r. 85. Bonnementsprets: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., baus gebracht 60 Bfg., durch die Poft bezogen viertelfährlich Mr. 1.50. Entlebettagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Dienstag, den 12. April 1904. Gießener 13. Jahrgang. Insertionspreis: Die einspaltige Betitzelle für ganz O hessen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfg. sonst 15 Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen, Seltersweg 88 Fernsprechanschluß Nr. 362. Neueste Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberheffen. Ein Hauptfchlag gegen die Hereros. Der in kolonialen Kreisen mit der Meldung von dem Vormarsch Leutweins von Okahandja nach Otjosasu erwartete Sauptangriff des Expeditionskorps gegen die bei Onganjira tehende Hauptmacht der Hereros ist prompt erfolgt. Und er hot mit einem wertvollen Erfolge der deutschen Truppen geendet: Die Hereros sind unter großen Verlusten in die Flucht geschlagen worden, ohne daß auf deutscher Seite viele Opfer zu beklagen waren. Nur vier Deutsche, darunter zwei Offiziere, sind gefallen, schwer verwundet wurden sechs, leicht werwundet fünf Deutsche. Die ausführliche amtliche Meldung über das Gefecht besagt: Gouverneur Leutwein meldet aus Okahandja vom Montag: Ich habe am 9. ds. Mts. mit der vereinigten Hauptabteilung unter Oberst Dürr und der Weſtabteilung unter Major v. Estorff die Hauptmacht des Feindes, etwa 3000 Gewehre, bei Onganjira angegriffen. Die Hereros standen in starker, kreisförmiger Höhenstellung, mit der Front nach Nordwesten. Zuerst wurde der feindliche linke Flügel umfaßt und zurückgeworfen, dann erfolgte ein Angriff gegen die Mitte und den rechten Flügel. Zwei energische Gegenstöße des letzteren gegen unseren linken Flügel wurde abgewiesen. Mit Einbruch der Dunkelheit wurde nach achtstündigem Gefecht die feindliche Stellung durchbrochen. Der Gegner ist nach allen Seiten, mit seinen Hauptkräften anscheinend in nordöstlicher und östlicher Nichtung zurückgegangen. Auf deutscher Seite 4 Tote, 6 Schwerund 5 Leichtverwundete. Die Verluste des Feindes sind noch nicht festgestellt, aber dank der guten Artilleriewirkung schwer. Von der Oftabteilung unter Major v. Glasenapp nichts neues. Ein weiteres Telegramm des Gouverneurs bringt die Namen der Gefallenen und Verwundeten. Danach lautet die deutsche Verlustliste: Gefallen: Oberleutnant Otto von E storff aus Veerßen bei Welzen, Leutnant Dr. Burkard Freiherr von Erffa aus Wermeburg, Kreis Pößneck, Gefreiter Kow I der 3. Batterie aus agenom, Kreis Kolchin, Gefreiter Heinrich Schroll der 4. Feldkompagnie aus Kaulbach bei Homburg( Hessen). Schwerverwundet: Leutnant Richard von Rosen= berg aus Kassel, der 1. Feldkompagnie, früher FranzRegiment, Schuß in den Oberkiefer; Sergeant Gustav Liedtke der 4. Feldkompagnie, aus Langen, Kreis Bartenftein, Schuß in rechten Ellenbogen; Gefreiter Otto Lucas der 4. Feldkompagnie aus Alt- Landsberg bei Berlin, Schuß durch beide Beine; Reiter Heinrich Müller, 4. Feldkompagnie, aus Groß- Burgwedel bei Hannover, Schuß rechter Unterarm; Sergeant Wiel and der 1. Feldkompagnie, aus Buch erbronn, Kreis Pforzheim, Brustschuß links; Kriegsfreiwilliger von Blanc der 1. Feldkompagnie, aus Berlin, Schieß durch linken Unterschenkel. Leichtverwundet: Feldwebel Sch I a bit der 1. Feldkombagmie, aus Gürznom, Kreis Lissa, rechter Zeigefinger abge= ihofffen; Reiter Kube, 1. Feldkompagnie, aus Miloslowa, freis Birnbaum, Streifschuß, rechter Unterschenkel; Gefreiter Warnke, 1. Feldkompagnie, aus Tichentin, Kreis Ludwigslust, Verlust zweier Finger der linken Hand durch Schuß; Gefreiter Georg Krüger, 1. Feldkompagnie, aus Berlin, Streifschuß rechter Oberschenkel; Gefreiter Emil Effoert, 1. Feldkompagnie, aus Schönlante, Kreis Czarnilam, Streifschuß rechter Unterarm. Irgendwelche bündigen Schlüsse auf die strategische Bedeutung des Gefechts lossen sich vor der Hand noch nicht ziehen. Daß die Hereros tkommen sind, verringert zweifelsohne den militärischen Erfolg des Treffens. Einen Vorwurf daraus wird man dem Gouverneur nicht machen dürfen; bei der geringen Stärke der ihm zur Verfügung stehenden Reiterei war eine msgiebige Verfolgung der Flüchtigen nicht möglich, zumal ki der Dunkelheit. Der Erfolg der deutschen Waffen irfte in der Hauptsache in der moralischen Wirkung der Niederlage der Hereros bestehen, eine Wirkung, die in den peren Verlusten der Hereros einerseits und den trotz ihrer hartnäckigen Gegenwehr verschwindend geringen Verluste des Expeditionskorps andererseits begründet ist. Oberst Leatreim hat sich mit diesem Treffen als Truppenführer in dem wierigen Terrain der Onjatiberge rühmlich ausgezeichnet; mit besonderer Befriedigung wird man in der Heimat die Tatsache begrüßen, daß es dem Gouverneur gelang, in achtstündigem Gefecht mit einem tapferen, an Zahl dem deutschen Kommando doppelt überlegenen, vorzüglich bewaffneten und in ausgezeichneter Position befindlichen Gegner nicht nur selbst nennenswerte Verluste zu vermeiden, sondern auchy den Feind schwer zu schädigen und aus seiner Position zu berjagen. Leutwein dürfte nach Ansicht der amtlichen Stellen dem fliehenden Feinde auf dem Fuße gefolgt sein. Schon um die Kolonne von Glasenapp, die von Nordosten her auf dem Begge heranrückt, den die Hauptstreitkräfte der Hereros eingeschlagen haben, vor einer Erdrückung durch die Schwarzen zu bewahren. Aller Voraussicht nach ist es bereits zu einem zweiten Treffen gekommen, bei dem die flüchtigen Hereros zwischen die von Norden anrückende Kolonne Glasenapp und die ihnen von Süden her nachsehende Truppenmacht unter Leutwein gekommen sein müßten. Jedenfalls ist dieser erste größere Erfolg der deutschen Waffen ein gutes Omen für die weitere Niederwerfung des Aufstandes. Der Krieg in Oftafien. Daß die Russen den vorrückenden Japanern vorläufig feinen Widerstand entgegenzusehen gedenken, wird von allen Seiten einmütig bestätigt. Sie lassen die Japaner ungestört in Jonghampo weitere Trupen landen und den Aufmarsch der ersten japanischen Armee am Jalu in aller Ruhe vor sich gehen. Dieses auffällige Zurückweichen der Russen beschäftigt natürlich in hohem Grade die öffentliche Meinung in der ganzen zibilisierten Welt, die die Entwickelung der Dinge in Ostasien mit atemloser Spannung verfolgt. Unser CB- Mitarbeiter sah sich deshalb veranlaßt, sich bei einem mit den koreanischen und mandschurischen Verhältnissen genau be fannten Staatsmann über die eigenartige Lage zu infor mieren. Das Interview hatte das überraschende Ergebnis, daß der Gewährsmann unseres Mitarbeiters der Ansicht zuneigt, daß überhaupt kein ernstlicher Krieg im eigentlichen Sinne mehr zu erwarten ist. Wie ist denn," so führte er aus, die Sachlage? Die japanische Armee sam melt sich südlich des Jalu. Das Oberkommando läßt dort Befestigungen anlegen, als wenn es sich dort für längere Zeit einrichten wollte. Derartige befestigte Kriegslager haben sich bekanntlich in den russisch- türkischen Kriegen außerordentlich bewährt, denn durch solche Anlagen ist im Jahre 1854 das russische Heer vor Silistria und im Jahr 1878 vor Plewno zum Stehen gebracht worden. Wenn die Japaner statt des erwarteten Offenſivkrieges in der Mandschurei, einen Defen. sivkrieg in Korea führen wollen, dann sind die befestigten Lager die entsprechendsten Vorbereitungen für diesen Zweck. Zu beachten ist auch, daß die Japaner tatsächlich jetzt vor allem darauf bedacht sind, ihre Vorherrschaft in Korea zu sichern. Das abgeschlossene Schutz- und Truzbündnis hat sie vollständig zu den Herren des Landes gemacht. Die japanische Flotte hat ebenfalls nicht den Erwartungen entsprochen und nicht die wuchtige Tätigkeit entfaltet, die man von ihr zu Anfang des Krieges erwartete. Die tatsächliche Situation ist also jetzt so, daß anscheinend die Japaner in Korea und die Russen in der Mandschurei von der gegnerischen Seite die Initiative erwarten. Es ist darum", so schloß der Gewährsmann unseres Mitarbeiters mit feinem Lächeln ,,, nicht ganz unwahrscheinlich, daß nach einigen kleineren Episoden und Scharmützeln eine Vereinbarung zwischen den Gegnern zustande kommt, durch die Rußland in der Mandschurei und Japan in Korea die Vormachtstellung erhält. Ein sehr zuverlässiger Barometer ist in solchen Fällen die Haltung der interessierten Staaten, als die hier England und Amerika zu nennen sind. Keiner von beiden rührt augenblicklich die Hand. Das ursprüngliche Interesse für diesen Krieg ist in Washington sowohl wie in London ganz sichtlich zurückgegangen und zwar doch wohl in der Gewißheit, daß der Kampf zwischen Rußland und Japan nicht über die Bedeutung eines Duells zwischen diesen beiden Nationen hinauswachsen und feinerlei Verschiebungen in den Machtverhältnissen Ostasiens bringen wird. Da zudem Rußland in der Mandschurei genug zu tun hat, um an eine Eroberung Koreas zu denken, und da andererseits Japan nicht darauf hoffen darf, die Russen aus der Mandschurei zu verjagen, so ist es in der Tat nicht ganz ausgeschlossen, daß der Krieg überraschenderweise, unter Anerkennung des jetzigen Machtzustandes beendet wird, ehe er recht begonnen hat." Soweit das Interview. Wir müssen gestehen, daß wir, bis uns die Ereignisse nicht eines besseren belehren, uns den Ausführungen des Informators unseres Mitarbeiters doch nicht so ohne weiteres anschließen können, so bestechend auch seine Hypothese erscheint. Wir sind vielmehr nach wie vor der Ansicht, daß die Russen es vorläufig zu keiner großen Schlacht kommen lassen wollen, daß aber eine tatkräftige Offensive der Japaner sicher zu erwarten ist. Die Russen werden, solange sie sich dem Feinde nicht gänzlich gewachsen fühlen, zurückweichen. Wenn nach den vorausgegangenen Niederlagen der russischen Flotte und der kleinen russischen Landtruppenkontingente nun auch eine große Schlacht unglücklich für die Russen ausfallen würde, so büßten diese leicht ihr ganzes Prestige in Ostasien ein, und die eingeborene chinesische Bevölkerung in der Mand. schurei ließe sich nicht mehr im Baume halten, sondern würde über die verhaßten Fremden herfallen und mit den rasseperwandten Japanern gemeinsame Sache machen. Auch die hinesische Regierung selbst könnte dann leicht von der russenfeindlichen Strömung zu einem mehr oder minder offenen Neutralitätsbruche hingerissen werden, denn die Versicherungen des Pefinger Gouvernements, daß die Grenzkommandanten zur strikten Einhaltung der Neutralität verpflichtet vorden seien, gelten gewiß nur so lange, als der Bogdychan den Weißen Zaren fürchten zu müssen glaubt. Die Japaner dagegen haben gute Gründe, den Gegner, der ihnen im Bewußtsein seiner Schwäche das Feld überall räumt, endlich zu stellen, da mit jeder Woche, um welche die entscheidende Schlacht hinausgeschoben wird, die Chancen günstiger werden für die in der Defensive verharrenden Russen, aber ungünstiger für die stets weiter vordringenden Japaner, denen auf der Jagd nach dem unfaßbaren Feinde die winkenden Erfolge des Tages entschwinden und eine ungewisse Zukunft droht. Vom Kriegsschauplak liegen nur wenige Meldungen vor. Der japanische Gesandte Hayashi teilte dem koreanischen Auswärtigen Amte mit, daß der Rückzug der russischen Truppen über den Jalufluß und die Besetzung der Grenze durch die Japaner Tatsache sei, und richtete an die Regierung das Ersuchen, ihre Beamten mit Anweisungen zu versehen, daß sie die Anwerbung von Kulis