Jar 82. ementsprets: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., Jaus gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen viertelfährlich Mr. 1.50. Babettagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) and die Gießener Soifenblasen( wöchentlich). Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Freitag, den 8. April 1904. Gießener 13. Jahrgang. Jnsertionspreis: Die einspaltige Betttzelle für gang C hefsen, die Kreise Wetlar und Marburg 10 Pfg. sonst 16 Reklamen die Petitzelle 30 resp. 40 fg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen, Seltersweg 8 Ferusprechanschluß Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) nabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Kronprinz Wilhelm in Dänemark. Während Kaiser Wilhelm in dem sonnigen Klima des Sedelmeeres Erholung und Erquickung sucht, ist der Erbe rrone nach dem nebligen Norden geeilt, um eines greisen Sermanentönigs Geburtstag als Ueberbringer der Glücknd Segenswünsche des deutschen Reichsoberhauptes festlich izubegehen. Es ist noch keine alte Freundschaft, die die göte von Berlin und Kopenhagen verbindet; die Ereignisse es Jahres Vierundsechzig standen zwischen dem Dänenkönig in fein em mächtigen kaiserlichen Nachbar. Aber es will cheinen, als sollten die Bande, die neuerdings zwischen beiden pausern wieder geknüpft worden sind, sich immer mehr eftigen; ja, die mehrfache Anwesenheit des Erben der deutcham Raiserfrone gilt manchen politischen Zeichendeutern als im Symptom: Wie einst die schleswig- Holsteinischen Gegenätte zwischen Hohenzollern und Holſtein- Augustenburg durch Sie: Bermählung unseres Kaisers mit der Tochter des Mungustenburger Hauses ausgeglichen wurden, so würden nu die Gegenfäße zwischen dem dänischen und dem preußischen Königshause wegen der Nordmark versöhnt werden durch einen Ehebund zwischen dem fünftigen deutschen Kaiser urd einer dem Hause Dänemark nahestehenden Prinzessin. diese Prophezeiung berechtigt ist, ob nicht, wer will's wijen? Jedenfalls ist der deutsche Kronprinz am dänischen Hofe m besonderer Herzlichkeit empfangen worden. Gestern Vormittag traf er in Kopenhagen ein. Am Bahnhof empfing ihm der greise König, der die Uniform seines preußischen anenregiments trug, der dänische Kronprinz, die Prinzen Waldemar, Christian, Carl, Harald, Prinz Johann von Schleswig- Holstein und Prinz Carl von Schweden- Norwegen. F& mmer waren anwesend sämtliche Minister sowie die Spitzen der Militär- und Zivilbehörden. Der deutsche Gesandte war dem Kronprinzen bis Roesfilde entgegengefahren. Der Kanig und der Kronprinz füßten sich herzlich. Nachdem der Sonprinz die übrigen Mitglieder des Königshauses begrüßt hate, schritt er die Front der Ehrenkompagnie ab, während die Musik die preußische Nationalhymne spielte. Nach einer fuizen Tour im Wartesaal erfolgte die Abfahrt nach Schloß Amalienborg. Der König und der Kronprinz saßen im ersten Bongen. Der Kronprinz bewohnt im Palais Christians VII. dieselben Räumlichkeiten, wie Kaiser Wilhelm bei seinem Telten Besuch. Gleich nach seiner Ankunft stattete der Kronprinz dem König von England einen Besuch ab, welcher unmittelbar erwidert wurde. Abends fand im Palais Christian VII. große Tafel statt, an der sämtliche Mitgheder der königlichen Familie und die Herren der deutschen Gesandtschaft mit ihren Damen teilnahmen. Erst morgen wird der Kronprinz Kopenhagen wieder verlassen. Der Krieg in Oftalien. Die gespannte Erwartung, mit der die ganze Kulturwelt dem Beginn des eigentlichen Krieges zwischen Rußland und aan entgegensieht, wird noch länger als ein Vierteljahr umbefriedigt bleiben, wenn General Kuropatkin die Sation richtig beurteilt. Aus Mukden wird gemeldet: General Kuropatkin hat sich dahin ausgesprochen, daß die eigentlichen Kämpfe erst Ende Julibeginnen werden. Der Krieg werde längere Zeit erfordern, da die Japaner eine Burentaktik verfolgen. Ob sich diese Auffassung bestätigt, wird die Zeit ja lehrom Nach den sonst vorliegenden Meldungen müßte man amnehmen, daß die ersten größeren Gefechte oder Schlachten unmittelbar bevorständen. Denn die Japaner wenigstens riaden unermüdlich vor. Aus London wird gemeldet: Der Vormarsch der Japaner irin nördilchen Korea dauert ununterbrochen fort. Die Vorhut isit bis Chalsun und Sunchon, 40 englische Meilen südlich btom Jalu, vorgedrungen. Eine andere Meldung, ebenfalls ams London, will gar wissen, daß die japanischen Streitkräfte demandschurische Grenze bereits überschritten haben. Diese 81 eite Meldung ist zweifellos unzutreffend; jene erste dagegen klingt durchaus glaubhaft. Ebenso die folgende, die neuen japanischen Truppentransporten 3 melden weiß: botoEin vom Norden Koreas nach Söul zurückgekehrter amerikanischer Missionar meldet, auf der Höhe von Haischu, fünfzig Meilen nördlich von Tschemulpo, befinde sich eine japanische Transport flotte, die aus vierzig Schiffen, darunter einigen sehr großen, bestehe. Man nimmt an, daß diese Flotte einen Teil der zweiten Armee, die erste und dritte Division, befördere, welche in Yönampho gelandet werden sollen. Die russische Gegenwehr. Da der Vormarsch der ersten japanischen Armee so schnell or sich geht, wird in russischen militärischen Kreisen die Anlecht ausgesprochen, es müsse baldigst eine Armee zur Verteidigung der Südmandschurei vereinigt werden, die der japanischen an Zahl gleichstehe, also gegen 75 000 Mann zähle. Auf die Truppen des befestigten Lagers von Liaojan sei nicht zu rechnen, wenn die Japaner ihre Angriffsbewegungen schnell fortsetzen sollten, da Liaojan und Föngwangtschöng acht Tagemärsche auseinanderliegen. Um Föngwangtschöng stehen die Truppen, die als Rückhalt für die Truppen am Jalu dienen. In russischen Marinekreisen wird die Entsendung eines starken Geschwaders aus Kronstadt nach dem Stillen Ozean, und zwar sehr bald, als zweifellos hingestellt. Londoner Blätter wissen von dem Hochverrat eines japanischen Offiziers zu berichten: Der ganze japanische Feldzugsplan sei geändert worden, weil ein japanischer Offizier Verrat begangen habe. Der Verrat wurde dadurch entdeckt, daß die Japaner fanden, daß der Ort, an dem die erste Landung stattfinden sollte, ganz un terminiert worden war. Die Entdeckung des Verrats habe großen Skandal verursacht und alle Anstrengungen würden gemacht, die Sache geheim zu halten. Die Russen bezahlten anscheinend große Summen für militärische Geheimnisse; sie sollen eine japanische Karte für 800 000 Mark gekauft haben. Attentatsverfuch auf König Alfons. Die spanische Regierung gab gestern nachstehendes Telegramm aus Barcelona bekannt: Als der König die Arbeitsausstellung verließ, plakte eine Bombe. Zwei Landleute wurden verwundet. Ein Verdächtiger ist verhaftet worden. Den Besuch in Barcelona hat König Alfons auf den Rat seiner Minister unternommen, und noch Tags vorher versicherten spanisch- offiziöse Blätter. daß der Empfang ein sehr freundlicher, ja ein enthusiastischer gewesen sei. Und nun dieser Zwischenfall, der zweifellos als ein Attentatsverſuch anzusehen ist! Für gestern stand ein Besuch der Klubsalons samt Ausstellung im Palais der bedeutendsten industriellen Vereinigung Kataloniens, der Gesellschaft zur Ermutigung der nationalen Arbeit, auf dem Programm des Königs. Das Komitee der Gesellschaft hatte eigene Wächter zur Verstärkung der Stadtpolizei vor dem Haustor aufgestellt. Ob der Besuch ausgeführt wird, ist noch nicht bekannt, da jetzt die spanische Zensur keine Meldung mehr über die Reise des Königs durchläßt. Aus Anlaß des Attentats in Barcelona schickt uns unser -Mitarbeiter, ein gründlicher Kenner der politischen Verhältnisse, von Land und Leuten in Spanien, nachstehende Zeilen, die allgemeines Interesse finden werden. Er schreibt: Die politischen Zustände in Spanien. Die Pessimisten fern im Süd im schönen Spanien prophezeien schon seit Jahr und Tag, daß König Alfons keinen Nachfolger mehr finden werde. Das Volk sei entschlossen, zur Republik überzugehen, eine Entwickelung, der die romanischen Völker mehr zutreiben, als die germanischen, die einen bleibenden Mittelpunkt und eine zentrale Autorität nach ihrem Volkscharakter nicht entbehren können. Zweifellos hat die alfonsistische Herrscherdynastie zahlreiche Gegner unter den gebildeten Kreisen im Lande. Allen voran die Karlisten unter Führung der Geistlichkeit, die dem Vater des jetzigen Königs mit Rücksicht auf die extravaganten Neigungen und die galanten Abenteuer seiner Mutter jede Legitimität abgesprochen und seine Person ebenso eng mit dem Marschall Serrao in Beziehung gebracht haben, wie den Sohn der Königin Hortense, Napoleon III., mit einem niederländischen Admiral. Solche pikanten Erzählungen, die man sich in Spanien nicht bloß zuraunt, die vielmehr auf offenem Markte breit geschlagen werden, sind naturgemäß ein Ruin für das Ansehen des Bourbonenhauses, für dessen Wiederkehr die spanische Bevölkerung ehedem in einem heldenhaften Guerillafriege ihre ganze Kraft gegen den korsischen Eroberer und seinen Bruder eingesetzt haben. Und so ist denn die republikanische Partei in Spanien immer stärker geworden. Aber auch der Konſtitutionalismus iſt eine oppositionelle Bewegung. Allenthalben werden jetzt die weitestgehenden Forderungen auf Verleihung der Selbstverwaltung gefordert, und auch in Barcelona war diese Forderung auf der Tagesordnung. Man erwartete nach der Volksstimmung dort irgend ein sensationelles Ereignis, wenn auch von den Republikanern und den Konstitutionellen geflissentlich erklärt wurde, daß der König nicht befehdet werde, sondern nur die Politik seiner Regierung. Wo indes als ein Beweisargument auch die Bombe mitspricht, da haben solche Versicherungen wenig Wert. Die Kugel fennt nicht ihre Bahn, und der Attentäter, der einen Berater des Monarchen treffen will, fann ihn nur in dessen Umgebung auffinden. So sind die platonischen Schuß- und Loyalitätserklärungen, wie sich