Nr. 36. Monnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., ' s Haus gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen vierteljährlich Mt. 1.50. Gratisbetlagen: Oberbeffische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Geifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Freitag, den 12. Februar 1904. Gießener 13. Jahrgang. Insertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für ganz Ob Hessen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. fonft 15 Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Bostzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen, Seltersweg 88 Fernsprechanschluß Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Beifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weylar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Gießen, den 9. Februar 1904. Betr.: Die Verwaltung erledigter Schulstellen. Berührung gekommen waren und vom Pferde nicht die geringste Kenntnis hatten. Diese erhielten auf den Tieren den notwendigsten Reitunterricht und waren am sechsten Tage soweit, daß sie in voller Ausrüstung auf den sehr geDie Großh. Kreisschulfommission Gießen ubigen und leicht lentbaren Zieren längere Streden in an die Schulvorstände des Kreises. Wir beauftragen Sie, uns diejenigen jungen Lehrer, die am 1. April 1. J8. in den Militärdienst eintreten wollen, sofort namhaft zu machen Außerdem ist auch anzugeben, ob zu demselben Zeitpunkte für einen oder den anderen Lehrer voraussichtlich ein Gehilfe notwendig werden wird. Dr. Breidert. Bekanntmachung. Bei dem im Gehöft des Joh. Binz in Allendorf a. d. Lahn in Pflege stehenden Gemeindebullen, sowie in den Gehöften des Ludwig Heeb III und des Philipp Weiß daselbst ift Bläschenausschlag festgestellt worden. Gießen, den 8. Februar 1904. Großherzogliches Kreisamt Gießen. J. V.: Dr. Kranzbühler. Bekanntmachung. Betr. Antrag der Gemeinde Nieder- Bessingen auf Sperrung eines Feldwegs für schweres Lastfuhrwerk. Der von Nieder- Bessingen nach dem Riedstein führende ,, Ettingshäuserweg" wird hiermit, soweit er in die sogenannte Gemarkung Nieder- Bessingen fällt, für Bauholz- und sonstiges Laftfuhrwert bis auf Weiteres gesperrt. Zuwiderhandlungen werden nach Artikel 58 des Feldftrafgefeges vom 21. September 1841 bestraft. Gießen, den 9. Februar 1904. Großherzogliches Kreisamt Gießen. J. V.: Dr. Heinrichs. Der Herero- Aufstand. Wo sind die Herero? Sie haben sich von Omaruru enternt: bohin sie gezogen sind, ist mit Sicherheit noch nicht jefar Major v. Glasenapp, Kommandant des Seejataiu 3, telegraphierte gestern( Donnerstag) aus Swakopnund, oaß einem Gerücht zufolge ein Teil der Hereros bei Waterberg stehe, ein anderer Teil sich bei Gobabis verschanzt jabe und das Abtreiben des Viehs nach Betschuana- Land becke. Selbst Major v. Glasenapp spricht hier nur von einem Gerücht. Heute früh hat sich Major v. Gstorff mit Der Kompagnie Häring und 2 Geschützen, zunächst mit der Fisenbahn, nach Omaruru- Outjo in Marsch gesetzt, um die besser berittene Kompagnie Franke gegen Waterberg verfügbar zu machen. Das Telegramm schließt: Mit dem Rest der Expedition unter meiner Führung wird über Windhuk gegen Gobabis vorgegangen werden. Leutnant Winkler mit dem Ablösungskorps befindet sich in Windhuk. Beutwein trifft am 12. hier ein. Das Landungskorps S. M. S. ,, Habicht" bleibt zum Schutze der Eisenbahn an Land." Der Schwerpunkt scheint sich nach dem Osten hinzuziehen, nach Gobabis, das etwa 100 Kilometer von der englischen Grenze entfernt ist. Die Stärke des Feindes. Gouverneur Aus dem Abzuge der Hauptmacht der Herero von Omaruru ist mit Sicherheit zu entnehmen, daß ihre Anzahl lange nicht so groß ist, als im Anfange vielfach angenommen wurde. Die neuerliche Behauptung, daß 10 000 derselben sich erhoben hätten, ist ganz unhaltbar; denn das Volk hat überhaupt nicht so viele fricgsfähige Männer; ein großer Teil der Männer muß aber zur Bewachung der Vichherden zurückbleiben. Außerdem sind sie außerstande, auch nur ein Viertel einer solchen Masse angemessen zu bewaffnen und beritten zu machen. Alle Kenner von Land und Leuten sind überzeugt, daß die Herero im besten Folle selbst nach dem Raube von Pferden auf den Farmen höchstens 1000 Berittene haben können, wie sie unzweifelhaft nicht mehr als 1000 Gewehre besessen haben. Um einen offenen Kamps mit den Herero handelt es sich nicht mehr, sondern nur um das Abfangen derselben und ihrer Herden, che sie die Grenze erreichen. Eine mühselige Aufgabe steht daher den Truppen bevor. Pferde für Südwest- Afrika. Die Militärverwaltung hat einen sehr interessanten Verjuch unternommen, die Pferdefrage in Südwestafrika in etwas einfacherer Weise als bisher zu lösen. Der Kriegsminister ließ, von der Erwägung ausgehend, daß doch auch irgendwo in Europa ein den südwestafrikanischen Verhältnissen entsprechendes hartes Pferd zu finden sein müsse, durch die Remonte- Inspektion an der russisch litauischen Grenze sechs der dort im Zustande fast völliger Freiheit und ohne jede Wartung und Pflege gezüchteten Doppelponics ankaufen, Pferde, die nie ein Korn Hafer bekommen haben, und den Tilsiter Dragonern überweisen. Das Generalkommando des I. Armeekorps kommandierte sodann sechs Infanteristen, die noch niemals mit einem Pferde in jeder Gangart zurücklegen konnten. Die Pferde sind auf ber ,, Darmstadt" mit nach Swakopmund gegangen. Da sie nur an Weide gewöhnt sind, finden sie dort das ihnen zujagende Futter. Auch als Lasttiere sollen sie ausgezeichnet sein. Glückt der Versuch, so wäre damit die Pferdefrage für Südwestafrika in bequemer und wohlfeiler Weise gelöst. Was ist uns Japan? Unterredung mit einem deutschen Staatsmann. Die Sympathien des deutschen Publikums als Zuschauer beim ostasiatischen Kriege sind vorläufig unbestritten überwiegend auf Seite der Japaner. Das ist menschlich erklärlich, politisch aber nicht klug und wird, wie uns aus Berlin geschrieben wird, in dortigen leitenden Kreisen durchaus nicht gern gesehen. Ein deutscher Staatsmann, der unserem CBMitarbeiter eine Unterredung gewährte, sprach sich über diese Frage folgendermaßen aus: Wem sollen unsere Sympathien gelten? Wenn rein menschliche Empfindungen und nicht staatliche Interessen bei der Beurteilung des Kampfes in Ostasien in Betracht kommen würden, dann würde jedenfalls die allgemeine Sympathie auf Seiten der Japaner sein, die immerhin sich durch ihre militärischen und staatsmännischen Eigenschaften in furzer Zeit vor der ganzen Welt einen gewissen Respekt erworben haben. Außerdem haben sie bei dem Be: ginn des Krieges eine Verwegenheit gezeigt, die nahezu an Tollfühnheit grenzt. Offenbar haben die Japaner einen vollständig vorbereiteten Kriegsplan zur Ausführung gebracht, aber in der Art, wie dies geschieht, zeigt sich doch ein Charafterzug und eine Anschauung, die den Völkern des Abendlandes fremd ist. Sie haben nach monatelangen Verhand lungen ohne Ultimatum die diplomatischen Beziehungen abgebrochen und in dem gleichen Augenblicke auch sofort einen nächtlichen Angriff auf den Feind unternommen. Für völkerrechtliche Beurteilung des Streites zwischen Rußland und Japan ist ja allerdings dieses Vorgehen wenig entscheidend, aber da man in Europa im Begriff steht, den Japanern, weil sie das schwächere Volk sind und auch achtungswerte friegerische Eigenschaften entwickeln, die Sympathie zuzuwenden, so muß man doch immerhin auch daraus hinweisen, daß ein hervorstechender Zug in dem Charakter der Japaner, wie überhaupt aller Asiaten, die Liſt und die Verschlagenheit ist. Mit diesen Charaktereigenschaften würden wir erst recht zu rechnen haben, wenn etwa die Japaner den Krieg siegreich beendigen sollten. Dann würde sich in Ostasien gar bald wieder ein bedrohliches Anwachsen des Fremdenhasses offenbaren. Man täusche sich ja nicht darüber, daß die Japaner den Europäern innerlich feindlich gesinnt sind, zumal nach dem Frieden von Shimonoseki, bei dem sie durch europäische Völker der Früchte ihres Feldzuges gegen China beraubt wurden. Das ganze Vorgehen der Russen ist von der Tendenz ge= tragen, die Kräfte des chinesischen Reiches für sich nutzbar zu machen; da aber Rußland mit dem einen Fuße in Europa und mit dem andern in Asien steht, so muß sich die Wirkung davon notwendigerweise auch in einem günstigen Sinne au Westeuropa äußern. Rußland wird stets ein Vermittler zwischen Europa und Asien sein, während die Vormachtstellung einer asiatischen Macht sich in einem Ausschluß der europäischen Völker von dem dortigen Wirtschaftsleben und in einer Verstärkung der Konkurrenz auf unsern eigenen Märkten äußern würden. Die wirtschaftlichen Interessen Europas sind also bei Licht besehen, mit den russischen identisch, und wir würden auch einen geschlossenen Aufmarsch der europäischen Diplomaten an der Seite Rußlands erwarten können, wenn nicht gleichzeitig politische Momente in diese Frage mit hineinspielten. Es ist das die Weltmachtsfrage, die Entscheidung darüber, ob Rußland oder England die Meer- und die Wasserstraßen beherrschen soll. Dieses politische Moment bedingt es, daß England einstweilen die Frage, ob bei der Erziehung Chinas zu modernerem Kulturleben, Europa oder Japan die Früchte ernten sollen, zurückgestellt. Wir Deutsche haben noch einen besonderen Grund, mit unseren Sympathien nicht auf japanischer Seite zu stehen, weil wir durch die Pachtung von Kiautschou in den ostasiatischen Interessenkreis hineingezogen worden sind. Wenn Rußland die Oberhand behält, dann sorgen unsere freundnachbarlichen Beziehungen auf dem Kontinent dafür, daß wir nicht im fernen Osten mit einander in Konflikt geraten. Ob das auch bei einem Sieg der Javaner der Fall sein würde? Wir bezweifeln es. Die Vorgänge auf dem Kriegsschauplak spielen sich zur Zeit mehr hinter den Coulissen ab. Die Japaner sind eifrig an der Arbeit, ihre Positionen auf Korea zu berſtärken. Sie haben, durch ihre übermächtige Flotte gedeckt, jtändig neue Truppennachschübe hinüberbefördert. Auker Tiche. mulpo an der Westküste Koreas haben sie jetzt auch Masamph stark besetzt, um sich dabei aus beiden Pläzen Seefestungen ersten Ranges zu schaffen. Die Bedeutung von Tschemulpe haben wir bereits gestern eingehend gewürdigt. Dadurch, daß sie aus Masampho einen Flottenstützpunkt machen, sichern si sich im Zusammenwirken mit dem japanischen Kriegshafen Shimonoseki, der gerade gegenüber liegt, die Herrschaft über die Broughton- und die Krusensternstraße, d. h. den einzig brauchbaren Seeweg zwischen Wladiwostock und Port Arthur. Wenn es dem in Wladiwostock bisher durch Eis eingeschlossenen russischen Geschwader, bestehend aus den Kreuzern Rurif", Gromoboi", Rossija", Bogatyr" und dem Transportschiff ,, Lena", gelingen sollte, vermittelst Eisbrecher den Hafen zu verlassen, so müßte es, um den Japanern zu entwischen, einen gewaltigen Umweg um ganz Nippon herum machen. Die Russen rechnen damit und verproviantieren die Schiffe demgemäß. Doch im Kriege kommt es vor allem auf die Schnel. lichkeit an. Absperrung Port Arthurs. Aus der ganzen Sachlage sieht man jetzt schon genau, daß die Japaner Port Arthur von der See und vom Lande her abzuschneiden gedenken. Sie sprengten bereits eine Eisenbahnbrücke