erleichtern und den Bau der Eisenbahn von Söul nach Fusan beschleunigen sollen. Das russische unter dem Kommando des Admirals Wirenius stehende Geschwader, welches am 6. April in Cherbourg oor Anker gegangen war, ist nach der Ostsee abgedampft. Was die Kriegführung kostet. Ein französischer Sachverständiger stellt eine ausführliche Berechnung der Kosten auf, die der japanisch- russische Krieg verursachen wird, wenn er sechs Monate währen sollte. Das japanische Landheer würde in dieser Zeit im ganzen 271 371 250 Francs, das russische 690 067 500 Francs fosten. Die russische Mobilisierung wird dabei mit 161 071 500 Francs, die japanische mit 34 100 000 Francs berechnet. Für die Streitkräfte zur See berechnet der Sachberſtändige im ganzen für Japan 693 172 110 Francs, für Rußland 1 081 167 500 Francs. Die Politik. Die große wasserwirtschaftliche Vorlage ist im preußischen Abgeordnetenhause eingegangen. Sie wird am Dienstag abend an die Mitglieder verteilt werden. Durch persönliches Eingreifen des Kardinals Kopp ist der Beuthener Polenprozeß definitiv be= endigt worden. Weder wird der Staatsanwalt die Zeugen wegen Falscheides anklagen, noch werden die Zeugen gegen die Geistlichen Beleidigungsklagen anstrengen! Oefterreich- Ungarn. Wie in Wianer politischen Streisen verlautet, wird die Wahl des neuen Olmützer Erzbischofs noch im Laufe dieses Monats stattfinden. Am 20. findet in Rom ein päpstliches Konsistorium statt, das die Aufgabe hat, einen Nachfolger für den zurückgetretenen Fürstbischof Dr. Kohn zu wählen Italien. Papst Pius X. hat am Montag aus Anlaß der XIII. Zentenar feier des Todes Gregors des Großen zelebriert. Die feierliche Handlung, der eine sehr große Menge Andächtiger beiwohnte, vollzog sich äußerlich erheblich anders als zu den früheren Leos XIII. Von der Pracht und dem Prunk Leos XIII. war feine Spur mehr. Pius X. ließ sich in einem so niedrigen Sessel tragen, daß nur sein Kopf und darüber der Baldachin sichtbar waren. Auch von der großen Prozession war fast nichts zu erblicken. Auch das bisher übliche Beifallsrufen und Händeklatschen beim Erscheinen des Papstes war auf strikten Befehl Pius' X. völlig unterblieben. Frankreich. Auf einem Bankett, das die Radikalsozialistische Vereinigung zu Laon dem Ministerpräsidenten Combes und dem Justizminister Vallé gab, hielt Combes eine Rede, aus der wir die bezeichnendsten Stellen wiedergeben. Er sagte u. a.: ,, Die klerikale Gefahr müsse die Aufmerksamkeit auf die Erhaltung der demokratischen Einrichtungen lenken. Das Land wünsche mit einer solchen Quelle innerer Spaltungen endgültig aufzuräumen. Es handle sich um den alten Kampf zwischen dem Geist des Klerikalismus und des Laientums, zwischen Klerus und Adel einerseits und Bürgerschaft und Demokratie andererseits. Combes nannte die Prophezeiungen über den Sturz des Kabinetts müßig; das Kabinett sei nicht aus Ehrgeiz entschlossen, am Ruder zu bleiben, sondern um das begonnene Werk zu Ende zu führen, und wenn es fallen sollte, so werde dies inmitten einer republikanischen Armee geschehen. Es sei unbedingte Notwendigkeit, dem gewaltigen Anschwellen der Kongregationen zu begegnen. Der Ministerpräsident schloß mit der Mitteilung, die Regierung würde auch der Frage der Altersversorgung der Arbeiter näher treten. Die Rede fand lebhaften Beifall. Nicht ohne Interesse ist es, zu hören, daß die Stadtverwaltung von Laon jeden festlichen Empfang des Ministerpräsidenten abgelehnt hatte. † Das englisch- französische Kolonialabkommen beschäftigt die politischen Kreise beider beteiligten Nationen natürlich sehr lebhaft. In England ist man fast allgemein mit dem Abkommen einverstanden, ein Beweis, daß England damit einen guten Schnitt gemacht hat. Geteilter Meinung ist man ftenen ganze& efchich, mir. Und wollen fen nicht mehr als binig a, aber nicht jetzt.' mir erzählen?" Daß te on ich mich, um zu gehen. ihres leidenden Zustandes lange genug gedauert hatte, erhob Da ich merkte, daß unsere Unterredung in Anbetracht Ich hatte ihr Vertrauen gewonnen, und das genügte Ich hatte mich bereits verabschiedet sara fie mich zurüďrief. mich hinzusetzen und zu lesen. ch befragte Daher ich fot Sonstiges Angelgerät. noch zu überwinden: ich hatte weder Rute noch irgend welch* angeln gehen. schlag ohne Bedenken an. alt, um noch zu lernen, und so nahm ich denn Andreas' Vo was sich hier tun ließe, und er schlug mir ber Andreas Ich war fein geübter Angler, indessen man ist ja nie pa Eine Schwerigkeit war allerding Cusson fchen beforgen" meinte AnDie: Humor genießenter fo eben immer auch betragen, Invs Es mit Als es mit Weltschmerz cynisch zu verachten. Wie wir fordert mehr Verstand, Der Bauberspruch. Die Wutter jeufzte. TAMA AIDIL DIRE WEER PR noch lebte, da hatten wir doch unser fommen. die Hungerrliche Mutter. Aber jetzt!" wieder gleichmäßiges Unser Leben ist doch rein zum Verzweifeln. lagende Stimme der Mutter erflang aber schon ,, Laß nur gut sein!" beschwichtigte das muntere Mädchen ech weiß nicht, wie du immer so fröhlich sein kannst! Wir sind ja bis jetzt noch nicht verhich perheiraten fannst. Und es ist auch gar feine Aussich dagegen in Frankreich. Die weiterblickenden französischen Poli tiker sehen in dem Abkommen die Fußangeln, die es für Frankreich birgt. Die amtlichen Stellen dagegen, wenigstens diejenigen, die bei dem Zustandekommen des Vertrages mittätig gewesen sind, loben ihn über das Bohnenlied. Sie sind hypnotisiert durch die Aussicht, daß Frankreich die Vormacht in Marokko werde. Indessen diese Aussicht steht auf schwachen Füßen: Die Vormachtstellung in Marokko wird den Fran30sen ein Heidengeld kosten und ihnen viele Schwierigkeiten machen. Der französische Minister des Auswärtigen, Herr Delcassé, hat das vielleicht wider Willen in einer Unterredung mit einem Journaliſten zugegeben, in der er u. a. sagte: Frankreich werde dem Sultan von Marokko in der Verwaltung, bei Auffindung finanzieller Hilfsquellen, bei Ausbildung der Armee Beistand leisten, den Bau einer Bahnlinie sichern, welche die Verlängerung der Linie OranTunis bilde, und die letzten Seime des Aufstandes ersticken. Das alles werde 3 eit erfordern. Aber habe nicht die militärische Eroberung von Algerien 60 Jahre gedauert? Ein anderes als friedliches System wäre Wahnsinn und würde den Wünschen Frankreichs zuwiderlaufen. Nicht nur Zeit, auch, wie gesagt, große Opfer an Geld und Blut wird die Ausführung dieses Programms kosten. Und vielleicht kommt bald der Tag, wo man in Frankreich das Abkommen ebenso verwünscht, wie Herr Delcassé es heute Yobt. Spanien. Zu den Annehmlichkeiten seines Lebens wird König Alfons die Tage, die er gegenwärtig in Barcelona erlebt, nicht rechnen können. Zwar das Petardenlegen haben sich die Barceloneser vor der Hand abgewöhnt. dafür begrüßen sie ihren jungen König überall, wo er sich sehen läßt, mit Johlen und Pfeifen. So ertönte, als der König bei der Rückkehr vom Kloster Monserrat, das er eingehend besichtigt hatte, in BarceIona wieder eintraf, aus der Menge Pfiffe. Die Polizei verhaftete 13 Personen. Man weiß wirklich nicht, welchen Zwed es haben soll, den jungen König den Insulten der Menge auszusetzen. Balkan- Staaten. Seit langer Zeit ist auf dem Balkan kein so wichtiges Ereignis vorgekommen, wie es die Unterzeichnung des bulgarisch- türkischen Vertrages ist. In diplomatischen Kreisen ist man, so schreibt uns unser Berliner CB- Mitarbeiter, überzeugt, daß dieses Uebereinkommen jede Gefahr eines türkischbulgarischen Krieges auf absehbare Zeit aus dem Wege räumt. Auch der mazedonische Aufstand bricht in diesem Frühjahr nicht wieder aus, hauptsächlich, weil er von Seiten des Fürstentums feine Unterstützung fand. In Sofia 30g man mildere Seiten auf, feit man die Gewißheit gewann, daß Bulgarien im Falle eines mißglückten Krieges gegen die Türkei von Rußland, das in Ostasien auf lange Beit engagiert erscheint, gänzlich im Stiche gelassen werden würde. Alien. Die Meldung, zwischen den Kabinetten von London und Petersburg sei ein Abkommen wegen Tibets geschlossen, flang vor vornherein unwahrscheinlich. Jetzt läßt das Londoner Auswärtige Amt erklären, daß diese Meldung völlig aus der Ruft aegriffen ist. ** Hof und Gesellschaft. Der Kaiser besichtigte gestern vormittag in Malta die Schiffe des englischen Geschwaders und nahm dann auf dem Flaggschiff beim Admiral Compton Domville den Lunch ein. Sonntag morgen hielt der Kaiser Gottesdienst auf der Hohenzollern" ab und verlas dabei die Predigt über 1. Petri 4, 10:„ Dienet einander." Nach dem Gottesdienst empfing der Kaiser an Bord der Hohenzollern" die Admirale und Kommandeure der englischen Flotte. Später begab Gouver er sich in die Stadt zum Palast des die Waffen. neurs, besichtigte den Palast und sammlung und frühstückte. Danach begab sich der Kaiser in die Saint Johns-Kirche, die er nach dem Empfange durch den Erzbischof und die gesamte Geistlichkeit besichtigte. Der Kaiser fuhr dann im Wagen mit dem Gouverneur nach dessen Sommerfit San Antonio Gardens, wo der Tee genommen wurde. Gegen 7 Uhr kehrte der Kaiser nach La Valetta zurück und begab sich an Bord der „ Hohenzollern", wo um 8 Uhr Tafel stattfand. Bei derselben saß der Kaiser zwischen dem Gouverneur und dem Admiral Domville. Geladen waren außerdem die Admirale und Kommandeure der Flotte, die Obersten der Garnison und die Spitzen der Behörden. Bei der Tafel trank der Kaiser auf das Wohl des Königs Eduard und verweilte nach Aufhebung der Tafel längere Zeit im lebhaften Gespräch mit seinen Gästen auf Deck. Die Kaiserin reist heute( Dienstag) von Plön, wo sie sich mehrere Tage zu Besuch bei ihren auf der Kabettenanstalt weilenden Söhnen aufhielt, nach Grünholz ab. ** Der Großherzog von Hessen trifft am 18. April in Konstantinopel ein. Trotz des Inkognitos wird der Sultan voraussichtlich den Großherzog glänzend empfangen. Kleine Märtyrer. Aus Asch in Desterreich kommt die Kunde von dem quatvollen Martyrium eines Kindes, das unter den verruchten Händen seiner gesezmäßigen Pflegerin und Schützerin sein junges Leben aushauchte. In dem Orte Mittenteich bei Asch fand man auf dem Bahngleis den Leichnam eines neunjährigen Knaben, der fürchterliche Verletzungen aufwies. Die Schädeldecke war eingeschlagen, am ganzen Körper fanden sich blutige Striemen und offene Wunden. Der kleine Tote wurde als der Sohn des Porzellanmalers Hartel rekognosziert und war, wie die Untersuchung ergab, von seiner Stiefmutter erschlagen und auf das Gleis gelegt worden, damit er vom Zuge überfahren werden sollte, um die Spur des Verbrechens zu verwischen. Der arme Junge hatte unter den Händen der entmenschten Megäre furchtbare Qualen erdulden müssen. Sie sperrte ihn oft tagelang in eine dunkle Kammer und ließ ihn frieren und hungern. Von Zeit zu Zeit fam sie in die Stammer und prügelte den Knaben mit einem Riemen oder einem Stock. Eine mitleidige Nachbarin reichte dem Aermsten wiederholt mit einer Stange durch das Kammerfenster Brot. Als die Hartel das bemerkte, sperrte sie den Knaben in einen Schweinestall. Der Knabe siechte langsam dahin. Die entmenschte Stiefmutter konnte jedoch seinen Tod nicht erwarten. Sie schleppte ihn ins Zimmer, verschloß die Tür und schlug mit einem Holzscheit so lange auf den Kopf des Knaben, bis er tot liegen blieb. Auch in Deutschland bringen von Zeit zu Zeit die Gerichtsverhandlungen solche entsetzliche Quälereien an den Taa. aber