Nr. 58. bonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., h's Saus gebracht 60 fg., durch die Poft bezogen viertelfährlich Mr. 1.50. Sunttsbetlagen: Oberhefftfche Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Mittwoch, den 9. März 1904. Gießener 13. Jahrgang. Jusertionspreis: Die einfpaltige Betitzeile für gang O heffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10.Pfg. souft 15 Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Bostzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen, Seltersweg 88 Fernsprechanschluß Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblaff) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weylar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Muls ein Weltkrieg kommen? Die verschiedentlich verbreiteten Gerüchte, als ob Japan nicht bloß mit Korea, sondern auch mit den übrigen ostasiatischen Nationen eine Schutz- und Trugvereinbarung gegen eine europäische Invasion vorbereitet habe, und als ob die japanisch- russische Kriegsfackel leicht einen Weltbrand entzünden könne, veranlaßten unseren CB.- Mitarbeiter, sich bei einem bekannten deutschen Diplomaten über diese Fragen zu informieren. Der befragte Staatsmann stammt noch aus der alten Schule, und seine Anschauung ist unverkennbar von einem großen Zuge beherrscht. Er faßte in seiner Antwort zunächst den Punkt ins Auge, inwieweit der politische Instinkt die Nationen unaufhaltsam vorwärts drängt. Es ist der Ausgang ans Meer, der von jeher die Kulturzüge der Völker geleitet hat. Auch Rußland ist von diesem instinktiven Drang beherrscht und sucht nach zwei Seiten hin seine Aufgabe zu erfüllen: Zunächst durch eine Ausführung des angeblichen Testaments von Peter dem Großen, der als heiliges Vermächtnis seiner Nation die Aufgabe hinterlassen haben soll, das goldene Byzanz zu erobern und zu besetzen. Von hier aus soll dann unter Führung Rußlands die slavische Rasse ihren Siegeszug über die Erde nehmen. Da indessen die Eifersucht der Mächte eine Ausbreitung Rußlands auf der Westseite hemmt und hindert, so wendete sich die Aufmerksamkeit seiner Diplomaten schon seit den Tagen der Multivierung Sibiriens Ostasien zu. In aller Stille schob es feine Etappen weiter, und diese Entwickelung hätte ohne Konflikt noch jahrzehntelang, wenn auch überwacht von der Eifersucht Englands, fortdauern können, wenn nicht Japan als Vormacht der Mongolen auf den Schauplatz der Geschichte getreten wäre. Dieses fleine Inselvolk hat sich in verhältnismäßig furzer Zeit europäische Kultur angeeignet. Durch die Armut des Landes war es gezwungen, sich eine Ausdehnung nach seiner Weſtſeite hin zu suchen, und so ist dieses asiatische Mischvolk ſeit Jahrzehnten schon zum Bedränger und Bedrücker Koreas geworden, mit dem es heute das Schutz- und Truzbündnis abgeschlossen hat. Das alles spielte sich aber auch in aller Stille ab. Erst der Krieg mit China hat die allgemeine Aufmerksamkeit auf die in diesem Volke schlummernden Kräfte aufmerksam gemacht. Diese sind vorwiegend geistiger Art. Die Japaner berfügen über einen großen Verstand, mit dem sich allerdings unsympathische moralische Eigenschaften paaren. Ihre Hauptforce aber ist ein großes Nationalgefühl und eine höchst opferwillige Vaterlandsliebe. So ist der Japaner tatsächlich in dem ostasiatischen Karpfenteich der Hecht, der das Leben bringt. Seinem Selbstbewußtsein würde ganz entschieden die Parole Afien den Asisten entsprechen. Allein die mongolische Rasse in sich ist nicht so einig, als man glaubt. Die Chinesen haben seit Jahrhunderten ein zu abgeschlossenes Dasein geführt, als daß sie mit einem Schlage zu einem kriegerischen oder kulturellen Wettbewerb mit den abendländischen Völkern zu gewinnen wären, und die Koreaner werden sich weigern, mit den Japanern aus die Dauer gemeinsam vorzugehen. Dagegen spricht auch nicht das jetzige Bündnis, das ohne Zweifel nur das Ergebnis eines auf die Koreaner ausgeübten militärischen Druces gewesen ist. Japan hat erst die offene Abneigung der Koreaner und das Mißtrauen der Chinesen zu überwinden, ehe es ernsthaft an die Durchführung eines solchen Blanes gehen könne. Wie wenig aber die Chinesen solchen immerhin doch idealen Zielen zugänglich sind, beweist die Tatsache, daß sie schon zufrieden sind, wenn die Mandschurei, die doch ein Teil ihres Staatsgebiets ist, als neutrale Zone erklärt wird. Aber selbst wenn die Japaner alle diese Reibungswiderstände beseitigen könnten, so würde die Durch. führung dennoch an dem Widerstand der großen Weltmächte scheitern. Für den Fall eines russischen Sieges wäre zweifellos Japan der Schüßling von England und Amerika, sollte aber Japan den Sieg davontragen, so wird sein jebiger Bundesgenosse sich in seinen Gegner verwandeln, und Amerika insbesondere wird unter keinen Umständen ein Großmongolen tum entstehen lassen. Die Vereinigten Staaten haben durch Groberung der spanischen Inseln förmliche Forts gegen Asien hin in den Stillen Ozean vorgeschoben. Kuba ist vollfändig in ihrer Hand, die Philippinen und einzelne Inseln der Marianengruppe, sowie auch des samoanischen Gebietes sind für sie förmliche Etappen auf dem Wege nach Ostasien. Dazu kommt noch, daß Amerika durch die Selbständigkeit von Panama die Möglichkeit gewinnt, mit Hilfe eines Durchstichs am Isthmus eine Verbindung zwischen dem Atlantischen und dem Stillen Ozean, oder mit anderen Worten, die Vermittelung zwischen Abendland und Morgenland herzustellen. Für das Eingreifen dieser Großmächte ist also unbedingt die Erlangung einer Vormachtstellung in Ostasien durch eine der beiden Kriegsparteien die Voraussetzung. So lange der Krieg in der Schwebe bleibt, ist es nicht zu befürchten. Diese Frage wird erst in einem späteren Stadium akut werden. Es ist deshalb auch schwer, zu prophezeien, ob wir mit der Möglichkeit eines Weltbrandes zu rechnen haben, oder nicht. Die Gefahr größerer Verwickelungen ist vorhanden, und sie steigt und fällt je nach der Konjunktur des Krieges. Der Krieg in Oftafien. Die japanische Flotte hält weiter die Wacht vor Wladiwostok und zeigte sich einmal in gefahrdrohender Nähe, ohne jedoch das Bombardement wieder zu eröffnen. Der Hafenkommandant meldet darüber vom 7. März an den Statthalter Alexejew nach Mukden: Heute mittag ist der Feind wieder in die Uſſuri- Bai eingedrungen, hat sich dem Orte genähert, von dem aus er gestern das Feuer auf den Hafen eröffnete, und ist dann auf die offene See hinaus gefahren. Die Ussuri- Bai bespült den Ostrand der langgezogenen Landzunge, auf der die Festung Wladiwostok liegt. Der Westrand erstreckt sich längs der Amurbai. Die Landzunge gabelt sich an der Spize in der Mitte, und das dadurch gebildete Becken ist der eigentliche Hafen von Wladiwostok. Der Hauptteil der Stadt liegt auf der westlichen Gabelung der Landzunge und wird von Westen durch die Amurbai, von Osten durch das Hafenbecken begrenzt. Als Verlängerung dieses Teils der Landzunge ist eine Inselfette anzusehen, welche sich noch weiter in die See hineinschiebt, stark befestigt ist und die Außenforts von Wladivostok trägt. Die Amurbai ist mit dem Hafenbecken durch einen für die größten Schiffe befahrbaren Kanal verbunden. Er existiert ausschließlich für die Zwecke der Kriegsmarine. Die Garnison von Wladivostok ist sehr bedeutend und wird auf mindestens 15 000 Mann geschätzt. Ueber die Absichten der Japaner sind jetzt keine weiteren Zweifel möglich. Die in und um Wladivostok stehenden russischen Truppen werden durch die Angriffe auf die Stadt vollständig engagiert und können den auf dem Marsche nach Korea begriffenen oder schon in Korea stehenden Kolonnen keine weiteren Nachschübe leisten, während das in der Plaksinbucht ans Land tretende japanische Expeditionskorps, das den Russen den Weg verlegen will, ununterbrochene Unterstützung durch die Japaner erhalten wird, die allen Berichten zufolge in Gensan in gewaltigen Massen man spricht von 60 000 Mann- fonzentriert sind, mit der Möglichkeit, sowohl zu Schiffe nach Norden, wie zu Lande gegen den Yalu hin geworfen zu werden. Von der Plafsinbucht bis nach Wladiwostok sind etwa 350 Kilometer Luftlinie. Aus Shanghai wird gemeldet, daß die Japaner vier Heeresfolcnnen zu bilden gedenken. Die