Nr. 10. Absunementspreis: in Gießen, abgebsit monatlich 50 Wis., ta's Saus gebracht 60 Bfg., bure die Pont bezogen Vierse jährlich Mt. 1.50. Bratsbellagen: Oberheifische Familienzettung( täglich) Oberbeine Beitschrift für Landwirtschaft, Sbk- unb Barscubax, sowie die Gießenes Seifenblefex( modenti). Das Slatz eridetest en allen Bertingen nachmitage Mittwoch, den 13. Januar 1904 Gießener Jaferties pret& Die 13. Ja rgang. gelegen gang Oberbeffen, die Kretie egter un arkere 10. fank 15 Vig.: Stellows ble et rei. 40 84. Bofzeitungslife to. 3800. Rebekton uns rreditton: Gießen euraeg 28. Bernsgresanschlur. B. Neuelle Nachrichten (& tchener Tageblatt) Anabhängige Tageszettmag für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Rokalanzeiger für Gießen und Umgebung Esthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberbeffes. Betr. Ausführung des Reichsgesetzes vom 28. Mai 1894 über den Schutz der Brieftauben und den Brief= taubenverkehr im Kriege. Bekanntmachung. Gemäß§ 3 Absatz 2 und unter Bezugnahme auf die nachstehend abgedruckten weiteren Bestimmungen des rubrizierten Reichsgesetzes bringen wir hiermit die Namen der Mitglieder des Brief auben- Clubs- Gießen, welch Ictzterer dem Verbande deutscher BrieftaubenliebhaberVereine angehört und somit seine Tauben der Militärverwaltung zur Verfügung gestellt hat, zur öffentlichen Kenntnisnahme: 1. Wilh. Möser, Mühlenbesizer. Rodheimerstr. 18. 2. Karl Reuling, Weißbinder, Steinſtr. 72. 3. Georg Forbach, Bäckermeister, Marktstr. 11. 4. Joh. Hecker, Schuhmacher, Wolkengasse 20. 5. Johs Schlitt, Zugführer, Mittelweg 2. 6. Friz Rosenbaum, Schreinecmstr., Löwengasse 10. 7. H. K. Fießer, Fabrikant. Moltkestr. 25. 8. May Rüger, Barbier, Walltorstr. 6. 9. Wilhelm Scharmann, Gendarm, Brandplay 13. 10. Johs. Döring, Bahnarbeiter, Marburgerstr. 82. Gießen, den 7. Januar 1904. Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler. Auszug aus dem Gesetz, betr. den Schuß der Brieftauben und den Brieftaubenberkehr, vom 28. Mai 1894. § 1. Die Vorschriften der Landesgeieze, nach welchen das Recht, Tauben zu halten, beschränkt ist, und nach welchen im Freien betroffene Tauben der freien Zueig= nung oder der Tötung unterliegen, finden auf Militärbrieftauben feine Anwendung. Dasselbe gilt bon landesgeseßlichen Vorschriften, nach welchen Tauben, die in ein fremdes Taubenhaus übergehen, dem Eigentümmer des letzteren gehören. § 2. Infoweit auf Grund landesgefeßlichen Bestimmungen Sperrzeiten für den Taubenflug bestehen, finden dieselben auf die Reiseflüge der Militärbrieftauben feine Anwendung. Die Sperrzeiten dürfen für Militärbrieftauben nur einen zusammenhängenden Zeitraum von höchstens je 10 Tagen im Frühjahr und Herbst umfassen. Sind längere als zehntägige Sperrzeiten eingeführt, so gelten für Militärbrieftauben immer nur die ersten zehn Tage. § 3. Als Militärbrieftauben im Sinne dieses Gesetzes gelten Brieftauben, welche der Militär-( Marine-) Verwaltung gehören und von derselben gemäß den von ihr erlassenen Vorschriften zur Verfügung gestellt, und welche mit dem vorgeschriebenen Stempel versehen sind. Privatpersonen gehörige Militärbrieftauben genießen den Schuß dieses Gesezes erst dann, wenn in ortsüblicher Weise befannt gemacht worden ist, daß der Züchter seine Tauben der Militärverwaltung zur Verfügung gestellt hat. Betr. Ausführung des Gesetzes betreffend Kinderarbeit in gewerblichen Betrieben. Bekanntmachung. Nach§ 10 des rubrizierten Gefeßes abgedruckt im Gießener Anzeiger Nr. 150 vom 23. Dezember 1903 haben die Arbeitgeber, die Kinder(§ 2) in gewerblichen Betrieben regelmäßig, wenn auch nur in Zwischenräumen wiedertehrend beschäftigen, vor Beginn der Beschäftigung diesbezügliche schriftliche Anzeige bei uns zu erstatten. Diese Berpflichtung liegt sowohl den Arbeitgebern ob, die fremde Kinder beschäftigen, als auch solchen, die eigene Kinder für Dritte beschäftigen( cf§ 3). Die Anzeige muß enthalten die Angabe über: 1. Vor- und Zunamen des Kindes; 2. Tag und Jahr der Geburt des Kindes; 3. Legten, dauernden Aufenthaltsort des Kindes; 4. Namen, Stand und letzten Wohnort des gesetzlichen Vertreters( Vaters, Vormundes 2c.); 5. Art des Betriebes des Arbeitgebers; 6. Beschäftigung des Kindes. Unterlassungen werden in jedem Falle nach§ 26 des Gesezes mit Geldstrafe bis zu 30 Mt. geahndet Gießen, den 8. Januar 1904. Großherzogliches Polizeiamt Hechler. Der franzöfifche Staat und Elfafs- Lothringen. CB. Die Ausweisung des Reichstagsabgeordneten Delsor aus Frankreich hat begreiflicherweise diesseits und jenseits der Vogesen großes Aufsehen erregt. Begründet wurde sic mit innerpolitischen Verhältnissen und zwar mit dem Kamps gegen die Kongregationsschulen. In Luneville war eine Protestversammlung gegen diese neueste Erscheinung in der inneren Politik Frankreichs geplant, in welcher Delsor als Redner auftreten sollte. Diese Versammlung wurde indes verboten, und der Abgeordnete Delsor wurde als lästiger Ausländer ausgewiesen. Soweit der Sachverhalt. Vom staatsrechtlichen Standpunkt aus kann gegen das Vorgehen der französischen Regierung keinerlei Widerspruch jeltend gemacht werden. Sie hat zweifellos das Recht, von hren Machtmitteln Gebrauch zu machen, um die Einmischung Jon Ausländern in innere Landesangelegenheiten, namentsich, wenn sie auch noch als Kritiker erscheinen, zu verhüten. Aber vom politischen Standpunkt aus ist es bedeutungsvoll, daß ein Elsässer, dazu noch mit einem Anflug von proteſtlerischer Gesinnung, dieser Ausweisungspraris verfallen ist. Daraus geht hervor, daß die jetzige Regierung in Frankreich unter die Ergebnisse des Jahres 1870 einen Strich gezogen hat und sich auf den Boden der Tatsachen stellt. Die Reichslande werden von ihr auch äußerlich als deutsches Gut anerkannt, und die Frage der Sympathien und Antipathien in Elsaß- Lothringen sind für die jetzige Regierung in Frankreich feine wägbaren Werte mehr. Man kann es aber begreifen, daß in Frankreich die von den Vergeltungsgedanken allein lebenden Parteien mit dem Vorgang, der vollständig die Bedeutung eines politischen Manifestes hat, nicht einverstanden sind und daher einen Feldzug gegen die Regierung planen. Wenn man die Ausweisung des Abgeordneten Delfor lediglich unter dem Gesichtspunkte ihrer politischen Bedeutung berücksichtigt, so ist sie für Deutschland ein durchaus erfreuliches Symptom. Die neue Zeit mit ihren neuen Zielen, das sieht man deutlich, hat das Vergangene in Vergessenheit gebracht. Diese Entwickelung ist nicht zum wenigsten dem Dreibund zu verdanken, der in den Zeiten der leidenschaftlichsten Gärungen und überhisten Volksstimmung als ein Friedensbollwerk in Europa stand. Weiterhin aber haben die weltwirtschaftlichen Verhältnisse die Bedeutung der Gewichtsausgleiche auf dem Festlande start in den Hintergrund treten lassen. Die Stärke einer Nation beruht heute nicht mehr auf der Größe des Länderbesizes, sondern