die Martern, die ungefühnt bleiben, sind doch die zahlreicheren. Allerdings haben die Gesetze vom 2. Juli 1900 über die Fürsorgeerziehung und vom 30. März 1903 betreffend die Kinderarbeit in gewerblichen Betrieben bereits eine große Linderung der Not gebracht. Die Ausführung des Fürsorgeerziehungsgesetzes hat indes an sich noch große Mängel, weil die Pfleglinge vielfach in Korrigendenanstalten untergebracht werden, wo sie nicht selten der Gefahr einer größeren Verwahrlosung ausgesetzt sind als vorher. In dieser Hinsicht müßte von privater Seite und durch die Ortsbehörden vielleicht mehr geschehen, um die Unterbringung der Fürsorgepfleglinge in geeigneten Familien zu ermöglichen. Die Hauptnotwendigkeit zum Schutz der gepeinigten Kinder ist die Ermittelung solcher Fälle, die nicht immer leicht ist. Der Notschrei, den solch ein armes Kind unter den Qualen und Leiden der Mißhandlungen oder der Ueberanstrengungen ausstößt, verhallt gar zu leicht an den Wänden, und die Nachbarn schweigen nicht selten um des lieben Friedens willen, much wenn sie von den Verhältnissen Kenntnis erhalten. Hier muß die erste Besserung einsetzen. Wer eine rohe Behandlung von Kindern durch die Eltern beobachtet; wer sieht, wie sich ein Kind unter der Ueberarbeit windet, sollte unverzüglich der Ortspolizeibehörde oder dem Waisenrate, dem Schulrektor oder dem Ortsgeistlichen davon Mitteilung machen, damit zunächst auf dem Wege von Vorstellungen und Zureden Abhilfe geschaffen wird. Aber auch die Lehrer können sehr viel zur Feststellung etwa schuldiger Personen beitragen, denn die Leiden, die ein unschuldiges Kind erdulden muß, prägen seinem Gesicht ihre tiefen Spuren auf. Wo immer ein Lehrer ein Kind von schlechtem Aussehen beobachtet, möge er durch Umfragen in der Nachbarschaft sich über die Sachlage informieren und dann die geeigneten Schritte tun. Wenn die Gesellschaft den gequälten Kindern ihre Für. forge angedeihen läßt, so schüßt sie sich gegen eine heranwachsende Verbrecherkategorie, denn es ist eine traurige Wahrheit, daß diese Opfer.roher Gewalttätigkeiten und gewissen loser Ausbeuter ihrer Kräfte schon in ihrer Jugend den Haf gegen die Gesellschaft in sich aufnehmen, die ihnen keinen Schutz gegen solche unsagbaren Leiden gewährt bat. Nab und Fern. Zum deutschen Automobilrennen. Im Interesse der allgemeinen Sicherheit und des Zustandekommens des Gordon- Bennett- Rennens weist der deutsche Automobilklub schon jetzt darauf hin, daß die allgemein gültigen Polizeiverordnungen mit Ausnahme des Renntages auf der Rennstrecke mit aller Strenge beobachtet werden müssen. Die Fahrer, die gegen die Polizeiverordnungen verstoßen, setzen sich sonst dem aus, daß ihnen seitens der Polizeibehörde die Fahrerlaubnis und Nummer entzogen wird. Verwüstungen durch Erdbeben auf der Balkanhalbinsel. Aus Saloniki wird gemeldet, daß durch die letzten Erdbeben im Wilajet Saloniki 1500 Häuser unbewohnbar geworden sind. 25 Personen wurden dort getötet, 40 schwer verletzt. Im Wilajet Kossowo wurden 1000 Häuser beschädigt oder völlig zerstört; hier zählte man 16 Tote und 26 Verwundete, in den übrigen Bezirken 9 Tote und 18 Verwundete. * Der jugendliche Liebhaber. In Ober- Ursel schoß sich der 17 Jahre alte Sohn eines Theaterdirektors wegen verschmähter Liebe in der Wohnung einer Schauspielerin eine Kugel durch den Kopf; er wurde schwer verwundet in das Krankenhaus gebracht. Dynamitanschlag auf ein Gefängnis. Aus dem Staatsgefängnis in Jefferson City, Missouri, brachen dieser Tage bier Sträflinge aus, die bald darauf, mit Revolvern und Dynamit bewaffnet, einen förmlichen Angriff auf die Strafanstalt machten. Die Gefängniswärter zogen sich zurück, doch es gelang schließlich der Gefängniswache, die Angreifer zu umzingeln und zur Uebergabe zu zwingen. Eine Suche in ihren Zellen ergab das Vorhandensein eines vollständigen Waffenlagers, sowie einer Quantität Dynamit im Gewicht von 20 Pfund. Außerdem wurde Nitroglycerin gefunden. Einer der überwältigten Sträflinge gestand, daß man unter den übrigen Sträflingen Mitverschorene habe. Die Absicht sei gewesen, die Wärter sämtlich zu töten, die 300 Insassen des Gefängnisses zu befreien und sodann das Gefängnis selbst in die Luft zu sprengen. * Die Bevölkerung der Vereinigten Staaten betrug nach den Resultaten der amtlichen Volkszählung im Jahre 1903 mit Ausnahme Alaskas und der Inseln 79 900 000 Seelen, was eine Zunahme um 3906 000 seit 1900 bedeutet. Die Einwohnerzahl belief sich in Newyork auf 3716 000, in Chicago auf 1874 000, in Philadelphia auf 1 368 000, in St. Louis auf 600 000. Hus dem Gerichtsfaal. § Ein Geständnis wider Willen und in der Erregung hat für den Unteroffizier Post vom Artillerieregiment Nr. 49 böse Folgen gehabt. Er war angeklagt, gegen seinen Wachtmeister mehrere Drohungen ausgestoßen zu haben, bestritt dies aber sehr energisch und gab an, die Drohungen seien gegen einen ihm im Range gleichgestellten Kameraden gerichtet gewesen. Die Zeugenaussagen waren für den Angeflagten insofern günstig, als sich nicht mit Sicherheit feststellen ließ, ob die Anklage begründet sei. Deshalb wurde auf ein früheres Geständnis des Angeklagten zurückgegriffen. Post erklärte, zu diesem Geständnis sei er durch das Verhalten des untersuchenden Kriegsgerichtsrats geradezu gezwungen worden. Dieser habe ihn derartig angefahren, daß er schließlich in der Erregung angegeben habe, die Drohungen hätten dem Wachtmeister gegolten. Der dann als Zeuge vernommene Kriegsgerichtsrat mußte bestätigen, daß er den Angeklagten öfter sehr energisch zurechtgewiesen" habe, weil er zuviel dreingesprochen habe. Aus den weiteren Aussagen des Seriegsgerichtsrats ging hervor, daß Post schließlich sogar in ein heftiges Weinen ausgebrochen sei. Sein Geständnis" wirkte für ihn sehr ungünstig, da es nach den Ausführungen des Anklagevertreters das Hauptbeweismaterial bildete. Das Urteil lautete auf 10 Wochen Gefängnis und Degradation. § Drei Wochen Arrest für einen Kus. Vor dem Petersburger Friedensrichter stand dieser Tage der achtzehnjährige Straßenfehrer Michael Trifin unter der Anklage, eine hübsche junge Dame der hohen Gesellschaft, welche an dem Arme ihres Mannes am Newsfiprospekt promenierte, gewaltsam gefüßt zu haben. Er stieß den Mann zur Seite und füßte die Frau. Der Angeklagte beteuerte, daß er berauscht gewesen und bat weinend um Verzeihung. Der Richter ließ jedoch die Entschuldigung nicht gelten und verurteilte den Angeklagten zu drei Wochen Arrest. batt. Es wird § Graf Pückler- Klein- Tschirne sollte sich gestern wegent Tschirne vor der Strafkammer des Landgerichts Glogau ber antworten. Der Termin mußte jedoch vertagt werden. da der Angeklagte nicht erschienen war. öffentlicher Beleidigung des Stationsvorstehers von Klein irtschafts § Mit dem Trakehner Schulprozeß hatten sich die Berline Gerichte gestern nochmals zu beschäftigen. Der Lehrer Nickel auf dessen Veranlassung in dem Pferdefreund" ein Ar Curünberg; 2. eelle; 3. üb Dar unteren Ho ** In d ginnt am 25 tifel gegen den Landstallmeister v. Dettingen erschien, wurd Speziell für Freu seinerzeit zu 200 Mark Geldstrafe wegen Beleidigung de Landstallmeisters verurteilt. Gegen dieses Urteil legte Nide Berufung ein. Auf diese Revision des Lehrers Nickel ha das Reichsgericht das Urteil der Strafkammer aufgehoben. es nicht für genügend dargetan erachtete, durch welche Tai sachen der Lehrer Nickel die Straftat des Dr. Paaltow, de den Artikel für den Pferdefreund" schrieb, ehe sie vollende mar, gefördert habe, da die in dem Urteil festgestellten Mi teilungen Nickels an Dr. Paalzow Tatsachen beträfen, wege deren Dr. Paalzom nicht verurteilt worden war. Der Ge flagten zu 200 Mark Geldstrafe eventuell 20 Tagen Gefäng auert zunäaft b Woche hindurch trag und 5 Stun gütern und dem Der He am 29. März un Beheimrat Haasbefondere folg Landwirtschaftsro Saas als Pr richtshof kam gestern wieder zur Verurteilung des Angebung per Attlo nis. Daß dem Angeklagten die Form des Artikels befann ekonomierat G gewesen, ergebe sich aus dem bei ihm vorgefundenen Korrel werständige für turbogen und aus einem an ihn gerichteten Schreiben von Böthe- Dar 19. Februar 1900. Lokales. berg, als Ga Dppenheim in Des nach Königs Profeffor Dr. gewählt. Der 1905 wird in genehmigt. Er Maßregeln zur Joeft wird zur Regierung die bezüglichen Ant febentwurf bett den im Auss geäußerten Bed hauptsächlich a Der Heranziehu Grund und panftaltung ein jeine solche im 12. April 1904. Es wird uns aus **( Konfirmation.) unserem Leserkreis folgendes geschrieben: Feierlicher als sonst ertönten am Sonntag die Kirchenglocken und riefen die Gläubigen in die Gotteshäuser, in welchen die Einsegnung der Konfirmanden aus der Matthäus. und Johannesgemeinde stattfanden. Es ist dies der erste bedeutungsvolle Schritt im Leben der jungen Christen, mit ihm finden die sorglose Schulzeit, die Kinderjahre, ihr Ende und der Anfang zu einem ernsteren Leben beginnt, freilich nicht für alle. Viele halten diese ernste Feier, die Aufnahme in den Kreis der erwachsenen Christen, nur für den Beginn einer Zeit, in der man sich nicht mehr um die lästigen Schularbeiten zu kümmern braucht. Arme Kinder! Bald genug wird der Ernst des Lebens an Euch herantreten, wild wird der Sturm über euren Häuptern hinweg, brausen und der Kampf ums Dasein will ausgefochten sein. Früh genug wird manche der stolzen Hoffnungen zu Grabe getragen werden und die Berhältnisse und Enttäuschungen werden den Leichenstein dazu bilden. Hier muß sich dann bewähren, was der Konfirmanden Unterricht lehrte, hter findet die Religion ihren wahren Stützpunft im Gottvertrauen. Wenn auch des Lebens Güter ungleich verteilt sind, so muß doch ein jeder bestrebt sein, hoch oder niedrig, ein brauchbares Glied der Menschheit zu bilden und den Plaz gewissenhaft ausfüllen, auf den er gestellt ist. Es sei darum jedem Konfirmanden und jeder Konfirmandin warm ans Herz gelegt: Schließt euch, wenn es möglich ist, einem Jünglings- oder Jungfrauen- Verein an denn dort lernt der junge Christ den vielen An fechtungen, welche an ihn in den Jahren nach der Kon firmation herantreten, widerstehen. Besonders ernste Aufgaben liegen diesen Vereinigungen dann ob, wenn die Konfirmierten fern von dem Elternhause den Kampf des Lebens aufnehmen müssen. Da gilt es für viele Männer und Frauen, dafür zu sorgen, daß den jungen Seelen eine edle Geselligkeit, eine neue Gemeinschaft, ein fester Halt geboten werde. [!] Das Großh. Regierungsblatt, Beilage Nr. 7, ausgegeben am 9. April d. I., enthält u. A. Ordensver verleihungen, wonach dem Schullehrer Karl Mergott zu Lollar aus Anlaß seiner Versetzung in den Ruhestand das Silberne Kreuz, des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen worden ist. Erledigt ist eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Weitershain. Mit der Stelle ist Dr ganistendienst verbunden. Das Amtsblatt Großh. Ministeriums der Justiz Nr. 8 vom 30. März enthält ein Ausschreiben an die Großh. Standesbeamten betreffend die Führung des Meistertitels( betrifft die Beobachtung der gesetzlich Vorschriften über die Führung des Meistertitels u. 1. D. bei Einträgen in die standesamtlichen Register). Den Meistertitel in Verbindung mit der Bezeichnung eine Handwerkes dürfen nach§ 133 der Gewerbeordnung Hand werker nur dann führen, wenn sie in ihrem Gewerbe die Befugnis zur Anleitung von Lehrlingen erworben und