Rr. 134. bonnement& prets: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfs., saus gebracht 60 Big., durch die Poft bezogen vierteljågrhett. 1.50. Beati betingen: Oberhoffthe ambienzeitung( glich) und die Stekene Gefferblaten( wbehentlich). Das Blatt erscheint an alfen Berlingen nachmittags. Freitag, den 10. Juni 1904. Gießener 13. Jahrgang. Insertionspreis: Die einfpaltige Betitzelle für ganz Ober heffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfg. fenft 15 fg. Reklamen bie Petitzeile 30 refp. 40 fg. Boftzeitungsliste No. 3269. Robaktion und Expedition: Gießen, Seltersweg 88. Fernsprechanschluß Nr. 362. Neueste Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Bezlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen Heuchlerische Wohltätigkeit. CB Die Enthüllungen, die im Pommernbankprozeß Geheimrat Budde über die heuchlerische Wohltätigkeit der Direktoren Schultz und Romeid machte, hat die Deffentlichkeit in berechfigles Erstaunen versett, einmal wegen der enormen Beträge, die hier in Frage kommen, sodann auch wegen der übergroßen Vertrauensseligkeit, die der Oberhosmeister der Kaiserin Freiherr von Mirbach diesen gewissenlosen Verwaltern freinden Gutes entgegenbrachte. Selbst bei der allerglänzendsten Vermögenslage wäre solch ein Wohltätigkeitsctat ein enorm hoher. Aber Wohltäter, die solche Summen 311 humanitären Zwecken ausgeben, sind zugleich Organisatoren. Sie betreiben ihre Wohltätigkeit nach einem bestimmten System, denn nur das in zweckmäßiger Weise verwendete Geld vermag wirklich Gutes zu stiften und Segen zu bringen. Mit einer halben Million Aufwand bedarf man keines Mittelsmannes und man muß auch, wenn man sich solcher Summen für die Armen und Notleidenden, oder für kirchliche und sittliche Zwecke entäußert, ein Ziel im Auge haben, für dessen Gelingen das Geld arbeitet. Aber wer der fremden Anregung bedarf und dann mit solchen Beträgen operiert, wie die Direktoren der Pommernbank, will entweder den Beifall der Menge, oder den Beifall der Mächtigen auf Erden. Schulz und Romeid übten ihre Wohltätigkeit im Stillen und ein Spötter nennt sie ironisch deshalb echte Christen", weil die Rechte nicht wußte, was die Linke tat. Schultz und Romneid haben freilich nicht um die Gunst der Menge gebuhlt, sondern sich im Glanze der fürstlichen Gnade sonnen wollen. Aus diesem Grunde hatten sie stets eine so offene Hand, wenn eine hohe Stelle sich für einen ethischen Zweck interessierte, aber zu Hause zwischen ihren vier Pfählen tnauferten sie und sahen darauf, daß nicht nur die Pommernbank, sondern auch die mit ihrem Schicksal ihr angekoppelte Immobilienverkehrsbank mit dieser Art Geschäftsspesen be= lastet wurden. Denn etwas anderes waren diese Ausgaben ihr er Natur nach nicht, als Geschäftsspesen, die auf Unkostentomto hätten gebucht werden müssen und die neben den idealen Werten hoher Gönnerschaften auch den materiellen Gewinn eines verstärkten Vertrauens der Bevölkerung bringen sollten. Unter dem Deckmantel der Wohltätigkeit verbarg sich eine geriebene Spekulation, die mit dem Aushängeschild Hofbant" die Risse und Sprünge im Gebäude decken wollte. Und so wie in diesem Falle wird es sehr oft sein. Persönlichfeiten, die übertrieben große Summen für angebliche Wohlfätigkeitszwecke opfern, haben vielfach Hintergedanken dabei, wenn sie nicht selbst die organisatorische Verwendung im Auge behalten. Wer ohne eigene Begeisterung solche Beträge opfert, verfolgt einen Nebenzweck, denn es ist ein psychologisches Unding, daß sich jemand eines Vermögens en täubert, remde aber entscheiden läßt, welchem Zweck das Geld wenen soll. Der Krieg in Oftalien. Wenn auch bisher keine amtlichen Berichte vorliegen, so gewinnt es doch immer mehr den Anschein, als ob tatsächlich am 6. d. Mts. ein kombinierter Land- und Seeangriff auf Port Arthur stattgefunden habe, der mit großen Verlusten für die Japaner zurückgeschlagen wurde. Die Nachrichten, die über diese blutige Schlacht bei Port Arthur eingelaufen sind, beruhen, wie die bisherigen, zumeist auf Erzählungen von Chinesen und kommen teils aus Tschifu, teils aus Liautschang. Der wesentliche Inhalt, in dem die sonst sehr verschieden lautenden Darstellungen übereinstimmen, ist folgender: Seit dem 4. Juni hatten sich alle Soldaten aus Port Arthur zur Front begeben. Am 6. kam es innerhalb zehn Meilen von der Festung zu einem schweren Treffen, in dem ein Drittel der dritten japanischen Armee vernichtet sein soll. Die Japaner wurden zurückgeschlagen. Die Stellung der Japaner bei Kwantung sei sehr schwierig. Zu gleicher Zeit fanden auch mehrere sehr energische Angriffe zu Wasser statt, bei denen vier große japanischy Schiffe zu Grunde gingen. Aus derselben Quelle verlautet ferner noch, daß alle Forts in Port Arthur mehr oder weniger durch die letzten Beschießungen gelitten haben. Die letthin im Hafeneingang gelegten Minen feien bei einem Gewittersturm explodiert. m Hafen selbst lagen nur drei große und eine Anzahl leinerer Schiffe. Hieran knüpft sich das Gerücht von einer ereinigung beider russischen Geschwadec bor Port Arthur, die dann gemeinsam die japanischen Angriffe zurückgewiesen hätten. Doch ist die Tatsache, daß nur drei große Schiffe in Port Arthur liegen, wohl einfach dadurch zu erklären, daß sich eine Anzahl im äußeren Hafen, amdere hinter der Tigerschwanzhalbinsel befinden. Alle die angeführten Nachrichten haben bis zu ihrer amtlüchen Bestätigung natürlich nur sehr problematischen Wert. Bor allem ist mit der Angabe, daß ein Drittel der dritten jahanifden Armee vernichtet sein soll, nichts anzufangen, do man sher über deren Zusammensetzung gar nichts genaues weiß. Auf jeden Fall wird an den immer wieder auftauchen. den Gerüchten ein Körnlein Wahrheit sein. Der Maffenmord in Colorado. R London, 8. Juni. Durch Kabeltelegramme, die sich die hiesigen großen Blätter aus Denver schicken lassen, werden jetzt Einzelheiten über den ruchlosen Massenmordanschlag bekannt, den die streifenden Bergleute in Colorado gegen ihre arbeitswilligen Kameraden auf dem Bahnhof Independance verübt haben. Die Schilderungen, die die einzelnen Blätter geben, weisen zwar verschiedene Lesarten auf, ininssen läßt sich aus den übereinstimmend gemeldeten Tatsachen doch ein ziemlich klares Bild des Vorgarge gerinnen. Toch hat sich das entsetzliche Ereignis folgendermaren hackielt: Etwa 200 Arbeitswillige maren auf der Station verſammelt. Der Zug lief ein, als er noc china 75 Meter von der Station entfernt war, gab der Lokomotivsätrer mit der Maschinenpfeife ein Zeichen, um die auf dem Bahnsteig versammelten Arbeiter darauf aufmerksam zu machen, daß sie sich zum Einsteigen bereit halten joten. Tiejes Signal war das Todessignal. Sobald der Ton der Peise erflang, hörte man eine furchtbare Detonation, die Erde zitterte im weiten Umkreis. Der Zug konnte glüdlicherweise sofort zum Stehen gebracht werden, und die Beamten des Zuges liefen vor, um zu sehen, was passiert sei. Ihnen blot sich ein furchtbarer Anblick: Auf der Plattform der Station lagen die Leichen und abgerissenen Glieder in Haufen herum. In dem 20 Fuß tiefen Loche, welches das Dynamit, das unter dem Berron lag, gerissen hatte, fand man Arme, Beine und Schädel liegen. 22 Arbeiter waren getötet, 15 Schwerverwundete erfüllten die Luft mit herzzerreißendem Wchgeschrei. Poli. zisten entdeckten bald die Vorrichtung, durch welche das Dhnamit zur Erplosion gebracht worden war. Sie bestand aus einem Revolver und einem langen Stahldraht. Das eine Ende des Drahtes war an dem Drücker des Revol vers befestigt, der dicht neben dem Dynamit angebracht war, und das andere Ende war an das Bein eines Stuhles be festigt, der in einem abgelegenen Zimmer der Station stand. Wer in diesem Zimmer gewesen und durch Fortrücken des Stuhles den Revolver zur Entladung und das Dynamit zur Explosion gebracht hat, konnte bisher nicht festgestellt werden. Anscheinend haben die Mordbuben nicht die Absicht gehabt, das Leben der Bedienungsmannschaft des Zuges zu gefähr den, sondern ihr Anschlag richtete sich nur gegen die Streik brecher. Die Aufregung in dem ganzen Bergwerksdistrikt über das ruchlose Verbrechen ist natürlich ungeheuer. Es wurde sofort, als der Vorfall bekannt wurde, eine starke Abteilung Polizei und Militär hinbeordert, um den Platz zu bewachen. Das hinderte nicht, daß es zu weiteren blutigen Szenen kam. Während der Sekretär der Gesellschaft der Minenbesizer des Distrikts kurz nach dem Vorfall eine Ansprache hielt, kam es unter den Zuhörern zu Streitigkeiten, bei welchen ein Mannerschossen und sechs andere verwundet wurden. Später kam es dann auch noch zu einem regelrechten Kampf zwischen den Soldaten und den Arbeitern, bei welchem noch sieben Arbeiter getötet wurden. Von Independance aus breiteten sich die Unruhen dann auch noch über die Nachbarschaft aus. In dem nahen Flecken Dunville kam es ebenfalls zu einem blutigen Zusammenstoß zwischen 200 bom Sheriff zur Aufrechterhaltung der Ordnung verwandten Leuten und 150 Bergarbeitern aus dem Cripplecreek- Distrikt. Fünf unionistische Bergarbeiter wurden dabei getötet und fünfzehn gefangen genommen. Den Bergarbeitern, die sich auf den umliegenden Hügeln verschanzt hatten, wurden ein Menge Waffen und Munition abgenommen. Man kann wohl mit Sicherheit behaupten, daß die Unruhen nicht eher völlig unterdrückt werden können, ehe nicht eine starke Truppenabteilung nach dem Aufruhrbezirk entsandt ist. Der Streik der Minenarbeiter, deren Haß gegen die Streifbrecher sich in einem so ungeheuerlichen Verbrechen entlud, dauert bereits ein Jahr, und weitere Aus. schreitungen sind gewiß, falls nicht bald energisch eingegriffen wird. Die Politik. Bereits vor einiger Zeit aus Anlaß der bekannten Reichstagrede des bayerischen Bundesratsbevollmächtigten Generals v. Endres über das Verhältnis des bayerischen zum preußischen Offizierkorps- hieß es, Veränderungen in der Vertretung Bayerns im Bundesrat ständen bevor. Das Gerücht wurde damals dementiert. Jezt stellt sich heraus, daß derartige Veränderungen tatsächlich im September bor sich gehen werden. Ministerialdirektor v. Geiger, der feit fast zwei Jahrzehnten zuerst als stellvertretender und seit dem Ausscheiden des inzwischen zum Reichsschatsekretär ernannten Frhrn. v. Stengel ale ständiger Bevollmächtigter beim Bundesrat das bayerische Zollwesen vertrat, wird an die Spize der bayerischen Generaldirektion der Zölle berufen werden. Der bisherige stellvertretende Bevollmächtigte und Vertreter des Finanzministeriums, Ministerialrat v. Burkhard, wird seinen ständigen Wohnsitz in Berlin nehmen. An Stelle Herrn v. Geigers soll Oberzollrat Kobl zum stellvertretenden Bevollmächtigten er• nannt werden. Außerdem erhält Generalleutnant b. n= dres nach den Herbstmanövern bestimmt die ihm bereits bei seiner Beförderung in Aussicht gestellte Division. Wer sein Nachfolger im Bundesrat wird, ist noch nicht gewiß. * Die Briten haben es sehr eilig, den Erben der deutschen Kaiserkrone im Hafen der Ehe landen zu sehen. Eine Londoner Wochenschrift fündigt an, der deutsche Kronprinz werde im Herbst dieses Jahres England einen Besuch ab= statten, der mit Heiratsplänen in Verbindung zu bringen sei. Das Blatt will den Namen der künftigen Braut nicht bestimmt angeben fönnen, meint jedoch, daß die Wahl des deutschen Thronfolgers auf eine der nachgenannten drei Prinzessinnen fallen werde: die Prinzessinnen Margaret und Patricia von Connaught und die Prinzessin Viktoria Eugenie von Battenberg. Erstere sind Nichten König Eduards, und ihre Mutter ist eine Deutsche. Die Prinzessin von Battenberg zählt noch nicht 17 Jahre. Sie gilt schon heute als eine Schönheit am englischen Königshofe; begeistert