Nr. 9. Abonnementspreis: in Giehen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 00 Bfg., durch die Poft bejogan viertel jährlich Mr. 1.50. Brattabellagen: Oberheffische Familienzeitung( tägli) Oberbefftige Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Bastenban, sowie die Gießener Geifenblasen( wöchentlich). Das Blatt eribeint an allen Mertingen nachmitage. Dienstag, den 12. Januar 1904. Gießener 13. Ja rgang. Insertiondprei Die einainge Bettzelle fe iepen w ganz Oberheffen, die Kreise Behler und Warburg 10 fs. fofft 15 Pfg.: Stellwmen die Detitgeile 30 refp. 40 g. Boftzeitungsliste No. 3900. Rebattion und Erbebition: Gießen Neuenweg 98. Berrsprechenfish Rr. 302. Neuelle Nachrichten ( Stefener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gichener Pottune fr Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung Guthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden ver Oberheffen. Bekanntmachung. Betr. Antrag auf Enteignung von Gelände in der Gemarkung Gießen für das Hauptfiel und die Kläranlagen zur Kanalisierung der Stadt Betr. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. D- Bekanntmachung. Antrag auf Enteignung von Gelände in der Gemarkung Gießen für das Hauptfiel und die Kläranlagen zur Kanalisierung der Stadt Gießen. Die Großh. Bürgermeisterei Gießen hat namens der Stadt Gießen auf Grund des Artikel 22 des Enteignungsgesetzes vom 26. Juli 1884( in der durch Art. 279 des Ausführungsgesetzes zum Bürgerlichen Geſetzbuch gegebenen Fassung) Antrag auf Enteignung folgender für das Hauptfiel und die Kläranlagen der städtischen Kanalisation in Anspruch genommener Grundstücke und Grundstückteile in der Gemarkung Gießen gestellt: Bezeichnung des Flächen- Grundbuchmäßiger gehalt Eigentümer 40. VIII 41. VIII berhandelt werden soll. Sämtlichen Beteiligten steht es Beansprucht frei, den Verhandlungen während der obengenannten drei Tage beizuwohnen. wird 84 562 Weller, Ludwig III in Klein- die ganze Linden Die ganze Parzelle Parzelle die ganze Parzelle die ganze Parzelle 31. VIII Bezeichnung des FlächenNr. Grundstückes gehalt Flur Nr. qm 81 1711 Lenz, Ludwig XI. und Ehe frau, geb. Krämer in KleinLinden Grundbuchmäßiger Eigentümer die gange Parzelle Gießen. 32. VIII 82 Die nachstehende Bekanntmachung bringen wir zur Kenntnis der Beteiligten. 2678 Weigel, Kaspar VI und Ehe: frau, geb. Jung in KleinLinden die ganze Parzelle 33. VIII Gießen, den 9. Januar 1904. 83 2634 Lenz, Ludwig VIII Witwe, Katharine Lenz in KleinLinden die ganze Parzelle 34. VIII Barzelle 35. VIII 843/10 583 derselbe die ganze Parzelle 36. VIII 847/10 329 Weller, Kaspar IV in KleinLinden die ganze Barzelle 37. VIII 38. VIII 39. VIII 85 1201 Theiß, Elise Margarete in Klein- Linden die ganze Barzelle 855/10 883 86 diefelbe 610 Jung, Helene, geb. Weigel, die ganze 87 42. VIII 865/ 1,1195 566 875/10 2275 Ehefrau des Wilh. Jung 1 in Klein- Linden Weller, Kaspar IV in KleinLinden Weber, Job. Ehefrau, Marie geb. Weigel in Klein- Linden Weigel, Ludwig IX., Ehefrau Marie geb. Lenz in KleinLinden Parzelle die ganze Parzelle die ganze Parzelle die ganze Parzelle 43. VIII 88 1870 Jung. Johann Ludwig V. in Klein- Linden die ganze Parzelle 44. VIII 89 974 Jung, Johann Kaspar V. in Klein- Linden die ganze Nr. Grundstückes Fur Beansprucht wird 45. VIII 90 918 Nr. qm 1. VI 44 2. VI 46 706 849 Schäfer, Georg und Ehefrau geb. 2008 in Gießen Teigler, Friz und Ehefrau geb. Vogel in Gießen 369 qm( laut Mekbrief) 46. VIII 47. VIII 91 1780 92 1078 294 qm( laut Jung, Philipp IX.,( Johs. III. Sohn) in Klein- Linden Keller, Johannes und Ehefrau geb. Rubl in Klein- Linden Weigel, PhilippXVIII, Ehefrau Elisabethe geb. Lenz in Klein- Linden die ganze Barzelle Mebrier) 48. VIII 59 888 Noll, Louis Ehefrau. Luise geb. Schmehl in Gießen die ganze Parzelle 60 865 Lang, Georg II. Witwe, Anna mn Gießen die ganze Barzelle 49. VIII 50. VIII 925/10 1057 ( 93 94 Lenz, Johann XI. in KleinLinden 918 Schaum, Johannes in Klein: Linden 76 1434 Schaaf, Otto in Gießen die ganze Parzelle 77 1518 derselbe die ganze Parzelle 51. VIII 95 2184 78 52. VIII 96 Steinbergwerfe, vormals Fernie in Gießen 51 5044 dieselbe die ganze Parzelle die ganze Parzelle 1767 952 Müller, Karl, Ehefrau Katharina geb. Lenz Klein- Linden Weber, Joh. und Ehefrau geb. Weigel in Klein- Linden Lenz, Ludwig X. Ehefrau, Marie geb. Weigel in KleinLinden In : die ganze Parzelle 53. VIII 9. VIII 53 3750 dieselbe die ganze Parzelle 10. VIII 59 2922 Weber. Johannes und Ehe frau, geb. Weigel in KleinLinden die ganze Barzelle 11. VIII 60 2847 Kahl, Wilhelm in Gießen 764 qm( laut Meßbrief 12. VIII 61 2428 Lenz, Wilhelm III. in KleinLinden die ganze Parzelle 13. VIII die ganze Linden Parzelle 14. VIII 63 2266 Rinn, Elifabethe geb. Weigel, Ehefrau des Ph. Rinn III. in Klein Linden die ganze Parzelle 54. VIII 55. VIII 56. VIII 57. VIII 58. VIII 59. VIII 60. VIII 98 99 100 1250 1005/10 1254 291 97 1876 Hinterlang, Balth. und Ehefrau geb. Althaus in KleinLinden 1876 Germer, Wilhelm II. in KleinLinden 1699 Germer, Linden Schaum, Johannes in KleinLinden die ganze Parzelle die ganze Parzelle Karl in KleinLenz, Kaspar IV. in KleinLinden die ganze Parzelle die ganze Barzelle 2856 die ganze Barzelle 292 1202 295 919 64 1255 Rinn, Friedrich, in KleinLinden die ganze Barzelle 66 65 1454 Rinn, Katharina, Ehefrau des Philipp Jung XVII. in Klein- Linden 1560 Weigel, Ludwig IX. und Ehefrau, geb. Lenz in KleinLinden die ganze Parzelle die aanze Parzelle 67 1505 Schaum, Johannes, Ehefrau, Elisabethe, geb. Weigel in Klein- Linden die ganze Parzelle die ganze Parzelle 3. VI 4. VI 5. VI 6. VI 7. VI 8. VIII 15. VIII 16. VIII 17. VIII 18. VIII 19. VIII 20. VIII 21. VIII 22. VIII 24. VIII 4415 Gewerkschaft Gießener Braun62 1571 Lang, Elisabethe in Klein: 39 68 1001 Lenz. Johannes XI. Ehefrau, geb. Germer in Klein- Linden dieselbe 2684 Weigel, Karl, in Klein Linden die ganze 69 1032 Parzelle 70 die ganze Parzelle 23. VIII 72 74 2430 Weigel, Ludwig XI in KleinLinden 75 1287 Jung, Johann Ludwig V in Klein- Linden 71 1965 Jung, Kaspar V und Ehefrau die ganze geb. Weigel in Klein- Linden Parzelle 2255 Weigel, Elisabethe in Klein- die ganze Linden Barzelle 73 2342 Schäfer, Anton Ehefrau Elisa- die ganze beth geb Weigel in Klein- Parzelle Linden d'e ganze Parzelle die ganze Parzelle 27. VIII 76 1217 derselbe 28. VIII 77 29. VIII 78 1095 30. VIII 80 25. VIII 26. VIII 1096 Langsdorf, Wilhelm und Ehefrau geb. Weigel in Kleindieselben 79 u. 1872 Schimmel, Georg Ehefrau, geb. Weigel in Klein- Linden die ganze Baizelle die ganze Parzelle die ganze Parzelle die ganze Parzelle die ganze Parzelle die ganze Parzelle die ganze Barzelle die ganze Parzelle die ganze Parzelle Jäger, Georg Ehefran Helene geb. Faber in Klein- Linden Faber, Ludwig II. in Klein: 100qm( laut Linden Meßbrief) Germer, Luise geb. Weigel, 53 qm( laut Ehefrau des Friedrich Meßbrief) Germer in Klein- Linden Die Pläne, aus welchem die Lage der zu enteignenden Grundstücke ersehen werden kann, sowie der Enteignungsantrag nebst seinen nach Art. 23 des Enteignungsgesetzes erforderlichen Nachweisungen liegen vom 9. bis 23. Januar 1. I. bei der Großb. Bürgermeisterei Gießen während der üblichen Geschäftsstunden zu jedermanns Einsicht offen. Tagfahrt zur Verhandlung über den Plan und die Entschädigung wird anberaumt auf Montag, den 25. Januar 1 Is., vormittags 82 Uhr, an Ort und Stelle, beginnend bei Grundstück Flur Vl Nr. 44 Die Verhandlungen werden an demselben Tage nachmittags 3 Uhr und, soweit erforderlich, a den folgenden Tagen im Sigungssaale( 3immer Nr. 16) des Regierungsgebäudes dahier, Brandplaz Nr. 9, mit der Maßgabe fortgesetzt, daß über die Grundstücke a) D.-Nr. 1-20 am Montag, 25. Januar 1. Js. nachmittags 3 Uhr, b) O.-Nr. 21-40 am Dienstag, 26. Januar 1. Is., vormittags 8½ und nachmittags 3 Uhr, und c) Nr. 41-60 am Donnerstag. 28. Januar 1. Js, vormittags 8 und nachmittags 3 Uhr, Die Beteiligten, insbesondere die Eigentümer, Pächter, Mieter, Hypothefargläubiger, oder sonstige an den zu enteignenden Grundstücken Berechtigte werden hiermit aufgefordert: a) Ginwendungen gegen den Plan bei Meidung des Ausschlusses und Annahme der Einwilligung in die beanspruchte Abtretung oder Beschränkung, b) Erklärung auf die angebotene Entschädigungssumme bei Meidung der Unterstellung der Annahme des Angebots, c) Anträge auf Ausdehnung der Enteignung bei Meidung des Ausschusses mit solchen, d) Anträge auf Aufrechterhaltung bestehender Lasten ( Artikel 19 des Enteignungsgesetzes) bei Meidung. des Ausschlusses mit solchen, e) Anträge auf Einrichtung oder Unterhaltung von Anlagen, welche für die benachbarten Grundstücke zur Sicherung gegen Gefahren und Nachteile notwendig sind oder notwendig werden, bei Meidung des Ausschlusses mit solchen, f) etwaige noch unbekannte Ansprüche und Rechte an das zu enteignende Grundstück bei Meidung des Ausschlusses mit solchen in dem genannten Termin oder schon vorher bei dem Unterzeichueten schriftlich oder mündlich vorzubringen. Zugleich werden die Eigentümer beziehungsweise deren Rechtsnachfolger oder gefeßliche Vertreter aufgefordert, die Namen dritter Personen, welche als dinglich berechtigte oder wegen sonstiger Rechtsverhältnisse bei der Enteignung beteiligt sind, sofort nach Zustellung der Bekanntmachung dem dem Unterzeichneten mitzuteilen, widrigenfalls sie für deren Ansprüche gemäß Art. 27 Abs. 2 des Enteignungsges Bes verantwortlich werden. Die Unternehmerin wird zu dem Termin unter dem Rechtsnachteil vorgeladen, daß im Falle ihres Ausbleibens Berzichtleistung auf Fortsetzung des Enteignungsberfahrens unterstellt, und sie mit den bis dahin entstandenen Kosten belastet wird. Die Eigentümer der abzutretenden Grundstücke müssen von der Zustellung dieser Bekanntmachung an zu neuen Anlagen oder zu einer von der bisherigen bezw. der gewöhnlichen abweichenden Art der Bewirtschaftung die Genehmigung des Unternehmens einholen, widrigenfalls eine Ents- hädigung demnächst nur insoweit verlangt werden kann, als durch die Veränderung auch für den öffentlichen Zweck, für welchen die Enteignung geschieht, der Wert des Geländes erhöht worden ist. Räumt der Eigentümer einem anderen von dem Zeitpunkt der Zustellung an ein dringliches Recht an dem zu enteignen= den Grundstücke oder ein persönliches Recht auf dessen Benuzung ohne Genehmigung des Unternehmers ein, so steht jenem anderen eine besondere Entschädigung nicht zu. Gießen, den 5. Januar 1904. Der Großh. Kreisrat des Kreises Gießen. J. V. gez.: Dr. Kranzbühler. Mobiliar- Genossenschaften. Von einem Arbeiterfreund wird uns geschrieben: Wenr vielfach in den verschiedenartigsten Vereinen über den Mangel an häuslichem Sinn, der, wenn auch nicht allgemein, so doch in weiten Kreisen der Arbeiterschaft herrsche, geklagt wird, so werden doch die tieferen Ursachen dieser Er scheinung noch immer nicht gebührend gewürdigt. Meist rird die Schuld einer mangelhaften Erziehung der Frauen icigemessen, die, in frühester Jugend schon zum Geldverdienen gezwungen, in den Fabriken als Arbeiterinnen. tätig waren und infolgedessen weder Zeit noch Gelegenheit zur A: 1sbildung in der Hauswirtschaft hatten. Weiterhin glaubt man, daß auf die Männer das Vereinsleben und nicht zum mindeſten die politischen Organisationen mit ihren häufigen Versammlungen verderblich einwirken. Zweifellos tragen diese Verhältnisse auch einen Teil der Schuld, aber sie sind nicht die alleinigen Ursachen des bedauerlichen Zustandes. Mit zum größten Teil trägt wohl die Schuld die geringe Behaglichkeit, die in der Regel eine Arbeiterwohnung bietet. Die meisten Arbeiterehen sind, wenn nicht ganz besondere Verhältnisse vorliegen, wenn nicht der eine Eheteil Vermögen oder Ersparnisse besitzt, der Anfang einer laufenden Schuldverpflichtung. Um nur den unentbehrlichsten Hausrat beschaffen zu können, muß solch ein junges Paar meist auf lange Zeit hinaus die drückende Last regelmäßiger monatlicher Abzahlungen auf sich nehmen. Die Ratenzahlungen können nur durch genaueste Sparsamfeit innegehalten werden, und Zeiten vorübergehender Not infolge Rückgangs der Arbeitsgelegenheit oder infolge Krankheit verhängen über die Ar beiterfamilie nicht bloß das schmere chicks der Entbel die Seele den einzigen Refrain nur dazu hat: kein Endele 8.510 Eine Hausfrau.