ja auch tatsächlich zeigte, doch nur Schaumschlägereien. Spanien ist unterwühlt durch die verschiedenartigsten Interessen und es scheint, als ob sich die Abendschatten auf den spanischen Zweig des bourbonischen Herrscherhauses senken wollten. Die Politik. Dem Bundesrat wird demnächst der angekündigte Gesetzentwurf wegen Herabsehung der Totalisatorsteuer und Errichtung ſtaatlich konzessionierter Wettbureaus zugehen. Um den Ertrag der neuen herabgesetzten Totalisatorsteuer sicher zu stellen, soll der Privatwettbetrieb verboten und unter Strafe gestellt werden. Dafür sollen amtlich konzessionierte Wettbureaus errichtet werden ähnlich den Lotterieſtellen. Der Gesetzentwurf wird als Antrag Preußens an den Bundesrat gebracht werden. Eine neue, aber ziemlich inhaltlose Depesche des Obersten Leutwein über den Hereroaufstand kommt aus Okahandja. Sie besagt: 80 Witbois, 1. Feldkompagnie, sind am 2. von Windhuk nach Okahandja abgerückt. Nach Aussage von Gefangenen und Ueberläufern steht die Hauptmacht der Herero noch bei Oganjira, einzelne Abteilungen bei Okatumba und Katjapia. Major v. Glasenapp ist am 1. April von Owikokorero nach Otjikuoko vorgerückt. Ein Trupp der Otjimbinguer Herero ist in der Nacht vom 29. zum 30. März bei Teufelsbach ostwärts über die Bahn gegangen. Von Okahandja ist eine Kompagnie mit der Eisenbahn vorgesandt. Die Bastards verfolgten die Herero von Großbarmen aus. Der Rest der Otjimbinguer Herero ist anscheinend in das Komas- Hochland zurückgegangen." Von Interesse ist ferner ein Truppenbefehl des Gouverneurs vom 15. Februar, der jetzt bekannt wird. Er lautet: Werften(( Hereroniederlassungen), welche die Waffen frei- willig abgeben, können geschont werden; keinerlei Gnade wird jedoch gewährt den Rädelsführern sowie denjenigen Herero, welche nachweisbar wehrlose Männer, Frauen oder Kinder ermordet oder Farmen ausgeraubt und verwüstet haben. Sofern deren Persönlichkeit festgestellt werden kann, sind sie sofort nach Kriegsrecht zu behandeln." A Aus der Teilnahme an einem Meisterkursus, wie sie von den Handwerkskammern vielfach veranstaltet werden, haben mehrfach Handwerker, welche die Meisterprüfung nicht bestanden haben, die Berechtigung zur Führung des Meistertitels hergeleitet. Demgegenüber sei darauf hingewiesen, daß die Führung des Meistertitels in diesem Fall unbefugt ist und Bestrafung nach sich zieht. * Für Ausnahmegeseke gegen die Sozialdemokratie ist die nationalliberale Fraktion des Reichstags, wie sie in ihrem offiziellen Organ bekannt gibt, nicht zu haben. Oefterreich- Ungarn. Große Erregung rufen in verschiedenen Gegenden Ungarns eine Anzahl geheimnisvoller Brandstiftungen hervor, die namentlich in den Forsten riesige Brände herbeigeführt haben. Man vermutet, daß es sich um politische Racheakte der rumänischen Bevölkerung handelt. Ungarische Blätter berichten über die Angelegenheit: Seit einigen Tagen wüten in den Waldungen des Biharer Komitats riesige Brände, die von verbrecherischer Hand angelegt worden sind. Auch im Szelagher Komitat ist ein Waldbestand von etwn 700 Joch ein Raub der Flammen geworden. Den Hauptschaden erleiden die Besizer, die Barone Desidor und Ernst Banffy. Allgemein werden die rumänischen Bauern der Umgebung als die Brandstifter bezeichnet. Das Vizegespansamt verlangt die sofortige Entsendung von Militär und die Verstärkung der Gendarmerie, weil sonst von der Erhebung der Steuern und der Refrutierung in zahlreichen rumänischen Gemeinden gar keine Rede sein könne. Die rumänischen Bauern jagen in mehreren Gemeinden die Juden und ungarischen Landwirte aus ihren Ortschaften und haben sich eigenmächtig eigene Dorfvorstände gewählt. Anscheinend werden die Rumänen zu Unrecht beschuldigt, und es handelt sich lediglich um eine Mache der Magyaren, die offenbar aufs neue ihr Mütchen an den verhaßten Rumänen fühlen möchten. England. Daß die Bekehrung Englands zum Schutzoll sicher ist, war für jeden, der sehen und hören konnte, längst eine ausgemachte Tatsache. Den Reigen der Schutzölle Englands soll, wie jetzt aus London berichtet wird, der Petroleum= 30 II eröffnen. Schon das kommende englische Budget soll die Einführung eines Einfuhrzolles auf Petroleum und Petroleum- Produkte vorschlagen. Als Petroleumprodukt kommt hauptsächlich Paraffinwachs in Frage. Balkan- Staaten. In Sofia hegt man schwere Befürchtungen über die Entwickelung der Dinge zwischen Bulgarien und der Türkei. Man erwartet schon für die nächsten Tage die Rückkehr des bulgarischen Agenten Natschewitsch aus Konstantinopel. Das aber würde kaum etwas anderes als den Bruch zwischen Stambul und Sofia bedeuten. Natschewitsch weilt bekanntlich in Konstantinopel, um die Pforte zur Unterzeichnung eines Abkommens mit Bulgarien zu bewegen, dessen Unterzeich= Die Fliege mit ege verschwand, die Leine straff anzog, die Schnur ab Kreises fallen. Sie berührte das Wasser nur leicht und schoß fort, als plötzlich das Wasser aufwirbelte, nügend, ließ ich die Fliege gerade in den Mittelpunkt des Sdinur, die Rute frümmte fich en wirklicher Lachs und fein Frrtum! hafpelte, und ich an einem Fische hing. Bortel, Ben mir ber bon hinten wehende ind gab, ausplötzlich lockerte sich die Weiter Itef die Diesmal war es " Ich möchte Ihnen die mich hierher setzen. Geschichte hielten; ich will faltete fie die Hände im Schoß und blidte mir ins Gesicht. fo immer mit meinem Vater zusammen saß... Ach, glauben " Sie müffen wissen, Herr Doktor", begann sie, daß ich und es wäre mir ganz angenehm, wenn Sie diesen Platz beSie rückte einen Stuhl an den Kamin und setzte sich. Dann versprochene erzählen. ören ber benteuer liegt, DER, BRe vor einen alles innerlich bestanden, im Herzen. bie burastaufene Bahn zurückblickt, siehe da, so hat man dies ubchen haben wird; und wenn man im Alter auf e Der Bauherruch. dantte wieder mit großer Freude und sich an der Haustür mit der höflichen Versicheredete fie am wird mich entführen," fie von morgen ab Braut sei. anderen Abend wieder abzuholen. ist gekommen, er ist da, der Prinz aus dem Märchenland, und Haupt, als Lina ins Zimmer sprang und ihr erklärte, daß Die Mutter war ganz erstaunt und schüttelte besorgt ihr " Jawohl, Mutti", rief sie, er nung der Sultan ablehnt. Der bulgarische Ministerpräsident Petrow hat dem Fürsten Ferdinand in Philippopel Vortrag über die Lage gehalten. Hof und Gesellschaft. *** Der Kaiser empfing gestern, wie aus Palermo telegraphiert wird, an Bord der„ Hohenzollern" die Mitglieder der deutschen Kolonie, hierauf den Erzbischof von Monreale. Zur Mittagstafel auf der Hohenzollern" waren die Spitzen der Militär- und Zivilbehörden geladen, ferner der Principe de Camporeale, der deutsche Konsul und Professor Salinas. Durch den Flügeladjutanten Major v. Chelius ließ der Kaiser dem 90jährigen Erzbischof von Palermo, welcher krank zu Bett liegt, einen Blumenstrauß überreichen. Der Erzbischof war über die Allerhöchste Aufmerksamkeit herzlich erfreut. *** Die Kaiser in wird in diesen Tagen ihre beiden Söhne, die Prinzen August Wilheln. und Oskar zur Wiederaufnahme ihrer durch die Osterferien unterbrochenen Studien nach Plön zurückbegleiten und im Anschluß hieran dem Herzogspaare Friedrich Ferdinand von Schleswig- HolsteinSonderburg- Glücksburg einen Besuch abstatten. Die Anfunft in Glücksburg ist auf den 12. d. Mts. festgesetzt. Für den dortigen Aufenthalt der hohen Frau sind etwa 14 Tage vorgesehen. ** Die Vermählung des Großherzogs von Meck= lenburg- Schwerin mit der Prinzessin Merandra von Cumberland ist, neueren Meldungen aus Gmunden zufolge, endgiltig auf den 7. Juni d. Is. festgesetzt worden. Gräfin Waldersee beabsichtigt, dauernd ihren Aufenthalt in Hannover zu nehmen, denn sie hat dort eine Villa käuflich erworben, wegen deren Ankauf der verstorbene Feldmarschall nicht lange vor seinem Ableben Verhandlungen angeknüpft hatte. *** In Ludwigsburg fand gestern die feierliche Beisehung des Prinzen Mar zu Schauriburg- Lippe statt, an welcher die gesamte königlich- württemt rgische Familie teilnahm. Als Vertreter des Kaisers war der kommandierende General von Lindequist aus Frankfurt a. M. crschienen. Ferner waren anwesend der Großherzog von Oldenburg, der Erbgroßherzog und die Erbgroßherzogin von Baden, Prinz und Prinzessin von Sachsen- Alten. Frg, Fürst und Fürstin zu Waldeck und Pyrmont, der Erbpri: zu Wied, zahlreiche Standesherren, Minister und Gesandte. Hus dem Gerichtssaal. § Die Bauzener Offiziersaffäre, die auch im Reichstag oft erwähnt wurde, beschäftigte gestern das Landgericht in Dresden. Wegen Beleidigung der sächsischen Offiziere, insbesondere des Bauzener Offizierkorps, hatte sich der verantwortliche Redakteur des„ Beobachters an der Elbe", E. J. Stein zu verantworten. Die Anklage stützt sich auf drei Artikel in Nr. 9 der genannten Zeitschrift. Diese Nummer wurde kurze Zeit nach ihrem Erscheinen konfisziert. Der Angeklagte wurde wegen öffentlicher Beleidigung zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. § Der Bierdruck- Apparat. Eine den gesamten Gastwirtestand berührende Strafsache beschäftigte das Berliner Schöffengericht. Ein Restaurateur war angeflagt, trotz der Aufforderung des Polizeipräsidiums die Prüfung seines Bierdruckapparats auf seine Kosten verweigert zu haben. Er soll hierdurch die Polizeiverordnung vom 5. Januar 1893 verlegt haben, durch die den Gastwirten aufgegeben ist, ihre Bierdruckapparate alle zwei Jahre durch die vom Polizeipräsidenten ernannten Sachverständigen prüfen zu lassen und hierfür die vom Präsidium festgesetzten Prüfungsgebühren zu zahlen. Die Berliner Restaurateure beschlossen, diese Strafsache wegen ihrer allgemeinen Wichtigkeit durchfechten zu lassen, und hatten auch guten Erfolg. Das Schöffengericht sprach den Beklagten frei, weil es der Ansicht war, daß sich die Polizeiverordnung, indem sie die Kosten der Revisionen den Gewerbetreibenden aufbürdet, nicht in