die Meister prüfung bestanden haben. Es ist nu mehrfach die Beobachtung gemacht worden, daß Personen die diesen Anforderungen nicht genügt haben, sich gleichwohl zur Führung des Meistertitels dann für befugt halten nachdem sie an einem der sogenannten„ Meisterkurse" teig nommen haben, wie solche von Handwerkskammern uf vielfach veranstaltet werden. Die Führung des Meister titels bleibt auch in diesem Falle eine unbefugte und zieht die Bestrafung aus§ 148 Nr. 9c der Gewerbeordnung ( mit Geldstrafe bis zu einhundertundfünfzig Mark und im Unvermögensfalle mit Haft bis zu vier Wochen) nach sic * Schulverwalter Otterbein von Lauterba wurde mit Versehung einer Lehrerſtelle zu Grebenhain beauftragt. ** In den Ruhestand versetzt wurde der Bahnwörter in der Hessisch- Preußischen Eisenbahngemeinschaft Balthasar Knöß zu Göbelnrod mit Wirkung vom 1. Juli 1904 an. ** Wie wir erfahren, beginnt am 19. April d. J in der Gewerbeschule Gießen ein Vorbereitungs kursus für die Meisterprüfungen im Handwerk, und wollen wir nicht unterlassen, noch besonders darau aufmerksam zu machen, damit den Interessenten unseres Leserkreises diese günstige Gelegenheit nicht entgeht. Heute Dienstag Abend 8 Uhr findet in Grünberg eine Sihung des Gemeinderat ** Am fanal- Ver beschloffen w Hauptversam Dieser Verfa Vorstand auf fchäftsführun übertragen, Verein sieht haltige Agit überzeugt, d folgung der tun und we die Verwirkl 119 Dec bielt am Sam Hauptvers Sprechers, Le Kaufmann einem steten nungsabschlu bermügen h Bei der Vo Bg. Kling ab. An seir zum 1. Spr führer, D. W gewählt: 6 1. Turnwart 2. Schriftfüh Reinig, 3 Beisiger. Be wurde u. a. ein Somm Am Himme Den Bubenr ** Di abgelaufenen fucht. Die mit 147 G und Bens frequenz wu sute sparsame MAG st jederma 2Portione vorzüglicher Suppe ERBSW für Sie ermöglichen Früht 5. Seu be Gr. te fich geitern boritehers bon ndgerichts Gloga bar. statt. Es wird beraten 1. über die Vorlage des irtschaftsplans über die Waldungen der Stadt Günberg; 2. über Besetzung der Stadtdienerftelle; 3. über eine Eingabe der Geländebesitzer an iber unteren Haingasse um Verbesserung derselben. d vertagt me hatten fidh die B en. Der Lehrer Sferdefreund ttingen eridien, pegen Beleidigun efes Urteil legle es Lehrers Mid fammer aufgeho tete, durch welde des Dr. Baalfon chrieb, ehe sie boll Irteil feitgestellten tfachen beträfen, Serurteilung des ** In der Obstbaumschule zu Friedberg 1beginnt am 25. April ein Obstbaukucsus, welcher Spiell für Freunde des Obstbaus eingerichtet ist. Derfelbe bext zunächst bis 30. April und wird dann im Sommer 1 Boche hindurch fortgesetzt. Täglich sind 3 Stunden Vortag und 5 Stunden Uebungen in den ausgedehnten Baumgritern und dem großen Garten der Anstalt. ** Der Hessische Landwirtschaftsrat hielt arm 29. März unter dem Vorsitz seines Präsidenten, Herrn Beheimrat Haas- Darmstadt eine Plenarsigung ab, von welcher mbesondere folgendes zu bemerken ist. Das Präsidium des Hessen erreicht. Von den Schülern waren der Konfession| nach 290 evangelisch und 113 katholisch. Der Staatsangehörigkeit nach waren 376 Schüler Hessen und 27 Nichthessen; die letzteren meist aus Preußen. Auffallend ist, daß von den 403 Böglingen nur 55 Söhne von Lehrern sind. Das stärkste Rontingent junger Seminaristen stellten auch diesmal wieder die Landwirte mit 157 und die Gewerbetreibenden mit 131. 60 Schüler sind Söhne von Beamten. Die Zahl der diesjährigen Abiturienten beträgt 105( Alzey 36, Friedberg 36 und Bensheim 33). Von diesen sind 78 evangelisch und 27 katholisch. Die verfügbaren neuen Lehrkräfte dürfen kaum zur Besetzung der durch zahlreiche Pensionierungen von Lehrern und Neueinrichtung von Schulstellen vakanten Stellen ausreichen. Döll, der freiwillig aus dem Amte scheidet und dafür die Gemeinderechnung übernimmt, verwaltete die hiesige Bürgermeisterei 30 Jahre lang. Nonnenroth. Die fürzlich hier gegründete landwirtschaftliche Bezugs- und Absatzgenossenschaft, e. G. m. u. H., ist nun in das amtsgerichtliche Genossenschaftsregister eingetragen worden. Nieder- Gemünden, 11. April. Herr Stationsassistent Bauer, welcher seit 2 Jahren pensioniert war und seine Ruhezeit nach 16 Jahren als Seemann und 32 Jahren als Eisenbahnbeamter hier zu verbringen gedachte, wurde am ersten Osterfeiertag durch einen plößlichen Tod in ein besseres Jenseits abgerufen. Daß der Verstorbene sich die Liebe und Achtung seiner Kollegen erworben, davon zeugte bei der Beerdigung die Teilnahme der Beamten von allen Stationen unserer oberhessischen Bahn, wie auch die selten legte Geleit gab. worden war. Bond wirtschaftsrates wurde in seiner bisherigen Zusammen- leitung anzulegen, denn die beiden großen Dorfbrunnen große Zahl der Mitbürger, welche dem Verstorbenen das Tuell 20 Tagen Casals Präsident, Dekonomierat Dettweiler und bung per Attlamation wiedergewählt und zwar Geheimrat borgefundenen Schreiben = erständige für Obstbau wurden die Herren Landesökonomierat Bothe Darmstadt und Dr. von Peter Friedberg, als Sachverständiger für Weinbau Direktor Fuhr Oppenheim in den Landwirtschaftsrat gewählt. An Stelle b nach Königsberg übergesiedelten Professor Dr. Albert wird * Aus dem Kreis Schotten. In Eschenrod hat sich jetzt auch die Notwendigkeit ergeben, eine Wasser dort haben öfter kein Wasser, dazu nehmen die Reparaturen an sehr tiefgehenden Rohrenleitung fein Ende. Sobald < Butzbach. In am letzten Freitag stattgefundenen Geon der liner fuelshit, in Bad Waffer Bert in umbens bei ber meinderatsfibuna burde eine Germe hoberals for nifion gebildet, Kirche rosa, das des Oberdorfes tiefbraun gefärbt. In heißen Sommern hat auch die Eichel kein Wasser, sodaß in den kleinen Tümpeln viele Forellen sterben. Dem Kirch baufonds zu Esch en rod wurde eine Schenkung von 100 Mt. von Herrn Geh. Kommerzienrat Ed. Dehler in 12. April 19 Professor Dr. Gisevius Gießen als Sachverständiger Offenbach a. M. jer, in m Leben der ju cglofe Schulzeit Se wird uns eben: Feierliche henglocken und nehmigt. Ein Ausschreiben Großh. Regierung betr. welchen Maßregeln zur Abwehr und Unterdrückung der Schweineder Matthä pest wird zur Kenntnis genommen und beschlossen, Großh. tfanden. Es if Regierung die Verhandlungen hierüber und einen darauf Szüglichen Antrag als Material zu überweisen. Dem Gesießen tours betr. Gemeindeumlage gesetz wird unter Dm im Ausschußbericht und während der Verhandlungen gäußerten Bebenten zugestimmt. Diese beziehen sich u. a. Hauptsächlich auf die Steuerbefreiung sowie auf den Grad Der Heranziehung des Kapitalvermögens gegenüber dem in Grund und Gewerbe angelegten Vermögen. Betr. Veranstaltung einer Landesausstellung wird beschlossen, eine solche im Jahre 1905 in Rheinhessen abzuhalten. gewählt. Der Voranschlag des Landwirtschaftsrats pro 1905 wird in Einnahmen und Ausgaben mit 48 650 Mt. Anfang zu nicht für alle nahme in den ir den Beginn m die lastigen Arme Kinder! an Guch heranto en Häuptern hin ein will ausgefo er stolzen Hoffnun Die Bechältnie enstein dazu bi as der Konfirman eligion ihren wa Senn auch des Lin muß doch ein j ein brauchbares er Blatz gewie Es sei darum j andin warm and möglich ist uen- Veren ist den vielen *** Am 5. April hat der Vorstand des Lahnfanal- Vereins eine Sigung abgehalten, in der beschlossen wurde, daß in etwa zwei Monaten eine Hauptversammlung in Limburg a. 2. stattfinden soll. dieser Versammlung soll vorgeschlagen werden, den Borstand auf 30 Mitglieder zu ergänzen und die Geschäftsführung einem Ausschuß von 10 Mitgliedern zu übertragen, die vom Vorstand zu wählen sind. Der Berein ſieht ſeine Hauptaufgabe darin, für eine nach haltige Agitation zu arbeiten. Er ist unbedingt davon überzeugt, daß, wenn alle beteiligten Kreise in der Verfolgung der Beſtrebungen des Vereins ihre Schuldigkeit tun und wenn alle Interessenten dem Verein beitreten, die Verwirklichung der Lahnkanalisation sicher ist. Der Männer- Turnverein zu Gießen Sielt, am Samstag im Hotel Schütz seine diesjährige Hauptversammlung ab. Die Berichte des ersten fahren nach der Sprechers, Lehrer Kling, sowie des ersten Turnwarts, 1. Besonders en Raufmann Schwarz, ergaben, da der Verein in ngen dann ob, wa einem steten Fortschreiten begriffen ist. Auch der RechElternhause den kam mungsabschluß war ein sehr günstiger, und das VereinsDa gilt es für biel semmigen hat eine beträchtliche Vergrößerung erfahren. orgen, daß den junge Bei der Vorstandswahl lehnte der seitherige Vorsitzende e neue Gemeinsch Gg. Meling eine Wiederwahl auf das allerentschiedenste cab. An seine Stelle wurde Rechtsanwalt Kaufmann blatt, Beilage zum 1. Sprecher gewählt; K. aug wurde 1. Schriftthält u. A. Ord fführer, O. Merer, Rechner. In den Turnrat wurden Karl Merg gewählt: Gg. Kling, 2. Sprecher; K. Schwarz, ing in den R Luenwart; Fr. Wenzel, 2. Turnwart; H Endig, tordens Philip Schriftführer; P. Margolf, Gegenrechner; A. Erledigt ift eimig, Zeugwart; H. Völzel und K. Wenzel, de Lehrerſtelle Beisitzer. Bei der Aufstellung des Sommerprogramms dit der Stell if our doe u. a. beschlossen, im Laufe des Juli wiederum ein Sommerfest im Neuen Saalbau abzuhalten. Ministerium m Himmelfahrtstage soll ein Familienausflug auf Sält ein Ausschreiben Bubenröder Hof erfolgen an = - Schlitz. Wie der Schlizer Bote" von zuständiger Seite erfährt, trifft Se. Majestät der Kaiser vorausſichtlich am 3. und 4. Mai zum Besuche der erlauchten Gräflichen Herrschaften hier ein. die sich alsbald mit dem Stadtrat von Wetzlar ins Einvernehmen setzen soll, um über die beiden projektierten Bahnlinien Weglar- Buzbach eine Verständigung zu erzielen. Gruß. Brieffaften. Kg., hier. Ihrem Wunsche wird entsprochen. Besten Marktberichte. Sirken, 12. April. Auf dem heutigen Wochenmarkt fofieten Butter per Pfd. 0.90-1.00 Met., Fühnereter 2 Stück 12-14 Bfg., Enteneter Erofen per Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Bfg., Tauben per Paar 30.80-1.00, Hühner per Stüd Mr. 1.30-1.40, Hahnen, per Stüd C.80-1.70, Enten per Stüd 1.70-2.20, Gänse per Pfd. 65-70 Pfg., Ochsenfleisch per Pfd. 68-78 fg., Rindfleisch per Pfd. 62-68 Bfg. Schweinefleisch per Pfd. 60-72 Bfg. Schweinefleisch gesalzen per Pfund 0.76 Bfg., Kalbfleisch per Pfd. 62-74 Bfg., Hammelfleisch per Pfd. 50-74 Pfa.. Kartoffeln pro 100 Kilo 6.00 Mr., Zwiebeln ver 3t. Mr. 7.00-10.00, Aepfel per Centner 20-25 Mt. Milch per Liter 18 Vfa. Dauer der Marktzeit von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr Nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Marktzeit übeerhanp nicht, und während der ersten drei Stunden der Marktzeit im Umherziehen feilgeboten werden. Laubach, 8. April. Nachdem, wie berichtet, in voriger Woche das Kollegium des Gymnasiums Fridericianum St. 7 Bfg, Rafe per St. 6-8 Pfg. Käsematte 2 St. 5-6 Pfg., Herrn Professor Dr. Röschen( der bekanntlich an das Realgymasium zu Gießen versetzt ist) zu Ehren eine Abschiedsfeier veranstaltet hatte, fand gestern abend zu gleichem Zwecke eine solche, die einen allgemeinen Charakter trug, im Saale des Hotels„ Zum Schüßenhof" statt. Die große Zahl der Erschienenen( gegen 150 Personen), die sich aus allen Schichten der Bevölkerung zusammensetzte - auch Seine Erlaucht der Graf zu Solms- Laubach befand fich unter den Anwesenden zeugte wieder von der besonderen Wertschäzung und Achtung, deren sich der Scheidende überall erfreut. Auch aus den umliegenden Orten( Wetterfeld, Röthges, Ruppertsburg, Fretenseen, Stockhausen, Weiffartshain