ersenden grossen enth.ca.400photogr iber Cigarren, Ciga Kau- u. Schnupf- Ta werden sich über allerbilligsten sind Tabaklabriken. en. nsern Haupt hlwaren, WerkWaffen, Sensen, merien, Stöcke, hotographischeage zur Probe ung. keleiss tück dung ahme und r. Nr. 61. Erstes Blatt. bonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., Saus gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen viertelfährlich Mr. 1.50. Contiobetingen: Oberheffifche Familienzeitung( täglich) und die Gießener Coifenblasen( wöchentlich). oder Berne gestattet geschlossen. Risiko also ausnen Herren- und dir. v. Fabrikationsor Bzu Fabrilpr. Muster uw geen zu Dienste, Lorenz, Gera R. I. Urania feinsteQualitis marke, Säm Fahrradzube gespannte Hinterra Midtrittbremje eler gef. Ratalog Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Samstag, den 12. März 1904. Gießener 13. Jahrgang. Insertionspreis: Die einspaltige Betttzelle für gang heffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfg. fonft 16 Reklamen die Petitzeile 30 refp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen, Seltersweg Fernsprechanschluß Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Unabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Der Krieg in Ostasien. Die neuerliche Beschießung von Port Arthur durch ein japanisches Geschwader wird jetzt von russischer Seite amtlich bestätigt. Doch scheint das Bombardement ohne große Bedeutung gewesen zu sein. Tas japanische Geschwader, von dem dieser Angriff auf Port Arthur ausging, ist dazu wohl nur durch den Eifer der Verfolradfabrik, Congung hingerissen worden. Es machte nämlich Jagd auf die russische Torpedoboots flottille, die zur Aufklärung aus dem Sport, Leite Safen gegangen war. Ein Telegramm des Statthalters wagen, Kinder Alerejem aus Mukden vom 10. März berichtet darüber: Kinderwagen u. Ziegenbock klappstühle, Krankenwagn u. eiserne Bet stellen tür E wachsene ut Kinder.Gross Ausw, Pres aussergew billig. BerlinN., Brunnenstr. dbrunnen, Musterb.g III, 1767. Bei Beruh erat 3% Preisermass Eschenbach trumenten- Fabrik rchen i. S. No. 390 ezug Preisliste fre genten überall gesuch enversand dire k. Louis Fische tra v. M. 32.00-100% Der Kommandant der Festung Port Arthur meldet. daß heute früh ungefähr um 1 Uhr im Bereiche der LichtStrahlen unserer Scheinwerfer Schiffe gesichtet wurden, die Torpedoboote zu sein schienen; unsere Batterien eröffneten das Feuer auf die Schiffe. Um 2 Uhr 50 Min. früh gingen unsere Torpedoboote in See und trafen um 4 Uhr westlich des Liaotschang- Leuchtturms auf den Feind, der, nachdem einige Schüsse abgegeben worden waren, nach Süden in der Richtung auf Chandoune abdampfte. Unsere Torpedoboote kehrten um 6 Uhr früh in den Hafen zurüd und andere Torpedoboote, die darauf eine Rekognoszierung unternahmen, eine halbe Stunde später. Sie brachten die Kunde, daß sich ein feindliches Geschwader nähere. Um 8 Uhr früh eröffneten die Japaner das Feuer gegen unsere Kreuzer und die Festung. Die Japaner, welche 14 Schiffe hatten, hielten sich, so lange sie schossen, hinter dem Leuchtturm Liaotschang. Die Meldung von einem Anschlag der Japaner auf Nintschwang adt. Reg.- Bez, Erfur und Pert Arthur von der Landseite her gewinnt durch diese zialität: Felix- Zigarren gleichzeitige Mitwirkung der Flotte an Wahrscheinlichkeit. 0-60.00 MK. pro Mit Bon russischer Seite wird allerdings die Anwesenheit von k ab franko per Nach Sofort Japanern in Fönghwangtschöng und Umgegend geleugnet. assen. Befrei Reuters Bureau meldet aus Niutschwang vom 10. d. Mts.: Ospect, Zeugnisse etc. f Von einem Augenzeugen sind hier bestimmte Bekunm. Marburg, Fran Allerheiligenstr. 76. dungen eingegangen, daß am 2. März in Fönghwangonatl. fann jeder spiel schöng und Umgegnd alles ruhig und nichts von einer ebenbei verd. Anfragen an Arno Bitter, Jenal Annäherung der Japaner bekannt war. Die jüngsten erg, Markneukirchen ente und Saiten aller! der Gardatio. Katalog gratis erlin O. 27, Holzmart Meldungen über ein Erscheinen japanischer Truppen auf dem Westufer des Jalu werden für fast unglaublich erachtet. Die Zusammenziehung der russischen Truppen in der Gegend der russischen Operationsbasis legt der chinesischen Bevölkerung schwere Lasten auf, namentlich in Liaujang, wo alle Gebäude mit Beschlag belegt sind. An allen Eisenbahnstationen von einiger Bedeutung lagerr Truppen in Zelten. Ueber den Angriff auf Wladiwostok liegt jetzt ein offizieller Bericht des japanischen Admirals Kamimura vor, der m Gegensatz zu der russischen Darstellung überzeugt ist, daß bie Beschießung erheblichen Schaden angerichtet hat. Das Bladivostokgeschwader hat der Admiral nicht gesehen, kann also auch mit ihm kein Treffen gehabt haben, wie Londoner Telegramme wissen wollten. Ein Bündnis der gelben Rasse. Swakopmund sind jetzt die ersten argentinischen Pferde, 100 an der Zahl, ferner 200 Maultiere und 200 Ochsen eingetroffen. Man sieht, die völlige Berittenmachung der Truppen wird noch längere Zeit auf sich warten lassen. Von besonderem Wert für die Beurteilung der Ursachen des Aufstandes sind verschiedene Auslassungen von Kennern des Landes. So heißt es z. B. in einem jetzt veröffentlichten Briefe aus Outjo: Allgemein wird das Vorgehen der Händler beim Eintreiben der Schulden als die Hauptursache des Aufstandes angesehen. Dieses Vorgehen ist aber die Folge einer Verordnung von Berlin, wonach die Schulden der Eingeborenen gegen Weiße vom 1. April d. J. ab binnen Jahresfrist verjähren. Die im Lande sehr zahlreichen fahrenden Händler sind nun allerdings nicht sehr rücksichtsvoll bei der Eintreibung ihrer Forderungen gewesen. Aber verdenken kann man ihnen das nicht. Das einzige Zahlungsmittel des Herero ist sein Vieh, und dieses Vieh, das seinen Wohlstand ausmacht, will er sich nicht abnehmen lassen. Wenn er aber Reis essen, ein buntes Kopftuch für seine Weiber haben oder eine Khatibose anlegen will, dann verspricht er dem Händler ein Stück Vieh um das andere. Nur bar bezahlen mag er nicht. Und wenn er dann gemahnt wird, hat er immer noch einen Vorwand. Und wird er schließlich gepfändet, so ist der Händler und mit ihm alle Weißen die Todfeinde des Herero..." Immer mehr afzentuiert sich die Bedeutung des Krieges als Rassenkrieg. Man will in Petersburg Beweise für ein geheimes Bündnis der gesamten gelben Rasse haben. Das Bündnis soll Japan bereits im Jahre 1898 zuwege gebracht haben. Zu allererst wurde ein Bündnis mit den Chinesen geschlossen, dann schlossen sich dem Bündnisse die Indier and die Tibetaner an. Der Geheimbund heißt„ Tvadobun" und sein Zweck soll die Verdrängung der weißen Rasse aus fien sein. enn diese bewundert iberlebt auch Anmut co nine teine Anmut ir immer ist, foll mein Schuß jetzt Kugel trifft den Kopf die Wette!" gelten! ,, Wir halten Topp, es gilt!" riefen die Jagdgenossen. auf den Schüßen und benetzte sein Gewand mit ihrem Blute. mit zerschmettertem Kopfe fank die Elster nieder und fiel Poniatowsky erhob das Gewehr, zielte, drückte ab, und Der Herero- Hufftand. Schuld an dem Ausbruch des Aufstandes ist aber nicht nur die Wut der Herero gegen die Händler, schuld daran ist ebenso sehr das wird auch von Berliner amtlichen Kreisen offen zugestanden die Haltung des Gouverneurs gegenüber den Herero. Sie war zu nachsichtig und zu entgegen= tommend, und Gouverneur Leutwein wird denn auch, wic unser Berliner CB- Mitarbeiter hört, seine Tätigkeit in der Kolonie bald beendet haben. Wie die Regierung den Herero gegenüber verfuhr, davon ein paar Proben aus einem Briefe eines 3. 3t. in Kapstadt lebenden und auch Deutsch- Südwestafrika gut kennenden Deutschen. Er schreibt: Die Voraussage, daß der Feldzug gegen die Herero nicht nur sehr langwierig sei, sondern auch noch weitere Truppennachschübe nötig machen werde, scheint sich schnell erfüllen zu sollen: Wie in parlamentarischen Kreisen verlautet, hat Gouverneur Leutwein nach Berlin gemeldet, daß er zur Bewältigung des Aufstandes noch) 800 Mann und zwei bespannte Batterien brauche. Verwunderlich ist diese Nachricht kauni. Es kann als sc gut wie sicher gelten, daß die noch im Felde stehenden Herero, ie sich bei Waterberg zu sammeln scheinen, über 4000 Gevehre verfügen. Diesen 4600 Mam, die größtenteils gute Schüßen sind und über sehr braud) bare Wassen verfügen, itehen nur 2600 Mann deutscher Truppen gegenüber. Das wäre an sich nicht weiter schlimm. Indessen wird die Gefahr täglich größer, daß die Ovambo, die ja zum Teil bereits rebelliert haben, sich den Herero anschließen. Dann wären die nach der Kolonie entsandten Truppen an Zahl nicht ſtart genug, den Aufstand in absehbarer Frist niederzuschlagen. Und sie sind auch nicht stark genug, um jetzt die Herero allein in so furzer Zeit zur Raison zu bringen, daß den Ovambo die Lust vergeht, ebenfalls mit den Deutschen anzubinden. Es ist kein Geheimnis, daß man in Deutsch- Südwestafrika nicht nur alles Mögliche tut, um die Herero- Häuptlinge bei guter Laune zu halten, sondern daß gelegentlich die Regierung auch die Häuptlinge den( weißen!) Diſtriftschefs gegen. über in Schutz nimmt. Hierdurch schwillt natürlich den Häuptlingen der Kamm, und die Milde und Rücksicht wird als Schwäche ausgelegt. Statt die Herero eine geringe Hüttensteuer zahlen zu lassen, wie es überall in Britisch Südafrika der Fall ist, zahlt die Regierung dieser Gesellschaft Gehälter, um sie nur ruhig zu halten. dige Einwirtung auf die Zeststellung der Lehrpläne einzelner Auslandsschulen übertragen werden, desgleichen die Sorge für die Herstellung geeigneter Lehrbücher, die einerseits den vom: deutschnationalen Standpunkte aus zu stellenden Anforderungen genügen, anderseits aber auch die Verhältnisse des Landes, für das sie bestimmt sind, berücksichtigen müßten. Würde dem neuen Reichsschulamt außerdem auch die Ermittelung der finanziellen Bedürfnisse der Auslandsschulen, die Sorge für Einstellung ausreichender Mittel zu deren Unterstützung in den Etat des Reichs, die Verteilung dieser Mittel u. s. w. übertragen, so würde die neue Behörde ein reiches Arbeitsfeld vor sich finden, dessen sorgfältige Be-. bauung den deutschen Interessen im Auslande zu unberechenbarem Vorteil gereichen würde. Als ich im vorigen Jahre im Schußgebiet war, habe ich mich in Okahandja besonders erkundigt, wie die Beziehungen zu dem Häuptling sich gestaltet hätten. Denn von Okahandja ging bekanntlich der erste Aufstand von 1897 aus. Ich war erstaunt, zu hören, daß Samuel Maherero, der Oberhäuptling der Damara, es nicht der Mühe wert hielt, den deutschen Generalkonsul von Lindequist zu begrüßen, der zweimal auf dieser Reise durch Okahandja kam! Ich muß bemerken, daß Samuel speziell eingeladen war. Das sollte mal in einer englischen Kolonie geschehen! Und Samuel Maherero, dieser freche Geselle, wurde von der Regierung mit Sammetpfötchen behandelt, um ihn bei guter Laune zu halten!" Erfreulicherweise ist man im Kolonialamt fest entschlossen, mit der vom Gouverneur Leutwein eingeführten Praxis der Eingeborenenbehandlung gründlich zu brechen. Die Politik. Von einer binnen kurzer Frist, angeblich schon für dieses Frühjahr bevorstehenden Auflösung des Reichstags weiß der Vorw." zu berichten. Nach Erkundigungen unseres Berliner CB.