den dem Polizeiberordnungsrecht zugewiesenen Grenzen halte. Die Weigerung des Angeklagten sei daher berechtigt getvesen. § Ist Erkrankung an Tuberkulose ein Grund für den Rücktritt von einem Verlöbnis? Bei der allgemeinen Aufmerksamkeit, die neuerdings der Tuberkulosefrage in allen Kulturländern geschenkt wird, kann es nicht wundernehmen, daß derselben bei der Eheschließung erhöhte Beachtung geschenkt wird, und so hat denn die oben angeführte Frage einem: Gerichtshof zur Entscheidung vorgelegen. Das gefällte Urteil Der Wildhirt. Eine oberhessische Dorfgeschichte von J. Becker. ( Fortsetzung) ( Nachdruck verboten.) Die Burschen wußten Anfangs nicht recht, wie hnen geschehen. Auf Hangcurt hatte keiner den gering ten Verdacht, feiner ahnte, daß dessen Eingreifen das Ende des Kampfes auf die einfachste Weise herbeigeführt hatte; sie waren alle des Glaubens, daß sie während bes Kampfes dem Rande des Aufganges zu nahe ge tommen und so unversehens hinabgestürzt seien. Einig lachten, während andere, die etwas zu Schaden gekommen waren, Verwünschungen gegen den Gänsetiophel aus: stießen. Als sie sich von dem Sturze erholt hatten und wieder in den Hausgang traten, hatte sich auch be reits der Lange emporgearbeitet. Er war am schlechtesten bei dem ganzen Vorfall weggekommen, denn erstens hatte er ein Loch" an der Stirne, aus dem das Blut bick hervorquoll und über das Gesicht auf seine Kleider herabriefelte, zweitens hatten sich auch die Kämpfenden auf ihm herumgetummelt, als er nach dem erhaltenen Schlag hingestürzt war, und so mochte er noch manch blutrünftige Stelle am Körper haben, deren Schmerz haftigkeit er jetzt kaum fühlte. " Dem Langen g'schiehts recht," sagte einer der Burschen womit er bei den Anderen Zustimmung fand, denn im Grunde genommen gönnte jeder dem: brutalen Menschen die Tracht, die er erhalten.„ Er hätt von dem Tiophel bleiben sollen; mit dem is nit gut Kirschen essen." Einige führten den Verletzten dann an den Hof brunnen und pumpten ihm Wasser auf den Kopf. Glücklicherweise waren keine Scherben im Schädel ging dahin, daß ohne Zweifel die Zungentuberkulose als ein Leiden anzusehen ist, bei dessen Vorhandensein dem anderen Verlobten der Abschluß der Ehe und deshalb billigerweise auch eine Fortsetzung des Verlöbnisses nicht zuzumuten ist. Nah und Fern. Im Kaiserlichen Jagdschloß Rominten ist man gegenwärtig mit der Errichtung eines Neubaues beschäftigt, der ausschließlich für die Unterkunft der Kaiserin und ihres Gefolges dienen soll, wenn diese ihren Gemahl nach Ostpreußen begleitet. Die Arbeiten sollen derart gefördert werden, daß der Anbau, welcher 30 Räume aufweist, bereits zum Herbst d. Js. seiner Bestimmung übergeben werden kann. † Der geistliche Prinz. Aus Paris wird gemeldet, daß Prinz May von Sachsen, der bekanntlich katholischer Priester ist, dort seit einigen Wochen verweilt und vor aristokratischen und Arbeitergemeinden predigt. Attentat auf einen Eisenbahnzug. Ein nichtswürdiger Anschlag ist auf den von Köln nach Münster fahrenden Personenzug unweit der Station Rheine verübt worden. Bubenhände hatten eine schwere eiserne Sette quer über die Eisenbahnschienen gespannt, um den Zug unweit der eisernen Mühlenbachbrücke zum Entgleisen zu bringen, das Hindernis wurde jedoch glücklicherweise rechtzeitig bemerkt, und dadurch ein großes Unglück verhütet. Die Pockengefahr in Bochum besteht fort. Von amtlicher Seite wird berichtet, daß jetzt auch eine Krankenschwester an Pocken erkrankt sei; ferner sind zwei verdächtige Fälle festgestellt. Die mit den früher Erkrankten in Berührung gewesenen und isolierten Personen werden voraussichtlich hcute freigelassen werden. Anzen Friedrich Leopold. Prinz Fried von Preußen ist auf einer Ausfahrt in einem Automobil mit einem Fuhrwerk zusammengestoßen. Der Prinz wurde durch den Anprall auf den Lenker des Automobils geschleudert; die Deichsel des Fuhrwerks durchbohrte die Außenwand des Sizes. Sein Adjutant, Major v. Rathenow, blieb unverletzt. Der Prinz befindet sich in seinem Berliner Palais in der Behandlung des Professors v. Bergmann. An den Kaiser ist eine Depesche abgegangen, die ihn von dem Unfall unterrichtet, dessen Folgen hoffentlich bald überwunden sein werden. Die Sturmflut an den Küsten Schleswig- Holsteins, die seit Mittwoch wütete, hat ungeheuren Schaden angerichtet. Auch Menschenleben sind ihr zum Opfer gefallen. In der Wesermündung wurden drei Menschenleben vernichtet. Das mit Garneelenfang beschäftigte Fahrzeug des Fischers Langhorst aus Lehe wurde auf den Eversand geworfen und kenterte. Die drei Mann starke Besatzung ist ertrunken. In Husum, Hadersleben und Umgegend richtete die Flut Verheerungen an. Das Wasser drang in die Häuser, deren Keller überschwemmt wurd n. In Kiel brachen die Spezialschiffe infolge des Sturmes ihre Uebungen ab. Der Flottenchef ordnete die Aufhebung des geplanten Nachtangriffs der Geschwaderschiffe auf die Hafenforts an. Die Torpedoboote fehrten in den Kriegshafen zurück, ebenso das Flottenflaggschiff. Bunte C., onik. In Königsberg i. Pr. befinden sich zur Zeit gegen 500 Bauhilfsarbeiter im Ausstand; auch 330 Maurer sind dadurch arbeitslos. - Ueber die Posener sozialistische Genossenschaftsbäckerei wurde der Konkurs eröffnet. Vermifchtes. [ Eine Schule zum Geschenk.] Brauereibesizer Haase in Breslau hat der dortigen italienischen Kolonie ein ebensc hochherziges wie großartiges Geschenk gemacht. Er stiftete ihr eine vollständig eingerichtete italienische Schule und wird deren Unterhalt aus eigenen Mitteln dauernd bestreiten. Der Spender versieht das Ehrenamt eines italinischen Konsule in Breslau. [ Wo befand sich der erste deutsche Turnplatz?] Im allgemeinen herrschte bisher die Ansicht, daß sich der erste Turnplatz in der Hasenhaide bei Berlin befunden habe. Nun wird aus Turnerkreisen geschrieben, daß der erste deutsche Turnplatz im Osten Deutschlands errichtet worden sei. Schon im Jahre 1809 begründete der Tugendbund in Brauns berg( Ostpr.) den ersten öffentlichen Turnplatz, allerdings ohne daß dieser die Bedeutung der Wirkungsstätte Jahns erlangte. A[ Das tausendjährige Jubiläum] wird in diesem Jahre stecken geblieben und so erwies sich die Verwundung als eine leichte. Man band ihm ein nasses Tuch um den Kopf und schaffte ihn nach Hause. Unterwegs aber schnalzte er mit der Zunge und fnirschte mit den Zähnen:„ Wenn ich' n friege, zerreiß ich' n! Es mag m'r leicht, ich stürm' ihm heut Abend noch's Nest." Auf den Fortgang der Kirmeß übte der Borfall weiter feinen nachteiligen Einfluß. Nach einer Viertelstunde saßen die Burschen insgesamt um den Hannhenner, sangen und tranfen nach Herzenslust. Der Hangcurt saß wieder sinnend in einer Ecke. Er beobachtete mit gespannter Aufmerksamkeit das Elschen und dessen Verhalten dem Burkhennersch gegenüber, um zu sehen, ob dieses so beschaffen war, daß der fremde Bursche sich Hoffnungen auf das Mädchen hätte machen können. Jetzt endlich wurde das Kirmeßhaus leer, denn es war Zeit zum Abendessen und die Meisten gingen deshab nach Haus; freilich um nachher wieder zu kommen. Jeder der Burschen wollte den Hannhenner mitnehmen zum Essen; da dies aber eben jeder tun wollte, so hatte dieser einen guten Grund abzulehnen, weil er c mit keinem verderben wollte. Gc blieb da rum vorläufig an einem Tisch allein sitzen und da das Elschen jetzt wenig zu tun hatte, so setzte es sich auf eine Bank dem Burschen gegenüber und sprach mit ihm etliche Worte. Hangcurt empfand, als er dies mit eifersüchtigen Blicken beobachtete, einen bitteren Schmerz, und es setzte lich in ihm die Meinung fest, daß der fremde Bursche von dem Mädchen, das er so sehr liebte, ihm vorgezogen würde und es überkam ihn daher so etwas wie Ent sagung freiwillige Verzichtleistung auf ein geträumtes Glück. Es war ihm alles gleichailtig und die Kirmeß die Stadt Mettmann begehen. Die Jubelfeier ist auf den 22. bis 24. Juli festgesetzt und soll den Charakter eines Volks. festes tragen. [ Tod eines 102jährigen.] In Dorotheendorf, Kr Zabrze, ist der Invalide Scheier, der ein Alter von 102 Jah ren erreicht hat, zur letzten Ruhe gebettet worden. Seinem Sarge folgte auch die Ehefrau, eine noch rüstige Greisin im Alter von„ nur" 101 Jahren. [ Gine eigenartige Kindesunterschiebung] ist in Altono bersucht worden. Mitte März verschenkte eine Frau in Ham burg ein kleines Kind an eine angebliche Frau Javonow, die angab, ihr Mann sei in Kiel Zollbeamter. Die Mutter empfand jedoch Reue und wollte das Kind wiederhaben. In Kiel war aber die Frau Javonom nicht zu finden. Schließlich machte sie die Kriminalpolizei als eine Wirtschafterin anderen Namens bei einem Beamten in Altona ausfindig. Die Wirt schafterin hatte diesen durchaus mit einem Kinde beschenken" wollen, und der Beamte hatte auch nichts gemerkt, bis ihn die Polizei über den Sachverhalt unterrichtete. [ Ein neues Straßenpflaster] wird seit einiger Zeit im Lande der Erfindungen, in den Vereinigten Staaten von Amerika, probiert. Man ist nämlich dort dazu übergegangen, Straßen mit Stahl zu pflastern. Daß ein solches Pflaster bedeutende Widerstandskraft besitzen muß, leuchtet ohne wei teres ein; auch rühmt man ihm nach, auf ihm komme Aus. gleiten von Menschen und Tieren weit seltener vor, als auf dem Asphalt. [ Trinksitten der Tübinger Studenten.] Der Tübinger Universitätsprofessor Dr. v. Grüßner, ein eifriger Förderer der Mäßigkeitsbestrebungen, richtete an sämtliche akademische Verbindungen der Universität Tübingen die Umfrage, ob sie Abstinenten" aufnehmen. Von 32 Verbindungen mit 1037 Mitgliedern haben 6 Verbindungen mit 212 Mitgliedern mil " Ja" geantwortet. 8 Verbindungen mit 333 Mitgliedern machen die Aufnahme von Abstinenten von gewissen Be dingungen abhängig. 