schreibt das Blatt, sie habe lange, dunkle Augenwimpern, goldiges Haar und hübsche, rosige Wangen. Sie kleide sich mit großem Geschick nach Pariser Art, sei sehr belesen, eine vollendete Reiterin und vermöge selbständig ein Automobil zu steuern. Wir bezweifeln, daß der deutsche Kronprinz auf diese letzte Eigenschaft besonderen Wert legen wird, wenn er die künftige deutsche Kaiserin sich sucht. Die Meldung, die wir nur der Kuriosität wegen wiedergeben, ist höchst unwahrscheinlich. Daß man an amtlicher Stelle unserm Berliner CB- Mitarbeiter die ganze Geschichte als eine müßige Kombination bezeichnete, bedeutet ja noch kein unbedingt verläßliches Dementi: über Heiratspläne im preußischen Königshause wird ja stets strengstes Stillschweigen beobachtet. Indessen ist die Prophezeiung des britischen Blattes innerlich so unwahrscheinlich, daß man ihr nicht den mindesten tatsächlichen Wert beizumessen braucht. Italien. Geradezu niederschmetternde Enthüllungen bringt eine Denkschrift über die Beschaffenheit des italienischen Heeres, die der Abgeordnete und Oberst Marches- Compans verfaßt hat und demnächst der Kammer vorlegen wird. Die Denkschrift beginnt mit der Erklärung, die italienische Armee sei heute in schlechterem Zustande als vor dem Krieg von 1866. Infolge Durchstechereien bei der Aushebung ständen auf dem Papier 2 700 000 Soldaten, die in Wirklichkeit nie auch nur einen einzigen Tag militärische Ausbildung genossen haben. Ferner befinden sich unter den zur Reserve entlassenen mehrere Hunderttausend, die das neue Gewehr Modell 1891 nie in der Hand gehabt haben. Die Grenzbefestigungen seien durchweg unzulänglich. Das Artilleriematerial sei nicht modern, und von den Neuanschaffungen der letzten drei Jahre hätte sich vieles nicht bewährt. Das italienische Kriegsministerium habe 500 Beamte mehr als das preußische Kriegsministerium und trotzdem werde so unendlich viel weniger geleistet als in Berlin. Die Rechnungs- und Kassenverwaltung in der Armee ist so kompliziert, daß auf je zehn Mann ein Rechnungsführer oder Rechnungsunteroffizier kommt. Und dennoch entgehen" usgaben im Jahresbetrage von 70 Millionen der notwendigen Kontrolle durch die Oberrechenkammer. Nun, die Kammerdebatte über das Urteil eines militärischen Sachkenners kann recht interessant werden! Daß auch wir Deutsche an der genauen Kenntnis der italienischen Armee ein lebhaftes Interesse haben, bedarf keiner besonderen Betonung. Spanien. Gine abenteuerliche Mär hat der frühere spanische Minister des Auswärtigen, Graf Romanones, der Welt aufgetischt: Er hat öffentlich erklärt, Spanien habe fünf Jahre dem Dreibund angehört, ohne daß dies Geheimnis mehr als zwei oder drei Personen wußten.(??!) Später sei der Austritt Spaniens aus dem Dreibund erfolgt. Die Enthüllung erregt ungeheueres Aufsehen, und die Blätter verlangen Beweise dafür. Die wird der brave Graf wohl oder übel schuldig bleiben müssen. Russlana. * Gegen die vielen Feiertage der griechisch- orthodoxen Kirche, die namentlich die Ausführung der landwirtschaftichen Arbeiten hindern und erschweren, hat der Petersburger Reichsrat jeßt Front gemacht. Durch ein vom Zaren genehmigtes Reichsratsvotum werden die Behörden angewiesen, der freiwillig verrichteten Arbeit an Sonn- und Festtagen fortan feinerlei Hindernisse in den Weg zu legen. Bekanntlich sind auch in Deutschland, insbesondere am Rhein, Bestrebungen aufgetaucht, die eine Beschränkung der Zahl der gebotenen Feiertage fordern. Afrika. Uncle Sam scheint sich in der Tat in Marokko häuslich einrichten zu wollen. Der amerikanische Admiral vor Tanger, Chadwid, hat in Tanger auf Ersuchen des amerikanischen Generalkonsuls Mannschaften gelandet. Als Vorwand dazu benutte er ein von ihm beim belgischen Gesandten bestelltes Ersuchen, die Amerikaner möchten den Schutz der belgischen Gesandtschaft übernehmen. Dem Sultan Abdul Aziz ist dieses Vorgehen der Yankees stark in die Glieder acfabren. Er hat schleunigst angeordnet, daß sämtliche von Ieien bertieft. wie ein Gewitter, das erste im Jahr. wo der Mond fich mausert. finsteren und frostigen Abende, wo fein Stern erglänzt und nung zu, dem, was er sein Heim nannte. Es war einer jener Und von ferne dröhnte etwas Ser Sturm die Tür Erichs Stöberer schüttelte Er wandelte in die Nacht hinaus, seiner WohMillionen dafür böte. Staudiushof wird deshalb nicht und wenn er ein schönes Mausoleum bauen lassen, auf der Terrasse, ja verkauft an der Stelle, wo die Sonnenuhr steht Das kannst du mir dann über Deine Mutter wird sich nächstens ja jachen mit dem Lateinischen drauf. den Gingana einmeißeIn laſſen: Sumus umbra, und der Kannst Ist nicht der große Garten dein, Nach Großem dränget deine Seele? So mag das Gute dir gelingen. Wird doch für dich ein Blümchen sein. du das Schöne nicht erringen, ner, er fäme heut Abend an, und verlangt ein Zimmer mil 03 macht hat." Kaum war der den Schauspielern oben das fleine amei Betten. Wird wohl jetzt mit dem Zuge fommen. will ich nur's Haus aufschließen gehen. But, daß meine Frau Zimmer zurecht ge dem Banditen Raisuli gestellten Bedingungen erfüllt werden sollen, damit die Freilassung der von Raisuli fortgeschleppten Weißen beschleunigt werde. Zu diesen Forderungen Raisulis gehörte auch die Absetzung des diesem verhaßten Gouverneurs von Tanger. Er mußte gehen, und ein Naisuli genehmer Gouverneur wurde an seiner Statt eingesetzt. Ob die Amerikaner aber abziehen werden, wenn alle ihre Forderungen erfüllt sind? Das scheint mindestens fraglich. Nun haben auch die Briten ihren südafrikanischen Eingeborenenanfstand. In Pretoria ist jetzt eine Depesche eingelaufen, wonach im Bezirk Zoutpansberg unzweifelhaft Weiße von Eingeborenen ermordet worden sind. Da die Buren drohten, die Gegend zu verlassen, wenn ihnen nicht hinreichender Schuß gewährleistet würde, wurde eine Abteilung der südafrikanischen Bolizeitruppe an die Grenze entsandt. General Beyers ist nach Norden abgereist, um zur Bewaffnung der Buren an der Grenze 500 Feuermaffen zu verteilen. Wahrscheinlich ist dieser Aufstand nur das Vorspiel zu der schon mehrfach prophezeiten allgemeinen Negererhebung in Südafrika. gland, ) vor bleibt die grüne Insel" das Schmer zenskind Britanniens. In Irland will es noch immer nicht Frieden werden. Die Versöhnungsversuche des britischen Königspaares haben nicht viel gefruchtet. Nachrichten melden bedenkliche Unrrhen in Irland, die während der letzter Tage, besonders in der Grafschaft Cork, stattgefunden haben Die irische Liga macht allen ihren Einfluß geltend, um di Pächter abzuhalten, auf die Bedingungen der Landlords be dem Verkauf ihres Landes einzugehen. Viele der Pächtei weigern sich, ihre Pacht zu zahlen, und die Landlords haben fhließlich die Hilfe der Gerichte in Anspruch genommen und beginnen die Pächter zu pfänden und sie zu verjagen. In vielen Häusern mußten die Türen er brochen und sogar die Wände eingerissen werden. So scheint die irische Land bill, die das Parlament nach langer Weigerung endlich ange nommen hat, das Gegenteil davon zu bewirken, was sie be zweckte: Sie sollte den Uebergang des Grund und Boden: an die Pächter erleichtern. Anscheinend aber erschwert sie ihn nur, weil sie den Lords allzu großen Spielraum bei der Preisfestsetzung läßt. Auftralien. Daß die Briten die Eingeborenen in ihren Kolonien nicht gerade mit Glacéhandschuhen anfassen, ist eine alte Geschichte. Mitunter aber übertreiben sie das Maß des Notwendigen in der an sich ja gerechtfertigten Strenge gegen die Eingeborenen ohne sonderliche Veranlassung in einer Weise, die alle human Denkenden zum Protest herausfordert. So fommen jetzt wieder aus Australien Meldungen, wonach es zu einem schweren Zusammenstoß zwischen Weißen und Schwarzen in Neuguinea gekommen ist, als ein englischer Dampfer von den Eingeborenen die Auslieferung mehrerei Schwarzer verlangte, die seiner Zeit an der Ermordung des Missionars Chalmer beteiligt waren. Die Eingeborenen baten um Gnade, sie teilten mit, daß sie deshalb bereits strengstens bestraft seien und die Mörder nicht mehr unter ihnen weilten. Als sich 50 Eingeborene zum Regi rungsvertreter begaben und mehrere hunder. Schwarze in Booten folgten, eröffnete die Schiffsbesatzung auf die unbewaffneten Einge borenen ein derartiges Feuer, daß nicht ein einziger die Küste wieder erreichte. Die australische Bundesregierung hat über diese Massen: schlächterei eingehende Untersuchungen angeordnet. Dabei wird nun freilich nicht viel heraus springen. Der Kapitän des englischen Dampfers wird sich schon herauszureden wissen. ** Dor und Gesellschaft. Das Kaiserpaar begab sich gestern von Wildparf nach dem Stift Heiligengrabe zur Kapellenweihe. Auf dem Wege vom Bahnhof bis zum Stift bildeten über 1000 Kriegervereinsmitglieder der Ostprigniß Spalier. Die Aebtissin empfing dort die Majestäten und geleitete sie nach der Blutkapelle. Die Einweihung der Kapelle nahm Stiftprobst Generalsuperintendent Faber vor. Anwesend waren außerdem noch der Kultusminister, der Minister des Innern und der Regierungspräsident. Nach der Weihe fand ein Frühstück im Kapitelsaal statt. Die Abfahrt der hohen Herrschaften nach Potsdam erfolgte kurz nach 1 Uhr. Deer und Flotte. Der Aktionsradins der Unterseeboote ist nach einem so: eben in Amerika ausaeführten Versuch weit höher, als man Der Wildhirt. Eine oberhessische Dorfgeschichte von J. Becker. ( Fortsetzung) ( Nachdruck verboten.) Allein dieser war auch schlau. Er ließ das Wildern wieder gut sein und den irmen Forstlaufer sich abmühen, bis er auf feinem Bein mehr stehen konnte." Denn das Herumliegen Nächte lang und ganze Wochen hindurch in den Wäldern draußen mußte ja schließlich auch die kräftige Natur Wagner's angreifen. Begegneten sich Beide, dann grinste Tiophel höhnisch lächelnd, was den Forstlaufer fast um den Verstand brachte", denn er sah darin, daß jener das Bewußtsein seiner Täterschaft absichtlich offenbarte, um ihn zu ärgern, weil er ihm eben nichts anhaben konnte. Der Krug geht jedoch so lange zum Brunnen, bis er einmal bricht. So ging es auch dem Tiophel. Er dachte sich eines Tages, daß er dem Forstlaufer Wagner wieder einmal einen Streich spielen und sich einen guten Braten verschaffen könne. Zu dem Zwecke hatte er sein Augenmerk dort hinten auf den abgelegenen Breiten Grund gerichtet. Da traten Hirsche aus. Er hatte also in jener Gegend die beste Gelegenheit, auf dem Anstand etwas zu schießen. per annahm. Wie aus Newyork gemeldet wird, konnte Unterseeboot Fulton" 12 Stunden 23 Minuten unter Wasser weilen. Damit wäre die Möglichkeit gegeben, daß ein Unterseeboot 300 Seemeilen unter Wasser zurückleg... Der strategische Wert der Unterseeboote erhöht sich durch diese Leistung bedeutend.. Dem deutschen Kontreadmiral Grafen von Vaudissin vurde vom König von Spanien das Großkreuz des Ordens für Verdienst zur See verliehen. Deutfcher Reichstag. ( 94. Sigung.) CB Berlin, 9. Juni. Einstimmig wurde heute das Gesetz betreffend die Be( ämpfung der Reblaus in dritter Lesung angenominen, einstimmig, aber erst nach mehrstündigem Redekampfe, der besonderes Interesse nicht bot. Danach wurde die zweite Beratung des Gesetzentwurfs betreffend die Kaufmannsgerichte fortgesetzt. Dabei gab es scharfe Erörterungen über die Gestaltung des Wahlrechts. Die Kommission hat sich für das obligatorische Proportionalwahlsystem und für die untere Altersgrenze von einundzwanzig Jahren entschieden, den Frauen aber nur das aktive Wahlrecht zugesprochen. Die Sozialdemokraten und Freisinnigen beantragten nun, ihnen auch das passive zu geben. Dagegen trat alsbald mit großer Entschiedenheit der Staatssekretär des Innern auf, Graf Posadowsky erklärte, daß für die Regierung nicht nur das hier