- Mitarbeiters ist an zuständiger Stelle von einer solchen Absicht der Regierung nicht das mindeste bekannt. Die Aufwärtsbewegung in unserem Wirtschaftsleben nach der vorjährigen Krise macht sich naturgemäß am deutlichsten in der Jahresbilanz der Reichsbank kenntlich. Die Reichsbank verteilt in diesem Jahr, wie in der soeben abgehaltenen Generalversammlung festgestellt wurde, eine Dividende von 6,18 gegen 5,47 Proz. im Vorjahre. Ihre Gesamtumsäße im Jahre 1903 sind bei der Reichshauptbant um 4,6 milliarden, bei den Reichsbankstellen um 8,8 Milliarden, zusammen um 13,4 Milliarden Mark gestiegen. Der höchste Banknotenumtausch war am 31. Dezember mit mehr als 1½ Milliarden Mark zu verzeichnen. Der durchschnittliche Notenumlauf war um 19 Millionen Mark höher als im Vorjahre. Im Metallbestand der Reichsbank befanden sich Ende 1903 für 169,7 Millionen Mark an TaIern gegen 112 Millionen Mark Ende 1902. A Der Vorstand des Verbandes deutscher Arbeitsnach weise hat an solche Gemeinden, die städtische Arbeitsnachweise noch nicht besitzen, das Ersuchen gerichtet, sie möchten die Errichtung einer allgemeinen öffentlichen Arbeitsnachweisstelle in Erwägung ziehen. In den Rundschreiben wird auf die verschiedenen Organiſationsmöglichkeiten für solche Arbeitsnachweisstellen hingewiesen. Weiter erklärt es die Bereitwilligkeit des Verbandes, eine mit den einschlägigen Fragen bertraute Persönlichkeit überall dorthin zu entsenden, wo die Errichtung einer allgemeinen öffentlichen Arbeitsnachweisstelle in Erwägung gezogen wird. Soweit in der Nähe eine allgemeine öffentliche Arbeitsnachweisstelle vorhanden ist, will der Verband, wenn möglich, veranlassen, daß aus seine Kosten der Leiter dieser Stelle die mündliche Informa tion übernimmt. Oesterreich- Ungarn. Die ungarische Rekrutenvorlage ist nun endlich, nach so vielen Stürmen, im Hafen: Das ungarische Abgeordnetenhaus hat die Rekrutenvorlage in einer einzigen Sitzung angenommen! Die Errichtung eines Reichsschulamts verlangt eine Ein. gabe des Vorstandes des Allgemeinen Deutschen Schulvereins. Das Reichsschulamt soll die Interessen der deutschen Auslandsschulen und der deutschen Auslandslehrer wahrnehmen. Bekanntlich war die Forderung bereits früher erhoben worden. In der Eingabe wird ausgeführt, das Reichs. schulamt solle vornehmlich den Lehrernachweis für Auslandsſchulen übernehmen. Außerdem soll ihm eine sachverstänAmerika. Echt amerikanisch ungezogen ist das Verhalten gewisser Yanfeefreise gegenüber dem Geschenk Kaiser Wilhelms an die Union. Wie aus Washington gemeldet wird, beantragte der Abgeordnete Baker im Kongreß, die vom Kaiser geschenkte Statue Friedrichs des Großen zurückzuweisen, weil Friedrich, ein Vertreter des Militarismus und Despotismus, sich als Freund der Union nur gegeben habe aus Haß gegen England. Die Annahme der Statue seitens des Präsidenten Roosevelt verstoße gegen die Verfassung. Hof und Gesellschaft. *** Kaiser Wilhelm hat sich nach Bremerhaven begeben, von wo er an Bord des Lloyddampfers„ König Albert" seine Mittelmeerreise antritt. Zur Verabschiedung von seinem Kaiserlichen Bruder hatte sich Prinz Heinrich von Preußen eingefunden. Die Jacht„ Hohenzollern" erwartet den Kaiser bereits in Neapel. Der Panzerkreuzer Friedrich Karl" begleitet die Fahrt. Vor seiner Abreise nahm der Kaiser noch in Potsdam Truppenbesichtigungen vor. In der Reitbahn der Gardes du Korps wohnte er der Offizier- Reitstunde bei. Um 11 Uhr begab er sich nach dem Lustgarten und besichtigte dort die vom Kronprinzen geführte 2. Kompagnie des ersten Garde- Regiments zu Fuß. Nach der Besichtigung fand ein Parademarsch statt. Nab und Fern. * Die deutschfeindlichen Unruhen in Prag dauern weiter an und führten bereits zu mehreren Zusammenstößen mit der bewaffneten Macht, die blank ziehen mußte. Auch in Wien kam es zwischen tschechischen und deutschen Studenten zu Prügeleien. Während der Zusammenstöße an der Rampe der Universität wurde eine Ballustrade in einer Länge von acht Meter eingedrückt, wobei sie 40 bis 50 Studenten mit sich in die Tiefe riß. Mit Ausnahme kleiner Hautabschürfungen ereignete sich aber dabei kein ernsterer Unfall. Ein neues„ siamesisches“ Zwillingspaar. Aus einer Gemeinde des Borsoder Komitats wurde ein zwei Wochen altes weibliches Zwillingspaar, das am Unterleib zusammengewachsen ist, in das Elisabethhospital nach Miskolcz gebracht. Die Eltern baten, die Mädchen durch eine Operation von einander zu trennen, der Chefarzt erklärte aber, daß eine Operation den Tod eines der beiden Mädchen herbei. führen müsse. Die Kinder sind gesund und kräftig. O Eine Kaze als Brandstifterin hat in dem havelländischen Dorfe Bamme großes Unheil angerichtet. Sie hatte in der Wohnstube des Bauerngutsbesizers Otto eine brennende Erdöllampe vom Tisch herabgerissen, wodurch diese platte und das Fell der Kaze in Brand ſette. Von Schmerz gepeinigt, lief das Tier nun, während man die Flammen in der Wohnstube schnell erstickte, in den Pferdestall und raste dort im Stroh herum, das dadurch in Flammen aufging. Diese griffen mit solcher Geschwindigkeit um sich, daß das ganze Gebäude eingeäschert wurde und fünf Pferde dem Brande zum Opfer fielen. + Religiöse Wahnsinnsepidemie. Eine furchtbare geiſtige Seuche ist unter den Bewohnern der Insel Beal im amerikanischen Staate Maine ausgebrochen. Infolge der fanatischen Aufreizungen eines Wanderpredigers wurden gegen 500 Einwohner von religiösem Wahnsinn erfaßt. Sie verbrannten eine Anzahl unde und Katzen als Opfer und schickten sich danach an, ihre eigenen Kinder den Flammen zu übergeben, woran sie nur durch die rechtzeitige Ankunft mehrerer Sherifs verhindert wurden. Die Fanatiker zerstörten große Mengen Tabak sowie Schmucksachen und Juwelen. Eine Anzahl von ihnen wurde ins Frrenhaus gebracht. Ginen eigenartigen Selbstmordversuch unternahm aud Liebesgram die 19jährige Tochter eines Hausbesitzers in Richtenwörth bei Wiener- Neustadt. Da sie sich kein anderes Mordinstrument verschaffen konnte, füllte sie einen Topf mit Pulver und Schrot, legte glühenden Zunder darauf und setzte sich dann auf das Gefäß. Die Ladung entzündete sich und drang dem Mädchen in den Unterleib. Sie erlitt lebensgefährliche Verlegungen. Aus dem Gerichtsfaal. am § Ein umfangreicher Sittlichkeitsstrafprozeß wird 19. d. Mts. vor der Strafkammer des Landgerichts Rosenberg in Westpreußen zur Verhandlung kommen. Die Anklage richtet sich gegen den Lehrer Burchardt aus Heidemühle ( Kreis Stuhm), der beschuldigt wird, in den letzten fünf Jahren mit etwa sechzig Schulkindern in unsittlichem Vertehr gestanden zu haben. Der Angeklagte, welcher sich seit einiger Zeit in Untersuchungshaft befindet, stammt aus Sachsen; er steht im 49. Lebensjahre und ist Vater von drei Kindern im Alter von 7-14 Jahren. Zu der Verhandlung sind sämtliche Schulkinder, sowie auch frühere Schülerinnen, deren Eltern und eine Anzahl Sachverständige geladen. §. Der große Zwickauer Kellerwechselprozeß wird heute beendigt und das Urteil verkündigt werden. Sämtliche Angeflagte ließen durch ihre Verteidiger auf Freisprechung plaidieren, nachdem der Staatsanwalt Dr. Selle für ihre volle Schuld eingetreten war und das raffinierte Treiben namentlich des Hauptangeklagten Händel gekennzeichnet hatte. Hierauf baten noch die Angeklagten selbst um ihre Freisprechung. § Ein trauriges Familiendrama bildete den Gegenstand einer Verhandlung vor dem Hallenser Schwurgericht. Wegen Mordes und Mordversuchs hatte sich der Gastwirt Friedrich Liebau zu verantworten. Liebau, den viele Zeugen als nicht schlecht von Charakter schildern, lebte mit seiner Ehefrau, die Inhaberin einer Kneipe mit Damenbedienung war, in Unfrieden. Vollends nahm der Streit kein Ende, als die 42jährige Frau zu ihrem 23jährigen Stiefbruder, dem im Dezember vom Militär entlassenen Gastwirt Ahlert, in Beziehungen trat, die Liebaus Eifersucht anstachelten. Am 22. Januar trafen sich die drei zu einer Unterredung in einem Lokal der Eichendorffstraße. Wieder entstand Bank, in dessen Verlauf Liebau seinen Schwager durch Revolverschüsse tötete und seine Frau verwundete. Mehrere Zeugen bekundeten glaubhaft, daß Liebau schwer gereizt worden war. Wiederholt hatt er von dem weit stärkeren Ahlert und seiner Gattin schwere Mißhandlungen zu erdulden gehabt; auch hatte ihn Ahlert, der gleichfalls ständig einen geladenen Revolver bei sich trug, bereits früher mit Totschlag bedroht. Die Geschworenen bejahten darum nur die Schuldfrage auf Totschlag und Totschlagsversuch. Das Gericht erkannte demgemäß auf fünf Jahre Gefängnis. Kurpfufcherprozefs Schröter. Sh. Tilfit, 11. März. Die Verhandlungen sind jetzt soweit gediehen, daß morgen die Plaidoyers beginnen und höchstwahrscheinlich auch schon das Urteil gefällt werden wird. Die Gutachten fielen im großen und ganzen weit vorteilhafter für den Angeklagten aus, als man erwartet hatte. Professor Dr. Puppe- Königsberg führte in seinem Generalgutachten aus, daß nach der heutigen Rechtslage jedermann in medizinischer Hinsicht alles machen könne. Er müsse es nur verstehen. Der Angeklagte habe viel gelesen, aber andererseits gezeigt, daß ihm die einfachsten klinischen Untersuchungsmethoden nicht ge= läufig sind. Diese ließen sich eben nicht aus den Büchern, sondern nur durch eingehende Studien am Krankenbett und an der Hand eines tüchtigen Lehrers erfassen. Schröter setze an Stelle der wissenschaftlichen Medizin die von ihm mißverstandene Reichenbachsche Odlehre, die Psycho- Physiognomik und die Augendiagnose, die durchaus auf unwissenschaftlicher Grundlage beruhen. Schröters Hellfühlen und sein Magnetismus seien pure Ginbildungen. Was er sonst an Heilmethoden verwandte, die Homöopathie, Vibration, Oscillation, hydrotherapeuthische