russischen Operationen scheinen sich auf das schon mehrfach erwähnte Tal des Tumenflusses südlich von der Bossiet- Bai zu stügen. Ein Telegramm aus Tokio vom 7. März besagt: Es wird angenommen, daß das russische WladiwostokGeschwoeder sich jetzt in der Nachbarschaft des Tumenflusses besindet zur Deckung der Bewegung der russischen Truppen von der Pass etvai nach dem Tumental. Aus verläßlicher Quelle verlautet, daß die russischen Aufklärungspatrouillen bis etwa nach Köngsöng nach Süden vorgedrungen seien. Früher wurden die russischen Bewegungen in Nordostkorea als eine Diversion betrachtet, jetzt erscheint eine wesentliche Truppenmacht beteiligt. Man glaubt, die Russen wollen am Tumen eine starke Position besegen und befeſtigen. Nach Meldungen aus Söul lassen sich die russischen Truppen in Nordkorea viele Ausschreitungen zu schulden kommen. Am 4. März fam es zwischen koreanischem und russischem Militär zu einem Zusammenstoß in der Nähe von Kangge, bei dem etwa 30 Russen getötet sein sollen. Die Russen wurden über den Jalu zurückgetrieben. In Port Arthur ist weiter alles ruhig und vom Feinde nichts zu sehen. Vizeadmiral Makarow, dem an Stelle des Statthalters Alerejem das Kommando in Port Arthur übertragen wurde, ist jetzt dort eingetroffen. Die Politik. A Die Novelle zum Reichsstempelgesetz ist dem undescar zugegangen. Wie verlautet, bezweckt sie in der Hauptsache eine stärkere Belebung des Arbitrageverkehrs an der Börse. Es soll beabsichtigt sein, für ausländische Wertpapiere fakultativ eine Art Steuerabfindung einzuführen, nach der diese Wertpapiere einer stückweisen Abstempelung bei ihrer Einführung in den inländischen Verkehr nicht mehr unterliegen. Eine Ermäßigung des Steuersages für Wertpapiere iſt nicht geplant. Was den Anschaffungsstempel anlangt, so soul, abgesehen von einigen weiteren Trieta) ierungen für den Arbitrageberkehr, nur noch für den Verkehr in Reichs- und Staatsanleihen einschließlich der Schabanweisungen aus finanzpolitischen Erwägungen eine Ermäßigung der Abgabe geplant sei. Man hofft, daß diese Ermäßigung teinen Ausfall an dem Ertrage der Abgabe, wohl aber eine Besserung und Festigung der Kurse unserer soliden Wertpapiere zur Folge haben wird. Zum Hereroaufstand liegen neue Nachrichten von irgend welchem Belang einstweilen nicht vor. Nachträglich wird bekannt, daß im Khantal zwei der dort unter Aufsicht deutscher Truppen an den Bahnherstellungsarbeiten beteiligte Herero plötzlich sich aus dem Staube machen wollten. Als unsere Soldaten sie zusammen mit den übrigen 21 Herero, die unter ihrer Bewachung standen, einholen wollten, rissen auch die 21 Herero aus. Darauf schossen die Soldaten 13 von ihnen nieder. Nur ein Herero wurde wieder eingebracht. Infolgedessen mußten die Arbeiten auf der Bahnstrecke eingestellt werden. Größere militärische Operationen sind vorläufig nicht zu erwarten, da man die Ankunft der in Argentinien gekauften Pferde abwarten will, die auch noch ausruhen und beschlagen werden müssen. Die Kriegsführung ist schwierig und langwierig, weil der Gegner in den Bergen mit Wasserstellen starke Stellungen findet. Er hat vermutlich seine Hauptstärke in dem Gebiet von den Etjobergen ( nordöstlich von Omburo) bis Waterberg. Major v. Estorff wartet daher, bis ein konzentrisches Vorgehen gegen die Schwarzen möglich ist. Deutfcher Reichstag. ( 52. Sigung.) CB. Berlin, 8. März. Die Beratung des Militäretats hat offenbar ihren Höhe. punkt überschritten. Das Haus ist noch schwächer besetzt, als in den letzten Tagen. Vor Fortsetzung der Militärdebatte wird der Geſetzentwurs betr. die Rechtsstellung des herzoglich holsteinischen Fürstenhauses in erster und zweiter Lesung angenommen. Es handelt sich darum, diesem Fürstenhause dieselben Vorrechte zu verleihen, in deren Besitz sich die Mitglieder der fürstlichen Familie Hohenzollern und der hannoverschen, kurhessischen und nassauischen Fürstenhäuser befinden. Gegen die Vorlage spricht nur der Sozialdemokrat Stadthagen, der nebenbei auch die Besorgnis äußert, es könnte dem holsteinischen Fürstenhause auch ein Sonder recht auf strafrechtlichem Gebiet gewährt werden. Staatssekretär Ni e berding widerspricht dem und erklärt weiter. hin noch, daß die Annahme der Vorlage kein Eingreifen in bereits rechtsanhängige Prozesse zur Folge haben könne. Zum Militäretat spricht dann zunächst Abg. Dr. Sattler( natl.), welcher die Streichung der Oberstleutnantszulagen und der neuen Unteroffizierstellen bedauert und weiter erklärt: Die Versicherung Bebels, daß die Sozialdemokraten in einem gerechten Verteidigungskriege für das Vaterland kämpfen würden, sei ja erfreulich; nur sei zu befürchten, daß die Herren sich vorbehielten, selber zuvor zu entscheiden, ob ein Krieg ein gerechter Verteidigungskrieg" sei.. Nachdem Abg. Ledebour Soz.) nochmals Beschwerden über Soldatenmißhandlungen vorgebracht hatte, nahm der militärische Bundesratsbevollmächtigte Sachsens, General zur Nidda, das Wort, um eine vom Abg. Bebel gestern zur Sprache gebrachte Militäraffäre" aus Baußen auf Grund amtlichen Materials als„ erstunken und erlogen" hinzustellen. Abg. Dr. Müller- Meiningen( freis. Vp.) forderte den Kriegsminister auf, ausdrücklich zu erklären, ob es wahr sei, daß der Erbprinz von Meiningen vom Kaiser reftifiziert worden sei, weil er als kommandierender General in einem Erlaß gegen die Soldatenmißhandlungen aufgetreten sei. Kriegsminister v. Einem erwidert, daß er es auch heute ablehnen müsse, hierauf eine direkte Antwort zu geben. Der Kaiser allein habe zu bestimmen, ob ein General befördert oder versetzt werden solle. Wohin solle es führen, wenn über derartige oder ähnliche Willensäußerungen des Kaisers in diesem Hause verhandelt werden würde? Abg. Stöder beginnt mit einer Kritik der antimilitärischen Romane. Redner wendet sich dann den Sozialdemokraten zu und erklärt ihnen, daß er von Kritikern in Militärangelegenheiten fordern müsse, daß sie etwas von bes Sache verständen. Unter Heiterkeit des Hauses fängt Redner alsdann mit einer Rundfrage an:„ Herr Bebel, haben Sie gedient? Herr Ledebour, haben Sie gedient?" Der Präfident macht den Redner darauf aufmerksam, daß es nicht anginge, die einzelnen Abgeordneten fortgesezt anzusprechen. Abg. Stöcker fährt dann fort: Kein anderes Volk würde ein Heer, das, wie das unserige, großes geleistet hat, so behandeln, wie es hier von den Sozialdemokraten geschieht. Die Sozialdemokraten verhielten sich ruhig. Nur am Schluß der Rede, als Abg. Stöder Zitate aus dem Bebelschen Buche „ Die Frau" vorlas, kam es zu einem heftigen Zusammenstoß zwischen Stöcker und Bebel. Bebel warf Stöcker in wiederholten Zwischenrufen Fälschungen vor. Allein die Glocke Ses Präsidenten kämpfte bald den Sturm nieder. Und Gabriele! Prict fagen fallen fic Adolph erinnerte des Abschied von ihm genommen hatte, es war, als habe ihm der Stunde mehr entgegenschen dürfen den Blickes, mit dem fie nur Mühe und Arbeit gekannt hatte, follte nun feiner frohen darauf, daß er sie nicht verDas brave, schöne Mädchen, das bisher Die Folgen warf er ein; Heinrich Schönbach " Der macht sich doch nicht eines Verbrechens schuldig?" 