Nr. 7 Samstag, den 9. Januar INC 1904 Nr. 8. bonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 fs, in'e Haus gebracht 00 Bfg., durch die Poft bejogen dicrtals fährlich Mr. 1.50. Sratisbeilagen: Oberbeffische Familienzeitung( täglich) Oberbefficge Beitschrift für Landwirtschaft, Sbft- und Bartenban, sowie bie Gießener Geifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Mertingen na mitage. Montag, den 11. Januar 1904. Gießener 13. Ja rgang. Jufersion@ pret o te nattige title wi ganz Oberheffen, bie Kreise Bebler und Marburg 10 Bfe. fofit 15 Pig.; Reflemien die Petitzetle 30 resp. 40 Bis. Boftzeitungsliste No. 3000. Rebeftien und Erpebition: Gießen Nenenweg 98. Feresprecherluf Rs. 308. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblaff) Raeßßängige Tageszeitung für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wezlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung Esthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberheſſen. Ein deutfcher Diplomat über die Lage in Oftafien. Krieg oder Frieden in Ostasien? Seit Wochen schon wird biese Frage in allen möglichen Nuancen durch die Presse aller Nationen variiert, ohne daß bisher irgend ein greifbares Resultat zutage getreten wäre. Rosig gefärbte Botschaften wechseln mit düsteren in bunter Reihe ab und beleben oder jemmen den Pulsschlag des Welthandels und der Induſtrie. Nicht einmal die Ueberreichung der russischen Antwortnote an Japan hat an diesem Stand der Dinge etwas geändert. Denn ihr Wortlaut wird von beiden Seiten bisher streng geheimgehalten. Bei dieser Unsicherheit wird eine Unterredung unseres Berliner CB.- Mitarbeiters mit einem durch langjährigen Aufenthalt in Oſtaſien über die einschlägigen Verhältnisse aufs beste unterrichteten de ut- ichen Diplomaten einen dankenswerten Ariadnefaden durch das Labyrinth von Kriegs- und Friedensgerüchten bieten. Der Gewährsmann unseres Mitarbeiters schneidet darin die Grundfrage an: Wem nützt ein Krieg in Ostasien? Wenn Japan die Hoffnung hegen könnte, Rußland dauernd aus Asien zu vertreiben und die gelbe Rasse dort zum alleinigen Herrn der Situation zu machen, dann wäre es nur vernunftgemäß, wenn es den Krieg mit aller Macht vorbereiten würde. So liegen aber die Verhältnisse bei weitem nicht. Japan kann höchstens Rußland zur Zeit an einem weiteren Vormarsch hindern und kann sonach Korea gegen eine Invasion der Russen schüßen. Ganz aussichtslos aber ist das Unterfangen, Rußland von jeglicher Mitwirkung bei der Aufteilung Chinas auszuschließen. Sowohl seine militärischen, wie seine finanziellen Ifsmittel sind den Ja= panern weit überlegen. Rußland hat wegen seines reichen Domanialbesiges und wegen der Entwickelungsfähigkeit seines wirtschaftlichen Lebens bei allen europäischen Märkten ziemlichen Kredit. Japan aber hat nicht einmal annähernd so viel Aussichten für das Gelingen einer Anleihe, als sein Gegner. Schon in friedlichen Zeiten werden seine Anleihen weit unter Pari- meist zur Hälfte des Nominalkurſes aufgelegt. Es würde sich aber nicht ein einziger Staat finden, der eine Kriegsanleihe finanzieren wollte. Nicht einmal England wird dies tun. Unter diesen Umständen stehen die Verhältnisse für die Japaner folgendermaßen: Gelingt es ihnen wirklich, durch große militärische und finanzielle Anstrengungen Rußland zurückzudrängen, dann ist nach Be= endigung des Krieges ihre Finanzkraft erschöpft und die ganze wirtschaftliche Entwickelung gehemmt. In ähnlicher Weise aber hat auch Rußland ein Interesse an der Fortdauer des Friedens, einmal weil ein zu hohes Engagement im Osten seine Stellung im europäischen Orient und in Mittelasien ganz erheblich gefährdet, weiterhin aber, weil hierdurch die Umwandlung seines Geldwesens in die Goldwährung, sowie die innere Kultur und zwar die Verbollkommnung des landwirtschaftlichen Betriebs und die Heranbildung einer leistungsfähigen Industrie um Jahrzehnte zurückgeworfen wird. Also nicht allein die Friedensliebe des Zaren, sondern auch ausgesprochene materielle Interessen bedingen notwendigerweise in Rußland eine friedliche Haltung. Von den sonstigen Interessenten kämen noch England, der angebliche Bundesgenosse Japans, Amerika und China in Betracht. England ist erfahrungsgemäß stets mit seinen internationalen Plänen am besten gedeckt, so lange die Kriegsrüstungen dauern. Ein wirklicher Krieg aber liegt nicht in seinem Interesse, weil dadurch wenigstens für eine gewisse Zeit hinaus die Vormachtstellung in Ostasien zu gunsten der einen oder der anderen Macht entschieden ist und weil die größere Wahrscheinlichkeit dafür spricht, daß nicht Japan, sondern voraussichtlich Rußland, Englands gefährlichster Gegner, der obsiegende Teil sein würde. Für Amerika fallen hauptsächlich Handelsfragen entscheidend ins Gewicht. So lange Japan und Rußland einander kampfbereit gegenüber stehen, wird jeder der beiden Staaten bemüht sein, durch entgegenkommendes Verhalten in Verkehrsfragen moralische Eroberungen zu machen. Also auch Amerifa wird trotz der Sympathien der Bevölkerung für Japan feine zum Krieg treibende Macht sein, noch weniger aber dürfte dies bei China der Fall sein, denn das Reich der Mitte weiß, daß es selbst beim Friedensschluß den Hauptanteil an der Zeche zu tragen hat. So kommt man denn zu dem Ergebnis, daß alle Interessenten an der Fortdauer des Friedens festhalten müssen, wenn sie nicht wichtige Dinge aufs Spiel setzen wollen. Zu berkennen ist freilich nicht, daß die Volksstimmung in Japan der Regierung die Friedenspolitik außerordentlich schwer macht. Der rasche und verhältnismäßig billige Erfolg bei dem Kriege mit dem in den alten Kulturformen förm= lich erstarrten China hat den Nationalstolz und das Kraftgefühl des Volkes in vielleicht übertriebener Weise gehoben. Aber in der Regieruna fiten kluge Rechner, die da wissen, was bei dem blutigen Würfelspiel eingesetzt werden müßte und daß doch immer nur ein periodischer Erfolg zu erreichen ist. Die beiden Feinde begegnen sich also in dem Interesse, auf dem Wege einer friedlichen Verständigung die Machtverteilung herbeizuführen, und darin liegt, wenn nicht die Kriegspartei in Japan übermächtig wird, selbst jetzt im fritischen Stadium des Konfliktes immerhin noch eine große Friedenssicherung. Diese Auffassung des deutschen Diplomaten findet ihre Bestätigung in den neuerdings eingegangenen Mel dungen. Zunächst hat die japanische Regierung offiziell das Gerücht, daß eine Expedition nach Korea demnächst abgeher solle, für unbegründet erklärt. Dieses Dementi scheint an zudeuten, daß die russische Note das Uebergewicht Japans in Korea anerkennt. Damit wäre die Hauptforderung Japans erfüllt, und so ist es denn nur natürlich, daß das Tofioter Kabinett, wie eine weitere Meldung besagt, so gut mie beschlossen hat, die Verhandlungen mit Rußland fort zusetzen. Japan ist zwar mit den Bedingungen Rußlande nicht zufrieden, fühlt sich jedoch nicht berechtigt, ein Ultimatum zu erlassen oder die Verhandlungen abzubrechen. Japan will nochmals versuchen, eine Abänderung der Vorschläge Rußlands zu erwirken. Die Verhandlungen dürften einige Wochen dauern; es gilt als sehr unwahrscheinlich, daß der Frieden in der Zwischenzeit gestört werden könnte. Aussichten auf eine gütliche Lösung der Krise eröffnet auch eine offizielle Erklärung der japanischen Gesandtschaft in Paris, daß die japanische Regierung nach wie vor alle ihre Anstrengungen auf die Erhaltung des Friedens richtet. Was indessen am sichersten dafür spricht, daß Japan mit der Aufrechterhaltung des Friedens rechnet, ist die Tatsache, daß Japan bisher kein Ausfuhrverbot für Dampfkohle erlassen hat, obwohl diese russischerseits auch weiterhin in großen Mengen in Japan angetauft no. Auch in England, wo der Krieg noch vor wenigen Cunden als undermeidlich erklärt wurde, tritt man jetzt auma ich den Rückzug an. Nach neueren Reutermeldungen halten die englischen Regierungsfreise den Krieg nicht mehr für an ermeidlich, wenn sie auch den auf dem Festlande fortdau gezeigten Optimismus" in der Beurteilung, der Lage sit nicht zu eigen machen wollen. Die Sensationsblätter Old- nglands machen natürlich nach wie vor gruselig: Nach den Daily Expreß" sollte es schon zu einem Gefecht zwisa der russischen und der japanischen Flotte in der Meer ac von Asushima gekommen sein. Selbstverständlich ist day m fein wahres Wort. Das gleiche gilt von den fortgesetzi Verdächtigungen der Haltung Deutschlands, insbesondere vor der neuerdings in englischen Blättern auftauchenden Meldung, Deutschland habe mit Rußland über die ostasiatische Frage einen Vertrag abgeschlossen. Zwischen Deutſchland und Rußland ist nicht die geringste Vereinbarung getroffen. Russisch- japanische Rüstungen. Selbstverständlich sind beide gegnerischen Mächte nach dem Grundsat Toujours en vedette unablässig bestrebt, ihre Rüstungen zu vervollkommnen. Ueber die weiteren Rüstungen Rußlands wird gemeldet: In der Mandschurei sind jetzt wieder 6000 Koſafen angekommen; Rußland hat jetzt 100 000 Mann in der Mandschurei. Außerdem bemüht sich Rußland, von der Türkei die Erlaubnis zur Durchfahrt der russischen Schwarzmeerflotte durch die Dardanellen zu erhalten, die eventuell nach Ostasien abgehen soll. Der Sultan soll dazu geneigt sein, wenn Rußland ihm gewisse Garantien in der mazedonischen Frage und besonders die Gewähr gibt, daß es in einem türkisch- bulgarischen Kriege neutral bleiben werde. Rußland hat ferner in den Vereinigten Staaten zehn Wagenladungen Rindfleisch in Büchsen bestellt, die schleunigst geliefert werden sollen. Japan macht 3. Zt. in den Vereinigten Staaten Bestellungen auf Kavalleriepferde; mehrere Wagenladungen sind bereits gekauft. Auch auf einen türkischen Kreuzer hat Japan ein Gebot abgegeben. Die Politik. Der Gefeßentwurf wegen Entschädigung unschuldig Ver hafteter, der in der Thronrede angekündigt war, ist im Bundesrat noch nicht endgültig durchberaten. Die Abgrenzung der Entschädigungsfälle verursacht ein ungewöhnliches Maß von Schwierigkeiten, eine Einigkeit darüber war bisher im Bundesrat nicht zu erzielen. Der Bundesrat wird erst in der nächsten Woche sich über diesen Punkt schlüssig machen. Auch die finanzielle Tragweite des Gesetzes hat die Borarbeiten sehr erschwert. Die Meldung, daß der Fürsterzbischof von Böhmen, Frhr. b. Skrbensky eine Audienz bei Kaiser Wilhelm nachgesucht hat, und von diesem empfangen worden ist, lenkt die Aufmerksamkeit wieder auf die etwas verzwickten firchenrechtlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Desterreich. Kirchlich hängt, soweit die katholische Konfession in Frage kommt, die preußische Provinz Schlesien noch immer mit Desterreich zusammen. Wie dem Fürsterzbischof von Prag preußische, so sind dem Fürstbischof von Breslau öfterreichische Gebietsteile unterstellt geblieben. Alle Versuche, Siesen ,, kirchenpolitischen Zweiteilungen" etwa durch einen Austausch der beiden Diözesenanteile zu beseitigen, sind vornehmlich an finanziellen Gründen gescheitert, trotz der Mißstände, die diese Zweiteilung im Gefolge hat. Der Anlaß der Reise des böhmischen Fürsterzbischofs nach Berlin ist die Erfüllung einer Pflicht, der Frhr. v. Skrbensky bisher nicht nachgekommen ist: Während der Fürstbischof von Breslau sich regelmäßig nach seiner Bestellung und nach der Ablegung des Huldigungseides gegenüber dem König von Preußen nach Wien begibt und dort in gleicher Weise nac dem Huldigungseid die Bestätigung für den österreichischen Anteil seiner Diözese erhält, haben die Prager Erzbischöfe bisher sich nicht dazu verpflichtet geglaubt, auch dem König von Preußen den Huldigungseid zu leisten. Frhr. von Skrbensky will dies übrigens auch nicht tun, sondern sich dem preußischen Hofe nur vorstellen. Falls er bei dieser GeLegenheit nicht doch noch den Huldigungseid leiſtet, ist, wie in Hoffreisen verlautet, die preußische Regierung entschlossen, allen fünftigen Breslauer Erzbischöfen die Ableistung des Huldigungseides vor dem österreichischen Kaiser zu unterfagen. Dieser Tage fand im Reichsschazamt eine Besprechung der Frage start, welche Maßregeln bei der Begebung vor Reichsanleihen im Interesse der Vermeidung von Störungen des Anleihemarktes zu ergreifen seien. An der Konferenz nahmen Vertreter des Reichsschazamts, der Reichsbank, des preußischen Finanzininister iums, der Seehandlung und mehrere Großbanken teil. Die Besprechung, die einen streng bertraulichen Charakter trug, wird in mehreren Blättern als der Vorbote einer neuen Reichsanleihe angesehen. Dazu liegt, wie unser Berliner B.