Behandlung und Diät habe er kritiklos auf alle beliebigen Fälle gleichmäßig angewandt. Professor Puppe spricht sich schließlich, wie auch der zweite Sachverständige Behrendt, dahin aus, daß der Angeklagte der fahrlässigen Tötung nicht schuldig sei. Dagegen habe er seine Patienten durch marktschreierische Versprechungen und Vorspiegelungen betrogen. Wenn er erkläre, mit Verstorbenen zu verfehren, wenn er einer Patientin eine Tafel mit Linien zeigt, sage, soviel Kraft wie in diesen Quadraten sei, habe Christus gehabt, er habe weniger, wenn er einem Patienten ein Bild zeigt, wie es von magnetischen Strahlen umgeben sei, so sei das alles Vorspiegelung einer unwahren Tatsache. Desgleichen wenn er einer Zeugin, die als Botin zu ihm kam, suggeriert, sie sei durch und durch krank, und sie dadurch in seine Behandlung bekam im übrigen sei dies eine Suggestion, welche bedenklich sei, weil Krankheitsgefühl in der Betreffenden hervorgerufen sei. Einen interessanten Zwischenfall brachte noch der Schluß des Zeugenverhörs. Ein steinaltes litthauisches Mütterchen, Wilhelmine Prusseit, sollte über die Art, wie der Angeklagte sie behandelt habe, vernommen werden. Sie war aber anfangs nicht zur Ableistung des Zeugeneides zu bewegen. Obwohl der Vorsitzende bat und drohte, erklärte sie hartnäckig: Ich habe dem lieben Gott meine Seele verschrieben, wie kann man da noch verlangen, daß ich schwöre. Ich bin eine alte Frau, machen Sie mit mir, was Sie wollen. Und wenn Sie mich ins Gefängnis un, ich schwöre nicht! Der Vorsitzende hält ihr vor, daß infolge ihrer Weigerung der ganze Prozeß auf zwei Monate vertagt und sie während dieser Zeit in Haft behalten werden könnte. Sie bleibt jedoch dabei, daß sie bei ihrem Alter nicht mehr schwören dürfe. Man mußte sie erst wieder zurücktreten und sich beruhigen lassen. Als sie dann zum zweiten Mal vorgerufen worden war, redete ihr der Vorsitzende sanft zu, doch den Eid zu leisten. Die alte Frau brach darauf in Tränen aus und erklärte: Sie berstehe nach wie vor nicht, weshalb sie schwören solle. Wenn alle Menschen so wären, wie sie, brauchte man überhaupt kein Gericht. Auf nochmaliges Zureden laistete sie dann aber schließlich den Eid. Hessischer Landtag. Darmstadt, 11. März 1903. Erster Präsident Haas eröffnet die Sigung. Auf der Tagesordung steht zunächst die Regierungsvorlage, Umbau des Großh. Hoftheaters betreffend. Abg. Dr. Gutfleisch legt in längeren Ausführungen den Standpunkt der Ausschußmehrheit dar, der auf Bewilligung der Regierungsvorlage lautet. Die Rechtsfrage solle man bei der Beurteilung der Forderung ganz ausscheiden, troßdem sie für die Verflichtung des Staates zur Uebernahme der Umbaufosten spreche, und aus Billigkeitsgründen für die Forderung, die dem Lande ein jährliches Opfer von nur 4500 Mt. auferlege eintreten. Abg. Ulrich vertritt in längeren Ausführungen den Standpunkt der Ausschußminderheit. Er bestreitet die rechtliche Verpflichtung des Staates zur Uebernahme der Kosten und geht eingehend auf die Gründe ein, die ihn zu seiner ablehnenden Haltung gebracht hätten. Es sei nach der Lage der Sache nicht zu bestreiten, daß auch der Umbau des Hoftheaters auf Kosten Großh. Familie netgentums auszuführen sei. Redner bespricht noch die Leistungen des Großherzogs aus der Zivilliste und sein Zuschuß zum Hoftheater. Am Schluß der Sigung wurde der Antrag betr. den Umbau des Hoftheaters mit 30 gegen 8 Stimmen angenommen. Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten, die Nr. 9 der 8seitigen illustrierten Extrabeilage„ Aldeutschland" und Nr. 11 der Seifenblase". Lokales. 12. März 1904. ** Der Großherzog hat am 10. März d. J. den Bezirkskassier der Bezirkskasse Nieder- Ingelheim Nikolaus Werner zu Nieder- Ingelheim in gleicher Diensteigenschaft mit Wirkung vom Tage seines Dienstantritts an an die Bezirkstasse Groß- Umstadt versetzt. * * Der Großherzog hat am 1. März d. I. dem Oberlehrer am Gymmasium Fridericianum zu Laubach, Albrecht Kullmann, den Charakter als" Professor" erteilt. ** Nächste Woche findet in der Nähe von Kinzenbach Gefechtsschießen der 116ner statt. A Das Fest der silbernen Hochzeit feiert heute mit seiner Gemahlin der Schuhmachermeister Käs in Gießen. * Herr Otto Conradi, der beliebte Komiker des Gießener Stadttheaters hat morgen Sonntag sein Benefiz. Die Kneiselsche 4aftige Posse Papageno" wird gegeben, in welcher er als Rentier Bollwig auftritt. Die ganze Spielzeit hindurch ist Herr Conradi aufs Beste mit bemüht gewesen, frohe Laune und heitere Gemüter in unserem bescheidenen Musentempel zu erwecken, daß man dem Benefizianten für seinen Tag nur ein recht gut befeßtes Haus wünschen kann, zumal das zur Aufführung kommende Stück schon ein Zugstück ist. In der nunmehr für Gießen bald zu Ende gehenden Spiel- Saison hat Herr Conradi mit besonderem Erfolg gespielt im Blinden Passagier" den Bellermann, im Weißen Röß'l"" den Giesecke, im„ Hochtourist" die Titelrolle, im„ Dr. Klaus" den Lubowski und in Kyrik Pyrit den Bäckermeister Rur. * ** " Kornhausgenossenschaft Grünberg. Morgen nachm. 3 Uhr findet eine Generalversammlung der Genossenschaft mit wichtigen Tagesordnungspunkten im Rappen" statt, worauf wir, da auch die Errichtung eines Kornlagerhauses zur Sprache kommt, im öffentlichen Interesse aufmerksam machen. " < Ein Retourbillet erhielt dieser Tage ein nach Gießen gekommener Gastwirt von Freundes" seite zugeschickt. Der Empfänger sollte, so lautete das Begleitschreiben, seinen alten Wirkungskreis wieder aufsuchen sind gespannt, ob der Wirt dem guten Rat nunmehr folgen wird oder muß?!- Wir * Zur Reform der Gemeinde steuer werden demnächst der Schutzverband Mainzer Hauseigentümer und der Verein der Gewerbetreibenden in öffentlicher Versammlung Stellung nehmen. Die Vorstände der Hauseigentümervereine Worms, Darmstadt, Offenbach a. M., Gießen und Bingen werden hierzu eingeladen und verteten sein. Die Geschäftsführer dieser Vereine werden zuvor noch eine Versammlung und gemeinsame Besprechung dieser Materie haben. ** für Das Kaiserliche Aufsichtsamt Privatversicherung zu Berlin- Charlottenburg hat in der Senatssigung vom 26. Febr. 1904 die Sterbe fasse für Mitglieder des Hessischen Landesgewerbevereins zu Darmstadt unter gleichzeitiger Anerkennung als fleinerer Berein im Sinne des§ 53 des Gesetzes über die privaten Versicherungsunternehmungen vom 12. Mai 1901 zum Geschäftsbetriebe zugelassen. In allen Kreisen des Großherzogtums befißt diese Kasse zahlreiche Mitglieder, für welche die vorstehende Genehmigung von besonderem Werte ist. Bekanntlich werden für die Folge nur solche Kassen zugelassen, welche den Bestimmungen des vorgenannten Gesezes entsprechen, und welche durch diese Genehmigung die Rechtsfähigkeit erhalten. Damit ist allen Mitgliedern volle Sicherheit für ihr versichertes Sterbegeld geboten. Die Kaffe, welche auf dem Umlageverfahren aufgebaut war, hat diese Rechtsfähigkeit bisher nicht besessen und nun erlangt. Es ist bekannt, daß bei der Umwandlung viele Schwierigkeiten zu überwinden waren, daß insbesondere den älteren Mitgliedern durch die Beschlüsse der beiden legten Delegiertenversammlungen in weitgehendster Weise entgegengekommen wurde. Alle Mitglieder sind nunmehr auch zum Bezug von Dividenden berechtigt, sodaß sich die sagungsmäßigen Beiträge jährlich um den Betrag der Dividende ermäßigen. Die Sterbefasse hat im Großherzogtum 57 Detsrechner bestellt, sodaß auch die Zahlung der Beiträge sehr erleichtert ist. An Eintrittsgeld hat jedes Mitglied nur 2 Mt. zu entrichten. Da nunmehr die Kasse durch die oben erwähnte Genehmigung den Mitgliedern volle Sicherheit bietet, dürfe, weil auch die leichtesten Versicherungs bedingungen gestellt sind, dem Institut neue Mitglieder, insbesondere jüngere, in erwünschter Zahl zugehen. Die Anmeldungen nehmen die Ortsrechner wie auch die Verwaltung in Darmstadt, Waldstraße 11/2 entgegen, durch welche alle Auskünfte, Sagungen 2c. bezogen werden können. * Besizwechsel. Das Anwesen des Gerbermeisters Plant in Gießen ging zum Preis von 56000 Mt. an Pferdehändler August Frensdorf über. () Hausen, 11. März. In unserer Gemeinde gründete man einen Bauernverein. Demselben traten alsbald 32 Landwirte als Mitglieder bei. + Wetzlar. Die Aufnahmeprüfungen an der SeminarPräparanden- Anstalt finden am 20. April im Schulhaus Silhöferchaussee statt. Ein Mann ber geb Beugniß abging fom fich tadellos geführt fligung, warum nicht die Sympathi der Poften nicht m bas in der Stellun hingefchiedenen Sta Grünberg, 1 Rach Leihgefter geftern Freitag aben Nach Gera. war in unserm Bl zufolge von einer die Leiter solche das einseitige Bel wartung entspricht ber Turnzeitu Limburg a. d. L., 11. März. Am 1. April wird hier eine Eisenbahnverkehrsinspektion errichtet. seither 250 Wif. Pacht jährlich eintrug, wurde jeßt für Ehringshausen, 11. März. Die Gemeindejagd, die 850 Mt. jährlich an Kommerzienrat Hartt aus Lennep berpachtet. = Biedenkopf, 11. März. In einer Sandgrube in Bottenhorner Gemarkung wurde ein 15jähriger Bursche verschüttet. Er war sofort todt. Aus dem Ohmtal. Das Ohmtal ist jetzt der Tummelplaz vieler wilden Gänse und Enten. An 20-30 Stück sieht man zuweilen beisammen. So haben sich denn Jagdliebhaber zusammengetan und suchen die Pracht remplare von Tieren ihren Besitz zu bekommen. = Vom Odenwald, 11. März. Die neue Odenwaldbahn Mosbach- Mudau wird voraussichtlich am 1. Juli d. I. eröffnet werden. Frankfurt, 11. März. Als Dritter im Bunde der Mädchenhändler wurde heute der wegen Wechselfälschung vorbestrafte Kaufmann Klaas verhaftet. × Frankfurt, 11. März. Ein Kutscher Stafforst wurde in Hamburg verhaftet unter der Beschuldigung, den Klavierhändler Lichtenstein aus Frankfurt am Main ermordet und beraubt zu haben. Bei Stafforst wurde eine goldene Uhr gefunden, die angeblich Lichtenstein gehörte. Der Verhaftete verschweigt die Angabe seines Logis; man vermutet, daß die aus dem Raubmord stammenden Sachen dort versteckt sind. * Darmstadt, 11. März. In der heute fortgesetzten Berhandlung gegen Geh. Lepsius fragt Ministerialrat Braun den Angeklagten, ob er noch den Inhalt des Schreibens vom 28. Oft. 1898 kenne, das er Stüßel geschrieben habe und das nicht mehr vorhanden sei, worauf der Angeklagte erwiderte, daß er sich dessen nicht mehr erinnere. Auf die Frage, ob Back zur Beit Kenntnis des Inhalts hatte und warum er nach München reiste, kann der Angeklagte nicht antworten. Ferner erklärte der