100 leichtsinnig gewesen fich dieser Leute annimmt, der durchaus keine Bereitwilligkeit bekundete. feiner Handlungen muß jeder tragen, Herr Doktor, und wer Was rann geschehen?" fragte sie in einem Tone, der Von Dr. A. Boldwin. Ein Reiter- Kunststück. Range Beit hat mein Freund v. K., reich und unabhänaer Herren Länder zu durchgig, seiner Lust gefrä ( Nachdruck verboten.) zu zeigen, daß ich, sein Reiter, nicht zitterte. Ich unterstützte es mit dem Zaum und den es einige Schritte zurücktreten zu lassen. der Oberst ermutigte mich durch Zurufen. Stopf von dem des anderen Pferdes etwas weiter. entfernt das zitternde ferd, das mir trotz seiner Angst gehorchte, Reiter auf einem gefährlichen Wege, und es gelang mir, n Schenfeln, wie jeder gute Schon war sein Ich ließ Hessischer Landtag. Darmstadt, 8. März 1903. Erster Präsident Haas eröffnet die Situng. Die Spezialberatung des Staatsvoranschlags wird fortgesezt bei Rapitel 124, Zentralbauwesen des Ministeriums des Innern. Bei Titel 1, Kreisamtsgebäude in Bensheim, entsteht eine längere Debatte über den beabsichtigten Ankauf des Aulerschen Grundstücke zu Zwecken der Kreisratswohnung, während in der alten Wohnung Bureaus eigerichtet werden sollen. Daneben werden Alagen über die Nichtberücksichtige ung der hessischen Steinindustrie bei staatlichen Bauten, die Vergebungsart usw. laut. Die Position wird schließlich ein stimmig bewilligt, ebenso die Titel 2, Kreisamtsgebäude in Dieburg, 3, Kreisamtsgebäude in Mainz. Titel 4, Erbauung von Gendarmerie wohnungen in den dret Provinzen, wird abgelehnt. Titel 5, Neubauten an der Landesuniversität Gießen, wird bewilligt, ebenso Titel 6, Technische Hochschule zu Darmstadt; 7, Neuban eines Gymnasiums zu Worms; 8, Neubau eines Schullehrerseminargebäudes in Bensheim; 9, Bräparandenanstalt in Lich; 10, Neubau eines Museums in Darmstadt; 11, Dom zu Worms; 12, Landeshospital Hofheim; 13, Landes- Frrenanstalt Heppenheim. Kapitel 125, Kirchen, wird gegen 4 Stimmen bewilligt; 127, Bodenmeliorations- und Wasserversorgungswesen. In Kapitel 131, Bauwesen des Ministeriums der Finanzen, werden vom Titel 1, Zentralbauwesen, die einzelnen Positionen nach den Anträgen des Finanzausschusses erledigt. Ziffer 6, Neubau eines Dienst- und Wohngebäudes für den Steuerfommissär in Wörrstadt, wird abgelehnt, da die ins Auge gefaßte Ortsbesichtigung noch nicht stattfinden konnte. Nach Wiederherstellung der Forderung durch die Erste Kammer soll die Ortsbesichtigung stattfinden, damit die Angelegenheit noch dieses Jahr erledigt werden kann. Die Biffern 8, Steueraufseherwohngebäude in Langen, 9 und 10, Dammwärterwohnungen zu Wimpfen und Sinsheim, werden gestrichen. Titel 2 wird bewilligt. Kapitel 132, Husleihungen und Staatsschuld, sowie Kapitel 133, Indisponible und reservierte Fonds, werden bewilligt. Abg. Möllinger erstattet mündlichen Bericht über das Finanzgesetz, dessen Annahme empfohlen wird. Abg. Schmalbach berichtet über den Berwaltungsvoranschlag der Zeiten Kammer für das Rechnungsjahr 1904. Abg. Dr. Heidenreich fragt an, ob in der für die Rammer bewilligten Summe die Kosten für die bereits früher in Aussicht genommene amtliche Landtagsforrespondenz enthalten seien. Erster Präsident Haas erwidert, daß im Bureau der Kammer die Sache neuerdings beraten worden sei, die Roften hierfür seien im vorliegenden Voranschlag nicht enthalten. Der Voranschlag wird genehmigt. Hierauf tritt Vertagung auf Mittwoch ein. Lokales. 9. März 1904. Privattelegramm. Bei der heutigen Ziehung der Hessisch- Thüringischen Landes lotterie wurden folgende Gewinne gezogen: 10000 Mt. auf Nr. 9010, 74446, 5000 Mt. auf Nr. 6434, 60 118, 3000 Mt. auf Nr. 11 544, 22 228. * Der Zweiten Kammer der Stände sind eine Anzahl Berichte des zweiten Ausschusses zugegangen, die vom Abg. Reh erstattet sind und im allgemeinen Annahme der nachstehenden Regierungsvorlagen empfehlen: 1. betreffend den Entwurf eines Feldstrafgefeßes, 2. betreffend den Entwurf eines Forftftrafgesetzes, 3. den Entwurf eines Gesetzes zur Abänderung ves esches über das Verfahren in Forstund Feldrügesachen. RB. Am 2. April wird in Nienburg( Weser) eine von der Reichsbankhauptstelle in Hannover abhängige Reichs. banknebenstelle mit Sasseneinrichtung und beschränktem Giroverkehr eröffnet werden. Wechsel auf Nienburg, welche nach dem 1. April fällig werden, werden von jet ab von der Richsbant angekauft. * Der vom 14. bis 19. Dezember v. J. in Darmstadt vorgenommenen Prüfung für GerichtsschreiberAspiranten hatten sich 35 Aspiranten unterzogen, von denen 2 am ersten Prüfungstage zurücktraten. Die übrigen 33 sind fast sämtlich als bestanden aus dem Examen hervorgegangen. Der vom 7. bis 11. Dezember v. I stattgehabten Prüfung für Gerichtsvollzieher- und PolizeikommissariatsAspiranten hatten sich 18 Gerichtsvollzieher- und 11 Polizei fommissariats- Aspiranten unterzogen. 23 Kandidaten bestanden. Meister prüfungen in Oberhessen. Wie uns mitgeteilt wird, soll bei genügender Beteiligung auch in diesem Jahre durch den Ortsgewerbeverein Gießen in der Zeit vom 18. april bis 14. Mat, ein Vorbereitungskursus für die Meisterprüfungen abgehalten werden, um den jungen Handwerkern in der Uebergangszeit die nötige Gelegenheit zu geben, sich in den vorgeschriebenen Prüfungsfächern hinreichend auszubilden. Alle diejenigen, welche durch die nächstgelegenen Ortsgewerbevereine feine Gelegenheit zum Besuche eines solchen Vorbereitungskursus finden sollten, werden auf diese Gelegenheit aufmerksam gemacht und tönnen ihre Anmeldungen schriftlich an die Schulleitung der Gewerbeschule Gießen z. 5. des Vorsitzenden der Meisterprüfungskommission für die Brovinz Oberhessen Herrn Hauptlehrer Traber richten. * Ihr 25jähriges Geschäftsjubiläum feierte die Firma W.& G. Schuchard in Gießen. Die Anmeldungen zur ersten hessischen LandesGeflügel- und Vogel- Ausstellung die vom 11.- 14. März in Offenbach stattfindet, sind aus dem ganzen Lande zahlreich eingegangen. Hervorragend vertreten sind: Italiener, Minorka, Wyandottes, Hamburger, Plymouth Rocks, Langshan, die Zwerghühner- Rassen und die Sammelflassen, ferner Enten und sonstiges Wassergeflügel, sowie Truten und Zier- und Parkgeflügel. Zirfa 110 Ehrenpreise stehen dem Preisgericht zur Verfügung, bei deren Stiftung sich namentlich die Stadt Offenbach hervorgetan hat. In Verbindung mit der Ausstellung findet Sonntag Mittag im Ausstellungslofal eine große allgemeine Versammlung statt, mit der Tagesordnung: Gründung eines Hessischen Landesverbands. Das einleitende Referat hat, wie wir hören, der Vorsitzende des rheinhessischen Verbandes, Herr Disirikseinnehmer Mühler übernommen. + Darmstadt, 8. März. In Hannover starb Professor Alexander Büchner, ein Bruder von Georg und Louis Büchner, gebürtig aus dem benachbarten Goddelau. Aus dem Gerichtssaal. Schwurgericht. Gießen, 9. März 1904. Wegen Sittlichkeitsverbrechen wurde in heutiger S Bung gegen den wegen Schlägerei vorbestraften Schneidermeister Johann Valentin Keizer zu Lauterbach verhandelt. Dem Angeklagten mird zur Last gelegt, daß er am 4. Januar 1904 in stark angetrunkenem Zustande das noch nicht 16jährige Dienstmädchen Marie Gerbich dortselbst gewaltsam geschlechtlich mißbraucht hat. Der Angeklagte leugnet entschiesen dieses Verbrechen begangen, gibt vielmehr an, von anderen auf die Marie G. gestoßen worden zu sein und dieselbe in seiner Trunkenheit nur unzüchtig belästigt zu haben. Zu dieser Verhandlung waren ca. 27 3 ugen geladen und stellt der größte Teil derselben dem Angeklagten ein gutes Leumundszeugnis aus. Wegen der bis spät Nachmittag andauernden Sißung veröffentlichen wir das Urteil in morgiger Nummer unserer Zeitung. Deueste Nachrichten. Ueber Berlin wird uns folgendes gemeldet: Kopenhagen, 9. März. Die erste elektrische Eisenbahn soll in Dänemark angelegt werden und die Insel Seeland in einer Länge von 97 km. durchqueren. Petersburg, 9. März. In dem Hauptquatier wurden von fremden Nationen nur zugelassen deutscherseits die Majore von Lauenstein und v. Tettau französischerseits ein General und ein Oberst; England und Amerika wurde die Entsendung von Offizieren vorläufig abgeschlagen. Odessa, 9. März. Hier fanden regierungsfeindliche Demonstrationen statt, namentlich seitens Studierender alg Gegenfundgebung gegen die fürzliche Sympatiefundgebung für die kriegerise Politik der Regierung. Kosaken umzingelten das betreffende Stadtviertel und nahmen viele Verhaftungen vor. * Martiberichte. * Frankfurter Heus und Strohmarkt vom 8. März.( Amtliche Notierungen.) Heu per 8tr. 3.20-3.50 Mart, Strob 2.20-2.40 M. Druck und Verlag der Gießener Verlagsbruderei( vorm. Wilh. Keller), Gießen Albin Klein Verantwortlich: für den politischen und Inseratenteil: für das Lokale, den Gerichts-" und" Deffentlichen Sprechsaal": Fr. 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Januar das noch nicht tjelbst gewaltsam agte leugnet entvielmehr an, von den zu sein und hlig beläftigt zu 27 3 ugen ge Dem Angeklagten r bis spät Nach wir das Urteil 1. eldet: elektrische Eisen Carl Stückrath, Möbelfabrik 47 Asterweg 47. Geschäftsgründung 1868. J'REISADRINAISELE LANDEN 8 Ederstrasse 8. Einfachste wie reiche Wohnungs- Ausstattungen zu billigsten Preisen. 