- Mitarbeiter aus zuverlässiger Quelle hört, gar keine Veranlassung vor. Vor der Hand ist eine solche Anleihe nicht erforderlich. Eine neue Mittelstandsvereinigung ist unter dem Namen Allgemeiner Verein der Gewerbetreibenden Deutschlands" in Berlin ins Leben getreten. Ihr Zweck ist hauptsächlich die Bekämpfung der Warenhäuser, der Konsum-, Beamteneinkaufs- und der Rabattsparvereine. Die Eröffnung des preußischen Landtages wird am 16. d. M. im Weißen Saale des Berliner Schlosses durch den König persönlich vorgenommen werden. Von einer entgegenkommenden Haltung des Bischofs Korum von Trier wird aus Neuwied berichtet. In der paritätischen städtischen Lehrerinnenbildungsanstalt wurde bisher von der katholischen Geistlichkeit die Erteilung des Religionsunterrichts an die Seminaristinnen verweigert, so daß die katholischen Schülerinnen genötigt waren, sich die zum Examen erforderlichen Kenntnisse durch Privatunterricht zu erwerben und sie später durch ein besonderes Eramen nachzuweisen. Verhandlungen mit dem Bischof Korum haben jetzt zu dem Ergebnis geführt, daß vom nächsten Schuljahre ab die Erteilung des katholischen Religionsunterrichts in der Anstalt gestattet wird. Im Interesse des konfessionellen Friedens kann man dieses Entgegenkommen des Bischofs nur mit Genugtuung begrüßen. A Nach einem Erlaß des preußischen Kultusministers ist, da bei der Prüfung von Lehrerinnen an mittleren und höheren Mädchenschulen die Anforderungen in Deutsch, Geschichte und Französisch höher sind, als bei der Prüfung von Lehrerinnen an Volksschulen, bei der nochmaligen Prüfung einer Volksschullehrerin für mittlere und höhere Mädchenschulen( Ergänzungsprüfung) die Prüfung in sämtlichen Fächern abzu egen, in denen die Anforderungen höhere sind, also auch in Deutsch und Geschichte. Amerika. Von ganz merkwürdigen ,, Staatsausgaben" im doppelten Sinne des Wortes weiß der Bericht des Sekretärs des Washingtoner Senats zu berichten. Unter Nebenausgaben" wird da mitgeteilt, daß die Senatoren der Vereinigten Staaten im letzten Jahre 300 000 Dollars Staatsgelder zum Ankauf von Handschuhkästen, Pompadours, Taschenbüchern, Füllfedern, Manicure- Bestecken und ähnlichen zur Gesetzgebung unbedingt erforderlichen Dingen ausgegeben haben. Weiter berbrauchten die 90 Senatoren im abgelaufenen Jahr 25 000 Chinin- Pillen, hunderte von Paketen Kaugummi und ähnliche Sachen. In einem Jahre hat der Senat dem Lande 500 000 Dollars Gehälter und Meilengelder für die Senatoren, 500 000 Dollars für die Beamten des Hauses und 500 000 Dollars für„ Nebenausgaben" wie die obigen getoftet! Nab und Fern. Politisches Duell? In Hannover sind merkwürdige Gerüchte über ein politisches Duell im Umlauf. Ein Berliner Blatt, dem wir die Verantwortung für die Meldung überlassen müssen, macht sich zum Sprachrohr der Hannoverschen Fama. Es berichtet, zwischen dem hannoverschen Stadtdirektor( d. h. Oberbürgermeister) Tramm und dem vor einigen Monaten plößlich unter aufsehenerregenden Umständen aus dem Amt geschiedenen bisherigen hannoverschen Regierungspräsidenten v. Brandenstein habe ein Pistolenduell stattgefunden. Stadtdirektor Tramm soll dabei durch einen Schuß in den Unterleib schwer verwundet worden sein. Ueber die Voraeschichte des Duells erzählt das Blatt: Die Verabschiedung des regierungsprasidenten v. Brandenstem wird in Hannover darauf zurückgeführt, daß dem Kaiser von einer gräflichen Dame der Regierungspräsident v. Brandenstein als allzu großer Verehrer eines guten Tropfens bezeichnet worden sei. Herr v. Brandenstein soll nun der Ansicht sein, daß er den Oberbürgermeister Tramm für jene Mitteilung der Gräfin verantwortlich zu machen habe, und er soll schon beim Scheiden aus Hannover die Absicht geäußert haben, mit dem Oberbürgermeister abzurechnen". Vor acht Wochen soll nun das Duell stattgefunden haben. Diese Gerüchte finden eine gewisse Bestätigung darin, daß Stadtdirektor Tramm seit acht Wochen genötigt gewesen ist, in vollkommenster Ruhelage das Zimmer zu hüten. Der Deffentlichkeit war mitgeteilt worden, daß er an einem Bronchialfatarrh litt. Herr Tramm hat jetzt mit seiner Gattin einen Erholungsurlaub nach dem Süden angetreten. Die Austrocknung der pontinischen Sümpfe wird nun Die Generalverernstlich in Angriff genommen werden. sammlung der pontinischen Delegierten beschloß einstimmig, bem bekannten deutschen Syndikat die Trockenlegung der Pontinischen Sümpfe und die Besserung der Verhältnisse in diesem Malariagebiet in hygienischer Hinsicht zu übertragen. Damit wird einem großen Kulturwerk, das der deutsche Major v. Donat zu seiner Lebensaufgabe gemacht hat, die Bahn eröffnet. Die Austrocknung des Sumpflandes wird ein Riesenareal des fruchtbarsten Bodens erstehen lassen und Italien eine blühende Dase für ein verderbenbringendes Malariagebiet schenken. A Verhängnisvolle Unvorsichtigkeit. Ein eigenartiger Fall Don Blutvergiftung forderte in Köln zwei Opfer. Das eine war die dreißigjährige Frau eines dortigen Kaufmanns, das andere der neunzehnjährige einzige Sohn eines Lehrers aus Winferink( Westfalen). Beide hatten mittelst einer Nadel ein Geschwür geöffnet. Es entstand Blutvergiftung, an deren Folgen sie unter unsäglichen Schmerzen nach der Operation verstarben. Gewaltige Lawinenstürze seßten die mwohner des südlichen Adamellotales bei Triest in Schrecken. Unter furcht. barem Getöse rollten die Schnee- und Steinmassen von den Bergen herab, alles weithin verschüttend. Doch ist sonder. barerweise kein Verlust an Menschenleben zu beklagen gewesen, ebenso wurde kein Haus zerstört. Das Naturereignis wurde durch ein anderes, ein heftiges Erdbeben, hervorgerufen. Leichtsinnige Wette. In Bärwalde im Labiauer Kreise tamen mehrere junge Menschen auf den unseligen Gedanken, zu erproben, wie lange man auf dem Kopfe stehen könne. Ein Meier erklärte sich bereit, eine halbe Stunde lang diese Stellung einzunehmen, und schloß eine Wette ab. Auf die Arme gestützt und die Beine an eine Wand gelehnt, vermochte er sich wirklich eine halbe Stunde lang in dieser Lage zu halten. Bald darauf wurde er ohnmächtig, und als er erwachte, verfiel er in Tobsucht. Man veranlaßte seine Ueberführung in das Kreiskrankenhaus und steckte ihn in die Zwangsjacke; aber sein Zustand schien sich nur noch zu verschlimmern, und die Zwangsjacke war für ihn nicht stark genug. Der Tobsüchtige mußte nach Allenberg ins Frrenhaus gebracht werden. Ein Opfer des Spielteufels. 257 000 Rubel in Obligationen unterschlagen hat der 37 jährige Leiter der Kouponabteilung der russischen Südostbahnen S. A. Pronifarowski in Petersburg. Er hat nach seinem eigenen Geständnis fast das gesamte Geld zur Deckung von Verlusten im Kartenspiel verwandt. So will er u. a. an einem Abende im Petersburger Kaufmännischen Klub 140 000 Rubel beim Spiel verloren haben. Die Obligationen befanden sich in einer feuerfesten Stasse der Abteilung Pronikarowskis. Bei seiner Verhaftung hatte der ungetreue Beamte nur 100 Rubel bar und acht Obligationen à 1000 Rubel im Besik. Mehrere schwere Schiffsunfälle werden wieder gemeldet. Bei einem Zusammenstoß des französischen Dampfers„ Ni. bernois" mit dem russischen Dampfer Tsaritsana" im Hafen bon Pera sollen 70 Pilger vor Entsetzen über Bord ge. sprungen und ertrunken sein. In der Nähe von Boulogne strandeten nachts die von London kommenden englischen Dampfer Jasper" und" Britannia", die durch Trossen miteinander verbunden waren. Beide Schiffe sind verloren, ihre aus zwölf Personen bestehende Bemannung fand den Tod in den Wellen. In einem Strudel des Kongoflusses schlug der Dampfer einer englischen Mission infolge vertehrten Manövers um. Ein Missionar und 23 Neger ertranfen. Ermordung eines deutschen Gymnasialdirektors in Korfika. In Ajaccio wurde der deutsche Gymnasialdirektor Mayer erschossen aufgefunden. Als der Tat dringend verdächtig wurde ein Handlungsgehilfe Thiemann verhaftet, der in demselben Hotel mit Mayer logiert hatte und sich dort fälschlich als Dr. med. ausgegeben hatte. Thiemann genießt feines guten Rufes. Vater der Möroce hätte einen Prozeß gegen Eremits verloren. - In London verübte ein 17jähriger Deutscher, Thomas Schütz, einen Mordversuch auf seinen Prinzipal, namens Laue. Der Täter entfam. Hus dem Gerichtslaai. § Der Hamburger Messerstecher Cekalla hat jetzt seine wohlberdiente Strafe bekommen. Das Schwurgericht verurteilte ihn zu vierzehn Jahren Zuchthaus und den üblichen Nebenstrafen. Cefalla hatte bekanntlich eine größere Anzahl Frauen und Mädchen aus Hamburg und Altona auf offener Straße durch Messerstiche zum Teil lebensgefährlich verletzt. § Gin gerichtliches Nachspiel zum Laurahütter Wahlkrawall trug vor der Berliner Straffammer den verantwortlichen Redakteuren des Vorwärts", Carl Leid und Julius Kaliski, 6 Monate beziehentlich 4 Monate und eine Woche Gefängnis ein. Ersterer hatte den Laurahütter Gendarmen und Polizeibeamten in einem Artikel vorgeworfen, den Krawall provoziert zu haben, der letztere hatte den prakt. Arzt Dr. Nawrocki beschuldigt, Tumultuanten, die sich bei ihm verbinden ließen, der Behörde denunziert zu haben. § Der Zeuge„ Dolus". Ein„ biederes" Bäuerlein aus Frechen führte bei dem Kölner Oberlandesgerichte einen Prozeß, der die Auflösung eines Kaufgeschäftes zum Gegenstand hatte. Er verlor denselben, da nachgewiesen wurde, daß er seinen Vertragsgegner bei dem Kaufabschluß durch Verschweigen wesentlicher Mängel des Kaufobjektes arglistig getäuscht hatte. Bei der Lektüre der schriftlichen Urteilsausfertigung, die dem Bäuerlein von seinem Anwalt zugesandt wurde, war ihm die häufige Erwähnung des„ Dolus", der wohl, wie er herausfand, für die Entscheidung ausschlaggebend sein mußte, höchst auffällig. Von dem Umstand, daß er selbst diesen Dolus geschaffen hatte und damit