beantragte passive, sondern auch das von der Kommission beschlossene aktive Wahlrecht der Frauen unannehmbar sei, ebenso wie die Herabsetzung der Altersgrenze von 25 auf 21 Jahre. Die Wirkung dieser Worte war, daß der Zentrumsabgeordnete Trim born erklärte, daß er mit seinen Freunden, obwohl sie die Kommissionsbeschlüsse nach wie vor für das Bessere hielten, in den von Staatssekretär bemängelten Punkten diese fallen lassen und für die Negicrungsvorlage stimmen würden, um nicht das ganze Gesek scheitern zu lassen. Der sozialdemokratische Abg. Li= pinsky hingegen trat warm für den Antrag seiner Partei ein, und der freisinnige Abg. Dr. Müller- Meiningen bat dringend, das Haus möge sich durch die Worte des Staatssekretärs nicht beeinflussen lassen. Bei solcher Taktik werde man nie etwas von der Regierung erreichen. Da er nun in der alten Lehmkaute sein Gewehr und sonstige Gegenstände versteckt hielt, so hatte er sie in der legten Zeit fast jeden Tag besucht. Das war aber dem Forstlaufer Wagner, der ihn mehrmals aus der Kaute hatte herauskommen sehen, aufgefallen. Daher nahm sich dieser vor, statt auf die Wildhütte lieber auf die Lehmkaute zu achten und zu spioniren, was in ihr vorging. Es ahnte ihm, daß der Wildhirt in der Kaute irgend etwas verborgen hielt. Eines Nachts also aing Tiophel wieder in die Nab und Fern. Elias II." in Berlin. Der amerikanische Prophet Elias", John Alexander Dowie, hat seinen angekündigten Einzug in Berlin gehalten. Die alttestamentarische Einfach. heit liegt dem modernen Elias nicht mehr. Er bewohnt im Bristolhotel Räume, die den Tag 160 Mark fosten. Er reist mit einem Gefolge von 13 Personen, darunter fünf Dienern, und fährt nur auf Gummirädern. Das tut aber seinem Ansehen unter seinen Anhängern keinen Abbruch, im Gegenteil. Aus der ersten Versammlung, die er hielt und die fast nur von Gläubigen besucht war, war am interessantesten seine wissenschaftliche" Theorie über die Entstehung des Krebsleidens. Die Krankheit komme durch den Satan in die Welt, durch Alkohol, Tabak, Schweinefleisch und Austern. Der Genuß von Schweinefleisch erzeuge Strofeln, Krebs, Trichinosis, Cholera, Tuberkulose und Tod. Das Schwein sei gif. tiger als die Klapperschlange. In Amerika sei es der beste Vertilger von Schlangen, werde dick und fett dabei, werde in Chicago geschlachtet, und seine Schinken wanderten nach Deutschland. Wer von den Anwesenden jetzt noch Schweinefleisch esse, dem sei Gott gnädig. Die Juden seien darum vom Krebs verschont, weil sie das unreine Schwein verdammten. Der Krebs sei eine furchtbare Krankheit, der die Aerzte nichts anhaben könnten. Er aber sei in San Francisco zur selben Zeit, als Kaiser Friedrich erkrankt sei, zu einer siebzigjährigen Frau gerufen worden, die am Kehlkopffrebs gelitten, er habe ihr die Hände aufgelegt und über ihr gebetet, und am 12. Januar 1904 habe dieselbe Frau ihn in San Francisco begrüßt. In Zürich, wo Dowie vor seiner Reise nach Berlin weilte, soll er ziemlich große Erfolge mit dem Seelenfang gehabt haben. In Berlin scheinen seine Chancen aber nur gering zu sein. A Ueber die Entlarvung des Lustmörders Duwe durch einen Polizeihund werden uns noch folgende interessante Einzelheiten gemeldet: Der Verdacht, den grausigen Mord an der 11jährigen Helene Bebenroth auf dem Vorwerk Hagenhof bei Königslutter verübt zu haben, lenkte sich von vornherein auf den Futterknecht Duwe. Um fein Mittel zur Ueberführung des Täters unversucht zu lassen, begaben sich mehrere Herren vom Gericht, der Gerichtschemifer, sowie der Polizeiinspektor Bussenius mit dem Schäferhund„ Harras" abends nach Königslutter. Um die elfte Stunde versteckten sich die Herren, außerdem Dime und noch ein anderer BewohLehmkaute, um sein Gewehr zu holen. Es war um die Zeit der mitternächtigen Dämmerung, furz nach Sommers- Anfang, also wo es nie völlig dunkel wird, sondern wo selbst um Mitternacht am Nordhimmel ein heller Schimmer glänzt, der den völligen Eintritt der Dunkelheit verhindert. Er grinste höhnisch, als er iautlos dahin schlich, denn er freute sich schon im Stillen darüber, wie sich Wagner ärgern würde, wenn er das Fehlen eines Hirsches bemerkte. Am Rande des Getreidefeldes, das sich vom Lichten Holze bis zur Gegend der Wüstung hinzog, in der die Lehmkaute lag, stand Wagner. Er sah durch die Dämmerung die Gestalt des Wildhirten daherkommen. Darum trat er in das Aehrenfeld zurück. Nur etwa dreißig Schritte ging Tiophel an dem Forstlaufer vorüber nach der Kaute hinauf, ohne etwas von dem Aufpasser zu bemerken. Er verschwand in der Kaute, aber nicht lange. Bald erschien er wieder und nahm seine Richtung nach dem Breiten Grund. ner " Jeht weiß ich, was er vor hat," murmelte Wag„ Heut Nacht frieg' ich Dich, Bürschchen!" Er schlug ebenfalls seinen Weg ein nach dem Breiten Grund, wo er sich an einem passenden Ort versteckte. Das Grauen des Tages begann. Im Walde wurden vereinzelte Töne lebendig. Da frachte ein Schuß. " Jetzt", flüsterte Wagner, vor Aufregung zitternd, indem er innerhalb des Waldes der Richtung des Schalles nachging. Vorsichtig und möglichst geräuschlos schlüpfte er, von Baum zu Baum springend, durch das Dickicht dahin. Da sah er in der Entfernung, zwischen den Bäumen bindurch, sich etwas bewegen. Sett galt es Vorsicht. ner von Königslutter, auf den sich der Verdacht gelenkt hatte, zusammen acht Personen, auf dem Grundstücke der Witwe Bebenroth. Nun wurde Harras", der zuvor an den Tatort geführt worden war, wo sich noch Blutspuren usw. befanden, auf die Suche geschickt. Er beschnüffelte erst einen Herrn der Staatsanwaltschaft, der sich in dem Raume, wo der Mord ver. übt worden war, aufgehalten hatte, wandte sich aber bald wie der von ihm ab und suchte weiter. Plötzlich sprang er mit fühnem Saße auf einen anderen, der laut Au!" schrie. Aus die Frage: Wer schreit hier?" denn in der Dunkelheit war niemand zu erkennen erfolgte die Antwort:„ Ich!" und auf die weitere Frage: Wer ist der Ich?" die Antwort: Duwe!" Nun wurde der gleiche Versuch noch zweimal wiederholt, und zwar änderten die dabei Beteiligten jetzt ihre Verstede. Ohne langes Suchen sprang beide Male Harras" auf Duwe los, riß ihm das Beinkleid entzwei und biß ihn in Wade und Fuß. Duwe gestand dann, wie bereits gemel det. seine Tat. Er soll auch die vor längerer Zeit auf dem Grundstücke der Heil- und Pflegeanstalt in Sönigslutter aus. gebrochenen Schadenfeuer angelegt haben. Gohanna Spielbich wigt und dann in ru, daß er fie Boden stürzte, ihr ee an den Fluß ge inftimmig die M urteilt wurde. A Blitzüge Berlin- Koln in sunt Stunden weroen von oer preußischen Eisenbahnverwaltung geplant. Bisher beträgt die Fahrzeit zwischen den beiden Städten 11 Stunden. Die Lebensver fanter Rechtsstrei if Todesfall eng ens der Gerichtsbo Midjerte verüble eine ficherungsgeiellidaf Singeriducten die Corben Magten, doch per Gefellidaft mit nicht als natürliche Prozeh Hoens Grafen Hoensbroed Belohnung von 20 weis, daß die Jefu tige die Mittel, ffentliche Auslobu Cinflagbar sei. Da en Nachweis gefüh Ringer oder G Beit im Zirkus Bufe vie bereits gemelde Staatsanwaltschaft über angebliche, be jeftgestellte Unreellit Ermittelungsverfahr Berfonen eingeleitet jaben bereits Berne Unidhuldig ver Kaifer und Kronpr eines feinem Rame Streifunruhen führten in den Reisniederungen der Lombardei zu Zusammenstößen zwischen Arbeitern und MiTitär. Bei einem dieser Putsche wurden 6 Arbeiterinnen durch Bajonettstiche verletzt. Explosionskatastrophe. Wie aus Palermo gemeldet wird, ist die pyrotechnische Anstalt in Montelepo in die Luft geflogen; der Besißer der Anstalt, dessen Sohn und ein Anstellter wurden getötet, zahlreiche Personen mehr oder minder schwer verlekt Raubanfall. Auf den 20jährigen Volontär Manuel Pero aus Berlin wurde in Hamburg auf dem Hausflur einer Fabrik ein Raubanfall verübt und ihm 1200 Mart abgenommen, die er eben erhoben hatte. Der Räuber feuerte einen Revolver auf den jungen Mann ab und verlegte ihn nicht unbedenklich an der Schulter. A Ein Polizist von Ginbredjern ermordet. In der rheinbeffischen Ortschaft Lorsch wurde der Polizeidiener Schneller ermordet aufgefunden. Die Täter sind wahrscheinlich einige schon lange gesuchte Einbrecher, die vr Beaute überrascht hat. Bei der Erfüllung seiner Pflicht hat er dann einen gemaltsamen Tod gefunden. * Selbstmord eines des Raubmordes Beschuldigten. Ein tragischer Vorfall ereignete sich im Untersuchungsgefängnis 311 Darmstadt. Dort erhängte sich der der Ermordung und ubung des Auszüglers Wält schwer verdächtige Arbei..r Rothermel. Vor Ausführung der Tat hat der Angeflagte auf den Fußboden seiner Arrestzelle mit Kreide lette Bestimmungen über die Erziehung seiner vier Kinder niedergeschrieben und noch einmal seine Unschuld versichert. Aus dem Gerichtssaal. § Gine sensationelle Enthüllung im Pommernbankprozeß machte der als Zeuge vernommene Geheimrat Budde. Er sagte aus, daß der Angeklagte Schulz, um Titel und Ehren zu erwerben, den Hofmarschall der Kaiserin Freiherrn von Mirbach über seinen und der Bank Reichtum getäuscht und bewogen habe, 500 000 Mark von ihm zu wohltätigen Zweden anzunehmen. Geheimrat Budde, der die sanierte Bank leitet, erklärt weiter, daß er mit dem Landwirtschaftsminister v. Podbielski im vorigen Jahre Rücksprache genommen habe, ob vielleicht eine Rückerstattung der Summen erreichbar wäre. Er hörte aber, daß sie verausgabt seien, und es bestehe auch juristisch ein Rückforderungsrecht nicht. schhuldig bekannte, urteilten die Ehre Auropla nachträgl termin in ciner n und zu 3 Monaten Klaffe des Soldat erinnerlich, f. 31. di Wegen Beleidi wurde der Chefreda bard Kraus von de fünfzig Mark Geldi wurde den Beleidig Der Angeklagte ha Gerichtsfizung" an Schröter den dortig unterzogen. Der 100 Mark Geldstraf SKörperverlegun ger Körperverlegun Hamburg praktizier zu verantworten. fang Oktober b. S dauerndes und he elettrijdje Strömu Telephonistin K. Lage dienstunfähig zur at gelegte b durch den Weckstro Telephonistin dab Diese Ansicht wur Spezialarzt entfo phonistin erklärt § Ein gefährlicher Liebhaber. In Darmstadt stand der 24jährige Fabrikarbeiter Ludwig Laut wegen Mordversuches und Körperverlegung vor dem Schwurgericht. Laut wohnte seiner Zeit bei dem Laternenwärter Mink, mit dessen Tochter er ein Verhältnis unterhielt. Es kam zwischen den Verlobten zu Zwistigkeiten, die Mink brach ihre Beziehungen zu Laut ab und dieser mußte die Wohnung verlassen. In der Nacht zum 21. März stieg er durch ein Fenster in das Zimmer seiner Geliebten und brachte ihr mit einem Messer mehrere Stiche bei. Auch den Vater, der zu Hilfe eilte, verwundete er schwer. Die Verletzten sind inzwischen beide wieder hergestellt. Laut, der gestand, daß er das Mädchen habe töten wollen, wurde vom Schwurgericht zu einer Zuchthausstrafe von vier Jahren acht Monaten verurteilt. § Todesurteil. Vor dem St. Pöltener Schwurgericht hatte sich der 25jährige Knecht Josef Wieder aus Schranzenbach wegen Morden Mandag 21 verantworten. Gr batte feine Geliebte Das Herz des Forstlaufers tlopfte hörbar. Er mußte an sich halten, um seine Kaltblütigkeit wieder zu gewinnen. Immer hinter den Bäumen Deckung suchend schlich er näher, bis er endlich hinter einer mächtigen Buche, deren dicker Stamm ihn vollständig verbarg, Aufstellung nahm, da er von hier Alles übersehen konnte, was sich da am Rande des Waldes, vielleicht nur achtzig bis hundert Schritte von ihm entfernt, abspielte. Er sah den Wildhirten eifrig damit beschäftigt, einen Hirsch aufzubrechen und zu zerwirken. Dann und wann schaute er sich bei dieser Arbeit um, ob nichts Verdächtiges wahrzunehmen sei, wonach er sich mit erneutem Eifer wieder an seine Arbeit machte. Die Büchse