* sf um die Stirn trus. Jabei er trotz der Fesseln die Fäuste ballte: Schön guten Tag, Mit rauher Stimme schrie dieser, woII. Drei Jahre find vergangen Teuchtet Bom Herbitionnenishein be rungen und der Nahrungssorgen, sie vernichten vielmehr aud manchmal das gesamte Hauswesen. Obgleich die Abzahlungsgeschäfte schon in den Gesamtpreis ihre Risikoprämie hineingerechnet haben, sind sie vielfach bei rückständigen Ratenzahlungen selbst in Fällen völliger Schuldlosigkeit sehr unduldsam. Sie holen das auf Grund eines Leihvertrags zur Verfügung stehende Mobiliar wieder zurück, und die Familie steht nun vor der Notwendigkeit, auf bessere Zeiten zu warten, die ihnen nichts weiter bringen, als eine neue Schuldknechtschaft gegenüber einem Möbelgeschäft. Aber selbst wenn der Möbelhändler vollständig befriedigt ist, so bringen doch vorübergehende Schwierigkeiten große Gefahren für das Hauswesen. Der bescheidene Mobiliarbesig ist das einzige Gut, über das die meisten Arbeiterfamilien verfügen, und an diesem halten sich die Gläubiger mit ihren ausgeklagten Forderungen schadlos. Auch der fleißigste Mann und pünktlichste Zahler kann durch widrige Verhältnisse in solche Krisen hineinkommen, und dieses Bewußtsein muß entschieden die Freude an dem Hauswesen zerstören. Eine Arbeiterfamilie kann ihren Hausrat nur als ein auf Widerruf geliehenes Gut betrachten, und die Neigung, die Ersparnisse zur Verschönerung des Haushalts zu verwenden und dadurch die Behaglichkeit des Familienlebens zu erhöhen, wird in Arbeiterkreisen niemals besonders groß sein. Wie kann man nun diesen Zuständen abhelfen? Vielfach ist vorgeschlagen worden, daß auf eine Erleichterung der Ratenzahlungen hingewirkt werden möge, ein Bestreben, das aussichtslos ist, weil der Möbelhändler ein großes Interesse an raschen Umsäßen hat. Die einzige Möglichkeit, dem Arbeiter eine in bescheidenen Grenzen gehaltene Behaglichkeit und einen Schutz gegen Vermögensverluste in ungünstigen Zeiten zu bieten, ist die Schaffung von Mobiliar. genossenschaften, welche die Ausstattung von ganzen Haushalten gegen billige Verzinsung des Kapitals und niedrige Amortisations- und Abnüßungsquote ermöglichen. Auf die Art der Ausführung dieser Genossenschaften wollen wir einstweilen nicht näher eingehen und nur darauf hinweisen, daß auf diesem Wege der scheinbare Eigenbesiz seinem wahren Wesen näher gebracht würde und daß die erleichterte Möglichkeit zur Begründung einer Familie zweifellos auch im Interesse de Sittlichkeit zu begrüßen wäre. Die Politik. und dem Zentralausschuß der reichsländischen demokratischen Partei hat eine Besprechung über diese Frage stattgefunden, die zu dem Ergebnis führte, daß die Bildung eines gemeinsamen Aktionskomitees in Aussicht genommen wurde. A Der Verband der Privatärzte in Preußen hält am 17. Januar seine Generalversammlung in Berlin ab. Außer geschäftlichen Angelegenheiten sollen folgende Gegenstände beraten werden: Privatpraris der Militär veterinär ärzte; Kurpfuscherei mit Arzneimitteln, Aufhebung der Gebührentare vom Jahre 1815 und eventuelle Aufstellung einer neuen Tare; Impfpraris; Veterinärpolizei; Fleischbeschau. * Von den Vorlagen, die dem Reichstag bei seinem heutigen Wiederzusammentritt unterbreitet werden, sollen bekanntlich zwei, der Gesezentwurf betr. die Verlängerung des Friedenspräsenzgesetzes und die Novelle zum Servistarifgesetz vom 7. Juli 1902 bis zum 1. April 1904, wo beide Geseze in Kraft treten sollen, vom Hause berabschiedet sein. Während sich das bei der Vorlage über die Friedenspräsenz leicht ermöglichen läßt, dürfte die Novelle zum Servistarifgeset, die bestimmt, daß die nächste Revision der Klasseneinteilung der Orte spätestens mit Wirfung vom 1. April 1904 db erfolgen soll, auf Schwierigkeiten stoßen. Gerade dieser gesezgeberische Stoff erfordert wegen der großen Zahl von Einzelwünschen, die sich an die Klasseneinteilung der Orte knüpfen, eine langwierige Beratung, und ob diese sich in den zur Verfügung stehenden zwei Monaten wird ganz durchführen lassen, steht dahin. Wird dieser Gesezentwurf im Reichstage nicht vor den Osterferien verabschiedet, so würde er das Geschick seines Vorgängers, des oben erwähnten Gesetzes vom 7. Juli 1902, teilen, das auch einen früheren Termin für seinen Geltungsbeginn als für seine Veröffentlichung aufwies. Der Chef des großen Generalstabes, Generaloberst Graf Schlieffen, ist vom König ins preußischt Herrenhaus berufen worden. Italien. Die Meldungen, im Vatikan seien Bestrebungen wegen einer Abschaffung des Vetorechts der katholischen Mächte bei der Papstwahl im Gange, finden ihre Bestätigung. Wie in vatikanischen Kreisen verlautet, will der Papst anordnen, daß jeder Kardinal bei seiner Ernennung schwören solle, er werde niemals in einem Konklave im Namen seiner Regierung von dem Vetorecht Gebrauch machen. Auch die gegenwärtigen Mitglieder des Kardinalkollegiums hätten einen solchen Eid zu leisten. Die Frage ist nun, wie sich die beteiligten katholischen Mächte- Desterreich- Ungarn, Frankzu diesem Plane stellen reich, Spanien und Italien werden. Belgien. Nicht nur ein Zollvereinsvertrag, sondern ein förm liches Schuß- und Trukbündnis zwischen Belgien und Holland abzuschließen, soll nach neueren Meldungen der Zweck des Besuches des holländischen Ministers des AeuBeren Kuyper in Brüssel sein. Diese Meldung ist, wie unser Berliner CB- Mitarbeiter von zuständiger Seite hört, un zutreffend; ein Schutz- und Trußbündnis beider Staaten ist schon deshalb nicht möglich, weil sie neutrale Staater find. also Angriffe von auken her nicht zu befürchten haben. Balkan- Staaten, König Peter hat bekanntlich es war eine seiner ersten Regierungshandlungen einen neuen serbischen Orden gestiftet. Der neue Orden heißt Stern Karageorgievitsch." Die Stuptschina nahm vor ihrer Vertagung das Gesetz über die Schaffung dieses neuen Ordens an. Dieser ist ein goldenes Kreuz mit weiß emaillierter Verzierung. In der Mitte des Kreuzes befindet sich ein Ring mit der Inschrift:„ Für Glauben und Freiheit 1804". Auf der anderen Seite steht: Peter I. 1904." Der Orden hat bier Klassen. Die mit diesem Orden im Kriege ausgezeichneten Offiziere haben das Recht, auch in Pension Uniform zu tragen, während Reserveoffiziere, welche den Orden im Kriege erhielten, ohne vorhergehende Prüfung in den aktiven Dienst übertreten können. Von der katholischen Landespartei der Reichslande wird neuerdings der Erlaß eines Sozialistengesezes für ElsaßLothringen angeregt. Seine wesentlichen Bestimmungen sind nach dem Vorschlag der Partei folgende:„ Nichtig und verboten ist jeder Verein, der einen unerlaubten oder gesezwidrigen oder den guten Sitten zuwiderlaufenden Zweck hat oder die monarchische Form der Regierung antasten wollte. Kein sozialistischer Verein kann sich bilden ohne eine Autorisation, die erteilt werden muß durch ein Gesetz, welches die Bedingungen seiner Wirksamkeit bestimmt. Keine neue Ortsgruppe fann gegründet werden ohne Genehmigung durch ein Defret im Staatsrat. Die Auflösung des Vereins oder die Aufhebung jeder Ortsgruppe kann ausgesprochen werden durch Dekret, erlassen vom Ministerrat. Jeder Verein, der sich ohne Autorisation gebildet hat, wird für unerlaubt erklärt. Die Mitglieder werden bestraft mit Geldstrafen bis zu 3000 Mark oder mit Gefängnis bis zu einem Jahre. Die Strafe wird für die Gründer oder Verwalter auf das doppelte erhöht." Ein solches Gesetz würde selbstverständlich die Bildung sozialdemokratischer Vereinigungen in Elsaß- Lothringen völlig unmöglich machen. Dieser Vorschlag der katholischen Landespartei wird den gegen Ende dieses Monats zusammentretenden elsaẞ- lothringischen Landesausschuß gleich zu Beginn der Tagung beschäftigen. In deutschen Arbeitgebekreisen gegenwärtig eine große Antistreikorganisation vorbereitet. Es soll eine große Organisation sämtlicher industriellen Arbeitgeber geschaffen werden, um den von der Sozialdemokratie verursachten Arbeitseinstellungen fräftig entgegentreten zu fönnen. Eine Vorbesprechung sämtlicher in Betracht kommender Verbände, nicht nur derjenigen der Tertilbranche, findet demnächst statt. wird O Jm Degerlocher Walde bei Stuttgart wurde am Sonntag der frühere sozialdemokratische Reichstagsabgeord nete Agster erhängt aufgefunden. Agster hat, wie bekannt, früher einmal im Reichstagsgebäude einen Selbstmordversuch gemacht; er litt seit einigen Jahren an Geistesstörung. Türkei. Zur offenen Empörung gegen die Reformmaßregeln in Mazedonien scheint es bei Prizrend kommen zu sollen: Viertausend bewaffnete Miriditen besetzten die Straße zwischen Prizrend und Stutari, um der Reformgendarmerie Widerstand zu leisten. Ebenfalls auf Feindseligkeiten der Bevölferung gegen die Reformaktion läßt eine Meldung schließen, wonach in Kotschana( Wilajet Uestüb) das Militärdepot abgebrannt ist, die Entstehungsursache des Brandes ist noch nicht bekannt, jedenfalls aber handelt es sich um böswillige Brandstiftung. Es sind Truppenverstärkungen nach Kotschana gesandt worden. O Von polnischer Seite wird die Begründung einer politischen Bibliothek für die polnischen Fraktionen des Reichstages und des Abgeordnetenhauses geplant. Sie soll, wie polnische Blätter erklären,„ 34 Zwecken der Verteidigung dienen, denn die polnischen Ab geordneten müßten eine bequeme Gelegenheit haben, sich über die politischen Bestrebungen des polnischen Volkes orien tieren und belehren zu können". Da hierzu die amtliche Bibliothek des Landtages sowie des Reichstages angeblich nicht ausreicht, will man in einem in der Nähe gelegenen Restaurant ein Zimmer mieten und hier die polnische Bibliothek unterbringen. Anserika. wostot uberwinternden Kriegsschiffe befänden sich sämtlich auf der dortigen Rhede. Es seien feinerlei besondere Kriegsvorbereitungen bemerkbar. Ferner läßt das russische Marineministerium erklären, daß es Absichten, irgend welche ausländische Schiffe zu kaufen, weder hat noch gehabt hat, und daß es keine Unterhandlungen mit irgend jemand darüber geführt hat. Auch die Gerüchte über angebliche Verhandlungen mit der Türkei wegen der Durchfahrt russischer Kriegsschiffe durch die Meerengen werden von den beteiligten Stellen für unbegründet erklärt. Es will scheinen, als sei das Ende der Selbständigkeit der Republik Santo Domingo gekommen. Eine Meldung aus Newyork besagt: Der Präsident Jimenes der in Santiago errichteten provisorischen Regierung hat Santo Do mingo beschossen. Eine Granate ist in der amerikanischen Gesandtschaft explodiert. Ein Zusammenschluß der liberalen Parteien des Reichslandes wird gegenwärtig angebahnt. Zwischen den Delegierten der liberalen eliaz- lotbringischen Landespartei Das ist für die Yankees, die die Beschießung der Stadt verboten hatten, ein willkommener Anlaß, einzuschreiten. Und das Ende dieses Einschreitens wird sein, daß Santo Domingo und dann selbstverständlich auch Haiti in ähnliche Beziehungen zu den Vereinigten Staaten treten muß, wie das autonome" Kuba. Heer und flotte. Von japanischer Seite werden ebenfalls die Meldungen, Japan habe Truppen nach Korea entsandt und alle strategisch wichtigen Punkte der Südküste einschließlich Masampho und Mogpo befeßt, für reine Erfindung erklärt. Die englischen Schwindelmären haben diesmal also in der Tat kurze Beine gehabt. Indessen, ganz so friedfertig, wie es nach diesen Dementis scheinen könnte, sind die beiden Gegner denn doch nicht gesonnen. Wo einer dem andern Abbruch tun kann, greift er mit beiden Händen zu. So wird aus Genua gemeldet, unbekannte Arbeiter hätten an Bord des einen der beiden von Japan gekauften, bis