Angeklagte auf die Frage, ob ihm bei den ersten Besichtigungen fein Gedanke an fälschungen gekommen sei, daß man ihm erflärt habe, Stüzel habe keine Falsifitate, zudem habe er auch Professor Furtwängler befragt, der ihm dies bestätigte. Auf die Frage, warum der Angeklagte in seinem Bericht über die Schäßung nicht erklärt habe, daß er denselben mit Dr. Back gemeinsam vorgenommen, erklärte Lepsius, daß dies wohl Bufall gewesen sei. Ministerialrat Braun wünscht, daß festgestellt werde, wie oft Lepsius mit Professor von Zittel zusammengewesen sei. Auf die Frage, ob Lepsius die Beilstiele für echt gehalten habe, antwor tet er ungenau; die Neußerungen über die Beilstiele will er nicht gehört haben. Hier wird durch den Verteidiger Dr. Schmidt festgestellt, daß Lepsius seit 12 Jahren auf dem linken Ohre taub sei. Eingesandt. Für die unter dieser Rubrik gebrachten Artikel übernehmen wir dem Bublifum gegenüber keine Verantwortung. Bezugnehmend auf das in Nr. 56 Ihrer geschäßten Zeitung vorgeschlagene Eisenbahnprojekt FriedbergSchwalheim, Rödgen, Wisselsheim, Steinfurt, Oppertshofen, Rockenberg, Münzenberg, Gambach, Holzheim, Grüningen, Wagenborn- Steinberg, Oberheff. Bahn Gießen wird wohl den Beifall aller derer finden, welche diese reichbevölkerte wohlhabende Gegend mit ihren großen Lagern in Erzen, Steinen 2c. fennt, hingegen sagt Bimbacher, kann es wohl kaum einen törigteren Plan geben als ein Projekt Gießen― Steinbach- Burkhardsfelden- Hattenrod- Harbach- Ettings hausen Wetterfeld- Laubach nur in Erwägung zu ziehen, obgleich sich ein Bürgermeister zur Vaterschaft bekannt hat und andere hohe Herren aus Gießen und Laubach die Batenschaft übernommen haben, es ist und bleibt ein todtgeborenes Kind an dem weder der Erzeuger noch die ganze Gevatterschaft Freude zu erleben in die Lage fommen wird. Ganz abgesehen davon, daß die Gemeinde Annerod die einzige Gemeinde ist, welche wegen Nichtberücksichtigung Klage auf Schadenersatz erheben wird, denn es ist die einzige Gemeinde zwischen den beiden Oberhess. Strecken GießenLich und Gießen Grünberg, welche als Stiefkind behandelt werden und keine Bahn erhalten soll, wird sich die preußischhessische Gemeinschaft hüten, für die 30 Kilom. lange Strecke 2/ 2-3 Millionen Met. auszugeben,( denn billiger als 90 bis 95 000 Mt. pro Kilometer baut die der Staat überhaupt nicht), selbst dann nicht, wenn das Geld im Ueberfluß vorhanden sei, daß dies nicht der Fall ist, bedarf wohl feiner eidlichen Versicherung. Daß einem solchen Unternehmen, das auf so schwachen Füßen steht, kein auch nur halbwegs Einsichtiger, die Hand zur Bildung einer Aktiengesellschaft reichen wird, ist mehr als selbstverständlich. Darum: Gewehr ab! Weggetreten! In der Grünberg Beitung und im Grünberg. Anzeiger wird bekannt gegeben, daß Herr E. Christ von unserem Gemeinderat als Stadtdiener gewählt wurde. Nach unserer Ansicht, entspricht diese Wahl nicht der Zufriedenheit der Mehrzahl der Grünberger Bürger, vielmehr hätte, wie sich auch der Gemeinderat sagen mußte, auf diesen Plazz ein Mann gehört, der des Kaisers Rock geiragen. De Ueber Berlin Petersburg, 1 Alexejew an den A Der Rommandant Port Arthur ven dem Kommando de vom 10. März in liche Torpedoboote Es tam in deffen Verlauf liches Torpedobo 23 Dienstag, 4 Uhr, soll im liche Brüiung Es werden der Schüler und eingeladen. Gießen, der Med Oberbür $ Montag meindewald, Dist Holz versteigert: 13 Stämme, 40 Derbftang 198 Rm. An 1100 eller 41 Rm. S Ferner: 22 Haufen Die Zufam baum am Rubber Großen Grokh. Brenn am Montag, de 1 Uhr an in zu Salzböden au Distrikte: Gehren, Faberit Senuppel, 172 9 49 Rm. Sheit, Fichten: 1 R Aspen: 2 Nm und 14) Buch 4 Rm. Stöcke, Krofdorf, BGW.& C Giftfre Schutzmarkt. VU Neues extra s Feuerbeständ Discoldorf 190 Brüd Leitungsfä für Braueret, welche Fuhren bis zu 25 gefucht. Stunde 1. und 2 Haasenstein& Vo Versicherungs e Mitglieder, auch die Ver ntgegen, durd zugeben. Die werden fönnen Gerbermeisters 66000 mt. an einde gründete alabald 32 der Seminars im Schulhaus Ein Mann der gedient hat und mit einem guten Führungs-| brachte. Auf der Rückfahrt erlitt das von Leutnant Serguejew| Erbsen per Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Big., Tauben per Paar Beugniß abging fowie in seinem Dienst nach der Militärzeit fich tadellos geführt hat, stand dem Gemeinderat zur Verfügung, warum wurde ein Nichtgedienter vorgezogen, der nicht die Sympathie der Bürger hat? Wir bedauern, daß der Posten nicht mit einem Mann besetzt wurde, der uns das in der Stellung erhalten hätte, was wir an unserem hingeschiedenen Stadtdiener Wolf darin hatten. der Grünberg, 11. März 1903. Mehrere Bürger. Briefkasten. Nach Leihgestern und Grünberg. Die neueste Nummer „ Turnzeitung für den Gau Hessen" ist 1. April wird gestern Freitag abend noch per Post versandt worden. meindejagd, die war in unserm Blatt offiziell nicht angezeigt, mußten demurde jezt für zufolge von einer Besprechung absehen. Jedenfalls tommen aus Lennep die Leiter solcher Veranstaltungen bald zur Ueberzeugung, Nach Gera. Die Aufführung der Matthäus- Passion Sandgrube in wartung entspricht. das einseitige Bekanntmachungen hier und da nicht der Err Bursche ver t der Tummel 20-30 Stüd denn Jagd racht remplare ue Odenwald 1. Juli d. J. m Bunde der Bechfelfälschung Stafforft wur , den Klat ermordet und e goldene Uhr Der Verhaftete mutet, daß die versteckt sind. gefekten Ver at Braun den bom 28. Oft. bas nicht mehr te, daß er sich , ob Bad nach München Ferner erklärte den ersten B mmen fei, daf fifitate, zubn der ihm di lagte in feinen daß er den men, erklärte Minifterialrat Lepsius mit Auf die Frage, habe, antwor Beilftiele will en Verteidiger 12 Jahren auf nehmen wir dem g. Cer gefäßten Friedberg Oppertshofen, Brüningen n wird woh reichbevölkert ern in Erzen, fann es wohl rojeft Gießenbach- Ettings ung zu ziehen ft bekannt hat bach die Paten n todtgeborenes Janze Gevatter n wird. Ganz die einzige tigung Klage die einzige fen Gießenfind behandelt die preußisch lange Strecke Tiger als 90 Staat überim Ueberfluß bedarf wohl Unternehmen, nur halbwegs tiengesellschaft rum: Gewehr 9 B nberg. Anzeiger von unserem Nach unferer ufriedenheit der hätte, wie fich efen Plaz ein getragen Neueste Nachrichten. Ueber Berlin wird uns folgendes gemeldet: Petersburg, 11. März. Ein Telegramm des Statthalters Alexejew an den Kaiser von Rußland aus Mutden besagt: Der Kommandant der Flotte Admiral Makarow meldet aus Port Arthur den gestern: Sechs Torpedoboote, die unter dem Kommando des Kapitäns Matussewitsch, in der Nacht vom 10. März in See gegangen waren, stießen auf feindliche Torpedoboote, die von Kreuzern gefolgt waren. Es tam zu einem heftigen Kampfe, in dessen Verlaufe das Torpedoboot„ Vlastny" ein feindliches Torpedoboot durch eine Whitheadmine zum Sinfen Bekanntmachung. Dienstag, den 15. März ds. J., nachmittags 4 Uhr, soll im Stadtknabenschulhaus eine öffentliche Prüfung der Fortbildungsschule stattfinden. Es werden zu derselben die Eltern und Arbeitgeber der Schüler und sonstige Freunde der Schule hierdurch eingeladen. Gießen, den 10. März 1904. Mecum, Oberbürgermeister. Hahn, Rektor. Holzversteigerung. Montag den 14. d. Mts. wird in hiesigem Gemeindewald, Distrikt Schwarzwald und See folgendes NadelHolz versteigert: 13 Stämme, 14-31 C'm. Durchmesser, 10-15 mtr. lang 40 Derbstangen ====== = 5,01 Fstm. 4,08 Fstm. 198 Rm. Knüppel( hierunter sind 24 Km. 3 Mtr. lang). 1100 Wellen Reisig. 41 Rm. Stöcke. Ferner: 22 Haufen Kulturabraum. Die Zusammenkunft ist Mittags 1 Uhr beim Lindenbaum am Ruhberg. Großen Linden, am 8. März 1904. Großh. Bürgermeisterei Großen- Linden. Leun. Brennholz- Versteigerung am Montag, den 14. März 1904 von Nachmittags 1 Uhr an in der Wirtschaft von Witwe Weisbrod zu Salzböden aus dem Gemeindewald Salzböden. Distrikte: Heuserberg 10, Austück 5a, Austück 2b, Behren, Faberstück. Eichen: 6 Rm. Scheit, 24 Rm. Knüppel, 172 Rm. Reiser, 17 Rm. Stöcke. Buchen: 49 Rm. Sheit, 101 Rm. Knüppel, 1902 Rm. Reiser. Fichten: 1 Rm. Scheit, 4 Nm. Knüppel, 65 Rm. Rsr. Aspen: 2 Rm. Knüppel. Totalität( Distrikt 6 und 14) Buchen: 11 Nm. Scheit, 12 Rm. Knüppel, 4 Rm. Stöcke, 22 Rm. Reiser. Krofdorf, den 10. März 1904. BGW.& C Das Bürgermeisteramt. BG.W.& CID Giftfre Hausfrauen prüfet Giftfre Schutzmärkt. Schutzmarks. VULCANUS Neues extra schweres Email- Koch- u. Bratgeschirr Feuerbeständigkeit garantiert. Düsseldorf 1902 Goldene Medaille, Brüder Schmidt. Leistungsfähiger Fuhrunternehmer befehligte Torpedoboot„ Stere gutschy" Havarie, verlor die Maschine und begann zu fentern. Um 8 Uhr früh kehrten fünf Torpedoboote zurück. Als die Lage des Steregutschy offenbar kritisch wurde, hißte ich meine Flagge auf dem " Nowit“ und eilte ihm zu Hilfe. Aber 5 feindlich Kreuzer umringten unsere Torpedoboote und das Panzergeschwader näherte sich. Es gelang mir nicht, den„ Steregutschy" zu retten, welcher sank. Ein Teil der Besagung geriet in Gefangenschaft, ein Teil ertrank. Von der Besatzung der Schiffe, die an dem Nachtgefechte teilnahmen, wurden ein Offizier schwer, drei leicht verwundet, 2 Soldaten sind tot, 18 verwundet. Um 9.15 Uhr eröffneten 14 feindliche Schiffe, die sich vor Port Arthur gesammelt hatten, das Bombardement, welches bis 1 Uhr nachmittags dauerte. Ich nehme an, daß der Feind 154 Geschosse Geschosse zwölfzölligen Kalibers abfeuerte. Die Beschädigungen der Schiffe sind unbedeutend; sie sind alle kampffähig. Verlust: ein Offizier leicht verwundet, ein Soldat tot, vier verwundet. Die Erhellung des Kampfplages durch Scheinwerfer ist sehr gelungen. Wiederholte Salven unserer Batterien zwangen die feindlichen Torpedoboote zum Rückzuge. Morgens bei Beginn des Bombardements antworteten die Geschüße der Festung auf das Feuer. Die Besatzungen aller Schiffe bewiesen große Kaltblütigkeit. Auf dem Zwischendeck wurden die gewöhnlichen Arbeiten fortgesetzt, obgleich die feindlichen Geschosse einfielen. Der japanische Kreuzer„ Takasago" scheint erhebliche Beschädigung erlitten zu haben. Marktberichte. Gießen, 12. März. Auf dem heutigen Wochenmarkt fofteten Butter per Pfd 0.90-1.00 wt., Sithnereler 2 Stüd 12-14 Bfg., Enteneter St. 8 fa.. Raie ver St. 6-8 Vfa.. Käsematte 2 St. 5-6 fg., 7. 