der Mandschureibahn, um Nachschub und Verproviantierung vom Lande her abzuschneiden, dabei wurden 30 Russen getötet. Die See beherrschen die Japaner schon, und wenn sie den Yalufluß erst überschritten haben werden, was gar nicht lange auf sich warten lassen wird, so werden sie Port Arthur auch vom Lande her angreifen. Die Lage der Russen ist im Augenblick daher alles andere als beneidenswert. Russische Truppennachschübe zur See in Stärke bon 2000 Mann sind mit drei Transportschiffen der russischen freiwilligen Flotte dem Feinde in die Hände gefallen, ebenso verschiedene weitere russische Handelsschiffe. Ob die Japaner, auch in Weihaimei, in bedrohlicher Nähe Port Arthurs, eine wie es die Russen behaupten, von den Engländern begünstigt, Flottenoperationsbasis erworben haben, ist noch nicht erwiesen. Jedenfalls ist das russische Begehren, daß in solchem Fall Weihaiwei als japanisches Territorium und nicht mehr als englische Pachtung betrachtet werden müsse, durchaus gerechtfertigt. Aus Shanhaifwan ist die russische Besatzung abgezogen, das dortige Postamt wurde den Franzosen übergeben. Der Kaiser von Korea soll sich in die französische Gesandtschaft von Söul geflüchtet haben. Rußlands Vertrauensseligkeit. Wie unvorbereitet man im russischen Kriegsministerium auf das schnelle Vorgehen der Japaner war, geht daraus hervor, daß die Nachricht von dem Abbruch der Beziehungen zwischen Japan und Rußland den Inspektor der Bauarbeiten in Port Arthur, Oberst Dubitzky, auf seiner Ur. laubsreise in Odessa traf. Oberst Dubitzky erzählte, daß nicht nur ihm, sondern auch vielen anderen hohen Offizieren bom Statthalter Alexejew Urlaub gewährt worden sei. Jetzt reisen alle schleunigst auf ihre Posten zurück. Der japanische Gesandte in London, Hayashi, erklärte einem ihn interbiewenden Journalisten, daß Rußland bis zum letzten Augenblick vertrauensselig war, daß Japan es nicht wagen würde, zum Kriege zu schreiten. Es beließ in Nagasaki ein Kanonenboot in Reparatur, das nunmehr den Japanern zufällt. Die japanischen Postdampfer, welche sich gegenwärtig im Londoner und Antwerpener Hafen befinden, verbleiben vorläufig dort. Die Stimmung in Rußland und Japan. In Rußland bricht jetzt nach dem Eintreffen der Unglücksnachrichten erst der Enthusiasmus aus. In Petersburg wurden dem Kaiser patriotische Ovationen gebracht, als er die Marineakademie besuchte, um deren Zöglinge, die erst in 3½ Monaten zum Offiziersexamen zugelassen werden sollten, schon jetzt zu Marineoffizieren zu befördern. In Kiew bereiteten Volksmassen bis in die späte Nacht hinein patriotische Kundgebungen. Die Menge verlangte, daß auf dem Balkon des Stadthauses ein Bildnis des Kaisers aufgestellt wurde, und begrüßte das Bild, als dem Wunsche nachgegeben wurde, mit unbeschreiblicher Begeisterung.” Offiziere wurden in die Höhe gehoben und auf Händen getragen. Voran schritten Leute mit Flaggen in den Nationalfarben. Vor dem französischen Konsulate fanden stürmische Ovationen statt. Die Musik spielte abwechselnd die russische Nationalhymne und die Marseillaise. Der Glaube an den endlichen Sieg der russischen Waffen ist durchaus nicht erschüttert. Gegen die noch in Rußland weilenden Japaner benimmt sich die Menge tadellos. Die japanische Gesandtschaft wurde bei ihrer Abreise von Petersburg nach Berlin nicht im geringsten belästigt. In Japan herrscht vollkommene Ruhe, die Siegesnachrichten werden mit fühler Gelassenheit aufgenommen. Eine gereizte Stimmung gegen die Fremden ist bisher nicht zu bemerken. Auch in Tokio glaubt man fest an den Sieg der eigenen Sache. Die Börse und der Krieg. Auch diejenigen, die kein Interesse an der Börse nehmen, werden in diesen Tagen die Berichte über den Stand aller an der Börse gehandelten Papiere verfolgt haben. Der Kurssturz einzelner Aktien und Rentenbriefe war ein geradezu erschreckender; kein Papier, auch das sicherste und beste, blieb verschont. So bei uns in Deutschland. Nicht anders erging es der Pariser Börse. Dort sank sogar die Gerade jetzt legte eine große Parke beim Damburger Freundes rechtzeitig gemeldet. das wußte er genau, feinem Vater die Ankunft des Ham cht davor standzuhallen vermochte. Mann dazu genommen, felbst Fritz Nordens gewöhnliche Sellmuis Freundschaft und enthusiastische Vorliebe für diesen Raic in y Was soll aparten Wesen. Banken den ganzen Tag, das tut's auch nicht." nseren Haushalt, und ihr Vater bestärkt sie noch ich nun anfangen? + darüber ein Spiel vor gegen die Arbeiten, die zu Hause von ihr die Bimmer abzustäuben und dergleichen, das tam ihr wie mit ihnen im Park und in den Anlagen Spazieren zu gehen, gefr fchönheitspunts französische Rente um etwa 1% ein Fall, der seit Jahrzehnten nicht zu verzeichnen war. Dieser Sturz wird erklärlich durch die Tatsache, daß der französische Geldmarkt 24 russische Anleihen mit einem Nominalkapital von etwa 11 Milliarden Franken zählt. Daher ist es den Franzosen nicht ganz gleichgiltig, ob Rußland verliert oder gewinnt. Am stärksten war natürlich der Kurssturz russischer Papiere auf inländischen und russischen Börsen, so daß das Finanzministerium in Petersburg sich veranlaßt sieht, vor unbedachten Verkäufen von Wertpapieren zu warnen, die nur der Spekulation Nutzen brächten, und das Publikum zu einem ruhigeren und bewußteren Verhalten zu ermahnen gegenüber den Ereignissen im fernen Osten, welche wohl zeitweilige Schwierigkeiten zu schaffen, nicht aber die wirtschaftliche Kraft Rußlands zu erschüttern vermöchten. Das Sinken der Kurse bei Beginn einer kriegerischen Aktion sei eine ganz gewöhnliche Erscheinung. Verlogene Berichterstattung. Gleich die erste Phase des Kriegsschauspiels ließ die alt gewohnte Taktik englischer und amerikanischer Blätter wieder in Erscheinung treten, das Publikum mit sensationellen Rügenberichten zu füttern. Ein„ Meisterstück" dieser Art var der angebliche Bericht eines„ Augenzeugen" beim Seefampf vor Port Arthur, der sich an Bord des auf der Rhede infernden Dampfers„ Columbia" befunden haben sollte. Wir sagen ein Meisterstück, um den Grad der Verlogenheit zu bezeichnen, denn meisterhaft ersonnen war der Schlachtbericht trotz seiner scheinbaren Detaillierung gerade nicht. Der Verfasser ließ z. B. den Torpedoangriff die ganze Nacht hindurch" dauern. Das widerspricht der Natur eines solhen Angriffes, der nur durch plötzliche Ueberraschung wirken fann. Weiter läßt der Bericht die japanischen Schiffe auf 5 Kilometer an die Forts heranrücken, um deren Feuer zu erwidern, trotzdem sie bereits lange in dieser Entfernung oor den Werken lagen. Daß die russischen Schüsse auf so furze Distanz die Gegner überhaupt nicht erreicht haben solten, wie der„ Augenzeuge“ es darstellt, ist einfach unsinnig. Am schlimmsten ist aber, daß er die Namen der schwer beschädigten russischen Schiffe gänzlich falsch angibt. Ein recht zuverlässiger Berichterstatter, dieser Herr Augenzeuge, der es für seine Pflicht hält, sich erstens im passenden Moment freiwillig auf dem Kampfplatz einzufinden, und zweitens nichts besseres zu tun weiß, als seine Beobachtungen brühwarm in inem ellenlangen Telegramm nach Newyork zu kabeln. Wie er das so eilig fertig gebracht hat, da ihm doch wohl alle Verbindungen mit dem Lande abgeschnitten waren und außerdem einer strengen Zensur unterliegt, ist ein Rätsel, das„ sein“ Blatt den Lesern nicht löst und das auch wohl ewig ungelöst bleiben wird. Die ,, groBen" Berliner Sensationsblätter gingen in rührender Harmlosigkeit der Reihe nach auf den lockenden Leim. Wir haben die Nachricht gleich als das erkannt, was sie ist: die erste der fetten Kriegsenten, die nun wohl in dichten Scharen zu uns herüberflattern werden. Die Politik. Eine Ergänzung zur Jugendschutzgesetzgebung steht demnächst bevor. Dem Bundesrat wird eine faiserliche Verordnung vorgelegt werden, durch welche die für Schneiderwerkstätten zur Herstellung oder Bearbeitung von Kleidungsstücken im großen geltenden Schutzbestimmungen für Kinder über 13 Jahren, für jugendliche Arbeiter zwischen 14 und 16 Jahren und für Arbeiterinnen fortan auch auf die Schneiderwerfstätten ausgedehnt werden sollen, in denen auf Bestellung nach Maß für den persönlichen Bedarf der Besteller gearbeitet wird. + Der jugendliche Abg. Korfanth( Pole), der sich durch sein erstes Auftreten im Reichstag feine großen Sympathien erworben, wird nunmehr auch dem preußischen Abgeordnetenhause angehören. Er wurde gestern in Schro da mit sehr großer Majorität gewählt. Der Papst bringt den deutschen Katholiken zweifellos ein großes Interesse entgegen. Die gestern Abend erschicnene Enzyklika über die unbefleckte Empfängnis ist vom Papst auch in deutscher Spra che veröffentlicht worden. Seit Bestehen des Papsttums ist das die erste Enzyklika in deutscher Sprache. Italien. In vatikanischen Kreisen wird neuerdings viel über die Sparsamkeit des Papstes gesprochen, die Pius X. in der Verwaltung einführt. Schon vor Wochen wurde bekannt, daß der Papst an alle Chefs der Kongregationen( Ministerien) den Befehl erlassen habe, ihm in ganz furzer Frist die Siste aller Beamten einzureichen. Jetzt findet dieser Befehl seine Erklärung. Papst Pius reduziert die Gehälter mehrerer Beamtenkategorien. Die Nuntien zweiter Klasse, deren Bezüge früher zwischen 24000 und 30000 Fr. schwankten, sehen diese jetzt auf 12 000 vermindert. Auch das Einkommen der Nuntien erster Klasse( 60 000 Fr.) findet der Papst zu hoch. Die größten Abstriche müssen sich die Beamten der Kongregationen gefallen lassen, die zwar kein allzu hohes Fixum erhielten, aber doch an den Gebühren partizipierten. Der Gewinn, der aus dieser Sparpolitik erzielt wird, soll dazu dienen, die Professoren in den theologischen Seminarien Roms aufzubessern, von denen die am besten gestellten oft nicht 70 bis 80 Lire im Monat erhalten. Spanien. Der jugendliche König Alfons wird in seinem Lande immer populärer, troß der immer wachsenden Neigung der breiten Schichten zur republikanischen Staatsform. Er sucht und findet immer mehr Fühlung mit allen Streisen der Bevölkerung. Vorgestern stellte er sich ohne vorherige AnkünDigung im Gebäude der Madrider Universität ein. Am EinJang vom Rektor und den Professoren empfangen, sprach er den Wunsch aus, die Hörsäle zu besuchen. Im Hörsaal scines früheren Lehrers Santa Maria de Paredes setzte sich der König auf eine Bank unter die Studenten, und als der Professor eine Vorlesung über„ die Vorrechte und Befugnisse des Staatsoberhauptes" anfündigte, sagte Alfons lächelnd zu den ihm zunächst Sigenden:„ Dieses Kolleg kenne ich bereits." Im Kolleg des republikanischen Dozenten Azcarate hörte er aufmerksam seine Ausführungen zu und schüttelte am Schlusse den Vortragenden herzhaft die Hand, un gleichsam damit anzudeuten, daß er die Lehren des Professors nicht fürchte. Als König Alfons die große Zentralmula betrat, fand er dort die gesamte Studentenschaft verjammelt, die ihn mit donnernden Hochrufen empfing.