des Wildhirten stand, etwa zwanzig Schritte bon ihm entfernt, an einen Baum gelehnt. ,, Die Büchse muß ich haben," dachte Wagner, dann ist er vollständig in meiner Gewalt." einer früheren G daß sie Schmerz mußte. Mit Rü mentaner Erregu Don 30 Mark et Urteilsgründen getlagte durch z strom und dadur empfindung herb A[ Die verra ten Hohenstein Brachteremplar jamfeit erweckt Breises schon fic mmg sich in Gr den Preisrichter imd dabei die N schwarz, ward 3weifel, fie ma nicht mehr zu Corona mußte Durch der Justiz wurt aus Barbentei Berichte affeffore * Die He Montag im Ra Beit bestehen 58 40 freie Innung fonftige gewerblic in Einnahme 40 feft. Auch der 24,050 Mart in Die im Drude b prüfungsausschiff Die Anstellung und Neffel in Er verließ sein Versteck und näherte sich vorsichtig und gräuschlos dem Orte, wo die Waffe lehnte. Der Wildhirt, sich sicher wähnend und durch seine Arbeit vollständig in Anspruch genommen, merkte nicht, was hinter ihm im Walde vorging. Plöglich aber war es ihm doch, als schleiche Jemand durch die Buchen. Er wandte sich um. Da stand Wagner neben dem Baume und hatte seine, des Wildhirten, Büchse in der Hand. Mit einer raschen Bewegung hatte er sich diese umge hängt und dann nahm er seine eigene Waffe schußbereit zur Hand. Diesmal grinste der Wildhirt nicht höhnisch. " Hab' ich Dich endlich, Bursche?" rief Wagner triumphierend. Ich möchte Dich freundlichst bitten, das Messer fortzuwerfen, sonst schieß ich Dir den Arm entzwei. Eins, zwei- Waaner batte die Flinte an der Wange. Forts. folgt. Die neugegründe ein Rapital bis fchaftsdirettor genoffenschaften werden gewährt X Stad fchlagenden Er batte mit Deforationen, d Der Direttion li acht gelenft b Ditude der or an den Lat en ujw. befande it einen Seren wo der Mord be fich aber bald ich iprang er Au!" fchrie. in der Dunkelt Antwort: h?" die Antwor noch zweimal teiligten jebt i De Male Sarro givei und big i Die bereits geme erer Zeit auf de Königslutter a Cn meroen von Bisher bette 11 Stunden. sniederungen Arbeitern und 6 Arbeiterinne Balermo gemel telepo in die& Sohn und ein jonen mehr ok Volontär Mam hem Hausflur c 1200 Mart a auber feuerte e berlegte ihn det. In der th geidiener Schnel bahrscheinlich ein Beamte überr hat er sann Beschuldigten. G rjuchungsgefang er Ermordung und er verdächtige Tat hat der Ange le mit Kreide legte vier Kinder nieder d versichert. faal. Sommernbankproze imrat Budde. Gr n Titel und Ehren rin Freiherrn bon tum getäuscht und zu wohltätigen der die janierte Landwirtscha idsprache genom der Summen usgabt seien, und srecht nicht. rmstadt stand det gen Mordversuches cht. Laut wohnte mit dessen Tochter then den Verlobten iehungen zu Laut 1. In der Nacht as Zimmer feiner mehrere Stiche undete er schwer hergestellt. Lou en wollen, wur ebon bier Far Schwurgericht hatte aus Schranzenbach atte feine Beliebte bar. Er mußte t wieder zu ge ng fuchend fchli mächtigen Bude barg, Aufstellung fonnte, was fid nur achtzig bi amit beschäftigt pielte. ehnt. Shanna Spielbichler, die Mutterfreuden entgegensah, ermirgt und dann in den Biclachfluß geworfen. Wieder gab rut, daß er sie im Streite geschlagen und als sie tot zu Ben stürzte, ihr den Hosenriemen um den Hals gelegt und fie an den Fluß gefchleift habe. Die Geschworenen bejahten stimmig die Mordfrage, worauf Wieder zum Tode verteilt wurde. Die Lebensversicherungspolize des Gehenkten. Ein interenter Rechtsstreit über die Gültigkeit einer gewöhnlichen Todesfall eingegangenen Versicherungspolize wurde seiHans der Gerichtshoie in Pennsylvanien entschieden. Der Verderte verübte einen More und wurde gehenkt. Die Ver. Fierungsgeiellschaft verweigerte nunmehr an die Erben des Singerichteten die Auszahlung der Versicherungssumme. Die Grben klagten, doch entschieden sämtliche Instanzen zugunsten der Gesellschaft mit der Begründung, daß eine Hinrichtung nicht als natürlicher Tod anzusehen sei. Prozeß Hoensbroech- Dasbach. In dem Prozeß des Grafen Hoensbroech gegen den Kaplan Dasbach, der eine Belohnung von 2000 Gulden ausgesetzt hatte für den Nach weis, daß die Jesuiten den Grundsatz lehren, der Zweck heilige die Mittel, wurde die Klage abgewiesen, weil feine öffentliche Auslobung, sondern eine Wette vorliege, die nicht inflagbar sei. Das Gericht ließ dahingestellt, ob der Kläger den Nachweis geführt habe. Ringer oder Schieber? Die Ringkämpfe, die vor einiger Beit im Zirkus Busch zu Berlin stattfanden, werden nicht nur, vie bereits gemeldet, den Zivilrichter, sondern auch die Staatsanwaltschaft beschäftigen. Auf Grund eines Artikels über angebliche, beim Entscheidungsringkampf Koch- Eberle jestgestellte Unreellitäten hat die Staatsanwaltschaft jetzt ein Ermittelungsverfahren gegen Koch, Eberle und einige andere Bersonen eingeleitet. Durch den Kriminalkommissar Simon jaben bereits Vernehmungen zu dieser Affäre stattgefunden. § Unschuldig verurteilt. Die anonymen Briefe an den Kaiser und Kronprinzen, in denen sich der Gardist Kuropka eines seinem Rameraden Nahm zur Last gelegten Diebstahls schuldig bekannte, haben bewirkt, daß einem unschuldig Verurteilten die Ehre wieder zurückgegeben wurde. Trotzdem Auropfa nachträglich leugnete, wurde er nach einem Lokaltermin in einer nächtlichen Sitzung für schuldig befunden und zu 3 Monaten Gefängnis und Versehung in die zweite Klasse des Soldatenstandes verurteilt. Nahm hatte, wie erinnerlich, s. 3t. die ihm zudiktierte Strafe verbüßt. Wegen Beleidigung des preußischen Richterstandes wurde der Chefredakteur der Ostpreußischen Zeitung" Eberhard Kraus von der Straffammer in Königsberg i. Pr. zu fünfzig Mark Geldstrafe ev. fünf Tagen Haft verurteilt, auch wurde den Beleidigten die Publikationsbefugnis zuerkannt. Der Angeklagte hatte unter der Spitzmarke:„ Eine ulfige Gerichtssitung" anläßlich des Tilsiter Kurpfuscherprozesses Schröter den dortigen Gerichtshof einer absprechenden Kritik unterzogen. Der Antrag des Staatsanwalts lautete auf 100 Mark Geldstrafe. § Körperverlegung mittelst Telephons. Wegen fahrlässi ger Körperverlegung mittelst des Telephons hatte sich ein in Hamburg praktizierender Arzt vor der dortigen Straffammer zu verantworten. Der Angeklagte wurde beschuldigt, Anfang Oktober v. s. beim Anruf am Telephon durch andauerndes und heftiges Drehen der Kurbel eine zu starke elektrische Strömung hervorgerufen zu haben, wodurch die Telephonistin R. ein Gehörleiden erlitt, das sie für einige Tage dienstunfähig machte. Der Angeklagte bestritt das ihm zur Last gelegte heftige Kurbeldrehen, auch erklärte er, daß durch den Weckstrom nicht so nachteilige Folgen, wie sie die Telephonistin davongetragen haben will, entstehen könnten. Diese Ansicht wurde von dem die Telephonistin behandelnden Spezialarzt entschieden als unrichtig bezeichnet. Eine Telephonistin erklärte als Zeugin, daß der Angeklagte auch bei einer früheren Gelegenheit die Kurbel so heftig gedreht habe, daß sie Schmerzen verspürt und vom Apparat zurücktreten mußte. Mit Rücksicht darauf, daß der Angeklagte sich in momentaner Erregung befunden habe, wurde auf eine Geldstrafe Don 30 Mark ev. drei Tagen Gefängnis erkannt. In den Urteilsgründen wurde als erwiesen angesehen, daß der Angetlagte durch zu starkes Kurbeldrehen den heftigen Weckstrom und dadurch bei der Telephonistin K. die Schmerzempfindung hervorgerufen habe. ten A[ Die verräterische Nasenröte.] Auf der soeben beendeHohenstein- Ernstthaler Hundeausstellung hatte das Brachteremplar eines Rassehundes die allgemeinste Aufmerksamkeit erweckt und der glückliche Besizer glaubte eines Breises schon sicher zu sein. Allein plötzlich wandelte Hoffmung sich in Entsetzen, als der Hund die eben herantretenden Preisrichter mit freundlichem Schwanzwedeln begrüßte und dabei die Nase eifrigst mit der Zunge leckte. Erst kohlenschwarz, ward die Nase immer röter und röter- fein 3weifel, sie war gefärbt. An eine Prämiierung war nun nicht mehr zu denken, und unter homerischem Gelächter der Corona mußte der„ hoffnungsvolle" Besizer abtrotten. Lokales. 10. Junt 1904. Durch Entschließung des Großh. Ministeriums der Justiz wurden die Gerichtsakzessisten Dr. Karl Völsing aus Garbenteich, nnd Dr. Wilhelm Wehner aus Gießen zu Berichte assessoren ernannt. erwirken. Dann Arbeit um, wonach er fid beit machte. Di wanzig Schritt Wagner,„ ban te fidh borfichtig ffe lehnte. De rfte nicht, was feine Arbeit haber war es ben dem Baume e in der Hand Die Buchen. Gr ich diese umge Baffe fchußbereit höhnisc " rief Wagner undlicht bitten Dir den Arm Fort. folg Bange. * Die Hessische Handwerkskammer trat am Montag im Rathaussaale zu Darmstadt zusammen. Zur Beit bestehen 58 Innungen, von denen 18 Zwangs- und 40 freie Innungen sind, 119 Ortsgewerbevereine und 27 Sonstige gewerbliche Vereinigungen. Der Jahresbericht stellt in Einnahme 40,768 Mart 23 fg, in Ausgabe 38,359 Mt. feft. Auch der festgestellte Haushaltungsplan 1904/05 mit 24,050 Mart in Einnahme und Ausgabe findet Annahme. Die im Drucke vorgelegten Vorschläge der 159 Gesellen prüfungsausschüsse werden ohne Debatte genehmigt. Ebenso bie Anstellung der Beauftragten" Kehl in Worms und Nessel in Offenbach. Rockel- Darmstadt empfiehlt die neugegründete Handwerks- Genossenschaftszentrale, die über ein Kapital bis 100,000 Mart verfüge, worauf Genossen schaftsdirektor Paech ebenfalls für die Bildung von Ortsgenossenschaften eintritt. Entsprechende Geldunterstüßungen werden gewährt. " × Stadttheater Gießen. Las erste Gastspiel batte mit Bettel student" bekanntlich einen durch schlagenden Erfolg zu verzeichnen. Kleine Mängel der Dekorationen, die sich in Folge besonderer nicht im Willen ber Direktion liegender Umstände ergaben, werden noch - beseitigt; auch ist der Chor noch verstärkt worden. Es ist zu erwarten, daß die jetzt zirkulierende Abonnements liste eine Garantie für die Durchführung des geplanten Unternehmens bietet. Die Kosten des Gastspiels sind der artige, daß nur bei genügender Beteiligung die Möglichkeit besteht. Alle Interessenten werden daher gut tun, sich sofort in die Liste einzuzeichnen, damit bald möglichst ein Uebersicht gewonnen werden kann. Als zweite Vorstellung, resp. als erste Abonnementsvorstellung geht Bigeunerbaron" in Szene. In dieser beliebten Operette stehen dieselben Kräfte in erster Linie, die auch neulich im„ Bette student" im Vordertreffen des Erfolges gestanden hatten, nämlich die Damen Herms, Petery, Wiegert und die Herren Rode, Arndt, Dodt u. A. m. M > Das gestern Abend stattgefundene 1. AbonnementsKonzert der Gießener Infanterie- Regimentstapelle im Neuen Saalbau"( früher Steins Garten) hatte einen zahlreichen Besuch aufzuweisen. Leider mußten die Zuhörer beim 3. Teile des Programmes den Saal aufsuchen, weil der eingetretene Regen ein Verweilen im Garten unmöglich machte. Die Musikvorträge gelangten durchweg musterhaft zum Vortrag und ernteten allseitigen lebhaften Be fall. + Wir wollen nicht versäumen, noch einmal auf das heute Abend 8 Uhr im Neuen Saalbau"( Steins Garten) zu Gießen stattfindende historische Konzert des Königl. Musifdirektors Adolf Boettge mit der gesamten, aus 50 Musikern bestehenden Kapelle des Bad. Leib- GrenadierRegts.