20 komplette Schlafzimmer- Original Wiener Schlafzimmer Einrichtungen in aparten Formen und edlen Holzarten. Einige zurückgesetzte Modelle bedeutend im Preise ermässigt. nussbaumpoliert, zweifarbig, sehr geeignet für Töchter- oder Fremdenzimmer bestehend aus Bettstelle, Ankleideschrank mit geschliffener Crystallspiegelscheibe, Waschtisch, Nachtschrank, Servirtisch, 2 Stühlen: zusammen 185 Mk. Salons, Speise, Wohn- und Herrenzimmer in grosser Auswahl. Einfache lackierte und polierte Möbel, Kücheneinrichtungen, Spiegel, Stühle, Sophas, Polstergarnituren, Matratzen, Bettfedern, Fertige Betten zu allerbilligsten Preisen. 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Hierzu gehören die Orte: Albach, Birtlar, Bettenhausen Bellersheim, Burfhardsfelden, Dorf Gill, Eberstadt, Ettingshausen, Grüningen, Garbenteich, Holzheim, Hungen, Hattenrod, Inheiden, Lich, Langsdorf, Langd, Muschenheim, Ober- Bessingen, NiederBessingen, Nonnenroth, Obbornhofen, Ober- Hörgern, Rabertshausen, Steinheim, Steinbach, Treis- Horloff, Utphe. An denselben können alle jungen Handwerker teilnehmen, deren Lehrzeit spätestens bis zum 15. Juli ds. Js. beendet ist. Anmeldungen zur Prüfung sind unter Benutzung des vorgeschriebenen Formulars( bei dem Unterzeichneten erhältlich) bis zum 1. Avril d. Is. an den unterzeichneten Ausschuß zu richten. Die Brüfungsgebühr beträgt 3 Mt. und ist mit der Anmeldung an den Unterzeichneten einzusenden. Wir machen insbesondere darauf aufmerksam, daß die Ablegung der Gesellenprüfung u. a. als Vorbedingung für die Anleitung von Lehrlingen und die Führung des Meistertitels erforderlich ist, ihre Versäumnis daher später empfindliche Nachteile im Gefolge hat. Lich, den 20. Februar 1904. Der Prüfungsausschuß des Ortsgewerbevereins Lich. L. Scherff, Vorsitzender. III. Sesisch- Thüringische Staatslotterie ( Mitteldeutsche Staatslotterie) Biehung VI. Klaffe.( 2. Tag) 8. März 1904. Verdingung. Nachverzeichnete Arbeiten und Lieferungen für die Feldbereinigung Gießen, rechts der Lahn, sollen im Wege schriftlichen Angebotes öffentlich vergeben| werden. 1. Verschleifungsarbeiten, veranschl. zu 1200 Mt. 2. Grabenarbeiten, 3. Chaussierungsarbeiten " " 925 260 " " " 4. Verlegen von Röhren 5. Fuhrleistungen 114 " " 212 " " " 390 6. Liefern von Kleinschlag 7. Liefern von Uebergründungsmaterial 88 Die Verdingungsunterlagen liegen bei der unterzeichneten Behörde zur Einsicht auf. Angebote haben in Prozenten des. Voranschlages zu erfolgen und sind verschlossen, postfrei und mit entsprechender Aufschrift versehen bis Montag, den 14. März. vorm. 11/2 r, bei der unterzeichneten Behörde einzureichen, woselbst deren Eröffnung um die genannte Zeit in Gegenwart der erschienenen Bieter stattfindet. Gießen, den 7. März 1904. Großh. Kulturinspektion Gießen. Wizmann. Meiner werten Kundschaft Prima Geschäfts- Empfehlung. Hiermit die ergebene Mitteilung, daß ich meine Restauration nach wie vor weiterführe und bringe daher meine Lokslitäten in empfehlende Erinnerung. Louis Schultheis Witwe, Schützenhans. - Gießen. Geschäfts- Empfehlung. Hiermit einem werten hiesigen, sowie auswärtigen Publikum zur gefl. Kenntnisnahme, daß ich am hiesigen Plage ein Möbel- Transportund Verpackungs- Geschäft Kartoffel errichtet habe und halte mich zur bevorstehenden Umzugszeit beſten& Hochachtend die ergebene Mitteilung, daß Speise- u. 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( Ohne Gewähr.) 125 326 59[ 1000] 75 460 98 530 667 77 725[ 400] 92[ 1000] 816 60[ 3000] 902 13 15[ 400] 1071[ 400] 79 99[ 400] 150 80 220 83 348 423 39 503 29 676 732 41 84[ 400] 803 71 902[ 3000] 10 52 2094 160 98[ 400] 241 315 90 420[ 1000] 513 84[ 400] 604 56 93 737 870 968 3014[ 400] 164 336 63 97 470 503[ 400] 21 600 62 713 54[ 1000] 831 [ 1000] 915 84 4103 32 70 93 226 53 321 55 57 409 19 58 73 524 76[ 400] 85 660[ 400] 712 44 811[ 400] 13[ 400] 52 67 974 5059 108[ 400] 77 88 208 16 21 52 81 89 315 68 697 782 853 6006[ 1000] 65 150 51 64 90 204 405 54 65 532 41 54 59 653 719 31 820 23 49 948 7082 176 217 49 302[ 1000] 60 86[ 400] 417 579 625 28[ 400] 37 46 809 28 934 98 8040 91 118 95 202 59 324 73 75 87 92 400 89 533[ 400] 51 660 95[ 400] 723 50[ 1000] 79 92 846 9013[ 1000] 53 102 57 70 261[ 400] 68 312[ 5000] 403 531[ 400] 40 50 636 89 709 15 55 67[ 400] 91 928 83[ 400] 93 10166[ 1000] 83 204 309[ 1000] 53 476 511 607 53 64 68 82 703 807 56[ 1000] 85 922 67 84 11018 31 54 72[ 400] 85 87 120 214 63[ 1000] 335[ 400] 44 408 31 48 525 75 605 870[ 1000] 85 944[ 1000] 48 53[ 10000] 63 73 76 12038 45[ 1000] 57 132 34 249 92 94 327 55 64 71 431 501[ 400] 80 84 629 47 70 97[ 400] 779 85 86[ 400] 803[ 400] 39[ 400] 957 13015 161 85 208 18 32 42 57 62[ 400] 83 317 24 29[ 1000] 35 435 501 69 622 71 742 801 39 55[ 400] 991 14027 122 30 38 58 241[ 400] 62 65 74 385 445 505 16 613 74 764 953[ 400] 15122[ 1000] 32[ 400] 96[ 400] 209 27 69 96 319[ 400] 83 426 99 539 761 84 803 19 90 941[ 1000] 16051 86 112 57[ 400] 315 412 500 603 9[ 400] 93[ 400] 734 825 60 967 17024 100[ 400] 22 24 70[ 400] 230 313 80 428 35 614 86 736 865 70 968 79 18062 91 154 227[ 1000] 37 51 321[ 1000] 56 97 452[ 1000] 607 26 37 46[ 400] 74 812 17 61 908 22[ 1000] 34 19028[ 3000] 42 56 70[ 400] 147 243[ 400] 300 63 401[ 400] 18 45 86 503 5 85 637[ 400] 740[ 400] 41 61 66 843 54[ 400] 55 914 23 25[ 5000] 26 48 62 89[ 4001 20082 153 231 335[ 400] 55 84 579 617 54[ 400] 83 702 38 886 910[ 400] 32 70 21063[ 400] 140 89 256 61 325 549 631 33 39 41 96 723 30[ 1000] 34 805 68 931 22033[ 1000] 38[ 1000] 87 209 71 369 77 411 400] 40 630 79 749 871 921 23005 9 85[ 400] 272 91 331 67 482 97 508 1400 13 27 82 86 624 46 76 80 88 93 762[ 1000] 819 32 42 46 49 960 98[ 400] 24073 95 134 200 15 99 335 46 98 412 46 69 505 15 64 79 724 59 64 832 25019 21 37 99 109 69 81 86[ 400] 97 274 390 571 80 616 68[ 1000] 701 7 83 874 76 971 26018 54 68 151 54 210[ 1000] 57 80 444 48 512 20[ 1000] 49 64 67 679 723 78[ 400] 863 79 27048 65 160 81 251 68[ 400] 302 27 91 438 48 689[ 3000] 725 58 84 91 838 72[ 400] 78 88 91 976 28086 110 31[ 400] 55 95 201 25 47 66 521 94 653 70 92 709[ 400] 861 71 99[ 400] 929[ 1000] 64 29048 57 61 130[ 400] 64 90 343 70 421 546 666 91 897 30001 158[ 3000] 260 70 85 335 41 67 86[ 400] 89[ 400] 495[ 400] 565 606 72 732 98 842 46 911 33 31006 40[ 400] 94 104 31[ 400] 68 232 334 35 66[ 400] 405 79 87 515 69 81[ 10001 643 71 712[ 400] 96 802[ 1000] 3 7 13 16 950 32023 29 74 177 218[ 400] 76 327 61 496 564 66 624 812[ 1000] 27[ 400] 75 33036 45 138 240 457[ 400] 501 6 9 625 84 88[ 400] 91 708 15 37 64 66[ 400] 815 32 74 912 16 52[ 400] 34017 34 93 165 215 27[ 400] 90[ 1000] 357 456 536[ 400] 87 613 64 78 786 804 52 53 92 93 975 35043 109 61 257 64 337 57[ 1000] 446 572 608 12 33[ 400] 806 40 65[ 1000 910 52 36130 218[ 400 25 74| 400] 98 467 90 506 46 625 80 772 99 811[ 400] 92 979 37013 252 55 75 96 387 610 73 729[ 400| 45 54 64 800 28 74[ 1000] 96[ 1000] 943 38026 91 120 211[ 400] 341 568 608 81 83 705 845 907 8 39043 56[ 3000] 68 100[ 400] 220 31[ 400] 48 59[ 1000] 86 97[ 3000] 321 446 573[ 400] 602[ 1000] 63 704[ 1000] 6 [ 1000] 95 840 43 80 904 11 25 54[ 400] 94 40011 196 319[ 400] 471 74 509 80 624 87 765[ 400] 864[ 400] 41058 91 97 124 64 211[ 1000] 20[ 400] 90 319[ 400] 67 446 51[ 1000] 96 573 80 675 735 822 49 929[ 1000] 88[ 1000] 98 42038[ 400] 133[ 1000] 43 46 66 94 1400) 230 397 481 5 7[ 1000] 27 34 52 59 93 96 623 710 12 [ 400] 809[ 400] 67 97 908 39[ 400] 43008 26 80[ 400] 184 278[ 400] 84 95 317 85[ 400] 465 518 26 39 659 67 768 840 915 50 44005 22 80 105 16 18 39 202 12 56 63 72 337[ 400] 545[ 1000] 65 97 793 812 60 72 45140[ 3000] 259 64 88 460 64 500 15 16 69 88 91 604 16 80 95[ 400] 715 71 97 849[ 1000] 905 37 79[ 1000] 46016 115 49 68 96 225 83 84 328 72 431 41[ 400] 43 49 609 10[ 400] 21 51 59[ 10000| 706 909[ 1000] 61 47000 52[ 400] 59 357 80[ 400] 95 403 11 61 547[ 400 81 614 31 728 806 55 91 950 48003 5 109 20 96 212[ 1000 47 72 89[ 400] 325 38 409 33 526 29 78[ 400] 807 905 14[ 400] 69 49065 198 214[ 1000] 34 57 86 404 74 82 1400] 518[ 400] 39 48 64 722 31 63 77 992 Seltersweg 50. Gießen. I Carl Heinr. Stückrath Gießen, Marburgerstraße 27. Jean Dern& Co. Giessen. Gegründet 1883. Inhaber: Oskar Gutmann. Bureau und Lager: Westanlage 31 Telephon 21. Gegründet 1883. Cementwaren- Fabrik und Lager: Frankfurterstr. 