„ Es lebe der demokratische König! Vivat der Königstudent!" ertönte es von allen Seiten. Die Rückfahrt zum Schloß erfolgte unter großartigen Sympathiekundgebungen. Die Vorübergehenden blieben stehen und schwenften iauchzend ihre Hüte. Auf allen Balkonen erschienen die Einwohner, hauptsächlich Frauen und junge Mädchen, die dem Könige unter begeisterten Vivatrufen Blumen zuwarfen. Allgemein wird das Verhalten des Königs äußerst sympathisch beurteilt. Balkan- Staaten. Der über den Belgrader Hof verhängte Boykott" seitens der Vertreter auswärtiger Mächte besteht fort. An dem Hofball, den gestern abend König Peter veranstaltete, nahm das diplomatische Korps nicht teil. Die endgiltige 3usammensetzung des neuen Kabinetts ist folgende: Gruitsch Präsidium, Pasitsch Aeußeres, Protitsch Inneres, General Putnik Krieg, Patschu Finanzen, Wladimir Theodorowitsch Bauten, Davidowitsch Kultus, Svetolik Radovanowitsch Handel und Bolicevitsch Juſtiz. Deutfcher Reichstag. ( 30. Sitzung.) CB Berlin, 11. Februar. Das Haus wies die gewohnte schwache Besetzung auf Auf der Tagesordnung stand zunächst eine rein finanztech nische Angelegenheit, eine Aenderung der Reichsschuldenordnung. Es handelt sich bei der betreffenden Vorlage, wie Staats sekretär v. Stengel ausführte, nur um eine authentische Auslegung einiger Bestimmungen der Reichsschuldenordnung, über die in der Reichsschuldenkommiſſion Zweifel en standen sind. Trotzdem knüpfte sich eine recht ausgedehnte Debatte an den Gegenstand. Abg. Kaempf( freis. Vp.) verlangte Verweisung der Vorlage an eine Kommission. Er will zwar die Regierung an der Ausgabe kurzsichtiger Schatzscheine nicht behinSert sehen, häit aber zu der Ausgabe langsichtiger, etwa auf 5 Jahre, die Genehmigung des Reichstages für erforderlich. Abg. Dove von der freisinnigen Vereinigung pflichtet ihm bei. Abg. Gamp( Reichsp.) hielt langfristige Schabanweijungen überhaupt nicht für richtig. Dauernde Bedürfnisse dürften nicht durch Schatzscheine gedeckt werden. Die Regierung sollte es sich mehr angelegen sein lassen, die Konsols auch unter die kleineren Leute zu bringen, die sie mehr feſthalten. Sehr zweckmäßig würde es sein, die Post zu vervflichten, für das kleine Publikum den An- und Verkauf von Konsols kostenlos zu besorgen. Schatzsekretär v. Stengel erwidert, er habe seine Bedenken, den kleinen Sparer zum Erwerb von Konsols zu drängen, denn auch bei diesen sei das Risiko des Kursverstes vorhanden. Nach kurzer weiterer Debatte wurde die kommissarische ' eratung abgelehnt und die Vorlage gleich in zweiter Lesung angenommen. Dann wird die Etatberatung fortgesetzt. Einige Positionen werden im Laufschritt erledigt. Das Kapitel Reich gesundheitsamt wird ohne weitere Diskussionen ange ommen. Die Resolution Mugdan betr. das praktische Jahr der Mediziner gelangt zur Annahme. Das Kapitel Patentamt wird an die Kommission zurückverwiesen. Etwas lebhafter wird es beim Kapitel Reichsver. sicherungsamt, das eine kleine Debatte entfesselt, in deren Verlauf der Kölner Aerztestreik nochmals beleuchtet und über den Wert oder Unwert der Rentenversicherung gestritten wird. Zum Schluß wird aber das Kapitel gench= migt. Hessischer Landtag. Darmstadt, 11. Februar 1903. Präsident Ha a 8 eröffnet die Sigung. Die Vorstellung einer Anzahl Oberl.hrer, Regelung ihres Besoldungsdienstalters betreffend, wird nach Empfehlung durch Abg. Schlenger der Regierung zur Berücksichtigung überwiesen. Alsdann wird in der Generaldebatte über den Staatsboranschlag eingetreten. Abg. Molthan hebt mit Befriedigung die Besserung der finanziellen Lage des Landes hervor und betont unter Anführung von Einzelwünschen die Notwendigfeit fernerer Sparsamkeit. Finanzminister Gnauth gibt einen Ueberblick über die gegenwärtige Finanzlage, die er als zufriedenstellend bezeich et und gibt einen Ausblick auf die nächsten finanziellen Ausgaben. Abg. Ulrich ist mit der Finanzpolitik des Finanzministers einverstanden, polemisiert in heftiger Weise gegen Freiherrn v. Heyl und bringt einige Verwaltungsbeschwerden vor. Abg. Wolf erklärt sich mit den Ausführungen des Finanzministers einverstanden und polemisiert gegen den Abg. Ulrich, sowie gegen die Betätigung politischer Beamten an den Wahlen. Staatsminister Rothe erklärt, die Stellungnahme der Regierung in Bezug auf die Wahlen entspreche der Verfassung. Abg. Dr. Buff wendet sich gegen die Angriffe des Abg. Ulrich auf Freiherrn v. Heyl und fragt nach der Stellung der Regierung der Reichsfinanzreform. Abg. Ulrich wendet sich gegen die Ausführungen der Abgg. Dr. Buff und Wolf, worauf Finanzminister Gnauth seine früheren Ausführungen in verschiedenen Richtungen ergänzt und die Stellungnahme Hessens zur Reichefinanzreform flarlegt. Nach weiteren Bemerkungen der Abgg. Molthan, Wolf und Ulrich wird die Generaldebatte geschlossen. diod Die nächste Sigung findet Freitag früh 9 Uhr statt. Lokales. subirilih dan nazar mom bom 12. Februar 1904. * * Der Großherzog reiste gestern Abend nach Kiel an das Krantenlager des verunglückten jünften Sohnes des Brinzen Heinrich von Preußen.d ** Der Großherzog hat an 10. Februar d. J. dem Beigeordneten der Residenzstadt Darmstadt Dr. Wilhelm Glässing den Titel eines Bürgermeisters erteilt. ** Der erste Ausschuß der zweiten Rammer beantragte, der Vorstellung des Ausschusses des Verbandes hefs. Finangbeamten, betr. Regelung ihrer Gehaltsverhältnisse teine Folge zu geben. ** Provinzial- Ausschuß. Am morgigen Sams tag, vorm. 9 Uhr, findet im Regierungsgebäude zu Gießen eine öffentliche Sigung mit folgender Tagesordnung statt: 1. Beschwerde der Geschwister Agathe und Minna Körner zu Gießen gegen einen Beschluß der Stadtverordneten- Versammlung zu Gießen. 2. Gesuch des Heinrich Sack II. zu Heuchelheim um Erlaubnis Betriebe einer zum 5 Gastwirtschaft. 3. Gesuch des Jakob Muth zu Gießen um Gastwirtschaft in dem Hause Erlaubnis zum 26 4. Gesuch des Karl Pimper zu Kirtorf Frankfurterstraße um Erlaubnis zum Betriebe einer Schankwirtschaft. Böchftgebo aus Frant & = preife we gefchlachte fenberg f mehr als gefchlacht +2 hier hat hängt. +1 neuen Bol jogen wor wurde ber in Weftfal Effen als befizers. Röglin in 1884 Re Regierun 1895 b Size in ** Kaum ist der Krieg zwischen Rußland und Japan eröffnet, da schwirren auch schon unwahre Berichte in die Zeitungen. Wir sind in der glücklichen Lage zuverlässig und gut durch unser Berliner Bureau unterrichtet zu sein und bitten unsere verehrt. Leser unsere Nachrichten als zuverlässig hinzunehmen. ==Das Alsfelder Bahnkomitee wird am Samstag in Begleitung des Regierungsbaumeisters Reh, von der Firma Lenz in Berlin eine Besichtigung der projettierten Verlängerung der Bahnlinie Marburg- Dreihausen( lettere mird gegenwärtig gebaut) über MardorfSchweinsberg Rirdorf Alsfeld vornehmen. Der hören beschäftigt man sich schon mit dem Fahrplan der Bahn Grünberg- Lich- Buzbach. Wie wir projektierten Bahn um eine Lebensfähigkeit nicht nur im Güter- sondern auch im Personenverkehr dieser Bahn zu erzielen. So ist vorgesehen ein Zug der von Lia) morgens so zeitig abgeht, daß er den Anschluß des von Fulda kommenden in Grünberg 7,16 Uhr abfahrenden Zuges erreicht; zurückfahrend soll der Zug wieder den Anschluß des von Gießen 8.13 Uhr abg henden und in Buzbach 8.48 Uhr eintreffenden Buges erreichen, damit ein Durchgangsverkehr wird. Buzbach nach Frankfurt erreicht von Butzbach wieder nach Grünberg fahrende Zug soll Anschluß an dem 12.47 Uhr nach Fulda gehende Zug baben, während der wieder von Grünberg nach Butzbach gehende Zug in Buzbach 250 Uhr Anschluß nach Frankfurt vermittelt. Der letzte von Buzzbach kommende Zug würde den Anschluß zu dem nach Fulda 6.05 der 9.49 gehenden Zug herstellen. Obwohl es ja noch zum Aufstellen eines Fahrplanes reichlich früh ist, so soll damit doch gezeigt werden, welche Bedeutung die Bahn Grünberg- Lich- Bußbach auch für den PersonenVerkehr erlangen kann. bon Die Fortbildung schulen werden Ende dieses Monats in den meisten hessischen Gemeinden geschlossen werden. Tiese Schlußprüfung werden diesmal von größerer Wichtigfeit sein als sonst. Man wird sich nach ihnen schon einigermaßen ein Urteil darüber bilden können, ob der neu eingeführte Lehrplan, bei dem die Berufsfunde im Mittelpunkte steht, das Interesse der Schüler zu erhöhen imstande war oder nicht. In den größeren Orten sind zum erstenmale die Klassen in landwirtschaftliche und gewerbliche geteilt. * Bahnprojette schießen in Oberhessen wie Pilze aus der Erde und ist wohl zu hoffen, wenn das Projetteschmieden in der bisherigen Weise fortgeht, daß in 50-100 Jahren selbst das fleinste Dorf einen Bahnhof hat. Wir finden das ganz in der Ordnung, wenn Jedermann von seinem Wohnort aus Gelegenheit gegeben wird einen Flug in die Welt anzutreten. Wie würde sich der„ üter"- verkehr heben der noch in den unaufgeschlossenen Gebieten ruht. Die Bedeutung einer Bahn richtig erkannt zu haben, tann man dem Bürgermeister von Steinbach nachrühmen, der ein Projekt angeregt haben soll( ob dies Zutrifft, dafür fönnen wir uns nicht verbürgen) eine Bahn in genau öſtlicher Richtung von Gießen nach Laubach zu bauen, wel e die Orte Annerod, Steinbach, albach, Burkhardsfelden, Hattenrod, Ettingshausen, Münster, Hessenbrückerhammer, Wetterfeld und Laubach mit Gießen verbinden soll.„ Ohne Zweifel wird dieses Projekt in Erwägung gezogen werden, da dadurch die Orte Laubach, Wetterfeld, Hessenbrückerhammer, Münster und Ettingshausen durch ein anderes Projekt in doppelte Verbindung mit Gießen gebracht wird, denn doppelt hält besser. Hoffentlich sieht man sich bald nach einer im Bahnbau erprobten Kraft um, vielleicht von der Akademie Bußbach, damit das Projekt in energische" Hände kommt. ** Die Lahn, Wieseck und Kleebach sind über die Ufer getreten und Ueberschwemmen damit welches in diesem Winter zum zweitenmal das Lahntal, einem einzigen See gleicht. Der Gesangverein Heiterkeit, Gießen, veranstaltet am fommenden Sonntag einen Maskenball( siehe Inserat) auf den wir auch an dieser Stelle aufmerksam machen mögten. * Der Ausschuß der deutschen Turnerschaft hat sich einmütig gegen die turnerische Vertretung in St. Louis ausgesprochen, die Aufgabe des deutschen Turnens liege in der heimischen Turnerei. * Viehmarkt zu Gießen. Bei dem am 9. und 10. Februar 1904 stattgefundenen Markte waren aufgetrieben 1360 Stück Rindvich, 162 Schweine. Der nächste Viehmarkt findet am 23. und 24. Februar statt; am letzteren Tage hauptsächlich Schweinemarkt. Aus den angrenzenden preußischen Kreisen dürfen Schweine bis zur Aufhebung dr polizeilichen Beschränkung nicht aufgetrieben werden. lim Launsbach, 12. Febr. Die Erkrankungen an Diphteritis haben unter den Schulfindern einen solchen Umpfang angenommen, daß auf Veranlassung des Kreisphysitus die Schule gestern auf 14 Tage geschlossen wurde. Gelnhausen, 11. Febr. Die Station Wirtheim zwischen hier und Wächtersbach ist durch Hochwasser für den Verkehr gesperrt. Nieder- Gemünden, 11. Febr. Wegen Unterschlagung und Diebstahl wurde ein Postgehilfe des hiesigen Bostamts verhaftet. Der ungetreue Beamte hatte einen Wertbrief geöffnet und daraus einen Hundertmarfschein entnommen. Hattenrod, 11. Febr. Bei der gestrigen Jagdverpachtung unserer Gemarkung auf sechs Jahre wurde das = ein Ereig Blumenga wird eing war einft Haus und Liebe für Dasselbe Firma Ueb Lon zeichnete Englands Par und Ja Toulon D lebens mit zu Den B Zingfu umgew malige Stüde dem 15. neuerung berzeichni ftellen b