u. f. w.) waren Vertreter erschienen. Herr Forstmeister André eröffnete die Versammlung, indem er Herrn Professor Röschen als einen festen Charakter, einen allezeit erprobten Freund und Berater feierte. Das auf ihn ausgebrachte Hoch fand begeisterten Widerhall. Sdoann toaftete - Herr Bürgermeister Jochem auf die Familie des Scheibenden, die sich durch ihr freundliches gewinnendes Wesen in der gesamten Bevölkerung die größten Sympathien erworben habe. Insbesondere hob Rebner die Biederfeit und die Menschenfreundlichkeit des Scheidenden hervor. Darauf sprach Herr Fabrikant Römheld im Namen der Eltern derjenigen Schüler, welche Herr Professor Röschen in den beiden Jahrzehnten seines Aufenthalts in Laubach herangebildet habe. In warmen Worten führte Redner aus, wie Herr Frankfurt a. M., 11. April Fruchtmarkt, E8 notierten nach Qualität: An Weizen, hiesiger und Wetterauer mf. 17.75-17.90, furhessischer Mf. 17.75-17.90 Roggen, hiesiger Mr. 13.75-14 00, russischer Mt. 14.30-14.60. Gerste, hiesige Mt. 14.65 bis 14 90, Pfälzer Mt. 14.65 bis 14.90, fränkische Mr. 14 75-15.00, Riedgerste Mt. 14.75 bis 15.00, Hafer, htesiger und Wetterauer Mt. 13.25-14.50, kurhessischer Mr. 13.50-14,75, bayricher Mt. 13.50-14 25, Mais, Wired Mr. 11.80-12.15. Alles pro 100 Kilo ab hier. Me hI unverändert. Es notierten nach Qualität: Weizenmehl hief. O, Mr. 26.75-27.25, feinere Marken wt. 29.50-30.00, hiesiges Nr. 1, Mt. 24.74 bis 25.75, feinere Marten Mt 24.75-25.25, hiesiges Nr. 3, Mt. 22.75-23.35, feinere Marken Mt. 23.25-23.75, hiesiges Nr. 4, Mt. 20.25-20.75, feiner Marten 20.75-21 25, Roggenmehl, hiesiges, 0, t. 22.5023.00, do. 1, mr. 20.00-20.50, do. 2, Mt. 15.50-16.00, Alles per 100 kilo inkl. Sack. Frankfurter Vichmarkt. Zum Verkauf standen 477 Ochsen, 44 Bullen, 647 Kühe und Färsen( Stiere und Rinder), 239 Kälber, 193 Schafe und Hämmel, 1684 Schweine, 4 3iegen, 19 3iegens lämmer. Bezahlt wurde für 50 Kilo Ochsen: a) vollfleischige aus= Professor Röschen es verstanden habe, Wohlwollen und Gerechtigkeit in seiner Amtsführung stets zu vereinigen. Zum gemäßtete höchsten Schlachtwertes bis zu 6 Jahren Mt. 71-73, b) Schlusse toaftete Herr Dr. Spilger auf den alten treuen Lehrer, der durch seine wissenschaftliche Tüchtigkeit und manch' wertvolle Anregung zu geistiger Arbeit so segensreich gewirkt höchsten Schlachtwertes Mr. 60–62, b) mäßig genährte jüngere und habe. Auch nach dem Verlassen des Gymnasiums nehme er noch warmen Anteil an seinen einstigen Schülern und fördere sie in ihrer Weiterbildung. In bewegten Worten dankte Herr Professor Dr. Röschen für die vielen Beweise der Zuneigung und für das Vertrauen, das ihm stets hier entgegengebracht wurde, und gab zugleich die Versicherung, daß er sein liebes, und schönes Laubach, wo er glücklich und gerne geweilt, nie vergessen werde. Redner dankte herzlich dem er= lauchten Grafenhause und der Stadt Laubach, von denen er einst als Beamter der Großh. Regierung präsentiert wurde, und brachte auf die gemeinsame Schöpfung, auf das Gymnasium Fridericianum und dessen Wachsen und Gedeihen, ein Hoch aus. Bei munteren und ernſten Weisen der Laubacher Stadtkapelle und den schönen Vorträgen der Gesangvereine blieb man noch längere Stunden vereint. d die Führung ** Die Lehrerseminare Hessens waren im bachtung der geſchgelaufenen Schuljahr von insgesamt 403 Böglingen beMacht. Die stärkste Frequenz wies das Seminar zu Alzey Meistertitels u. mit 1147 Schülern auf. Ihm folgte Friedberg mit 143 lichen Register). und Bensheim mit 113 Schülern. Liese hohe Gesamtder Bezeichnung Gewerbeordnung muquenz wurde bisher unseres Wissen noch niemals in verpflichtet. in ihrem Gewerbe gen erworben und d haben. Gift worden, daß Persone gt haben, fi gleichw nn für befugt half „ Meifterfurfe" teilg pale sparsame Kuche AGG Jedermann Nut 2Portionen vorzüglicher Suppe ERBSWURST für 10 Pfg Ulfa, 9. April. Durch den Großh. Kreisrat Herrn Geh. Regierungsrat Schönfeld von Schotten wurde gestern im Beisein des gesamten Ortsvorstandes der am 3. März d. I. einstimmig gewählte Bürgermeister Georg Gerhard III. Die Familie des seitherigen Bürgermeisters junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete Mt. 66 bis 69, c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere Mr. 60-63, d) gering genährte jeden Altecs Wet.- Bullen: a) vollfleischige gut genährte ältere Mr. 57-58, c) gering genährte Mt. Kühe und Färsen,( Stiere und Rinder): a) voulfleischige. ausgemästete Färsen ( Stiere und Rinder) höchsten Schlachtwertes Mt 61-63, b) bollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes( bis zu 7 Jahren) Mt. 58-60, c) ältere ausgemäftete Kühe und wenig aut entwickelte iüngere Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mt. 45-47, d. mäßig genährte Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mr. 42-44, e) gering genährte Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mk. Bezahlt wurde für 1 Pfund a) feinste Mast-( Vollm.- Mast) und beste Saugfälber( Schlachtgewicht) 85-88 Pfg.( Lebendgewicht) 52-54 Pfg., b) mittlere Waft- und gute Saugfälber( Schlachtge= wicht) 80-84 Pfg.,( Lebendgewicht) 48-51 Pfg., c) geringe SaugPfg., Schafe: a) Mastlämmer und füngere Masthämme! 70-72 fälber 65-68 Pfg., d) ältere gering genährte Kälber( Fresser) Bfg., b) ältere Masthämmel 60-64 Pfa., c) mäßig genährte Hämmel Pfg. Schweine: a) vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen im Alter bis zu 1½ Jahren ( Schlachtgewicht) 53 Pfg.,( Lebendgewicht) 42 Pfg., b) fleischige ( Schlachtgewicht) 51 Pfg,( Lebendgewicht) 41 Pfg. c) gering entwickelte, sowie Sauen und Eber( Schlachtgewicht) 44-46 Pfg., Lebendgewicht-, d) ausländ. Schweine unter Angabe der Herfunft Pfg. Das Geschäft in Hornvieh war mittelmäßig, Ueberſtand unbedeutend, Kleinvieh gut, Markt geräumt. Für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein. und Schafe( Märzschafe) Hausfrauen, probiert MAGGI's Suppen - andwerkskammern Sie ermöglichen es, in kürzester Zeit nur mit WasserFührung des Mei e unbefugte und der Gewerbeordn ünfzig Mart und ier Wochen) nach von Lauterbo stelle zu Grebenhui urde der Bahnwo gemeinschaft Balth ng vom 1. Juli 190 tam 19. April d Vorbereitung im Handwerk, och besonders da Intereffenten unfere hett nicht entgeht 8 Uhr findet Frühkartoffeln verkauft 3 Gemeindera. Seubert, Gießen. Gr. Müh gasse 38. mit der Schutzmarke KREUZ + STERN wohlschmeckende, nahrhafte Suppen herzustellen. Ein Würfel zu 10 Pfg. reicht für 2 gute Teller. Zu haben in allen besseren Kolonialw.- Geschäften. Man verlange ausdrücklich Maggi's Suppen mit der Schuhmarke und weise andere Marken zurück. KREUZ STERN August Kilbinger, Giessen, Tücht. Pferdeknecht| Brandplatz 14 Seltersweg 19.- Telefou 276. Größtes Kinderwagen- Geschäft am Plak. Enorme Auswahl in allen Preislagen. Erstklassige Fabrikate von Kinderwagen, Sportwagen, Leiterwogen, und Krankenfahrstählen. Ständiges Lager von 200 Stück Kinderwagen. Auf Wunsch Katalog. elletage Löberftrake 26.| gesucht. ift der 4. Stock: 4 Zimmer, Küche, Kinder A. Scheppelmanu, Baugeschäft, Badezimmer, Mansarde und allem Zubehör vom 1. April ab zu ver mieten. Hausbursche gesucht. Gießen, Ludwigsvag 3 2 tüchtige Schuhmacher auf Werkstatt sofort gesucht. Cyrist. 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Es haben ohne weiteren Befehl zu erscheinen: 1) Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamte der Reserve und der Landwehr I. Aufgebots( fleiner Dienstanzug.) 2) die Mannschaften der Reserve und Landwehr I. Aufgebots aller Waffen, einschließlich Halbinvaliden und nur Garnisondienstfähigen, 3) die zur Disposition der Truppenteile oder Ersaßbehörden entlassenen Mannschaften aller Waffen, 4) die Ersaßreservisten, geübte und nicht geübte, Kreis Gießen, Bezirk des Hauptmeldeamts Gießen. Gießen Land: Für die Bewohner folgender Gemeinden, welche zum Bezirk des Hauptmeldeamts gehören. Gemeinde einschließlich der dazu gehörenden Mühlen und Höfe vv. Annerod Allendorf Altenbuseck Beuern Großenbuseck Großenlinden Kleinlinden Burkhardsfelden Steinberg Heuchelheim Oppenrod Rö gen Trobe Watzenboin Wieseck Hausen Langgöns Leihgestern Ort der Kontrollbersammlung die Lieblinge der Damenwelt und die fleine Prinzessin Nouma- Hawa gesehen??? Es wird folgendes erinnert: 1) Befreiungsgesuche sind bis spätestens 8 Tage vor dem Appell durch das Haup meldeamt einzureichen und müssen durch die Bürgermeisterei bezw. bei Beamte durch die vorgesetzte Behörde beglaubigt sein. Berücksichtigung kann nur in den dringendsten Fällen stattfinden. 2) Jeder Kontrollpflichtige ersieht die Jahresklasse, zu der er gehört, auf dem Def setnes Militärpasses. 3) Die Militärpässe mit eingeflebter roter Kriegsbeorberun und Führungszeugnis sind mitzu bringen. 4) Bei sämtlichen Kontrollpflichtigen werden dieses Mal Fußmessungen vo genommen, mit Ausnahme der Ersaẞreservisten. Dementsprechend sind saubere Strümpfe anzuziehen, Stöcke, Schirme, Pfeife und Bigarren sind vorher wegzulegen. 5) Sämtliche Mannschaften stehen während des ganzen Kontrolltages bis einschließ lich Mitternacht unter dem Militärgefeß. Demgemäß werden auch Unpünktlichkeit und Versäumnis der Kontrollversamm lung bestraft. Gießen, den 5. April 1904. von Mosch Oberstleutnant und Kommandeur des Landwehrbezirks Gießen. Großherzogliches Bezirkskommando Brotpreise Plazz Tag Stunde Hof der alten Gießen Kaserne am Brand 15. April 81/2 Uhr Vorm. 2 Uhr Nachm. " 16. April 81/2 Uhr Vorm. Kg. 1 Weißbrot 2 1 Schwarzbrot 2 Uhr Nachm. 2 " 1 " " " 3 Gießen Stadt: Für die Bewohner der Gemeinde Gießen auf dem Hof der alten Kaserne am Brand Jahrgänge aller Weffen 1891 1892 auker Ersatzreservisten 1893 Die oben unter Nr. 1 aufueführten aller Jahrgänge( Offiziere pp.) 1894 1895 außer Erfaßreservisten 1896 1897 außer Erfahreservisten außer Eisagreseit isten 1898 1899 Tag Stunde 18. April 8 Uhr vorm. bom 10. bis 24. April 1904. Der hiesigen Bäcker. 1 Kornbrot 17 24 Bekanntmachung. Der Vorstand des Detaillistenvereins Gießen hat bei Großherzoglichem Kreisamt die Einführung des Pfg. 8 Uhr Ladenschlusses beantragt. Um eine Abstimm 26 ung aller Beteiligten herbeiführen zu können, ist in G 52 mäßheit des§ 2 der Bekanntmachung, betreffend das Verfahren bei Anträgen auf Verlängerung der Lader 72 schlußzeit, vom 25. Januar 1902, eine Liste der be 22 teiligten Geschäftsinhaber aufgestellt worden. 44 Ich bringe dies mit dem Anfügen zur allgemeinen Kenntnis, daß diese Liste in der Zeit vom 13. bis 26. April ds. Js. während der üblichen Geschäftsstunden auf 23 dem Bürgermeisterei- Bureau, Zimmer Nr. 15, zur öffent lichen Einsicht ausliegt. Der auswärtigen Bäcker: 1 Weißbrot bei Georg Dern II. Gr. Linden 2 Uhr nachm. 19. April 8 Uhr vorm. 2 " 2 Uhr nacm. 1900 1901 1902 20. April 8 Uhr vorm. anßer Erfagreserv sten Nur Erfahreservisten 2 Uhr nachm. 1891 bis 1896 Nur Erfahreservisten 4 Uhr Nachm. 1897 bis 1903 " Gießen Land: W. Steinmüller Witwe( Langgöng.) 24 Heinrich Weber( Heuchelh.) W. Fabel Wiesec W. Weigel Langgöns u. L. Steinmüller Gr. Lind. 25 Karl Post, Wieseck W. Leir: KleinLinden Dern II., Gr. Lind. u. Louis Süßmuth Steinberg 26 46 W. Steinmüller Wwe Langaöns) 48 W. Fabel Wiesec W. Weigel, Lang= Göns JakobAppel, Krofdorf, Heinrich Weber Heuchelheim L. Steinmüller ( Gr. Lind.) Karl Post, Wieseck u. W. Lein KleinLinden Für die Bewohner der übrigen Gemeinden, welche zum Bezirk des Hauptmeldeamts gehören. 