9 Verbindungen mit 201 Mitgliedern berneinten die Anfrage meist mit dem Hinweis, daß studentisches Leben und vollständige Abstinenz nicht wohl vereinbar seien. Keine prinzipielle Stellung nahmen 3 Verbin dungen mit 83, gar keine Antwort gaben 6 mit 141 Mit gliedern. Aus dem Ergebnis der Umfrage schließt Prof. Dr. b. Grüßner, daß auch in studentischen Kreisen die Bestrebungen der Mäßigkeits- und Enthaltsamkeitsvereine Fortschritte machen. Kunft und Wissenschaft. HC Das Todesurteil Christi. In der berühmten Kapelle zu Caserta in Italien befindet sich unter anderen Reliquien auch eine Platte aus Stein, welche, in althebräischer Schrift eingegraben, den Urtert des von dem Landpfleger Pontius Pilatus über den Heiland gefällten Todesurteils enthält. Dieser Wahrspruch lautet: Urteil, gesprochen von Pontius Pilatus, Landpfleger von Niedergaliläa, daß Jesus von Nazareth den Kreuzestod erleiden soll. Im 17. Jahre der Regierung des Kaisers Tiberius und am 25. Tage des Monats März in der heiligen Stadt Jerusalem, als Ananias und Kaiphas Priester und Oberpriester Gottes waren, verurteilt Pontius Pilatus, Landpfleger vor Niedergaliläa, auf dem Präsidialstuhle Paätons sitzend, Jesum von Nazareth, an einem Kreuze zwischen zwei Schächern, zu sterben, da große und notorische Zeugnisse des Volkes ausjagen: 1) Jesus ist ein Verführer, 2) Jesus ist ein Aufwiegler, 3) Jesus ist ein Feind des Gesetzes, Jesus nennt sich fälschlich Gottes Sohn, 5) Jesus nennt sich fälschlich König von Israel, 6) esus ist in den Tempel getreten, von einer Palmen in den Händen tragenden Menge gefolgt. Bontius Pilatus, Landpfleger von Niedergaliläa, befiehlt dem ersten Zenturionen Quirilius Cornelius, ihn zum Nichtplat zu führen, und verbietet allen armen und reichen Versonen, den Tod Jesu zu hindern. Die Zeugen, welche den Urteilsspruch gegen Jesu gezeichnet haben, sind folgende: 1) Daniel Robani, Pharisäer, 2) Johannes Zarabatel, Schriftgelehrter, 3) Raphael Nobani, Schriftgelehrter, 4) Caper, Schriftgelehrter. Jesus wird aus der Stadt Jerusalem geführt werden durch das Tor Särena.- Eine Anmerkung besagt, daß eine gleiche Platte jedem Stamme übersandt worden ist". Es ist jedoch noch nicht geIngen, zu ermitteln, wo die Platten geblieben sind; sic sind entweder vernichtet oder harren noch einer gelegentlichen Ausarabung. ihm gewissermaßen zum Ekel geworden. Er wartete daher den Augenblick ab, bis das Elschen einmal hinasu mußte in die Küche zu seiner Mutter, dann ging er fort mit dem festen Vorsatz, die Kirmeß nicht mehr zu besuchen, mochte das Elschen dann davon denter, was es wolle. Er schlenderte betrübten Sinnes durch das Dorf nach heim. Wenngleich er auch dem Burscher, der dörflichen herkömmlichen Anschauungsweise und den eignen Empfindungen entsprechend, nichts weniger als freundlich gesonnen war, so lages ihm doch durchhaus sern, ihn etwa durch Gewalttätigkeiten vom Orte fern zu halten oder ihm, nach den Gegflogenheiten der Dorf= bewohner,„ aufzupassen" und die Knochen entzwei zu schlagen. Was ihn am meisten verstimmte, war bas Verhalten Elschens, und es gährte in ihm der Gedanke, dem Mädchen Trotz zu bieten und durch sein äußerliches Benehmen darzutun, als seien ihm die Bewerbungen des auswärtigen Burschen, auch wenn sie bei Elschen von Erfolg getrönt seien, ganz und gar gleichgiltig. Zu Hause fand er alles in festmäßiger Unordung. Ein Teil des Gesindes hatte schon gegessen, während der andere noch bei der Kirmeß war. Auch von seinen beiden jüngeren Brüdern, die sich allerdings noch nicht im burschenmäßigen Alter befanden, hatte sich noch leiner zum Abendessen sehen lassen. Der große Familientisch war den ganzen Tag gedeckt und je nach der Tageszeit standen die üblichen Speisen darauf. Diese Einrichtung war gut, denn Alle, die zum Hause gehörten, konnten nach Belieben gehen und kommen- immer war das entsprechende Essen da, brauchte also nicht besonders aufgetragen zu werden. ( Forts. folgt.) ** Eine Abg. Jout- B und Vorarbeit 1500 Mart b Ober- Beffingen Grünberg. D 33 000 Mart Lich in die D Die Bollmacht fort. Auf ein beloffen, nu zu zahlen. zufrieden geb ** Die deren Beamt zu„ leiden". da anfangs& verdient, all junge Frau Buzbad Wood Bahn muß doch wif oder im Stad nooch Boutsch flärung brach Das eine Bil dann gewwe ** E mertfam gem Wohnungswe amte, sonder Neuftädtertor A Nassau. Besuch ländli Naffau, hat netenhaufes fo Einzig einer Geme unter 18 3 einonderfold Besuche e werden. Von de Verpflichtung jenigen befre willigen Mil Fach- oder entsprechender Schulbesuch behörde als bildungsunter Unterricht nic weise Einführ wurde durch erklärt. ** Die schaftlich hat sich aller eine Schlußp Minifterialrä Dr. Breider Landtagsabg, Schule zu Fri diefer Einricht Fortbildungsid tragen werden Vorbildung in ** Mu uns berichtet: Ronzert, wel Rappen" in zahlreichen tommenen reichen Beifa liches Tanzf Morgen in Wir wünsch Schöne Mitgli * Die finden in Schlüchtern, bach und Fri ungen im Gel und dem östlic Lauterbach, die Gießen, Schott und Lauterback ( nördlich der S Wohnbach). D halten ihre Reg brigade ihr Br die Uebungen d Htattfinden. Let Kinder Sport Leiter in großer Aust Carl Siegen- B eier ist au er eines theendorf, bon 102 orden. Sem tige Greifin ist in t Frau in Javonot Die Mut ederhaben. Den. Schlie afterin ande Dig. 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Diese afe gehörten, immer also nicht ( Forti. folgt.) ** Lokales. diesem Tage manöveriert das gesamte Armeekorps gegen einen markierten Feind. Die Manöver der 21. gegen die 25. Division finden am 22. und 23. September statt, jedenfalls unter Beteiligung schwerer Artillerie. Diesem Diesem Manöver gehen viertägige Divisionsmanöver und dreitägige Brigademanöver voraus. ** Nach längeren Vorverhandlungen ist am 19. März vom Kaiserlichen Aufsichtsamt für Privatversicherung die Gründung eines Haftpflichtverbandes der deut 8. April 1904. Eine neue Affäre Jouz scheint bevorzustehen. Abg. Jouz- Bußbach fordert nämlich für die Vermessungsund Vorarbeiten der geplanten Bahnstrecke Lich- Grünberg zirka 1500 Mark von beteiligten Gemeinden Lich, Nieder- und Ober- Bessingen, Münster, Ettingshausen, Queckborn und Grünberg. Die Gemeinden hatten jedoch damals, als das 33 000 Mart- Geschäft bei Erbauung der Strecke Bußbach- schen Eisen- und Stahlindustrie genehmigt Lich in die Deffentlichkeit drang, dem Abgeordneten Jouz die Vollmacht wieder entzogen. Jouz sezte aber die Arbeiten fort. Auf eine Versammlung haben nun die Gemeinden beschlossen, nur für die wenigen Tage eine Entschädigung zu zahlen. Wie verlautet, will Abg. Jouß sich damit nicht zufrieden geben, sondern weitere Schritte tun. ** Die neue Nebenbahn Buzbach- Lich resp. deren Beamten haben unter humorvollen Auslassungen auch zu„ leiden". Auf der Station Münzenberg ereignete sich da anfangs dieser Woche folgende humoristische Szene, welche verdient, allgemein bekannt zu werden. Kommt da eine junge Frau an den Schalter und verlangt ein Billet nach Buzbach. Ost- oder Staatsbahnhof?" fragt der Beamte. Woas Bahnhof? Noach Boutschbach will eich."" Ich muß doch wissen, wo Sie aussteigen wollen, im Ostbahnhof oder im Staatsbahnhof." Ach woas, schlächt Geschwäß, nooch Boutschbach will eich." Im Laufe der weiteren Aufflärung brachte der Beamte den Kostenpunkt ins Treffen: " Das eine Billet foftet 20, das andere 25 Pfennig."" No, dann gewwe Se mer ans für 20 Fennig." " ** Es wird an dieser Stelle wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß die polizeilichen An-, Abmelde- und Wohnungswechsel- Formulare nicht allein bei dem Polizeiamte, sondern auch bei den Dktroierhebern am Selterstor, Neustädtertor und Walltor zu haben sind. Vortbildungsschulen für Hessen Nassau. Der Gesezentwurf, betr. die Verpflichtung zum Besuch ländlicher Fortbildungsschulen in der Provinz HessenNassau, hat nach Beschlüssen der Kommission der Abgeords netenhauses folgende Fassung erhalten: Einziger Paragraph. Durch statutarische Bestimmung einer Gemeinde kann für die nicht mehr schulpflichtigen unter 18 Jahre alten männlichen Personen für drei aufeinanderfolgende Winterhalbjahre die Verpflichtung zum Besuche einer ländlichen Fortbildungsschule begründet werden. Von der durch statutarische Bestimmung begründeten Verpflichtung zum Besuch einer Fortbildungsschule sind diejenigen befreit, welche die Berechtigung zum einjährig- freiwilligen Militärdienst erworben haben, welche ein InnungsFach- oder andere Fortbildungsschnle besuchen oder einen entsprechenden anderen Unterricht erhalten, sofern dieser Schulbesuch oder Unterricht von der höheren Verwaltungsbehörde als ein ausreichender Ersaz des allgemeinen Fortbildungsunterrichtes anerkannt wird. An Sonntagen darf Unterricht nicht erteilt werden. Ein Antrag auf zwangsweise Einführung der Fortbildungsschulen auch für Mädchen wurde durch den vorliegenden Gefeßentwurf für erledigt erklärt. ** Die seit drei Wintern hier eingeführte landwirtschaftliche Fortbildungsschule in Langsdorf hat sich allem Anschein nach gut bewährt. Dieser Tage fand eine Schlußprüfung des dritten Winterkursus statt, wozu die Ministerialräte Dr. Eisenhut und Braun, Provinzialdirektor Dr. Breidert und Kreisschulinspektor Kleinschmidt- Gießen, Landtagsabg, Köhler und der Direktor der Landwirtschaftsschule zu Friedberg Dr. v. Peter erschienen waren. Mit dieser Einrichtung wird angestrebt, daß in unseren ländlichen Fortbildungsschulen der Landwirtschaft mehr Rechnung getragen werden soll; die Lehrer sollen u. A. eine geeignete Vorbildung in den landwirtschaftlichen Fächern erhalten. ** Musikverein Grünberg. Nachträglich wird uns berichtet: Das vom Musikverein Grünberg veranstaltete Konzert, welches am 2. Osterfeiertage im Gasthaus Zum Rappen" in Grünberg stattfand, hatte sich eines überaus zahlreichen Besuches zu erfreuen. Die zum Vortrag getommenen Mufifpiecen waren eraft und ernteten überaus reichen Beifall. Diesem Konzert schloß sich noch ein gemütliches Tanzkränzchen an, welches die Teilnehmer bis gegen Morgen in der animiertesten Stimmung