auf der Festigkeit seiner inneren Interessen. Desterreich- Ungarn mit seinen verschiedenen Nationalitäten, zugleich aber auch mit seiner inneren Zerrissenheit, seinem Hader und dem ewigen Unfrieden ist geradezu ein Schulbeispiel dafür, daß ein ausgedehnter Länderbesitz die Vorbedingung der politischen Schwäche in sich enthalten kann, wenn die Bevölkerung fein einheitliches Ganze bildet. Ebenso mahnen die Verhältnisse in Rußland, wenn sie auch infolge der scharfen Zensur der Bresse nicht vollständig an die Oeffentlichkeit gelangen, dazu, einen nationalgemischten Länderbesitz zur Vermeidung innerer Schwierigkeiten nicht anzustreben. Seitdem bei der französischen Regierung die grundsätzliche Gegnerschaft gegen Deutschland in den Hintergrund getreten ist, hat Frankreichs äußere Politik am Mittelmeer und in Asien Erfolge über Erfolge zu verzeichnen. Je mehr die Neuverteilung der Welt die Ueberlegenheit der europäischen Kultur hervortreten läßt, um so mehr wächst auch bei den Völkern des Festlandes das Bewußtsein der geistigen Zusammengehörigkeit und die Friedensstimmung. Insofern alsc die Ausweisung des Abgeordneten Delsor die Anerkennung der gegenwärtigen Machtverteilung in Europa als eine definitive enthält und insofern sie zugleich die Absicht zu_erkennen gibt, sich in innere Verhältnisse fremder Nationen nicht einzumiſchen, aber auch keine fremde Einmischung zu dulden, ist sie, wie gesagt, nicht bloß ein wichtiges, sondern auch ein erfreuliches Merkmal für die Gesundung der ge samteuropäischen Politik. ( 9. Sigung.) Deutfcher Reichstag. CB. Berlin, 12. Januar. Mit einem warmtönigen Neujahrsgruß an die Mitglieder des Hauses eröffnet Präsident Graf Ballestrem die erste Sibung im neuen Jahre. Das Haus zeigt, daß es im perflossenen Jahre mit dem Präsidium zufrieden war, indem es die Grafen Ballestrem und Stollberg und Paasche burch Zuruf wiederwählt. Die öffentliche Tagesordnung bejinnt hierauf zunächst mit der Beratung der Denkschrift über Ausführung des Anleihegesetzes. Erster Redner ist der in Berlin I neugewählte freisinnige Abg. Ka empf, der heute seine Jungfernrede hält. Er erinnert daran, daß nach und trotz der zunächst außerordentlich erfolgreich gewesenen Regelung des letzten großen Betrages an Reichsanleihe deren Kurs bald darauf erheblich gewichen sei. Man habe gefragt nach der Ursache und nach Mitteln, um der Wiederholung solcher Vorgänge vorzuveujen. Aber alle bisher laut gewordenen Vorschläge griffen doch das Uebel nicht an der Wurzel an. Das einzig wirksame Mittel sei, daß unsere ganze wirtschaftliche Gesetzgebung der letzten Jahrzehnte gründlich revidiert werde. Die Befriedigung der wirtschaftlichen Bedürfnisse unseres Volkes dürfte nicht so, wie dies in den lezten Jahrzehnten geschehen sei, erschwert, müsse vielmehr erleichtert werden.( Beifall.) Zum Schluß plaidiert Redner für Aenderung des Börsengesetzes. Schatzsekretär v. Stengel erwidert kurz, für das Reich und die Reichsfinanzverwaltung sei und bleibe der Hauptübelstand, daß wir uns in Bezug auf die Wahl eines richtigen Zeitpunktes für Emissionen nicht in günstiger Lage zu befinden pflegen. Der April war im vorigen Jahre jedenfalls kein richtiger Zeitpunkt. Im Gegensatz zum Abg. Kaempf verteidigt Abg. Arendt von der Reichspartei die Börsengesetzgebung. Gerade diese Gesetzgebung sei von größtem Vorteil für unser wirtschaftliches Leben gewesen. Diese Erklärung bildet das Signal zu einer kurzen, aber lebhaften Börsendebatte. In ihrem Verlauf anerkennen nicht bloß die Redner der Linken, sondern auch der Vertreter des Zentrums, Abg. Spahn, daß die Börsengesetzgebung einige Härten enthielte, die gemildert werden müßten. Es folgt die Interpellation über die Wurmkrankheit, die von den Abgg. Auer und Genossen eingebracht ist. Sie fordert die strengsten und sofortigen Maßregeln gegen die Wurmkrankheit, die aus den Gruben der Bergwerfe bereits in das Heer eingedrungen sei. Nachdem der sozialdemokratische Abg. Sa ch se die Interpellation begründet hatte, nahm Staatssekretär Graf Posadowsky das Wort. Die Krankheit im Heere habe leider einen derartigen Umfang angenommen, daß keine Mittel gescheut werden dürften, ihr entgegenzutreten. Der Staatssekretär teilt dann mit, welche Maßnahmen m augenblicklichen Stadium ergriffen würden. In Bayern, Sachsen, Elsaß- Lothringen fänden dauernd eingehende Unersuchungen statt. Die Krankheitsfälle im Heer. Was die Erkrankungsfälle im Heere anbelange, so liege hm ein Schreiben des preußischen Kriegsministers vor. Danach seien die Militärärzte angewiesen, die Rekruten auf twaige Wurmerkrankunger genau zu untersuchen und alle Erkrankungsfälle zu melden. Die Angelegenheit der Wurmfrankheiten sei nicht Sache des Reiches, sondern der Einzeltaaten. Nur diese seien in der Lage, den Kampf gegen die Krankheit zu führen. In ähnlicher beruhigender Weise sprach auch der preuzische Handelsminister Möller. Er sprach etwa eine Stunde unter größter Aufmerksamkeit des Hauses, insbeondere der Mitglieder der sozialdemokratischen Partei. Nach einer Nede wurde auf Antrag des Präsidenten die Beprechung der Interpellation auf morgen vertagt. Schluß er Sizung gegen 6 Uhr. Die Politik. Voraussichtlich in der nächsten Woche wird der Bundesrat über die Vorlage wegen Entschädigung unschuldig Verhafteter sich schlüssig machen. Die Verzögerung in der Fertigstellung des Entwurfes ist darauf zurückzuführen, daß er nicht nur Entschädigungen für Zivilpersonen, sondern auch für die der Militär- und Marinegerichtsbarkeit unterstellten Personen vorsieht, deren Verhaftung zu unrecht erfolgt ist. Der Vizepräsident des Reichstages, Dr. Udo Graf zu Stolberg- Wernigerode, ist zum Wirklichen Geheimen Rat mit dem Prädikat Erzellenz" ernannt worden. Die Verleihung fällt mit dem jüngsten Besuche des Kaisers aus dem Schloß des Grafen Stolberg, Kreppelhof, zusammen. A Die Gründung eines Arbeitgeberverbandes für das Baugewerbe, dessen Zweck gemeinschaftliches Vorgehen bei Differenzen mit den Arbeitern u. s. w. ist, ist in Hannover erfolgt. Der Verband soll den Bezirk der Hannoverschen Baugewerfsberufsgenossenschaft umfassen und den Namen: „ Nordwestdeutscher Arbeitgeberverband für das Baugewerbe" führen. Neben dem oben erwähnten Zweck soll zu den Ausgaben des Verbandes vornehmlich die Anbahnung eines gedeihlichen Verhältnisses zwischen Arbeitgebern und Arbeitern, eine gerechte Bemessung der Arbeitslöhne je nach den örtlichen Verhältnissen, die Einrichtung von Arbeitsnachweisen sowie die Organisation des Baugewerbes im Verbandsbezirk gehören. Der badische Landtag ist wieder zusammengetreten. Der zweiten Kammer ist ein Gesetzentwurf betreffend Abänderung des Biersteuergesetzes zugegangen, der u. a. be stimmt, daß zur Bierbereitung außer Hopfen, Hefe und Wasser nur Ma Iz verwendet werden darf. Die Steuer beträgt für je 100 Kilogramm ungebrochenen Malzes, welche bei einem