dahin argentinischen Kreuzer die an der Pulverkammer vorüberführende elektrische Lichtleitung unterbrochen und einen Eisendraht eingeschaltet, der in die Pulverkammer führte. Dieser Draht sollte offenbar, sobald die Leitung in Betrieb genommen wurde, sich bis zum Erglühen erhißen und so die Munitionsvorräte zur Entzündung und das Schiff zur Erplosion bringen. Der schändliche Plan mißglückte, da die Leitung an der Ein. schaltungsstelle durchbrannte. Man vermutet natürlich, daß die Arbeiter, die sich auf dem Schiff eingeschmuggelt hatten, in Rußlands Solde standen. Uebrigens wurde, als die beiden Kreuzer aus den Hafen von Genua ausgelaufen waren, beobachtet, daß sie lebhaft signalisierten, wie man annimmt, mit einem englischen Geschwader, das in der Nähe kreuzte, um die beiden Schiffe gegen etwaige russische Angriffe zu schüßen. In der Tat wurde dann auch bald nach der Abfahrt der beiden Schiffe ein russisches Geschwader gesichtet. Der Posten eines Flottenbaumeisters ist infolge der Bildung der aktiven Schlachtflotte nunmehr geschaffen. Der Schiffbaumeister Neudeck von der Kieler Reichswerft wurde mit der Verwaltung dieses Postens beauftragt. Ihm sind alle Schiffe der heimischen Schlachtflotte in schiffbaulicher Beziehung unterstellt. Neudeck hat sich als Schriftsteller und Zehrer der Marineakademie hervorgetan, er war bereits Geschwaderbaumeister beim ostasiatischen Kreuzergeschwader. Jetzt ist der Stab der aktiven Schlachtflotte vollzählig; er zählt sechs Seeoffiziere als Admiralstabsoffiziere und Flaggleutnants, je einen Flotteningenieur, Flottenbaumeister, Flottenarzt, Flottenzahlmeister, Oberkriegsgerichtsrat und Flottensekretär. * Hof und Gesellschaft. Schließlich sei noch erwähnt, daß Deutschland bei Feindseligkeiten zwischen Rußland und Japan eine strikt neutrale Haltung einnehmen, und daß dieselbe Haltung auch von den übrigen Mitgliedern des Dreibundes bewahrt werden wird. Nah und Fern. + Der Crimmitschauer Ausstand soll nach Meldungen aus Dresden einen Meinungsaustausch zwischen dem Reichsamt des Innern und der sächsischen Regierung zur Folge gehabt haben über die Frage, ob nicht die reichsrechtlichen Vorschriften verletzt seien. Die Nachricht klingt nicht sehr wahrscheinlich. Die bereits angekündigte Denkschrift der sächsischen Regierung wird dem Vernehmen nach namentlich die Vermittelungsarbeit des Geheimrats Roscher behandeln und die Maßregeln der Behörden rechtfertigen. Daß der Streit für die Crimmitschauer Industrie unter allen Umständen schwere Folgen haben wird, beweist der Umstand, daß in der Nähe von M.- Gladbach eine große Spinnerei von Vigognegarnen erbaut werden soll. Ebenso haben eine Anzahl niederrheinischer Industrieeller die Errichtung eigener Imitat- und Feingarnspinnereien und Fabriken beschlossen, um sich von den sächsischen Garnen zu emanzipieren. Der Kaiser wohnte gestern in Landeshut, wohin er sich vom Berliner Bahnhof Friedrichstraße mit dem Frühzuge um 28 Uhr begeben hatte, der Vermählung der Gräfin Armgard zu Stolberg- Wernigerode mit dem Grafen Platen zu Hallermund auf Schloß Kreppelhof bei. Am Hochzeitsmahl nahmen 80 Personen teil. Der Kaiser war sehr guter Laune und sah ungemein frisch aus. Von Kreppelhof begab sich der Kaiser nach Breslau, wo er um 29 Uhr eintraf. Er begab sich direkt vom Bahnhof nach dem fürstbischöflichen Palais, um bei dem Kardinal Kopp das Souper einzunehmen. Nach Aufhebung der Tafel fuhr der Monarch nach dem Königlichen Schlosse, wo er übernachtete. Im Laufe des heutigen Dienstags verbringt der Kaiser, wie bereits gemeldet, einige Stunden im Kreise seines Leibkürassierregiments in dessen Kasernement in Kleinberg, bei dieser Gelegenheit erfolgt die Einweihung des Erweiterungsbaues des Offiziers- Kasinos. Heute abend kehrt der Kaiser nach Berlin zurück. Friedlichere Husfichten. Was heute an Nachrichten aus Ostasien vorliegt, ist im ganzen Frieden verheißend. Alle englischen Meldungen über russische und japanische Truppenbewegungen werden von den Kabinetten in Petersburg und Tokio dementiert. So melden russische offiziöse Berichte, die englische Mitteilung, daß die in Wladiwostok befindlichen russischen Kriegsichiffe in See gegangen feien, sei unrichtig. Die in WladiOpfer des Eissports. Auf den Flußläufen der Spree und Havel in der näheren Umgebung Berlins ertranken an einem einzigen Tage nicht weniger als 5 Personen, die dem Schlittschuhsport oblagen. Weiter ereigneten sich eine ganze Anzahl gefährlicher Unfälle, bei denen die Betroffenen meist nur mit genauer Not dem Tode entrannen. Die Kälte in Schlesien ist so hart, daß in den letzten Tagen nicht weniger als sechs Personen in der Provinz erfroren aufgefunden wurden. Bei Gleiwitz legte sich ein unbefannter Arbeiter, um nicht zu erstarren, an einer brennenden Schlackenhalde der Franz- Zinkhütte. Er fand aber doch den Tod, da urch die Glut seine Kleider Feuer fingen und er berbrannte. Der Eisenbahnzug auf dem Perron. Durch einen eigenartigen Unfall wurde auf dem Münchener Zentralbahnhof ein Reisender schwer verletzt. Ein Personenzug überfuhr den Prellbock und drang auf dem Bahnsteig bis zur Perronsperre vor. Dabei faßte die Maschine den dort stehenden Reisenden. Eine Dame wurde leicht, berlept. mer eingef bat ihn, a nun dem pifchen G den Brett 3mei Nev Garfields und fid Die + Der Schiffskassendiebstahl an Bord des Lloyddampfers ,, Karlsruhe", der, wie seiner Zeit gemeldet, die Verhaftung des Schiffszahlmeisters zur Folge hatte, hat nunmehr eine überraschende Aufklärung gefunden. Wie erinnerlich, wurde, als sich der Dampfer auf der Reise von Australien nach der Heimat befand, in Neapel die Schiffskaffe mit 15 500 Mart bermißt. Gleichzeitig desertierte im dortigen Hafen der zur Besatzung des Dampfers gehörige Steward Georg Albert, auf den deshalb von vornherein der Verdacht des Diebstahls fiel. Der hinter dem Flüchtigen erlassene Steckbrief blieb ohne Erfolg. Als nun der nach Australien bestimmte Lloyddampfer Gera" fürzlich in Neapel Anker geworfen hatte, schiffte sich dort zur Mitfahrt als Passagier erster Klasse und von einer Dame begleidet, ein elegant gekleideter Fremder ein, der sich Freiherr v. Crailsheim nannte. Zufälligerweise befand sich aber auf der Gera" ein Steward, welcher während des Schiffskassendiebstahls auf der Karlsruhe" Dienste tat. Dieser erkannte in dem angeblichen Freiherrn einen ehemaligen Kollegen Albert und machte von seiner Wahrnehmung sofort dem Kapitän Mitteilung. Der Kapitän ließ den PseudoFreiherrn hinter Schloß und Riegel seßen; bei der Durchsuchung seiner Effekten wurde von dem gestohlenen Gelde noch ein Betrag von 5600 Mark vorgefunden. Arain) find häftigte m Srei bon il Bevölkerung find sonst bieiten der fonft irgen Kampf im Löwenkäfig. In einer Menagerie zu Paris wurde der Besitzer Drorler vor einem zahlreichen Bublikum bei Dressurversuchen im Löwenfäfig von einer Löwin ange fallen und schwer verletzt, auch seine Frau erlitt erhebliche Verpundungen. Die Löwin wurde schließlich von einem Schutzmann erschossen. Das Drama am Telephon. Ein furchtbares Drama spielte sich in Newyork ab. Dort wird zur Zeit allabendlich die bekannte furze Tragödie„ Am Telephon" aufgeführt, in der geschildert wird, wie ein Mann vermittels des Telephons der Ermordung seiner Frau, die sich fern von ihm in seinem Landhause befindet, gewissermaßen beiwohnt und die entsetzliche Szene mit erlebt. Der Schauspieler Garfield, der in den Vorstellungen mitwirkt, hat jetzt die Dichtung in schreckliche Wahrheit übertragen. Er rief des Abends, nachdem er sich mit seiner Frau in seinem ZimBlattern mi + Bufan auf feinem Männer be Als er ihn legbares auf 10 G rief, auf der Jäger und zu Lo Der explofion 4 eingetroffer daß durch d wurden. Kreuzer die Signaldeut Bunte Dresden e Schandau felbit. Jm Sämtlide D dentlichen univerfität Au Gießen Nadjuchen und erfpri Bräfident demnäch direktor Bräfiden Nagri Inform ftatt und jedesmal Lose wird 20 000 bierfigige 1 Lauter geschirr, und Foh Geräte u prämitet. Fonzert f wache ein 30genen S Bahn in Rommiffic Borfißend borsteher burg, F Lohnfutfch Lemme, Schwan ** Gießen welcher flattfand, fanden Anwesen Stider Jauftr * Gießen nehmend fach zu das Be befördern man gla gefiene 8 Den jebi immerhin Die Reif Mondna das erfte dürftiger Deutung ift, tonn wieder be * sämtlich Kriegsiche Ma welche habt hat, djemand angebliche fahrt ruj von den eldungen, le strate Rajampho Die eng Lat furze Diefen De denn doch tun fann, Benua geeinen der chen Kreue elektrische ingeschaltet, jollte offen wurde, sich porräte zur gen. Der der Ein. ürlich, daß elt hatten, , als die usgelaufen , wie man n der Nähe ussische An ch bald nach Geschwader hland bei ine stritt iefelbe. Hal Dreibundes ungen aus Reichsamt olge gehabt ichen Vorsehr wahrder säch nentlich die andeln und der Streif Umständen , daß in der on Vigogneeine Anzahl ng eigener en. beschlossen, n der Spree ertranten an nen, die dem ch eine ganze offenen meist n den letzten Provinz er ich ein unberbrennenden ber doch den ngen und er Durch einen ner ZentralOnenzug übersteig bis zur den dort steberletzt. loyddampfers e Verhaftung unmehr eine erlich, wurde, ien nach der 5 500 Mart fen der zur eorg Albert, s Diebstahls eckbrief blieb mmte Lloyd. vorfen hatte, er Alaffe und eter Fremder fälligerweise cher während Dienste tat. nehemaligen mung fofort den Pseudoder Durch lenen Gelde erie zu Paris jen Publikum Löwin ange erhebliche Ver einem Schußtbares Drama Zeit allabendephon" aufgem vermittels die sich fern jjermaßen beiDer Schan wirft, hat jetzt agen. Er rief in seinem 3im mer eingeschlossen hatte, einen Bekannten ans Telephon unt bat ihn, am Apparat zu bleiben. Der Draht übermittelte nun dem aufmerksam Lauschender eine furchtbare Szene zwischen Garfield und seiner Frau, die aufs Haar der aus den Brettern aufgeführten glich. Zum Schluß ertönten zwei Revolverschüsse dann war alles still. Als man Garfields Wohnung crbrad), fand man, daß er seine Frau und sich unmittelbar an dem Telephon erschossen hatte. Die Blattern. In Birnbaum( Bezirk Radmannsdorf, Krain) sind sieben beim Bau des Karawankentunnels beschäftigte mazedonische Arbeiter an den Blattern erkrankt und drei von ihnen bereits gestorben. Alle Arbeiter sowie die Bevölkerung in der Umgebung sind geimpft worden; auch sind sonst alle Vorsichtsmaßregeln getroffen, um ein Ausbieiten der Epidemie zu verhindern. In Laibach selbst oder sonst irgendwo in Krain ist ein Fall von Erkrankung an Blattern nicht vorgekommen. † Zusammenstoß mit Wilderern. Ein Jagdpächter tras auf seinem Revier im Kerpener Gemeindebusch( Rhld.) zwei Männer beim Wildern an. Er rief sie an, aber ohne Erfolg. Als er ihnen dann nachsetzte, machte der eine ein zusammen. legbares Gewehr zurecht, lud und legte, als der Jäger ihm auf 10 Schritte beigekommen war und ihm„ Halt!" entgegenrief, auf diesen an. Doch im selben Augenblick hatte auch der Jäger sein Gewehr an der Backe. Sein Schuß krachte und zu Tode getroffen brach der Wilderer zusammen. Der englische Kreuzer„ Wallaroo", auf dem eine Kesselexplosion 43 Personen getötet haben sollte, ist jetzt in Sidner eingetroffen. Glücklicherweise hat sich nun herausgestellt, daß durch die Katastrophe nur 4 Mann getötet und 3 berlebi wurden. Man hatte auf der Insel Montague, wohin der Kreuzer die erste Nachricht signalisierte, einen Irrtum in der Signaldeutung begangen. Bunte Chronif. Auf dem Friedhof von Tolkewitz bei Dresden erichon ein Sattlermeister aus Kunnersdorf bei Schandau seinen etwa zehnjährigen Sohn und dann sich selbst. Im Kölner luchtbegünstigungsprozeß Bauer haben fämtlide Angefluate Revision eingelegt. Lokales. 