mit Em abgestem der Her 1. bis 1 gabe d werden. Di hört mi Di gewandel bei bei bei Gi Freita beginner Anlag Straße dem L und a ง Heyerd wi Kanalija bis auf tehr ge 8 Di Gilde SUR Bffentlich An Mr. 6 e borgenar iglagsfc Gi morgigen Sams bäude zu Gießen esordnung ftatt: und Minna Der Stadtverordch des Heinrich m Betriebe einer zu Gießen um t in dem Haufe Gimper zu Kirtorf rtschaft. land und Japan e Berichte in Lage zuverlässig errichtet zu sein hrichten als zu tee wird am Teifters Reh, von gung der pro rburg- Dreiüber MardorfDornehmen. ach. Wie wir Fahrplan der t nicht nur im ser Bahn zu er n Lig morgens Fulda fommen es erreicht; zu hluß des von badh 8.48 Uhr rchgangsverfehr wird. De Bug foll AnDer ende Bug baben, Butzbach gehende ntfurt vermittelt. de den Anschluß n Zug herstellen. rplanes reichlich welche Bedeutung den Personenerden Ende dieses eschlossen werden. rößerer Wichtig en schon einiger 6 der neu einge im Mittelpunkte En imftande war zum erstenmale bliche geteilt. cheffen wie Bilze n das Projekte aß in 50-100 ahof hat. Wir Jedermann von ird einen Flug der„ üter"- loff nen Gebieten fannt zu haben, ach nachrühmen, Butrifft, dafür nin genau öft u bauen, wel e Burkhardsfelden, nbrüderhammer, n soll. Ohne gezogen werten, Heffenbrückerhein anderes gebracht wird, man sich bald , vielleicht von in„ energische" leebach sind wemmen damit ahntal, welches teit, Gießen, Maskenball( fiche elle aufmertfam Turnerfgaft tretung in St. tschen Turnens em am 9. und ren aufgetrieben nächste Vieht; am letteren nangrenzenden Aufhebung dr werden. ungen an Diph olchen Umpfang retaphyfitus die de. tation Birtheim Hochwasser für en Unterfchlagung iefigen oftamts einen Wertbrief entnommen. geftrigen Jagb ahre wurde das Höchstgebot von 1020 Mt. pro Jahr von Herrn van Gries aus Frankfurt abgegeben. = = Frankenberg, 9. Febr. Durch die billigen Schweinepreise werden in diesem Jahre bedeutend mehr Schweine geschlachtet, als in den früheren Jahren. Im Kreise Franfenberg sind in dem letzten halben Jahre ca. 2000 Schweine mehr als in den früheren Jahren in dem gleichen Zeitraum geschlachtet worden. † Vilbel, 11. Febr. Der Schweinehändler Kroner von hier hat sich in der Nähe von Frankenberg( Kurhessen) erhängt. + Frankfurt a. M., 11. Febr. Die Ernennung des neuen Polizeipräsidenten von Frankfurt a. M. ist heute vollzogen worden. Als Nachfolger des Freiherrn von Müffling wurde berufen der Landrat Friz Scherenberg aus Mettmann in Westfalen. Er ist geboren 1854 zu Steele im Landkreis Essen als der Sohn eines inzwischen verstorbenen Bergwerksbesizers. Verheiratet ist er mit der Tochter des Faritbesizers Röglin in Elberfeld. 1881 wurde er Gerichtsreferendar und 1884 Regierungsreferendar in Düsseldorf, im Jahre 1887 Regierungsassessor in Potsdam. 1891 wurde er kommissarisch, 1895 definitiv Landrat des Kreises Mettmann mit dem Size in Vohwinkel. Litterarisches. Für Gartenbesißer und Blumenfreunde ist es jedesmal ein Ereignis, wenn ein neuer Katalog von Peterseim's Blumengärtnereien in Erfurt erscheint. Der diesjährige wird eingeleitet durch die Worte:" Mein höchfter Wunsch war einst ein fleines Feld, ein Garten, eine Quelle nch am Haus und etwas Wald dazu. Horaz." Es ist ein mit viel Liebe für Blumen und Pflanzen geschriebenes Gartenbuch. Dasselbe wird jedermann man wende sich direkt an die Firma fostenlos zugestellt. Neueste Nachrichten. Ueber Berlin wird uns folgendes gemeldet: London, 11. Febr. Im heutigen Geheimen Kat unterzeichnete der König eine Erklärung betr. die Neutralität Englands im russisch- japanischen Kriege. Paris, 11. Febr. Die Torpedobootszerstörer Pistolet" und„ Javeline" in Brest und„ Mosquet“ und„ Fronde" in Toulon werden nach dem äußersten Osten entsandt werden. Bekanntmachung. Toulon, 11. Febr. Im hiesigen Arsenal werden Vorbereitungen für die Ausrüstung mehrerer Kreuzer und Torpedojäger getroffen. Ein Kreuzer und drei Torpedojäger erhielten Befehl sich für die Ausfahrt nach Ostasien bereit zuhalten. Kairo, 10. Febr. Der Vizekönig von Egypten verfügte, daß Schiffe der beiden kriegführenden Nationen in egyptischen Häfen so viel Kohlen einnehmen dürfen, als genügt um die nächste Kohlenstation zu erreichen und dürfen in Suez und Port Said nicht länger als 24 Stunden verbleiben. Die feindlichen Schiffe dürfen im Suezkanal sich nur mit 24 Stunden Abstand folgen. Pord Said, 10. Febr. Ein russischer Torpedobootszerstörer ist so havariert, daß er von hier vor 14 Tagen nicht abfahren kann. Suez, 10. Febr. Heute traf der erste Dampfer der russ. freiwilligen Flotte, Bariga", und ein russisches Torpedoboot freiwilligen Flotte, Bariza", und ein russisches Torpedoboot hier ein. Söul, 10. Febr. Der Kaiser von Korea hat sich in in den Schuß der japanischen Gesandtschaft geflüchtet. Tokio, 10. Febr. Der Kriegszustand gegen Rußland ist heute durch kaiserliche Proklamation verkündet worden. Den fremden Gesandtschaften wurde die Proflamation amtlich mitgeteilt. Tokio, 10. Febr. Die Japaner besetzten am Sonntag Masampho; sie beabsichtigen, den Ort zu befestigen und dort eine Flottenbasis und militärische Basis zu errichten. Kirchliche Nachrichten für Gießen. Evangelische Gemeinde. Am Sonntag Estomihi, den 14. Februar Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 9,30 Uhr: Pfarrer D. Schlosser. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäus gemeinde. Pfarrer D. Schlosser. Abends 6 Uhr: Pfarrer Schwabe. In der Johannesfirche. Vormittags 9 30 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Johannesgemeinde. Pfarrer Dr. Naumann. Abends 6 Uhr: Siche Stadtkirche. Sonntag abends 8 Uhr: Versammlung und Bibelbesprechung im Konfirmandensaal der Johanneskirche. Joh. 11, 1-16. Montag, den 15. Februar, abends 8 Uhr, Bibelstunde im Konfirmandensacl der Johannesfirche. Text: Galaterbrief Rap. 4, 12-31. Pfarrer Dr. Naumann. Mittwoch, den 17. Febr., ab. 6 Uhr: 1. Passionsandacht in der Johanneskirche. Pfarrer Dr. Naumann. Batholische Gemeinde. Samstag, den 13. Februar. Nachmittags um 5 Ühr und Abends 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Sonntag, den 14. Februar. Quinquagesima. Vorm. von 6,30 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil Kommunion. " um 8 Uhr: Die zweite hei!. Messe. um 9,30 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachm. um 5,30 Uhr: Christenlehre; darauf Andacht. Aschermittwoch wird vor der hl. Messe um 71% Uhr die geweihte Asche ausgeteilt. Mittwoch Abend um 6 Uhr ist Fasten- Andacht. Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschaft. In der Synagoge, Südanlage. Sabathfeier am 13. Februar 1903. Vorabend 5.10 Uhr. Samstag vorm. 8.30 Uhr. Nachmittags 3.30 Uhr. Sabathausgang 6.30 Uhr. Wochengottesdienst: Morg. 7.00 Uhr, Ab. 5.00 Uhr. Briefkasten. Daubringen. Gratulation ging zu spät ein und konnte dah r teine Aufnahme finden. Berantwortlich: für den politischen und Inſeratenteil: Albin Klein dafür das Lokale, den„ Gerichts-" und" Ceffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermana Abends 8 Uhr im Konfirmandensaal: Versammlung der tonfirmierten männlichen Jugend der Matthäusgemeinde. Lieferung von Straßenbau- Materialien. AUTOL unübertroffenes Del H.mobius» Sohn Motorwagen Motorzweirader. Verdingung. Hannover. * Basel Maurer, flaner- und Chansfierarbeiten sollen Mittwoch, den 24. d. Mts., vorm. 11 Uhr öffentlich verdungen werden. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen während der Dienststunden bei uns auf Zimmer Nr 6 zur Einficht offen. Angebote auf Vordruck, die daselbst erhaltlich, sind spätestens bis zum vorgenannten Zeitpunkt an Alte Marburgerstr., Schott- uns einzureichen. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Die noch nicht ausgeloften Stücke des 4proz. An- Die Lieferung der zur Unterhaltung der städtischen Die für die Herstellung eines erhöhten Bürgersteiges lehens der Stadt Gießen vom Jahre 1899 werden hier- Straßen im Rechnungsjahr 1904/5 erforderlichen Deck- auf der südlichen Seite der Rodheimerstraße vor den mit zur Rückzahlung auf den 15. Mai ds. Js. gekündigt. und Pflastersteine aus Basalt, des Kieses aus der Lahn Kröck'schen Neubauten erforderlichen Den Besitzern solcher Stücke wird jedoch freigestellt, deren und des Basaltgruses soll, wie nachstehend beschrieben, Binsfuß auf 3 Proz. herabseßen zu lassen; auf derart in 10 Losen am umgewandelte Stücke zahlt die Stadt Gießen eine einDienstag, den 23. d. M., vorm. 11 Uhr Die umzuwandelnden malige Vergütung von 1 Proz. Stücke sind im Lauf des Monats März mit den nach öffentlich verdungen werden. dem 15. Mai fällig werdenden Zinsscheinen nebst Er- a) Decksteine( Basalt) neuerungsschein unter Beifügung eines doppelten NummerLose: adriatic bm. verzeichnisses bei einer der nachbenannten Einlösungs1350 stellen vorzulegen. Das eine Nummerverzeichnis wird mit Empfangsbescheinigung sofort zurückgegeben. abgestempelten Stücke mit neuen Zinsscheinbogen, und der Herauszahlung mit 1 Proz. können in der Zeit vom 1. bis 14. Mai bei der Hinterlegungsstelle gegen Rückgabe der Empfangsbescheinigung entgegen genommen werden. Die Die Verzinsung der nicht umgewandelten Stüde hört mit dem 14. Mai ds. Js. auf. Die Umwandlung und die Einlösung der nicht umgewandelten Stücke erfolgt: bei der Stadtkasse Gießen, bei dem Bankhause Aron Heichelheim in Gießen. bei dem Bankhause Gebr. Neustadt in Frankfurt a. M. Gießen, den 8. Februar 1904. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. II. 530 III. 550 straße, Lagerpläge: Alter Viehmarkt. Städt. Gelände zw. Schlachthaus u. Ströck'schen Hause. gaus u. S Roonstr., Licherstr., Schiffenbergerweg, Erdkauterweg. Verl. Liebigstr., Verlängerung des Mittelwegs. b) Pflastersteine( Basalt) IV. 50 Wiesenstraße. c) Kies aus der Lahn. V. VI. 500 500 VII. 500 - · Gießen, den 11. Februar 1904. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. Holzversteigerung in der Fürstlichen Oberförsterei Lich. Montag, den 15. Februar, in den Distrikten Höler, Breuerberg, Westfälisch Eck und Wehrholz: a) im Distrift Höler. Zusammenfunft vormittags 91/2 Uhr auf der malweg Lich- Garbenteich beim Einmünden der Schneise( nahe Holz Nr. 247), Am Schlachthaus. Weserstr Buchen: 26 Rm. Scheiter, 126 Rm. Knüppel, 34 Rm. Am Friedhof, Realschul- Stöcke, 2640 Rm. Wellen; Eiche: 60 Km. Knüppel, grundstück- Stephanstraße. 1050 Wellen; 2 Rm. Nadelholz- Knüppel. Bumpstation, Städt. Grundstück in der Klinikstraße, Freitag, 12. Februer 1904, nachmittags 3 Uhr 12 edo Desgl. am Mittelweg. beginnend wird der Marburger Straße, im Bürgermeistereihof, am alten Friedhof, auf dem Lutherberg, im Lärchenwäldchen, auf dem Trieb und an der Grünberger Straße meistbietend versteigert. Anlagen an Verdanlage, an der Den städ Die Zusammenkunft ist auf der Nordanlage am Heyerdenkmal. Gießen, den 10. Februar 1904. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. vie Woltengasse wird wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten von Freitag, den 12. 1. Mts. an bis auf weiteres für den Fuhrwerks- und Fahrradverfehr gesperrt. Gießen, den 11. Februar 1904. Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler. Verdingung. d) Basaltgrus VIII. odd, IX. sie ist 150 150 X. 150 - b) im Distrikt Breuerberg. Zusammenkunft Mittags 12 Uhr auf dem alten Teichdamm: 2740 WeichholzWellen. - c) in den Distrikten Wehrholz und Westfälisch Eck. Zusammenfunft nachmittags 2 1hr auf der alten HeerAm alten Viehmarkt. straße bei der Eichenfultur. Knüppelholz: 39 Rm. Etchen, 20 Nm. Birken, 10 m. Fichten; Stöcke: 2 Rm. Birken, Am Friedhof, Realschul- 23 Rm. Fichten; Wellen: 550 Eichen, 150 Birken, 50 grundstück- Stephanstraße. Nadelholz; Fichtenderbstangen( Westfälisch Eck): 279 Stück= Pumpstation, Mittelweg. 8,88 Fitm.; Fichtenreisstangen( ½ Wehrholz,/ Westfälisch Ec): 309 Stück Die Bedingungen liegen während der Dienststunden bei uns auf Zimmer Nr. 6 zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind spätestens bis zum obengenannten Termine, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen an uns einzureichen. Beim Angebot von Material aus unbekannten oder neu angelegten Steinbrüchen sind Proben mit den Angeboten einzureichen. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 9. Februar 1904. Städtisches Tiefbauamt. Kleine - Braubach. Die Lieferung von 250 Stüd ovalen Emaille freundliche Wohnung Möbl. Zimmer childern, Größe 10/6 soll Montag, den 22. d. Mts., vorm. 11 Uhr öffentlich vergeben werden. Angebote auf Vordruck, der bei uns auf Zimmer Nr. 6 erhältlich, sowie Muster sind spätestens bis zum borgenannten Zeitpunkt an uns einzureichen.- Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 11. Februar 1904, Städt. Tiefbauamt. Braubach. Geken, Marktrake 11. in der Nähe des Seltersthores per 1. März zu vermieten. fofort zu mieten gesucht. Off. mit Preis u. 3280 an d. Exp. d. Bl. erbeten. Schön mösel. Zimmer mit oder ohne Pension zu verm. Gießen, Bismarckstraße 17. Schöne Wohnung, Städtisches Schlachthaus Heute ( 4 Zimmer), mitten der Stadt ge- Ochsenfleisch 56 Pig. legen, breiswert zu verm. Näh. in der Exp. d. Bl. = 3,21 stm. Dienstag, den 16. Februar tag, den 16. in den Distrikten Mönchwalo u. Meilbach: Buchen: 26 Rm. Scheiter, 25 Rm. Knüppel, 24 Rm. Stöcke, 790 Wellen; Eichen: 4 Rm. Scheiter( Glaserholz), 13 Am. Knüppel, 30 Wellen; Nadelholz: 18 Rm. Scheiter( rund, teils Kiefern, teils Fichte 2c.), ca. 60 Rm. Knüppel, ca. 300 Rm. Stöde,( teils Fichten, teils Kiefern; Letztere wieder teilweise von jungen Kiefern, hübsche, nicht grobe Stöcke); 5000 ellen, 271 schwächere Fichtenderbstangen= 6,41 Fftm., 285 Fichtenreisstangen = 2,16, beide letztere Sortimente nahe am Vicinalweg Albach Hattenrod. == ni admolbitusC Die Zusammenkunft ist vormittags 912 Uhr auf der sogn. alten Laubacherstraße beim Eingang in den Distrikt Mönchwald von Burkhardsfelden her. Maschinenbauer- Gesangverein Sonntag, den 14, Februar, abends 8½ ühr Kappensizung auf Louys Bierkeller Gießen unter gefälliger Mitwirkung von auswärtigen Künstlern. Freunde und Gönner des Vereins find willkommen. Ausgabe der Bambelzeitung. Vom Sonntag, den 14. februar ab gelangt außer meinen hellen und dunklen Bieren ein Special- Bier zum Versandt, welches hiermit Bestens empfohlen halte und das bei den meisten meiner Kunden erhältlich ist. bergestellt aus Münchener Salvator- Malz ( gesetzlich geschütze marke nr. 54940) Brauerei Tertor Donnerstag, den 18. Februar 1904, abends 7 Uhr im grossen Saale des Gesellschaftsvereins Extra- Konzert der Grossherzogl. Hessischen Kammersängerin Inh.: G. Bichler. Gesangverein Heiterkeit, Giessen Sonntag, den 14. Febrnar, Anfang 8 Uhr 1 Min. 2 Sekunden: Giessens elegantester = Mme. Sigrid Arnoldson Maskenball Prima- Donna der Opéra comique in Paris, des Königl. Theaters Coventgarden in London, sowie der Kaiserlichen Theater in Petersburg und Moskau unter Mitwirkung des Klaviervirtuosen Herrn Georg Adler Professor am Konservatorium in Frankfurt a. M. Eintrittskarten zu 2 Mk.. Sperrsitz 3 Mk., Studentenkarten 1 Mk. sind in der Musikalienhandlung von Ernst Challier( Rudolphs Nachfolger), sowie abends an der Kasse, für Studierende auch bei Herrn Hausverwalter Stork zu haben. Für Magenleidende. K Allen denen, die sich durch Erfältung oder Ueberladung des Magens, durch Genuß mangelhafter, schwer verdaulicher, zu beißer oder ju falter Speisen oder durch unregelmäßine, Lebensweise ein Magenleiden, wie: Magentatarrh, Magenkrampf, Magenschmerzen, schwere Verdauung oder Vers schleimung zugezogen haben, sei hiermit ein gutes Hausmittel empfohlen, beffen vorzügliche Heilsame Wirkungen schon seit vielen Jahren erprobt sind. Es ist dies das Verdauungs- und Blutreinigungsmittel, der Hubert Ullrich'sche Kräuter- Wein. Dieser Kräuter- Wein ist aus vorzüglichen, hellkräftig befundenen Kräutern mit gutem Weine bereitet und stärkt und belebt den ganzen Verdauungsorganismus des Menschen ohne ein Abführmittel zu sein. Kräuterwein beseitigt alle Störungen In den Blutgefässen, reinigt das Blut von allen verdorbenen krankmachenden Stoffen und wirkt fördernd auf eine Neubildung gesunden Blutes. Durch rechtzeitigen Gebrauch des Kräuter- Weins werden Magenübel meist schon im Reime erstickt. Man sollte also nicht säumen, seine Anwendung allen anderen scharfen, äßenden, Gesundheit zerstörenden Mitteln vorzuziehen. alle Symptome wie Kopfschmerzen, Sufstoßen, Sodbrennen, Blähungen, Uebelkeit mit Erbrechen, die bei chronischen( veralteten) Magen leiden um so heftiger auftreten, werben oft nach einigen Mal Trinken beseitigt. Stuhlverstopfung wie seklemmung, Bolikschmerzen. und deren unangenehme Folgen. Herzklopfen, Schlaflosigkeit, sowie Blutanstauungen in Leber, Milz und Pfortadersystem( Hämorrhoidalleiden) werden durch Kräuter- Wein rasch und gelind beseitigt. Kräuter- Wein belebt jedwede Unverdaulichkeit, verleiht dem Verdauungssystem einen Aufschwung und entfernt durch einen leichten Stub. alle untauglichen Stoffe aus dem Magen und Gedärmen. Hageres, bleiches Aussehen, Blutmangel, Entkräftigung sind meist die Folae schlechter Berdauung, mangelhafter Blutbildung und eines frankhaften Zustandes der Leber. Bei gänzlicher Appetitlosigkeit, unter nervöser Abspannung und GemütsverRimmung, sowie häufigen opfschmerzen, schlaflosen Nächten. fiechen oft solche Krante langsam dahin. Kräuter- Wern giebt der geschwächten Lebenskraft einen frischen Impuls. Kräuter- Wein steigert den Appetit, befördert Verdauung und Ernährung, regt den Stoffwechsel kräftig an, beschleunigt und verbessert die Blutbildung, beruhigt die erregten Nerven und schafft dem Kranken neue Bräfte und neues Leben Zahlreiche Anerkennungen und Dankschreiben beweisen dies. Bräuter Wein ist zu haben in Flaschen à Mt. 1.25 und Mf. 1.75 in den Apotheken von Gießen, Großen- Linden, Weklar, Fronhausen, Braunfels, Bukbach, Brandoberndorf, Gladenbach, Weilburg, GroßzenBuseck, Allendorf, Grünberg, gich, Hungen, Laubach, Bad- Bau heim, Marburg u. s. w., sowie in allen größeren und kleineren Orten ganz Deutschlands in den Apotheken. Auch versendet die Firma Hubert Ullrich, Leipzig, Weststrasse 82", im Engiosverkauf 3 und mehr Flaschen Kräuterwein zu Originalpreisen nach allen Orten Deutschlands portound tistefret. Mindestquantum im Engroßverfand also drei Flaschen. Vor Nachahmung wird gewarnt. Man verlange ausdrücklich Hubert Ullrich, schen Kräuterweln. Mein Kräuterwein ist fein Geheimmittel; seine Bestandteile sind: Malagamein 450,0, Weinsprit 100,0, Glycerin 100,0, Rotwein 240,0, Ebereschenfaft 150,0 Kirschsaft 320,0, Fenchel, Anis, Helenenwurzel, amerit. Kraftwurzel, Enzianwurzel, Kalmuswurzel aa10,0. Diese Bestandteile mische man Harzer mit bis jetzt unerreichten Gruppenaufführungen unter persönlicher Leitung des Kgl. Balletmeisters Signor Andrea Stommelini in sämtlichen Räumen des Giessener Festsaales( Cafe Leib). Karten im Vorverkauf: Herrenfarten 1 Mt., Damenkarten 50 Pfa., Geheimfarten, bis zur Demasfierung giltig, 50 Pfa., bei den Herren Friseuren L. Dechert, Grünbergerstraße, F. Schnecko, Neustadt, Ferd. Aff. Neuen- Bäue, Franz Klenker. Seltersweg, Heinrich Tichy. Seltersweg, bei Jean Arnold, Schipkapaß, in den Cigarrenhandlungen von G. Sonntag, Schulstraße und Seltersweg, Ede der Wolkengasse, D. Heil Nachfolger, Lindenplay, Louis Ockel, Neustadt; bei A. Salomon, Karten an Der Vorftand. Kanarienvögel. Schulstraße, nur Damenkarten erhältlich. - Geheimkarten für Mitglieder nur bei dem Vorsitzenden E. Noll, Löbersho. Eingetroffen mit einer der Kasse: Herrenkarten á 1,20 Mt., Damenfarten á 60 Pig., Galleriefarten á 20 Pfg. groß. Auswahl Harzer Kanarienvgl., Brachtv. Sänger, ü. 100 Stüď. Dieselben stehen etliche Tage zur Ansicht im Pfälzer Hof, Gienen. Schanzenstraße. Kanarienzüchter Henning c. d. Harz Ein gebrauchter Kinderwagen zu kaufen gesucht. Off. a d. Ern. d Bl. erbeten. Eisernes Wasser- Reservoir, ca. 2 kbm. haltend, billig zu ver faufen. Näb. in der Erp. d. Bl. Waldesrub Curn- Verein Giessen. Schiffenbergerweg. Sonntag 16. Febr. abds. 8 Uhr Große humoristische Kappenfißung Eintritt frei. Hülsenfrüchte von ausgezeichneter Kochart als: Linsen Bohnen, weise Ueberzähliges Pferd Erbsen, gesch. unter 4ren die Wahl, zu verkaufen. „ Hotel Prinz Kart" ( Mießen. Junges Mädchen fann das Kleidermachen gründlich erlernen. Weidengaffe 1, 3. St. 1. Jüngeres sauberes Erbsen, ungesch. Erbs. n, grüne holl. ferner: Sauerkraut Salzgurken Essiggurken empfiehlt Mädchen Robert Stuhl für leichtere Hausarbeit während den Vormittagsstunden gesucht. Nah. in der Exp. d. Bl. Dienstmädchen fün sofort gef. Bäderei Reuß, Gießen. Felterswea 46 Näh. Bereiferinnen gesucht. Gießen, Schillerstraße 18. Buchbinderlehrling auf Oftern gefucht. Paul Richter, Buchbinderei. = Zum 1. April suche ich für mein Medizinal-, Drogen- und Chemikalien- Geschäft einen jungen Mann aus guter Familie, der auch am lateinischen Schul: unterricht teilgenommen hat, als Lehrling. Löwen- Droger'e W. Kilbinger, sieken. Geweckter Junge oder alleinstehende Frau zum Austragen von Zeitungen gesucht. Seltersweg 83. Gießen. Gieken, Neustadt 23. In Schülers Garten ist der zweite Stock nebst Zubehör sofort anderweit zu vermieten. Näberes bei der Bürgermeisterei Gießen Zimmer Nr. 15 Sonntag, den 14. Februar 1904 von nachmittag8 4 Uhr ab: Grosses karnevalistisches Konzert in der Turnhalle. Eintritt für Mitglieder und deren Angehörige à Person 20 Pfg. Der Vorstand. Contentia ( Wohltätigkeits- Verein Gießen.) Sonntag, den 14. d. M., abds. 7 Uhr beginnend auf der ,, Schönen Aussicht" Kappensizung ( Urfideles Programm). Heute Frankfurter Bratwürstchen in befannter eute frische geräucherte à Paar 25, 30 und 35 Pfg. empfiehlt Güte Friedrich Schreiner, Metzgermeister, Gießen. Selteroweg. Friedberger Frühjahrs- Pferdemarkt findet Dienstag, den 16. u. Mittwoch, den 17. Febr. 1904 statt. Mittwoch, 17.Febr. Rindvich, Schweine- u. Krämer- Markt. Zur Benutzung unserer Pferdeställe wolle man sich rechtzeitig an das unterzeichnete Komitee wenden. Futter und Streu wird zu ermäßigten Preisen abgegeben. Am 17. Februar abends 5 Uhr Verlosung von 6 schönen Arbeits- Pferden ( auf dem Markte angekauft) sowie von sonstigen Haus- und landw. Gegenständen, im ganzen 200 Gewinne. Bose à 1 Mark sind zu beziehen durch die Herren I. Hirsch, J. H. Schmidt und Wilhelm Trapp in Friedberg. Das Pferdemarkt- Komité. Riidfehr aus Amerifa, in tiefer Nacht mit der Geliebten im Pfarrhaus eines