dessen geistiger Urheber war, davon hatte er freilich keine Ahnung. Er glaubte vielmehr, daß der Dolus ein Zeuge sei, welcher ungünstig für ihn ausgesagt und dadurch den schlechten Ausgang des Prozesses für ihn herbeigeführt habe. Diesen Dolus, den Schuft, will ich meineidig machen," so äußerte er sich zu einem ihm befreundeten Nachbarn. Gesagt, getan! Mit der ausgesprochenen Absicht, den Zeugen Dolus bei der Staatsanwaltschaft wegen Meineids zur Anzeige zu bringen, betrat er das Kölner Justizgebäude. Dort trug er dem ersten ihm begegnenden Gerichtsdiener sein Anliegen vor, und dieser, ein Witzbeld, verwies ihn an die zuständige Stelle, nämlich die Anmeldestube der Staatsanwaltschaft. Hier wurde das Bäuerlein auf seinen Irrtum aufmerksam gemacht und belehrt, daß der böse Dolus in seinem eigenen Sch" personifiziert sei. Grollend zog er sich hierauf mit den Worten zurück: Die Häre däte och besser, sie schriewe dütsch, damit die Bore et och verstonn." Eineinhalb Millionen Live unterschlagen. Wie italienische Blätter melden, ist der Geschäftsführer Terracini der Lederhandlung Bruno in Turin seit einigen Tagen verschwunden. Terracini, der ein teures Leben geführt hatte, hinterließ einen Brief, in dem er angab, er habe sich 25 000 Lire unrechtmäßig angeeignet und wolle Selbstmord begehen. Der Schaden, den Terracini dem Hause Bruno zugefügt hat, soll jedoch gegen 300 000 Lire betragen. Er soll ferner andere Personen um mehr als eine Million geschädigt haben. Die Polizei stellt Ermittelungen über den Aufenthalt Terracinis an, der vermutlich ins Ausland geflüs ist. Sizilianische Räuberromantik. Eine Patrouille von Polizisten überraschten in der Nähe von Bisacquino den berüchtigten Räuber Mirto und fünf seiner Kameraden. Nach einem heftigen Stampfe wurde Mirto getötet und die anderen fünf Räuber wurden gefangen genommen. Ein Polizist wurde getötet, drei wurden verwundet. Die Briganten hatten ihre reichgeschirrten Pferde an einen Baum gebunden. Bei dem erschossenen Brigantenhauptmann fand man zwei prächtige Feldstecher und eine große Summe Geldes. Eine Explosionskatastrophe ereignete sich in den National Explosive Works von Hayle( Cornwall). Nähere Einzelheiten über den Umfang des Unglücks stehen noch aus, doch wird wohl mit Recht der Verlust vieler Menschenleben befürchtet. Die ganze Gegend ist voll schwarzen Rauches, der von explodiertem Dynamit oder Cordit herrührt. Fast alle Fensterscheiben in einer Entfernung von drei Meilen von Hayle sind eingedrückt, auch in Penzance, das acht Meilen von Hayle entfernt liegt, wurden viele Fenster zertrümmert. Bunte Chronik. Der ungarische Abgeordnete Paul Eremits wurde in Nagy Kikinda von zwei Bauernburschen durch Revolverschüsse und Hiebe mit eisernen Stöcken ermordet. Der Beweaarund zu dem Morde ist Rache. Der Vermischtes. [ Unter freiem Himmel geboren und gestorben.] Ein merkwürdiger Zufall waltete bei dem dieser Tage erfolgten Tode des greisen Kaufmanns Schön aus Ungarisch- Brod ob. Der 84jährige Mann, der noch rüstig war und rege seinen Geschäften nachging, wurde auf dem Wege vom Bahnhof zur Stadt müde, setzte sich einen Augenblick nieder und erfror auf offener Straße. Ein sonderbarer Zufall wollte es, daß er bei einem vor 84 Jahren in Ungarisch- Brod ausgebrochenen Brande, wo seine Mutter aus dem Hause flüchten mußte, unter freiem Himmel das Licht der Welt erblickte. Ebenso ist er aus dem Leben geschieden. * * Lokales. 11. Januar 1904. Der Großherzog empfing am 9. Januar den Kommerzienrat Heichelheim von Gießen, den Forstmeister Schomber von Grünberg, den Professor Eck von Gießen, den Rechnungsrat Wilfer von Gießen, den Geheimen Baurat Professor Gutermuth, den Oberamtsrichter Engel von Butzbach, den Geheimen Medizinalrat Professor Dr. Gaffty von Gießen, den Professor Wickop und den Oberkonsistorialrat Petersen von Gießen. ** Ernannt wurde am 6 Jan. der Hilfsgerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Herbstein, Karl Johannes Günewald zum Hilfsgerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Gießen, mit Wirkung vom 14. Januar 1904. [ Saubere Früchtchen müssen die Schüler der Lateinschule zu Reykjavik in Island sein. Den jungen Herren paẞte es nicht, daß sie bei den Jahresprüfungen Zensurnoten erhalten sollten, wahrscheinlich in der richtigen Voraussetzung, daß die Noten herzlich schlecht ausfallen würden. Als die Lehrer sich dem Wunsche der Schüler nicht fügen wollten, bemächtigten sich diese gewaltsam der Zensurprotokolle und veranstalteten ein großes Autodasé mit den verhaßten Papieren. Als eine Untersuchung angeordnet wurde, legten sie Pulver in den Ofen desjenigen Zimmers, in dem die übrigen Protokolle und das Archiv der Schule aufbewahrt wurden; der Ofen explodierte, und der gesamte Inhalt des Zimmers wurde vernichtet oder doch arg beschädigt. Die meiteren Bemühungen des Vorstandes der Schule, die Angelegenheit aufzuklären und die Anstifter der Unruhen zur Rechenschaft zu zichen, mißglückten bisher völlig. Man mußte die Schul verläufig schließen. * Stadttheater Gießen. Beyerleins 3 apfenstreich wurde gestern Sonntag von sehr gut besetztem Hause wiederum mit außerordentlichem Beifall aufgenommen. X Es geht uns aus Steinbach folgendes Schreiben zu:„ Am 4. Januar tagte zu Lich ein Komité, um dem verstorbenen Fürsten Ludwig zu Solms- Lich, welcher heute noch im allerbesten Andenken steht, ein Denkmal zu errichten. Fast einstimmig hat man die Errichtung dieses Bauwerks gewünscht und doch sind leider noch Leute in dem Denken wir Bezirk, welche diesem Plane entgegenstehen. Steinbacher doch nur einmal an die Zeit des großen Brandes zurück, da unser Dit fast zu drei Viertelteil eingeäschert wurde und die Bürger im Freien mit Frau, Kind und Vieh verbleiben mußten. Da war es Fürst Ludwig, welcher mit großen Geldkosten und vielen Nahrungs- und Hilfsmitteln unseren Eltern zu Hilfe kam. Pferd und Wagen stellte er zur Verfügung( z. B. ließ er eine Wöchnerin anderweitig unterbringen), so daß mit seiner Hilfe die Abgebrannten der augenblicklich größten Not enthoben waren. Lassen wir darum heute dem edlen Mann einen dauernden Denkstein, der ein Dankstein sein soll, errichten und wir Steinbacher besonders für das Gelingen nach besten Kräften eintreten. #IGelingt es oder gelingt es nicht? An der Tür der Wohnung eines der bekanntesten Aerzte in Kiem wird, so erzählt ein russisches Blatt, heftig geflingelt. Als der Diener die Tür öffnet, erblickt er einen elegant gekleideten Herrn, der ihm ein Briefchen übergibt mit der Weisung, es sofort seinem Herrn zu bringen. Während der Diener den Befehl ausführt, geht der Fremde in das Wartezimmer. Inzwischen hat der Doktor in Gegenwart des Dieners das Briefchen geöffnet und findet auf einem Zettel die unverständlichen Worte:„ Gelingt es oder gelingt es nicht?" Er liest dem Diener die lakonische Frage vor, und da dieser sich den Zusammenhang gleichfalls nicht erklären kann, beschließt man, den Unbekannten in das Empfangszimmer zu rufen. Der Diener geht hinaus, stürzt aber nach einigen Augenblicken schon wieder in das Zimmer und sagt aufgeregt:„ Es ist gelungen! Er hat Ihren Pelz mitgenommen!" Am 17. Januar findet im Gasthause„ Zum wilden Mann zu Grünberg, nachm. 3 Uhr eine Generalversammlung des Vogelsberger Geflügel und Vogels zuchtvereins statt. U. a. steht auf der Tagesordnung Abhaltung der diesjährigen Lokalausstellung. * * Gas oder elektrische Beleuchtung für Grünberg? war die Frage mit der sich eine Versammlung, die von mehreren Bürgern einberufen, befaßte. Herr Seim eröffnete die Versammlung und beTeilnehmer, grüßte die ziemlich zahlreichen [ Die japanischen Eisenbahnverhältnisse] entlocken einem englischen Kriegsforrespondenten", der sich schon im voraus nach Ostasien begeben hat, einen Lobeshymnus. Wird auch der Eisenbahnverkehr in Japan nicht mit großer Schnelligfeit abgewickelt die Geschwindigkeit überschreitet kaum 25 Kilometer Stündlich so herrscht peinliche Akkuratesse. Ein Europäer wird sich freilich trotzdem cu as unbehaglich fühlen, wenn er in einem japanischen Luruszug fährt; er findet ein Puppenmobilar, sort und gracil wie die Söhne und Töchter aus der Sewer aufgebenden Sonne selbst. Die japanischen Kondukteure sind die allerhöflichsten in der ganzen Welt. Che der Kondukteur die Schwelle eines Rupees überschreitet, nimmt er die Kappe vom Kopfe und macht sämtlichen Infassen, zwei tiefe Verbeugungen. Dann leistet er jedem der Passagiere separat noch einmal die gleiche Ehrenbezeugung und mit all den Formeln, die die japanische Höflichkeit vorschreibt, fragt er, ob man nicht vergessen habe, vor dem Einsteigen in den Waggon ein Billet zu lösen. Und dabei sind die Kondukteure mit den Passagieren der dritten Klasse ebenso höflich, wie mit denen der ersten, was nicht überall vorkommen soll. auch fichert. Die Mög berg fich an die + Neustadt Ariegerverein ift berliehen worden Den Verein wird erfolgen. ▲ Hanau, mehrere Einbrud geführt, ohne daß zu werden. Jet längst in Frankfurt Karl Bogel aus Den Gegenfländen, Hiefigen Beraubten In der Perfon B bingfeft gemacht, Bollmar, Karl B Mainz, Einbruch † Mainz, 8 Seligenstadt ver Straßenbrüde a rechtzeitig von Die Betrie Provinzial Die vom l Oberheffen einge find im legten Wernin Tiergar Bell mi Lauterb Das Ergeb erfichtlich: men Aufder trieb Weide Wer Nanings 3. Juni Tier garten. 3. Juni Lauter bach 28.Ma Bell 3. Jun Dur dichni Ver gleid die in diesem vorigen Jahree AYYEX der Gemeinderat fast vollzählig erschienen. Auf Antrag des Herrn Seim übernahm Herr Bürgermeister Zimmer die Leitung der Versammlung, in dessen Verlauf zahlreiche Herren das Wort nahmen und die verschiedenen Beleuchtungsarten einer Kritik unterzogen. Die weitaus größere Zahl der Redner redete allerdings der Elektrizität das Wort ohne damit aber das Gas zu verwerfen. Darin waren jedoch alle einig, daß das j pige Licht nicht mehr den Ann forderungen der Zeit entspreche und eine Verb sserung herbei geführt werden müsse. Das Resultat der Versammlung war, zu einer späteren Versammlung Fachleute heranzuziehen, die auch einigen Aufschluß über die Kosten des einen oder anderen Werkes geben würden. Ein Komitee, bestehend aus dem Gemeinderat und den Herren Carl Seim, Heinr. Schmidt und Friedr. Jöckel, will sich mit der Frage weiterhin befassen und der Verwirklichung einer besseren Beleuchtung entgegenführen. Eine vom Bund der Landwirte einberufene Versammlung fand gestern in Grünberg statt. Die Versammlung hätte allerdings besser besucht sein können, besonders von Grünberg, auswärtige Teilnehmer waren aus der ganzen Umgegend erschienen. Mit einem Hoch auf den Kaiser und den Großherzog wurde die Versammlung von Herrn Emmel- Warthof eröffnet der Herrn Lucke Patershausen das Wort erteilte, welcher in geschickter Weise sein Thema, was ist Mittelstand und Mittelstandspolitik, abwickelte. Zweiter Redner war der hessische Landtagsabgeordnete Korell Leusel, an dessen Referat sich eine lebhafte Debatte anschloß und zur einstimmigen Annahme einer Resolution führte, die bedauert, daß die Reicheregierung angesichts des Ausfalls der Reichstagswahlen sich nicht auf den Standpunft gestellt