( Karlsruhe) hinzuweisen. Herr Boettge ist befanntlich der Begründer der historischen Nationalkonzerte und verspricht schon allein das aufgeftelte Programm: ,, Desterreich Ungarn in Lied und Tanz mit Nationalinstrumenten" einen genußreichen Abend. Eine Reihe hervor ragender Musikstücke wird nicht allein in der ihnen eigentümlichen Instrumentierung, sondern auch mit den hierfür berechneten Instrumenten ausgeführt. werden, so kann nicht frühzeitig genug an das Mähen erinnert werden. Auch das Kornfeld hat gut entwickelte Ahren von vielversprechender Länge, und eine ebenso schöne Entwicklung zeigt das Sommergetreide. Daneben blicken auch die Obstbaumzüchter mit allgemeiner Zufriedenheit auf die reich behangenen Obstbäume. Wenn der Himmel uns günstig ist, steht für die Bewohner unserer Gegend ein gutes Erntejahr hevor. Königsberg. Der uralte Bergbau hiesiger Gegend ist bereits seit dem Jahre 1898 ganz zum Erliegen gekommen, weil ihm die Bahn fehlt. Die alten Schlackenhalden und die ausgedehnten Bingengänge beweisen es. Die Namen mancher Gruben sind älter als jede geschichtliche UeberLieferung. In uralter Zeit, wo man Chausseen und fahrbare Wege nicht kannte, wurde bereits der edle hochhaltige Roheisenstein von Königsberg nach dem Salzbödetal gebracht, wo er auf der heute noch bekannten Schmelzhütte verarbeitet wurde. Die Beförderung dahin war aber äußerst mühsam und geschah in Körben auf Pferde- und Eselrücken. Hoffnungen auf eine Vollbahn von Weglar nach ladenba a, welche die Gemarfung Königsberg berühren sollte, sind wohl durch den Ausbau der Bahn HerbornGladenbach anscheinend zu nichts geworden. Auch die schon östers erwähnte Fortführung der Biebertalbahn nach hiesiger Gegend scheint sich nicht zu verwirklichen. * Alle × Aus dem Niddertal. Endlich hat der Bau der schon seit einem Vierteljahrhundert erstrebten Bahn nach Frankfurt a. M. begonnen und es werden bis Jahresschluß Teilstrecken und in Frühjahr 1905 die ganze Linie„ StockheimBilbel" in Betrieb fommen. Insbesondere für die Orte Ober- Dorfelden, Nieder- Dorfelden, Kilianstädten und Rendel, welche bedeutende, finanzielle Opfer brachten, ist diese Bahn von unendlichem Vorteil. Alle diese Octe waren gezwungen, nach dem eine bezw. zwei Stunden entfernten Bahnhofe Groß- Karben an der Main- Weserbahn zu verfehren. + Darmstadt, 6. Juni. Vom Schwurgericht erhielt X Ein Fest größeren Umfanges veranstaltet der wegen Mordversuchs und gefährlicher am 11., 12. und 13. Juni d. Js. der Garde Verein Gießen aus Anlaß der Weihe einer neuen Fahne. Unter Laut von hier 4 Jahre 8 Monate Zuchthaus. Er hatte Körperverlegung angeflagte Fabrikarbeiter Ludwig Mitwirkung der gesamten Kapelle des Gießener Infant.- Regts. am 20. März d. J. seine frühere Braut, die nichts mehr bei persönlicher Leitung des Großh. Musikdirektors Herrn von ihm wissen wollte, da er sich dem Trunke ergeben hatte, Krauße und verschiedener Gesangvereine von Gießen nach Einbrechen in die Wohnung mit Messerstichen schwer verspricht das Fest einen glänzenden Charakter anzunehmen. verlegt, in der zugestandenen Absicht, sie zu ermorden. Eingeleitet wird das Fest am Samstag Abend 8 Uhr Ebenso brachte er auch deren herbeigeeiltem Vater schwere durch einen großen Kommers im Neuen Saalbau"( früher Messerwunden bei. Steins Garten). Sonntag früh 6 Uhr ist Reveille und vormittags von 11 Uhr ab fonzertiert die Regimentstapelle im Garten des„ Hotel Buschmann" in der Liebig straße. Daselbst werden auch die auswärtigen Vereine und Gäste empfangen. Nachmittags 2 Uhr stellt sich der Festzug auf Dswaldsgarten auf und marschiert durch die Neustadt, Bahnhofstraße, Alicestraße, Frankfurterstraße, Seltersweg, Mäusburg, Marktplaß, Schulstraße, Neuen- Bäue, Gartenstraße und Bergstraße nach dem Fest plag, dem großen schattigen Garten des„ Neuen Saalbaues". Dort wird auch die Weihe der Fahne vor sich gehen und ein Konzert der Infanterie- Kapelle und des Bauer'schen Gesangvereins stattfinden. Auch für Belustigungen aller Art, wie Preisschießen, Tanz usw. ist Sorge getragen. Montag vormittag 10 Uhr soll im Hotel„ Stadt Mainz" der Frühschoppen eingenommen werden und nachmittags wird ein Ausflug nach dem Gleiberg das Fest beschließen. Die Abfahrt erfolgt um 325 Uhr mit der Biebertalbahn. Wir wollen dem festgebenden Verein wünschen, daß schönes Wetter ihm zum Gelingen des großen, mit vielen Mühen und Roften verknüpften Feftes verhelfen möge. ** Viehmarkt zu Gießen. Bei dem am 7. und 8. Juni 1904 stattgefundenen Markte waren aufgetrieben 1536 Stück Rindvich, 707 Schweine. Der nächste Viehmarkt findet am 28. und 29. Juni ds. Is. statt; am legteren Tage auch Krämermarkt. *** Am legten Sonntag fand in Offenbach a. M. der Verbandstag hessischer Konsumvereine statt. Vertreten waren 29 Vereine mit 15,000 Mitgliedern. Professor Staudinger referierte über:„ Die Umsatzsteuer". Der Redner bestritt in längeren Ausführungen die von einer bestimmten Interessentengruppe für die Konsumvereine verlangte Warenumfaßsteuer und faßte seine Darlegungen in spezifizierten Leitfäßen zusammen, welche ron den Delegierten einstimmig gut geheißen wurden. (!) Wegen Entwendung einer Beitungsnummer hat ein Arbeiter in Ruda( Oberschlesien) drei Tage Gefängnis erhalten. Er wollte ein bestimmtes Blatt lesen und nahm dieses einem Kollegen fort. Letterer stellte Strafantrag, worauf die Verurteilung wegen Diebstahls erfolgte. + Dutenhofen. Alljährlich im Frühjahr wird hier und in unserer Umgegend der Wunsch auf Ausbau einer Straße von hier über die Lahn nach Heuchelheim mit besonderer Stärke laut. Bekanntlich decken die hiesigen Einwohner und diejenigen der benachbarten heff. Dörfer Allendorf und Kleinlinden ihren Holzbedarf vorzugs weise in dem großen Krofdorfer Forste und auch felbft bis in der Oberförsterei Strupbach. Alle diese Intersessenten sind regelmäßig genötigt, mit ihren vollen Ladungen den weiten Umweg über Gießen zu nehmen, wodurch für sie jede Holzfahrt eine volle Tagereise in Anspruch nimmt. Dahingegen würde der Bau einer Straße von hier nach Heuchelheim eine direkte Verbindung nach jenen großen Waldungen herstellen. Ueberhaupt würden dadurch auch zwei wichtige Verkehrsstraßen Gießen- Weglar und GießenGladenbach in enge Verbindung gebracht. < Aus dem Biebertal. Die seither günstige Witterung hat den Pflanzenwuchs ungemein gefördert. Infolge der heftigen Gewitterregen der vorigen Woche haben unsere Landleute etwas früher als gewöhnlich das Auspflanzen von Dickwurz und Kraut vorgenommen. Fast überall erklingt schon die Sense, denn es gilt die Heuernte zu beginnen, ja an verschiedenen Orten wurde schon das erste duftende Heu eingefahren. Die Wiesen haben durchweg einen guten Graswuchs, sodaß der Landmann eine reichliche Heuernte zu erwarten hat. Soll aber auch die Qualität des Heues eine gute * Mainz, 9. Juni.( Sensationelle Verhaftung.) Seit etwa 14 Tagen befindet sich der Zeughauptmann Künem und in militärischer Untersuchungshaft Alle möglichen Gerüchte zirkulieren dieserhalb in der Stadt. Die Untersuchung wird außerordentlich geheim betrieben. Der Verhaftete soll sich bedeutender Unterschlagungen und Betrügereien verbunden mit Urkundenfälschungen schuldig gemacht haben. Bassanten sahen, wie ganze Wagen ladungen Bücher vom Artilleriedepot zum Untersuchungsrichter gebracht wurden. Die Untersuchung muß sich demnach auf eine Reihe von Jahren erstrecken. Die Frau des Inhaftierten ist vor einigen Wochen gestorben. Wie es weiter heißt, soll noch ein anderer hoher Offizier in die Affaire verwickelt sein. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Samstag, den 11. Juni. Meist trüb, Temperatur wenig verändert ( fühl), Regenfälle, besonders im Süden. Näheres durch die Gießener Wetterfarte. Großh. Kurtheater Bad- Nauheim. Spielplan. Freitag, den 10. Juni: Bettelstudent. Montag, den 13. Juni: Wilde Jagd. Mittwoch, den 15. Juni: Madame Bonivard. Freitag, den 17. Junt: 3igeunerbaron. Samstag, den 18. Junt: Comtesse Guckerl. Stadttheater Gießen. Dienstag, den 14. Junt: Zigeunerbaron. Kirchliche Nachrichten für Gießen. Evangelische Gemeinde. 2. nach Trinitatis, den 12. Juni. In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer D. Schlosser. Zugleich Christenlehre für die Neufonfirmierten der Matthäusgemeinde. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Schwabe. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Marcusgemeinde. Pfarrer Schwabe. Johannesgemeinde. In der Johanneskirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. zugleich Christenlehre für die Neufonfirmierten aus der Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Euler. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Lukasgemeinde. Pfarrer Euler. Sonntag, abends 8 Uhr, Versammlung und Bibelbesprechung im Konfirmandensal der Johanneskirche. Katholische Gemeinde. Samstag, den 11. Juni. Nachmittags um 5 Uhr und abends 8 Uhr: Gelegenhei zur hl. Beicht. Sonntag, den 12. Juni. 3. Sonntag nach Pfingsten. Borm. von 6.30 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heilig. Kommunion. n " " 8" Die zweite heil. Messe. um 9.30 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachm. um 2.30 Uhr: Christenlehre, darauf Andacht mit Segen. Verantwortlich: für den politischen, vermischten und unte haltenden Teil Albin Klein Gießen; für den lokalen Teik Karl Klose, Grünberg. Garde- Verein Giessen. Am 11., 12. und 13. Juni 1904 Feier des Fahnenweibe- Festes. Festplan: Samstag, 11. Juni, abends 8½ Uhr: rosser Kommers im Neuen Saalbau inter Mitwirkung verschiedener Gefangvereine, sowie der Kapelle des Juf.- Rats. Baiser Wilhelm( 2. Großh. Seff.) Nr. 116. Eintritt frei! Sonntag, 12. Juni, vormittags 6 Uhr: Weckruf Vormittags von 11 Uhr ab: Frühkonzert - im Garten des Hotel Buschmann. Nachmittag 2 Uhr: Eintritt frei! Aufstellung des Festzuges auf Oswaldsgarten. Von nachmittags 3 Uhr ab: Großes Konzert im Garten des Neuen Saalbaues ausgeführt von der gesamten Kapelle des Inf.- Reg. Kaiser Wilhelm( 2. Großh Heff.) Nr. 116 unter versönlicher Leitung des Großherzogl. Musikdirektors Herrn Kranke, sowie unter geft. Mitwirkung des Bauerschen Gesangvereins, unter Leitung des Dirigenten Herrn Kapellmeister Polster. Weihe der Fahne. Belustigungen aller Art. Preisschiessen. Tanz. Montag, 13. Juni, vormittags 10½ Uhr: Frühschoppen im Hotel Stadt Mainz. In Giessen: Ph. Weiler. Gg. Carl Volk. Letzte Wohltätigkeits Geld- Lotterie desStrassb.- Neud Arbeiterheims Ziehung sicher am 23. Juli Nur Baar Geld! 2490 Gew. ohneAbzug Mk. 41000 1 à M. 1 à M. 15000 6000 3 à 1000= 3000 - = 9500 425 zus. 2060 zus.== 7500 Los 1 M.11 Lose 10 Mk. Port.u.List. 25Pf. versendet das Gen.- Debit J. Stürmer, Strassburg i. E. Langstrasse 107. SpazierStöcke stets elegante Neuheiten in großer Auswahl. Caffeler Schirmfabrik, Gießen, Seltersweg 9. In Giessen: Richard Buchacker. W. Semmler. In meiner mech. Schreineret mit Motorbetrieb finden mehrere Schreiner oder Nachmittags Ausflug nach dem Gleiberg. Abfahrt mit der Biebertalbahn 3.25 Uhr Glasergesellen Eintrittspreise: dauernde Arbeit. H. Keßler, Lollar. Hauptversammlung des Vereinsbezirks Gießen des Oberhessischen Obstbauvereins. Die Hauptversammlung findet am ftatt. Samstag den 11. Juni, nachmittags 3 Uhr, im Lenz'schen Felsenkeller zu Gießen Tagesordnung: 1. Wahl eines neuen Vorsitzenden des Vereinsbezirks Gießen. 2. Die Befämpfung von Obstbaumschädlingen. Ref.: Prof. Reichelt. 3. Die Obstausstellungen des Oberhessischen Obstbauvereins 1904. Die Mitglieder des Oberhessischen Obstbauvereins, sowie sonstige Interessenten werden zu dieser Versammlung hiermit freundlichst eingeladen. Gießen, den 7. Juni 1904. Großherzogliches Kreisamt Gießen. J. V: Hechler. Bekanntmachung. von Die Weidengasse wird wegen Vornahme Kanalisationsarbeiten von heute an bis auf weiteres für den Fuhrwerks- und Fahrradverkehr gesperrt. Gießen, den 10. Juni 1904. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Das 1. Biel Gemeindesteuer für das Rechnungsjahr 1904 ist innerhalb 8 Tagen bei Meidung der Beitreibung zur hiesigen Stadtkasse zu bezahlen. Zahlstunden täglich vormittags von 8-12 Uhr, Gießen, den 9. Juni 1904. Der Stadtrener. Doepfer. Arbeitsvergebung. Die für die bauliche Unterhaltung des Bürgermeistereigebäudes erforderlichen Dachdecker. und Spenglerarbeiten sollen Donnerstag, den 16. Juni d. Js., vorm. 11%, Uhr öffentlich vergeben werden. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen während für die Veranstaltungen des Nachmittags für Nichtzugteilnehmer an der Kasse 50 Pfs. In den Vorverkaufsstellen bei den Herren R. Buchacker, Neuen- Bäue 11, Karl Kindermädchen der Dienſtſtunden bei uns zur Einsicht offen. Angebote Graf, Kirchenplaz 15, Ph. Hermann, Seltersweg 33. C. G. Kleindenn, Bahn- für einige Stunden pro Tag Zuschlagsfrist hofstraße 59, Johannes Seibel, Ludwigsplat 40 Pfennige.- Familienkarten auf Namen mit 2 Beikarten 1 Mark. Festzugteilnehmer freien Eintritt. Die Einwohnerschatt Giessens wird höfl. gebeten, die Häuser, gesucht. Meldungen nimmt die Exp. d. Bl. entgegen. hauptsächlich der Strassen die der Festzug passiert, zu schmücken: 1. Verkäuferin Contentia. ( Wohltätigkeitsverein Gießen.) Der Verein beteiligt sich bei den Festlichkeiten des Garde Vereins. Samstag Abend: Kommers. Sonntag: Zusammenkunft am Oswaldsgarten, nachmittags 1% Uhr. Vereinsabzeichen sind zu tragen. Prima Der Vorstand. Frankfurter Würstchen das Paar zu 25 und 30 Pfg., empfiehlt jeden Samstag Metzger Bus, Marktplak 5, Gießen. Lahn- Kalk- und Marmor- Industrie August Gabriel junior, Kalkwerke: Abendstern. Telefon 84. Jederzeit frischgebrannten Grau- und Weisskalk in Stücken and leia gemahlen. Prima Hartbrand- Ziegelsteine. ssig Max Elb's ssenz Gefündefter Tafel- u. Einmache- Effig. In Originalflacons für 10 ganze Flaschen Essig mit Teilung zur augenblicklichen Bereitung je einer und ein Lehrmädchen suchen Brüder Schmidt. Gießen. - auf Vordruck, der daselbst erhältlich, find bis zum genannten Zeitpunkt an uns einzureichen. 14 Tage. Gießen, den 10. Juni 1904. Städtisches Hochbauamt. Gerbel. Arbeitsvergebung. Die zur Beschaffung von vier Ruhebänken für den Friedhof auf dem Rodtberg erforderliche Eisenlieferung und Schreinerarteit soll Shrlicher, zuverlässiger Mann v. Lande sucht ab 1. Juli Stell- Donnerstag, den 16. Jani d. J., vorm. 11 Uhr ung als Bureaudiener, Kaffebote 2c. Nähere Auskunft erteilt öffentlich vergeben werden. die Exp d. Bl. Zeichnung, Arbeitsbeschreibung und Bedingungen Brandplatz 11 liegen während der Dienſtſtunden bei uns zur Einsicht Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, ( Neubau), 2 eleg. 5-7-8immer- offen. Wohnung m. Zubeh., Veranda, find spätestens zum genannten Zeitpunkt an uns einzuBleichel, Trodenb. u. a. Komfort reichen. d. Neuz., sowie größ. Mansardenw. m.3ub. p. 1.0ftbr. o. früh. z. verm. Fritz Egly, Brandplay 10. Flasche in richtiger Stärke für Eckladen in gut. Lage preisTafel oder zum Früchte- Einmachen, z. berm. naturel oder weinfarbig 1 Mart. Gieten, Wallthorstraße 18, II. 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Ja berechnet, Dab oas IL 2000 suno, Silber Man hat jede thalte, ein Quantum, dessen Wert die Summe von 3%, Bitonen Weltmeer 200 Millionen Tonnen, sogar Silber ist darin vertreten. acit gibi ber Rr. 129 Freitag, den 10 Junt. 1904. Gießen. ng. esperrt. 8 auf weiteres Vornahmet at Gicken. ng. zahlen. Meidung der ür das Rechnung 3 von 8-12th ing. tung des Bürge Dachdecker- und vorm. 11%, h -Buschlagsfrit find bis zum ge toffen. Angebote en liegen während mt. AUS DEM REICHE DES WISSENS Die Eigenschaften zweier Bahlen. Die mystische Bedeutung, welche der Zahl 9 namentlich im christlichen Aberglauben beigelegt worden, ist bekannt genug; meniger bekannt aber dürften die arithmetischen Eigenschaften sem, durch deren Sonderbarkeiten sie sich im Zahlensystem auszeichnet. Der bekannte französische Philosoph Fontenelle, welcher, beiläufig erwähnt, 99 Jahre alt wurde, war der Erste, welcher in seinem Traité de l'opinion de Legendre( 4. Auflage. Paris 1758) darauf aufmerksam machte, daß ein jedes Produkt der Zahl 9, wenn man die dasselbe bildenden Ziffern addiert, wieder die Zahl 9 oder ein Produkt derselben ergeben. Also 2x9= 18; 1+ 8= 9 3x9= 27; 2+ 7= 9 4x9 5x9 36; 3+ 6= 9 45; 4+ 5= 9 6x954; 5+ 4= 9 7x963; 6+ 3= 9 8x9 9x9 72; 7+ 2= 9 81; 8+ 1= 9 10x9= 90; 9+ 0= 9 und so fort ins Unendliche. Eine zweite merkwürdige Eigenschaft der Zahl 9 wurde von dem Mathematiker de Mairan entdeckt. Wenn man die Ziffern einer mehrstelligen Zahl rückwärts liest und dann die kleinere von der größeren subtrahiert, so ergibt sich als Differenz regelmäßig die Zahl 9 oder ein Produkt derselben. Also 3 x 9 2 × 9 12= 9 25= 27= 13= 18= 456= 198= 22 x 9 0881 999= 111 x 9 12, umgekehrt 21; 21 25, umgefehrt 52; 52 31, umgekehrt 13; 31 456, umgekehrt 654; 654 1880, umgekehrt 0881; 1880 u. s. w. Diese Eigenschaft, welche sich so bei den umgestellten Zahlen erweist, stellt sich aber auch bei den Quadraten und Cuben derselben heraus. Das Quadrat von 12 ist 144, das der umgestellten Zahl 21 ist 441. Die Differenz von 441 und 144 beträgt 297, ein Produkt von 9, denn 33 x9= 297, aber noch mehr: die Ziffern in jedem der beiden Qudrate geben wieder die Zahl 9, denn 4+ 4+ 1= 9 und 1+ 4+ 49. Der Cubus von 12 beträgt 1728, der der umgestellten Zahl 21 ist 9261. Die Differenz zwischen 9261 und 1728 beträgt 7533, welches ein Produkt von 9 ist, denn 837 X 9= 7533. Nun ist aber auch wieder 1+ 7+ 2+ 8= 18( 2 X 9) und 9+ 2+ 6+ 1 = 18( 2 × 9) und 7+ 5+ 3+ 3= 18( 2X9) und 8+ 3+ 7 = 18( 2 × 9). Alle übrigen Potenzen von 12 und 21 werden ähnliche Resultate ergeben. Die Zahl 37 mit 3 oder mit einem Produkt von 3 bis zu 27 multipliziert, hat die Eigenschaft, als Produkt stets eine Zahl mit drei gleichen Ziffern zu geben, so daß man immer nur die ersten Ziffern des Multiplikators und des Multiplikandus zu multiplizieren braucht, um das ganze Produkt richtig zu haben, wenn man die bei der ersten Multiplikation ausgerechnete Ziffer dreimal schreibt. Außerdem wird die Summe der das erhaltene Produkt bildenden Ziffer stets den Multiplikator ergeben. Folgende Ueberft wird das Gesagte erläutern. 37 × 3= 111; 1+ 1+ 1= 3 37 x 6 222; 2+ 2+ 2= 6 37 x 9 333; 3+ 3+3= 9 37 x 12= 444; 4+ 4+ 4= 12 37 x 15555; 5+ 5+ 5= 15 37 x 18666; 6+ 6+6= 18 37 x 21777; 7+ 7+ 7+ 21 37 x 24= 888; 8+ 8+ 8+ 24 37 x 27= 999; 9+ 9+ 9+ 27 Allerlei Wissenswertes. Der Silbergehalt des Meerwassers. Das Meerwasser_enthält außer seinem wesentlichsten Bestandteile, dem Wasser, seine Menge Beimischungen in flüssiger Form. Hierin gehören insbesondere das Kochsalz und das Bittersalz. Ersterem Stoffe verdankt das Meerwasser seinen salzigen, letzterem seinen widerwärtigen bitteren Geschmack. Sodann befinden sich in demselben Gyps und Kreide aufgelöst, weiter Spuren von einer großen Anzahl Mineralien, wie Kupfer, Blei, Jod, Brom und Arsents. Ja sogar Silber ist darin vertreten. Man hat berechnet, das oad Weltmeer 200 Millionen Tonnen, jede zu 2000 Pfund, Silber enthalte, ein Quantum, dessen Wert die Summe von 3%, Bitonen Reichsmart repräsentiert. Ein noch genaueres Facit gibt der Amerikaner Tuli. Nach seiner Berechnung würde, wenn man den Silbergehalt des Meeres unter die Bewohner der Erde ver teilte, 2400 Mark auf jeden Menschen kommen. Nur schade, daß dieser riesige Schatz, der 3, der im Meere v verborgen liegt, niemals gehoben werden wird. Das Alter der Orgeln. Die Orgeln sind bekanntlich von den Griechen erfunden. Das erste derartige Musikinstrument, welches man in Frankreich sah, hatte der griechische Kaiser Konstantin Kopronymus an den König Pipin den Kurzen gesandt. Später erhielt auch Karl der Große eine Orgel aus Konstantinopel zum Geſchenk. Diese griechischen Orgeln konnten sich aber, was die Einrichtung des Tonsystems und die Ausbildung der Harmonie anlangt, in keiner Weise mit den heute gebräuchlichen Werken messen. In ihrer jetzigen Konstruktion wurden die Orgeln zuerst von einem Deutschen um das Jahr 1312 in Venedig erbaut. Die erste Orgel mit Pedal fertigte H. Droßberg aus Mainz an, während sie ihre heutige hohe Vollendung dem Talente Christian Förners, der im siebzehnten Jahrhundert lebte, verdanken. Der Epheu und feuchte Wände. Da der Epheu die gute Eigenschaft hat, vermittelst seiner Saugwurzeln Wasser aus den Mauern aufzunehmen, an denen er emporraukt, so hat man ihn mit Vorteil angepflanzt, um feuchte Außenwände von Häusern trocken zu legen. Freilich dauert es einige Jahre, ehe die trocknende Kraft des Epheus sich zeigt, da er nur an denjenigen Stellen Wasser aus der Wand saugt, wo er sich mit seinen Wurzeln angeklammert hat, man findet aber, daß überall, wo der Epheu die Außenwand üppig bedeckt, die Nässe im Innern des Gebäudes verschwindet. Zur Anpflanzung eignet sich am besten der winterharte weinblätterige Epheu, der überall in unseren Wäldern wildwachsend vorkommt. Der Epheu, welcher alte Ruinen so gut fleidet, ist daher nicht bloß ein Schmuck, sondern trägt auch zur Erhaltung manches ehrwürdigen Gemäuers bei, das die Nässe sich zu zerstören bemüht. Wie halten sich die Fliegen am Glaze? Woher mag es wohl kommen, daß die Fliegen ebenso wie viele andere Insekten die beneidenswerte Fähigkeit haben, über Glas und polierte Flächen nicht bloß wagerecht hinzulaufen, sondern auch senkrecht an ihnen hinaufzugehen, ohne abzugleiten. Diese Frage, welche sich wohl auch jeder Laie einmal selbst vorlegt, hat die Wissenschaft bereits verschiedentlich beschäftigt. Lange Zeit glaubte man, daß die Fliegen diese Fähigkeit zahlreichen kleinen Härchen verdanken, mit denen ihre Füße versehen sind und welche ihnen dazu dienen sollten, sich an den Poren des Glases festzuhalten. Eine bloße Betrachtung des Glafes durch das Mikroskop beweist sogleich die Nichtigkeit dieser Erklärung. Später behauptete man, die Säckchen, in welche die Füße der Fliegen endigen, wirkten als Saugnäpfe, welche durch Luftdruck am Glase haften. Auch diese Erklärung wird durch die Tatsache widerlegt, daß jene Säckchen gar nicht selbst, sondern nur die Haare, mit denen sie besetzt sind, mit dem Glase in Berührung kommen. Ebensowenig bestätigte sich bei näherer Untersuchung die Annahme, daß diese Haare mit Widerhäkchen versehen seien, oder daß jene Warzen eine lebrige Flüssigkeit absonderten. Denn wäre das letztere der Fall, so würden die Fliegen, wenn sie nur ein Weilchen stillgestanden hätten, durch das Eintrocknen des klebrigen Saftes verhindert werden, sich weiter zu bewegen. Allerdings sondern die an den Füßen der Fliegen befindlichen Drüsen durch die Härchen eine Feuchtigkeit ab. Dieselbe ist indes nur von fettiger Beschaffenheit, welche jedoch vollständig genügt, um durch Kapillarkraft den behaarten Füßen der Fliege am Glase einen leichten Halt zu geben. Die Spuren, welche ein Fliegenfuß auf dem Glase zurückläßt, bestehen, durch das Mikroskop betrachtet, in einer großen Anzahl regelmäßig verteilter Tröpfchen. Bedeckt man eine senkrechte Glasplatte mit einer dichten Staubs schicht, so vermag eine Fliege nicht daran hinaufzukriechen. Die Füße einer Fliege, welche vergeblich versucht hat, an einem solchen Glase sich festzuhalten, zeigen die Zwischenräume zwischen den Härchen von Staub erfüllt. Hat aber die Fliege ein Weilchen ihre Füße aneinander gerieben, oder an den Flügeln abgewischt, so ist der Staub verschwunden, und sie kann wieder auf dem Glase laufen. Die Fliege reinigt also nicht, wie man früher glaubte, ihre Flügel mit den Füßen, sondern ihre Füße an den Flügeln, welche, da sie mit zahlreichen, furzen, steifen Härchen besetzt sind, ihnen die Dienste einer Bürste leisten. Nr. 129 Freitag, den 10 Juni. 1904. Oberbessische Familienzeitung. Tägliche Unterhaltungs- Beilage der Gießener Neueste Nachrichten. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1783); verantwortlich: Albin Klein. (( 18. Fortsetzung.) Die Rache ist ist mein. Originalroman von Ottomar Beta Stöberer erhob sich und faßte Köberlein bei der Jacke, ihn gleichsam aufrüttelnd. Reden Sie, Köberlein!" rief er, offenbar in ängstlicher Spannung. Ist etwas gegen ihn im Werke?" Dann rannte er hin und her und rief:„ Wir müssen zur Polizei schicken." Franziska war merkwürdig gefaßt. Sie entsandte das Hausmädchen sofort, um zwei Droschken zu bestellen. Köberlein sammelte sich inzwischen, nachdem der Justiz rat ihm durch ein Glas Wein aufgeholfen hatte. Also es hat nichts mit der Stiefmutter zu tun?" fragte er noch einmal, immer noch zweifelnd. Anton schüttelte mit dem Kopfe und rang in nervöser Weise seine Mütze zwischen den Händen. ,, Nein, Herr Justizrat, diesmal ist es etwas Ernsteres," sagte er, nach Luft schnappend,„ die Boofkers verschwören sich gegen den Herrn Stü'rmann. Da ist ein Mensch, der bei Frau Morigen auf Staudiushof Kutscher war und gestohlen hat, der ist ihr Anführer. Sie wollen seine Stube in der alten Siederei ausplündern, ihn selbst wollen sie meine Stiefmutter sagt umbringen wollen sie ihn." ,, Also der ehemalige Morißsche Kutscher," rief Stöberer, dem nun der kalte Schweiß auf die Stirn trat. Er hielt sich mit Mühe zurück, Anton beim Kragen zu packen und den Rest der Mitteilungen aus ihm herauszuschütteln. Dieſer ſtammelte immer verworrener: „ Und der wilde Robert, Herr Justizrat, und vor dem haben sie alle eine furchtbare Angst; das ist der Mensch, der einem Hunde die Kehle mit einem Druck seines Daumens zerquetscht und einem das Genick knickt wie einen Strohhalm. Er trägt einen Sack mit fünf Scheffeln und bloß so unterm Arm. Der Herr Stü'rmann hat's mit ihm verdorben, weil er nicht dulden wollte, daß er die andern Leute vergewaltigt, und dann hat er ihn davongejagt. Nun brütet er Rache, und der Kutscher hat ihn aufgehezt. Er ist gleichsam wie ein toller Stier, aber er schleicht umher wie eine Hyäne.“ Stöberer stolperte wie hesessen in der Stube umher. ,, Es ist entsetzlich!" ,, Unglaublich!" ,, Unglaublich ist es nicht!" rief Stöberer,„ diese Leute rennen in ihr Verderben. Quem Deus vult perdere Jetzt haben sie ihr Spiel vollends prius dementat! verloren. Staudiushof ist unser und zwar für ein Butterbrot!" Wann soll dies Werk vor sich gehen?" fragte der Juſtizrat, sich an Köberlein wendend. Heute nacht schon," stieß dieser bebend heraus, ſie wollen ihn binden und knebeln... so wahr ich hier vor Ihnen stehe! Alles wegen der Schnecke, Herr Justizrat, die der Herr Stü'rmann eingeführt hat." Er trocknete sich mit der nassen Müze den Schweiß von der Stirn, dann fuhr er fort: Sie sagen, er hätte Millionen in seiner Brieftasche, in Dollarscheinen, und was Herr Rietz ist, sein Prinzipal, der holte sich immer von ihm Geld und Orders, was geschehen Sollte." ( Nachdruck verboten.)' ,, Und haben Sie denn Herrn Staudius nicht gleich selbst gewarnt, Köberlein?" rief Franziska, die Hände ringend. ,, Nein," stammelte der Ersträfling beschämt, denn, sehen Sie, nach der Siederei getraue ich mich nicht hin. Wenn die ich glaube, sie brächten Boofkers mich sehen würden mich um; aber zu Ihnen kommt er; o, Sie können es ihm sagen, gnädiges Fräulein. Ich dachte mir, er würde hier sein. Es kann noch heute abend passieren. Er darf heute nacht nicht im Speicher bleiben." Anton zitterte am ganzen Leibe. Man hörte die Droschken rasseln, und Stöberer eilte zur Tür. " Ich fahre zur Siederei," rief er zurück, indessen senden Sie zur Polizei. Wir haben es mit desperaten Leuten zu tun." Damit verschwand er. Der Justizrat schöpfte nach Atem. Franziska holte Hut und Mantel. ,, Köblerlein," sagte der bestürzte Alte, nachsichtig mie immer, das haben Sie gut gemacht. Und nun gehen Sie so arglos wie möglich nach Hause. Bekümmern Sie sich um weiter nichts. Man soll nicht ahnen, daß Sie dahinter stecken; aber Ihre Belohnung, wenn sich alles so verhält, wird nicht ausbleiben." Wahr und wahrhaftig, Herr Justizrat." Der Justizrat wollte Anton hinausschieben, doch hielt er ihn in der Tür fest. Franziska stand bereits mit dem Mantel in der Hand neben ihm. " Ihre Stiefmutter ist ja wohl eine Bäckerstochter, Köberlein?" ,, Geborene Riesopp, Herr Justizrat," antwortete dieser, nun offenbar erleichtert ,,, aus der Heiligengeiststraße; sie sagt, sie kennt den Herrn Stü'rmann schon von Kindheit auf, und.." Er stockte, dann fuhr er resolut fort:„ Sie selber schickt mich her. Wer hätt's gedacht? Es ist das erstemal, daß ich mit ihr über irgend eine Sache einig bin. Sie will richt, daß ihm was geschehen soll. Er hat sie' mal auf den Wällen aus einem großen Rudel von Bollwerksburschen herausgehauen, und dafür ist sie dankbar. Ehre, wem Ehre gebührt, ich rechne ihr das hoch an." Köberlein brachte das mit Zeichen großer Betretenheit heraus; es tat ihm vielleicht leid, daß sein Lebenssport, der ampf gegen die Stiefmutter, in diesem Falle ausgeschlossen blieb. Die Situation war auch nach dieser Seite hin eine ihm ungewohnte. Hoffentlich, lieber Köberlein, ist damit das Eis gebrochen und Sie werden noch öfter mit Ihrer Stiefmutter einig sein." " Damit verabschiedete der gutmütige alte Herr seinen Klienten. Dann nahm Mantel, Hut und Stock aus Franziskas Hand entgegen. Diese hatte sich schon selbst ins StraBenhabit geworfen. Du willst fort, Papa?" fragte sie bleich und sich angstvoll an ihn schmiegend,„ nimm mich mit." ,, Gut, so komm." Draußen tobten Regen und Sturm. Zwei Droschfen rasselten eilig durch die nächtigen und von Pfützen überdeckten Straßen, die eine zum Marktplatz zur ng. uhebänken für den e Eisenlieferung vorm. 11 Uhr ft an uns einzu Daselbst erhältlig uns zur Einsicht und Bedingungen camt. Inhaber: Grossen arl Haas junior. werke. Gieken. fowie Sackkalk ontor Nr. 282. CHTET: IS FE Offenbach a.M. wild, sparsam, 0000000 zug! , flaschenreife and Kisten von » 100, e von 60 Pfg. an, a. Rh. Weingutsbesitzer 0000GG fir Der Bisher will no gänge bei Port A Gerüchte werden bermehrt. Admi Gine diefer T ral Strudlow fich Admiral S bat die Verteidi auf wirfiame u Aus Petersburg 30 000 Mann Generals State wirten der Gene die Berbindung Armee zu störer bereitet, daß gle Arthur auch ein Von einigerm folgen werde. eine über den Vor Hauptpolizeiwache, die andere mit Stöberer direkt nach der der gefürchtete, wilde langen Brücke. " Salt, halt!" rief es jämmerlich hinter dieser letzteren her ,,, ich will mit!" Es war Anton Köberlein, der sich nun seiner Feigheit zu schämen anfing. Wofür bin ich denn Soldat gewesen?" winselte er. Aber Stöberer achtete nicht auf ihn. Er feuerte den Kutscher vielmehr unaufhaltsam zur Eile an. Da stieß Anna, das mitleidige Stubenmädchen dem armen Ersträfling in die Seite und steckte ihm eine Eispice in die Hand, die sie aus dem Garten geholt hatte. Anton sprach kein Wort, warf diese Waffe über die Schulter und lief, durch sämtliche Pfützen plantschend, auf abge fürztem Wege zum Flußufer zu. 3wanzigstes Rapitel. Köberlein war seit einiger Zeit auf Verwendung des Justizrats wegen Schwächlichkeit und unheilbarer Unvernunft vom weiteren Militärdienste und auch von weiterer Sträflingshaft frei gekommen und in das Haus seiner Väter zurückgekehrt. Dieses Haus, am Hafen gelegen, war feineswegs das bestrenommierte. Köberlein, der Vater, betrieb eine Gastwirtschaft, welcher seine zweite Frau vorstand, und nach Köberleins juniors Ansicht trat diese Dame nicht gerade mit hervorragender Skrupulosität in die Konkurrenz mit anderen Instituten ähnlicher Richtung, ein. Die Herrn Kornträger pflegten bei„ Mutter Köberlein" mit Vorliebe ihren reichlichen Verdienst zu vertrinken und sonstwie an den Mann zu bringen. Anton Köberlein wußte, daß die Verwendung des Justiz rats auf Erichs Veranlassung stattgefunden habe, und fühlte sich beiden in gleicher Dankbarkeit verbunden. Für den Stü'rmann schwärmte er, wie ein schwächlicher Mensch mit Idealen nur für einen starken Charakter zu schwärmen vermag; für ihn und für seinen Justizrat wäre er zu jeder Stunde bereit gewesen, durch Feuer und Wasser zu gehen. Um so mehr kontrastierte hiermit sein Haß gegen seine Stiefmutter. Aber er war dabei nicht töricht, sondern allmählich ein Meister der Selbstbeherrschung geworden. Stiefsöhne lernen es, sich zu verstellen, und er spielte alle Tage seines Lebens unterm väterlichen Dache den Duckmäuser, überwachte nebenbei die Kasse und teilte seinem Vater heimlich mit, wo die Stiefmutter die Strümpfe voll Geld versteckte. Denn es war leider nur zu wahr, daß diese Treffliche, trotz allen Geschäftseifers, öfters den Blick in die fernen Tage richtete, wo sie Witwe sein und eines gewissen heimlichen Fonds bedürfen würde, um den sorgenfreien Lebensabend um so besser zu genießen. Sie sammelte diesen Fonds auf Kosten der Tageseinnahme, und Anton genoß ihren ganzen Abscheu wegen seiner Spionage. Denn das Geld, welches sie stahl, wurde ihr stets wieder gestohlen und auf die Bank getragen, mochte sie es noch so gut versteckt haben. Antons Vater billigte diese Taktik des Sohnes und schütte ihn fernerhin gegen stiefmütterliche Vergewaltigung so gut es ging. Anton hatte außerdem die Gabe, bei jedem Streit die Lacher auf seine Seite zu bringen. Er spielte den Hausnarren weit öfter mit als ohne Bewußtsein. Er verbarg sich im Haus, machte sich Gucklöcher in den Wänden und fand man ihn einmal unter einer Bank oder hinter einer Tür, so stellte er sich schlafend oder total geistesabwesend. Gemeinhin wurde auf ihn wenig geachtet, vielmehr pflegten die Gäste ihn in ihrer rohen Weise öfters in Gunst und Gesprächen zur Tafel zu ziehen. Auch ließen sie in seiner Gegenwart ihren Reden und Tätlichkeiten durchaus freien Lauf. Um so mehr fiel es Anton also auf, daß der übelbeleumundete entlassene Kutscher der Frau Moritz, welcher feit langer Zeit ein Habitué der Köberleinschen Gastwirtschaft war und mit den Kornträgern in Angelegenheiten des Verschleißes von gestohlenem Getreide unter einer Decke steckte, plöglich ganz besonders heimliche Gespräche zu führen begann und dem Anscheine nach selbst Antons harmlose Gegenwart bedenklich fand. Diese Gespräche mußten sich demnach um Dinge von ganz besonderer Bedeutung drehen, denn ein bloßes bischen Stornhandel" wurde sonst in diesen Räumen ziemlich unverblümt besprochen. Auch stellten sich einige berüchtigte Subjekte ein, gerade solche, die der„ Amerikaner" aus der Korporation ausgemerzt hatte. Sie waren eine Beitlang auf dem Landbummel gewesen, und man hatte ihnen Balet gesagt auf Nimmerwiedersehen. Zu diesen gesellte sich Robert. Diese Leute, ebenso der Morizsche Kutscher, zeigten nun mit einemmale viel Geld, mehr als sie auf üblichem Wege je hätten erlangen können; sie ließen Scheine wechseln und renommierten mit einer großen Zukunft. Frau Köberlein, die geborene Riesopp, war niemals sehr diffizil gewesen; sie freute sich anfang, daß diese Burschen so schönes Geld springen ließen; das konnte wieder einmal ihre geheimen Strümpfe" stopfen helfen. Sie schor ja auch sonst ihre Gäste alle über denselben Kamm und duldete, soweit es sich um die Booffers handelte, keine Absonderungen in Kategorien erster und zweiter, siebenter und achter Klasse. Mit diesen Herren Gästen aber machte sie nun eines Tages eine sonderbare Ausnahme; sie eröffnete ihnen ihren, sonst für englische Matrosen reservierten" Parlour", der, hinterm Büffet gelegen, zugleich ihr höchsteigenes Himmelbett beherbergte. Und selsam genug, hier befand sich irgend eine akustische Zufälligkeit, kraft der es möglich war, an einer gewissen Stelle des Buffets jedes Wort, was drinnen gesprochen wurde, zu verstehen. Frau Köberlein- Riesopp also konnte nicht umhin, Mitwisserin der geheimen Pläne zu werden, welche der entlassene Moritsche Kutscher und jene „ vornehmen" Vagabunden dort, wo sie sich ganz sicher