114, eign. Bahnanschl. Bau- und Kanalbau- Artikel. Trottoir-, Fussboden- und Wandplatten. 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9. März 1904. staatl. tonz. Haupt- Kollekteur der Hess. Thüring.( Mitteld.) Staats- Lotterie. Richard Buchacker, Giessen. Neuen- Bäue 11. Waschkörbe, Waschbütten, rund und oval Waschseile, Waschklammern in großer Auswahl empfiehlt Carl Müller, Gießen Plockitraße 12. - Gardinen werden gewaschen, creme gefärbt und gespannt per Blatt 0.50 Mt. Plissieren für alle Stoffe bis zu 150 Ctm. breit. Färberei Thomas Schulstraße 5 und Löwengaffe 20. Särge in Metall und Holz in jeder Preislage. Die Ueberführung von Leichen nach auswärts erledige prompt Carl Zimmermann, Schreinermeister und Bestattungskommiffär des Mainzer Crematoriums, Neuen Bäue 15. Richard Buchacker. Gg. Carl Volk. Grosse Geld- Lotterie der Krankenpflege- Anstalten v. Roten Kreuz, Strassburg i.E. Ziehung garantiert 11. u. 12. April 6052 Baargewinne ohne Abzug 70000 M. 1 Hauptg. M. 20 000 1 Hauptg. M. 10000 1 Hauptgew- M. 5000 3 à 1000= M. 3000 6 à 500 M. 3000 30 à 100= M. 3000 60 à 50= M. 3000 350 Gew. zus. M. 5000 5600 Gew.zus. M 18000 Los 1 M.11 Lose 10 Mk. Port.u.List. 25Pf. versendet das Gen.- Debit J. Stürmer, Strassburg i. E. W. Semmler. Ph. Weiler. dauerte nicht lange, Smyth in der- Artikels sei und als er lebhaft bedauerte, sich nicht Auch ihm wurde die Frage vorgelegt, ob er der Verfo fanden sie Mr. faffer berinnern zu können, versette ihm einer der liebens. würdigen Besucher ein paar furchtbare Jagdhiebe mit einer Papierfifte. genau Sekt fiel es Mar von Pantoffeln bestimmt, eine für diesen Zweck hoch gegriffene Bahl darstellen. Josef Brudner, aſſe besaß und sich des zahlreichen m Zum Krautnarren. Im Jahre 1790 lebte in der Vorstadt Weiß Nr. 55. Mittwoch, den 9 März sche Familienze 1904. lung. 1904. itwe, ton Lokalitäten in rtigen Bublifum lung. 2 ein ta en unter persön zugszeit beften& schäft nie Be 27. ckrath 0. 883. Lager: nanschl, homas 1, creme gefärbt e Stoffe bis zu d oval Blatt 0.50 Mt. linen Müller, Blockitraße 12. seile, wahl empfiehlt ammern O bütten, körbe, And Löwengaffe 20. dauerte nicht lange, so fanden sie Mr. Smyth in der Papierfiste. Auch ihm wurde die Frage vorgelegt, ob er der Verfasser des Artikels sei und als er lebhaft bedauerte, sich nicht genau erinnern zu können, versette ihm einer der liebenswürdigen Besucher ein paar furchtbare Jagdhiebe mit einer schweren Maultierpeitsche. Jetzt fiel es Mr. Smyth ein, daß er die Geschichte geschrieben hatte. Die Sache ging sehr schnell. Mr. Smyth wurde einfach vor die Wahl gestellt, sofort gehenkt zu werden, oder unverzüglich Brenham für immer zu verlassen. Er entschied sich für das letztere. Er hätte eine Luftveränderung nötig, sagte er. Gegen mich hatte man zwar nichts, aber der„ Brenham Herold" war mir gründlich verleidet ich fuhr nach St. Louis und wurde Reporter am ,, Globe Democrat". Sang- und klanglos war der Brenham Herold" eingeschlafen, und das bedauernswerte Brenham ist meines Wissens noch jetzt ohne deutsche Zeitung! Glück und Unglück. Jeden streift einmal das Glück; Nur bei wenigen weilt es lange, Doch von seinem lichten Gange Bleibt die lichte Spur zurück! Was uns das Glück bescheert, Unglück uns nimmt im Leben: Es hat keinen andren Wert, As den wir selbst ihm geben. EINST UND JETZT Ein Abenteuer Destroys. In der einattigen Posse:„ Die Rekrutierung in Krähwinkel", welche im Wiener Karltheater gegeben wurde, hatte der Komiker Nestroy den Feldwebel zu spielen. Nun war in einer Szene der Spaß angebracht, daß der zornige Rekrutentyrann einen der Ausgehobenen an den Schultern zu rütteln hatte, durch welche Prozedur diesem die Perrücke vom Kopfe fallen und eine darunter aufgesetzte eiglatte Platte entblößt werden sollte. Um den betreffenden Statisten unter seinen Kameraden kenntlich zu machen, hatte man ihm eine rote Perrücke gegeben und Nestroy hatte sich an diesen Modus bereits gewöhnt. Eines abends jedoch vergaß der Friseur die rote Haartour und so mußte der Figurant eine graue über die künstliche Glaze decken. Obgleich man Nestroy vor Beginn des Stückes auf diese kleine Abänderung aufmerksam machte, hielt sich dieser im Eifer seines Spiels an das gewohnte Kennzeichen. Erst im entscheidenden Moment sah er sich im Kreise seiner Umgebung nach dem Rotkopf um. Als er diesen nicht fand, blieb er stecken. Vollständig verwirrt, eilte er dem Nächstbesten zu und schüttelte ihn mit großer Gewalt an Schultern und Brust, aber vergebens, die Perrücke wollte nicht fallen. Das Publikum lachte. Da überkam Nestroy blinde Wut und Verzweiflung. Erbost faßte er den dichten Hauptschmuck des Statisten und schüttelte ihn, daß der Gemarterte laut aufschrie, denn er trug seine eigenen Haare. Nestroy riß, schäumend vor Zorn, nur desto heftiger weiter, bis man ihn endlich gewaltsam von dem unglücklichen Opfer trennte. Der Statiſt erhielt später von dem sonst überaus gutmütigen Komiker ein reichliches Schmerzensgeld, aber Nestroy blieb dabei:„ Es war trotzdem eine Gemeinheit von dem Kerl!" Bunte Blätter. Die Pantoffelstener." Chapin de la Reina", zu deutsch„ Pantoffel der Königin" benannte sich eine Steuer, die früher in Spanien bei der Verheiratung des Königs erhoben wurde. Dieselbe betrug nicht weniger als 150 Millionen Maravedis. Der Maravedi ist eine kleine spanische, noch jetzt im Umlauf befindliche Kupfermünze, von denen 17 Stück etwa den Wert von 10 Pfennigen haben. Trotzdem dürften 150 Millionen derselben, nur zur Beschaffung bon Pantoffeln bestimmt, eine für diesen Zweck hoch gegriffene Bahl darstellen. Zum Krautnarren. Im Jahre 1790 lebte in der Vorstadt Weißgerber in Wien ein Wirt mit Namen Josef Bruckner, der ein fleines Gasthaus in der Kirchengasse besaß und sich des zahlreichen Besuches erfreute, weil man bei ihm das beste Sauerkraut erhielt. Man nannte nie den Namen des Wirtes, wenn man dieses Gasthaus bezeichnen wollte, sondern es hieß stets:„ Gehen wir zum Krautnarren!" Der Ursprung dieses Spißnamens war ein mert= würdiger und das ging so zu: Eine der Lieblingsspeisen des Kaisers Franz war das Sauerkraut. Der Kammerdiener des Monarchen, Jakob Hartmann, der seinem hohen Gönner über alle Wiener Neuigkeiten berichtete, hate ihm auch von der exquisiten Bubereitung des Krautes in dem genannten Gasthause gesprochen und dadurch dessen Lust erregt, davon zu kosten. Der Kaiser ging daher eines Tages auf einer der Wanderungen, die er sehr oft durch die Vorstädte machte, in dieses Wirtshaus und ließ sich Schweinebraten bringen, wobei er verlangte, daß man ihm von dem berühmten Sauerkraut dazu geben sollte. Der Wirt aber hatte den Kaiser erkannt, näherte sich ihm mit abgezogenem Käppchen und äußerte: " Euer Majestät ſan also a an Liebhaber von Kraut?"„ Ei freilich eß ich Kraut sehr gern", antwortete der Monarch.-„ So sehn's, Euer Majestät", schrie erfreut der Wirt,„ i bin halt a an solcher Krautnarr!" Timons Feigenbaum. Der Menschenfeind Timon, ein Zeitgenosse des Sokrates, trat mit beißendem Spotte der damals in Athen einreißenden Sittenlosigkeit entgegen und vermied schließlich allen Umgang mit den Menschen. Ein großer Feigenbaum, der auf seinem Gute wuchs, war die Veranlassung, daß der Menschenfeind den Atheniensern wieder ein Lebenszeichen von sich gab. An den Aesten dieses Baumes hängten sich nämlich sehr oft Selbstmörder auf. Da beschloß Timon, den Baum umzuhauen. Um aber die Bürger von Athen seinen Spott fühlen zu lassen, ließ er ihnen sagen, daß diejenigen unter ihnen, die sich etwa noch hängen wollten, die kurze Spanne Zeit, die er ihnen zu diesem Zwecke noch bewilligte, zu benutzen. * Der Planetenglaube. Der Glaube, aus dem Stand der Planeten bei der Geburt eines Menschen das Schicksal desselben erfahren zu können, war vom Altertum bis auf die Neuzeit lebendig. Seit dem sechzehnten Jahrhundert war in dieser Hinsicht folgende Metode, den Planetenstand zu erfahren, sehr beliebt. Man nahm die einzelnen Buchstaben seines Namens oder vielmehr ihren Zahlenwert, wobei den Buchstaben A bis K die Zahlen 1 bis 10, L, M, N u. s. w. die Zahlen 20, 30, 40 u. f. m. entsprachen. Ebenso verfuhr man mit dem Namen des Vaters und der Mutter der betreffenden Person. Nachdem wurde addiert, dann die Summe durch irgend eine vorgeschriebene Zahl dividiert, und zuletzt der übrig gebliebene Rest in einer der dem Kalender beigegebenen Tafel gesucht, auf welchen die Einwirkungen auf die Witterung, Gesundheit, die Schicksale des Menschen angegeben Aus diesen Tafeln erfuhr man nun, daß die Zahl 5 dem Saturn, 6 dem Jupiter, 7 dem Mars, 8 der Sonue, 2 und 9 der Venus, 3 dem Merkur und 4 dem Mond gehöre. Ging die Division ohne Rest auf, so trat die der Venus gehörige Zahl 9 ein. waren. - Wortkämpfe. Napoleon I., der über jedermann unzart zu sprechen pflegte, schonte damit auch Talleyrand nicht, von dem er sagte, daß er ein Mann sei, der auf dem Gesicht das gewohnte Lächeln bewahren werde, wenn er auch von rückwärts einen Fußtritt erhielte. Talleyrand, dem das zu Ohren kam, erklärte darauf gelassen:„ Es ist doch traurig, daß ein so großer Mann so schlechte Manieren hat."