hat, daß ein lebensfräftiger Mittelstand das festeste Bollwerk gegen die rev lutionäre Sozialdemokratie bildet, und daß sie dementsprechend seither nichts getan hat, um das Kleingewerbe besser zu schüßen und der Landwirtschaft die verloren gegangene Gleichberechtigung auf wirtschaftlichen und sonstigen Gebieten wieder zu verschaffen. Die Versammlung sprach der Bundesleitung für das seitherige Verhalten das volle Vertrauen aus und bat auf dem betretenen Wege fortzufahren. Wie im vorigen ** Fahrpreis ermäßigung. Jahre, so hat auch in diesem Jahre der preußische Minister der öffentlichen Arbeiten, Exzellenz Budde, bestimmt, daß den Kriegsinvaliden von 1864, 1866, 1870/71 und des Chinafeldzuges Fahrpreisermäßigungen zum Kurgebrauche bewilligt werden sollen. Die Kriegsinvaliden zahlen bei Benutzung der zweiten und dritten Wagenklasse nur halbe Preise, bezw. eine halbe Rückfahrkarte. ** Turnerisches. Am 17. Jan. findet in Wetzlar in der Halle des dortigen Turnvereins ein Turnen der besseren Turner des Gaues Hessen statt, zu dem voraussichtlich starke Beteilung zu erwarten ist. Am 28. Februar wird in Bad Nauheim der diesjährige Kreisturntag des Mittelrheinfreises abgehalten. Da Nauheim für die Vereine des Gaues Hessen sehr günstig liegt, wird der Besuch des Kreisturntages von diesen sehr zahlreich sein. × Pohl- Göns. In das Butzbacher Genossenschaftsregister wurde eingetragen die Firma der Landwirtschaftlichen Bezugs- und Absaßgenossenschaft, eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht". || Bad Nauheim, 9. Jan. Die Errichtung eines Elektrizitäts- Werks in unserer Badestadt scheint nunmehr ge= fällt vor allem hauptsächlich d ift. Immerhin die Viehbefizer gefchickt hatten, ringere Zunah Der Grund Futterverhält sondern in d aufgetriebenen Tierzüchtern Abstammur g wertung bedin Die Pro Tiergarten h Gweiterungs mehr so einge genügen. W als Fobler m fich gut entwi mit dem Ref Pünktli Stein& B wieder ihren in Geftalt Infolge Inhaltes i elegant un Ratgeber Beitungs ganzen W übrigen S Arbei 68 1 landwi Sdmied, Dienitma Leb 1 Grdarb 1 Mälzer 1 Staffier Ausläufer Dienfimo Betr.: itteln te et weitig n der n wir Zell mit fftein, bacher eten. vilden ammersichtlich: NaWeiGewichtszunahme. men Auf- Abgelder nung Weide detrieb trieb tage 4. Dent ter Sall bon offt rial htsnes richt en tem men. eiben dem cher al zu diefes dem n wir andes wurde ber mit sichert. Die Möglichkeit ist nicht ausgeschlossen, daß Friedberg sich an die Nauheimer Beleuchtungs- Anlage anschließt. + Neustadt( M.-W.-B.), 8. Jan. Dem hiesigen Kriegerverein ist von Seiner Majestät ein. Fahnenschmuck verliehen worden. Die feierliche Uebergabe desselben an den Verein wird Sonntag den 17. Januar in Kirchhain erfolgen. Die nachstehende Bekanntmachung bringen wir zur Kenntnis der Beteiligten. Hanau, 9. Jan. Im Vorwinter wurden hier mehrere Einbruchsdiebstähle, besonders in Mansarden, ausgeführt, ohne daß es der Polizei gelang, des Täters habhaft zu werden. Jetzt ist der Einbrecher in der Person des unlängst in Frankfurt a. M. wegen Betrugs verhafteten Schlossers Karl Vogel aus Gießen festgestellt worden. Viele von den Gegenständen, die man bei Vogel fand, sind von den hiesigen Beraubten als ihr Eigentum anerkannt worden. In der Person Vogels wurde ein längst gesuchter Einbrecher dingfest gemacht, der unter verschiedenen Namen, wie Karl Vollmar, Karl Beck, auch in anderen Städten, z. B. in Mainz, Einbruchdiebstähle verübt hat. † Mainz, 8. Jan. Ein 76 Jahre alter Landwirt aus Seligenstadt versuchte sich gestern Nachmittag von der Straßenbrücke aus in den Rhein zu stürzen, wurde jedoch rechtzeitig von Passanten davon abgehalten. Die Betriebsergebnisse der Oberhessischen Provinzial- Jungviehweide im Sommer1903. Die vom landwirtschaftlichen Vereine für die Provinz Oberhessen eingerichteten und unterhaltenen 4 Jungviehweiden sind im letzten Sommer wie folgt beseßt gewesen: Fohlen Wernings mit . 10 Rinder 64 11 56 70 Gießen, den 9. Januar 1904. Betr. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Antrag auf Enteignung von Gelände in der Gemarfung Gießen für das Hauptfiel und die Kläranlagen zur Kanalisierung der Stadt Gießen. D.Die Großh. Bürgermeisterei Gießen hat namens der Stadt Gießen auf Grund des Artikel 22 des Enteignungsgesetzes vom 26. Juli 1884( in der durch Art. 279 des Ausführungsgesetzes zum Bürgerlichen Geſetzbuch gegebenen Fassung) Antrag auf Enteignung folgender für das Hauptfiel und die Kläranlagen der städtischen Kanalisation in Anspruch genommener Grundstücke und Grundstückteile in der Gemarkung Gießen gestellt: Tiergarten mit. 66 Lauterbach mit Das Ergebnis des Betriebs ist aus folgender Tabelle Flächen: Grundbuchmäßiger Eigentümer gehalt 53. VIII 54. VIII 55. VIII 56. VIII Nr. Flur 48. VIII Bezeichnung des FlächenGrundstückes gehalt Grundbuchmäßiger Eigentümer Nr. qm 925/1, 1057 Lenz, Johann XI. in Klein: Beansprucht wird die ganze Linden 49. VIII ( 93 918 Baizelle Schaum, Johannes in Klein: Linden die ganze Parzelle 50. VIII 94 952 Müller, Karl, Ehefrau die ganze Katharina geb. Lenz in Klein- Linden Parzelle 51. VIII 95 2184 Weber, Joh. und Ehefrau geb. die ganze Weigel in Klein Linden Barzelle 52. VIII 96 1767 Lenz, Ludwig X. Ehefrau, Marie geb. Weigel in KleinLinden die ganze Parzelle 97 1876 Hinterlang, Balth. und Ehe: frau geb. Althaus in KleinLinden die ganze Parzelle 98 1876 Germer, Wilhelm II. in KleinLinden die ganze Parzelle 99 1699 Germer, Karl in KleinLinden die ganze Parzelle 100 1250 Schoum, Johannes in KleinLinden die ganze Parzelle 57. VIII 1005/1, 1254 Lenz, Kaspar IV. in KleinLinden die ganze Parzelle Bezeichnung D.- des Nr. Grundstückes Flur Nr. 1. VI 44 Beansprucht wird qm 58. VIII 59. VIII 60. VIII 295 2. VI 46 706 3. VI 59 888 849 Schäfer, Georg und Ehefrau geb. Loos in Gießen Teigler, Friz und Ehefrau geb. Vogel in Gießen Noll, Louis Ehefrau. Luise 369 qm( laut Meßbrief) 294 qm( laut Meßbrief) geb. Schmehl in Gießen 4. VI 60 865 Lang, Georg II. Witwe, 5. VI 76 1434 Anna in Gießen Schaaf, Otto in Gießen 6. VI 77 1518 derselbe 7. VI 78 4415 Gewerkschaft Gießener Braunsteinbergwerke, vormals Fernie in Gießen 8. VIII 51 5044 dieselbe 9. VIII 53 3750 dieselbe höchfte ung nied= Durch rigſte schnitt Kg Kg Kg pro Tag 10. VIII 59 Kg eine Mer, be nings 3. Juni 5.Oft. 124 1 113 48,36 0,39 11. VIII 12. VIII 60 2847 Kahl, Wilhelm in Gießen 764 qm( laut Meßbrief 61 2428 beTierLenz, Wilhelm III. in KleinLinden auch garten. 3. Juni 3. 13. VIII 62 1571 Lang, Elisabethe in Klein122 30 123 82,96 0,68 " Linden die ganze Parzelle ntrag er die Lauter14. VIII 63 2266 Rinn, Elisabethe geb. Weigel, die ganze bach 28.Ma 3. 11 reiche ungsBell 3. Jun 3. 128 15 165 80,64 0,63 122 27 113 67,10 0,55 Ehefrau des Ph. Rinn III.'" Parzelle in Klein- Linden " 1 15. VIII Zahl Wort Koften Romitee, 1 Seim, r Frage besseren berufene . Die fönnen, waren och auf ng von hausen Thema, Didelte. ordnete Debatte lution to des Stand ♪ das ofratie n hat, Land9 auf haffen. 3 feituf dem origen inifter daß d des rauche en bei halbe Weglar en der fichtlich wird in lrheinGaues ntages haftslichen ſchaft eines hr ge Es suchen Arbeit: waren An... wantin erung Verachleute Durchschnittliche Zunahme ouf den 4 Weiden 69,77 Kg. Ver gleicht man die durchschnittliche Gewichtszunahme, die in diesem Jahre 69,77 Kg. betrug mit derjenigen des vorigen Jahres, wo sich dieselbe auf 82,65 Kg. stellte, so fällt vor allem eine Minderzunahme von 12,88 Kg. auf, die hauptsächlich durch das naßkalte Wetter veranlaßt worden ist. Immerhin ist das diesjährige Ergebnis ein solches, daß die Viehbesizer, welche ihre jungen Tiere auf die Weide geschickt hatten, zufrieden sein fönnen. Auffällig ist die geringere Zunahme der Tiere auf der Jungviehweide Wernings. Der Grund für diese Erscheinung liegt nicht in den Futterverhältnissen oder sonstigen Eigenschaften der Weide, sondern in der wesentlich geringeren Qualität der hier aufgetriebenen Tiere. Es wird hierdurch die von maßgebenden Tierzüchtern vertretene Ansicht bestätigt, daß Rasse, gute Abstammur g bei entsprechender Körperform die Futterverwertung bedingen. Die Provinz al- Jungviehweiden zu Lauterbach, Zell und Tiergarten haben im letzten Jahre die noch nötigen Eiweiterungsbauten erfahren, so daß sämtliche Weiden nunmehr so eingerichtet sind, daß sie allen billigen Anforderungen genügen. Auch die auf die Weide zu Tiergarten, die haupsächlich als Fohler weide dienen soll, aufgetriebenen Fohlen hatten sich gut entwickelt, so daß die Besißer derselben im allgemeinen mit dem Resultate wohl zufrieden waren. Geschäftliches. Pünktlich wie seit vielen Jahren überreicht die Ha as enstein& Vogler Aktien- Gesellschaft auch diesmal wieder ihren Geschäftsfreunden eine allbeliebte Neujahrsgabe. in Gestalt ihres großen Zeitungs- Kataloges Infolge seiner handlichen Form und seines gediegenen Inhaltes ist der mit hervorragender Sorgfalt und Sachkenntnis elegant und praft sch ausgestattete Katalog ein unentbehrlicher Ratgeber für jedes Bureau geworden. In dem großen Zeitungs Katalog sind alle Zeitungen und Zeitschriften der ganzen Welt zusammengestellt und bildet das Buch mit seinem übrigen Inhalt ein Nod schlagewerk ersten Ranges. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen. Gartenstraße 2. Es können eingestellt werden: 1 landwirtschaftliche Magd, 1 Schlosser, 1 jüngerer Schmied, 1 Friseur, 1 Schriftsetzer, 1 Fuhrknecht, 12 Dienstmädchen hier und auswärts. Lehrlinge: 2 Schreiner, 1 Metzger. Erdarbeiter, 1 Schlosser, 1 Buchbinder, 2 Schreiner, 1 Mälzer, 1 Metzger, 1 Bäcker, 1 Waschfrau, 1 Lackierer, 1 Kassierer, 1 Portier oder Diener, 1 Fuhrknecht, 4 Ausläufer, 1 Köchin, 1 Laufmädchen, 2 Lauffrauen, 2 Dienstmädchen, 2 Bureaugehilfen. Bekanntmachung. Betr. Antrag auf Enteignung von Gelände in der Gemarkung Gießen für das Hauptfiel und die Kläranlagen zur Kanalisierung der Stadt Gießen. 