0.80-1.00, Hühner per Stüd Mr. 1.30-1.40, Hahnen, per Stüd 0.80-1.70, Enten per Stüd 1.70-2.20, Gänse per Pfd. 65-70 Pfg., Ochsenfleisch per Pfd. 68-78 fg., Rindfleisch per Pfd. 62-68 Pfg. Schweinefleisch per Pfb. 60-72 fg. Schweinefletsch gesalzen per Pfund 0.76 Bfg., Kalbfleisch per Bfd. 62-74 Bfg., Hammelfleisch per Pfd. 50-74 Pfg., Kartoffeln pro 100 Kilo 6.00 Mt., Zwiebeln per 3t. m. 7.00-10 00, Aepfel per Centner 20-25 Mr. Milch per Liter 18 Pfa. Dauer der Marktzeit von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr Nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Marktzeit übeerhanp nicht, und während der ersten drei Stunden der Marktzeit im Umherziehen feilgeboten werden. Methodistengemeinde, Asterweg 16. Im Saale des Hotels„ Einhorn": Sonntag, den 13. März, nachm. 4 und abends 81 Uhr: Evangelisations- Versammlungen. Prediger: JunkerFrankfurt a. M. Asterweg 16: Sonntag, 13. März, nachm. 2 Uhr: Sonntagsschule. Mittwoch, 16. März, abends 81/2 Uhr: Bibelstunde. Drud und Verlag der Gießener Verlagsbruderei( vorm. Wilh. Keller), Gießen Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil: Albin Klein für das Lokale, den„ Gerichts-" und" Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermann Königl. Preuss. 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Einem geehrten hiesigen und auswärtigen Publikum die ergebene Mitteilung, daß ich das seither von meinem Vater Johann Keßler betriebene Möbeltransportund Verpackungs- Geschäft fäuflich übernommen habe und dasselbe unter der Firma Heinrich Kessler die ergebene Mitteilung, daß tch trotz der Krankheit meines Mannes die Restauration Mainzer- Hof Gießen, M Was die Familie über Kathreiners Malzkaffee sagt! ,, Kathreiner's Malzkaffee ist mir der liebste Morgentrunk! sagt der Vater. ,, Kathreiner's Malzkaffee enthebt mich mancher Sorge um die gute Ernährung der Kinder!" - - sagt die Mutter. Und die Kinder selbst?- die sagen immer nur:„ Mama, bitte, noch eine Tasse!" Achtung! Grünbergerstraße Sammler, Herr Wilhelm Koch hier und da aussprengt er wäre in dieſer Gigenunverändert weiterführe und schaft für meine Zeitungen noch thätig. Zur Auftlärung diene, daß, seitdem Herr bitte um geneigten Zuspruch. Wilhelm Koch im Juli vor. Jahres verhaftet und vom Großh. Amtsgericht wegen Werde stets bestrebt sein, Unterschlagungen zu 8 Wochen Gefängnis verurteilt worden ist, er von jener Zeit an meine werten Gäste voll u. zur Annahme von Aufträgen irgend welcher Art von mir nicht befugt ist, ich auch ganz zufriedenstellend zu be- solche Aufträge, welche durch dessen Vermittlung mir zugedacht sind, zurückweise. dienen. Albin Klein, Gießener Verlagsdruckerei. Es ist in letzter Zeit mir mitgeteilt worden, daß der frühere AnnoncenHochachtend 3. 2.: Frau Harry Nau. Sin junger Schmiedgeſelle auf Wagenbau sofort dauernd bei hohem Lohn gesucht. Auch könnte ein Lehrling das Wagner- oder Schmiedehandwerk erlernen unter günstigen Bedingungen bei Konr. Stephan, Wagenfabrik| Herzenswunsch ĘCEGGSSS AWer ist ein zartes, reines Gesicht, rosiges, jugendfrisches Aussehen, weiß, sammetweiche Haut und blendend schöner Teint. Man gebrauche daher: Radebeuler pferd Steden-- Lilienmilch- Seife Großen- Buseck b. Gießen. Osterwunsch! Ig. 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Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Samstag, den 12. März 1904. Gießener 13. Jahrgang. Insertionspreis: Die einspaltige Petitzelle für ganz Hessen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Bfg. sonft 15 Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen, Seltersweg 88 Fernsprechanschluß Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Unabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weylar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Lokales. 12. März 1904. ift, ich auch Großherzogtum Deſſen" umfakt jest nach taum& wei† Der„ Katholische Studentenverein für das jährigem Bestehen rund 1100 Mitglieder. Im letzten Jahre verstärkte er sich um 167 Mitglieder und erzielte eine Gesamteinnahme von 8759 Mt. An 23 Studierende wurden Unterstützungen in Beträgen von 60, 80, 100, 150 und 200 Mt. bewilligt. , teret. hle hl eten ffäffer - Geschäft Brandplat ten sind zu E. Jedermann Nux, Giessen, * * Erster Verbandstag der Vereine ata demisch gebildeter Lehrer Deutschlands. Am 9. April findet in Darmstadt der Erste Verbandstag der Vereine atasemisch gebildeter Lehrer Deutschlands statt. Vorhergeht am 8. April die XIX. Hauptversammlung des Hessischen Oberlehrervereins. ** Graf Waldersee war ein außerordentlicher von Veranstaltungen vorhanden sind, soll in diesem Früh| Portier in Friedberg mit Elisa Minna Reibeling dah. jahr mit der Gründung eines Oderrealschul- Rudervereins begonnen werden. Die günstige Lage des Oberrealschuljer zu ſtatten. gebäudes unmittelbar am Ufer der Lahn kommt diesem Plan Bad Salzschlirf. Die Fassung der von Professor Lepsius im Jahre 1902 erbohrten Quelle fist nunmehr mit gutem Gelingen zur Vollendung gebracht. Die Quelle empfing die Bezeichnung Salzschlirfer Sprudel. Das Wasser des Salzschlirfer Sprudels wird aus einer Tiefe von 310 Metern durch die reichlich in dem Wasser enthaltene Kohlensäure emporgeschleudert. Der Sprudel hat 3,60 Teile Kohlensäure und gehört somit zu den kohlensäurereichsten Quellen Deutschlands. Der Gehalt an Chlornatrium, Chlorfalium und Chlorlithium beträgt 3,5 pCt.; es ist dies für Soolbäder das höchst zulässige Maß an Salzen. Am 11. März Ludwig Heinrich Emil Daniel Weiß, Bostsekretär dahier mit Anna Möhl hieselbst. Am 11. März Johannes Müller, Zahlmeister- Aspirant dahier mit Karoline Helfenbein hierselbst. Am 11. März Georg Karl Emrich Leutenant in Meg mit Marie Adolphine Fayet dahier. Eheschließungen. Am 7. März Dr. Heinrich Willy Schmidt, Privatdozent dahier mit Marie Hulda Albertine Fromme hierselbst. Geborene. Am 29. Febr. Dem Geometer II. Klasse Phil. Eisenhardt eine Tocht. Am 2. März Dem Wirt Karl Döring eine Tocht., Els. Am 3. Dem Glaser Hrch. Baum eine Tocht., Aug. Margar. Am 5. Dem Laternen wärter Friedr. Schäfer II. ein Sohn, Wilh. Am 6. Dem Delhändl. Johs. Dem Postboten Wilh. Erb ein Sohn, Hans Emil Georg. Stein ein Sohn, Karl Hrch. Wilh. Am 7. Dem Taglöhn. Dem Bahnwärter - Blumenliebhaber und ein großer Freund der Blumenstadt Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen. Johs. Schieferstein ein Sohn, Such. Erfurt. Besonderes Interesse zeigte er von jeher für die Gärtnereien von Peterseim, in denen er sich gern aufhielt, und mit lebhafter Anteilnahme verfolgte er die stete Bergrößerung dieses Etablissements, mit dessen Jahabern er in regem Briefwechsel stand. Die Gärtnereien von Beterseim verlieren in dem Feldmarschall einen treuen Freund und Berater. Marburg, 8. März. Der Kultusminister hat der Oberrealschule die Summe von 500 Mt. als Beihilfe zum Ankauf von Ruderboten bewilligt. Da auch noch sonst Spenden von Privatpersonen bewilligt wurden und Erträge Aufgebote. Am 3. März Jos. Mich. Merz, prakt. Tierarzt in Glouchau m. Math. Kathinka Elisab. Tribus dah. Am 5. Hrch. Theod. Rud. Weber, Kunst- u. Handelsgärtn. dah. m. Kath. Anna Margar. Binz dah.-Wilh. Jat. Post, Sergeant dah. m. Marie Luise Nöhring in Weißenfels a. S. Ludw. Schupp, Bahnarb. in Gr.- Linden m. Elisab. Hofmann in Laufdorf. Am 6. Karl Theiß, Bergm. dah. m. Karol. Seim in Weitershain. Am 7. Karl Rühl, Taglöhn. dah. m. Margar. Jakob, geb. Sack hiers. Hugo Herbert, - Gestorbene. Am 5. März Wilhelm Hermann Kräßer. 1 Jahr alt, Sohn des Händlers With. Kräßer dahier. Am 5. März Kathar. Anna Zimmer, 3 Mte. alt, Tochter des Bahnarb. Georg Zimmer dahier. Am 7. März Karl Pfeuster, 7 Tage alt, Sohn des Schlossers Heinrich Pfeuster dahier. Am 8. Joh. Georg Schmidt, 83 J. alt, Pflegling dah. Am 11. Wilhelm. Weigel, 19 J. alt, Fabrikarbeiterin dah. Drud und Verlag der Gießener Verlagsbruderei( vorm. Wilh. Keller), Gießen Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil: A16 in klein für das Lokale, den„ Gerichts." und" Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermann Carl Stückrath, Möbelfabrik 47 Asterweg 47. 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Die Angebote sind versiegelt und mit der Aufschrift ,, Angebot auf Herstellung von Stelbauarbeiten" bis zum 26. März, nachmittags 3 Uhr, bei vorgenanntem Amt einzureichen, woselbst die Eröffnung der eingelaufenen Angebote im Beisein etwa erschienener Bewerber am genannten Termin erfolgt. Zuschlagsfrist 6 Wochen. Gießen, den 7. März 1904. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. Verdingung. Nachverzeichnete Arbeiten und Lieferungen für die Feldbereinigung Gießen, rechts der Lahn, sollen im Wege schriftlichen Angebotes öffentlich vergeben werden. 1. Verschleifungsarbeiten, veranschl. zu 1200 ME 2. Grabenarbeiten, Gießen, Blockstraße 12. Brima Kartoffel Speise- u. Salatkartoffel зи Oberbessische Dampf- Färberei u. chemische Wäscherei Braubach& Fischer 4 Neuenweg 4. Frankfurt a. M. Oederweg 38. Darmstadt Ernst Ludwigstrasse 17. Giessen. ROSHERZ 4 Neuenweg 4. Coblenz Firmungsstrasse 4-6. Offenbach a. M. Frankfurterstrasse 34. Mainz Ludwigstrasse 8. 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März. vorm. 11 Nr, bei der unterzeichneten Behörde einzureichen, woselbst deren Eröffnung um die genannte Zeit in Gegenwart der erschienenen Bieter stattfindet. Gießen, den 7. März 1904. Großh. Kulturinspektion Gießen. Wißmann. 6000 4000 5000 10 000 1 20 000 1 10000 20 à 500 200 à 100 200 à 50 1000 à 20 20 000 2000 à 10 20 000 8750 à 6==== 52500 Freiburg.Lose versendet: Haupt- Debit Ad. Müller& Co. Darmstadt. Rheinstrasse 14. Lose in Giessen zu haben bei Richard Buchacker, Neue n- Bäue II, Philipp Weiler, Markt 1, Wilhelm Semmler Cig. Seltersweg 25, Gg. Carl Volk, Cig., Grünbergerstrasse 4. Jean Dern& Co. Giessen. Gegründet 1883. Inhaber: Oskar Gutmann. Bureau und Lager: Westanlage 31 Telephon 21. Gegründet 1883. Cementwaren- Fabrik und Lager: Frankfurterstr. 