beisammenhielt. Wir wünschen dem jungen Vereine, welcher schon jetzt eine schöne Mitgliederzahl aufweist, einen erfreulichen Aufschwung. * Die Herbst manöver des 18. Armee forps finden in diesem Jahre im Gelände der Kreise Fulda, Schlüchtern, Gersfeld, Gießen Schotten, Alsfeld, Lauterbach und Friedberg statt. Die 21. Division hält ihre Ueb. ungen im Gelände der Kreise Fulda, Gersfeld und Schlüchtern und dem östlichen Teile der hess schen Kreise Alsfeld und Lauterbach, die Großh. hess. 25. Division in den Kreisen Gießen, Schotten, dem westlichen Teile der Kreise Alsfeld und Lauterbach und dem nördlichen Teile des Kreises Frieberg ( nördlich der Linie Hausen, Niederweisel, Oppershofen und Wohnbach). Die Infanterie- Regimenter Nr. 116 und 168 halten ihre Regimentsegerzieren, die 41. und 49. Infanteries brigade ihr Brigadeegerzieren im Manövergelände ab, auch die Uebungen der beiden Feldartilleriebrigaden werden dort stattfinden. Letter Manövertag ist der 24. September. An Kinder Sport-Wagen Leiter in großer Auswahl empfiehlt Carl Müller Gießen Bodstraße 12. Mädchen, welches Lust hat das Zuschneiden zu erlernen, bei gutem Salair und angenehmer Arbeitszeit gefacht. Schirmfabrik M. Levi, Giessen. worden, welcher die Mitglieder der dem Verband Deutscher Eisen- und Stahl- Berufsgenossenschaften angehörenden Genossenschaften als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit gegen die Ansprüche aus Haftpflichtfällen zu versichern bestimmt ist. ** Ein Vorkommnis, das sich vorigen Samstag in der katholischen Kirche zu Osthofen abspielte, bildet gegenwärtig dort das Tagesgespräch. Kurz nach 1 Uhr fam ein Brautpaar mit den Trauzeugen in die Kirche, in der auch das große Gebet abgehalten wurde, um firchlich getraut zu werden. Da der Bräutigam katholisch, die Braut aber evangelisch war, so fanden Verhandlungen statt, bei welchen der junge Mann erst schriftlich, dann durch ein Handgelöbnis versprechen sollte, seine Kinder katholisch werden zu lassen. Dieser gab jedoch nur die Erklärung ab, es sei in Osthofen Sitte, daß die Kinder erzogen würden wie der Vater, jedoch laffe er sich nicht binden. Da der Geistliche sich damit nicht zufrieden geben wollte, verließ die Hochzeitsgesellschaft uneingesegnet die Kirche. H Ober- Widdersheim, 6. April. Gestern konnte die Einweihung unseres neuen Schulhauses stattfinden. Nachdem die Schulbehörde des Kreises, Kreisrat Böckmann und der stellveertretende Kreisschulinspektor Scherer an dem Bahnhof empfangen worden waren, setzte sich der Feftzug nach dem neuen Schulhause in Bewegung. Nachdem man hier angelangt, sang der Männergesangverein unter Leitung des Lehrers Koch den Chor:" Machet die Tore weit", worauf Herr Pfarrer Brill das Wort ergriff. Er warf einen Rückblick auf die Geschichte des Schulhaus- Neubaues, brachte den Beteiligten Dank dar und ermahnte die Eltern, den Lehrer in seiner Arbeit treulich zu unterstützen. Hierauf fand die Ueberreichung des Schlüssels statt, worauf das Gebäude einer Besichtigung unterzogen wurde. Es ist ein schmuckes in modernem Baustil errichtetes Haus, das eine wahre Zierde unseres Ortes bildet. Der gemeinsam gesungene Choral" Nun danket alle Gott" bildete den Schluß der Einweihungsfeierlichkeit, deren gemütlicher Teil in der Wirtschaft des Bürgermeisters Weiß ihre Fortseßung fand. Grüningen. Lehrer Jung hat eine Stelle an der vierklassigen Schule zu Erzhausen, im Kreise Darmstadt, übertragen bekommen. fünfte fanden gestern und heute hier statt, um in der alten Friedberg, 6. April. Mehrere LehrerzusammenSeminarstadt mit den ehemaligen Seminar- und Klassenbrüdern nach Jahren ein frohes Wiedersehen zu feiern. 1884 und 1894. Die Reihen der alten Herren haben sich Es hatten sich eingefunden die Jahrgänge 1864, 1869, bereits bedeutend gelichtet, währerd die jüngeren Lehrer in stattlicher Zahl erschienen. Trotz des ungünstigen Wetters Stadtkirche und anderer Sehenswürdigkeiten statt. fanden Besichtigungen des Lehrerseminars, der Burg, der = Vom Odenwald, 7. April. Bedeutenden Schaden hat in Ober- Sensbach das Hochwild, das dort sehr gehegt wird und in starken Rudeln vorkommt, verursacht. Ganze Waldcomplexe sind von den Hirschen abgeschält und die schönsten Obstbäume der Gemarkung- 80 an der Zahl total zernagt. + Nierstein, 7. April. Die hiesige Molkereigesellschaft die nur 27 Mitglieder zählt, verzeichnete im abgelaufenen Jahre einen Reingewinn von Mt. 1392,22. Die Aktiva betrug Mf. 32,291,29, die Passiva Mt. 30,839,07. = Frankfurt a. M., 7. April. Weil das Stallgeld in der landwirtschaftlichen Halle von 12 auf 15 Mart pro Pferd erhöht worden ist, wollen 16 Pferdehändler und zwar 6 aus Frankfurt a. M., 4 aus Wiesbaden, 2 aus Oberingelheim, je einer aus Alzey, Offenbach und Basel den hiesigen Frühjahrs- Pferdemarkt nicht beschicken. Bis heute Abend waren troßdem sämtliche Stallungen vergeben und 87 Pferde stehen bis jetzt mehr zu Markte als früher. = Ober- Olm, 7. April. Die Frau K. Koch von hier war vor 14 Tagen in einen rostigen Nagel getreten und beachtete die kleine Wunde nicht bis der Fuß anschwoll. Gestern nach Mainz ins Spital gebracht starb die Frau heute an Wundstarrkrampf. × Aus Kurhessen, 7. April. Oberpräsident v. Windheim, Landeshauptmann Freiherr v. Riedesel, Landesbaurat Stiehl und einige weitere Sachverständige stellten den Standort für das in Kloster Haine zu errichtende Dentmal Philipps des Großmütigen an Ort und Stelle fest. Das fünf Meter hohe Denkmal soll auf der Nordseite des fog. Amtsplatzes zu stehen fominen. Die Vorbereitungen zu der mit der Denkmals- Einweihung verbundenen festlichen Begehung des 400 jährigen Geburtstages des hessischen Fürsten werden nunmehr eifrig in die Hand genommen. Naumannia Seife mit dem Beste Seife nah und fern! 2 junge § Darmstadt, 7. April. Die General- Versammlung der Bank für Handel und Industrie in Darmstadt erteilte in ihrer gestrigen General- Versammlung einstimmig Decharge und setzte die Dividende, wie vorgeschlagen, auf 6 Prozent( wie im Vorjahre) fest. † Neckar- Steinach. 8. April. Die malerisch gelegene Hinterburg bei Neckar- Steinach ist, wie der Burgwart" meldet, durch Vertrag mit Freiherrn v. Dorth, dem seitherigen Besizer, an den hessischen Staat übergegangen. Jedenfalls werden jezt anch bald Vorkehrungen getroffen, um diese interessanteste aller hessischen Burgen vor gänzlichem Verfall zu schüßen. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Oberhessen für Samstag, den 9. April 1904. Zeitweise heiter, schwachwindig, wärmer, im Norden des Gebiets stellenweise noch etwas Regen. Näheres durch die Gießener Wetterfarte. Hamburger Futtermittelmarkt. Originalbericht von G.& D. Lüders, Futtermittelgroßhandlung, Reis- und Delfuchenmühle, Hamburg. Infolge der vielen Feiertage lag das Futtermittelgeschäft an hiesiger Börse in dieser Berichtswoche recht still; selbst festere Berichte Nordameritas vermochten daran nichts zu ändern. Reisfuttermehl fester Erdnuskuchen abflauend, Schlempe und Biertreber für nächstmonatliche Verschiffung nachgebend. Reisfuttermehl 24-28 Proz. Fett und Protein Mr. 4.00-4.20 pr. 50 Kilo ab Hamburg, Mt. 4.15-4.30 ab Hamburg, ohne Ge haltsgarantie Mt. 3.50,-3.75, ab Hamburg. Reiskleie 2.10-2.50, Weizenkleie, grobe 4.30-4.50, Roggenkleie 4.10-4.25, Gerstefleie 4.50-5.00, Erdnußkleie( gemahlene Erdnußschalen) 1.75-2.00, Erdnußkuchen und Erdnußmehl 52-54 Proz. 5.80-6.20,- 53 Proz. 6.00-7.00, Baumwollsaatkuchen und Baumwollsaatmehl 52 bis 58 Proz. 6.40-6.55, 58-62 Proz. 6.50-6.75. Cocusnußkuchen und Mehl 28-34 Proz. Fett und Protein 5.40-6.25, Balmfernkuchen und-Mehl 22-26 Proz. 4.90–5.10, Rapskuchen und-Mehl 38-44 Proz. 4.40-4.65, Leinkuchen und Mehl 38-42 Proz. 6.20 bis 6.50, Maisölkuchen und-Mehl 18-14 Broz. 5,00-5.50 Getrodnete Schlempe 33-45 Broz. 5.10--5.30, Getrocknete Treber 24-30 Proz. 5.25-5.25, Malzkeime Mt. 4.60-5.00, alles pro 50 Kilo ab Hamburg. Kirchliche Nachrichten für Gießen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst In der Stadtkirche. Samstag, den 9. April. Nachmittags 2 Uhr: Beichte zu der mit der Konfirmation verbundenen Abendmahlsfeier. Pfarrer Dr. Schlosser. Quasimodogeniti, den 10. April. Vormittags 9.30 Uhr: Konfirmation der Kinder aus der Matthäusgemeinde und Feier des heil. Abendmahls. Pfarrer Dr. Schlosser. Nachmittags 2 Uhr: Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden aus der Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe. Abends 6 Uhr: Pfarrassistent Schulz. Kollekte für die Armen. In der Johannes firche. Samstag, den 9. April. Nachmittags 2 Uhr: Beichte. Abends 6 Uhr: Pfarrer Euler. KonPfarrer Dr. Naumann. Sonntag, Quasimodogeniti, den 10. April. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. firmation der Kinder aus der Johannesgemeinde, im Anschluß an dieselbe Feier des heil. Abendmahls. Nach allen Gottesdiensten besondere Kollekte für die Armen. Katholische Gemeinde. Samstag, den 9. April. Nachmittags um 5 Uhr und Abends 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Sonntag, den 10. April. Weißer Sonntag. Borm. von 6.30 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. um 7 Uhr an: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heilig. Kommunion. 11 " " " 8 Die zweite heil. Messe. um 9.30 Uhr: Hochamt mit Predigt. Feier der ersten heil. Kommunion der Kinder. Nachm. um 3 Uhr: Andacht mit Segen. Montag, vorm. 8 Uhr: Amt. Für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein. Königl. Preuss. Staats- Medaille Seidenstoffe jeder Art, in jeder Farbe, zu jedem Preise, der Meter von 75 Pf. an. Muster portofrei. Fertige seidene Kostüm- Röcke, Jupons, Blusen, halbfert. Roben. 