- Macauley sagte bei einem Vergleiche Cäsars mit Napoleon etwa dasselbe:„ Alles in allem war Cäsar doch ein Gentleman!" Napoleon spöttelte einst über eine Dame, die er fast mit Gewalt an den Hof der Kaiserin Josephine gezogen hatte, nur deshalb, weil man an ihr noch die Spuren überstandener Pocken bemerkte, erhielt darauf aber die Antwort:„ Ein Franzose würde mir das niemals gesagt haben!" Als Frau von Talleyrand am Hofe vorgestellt wurde, hatte der Kaiser ihr nichts Verbindlicheres zu sagen, als:„ Ich hoffe, daß das Verhalten der Madame Talleyrand das Leben der früheren Madame Grand ver gessen machen wird!"- eine Beleidigung, der als sofortige Entgegnung die Antwort folgte:„ Dann könnt' ich ja keinem bessern Beispiele als dem des Bürgers Napoleon folgen." Nr. 55. Mittwoch, den 9 März. Oberhessische Familienzeitung. Tägliche Unterhaltungs- Beilage der Gießener Neueste Nachrichten. Smd and Borleg ber Gleboner Berlagsbenderet, verm. Bilh. Reller'sche Sucheruderet( gegz. 1793); vezants: Ils lein ( 18. Fortseßung.) Der Goldmarder. Original Roman von M. Behold. „ Eine Wohnung?" sagte da mit einem prüfenden Blick auf den Bruder. Wir haben im Hintergebäude drei helle, luftige Zimmer, die nicht benutzt werden; könnten wir sie nicht zu diesem Zweck hergeben, Martin?" Wir könnten das wohl, aber bedenke die Folgen! Würde der Fürst uns nicht einen Vorwurf daraus machen? An der Schuld des Kustos zweifelt außer unserm Freund wohl niemand; man würde es seltsam und mindestens sehr töricht finden, wenn wir die Familie des Diebes in unser Haus aufnahmen. Ueberdies hängt auch mein Geschäft von der Gunst des Hofes ab- Alle diese Rücksichten lasse ich nicht gelten," unterbrach ihn Ida rasch. Niemand kann und wird dir zürnen, wenn du eine gute Tat vollbringſt. Und deinem Geschäft wird sie auch keinen Abbruch tun; wer ein Geschmeide kaufen will, der kommt nicht zu dir, um dich zu unterstüßen, sondern weil er weiß, daß er hier reell bedient wird. Die Räume stehen leer, das Hinterhaus hat seinen besonderen Ausgang, wir werden also keine Laſt von den Bewohnern haben. " 1 " Sage das nicht," warnte ihr Bruder,„ nimmt man arme Leute in's Haus, so muß man sie auch in anderer Weiſe unterstützen." " Das zu verlangen, oder auch nur darum zu bitten, sind diese Leute zu stolz," ſagte Adolf,„ ich gebe dir mein Wort, sie werden euch in keiner Weise zur Last fallen. Ich will dich nicht bestimmen, ihnen die Wohnung einzuräumen, aber wenn du es tuſt, ſo wüßte ich nicht, welche bösen Folgen es für dich haben könnte." Um dich über diesen Punkt zu beruhigen, will ich selbst vorher die Familie besuchen," fügte Ida hinzu,„ ich glaube, der Herr Doktor würde sich ihrer nicht so warm annehmen, wenn sie es nicht verdiente." Die Glocke an der Ladentür rief Martin hinaus. " Ich danke Ihnen," sagte Adolf, dem gutherzigen Mädchen die Hand reichend, berlassen Sie sich auf meine Worte, Sie werden sich nicht getäuscht sehen, wenn Sie die unglückliche Familie kennen lernen, die in jeder Beziehung unser Mitleid verdient." Martin kehrte mit Irma zurück, er ſtellte sie Adolf als seine Braut vor, da er wußte, daß er auf die Verschwiegenheit des Freundes vertrauen durfte, die ihm bereitwillig zugesagt wurde. " Ich glaube, diese Verschwiegenheit wird nicht lange mehr nötig sein," sagte Irma erregt, nachdem sie die Glück wünsche ihres Vetters in Empfang genommen hatte ,,, alle Pläne meines armen Vaters müssen ja nun in Nebel zerrinnen. Er ist vorhin zum Fürsten befohlen worden, mit der Entlassung aus seiner Stellung wird er heimkehren. Alle werden sich von ihm abwenden, wir stehen fortan allein, an seine Verlobung mit Fräulein v. Derendorf ist nicht mehr zu denken „ Nun, das wäre kein großes Unglück!" unterbrach Martin sie beruhigend, während sie sein Arm feſt umschloß. Und an die Entlaſſuna alaube ich auch noch nicht: deinem 1 ( Nachdrud verboten.)) Vater kann ja im Grunde genommen fein Vorwurf gemacht werden. Aber sollte aud; das Schlimniste eintreten, ich stehe fest und treu zu euch, sobald dein Vater in unsere Verlobung eingewilligt hat. Mache dir keine unnötigen Sorgen, an Aerger und Aufregung wird es euch ohnedies nicht fehlen." " Der Kustos leugnet alles," fuhr Irma fort, den angstvollen Blick nun auf Adolf heftend,„ er nimmt auch seinen Sohn und seinen Bruder gegen jeden Verdacht in Schutz, eine Lösung des Rätsels will er nicht geben können. Du warst ja bei der Entdeckung des Diebstahls zugegen; welchen Eindruck machte Schönbach auf dich?" Den eines völlig schuldlosen Mannes," Adolf in seiner ernsten, ruhigen Weise. antwortete ,, Das wird dir wohl kaum jemand glauben," sagte Irma erregt. Hat er auch die Tat nicht begangen, so hat er doch sicher seinem Sohne oder seinem Bruder Gelegenheit dazu geboten, und auch das ist strafbar." „ Wir wollen darüber nicht streiten," erwiderte Adolf, ,, warten wir das Ergebnis der gerichtlichen Untersuchung ab, sie wird hoffentlich die Wahrheit an den Tag bringen! Inzwischen ist es wohl Menschenpflicht, die Familie des Verhafteten zu unterſtützen, ich hoffe, darin wirst du mit mir übereinstimmen." Irma schüttelte ablehnend das blonde Haupt, ein herber Zug umzuckte ihre Mundwinkel. Ich kenne diese Familie und beklage sie," sagte sie, aber mit dem Gedanken, sie unterstützen zu sollen, kann ich mich nicht befreunden. Wenigstens heute noch nicht," fuhr sie fort, als sie nicht nur in den Zügen des Arztes, sondern auch in dem Blick Idas Befremden las, ich bin zu sehr über den Kustos empört, als daß ich für seine Angehörigen ein freundschaftliches Gefühl hegen könnte." „ Das finde ich natürlich und begreiflich," sagte Martin. „ Nun aber lege Hut und Mantel ab, Irma, du bleibst heute Nachmittag bei uns." Das ist mir unmöglich!" erwiderte sie rasch, während Ida leise den Doktor bat, auf die Unterstützungsfrage nicht mehr zurückzukommen, und das weitere ihr zu überlassen, ich breche jetzt wieder auf, denn ich muß zu Hause sein, wenn der Vater heimkehrt, um ihn zu trösten und zu be schwichtigen. Innere Unruhe, der ich nicht gebieten konnte, trieb mich hierher, die schwüle Luft in unserem Hause beengte mir den Atem, nun treibt die Kindespflicht mich wieder fort, mir bangt für meinen armen Vater." " Irma nahm nach diesen Worten Abschied, die Bitten Martins konnten sie nicht bewegen, länger zu bleiben. Du erlaubst wohl, daß ich dich eine Strecke begleite," sagte Adolf, der nun auch seinen Hut nahm, wir haben denselben Weg, der Patient, den ich besuchen will, wohnt in eurer Nähe." Beide waren noch nicht weit gegangen, als ihnen Gustav begegnete, der stutzerhaft gekleidet, mit gleichmäßiger Miene seine Zigarre rauchte. Kommst du von daheim?" fragte Irma erregt. rge Holz in jeder ermeifter mermann, 3 erledige prompt ung von Leichen 000 e Abzug M. 20000 argewinne M. 2. April garantiert Strassburg i.E. pflege- Anstalten eld- Lotterie Bäue 15. rematoriums, gskommiffär des лем Ча * տաա e. M M. 10000 M. 5000 M. 3000 M. 3000 M. 3000 = M. 3000 cus. M. 5000 us. M 18000 burg 1. E. türmer. das Gen.