einsamen Dörfchens erschienen sein, den Revolver in der Faust, und soll den Pfarrer cezwungen haber og gun uyi Nr. 34. Freitag, den 12. Februar 1904. unden: essen Rückkehr aus Amerika, in tiefer Nacht mit der Geliebten im Pfarrhaus eines einsamen Dörfchens erschienen sein, den Revolver in der Faust, und soll den Pfarrer cezwungen haben, ihn und das Frauenzimmer, wie sie da gingen und standen, zu trauen. Wo das geschehen sein soll, darüber schwieg die Geschichte, aber geglaubt wurde sie natürlich. ,, Der Hoßbach kommt", mit diesem Ruf schreckten die Mütter ihre Kinder, und nach Dunkelwerden wagte sich keine furchtsame Seele in weitem Umkreis mehr aus dem Haus. Vorsichtige reiche Bauern ließen doppelte Schlösser an ihren Geldspinden anbringen und die Türen der Räucherkammern mehr wie sonst verwahren. Und alle paar Tage brachten die Zeitungen neue Schreckenskunde: Der Hoßbach ist da eingebrochen, hat alles ausgeräumt, der Hoßbach treibt die Schweine aus dem Stall fort, die Hunde behert er durch seinen Blick u. s. w. u. s. w. Aber niemals konnte berichtet werden, er habe Blut vergossen, es hieß, einen Mord wolle er nicht auf seinem Gewissen haben. Es wurden förmliche Streifjagden nach dem Räuber veranstaltet, militärische Hülfe wurde aufgeboten vergebens! Es war, als besäße der Hoßbach eine Tarnkappe, die ihn unsichtbar machte. Franzi, die naturgemäß jezt für alles Verbrechergesindel besonderes Interesse hatte, lauschte stets mit Begierde auf die über den Räuber eingelaufenen Gerüchte. Aber während alle Welt mit dem größten Abscheu seiner gedachte, war ihr Herz vom tiefsten Mitleid mit ihm erfüllt. All' die Geschichten von im Grunde edlen und nur durch die Schlechtigkeit der Welt auf die Bahn des Verbrechens getriebenen Wilderern und Räubern tauchten in ihrer Erinnerung auf. Rinaldo Rinaldini, der bayrische Hiesel und alle die romantischen Erzählungen, die sie über diese Idealgestalten des Verbrechertums zusammengelesen, schienen ihr jetzt neu aufzuleben in der Gestalt des Hoßbach. Und sie wünschte von ganzem Herzen, daß er den Häschern immer glücklich entrinnen möge. Daß es ein großes Unrecht war, welches in diesem Wunsch lag, bedachte sie gar nicht. Ihr erschien der Hoßbach einem Helden gleich, der, mißhandelt von der menschlichen Gesellschaft, Rache an ihr nimmt. Eines Morgens durchlief die Kunde das Städtchen, der Hoßbach sei gefangen genommen und würde in den nächsten Stunden bereits in die Fronfeste eingeliefert werden. Häufig ligt das Gerücht, aber diesmal hatte es die Wahrheit berichtet. Noch ehe es Mittag geworden, hielt ein Wägelchen vor der Fronfeste, mit drei Gendarmen und dem gefürchteten Einbrecher besetzt. Ein ganzer Trupp neugieriger Zuschauer geleitete den Wagen. Hinter den Gardinen hervor spähte Franzi, geschüttelt von Mitleid und Grauen, nach dem Verbrecher aus, der natürlich gefesselt war. Eine herkulische Erscheinung, fräftig und gedrungen gebaut, mit dunklem Haupthaar und struppigem Bart, finsterglühenden Augen und troẞigem Auftreten ganz, wie man sich einen solchen„ edlen" Räuber vorstellt. Tränen stürzten aus Franzis Augen, und sie lauschte den schweren Schritten, dem Klirren der Handschellen mit angstvollem Eifer. Anton hatte den Schlüssel zu einer der besonders festen Zellen, die nur selten benutzt wurden, geholt und freudig ausgerufen:„ Gottlob, sie haben den Kerl! Na, von hier soll er nicht entwischen!" Wie ein Schwert waren ihr diese Worte ins Herz gedrungen. Der harte, mitleidslose Mann! Und der Arme, der, geächtet von der menschlichen Gesellschaft, umhergetrieben und verfolgt gleich einem wilden Tier, doch in edlem Mitleid der Armut beigestanden, mit dem sein treues Weib dies fahrende Leben geteilt hatte- der Mann, der nur atmen konnte in der Freiheit- der weilte nun gefesselt, in Ketten, unter ihrem Dach! Und als Anton wieder zu ihr kam und mit ungewohntem Ernst schilderte, wie der abscheuliche Verbrecher nun endlich festgemacht, wie es ihm unmöglich gemacht sei, von den Ketten, die ihn an die Wand fesselten, loszukommen, da hätte sie wieder laut aufmeinen können. Aber sie beherrschte sich gewaltsam, um den Gatten, der sie ja doch nicht verstehen würde, nicht zu verlegen. Lange würde der Hoßbach ja zum Glück nicht hier bleiben, nur während der Zeit der Voruntersuchung; der Prozeß würde ihm dann später beim nächsten Landgericht gemacht werden. Der Gefährlichkeit des Verbrechers wegen wurde die Untersuchung in der Zelle geführt, so daß Franzi ihn nicht wieder zu Gesicht bekam. ( Schluk folgt.)} EINST UND JETZT - Woher kommt der Name Hohenzollern? Eigentlich hat der Name„ Hohenzollern" gar keine historische Begründung; er hieß einfach Zollern" und auch das edle Ge schlecht nannte sich„ Die von Zollern" nach dem Berge, auf welchem die Burg lag( und nach ihrer modernen Wiederherstellung noch liegt). Aber woher der Name, darüber haben sich schon viele Gelehrte den Kopf zerbrochen. Die Erklärung aus 3oll" als Abgabe ist ganz unhaltbar und ein für alle Male abzulehnen. Unwissende Leute haben sie gemacht, wie solche manches Erstaun liche zuwege bringen. Auch die von irrenden Gelehrten fons ftruierte Ableitung von" scollo, die Scholle wird kein Verstän diger akzeptieren. Andere suchten das Wort aus Resten von keltischer und arsischer Sprache zusammenzusehen:„ zola, hoch, und " er", Berg= hoher Berg. Vom Berge kommt allerdings der Name, und da ist man denn auf die Form desselben gefallen: solre, Söller, also„ Die vom Söller". Diese Erklärung hat viel für sich. Gibt es doch in Deutschland auch noch einen„ Soller" bei Bonn, einen„ Solling" in Westfalen, so wie es, nach der Form der Berge, für solche die Namen„ Mönch"," Nonne", „ Staufen"," Stuhl"( Landstuhl, Kaiserstuhl 2c.),„ Nieffen" oder ,, Neuffen" 2c. gibt. Auch andere gelehrte Worterklärer sind auf die Ableitung von" sol", die Sonne und" orin", b. h.» odin", der Gott Wodan, gekommen, indem sie den Zollernberg für eine ehemalige heilige Opferstätte, einen Odins- oder Wodansberg halten; wie denn auch der Solstein in Tirol, der Solling, Soller, die hohe Sonne bei Eisenach 2c. von solchen Opferstätten hergeleitet werden. Eine uralte Schreibweise des Geschlechts heißt auch 3olorin". Andere Erklärungen gibt es überhaupt nicht, also die Ableitung des Wortes Hohenzollern" ist noch weit schwerer nachweisbar, als die angebliche Abstammung des Geschlechts von einem trojanischen Helden, der sich dann in der römischen Familie Colonna fortpflanzte. Buntes Bllerlei. Woher die Zigeuner stammen, wissen die Schotten ganz genau. Bei ihnen herrscht der Glaube, daß die Zigeuner Nachtommen der Männer seien, welche die bei der Kreuzigung Chrifti gebrauchten Nägel angefertigt hätten und deshalb verdammt worden wären, in Ewigkeit unstät umherzuziehen. - Das Neuenburgische Kräwinkel. Bekanntlich gehörte der schweizerische Kanton Neuenburg eine Zeit lang zu Preußen und in diesem Kanton liegt Boudry, das man mit Schilda oder Kräwinkel vergleicht. Die Einwohner heißen die Train- sacs", weil man sie beschuldigt, sie zögen im Herbste in hellen Haufen an den See, um den Nebel in Säcke zu fassen und in ihre Weinberge zu schleppen wehe dem Fremden, der seinen Stock auf dem Pflaster klirren ließe, man würde darin eine Anspielung auf die Sage finden. Als König Friedrich Wilhelm IV. seine Rundreise in seinem damaligen Fürstentum machte, frühstückte er in Boudry, wo man ihm die Erzeugnisse der Weinberge vorfekte. ,, Das ist ein guter Wein", sagte der König, zu dem Bürgermeister sich wendend.„ D, Sire", schmunzelte dieser, sich selbstgefällig den Bart streichend ,,, wir haben noch besseren in unseren Kellern!" ,, Sie tun wohl daran, ihn für eine bessere Gelegenheit aufzusparen", erwiederte der König pikiert und hob die Tafel auf. Reiter ohne Kopf. In Gespenstergeschichten bilden neben vielem anderen Abenteuerlichen auch kopflose Reiter eine Rolle. Doch sind deren auch in der Wirklichkeit vorgekommen. Als am 16. Oftober 1813 während der Schlacht bei Wachau der Prinz Eugen von Württemberg, um wieder zu dem Treffen seines rechten Flügels zu gelangen, quer durch Güldengossa jagte, kam ihm ein Pferd in den Weg, welches seinen noch fest im Sattel eingezwängten Reiter mit blutendem Rumpfe ohne Kopf zu Grabe trug und den Prinzen dabei beinahe überrannt hätte. Ein gleicher Fall ereignete sich an demselben Tage auch bei den Franzosen. Ein schwer am Arm verwundeter Eskadronchef ritt durch die Intervalle der sächsischen Kürassiergarde. Er sprach eben mit dem Grafen von Holzendorf, als ihm eine Kanonenkugel den Kopf nahm und das Pferd mit seinem nun unheimlich aussehenden Reiter, dessen Körper sich noch mehrere Sekunden lang im Sattel fizzend erhielt, fortlief. Nr. 34. Freitag, den 12. Februar 1904. Oberhessische Familienzeitung. Cägliche Unterhaltungs- Beilage bet Gießener Neueste Nachrichten. Dead and Boring bes babam Brigbdecet, Born Wilh. Roller'sche Buchbendovi( gage 1783); obce: Wil lex ( 31. Fortsetzung.) Der Beuge. Roman von Marie Bernhard. Für den stolzen und zärtlichen Vater, der Frizz Norden war, konnte das allerdings weder neu noch befremdend klingen, die schlichte Art aber, in der es gesagt wurde, der warme Herzenston, griff dem franken Mann an die Seele. William Hendrichs fühlte, wie die heiße, nervöse Hand, die er immer noch in der ſeinigen hielt, zu zittern anfing, und er sah, wie die übergroßen, tiefliegenden Augen, die jetzt durch keine blaue Brille verdeckt waren, feucht wurden. Die leichte Rührung, die ihn selbst überkam, unterdrückte der Hamburger Kaufmann durch ein kräftiges Räuspern, dann folgte er der einladenden Betregung seines Gastgebers und nahm in einem der tiefen Seſſel dicht neben Norden Platz. ,, Sie haben hoffentlich die Güte, Herr Hendrichs," begann letzterer jetzt nach einer kleinen Stille ,,, mir recht eingehend und ausführlich von meinem Sohn, von seinem Leben, seiner Tätigkeit und auch von seiner Frau -- bon zu berichten. Die geschäftliche Veranlassung, welche Sie hierher nach Japan geführt hat, besprechen Sie wohl lieber mit Herrn Ermshagen, der, Ihnen ja wohlbekannt, durch Ihre Empfehlung hierher gekommen ist und, was Sie nicht weiter erstaunen wird, mein Vertrauen im vollsten Maß besitzt und verdient. Ich stehe seit einiger Zeit den geschäftlichen Unternehmungen unserer Firma ganz fern, mein Rat würde Ihnen daher, falls sich derselbe nicht auf mehr allgemeine Dinge bezieht, bei weitem nicht so von Nugen sein, wie der von Herrn Ermshagen. Man wird Ihnen, Herr Hendrichs, vielleicht gesagt haben, daß ich meine Krankheit nicht eingestehen will, daß ich behaupte, gesund zu sein! Sie ſehen, das iſt nicht der Fall! Ich will nur von keiner Untersuchung und keinem Doktor, und wäre er eine Leuchte des Jahrhunderts, etwas wissen, weil ich fest davon überzeugt bin, daß mir kein Arzt der Welt helfen kann!" „ Das sind fast ganz dieselben Worte, die mir Ihr Sohn sagte, an dem Tage, als ich von ihm Abschied nahm!" „ Hellmut wäre" Norden wollte von seinem Sit emþorfahren., Hendrichs hielt ihn mit ſanfter, aber feſter Hand nicder. Hellmut ist nicht gerade krank, das heißt, sein Körper ist ganz normal und sein Geist hell, er vermag es, sein Binkgeschäft gut zu