16. VIII 64 65 1255 Rinn, Friedrich, in Kleindie ganze Linden Barzelle 1454 Rinn, Katharina, Ehefrau des die ganze Philipp Jung XVII. in Klein- Linden Parzelle 17. VIII 66 1560 Weigel, Ludwig IX. und Ehe frau, geb. Lenz in KleinLinden die aanze Parzelle 18. VIII 67 1505 Schaum, Johannes, Ehefrau, Elisabethe, geb. Weigel in Klein- Linden die ganze Parzelle 19. VIII 20. VIII 21. VIII 22. VIII 23. VIII 24. VIII 68 69 1001 Lenz, Johannes XI. Ehefrau, geb. Germer in Klein- Linden 1032 dieselbe die ganze Parzelle die ganze Parzelle 70 71 1965 72 2255 73 2342 2684 Weigel, Karl, in Klein- die ganze Linden Jung, Kaspar V und Ehefrau geb. Weigel in Klein- Linden Weigel, Elisabethe in KleinLinden Schäfer, Anton Ehefrau Elisabeth geb. Weigel in KleinLinden. Parzelle die ganze Parzelle die ganze Parzelle die ganze Parzelle 25. VIII 74 2430 Weigel, Ludwig XI in KleinLinden d'e ganze Parzelle 26. VIII 75 1287 Jung, Johann Ludwig V in Klein- Linden die ganze 27. VIII 28. VIII 29. VIII 30. VIII 31. VIII 76 1217 derselbe 77 78 1095 dieselben 80 81 32. VIII 82 79 u. 1872 Schimmel, Geora Ebefrau, aeb. Weigel in Klein- Linden 1711 Lenz, Ludwig XI. und Ehe frau, geb. Krämer in KleinLinden 2678 Weigel, Kaspar VI und Ehefrau, geb. Jung in KleinLinden die ganze Bazelle die ganze Parzelle 33. VIII 83 2634 Lenz, Ludwig VIII Witwe, Katharine Lenz in KleinLinden die ganze Parzelle die ganze Parzelle 34. VIII 35. VIII 36. VIII 37. VIII 38. VIII 39. VIII 84 562 Weller, Ludwig III in KleinLinden 843/10 583 847/1, 329 85 1201 855/10 883 86 derselbe Weller, Kaspar IV in KleinLinden dieselbe 40. VIII 865/ 1,1195 41. VIII 42. VIII 87 610 Jung, Helene, geb. Weigel, Ehefrau des Wilh. Jung in Klein- Linden Weller, Kaspar IV in KleinLinden 566 Weber, Joh. Ehefrau, Marie geb. Weigel in Klein- Linden 875/10 2275 Weigel, Ludwig IX., Ehefrau Marie geb. Lenz in KleinLinden die ganze Barzelle die ganze Parzelle 43. VIII 88 1870 Juna. Johann Ludwig V. in Klein- Linden 44. VIII 89 974 Jung, Johann Kaspar V. in Klein- Linden 45. VIII 90 918 Jung, Philipp IX., III. Sohn) in Klein- Linden 46. VIII 47. VIII 91 die ganze Parzelle die ganze Parzelle die ganze Barzelle 1780 Keller, Johannes und Ehefrau die ganze Ageb. Ruhl in Klein- Linden Parzelle ( Johs. 92 1078 Weigel, PhilippXVIII, Ehefrau die ganze 2922 Weber, Johannes und Ehefrau, geb. Weigel in KleinLinden 1096 Langsdorf, Wilhelm und Ehefrau geb. Weigel in KleinTheiß, Elise Margarete in Klein- Linden die ganze Parzelle die ganze Parzelle die ganze Parzelle die ganze Parzelle die ganze Parzelle die ganze Parzelle die ganze Parzelle die ganze Parzelle die ganze Parzelle Parzelle die ganze Parzelle die ganze Parzelle die ganze Barzelle die ganze Parzelle die ganze Parzelle die ganze Barzelle die ganze Parzelle die ganze Porzelle die ganze Parzelle die ganze Parzelle Elisabethe geb. Lenz in Parzelle Klein- Linden Jäger, Georg Ehefran Helene geb. Faber in Klein- Linden Faber, Ludwig II. in Klein: Linden Germer, Luise geb. Weigel, Ehefrau des Friedrich Meßbrief) Germer in Klein- Linden Die Pläne, aus welchem die Lage der zu enteignenden Grundstücke ersehen werden kann, sowie der Enteig= nungsantrag nebst seinen nach Art. 23 des Enteignungsgesezes erforderlichen Nachweisungen liegen vom 9. bis 23. Januar 1. J. bei der Großh. Bürgermeißerei Gießen während der üblichen Geschäftsstunden zu jedermanns Einsicht offen. Tagfahrt zur Verhandlung über den Plan und die Entschädigung wird anberaumt auf Montag, den 25. Januar 1 Is., vormittags 8 Uhr, an Ort und Stelle, beginnend bet Grundstück Flur VI Nr. 44. Die Verhandlungen werden an demselben Tage nachmittags 3 Uhr und, soweit erforderlich, an den folgenden Tagen im Sigungssaale( 3immer Nr. 16) des Regierungsgebäudes dahier, Brandplaz Nr. 9, mit der Maßgabe fortgesetzt, daß über die Grundstücke a) D.-Nr. 1-20 am Montag, 25. Januar 1. Js. namittags 3 Uh, b) D.-Nr. 21-40 am Dienstag, 26. Januar 1. Is., vormittags 8½ und nachmittags 3 Uhr, und c) Nr. 41-60 am Donnerstag, 28. Januar 1. Js, vormittags 8½ und nas mitags 3 Uhr, verhandelt werden soll. Sämtlichen Beteiligten steht es frei, den Verhandlungen während der obengenannten drei Tage beizuwohnen. Die Beteiligten, insbesondere die Eigentümer, Pächter, Mieter, Hypothefargläubiger, oder sonstige an den zu enteignenden Grundstücken Berechtigte werden hiermit aufgefordert: a) Einwendungen gegen den Plan bei Meidung des Ausschlusses und Annahme der Einwilligung in die beanspruchte Abtretung oder Beschränkung, b) Erklärung auf die angebotene Entschädigungssumme bei Meidung der Unterstellung der Annahme des Angebots, c) Anträge auf Ausdehnung der Enteignung bei Meidung des Ausschusses mit solchen, d) Anträge auf Aufrechterhaltung bestehender Lasten ( Artikel 19 des Enteignungsgesetzes) bei Meidung des Ausschlusses mit solchen, e) Anträge auf Einrichtung oder Unterhaltung von Anlagen, welche für die benachbarten Grundstücke zur Sicherung gegen Gefahren und Nachteile notwendig sind oder notwendig werden, bei Meidung des Ausschlusses mit solchen, f) etwaige noch unbekannte Ansprüche und Rechte an das zu enteignende Grundstück bei Meidung des Ausschlusses mit solchen in dem genannten Termin oder schon vorher bei dem Unterzeichneten schriftlich oder mündlich vorzubringen. Zugleich werden die Eigentümer beziehungsweise deren Rechtsnachfolger oder gesetzliche Vertreter aufge= fordert, die Namen dritter Personen, welche als dinglich berechtigte oder wegen sonstiger Rechtsverhältnisse bei der Enteignung beteiligt sind, sofort nach Zustellung der Bekanntmachung dem Unterzeichneten mitzuteilen, widrigenfalls fie für deren Ansprüche gemäß Art. 27 Abs. 2 des Enteignungsges bes verantwortlich werden. Die Unternehmerin wird zu dem Termin unter dem Rechtsnachteil vorgeladen, daß im Falle ihres Ausbleibens Berzichtleistung auf Fortsegung des Enteignungsverfahrens unterstellt, und sie mit den bis dahin entstandenen Kosten belastet wird. Die Eigentümer der abzutretenden Grundstücke müssen von der Zustellung dieser Bekanntmachung an zu neuen Anlagen oder zu einer von der bisherigen bezw. der gewöhn lichen abweichenden Art der Bewirtschaftung die Genehmigung des Unternehmens einholen, widrigenfalls eine Entschädigung demnächst nur insoweit verlangt werden kann, als durch die Veränderung auch für den öffentlichen Zweck, für welchen die Enteignung geschieht, der Wert des Geländes erhöht worden ist. Räumt der Eigentümer einem anderen von dem Zeitpunkt der Zustellung an ein dringliches Recht an dem zu enteignen= den Grundstücke oder ein persönliches Recht auf dessen Benuzung ohne Genehmigung des Unternehmers ein, so steht jenem anderen eine besondere Entschädigung nicht zu. Gießen, den 5. Januar 1904. Der Großh. Kreisrat des Kreises Gießen. J. V. gez. Dr. Kranzbühler. 291 2856 292 die ganze Parzelle 1202 100qm( laut Meßbrief) 919 53 qm( laut Bekanntmachung. In Gemäßheit Beschlusses der StadtverordnetenVersammlung vom 15. Juni 1879, wonach zur dauernden Erinnerung an die goldene Hochzeit des Deutschen Kaiserpaares, Sr. Majestät des Kaisers Wilhelm I. und Ihrer Majestät der Kaiserin Augusta von der Stadt Gießen eine Stiftung zu Gunsten bedürftiger Ehepaare, welche hier ihr goldenes Jubiläum erleben, errichtet worden ist, fordern wir alle Diejenigen, welche im laufenden Jahre ein solches Fest zu begehen haben und Anspruch auf Zuwendung der zu 150 Mk. bemessenen Stiftungsgabe erheben wollen, auf, sich bei uns zu melden. Gießen, den 8. Januar 1904. Croßherzogl. Bürgermeisterei Gießen Mecum. Holzversteigerung in der fürstlichen Oberförsterei Lich. a) Montag, den 18. Januar findet die an anderer Stelle bereits bekannt gemachte Schnittholzversteigerung statt. Nummerverzeichnis 2c. wird auf Verlangen gratis und franko versandt. b) Dienstag, den 19. Januar sollen im Distrikt Fuchsstrauch versteigert werden: 7 212 Rm. Buchen- Scheiter, dabei 12 Rm. Werkscheiter, 5 Rm. Hainbuchen( rund), 11 Rm. Eichen- Scheiter, dabei Rm. Werkscheiter, 4 Rm. rund: Knüppelholz: 65 Rm. Buchen, 12 Rm. Gichen, 1 Rm. Wachholder, 3 Rm. Aspen; 132 Rm. Buchenstöcke, 33 Rm. Eichenstöcke; 1130 Buchen- Wellen, 230 Eichen- Wellen, 10 Nadelholz- Wellen. 1 Eichen- Abschnitt 48 cm Durchmesser= 9 Mtr. lang, Betr. Ausführung des Gesetzes betreffend Kinderarbeit in 1 Eichen- Abschnitt 48 cm Durchmesser 6,8 mtr. lang; gewerblichen Betrieben. Bekanntmachung. 5 Eschen von 17 bis 27 cm Durchmesser und 8,8 bis 15,2 Mtr. Länge= 2,52 stm. Die Zusammenkunft ist 9 Uhr vormittags im Nach§ 10 des rubrizierten Gefeßes- abgedruckt im Distrikt Fuchsstrauch nahe dem Wengeshäuserteich bezw. Gießener Anzeiger Nr. 150 vom 23. Dezember 1903 nördlichen Teil der Gräft. Solms- Laubachischen Wiesen haben die Arbeitgeber, die Kinder(§ 2) in gewerblichen Be- Langer Zug". trieben regelmäßig, wenn auch nur in Zwischenräumen wiederfehrend beschäftigen, vor Beginn der Beschäftigung dies bezügliche schriftliche Anzeige bei uns zu erstatten. Diese Verpflichtung liegt sowohl den Arbeitgebern ob, die fremde Kinder beschäftigen, als auch solchen, die eigene Kinder für Dritte beschäftigen( cf§ 3). Die Anzeige muß enthalten die Angabe über: 1. Vor- und Zunamen des Kindes; 2. Tag und Jahr der Geburt des Kindes; 3. Leßten, dauernden Aufenthaltsort des Kindes; 4. Namen, Stand und letzten Wohnort des gesetzlichen Vertreters( Vaters, Vormundes 2c.); 5. Art des Betriebes des Arbeitgebers; 6. Beschäftigung des Kindes. Unterlassungen werden in jedem Falle nach§ 26 des Gesetzes mit Geldstrafe bis zu 30 Mt. geahndet Gießen, den 8. Januar 1904. Großherzogliches Bolizeiamt Hechler. Bekanntmachung. In der Zeit vom 2. Januar bis 9. Januar 1904 wurden in hiesiger Stadt gefunden: 1 Damengürtel, 1 Portemonnaies mit Inhalt, 3 Bücher und 1 Peitsche. verloren: 1 silb. Uhr mit gold. Kette, 1 hessisches Lotterielos, 1 gold. Broche, 1 Fächer, 2 Portemonnaies mit Inhalt, 1 gold. Damenuhr, 1 kleiner Trauring mit rotem Stein, 1 silb. Kettenarmband und 29 Mf. in baarem Geld. zugeflogen ist ein Kanarienbogel. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, den 9. Januar 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler. ☛ Für Weinbezug! Unter aller Garantie naturreine, flaschenreife Weissweine, per Liter oder Flasche von Rotwein( echter Ingelheimer) Lit. od. ,, 60 Pig. an, 100 versendet in Gebinden von 25 Liter und Kisten 18 Flaschen an " 99 Von P.Chr. Saalwächter, Weingutsbesitzer, Nieder- Ingelheim a. Rh. | Stadt- Theater Gießen. Direktion: Steingoetter. Dienstag, den 12. Januar 10. Dienstags= Abonnements- Vorstellung. Novität! Novität! Zapfenstreich. Drama in 4. 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Allen benen, die sich durch Erfältung oder Ueberladung des Magens, durch Genuß mangelhafter, schwer verdaulicher, zu heißer oder zu falter Speisen oder durch unregelmäßige, Lebensweise ein Magenleiden, wie: Magenkatarrh, Magenkramps, Magenschmerzen, schwere Verdauung oder Vers schleimung zugezogen haben, set hiermit ein gutes Hausmittel empfohlen, dessen vorzügliche Heilsame Wirkungen schon seit vielen Jahren erprobt sind. Es ist dies das Verdauungs- und Blutreinigungsmittel, der Hubert Ullrich'sche Kräuter- Wein. 誠 Dieser Kräuter- Wein ist aus vorzüglichen, heilkräftig befundenen Kräutern mit gutem Weine bereitet und stärkt und belebt den ganzen Verdauungsorganismus des Menschen ohne ein Abführmittel zu sein. Kräuterwein beseitigt alle Störungen in den Blutgefässen, reinigt das Blut von allen verdorbenen krankmachenden Stoffen und wirkt fördernd auf eine Neubildung gesunden Blutes. Durch rechtzeitigen Gebrauch des Kräuter- Weins werden Mogenübel meist schon im Keime erstickt. Man sollte also nicht säumen, seine Anwendung allen anderen scharfen, äßenden, Gesundheit zerstörenden Mitteln vorzuziehen. Alle Symptome wie Kopfschmerzen, Aufstoßen, Sodbrennen, Blähungen, Uebelkeit mit Erbrechen, die bet chronischen( veralteten) Magen leiden um so beftiger auftreten, werden oft nach einigen Mal Trinken beseitigt. und deren unangenehme Folgen, Herzklopfen, Schlaflosigkeit, sowie Blutanstauungen in Leber, wilz und Pfortadersystem( Hämorrhoidalleiden) werden durch Kräuter- Wein rasch und gelind beseitigt. Kräuter- Wein beleht 1owede Unverdaulichkeit, verleiht dem Verdauungssystem einen Aufschwung und entfernt durch einen leichten Stuh! alle untauglichen Stoffe aus dem Magen und Gedärmen. Stuhlverstopfung wie Beklemmung, Bolikschmerzen, Hageres, bleiches Aussehen, Blutmangel, Entkräftigung sind meist die Folae schlechter Berdauung, mangelhafter Blutbildung und eines frankhaften Zustandes der Leber. Bei gänzlicher Appetitlosigkeit, unter nervöser Abspannung und Gemütsverfimmung, sowie häufigen Kopfschmerzen, schlaflosen Mächten, fiechen oft solche Kranke langsam dahin. Kräuter- Wein giebt der geschwächten Lebenskraft einen frischen Impuls. Kräuter- Wein steigert den Appetit, befördert Verdauung und Ernährung, regt den Stoffwechsel kräftig an, beschleunigt und verbessert die Blutbildung, beruhigt die erregten Nerven und schafft dem Kranken neue Bräfte und neues Leben. Zahlreiche Anerkennungen und Dankschreiben beweisen dies. BräuterWein ist zu haben in Flaschen à Mt. 1.25 und Mt. 1.75 in den Apotheken von Gießen, Großen- Linden, Weklar, Fronhausen, sraunfels, Butzbach, Brandoberndorf, Gladenbach, Weilburg, GroßenBuseck, Allendorf, Grünberg, Lich, Hungen, Laubach, Bad- auheim, Marburg u. s. w., sowie in allen größeren und kleineren Orten ganz Deutschlands in den Apotheken. 