Brauereigeschäft in einem Kolenderjahr steuerbar werden, für die ersten 250 Doppelzentner 8 Mart, für die folgenden 1250 Doppelzentner 10 Mark, für die Was tut das? Haben Sie Lust zu gehen? Dann Familie. Der er in praktischen Dingen sicher überlegen sei, i ተስ Meife annehmen, es erschienen die zierlichen Ver bir verlange, alles allein zu besorgen. nochmals sagen, nimm dir ein zweites Mädchen oder sonst ,, Lotte, ich bitte dich, du weißt doch, daß ich es nicht von ch möchte es dir Start Sutto füllung und engherzig ist sie gewesen, sie, die gute Hausfrau! mmer reichlicher fließen ihre Tränen, und als sie sich endmondet, da ist es ihr, als sei durch sie hätte stolz und glücklich machen sollen. Wie klein rich dem folgenden 1500 Doppelzentner 11 Mark, für die folgenden 2000 Doppelzentner 12 Mark und für die folgenden 13 Mark. Die letzteren Steuersätze sollen mit dem 1. Jamuar 1905, die übrigen Bestimmungen des Gesezentwurfes mit dem Zeitpunkt der Verkündigung des Gesetzes in Kraft treten. Recht unerfreuliche Nachrichten kommen aus DeutschSüdwestafrika. Nach einer Meldung des Gouvernements in Windhuk wird eine Erhebung der Herero- Bevölkerung für möglich gehalten. Bisher ist es freilich zu offenen Feindseligkeiten noch nicht gekommen. Gemeldet sind Ansammlungen bewaffneter Herero- Abteilungen von mehreren hundert Gewehren bei Okahandja und Otjosuhu. Zur Verfügung stehen an weißen Streitkräften im Norden ca. 400 Mann, die mobil gemacht sind, mit einem Gebirgsgeschütz und drei Maschinengewehren. Die Besatzung von Okahandja ist auf 90 Mann und die von Windhuk auf 100 Mann gebracht. Eine außerordentlich zeitgemäße und verständige Einrichtung ist in Württemberg getroffen worden. Dort sind zwischen dem Krankenkassenverband und den Aerzten mit Unterstützung der Regierung Schiedsgerichte geschaffen worden, die unter dem Vorsize eines vom Ministerium des Innern ernannten Beamten aus je vier Vertretern der Aerzte und der Krankenkassen zusammengesetzt sind und entstehende Streitigkeiten zu entscheiden haben. Ueber diesen Schiedsgerichten, die in Stuttgart, Ludwigsburg, Reutlingen, Ellwangen und Ulm ihren Sitz haben, steht noch eine Art Ober tribunal, eine Landeskommission, die aus je fünf Vertretern der Aerzte und Krankenkassen unter Vorsitz eines Regierungsbeamten besteht und deren Spruch die streitenden Parteien endgiltig bindet. Das Ministerium des Innern hat zu Vorsitzenden dieser Schiedsgerichte die jeweiligen Vorsigenden für Arbeiterversicherung und zum Vorsitzenden des Landesschiedsgerichts den jeweiligen vortragenden Rat für soziale Gesetzgebung im Ministerium bestimmt. Im Reichspostetat ist bekanntlich auch für die Poſtbeamten in den östlichen Provinzen die Gewährung einer Ostmarkenzulage in Aussicht gestellt worden. Jetzt ist aus dem Oberpostdirektionsbezirk Danzig eine von Beamten und Unterbeamten der Poſt und der Telegraphenverwaltung unterzeichnete Petition an den Reichstag gerichtet worden, in der um Gewährung der Ostmarkenzulage gebeten wird. Italien. In Rom haben jetzt die Handelsvertragsverhandlungen zwischen den deutschen und italienischen DeTegierten begonnen. Der ersten Besprechung wohnten mehrere Minister bei; sie wurde mit einer Rede des italienischen Ministers des Auswärtigen, Tittoni, eröffnet, worin dieser die Hoffnung aussprach, daß die ausgezeichneten politischen Beziehungen zwischen Deutschland und Italien durch fruchtbare wirtschaftliche Beziehungen noch befestigt werden möchten. frankreich. mit den Oberkommandie res und der Marine statt. Der Ministerpräsident war durch Krankheit am Erscheinen verhindert. 3u geſtern waren die alten Staatsmänner und die Minister in den Palast berufen. Das sähe in der Tat nach Krieg aus. Indessen da das Reuterbureau die Meldung verbreitet, muß man ihre Angaben durch zehn dividieren, um ungefähr das richtige zu treffen. Außer in London glaubt man überall an eine Besserung der Lage. So erklärte gestern im französischen Ministerrate der Minister des Aeußern Delcassé, aus den letzten Nachrichten über den russisch- japanischen Konflikt ergebe sich, daß die Lage sich zu bessern scheine. Sonst liegen irgend welche Nachrichten von Belang heute nicht vor. * Man scheint allmählich auch in Frankreich gegen disziplinlose Offiziere andere Saiten aufziehen zu wollen. Kürzlich meldeten wir, daß sich der pensionierte Divisionsgeneral Cornulier in einem Schreiben an den Kriegsminister darüber beschwert habe, daß er entgegen dem bisherigen Brauch nicht zum Korpsfommandanten ernannt worden sei. Wegen dieses in grobem Tone abgefaßten Beschwerdebriefes wurde jetzt gegen Cornulier vor einem Disziplinargericht verhandelt. Der General war nicht erschienen. Der Gerichtshof entschied mit 3 gegen 2 Stimmen, daß die Pensionierung des Generals in schlichten Abschi e d umzuwandeln sei. Das wird wohl seine abschreckende Wirkung nicht verfehlen. Rufsland. Afrika. Zum erstenmal ist es den Briten gelungen, dem tollen Mullah einmal gehörig zur Ader zu lassen: Nach so vielen und zum Teil empfindlichen Schlappen hat eine englische Abteilung einen Sieg über den tollen Mullah" errungen, der von großer Bedeutung für den schließlichen Ausgang des Krieges sein kann. Eine nach London gelangte amtliche Depesche aus Aden berichtet: General Egerton griff mit 2200 englischen und 1000 eingeborenen Truppen 5000 Derwische bei Dschidballi an, die anscheinend die Hauptmacht des Mu II ah bildeten. Der Feind ging zum Angriff vor, ergriff aber die Flucht, als er in der Flanke und in der Front beschossen wurde. Die englische Kavallerie verfolgte der Feind 10( englische) Meilen weit. Die Verluste der Mullahleute werden auf 1000 Mann geschätzt. Viele Gefangene und 400 Gewehre fielen den englischen Truppen in die Hände. Die englischen Verluste betragen 41 Mann. Davon sind 2 Offiziere tot, 9 Offiziere berwundet, einer wird vermißt. Es bleibt abzuwarten, ob diese Meldung den Tatsachen entspricht. Britische Truppenführer pflegen die Bedeutung ihrer eigenen Erfolge und die Größe der Verluste des Feindes immer durch ein starkes Vergrößerungsglas anzuschauen. † Die jüngst erwähnten Arbeiterunruhen in Kamenskoi waren, wie sich jetzt herausstellt, außerordentlich bedrohlich und umfangreich. Die Ursache der Unruhen, an denen sich nicht weniger als 10 000 Arbeiter beteiligten, waren Lohnherabsetzunge in der Kamenskojer Waggonfabrik. Die Arbeiter zertrümmerten die fertigen Waggons und die Werkitätten und legten Feuer an die Fabrik, von der ein Teil niederbrannte. Aus Jekaterinofam gingen zwei Bataillone Infanterie nach Kamenskoi ab. Doch waren bei ihrem Eintreffen die Unruhen bereits beigelegt und die Arbeit teilweise wieder aufgenommen. Balkan- Staaten. Einen eigenartigen Trick, die in der Abreise der ausländischen Diplomaten liegende Blamage für den serbischen Hof zu bemänteln, hat König Peter angewandt. Aus Belgrad wird gemeldet: In einem unter dem Vorsiße