12. Januar 1904. * Der Großherzog hat am 9. Januar den ordentlichen Professor in der theologischen Fakultät der Landesuniversität Geheimen Kirchenrat Dr. Ferdinand Rattenbusch zu Gießen mit Wirkung vom 1. April 1904 ab auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen und ersprießlichen Dienste aus dem Staatsdienste entlassen. Es wird uns aus Frankfurt geschrieben:„ Der Präsident des hessischen Oberkonsistoriums A. Buchner werde demnächst zurücktreten und an seine Stelle der ProvinzialDr. Breidert, ernannt." berbesse - direktor der Provinz zum Diese Präsidenten des Nachricht trifft nach von uns eingezogenen Informationen nicht zu. * Pferdemärkte finden in diesem Jahre zwei statt und zwar am 16. März und 7. September womit jedesmal eine Verlosung verbunden ist; der Vertrieb der Lose wird wieder Heren Buchacker übertragen. Es sind mit folgenden Haupttreffern; 1 20 000 Lose bound silberplatiertem Geschirr, vierfißige Equipage nebst 1 Lauterbacher Wagen mit Kutschierbock und Kummet. geschirr, 1 Reitpferd nebst Sattel und Baumzeug, 7 Pferde und Fohlen, Nähmaschinen, Fahrräder, landwirtschaftliche Geräte und Haushaltungsgegenstände. Die Vorführung prämitrt.r Pferde und Geschirre soll versuchsweise bei Konzert stattfinden und außer dieser Neuerung eine Sanitätswache eingerichtet werden. An Stelle des nach Mainz verzogenen Oberstleutnants Freiherr von Normann ist Major Bahn in die Kommission eingetreten. Die PferdemarktRommission fezt sich wie folgt zusammen: Stadv. Kirch Borsigender, Brauereibefizer Bichler, Stellvertreter, Bureauvorsteher Allendorf, Sekretär, Universitätsreitlehrer Creuz burg, Fabrikant Heinrich Emelius, Stadtv. Helfrich, Hoflohnfutscher Huhn, Stadtv. Jughardt, Brauereidireftor Lemmé, Dr. Liebe, Defon mierat Schlenke, Weinhändler Schwan und Major Zahn. ** Der dritte Mitgliederabend der Ortsgruppe Gießen der Vereinigung für Hess. Volkskunde, welcher gestern Abend im unteren Saale des Café Ebel stattfand, war sehr gut besucht; später tommende Besucher fanden teinen Plaz. Mit großem Interesse folgten die Anwesenden dem lehrreichen Vortrag des Herrn Prof. Dr. Stider über:" Der Aussaß im Mittelalter". Mehrere Jauftrationen wurden am Schluß herumgereicht. Die Gemälde ausstellung am Brand in Gießen Donnerstag und Freitag wegen vorzunehmendem Gemäldewechsel geschlossen. * * * Die Oberhessische Bahn, die schon mehrfach zu Klagen Anlaß gab, leistete sich heute Morgen sogar das Bergnügen" die Reifenden 3. Klasse im dunklen zu befördern, ein Lämpchen spendete ein spärliches Licht und man glaubte sich in diesem Dämmerlicht in eine längst vergessene Zeit zurückverseßt. Wohl sind die Gasbehälter bei den jeßigen furzen Tagen sehr in Anspruch genommen, immerhin ist dies noch nicht Grund genug in jeßiger Zeit die Reisenden im halbdunkel( nebenbet bemerkt, ist eine Mondnacht heller) zu befördern. Uebrigens war es nicht das erste Mal in diesem Winter, daß der Zug mit notdürftiger Beleuchtung 7.53 Uhr in Gießen einlief. Die Deutung der Buchstaben O.-H. E., wie sie im Volksmunde ist, fonnte man von den Reisenden auch heute Morgen wieder vernehmen. * Landtagsabgeordneter Hirschel hat die abermalige auf ihn gefallene Wahl zum ersten Vorsitzenden des Verbandes wieder angenommen. ** Aus Mangel an Mitteln werden die abwechselnd in den drei Provinzen des Großherzogtums abgehaltenen Bortragskurse für praktische Landwirte in diesem Jahre nicht abgehalten. ** Die Glätte, die jeßt auf den Straßen herrscht, sollte wohl die Haus befizer veranlassen, darauf zu sehen, daß vor ihren Türen gestreut wird. Man kann jedoch oft sehen, daß größere Strecken unbestreut bleiben und sollte man denken, daß die Straßenanlieger schon im eigenen Interesse darauf sehen würden, daß auf der Straße vor ihren Häusern gestreut wird. Denn sollte Jemand, wo dies unterlassen wurde zu Fall kommen und sich verlegen, so tann der betreffende Anlieger haftpflichtig gemacht werden. ** Neue Pfünfzigpfennig stücke. Ueber die Ausgabe neuer Fünfzigpfennigftücke wird berichtet, daß die Umgestaltung des Fünfzigpfennigstückes gegenwärtig im Reichsschazamte noch Erwägungen unterliegt, deren Abschluß binnen kurzem bevorsteht. Die Einführung eines neuen Zwanzigpfennigftückes wird indes nicht beabsichtigt. R.-B. Vom 1. Februar an wird an Stelle der jezt bestehenden Reichsbant nebenstelle in Hamm ( Westfalen) eine Reichsbank ft elle daselbst errichtet, von welcher die Reichsbantnebenstellen in Lippstadt, Paderborn, Soeft und Unna abhängig sind. × Wieseck. Unser Dorf beabsichtigt den Bau einer Wasserleitung; die Quellen liegen am Hangelstein. + Klein- Linden, 10. Jan. Bei dem geftrigen Treibjagen, das seitens der Universität in hiesiger Gemarkung abgehalten wurde, brachten die Schüßen 40 Hafen zur Strecke. () Heuchelheim, 10. Jan. Gestern wurde ein Fuhrmann von seinem durchgegangen Gefährt überfahren und erlitt leichte Berlegungen. Heuchelheim. Vergangene Woche sind an der Kreisstraße nach Heuchelheim mehrere Bäumchen, jedenfalls im unverständlichen Uebermut, arg beschädigt worden. Den Tätern ist man auf der Spur. Alsfeld, 11. Jan. Bei der nächsten Volkszählung wird unsere Bevölkerungsziffer wohl die Zahl 5000 überschreiten. XHomberg a. d. Ohm. Der Ortsgewerbeverein beginnt am 17. I. M. einen Buchführungskursus. - - Kirchhain, 10. Jan. Ein Geflügel- und Vogelzucht Verein wurde hier am Sonntag unter dem Namen: Geflügelund Vogelzuchtverein für den Kreis Kirchhain und Umgebung und Vogelzuchtverein für den Kreis Kirchhain und Umgebung gebildet. Der Beitritt zum Hessischen Geflügelzuchtverband wurde beschlossen. Heute sind dem Verein etwa 50 Mitglieder beigetreten, doch steht zu erwarten, daß sich diese Bahl bald auf das Dreifache steigern wird. In Ulfa hat der Gemeinderat beschlossen, daß inneraufgehängt werden, um der bedenklichen Abnahme der Inhalb der Gemarkung 200 Nistkästen für Meisen, settenvertilger zu steuern. * * I Wüstwillenroth hat dieser Tage bei einer Schlägerei der Bürgermeister, der den Streit schlichten wollte, mit einem Bierglas einem 20jährigen Burschen derart auf den Kopf geschlagen, daß er ohnmächtig zusammenbrach. Die Staatsanwalt hat die Sache in die Hand genommen. Aus Franken. 10. Jan. Auf dem Mühlbache bei Lichtenfels brach das 7jährige Söhnchen des Bauers Ranig ein und ertrant. Frankfurt. Nach Mitteilung des Statistischen Amtes ist die Voltszahl für den Stadtkreis Frankfurt a. M. am 1. Januar 1904 mit rund 312,000 anzunehmen. Mainz, 10. Jan. Auf dem Wege zur Kirche erblindete gestern plöglich das 51 Jahre alte Frl Wagner. Die Erblindung war eine vollständige. Die Unglückliche wurde in das Rochusspital gebracht. Mainz, 11. Jan. Hauptmann a. D. Mayer wurde von der Anklage des Diebstahls freigesprochen. Die Eheleute öreg aus Nieder- Ingelheim wurde nicht vereidigt, da sie selbst der Tat verdächtig sind. Deutschlands Edelstein. Die Ententemächte beabsichtigten, Deutschland um einen Oberkommandirenden über die mazedonische Gendarmerie zu ersuchen, erhielten aber in Be: lin einen ablehnenden Bescheid. Nun wurde ein italienischer General berufen. Wir lehrten schießen Japans Söhne, Wir drillten den Chinesen auch, Es instruirte der Chilene Sein ganzes Heer nach deutschem Brauch. Geführt von deutschen Offizieren Ist selbst die türkische Armee, Und allen Völkern tommandiren Ließ man den Grafen Waldersee. Sie alle segen ein Vertrauen Ein rührendes, in Doch mehr noch i in unjeegt erbauen, Was Desterreich- Rußland von uns will: Wir sollten ihnen, um zu fnechten Den mazedonischen Krawall, Bald billigst liefern einen echten Schandarmen- Ober- General. Wetterbericht. ( Wetterdienst zu Gießen: Peppler.) Verlauf der Witterung von Samstag bis Montag. Das östliche HOCH hat sich auf der Rückseite des ab= zie henden TIEF's wiederum westwärts ausgedehnt. Infolgedessen drehte der Wind nach Süden und Südosten zurück, die Niederschläge hörten auf und es stellte sich leichter Frost ein. Heute morgen ist ein neues TIEF über Italien erschienen. Dasselbe scheint nord stwärts vorzubringen. Ein westlich Irland aufgetauchtes TIEF zieht weit im Nordwesten vorüber, ohne uns zu beeinflussen. Daher voraussichtliche Witterung für Dienstag und Mittwoch trüb, windig, leichter Frost, geringe Schneefälle. Holz Versteigerungen. Wieseck. Im Gemeindewald werden Freitag, den 15. Januar, vormittags 10 Uhr im Dirift Heide versteigert: 103 Nadelstämme m. 55,83 Fm., 5 Eichenderbftang. m. 0, 13 Fm., 182 Nadelderbstang. m. 7,40 Fm., 204 Rm. NadelScheith., 102 Rm. Nadel- Knüppelb., 1680 Wellen NadelReish., 4,5 Rm. Nadel- Stecky. Die Zusammenkunft ist auf der Straße nach Daubringen. Allendorf a. d. Lda. Donnerstag, den 14. Januar 1904, vormittags 1/210 Uhr werden in unsern Waldungen Diftriften Zimmerplatz, Rundehag usw. 17 Eich.- Stämme m. 9,01 Fm. 82 Nad.- Stämme m. 31,58 Fm., 392 NadelDerbstang. m. 44,28 Fm., 10 Rad.- Reisstang., 12 Rm. Eich.- Nußsch., 8 Rm. Eich.- Knüpp., 17 Rm. Nad. Nußfnüpp. 7,5 Rm. Buch.- Scheit, 12 Rm. Eich.- Scheit, 1,5 Rm. Nad.Scheit, 14 Rm. Buch.- Knüpp., 22,5 Rm. Eich.- Knüpp., Eich. Reiser, 195 Rm. Rad.- Reiser, 6 Rm. Buch.- Stock, 168 Rm. Nad.- Knüpp., 53 m. Buch.- Reiser, 127 Rm. 29 Rm. Eich. Stock, 56 Rm. Nadel- Stock versteigert. Zusammenfunft in der Eisenschade. Steinbach. Mittwoch den 13. Januar 1904 wird in den Diftritten Helgenwald, Gesäng und Seebeck folgendes Gehölz versteigert: 229 Rm. Buch.- Scheith., 87 Rm. Buch. Rnüpp., 4300 Buch.- Wellen, 67 Rm. Buch.- Stöcke, 15 Rm. Eich.- Knüpp., 10 Eich. Stöde, 500 Eich.- Reiser, 1500 Nad. Reiser, meistent zu Bohnenstang. geeignet. Zusammenkunft morgens 9 Uhr bei der Lehmtaute. Ober- Breidenbach. Freitag, den 15. Januar, vormittags 10 Uhr beginnend, werden im Wenzel'schen Saal nachverzeichnete Holzsortimente versteigert und zwar: Stämme: 8 Eich. 1,94; 140 Ficht. 69,48; 25 tief.= 17,26; 3 Fichtenderbst.= 0,19 Fm.; Nugknüppel Ficht. 45 Rm. Scheiter: Buch. 17, Nadelh. 8; Knüppel: Buchen 169, Eich. 68, Nadelh. 143, Erlen 23. Reiser: Buch. 66, Eich. 1 Rm. - 14, Nadelh. geprüg. 6, desgl. gewöhnl. 20. Stöcke: Buch. Nähere Auskunft erteilt der Großh. Forstwart Jacobi zu Windhausen. Marktberichte. Gieken, 12. Januar. Auf dem heutigen Wochenmart tosteten Butter per Pfd. 080-0.90 Mt., Hühnereter 2 Stüd 16-20 Pfg., Enteneler St. 8 Pfg., Käse per St. 6-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Pfg., Erbsen per Liter 21 Pfg., Linjen per Liter 32 Bfg., Tauben per Paar Mt. 0.80-1.00, Hühner per Stüd Mt. 1.30-1.40, Hahnen, per Stüd 0.80-1.70, Enten per Stüd 1.70-2.20, Gänje per Bid. 65-72 Bfg., Dchsenfleisch per Pfd. 68-78 Big., Rindfleisch per Pfd. 62-66 Pfg. Schweinefleisch per Pfd. 66-76 Bfg. Schweinefletsch gesalzen per Pfund 0.80 Big., Kalbfleisch per Bfb. 70-76 Bfg., Hammelfleisch per Pfd. 56-74 Bfg., Kartoffeln pro 100 Kilo 5.50 6.00 mr., Rwiebeln ver 3t. Mr. 4.50-5.00, epfel per Centner 16-20 Mt. Milch per Liter 18 Vfa. Dauer der Marktzeit von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr Nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Marktzeit übeerhanp nicht, und während der ersten drei Stunden der Marktzeit im Umherziehen feilgeboten werden. Frankfurter Vichmarkt. Zum Verkauf standen 485 Ochsen, 38 Bullen, 830 Kühe und Färsen( Stiere und Rinder), 301 Kälber, 283 Schafe und Hämmel, 1549 Schweine. Aus Desterreich 000 Ochsen. Bezahlt wurde für 50 Kilo Ochsen: a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes tis zu 6 Jahren Mt. 71-73, b) junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete Mt. 65 bis 67, c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere Mt. 60-62, d) gering genährte jeden Altecs Mr.- Bullen: a) vollfleischige höchsten Schlachtwertes Mt. 65-67, b) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere Mr. 62-64, c) gering genährte Mt. Rühe und Färsen,( Stiere und Rinder): a) vollfleischige ausgemästete Färsen ( Stiere und Rinder) höchsten Schlachtwertes Mt 62--64, b) voll fleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes( bis zu 7 Jahren) Mr. 58-60, c) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwidefte jüngere Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mt. 48-50, d. mäßig genährte Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mr. 45-47, e) gering genährte Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mr. Bezahlt wurde für 1 Pfund a) feinste Maft-( Vollm.