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Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig und Wien. Redaktion u. Kaupt- Expedition befinden sich seit 1. Januar lf. Js. der ,, Gießener Neuesten Nachrichten" der Grünberger Zeitung" des ,, Boten aus dem Ohm- und Feldathal" und der ,, Turnzeitung für den Gau Hessen“ Seltersweg 83 rechter Seitenbau im Hause der Eisenwarenhandlung von Brüder Schmidt. In ihren gebrechlichen Nähnen mußten ite Nr. 8. Montag, den 11 Januar 1904. egelmäßige, erdaulicher, leberladung er Vers Ragen: ubildung < machen gefässen, KräuterJanismus eitet und ilkräftig Wein. el, der telen Jahren el empfohlen, nach einigen teten) Magen en, Blähungen, uziehen. Alle harfen, äßenn sollte also eins werden and also drei hlands portochen Kräuteripzig, Westund fleineren ch, Bad- Yauburg, Großen. Fronhausen. Mt. 1.76 in es. Bräuter 1. Zahlreiche Nerven und hleunigt und dauung und Impuls. fräuter- Wein ofen Hächten, id GemütsverBei gänzlider utbildung und lechter Bertmangel, d Gedärmen. eichten Stub! auungssystem r- Wein belebt werden durch en in Leber, olikschmerzen, ehme Folgen, rnt. rich, schen ile mische man urzel, Enzianirschsaft 320,0, 0, Glycerin eine Bestand h:= arbeitete age. onsBun 000'8+ 1 zig und Wien. chhandlung. je 10 Mark. exikon. FÜR UNSERE JUGEND Merksprüche. Regt dein Herz sich dir begehrlich, Prüf', wie viel dir noch entbehrlich; Und du wirst dir selbst geständig: Mehr schon hab' ich, als notwendig! Drei Pflanzen pfleg' in deinem Garten: navd Gott über alles vertrauen, Auf eigenes Können bauen Und von den Menschen nichts erwarten! f Der Dänholm bei Stralsund. 390 Männer tun? In ihren gebrechlichen Kähnen mußten ste zu dem Eiland zurück, mußten sie den Kampf noch einmal mversuchen, und wieder empfingen die Dänen sie mit Hohn, aber die Verzweiflung gab den Stralsundern, die hier und dort nichts als Verderben sahen, Riesenkräfte und endlich den Sieg. Nach langem, grausigem Gefecht, das Ströme Bluts kostet, retten sich die noch lebenden Dänen in wilder Hast in ihre Schiffe und flüchten, wie vor der Macht böser Geister. Die überlebenden Stralsunder kehren nun nach der Stadt zurück, freilich viele, viele Gefallene in den Booten mit sich führend. Da stehen die Frauen am Rande und grüßen und winken ihnen im Triumph entgegen, und die, deren Männer lebend wiederkehren, umarmen sie mit Freudentränen als die Sieger. Die aber nur die Leichen ihrer Gatten wiedererhielten, bestatteten sie feierlich und weinten heiße Tränen, aber stolz und freudig riefen sie doch: sie sind für das Vaterland und für ihre Ehre gestorben, und dieser Tod ist herrlicher, als das Leben." Keine der opfermutigen Frauen, die fühlten, daß das Höchste für das Höchste eingesetzt werden muß, und daß keine große Tat geschieht, ohne edle Opfer zu fordern, klagte das Geschick an wegen ihres Verlustes. Das Eiland Strela aber wurde zum ewigen Gedächtnis an den glorreichen Sieg der Dänholm genannt und heißt so bis auf diesen Tag. 19 Die Vaterlandsliebe, den Heroismus, den Opfermut der deutschen Frauen hat die Liebe und Dankbarkeit der Nation mit unvergänglicher Glorie umwoben, hat ihnen in den Ehrentafeln der Geschichte ein Blatt eingeräumt, welches der Nachwelt als Gedenkblatt und als Spiegel zugleich dienen soll. Diese Tugenden haben sich nicht etwa in jenen vorzugsweise gerühmten Zeiten der Franzosenkriege( 1813 bis 1815) zuerst bewährt, sondern gar viele frühere und spätere Beispiele weist die Geschichte auf, und wir wollen hier nur eins erzählen, wie durch den Mut und die Energie deutscher Frauen eine große Tat gelang, die vielleicht viel Unglück und Schmach von Deutschland abgewendet und die ungerechterweise wenig bekannt geworden ist. Die Dänen ſind von jeher eine Art Erbfeind Deutschlands gewesen, und wie sie in früheren Beiten Küstenräuber und Flußpiraten waren, so suchten sie in späteren Zeiten die Eroberer zu spielen. Es war im Jahre 1429, als sie Luſt bekamen, die mächtige und reiche Stadt Stralsund, die damals nach der See hin noch wenig befestigt war, zu erobern. Die reiche Stadt war eine lockende Beute, und unversehens, während die Nacht sich auf Stadt und Meer niedersenkte, nahten die dänischen Schiffe dem der Stadt gegenüberliegenden Eiland Strela, von dem aus die Stadt nicht nur leicht zu überrumpeln, sondern auch der gesamte Seehandel zu sper- Rätsel und Aufgaben. w Für kleine Vogelliebhaber.bibis Kanarienvögelchens Freude. Wer von euch hat sie nicht lieb, die kleinen herzigen Tierchen im gelben Röckchen, die durch ihren fröhlichen Gesang uns so frohe Stunden bereiten? Wollt ihr auch ihnen eine Freude bereiten, so hört zu: Ihr nehmt einen möglichst großen Tannenzapfen und legt ihn auf den Ofen, bis sich die Schuppen auseinander sperren. Dann macht ihr aus guter rde einen sehr weichen Brei, streut etwas Vogelfutter( am besten eignen sich Rübsen und Hanf) hinein und streicht die Masse zwischen die Schuppen. Innerhalb 10-14 Tagen gehen die Körnchen auf, und bald schlingen sich um den Zapfen zarte, grüne Ranken. Natürlich müßt ihr den Zapfen mittels eines Schnürchens aufhängen und täglich mit abgestandenem Wasser besprengen. Wohl bekomm'a euren Vöglein, und ihr selbst freut euch sicher an dem hübschen Zimmerschmuck, an dem auch die lieben Eltern ihr Gefallen finden werden. 1. Geogr. Ergänzungsrätsel. ballo on manis( ben sind 191 all uljem श * * * b r* dasd me a n 0 d e* Ergänzt man die Sternchen durch die richtigen Buchstaben, sc entstehen vier Wörter, welche bezeichnen: 1. einen Strom, 2. den Gegensatz von Wasser, 3. einen Nebenfluß der Saale. 4. einen Nebenfluß der Elbe. нәра 0 8 u B I ren war, weil alle Schiffe, die ein- oder auslaufen wollten, in die Hände der Dänen fallen mußten. Nur einige Fischer, die draußen ihre Neze gestellt hatten, bemerkten die heimliche Landung und trieben ihre Boote an das Land zurück, um Lärm zu schlagen und einen Ueberfall zu verhindern. Maßloser Schrecken erfüllte die Bürger, welche mit einem Blicke die ganze Bedeutung des Geschehenen überschauten. „ Zu den Waffen!" tönte es überall. Gerüstet eilen sie von allen Seiten herbei, das Eiland muß zurückerobert, von den Feinden befreit werden, das ist die allgemeine Stimme; denn so lange die Dänen dasselbe innehaben, hängt wie ein Schwert an einem Faden das Verderben über der ganzen Stadt. Doch neue Schrecken! Alle Schiffe sind zum Handel in den Meeren draußen und kein einziges im Hafen, das die Gewappneten zum Eiland hinüber in den Kampf führen Die Anfangs- und Endbuchstaben, von oben nach unten ge: fönnte. Aber Stralsunds Bürger besaßen schon damals lesen, ergeben die Namen von zwei deutschen Strömen: jene Zähigkeit, an der sich zwei Jahrhunderte später Wallen- ngomo stein den harten Schädel stieß, und hatten sie keine Schiffe, so nahmen sie Boote, und als der Morgen graute, sahen die med dial mo Dänen das kleine Geschwader dem Eilande nahen und ver- Membe höhnten es. Gleich beim Landen wurden die Stralsunder 19 Streiter von dänischer Kampfeswut empfangen einds' don grausenhaftes Blutbad beginnt, aber die Dänen haben den on m Vorteil der Uebermacht und der Situation, die Stralsundersid astron vermögen nicht vorzudringen, und höher steigt unter dem wis do may Siegesbewußtsein die Wut der Dänen. Die Stralsunder werden geworfen und erreichen mit Mühe die Boote, um sich in die Stadt zurückzuretten. Doch hier hat man alles beobachte, und am Strande stehen die zürnenden Weiber und empfangen die Flüchtigen mit lautem Schelten! rüc, ihr Feigen!" rufen sie, geschlagen dürft ihr nicht landen, und nicht eher lassen wir euch an's Land, nicht eher nehmen wir euch wieder auf, als bis ihr eure Ehre gerettet und das Eiland von den Dänen gereinigt habt! Und wollt ihr die Landung mit Gewalt versuchen, so sollen unsere Steinboürfe euch und eure Boote in die Tiefe bohren!" Schreden rings unher! Was sollten die doppelt geschlagenen OJ 2. Kreuzrätsel. 90 doing X 1 2 di 19lbilan malz 3 di sind And Instsor Es legt die gute 1+ 2 mm So manches schöne, weiße Ei; Fehlt Krug und Topf der 1+ 4, lapsist Trag' sie behutsam, rat' ich dir. nod Recht lang und dünn ist 3+ 4, ut advilus zum Nußen mehr, als wie zur Zier; Es jodelt auf der Alp: juchhei! Bu k Zur Sommerszeit der 3+ 2. 181 101. " Х อน นว на Nr. 8. 19901111 nod Custod burde?) Montag, den 11. Januar 1904. Oberhessische Familienzeitung. 1307 no 9379t Tägliche Unterhaltungs- Beilage ber mill die anithe silla de Gießener Neueste Gießener Neueste Nachrichten. gund auch Berlag der Stoßener Berlagsbraderet, vorm. Wilh. Keller'sche Buchbruceret( gegr. 1783); sorento: Ibis Rota bost 10 and nobind doit ad sho of e Der Beuge. ones quodda maigsil glodalmatic Roman von Marie Bernhard. 11901 ( 5. Fortsetzung.) in suo sami Und au aus dem dichten Gebüsch in unmittelbarer Nähe kam es, wie ein zögernder, süßer Laut, ein halb unterdrücktes, melodisches Schluchzen noch einmal und wieder bis es sich aufschwang zu einer Katte von Lockrufen, gemischt aus si jubelnder Lust und tiefstem, tränendurchströmtem Weh. Schmelzend klang's zwischendurch wie ein leises, schüchternes Fragen, ein flehentliches Bitten, bis es wieder die ganze Skala hinaufstürmte, so schwungvoll, so beseelt von leidvoller Klage, als töne ein zum Tode verwundetes Menschenherz zum letzten 35 mal in einer Art von triumphierender Wonne seine Qual do auf Erden aus. 5101 Beim ersten Laut hatte Roland mit flüsternder Stimme Badgesagt:„ Helene, die Nachtigall!" und hatte sich rasch zu ihr umgewendet. Aber die, zu der er sprach, hatte seiner nicht acht; Aug' im Auge stand sie mit Frizz Norden, wie von einem Bann befangen zu ihm emporsehend, während sein Blick wie verzaubert den Anblick ihrer Lieblichkeit in sich trank, die beiden verstanden es gut, was die Nachtigall sang. Ein paar von den lustigen Kindern, mit denen Helene zuvor gespielt, kamen quer über die Wiese gelaufen, um die Drei zu Tisch zu bitten; im Gartensaal sei bereits die Abendtafel gedeckt. Die Kleinen hingen sich an Helene, wie die Kletten; sie hatten sie lieb auf ihre Art, aber quälten sie auch, was sie lachend und freundlich hinnahm. Ich habe Kinder lieb und bin so sehr an den Verkehr mit ihnen gewöhnt durch meine Brüder!" bemerkte sie, zu Friz aufsehend, der das dreiste bit kleine Volk ein wenig in seine Schranken weisen wollte. Bei Tisch ging es sehr laut und lustig zu. Wie sollte es anders sein, wo so viel frische Jugend bei einander war? Das Lachen und Scherzen nahm kein Ende, Wiße und Neckworte flogen pfeilgeschwind hin und her, und o Wunder!