des Königs abgehaltenen Ministerrat wurde beschlossen, den üblichen Neujahrsempfang bei Hofe diesmal ausfallen zu lassen. Heute( Mittwoch) begibt sich der König mit den Ministern nach Topola, wo der Sylvesterabend verbracht wird. Am Neujahrsmorgen erfolgt die Rückkehr nach Belgrad. Man muß gestehen, daß dieser Verzicht auf die Neujahrscour das gescheiteste war, was Peter tun konnte. Ein Neujahrsempfang ohne alle fremden Diplomaten hätte ihn auch in den Augen seines eigenen Volkes gedemütigt. Türkei. Hof und Gesellschaft. Vom Aufenthalt des Kaisers in Bres: I au wird noch gemeldet, daß der Monarch am Morgen des gestrigen Tages den Vortrag des Chefs des Militärkabinetts hörte. Dann fand Frühstückstafel statt, zu der der Oberpräsident Graf von Zedliß und Trüßschler und der Kommandierende General des IV. Armeekorps von Wohrsch geladen waren. Um 11 Uhr wurde auf Befehl des Kaisers die Garnison alarmiert; daran schloß sich eine Parade auf dem Schloßplay. Der Kaiser schritt zunächst die Fronten ab und ließ dann sämtliche Truppen in Eskadron- bezw. Kompagniefront einmal vorbeimarschieren. Zuerst kamen die Kürassiere, es folgten die Infanterie, die Artillerie und dann das Train- Bataillon. Nach dem Vorbeimarsch rückten die Truppen sofort unter klingendem Spiel in die Kasernen zurück; auf dem Schloßplate fand eine Paroleausgabe statt. Noch ist das Frühjahr nicht da, wo die Bandenbewegung in Mazedonien wieder einsetzen sollte, und schon durchstreifen wieder einzelne Bandentrupps das Land. In der Umgebung von Occhrida tauchten plößlich vier bedeutende Banden auf, die bereits mehrere Zusammenstöße mit türfischen Truppen hatten. Die Bauern schließen sich, durch Obdachlosigkeit und Hunger dazu getrieben, den Banden an. Auch geht das Gerücht, daß in Komanowa ein Pulverdepot von Aufständischen durch Dynamit in die Luft gesprengt wurde. Türkische Truppen sind bereits zur Verstärkung abgegangen, andere werden aus Asien erwartet. Alien. Im Gegensatz zu allen sonst vorliegenden Nachrichten melden Londoner Blätter, die dortige japanische Gesandtschaft habe eine amtliche Depesche aus Tokio erhalten, welche besage: Rußlands Antwort sei ganz ungünstig und könne von Japan nicht angenommen werden. Japan werde, wenn Rußland nicht von seinem Standpunkt zurückgehe, gezwungen sein, schleunig zu den Waffen zu greifen. Die Meldung klingt nicht eben wahrscheinlich, ebensowenig eine andere, die das Reuterbureau berbreitet und die besagt: In Tokio fand eine Besprechung des„ Rats der alten Staatsmänner" mit den Ministern des Aeußeren, der Marine, der Finanzen, und ** ** Der Freiherr v. Seefried, der Gemahl der Prinzessin Elisabeth von Bayern, Tochter der Erzherzogin Gisela, wurde in den Grafenstand erhoben. Heer und flotte. Festungskommandantur Wilhelmshaven. Angesichts der Bedeutung Wilhelmshavens für die Marineverwaltung wird Dort eine Festungskommandantur eingerichtet. Der bekannte Kapitän Gülich, früher Marineattaché in London, wird Festungskommandant in Wilhelmshaven. § Die Liebesbriefe Luises von Koburg. Das Wiener Be zirksgericht hatte sich gestern mit einer eigenartigen Affaire zu beschäftigen. Der frühere Oberleutnant Geza Mattäsich, der vom Kriegsgericht s. 3. zu mehrjähriger schwerer Kerterstrafe verurteilt wurde, weil er Wechsel auf den Namen der Prinzessin Luise von Koburg gefälscht habe, verklagt das Militärgericht auf Herausgabe der Liebesbriefe, die ihm die Prinzessin s. 3. geschrieben hat, und die ihm bei seiner Verhaftung abgenommen wurden. Die Briefe waren seit der Verurteilung des Oberleutnants beim Gericht deponiert. Die Prinzessin erklärte, sie habe keine Einwendung gegen die Herausgabe der Briefe zu machen. Ihr Kurator war aber dagegen. Wegen dieses Widerspruches wurde die Verhandlung vertagt. [ Die foeben ber bon 7217 Männer mördern 31 bis 33 aller Fal beliebteste 4052( 340 In nädite Erichießen Förderten [ B Tester Beit Heroldsam anlaßt wor adelig find bekannte preußifden gibt, die e bas ausge bie betreff bor einen nicht um folche, in gehört, of Es tann Scheidung des Herold baf leptere ihrem Nan § Die Minnefahrt des Kürassiers. Ein Urteil des Hallen. ser Kriegsgerichts gegen den Kürassier Otto Rückler aus Halberstadt wird allen Baterlandsverteidigern, die gewohnt sind, bei ihren Schätzen ohne Bewilligung der Herrschaft zu speisen, einigen Schrecken einjagen. Otto Rückler hatte ein: Braut, die bei dem Major v. Horn als Köchin diente. Otto besuchte seine Mirna bisweilen und mit besonderer Wonne dann, wenn es bei Majors was Gutes zu essen gab. Einmal war Otto auch in der Burschenstube zu Besuch, wo er sich mit Genehmigung der Frau Major beim Tellerabtrocknen nützlich machte und dafür Butterbrot und Bier bekam. Indes die Besuche in der Küche gefielen Majors nicht und der unvorsichtige Rürassier ließ sich fassen. Der 12jährige Sohn von Majors überraschte ihn; Otto suchte sich zwar eiligst hinter dem Rücken seiner Minna zu verbergen, aber das wäre wohl kaum einem schwächlichen Husar, geschweige einem großen breitschultrigen Kürassier gelungen. Der Major erstattete Anzeige und so verhandelte denn das Kriegsgericht gegen den verliebten Vaterlandsverteidiger. 13 Tage Gefängnis sind der Lohn für die Minnefahrt in Majors Küche- wegen Hausfriedensbruäs! Kriegervereine und Sozialdemokratie. Der Vorstand des preußischen Landes- Kriegerverbandes hatte vor einigen Monaten zwei Kriegervereine des Kreises Landeshut in Schlesien, Schwarzwaldau und Rothenbach, aus dem Landeskriegerverbande ausgeschlossen, weil sich herausgestellt hatte, daß ein Teil der Mitglieder Sozialdemokraten waren. Diese Maßnahme hat auf die betreffenden Vereine einen iefen Eindruck gemacht. Auf Veranlassung der Vereinsvortände sind die betreffenden sozialdemokratischen Mitglieder teils freiwillig aus dem Verein ausgeschiedn, teils sind sie von den Generalversammlungen der Vereine ausgeschlossen vorden. Nachdem die Vereine die ausgeschlossenen sozialDemokratischen Elemente ausgeschlossen hatten, und nachdem Die Vorstände Vorbeugungsmaßregeln getroffen haben ,,, durch die sie das Eindringen ungeeigneter Mitglieder für die ZuSunft sicher verhindern können", hat der Vorstand des Landesfriegerverbandes den Antrag auf Wiederaufnahme beider Bereine Folge gegeben. Aus dem Gerichtssaal. § Die erste gerichtliche Folgeerscheinung des Crimmitschauer Streiks. Das Crimmitschauer Schöffengericht verurteilte den Geschäftsführer der Crimmitschauer Filiale des deutschen Tertilarbeiter- Verbandes, Albin Hecht, wegen Beleidigung von 75 Crimmitschauer Fabrikanten, verübt durch ein Anfang September vorigen Jahres erschienenes Flugblatt, zu zwei Wochen Gefängnis und den üblichen Neben strafen. Der Färbereibesizer Selbmann wurde wegen Be leidigung des Hecht zu 100 Mark Geldstrafe verurteilt. Tödliche Mißhandlung eines Schülers. Vor dem Bar mer Schwurgericht begann der Prozeß gegen den Oberlehrei Prof. Deditius