114, eign. Bahnanschl. Bau- und Kanalbau- Artikel. Trottoir-, Fussboden- und Wandplatten. Grösstes Lager am Platze in sämtlichen Bauartikel. WY HAUSLICHEN HERD Praktische Winke. Sammet aufzufrischen. Echten und nechten Sammet stelt man das Fett ziemlich entfernt breiten Specſchwarte, von welchstreicht, ähnlich wie man skleidungsman wieder wie neu her, wenn man ihn mit einer bier Finger hat, nach dem Strich genau Der Sammet wird so lan Nr. 58. ische Familienz Samstag, den 12. März 1904. uen weg 4. er Jäscherei blenz strasse 4-6. ach a. M. 1904. erstrasse 34. gründet 1848. ach O/ H. Biessen 276. it am Plak Sem Marktpla F dem Mar n die Prämi Gießen zu bezie hlenke- Hardth ng stehen. D indet in der Lan Richard Buchad nden. Der Genet Maschinen und Ge ktkommission. ter. AM HAUSLICHEN HERD Die goldene Regel der Ehe ist ertrage und schone". Gleich der Regierung besteht die Ehe aus einer Reihe von Vergleichen. Man muß geben und nehmen, sich enthalten und zügeln, vertragen und geduldig sein. Man braucht gegen die Schwächen des anderen nicht blind zu sein, aber man muß sie mit gutmütiger Nachsicht beurteilen. Ein gutes Temperament ist unter allen Eigenschaften diejenige, welche sich in der Ehe am besten bewährt. Mit Selbst beherrschung verbunden, verleiht es Geduld, zu tragen und zu schonen und schweigend hinzunehmen, sich so lange im Baum zu halten, bis die ärgerliche Anwandlung vorüber ist. Wie wahr ist in der Ehe das Wort, daß die sanfte Antwort den Zorn verscheucht". Braten und Kochen. Das günstige Resultat beim Braten oder Kochen des Fleisches hängt nicht allein von der Befähigung der Köchin ab, denn wenn das Fleisch von einem alten oder geringwertigen Tiere ist, so wird es ja vielleicht gelingen, es weich zu braten, aber rechten Wohlgeschmack, Saft und Bartheit wird ihm die größte Kochkunst nicht geben können. In die Bratpfanne tut man Speck, Butter 2c. Das Fett muß heiß sein, bevor das gut geklopfte, mit Salz eingeriebene Fleisch hineingelegt wird. Es wird mit zwei Holzlöffeln auf alle Sciten gewendet und rasch gebraten, wodurch sich die Poren von außen schließen und aller Saft im Fleische bleibt. Das Fleisch darf durch keinen spißen Gegenstand zum Abgeben des Saftes gebracht werden; ein Hineinstechen mit der Gabel wird von einer guten Köchin als Barbarei bezeichnet. Zu Roastbeef, Beefsteak, Schöpsenschlägel, kurz, zu allem, was stark im Safte bleiben soll, ist eine heiße Röhre notwendig, ebenso zu gemästetem Geflügel und sehr fettem Fleische. Wild will langsamer gebraten werden und verlangt häufiges Begießen mit saurem Rahm. Fisch, Schweinsbraten, Hühner, Stalbsrose, alles, was hell bleiben soll, braucht wenig Hitze. Ein bebuttertes Papier obenauf bewahrt empfindliche Braten, Torten und auch Kuchen vor dem Verbrennen. Ist ein Braten gar, so darf er feinen Augenblick mehr in der Röhre bleiben. Viel besser ist, ihn auf Dampf zu stellen, aber niemals ganz trocken, sondern immer mit seinem Fett begossen. Wenn der Spießbraten auch seines großen Wohlgeschmackes wegen jedem anderen vorzuziehen ist, so wird man mit Beobachfung obiger Regeln und mit gutem Rohmaterial auch ohne Spieß vorzügliche Braten auf den Tisch bringen. In der Pfanne auf dem Herde werden Fisch und Fleisch sehr gut, wenn man sie auf offenem Feuer in heiße Butter fut. Eine große Hauptsache zum Erlangen eines guten Bratens ist das Vermeiden des Hineinstechens; man soll das Fleisch stets mit zwei hölzernen Löffeln wenden. Zuletzt, wenn das gebratene Fleisch schon angerichtet ist, gießt man ein wenig Bouillon oder Wasser in die Pfanne, kocht schnell auf und schüttet die kräftige Sauce über das Fleisch, das mit einem Stückchen ganz frischer Butter, mit sehr fein gehackter Petersilie gemengt, belegt wird. Werden die Koteletten mit irgend etwas garniert, so tut man besser, die Sauce nicht über das Fleisch zu gießen. Eine gut gebunziehen. Man schöpft das Fett, wenn es sich geschieden hat, dene Sauce ist dem puren Bratenfett entschieden vorzuben dem sogenannten Ansaze, dem Gebratenen am Boden und an den Wänden der Pfanne, ab, tut einen Kochlöffel Mehl in die Pfanne, ein wenig Wasser- bei Wild ſauren Nabm und zwar langsam, unter beständigem Rühren, und gießt die Sauce, wenn sie die richtige Farbe und Dicke bat, durch ein Sieb. Alles auf dem Herde in der Pfanne zu Backende sollte nicht früher gesalzen werden, als bis man es zum Backen braucht. Man lege jedes Stück gleich in die heiße Butter, bleibe die wenigen Augenblicke, die eum Garwerden braucht, dabei stehen, begieße die obere Sete mit der Butter, während die untere bäckt. Ist das Fletch, das zu Schnitzel und Koteletten gut geklopft sein mus, nicht zu dick geschnitten, so ist es gar, wenn die Friture schön hellbraun ist. Etwas Salz soll unter das Bantermehl gemengt werden. Praktische Winke. Sammet aufzufrischen. Echten und unechten Sammet stellt man wieder wie neu her, wenn man ihn mit einer vier Finger breiten Speckschivarte, von welcher man das Fett ziemlich entfernt hat, nach dem Strich genau überstreicht, ähnlich wie man Kleidungsstücke mit der Bürste reinigt. Der Sammet wird so lange mit der Speckschwarte leicht überstrichen, bis die Flecke und gedrückten Stellen darauf verschwunden sind. Dann legt man ein stark angefeuchtetes Tuch auf die ziemlich heiße Ofenplatte und hält, sobald der Dunst heftig emporsteigt, den Sammet so lange darüber, bis sich derselbe vollständig aufgerichtet hat. Wachs- und Harzflecke entfernt man aus Sammet, indem man die Flecke mit Benzin befeuchtet, Löschpapier darauf legt und die betreffende Stelle mit der Unterseite auf einen Kessel mit heißem Wasser hält. Das Wachs oder Harz schmilzt und zieht in das Löschpapier ein. Dann überfährt man den Sammet ganz sanft mit Weingeiſt und bürstet ihn nach dem Striche aus. * Küche und Keller. Kalbsmilchschnitte. Einige schöne Kalbsmilche werden blan chiert, in leichter Fleischbrühe aus Liebigs Fleiſchertrakt beinahe gar gekocht und in Scheiben geschnitten. Indessen hat man in schon vielfach angegebener Weise eine Kalbfleischfarce bereitet, gleichmäßige runde Brotschnitten in Butter goldgelb gebacken und setzt nun um diese Schnitten einen 1,5 Ztm. hohen Rand von der Farce. Auch die Kalbsmilchscheiben werden mit Farce bestrichen, in die Mitte der Brotscheiben gelegt, mit Kapern bestreut und mit etwas Krebsbutter beträufelt. Man deckt über die Schnitten ein be= buttertes Stück Papier und bäckt sie im Ofen, bis die Farce gar ist. Wein aufzubewahren. Traubenwein muß stets liegend aufbewahrt werden, da sonst durch die Poren des Korkes Luft in denselben eindringt; dabei verdunsten die edlen Bestandteile, und andere gehen dann Mischverbindungen ein. Durch langes Aufrechtstehen leidet auch der beste Wein, indem er kahmig, herb und säuerlich wird. Auch für Obstweine ist es ratsam, daß dieselben liegend aufbewahrt werden. Kalte gefüllte Eier. Man schält hartgekochte Eier, je nach der Anzahl der Personen 8 bis 10 Stück, schneidet am stumpfen Ende eine Scheibe ab, damit man die Dotter herausnehmen und die Eier aufrecht stellen kann, und mariniert die ausgehöhlten Weißeier eine halbe Stunde in Essig, Del, Pfeffer und Salz. Dann füllt man die Eier mit einer Farce von zerriebenen harten Eidottern, fein gehacktem rohem Schinken und Sardellenbutter, oder mit gehackten Sardellen, Kaviar und Krebsschwänzen, macht eine Remouladensauce, welche man mit den gefüllten aufgestellten Eiern garniert, und belegt die Sauce zierlich mit Krebsschwänzen. Ein aparter Bimmerschmuck. Eine Blattpflanze, die ohne Erde und ohne jegliche Pflege gedeiht und die dabei mit ihrem frohgrünen Laube jedem Wohnraume zur Zierde gereicht, verdient die beson dere Aufmerksamkeit der Damen. Es sind dies die sogenannten ,, chinesischen Wasserpflanzen", die sich ohne Erde viele Jahre lang in mit Wasser gefüllten Vasen erhalten lassen, immer neue Blätter treiben und zeitweise sogar zu neuer Blüte gelangen. Die dazu eigens gefertigten langen, flachen chinesischen Porzellan- Hängevasen, die überall an der Wand befestigt werden können, sind in allen chinesischen Handlungen erhältlich. Dieses chinesische Gewächs kann, wie jedes andere, auch in Töpfchen mit Erde kultiviert werden. Ausgiebig begossen, schießt es in die Höhe und treibt rascher und reicher Blüten als jedes andere. Sehr apart ist es, die Zweige zur Dekoration in Vasen zu verteilen. Selbstverständlich bedient man sich hierbei nicht nur der chinesischen Hängevasen, so praktisch und effektvoll sie auch sind. Jede andere undurchsichtige Base Dunkeln ist das Wurzelwachstum sehr begünstigt zum Behälter für die unverwüstliche Pflanze dienen. Damen, die darüber klagen, keine Zimmerpflanze fortbringen zu können, ist mit chinesischen Blattpflanzen und der wegen ihrer Vorzüge gerühmten„ Aspidistra" abgeholfen. im fann Nr. 58. Samstag, den 12. März. Familienzeitung. Oberhessische Tägliche Unterhaltungs- Beilage Gießener Neueste Nachrichten. Od und Berlag bez tebener Berlagsbruderet, vorm. Bilh. Roller'sche Buchbruceret( gegr. 1789); secenter: Ibi leta (( 21. Fortsetzung.) Der Goldmarder. Original Roman von M. Bezold. Seine Stimmung wurde auch nicht gebessert, als er in der Nähe der Weinstube seinem Sohne begegnete, der mit dem Spazierstöckchen unter dem Arm und der brennenden Zigarre im Munde ihm entgegenkam. ,, Du scheinst dir das Leben sehr bequem zu machen," ſagte er mit herbem Vorwurf,„ weshalb bist du nicht mehr im Bureau?" " Muß denn ein Beamter der Polizei stets im Bureau zu finden sein?" erwiderte Gustav.„ Wir haben auch draußen Pflichten-" „ Bah, das sind Ausflüchte! Dir ist die Arbeit verhaßt, ich weiß das längst, aber ich hätte doch erwartet, du würdest dich jetzt aufraffen, da wir nicht wissen, was die nächste Zu funft uns bringen kann. " Du sagtest vor einigen Tagen, ich sollte reisen, um mich für die diplomatische Laufbahn vorzubereiten „ Du wirst doch wiſſen, daß seitdem die Verhältnisse sich geändert haben. " Davon bemerke ich noch nichts, in Ungnade bist du nicht gefallen, die schlimme Suppe werden der Kustos und sein Bruder allein auslöffeln müssen. Uebrigens sind deine Vorwürfe ungerecht, ich bin im Dienst, Hermann hat mich beauftragt, Erkundigungen über das Duell einzuziehen.' ,, Ueber welches Duell?" fragte Spangenberg erstaunt. " Du weißt das noch nicht? Ja so, es soll Geheimnis bleiben, aber die Polizei erfährt doch alles." Mir wirst du dieses Geheimnis wohl mitteilen dürfen?" sagte der alte Herr mit wachsender Neugier. Gustav blies einige Rauchwölkchen von sich und blickte sich um, es war niemand in der Nähe, der seine Worte hören konnte. „ Der Adjutant v. Bodenlauben hatte heute Morgen ein Tuell mit dem Maler v. Weisweiler," sagte er leise.