- Noland von Triberg war der lebhaftesten einer! Frizz Norden fannte ihn noch gar nicht so, und den anderen mußte es ebenso gehen, denn man gewahrte verwunderte Blicke, die die Verwandten einander zuwarfen, und hörte allerlei halblaute Fragen, was denn heute mit dem Vetter Leutnant vorgefallen wäre und ob das noch derselbe stille Roland sei. Namentlich auf seinen Freund Norden schien er's abgesehen zu haben; er forderte ihn geradezu heraus und zwar in sehr geschickter Weise, er neckte ihn mit seiner offenbaren Vorliebe für ausländische Sitten und fremdes Wesen und nannte ihn einen„ Entgermanisierten". Ja, Roland wurde ordentlich spitz und schlagfertig, so daß Friz, der anfangs die ganze Sache als harmlosen Scherz gefaßt und seine Antworten in diesem Tone gegeben hi hatte, merken mußte, es sei denn doch anders gemeint, und nun feinerseits anfing, Farbe zu bekennen und seine Ansichten zu verteidigen. Was da zum Vorschein kam, war durchaus nicht alles reif durchdacht und hätte vor der scharf logischen Prüfung eines erfahrenen und geistreichen Kopfes wohl kaum stand gehalten; ein solcher aber fehlte in dieser Gesellschaft meist junger Leute, und der Hausherr hatte zwar das Alter, nicht aber einen durch weite Reisen und Vergleiche geübten Blick; er war nicht aus Deutschland herausgekommen, und, wäre es auch anders gewesen, ihm fehlte die Redegewandheit, die rasche Zunge, um sich siegreich zu behaupten. Beides besaß nun aber Frizz Nor913 ( Nachdruck verboten.)) den in hohem Grade; er sprach gut und fesselnd, und so kam es zulegt, daß die ganze Tischgesellschaft ihm andächtig zuhörte und daß seine Person zum Mittelpunkt des Kreises gewor= den war. Spät ging man zur Ruhe; aber die beiden Freunde, die gemeinsam ein schönes, großes Zimmer mit dem Blick in den Garten inne hatten, sprachen wenig mit einander, als sie unter sich waren. Frizz stieß den Fensterflügel zurück und lehnte sich weit hinaus. In der warmen Sommernacht standen die Bäume und Gesträuche ohne jede Regung, wie in feierlicher Erwartung; ab und zu raunte ihnen der laue Nachtwind ein furzes Flüsterwort zu, das sie eilig weitergaben, um wieder stumm und still dazustehen, bis die Mondsichel am hellen Himmel aufstieg und einen weißen Schleier um die dunklen Wipfel warf. Eine märchenhafte Nacht! Und märchenhaft war's auch Friz Norden zu Sinne. Was war denn mit ihm geschehen? Er kannte ja sich selbst nicht mehr! Wer hatte es vermocht, in ſo unglaublich kurzer Zeit den fühlen, praktischen, gewiegten ,, Amerikaner" in einen so fassungslos schwärmenden Deutschen zu verwandeln, dem Nachtigallenlied und Mondschein und Wipfelrauschen die einzige Begleitung schien, die da würdig war, seines Herzens reich emporquellenden Sehnsuchtsruf zu begleiten? Ausgelöscht war das Scharmützel bei Tisch, ausgelöscht Rolands seltsames Wesen; die Menschen, unter denen er jetzt lebte, schienen ihm nichts anderes, als hölzerne Schachfiguren, sein Herz war aufgewacht, und mit wonnigem Schrecken hörte er auf die übermächtige Sprache, die es zu ihm redete. Roland framte unterdessen geschäftig allerlei im Zimmer zusammen, holte seine Uniform hervor und warf dann und wann einen Blick auf den vertieft am Fenster Stehenden, einen Blick, der deutlich genug sagte, daß er zum Kampf, und zwar zu einem schieren, fest entschlossen sei. Sie hatten die Nollen getauscht, die beiden: Rolands träumerische Augen blickten flug und bewußt, und FrizNorden sah weich und schwärmerisch drein, wie er in die stille Mondnacht schaute. Drittes Kapitel. Er hatte immer ein vortreffliches Gedächtnis besessen, der Mann, der an seinem Schreibtisch in Yokohama lehnte und seiner Vergangenheit nachsann; gute Bekannte hatten ihn oft um dieses Gedächtnis beneidet, und viel, viel öfter noch war es ihm zur Qual geworden, wenn es ihm mil ätzender Schärfe alles, bis auf die geringfügigste Kleinig keit, zurückrief, und manches Erlebte wie ein langsam tötendes Gift ihm in die Seele grub. Aber von den Tagen, die jenem ersten Abend, jener ersten Begegnung folgten, wußte ihm seine Erinnerung kein deutliches Bild mehr zu geben. Wer vermag denn bestimmte Eindrücke festzuhalten, wenn die Seele wie in einem Traum dahinlebt, der sich vom Tage zur Nacht und von der Nacht wieder zum Tag fortspinnt, wenn Sonnenschein und Vogel. lied und Waldeseinsamkeit eine ewige Melodie singen und Nr. 語 Betr.: Kenntnis Betr. Die Grundf Bießen Bez Nr. Grund Fur 1. VI 2. VI die Seele den einzigen Refrain nur dazu hat: kein Ende! So hinleben, so weiterträumen, ewig, ewig! Wie einzelne Lichtblize taucht es dann auf in dieſem wonnigen Helldunkel: eine Spazierfahrt auf zwei großen Wagen, auf der Hinfahrt eine ungeheure Lustigkeit, Kaffeefochen im Walde, allgemeines Bekränzen mit Eichenlaub; wie entzückend fah der ernste grüne Kranz auf den Haaren Helenens aus! Auf der Rückfahrt bei dem mangelhaften Licht bunter Lampions, die sehr oft auslöschten, eine sentimentale Stimmung, verbunden mit Absingung fra..ciger Volkslieder, nun, es war eben eine Waldpartie, wie tausend andere auch. Wirklich? Aber war es denn nichts besonderes, daß sich zwei ganz zufällig von den anderen getrennt hatten und tief in den Wald hineingegangen waren? Und daß es dort so schön und heimlich war, rings umher stark duftendes Nadelholz, dazwischen verstreut schlanke, zierliche Birken, von denen Frizens Begleiterin sagte, das wären die Jungfrauen des Waldes? Er hatte sich so gefreut über das poetische Wort; er mußte fortan stets daran denken, wenn er eine Birke sah. Und dann hatte sie ihm gebeichtet, warum sie ihn so oft und ausführlich nach englischem und amerikanischem Leben und nach der Stellung, die die Frauen dort einnehmen, ausforschte; sie wollte ihr Examen als Lehrerin machen und wollte dorthin, ja, ganz bestimmt, ob er sie auch noch so erstaunt ansähe. Sie mußte ja! Ein paar Jahre ſei ſie daheim noch notwendig, dann aber verlange die Erziehung der drei Brüder immer mehr Mittel, die ihr Vater, ein vermögensloser pensionierter Major, doch nun einmal nicht habe. Da müsse sie helfen verdienen, und sie wolle es auch gern und sei Herrn Norden so dankbar, daß er geduldig ihre zahlreichen Fragen beantworte und ihr unermüdlich Schilderungen von Land und Leuten entwerfe. Er hatte sie nur groß angesehen und gesagt:„ Sie werden niemals nach drüben kommen!" und als sie verwirrt fragte: „ Aber warum nicht?" hatte er nur gelächelt und sie abermals angesehen. Während der Heimfahrt, als rund um sie her all' die sentimentalen Lieder erklangen und der nächtliche Sommerwind die bunten Flämmchen immer so rasch auswehte, da hatte seine im Dunkel umhersuchende Hand ein weiches kleines Händchen eingefangen; das bebte zuerst erschrocken, aber dann fügte es sich und lag still in seiner starken Rechten, und um die beiden schwebte das Glück und fächelte mit seinen goldenen Schwingen. Eine Hausfrau. 8.510 all um die Stirn Novellette von B. Rittweger. ( Nachdruck verboten.) I. Ein leichter offener Wagen rollte an einem hellen Oktobermorgen die Landstraße entlang. Seine Insassen paßten zu dem Sonnenschein ringsum: die Augen des jungen Paares leuchteten in frohem Glanze, und während der Herr erklärend dahin und dorthin deutete, verrieten die Züge seiner bildhübschen Gefährtin reges Interesse an einer ihr offenbar noch unbekannten Umgebung. Doch alles Erklären und Umschauen hinderten die zwei Menschen nicht, sich bisweilen nach einem prüfenden Blick auf den Rosselenker, einem alten, verwitterten Gesellen, eng aneinanderzuschmiegen und Auß um Auß zu tauschen. Hervorragende Menschenkenntnis gehörte nicht zu der Behauptung: Das junge Paar ist auf der Hochzeitsreise. So war es in der Tat. Oder noch weit schöner. Die Hochzeitsreise lag hinter den beiden Glücklichen und jetzt sind sie auf der Fahrt ins eigene Heim. Noch eine halbe Stunde, Lotte, dann siehst du schon das Forsthaus. Dort, hinter jenem Gehölz, liegt's am Abhang eines Buchenwaldes." „ Ein freundliches Haus, nicht allzu groß, aber behaglich, von zwei ſtattlichen Fichten bewacht, die zu beiden Seiten ihre Aeste recken, ein fruchtbarer Garten, der gewiß unter den Händen meiner Lotte reiche Ernten bringen wird, ein Brunnen“-„ Spötterin du! Das fordert Rache, da, da und da.“ „ Nun ja, du Böser, Lieber, so, wörtlich so hast du mir geschrieben in deinem ersten Brief, nachdem du als wohlbestallter Oberförster deinen Einzug gehalten hattest. Es muß dich doch freuen, wie gut ich das gemerkt habe. Wirklich, im Ernst, Hans, du glaubst nicht, wie die Beschreibung mich angemutet hat, wie ich die Stelle immer und immer gelesen habe. Mein Heim, unser Heim! Tausendmal hab' ich das Wort wiederholt, tausendmal. Mein Hans, wie dank' ich dir's! Wie könnt' ich dir's je genug danken, daß du mich, mich unbedeutendes Wesen gewählt hast, die arme „ Stüße", die ohne Anhalt, ohne Heimat in der Welt stand. Aber ich werde dir's danken, Lieber, so sehr ich kann. Eine tüchtige Hausfrau sollst du an mir bekommen, das verspreche ich dir. Alles, alles will ich tun, unser Heim zu einem Orte #des Behagens, der Ordnung zu machen. Und ich freue mich, daß ich in guter Schule gewesen in. Die Frau Oberamtmann steht nicht umsonst im Ruf, eine ganz vorzügliche Hausfrau zu sein." Kein Ende! Kein Erwachen aus diesem Traum! Zuweilen schrak Friz Norden doch daraus empor, das war, wenn er an Roland von Triberg dachte; er wußte es längst, daß dieser sein ganzes Glück ebenfalls auf das schöne, blonde Mädchen setzte, und er wußte auch, daß diese Liebe hoffnungslos war. Uebrigens was wollte Roland denn eigentlich? Ein blutarmer adeliger Sekondeleutnant und ein gleichfalls blutarmes adeliges Fräulein, das ging doch nimmermehr! Er war doch klug genug, sich das zu sagen! Warum tat er denn das nicht, sondern umwarb Helene geradezu, stellte sich mit ihm Frit Norden geflissentlich in die Schranken? Wem Helene den Preis reichen würde, das schien kaum zweifelhaft; nur Roland selbst schien merkwürdigerweise dennoch daran zu zweifeln. Nun, das wäre lächerlich gewesen, hätte Friß ihn nicht seinen Freund genannt und ihn lieb gehabt; er tat ihm leid, aus seinen blauen Augen sprach oft in unbewachten Momenten ein so hoffnungsloser Gram, dann wieder hatte seine Lustigfeit etwas Krampfhaftes, sein Lachen Klang unwahr und erzwungen. Was sollte Friz tun sich mit ihm aussprechen? Aber Roland vermied das ersichtlich; es würde auch seinen sehr empfindlichen Stolz verlegt haben. Das Opfer feiner Liebe natürlich wollte und konnte Friß seinem Freunde nicht bringen, es wäre auch ganz gewiß nuplos gewesen; denn, gesezt, Helene entschloß sich, ihren Vetter zu erhören, wovon sollten die beiden existieren? Hundertmal besser doch, sie heiratete