wegen tödlicher Mißhandlung des Schülers Walter Busche. Ueber die Vorgeschichte des Prozesses haben wir s. 3t. ausführlich berichtet. Der von Deditius miß handelte Schüler, der 13jährige Quintaner Walter Busche war hinterher an Gehirnhautentzündung erkrankt und, nach gestorben dem vollständige Erblindung eingetreten war, Nach beendeter Beweisaufnahme vor der Strafkammer hatte der Staatsanwalt sechs Monate Gefängnis beantragt. Dei Gerichtshof erklärte sich aber nach längerer Beratung fün unzuständig, da die Möglichkeit vorliege, daß der Tod die ursächliche Folge der Mißhandlung gewesen sei. Die Sache mußte daher vor das Schwurgericht verwiesen werden. § Der Prozeß wegen Veraubung des verunglückten Renn fahrers Albert vor der Mainzer Strafkammer endete mit der Freisprechung des angeklagten Hauptmanns der Land, wehr Mayer. Nab und fern. Ueber ein Reiseabenteuer des griechischen Kronprinzen, das ihm auf seiner letzten Inspektionsreise passierte, brirgen athenische Blätter interessante Berichte. Der Kronprinz benutzte, um nach Chalkis auf Euböa zu gelangen, die neu erbaute Eisenbahn Piraeus- Athen- Chalfis, die aber noch nicht dem Verkehr übergeben ist. Es waren noch nicht alle Beamten ernannt, und vor allem fehlten die nötigen Bahnwärter, was zu dem Geschehnis beitrug. Der Hofzug setzte sich von Athen aus in Bewegung und hatte eine gute Strecke zurückgelegt, mehr als 20 Kilometer, da flog durch das geöffnete Wagenfenster ein Stein hinein, und zwar dicht am Kopf des Kronprinzen vorbei. Man hob den Stein auf; er war mit Papier umwickelt, auf dem mit Bleistift geschrieben stand: Beim 50sten Kilometer ist Gefahr! Achtung!" Natürlich wurde sofort der Zugführer benachrichtigt und der Zug ging nur bis zum Anfang des 49ften Kilometers weiter, wo Halt gemacht wurde und man die Strecke aufmerksam untersuchte. Man ging bis zum 50sten Kilometer und noch eine Strecke weiter und fand wirklich, daß dort eine ziemlich bedeutende Bodenfenfung stattgefunden hatte. Inzwischen war auch der Arbeiter, der am frühen Morgen den Schaden entdeckte und dem Zug über 15 Kilometer entgegen gegangen war, herangekommen. Er hatte mit dem Steinwurf den Zugführer benachrichtigen wollen, aber das richtige Fenster verfehlt. Der Mann wurde für seinen Diensteifer belobt und be lohnt, und der Kronprinz kam wohlbehalten nach Chalkis, von wo er zu Schiff weiter reiste. § Nachspiel zu den Reichstagswahlen. Die Straffammer des Königsberger Landgerichts verurteilte den Schneidemüller Carl Eisenberger aus Königsberg zu einem Monat Gefäng nis, weil er bei der Reichtagsstichwahl auf Grund zweier ihm irrtümlich zugesandter Wahleinladungskarten in zwei Be zirken, einmal als Arbeiter, das andere Mal als Schneide müller, gewählt hatte. Zu einem Massenausstand kam es in der Bremer Jutespinnerei und Weberei in Hemelingen. Vierhundert Arbeiter sind dort wegen Differenzen mit der Fabrikfleitung ausständig, doch ist Aussicht vorhanden, daß der Zwist bald eine friedliche Lösung finden wird. † zwei Personen verbrannt. Durch die Explosion einer Petroleumlampe entstand in einem Hause der Rosenstraße zu Oldenburg ein Zimmerbrand, bei dem zwei Frauen, eine Witwe Meller mit ihrer 19jährigen Tochter, elend umfamen. Es wird vermutet, daß die Erplosion auf die oft gerügte böse Angewohnheit mccher Hausfrauen zurückzuführen ist, auf die brennende Lampe Petroleum nachzuJießen. bor ihrem läßt und folches„ bo + Lin gelagerte Festland b rungsmitte hundert P bon Malen Tag damit oder Enter Scharen a einen Dan tommen. Stande unit laufen. chnitten to Der Roman cines Deserteurs. Der Kommandantur in Spandau hat sich jetzt ein Fahnenflüchtiger gestellt, der vor nahezu 7 Jahren von der Tsziplinarabteilung des Garde forps aus dem Fort Hahneberg entwichen war. Vor unge. fähr 9 Jahren trat der damalige Unteroffizier- Schüler Sta nislaus Niedbalsti beim 4. Garderegiment z. F. ein. Er beging Mißhandlungen von Untergebenen und wurde zu 9 Monaten Gefängnis und Degradation verurteilt. Die Strafe verbüßte er in Spandau und wurde darauf für den Rest seiner Dienstzeit der Disziplinarabteilung überwiesen. Von hier entfloh er und führte 3 Jahre lang ein unstätes, an Not und Entbehrungen reiches Leben, bis er in Luxemburg festen Fuß faßte. Er bekam dort Arbeit in einem Hüttenwert und rückte vom Lohnarbeiter zu besseren Stellungen auf. Vor drei Jahren heiratete er seine Jugendliebe aus der westpreußischen Heimat und lebte glücklich und frei von Sorgen. Aber die Sehnsucht nach Deutschland ward immer größer, und vor vier Wochen gab er seine einträgliche Stellung auf, um die Strafe wegen Fahnenflucht abzubüßen und seiner Militärpflicht zu genügen. Der Mann zog mit seiner Frau und seinen beiden kleinen Kindern nach Berlin, wo Verwandte seiner Frau ansässig sind, und nachdem er seine Familie für die schwere Zeit, die ihm jetzt bevorsteht, materiell gesichert, stellte er sich der Militärbehörde in Spandau. Der Landwirt. wr. Ursprungszeugnisse für Rinder. Der preußische Landwirtschaftsminister ist nach Anstellung näherer Erhebungen zu der Ansicht gelangt, daß die Ursprungszeugnisse für Rindoieh in ihrer jezigen Form ihrem Zwecke nicht entsprechen und schon deshalb fast wertlos sind, weil sie eine Vertauschung der Rindviehstücke, für welche die Zeugnisse bestimmt sind. leicht ermöglichen. Von verschiedenen Seiten ist angeregt, die Zeugnisse ganz, abzuschaffen, wie z. B. auf den Märkten in Hamburg, Köln, auf dem Magerviehhof in Friedrichs felde bei Berlin u. s. w. Ursprungszeugnisse schon jetzt nicht mehr verlangt werden. Der Minister hat Berichte darüber eingefordert, ob die Zeugnisse polizeilicherseits als entbehr. lich angesehen werden, wenn nicht, so steht er Reformvor schlägen entgegen. NG Bild ansässiger denkt 22 zustellen, gestellt fir Don Kaise pelt. Al Papste 31 gängers, Boll groß lingsflüge OB. 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Der Hofund hatte eine ometer, da flog in hinein, und bei. Man hob pickelt, auf dem en Kilometer ist der Zugführer um Anfang des cht wurde und Man ging bis ecke weiter und eutende Bodenr auch der Arn entdeckte und ngen war, her den Zugführer Fenster verfehlt. belobt und be en nach Challis, Der Bremer Jute Vierhundert Ar Fabrikleitung aus r Zwist bald eine Explosion einer er Rosenstraße zu ei Frauen, eine hter, elend um fion auf die oft frauen zurückzu etroleum nachzuKommandantur er gestellt, der vor Jung des Garde war. Vor unge zier- Schüler Sta t z. F. ein. Er und wurde zu verurteilt. Die e darauf für den lung überwiesen. lang ein unhes Leben, bis fam dort Arbeit arbeiter zu beffejeiratete er feine t und lebte glüd ucht nach Deutschochen gab er seine e wegen FahnenBu genügen. Der iden fleinen Rinrau ansässig sind, ere Zeit, die ihm sich der Militärpreußische Land herer Erhebungen eugnisse für Minde nicht entsprechen e eine Bertauschung iffe bestimmt find auf den Märkten hof