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Aufgebots aller Waffen, einschließlich Halbinvaliden und nur Garnisondienstfähigen, 3) die zur Disposition der Truppenteile oder Ersazbehörden entlassenen Mannschaften aller Waffen, 4) die Ersagreservisten, geübte und nicht geübte, und zwar: 1891 1892 1893 Jahrgänge aller Waffen außer Erfahreserviften Die oben unter Nr. 1 aufgeführten aller Jahrgänge( Offiziere pp.) außer Erfahreservisten 1896 außer Erfagreservisten 1900 1894 1898 1895 1897 1899 außer Eisagreferristen 1901 anßer Erfagreserv sten Nur Erfahreserviften 1891 big 1896 1897 bis 1903 Nur Erfahreservisten Tag Stunde 18. April 8 Uhr vorm. " 1 " 2 Uhr nachm. 19. April 8 Uhr vorm. 2 Uhr nachm. 1902 20. April 8 Uhr vorm. 2 Uhr nachm. 4 Uhr Nachm. Es wird folgendes erinnert: " f rund und obal Waschseile, Waschklammern in großer Auswahl empfiehlt Carl Müller. Gießen Plockitraße 12. Richard Buchacker. Gg. Carl Volk. Fahrräder- und NähmaschinenVersandt, Ersatzteile, Reparaturen Carl Graf Gießen. Kirchenplatz 15. an der Stadtkirche. 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Fahrräder 69." 99 " 1) Befreiungsgesuche sind bis spätestens 8 Tage vor dem Appell durch das Haupt- Schläuche meldeamt einzureichen und müssen durch die Bürgermeisterei bezw. bei Beamten durch die vorgefeßte Behörde beglaubigt sein. Berücksichtigung kann nur in den dringendsten Fällen stattfinden. 2) Jeder Kontrollpflichtige ersieht die Jahresklasse, zu der er gehört, auf dem Deckel seines Militärpasses. 3) Die Militärpässe mit eingeflebter roter Kriegsbeorderung und Führungszeugnis sind mitzubringen. 4) Bei sämtlichen Kontrollpflichtigen werden dieses Mal Fußmessungen vorgenommen, mit Ausnahme der Ersaßreservisten. Dementsprechend sind saubere Strümpfe anzuziehen, Stöcke, Schirme, Pfeifen und Bigarren sind vorher wegzulegen. 5) Sämtliche Mannschaften stehen während des ganzen Kontrolltages bis einschließlich Mitternacht unter dem Militärgeseg. Demgemäß werden auch Unpünktlichkeit und Versäumnis der Kontrollversammlung bestraft. Gießen, den 5. April 1904. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen J. V.: Curschmann. ConfirmandenSchirme große Auswahl in allen Preislagen. Nur eigenes Fabrikat. Casseler Schirmtabrik, Gießen وو Bekanntmachung. An Stelle des zurückgetretenen Wiegers an der Lastwage am Neustädtertor, Christian Weidig, wurde heute Philipp Nickel als Wieger verpflichtet. Gießen, den 6. April 1904. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Die Walltorstraße zwischen Brau- und Brandgasse wird wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten von Freitag den 8. I. Mts. an bis auf weiteres für den Fuhrwerks- und Fahrradverkehr gesperrt. Gießen, den 7. April 1904. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Die Plocktraße wird wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten von Donnerstag, den 7. I. Mts. an bis auf weiteres für den Fuhrwerks- und Fahrradberkehr gesperrt. Gießen, den 6. April 1904. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Die Marktstraße wird wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten von heute an bis auf weiteres für den Fuhrwerks- und Fahrradverkehr gespert. Gießen, 6. April 1904. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Die am 17. März 1. Js. angeordnete Sperre der Goethestraße zwischen Seltersweg und Südanlage wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 7. April 1904. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung, Die am 7. Mäz l. Js. angeordnete Sperre der Grabenstraße wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 7. April 1904. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Die am 15. März 1. Js. angeordnete Sperre der Wetsteingasse wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 7. April 1904. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Betr. Die Ausführung der Verordnung vom 5. Febr. 1901, das Gewerbe der Gesindevermieter und Stellenvermittler betr. Bestehender Bestimmung gemäß bringen wir nachstehend den Gebührentarif der hiesigen Gesindevermieterinnen und Stellenvermittler zum Abdruck. Die Gebühr einer Gesindevermieterin beträgt: 1. Für Vermittlung eines Dienstboten an eine Herrschaft in Gießen 5 Mr. 2. Für Vermittlung eines Dienstboten an eine Herrschaft nach auswärts 7 Mt. ( Frau Heßler, Geisel und Opper 5 Mk.) wovon der Vienstbote jeweils Mt. 2 zu entrichten hat. Die Gebühr des Stellenvermittlers er mann beträgt: Für einen 1. Gesellen Mt. 3, " " 2. " " 2, 3. 1,50 " wovon Meister und Geselle je die Hälfte zu entrichten hat. Gießen, den 6. April 1904. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Herberg. Servelatwurst Schinkenwurst Schinken, roh n. gekocht Mettwurst. Täglich: frischer Aufschnitt in kalt und warm empfiehlt Carl Buss, Metzger. Gießen. - Marktplatz 5. Cabnkalk- Industrie GrossenLinden- Giessen. Inhaber: Carl Haas junior. Gießen. Ringofen- Kalkwerke. Seltersweg 9. Grau Weiß- Stückkalk fowie Sackkalk Hilfemburg, Fichteſtr. 33. * g.Blutstock.Timermann น. fte. vorrätig. Telephon: Kalfwerke Nr. 200, Kontor Nr. 282. ZLIM อน เอ Sommerach, begann der sich in die Luft дадла mie und über das schweigende Wasser zu segeln Da wußte der Fischerknabe, daß er selber sein Glück zersonst enthielt das Kästchen nichts HUMOR Nr. 77. che Famili Freitag, den 8. April. DGI 32 1,50 te zu entrichten Bießen. geisterhafter Rauch, der sich in die Luft erhob wie eine Sommerwolfe und über das schweigende Wasser zu segeln begann sonst enthielt das Kästchen nichts. Da wußte der Fischerknabe, daß er selber sein Glück zerstört hatte, und daß er niemals zu seiner Auserkorenen, der Tochter des Drachenkönigs, zurückkehren könnte. In seiner Verzweiflung schrie er laut auf und weinte bitterlich.... Aber nur einen Augenblick, im nächsten war er selbst ganz verwandelt. Ein eisiger Schauer durchfuhr seinen ganzen Körper, seine Zähne fielen aus, sein Gesicht schrumpfte zusammen, seine Haare wurden weiß wie Schnee, seine Lebenskraft versiegte, leblos sank er auf den Sand, von der Wucht vo vierzehnhundert Wintern hingestreckt. Ein„ Hundeleben". In meiner Kindheit, als wir noch auf dem Lande wohnten, war meine Gespielin unsere langhaarige Hündin, welche auf den Namen Phylar hörte. Kinder und Hunde gehören zusammen, jedoch ist dieses Verhältnis im allgemeinen angenehmer für die Kinder, als für Hunde, welche zuweilen unter solcher Freundschaft erheblich leiden und in ihrer persönlichen Behaglichkeit schwer gestört werden. Alte erfahrene Hundegemüter pflegen deshalb auch einen gesitteten Umgang mit erwachsenen Leuten jeglichem Verkehr mit der Jugend vorzuziehen, wie Purzel und Brempel, die in einem kinderlosen Hause aufgewachsenen Hunde meines Onkels, welche jegliche Annäherung von unserer Seite mit troziger Gleichgültigkeit zurückwiesen Unser guter Phylar war daran jedoch gewöhnt und seine Langmut war unendlich. Er muß wohl von keiner besonderen Rasse gewesen sein, denn ich erinnere mich nicht, daß jemals einer aus der Nachbarschaft den Wunsch augesprochen hätte, man möchte ihm einen von den Jungen, welche das gute Tier regelmäßig und zahlreich zur Welt brachte, liegen lassen". Diese wurden hingegen von unserem Knechte Johann regelmäßig beseitigt und zwar dadurch, wie ich einmal Gelegenheit hatte, zu sehen, daß er den ganzen Wurf lebendig begrub. Ich weiß mich noch deutlich zu erinnern, daß ich diesem Vorgang weder mit Schauer noch mit Mitleid, sondern nur mit jenem intensiven Interesse zuschaute, welches Kinder allen Handlungen erwachsener Leute entgegenbringen. Einmal nur, als Phylar schon alterte, ward ein Sohn von ihm, welcher den Namen Hektor erhielt, am Leben gelaſſen. Dieser war ein schwarzes wolliges Hündchen, deſſen Umgang mich mit Entzücken erfüllte und dessen frühes und tragisches Ende mir viele Tränen kostete. Einmal nämlich, als er mit unserem Knechte über Land ging, ward er von einem der Tollwut höchst verdächtigen landstreicherischen Hunde ins Bein gebissen und infolgedessen dem Jäger übergeben, welcher ihn an einen Baum band und So war es auch diesmal dem armen Phylar nicht totschoß. vergönnt gewesen, mit Freude und Stolz auf seine Nachkommenschaft zu blicken und einmal Enkel auf seinen Knien zu ſchaufeln, wenn man dies von einem Hunde sagen darf. Er war ein gutes, treues und anhängliches Tier, und in den vier Wochen jedes Sommers, da wir verreist waren, härmte er sich stets sehr ab und ward aus Gram ganz mager und ruppig. Er saß dann gern auf dem Hügel am Kirchhof, wo er eine Ausschau auf die Straße hatte, die wir kommen mußten, und heulte von Zeit zu Zeit ganz erbärmlich. Den Wagen, welcher uns zurückbrachte, witterte er schon von ferne und weit vor dem Dorfe kam er uns schon entgegen, indem er winselnd und bellend vor Freude hoch an dem Wagen emporsprang und sich vor Wonne nicht zu lassen wußte Als ich neun Jahre alt war, ward mein Vater in die Residenz versetzt, und man meinte, daß dort in dem Stadthause fein Raum für den guten Phylax sei. Er sollte deshalb an einen befreundeten Prediger verschenkt werden, welcher auch eines Tages in einer Glasfutsche kam, um ihn abzuholen. Phylax, obwohl ihm die Sache sichtlich verdächtig vorkam, ließ sich durch Bitten und Schmeicheleien in den Wagen locken, allein in dem Augenblicke, als die Pferde anzogen, sprang er mit einem mächtigen Sage durch die klirrenden Glasschreiben wieder heraus und jauchzend über seine Befreiung an uns empor. Er mußte schließlich in einen Sack gesteckt werden, damit er nur befördert werden konnte, und sein späterer Besizer legte ihn an die Kette, weil er anders entlaufen wäre. Er hatte aber nicht lange mehr gelebt, denn er ist bald aus Gram gestorben. WITZ HUMOR Das Lied der Welt- wie flingt's so anders, Ob draußen man im Leben steht, Ob fernher nur ein leises Summen Jns enge Kämmerlein uns weht! Vom Kasernenhof.„ Was, Einjähriger, Ihnen ist das Bein eingeschlafen? Herr, kommen Sie mir mit ausgeschlafenen Beinen zum Dienst!" Zeitgemäß. Räuber:„ Bei der 8'schen Lebens- Versicherungsgesellschaft sind Sie mit fünfzigtausend Mark versichert?