- Debit Port.u.List. 25Pt 11 Lose 10 Mk. ( Hier Der Verfuche Ge will je ein so herv dem Gebiet Clayton an Die Zeitun Wright eine einem Aero einen 660pfe getrieben wu St wog. Den Aus dem Polizeibureau," erwiderte Gustav in seiner gewohnten gelassenen Weise. Du hast den Vater also nach seiner Rückkehr aus dem Schlosse nicht mehr gesehen?" " Gewiß, er war soeben bei Hermann, um ihm einen Befehl des Fürsten zu bringen." ,, Der Vater ist entlassen?" " Bewahre, wie kommst du nur zu dieser Vermutung? Er hat allerdings Vorwürfe hören müssen, aber dabei ist geblieben. Durchlaucht sind ungnädig gewesen, haben er keine Silbe von Entlassung verlauten lassen." ,, Welchen Befehl brachte der Onkel denn seinem Echwiegersohn?" forschte der Arzt gespannt. Gegen den Kustos und dessen Bruder soll rücksichtslos verfahren werden, Durchlaucht wollen in diesem Falle von Gnade nichts wissen. Ebenso soll dem jungen Schönbach nachgeforscht werden, nicht allein, wo er jetzt ist, sondern auch, was er hier getrieben und mit wem er verkehrt hat, vielleicht wird durch diese Nachforschungen ermittelt, wo die Münzen geblieben sind." ,, Das ist alles?" Nun, daß die Familie des Kustos die Wohnung im Museum schleunigst räumen muß, ist selbstverständlich, ich bin beauftragt, ihr diesen Befehl zu bringen. Ein neuer Kustos ist schon ernannt, ich hoffe, mit ihm wird der Vater nicht so schlimme Erfahrungen machen." Ihr werdet der unglücklichen Familie wohl einige Tage Zeit zum Auszuge lassen?" fragte Adolf. „ Intereſſierst du dich so sehr für dieſe Leute?" ſpottete Gustav. „ Die Unglücklichen haben stets Anspruch auf Mitleid." „ Aber nicht dieses Gesindel!" In den Augen Adolfs blitzte es bei Gustavs schmähenden Worten auf, es wurde ihm schwer, dem jäh auflodernden Zorne zu gebieten. Nichts berechtigt dich, diese Familie zu beschimpfen," sagte er, selbst dann noch nicht, wenn die Schuld des Kuſtos bewiesen wird. Die Leute sind arm und unglücklich—“ „ Ach was, liederliches Volk sind sie!" unterbrach ihn Gustav wegwerfend.„ Der Sohn Vagabund, die Tochter-" Nun schweige!" brauste Adolf auf, und vor dem flammenden Blick seines Vetters wich Guſtav bestürzt zurück. Den Sohn will ich weiter nicht in Schutz nehmen, aber die kranke Frau und die pflichtgetreue Tochter sollst du mit deinen rohen Worten nicht besudeln, es macht dir selbst nur Unehre. Mag dir auch jedes edle Gefühl abhanden gekommen sein, vor diesem Unglück solltest du Respekt haben. Frau Schönbach ist meine Patientin, ich kann's nicht verhindern, daß sie die Wohnung verlassen muß, aber als ihr Arzt darf ich fordern, daß auf ihren Zuſtand Rücksicht genommen und schonend mit ihr verfahren wird. Merke dir das und handle danach, ich würde dich öffentlich anklagen, wenn die Ausführung deines Auftrages den Tod der Frau zur Folge hätte. Adolf hat ganz recht," sagte Irma als Antwort auf den höhnischen Blick, den ihr Bruder ihr zuwarf. „ Auch du?" spottete Gustav, dem nun auch der Zorn über die erhaltene zurechtweisung das Blut heiß in die Stirne trieb. Na, meinetwegen, ich aber muß als Beamter die Befehle Seiner Durchlaucht vollziehen." ,, Gewiß," antwortete Adolf If mit scharfer Betonung ,,, es fragt sich nur, wie sie vollzogen werden! Den Tod der franken Frau wird auch der Fürst nicht wollen, klage ich bei ihm dich an, so fällt die ganze Verantwortung auf dich allein zurück, und dies dürfte auch deinem Vater nicht angenehm sein. Sage den Leuten in höflichem Tone, daß sie die Wohnung räumen müssen und gib ihnen einige Tage Frist, damit sie Zeit haben, eine andere Wohnung zu suchen. Das ist alles, was ich von dir verlange, für das weitere werde ich selbst sorgen." Gustav wollte noch einmal eine heftige Erwiderung geben, aber Adolf schritt mit kühlem Gruß an ihm vorbei, und Irma folgte ihm, dem Bruder einen warnenden Blick zuwerfend. Du darfst es ihm nicht so sehr übelnehmen," sagte sie, ,, auch er ist empört über den Kustos, der uns so große Unannehmlichkeiten bereitet hat." „ Rechtfertigt das eine brutale Handlung-" „ Nein, nein, lieber Adolf!" fuhr Irma, ihrem entrüsteten Begleiter ins Wort fallend, fort. Bin ich nicht auch meinem Bruder gegenüber für die unglückliche Familie einge treten? Aber liegt andererseits nicht auch die Möglichke nahe, daß diese Familie von dem Diebstahl Kennis e- habt und sich an ihm beteiligt hat?" t ,, Nein, Irma, ehe ich das glauben kann, mat überzeugend bewiesen werden!" Nun wohl, ich will sie besuchen, finde ich sie unser Teilnahme wert, so nehme ich mich ihrer an, so gui ich vermag. Wenn nur die Besorgnisse um den Bate: mi nicht so schwer drückten! Die Mitteilungen Gustavs hab mich nicht beruhigt, wenn auch augenblicklich keine Gesats zu drohen scheint, ich sehe sie dennoch im Hintergrund lauern." Und ich wiederhole nochmals, mache dir keine unnüyes Sorgen," sagte Adolf beruhigend; Onkel Joachim wird nun freudig in deine Verlobung einwilligen „ Auch das ist noch nicht sicher. Vielleicht dringt er nun auf die Verbindung mit dem Sohne des Hofrats," sagte Irma mit gepreßter Stimme. Der Hofrat ist eine ein flußreiche Person, er hat bereits das Wort des Vaters, fordert er nun die Einlösung desselben, so—“ „ Fürchte das nicht," unterbrach sie Adolf,„ daran denkt der Hofrat nun nicht mehr." „ Damit bestätigst du nur meine Besorgnisse, die du gleichwohl nicht gelten lassen willst. Zieht der Hofrat sich von uns zurück, so ist das ein sicheres Zeichen, daß die Ungnade meinem Vater nicht mehr fern ist ,, Still, da kommt sein Sohn," sagte Adolf leise. Irma erhob rasch das gesenkte Haupt, ihr Blick fiel auf den Maler, der kurz vorher um eine Ecke gebogen war, und ihnen nun entgegenkam.. Mit einem fast auffallend fühlen Gruß schritt er an ihnen vorbei; er schien es sehr eilig zu haben. Und dies war in der Tat der Fall; Ottokar hatte erſt vorhin im Kaffeehause den Münzendiebstahl und die Verhaftung des Kustos erfahren, er eilte jezt zur Villa Sabinens, um diese Aufsehen erregende Neuigkeit dort zu berichten. Er stürmte an dem Diener, der ihm die Tür öffnete, vorbei; im Korridor begegnete ihm Rosa, die ihn mit einem Blick des Erstaunens empfing. Wohin so eilig?" fragte sie leise.„ Und in dieser Aufregung? Sie müssen noch Geduld lernen." „ Was soll das alles?" unterbrach er sie, während er Hut und Ueberzieher an den Garderobeständer hing;„ das gnädige Fräulein ist zu Hause, melden Sie mich an!" " Sie wollen ihr doch keine Erklärung machen?" erwiderte die Zofe ironisch. Damit müssen Sie noch einige Zeit warten, bis die rechte Stunde gekommen ist. Verraten Sie nur nicht, was ich Ihnen gesagt habe, Sie würden damit alles verderben." Befremdet blickte Ottokar das hübsche Mädchen an, dessen schnippisches Lächeln ihm heute nicht gefallen wollte. „ Was soll das nun heißen?" fragte er. Wer sagt Ihnen denn, daß ich deshalb hierher komme? Haben Sie vielleicht Befehl erhalten, mir die Tür zu zeigen?" ,, Gott bewahre-" " Na, dann haben Sie die Gewogenheit, mich anzumelden!" Sehr gerne, aber das gnädige Fräulein ist nicht allein." " Frau v. Gagern geniert mich nicht," sagte der Maler achselzuckend. „ Auch Herr v. Bodenlauben nicht?" fragte Rosa, die Maler zu ärgern. heute ein besonderes Vergnügen daran zu finden schien, den Die Stirne Ottokars umwölfte sich mehr und mehr, er preßte die Lippen feſt aufeinander und stampfte mit dem Fuß auf den weichen Teppich. " Immer er!" erwiderte er mit mühsam erzwungener Ruhe; was will er hier?" Er hat seinen Onkel mitgebracht; kennen Sie den Herrn Baron v. Friedenstein? Lassen Sie sich lieber nicht anmelden, Herr v. Weisweiler, Sie könnten abgewiesen werden, ich rate Ihnen gut. Mit dem Herrn Direktor Spangenberg ist es nun natürlich aus, er wird in Ungnade falen, ich hörte, daß es der Herr Adjutant behauptete. Ob Sie dadurch gewonnen haben, weiß ich noch nicht, aber ich werde es erfahren, und dann komme ich sogleich zu Ihnen." ( Fortsetzung folgt.). Jeder unglückliche Mann darf sich nicht eher aufgeben, als bis ihn sein Weib oder seine Geliebte aufgibt. Wenn der Mann rings um sich nichts als trostloses Dunkel erblickt, dann findet die Frau noch immer ein fernes Lichtchen, das aus der Bedrängnis herausführt. Eine Beitungsgründung. Tragikomische Geschichte von E. Carlé- Kaempf. ( Nachdruck verboten.) „ Fünf Cents der Brenham Herold, der neue Brenham Herold," brüllte der Zeitungsjunge aus voller Lunge, ohne jedoch mit seinen Anstrengungen sonderlichen Erfolg