schuld auf ihnen ruhte, unser Mitleid dürfen wir ihnen doch nicht versagen." Ich fürchte, Sie werden dieses Mitleid bereuen," sagte Spangenberg, eine Unterstüßung kann man solchen Leuten geben, aber in's Haus würde ich sie nicht nehmen. Gerade in Ihrem Hause ist die Versuchung groß." " Ich urteile doch etwas besser über diese unglücklichen Leute," sagte da mit einem ruhigen Lächeln, sie werden uns nicht mit Undank lohnen. Ich begreife wohl Ihren Groll gegen den Kustos, Herr Direktor aber wollen wir nicht dieses Thema verlassen? Das glückliche Brautpaar erwartet Sie, um Ihnen zu danken, verbannen Sie alle trüben Gedanken und erfreuen Sie sich an dem Glück der beiden." ( Fortsetzung folgt.)- Bwischen Tipp' und Kelchesrand. Humoreske aus dem Französischen von J. Martin. ( Schluß.) ( Nachdruck verboten.) Louis Vernet tritt zu den Beamten, legt seine Hand auf den Koffer und überreicht ihnen den Gepäckschein mit den Worten: „ Tragen Sie ihn, bitte, recht rasch hinaus! Hier ist mein Schein." Kaum hatte er das gesagt, als eine feste Hand ihn an seiner Schulter faßte. Erstaunt dreht er sich um und sieht, daß es ein Schutzmann ist, der sich diese Freiheit genommen hat. Was wollen Sie von mir?" fragte der erschreckte Reisende. Hinter dem Schußmann hatten sich zwei Eisenbahnbeamte aufgepflanzt, die regungslos wie eine Mauer dastanden. Was wir von Ihnen wollen?" erwiderte der Schußmann in einem spöttischen Tone, ohne ihn jedoch loszulassen. Was wir von Ihnen wollen? Na, das werden Sie gleich sehen." Die beiden Eisenbahnbeamten traten an den Koffer, beugten sich darüber, horchten einen Augenblick und sahen sich dann mit einem verständnisvollen Blicke an, als wollten sie sagen:„ Es ist gar kein Zweifel daran." Louis Vernet dachte bei sich:„ Die beiden Kerls müssen verrückt sein!" Dann aber durchfuhr ein schrecklicher Gedanke sein Hirn. Ob sie nun verrückt waren oder nicht, so viel stand fest, daß es jetzt bereits 11 Uhr 40 war und daß ihm nur noch 20 Minuten blieben, um das Bureau des„ Semaphore" zu erreichen. Unter allen Umständen mußte er sich aus der Gewalt des Schußmannes losmachen. Mit einer rieſigen Kraftanſtrengung schüttelte er die ihn festhaltende Hand des Schutzmannes ab und lief in größter Eile zur Ausgangstür, wobei er drei oder vier Personen umriß. Leider war der Liebe Müh' umsonst. Zwei dort postierte Zombeamte packten ihn am Kragen, und ungeachtet seiner Protestationen und Gestitulationen wurde er zu seinem Koffer zurückbefördert. „ Das ist ja geradezu Tollheit!" schrie er.„ Lassen Sie mich gehen! Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort, daß ich in einer Stunde wieder zurück sein werde. Sie sind schuld, wenn ich hunderttausend Francs verliere!" Als Antwort darauf erfolgte vom Schußmann ein lautes Lachen. Abermals nahm er den Gefangenen in seine Gewalt, und dieses Mal packte er ihn fester. Auf jede Schulter legte er ihm eine Hand. ,, Kommen Sie jetzt nur mit," rief ihm einer der Eisenbahnbeamten zu.„ Das lange Reden hat doch keinen Zweck. Räumen Sie lieber alles ein! Sie kommen von Newyork, tun ſehr eilig und sehen geheimnisvoll aus. Das gibt zu denken! Und dazu noch dieser verdächtige Koffer! Wer find Sie? zu welcher politischen Anschauung bekennen Sie fich?" Wenigstens auf die letzte Frage vermochte Louis Vernet zu antworten: Bei den vorigen Wahlen habe ich für den Kandidaten des linken Zentrums gestimmt, und ich bin auf das„ Journal des Debats" abonniert." Diese Erklärung, die in einem sehr aufrichtig klingenden Tone abgegeben wurde, brachte augenscheinlich bei den Beamten einen Umschwung zu gunsten des Reisenden hervor. " Was enthielt Ihr Koffer?" fragte der eine Beamte, deſſen goldgeſtickte Uniform vermuten ließ, daß er ein höherer Funktionär war. „ Kleider und Wäsche, sonst weiter nichts, versichere ich Sie, meine Herren." Haben Sie feine Sprengmaterialien darin?" Sprengmaterialien? Wozu wohl? Ich bin weder Chemiker, noch Pyrotechniker." „ Was ist das aber für ein sonderbares Geräusch da rinnen? Aha, Sie geben keine Antwort. Nun, wenn Sie es uns nicht sagen wollen, so will ich es Ihnen sagen: In Ihrem Koffer haben Sie eine Maschine, die durch ein Uhr werk reguliert wird, welches zu einer bestimmten Zeit eine Explosion verursachen soll. In London hat erst vorgestern die Polizei vier