leiten und sich in fremder Gesellschaft genügend zu beherrschen. Und doch ist er kein gesunder Mann, denn seine frische, vertrauende und liebevolle Seele fiecht hin!" Hendrichs schwieg und sah Friz Norden an. Dieser saß bornübergebeugt, einen scheuen, ratlosen Ausdruck im Gesicht. ,, Lassen Sie mich twie zu einem Freunde zu Ihnen sprechen," fuhr Hendrichs mit seinem offenen, überzeugenden Ton fort, ich will nicht Ihr Vertrauen erzwingen, ich möchte nur, daß Sie das, was ich für meine Pflicht halte, Ihnen zu ſagen, nicht mißdeuten, daß Sie mir Glauben schenken, wenn ich Ihnen bekenne, daß ich um Hellmuts und nur um Hellmuts willen spreche!" Ich fand in Berlin ein sehr solid gegründetes, mit den besten Zukunftsaussichten ausgestattetes Bankgeschäft, dem der Inhaber mit Umsicht und sicherer Kenntnis vorstand, ( Nachdrud verboten.)) ich fand schöne Toiletten, edle Pferde, nichts von Verschwendung zeugend, doch alles so, wie es sich ein auf festen Grundlagen ruhender Reichtum gestatten kann, nur das, was ich für selbstverständlich gehalten hatte und was diesem allem erst die rechte Weihe, den Adel gegeben haben würde, eheliche Glück, auf das ich bei diesem Paar mit hundert Eiden hätten schwören mögen das fand ich nicht!" das. Sie lieben einander, aber Sie selbst wissen, in der Ehe genügt das nicht allein. Dicht neben der hingebenden Liebe ſteht ihre schöne, stille Zwillingsschwester, das schrankenlose Vertrauen, und dies, ich merkte es nur zu bald, fehlte in der Che zwischen Ihrem Sohn und seiner Gattin. In welcher Angelegenheit es ihnen mangelt, das habe ich nicht ergründen können, auch nicht wollen, denn zwischen Chelei: te darf sich fein Dritter drängen, und hätte er die besten Absichten. Daß es aber fein geringfügiges Etwas, sondern eine wichtige, tiefernste Frage ist, tritt für mich klar zu Tage, denn während meines Aufenthaltes riß sichtlich die Kluft, welche die beiden von einander trennte, tiefer! Es iſt, als wenn die junge Frau ein finsteres und trauriges Geheimnis zu behüten hätte, so tragisch und bang blicken oft ihre Augen, wenn sie sich unbeobachtet glaubt, mit so angstvoller Frage sieht Hellmut oft in ihr Gesicht. Hellmut tut mir in tiefster Seele leid, er verzehrt sich in Angst und Sorge um die Frau, die er zärtlich liebt, und kann ihr dennoch nicht helfen! Das vermag nur einer!" sagte er am Tage vor unserer Trennung zu mir, und als die Aufregung des Abschieds über ihn kam, als ich das Schiff beſtieg, das mich nach London bringen sollte, da fiel er mir in die Arme und rief: Sagen Sie meinem Vater, er möge Erbarmen mit uns allen haben und kommen,- er allein fann helfen! Es handelt sich um mein und meines Weibes Lebensglück!" Dies, Herr Norden, sind seine Worte, und so viel ich, ohne klar die Verhältnisse zu durchschauen, aus eigener Ueberzeugung hinzufügen kann, hat er recht!" Nun wurde es wieder still im Zimmer. Bis auf das eintönige Ticken der Uhr auf dem Kamin und das schwere Atemholen Fritz Nordens war kein Laut zu vernehmen. Voller Sorge und Teilnahme hingen Hendrichs gute Augen an dem gebeugten Mann, und gespannt horchte er auf, als jezt einzelne Worte, wie im Selbstgespräch, von dessen Lippen fielen. Also hat sie es wirklich vermocht sie hat geschwiegen, ihm kein Wort gesagt!" ,, Das muß wohl sein," erwiderte Hendrichs mit gedämpfter Stimme denn einmal, als Hellmut auf eine kurze Zeit das Zimmer verließ, und ich mit Hilda allein war, trat der gequälte Ausdruck so deutlich in ihrem Antlig hervor, daß ich meine Hand sanft auf die ihre legte und ganz unvermittelt zu ihr sagte:„ Können Sie Ihrem Gatten nicht volles Vertrauen schenken? Sie wissen wohl, er verdient es, er fordert es auch von Ihnen und mit vollem Recht! Denken Sie, ich wäre Ihr Vater, der zu seiner Tochter spricht, und lassen Sie sich warnen. Ich sage Ihnen, mein Kind, Ihr Lebensglück und das seine ist in Gefahr, wenn Sie aus irgend welchen 1.) The beginnend at% ng n). in bekannter chen in be Pfs. Leggermeister, tzeitig an cmäßigten Ferden inden, im 3. Hirsch, Komité. Dab Neue Währen zu berichter dung die Port Arth ichoffe fiele Japaner Die N Stelle der gebäude. macht hab Scheinlich S bollständig Arthur in großem bung glid Ber Vorfi freundlich liche ist: ichen Kre Arthur, befom hat, Kreuzer admiral Frauen Quilt Laur durch PRG den Leben fcheinlich a Sinter mandschuri worden fei Rücksichten ihm wichtige Dinge vorenthalten! Kein echter Mann und Hellmut ist ein solcher! mag sich von einer geliebten Frau behüten und bevormunden lassen, und wenn es in der besten Absicht geschieht es ist dies sein Recht, und sobald er merkt, daß die Gattin ein Geheimnis, das ihm inhaltsschwer erscheint, vor ihm verbirgt, so soll und muß er es zu erfahren trachten, denn der Ehe zarteste Blüte ist das gegenseitige Vertrauen, und keine noch so dringende Ursache darf die Frau hindern, es ihrem Manne zu gewähren!" So sprach ich zu Hilda aus der Tiefe meiner Ueberzeugung heraus, und es tat mir im Herzen weh, das junge Gesicht so blaß und trostlos zu sehen. Aber ich konnte sie nicht bekehren, sie schüttelte nur sacht den Kopf und sagte leise:„ Ich weiß es, Sie haben recht, aber ich muß schweigen, und wenn es mein und Hellmuts ganzes Lebensglück kostet!" Wollen Sie nicht Ihrem Sohne und seiner Gattin helfen, ihr Glück wiederzufinden, Herr Norden, da es doch einzig in Ihrer Nacht zu stehen scheint?" ,, Warum meinen Sie das?" fragte der Senior zurück und ließ seine eingesunkenen grauen Augen mit einem scharf beobachtenden Blick, der ganz dem Friz Norden früherer Tage gehörte, über das offene Gesicht des andern hingehen. „ Wodurch haben Sie die Ueberzeugung gewonnen, daß ich allein hier zu helfen im stande wäre, und welches ist Ihre Auffassung der Sachlage, ich meine des Geheimnisses, gesetzt, es läge ein solches vor?" dies " Daß dem so ist, unterliegt für mich weiter keinem Zweifel!" entgegnete Hendrichs ernst.„ Die Worte Hildas: Ich muß schweigen, und wenn es mein und Hellmuts ganzes Lebensglück kostete" die Bitterkeit, mit der Ihr Sohn einmal im Gespräch mit mir bemerkte:„ Meine Frau gehört mir und gehört mir doch wieder nicht, denn ihre Seele ist mir verſchloſſen“— eine Aeußerung, die er übrigens sofort zu bereuen schien und zu verwischen bemüht war, ſcheint mir Bürgschaft genug zu sein, daß es sich hier um ein wichtiges Geheimnis handelt; und daß dasselbe mit Ihnen, Herr Norden, in nahem Zusammenhang steht, habe ich aus zahllosen Gelegenheiten ersehen, endlich auch aus den in voller Aufregung hervorgestoßenen Abschiedsworten Hellmuts entnommen:„ Sagen Sie meinem Vater, er möge Erbarmen mit uns allen haben und kommen, er allein kann helfen." Nach meiner Ansicht hat die Gattin Ihres Sohnes auf irgend welche untrüglich sichere Weise Kenntnis von einem Vorgang in Ihrer Vergangenheit gewonnen, den sie ihrem Gatten aus Liebe und Mitleid für ihn verschweigt, und sie wird, dessen können Sie sicher sein, wenn nicht ein anderer spricht, weiter schweigen und ſtandhaft bleiben wie ein Mann!" Und dieser andere, der sprechen soll, müßte, nach Ihrem Dafürhalten, ich sein?" " Ich sage nicht: Sie müssen! Es kann Sie niemand dazu zwingen, eine Sache auszusagen, die Sie verschweigen wollen, ebnso wie sich Hilda durch nichts wird zwingen lassen, zu sprechen. Sie müßten es freiwillig tun!" ,, Ganz recht: ich müßte es freiwillig tun!" Es malte sich bei diesem Ausruf eine so furchtbare Seelenqual in Frizz Nordens Gesicht, daß Hendrichs nicht länger Mitleid, sondern ein leiſes Grauen empfand. Welcher Art mußte dieſe dunkle Begebenheit, um welche Hilda wußte, sein, daß sie den Mann so offenbar folterte? Wie in die Höhe gerissen von seiner innern Erregung, erhob sich Norden und begann, seines Gastes nicht achtend, mit ungleichen Schritten im Zimmer auf und nieder zu gehen. In seiner Seele hatte sich ein Sturm erhoben! Wie,-- er selbst sollte seinem Sohn mit eigenem Munde sagen, daß er ein Dieb, ein Brandstifter ein Mörder gewesen sei,-- seinem Sohn, der zu ihm emporsah, wie zur Verkörperung der Ehrenhaftigkeit, der makellosesten Rechtlichkeit? Der einizge Mensch, den er seit dem Tode seines Weibes wahr haft geliebt, sollte sich in Abscheu und Grauen von ihm menden, sollt zeitlebens in seinem sonnigen Gemüt diesen unvertilgbaren schwarzen Schatten tragen? Konnte es ein Schicksal geben, das grausam genug war, sein zärtliches Vaterherz dazu zu zwingen, sich selbst und dem Sohne den tödlichen Stoß zu versezen? Aber, war denn nicht Hellmuts sonniges Gemüt schon getrübt, war nicht Hildas Glück durch ihn vernichtet, und lag es ihm nicht ob, das gut zu machen, soweit es in seiner Macht stand? Er hatte keine Ruhe gehabt, hatte sich verzehrt in Angst und Qual bei dem Gedanken, sie könnte sprechen; jetzt, da er wußte, sie würde konnte er unverbrüchlich schweigen, ruhiger sein, konnte er hinleben, als wäre nichts geschehen? Würden die Träume aufhören, die ihn marterten, die Visionen verschwinden, die ihn bei Tage verfolgten? Sollte der Schatten Ruhe finden, der lautlos neben ihm herglitt, wenn er in sein Zimmer trat, der an seinem Stuhl stand, wenn er ermattet darauf niedersant, der ihm gegenüber war, wenn er schreckhaft aus kurzem Schlaf auffuhr? Es war fein bleiches Todenbild, kein verzerrtes Antlitz, vor dem man sich entsegen konnte, der Roland von Triberg aus seiner frühen Jugendzeit war's, der schlanke, feine Offizier mit den melancholischen Augen, der ihn nie mehr verließ, der, allgegenwärtig, ihm zu sagen schien:„ Mich wirst du nie mehr verlieren, so lange du lebst!" ( Fortsetzung folgt.)) Das Amulet. Erzählung von B. Nittweger. ( Fortsetzung.) ( Nachdruck verboten.) Der Anton Moor war ein äußerst braver und tüchtiger Soldat, hatte auch etwas Vermögen er würde eine gute Partie" für das Schulmeiſterstöchterlein ſein, das war sicher. Und so leid ihnen der Gedanke war, Franzi zu verlieren, so wünschten sie ihr doch zu sehr alles Gute, als daß sie der Liebe des Pärchens entgegen getreten wären. Und eines Morgens am Abend vorher hatte Anton die Franzi wieder einmal ins Theater geführt zu Minna von Barnhelm" da traf er sie im Vorflur, wo sie Lampen reinigte, und da waren sie beide noch ganz begeistert von Lessings herrlichem Soldatenstück, und da fragte der Anton das" Frauenzimmerchen" so nannte er die Franzi in der Erinnerung an den gestrigen Abend, ob sie seine Frau Feldwebeln" werden wolle. Im Stück ist das zwar etwas anders, da fragt das„ Frauenzimmerchen", die Franziska den Werner, ob er feine„ Frau Wachtmeisterin" brauchen könne. Aber das ist die verfehrte Welt, unsere beiden Leutchens machten's ganz recht. Der Mann fragte, und das„ Frauenzimmerchen" gab Antwort. Und dann küßten sie sich und traten zusammen vor die Herrschaft, und die gab einstweilen ihren Segen zu der Sache, und es waren zwei glückliche Menschen mehr auf der Welt. Nach ein paar Wochen, als Hauptmanns Ersatz für Franzi gefunden, reiste lettere nach Hause und der Anton Moor reiste mit ihr, und es gab ein großes Freuen im Schulhaus. Die Geschwister wagten den prächtigen Schwager erst gar nicht anzufassen, so großartig erschien er ihnen, aber bald befreundeten sie sich mit ihm. Die Hochzeit wurde auf den Herbst bestimmt. Trotzdem