- Mast) und beste Saugfälber( Schlachtgewicht) 82-84 Pfg.( Lebendgewicht) 48-49 fg., b) mittlere Mast- und gute Saugfälber( Schlachtge wich) 73-77 fg,( Lebendgewicht) 43-47 Bfg., c) geringe Saugfälber 60-63 Pfg., d) ältere gering genährte Kälber( Freffer) Bfg., Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthämmel 66-68 Pfg., b) ältere Masthämmel 52-56 Pfa., c) mäßig genährte Hämmel und Schafe( Märzschafe) 48-50 Pig. Schweine: a) vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen im Alter bis zu 1 Jahren ( Schlachtgewicht) 54-55 Pfg.,( Lebendgewicht) 43 Bfg., b) fleischige ( Schlachtgewicht) 53 Bfg.,( Lebendgewicht) 42 Pfg. c) gering ent= widelte, sowie Sauen und Eber( Schlachtgewicht) 45-47 Pfg., Lebendgewicht- -, d) ausländ. Schweine unter Angabe der Herfunft Pfg. Das Geschäft in Hornvieh war gut und ist der Markt geräumt. Frankfurt a. M., 11. Januar. Fruchtmarkt.€ 8 notierten nach Qualität: An Weizen, hiesiger und Wetterauer Mt. 16.50-16.60, furhessischer Mt. 16.50-16.60, norddeutsch. Mr. Kansas Mr. 17.70-18.00, Roggen, hiesiger Mt. 13.40 bis 13.50, russischer Mr. 14.40-14.75. Amerikaner Mt. 14.70 bis 14.90, Gerste, hiesige Mt. 15.50 bis 15 80, Pfälzer, Mt. 15.75 bis 16 10, fränkische Mt. 15.80, Niedgerfte Mk. 15.75 bis 16 10, ungarische 17.50-18.50. Hafer, hiesiger Mt. 12.50-13.50, furheffischer Mr. Württemberger Mt. -- bis bayerischer Mr. 12.50-13.75, russischer Mt. 13 25-14.75, Mais Mired Mt. 12.20-12.30, La Plata Mt. 11 50-11.75, meiner Mais Mt. 12 50-12.75, russischer Mt. 13.10-13.30. Alles pro 100 Kilo ab hier. Bott! Welch ein égreno' Ønerbieteten! Beider Int. 12.70-1300, Pater, befence ehrend' Wir habens aber abgelehnt, - Weil wir den Schanidarmen hüteichspatent). Als höchstes DRP.( Deutsches Reichspatent). Bitte, kaufen Sie nur ( Münchner Jugend.) MAGGI'S Verantwortlich: für den politischen und Inseratenteil: Albin Klein für das Lokale, den ,, Gerichts." und„ Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermann Suppen mit der Schutzmarke Beſſer als alle ähnlichen Brodukte zur ſnellſten 10 Bfgund bequemsten Zubereitung vorzüglicher Suppen. Ein Würfel für 2 gute Teller kostet nur KREUZ + STERN Betr. Ausführung des Reichsgesetzes vom 28. Mai 1894 über den Schutz der Brieftauben und den Brieftaubenverkehr im Kriege. Bekanntmachung. Gemäß§ 3 Absatz 2 und unter Bezugnahme auf die nachstehend abgedruckten weiteren Bestimmungen des rubrizierten Reichsgesetzes bringen wir hiermit die Namen der Mitglieder des Brief auben- Clubs- Gießen, welch letzterer dem Verbande deutscher BrieftaubenliebhaberVereine angehört und somit seine Tauben der Militärverwaltung zur Verfügung gestellt hat, zur öffentlichen Kenntnisnahme: 1. Wilh. Möser, Mühlenbesizer. Nodheimerstr. 18. 2. Karl Reuling, Weißbinder, Steinstr. 72... 3. Georg Forbach, Bäckermeister, Marktstr. 11. 4. Joh. Hecker, Schuhmacher, Wolkengasse 20. 5. Johs Schlitt, Zugführer, Mittelweg 2. 6. Friz Rosenbaum, Schreinermstr., Löwengasse 10. 7. H. K. Fießer, Fabrikant. Moltkestr. 25. 8. May Rüger, Barbier, Walltorstr. 6. 9. Wilhelm Scharmann, Gendarm, Brandplay 13. 10. Johs. Döring, Bahnarbeiter, Marburgerstr. 82. Gießen, den 7. Januar 1904. Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler. Auszug aus dem Gesetz, betr. den Schutz der Brieftauben und den Brieftaubenverkehr, vom 28. Mai 1894. § 1. Die Vorschriften der Landesgesetze, nach welchen das Recht, Tauben zu halten, beschränkt ist, und nach welchen im Freten betroffene Tauben der freien Zueignung oder der Tötung unterliegen, finden auf Militärbrieftauben keine Anwendung. Dasselbe gilt von landesgesetzlichen Vorschriften, nach welchen Tauben, die in ein fremdes Taubenhaus übergehen, dem Eigentümmer des letzteren gehören. §2. Insoweit auf Grund landesgefeßlichen Bestimmungen Sperrzeiten für den Taubenflug bestehen, finden dieselben auf die Reist flüge der Militärbrieftauben feine Anwendung. Die Sperrzeiten dürfen für Militärbrieftauben nur einen zusammenhängenden Zeitraum von höchstens je 10 Tagen im Frühjahr und Herbst umfassen. Sind längere als zehntägige Sperrzeiten eingeführt, so gelter für Militärbrieftauben immer nur die ersten zehn Tage. § 3. Als Militärbrieftauben im Sinne dieses Gesetzes geften Brieftauben, welche der Militär-( Marine) Verwaltung gehören und von derselben gemäß den von ihr erlassenen Vorschriften zur Verfügung gestellt, und welche mit dem vorgeschriebenen Stempel versehen sind. Privatpersonen gehörige Militärbrieftauben genießen den Schuß dieses Gefeßes erst dann, wenn in ortsüblicher Weise befannt gemacht worden ist, daß der Züchter feine Tauben der Militärverwaltung zur Verfügung gestellt hat. Johannes Hecker Schloßgaffe Schuhmachermeister. Giessen Wolkengaffe. Halte mein sehr umfangreiches Lager in allen Schuhwaren der verschiedensten Größen und Qualitäten bestens empfohlen. Besonders preiswert: gefütterte Winterschuhe n. Hauspantoffeln Arbeitsschuhe a. Wasserstiefeln Reparaturen werden in meiner Schnellbesohl- Anstalt gut und billig ausgeführt. Achtung! Garantirt nächste Ziehung! Achtung! bereits am 23. Januar 1904. Porto und Liste 25 Pfg. der Karlsruher Lotterie Lose à 1 Mk., 11 Lose 10 Mk. Mk.2 Gesamtgewinne i, W. Mk. 26000 Hauptgewinn Mk. 8000 Baar Geld mit 90% garantiert! Kleine Loszahl! erh. bei J. Stürmer, General- Agent, Strassburg i. E. Giessen bei: Rich. Buchacker, W. Semmler, Ph. Weiler. Unentbehrlich für jede Familie! Maag- Bitten Underberg Boonokamp t H.Underke Arecht. Underberg Boonekamp Semper Anerkannt bester Bitterlikör! Gegr. 1846. am Rathhause in RHEINBERG am Niederrhein. Hoflieferant Seiner Majestät des Kaisers und Königs Wilhelm D. H.UNDERBERG- ALBRECHT Fabrikation alleiniges Geheimniss der Firma: emper idem, ausdrücklich: Man verlange 24 Preis- Medaillen! Underberg- Boonekamp. Holz- Versteigerung Ein Füllofen Betr. Ausführung des Gesetzes betreffend Kinderarbeit ini. Gießner Stadtwald. zu verkaufen gewerblichen Betrieben. Bekanntmachung. Nach§ 10 des rubrizierten Gesetzes abgedruckt im Gießener Anzeiger Nr. 150 vom 23. Dezember 1903 haben die Arbeitgeber, die Kinder(§ 2) in gewerblichen Betrieben regelmäßig, wenn auch nur in Zwischenräumen wiedertehrend beschäftigen, vor Beginn der Beschäftigung dies. bezügliche schriftliche Anzeige bei uns zu erstatten. Diese Verpflichtung liegt sowohl den Arbeitg bern ob, die fremde Kinder beschäftigen, als auch solchen, die eigene Kinder für Dritte beschäftigen( cf§ 3). Die Anzeige muß enthalten die Angabe über: 1. Vor- und Zunamen des Kindes; 2. Tag und Jahr der Geburt des Kindes; 3. Letzten, dauernden Aufenthalteort des Kindes; 4. Namen, Stand und letzten Wohnort des gesetzlichen Vertreters( Vaters, Vormur ses 2c.); 5. Art des Betriebes des Arbeitgebers; 6. Beschäftigung des Kindes. Unterlassungen werden in jedem Falle nach§ 26 des Gesezes mit Geldstrafe bis zu 30 Mt. geahndet Gießen, den 8. Januar 1904. Großherzogliches Boliz iamt Hechler. Für Bäcker! Brotpreis- Formulare hält stets am Lage 000 die Expedition 0000000 283 " Montag, d. 18. Jaunar 1904 vormittags 9½ Uhr beginnend, werden im Gießener Stadtwalg im Distrikt Waldshute versteigert: 9 Rm. Kiefern- Scheitholz Knüppelholz 85 zerfl. Kiefern- Stockh. gewöhnl. 4000 Wellen Kiefern- Reinig Die Zusammenkunft ist auf der Licherstraße an der zweiten Schneiße. Gießen, am 12. Januar 1904. Gr. Bürgermeisterei Gießen. Mecu'm. 86 " Seltersweg 62 Gießen. Heirat! Gebildete alleinst. bessere Frau, evang., hübsche Erscheinung, Anf. 40, gut Gemüt, spars. u häusl. a. guter Familie, mit vollst. Einrichtung wünscht sich mit gebild. alleinst. Herrn in sichere Lebensstellung zu verheiraten. Anonym zmedlos. Off. u. 3180 a. d. E. d. Bl. erb. 2 sehr verm. chriftliche una b= fanntichaft fol. tücht. Herrn zwecks Heirat. Aufricht. n. anonyme Off erbeten Hera, Berlin S.w. 12 posti. Jac. Persyn, Schanzenstraße 4 Für ein größeres Werk wird ein empfiehlt täglich frisch Dampfmolkerei hängige Damen fuchen die Be Gießen feinste Süßrahm- Tafelbutter Tagespreis pr. Pfd. 1.20. Städtisches Schlachthaus Heute und Morgen gekochtes Ochsenfle'sch 40 Bfg. frisches Ochsenfleisch 58 Pfa. Möbl. Zimmer mit voller Pension gesucht bon einem Studenten. Offerten mit Preisangabe unter 0. S. an die Erp. d. B. erb. Oftanlage 18 Ecke Landgrafenstraße: 2. u. 3. Stoc, 5 Zimmer, Badezimmer u Mädchenz. eventuell mit Stallung, und Burschenzimmer Remise. Mansarde, 4- Zimmerwohnung per 1. April zu vermieten. Drucksachen jeder Art liefert schnell und preiswert Albin Klein, Glessen. H. W. Rinn, Gießen, Landgrafenstraße 3. 6000 00000000000000000 Holzverkauf der Königlichen Oberförsterei Krosdorf. Donnerstag, den 21. Januar 1904, vorm. 10 Uhr fommen im Freund'schen Saale zu Krofdorf zum Verkauf: Schutzb. Krofdorf, Distrikt 7( Jungferannenwald) Eiche 3 Rm. Scheite, Buche= 251 Nm. Scheite und Knüppel, 275 Rm. Reiser. Distrikt 8c( Leschenwald). Buche= 87 Rm. Scheite, 32 Rm. Stockholz, 120 Km. Reiser. Distrikt 10a( Diebskaut). =====Buche 761 Rm. Scheite und Knüppel, 236 Am. Stockholz, 1102 Rm. Reiser. Holzversteigerung. Donnerstag, 14. Jannar, vorm. von 9 Uhr an soll im Großen Busecker Gemeindewalde, Distrikt Hoherberg, nachverzeichnetes Holz versteigert werden: 31 eichen Stämme mit 19,56 Fstm. 30 nadel 243 Rm. buche Scheit 11,01 " " 7 buchen " " 35 nadel Stangen 5,49" 2,12 " f 8 100 " eiche Scheit " buchen Knüppel 80 If nadel Knüppel 700 " 6300 Wellen buche Reiser 2000 eiche" nadel " 77 Rm. buche, eiche, und nadel Stock. Der Anfang ist in der Welzbach. Großen Bused, am 8. Januar 1904. Gr. Bürgermeisterei Großen- Buseck. Schwalb Für Magenleidende. Allen denen, die sich durch Erkältung oder Ueberladung des Magens, durch Genuß mangelhafter, schwer berdaulicher, zu heißer oder zu falter Speisen oder durch unregelmäßige, Lebensweise ein Magenleiben, wie: Magentatarrh, Magenkrampf, Magenschmerzen, schwere Verdauung oder Ber schleimung zugezogen haben, set hiermit ein gutes Hausmittel empfohlen, dessen vorzügliche Heilsame Wirkungen schon seit vielen Jahren erprobt sind. Es ist dies das Verdauungs- und Blutreinigungsmittel, der Hubert Ullrich'sche Kräuter- Wein. Dieser Kräuter- Wein let aus vorzüglichen, hellkräftig befundenen Kräutern mit gutem Weine bereitet und stärkt und belebt den ganzen Verdauungsorganismus des Menschen ohne ein Abführmittel zu sein. Kräuterwein beseitigt alle Störungen In den Blutgefässen, reinigt das Blut von allen verdorbenen krankmachenden Stoffen und wirkt fördernd auf eine Neubildung gesunden Blutes. Durch rechtzeitigen Gebrauch des Kräuter- Weins werden Magenübel meist schon im Reime erftict. Man sollte also nicht säumen, ſeine Anwendung allen anderen scharfen, äßenden, Gesundheit zerstörenden Mitteln vorzuziehen. Alle Symptome wie Kopfschmerzen, Aufstoßen, Sodbrennen, Blähungen, Uebelkeit mit Erbrechen, die bei chronischen( veralteten) Magen leiden um so heftiger auftreten, werben oft nach einigen Mal Trinken beseitigt. Stuhlverstopfung und beren unangenehme Folgen, wie Beklemmung, Kolikschmerzen, Herzklopfen, Schlaflosigke t, sowie Blutanstauungen in Leber, Wilz und Pfortadersystem( Hämorrhoidalleiden) werden durch Kräuter- Wein rasch und gelind beseitigt. Kräuter- Wein belebt jedwede Unverdaulichkeit, verleiht dem Verdauungssystem einen Ausschwung und entfernt durch einen leichten Stuhl alle untauglichen Stoffe aus dem Magen und Gedärmen. Hageres, bleiches Aussehen, Blutmangel, Entkräftigung sind meist bie Folge schlechter Berdauung, mangelhafter Blutbildung und cines frankhaften Zustandes der Leber. Bei gänzlicher Appetitlosigkeit, unter nervöser Abspannung und Gemütsverfimmung, sowie häufigen Kopfschmerzen, schlaflosen Mächten, Kräuter- Wein fiechen oft solche Krante langsam dahin. giebt der geschwächten Lebenskraft einen frischen Impuls. Kräuter- Wein steigert den Appetit, befördert Verdauung und Ernährung, regt den Stoffwechsel kräftig an, beschleunigt und berbeffert die Blutbildung, beruhigt die erregten Nerven und schafft dem Kranten neue Bräfte und neues Leben. Zahlreiche Anerkennungen und Dankschreiben beweisen dies. BräuterWein ist zu haben in Flaschen à Mr. 1.25 und Mr. 1.75 in den Apotheken von Gießen, Großen- Linden, Wehlar, Fronhausen, Braunfels, Butzbach, Brandoberndorf, Gladenbach, Weilburg, GroßenBuseck, Allendorf, Grünberg, fich, Hungen, Laubach, Bad- auheim, Marburg u. s. w., sowie in allen größeren und kleineren Orten ganz Deutschlands in den Apotheken. Auch versendet die Firma Hubert Ullrich, Leipzig, Weststrasse 82", im Engiosverkauf 3 und mehr Flaschen Kräuterwein zu Originalpreisen nach allen Orten Deutschlands portound tistefret. Mindestquantum im Engrosversand also dret Flaschen. Vor Nachahmung wird gewarnt. Man verlange ausdrücklich Hubert Ullrloh, schen Kräuterwein. Mein Kräuterwein ist kein Geheimmittel; seine Bestandteile sind: Malagawein 450,0, Weinsprit 100,0, Glycerin 100,0, Rotwein 240,0, Ebereschensaft 150,0 Kirschsaft 320,0, Fenchel, Anis, Helenenwurzel, amerit. Kraftwurzel, Enzianwurzel, Kalmuswurzel aa10,0. Diese Bestandteile mische man. Parterre- Wohnung, Bleichstraße 11, 5 Zimmer mit An- und Verkauf allem Zubehör, Gartenanteil, so= wie Trockenboden, zu vermieten. Näh Gießen, Neuenweg 28. Möbliertes Zimmer und eine Fleine Familien Wohnung zu vermieten Neuenweg. 