„ Weisweiler soll schwer verwundet sein.' ,, Welche Ursache lag dem Duell zu grunde?" ,, Das wissen wir nicht, vor einer Stunde ist der Verwundete in die Wohnung seines Vaters gebracht worden. Der Maler iſt ein Hißkopf, vielleicht war es nur eine Lappalie, vielleicht liegt auch die Ursache tiefer, ich soll es nun zu erforschen suchen." " Herr v. Bodenlauben wird dir ja Auskunft darüber geben können." „ Er kann es allerdings, aber er wird es nicht wollen, es wäre unklug, wolle ich ihn fragen. Ich werde es von anderer Seite erfahren, wenn nicht jetzt, dann heute nachmittag im Café. Durchlaucht werden die Geschichte genau wissen wollen, in unserm Rapport vom heutigen Tage müssen wir darüber berichten; solltest du etwas erfahren, so sei so gut und teile es mir mit." Gewiß, gewiß," sagte der Direktor mit gedankenvoller Miene, es ist möglich, daß ich vor Tisch noch den Hofrat spreche, er soll mir beichten. Der Adjutant ist nicht verwundet?" ,, Nein, ich hoffe mit Adolph zusammenzutreffen, er ist der Hausarzt des Hofrats und wahrscheinlich sofort gerufen (( Nachdruck verboten. worden. Leider habe ich mich gestern mit Adolph überworfen ,, Weshalb?" ,, Wegen der Familie des Kustos, die er in seinen besonderen Schutz genommen hat. Er wollte mir verbieten, die Leute aus dem Museum auszuweisen, wozu ich doch polizeilich beauftragt war, darüber sind wir hart aneinander gekommen, zumal auch Irma Partei gegen mich nahm." Joachim Spangenberg nagte ärgerlich an der Unterlippe, in seinen Augen loderte die Glut mühsam verhaltenen Bornes. " Laß ihm das Vergnügen," spottete er. Wenn er sich dieser Familie annimmt, so tut er es nur, um für sich selbst Vorteile daraus zu ziehen, und in den Ruf eines Arztes zu kommen, der für die Notleidenden ein warmes Herz hat. Bah, es ist alles nur Komödie!" Damit wandte er seinem Sohne den Rücken, und einige Minuten später trat er in die Weinstube, in der heute nur wenige Gäſte ſaßen. Sein Gruß wurde heute kühler wie sonst erwidert, die Gäſte, mit denen er früher stets zusammengesessen hatte, schienen es ganz in der Ordnung zu finden, daß er heute sich allein setzte, niemand lud ihn ein, am Stammtisch Platz zu nehmen. Er forderte einen Schoppen Wein und die neueste zeitung, und während er sich den Anschein gab, als ob er seine ganze Aufmerksamkeit den politischen Nachrichten widme, horchte er mit verbissenem Grimme auf die Gespräche, die drüben geführt wurden, deren Thema der Münzendiebstahl bildete. Die Museumsverwaltung wurde ohne Rücksicht auf den ganz in der Nähe ſizenden, früher so gefürchteten Direktor sehr scharf kritisiert, und Spangenberg wollte schon die Weinstube wieder verlassen, in dem Glauben, daß der Hofrat wegen der Verwundung seines Sohnes heute nicht kommen werde, als der alte Herr eintrat. " So ganz allein?" fragte er mit einem erstaunten Blick auf den Stammtisch, an dem auch er jeden Mittag zu sitzen pflegte.. Wie Sie sehen!" erwiderte Spangenberg ironisch.„ Vor allen Dingen aber, wie befindet sich Ihr Sohn?" „ Sie wissen schon?" sagte der Hofrat betroffen.„ Wer hat es Ihnen gesagt?" Was könnte in diesem kleinen Nest geheim bleiben? Die Polizei hat ihre Augen überall „ Sie haben mit Ihrem Schwiegersohne gesprochen. Win der Polizeirat die Sache weiter verfolgen?" „ Einstweilen wohl nicht, aber Sie wissen ja, er muß dem Fürſten täglich berichten, Durchlaucht will jedenfalls Kenntnis von dem Duell erhalten.' " Das unterliegt freilich keinem Zweifel," bestätigte der Hofrat, indem er in seine Dose hineingriff, aber ich fürchte es nicht. Durchlaucht werden Rücksicht auf die beteiligten Personen nehmen und Gnade für Recht ergehen lassen. Wenn nur die Geschichte im Publikum totgeschwiegen wird!" " Ihr Sohn soll schwer verwundet sein?" essen ieb. Tel. 410. tlicher bauten iefert Diensten. eder Art Fau it. 2.Flaschen an 1.- per Flaf rn Anton einem freihändig zu 5 Stüd werdin 2.ht befter Qualität guten Lagen bon Sämtliche Weine i n bor. 15, und Anto teilt Konkursber wirklich aut hier die felter sen. det 1883, und Lager: n. Bahnanschl Nr. 61. Wonnementspreis Saus gebracht 60 unb bie Gieße Beatlebellagen: C Bab Blatt cridhein G 温 ( 54. Situng.) Ent Deu Wider Erwarien intwurfs betr. die Rechtsstellung des och eine längere D hagen( So.) bejt 660er Jahre als four daß es sich hier jahlimmer als Rabi Bläubiger der Na erster Linie handelt Trau der Verstorben Staatssekretär iber, wie schon in de Bejezentwurfs fein effe eingreifen wer prud auf den Nad herzogliche Haus ga auch, daß sonstigen Bentzogen würden. wird die Vorlage de Dann wird die Rapitel fortgesetzt. Die leutnant v. En d gegen Abg. Dr. M die bayerischen Offi stufe als die preuß Teutnant v. Endres Tage kühnlich: diese ༢༠༤༣ fei habe man urteilen, die e was bayerische Offizie jeinem Regenten Grenzen dieses Ra es erfährt. Was ic Und wenn ich das furchtloser Mann hat dem bayerische gänglich Santen. gemacht. Offiziere ein Lob a schen Kameraden( 1 Bartitularismus! Abg. Groebe datenmißhandlunger Maßregeln. Am miffion borgeschlage erfucht, darauf hinzu ſtrafgeſeßbuchs§ 14 wortlichen Borgese eingeleitet wird." Die fozialdemo Meist in längere von Soldatenmikk als Gemeiner gab ftätigt er aus frei ausgebildet wurd schaften erfreut h sprechen sich alle fozialdemokratische Der Wunsch geäuß halt getan werden in der Resolution ( 55. Sizung.) Buwürdigen. Die heutige Si Vor Eintritt in d Beneralmajor v. G Stenogramms der Tund erflären, daß Dr. M bayerischen Of Bildung nicht beabsic 8 er bersucht habe gegen einander ausz fo gefaßt gewefen fe daß e wie er( Redner) fie Dann wird die Weiß die Polizei das auch schon? In diesem Punkte ist sie gottlob falsch berichtet, die Verwundung ist durchaus ungefährlich." Das zu hören ist mir sehr angenehm," sagte Spangenberg, der in sichtbarer Erregung sein Glas wieder füllte, ,, und was war die Ursache des Duells?" ,, Eine Dame!" antwortete der Hofrat mit gedämpfter Stimme und über den Tisch sich hinneigend.„ Nicht gerade direkt, aber Sie werden mich verstehen!" „ Eifersucht?" „ Wenn Sie so wollen- ja!" ,, Darf ich fragen, wer diese Dame ist?" " Nein, verehrtester Freund, ich bin nicht ermächtigt, Ihnen den Namen zu nennen." Joachim Spangenberg zog die Brauen zusammen, er war sehr neugierig, und es ärgerte ihn, daß seine Neugier nicht befriedigt werden sollte. Waren Sie heute bei Fräulein v. Derendorf?" fragte er. " Nein. Haben Sie ihr geschrieben?" „ Gestern Abend, der Brief ist ihr heute Morgen übergeben worden." Der Hofrat schüttelte mißbilligend den Kopf, sein forschender Blick streifte verstohlen das rote Gesicht Spangenbergs. Sie haben noch keine Antwort auf Ihre Werbung von Fräulein v. Derendorf erhalten?" fragte er. Nein, wie wäre das auch möglich?" entgegnete der Direktor. " Ich glaube, Sie werden sich auf eine Antwort gefaßt machen müssen, die Ihnen nicht gefallen wird." Der Direktor zog die Brauen hoch empor, ſein Blick wurde starr, Zorn und Bestürzung sprachen aus seinen Zügen. " Kennen Sie diese Antwort schon?" fragte er mit dumpfer Stimme. Sie haben mit Fräulein v. Derendorf geredet, Sie sind beauftragt-" Regen Sie sich nicht auf," unterbrach der Hofrat ihn, ,, ich habe keinen Auftrag, aber es ist mir heute klar geworden, daß Sie auf Ihre Hoffnungen verzichten müssen, weil die Dame einen andern liebt. Deshalb kam ich hierher, ich wollte Sie warnen, Sie vor einer Niederlage bewahren, ich glaubte nicht, daß Sie an dem gestrigen aufregenden Tage an die Werbung gedacht haben würden." Das wissen Sie mit voller Sicherheit?" fragte Spangenberg, auf dessen Stirne die Adern anschwollen. ,, Wenn es nicht der Fall wäre, würde ich-" ,, Wer ist dieser Andere?" „ Die Beantwortung dieser Frage muß ich verweigern," sagte der Hofrat achseluckend. Ich hatte keine Ahnung von dieser Liebe, im Gegenteil, ich war fest überzeugt, daß das Herz des Fräuleins noch frei sei, wie würde ich sonst die Rolle des Vermittlers für Sie übernommen haben?- Nehmen Sie sich aber die Sache nicht so sehr zu Herzen, verehrter Freund, werfen Sie die Antwort, die Sie erhalten werden, ins Feuer und denken Sie nicht weiter darüber nach. Wegen Ihrer Erhebung in den Adelstand werde ich in der nächsten Beit mit Durchlaucht reden, überstürzen dürfen wir das jezt nicht, wir müssen warten, bis über die fatale Museumsgeschichte einiges Gras gewachsen ist. In Ungnade werden Sie nicht fallen, sonst wäre es bereits geschehen, verloren haben Sie also noch nichts, und wir finden vielleicht eine andere reiche und einflußreiche Dame, die Ihnen gerne ihre Hand reichen wird." Joachim Spangenberg hatte das Haupt auf die Brust gesenkt, so leicht, wie der Hofrat ihm riet, konnte er doch nicht über die Bertrümmerung dieses stolzen Luftschlosses hinweggehen. Im Gegenteil, der 3orn loderte jäh in seinem Innern empor, in den glatten Worten des Hofrats glaubte er schlecht verhehlte Schadenfreude zu entdecken. Er erinnerte sich jezt, daß der Sohn dieses Mannes täglich das Haus Sabinens besucht hatte, die Ursache des Duells war eine Dame, deren Namen er nicht erfahren sollte, heute Morgen erst wollte der Hofrat von der Liebe zu dem andern Kenntnis erhalten haben- ah, es war so klar wie das Sonnenlicht, nur Ottokar v. Weisweiler konnte dieser andere sein. Weshalb spielen Sie mir gegenüber noch Komödie?" brauste er auf, unfähig, sich länger zu beherrschen.„ Weshalb wollen Sie mir nicht reinen Wein einschänken? Ihr Sohn ist der Mann, dem ich weichen muß!" Der Hofrat Blick Spangensenkte vor dem flammenden bergs unwillkürlich die Wimpern und drehte die Dose in den mageren Händen. Nehmen wir einmal an, es wäre so, wie Sie sagten," erwiderte er; zu welchem Vorwurfe berechtigte Sie das?" zu dem, daß Sie falsches Spiel mit mir getrieben haben!" Inwiefern?" " Sie warben für Ihren Sohn um die Hand meiner Tochter-" Nicht doch, Herr Direktor, ich sagte Ihnen, daß diese Verbindung mir angenehm sein würde, und daraufhin gaben Sie mir ohne Zögern Ihre Zusage. Sie wollten die erwachsene Tochter aus Ihrem Hause entfernen, dagegen ließ sich ja nichts einwenden, und wäre Sabine v. Derendorf Ihre Braut geworden, so würde ich Sie an die Einlösung Ihres verpfändeten Wortes erinnert haben. In seine Herzensgeheimnisse hat mein Sohn mich nicht eingeweiht, ich handelte in gutem Glauben. Ich nehme an, daß Sie das auch getan haben, als Sie mir die Zusage gaben, mir ist es nicht entgangen, daß Ihre Tochter damit nicht einverstanden war, und daß Sie vor einigen Tagen schon an den Rückzug dachten. So glaube ich denn, daß wir gegenseitig einander nichts vorzuwerfen haben und unbeschadet der Veränderung in den Verhältnissen gute Freunde bleiben können. Wollen Sie aber mir nun ungerechten Groll nachtragen, so ändern Sie dadurch nichts, ich werde Ihnen auch nicht böse deshalb sein, indessen meine ich doch, daß Sie auf die Fortdauer meiner Freundschaft immerhin einigen Wert legen dürften." Er hatte das in dem alten, vertraulichen Tone gesagt, und er hob nun sein Glas empor, um mit