1 Schwarzbrot_bei Georg Dern 50 52 II. Gr. Linden 21 Ort Gemeinde einschließlich W Steinmüller We der dazu gehörenden Mühlen und Höfe pp. der Kontroll verfammlung Platz Tag Stunde " H Allendorf a. d. Lda. Climbach Daubringen Heibertshausen LoVar Mainzlar Kirchberg Ruttei shausen Alertshausen Beltershain Bersrod Gei shausen Göbelnrod Lindenstruth Londorf Friedelhausen Staufenberg Treis a. d. Lumda Grünberg Hattenrod Harbach Kesselbach Lauter Sansen Bollnbach Lumda( Groß- und Klein-) Quedborn Odenhausen Reinhardtshain Rüddingshausen Reiskirchen Stodhausen Weitershain Albach Dorf- Gill Arnsburg Garbenteich Veitsberg Wirberg Stangenrod Weidartshain Winnerod Lollar am Bahnhof 21. April 9 Uhr Vorm. Grünberg am westlichen Ausgange auf der Straße nach Gießen W. Weißel, Lang= Göng, Stein müller Gr. Linden Heinrich Weber, Heuchelheim, Ferd. Weiß, Grüningen 22 W. Lein KleinLinden 24 2 22 Uhr Nachm. " Dern II. Gr. Lind u. Louis Süßmuth, Steinberg 42 22. April 9 Uhr Vorm. 1 Uhr Nachm. " L. Steinmüller ( Gr. Linden) W. Steinmüller Wwe. Langgöns, Heinrich Weber, Heuchelbeim, W, Weitzel Lang- Göns, Karl Post und Ernst Christ Wieseck, Karl Spamer, Reiskirchen und Ferdinand Weiß. Grüningen, Gust. Jakoby, AltenBuseck 44 J. Appel, Krofdorf46 Buklar W. Lein, KleinLinden 48 Eberstadt Ettingshausen Grüningen 21/2 bei Louis Süßmuth " Lich Amt8gerichtsstraße 23. April 9 Uhr Vorm. Steinberg 52 3 W. Fabel und " Karl Post, und Albacher Hof Holzheim Lich Kolnhausen Münster Hof- Gill Oberhörgern Steinbach Bellersheim Müh sachsen Muschenheim Nieder- Bessingen Ober- Bessingen Hungen Langd 3 Uhr Nachm. Bettenhausen Inheiden Langsdorf Hungen an der Post 25. April 9 Uhr Vorm. Nonnenroth Rabertshausen Rodheim Röthges Trais- Horloff Villingen Obbornhofen Ringelshausen Hof: Graß Steinheim Utphe " 212 Uhr Nachm. E. Christ, Wiesed 66 Gustav Jakoby, Alten- Buseck 1 Kornbrot Karl Spamer Reiskirchen und Wilh. Schimmel Kinzenb. Mühle Jak. Appel, Krofdorf 66 44 Der Brotverkäufer. Dieselben Preise, wie bei den hiesigen Bäckern, außer bei Hrch. Frebel II., 1 Kg. Schwarzbrot 24 2 Kg. 44 Bfg. Gießen, den 8. April 1904. Großh. Polizeiamt Gießen, Herberg. Einsprüche gegen die Richtigkeit und Vollständig feit der Liste können von den beteiligten Geschäftsinhabem bis zum Ablaufe der Offenlegungsfrist schriftlich oder z Protokoll erhoben werden. Nach Ablauf der Frist vor gebrachte Einsprüche bleiben unberücksicht gt. Gießen, 11. April 1904. Der von Großherzogl. Kreisamt bestellte Kommissär: Turschmann, Beigeordneter. Servelatwurst Schinkenwurst Schinken, roh u. gefocht Mettwurst. Täglich: frischer Aufschnitt in kalt und warm empfiehlt Carl Buss, Metzger. Gießen. 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War dies der Fall, dann freilich mußte der Einjährige in Käthchens Augen vollständig gerichtet sein; denn der unselige Brief war geeignet, das Glück eines liebenden Mädchenherzens gründlich zu zerstören, sofern er nämlich mißverstanden wurde. Der Brief war von einer Kousine des Einjährigen geschrieben und lautete: ,, Lieber Karl! Wiederum muß ich dich belästigen und dich bitten, heute Abend noch einmal in der bewußten Angelegenheit zu uns zu kommen. Klara und Franz sind unterrichtet und werden zur bestimmten Stunde hier sein, bleibe du nur gar nicht aus. Ach, es war ein köstlicher Abend. Ein blauer Himmel wölbte sich über uns und die Sterne flimmerten so freundlich hernieder, daß man sich leicht in seine Rolle finden mußte.- Wenn alles gut geht, werden Mama und Papa am Sonntag ihr blaues Wunder erleben. Ich kann dir gar nicht sagen, wie ich mich freue und wie stolz ich auf meinen genialen Erretter bin!- Auf Wiedersehen! Es grüßt herzlichst Deine Nora." Jinfenstein war beruhigt, als er das Papier im Brustbeutel knittern fühlte. Der Brief ist noch da", tröstete er sich. Der Einjährige befand sich keinewegs in einer angenehmen Lage. Seine Braut beklagte sich seit einiger Zeit darüber, daß er sie vernachlässigte und spielte nun die Schmollende. Umsonst schob der Einjährige dienstlich Verhinderung vor. Käthchen glaubte ihm nicht mehr, seitdem sie ihn in eifriger Unterhaltung mit einer jungen Dame gesehen hatte, und die Furien der Eifersucht durchwühlten ihr Herz. Es blieb dem Einjährigen nichts anderes übrig, als den ersten Sturm geduldig über sich hinbrausen zu lassen, obschon er in der Lage gewesen wäre, seine Braut mit wenigen Worten von ihrem Unrecht überzeugen zu können. Die Dame, welche Käthchen bei ihm gesehn hatte, war nämlich seine Kousine, dieselbe, welche ihm den Brief gesandt hatte. Seine dienstliche Verhinderung und der Grund, der ihn veranlaßte, seine Braut etwas zu vernachlässigen, bestand darin, daß er in seiner dienstfreien Zeit einen Schwank schrieb, der am nächsten Sonntag, bei Gelegenheit der Silberhochzeit seines Onkels, über die Bretter gehen sollte. Da aber Käthchen sowohl, wie das Jubelpaar durch diesen Einakter völlig überrascht werden sollten, mußte man sich in ein geheimnisvolles Dunkel hüllen. Endlich war der Dienst vorüber und der Einjährige beeilte sich, den Brustbeutel zu revidieren. Die wenigen Nickel beachtete er kaum, desto genauer aber überflog er den Brief und stuzte plötzlich, denn der Brief hatte nun eine mit Bleistift geschriebene Nachschrift und zwar von Käthchens Hand. Der Nachsatz lautete: Ein Zufall brachte mir Klarheit über die Art der dienstlichen Verhinderung, welche Sie mir vorzugaukeln beliebten. Leben Sie wohl! Ich wünsche Ihnen von Herzen Glück und will zu vergessen suchen, daß wir uns einstmals nahe standen! K. D." Wieder und wieder überflog der Einjährige die Zeilen. Also doch", murmelte er tonlos. Dann warf er sich schnell den Ausgehanzug und ging, um sich bei Käthchen zu verteidigen. Als Beweisstück nahm er seine Rolle mit. Käthchen Dickmann saß am offenen Fenster, als der Einjährige herankam. Sie sah, wie er hinaufgrüßte, tat aber, als wenn sie nichts bemerkt hätte. „ Grüß Gott, Käthchen", sagte der Einjährige bei seinem Eintritt ins Zimmer und reichte ihr beide Hände. Sie sah nur flüchtig von ihrer Arbeit auf, machte aber keine Miene, die dargereichten Hände zu drücken, sondern erwiderte anscheinend kühl bis ans Herz:„ Herr Finkenstein, -- was beliebt?" Käthchen! Du tust mir wirklich unrecht,- bitter unrecht.---" Bitte, Herr Finkenſtein", unterbrach ihn Käthchen.„ Sie sehen, ich bin beschäftigt, wollen Sie mir möglichst kurz sagen, womit ich Ihnen dienen kann?" Ja, das will ich", lachte Finkenstein. Seine Geliebte umarmen und ihr einen Kuß auf die Lippen drücken, war das Werf eines Augenblicks. Das wollte ich, ich wollte dir durch die Tat beweisen, wie sehr du mir Unrecht tust", fügte er gleichsam entschuldigend hinzu. Käthchen aber entwand sich seinen Armen und versuchte, den kecken Liebhaber mit ihren Blicken zu durchbohren. ,, Karl! Ich verbitte mir derartiges von dir!" brauste sie auf. ,, Hahaha. Herr Finkenstein wurde wieder Karl" und ,, Du". Das ist schon ein ganz bedeutsamer Schritt zur Versöhnung. Hier, Käthchen, meine Hand! Schlag ein!" Fällt mir gar nicht ein. Es ist aus vollständig aus mit uns.- Gehen Sie zu Ihrer Nora!" „ Nachher. Hoffentlich wirst du mich begleiten." ,, Wie?- Wie das? Sie unterstehen sich noch, mich zu verhöhnen? Entfernen Sie sich augenblicklich!" ,, Aber Käthchen, nimm' doch Vernunft an! Nora Winter ist meine Kousine. Wir haben heute Abend Theaterprobe. Wir wollen das Jubelpaar und die Gäste vollständig überraschen. Deshalb ist die Geheimnistuerei." Käthchen sah forschend zu ihm auf, schlang ihre Arme um seinen Nacken.„ Kannst du mir versichern, daß ich dir Unrecht zugefügt?" flüsterte sie. ,, Gewiß. Du hast mein Wort." ,, Dann bin ich wieder dein." Der Einjährige zog Räthchen an seine Brust und rief jubelnd:„ Hurra, wieder mein!- Nun aber auf zur Probe!" AUS DEM REICHE DES WISSENS Ein naturgeschichtliches Märchen. Bauen die Schwalben den Eingang zu ihren Nestern zu, wenn ein Sperling sich darin niedergelassen hat? Die Frage wird von alten Naturforschern bejaht und auch heute noch in unseren Volkserzählungen. Rührende Kampfund Hilfsszenen werden geschildert und den Schwalben eine fast menschliche Ueberlegung dabei zugeschrieben. Richtig ist es, daß dem im Eigentum gestörten Schwalbenpaar andere Schwalben gegen den im Neste sitzenden Feind zu Hilfe kommen, was ja nicht schwer ist, da die Schwalben gesellig zu leben und besonders auch gesellig zut nisten pflegen. Manchmal bezwingen sie den Gegner, manchmal auch nicht. Dieser richtet sich häuslich in dem usurpierten Hause ein, schleppt Heu und Stroh hinein, um es in seiner rohen Art auszustaffieren, und läßt vielleicht auch noch lange Enden von Strohhalmen wie Diebsfahnen heraushängen. Wenn die Schwalben einzusehen beginnen, daß sie den dickköpfigen Eindringling nicht hinauswerfen können, dann geben sie als die flügeren nach, ziehen ab und fangen anderswo eine neue Lehmhütte zu bauen an. Der zarte Kampf spielt sich stets in der Weise ab, daß der Spazz heimlicherweise bei Abwesenheit des Schwalbenpaares, etwa, wenn dieses nach neuem Stoff fortgeflogen ist, sich im Neste festsetzt und daß dann die Schwalben von außen angreifen müssen. Bei diesen Schnabelattacken, die sich um den Neſteingang konzentrieren, er= weitert sich dieser sehr häufig durch die scharfen Schnabelhiebe, vereinzelt auch durch Flügelschläge. Siegt nun der Sperling, so bleibt das Nest mit seinen Schäden bestehen; siegen die Schwalben, so tragen sie sofort Lehmkügelchen herbei, um den Schaden auszubessern. Dieser Umstand, der aber ausnahmslos erst nach Vertreibung des Feindes eintritt, mag zu der unsterblichen Fabel von der lebendigen Einmauerung den Anlaß gegeben haben. So leicht ließe sich der Spatz auch nicht einmauern. Das frische Baumaterial würde seinen gewiß unter Aufbietung aller Kräfte unternommenen Durchbruchsversuchen, niemals Stand halten können. Wozu hat er denn seinen Schnabel? Ein Spaß und sich ruhig einmauern lassen! Es ist eine Tatsache, daß man bis jetzt niemals Schwalbennester ohne offenen Eingang gefunden hat. Es scheint den Schwalben ganz unmöglich zu sein, den Bau harmonisch zu gliedern, und die Lehmkügelchen fest miteinander zu verkitten, wenn sie nicht vom Innern des bereits gebauten Nestteiles weiter arbeiten. Von außen geht es eben nicht; daher sehen sie von innen ihre neuen weißen Baumaterialien auf. Also wäre es ihnen mit ziemlicher Sicherheit ganz unmöglich, ihren Feind einzuschließen, auch wenn sie c3 wollten. In ernsthaften Fachblättern fabelten Dilettanten freilich nicht ohne widerlegt zu werden, daß sogar Stare sich der Schwalbennester bemächtigen, daß solche von den Schwalben angegriffen, mit Lehmbrühe bespritzt, geblendet und schließlich unter höhnischem Siegesgeschrei lebendig vermauert und einem langsamen Hungertode überantwortet würden. Alles lediglich phantasiereiche Erfindung, da die Stave niemals als Usurpatoren von Schwalbennestern irgend welcher Art beobachtet worden sind. Nr. 80. Dienstag, den 12. April. 