31. von gebrauchten Möbeln. Betten, Kleidern, Wäsche, Oefen und Herden, Gold und Silbersachen, Antiquitäten, Metallen, Eisen, Lampen und Knochen, Einsowie Webernahme ganzer richtungen. Louis Rothenberger Wtw. Dienstag, den 12 Januar 1904. Neubildung M rankmachen lutgefässen, in. Kräuterorganismus ereitet und hellkräftig er- Wein. ittel, der ft nach einigen ralteten) Magen nnen, Blähungen, orzuziehen. Alle en scharfen, äzenMan sollte also -Weins werden Cen und fleineren aubach, Bad- BauHeilburg, Großenzlar, Fronhausen, and Mt. 1.76 in dies. Bräuter. ben. Zahlreiche en Nerven und Seschleunigt und Berbauung und en Impuls.- Kräuter- Wein aflofen Nächten, und GemütsverBei gänzlicher Blutbildung und hlechter Verlutmangel, und Gebärmen.. leichten Stuhl rdauungssystem ter- Wein belebt ) werden durch ngen in Leber, Solikschmerzen, enehme Folgen, erfand also brei utschlands portoFlaschen Kräuter , Leipzig, Westparnt. Ullrloh, schen bteile mifche man twurzel, EnzianKirschsaft 320,0, 100,0, Glycerin 1: seine Bestand dem Meffert! O, der hat ihm sicher nachgespürt, will ihm auflauern, sich rächen an ihm, an Hans! lieber Gott, lieber Gott! Und sie wirft sich vor, daß sie die Schuld hat, sie mit ihrem Starrsinn, mit ihrem falschen Ehrgeiz, um jeden Preis eine gute Hausfrau zu sein. Hätte sie nachgegeben, wäre sie mit nach dem Jägerhaus gegangen, dann, dann aber so, nun ist ihm der Wilderer auf der Spur, nun fällt er ihn an aus dem Hinterhalt, den Ahnungslosen, der keine Waffe als seinen Stock bei sich hat! Arme Lottel zu spät alle Reue, zu spät die heutige Selbstüberwindung, die der Beginn eines neuen Lebens sein sollte! Sie hastet vorwärts, sie achtet nicht des gebahnten Weges, kreuz und quer läuft sie, denn sie findet sich nicht zurecht, nur die ungefähre Richtung ist ihr bekannt, und bald hat sie auch die verloren. Sie kennt sich nicht mehr aus, sie findet den Bruch nicht. Als sie lange so umbergeirrt ist, wird es endlich lichter, und sie ist am Waldesrand, weit entfernt vom Forsthaus, weit entfernt vom Bruch. Es beginnt bereits zu dämmern, und sie hat Mühe, sich auf die Richtung zu besinnen. Es ist so still in Wald und Flur. Nirgends eine Seele, die ihr Auskunft geben könnte. Und in ihr die entsetzliche Todesangst, die ihr den Atem nimmt, die ihr das Herz beklemmt! Die Gestalt des Meffert scheint ihr hinter jedem Busch zu lauern. Ihre Sinne verwirren sich. Mit einemmal sieht sie einen bekannten Weg vor sich, die Landstraße, die zum Forsthaus führt. Gottlob, nun kann sie Hilfe holen. Dort liegt das Forsthaus, freundlich in buntes Laub gebettet, von den immergrünen Fichten bewacht, ihr Heim, dessen Freude und Frieden sie nicht zu hüten verstanden hat, dessen Herr vielleicht jezt draußen liegt im Wald, erschlagen von Mörderhand, durch ihre Schuld! Mit brechenden Kien langt sie im Hof an. Kein Mensch ist zu sehen, aber Waldmann bellt sie freudig an. Der Hund ist da. So müßte ja auch sein Herr oder ist der Hund allein? Aus dem Kinderzimmer tönt etwas, die krähenden Laute Klein- Hannas und dazwischen eine tiefe Stimme. Kaum gelingt es Lottes zitternden Händen, die Tür zu öffnen; und als es geschehen, da ist es zu Ende mit ihrer Kraft. Sie wankt, und eine Sekunde später fühlt sie sich geborgen an ihres Mannes Herzen, umschlossen von seinen Armen.„ Hans, gottlob, du lebst!" entringt es sich ihrer schwer atmenden Brust. Wo kommst du her, Lotte, so erregt, armes Kind? Ich bin eben heimgekehrt, hörte, du seiſt fort, und wollte mich gerade auf die Suche nach dir begeben, obgleich ich keine Ahnung davon hatte, wo ich dich finden könnte."„ Das glaub ich, Hans. Wie hättest du eine Ahnung haben können, daß ich dir entgegen wollte, dich um Verzeihung bitten und dann, ach Hans, es war schrecklich!" Unter strömenden Tränen erzählt sie ihm alles. Als sie den Namen des Wilderers nennt, lacht ihr Gatte hellauf und fällt ihr ins Wort: Und da hast du gedacht, meine Maus, daß er mich womöglich umbringen wollte. Nun, so schlimm war's nicht. Ich bin ihm allerdings begegnet, ich hatte meine Absicht, nach der Eichenschonung zu gehen, geändert, um lieber nach den Arbeitern im Bruch zu schauen, und er hat mich demütig um Verzeihung gebeten und um Waldarbeit ersucht, denn sonst müsse er mit den Seinen verhungern. Dem war das Gefängnis einmal eine gute Schule, und ich glaube, es kann noch etwas aus ihm werden." ,,, wie gut das ist, Hans. Höre, Hans, glaubst du, daß aus mir auch noch etwas werden kann, aus der guten Hausfrau eine Gattin, eine echte, rechte, so eine, wie du sie brauchst zu deinem Glück?" Statt aller Antwort schließt Hans sein Weib fest in die Arme und drückt ihr einen Kuß auf die Lippen. Die Wäsche bleibt noch volle drei Tage ungeplättet, denn Frau Lotte iſt zu sehr mit ihrem neuerrungenen Glück beschäftigt, und die Plätterin aus der Stadt kann erst in acht Lagen kommen. Auch die Rübenbeete sind nach drei Tagen noch nicht geräumt, da es regnet, was herunter will; aber zu Frau Lottes Ehre sei es gesagt, daß der Dachboden von Marie einer gründlichen Säuberung unterzogen worden ist. Denn alles kann man doch nicht liegen lassen, das siehst du wohl selbst ein", so hat die Hausfrau scherzend zu dem Gatten gesagt, als sie ihm am Morgen nach jenem denkwürdigen Nachmittag die zweite Lasse Kaffee einschänkte. Und er hat ihr freudig zugestimmt. DER VOLKS ANWALT Briefe als Testament. Eine der wichtigsten Neuerungen des Privatrechts ist das eigenhändige( sogenannte holographische) Testament, zu dessen Gültigkeit eine von dem Erblasser unter Angabe des Ortes und Tages eigenhändig geschriebene und unterschriebene Erklärung erforderlich ist. Im Juni des Jahres 1901 erhielt ein Herrmann Tsch. von seiner Schwägerin Anna Eppen einen eigenhändig geschriebenen und unterschriebenen Brief, der ,, Jastrzemb d. 27. 6. 1901" datiert und mit„ Anna Eppen" unterzeichnet ist. Es war ein regelrechter Privatbrief mit den gewohnten wichtigen und unwichtigen Tagesplaudereien. Aber zwischen diesem Gerank wertloser Mitteilungen fand sich der erfreuliche Satz:„ Eure Kinder sollen an Onkel May auch ein Andenken erhalten, jedes soll nach meinem Tode 1500 Mt. erhalten, ich schreibe Euch dies, da man nicht weiß, wie schnell man abgerufen werden kann." Onkel May war der im Jahre 1895 verstorbene Ehemann der Briefschreiberin. Wenn man wohl auch noch nichts Bestimmtes in den Händen zu haben vermeinte, so hob sich Familie Tsch. doch den erfreulichen Brief sorgfältig auf, um die Tante an ihr Versprechen bei Gelegenheit erinnern zu können. Da plötzlich starb am 14. Juli 1902 die gute Tante, ohne daß man in ihrem Nachlasse eine Testamentsurkunde mit der Ausführung des brieflich gemachten, lezwilligen Versprechens fand. Hermann Tsch. überreichte nun dem Amtsgerichte zu 2., in dessen Bezirke die Erblasserin ihren letzten Wohnsitz gehabt hat, jenen Brief zur sogenannten Eröffnung gemäß§ 2260 des Bürgerlichen Gesetzbuchs. Der Antrag ist abgelehnt worden, weil der Brief seiner Form nach keine letztwillige Verfügung enthalte. Die dagegen eingelegte Beschwerde ist zurückgewiesen worden, weil die Absicht der Erblasserin, in dem Brief ihren letzten Willen zu erklären, nicht zweifellos feststehe. Hiergegen hat Tsch. eine weitere Beschwerde gerichtet, über die nach Mitteilungen aus Seufferts Archiv das Kammergericht folgenden Beschluß gefaßt hat: Das Rechtsmittel erscheint begründet. Nach den§§ 2259 ff. des Bürgerlichen Gesetzbuches sind allerdings nur Testamente, also Urkunden, die sich nach Form und Inhalt als letztwillige Verfügungen darstellen, an das Nachlaßgericht abzuliefern und von diesem zu eröffnen. Der Brief vom 27. Juni 1901 genügt aber zunächst, wie auch das Landgericht, abweichend vom Amtsgericht, annimmt, in Ansehung der Form der für einseitige Verfügungen von Todeswegen geltenden Vorschriften. Nach§ 2231 Nr. 2 des Bürgerlichen Gesetzbuchs kann ein Testament in ordentlicher Form nur eine von dem Erblasser unter Angabe des Ortes und Tages eigenhändig geschriebene und unterschriebene Erklärung errichtet werden. Diese Erforder= nisse erfüllt das fragliche Schriftstück. Weitere Formvorschriften stellt das Gesetz nicht auf. Demgemäß muß es für zulässig erachtet werden, ein Testament in Briefform zu errichten, wie auch in der Literatur, soweit ersichtlich, allgemein angenommen wird. Dagegen ist, wenn ein wirklicher, an seine Adresse abgesandter Brief neben rechtlich gleichgültigen Mitteilungen die Erwähnung von Zuwendungen für den Todesfall enthält, sorgfältig zu prüfen, ob der Schreiber letztwillig verfügen oder nur eine solche Verfügung in Aussicht stellen wollte, da es zweifellos ungewöhnlich ist, in dieser Form den letzten Willen zu erklären. Bloẞe Zweifel nach jener Richtung ohne sonstige Bedenken, ob eine gemäß § 2259 abgelieferte Urkunde ein gültiges Testament sei, berechtigen jedoch das Nachlaßgericht nicht, die Entgegennahme oder Eröffnung abzulehnen. Im vorliegenden Falle nimmt das Beschwerdegericht zutref= fend an, daß es zwar zweifelhaft sein könne, ob der Brief vom 27. Juni 1901 ein Testament im Sinne des§ 1939 des Bürgerlichen Geſetzbuchs sei, daß aber das Gegenteil keinesfalls gewiß sei. Die Worte„ jedes( Kind) soll nach meinem Tode 1500 Mt. erhalten" schließen, wie der angefochtene Beschluß ausführt, die Absicht der Schreiberin nicht aus, die künftige Anordnung eines Vermächt nisses zunächst nur benachrichtigungsweise mitzuteilen. Die Erblasserin kann aber auch, namentlich im Hinblick auf den folgenden Satz:„ ich schreibe Euch dies, da man nicht weiß, wie schnell man abgerufen werden kann", den Willen gehabt haben, jedem Kinde mit jenen Worten 1500 Mt. zuzuwenden, ohne es als Erben einzusetzen. Die Vorentscheidungen waren daher aufzuheben. Nr. 9. Dienstag, den 12 Januar 1904. Oberbessische Familienzeitung. Tägliche Unterhaltungs- Beilage der Gießener Neueste Nachrichten. Brad und Berlag ber Stoßener Berlagsbraderet, verm. Bilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1789); veranderi:#Ibis Riels ( 6. Fortsetzung.) Der Beuge. Roman von Marie Bernhard. Frizz sah Helene im Geist in einer der großartig und gediegen ausgeſtatteten Häuslichkeiten, wie er sie oft in Newyork studiert hatte, mit ihrer kindlichen Grazie walten; er dachte sie sich in den reichen, kostbaren Pariser Toiletten, welche die eleganten Amerikanerinnen trugen; alles mußte einfach sein, aber vom feinsten, teuersten Stoff und vom besten Schnitt, und Schmuck mußte sie haben, nicht viel, nur schöne, echte Perlen und große