in Friedrichs Seiten ist angeregt iffe fchon jest nicht at Berichte darüber erfeits als entbehr eht er Reformbor Vermifcites. [ Die Selbstmorde in Preußen] erreichten nach einer soeben veröffentlichten Statistik im Jahre 1902 die Höhe bon 7217 Fällen. Unter den Selbstmördern waren 5728 Männer und 1489 Frauen. Bei den männlichen Selbstmördern betrug die Verhältniszahl auf 100 000 Lebende 31 bis 33, dagegen nur 8 bei den Frauen. Fast ein Drittel aller Fälle ist auf Geisteskrankheit zurückzuführen. Die beliebteste Art des Selbstmordes ist Erhängen, wodurch 4052( 3409 männliche und 643 weibliche) Personen endeten. In nächster Linie stehen Ertrinken, wodurch sich 1236, und Erschießen, wodurch sich 1135 Personen ins Jenseits beförderten. [„ Von“ und„ v."] Wie verbreitet wird, sollen in lezter Zeit in Preußen infolge von Untersuchungen des Heroldsamtes mehrfach Personen durch die Gerichte ver anlaßt worden sein, sich der Führung des Wörtchens„ von" vor ihrem Namen zu enthalten, wenn sie nicht nachweislich adelig sind. Das ist wohl nicht ganz korrekt. Es ist eine bekannte Tatsache, daß es in der Offiziers- Rangliste der preußischen Armee zweierlei Bezeichnungen des Wortes„ von" gibt, die eine durch den Buchstaben„ v.", die andere durch das ausgeschriebene Wort„ von". Nur erstere bezeichnet dori die betreffende Familie als adelig, das ausgeschriebene„ von" vor einem Namen dagegen gibt zu erkennen, daß es sick nicht um eine adelige Familie handelt, sondern um eine solche, in der das" bon" zu dem Namen des Betreffenden gehört, ohne daß dieser als adelig zu charakterisieren wäre. Es kann kaum einem Zweifel unterliegen, daß diese Unterscheidung in der Rangliste auf Grund der Untersuchungen des Heroldsamtes gemacht wird, und es ergibt sich daraus, daß letzteres denjenigen Familien, in welchen das„ von" bei ihrem Namen wirklich herkömmlich ist, dasselbe ruhig be. läßt und nur der oft gezogenen irrigen Schlußfolgerung, solches„ von" deute stets den Adel an, entgegentritt. †[ In Eisesketten.] Die in der Bucht von Newyork vorgelagerte Insel Nantucket ist seit einer Woche durch Eis vom Festland vollständig abgeschnitten. Die Zufuhr von Nahrungsmitteln hat fast vollständig aufgehört, sodaß mehrere hundert Personen auf der Insel genötigt sind, größtenteils bon Aalen zu leben. Männer und Knaben verbringen den Tag damit, Löcher in das Eis zu schlagen und Aale zu fischen oder Enten und wilde Vögel zu schießen, die sich in großen Scharen auf der Insek niederlassen. Vorläufig ist es für einen Dampfer völlig unmöglich, an die Insel heranzutommen. Der Dampfer„ Oneida" mußte in sinkendem Zustande umkehren und bei der Reedy- Insel auf den Strand laufen. Das Schiff war vom Treibeis fast ganz durchchnitten worden. Kunft und Wissenschaft. NG Bilder aus Schmetterlingsflügeln. Ein in Milwankee ansässiger Künstler und Natu alist, Mr. Fred Kempel, gedenkt 22 Bilder auf der St. Louiser Weltausstellung auszustellen, welche gänzlich aus Schmetterlingss.ügeln hergestellt sind. Unter diesen Bildern befinden sich Portraits Don Kaiser Wilhelm, König Eduard und Präsident Roosevelt. Als Weihnachtsgeschenk sandte Mr. Kempel dem Papste zwei Bilder, ein Portrait desselben und seines Vorgängers, Papst Leo XIII. Diese Portraits sind 29 X36 Boll groß. Bei ihrer Herstellung wurden 5000 Schmetterlingsflügel verwendet. OB. Die Stiftung des Malers Vogel. Der, wie bereits Jemeldet, für Kunstzwecke bestimmte Nachlaß des Malers Heinrich Vogel in Höhe von 1 300 000 Mart, soll zur Errichtung einer Seraphine Vogel- Familienstiftung für deutsche Runstmaler dienen. Nur Kunstmaler, die deutsche ReichsanJehörige sind, ohne Unterschied des Religionsbekenntnisses, in München, Dresden oder Rom leben, haben Anspruch uf Unterstützung. Malerinnen sind ausgeschlossen. Lokales. 13. Januar 1904. + Provinzialausschuß. In der am Samstag stattgefundenen Sigung lagen Wirtschaftsgesuche vor vom Ronsumverein Zeilbach, Walter- Angersbach, Molte- Kaichen and Müller- Mainzlar. Alle 4 Gesuche wurden abgelehnt und die Rekurrenten in die Kosten des Verfahrens sowie zur Zahlung einer Verhandlungsgebühr von 5 Mk. verurteilt. Die Enteignung des Geländes zur Errichtung der hirurgischen und ophtalmologischen Klinik wurde ausge sprochen. Die Kosten hierfür trägt der Staat. Der Reubau der Universitäts- EngelApotheke in Gießen ist im Rohbau vollendet und nimmt sich schon it in seinen schmucken Formen als eine Zierde des Marktplatzes aus. * Kommerzienrat Heyligenstaedt wurde zum Ehrenbürger der Stadt Vacha ernannt, als Dank für seine hochherzigen Stiftungen und seinen wohltätigen Sinn. Auch sollen nach Gemeinderatsbeschluß die Marfistraße und der Steinweg in Vacha hinfort den Namen Heyligenstaedtstraße führen, außerdem wird zur bleibenden Erinnerung an dem Geburtshause des Kommerzienrat Heyligenstaedt eine Marmortafel mit der Bezeichnung " Heyligenstaedthaus" angebracht. * Der Unteroffizier Verein des 2. Bataillons des 1. Großh. Hess. Inf. Leibgarde"-Reg. Nr. 115 in Darmstadt feiert am 16. Januar 1904 sein 25jähriges Stiftungsfest und ladet hierzu alle ehemaligen Kameraden herzlichst ein. Zweijährig Freiwillige Jäger. Diejenigen jungen Leute, welche beim Kurhessischen Jägerbataillon Nr. 11 zu Marburg a. Lahn als Zweijährig Freiwillige im Oktober d. J. eingestellt zu werden wünschen, wollen sich im Februar d. J. an einem Mittwoch oder Samstag, 9 Uhr vormittags, unter Vorlage eines bis 31. März 1904 oder 1905 gültigen Meldescheines in Marburg( Kaserne) zur ärztlichen Untersuchung melden. Eine auswärtig Untersuchung bei Bezirksfommandos 2c. fann nicht gestattet werden. Die Drts. ▷ Deutscher Flotten Verein. gruppe Rodheim a. Bieber des deutschen Flotten MAGGI'S BOUILLON- KAPSELN Vereins wird am 25. Januar im Stork'schen Saal, einen Unterhaltungsabend veranstalten, auf dem Herr Kapitänleutnant d. R. Freiherr von Veltheim, Cattenstaedt, über das Thema„ Die deutsche Kriege flotte in nationaler, technischer und wirtschaftlicher Beleuchtung" sprechen wird. Herr von Veltheim ist in den Ortsgruppen des FlottenVereins als ausgezeichneter Redner nicht unbekannt und hat seit Jahren in zahlreichen Städten des Reiches Vorträge gehalten, die wesentlich dazu beigetragen haben, das Verständnis über die Aufgaben und Einrichtungen unserer Kriegs. und Handesflotten zu verbreiten. Da der Redner auf seinen zahlreichen Reisen die ganze Welt gesehen und in seiner Eigenschaft als Reserveoffizier unserer Kriegsflotte durch jährliche Uebungen Gelegenheit hat, sich über alle Fortschritte auf dem Laufenden zu erhalten, so verspricht der Abend ein recht interessanter zu werden, zumal auch die Vorführung von Lichtbildern in Aussicht genommen ist. * Gewissenlose Berichterstattung. Vor einigen Tagen brachten wir durch einen unserer Korre spondenten die Nachricht von der Wiederinbetriebnahme des Braunfohlenbergwerf Hessenbrücken- Hammer" bei Münster durch