1904 Oberbessische Familienzeitung. Tägliche Unterhaltungs- Beilage bez Gießener Neueste Nachrichten. Sund nut Berlag ber Chesser Berlagsdeudoret, verm. Bilh. Reller'sche Subradeset( gegs. 1783); set: Ibia Riels (( 0. Fortsetzung.) Gewillensqualen. Kriminal Roman von Robert Buchanan. Ich brannte vor Neugier, den jungen Mann zu sehen, von dem ich so viel hatte erzählen hören; an der Tür seiner Belle trat ich indes zurück und ließ erſt Ellen allein eintreten. Ein paar Minuten später rief sie mich, und ich stand nun dem jungen Creenan Aug' in Auge gegenüber. Er war groß und kräftig gebaut, dabei doch noch schlank, mit blondem Haar und blauen Augen, und sein Gesicht sah trotz der verstörten Züge, die Kummer und Gram darin geBogen hatten, doch vertrauenerweckend und tapfer aus. Als ich die Belle betrat, stand er an dem kleinen vergitterten Fenster, hielt Ellens Hand in der seinen und sah sie traurig an. Das liebe Kind weinte, aber nicht heftig; nur langsam flossen ihr die Tränen die Backen herunter, und ihre zittern den Lippen unterdrückten jeden Seufzer. Michael dagegen hielt den Kopf hoch wie ein Mann, der fest entschlossen ist, seinem Geschick die Stirne zu bieten, es fomme, wie es wolle. Mein Freund, Herr Doktor Sucherland", stellte mich Ellen ihm vor.„ Wenn du wüßtest, wie liebenswürdig der Herr Doktor zu mir gewesen ist!" Ich hielt ihm meine Hand entgegen, in die der junge Mann kräftig einschlug. „ Besten Dank dafür, Herr Doktor", begrüßte er mich mit würdigem Ernst.„ Als Ellens Freund sind Sie auch der meinige." " Ja wohl, dein Freund ist der Herr Doktor", bekräftigte Ellen;„ du hast keinen besseren in der ganzen Welt. Er glaubt an deine Unschuld und ist aufs tiefste bemüht, sie an den Tag zu bringen." Dann erzählte sie ihm von meinem merkwürdigen Traum, der mich nach Schloß Craig geführt hatte, und von dem Versprechen, das ich ihr gegeben, ihr zu helfen, den Mörder ihres Vaters zu entdecken. Wenn es Ihnen glücken sollte, die Wahrheit herauszufinden, Herr Doktor", sagte er traurig, dann sind Sie gewiß ein kluger Mann, denn leider hält mich außer Ellen niemand mehr für unschuldig." Und Anton?" warf Ellen ein.„ Und deine Mutter, Michael?" Ach ja. Aber wenn Anton, wie du sagst, an meine Un schuld glaubt, weswegen hat er mich dann noch nicht besucht?" ,, Er konnte nicht kommen", antwortete ich, er war zu frank.' 〃 rank?" wiederholte Creenan. Bei seiner Vernehmung im Verhör war er wohl genug." Die Aufregung war zu groß für ihn", entgegnete ich, und seitdem liegt er am Nervenfieber darnieder. Er er frankte, als er bei Vermeidung von Strafe als Belastungsjeuge gegen Sie vorgeladen wurde. " ,, Gegen mich? Wie kann denn das sein?" fragte der unge Mann in höchstem Grade verwundert. " Das weiß ich nicht", antwortete ich. Jedenfalls ist er von der Staatsanwaltschaft und nicht von Ihrem Verteidiger orgeladen worden. Kann er denn etwas Belastendes wider Sie aussagen?" ( Nachdruck verboten.)) ,, durchaus nicht. Mein Unstern wollte es, daß ich an jenem verhängnisvollen Tage ganz allein sein sollte. Mein Bruder hatte mich ersucht, ihm etwas in Kilsyth zu besorgen, und so ging ich denn in Begleitung meiner Hunde dorthin. Nachmittags fehrte ich in den Gasthof ein, um etwas zu essen, und da traf ich mit Ellens Vater zusammen. Im Kaffeezimmer waren wir allein, und ich hielt daher die Gelegenheit für gekommen, ihm das zu sagen, was ich ihm zu sagen hatte. Ich erklärte ihm meinen festen Entschluß, Ellen zu heiraten. Er wurde darüber aufgebracht und ließ Aeußerungen fallen, die auch mich reizen mußten, und während wir uns in heftigen Worten herumstritten, traten andere Gäste ein. Ich verließ das Lokal, und bei Gott schwöre ich es Ihnen, daß ich Herrn Craig nicht mehr gesehen habe." Während seiner Erzählung hatte er Ellen fest angesehen, als wollte er sie bitten, ihm Glauben zu schenken. Ohne etwas zu sagen, ergriff sie seine Hand und leufzte Leiſe. Was haben sie dann getan, als sie das Wirtshaus verlassen hatten?" fragte ich ihn. " In einem Wagen konnte ich bis Ballyveeney mitfahren, und von dort ging ich über die Berge nach Hause. Noch an demselben Abend wurde der alte Herr mit meinem Gewehr erschossen, und seine Leiche fand man nur hundert Ellen von der Stadt entfernt liegen, wo ich den Wagen verlassen hatte." „ Können Sie sich erklären, wie Ihr Gewehr dahinkam?" ,, Durchaus nicht, Herr Doktor." ,, Haben Sie es denn nicht vermißt?" Nein. Es war damals gerade die Zeit der Hasenjagd, und da Hasen hier doch mit Hunden gejagt werden, so bedurfte ich meines Gewehres nicht." Wo hatten Sie Ihr Gewehr aufbewahrt?" Zu Hause, in meinem Zimmer. Es war schönes Wetter, und unsere Dienstboten waren sämtlich ausgegangen; ich glaube aber nicht, daß jemand in das Haus gelangen fonnte." Seine Aussagen trugen den Stempel der Wahrheit. Jedes Wort und jene Miene war frei und offen, und furchtlos sah er mir ins Gesicht. Ich vermute, daß Ihre Frau Mutter und Ihr Bruder Sie gesehen haben, als Sie nach Hause kamen?" ,, Meine Mutter wohl, Anton jedoch nicht." ,, Wissen Sie, wo er war?" ,, Nein, Herr Doktor. Den ganzen Nachmittag und Abend, bis tief in die Nacht hinein, hatte er Krankenbesuche gemacht, und er kam gerade dazu, als ich unter meinem eigenen Dache verhaftet wurde. Ich fürchte, der Schein spricht sehr gegen mich, und es nimmt mich auch gar nicht Wunder, daß mich so viele Leute für schuldig halten. Aber ich kann es mir immer noch nicht denken, daß man einen Unschuldigen hängen wird, auch wenn der Schuldige nicht zu finden sein sollte. Bei der Verhandlung wird man schon etwas herausbringen, und wenn nicht, ich fürchte mich nicht vor dem Tode." Mit einem lauten Aufschrei warf sich seine Geliebte in seine Arme. Er flüsterte ihr ein paar Worte ins Ohr, und ich merkte ihm an, daß er selbst nur mühsam Tränen unterit Waschseil Waschklammern Waschbiti rund und obal empfiehlt Vaschko tplay 5. Metge Schnitt wurst. roh u. gefoch Er. 86 Saus gebra onnemento Monttobellagen wab bie Das Blatt a drücken konnte. In diesem Augenblide erschien der Schließer, um anzudeuten, daß die Unterredung beendet werden müßte. Ich ging zur Türe, während Ellen laut weinend ihren Geliebten umarmte. „ Ach, lieber Michael", rief sie,„ ich kanns nicht aushalten, daß Du noch länger hier bleiben mußt. Das bricht mir das Herz! Das bricht mir das Herz!" Der junge Mann beruhigte sie, so gut er konnte, obwohl ich sah, daß es ihm selbst schwer wurde, sich aufrecht zu halten. Endlich konnten wir sie wegbekommen, und ich brachte sie nach dem Gasthofe zurück. Ich überließ dort Ellen der Obhut der Wirtin, einer ältlichen, vertrauenerweckenden Dame, und machte mich auf den Weg, um dem Anwalt, der die Verteidigung übernommen hatte, einen Besuch abzustatten. Nahe dem Marktplate hatte er sich geschwind ein Bureau hergerichtet, und ich fand ihn vollständig in seinen Akten vergraben. Er war ein sonderbarer Herr, von kleiner Gestalt und sehr scharfer Zunge und dabei schnell und gewandt wie ein Wiesel, O'Flannigan hieß er. Als ich sein Zimer betrat, zog er seine Uhr heraus, sah darauf und begrüßte mich mit den Worten:„ Ich kann Ihnen leider nur zehn Minuten widmen, Herr Doktor. Ich bedauere sehr, daß ich nicht mehr Zeit für Sie übrig habe, aber es gibt heute für mich zu viel zu tun." Ich wunderte mich nicht lange darüber, woher der Anwalt mich kannte, er mochte schon von mir gehört haben, und mich heute Morgen mit Fräulein Craig über den Marktplatz haben gehen sehen. Ich wollte mir erlauben“, sagte ich sogleich,„ in der Angelegenheit des Fräulein Craig ein paar Fragen an Sie zu richten, Herr Anwalt. Das Fräulein möchte gern wissen, wie es um die Verteidigung des Herrn Michael Creenan steht." Das Gesicht des Anwalts verfinsterte sich und rasch antwortete er: Recht gut, Herr Doktor. Wir werden schon unser Möglichstes tun, ihn freizubekommen." „ Und glauben Sie, daß es Ihnen auch gelingen wird?" Ich hoffe, Herr Doktor. Vor Gericht geht es aber oft recht seltsam zu, und die Sache sieht immerhin ziemlich böse aus. Es iſt ein Unglück, daß kurz vor der Katastrophe der Verhaftete mit dem Ermordeten einen Wortwechsel hatte, während es anderseits wieder als ein Glück zu betrachten ist, daß die Tochter so fest an seine Unschuld glaubt. Nun, was getan werden kann, werden wir schon tun, darauf können Sie sich verlaſſen, Herr Doktor. Mein Kollege, Mister Docherty, kann so rührend sprechen, daß Steine Tränen vergießen, geschweige erst eine Geschworenenjury." „ Ist es Ihnen bekannt, Herr Anwalt, daß die Staatsanwaltschaft Pater Antonius, den Bruder des Angeklagten, als Zeugen vorgeladen hat?" Jawohl, Herr Doktor", antwortete Mister O'Flannigan, ,, ich habe sogar die früheren Aussagen des Paters gelesen. Er will im Kreuzverhör beweisen, daß der Angeklagte zu ſehr in die Tochter verliebt war, als daß es ihm möglich gewesen wäre, sich an ihrem Vater zu vergreifen." Dem Anwalt scharf ins Gesicht sehend, fragte ich ihn: ,, Darf ich Sie vielleicht um ihre offene und ehrliche Meinung über die ganze Sache bitten?" Ueber meine Frage schien der kleine Herr ganz erstaunt: Meine Meinung? Ich habe gar keine Meinung? Ich nehme die Tatsachen und prüfe sie. Ich glaube, die Sache liegt gut, und ich glaube auch, sie liegt schlecht. Es iſt das reine Lotteriespiel, Herr Doktor, und ich wünsche nur, daß wir das Glück haben, einen gutgelaunten Richter und gutmütige Geschworenen zu bekommen." Ich verabschiedete mich von Mr. O'Flannigan und be gab mich in der Absicht, wenn irgend möglich, mit dem Angeklagten noch ein paar Worte allein zu sprechen, in das Gefängnis zurück. Nach einigem Widerstreben wurde meinem Wunsche auch willfahrt; ich hatte den Vorwand gebraucht, daß ich dem Angeklagten eine Bestellung von seinem Verteidiger zu machen hätte. Als ich in die Zelle des jungen Mannes trat, erschreckte mich die Veränderung in seinem Gesichte nicht wenig. Die freudige Zuversicht, die sich am Vormittage auf seinem Gejichte ausgeprägt hatte, war verschwunden und hatte der Hoffnungslosigkeit Platz gemacht. Er saß auf seinem Bett, und sein Mittagsmahl stand noch unberührt vor ihm. lischer Ho Herr La 2. Sonnta 3 Uhr Demnächst fi 1. Camsta 3 Uhr Betr.: Abho Einhorn Herr L 3. Connt agn Wilhelm Referen Alsfeld. Zu den vor Die Großb Gießen, tanntgabe gebete des Bezirks und der umliege boes Vereins und Dr. K De CB Anfang Bundes der Ha Muster des But ähnlich wie diese beſteht zwiſchen schied, infofern, zweig ohne Un Betriebsumfan handwerksmar wirtschaftliche und wirtschaf will. Der Bu den Schutz de unferer preife, währen Korrekturen be geleugnet werd ficht das Hand bat. Der freie triebsweise un tonkurrenz, de durch ganz un werkergeſey, d ſtaatliche För gebracht hat, Tone arre ich eintrat, erhob er sich, und in traurigem fragte er mich höflich, was mich zu ihm zurückgeführt hätte. „ Fühlt Fräulein Craig sich nicht wohl?" Das nicht", antwortete ich.