Brillanten wollte er ihr anschaffen. Beneiden sollte man ihn um sie, sie würde Aufsehen erregen! Er hatte an seinen Vater geschrieben, an einige große Handelshäuser, für welche er von London und Newyork Empfehlungen hatte; er bat, ihm schleunigst eine Stelle zu verschaffen, denn er mußte sich sagen, daß er ohne irgendwelche sicher gegründete Aussichten nicht vor den Major von Burg hintreten und um die Hand seiner Tochter bitten könne. Es trafen ein paar Anerbietungen zu gleicher Zeit ein; seine Empfehlungen waren ausgezeichnet, die Namen der beiden überseeischen Firmen fielen schwer ins Gewicht; aber der Lohn, den man ihm bot, erschien ihm, dem Verwöhnten, gering, und als er sich endlich entschloß, eine Stelle in Berlin anzunehmen, geschah es nur mit dem innerlichen Vorbehalt, nach einigen Jahren wieder übers Meer zu gehen, wo alle Grenzen nicht so eng gezogen waren. Der Posten in Berlin gewährte wenig mehr Gehalt als der in Newyork, es war so erbärmlich wenig Geld in diesem Deutschland vorhanden! und er wußte eigentlich gar nicht, wie er mit diesem Einkommen bei einer eigenen Häuslichkeit, zu der er noch dazu ganz allein die Mittel bestreiten mußte, reichen sollte. Nun endlich es würde sich schon machen. Vielleicht war auch sein guter Vater inzwischen mehr flott geworden und konnte ihm helfen. Vor allen Dingen galt es erst einmal, Helene zur Braut zu haben. Roland- der war ihm doch im Wege warum reiste er denn nicht ab? Er mußte doch sehen, wie die Sachen standen! Fatal auch, daß seine Frizens neue Stelle gerade in Berlin sein mußte! Dort lebte auch Roland, aber das war ja eine so große Stadt, das würde schon gehen. Das waren die vernünftigen und praktischen Erwägungen, die einzigen, zu denen sich Fritz Norden in dieser glückseligsten Zeit seines Lebens aufzuschwingen vermochte, und auch das nur darum, weil diese Erwägungen auf das engste, ja völlig untrennbar, mit der Neugestaltung seines Daseins, folglich auch mit Helene von Burg, zusammenhingen. Gerade nur so viel, als es gerade unumgänglich notwendig war, beschäftigte er sich mit seiner Zukunft, im übrigen ging er auf in der Gegenwart. Er war ein gerngesehener Gast bei dem Vetter seines Freundes; der muntere Hausherr, seine behagliche Gattin, die fröhlichen Kinder, der junge Fähnrich, selbst die gezierte Baronin und ihre verzogenen Sprößlinge, sie alle bevorzugten Frizz sehr, und in der Tat war er so liebenswürdig, wie nie bisher in seinem Leben. Galt es doch, Helene zu gefallen, ob er mit ihr allein, ob er im Kreise der anderen war, sollte sie doch Vertrauen genug zu ihm fassen, um ihm ihr ganzes Lebensglück anzubertrauen, und daß die ( Nachdruck verboten.)) anderen Gäste der freundlichen Familie, in welcher er sich befand, ihm nichts weiter waren, als Mittel zum Zweck, das würde er sich gern und leicht verziehen haben, wenn er überhaupt darüber nachgedacht hätte. Zuweilen streiften die guten Augen der Frau vom Hause nachdenklich über Fritz und Helene hin und blieben darauf mit einem fummervollen Ausdruck an Roland von Triberg hängen, der seine Sache immer noch nicht verloren gab und so viel an Helenens Seite war, daß ihr zu einem Alleinsein mit Friz fast gar keine Gelegenheit wurde. Einmal aber doch! Während des ganzen Tages hatte drückende Schwüle geherrscht; etwa in der fünften Nachmittagsstunde brach ein starkes Gewitter los. Es wurde in der Veranda finster wie mitten in der Nacht; die ganze Gesellschaft lief im Hause herum, die Fenster zu schließen; Blitz auf Blitz zuckte herab, die starken Donnerschläge ließen den Fußboden erdröhnen und die Scheiben klirren. Die Damen saßen mit bleichen Gesichtern da, die jüngeren Herren versuchten es noch eine Weile, das Gespräch fortzusetzen, endlich verstummte die Unterhaltung ganz. Eines von den kleinsten Kindern hatte sein Köpfchen ängstlich in Helenens Schoß gebettet, ein anderes lehnte sich gegen ihre Kniee, zwei standen neben ihrem Stuhl und hielten sie um den Hals gefaßt. Ihr süßes Gesichtchen sah wie eine junge Rose aus. Friß mußte unausgesetzt zu ihr hinübersehen, er wurde aber ungeduldig und eifersüchtig. Diese unbescheidenen Kinder, wie durften sie sie so belästigen? Daß die Eltern das litten, daß Helene selbst es litt! Auch Roland sah finster auf die hübsche Gruppe. Endlich ließ das Unwetter draußen nach; ferner murrte der Donner, um endlich ganz zu verhallen. Die Wolfen rissen wie Fetzen von einander und ließen köstliches, tiefes Himmelsblau durchschimmern, durch die geöffneten Fenſter ſtrömten ganze Wolken erquickenden Duftes. Man bedauerte allgemein, jetzt noch nicht ins Freie zu können, die Wege schwimmen aber, es ist unmöglich," hieß es, wir hatten ja einen förmlichen Wolkenbruch!" Irgend jemand aus der Gesellschaft schlug vor, man solle einstweilen in den Salon gehen und ein wenig Musik machen; Helene wurde aufgefordert, zu singen; sie besaß eine liebliche, wenn auch ungeschulte Stimme. Sie war sehr gefällig sonst; heute lehnte sie ab, ihr sei es so schwer in den Gliedern, sie könne nicht gut fingen, man möge es ihr verzeihen. Einer von den jungen Herren forderte die Baronin auf; sie erklärte sich bereit und bat Roland, sie zu begleiten; er konnte es nicht gut ablehnen. Die Gesellschaft brach auf. Die beiden letzten, die zögernd mitgingen, waren Friz und Helene. An der Schwelle des Salons blieben sie beide wie auf Verabredung stehen und sahen einander in die Augen. ,, Es muß jetzt herrlich im Garten sein!" sagte Fritz leiſe. ,, Wollen wir hinaus?" ,, Wird es nicht sehr unartig aussehen?" fragte Helene flüsternd zurück. nahme ganzer G en, gumpen und noch Iberfachen, Antiquität Sche, Oefen und Herba bten Möbeln. Bett and Verkauf thenbergerWtr Was tut das? Haben Sie Lust zu gehen? Dann Familie. der er in praktischen Dingen sicher überlegen sei, i es erschienen die zierlichen Ver jeder Weise annehmen, kommen Sie!" Gern hätte sie nein gesagt, es war ihr so schwül und be- lobungskarten und der Kontrakt aus Berlin, der dem jungi flommen zu Sinn, aber sie stand wieder im Bann seines Norden seine neuen Pflichten zuwies. Friz hatte dann dan Blickes, und willenlos ging sie mit ihm. baren Herzens seinen freundlichen Gastfreunden Leberr gesagt, zunächst seinem Vater in Stralsund die junge Braut in die liebevoll geöffneten Arme geführt und war dann mit Helene in das kleine märkische Städtchen gefahren, in welchen der Major von Burg seine Pension verzehrte. Die nassen Sandsteinstufen der Vortreppe huschte sie hab wie ein scheues Vögelchen, das Kleid mit der rechten Hand emporgehoben und knapp um die Knöchel gezogen. Wie ihn ihre ungezwungene Anmut freute! Wie er sie immer von neuem anstaunen mußte, wie ein ganz fremdes und doch unsäglich vertrautes Wesen! Stumm schritt er neben ihr auf dem durchweichten Kiesweg, und hinter ihnen her klang der Anfang des Liedes:„ Ueberm Garten durch die Lüfte-" Wieder, wie auf stillschweigendes Uebereinkommen, fingen sie an, rascher zu gehen, als hätten sie Furcht, man fönnte sie verfolgen. Erst als die herrlichen Laubgänge sich vor ihnen auftaten und das Wohnhaus weit hinter ihnen lag, gingen sie immer langsamer und standen endlich still. Von allen Bäumen rund um sie her rieselte und träufelte es, man hörte den Fall der Tropfen von Blatt zu Blatt, und in huschte droben ein goldglänzender Pirol durch das regennasse Laub und stieß mit seinen Flügeln gegen die schwankenden Aeste; ſie ſchütteten einen ganz kleinen Bach herab. Eben brach die Sonne durch) und zauberte im Nu eine Million blitzender Diamanten aus all den unscheinbaren Wasserperlen hervor; über den machtvollen Baumwipfeln wölbte fich in fühnem Schwung ein gewaltiger Regenbogen in wahr haft ſtrahlender Farbenpracht; ein zweiter, schwächerer, stand daneben; betäubend süßer Duft stieg auf, das war die riesige Linde, unter der die beiden ſtanden, sie prangte in voller Blüte, und als nun die herrliche Sonne kam und der warme, süße Sommerwind, da bebte der schöne Baum, wie in zitternder Wonne, und aus seiner Krone schauerte plötzlich ein Blütenregen nieder auf die beiden stummen Menschenfinder, welche die feiernde Natur mit beredter Stimme auf zufordern schien, gleichfalls ihr schönstes Feſt zu feiern. Da zog Fritz Norden das Mädchen, das er liebte, mit einer Geberde inbrünstigen Flehens an sein Herz,- er konnte fein einziges armeseliges Wort zu ihr sagen! Und bei der Erinnerung an die schrankenlose Wonne, die feine Seele damals überflutet hatte, wurden dem starr vor sich hinblickenden Mann in Yokohama nach so langen Jahren die Augn feucht, und ein paar schwere Tränen lösten sich von seinen Wimpern und fielen auf die krampfhaft geballte Hand herab. Was hatte er damals zu Helene gesprochen, was hatte sie ihm erwidert? Viel war es nicht gewesen, und später, so oft sie beide getrachtet hatten, sich daran zurückzuerinnern, es wollte ihnen nicht einfallen. Das eine nur wußten sie, daß eine sehr, sehr lange Zeit verstrichen sein mußte, seit sie unter der blühenden Linde standen, denn als sie endlich anfingen, um ſich zu ſchauen, war der Regenbogen fort, und die Sonne stand schon tief am Himmel, und dann knirschte der Sand unter einem eiligen Tritt, und wie sie beide dachten, jetzt müßte man kommen, sie zu suchen, und Helene sich eilig aus Frizens Armen zu winden strebte, während er sie unerbitt lich festhielt, da stand Roland von Triberg vor ihnen, und er war der erste, der es sah, daß sie ein verlobtes Paar waren, und er war der erste, dem sie es sagen mußten! Ueber Fritz Norden war es wie ein Trotz gekommen. „ Einmal muß er es ja doch erfahren, es ist alles einerlei!" sagte er sich und schlug einen lustigen, etwas übermütigen Ton an, der wenig mit dem feierlich andächtigen Glücksge= fühl, das sein Herz durchschauerte, übereinstimmte. Helene war schweigsam und ein wenig verschüchtert, und Roland benahm sich gefaßt und gut, er sah nur seiner Cousine mit einem seltsam tiefen, unergründlichen Blick in die Augen, als er ihr Glück wünschte, und ſeine Hand fühlte sich eisig kalt an. Es folgte ein heiterer Abend mit einer Bowle im Gartensaal und sehr vielen wißigen Trinksprüchen und Gratulationen in Prosa und Versen, es folgten ein paar Depeschen hin und her, ein sehr jovialer, herzlicher Brief von Norden dent Aeltern, der nicht nur dem Sohn, sondern auch sich selbst Glück wünschte zum Besitz einer so reizenden Schwiegertochter, es fam ein etwas förmliches Schreiben des Majors von Burg, der nicht ganz ungezwungen seine Einwilligung gab und einfließen ließ, der junge Mann würde die Ehre, eine Dame von Rang und gutem Namen zur Gattin befominen, hoffentlich gebührend zu würdigen wissen und sich ihrer Í( Schluß.) ( Fortsetzung folgt.) Eine Hausfrau. Novellette von B. Rittweger. ( Nachdruck verboten.) Hans liebte den Frieden über alles. Er versuchte desWirtschafterin, nicht eine Gefährtin hatte. Und Lotte? Sie halb, sich damit abzufinden, daß er in seiner Lotte nur eine fühlte dunkel, daß etwas in ihrer Ehe nicht ſtimmte, daß das jauchzende Glück, das sie beide sich einſt geträumt hatten, seine Heimstätte im Forsthaus nicht aufgeschlagen habe. Mitunter auch schien es ihr, als sei sie selbst schuld daran, sie mit ihrem Bestreben, eine vorzügliche Hausfrau zu sein. Aber sie hielt diesen Gedanken nicht feſt. Sie konnte ſich nicht entschließen, das, was ihr als höchste Tugend galt, als Stein des Anstoßes zu betrachten. Sie liebte ihren Hans so innig wie zuvor; sie war eine zärtliche, gewissenhafte Mutter, aber über allem stand der „ Haushalt". Wenn sie ja einmal sich von der Kleinen nicht loszureißen vermocht hatte, sich von den dicken Händchen des Kindes länger als unbedingt nötig hatte halten lassen, während unterdessen in der Küche ein Tröpfchen Milch überkochte, dann konnte sie die Verstimmung über diese Pflichtversäumnis den ganzen Tag nicht wieder los werden. In stillen Stunden freilich, wenn sie bei einer Handarbeit saß, dann wanderten wohl ihre Gedanken rückwärts, und