dem Freunde anzustoßen. Und so sehr auch der Zorn in seinem Innern wüten mochte, ſah Joachim Spangenberg doch ein, daß er verloren war, wenn er mit diesem einflußreichen Manne sich verfeindete, das Glas schwankte in seiner zitternden Hand, als er mit ihm anstieß. ,, Sie können es mir wahrlich nicht verargen, daß diese Eröffnung mich in Aufregung bringt," sagte er, nachdem er sein Glas auf einen Zug ausgetrunken hatte. „ Das tue ich auch nicht," erwiderte der Hofrat bedauernd, ich weiß sehr wohl, wie bitter diese Enttäuschung Ihnen sein muß. Ich gebe Ihnen noch einmal die Versicherung, daß ich geſtern Abend noch keine Ahnung davon hatte. Im übrigen muß ich Sie darauf aufmerksam machen, daß eine Verlobung, ja, selbst eine Erklärung noch nicht stattgefunden hat, und wenn ich auch nicht daran zweifle daß sie nach der Genesung meines Sohnes stattfinden wird, so muß ich doch bis dahin um strenge Diskretion bitten. Darf ich mich darauf verlassen?" Gewiß!" entgegnete Spangenberg, von dessen Stirne die" finsteren Schatten nicht weichen wollten. Das ist ja Ehrensache, und ich kann ein Geheimnis wahren. Wird aber der Fürst diese Verbindung billigen?" ,, Weshalb sollte er nicht? Ich werde Durchlaucht bei der ersten günstigen Gelegenheit darauf vorbereiten Diese Gelegenheit wird sich Ihnen bald bieten. Wenn Durchlaucht wieder einmal seinem Unmut über mich Luft macht, so wird es ihm vielleicht angenehm sein, zu hören, daß die Braut mir untreu geworden ist." Es lag ein schneidender Hohn in diesen Worten, oder vielmehr in dem Tone, mit dem sie gesprochen worden waren, der Hofrat legte beschwichtigend die Hand auf den Arm des Freundes." " Daß der Fürst Ihnen grollt, liegt in der Natur der Sache," ſagte er," Baron v. Friedenstein hätte für die Sammlung eine Viertel Million Taler gezahlt, Sie werden zugeben, daß man eine solche Summe nicht gerne verliert. Aber Durchlaucht ist auch in dieser eigenen Angelegenheit gerecht, er weiß, daß die Hauptschuld den Kustos trifft, dem er selbst sein volles Vertrauen geschenkt hat. Er weiß ferner, daß Sie schwer genug unter diesem unseligen Vorfall leiden, lassen Sie nur noch furze Zeit verstreichen, dann werden Sie wieder in der alten Gunst stehen." „ Die Entlassung aus meinem Amte wäre eine Verurteilung, die ich schwerlich überleben würde!" sagte der Direktor mit einem schweren Atemzuge. ( Fortsetzung folgt.)) Ein einziges auf Erden ist nur schöner Und besser als das Weib- das ist die Mutter. Bwischen Lipp' und Kelchesrand. Humoreske aus dem Französischen von J. Martin. ( Nachdruck verboten.) Derjenige Teil des fashionablen“ Publikums von Paris, das den Premièren beizuwohnen pflegt, ließ es sich bei der Wiederaufnahme der„ Reise um die Erde in achtzig Tagen" am 17. November wohl schwerlich träumen, daß sie damit nicht mehr auf der Höhe der Zeit standen. Und dennoch war dem so. Denn gerade an diesem Tage war der Rekord des legendenhaften Phileas Fogg endgiltig geschlagen und er selbst als jemand, der seine Zeit überlebt hat, beiseite geschoben worden. Und von wem? Von einem simplen Pariser Spießbürger, von unserem Freunde Louis Vernet, einem zwar sehr braven und gemütlichen, aber keineswegs hervor= ragenden Zeitgenossen. Und das ging folgendermaßen zu: Vor ungefähr drei Monaten saß Herr Louis Vernet im Rauchzimmer eines Boulevard- Cafés und studierte die Theaternachrichten auf der vierten Seite einer Zeitung. Was ist das schon wieder?" rief er plößlich aus.„ Mit ihrer ewigen„ Reise um die Erde in achtzig Tagen," werden ſie einen noch krank machen. Sie tun gerade so, als ob in achtzig Tagen um die Erde zu fahren, die dreizehnte Arbeit des Herkules wäre." ,, und dennoch war das eine große Tat," ließ sich die Stimme eines Herrn vernehmen, der einen ausgesprochen englischen Accent ſprach, und den Louis Vernet nicht kannte. " Der beste Beweis für die Bedeutung dieses Unternehmens ist der Umstand, daß der amüsante französische Schriftsteller einen meiner Landsleute wählen mußte, um es zu einem glücklichen Ende zu bringen." Louis Vernet wandte sich dem Sprecher zu und erwiderte kühl: " Ich meinerseits behaupte, daß Ihr vielgerühmter Phileas Fogg so langsam wie eine Schnecke war, und ich gehe jede Wette ein, daß ich es besser machen würde." ,, Sie wollen um die Welt in" mütlichkeit zu speisen, bevor er sich auf den 6 Uhr 40- Schnell. zug setzte, mit dem er 11 Uhr 30 in Paris eintreffen wollte. War das auch richtig? Er nahm sein Kursbuch vor, und während er dessen Ziffern durchflog, verzog sich sein Mund zu einem Lächeln. Und warum denn nicht? Weswegen sollte er denn überhaupt noch heute Abend reisen? Es würde ja so aussehen, als fürchtete er sich, nicht rechtzeitig anzukommen. Das wäre feine Art und nicht vornehm genug. Chik, pschutt, élan aber iſt es, recht spät, wenn möglich in der letzten Minute, einzutreffen. So machen es auch alle großen Künstler. Da geht früh morgens ein Bug um 6 Uhr 55, der mich um 11 Uhr 30 mittags auf dem Bahnhof St. Lazarė landen würde. Unser Rendezvous ist auf 12 Uhr im Bureau ,, Semaphore" festgelegt, das sich gerade hinter der Börse befindet. Vom Bahnhof zur Börse bringt mich die erste beste Droschfe in acht Minuten. Was kann mich also wohl daran hindern, präzis 12 Uhr im Bureau des„ Semaphore" zu sein? So halte ich alle, die an der Wette ein Interesse haben, bis zur letzten Minute in atemloser Spannung. Und das ist für mich entscheidend; ich werde also erst morgen früh fahren.“ Louis Vernet ließ seine Koffer nach dem„ Hotel zum gekrönten Hunde“, dem vornehmsten Hotel Havres, bringen. In aller Seelenruhe ſpeiſte er dort, steckte sich dann eine Zigarre an und machte einen Spaziergang durch die Stadt. Um 10 Uhr kehrte er in das Hotel zurück, um dort die Nachtruhe aufzusuchen. " Herr Wirt," wandte er sich an den Besitzer des Hotels, „ ich muß morgen früh mit dem 6 Uhr 55- Bug abreisen. Kann ich mich auch darauf verlassen, daß ich rechtzeitig geweckt werden werde?" „ Unser Hausdiener ist sehr zuverläßlich," entgegnete der Wirt.„ Monsieur kann ruhig schlafen. Sie werden den Zug nicht versäumen." Indessen würde es mich doch beruhigen, wenn Sie mir vielleicht eine Weckuhr auf mein Zimmer stellen könnten." Mit größtem Vergnügen, mein Herr. Wir haben hier zwar nur eine einzige, meine eigene, aber Sie sollen sie haben." " Sagen wir in siebzig Tagen reisen, wenn es Ihnen Liebenswürdigkeit und begab sich auf sein Zimmer. Er recht ist." " Ich wette, daß Sie das nicht können." „ Um wieviel wetten Sie?" „ Um hunderttausend Francs." Louis Vernet kratzte sich hinter dem Ohr. ,, Hunderttausend Francs!" wiederholte er langsam.„ Soviel habe ich im Augenblick nicht bei mir, auch zu Hause nicht, wenigstens nicht dazu. Haben Sie aber die Güte, mir bis morgen Abend Zeit zu lassen; bis dahin werde ich ein paar Freunde gesprochen haben, und da dieſe mir voraussichtlich werden aushelfen können, so stehe ich dann vollständig zu Ihrer Verfügung." Der Fremde verneigte sich zustimmend, überreichte Louis Vernet seine Karte, und die beiden Herren verabschiedeten sich. Und daher kam es, daß, als am Mittwoch, den 16. November, Herr Louis Vernet in Havre ſeinen Fuß aufs feste Land ſetzte, er befriedigt aufatmete. Am 8. September hatte er Paris verlassen, und am Mittage des 17. Novembers sollte er dort wieder zurück sein. Während seiner Neise hatte er keine Zeit verloren, und in keiner geringen Sorge war er, als er sich am 9. November in Newyork auf dem„ Marsouin" einschiffte. Würden sie wirklich am 16. in Havre eintreffen, wie das jeder glaubte und hoffte? Vieles sprach dagegen. Ein Eisberg konnte sie zur Aenderung ihres Kurses zwingen, ein geringer Defekt an der Maschine konnte ihre Fahrt verlangsamen, und dann war alles verloren. Indessen der " Marsouin" bewährte sich wiederum als der beste französische transatlantische Steamer, für den er galt. Zur im Fahrplan angegebenen Stunde legte er im Hafen von Havre an, und den Atlantischen Ozean hatte er in weniger als sieben Tagen durchkreuzt. Das stattliche Schiff schien nach der raschen Fahrt, die es gemacht hatte, selbst das Bedürfnis nach Ruhe zu empfinden, und seine Maschinen fauchten und zischten, als sie den jetzt nicht mehr benötigten Dampf ausströmen ließen. Auf der heruntergelassenen Brücke drängte sich eine Schar von Passagieren mit ihrem Gefolge von Gepäckträgern. Louis Vernet warf zum Abschiede einen dankbaren Blick auf den prächtigen Dampfer. Dann sah er auf seine Uhr. Es war erst vier. Er hatte also reichlich Zeit, in aller GeLouis Vernet bedankte sich bei seinem Wirte für dessen stellte den Wecker auf 6 Uhr und plazierte ihn auf dem Nachttische am Kopfende des Bettes. Sodann schlief er den Schlaf des Gerechten. Er schlief noch fest, als ihn jemand am Arme packte. „ He, hallo, mein Herr!"" " Was wollen Sie? Was ist denn los?" " Sie haben jetzt gerade noch Zeit." „ Wozu Zeit?" Na, um auf den Bahnhof zu kommen.“ Louis Vernet sah auf seine Weckeruhr. ,, Halb sieben," rief er erschreckt aus. So schnell sprang er jetzt aus seinem Bette, daß er dabei den Nachttisch umwarf. Er schlüpfte in seine Pantoffel, zog ſein Nachthemd aus und warf es auf den Fußboden. In fünf Minuten hatte er sich angezogen, im Nu ſeine überall herumliegende Sachen zusammengerafft und den Koffer gepackt. Rasch stürzte er die Treppen hinunter, vier Stufen stets auf einmal nehmend, und sprang in den Omnibus, der schon auf ihn wartete. Erst als er im Eiſenbahnwagen saß, wagte er es, wieder frei aufzuatmen. Das war eine Heßjagd! Und nur fünf Minuten später wäre seine Wette verloren! Er mußte sich ſelber ſagen, das wäre von ihm doch zu dumm gewesen. Indessen Ende gut, alles gut! Er hatte sein Billet in Händen, das Gepäck war aufgegeben, und er hatte ſeinen gemütlichen Platz in einem bequem eingerichteten Abteil des Schnellzuges. Jeßt pfiff die Maſchine, und der Zug ſetzte sich in Bewegung. Auf nach Paris! Eben ist der Schnellzug aus Havre in den Pariser Bahnhof eingelaufen. Alles geht gut. Louis Vernet verläßt seinen Wagen und ruft schnell einen Droschkenkutscher heran. Er findet auch, daß er noch Zeit genug hat, sich sein Gepäck herausgeben zu lassen. Leider befindet sich aber sein Koffer jetzt in den Händen zweier Bahnbeamten, die ihn mit größter Vorsicht forttragen. Wie sorgfältig sie damit umgehen! Gewiß, es ist pure Verleumdung, wenn man behauptet hat, daß Eisenbahngesellschaften und ihre Angestellten rücksichtslos mit Gepäckstücken verfahren. ( Schluß folgt.))