einen tüchtigen Kaufmann, der für sie und die Ihrigen, die sie so rührend liebte, sorgen konnte. Freilich, mit einem Einkommen, wie das in London oder Newyork gewesen war, würde Frizz Norden das nicht können; das hatte faum für ihn selber zugereicht und ihn nicht einmal vor Schulden bewahrt; er hatte sich an das Leben im großen Stil gewöhnt, und nur ein solches wollte er Helene bereiten. ( Fortsetzung folgt.)) @ „ Na, Kleine, nur langsam! Mir ist sie zu vorzüglich, diese ewig schaffende, nie rastende Frau, die ihre Umgebung gar nicht zu dem Gefühl ruhigen Behagens kommen läßt. Alle Achtung vor ihr! Und dankbar bin ich ihr auch, daß sie mein Lieb so mütterlich behütet hat und daß sie es sich nicht nehmen ließ, uns die Hochzeit auszurichten; aber ein anderes Ideal von meiner künftigen Hausfrau schwebt mir doch vor" ,, D, Hans, wie kannst du so sprechen! Gelänge es mir nur, so zu werden wie Frau Schreiber! Aber ich fürchte, das werd' ich nie erreichen." „ Sollst du auch nicht, Lieb! Ein gemütliches Heim sollst du mir bereiten und hübsch ordentlich soll's auch bei uns zugehen; aber ob nun einmal da oder dort ein Stäubchen liegt, das soll mir gleich sein. Ich verstehe unter Behagen etwas anderes, als die Frau Oberamtmann. Eine Gattin, eine Gefährtin will ich, keine bloße Wirtschafterin. Nun, ich weiß, meine Lotte findet schon das Rechte." Die Die junge Frau, deren Antlitz sich unter den Worten des Gatten etwas verdüstert hatte, sah ihn fast ängstlich fragend an und wollte eben ein Wort erwidern, als ihre Aufmerksamkeit auf etwas anderes gelenkt wurde. Straße her, dem Wagen entgegen, tamen zwei männliche Gestalten. Ein Gendarm mit geschulterter Flinte geleitete einen in zerlumpte Kleider gehüllten Menschen, dessen Hände gefesselt waren. O, Hans- sieh dort, wie schrecklich!" Der Oberförster zuckte beim Anblick der beiden leicht zusammen. Da der Weg anstieg, fuhr der Wagen langsam. Der Kutscher drehte sich um und sagte, wobei er mit dem Peitschenstiel auf den Gefesselten deutete:„ Der Lumb ist jezt erst transportabel, wie Sie sehen, Herr Oberförster." In diesem Augenblic begegneten sich Wagen und Fußgänger. Lotte bemerkte nun, daß der Verhaftete eine Binde trug. Mit rauher Stimme schrie dieser, woTo bei er troß der Fesseln die Fäuste ballte: Schön guten Tag, Herr Oberförster. Na, haben Sie eine junge Frau heimdigeholt? Ich bedank' mich auch schön für das Loch im Kopf. philo Wenn ich erst wieder frei bin, nachher treffen wir uns schon sm wieder und dann mach' ich's wett, so wahr ich Valentin 39 Meffert heiße!" Der Gendarm bemühte sich, den Wütenden 19zum Schweigen zu bringen. Der Kutscher trieb die Pferde 190. 91 II. Drei Jahre sind vergangen. Vom Herbstsonnenschein beleuchtet, von buntem Laub umgeben, zu dem die beiden immergrünen Fichten einen wundersamen Gegensaß bilden, der Hof belebt von gackerndem Federvieh, vom Plätschern des Brunnens, von geschäftig Menschen, so liegt das Forsthaus da. Die Fenster glänzen vor Sauberkeit; blendendweiße Gardinen prangen hinter den Scheiben. Auch das schärfste Auge fände keinen Anlaß zum Tadel. Und wie von außen, so von innen. In keinem Raum Unordnung, überall peinlichste Reinlichkeit. Man könnte das ganze Haus für unbewohnt halten, so makellos ist alles. Nur das Zimmer des Oberförsters macht eine Ausnahme; auch hier herrscht allerdings größte Sauberkeit, aber zugleich eine gewisse Unordnung, die jedoch gar nicht unangenehm wirkt, weil sie dem Zimmer etwas Eigenartiges, das Gepräge einer Persönlichkeit gibt. Alle übrigen Räume wirken fast wie Salons oder vielmehr wie„ gute Stuben". Davon macht selbst die Kinderstube keine Ausnahme. Ein Kinderwagen ſteht hinter der spanischen Wand, dem Auge verborgen; und wenn der Papa mit seiner kleinen Hanna scherzen und tändeln will, muß er erst einen großen Bogen um das Hindernis herum beſchreiben. Aber dafür ſieht es in dieſem Gemach auch gar nicht wie in einer Kinderstube aus, sondern ganz fein und ordentlich. an, und die scheltenden Worte verhallten unter dem Rollen der Räder. Lotte sah ängstlich fragend den Gatten an. sid Du bist erschrocken, Kleine, ich kann mir's denken. Aber 1 es hat nichts zu bedeuten. Der Kerl ist ein berüchtigter Wil1916 derer. Ein paar Tage, bevor ich zur Hochzeit abreiſte, traf sich ihn im Revier, als er eben im Begriff war, einen Rehbock auszuweiden. Ich rief ihn an und forderte ihn auf, sein Gewehr abzugeben. Er legte sofort auf mich an, und in der Notwehr galt's, nicht zu zögern. Ich sah's ihm an, so daß es sich um Tod und Leben für mich handelte. Unsere Schüsse knallten zu gleicher Zeit. Der seine ging fehl, meiner traf. Obgleich ich in meinem Recht war, fühlte ich's doch bitter, einen Menschen vielleicht tötlich verwundet zu haben. Zum Glücke stellte es sich bald heraus, daß die Wunde nicht lebensgefährlich war. Ich hatte aber viel Lauferei und Unruhe von der Geschichte, und beinahe hätte ich nicht zur Hochzeit reisen können. Ich wollte dich nicht mit der unerquicklichen Angelegenheit beunruhigen. Nun hast du's Frau Lotte hatte tüchtig zu schaffen; ein ganzes Haus, doch erfahren. Es ist mir leid, Lotte, daß dir diese Begegnung nicht erspart geblieben ist. Vor den wüsten Drohungen brauchst du dich nicht zu ängstigen; der wird jezt auf ein ponpaar Jahre unschädlich gemacht." -90 110 mle „ Ach, Hans, wie könnt' ich das, mich nicht ängstigen! Wie der Mensch dich ansah, es war furchtbar"-" Ba! Solche Kerle, die führen das große Wort, sind aber im Grunde doch feig wie die Hunde, wenn man ihnen den Meister gezeigt hat. Komm, Lieb, laß uns nicht mehr daran denken. Schau, dort liegt das Forsthaus. Dorthin wende 15den Blick, Liebste. Unser Heim! D, Lotte, wie glücklich bin ich!" fad Die Wolke vom Antlitz der jungen Frau verschwand. Voll Spannung ruhte ihr Auge auf dem roten Ziegeldach, das am Waldesrand schimmerte.„ Und dort sind die beiden Fichten, ich seh' ſie genau, o Hans, wie herrlich! Ja, laß uns glücklich sein im Schuß dieses Hauses, du liebster, beſter aller Männer." Am Abend der Oberförster hatte noch einen notwendigen Gang ins Revier machen müssen, stand Frau Lotte in der Haustür. Tiefe Stille Herrschte ringsum. Da kam die Erinnerung an die Worte, die Hans während der Fahrt heute zu ihr gesprochen hatte über die Hausfrauentugend der Frau Oberamtmann, ihrer früheren Prinzipalin. Son derbar, daß er an dieser etwas auszusetzen fand. Konnte es denn wirklich zu vorzügliche Hausfrauen geben? Nein, darin irrte Hans, ganz sicher, und sie wollte nach wie vor Frau Schreiber als ihr Vorbild betrachten und ihr nacheifern. Dann würde Hans gut versorgt sein und es nicht zu bereuen brauchen, daß er ein Mädchen ohne alle Mitgift heimgeführt hatte. Der Hausstand würde gedeihen, und das sollte ihre Freude, ihre Genugtuung sein. So beruhigte sich Frau Botte, und dann wanderten ihre Gedanken noch einmal rückwärts zu dem Wilderer, an der sie nicht wieder gedacht hatte in den Stunden, die vergangen waren seit dem glückseligen Augenblick, da Hans sie über seine Schwelle führte. Ein unheimlicher Gesell, dieser Wilderer! Daß er ihnen auch gerade heute begegnen mußte! So gab's denn doch einen Schatten an diesem herrlichen Tage. Einen nur? War denn nicht Hansens Urteil über Frau Schreiber, die Verschieden heit ihre Ansichten über diesen Punkt auch ein solcher gewesen? Gab's fein wolkenloses Glück? Auch dann nicht, wenn man auf der Höhe desselben angekommen zu sein meint? Ach was! Der Wilderer sitt nunmehr hinter Schloß und Riegel, und das andere, bah, was versteht Hans davon, von Hausfrauentugend! Die junge Frau will ihm ja alles zuliebe tun, dem Mann, dem sie so viel Glück verdankt, aber darin muß er sie ihre eigenen Wege gehen lassen und— the etwas Landwirtschaft, das kleine Kind ist zu versorgen, und nur ein Dienstmädchen dazu. Ihr Mann wollte ihr ja gern ein zweites halten, aber sie hat das Anerbieten entrüstet abgelehnt. Ist's doch ihr ganzer Stolz, eine vorzügliche Hausfrau zu sein. Das muß ihrem Mann genügen, das ist doch das höchste Lob, das einer Frau erteilt werden kann. So oft versichert sie das ihrem Hans, das er beinahe selbst daran glaubt und kaum noch einen Versuch macht, seine abweichende Ansicht zur Geltung zu bringen, nach der ein gebildeter Mann noch etwas mehr in seiner Frau sucht, als eine Haushälterin. Freilich über diesen Punkt können sich die zwei Menschen nicht einigen, die einander so innig lieben und doch bi nicht glücklich sind, weil Frau Lotte eine gar zu gute Hausfrau ist und keine Zeit hat, ihrem Gatten mehr zu sein. Wie schön hat der Oberförster es sich gedacht, des Morgens, ehe er ins Revier geht oder die Bureauarbeit beginnt, mit seiner jungen Frau beim Kaffee ein halbes Stündchen gemütlich zu verplaudern und sich durch ein solches Zusam= st mensein zu des Tages Arbeit zu stärken. Er hat aber bald eingesehen, daß er es nicht zu erzwingen vermag. Lotte hat nie Zeit und Ruhe dazu. Wagte er einen sanften Vorwurf, so hieß es:„ Aber Hans, wie du nur sprichst. Wie könnte ich mir die Zeit nehmen, morgens müßig zu ſizen, zu plaudern ohne Zweck. Nein, Morgenstunde hat Gold im Munde, das mußt du doch einsehen." Nun, er sah es zwar nicht ein, aber er gewöhnte sich allmählich daran, beim Kaffee die Zeitung zu lesen oder gar im Bureau bei den Akten Erſatz zu suchen für die Gesellschaft seiner Frau. Wie morgens, so ging's den ganzen Tag über. Die Hausfrauenpflichten über alles! Das war Frau Lottes Wahlspruch, nach dem sie handelte, wobei als leuchtendes Vorbild Frau Oberamtmann Schreiber stets vor ihren Augen stand. Lotte kannte keine Ruhe und kein Behagen. Den ganzen Tag schaffte sie und war tief gekränkt, als sie wahrnahm, daß Hans ihr diese emsige Tätigkeit nicht einmal dankte. Der Oberförster wurde es müde, den Kampf fortzusehen; er gab sich darein, allein zu frühstücken, mittags mit dem leßten Bissen seine Frau verschwinden zu sehen und abends, beim Vorlesen, alle paar Minuten unterbrochen zu werden, weil Lotte immer noch etwas einfiel, was gerade jetzt besorgt werden mußte. Schon seit langer Zeit hatte er das Vorlesen aufgegben, auf das er sich vorher so herzlich gefreut hatte; schweigsam saß er allein mit seinem Buch in der Sofaecke. Auch verlernte er es nach und nach, sein junges Weib zu einem Waldspaziergang aufzufordern, denn er kannte die Antwort im voraus:„ Heute hab' ich keine Zeit, ein andermal." Spazierengehen schien Frau Lotte das Unnötigste, was es nur geben kann. Allenfalls zu einem Besuch in der Nachbarschaft war sie zu überreden, denn sie meinte, das gehöre zu ihrer Stellung, und es hätte also einen Sinn, des1911 halb einmal eine Arbeit zu verschieben. Aber spazieren „ Lotte!"„ Hans!"„ Endlich!"- Der letzte Ausgehen? Die Frau Oberamtmann war auch nie spazieren ruf tönt aus beider Mund und alle Erwägungen, die eben gegangen. noch Kopf und Herz der Hausfrau" durchzogen haben, schwinden vor dem Glück des Augenblicks. ( Schluß folgt.) 3. VI 4. VI 5. VI 6. VI 7. VI 8. VIII 9. VIII 10. VIN 11. VIII 12. VII 13. VIII 14. VIII 15. VIII 16. VI 17. V 18. VI 19. VII 20. VIII 21. VIII 22. VIII 23. VID 24. VIU 25. VIII 26. VII 27. VIII 28. VII 29. VIII 30, VD