sie gedachte der Brautzeit, da sie und Hans voll seliger Pläne sich die Zukunft in den hellsten Farben ausgemalt hatten. Dann konnte sie grübeln, wie es denn gekommen ſei, daß es nun durchaus nicht so hell war. Aeußerlich betrachtet, hatten sie zwar alles, was man nur wünschen konnte: ein reichliches Auskommen, Geſundheit, das prächtige kleine Töchterchen, angenehmen Verkehr, so oft man das Bedürfnis danach fühlte. Hans war befriedigt in seinem Beruf, und Lotte war eine tüchtige Hausfrau, das sagten alle, die sie kannten. Nur Hans sagte es niemals; er allein würdigte es nicht, wie sie sich mühte und plagte. Nein, glücklich waren sie nicht, das geſtand ſie ſich seufzend in solchen ſtillen Stunden, die freilich elten genug waren. Heute, an dem schönen, hellen Herbsttag, gibt es in der Oberförsterei wieder einmal alle Hände voll zu tun. Die Magd soll im Garten aufräumen, soweit dies nötig ist, denn bald werden Nachtfröste kommen, und Frau Lotte hat Stärkewäsche zu plätten, eine ganze Menge. Da geht der Nachmittag auf, denn auch Klein- Hanna will dabei besorgt sein. Ein Kindermädchen ist nicht da; Hans hatte zwar durchaus eins annehmen wollen, aber als tüchtige Hausfrau hat das Lotte nicht zugegeben. Eben will sie die Feinwäsche stärken, da geht die Tür auf, und der Oberförster tritt ein, lebhaft, frisch und freundlich, wie er jetzt nicht immer ist. ,, Lotte, es ist ein herrlicher Tag heute. Wer weiß, ob der Herbst uns noch einen solchen bringt. Könntest du nicht, ich meine," fast schüchtern kommt es ihm von den Lippen. „ könntest du nicht heute mit mir nach dem Jägerhaus gehen? Der Weg dahin ist so wunderschön, jetzt, wo alles buntgefärbt ist, und ich habe solche Sehnsucht, einmal wieder ein paar Stunden ganz allein mit dir zu wandern. Ich- wir- wir kommen so selten dazu." Lotte sieht ihn erstaunt an.„ Unmöglich, Hans, ganz und gar unmöglich. Sieh', die Wäsche muß ich heute nachmittag plätten, ganz allein, weist du. Andere Frauen nehmen sich eine Plätterin, aber das täte ich um keinen Preis, das kann man selbst verdienen. Freilich, spazieren gehen kann man dann nicht wie andere Frauen." ,, Lotte, ich bitte dich, du weißt doch, daß ich es nicht von dir verlange, alles allein zu besorgen. Ich möchte es dir nochmals sagen, nimm dir ein zweites Mädchen oder sonst mitunter Hilfe drüben aus der Stadt. Lotte, du mußt es fühlen, daß es so nicht weiter gehen kann. Was habe ich denn von dir? Eine vorzügliche Hausfrau, gewiß, aber ich will mehr, will eine teilnehmende Gefährtin, eine Genossin meiner Interessen, einen guten Kameraden, sieh, das alles hoffte ich neben der Hausfrau in dir zu finden. Aber nichts davon hat sich erfüllt. Und warum? Weil du ein übergroßes Gewicht darauf legst, eine gute Hausfrau zu sein. Sieh, Lotte, wie kannst du mir um dieser leidigen Plätterei willen abschlagen, das herrliche Wetter zu einem Spaziergang zu benutzen?" Nicht allein deshalb. Das Mädchen räumt den Garten auf. Wer sollte bei der Kleinen bleiben?" So laß den Garten bis auf morgen oder übermorgen. Lotte, nochmals bitte ich dich. Sieh, solch ein Tag war's, da wir uns verlobten, auch im Wald, schilt mich immer gefühlselig, aber ich möchte so gern die Erinnerung an jene wonnige Zeit wieder auffrischen." Frau Lotte schwankt einen Augenblick. Ein Bild steigt vor ihr auf. Sie sieht sich dahinwandeln an seiner Seite im bunten Herbstwald an jenem schönsten Tage ihres Lebens, da sie seine Braut wurde, schon will sie freudig zusagen, da fällt ihr Blick durch das Fenster. Die Magd schafft eifrig auf den Rübenbeeten. Ein Seufzer hebt die Brust der jungen Frau, ihr Auge fliegt zum Wäschekorb, und härter, als es in ihrer Absicht liegt, klingt die Antwort:„ Es ist unmöglich heute, Hans, es würde meinen ganzen Pläne stören. Morgen muß der Dachboden rein gemacht werden. Es sieht schauder haft da oben aus. Geh nur immer allein. Ein andermal komme ich gern mit.“ Auf des Oberförsters Stirn ziehen sich drohende Falten zusammen. Gut, Lotte, ich bescheide mich. Ich war zwar eben erst auf dem Boden und konnte dort von schauderhafter" Unordnung nichts bemerken, aber ich füge mich deiner höheren Einsicht und verzichte auf meinen Wunsch, in dem tröstlichen Gedanken, daß morgen der Dachboden noch blanker als heute aussehen wird. Es geht doch nichts über eine vortreffliche Hausfrau. Adieu!" Geräuschvoller, als es sonst in seiner Gewohnheit liegt, schließt er die Tür und verläßt das Haus. Lotte, die ihm nachschaut, hört ihn draußen zu dem mit Holzmachen beschäftigten Waldwart sagen: " Ich gehe nach der Eichenschonung, Werner; in zwei Stunden bin ich wieder hier. Wenn jemand nach mir fragen sollte, so wissen Sie Bescheid." Dann pfeift er dem Hunde und geht. Lotte macht sich an die Arbeit, aber ohne die sonstige Freudigkeit und ohne Eifer. Sie ist gekränkt, beleidigt, in ihrer ganzen Hausfrauenwürde verletzt. Wie herb und schroff Hans gewesen ist, wie ungerecht! Anstatt ihren Fleiß, ihre Ordnungsliebe anzuerkennen, macht er ihr Vorwürfe. Wie entsetzlich das ist! Mechanisch nimmt sie nach einer Weile das Plätteisen zur Hand; aber die Freude, die sie sonst erfüllt, wenn die Kragen und die Manschetten des Gatten glänzend und steif geraten, fehlt ihr heute vollständig. Sie ist unzufrieden mit ihrer Tätigkeit, unzufrieden mit Hans, am unzufriedensten, ohne es sich gestehen zu wollen, mit sich selbst. Nach kurzer Zeit geschieht etwas ganz wunderliches. Frau Lotte läßt Plätteisen lätteisen sein, Klein- Hanna schläft und braucht sie nicht, und ersteigt raschen Schrittes die höchste Stelle des Gartens, von der aus man nach der Eichen schonung hinübersehen kann. Da steht die junge Frau und schluchzt fassungslos, und mit den erlösenden Tränen kommt ihr die bittere Erkenntnis, daß sie gefehlt hat, nicht nur heute, nein, seit langer Zeit schon, von Beginn ihrer Ehe an. In der starren Ansicht befangen, der höchste Ruhm einer Frau sei der, eine tadellose Hauswirtin zu sein, ist sie ihren Weg gewandelt, ohne auf die Wünsche des Gatten Rücksicht zu nehmen, ohne ihm den Dank, den sie ihm für das Geschenk seiner uneigennütigen Liebe schuldet, in der rechten Weise zu zeigen. Wie häßlich, wie schroff hat sie heute wieder seine Bitte abgelehnt! Jetzt sieht sie plötzlich ganz klar. Natürlich hätte die Wäsche stehen bleiben, hätte Marie morgen den Garten aufräumen und später den Dachboden reinigen können. Das alles sind keine Dinge, von denen das Glück des Lebens abhängt. Das alles ist es nicht wert, die Liebe des Gatten aufs Spiel zu setzen. Sie hat es aber getan, und nicht nur heute. Wie oft schon hat sie Hans einen Wunsch abgeschlagen, dessen Erfüllung sie hätte stolz und glücklich machen sollen. Wie klein und engherzig ist sie gewesen, sie, die gute Hausfrau! Immer reichlicher fließen ihre Tränen, und als sie sich endlich dem Haus wieder zuwendet, da ist es ihr, als sei durch diese Tränen ein gut Teil ihres Starrsinns, ihres Selbstgefühls hinweggeschwemmt worden. Eine heiße Sehnsucht nach Hans ist in ihr aufgestiegen, und sie beschließt, ihm entgegenzugehen. Bald muß er sich ja auf den Rückweg machen, wenn er um die angegebene Zeit zu Haus sein will. Marie, laß heute den Garten und versorge die Kleine, bis ich zurückkomme", so spricht sie zu dem Mädchen, ohne dessen gänzlich verdutzte Miene nur zu bemerken. So etwas ist der Marie in diesem Haus noch niemals vorgekommen. Eine angefangene Arbeit liegen zu lassen! Aber der Bestimmtheit gegenüber, mit der ihre Herrin gesprochen hat, wagt sie keine Widerrede. Lotte ist nach ein paar Minuten fertig zum Ausgang. Einen ganz kleinen bedauernden Blick wirft sie noch auf den Wäschekorb, ihr Hausfrauenherz zuckt schmerzlich zusammen bei dem Gedanken, daß das alles morgen nochmals gestärkt werden muß; aber zu groß ist plötzlich die Sehnsucht nach Hans, nach Versöhnung. Sie tritt an den Wagen der Kleinen, füßt das Töchterchen und flüstert:„ Ich hole den Papa, Hanna, sei schön brav indes." Dann schreitet die gute Hausfrau an den halbgeräumten Rübenbeeten vorüber, ohne ihnen einen Blick zu schenken, und schlägt den Weg ein, den Hans kommen muß. Nun ist ihr ganz friedlich zu Sinn, sie erntet schon den Lohn ihrer Selbstüberwindung. Sie wandert den schmalen Waldpfad entlang und spät dabei immer nach Hans, dem Mann ihres Herzens. Sie fühlt, heute erſt wird sie ihn sich ganz zu eigen gewinnen, Jahre nach jenem Verlobungstag, an dem die Sonne auch so hell und freundlich schien wie jetzt. Und dann war wieder ein herbstlicher Tag, drei Jahre ist es schon her, da fuhren sie zusammen dem gemeinsamen Heim zu. Damals schon hatte Hans davon gesprochen, daß er nicht nur eine Hausfrau in ihr suche. O, hätte sie es gleich recht verstanden, dann wäre ihm und ihr manche bittere Stunde erspart geblieben. Aber sie hatte eben nicht verstehen wollen. So klein war sie gewesen in ihrer trotzigen Selbstzufriedenheit, und drei Jahre des Glücks hatte sie versäumt. Gottlob, nun ist sie zur Einsicht gelangt, nun wird alles anders werden; noch ist es nicht zu spät. Ganz in ihre Gedanken vertieft, hat sie nicht bemerkt, daß eine holzsammelnde alte Frau aus einem Seitenweg heraus auf sie zukommt. Lotte schrickt zusammen, als es plötzlich neben ihr ruft:„ Guten Abend auch, Frau Oberförstern. So allein? Wo soll's denn hingehen?"„ Meinem Mann entgegen, Frau Hanf, er ist nach der Eichenschonung und muß bald zurückkommen." Je, Frau Oberförstern, das kann nicht sein. Der Herr Oberförster is dort naus vor einer halben Stund nach dem Bruch zu. Ich hab ihm die Tageszeit geboten und hätt gern ein Wörtle mit ihm geplaudert, aber er machte ein so finster Gesicht, daß ich mirs nicht traute. So' n Gesicht is man gar nich gewöhnt am Herrn Oberförster. Gewiß hat er allerlei im Kopf gehabt. So' n Heyr hat auch seine Sorgen, sag ich immer; und wenn er auch so gut is zu den armen Leuten, seine Feinde hat er auch. Da is der Valentin Meffert, der Wilddieb, der hat ja einen grausamen Haß auf den Herrn Oberförster und“— „ Der Meffert?" Lotte wird totenblaß, als ihr bei dem Namen die Erinnerung kommt an den wilden Gesellen, der ihnen damals auf der Fahrt begegnet ist und Drohungen gegen Hans ausgestoßen hat. Der Meffert? Wie kommen Sie auf den? Der sitt ja hinter Schloß und Riegel"- Nä, er is nun wieder frei, Frau Oberförstern. Vorhin hab ich ihn gesehen auf dem Weg nach dem Bruch. Ich kenn den Kerl ganz genau, und ich hab mich hinter einen Baum gesteckt, denn mit solchen Gesellen ist nicht gut Kirschen essen. Mich dauert nur sein braves Weib, die ihn nun wieder auf' m Hals hat, den Tagdieb." Mit angstvoll geöffneten Augen starrte Lotte die Sprecherin an:„ Nach dem Bruch zu ist er gegangen, der Meffert, sagen Sie? Ist das gewiß wahr?"-" So gewiß ich jetzt hier steh, Frau Oberförstern. Er lief, als hätt' er's eilig; 3 war gerad, als ich dem Herrn Oberförster begegnet war- herrjeh, der Kerl wird ihm doch nicht nachgegangen sein, das fällt mir jetzt erst ein." Lotte hört nichts mehr. Wie gejagt, schlägt sie den Seitenpfad ein, der nach dem Bruch führt. Nur einen Gedanken kann sie fassen: Bu ihm, um ihn zu schüben, au warnen vor Nr. 10 bernemen la's Bau a Bratsbell Oberbinc Bartenbax Das Betr.: Ausfüh über d taubent Gemäß 1. Wilh. W die nachstehen rubrizierten R der Mitgliede legterer dem Vereine ange berwaltung Kenntnisnahm 123 2. Karl Re 3. Georg F 4. Job. He 6. Friz Ro 5. Johs 7. 5. A. F 8. Mar Ri §1. Die Dasselb nung oder d welchen im brieftauben das Recht, nach welchen $ 2. Ini Sperrzeiten fü betr. den Sc übergehen, de berkehr, vom Sperrzeiten di hängenden Be §3. Ale und Herbit un zeiten eingefül Die eriten zehr die Reiseflüge gelten Briefta Privatpe gehören und Schuß dieses befannt gema Borschriften geschriebenen der Militäro Betr.: Uus дав Nach Gießener Ar haben die A trieben regel tehrend befch bezügliche fd Berpflichtung Rinder befcha Dritte be Die W 1. Vor 2. Lag 34 3. Leb 4. Na Ver 5. Art 6. Bef Unterl Gefeßes mit Gießen