eine Berliner Firma, nunmehr werden wir darauf hingewiesen, daß an der Mitteilung, außer der Auffindung von neuen Braunkohlenschichten die die Anlage eines neuen Bergwerks nicht ausschließt, fein wahres Wort ist. Die Mitteilung ist also aus der Luft gegriffen. Gleich uns brachte eine ganze Anzahl Zeitungen diese Nachricht, wahr scheinlich aus derselben Feder, sodaß wir uns veranlaßt ſehen, auf die„ Arbeiten" dieses Korrespondenten besonders senden, welche die Spaßen auf dem Dache fich schon zwet Tage vorher zupfiffen. Wir brechen hiermit, nachdem wir schon monatelang den Arbeiten" dieses Herrn steptisch gegenüberstanden, unsere Beziehungen mit dem Korre spondenten ab und möchten unsere Kolleginnen in Hessen, denen an einer gewissenhaften und Orginalberichterstattung gelegen ist, bitten, dieser Beutelſchneiderei ein Ende zu machen. † Weitershain, 9. Jan. Am Mittwoch wurde B. Theiß beim Holzmachen von einer stürzenden Buche getroffen und erlitt einen Knöchelbruch. Der Verunglückte befindet sich auf dem Wege zur Besserung. † Weichartshain, 11. Jan. Am Sonntag wurde die irdische Hülle des so jäh im Walde verunglückten, noch im besten Mannesalter( 44 J.) stehenden Gg. Schuh zur letzten Ruhe bestattet. Nicht allein die Bewohner unseres Dorfes, sondern eine große Zahl der Umgegend hatten sich eingefunden, um dem von Jung und Alt geehrt und geachteten, durch seine Liebenswürdigkeit und Gefälligkeit gegen Jeder mann beliebt gewordenen Mitbürgers das letzte Geleit zu geben; möge ihm die Erde leicht sein. Limburg a. d. L., 12. Jan. Die hiesige Straffammer verurteilte einen 52jährigen, verheirateten Biegelbrenner aus Lippe- Detmold, der seit länger als Jahresfrist bungen eingelaufen, darunter 29 von Militäranwärtern, unter denen wieder gediente Militärs aller Grade sich befinden. Aus dem Rodgau. Bei den heurigen Holzversteigerungen werden in unserer Gegend besonders hohe Breise erzielt. So fam heute vormittag bei einer in Münster abgehaltenen Versteigerung der Haufen Tannenscheiter auf 12-14 M. Für Tannenfnüppel wurden 10-13 m. gezahlt und für das Hundert Wellen 4-7 M. Aehnlich hohe Preise wurden dieser Tage auch in Dudenhofen erzielt. Buchenholz geht selten unter 20 M. ab. Aus dem Gerichtssaal. Strafkammer. Gießen, 12. Januar 1904. Der Dienstknecht Georg Blum von Maar fuhr nachts von Wernges nach Maar ohne sein Fuhrwert beleuchtet zu haben. Ein über den Wagen hinansragendes Sigbrett verlegte einen Baffanten an der Stirn. Wegen fahrlässiger Rörperverlegung wird Blum zu 10 Mt. Geldstrafe verur= teilt. Die Dienfitnechte Heinrich Wenzel und Konrad Graulich zu Gießen haben ihre Arbeitgeber Wallenfells & Sauer fortgesetzt um Ware bestohlen, welche zum Teil auch anderweitig abgesetzt wurden. Graulich, welcher rück3 Monaten davonkommt. fällig ist, erhält 4 Monate Gefängnis, während Wenzel mit Der Arbeiter Wilhelm Diez bon berchenhain hat eines abends in einer Wirtschaft dem mit ihm befeindeten Jakob Haas ein Bierglas an den Ropf geworfen sodaß später die Glassplitter aus der Wunde entfernt werden mußten. Vom Schöffengericht Schotten wurde er dieserhalb zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Gegen dieses Erkenntnis legte sowohl der Angeklagte als habter Beweisaufnahme wird die Strafe auf 8 Monate auch die Staatsanwaltschaft Berufung ein. Nach stattgeGefängnis erhöht. Zum Schlusse werden wegen Beleidigung des Rechtsanwalts und Gr. Notars Beilstein zu Grünberg, der Uhrmacher Friedrich Jöckel von Grünberg zu 300 Mt. Geldstrafe und der Landwirt Heinrich Hausvon Röthges zu 50 Mt. Geldstrafe verurteilt. Bezüglich des verurteilten Jöckel wird auch Publikationsbefugnis erfannt. mann - Holz. Versteigerungen. Annerod. Donnerstag, 14. Jan., von vorm. 91/2 Uhr an, sollen im Gemeindemald 443 Rmtr. Nadel- Knüppel, 2400 Rmtr. Nadel- Wellen und 83 Rmtr. Nadelstockholz versteigert werden. Bemeift sei, daß das Holz Brennholz iſt und an der Chauſſee lagert. Zuſammenkunft ist auf der Grünbergerstraße Schnittpunkt Kreisstraße AnnerodGroßen- Buseck. Nur Geschäftliches. mit einem 12jährigen Schulmädchen ein verbrecherisches are engage ſind ez bis zur Ziehung der Verhältnis unterhalten hatte, zu 3 Jahren Zuchthaus. + Kappel, 12. Jan. Gestern Nachmittag verunglückte an der sogen.„ Hohen Nitsch", dem steilen Absturz an der Bahn zwischen hier und Ronhausen, ein mit Branntweinfässern beladener Wagen aus Marburg, der durch die herrschende Glätte dem Rande des Abhanges zu nahe tam. Wagen und Fässer stürzten den Abhang hinunter in die Lahn. Etwa 100 Liter Branntwein nebft Fässern gingen verloren. Marburg, 12. Jan. Gestern Vormittag erschien ein junger Mensch von 17 Jahren auf dem Bureau der hiesigen Sparkasse und zeigte ein Sparkassenbuch vor, auf den Betrag von 622 Mt. lantend, den er abheben wollte. Der Kassenbeamte fragte ihn wiederholt, ob er auch der richtige sei, was er jedesmal mit Ja beantwortete. Eine Frau aus Ockershausen, die gerade im Raffenlotal anwesend war, hörte den Namen des Inhabers, den er als den seinigen angab, worauf fie einem andern Beamten zuflüsterte, der junge Mensch sei aus Ockershausen und heiße anders. wurde nun schnell die Polizei herbet telephonirt, die den Burschen festnahm und aufs Polizeibureau brachte, wo er seinen Namen angab. Das Buch gehörte einem Knecht in Weiershausen, dem es gestohlen worden war. Er hatte den Betrag seit Jahren mühsam zusammeng spart. bie s = Offenbach, 12. Jan. Am 15. November war der aus Dietersheim a. M. gebürtige Rekrut Wilhelm Jung von den 168ern dahier bis abends 7 Uhr zusammen in einer Wirtschaft. Als diese sich auf den Heimweg machten, rief er ihnen zu, er tomme gleich nach. Seitdem wurde er vermißt. Gestern wurde er im Hafenbeden als Beiche gefunden. Man nimmt an, daß Jung in der Dunkelheit den Weg verfehlt hat und in den Hafen gefallen ist. Frankfurt, 12. Jan. Der im Jahre 1867 in Marburg geborene Schlosser Eckert. der vor etwa 6 Wochen bei der Arbeit den rechten Zeigefinger verloren hatte und dadurch arbeitslos geworden war, hatte sich dies so zu Herzen genommen, daß er heute morgen Selbstmord beging, indem er sich die Pulsader am linken Arm und den Hals durchschnitt und außerdem einen Stich in die Bruft beibrachte. Weil er nicht ins Krantenhaus wollte, erhängte sich der 60 Jahre alte Tagelöhner Jakob Dietwald. - - A Darmstadt, 11. Jan. Bei den Aufführungen des Hoftheaters ist angeordnet worden, daß in den Hauptpausen der eiserne Vorhang herabgelassen wird, um in Sicherheit darüber zu sein, daß bei Feuerzgefahren feine Schwierig feiten entstehen. Unter Leitung des Herrn Provinzialdirektors v. Granch und in Gegenwart von Beamten Großh. Kreisamts, Großh. Polizeiamts, der Baupolizei, der Elektrizi tätswerksverwaltung, sowie des Branddirektors und Brandmeisters wurde eine eingehende Revision sowohl des Bühnen-, wie des Logenhauses in bau- und feuersicherheitlicher Hinsicht vorgenommen. Derartige