glaubten, nicht selten mit großer Heftigkeit verhandelten. Sie sah infolgedessen ganz ausnahmsweise nach dem Himmel und in den Kalender, erschrak sichtlich, daß die Zeit des Neumondes bereits vor der Tür wäre und machte dann noch eine weitere Ausnahme, sogar die erstaunlichste ihres Lebens, diese aber ganz insgeheim, wenn auch in höchster Angst und Aufregung. Sie machte nämlich ihrem Stiefsohn, seiner männlichen Großmut vertrauend, ein Geständnis ihrer Jugendliebe, deren Gegenstand kein anderer als Erich Staudius, der Amerikaner", oder, wie Anton ihn konsequent nannte, der Stü'rmann gewesen; sie legte alles in die Hände des sonst so konsequent Befehdeten, auf seine vielbewährte Geschicklichfeit und auf seine Familiarität“ bei Justizrats rechnend. Es galt, ein großes Unheil von Erich Staudius abzuwehren, ohne den Verdacht zu erwecken, daß die Quelle dieser Mitteilungen das Stöberleinsche Buffet oder das Köberlein- Riesoppsche Himmelbett gewesen. Anton hatte sich seiner Aufgabe entledigt, aber angesichts der männlichen Entschlossenheit eines Stöberer, oder weil er ihm mißtraute, oder angesichts der Augen der schönen Anna, deren Güte stets sein Herz sonderbar berührt hatte, konnte er den Ausbruch von Heldenmut nicht niederfämpfen, welcher mit der ihm auferlegten Diskretion sich so wenig vertrug. Nun lief er sogar in der Neumondsnacht durch den strömenden Regen mit einer Picke bewaffnet nach der alten Siederei, dem Schauplatze der von ihm angekündigten Ereignisse. Einundzwanzigstes Rapitel. Erich war inzwischen auf Umwegen seiner einsamen und entlegenen Wohnstätte in der Siederei zugeeilt. Ein Sturm von Gedanken durchtobte sein Inneres. Es war ein peinigender Schmerz, den ihm der heutige Abschied verursachte. Er glaubte sich von Franziska verstanden; ihn beseelte oft eine unerschütterlich scheinende Zuversicht, daß Franziska nur ihm jemals würde angehören wollen. Und doch beschlich ihn dann plöglich wieder eine seinem ganzen Wesen sonst fremde und unbeschreibliche Angst, fast ein Grauen zu nennen, das ewig waltende Schicksal könnte das in jedem Menschenleben sich herstellende Gleichgewicht von Glück und Unheil in dem seinigen dadurch herbeiführen, daß es ihm diese Angebetete entrisse. Es war ein beinahe mystisches Gefühl, aber ein solches ist den Amerikanern weit weniger fremd als uns. Dasselbe wachte damals in ihm schreckhaft auf, als er im Staudiusschen Park bei der Sonnenuhr mit der düsteren Inschrift sich fast so weit hätte hinreißen lassen, die Geliebte an sein Herz zu ziehen, und wo diese, ihren Vater erblickend, ihm entlief. In diesem Momente fuhr es ihm wie ein jäher Blitz durch die Seele:„ Wie, wenn Frau Moriz dieses holde Mädchen in deinen Armen gesehen hätte!" Er traute der dämonischen Frau jedes Verbrechen zu, er führte alle ihre Taten auf die eine unersättliche Lust, nach Rache, zurück. Diese Rache hatte sie an seinen Eltern furchtbar geübt und sie hatte, den eigenen Aeußerungen nach, dasselbe Gefühl des Hasses nun auf ihn, den Sohn, übertragen. In ihr erblickte er die Verkörperung des fast krankhaft gefürchteten Geschicks. क ( Fortsetzung folgt.) Wenig große Lieder bleiben, Mag ihr Ruhm auch stolzer sein, Doch die kleinen Sprüche schreiben Sich ins Herz des Volkes ein. Schlagen Wurzel, treiben Blüte, Tragen Frucht und wirken fort. Wunder wirkt oft im Gemüte Ein geweihtes Dichterwort. Ein Philosoph? Novelle von A. v. Blankenberg. ( Nachdruck verboten.)) Er hatte seit jeher einen grüblerischen Sinn verraten. Das Studium der Philosophie lag ihm, als es zur Berufswahl kam, wohl am nächsten. Mit Liebe und Eifer gab er sich seinen Studien hin, bestand erfolgreich sämtliche Examina und sah sich jetzt vor dem letzten Rigorosum, dem unmittelbar die Promotion folgen sollte. Soweit hatte das elterliche Erbteil gereicht; nun wurde es Beit, an selbständigen Erwerb zu denken. Ihm war nicht bange darum. Er wußte, daß ihm seitens seiner Professoren die besten Empfehlungen zur Seite standen; es würde dem neugeschaffenen Doktor nicht allzu lange an Gelegenheit fehlen, in seinem Fache lohnend tätig sein zu können. Der größeren Ruhe und Beschaulichkeit wegen hatte er sich seit einigen Wochen auf das Land zurückgezogen. Ein Spaziergang am Bache entlang, unter dem Mostbirnbaum drüben zwischen den Feldangern oder am Waldessaum ein paar Stunden ungestörten Lesens und Sinnens, da seine Bücher in einem oder gar mehreren Exemplaren ihn immer begleiteten, dünkte ihn die würdigste Vorbereitung zu dem großen Tage. Er mied jede Geselligkeit, aber der Zufall wollte, daß er nun schon wiederholt auf seinen stillen Wegen einem Mädchen begegnet war, das auch mit einem Buche in der Hand dahergewandelt kam und schon deswegen, obwohl sie keinen Blick weder für ihn noch die Außenwelt überhaupt übrig zu haben schien, wider Willen seine Aufmerksamkeit erregte. Bald erfuhr er, daß sie die Tochter des Oberlehrers im benachbarten Markte sei, bereits als Lehrerin gewirkt habe und sich gegenwärtig daheim auf die Bürgerschullehre rinnen- Prüfung vorbereite. Also eine richtige Leidens gefährtin und Kollegin sozusagen. Er hatte erst ein wenig geringschäßig gelächelt, dann nötigte ihr zurückhaltendes Benehmen ihm beim nächsten unverhofften Wiedersehen einen Gruß ab; fast bedauerte er ihr sichtliches Ausweichen mit diesem ernstblickenden Mädchen mußte es sich gut reden lassen, mindestens schien sie eine aufmerksame Zuhörerin abgeben zu fönnen, wenn ihr schon der Geist und die Bildung fehlen sollten, um die Möglichkeit eines regelrechten Disputes erhoffen zu dürfen. Nachdem er einmal ein längeres Gespräch zwischen ihr und einem Bauer belauscht hatte, der in seiner Trostbedürftigkeit trotz eines lahmen Fußes auf der Suche nach einer als Wallfahrtsort bekannten Gnadenkapelle das Fräulein um Weisung und Auskunft gebeten, seit dieser Stunde sehnte er sich nicht mehr nach polemischer Rede und Gegenrede mit diesem eigentümlichen Wesen, das so strenge schien und doch so wundervoll tröstend zu Herzen sprechen konnte. Ihre weiche, gedämpfte Stimme mußte dem kranken Mann neuen Lebensmut eingeflößt haben. Er war nicht weiter gegangen, sondern unter tausend Danksagungen, eine Strecke weit von seiner Führerin geleitet, geradewegs wieder nach Hause zurück gekehrt. Arnold fühlte urplötzlich auch das Bedürfnis nach ermutigendem Zuspruch. Wie wohl mußte es tun, im eigenen Denten und Empfinden sofort von einer anderen Menschenseele erraten, begriffen, verstanden zu werden! Und wie ihr Lächeln in seiner Innigkeit erhellend und verklärend wirkte! Wohl, dieses Mädchen mit dem vollen Herzen und dem klaren Verstand war wie keine Zweite berufen, das schöne Wort: " Lasset die Kleinen zu mir kommen" nachzusprechen und durch Lehre und Tat zu bekräftigen, auch wenn ihr die philosophischen Systeme der älteren und neueren Schule unbekannt geblieben waren. Arnold säumte nicht länger, sich dem Vater vorzustellen, der ihn gerne in tein Haus zog, da er als gebildeter Mann eine Aussprache mit Gesinnungsgenossen um so mehr zu schäßen wußte, nachdem ihm selten hierzu GeTegenheit geboten wurde. Die Gattin fehlte ihm zur Seite. Toni hatte früh lernen müssen, Mutterstelle an der jüngeren Schwester zu vertreten; ein ernster Geist wohnte in dem Hause, das zur Bildungsstätte einer neuen Generation geworden war. Nun lag Frühlingssonnenschein auf dem Dache, guckte in alle Fenster und weckte hellen Widerschein auf den Gesichten derer, die unter ihm aus- und eingingen. An den Rosenstöcken begannen die ersten Knospen sich zu bilden, alle Beete waren mit Blumen übersäet, es schien, als wolle der Sommer früher als sonst seinen Einzug halten. ,, Der Doktor hat den Garten verzaubert," meinte die Kleine, vorwitzige Anna, die sehr an Arnold hing. ,, Warum nicht gar?" widersprach Toni, von der Meinung der Schwester trotzdem nicht wenig erfreut.„ Genug, wenn er Grillen wegzuphilosophieren versteht," sie gedachte der wesentlich gehobenen Stimmung des Vaters, der so gern mit dem jungen„ Herrn Kollega" sprach. " Ja, da hast du recht," ſtimmte Anna zu, die nicht so weit sah. Du bist in letzter Zeit viel erträglicher geworden, nicht halb so strenge mehr wie sonst, Grund genug für mich, dem Herrn Doktor dankbar zu ſein" – und mit einem raschen Seitensprung entzog sie sich allen möglichen Konsequenzen ihrer fühnen Behauptung. Toni blieb aber nicht lange Zeit, den Worten des Kindes nachzuſinnen. Ueber den Hauptweg des Gartens daher kam Arnold; ein Sträußchen Feldblumen steckte in dem Knopfloch seines Rockes. ,, Wie, Fräulein, ich finde Sie ohne Buch?" Er streckte ihr die Hand entgegen. „ Es will nicht jederzeit gehen mit dem Studium lernen wir nicht trotzdem eigentlich immer, auch ohne theoretische Nachhilfe?" Sie nahmen in dem kleinen, von Geisblatt umraukten Salettel Plaz. ,, Gewiß, ich glaube, die Richtigkeit Ihrer These an mir selber erfahren zu haben. Nie fühlte ich meine Verstandesfräfte so angeregt wie bisher, und doch dünkt mich jeder Sinn geradezu verdoppelt. Wie hätte ich früher diefer winzigen Feldblümchen geachtet? Jetzt kann ich kein Gänseblümchen zertreten, kein Vergißmeinnicht ungepflüdt laffen. Ich lese eigentlich weniger als ehedem, und doch strömen mir die Gedanken in reichster Fülle zu, und mein Gedächtnis scheint wie neubelebt. Es muß der Frühling sein, der unseren Blutumlauf beschleunigt und die Materie in ihrer Leistungsfähigkeit dermaßen steigert, ohne Zweifel der Frühling" er hob den Blick und sah fast geblendet den strahlenden Glanz, der aus Tonis auf ihn gerichteten Augen brach. Sekundenlang verstummte er, dann wiederholte er leise zögernd:„ Ja, ja, der Frühling oder—“ „ Ei, unser Philosoph! Das ist schön von Ihnen," unterbrach die Stimme des Oberlehrers, der um die Ecke bog. ,, Sie kommen, wie gerufen, lieber Doktor. Da ist mir vorhin, als ich den Reinigungsarbeiten drüben am Erlenteich zusah, ein kurioser Gedanke gekommen. Sie stecken mich an mit Ihrer Vorliebe für philosophische Themen und Fragen. Aber auslachen dürfen Sie mich nicht, auch du nicht, Toni, das möcht' ich mir im Vorhinein verbeten haben." „ Aber, bester Herr Oberlehrer, wie können Sie nur denken!" " Schon gut, ihr Jungen seid uns Alten nun einmal über, ich weiß es wohl. Einst dachte, handelte man im allgemeinen ganz anders. Da war mehr Natur, Gemüt, wenn ich so sagen soll. Heute entscheidet überall der Verstand. Man urteilt nur nach philosophischen Systemen, Paragraphen, Kriegsgeſetzartikeln"- ein kurzes Lachen milderte den Ernst dieser Worte. Er„ Glauben Sie doch das nicht, Herr Oberlehrer. kenntnis und Wissen sind kein Hemmnis für den warmen Herzschlag eines Menschen; im Gegenteil, Bildung lehrt die ursprünglich angeborene Selbstsucht überwinden, besiegen; sie wandelt Egoismus in Altruismus, Eigenliebe in Huma( Schluß folgt.) nität." bor. Die russische ( Mamagai?) und Streitfräfte gefto schen den beiderse pen gehen langja fräften zurüd. * Vie Großei in Hamburg nimm ( 10.) Gefchaftsjal fchaften zu verzeic erhöhte sich dadur die Gesellschaft 21 568 549 Mart mehrung gegen 21,61 Prozent. enumfat allein finden Sam sich in Ber Raffeeröfter Bersonen beschäf Seifenfabr der Agitation für heim. Im 115 815 Mart dient, erscheint 136 000 Gremp greiflich, wenn Konkurrenz der A Bie bora bom Grafen R Behauptung b zum Dreibund Rammer erklär des Grafen Ro Dreibund als tafie. In Deu feit der Wahr Es schein Europas bedu beranlaffen, de Jahrestage der ferbische Re denkonzer au gebieten. grader Offiziert die Gindrud hätte mit nicht fo lang O Der Kon fpigt fich immer dem Kongostaa Aommissi gebiet Siefen gefch Antrag Sache geftern zur einer Verhältnisse in die im Kongo ung der Recht angehörigen Perch, der Un gelegenheit zu das Recht der