- Dann bringen wir Sie nicht um!... dafür erhalten wir von der Gesellschaft eine gute Entschädigung=" Verschnappt. Frau( die von der Reise zurückkehrt, schnuppernd):„ Du hast hier im Zimmer geraucht, ich rieche es!"- .. und außerdem steht schon seit Mann:„ Unmöglich, Beste drei Tagen das Fenster offen!" * Versichert. In fröhlicher Laune betritt der Großbauer Schiefelmaier die Wirtsstube. Eben kommt er vom Stadtgericht, wo er den lang= wierigen Prozeß gegen seinen Nachbar durch einen heute abgelegten Eid endlich gewonnen hat. " So, so!" sagt der Ochsenwirt, dem er das wichtige Ereignis voll Freude mitteilt,„ also g'schworen hast, Schwefelmaier? Hm," meint er dann bedenklich," i' könnt' mi' net so leicht dazu entſchließen, an Eid abz'legen. Mir fallt halt alleweil die G'schicht ein von dem Bauern, der aa amal g'schworen hat und es war wohl a biſſel was net richtig dabei – am nächsten Tag hat ihm die Dreschmaschin' die drei Schwurfinger wegg'rissen!" Unwillkürlich zieht der Schwefelmaier die drei bewußten ginger ein, macht ein nachdenkliches Gesicht und starrt vor sich hin. Jin nächsten Augenblick aber lacht er ſchon überlegen:„ Ah was! I bin ja gegen Unfäll' versichert!“ Der kleine Grübler. Karlchen:„ Mama, ich glaube doy nicht, daß du alles besser weißt, als ich."— Mama:„ Doch, dosd, mein Junge. Ich bin ja auch viel älter als du."- Karlchen: „ Na, dann sag' mir einmal fünf aufeinander folgende Tage, in denen kein einziges a vorkommt."- Mama:„ Die gibt's ja gar nicht, mein Junge!"— Karlchen:„ Doch, Mama: Vorgestern, gestern, heute, morgen und übermorgen! Siehst du, du weißt doch nicht alles beſſer als ich!“ Glaublich. Fräulein:„ Sie sind heute so unartig, Herr Assessor; zur Strafe werde ich das Lied nicht singen, das ich Ihnen für heute versprochen hatte!"- Herr:„ O, von Ihnen nehme ich gern dieſe Strafe an, gnädiges Fräulein!” Münchhausen am Nordpol. Ein englischer Nordpolforscher unterhielt seine Freunde mit Geſchichten aus den arltiſchen Regionen. „ Einmal," so erzählte er,„ wurde ich von einem Eisbären gestellt und hatte keine Kugel mehr, um mich zu verteidigen. Tränen traten mir ins Auge, als ich an mein Heim dachte ., Und was geschah nun?" fragten seine Freunde atemlos.--„ Nun, die Tränen froren hart wie Stein; ich stopfte sie in mein Gewehr, feuerte und tötete so den Bären!" * Ein salomonisches Urteil. Ein Radfahrer hatte in einem Dorfe eine Gans überfahren; der Eigentümer eilte herbei und forderte 3 Mark Schadenersatz. Der Radfahrer wollte aber nur 2 Mark geben und dem Bauer die Gans lassen. Da sie sich nicht einigen konnten, gingen sie zum Kadi, d. H. zum Bürgermeister. Als dieser von dem ganzen Sachverhalt Kenntnis genommen, wiegte er sein Haupt hin und her und begann: „ Also, du, Sepp, verlangst drei Mark und läßt dem die Gans, und Sie wollen dem Sepp zwei Mark geben und ihm auch die Gans lassen; keiner will die Gans, da machen wir die Geschichte nun so: Geben Sie die zwei Mark her, und du, Sepp, die Gan?!" Das Gewünschte wurde dem Gestrengen ausgehändigt. Da zog der schlaue Richter einen Mark aus der Tasche, legte sie au den zwei und gab sie dem Bauern. Den Streitgegenstand, die totgefahrene Gans, behielt er für sich. " So," meinte er stolz, jetzt kann jeder zufrieden sein!" Nr. 77. Freitag, den 8. April. 1904. essische Familienzeitung. Tägliche Unterhaltungs- Beilage Gießener Neueste Nachrichten. gris mi nedod sij mat Beslag ber Clefoner Beringsbruderet, varm. BUH. Rellerſhe Dubrudsss!( gegr. 1728); Is Reis (( 6. Fortseßung.). Tubing out 2nd isdroms thin ato meniu odole neilgin Gewissensqualen. 30 dbi o usudamas jail die Euertid sluo Kriminal Roman von Robert Buchanan. asdial sttod dog in Hom Enul 200 dio2 areto aonism neden sirodo no nom and Fräulein Craig seufzte schwer. Ich muß fürchten, Herr Doktor, daß meine Geschichte Sie ermüdet." Ich versicherte, daß das keineswegs der Fall war, und bat sie, fortzufahren. 19 med tisti? red burl? ( Nachdruck verboten.)) rige Nacht, und jeden Augenblick glaubte ich, daß mein Vater feine Heftigkeit bereuen und zu mir kommen würde. Er kam aber nicht. Als ich am anderen Morgen zum Frühstück hinunter kam, erkundigte ich mich nach ihm, Bridget sagte mir, daß er schon bei Tagesanbruch fortgefahren wäre, und zwar auf den Jahrmarkt nach Kilsyth, den er gewöhnlich besuchte. Ich war sehr erfreut, das zu hören, und hoffte, er werde sich schon etwas beruhigt haben. Ich hatte mich inzwischen entſchloſſen, ihm zu erzählen, wie ich mit den Creenans bekannt wurde und ihn um Nachsicht und Verzeihung zu bitten. Ach, wie langsam und träge verging dieser Tag! Das Dorf schien wie ausgestorben. Die meisten Männer hatten ihr Vieh auf den Jahrmarkt getrieben, und die Weiber waren mit Butter nach der Stadt gegangen. Ich ging an die See und von da ans Moor, und an der Grenze der Markung von Mylrea begegnete ich Pater Antonius." n war?" Nun, ich war von den besten Hoffnungen für die Zukunft erfüllt, als eines schönen Tages mein Vater mich besuchte und muir ankündigte, daß er die Absicht habe, mich mit sich nach Fontse zu nehmen. Auch Anton und Michael Creenan hatten ingivischen Dublin verlassen und waren in ihre Heimat Mayo zurückgekehrt. Anton, der die priesterlichen Weihen empfangen hatte, nahm eine ihm angebotene Hilfsgeistlichenstelle an; das väterliche Gut, das ihm als Erstgeborenem zustand, hatte eɩ Michael überlassen. Ich glaubte, meine Zeit wäre gekommen. Anton, Michael und deren Mutter waren die letzten Vertreter ihres Geschlechtes, mein Vater und ich waren von dem unserigen nur noch allein übrig, und es schien mir wider ſinnig, daß wir noch länger verfeindet bleiben sollten. Ich" Dem Bruder Michaels, der Geistlicher geworden hatte mir einen Plan ausgedacht, dieser Feindschaft ein für allemal ein Ende zu machen, und ich war feſt entſchloſſen, ihn durchzuführen." „ Sie kehrten alſo nach Hause zurück?" " Ja, und einige Monate lebten wir hier glücklich. Nur das Geheimnis, das ich noch immer für mich behielt, beunruhigte mich einigermaßen. Mein Vater, der ein großer Jäger war, war viel auswärts bei Freunden, die mehr oder weniger entfernt wohnten. Während er mit seiner Flinte und seinem Hunde weg war, blieb ich hier auf dem Schlosse allein und hatte bisweilen eine Verabredung mit Michael, der ab und zu hierher kam. Wie lange das so fortgegangen sein würde, weiß ich nicht. Als ich aber einſt mit Michael zu̟sammen auf dem Moore spazieren ging, begegneten wir meinem Vater. Niemals werde ich sein Gesicht vergessen, als er uns zuſammen ſah! Er sprach kein Wort, hob nur seine Hundepeitsche und schlug Michael ins Gesicht. Ich schrie laut auf, Michael entriß ihm die Peitsche, zerbrach sie und warf sie mit den Worten zu Boden: Ich kann Sie jetzt in Gegenwart Ihrer Tochter nicht wiederschlagen, Sie sollen es aber Fräulein Craig bedeckte ihr Gesicht mit den Händen und noch auf Ihrem Totenbette bereuen!" sah erst nach einer Weile wieder auf. " Mein Vater gab ihm keine Antwort, sondern wandte sich zu mir und befahl mir, ihn nach Hause zu begleiten", fuhr Fräulein Craig fort.„ Ich war zu ſehr erschreckt, um ihm nicht willenlos zu gehorchen. Als wir jedoch am Schlosse angelangt waren, hatte ich wieder Mut gefaßt, und ich bat ihn, mir Gehör zu ſchenken. Er erwiderte mir indessen nur: Geh' auf dein Zimmer, Ellen, ich werde vielleicht ein andermal mit dir darüber sprechen; aber heute nicht. Wie er mich ge. und Gott verzeih mir es, ich habe heißen, ging ich hinauf. ihn nicht mehr gesehen." Von ihrem Kummer überwältigt, seufzte sie laut auf. Ich erhob mich von meinem Stuhl, trat auf sie zu, und bat sie, da die Erinnerung zu ſchmerzlich für sie sei, ihre Erzählung nicht fortzuſetzen. Mit einer bewundernswerten Selbstüberwindung beruhigte sie sich indessen und fuhr dann fort: ,, Allein in meinem Zimmer verbrachte ich eine recht trau190 " Ganz recht, derselbe, und der inzwischen Kaplan hier in Mylrea geworden war. Er kam sogleich auf mich zu und streckte mir seine Hand entgegen. Ich war davon etwas überrascht und wollte die Handlungsweise meines Vaters zu entschuldigen suchen, er ließ mich aber nicht zu Worte kommen. Es bedürfe dessen nicht, meinte er. Durch ähnliche Vorfälle sei der böse Familienzwist seit Jahren immer wieder von neuem entfacht worden, wir aber wollten ihn endlich begraben. Er habe bereits mit Michael gesprochen, und das, was gestern geschah, solle und müsse vergessen sein. uut mu யார் மகு von ganzem Herzen dankte ich ihm, und nachdem er sich verabschiedet hatte, eilte ich rasch nach Hause in der Hoffnung, meinen Vater zu finden. Er war aber noch nicht zurück. Sch ging hierher in dieses Zimmer, ſetzte mich ans Fenster und fah, bis es dunkel wurde, auf die Straße hinaus, wo die Leute ihr Vieh vom Markt zurück ins Dorf trieben. Als es ganz dunkel war und ich nichts mehr sehen konnte, schloß ich das Fenster und ließ die Lampe bringen. Eine Stunde ſpäter hörte ich das Rollen von Rädern und ich rannte zur Haustüre. Als ich aber auf die Schwelle trat und die Menge Leute mit Fackeln ſah, da wußte ich, daß etwas geschehen war. Und bevor ich noch fragen konnte, zog mich Doktor Mulligan beiseite und sagte mir, daß mein Vater tot sei." sonni stolpbori Abermals hielt sie inne, und abermals barg sie ihr Gesicht in den Händen. Im Zimmer war es so finster geworden, daß ich sie kaum noch sehen konnte, ich hörte sie aber weinen. Unwillkürlich fuhr ich mit der Hand über ihren gebeugten Kopf und ſtrich ihre goldenen Flechten, als hätte ich ein Kind von mir. Sie unterdrückte ihre Tränen, und das Haupt aufrichtend fuhr sie ruhig fort: ihn herein und legten ihn auf sein Bett. " Sie trugen Ich schlich in mein Zimmer und saß dort teilnahmslos; ich weinte und jammerte nicht, sondern saß vollkommen ſtill und halb geistesabwesend da, wie jemand, der zu Tode getroffen ist. Ein Klopfen an der Türe weckte mich endlich. Ich öffnete Sie sah verstört und freideweiß und ließ Bridget