zu er zielen. Ich war der Redakteur und Mitinhaber dieses Unternehmens und schlich verschämt schon seit dem frühen Morgen hinter dem Jungen her. Meine hochgespannten Erwartungen santen jedoch immer tiefer und tiefer, denn bis jetzt waren ganze vier Exemplare verkauft worden! Seit ungefähr einem Jahre befand ich mich in Teyas und seit acht Tagen in dem freundlichen Städtchen Brenham, an der Mittel- Texas- Linie der Santa FéEisenbahn gelegen. Damals war es noch klein. Die Bewohner des Städtchens waren zum großen Teil Deutsche, und auch die Farmen in der Umgebung gehörten zumeist deutschen Familien. Dabei hatte Brenham zwar eine gute englische Zeitung, aber keine deutsche. Kein Wunder, daß ich vollkommen einverstanden war, als mir der alte Mr. Tobias Smyth- er hatte es für notwendig gehalten, seinen schönen, deutschen Namen Schmidt zu amerikanisierenden Vorschlag machte, mit ihm zuſammen eine deutsche Zeitung in Brenham zu gründen. Eine deutsche Zeitung in Brenham ist ein dringendes Bedürfnis," sagte er, emphatisch auf den Tisch schlagend, daß die Stühle in der alten Kneipe wackelten, ich wieder hole es, ein dringendes Bedürfnis. Und der Zeitpunkt ist außerordentlich günstig für das Unternehmen. Die Baumwollenernte war ausgezeichnet; folglich haben die Leute Geld! Daß sich jeder deutsche Farmer eine deutsche Zeitung halten wird, ist selbstverständlich. Ich sage Ihnen, es stecken Millionen in diesem Projekt, Millionen. Jim, noch einen Schnaps." Die Millionen imponierten mir. Die Hauptsache war die Kapitalfrage. Smyth hatte kein Geld. Ich hatte ganze 200 Dollars, sagte ihm aber, ich hätte nur 150- man fonnte ja nicht wissen. 200 Dollars sind ein ganzer Haufen Geld für einen jungen Kerl, der keine Ahnung hat, wo er wieder Geld herbekommen soll, wenn diese fort sind. Nun war der alte Smyth Feuer und Flamme. Zuerst der Name. „ Brenham Herold." Der war sehr schön und hatte einen poetischen Klang. Gut! Seßen und Drucken würden wir selbst; Hilfskräfte zu bezahlen, wäre bei unserer großartigen Kapitalseinlage etwas schwierig gewesen. Und es ging auch so. Smyth konnte famos sezen, und ich ich mußte es eben lernen. Man muß alles versteihien in Malheurika," meinte er. Die Redaktion übernahm ich, die Lokalbericht erstattung besorgten wir zusammen. Der Alte brüstete sich mit den guten Verbindungen, die er hatte. Das war richtig, sie waren nur zu gut, wie ich später herausfand. Jetzt ging es an die Arbeit. Wir mieteten ein Haus- dieses hatte früher als Ziegenstall gedient. Es bestand aus zwei Räumen, die durch eine Holzwand getrennt waren. Die fehlenden Fenster wurden durch hereingeschnittene vieredige Deffnungen ersetzt. Luftig war es, sehr luftig, aber das war für uns nur ein Vorteil bei dem heißen Klima. Das große Firmenschild fabrizierten wir selbst, indem wir ein Brett, das der alte Smyth bei einem Spaziergang„ gefunden" hatte, mit weißer Farbe anstrichen und auf diesem Untergrund mit grellroten, weithin leuchtenden Buchstaben ,, Buchdruckerei des Brenham Herold" malten. Nun konnte es an die innere Einrichtung gehen. Die 150 Dollars waren für die leihweise Ueberlassung einer alten Tiegeldruckpresse, sowie zweier Kästen mit Lettern und anderen dazu gehörigen Kleinigkeiten bereits ausgegeben, und so blieb für die Einrichtung der Redaktion allerdings nichts mehr übrig. Jedoch auch hier schafften wir Rat. Der Befizer der Grocery( Krämerei) an der nächsten Ecke fand sich gegen das Versprechen einer Gratisanzeige bereit, uns eine große und zwei kleine Kisten, die auf seinem Hofe herumlagen, abzutreten. Die große Kiſte überklebten wir, nachdem die eine Längswand herausgeschlagen war, mit braunem Papier, und der Schreibtisch war fertig. Die zwei fleinen Kisten dienten als Sessel; roter Plüsch wäre allerdings hübscher gewesen; auch vermißte man bei längerem Siten die Polsterung ganz bedeutend. Nun begann meine Tätigkeit als Redakteur. Mit zwei Bleistiften und einem Notizbuch bewaffnet, besuchte ich eine Bar nach der anderen und schrieb aus sämtlichen, mir in die Hände fallenden Zeitungen die mir zusagenden Artikel einfach ab, dann ging es zurück ins Saktum; und während ich die gestohlenen Leitartikel ins Deutsche übersetzte, arbeitete Smyth, den unvermeidlichen Zigarrenstummel zwischen den Zähnen, im Schweiße seines Angesichtes am Setzkaſten. Endlich war die erste Ausgabe, hundert Exemplare stark, fertig. Vier davon verkauften wir, wie eingangs erzählt. Ich war tief betrübt, wenn ich an meine schönen 150 Dollars dachte. Mit der Zeit jedoch ging es besser, und nach Verlauf von zwei Monaten hatte der„ Brenham Herold" eine Auflage von 500 Exemplaren. Die Sache hatte aber ihren Haken. Die Zahlungsweise unserer Landabonnenten war nämlich eine höchst eigentümliche. Die Farmer, die von Haus aus geizig waren und hier in Amerika den Wert des Geldes erst recht schätzen gelernt hatten, waren nämlich durch nichts zur Herausgabe baren Geldes zu bewegen, sondern erlegten ihre Abonnementsgebühren in Naturalien, ja manchmal sogar in lebendigen Werten, wie Hühner, Ziegen u. s. w. Natürlich konnten wir das Zeug nicht immer gleich an den Mann bringen, und so wurde zeitweise unser Geschäftslokal seinem ursprünglichen Zwecke, dem eines Stalles, zurückgegeben. Die Schererei, die ich mit dem Verkauf von all' den Sachen hatte, ist nicht zu beschreiben. Smyth nämlich war dazu nicht zu gebrauchen; der ging höchstens in die nächste Kneipe und vermöbelte die ganzen lebendigen Abonnementsgebühren für ein paar Flaschen schlechten Schnaps! Wahrlich, unsere Abonnenten behandelten uns schlecht; die Zeitung war aber auch darnach. Unsere Typen waren miserabel, und es waren auch nie genug von einer Sorte vorhanden. Oft kam es auch vor, daß wir anfingen, einen Artikel in kleiner Antiqua zu setzen; dann, als die ausging, kam fette Borgis an die Reihe und am Ende Versalien lauter große Buchstaben. Oft ließen wir auch eine halbe oder ganze Spalte offen für die„ nicht eingetroffenen Telegramme". Wir schlugen uns eben so durch. Endlich aber kam doch der Krach, den ich schon lange befürchtet hatte. Daß unser „ Unternehmen" sich so lange über Wasser halten konnte, war nur der persönlichen Färbung der Lokalberichterstattung zuzuschreiben, welche Tobias Smyth besorgte. Wo er seine Lokalnachrichten hernahm, ist mir immer ein Rätsel geblieben, aber so etwas unverschämtes war noch nie dageweſen. Die intimsten Familienangelegenheiten zerrte er unbarmherzig ans Licht der Oeffentlichkeit, und es verging kaum ein Tag, an dem nicht ein wütender Bürger auf unsere Redaktion stürmte und Sühne verlangte für irgend eine schwere Beleidigung. Gewöhnlich endigte die Sache damit, daß der alte Smyth furchtbare Prügel bekam ich drückte mich immer und die Prügel war jedesmal wohlverdient: gegen den Brenham Herold" war der„ Arizona Kicker" der reinste Waisenknabe! Eines schönen Tages beschuldigte Smyth mehrere angesehene Bürger, daß sie bei einem Besuch auf einer entlegenen Farm mehreren Pferden die Erlaubnis erteilt hätten, mit ihnen zu reisen. Am Abend nach dem Erscheinen der betreffenden Nummer erschienen fünf dieſer Ehrenmänner bis an die Zähne bewaffnet, auf unserer Redaktion. „ Mr. Editor zu sprechen?" " Jawohl, das bin ich," gab ich betrübt zu. " Ihr habt den Artikel von den gestohlenen Pferden geschrieben?" war die drohende Frage. „ Nein, nein," beeilte ich mich schleunigst zu erwidern;. mir ahnte nichs Gutes. Dafür ist Mr. Smyth verantwortlich." Mit diesen Worten wollte ich zur Tür, um meinen Sozius herbeizurufen, wurde jedoch mit vorgehaltenem Revolver freundlichst ersucht, mich nicht zu bemühen, und die Herren begaben sich in den Nebenraum auf die Suche. Es Nachricht n über Flugr Aeronauten die sorgfält Aeroplanen verfolgt ha Fortschritt groß wie Lokomotive wegung fe zehntelange dazu fähig Sie Luft zu vorans ge bleien eu Das ru See und fol Flotte, deffe Sehr wah wenig wie ein japanischen La 1000 Mann Daß die ru Feuer der Japa Seite eine eige einfach nicht, m Kilometern Mehrzahl derr Stammt Sabre aus den , als die sabre, uts whe beralteten Gef erjeben. Es fo forderten die ri tommen worde Re Alle Räder Diejen bon e Hymnus auf f bemotrati Bründen, aus enttourf, foll aller Berufe