„ Das Fräulein erwartet mich, da ich sie zurückbegleiten soll. Vorher wollte ich Sie jedoch allein fragen:„ Ist es denn wahr, daß Ihr Herr Bruder vorgeladen worden ist, um Zeugnis gegen Sie abzulegen?" Während ich diese Frage an ihn stellte, beobachtete ich ihn aufmerkſam; sein Gesicht zeigte jedoch nicht die geringste Veränderung. „ Sie haben mir das vorhin erzählt, Herr Doktor", antwortete er ruhig. ,, ann er vielleicht etwas aussagen, das Sie belasten könnte?" ,, Nicht, das ich wüßte." Wissen Sie genau, daß er in der verhängnisvollen Nacht nicht zu Hause war?" ,, Ganz genau!" " Entschuldigen Sie, bitte, daß ich auf diesen Punkt noch näher eingehe; aber können Sie vielleicht mutmaßen, wen er damals besuchte? Sie sagten doch, er war fort, um Krankenbesuche im Gebirge zu machen." ,, Nein, Herr Doktor." Lag es denn in seinen Gewohnheiten, noch so spät auszugehen?" " Jawohl. Zu jeder Zeit, Tag und Nacht, war er aus." Fiel Ihnen vielleicht in der Nacht, in der Sie verhaftet wurden, etwas besonderes an ihm auf?" Der junge Mann überlegte, und als ob ihm plößlich eine Erinnerung fäme, rief er aus:„ Jawohl, Herr Doktor. Ganz mit Schmutz bedeckt, wie wenn er durch einen Sumpf gewatet wäre, war er nach Hause gekommen. Sein Gesicht war verstört, als hätte er einen Geist gesehen. Ich fragte ihn, wo er gewesen wäre, und er erzählte mir, daß er Kranke besucht und Beichte gehört habe. Und als wir allein waren, ergriff er mich bei der Hand und sagte:„ Ach, lieber Michael, warum mußte ich denn ein Priester Gottes werden?" „ Und kurz darauf wurden Sie verhaftet?" Ganz recht, und als die Gendarmen famen, um mich zu holen, lief mein Bruder wie ein Wahnsinniger umher und schrie laut, daß ich unschuldig sei und er es beweisen könne. Aber, wenn er das könnte, dann säße ich ja ganz gewiß nicht hier.“ Nachdem unsere Unterredung noch eine kurze Weile gedauert hatte, verließ ich den Gefangenen. Ich nahm die feſte Ueberzeugung mit, daß, wenn sein Bruder, der Geistliche, mir nicht helfen konnte, es mir wohl nicht glücken würde, den Schuldigen zu faſſen. Meine zwei Unterredungen mit dem unglücklichen jungen Mann im Gefängnis hatten wenigstens ein gutes gehabt, denn trotz aller so sehr gegen ihn sprechenden Umstände hatten sie mich von seiner Unschuld überzeugt. Als ich hierüber mit Ellen sprach und sie bat, mir verzeihen zu wollen, daß ich vorher nicht mehr Vertrauen zu ihrem Gefühl gehabt habe, das doch das Richtige getroffen, war sie mir über alle Maßen dankbar, und ihr Kummer schien ein gut Teil zu schwinden. ,, Von jetzt an", sagte ich zu ihr,„ gehörte ich Ihrem Dienste mit Leib und Seele, und was ich bisher nur aus Freundschaft für Sie getan habe, tue ich hinfort aus vollster Ueberzeugung. Aber, geehrtes Fräulein, halten sie sich stark und den Kopf oben; denn wir werden ihn noch brauchen. Noch ist es Zeit ihren Freund zu retten, und mit Gottes Hilfe soll er bald wieder ein freier Mann sein." Auf unserer Rückfahrt nach Mylrea besprachen wir mit leichterem Herzen unsere Aussichten, denn zum erstenmal seit unserer Bekanntschaft waren wir beide gleich begeiſtert. Als wir uns an der Tür des Schlosses verabschiedeten und wie zwei Verschworene uns die Hand schüttelten, erschien mir zum erstenmal, seitdem ich Fräulein Craig kannte, ihr blasses Gesicht von neuer Hoffnung beseelt und ordentlich frisch aussehend. Ueber einen Punkt schien es mir indessen angebracht, Schweigen zu beobachten, da er vielleicht zur Entdeckung der Wahrheit führen konnte, andererseits aber auch gar nichts auf sich haben mochte. ( Fortsetzung folgt.) Handwerkerta schaffen, und men, und wefens follte อ กาว กา werden, um nach Qualita baben sich ба für ganz der auszubild tingentiert. Bäck eingestellt. G einer maßen als böl aber immerhi Tatsächlich der Handwerker e beste Art es auf den Au eines Gewerbe getragen werde rung der Fach eng und in Wenn Befa bigungsnachw fabia bon Beichnet wird, tennung des wird durch den regiſters. Sie bitanstalten schimmernden DamenWas hätte werters Tüchti Schaffungen ща в Der Ge das Handelsfür die berich Lage, in dem richtigen Aus sorgfältiger aber spähte er nach ben Die Rohheit, mit welcher viele höchst gebildete Männer Sonnenschirmen und dito Strohhüten hinüber. über das weibliche Geschlecht denken, ist oft nur die Folge daer darum gegeben, wenn er die Unterhaltung hätte verstehen von, daß ihnen versagt blieb, tiefere Blicke in das Leben edler, fönnen!- weiblicher Gemüter zu werfen. 2 Der Brustbeutel. Militär- Humoreske von Ios. Hermes. ( Nachdruck verboten.) Es war ein heißer Sommertag. Die Kompagnie hatte von Frühmorgens bis um die Mittgsstunde Felddienst geübt. Mit Rücksicht auf die überstandenen Strapazen wurde der Nachmittagsdienst mehr der Erholung gewidmet; es war nämlich Entfernungsschäßen vorgesehen. Im leichten Drillich- Anzug und anstatt des lästigen Helmes die leichte Feldmüße auf dem Haupte überschritten die Offiziere den rasigen Ererzierplay, um sich die Entfernungen bon 100 zu 100 Metern einzuprägen. Der Premierleutnant v. Dohleneck, der die Unteroffiziere im Schatten der den Exerzierplatz begrenzenden Bäume um sich versammelt hatte, verbreitet sich eingehend über das Thema Entfernungsschäßen. Einzeln und mit Gewehrüber machten die Füsiliere, ihre Schritte zählend, die vorgeschriebenen Wege über den neuen Ererzierplaz. Jeder Mann wußte, wieviel Schritte er auf 100 meter gebrauchte und bei jeder auf diese Weise gewonnenen Maßeinheit von 100 Metern wurde Halt gemacht, auf die durchschrittene Strecke zurückgeschaut und so dem Auge die verschiedenen Entfernungen einzuprägen geſucht. Bei jedem neuen Hundert von zurückgelegten Metern wurde, der Sicherheit des Zählens wegen, von oben angefangen, abwechselnd ein Knopf der Drillich- Jacke geöffnet. Trop dieser allgemein vorgeschriebenen Vorsichtsmaßregel war die Zahl derer nicht gering, die dem abfragenden Leutnant eine irrige Entfernung meldeten. Unter diesen Sündern zeichnete sich namentlich der Einjährige Finkenstein durch ein mehrmaliges schlechtes Schähungs- Reſultat aus. Die natürliche Folge davon war, daß der Einjährige die Ehre hatte, gleich den übrigen schlechten Zählern, den Exerzierplaz wiederholt abschreiten zu müssen. Zum drittenmal rüstete sich der aus allen Poren schwikende Einjährige zu dem weiten Wege und halblaut ertönte es von seinen Lippen, um wenigstens nun endlich ein besseres Resultat zu erzielen: Eins zwei- drei vier" u.s.w. ,, Denken Sie mal eine Viertelstunde lang nicht an Ihre zukünftigen Prozesse und an Ihre jetzige Braut, dann wird's gehen" lachte von Dohleneck dem Einjährigen nach und schien mit dieser Bemerkung unbewußt den Nagel auf den Kopf zu treffen; denn der Einjährige mußte einen Augenblick ſtehen bleiben, um sich auf die Zahl des letzten Schrittes zu besinnen. Sobald der Einjährige seine ersten 120 Schritte zurückgelegt hatte, was einer Entfernung von 100 Meter gleichfam, blieb er verschnaufend stehen und öffnete mechanisch den obersten Knopf seiner Drillichjacke. Nun konnte er wieder denken, was er wollte, und sein suchendes Auge irrte über den weiten Ererzierplatz, um endlich auf den Gestalten zweier junger Mädchen haften zu bleiben, die, das Glas am Auge, ihn zu beobachten schienen. Ja, ja", murmelte er unwillig,„ ge= braucht nur den Feldstecher, um meine Schweißtropfen zu zählen; zweimal habt Ihr mein mühsam erworbenes Zahlenmaterial in den Aether gejagt; diesmal lasse ich mich nicht wieder irre machen. Nach diesem Monolog setzte der Einjährige seinen Weg fort. Bei dem nächsten Hundertmeter- Haltepunkt bemerkte er, daß die beiden Damen, die seine Aufmerksamkeit in so hohem Grade zu fesseln schienen, sich in der Richtung nach dem Standort der Offiziere entfernten. Er ging kopfschüttelnd weiter und entdeckte zu ſeinem lebhaften Erstaunen bei der zweitfolgenden Station", daß die Damen bei Herrn v. Dohleneck waren. Zum Kuckuck!" entfuhr es seinem vor Erstaunen geöffneten Munde, was wollen die Mädels denn bei dem? Nanu!- Das fehlt auch gerade noch! Schließlich verliebt der Leutnant sich in mein Käthchen. Vorwärts also, die bedrohte Position zu verteidigen!" Der Einjährige beschleunigte seine Schritte, um recht bald den Rückweg antreten zu können. An den Stellen, wo er der Vorschrift gemäß zu halten und den folgenden Zählknopf seiner Drillichjacke zu öffnen hatte, achtete er gar nicht mehr auf die zurückgelegte Entfernung; sein Schätzungsvermögen" blieb deshalb hartnäckig auf dem status quo stehen. Desto Aber noch eine andere unangenehme Entdeckung als die oben geschilderte mußte der Einjährige machen sein Brustbeutel war weg- spurlos verschwunden.„, Himmel! Auch das Pech noch!" stöhnte er und spähte den vergangenen Weg zurück, ohne die geringste Spur des verlorenen Bruſtbeutels finden zu können. Ja, er mußte nicht einmal, ob er seinen Brustbeutel, der für einen Soldaten ungefähr dasselbe bedeutet, was einem Kaufmann der feuerfeste Geldschrank gilt, erst heute oder bereits gestern verloren hatte. Immerhin blieb ihm nun noch eine leiſe Hoffnung, den Vermißten vielleicht noch zu Hause wiederzufinden. „ An den paar lumpigen Nickeln liegt nicht viel", brummte der Einjährige,„ aber der Brief!= der Brief!- Wenn der in unrechte Hände fiele-- das wäre außerordentlich fatal." Es blieb ihm jedoch nicht viel Zeit übrig, über sein Pech nachzudenken; er mußte weitergehen, weiterzählen, weiterschätzen! Zu seiner Beruhigung bemerkte er jedoch, daß die Damen ebenfalls weiter gegangen waren und vermutlich Was mochte sie nur in den Heimweg angetreten hatten. aller Welt mit dem Leutnant verhandelt haben? Warum beobachtete sie ihn,- ihren Bräutigam, dem sie seit geſtern Abend zürnte, so angelegentlich per Distance? Alles Grübeln konnte einstweilen zu keinem Resultat führen, und der Einjährige war flug, zu denken:„ Kommt Zeit, - fommt Rat." „ Na, Einjähriger, wie weit ist's bis zur Tanne?" fragte Leutnant v. Dohleneck den zurückkehrenden Einjährigen. „ Achthundertundfünfzig Meter, Herr Leutnant",__ er= widerte der Gefragte. ,, Kann stimmen- A propos- kennen Sie vielleicht ein Fräulein Dickmann?" „ Jawohl, Herr Leutnant", antwortete der Einjährige und machte ein derartig erstauntes Gesicht, daß der Leutnant ein verſtändnisvolles Lächeln kaum unterdrücken konnte. " Ich möchte Ihnen nun eine Frage vorlegen, von deren richtiger Beantwortung das Weitere abhängen wird: Was liegt dem Soldatenherzen am nächſten,= was ſchätzt er zumeist?" " Du sollst mich nicht fangen", dachte der Einjährige und antwortete prompt, obschon die Gedanken an Käthchen seine ganze Phantasie erfüllten, die Liebe zum Vaterlande,- zu Kaiser und Neich." „ Hm. Ganz gut geantwortet. Aber ich wollte nur hören, was sich in Wirklichkeit in der Nähe Ihres Herzens zu befinden hat." Finkenstein sah seinen Vorgesetzten so ratlos an, daß dieſer vor Mitleid gerührt wurde. „ Ich sehe ein", fuhr der Leutnant fort,„ ich muß, um eine zutreffende Antwort von Ihnen zu erhalten, anders fragen: z. B.:„ Wo haben Sie Ihr Geld untergebracht? Wo befindet sich dasselbe?" Wieder schien der Einjährige lächeln zu wollen; er brachte es aber fertig, sich zu bezwingen, und antwortete prompt: „ Zu Hause, Herr Leutnant. Im Geldschrank meines Vaters." „ W- a- s? Nehmen Sie denn etwa den Geldbetray, den jeder Soldat bei sich führen soll, im Geldschrank oder im Brustbeutel mit sich.“ Ich trage einen kleinen Geldbetrag im Bruſtbeutel, Herr Leutnant." Na, also. Zeigen Sie mir einmal Ihren Bruſtbeutel." Der Einjährige knöpfte seine Drillichjacke auf und ließ seine Hand darunter suchend auf- und abgleiten. Alle Mühe aber schien umsonst zu sein. „ Sie haben ihn wohl verloren?" " Jawohl, Herr Leutnant." " Ja, wenn man anstatt auf seinen Dienst zu achten, junge Damen mit seinen Blicken verfolgt, kann so etwas leicht passieren. Hier ist der verlorene Soldatengeldſchrank. Fräulein Dickmann hat ihn gefunden, und weil Ihr Name daran angebracht ist, kommen Sie schnell wieder in den Besitz Ihres Eigentums. Bedanken Sie sich bei der jungen Dame. Verstanden." Zu Befehl, Herr Leutnant." Damit war der Einjährige, nachdem er sein Eigentum wieder an sich genommen hatte, entlassen. Eine böse Ahnung durchzuckte das Gehirn des Einjährigen und schien ihn mehr, wie der Dienst zu beschäftigen. Käthchen hatte vermutlich