die Eltern die Heirat als eine gute Versorgung ansahen, vergoß die Mutter heimlich viele Tränen sie hatte so wenig von ihrer Aeltesten gehabt, und nun sollte sie sie schon auf immer hergeben! Aber es war wohl gut so, denn die Franzi paßte nun gar nicht mehr ins Haus, in die Enge und Beschränktheit, das sah man wohl, troßdem sie frisch und fröhlich war und fleißig zufaßte, wo's fehlte. Es galt auch die Aussteuer anzufertigen. Wie es die Eltern möglich gemacht hatten, ein Sümmchen dazu zu ersparen, trotz der vielen Kinder, das wissen die Götter. Aber es war da, das Sümmchen, Franzi hatte auch etwas erübrigt in der Zeit ihrer Stellung, und für die Einrichtung der Wohnung sorgte der Anton. Im Herbst wurde eine fröhliche Hochzeit gefeiert, und glückselig führte der Feldwebel seine„ Frau Feldwebeln" in das neue Heim ein. Franzi hatte keine allzu großen Erwartungen gehegt, sie wußte, daß ein paar nüchterne Stuben in der Kaserne Antons Wohnung bildeten, aber so so ungemütlich hatte sie sich's doch nicht gedacht. Sie hatte bisher nur die dürftige Schulmeisterwohnung in der Heimat gekannt, die aber doch von einem Garten umgeben, im Freien gelegen war, mit dem Blick auf die Berge und das reizende Heim ihrer Herrschaft. Nun sollte sie in dieser Steinwüste wohnen, in kahlen häßlichen Zimmern, von deren Fenstern aus man nichts sah, als den Kasernenhof, keinen Baum, keinen Strauch, kein Rasenfleckchen. nichts, woran sich das Auge erfreuen konnte. Und dazu Soldaten, nichts als Soldaten! Es hatte ihr wohl als etwas sehr Herrliches vorgeschwebt, einem Kriegsmann, einem Schüßer des in der Nähe besehen, Vaterlandes anzugehören, aber nun schwand der Nimbus schnell dahin. Dienst, immer Dienst und nochmals Dienst, hieß es, und was sie daran sah, was Anton ihr berichtete, das schien ihr entsetzlich trocken und nüchtern. Der Umgang mit den Frauen der Feldwebel und Unteroffiziere, auf den sie angewiesen war, behagte ihr auch gar nicht. Die waren aus so ganz anderem Stoff gemacht, meistens derbe lustige Weiber mit einem Häuschen Kinder, und feine Spur von höhern" Interessen. Die Franzi konnte nicht gedeihen in dieser Luft, trogdem ihr Anton sie auf den Händen trug, trotzdem sie ihn so innig liebte, wie vom Anbeginn. Sie wollte es sich ja nicht merken lassen, wie es um sie stand, aber das Auge der Liebe sieht scharf. Anton bemerkte bald, daß die erst so blühende muntere Franzi blaß und schmal wurde, einging wie ein Pflänzchen, dem der rechte Boden fehlt. Und das wurde immer schlimmer, der Anton sprach mit dem Arzt, es war seit der Hochzeit zum zweitenmal Frühling geworden, und der Arzt meinte, die junge Frau habe Luftveränderung nötig. Da brachte der gute Mann sein Frauchen nach Hause zu den Eltern, damit sie sich erholen sollte. Im Schulhaus gab's jetzt mehr Platz, drei Jungen waren auswärts, auf dem Seminar, in der Lehre, und so konnte sich die Franzi recht pflegen, und es schlug ihr gut an. Als der Anton nach sechs Wochen kam, sie abzuholen, da fand er eine ganz rosige Frau. Die frische Luft, die Freiheit der Umgebung hatten Wunder gewirkt. Mit lebhafter Freude empfing sie den Gatten und wenn von der Rückkehr in die verhaßte Kaserne die Rede war, flog ein Schatten über ihre Züge. Der Anton bemerkte das wohl, und er lächelte heimlich darüber. Denn er hatte eine Ueberraschung für die Franzi. Lange konnte er diese auch nicht auf dem Herzen behalten, gleich am Abend nach seiner Ankunft, als er mit Franzi allein im Garten saß, hob er an:" Franzi, weißt' was, ich hab' eine Neuigkeit, eine große, da wirst du dich' mal freuen. Sieh', ich hab' längst gemerkt, das Kasernenleben sagt dir nicht zu, du gehst mir ganz zu Grund in der Luft, und ich, ich hab's auch allmählich genug" das war nicht ganz wahr, denn der Anton hing mit Leib und Seele an seinem Beruf, aber noch mehr hing er an seiner jungen Frau-„ man wird doch älter, und da hab' ich mich, kaum daß du fort warst, zu der vakanten Stelle des Gefängnisverwalters in Wildau gemeldet, und ich hab' die Stelle erhalten. Du sollst ' mal sehen, wie dir's da gefällt! Ich war bereits dort und hab' mir alles angesehen, die„ Fronfeste", so heißt das Amtsgerichtsgefängnis von alters her, liegt wunderschön im Freien vor der Stadt, und wir friegen, einen pracht bollen Garten und eine behagliche Wohnung mit tiefen Fensternischen. Die kannst du ja recht nach Gefallen ausbuzen, und wir stehen uns sehr gut, besser, als seither. Und dann bist du nicht mehr soviel allein, da ich meine Beschäftigung im Haus habe. Nun, was sagst du dazu, kleine Frau? Hab' ich's recht gemacht?" ,,, Anton, wie gut du bist," aber zögernd kam's heraus, denn die Worte„ Gefängnisverwalter“ und„ Fronfeste" waren Schwertern gleich in die Seele der jungen Frau gedrungen. Sie war tödlich erschrocken, aber um feinen Preis durfte das der nton merken, der ihr zulieb, nur ihr zulieb den Rock des Königs ausziehen wollte. So versuchte sie denn, nachdem sie so nebenbei geforscht, ob es denn ganz unabänderlich sei, mit guter Miene sich in den Gedanken an den Wechsel zu finden. Schon nach vier Wochen siedelten die beiden Leutchen in die neue Heimat über. Das schien freilich eine Lust, da zu wohnen: Ein Kranz von Bergen umgab das Städt chen Wildau, der Fluß schlängelte sich durch ein liebliches Tal, und just am schönsten Fleckchen stand die Fronseste, die zu ebener Erde die prächtige Verwalterwohnung enthielt. Ein weiter, von hoher Mauer umgebener Garten schloß sich an, besetzt mit Obstbäumen, und eine schöne schat tige Laube gab's kurz, es war wirklich alles noch besser, als Anton es seiner Frau geschildert. Aber deren Augen hingen bei der Ankunft nur mit angstvollem Blick am oberen Stockwerk, an den vergitterten schmalen Fenstern, hinter denen da und dort ein Kopf zu bemerken war, und mit Schaudern setzte Franzi den Fuß über die Schwelle. Sie schalt sich selbst töricht, aber vergebens, das Vorurteil war stärker, als ihr Wille. Nur den Anton nichts merken lassen, der so froh und guter Dinge war und sich mit Eifer in die Einrichtung der Wohnung und in seine neuen Pflich ten stürzte. Auch für sie würde es tüchtig Arbeit geben, doch die fürchtete sie nicht war ihr doch das Leben in der Kaserne so langweilig gewesen, so gar nichts zu tun außer der Besorgung des kleinen Haushalts, das war nichts für sie gewesen. Das hatte sie wohl gefühlt, und all' das viele Bücher lesen, womit sie ihre Zeit ausgefüllt, hatte sie nicht zufriedener gemacht. Hier nun mußte sie mit Hilfe einer tüchtigen Magd die Beköstigung der Gefangenen besorgen, den Garten pflegen, die Wohnung im Stand halten es hätte keine Zeit bleiben dürfen, Grillen zu fangen. Jetzt im Sommer war allerdings die Fronfeste nicht voll besetzt. Die Stromer, die einen großen Teil der Insassen ausmachten, begannen erst im Herbst in größerer Zahl sich einzustellen, wenn es zu kalt wurde zum Uebernachten bei„ Mutter Grün" und wenn die Arbeit rar wurde. Dann lebte es sich ganz gut ein paar Tage oder Wochen auf Staatsfoster, und dafür leisteten sie gern die geforderte Arbeit. Auch Holzdiebe gab's im Winter häufiger, als zur warmen Jahreszeit. Im Sommer konnte es vorkommen, daß das ganze Gefängnis tagelang leer stand. Anton Moor war kein harter Mann, aber ein sehr pflichttreuer, der ſtreng nach seinem Reglement verfuhr und unnötige Weichmütigkeit nicht kannte. Den Gefangenen wurde ihr Recht, und mit mitleidigem Jammern darüber ließ er sich nicht groß ein, obgleich er viel zu gutherzig war, etwa den Leuten ihr Los unnötig zu erschweren. Anders Franzi! Sie sah fast in jedem Spitzbuben, der eingebracht wurde, einen unschuldig Verfolgten, ihre lebhafte Phantasie malte sich immer aufs neue aus, wie hart, wie grausam es sei, die armen Menschen gefangen zu halten, und am liebsten hätte sie die Sträflinge mit Zuckerbrot gefüttert. Das ging nun nicht an, aber wenn sie es einrichten konnte, die Portionen reichlicher zu bemessen, mehr Fett als nötig an die Suppen zu tun, so geschah es gewiß ſie rieb sich faſt auf im Mitleid. Der Anton versuchte oft, ihr das Törichte dieses Beginnens klar zu machen, er ſagte ihr, daß Strafe ſein müſſe, daß die Sicherheit der menschlichen Gesellschaft leiden würde unter unzeitigem Mitleid, daß gerechte Richter nach Pflicht und Gewissen ihren Spruch abgäben. Franzi sah es nicht ein, wollte es nicht einsehen, und ihre Liebe zu dem Gatten wurde nach und nach förmlich beeinträchtigt durch das Gefühl, er sei ein harter„ Kerkermeister". Es wurde Herbst, die Fronfeſte füllte sich mehr und mehr, aber wie gewöhnlich nur mit Stromern, Holzdieben und derlei Gesindel. Es befand sich durchaus kein besonders interessanter" Verbrecher darunter. Die Leute saßen ihre paar Tage, Wochen oder Monate ab, und dann verließen sie ganz wohlgemut das Gefängnis, in dem sie es in der Regel besser gehabt hatten, als draußen. Die Bevölkerung der Gegend war im allgemeine eine gute, friedliche kaum, daß jemals ein Messerheld eingeliefert wurde. Um diese Zeit war's, daß in weiter Umgegend alles beunruhigt wurde durch einen berüchtigten Einbrecher, Hoßbach mit Namen, der, nachdem er früher bereits eine mehrjährige Zuchthausstrafe verbüßt und nach Amerika gegangen war, nun wieder in der Heimat auftauchte und sein verruchtes Gewerbe aufs neue begann. Ueber diesen Hoßbach gingen die abenteuerlichſten Gerüchte. In frühester Jugend sollte er mit Wildern angefangen haben und, nachdem er deshalb mehrfach bestraft worden war, sich zu immer verwerflicherem Tun haben hinreißen lassen. Eine ungewöhnliche Körperkraft, sowie seltene Schlauheit und Geschicklichkeit kamen ihm dabei zugute. Daß man den Einbrecher überhaupt in die Hände bekommen vor seiner letzten Verurteilung, sei ein wahres Wunder gewesen. Zur Beerdigung seiner Mutter sei er in künstlicher Verkleidung als alter Bauersmann erschienen, niemand habe ihn erkannt. Da, als der Sarg hinabgelassen, habe er sich durch den Aufschrei: Mutterl, mein liebes Mutter!!" verraten und habe sich im Uebermaß des Schmerzes widerstandslos feſtnehmen lassen. Nunmehr treibe er sein altes Wesen, schlimmer als je, wieder. Kein Ort war vor ihm sicher, hauptsächlich aber hatte er es auf die reichen Bauernhöfe abgesehen. Er raubte, was er bekommen konnte, und bisweilen trug er einen Teil seines Raubes: Würste, Speck, auch bares Geld, zu den Aermſten eines benachbarten Dorfes und legte diese Gaben vor deren Tür nieder. Es ging das Gerücht, er lebe in einer Höhle tief im Wald, und bei ihm weile sein junges Weib, welches ihn abgöttisch liebe. Auch die Geschichte dieser Heirat war mit einem poetischen Nimbus umgeben. Da sollte er, kurz nach seiner dung recht don berla chinesischer Schurei beft bahnfordon sehr gut, gehen feiner fann. Sie daten als ein Ei dem japanischen em Vordri Jalufluß v zufuhren hi beftritten a in Stockhol den Journa fel, daß d Ende des Witwe von nicht wiffer wohl nicht Mandschu an den gegen die machen. Die bor der Krieg ve sekretär d note, die Neutrali respektiert will man zurückführ den en am m reich, frud Neutralita Regierung der Krieg Wenn abe Rußland dann hätt reich den würde. feiten hin G Die r Land in unterschät erfährt, h deden gef Vorschläge gehen fon bleiben m