Revisionen fanden seither schon alljährlich vor Beginn der Spielzeit statt. die nächste Woche bereits am Samstag, den 23. Januar cr., garantiert stattfindet. Der Gesammt- Gewinn- Betrag dieser Lotterie ist Mt. 26 000, wovon der Hauptgewinn Mf. 8000 beträgt und dieser sowohl, wie weitere 951 Gewinne werden auf Wunsch mit 90 Prozent in barem Gelde aus ausbezahlt. Wetterbericht. ( Wetterdienst zu Gießen: Peppler.) Verlauf der Witterung von Montag bis Dienstag. Das östliche HOCH hat sich ganz nach Südosteuropa verlagert; ein umfangreiches Haupttief, an dessen Rande vielfach Teiltiefs entwickelt sind, bedeckt ganz Nordwesteuropa. Infolgedessen ist das Wetter trüb, windig, heute morgen fiel Schnee, der bei steigender Temperatur unter Einwirkung der milden Südwinde in Regen übergeht. Beim nordöstlichen Weiterzug des TIEF's dürfte der Wind nach Südosten drehen, Regen und Erwärmung weiterhin bedingend. Daher voraussichtliche Bitterung für Mittwoch und Donnerstag mildes Tauwetter, trüb, geringer Regen, windig. * * Marktberichte. Frankfurter Hens und Strohmarkt vom 12. Januar.( Umtliche Notierungen.) Heu per 8tr. 3.10-3.50 Mt., Strob per 8tr. 2.00-2 20 Mt. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen. Gartenstraße 2. Es können eingestellt werden: 1 Schlosser, 1 jüngerer Schmied, 1 jüngerer Rüfer, 1 Megger, 1 Friseur, 1 Schriftsetzer, 14 Dienstmädchen gegen hohen Lohn für hier und auswärts, 1 Viehschweizer. Lehrlinge: 2 Schreiner, 1 Megger, 1 Bäcker, 1 Buchbinder. Es suchen Arbeit: 1 landwirtschaftliche Magd, 2 Buchbinder, 1 Stüfer, 1 Schreiner, 1 Bäcker, 1 Wäscherin, 1 Kassierer, 4 Fuhrfnechte, 8 Hausburschen, 1 Köchin, 2 Dienstmädchen, 2 Bureaugehilfen. Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil: Albin Klein für das Lokale, den„ Gerichts." und" Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermann Den lieben langen Tag - Hatt' ich nur Sorg' und Plag', Wenn große Wäsche war, Die wurde nimmer klar, Und Abends mußt ich immer weine;" Wenn d' Leut zu Bette geh'n, Mußt ich am Waschfaß steh'n,- So ganz alleine, Jch arme Kleine.- Doch da ist anders heut, das Waschen bringt groß' Freud, Die größte Wäsche ist Ganz rein in furzer Frist;- Und Abends brauch ich nicht mehr weine; Wer hats so leicht ge- Drum bin ich Kleine macht?„ Eureka" hats vollbracht! Ihm hold alleine ,, Eureka" macht feinste Wäsche in kürzester Zeit. + Höchst, 12. Jan. Nach dem„ Kreisblatt" sind um die hier ausgeschriebene Schuhmannsstelle 80 Bewer-| hältlich pro Packet 15 Pfg. Ueberall er: Giessen, empfehle als die besten aller einem gleichen Zwecke dienenden Präparate. Carl Schwab, Hofl., Seltersweg 23. Nr. 11 Deutscher Flotten- Verein. Am Montag, den 25. d. Mts. hält Herr Kapitänleutnant Freiherr von Veltheim in Rodheim a. d. Bieber im Saale des Gastwirts Storf einen Vortrag über: Die deutsche Kriegsflotte in nationaler, technischer und wirtschaftlicher Beleuchtung. Der Vortrag wird weiter ausgestattet werden du ch Vorführung von Lichtbildern. Eintrittspreis: Erwachsene 30 Big, Kinder 15 Pfg. Die Ortsgruppe Rodheim a. d. B. Holzversteigerung in der fürstlichen Oberförsterei Lich. a) Montag, den 18 Januar findet die an anderer Stelle bereits bekannt gemachte Schnittholzversteigerung statt. Nummerverzeichnis 2c. wird auf Verlangen gratis und franko versandt. b) Dienstag, den 19. Januar sollen im Distrikt Fuchsstrauch versteigert werden: 212 Rm. Buchen- Scheiter, dabei 12 Rm. Werkscheiter, 5 Rm. Hainbuchen( rund), 11 Rm. Eichen- Scheiter, dabei 7 Rm. Werkscheiter, 4 Rm. rund: Knüppelholz: 65 Nm. Buchen, 12 Rm. Eichen, 1 Rm. Wachholder, 3 Rm. Aspen; 132 Rm. Buchenstöcke, 33 Rm. Gichenstöcke; 1130 Buchen- Wellen, 230 Eichen- Wellen, 10 Nadelholz- Wellen. 1 Eichen- Abschnitt 48 cm Durchmesser= 9 mtr. lang, 1 Eichen- Abschnitt 48 cm Durchmesser 6,8 mtr. lang; 5 Eschen von 17 bis 27 cm Durchmesser und 8,8 bis 15,2 Mtr. Länge= 2,52 Fstm.. Die Zusammenkunft ist 91/2 Uhr vormittags im Metallsägre und Särge jeder Artstets am Lager. Dampfmolkerei Giessen Jac. Persyn, chanzenstr. 4 empfiehlt täglich frische zarte Käsematte. Quark 15 Bfa. das Pfund. zu verkaufen Bekanntmachung. Mit Bezugnahme auf die Bestimmungen in§ 25 der Wehrordnung werden alle im Jahre 1884 geborenen Militärpflichtigen, sowie diejenigen, welches diese Alter bereits überschritten, aber sich zur Musterung noch nicht gestellt haben, oder bei der Musterung in 1903 zurüc gestellt worden sind, und entweder in Gießen ihren gefehlichen Wohnort haben, oder als Studenten, Gymnasiasten und 3öglinge anderer Lehranstalten, oder als Ein Füllojen Haus- und Wirtschaftsbeamte, Handlungsgehilfen, Lehrlinge, Handwerksgesellen, Dienstboten, Fabritarbeiter oder in ähnlicher Eigenschaft sich dahier aufhalten, hiermit aufgefordert, sich behufs Eintragung ihrer Namen in die Rekrutierungsstammrolle in der Zeit vom 15. Januar bis 1. Februar d. Is. bei der Bürgermeisterei dahier im Zimmer Nr. 13 zu melden, und dabei, wenn sie da hier nicht geboren sind, ihren Geburtsschein, welcher von dem betreffenden Standesamt zu erwirken ist, und, wenn sie bereits bei einer früheren Musterung konkurriert haben, ihren Losungsschein vorzulegen. Seltersweg 62 Gießen. Schön'sche Metallsärge und Särge jeder Art stets am Lager. Bau- und Möbelschreinerei Liebigstr. 65. GIESSEN. Zugleich wird darauf aufmerksam gemacht, daß diejenigen, welche die Anmeldungen unterlassen, sich zu gewärtigen haben, daß sie mit einer Geldstrafe bis zu 30 Mark oder mit Haft bis zu 3 Tagen belegt, von der Teilnahme an der Losung ausgeschlossen, und ihrer etwaigen Ansprüche auf Zurückstellung 2c. für verlustig erklärt werden. Bezüglich der zur Zeit der Meldefrist abwesenden Militärpflichtigen sind deren Eltern, VorTelefon 410.münder, Lehr-, Brot- oder Fabrikherren zu dieser AnMeldung verpflichtet. Ferner wird bemerkt, daß Gesuche um Zurückstellung von Militärpflichtigen auf Grund des§ 32, pos. 2 Lit. a, b, c, d, e, f und g der Wehrordnung rechtzeitig bei der Bürgermeisterei dahter vorzubringen sind; Kalk- und Marmorwerke, Dampfziegelei, August Gabriel jr., Giessen bringen fin Berspätete Gesuche können feine, Diftrift Fuchsſt auch nahe dem Wengesäuferteich bezi. August Gabriel jr., Giessen nördlichen Teil der Gräfl. Solms- Laubachischen Wiesen ,, Langer Zug". Man verlange: GRELOGNAC Aerztlich empfohlen. Vielfach preisgekrönt. Gesetzlich geschützt.) Unsere Destillate sind in unserer Brennerei aus gesunden französischen und deutschen Weinen gebrannt. Erste Taunus- Cognac- Brennerei Fritz Scheller Söbne Homburg v. d. H. Gegründet 1843. 1/1 Flasche M. 1.80. 2.40, 3., 4., 5.1/2 Flaschen verhältnissmässig. Preise stehen auf den Etiketten. Niederlagen durch Plakate kenntlich. ¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤ Für Bäder!< Brotpreis- Formulare hält ftets am Lage die Expedition Massenfabrikation. 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