Anarchisten mit solchen Maschinen festgenom men. Und Sie gehören wahrscheinlich zur selben Gesellschaft." Bei diesen Worten wurde Louis Vernets Gesicht immer länger. Er beugte sich über den Koffer, und dabei wurde sein Gesicht noch länger. Tic- tack, tid- tad ging es darin. Gewiß, er mußte jegt träumen. Plöblich ließ sich ein fürchterliches Geräusch vernehmen. Zweifellos war das das Signal, daß jetzt die Explosion vor sich gehen sollte. Achtung, Bombe! Packträger und Beamte liefen nach allen Richtungen der Windrose auseinander. Selbst der Schuhmann wurde von der allgemeinen Panit ergriffen. Nur Vernet blieb wie ein Held allein auf seinem Posten. Mit zitternder Hand öffnete er seinen Koffer. Seine Finger durchwühlten seine Garderobe und seine Wäsche, jedes Stüd befühlte er und nahm er heraus. Auf einmal stieß er auf einen harten Gegenstand, der in ein Nachthemd gehüllt war. Was ist das? Louis Vernet zieht seinen Arm damit heraus und hält in der Hand die Weckeruhr aus dem„ Hotel zum gekrönten Hunde", die er versehentlich in den Koffer geworfen hatte und die jetzt sechs Stunden später, als sie sollte, geweckt hatte. Verwünschter Plunder!" rief er wütend aus und eilte zur Tür. Ein homerisches Gelächter drang an sein Ohr, als die Beamten des unglücklichen Weckers, den er ihnen entgegen hielt, ansichtig wurden. Rasch warf der vom Schicksal verfolgte Reisende einen Blick auf die Bahnhofsuhr. Noch fehlten acht Minuten zu zwölf! Mit gesenktem Haupte, wie ein gehetzter Eber, dem die Hunde auf der Fährte ſind, stürzte er davon, stürmte zur Tür hinaus und sprang in eine Droschke, deren Kutscher er noch zurief: „ Place de la Bourse! Einen Louisdor sollen Sie haben, wenn wir noch vor zwölf dorthin kommen!" Sieben und eine halbe Minute später kam in rasender Eile eine Droschke aus der Notre- Dame- Straße in die Place de la Bourse eingebogen. Ein Herr sprang heraus, sprang durch einen Torweg, stürmte eine Treppe hinauf, und wie ein Sturmwind drang er in das Bureau des„ Semaphore" ein, mit einer wahren Stentorſtimme rufend: „ Hier bin ich!" In demselben Augenblicke holte die Uhr an der Börse zum Glockenschlage zwölf aus. Ich habe die Wette verloren!" antwortete ein Herr, der das Französische mit starkem engliſchen Accent ſprach. Und so ist seit dem 17. November der Rekord von Phileas Fogg gebrochen. Was Pompejis Wände erzählen. In der aus Schutt und Asche neu erstandenen stillen Stadt am Fuße des Vesuv kann der ſinnige Beobachter gar manch Interessantes von den Wänden leſen. Sie erzählen eine alte Geschichte, die ewig neu bleibt, die Geschichte vom Hangen und Bangen in schwebender Pein, vom himmelhoch Jauchzen, von der Betrübnis zum Tode, die Geschichte von der Liebe Lust und von der Liebe Qual. Ob die Pompejaner ein Lied kannten, wie unser:„ Ich schnitt es gern in alle Rinden ein"? Fast könnte man's glauben, nur muß man annehmen, daß sie gesungen haben: Ich schnitt es gern in jede Wand hinein. Was der Deutsche in alle Rinden hineinschneiden, in jeden Kieselstein hineingraben, in jedes frische Beet hineinſäen möchte, das haben die Pompejaner in die Wände mit der Spize eines scharfen Nagels, oder scharfen Messers hineingerizt, und da leſen wir's nach achtzehnhundert Jahren. " Fac me ames!" So hat ein schmachtender Jüngling in die Wand hineingegraben, hat den verstärkten Imperativ gebraucht, und dasselbe gesagt, was wir nur mit den Worten: „ Liebe mich wiedergeben können. Schwerlich würde ein deutscher Jüngling so befehlerisch verfahren, der deutsche Jüngling singt: Ach wenn du wärst mein eigen, wie lieb sollst du mir sein." Der deutsche Jüngling schmachtet, aber er kommandiert nicht. Sollen wir jenem römischen Jüngling wegen seiner stolz klingenden Inschrift zürnen? Sollen wir ihn damit zu entschuldigen suchen, daß er eben ein Römer, ein Sohn des weltbeherrschenden Volfes, war? Sollen wir uns denken, daß er ein junger römischer Leutnani war, der sich vorgenommen hatte, die Niederlage des Varus im Teutoburger Walde grimmig zu rächen?- Hoffentlich findet er mehr Nachsicht, wenn wir bemerken, daß diese Inschrift eine Ausnahme bildet, daß also besagter eventuelle Leutnant nur in einer momentanen ärgerlichen Stimmung gehandelt hat, daß er sicherlich eine andere Inschrift gewählt haben würde, wenn er gewußt hätte, daß die Nachkommen