herein. aus und brachte mir noch eine schreckliche Nachricht: der Mörder meines Vaters war entdeckt worden und befand sich 5. it. tt a. gefocht egger. erka. Gießen. Inhaber: Sackkalk Haas junior, Brossen For Nr. 282. Das Blatt блив дейт Wonnemento tr. 84 mab ble Bathsbeting 50 D Nur eine ne Gouverner Hauptabt den Vorm Otjofafu lie eine Etappe des heute aus dem 2 Sie Hauptabteil Herero hart auf Baffung der an perero eingefd Intereffante bietet ein Brief ings Mahar Brief beweist, Mer Empörung jur Erhebung Der Brief laut An alle häuptling de Gefes erlasse alle meine Bastard, Be folgende: Tegen wir u werde, auch habe einen Häuptling& Diejen Brie Anschlags ihnen gäuptlinge, die Das bon S Für die Hinter nach dem Ent Bohrdt ausge tenen Blattes Motiv auf. Raiſertrone a mit dem Neid 10orgestredt und boon dem Kran nung:„ Gede Beburts- und und Reich. Drittel des Meer. Auf Ge getafeltes Seg dem langen dem das Licht In den Händen der Polizei. Ich fragte nach seinem Namen, und sie sagte, daß niemand anders als Michael Creenan es sei. " Das, worauf ich mich weiter erinnern kann", sette das Fräulein ihre Erzählung fort,„ ist, daß ich angekleidet auf bem Bette lag, als ich aus einer Ohnmacht erwachte. An der einen Seite stand die treue Bridget und auf der anderen Doktor Mulligan. Im ersten Augenblick war ich noch zu verwirrt, als daß ich hätte verstehen können, was vorgefallen war, dann aber durchzuckte es mich wie ein Blitz, und ich brach in heftige Tränen aus. Der Arzt entfernte sich nun, während Bridget mich zu beruhigen suchte. Meine erste Frage war nach Michael. Der ist gut aufgehoben, Herzchen, antwortete Bridget; sie haben ihn eingesperrt, und erst, wenn sie ihn zum Galgen führen, werden sie ihn wieder herauslassen. Straf' ihn Gott! Ich sprang auf und warf meinen Mantel um. Wo gehst du hin? fragte die erstaunte Bridget. Ich gehe aufs Amt, um mit Michael zu sprechen, antwortete ich ihr. Er hat meinen Vater nicht ermordet, das weiß ich genau! Ich wenigstens glaube das nicht eher, als bis ich es aus seinem eigenen Munde gehört habe. Bridgets Einwendungen achtete ich nicht, stürzte zum Hause hinaus und lief zum Amtsbureau, wo ich erfuhr, daß. das, was man mir erzählt hatte, leider nur zu wahr war. Das Gewehr, das man am Tatorte neben meines Vaters Leiche gefunden hatte, hatte auf die Spur des Mörders geführt und Micheals Verhaftung veranlaßt. Auch der Auftritt, den er mit meinem Vater hatte, war beobachtet und berichtet worden und zeugte gegen ihn. Ja, man sprach sogar von einem zweiten Zusammentreffen Michaels und meines Vaters zu Kilsyth; noch andere wollten wissen, daß auch Anton Creenan in die Tat seines Bruders eingeweiht gewesen sei, denn als man ihm den Tod meines Vaters erzählt habe, sei er kreideweiß und fast ohnmächtig geworden und habe sich abgewendet. Ich bat den Amtsdiener, mich mit dem Verhafteten sprechen zu lassen, und nach langem Sträuben gab er meinen Bitten nach und führte mich in seine Zelle. Ich fand Michael sehr schlecht aussehend. Auch er berichtete, daß er meinen Vater auf dem Jahrmarkte getroffen und gesprochen habe, aber nach seinem Weggehen von Kilsyth habe er ihn nicht wieder gesehen. Michael war, von seinem Hunde begleitet, über die Berge nach Hause gegangen und war vor wenigen Stunden daheim angelangt, als die Kunde von meines Vaters Ermordung zu ihm drang. Bald darauf erschien auch schon die Polizei, die ihn unter der Beschuldigung, er sei der Mörder, festnahm. Ich fragte ihn, was es mit seinem Gewehr für eine Bewandtnis hätte, und er bestätigte, daß das bei der Leiche gefundene ihm gehöre, und es sei ihm gänzlich unerklärlich, wie es dahin habe kommen können. Zu seinem Unglücke sei er noch auf dem Rückwege von Kilsyth über den einsamsten Teil des Gebirges gegangen, so daß er unterwegs niemanden habe treffen können.„ Es spricht freilich alles gegen mich, aber sie sind doch auf falscher Fährte. Ich habe deinem Vater nichts zu Leide getan, das schwöre ich dir bei Gott!" Ich fühlte und wußte, daß er die Wahrheit sprach, und das sagte ich ihm auch. Ich las seine Unschuld in seinen Augen, aber was nützte mir der Glaube an seine Unschuld, wenn ich sie nicht beweiſen kann? Da erinnerte ich mich plötzlich daran, was die Leute von seinem Bruder erzählt hatten, und vom Amtslokal begab ich mich nach der Wohnung des Geistlichen. Er war nicht zu Hause; wie mir die Witwe sagte, war er die ganze Nacht fortgewesen und erst kurz vor der Verhaftung seines Bruders zurückgekehrt. Als die Polizei Michael dann fortgeführt habe, sei er nach dem Hause gestürzt und seit der Zeit nicht mehr wiedergekommen. Ich verwunderte mich dar über, beeilte mich, nach Hause zu kommen und schlich mich in das Zimmer, worin meines Vaters Leiche lag, und betrachtete lange seine teueren Züge. Die ganzen folgenden Tage verbrachte ich mehr tot als lebendig in meinem Zimmer und verließ es erst, um dem Leueren das lezie Geleit zu geben. Es war entsetzliches Wetter, ein falter Wind wehte und ein feiner Regen strömte herab, aber sämtliche Bewohner der Grafschaft schienen sich um meines Vaters Grab versammelt zu haben." Pater Johannes, unser Ortspfarrer, verrichtete die geistlichen Funktionen, und sein Kaplan stand ihm zur Seite", sprach Fräulein Craig weiter. Als ich Pater Antonius ins Gesicht sah, erschrak ich sehr, denn wie hatte er sich verändert! Seine Wangen waren eingefallen, und in seinen Augen lag ein Blick wie von Verzweiflung. Als ich ihn so sah, mußte ich mich fragen, ob die Leute, die da wissen wollten, daß er von seines Bruders Tat Kenntnis habe, nicht doch recht hätten. Aber in demselben Augenblick verwarf ich diesen Gedanken schon wieder. Ich glaubte an Michaels Unschuld schon damals so fest wie heute. Das war die Geschichte, die mir Fräulein Craig erzählte. Ms sie geendet, sah sie mich gespannt an, als wollte sie meine Meinung hören. " Sie haben einen festen Glauben, gnädiges Fräulein", sagte ich, und ich hoffe, er wird auch gerechtfertigt werden. Sie zweifeln also nicht im mindesten daran, daß die Polizei einen Unschuldigen verhaftet hat?" ,, Nicht im mindesten, denn ich weiß es", antwortete sie, und wenn Sie ihn kennten, würden auch Sie davon überzeugt sein." Sie wurden natürlich vorgeladen, um über die Begegnung, bei der er von Ihrem Herrn Vater geschlagen wurde und er diesen bedrohte, Zeugnis abzulegen?" „ Jawohl, Herr Doktor", bestätigte sie. Als Michael vor dem Gericht in Kilsyth verhört wurde, mußten Pater Antonius und ich Zeugnis ablegen. Ach, lieber Herr, das war das Schrecklichste von allem, was ich durchzumachen hatte: die Wahrheit sagen zu müssen und dabei zu wissen, daß die eigene Aussage mit zu seiner Verurteilung führen muß!" „ Und der Geistliche, sein Bruder, was sollte der aussagen?" Er konnte nur ebenso wie ich beteuern, daß seiner Ueberzeugung nach Michael unschuldig sei. Erreicht aber haben wir nichts. Michael wird unter der Anklage, meinen Vater ermordet zu haben, vor das Schwurgericht gestellt werden." Die Türe öffnete sich und Bridget trat mit den Lampen ein. Sie zog die Gardinen vor, wodurch es im Zimmer traulicher wurde, und ließ uns dann wieder allein. Ein paar Minuten lang sprach keines von uns ein Wort, bis ich sie fragte, ob sie mir noch etwas zu erzählen hätte. „ Nichts mehr. Sie wissen ja, daß Michael im Gefängnis ist. In einer der nächsten Wochen soll vor den Geschworenen die Verhandlung stattfinden, und wenn bis dahin der wirkliche Mörder nicht gefunden sein sollte, dann..." „ Aber, wenn Ihre Ahnung richtig ist", unterbrach ich sie, dann kann er ja noch entdeckt werden." Jawohl, er kann noch entdeckt werden!" rief sie leidenschaftlich aus und ergriff meine beiden Hände. Nun, gnädiges Fräulein, wenn ich Ihnen helfen kann und darf, dann zählen Sie auf mich. Inzwischen lassen Sie den Mut nicht sinken und vertrauen Sie auf Gott." ,, Ach, wenn Sie nur wüßten, wie sehr Ihre Anwesenheit meinen Mut kräftigt und meine Zuversicht stählt. Bevor Sie kamen, fühlte ich mich so hilflos und verlassen, daß ich in meiner Verzweiflung ausrief: Es gibt keinen Gott, denn sonst könnten derartige Dinge nicht vorkommen. Dann kamen Sie, und ich schöpfte neuen Mut, und meine Hoffnung belebte sich. Aber auch Sie, Herr Doktor, sagten, daß Sie mir eine Geschichte zu erzählen hätten. Darf ich Sie darum bitten? Wo hatten Sie mich schon vorher gesehen, da Sie mich doch erkannten, als wir uns im Eisenbahnwagen trafen?" Ich glaubte, ich hätte sie schon vorher einmal gesehen. Das ist alles." Ich verstehe mich nicht auf die Kunst, sich zu verstellen. Sie merkte mir an, daß ich ihr etwas verhehlte, und drang so sehr in mich, daß ich schließlich nachgab und ihr meinen merkwürdigen Traum erzählte. Als ich meine Erzählung beendigt hatte, griff sie einen Punkt heraus, auf den ich, seltsam genug, bisher gar nicht geachtet hatte. „ Wie sah der Mann aus? Können Sie ihn beschreiben?" „ Leider nicht, glaube ich. Ich habe sein Gesicht nicht so deutlich wie das der Frau gesehen. Und vergessen Sie auch nicht, ich habe ihn nur einmal gesehen, während ich die Frau öfters gesehen oder wenigstens gesehen zu haben glaube." „ Wenn er aber in Fleisch und Blut vor ihnen stände, würden Sie ihn dann wohl erkennen?" „ Unmöglich, dern daß ich Sie kannte, war ja auch nur eine Einbildung.". Dein, es war keine Einbildung!" rief sie heftig aus, und wiederum hatten ihre Augen jenen wilden, leidenschaftlichen Glanz. Ich bin überzeugt, Sie haben mich und auch ihn tatsächlich gesehen. Wie hätten Sie denn sonst hierher fommen können? Der Mann, der Ihnen im Traum erschienen, war der Mörder meines Vaters. Er hat ihn getötet und will auch mich in den Tod ziehen." Ich fürchte, ihr Aberglaube war ansteckend. Wenigstens wurde ich von ihrer Rede sonderbar ergriffen, und der Gedanke, daß ich ein Werkzeug in der rächenden Hand der Vorsehung sein fönnte, wurde mächtig in mir. ( Fortsetzung folgt.)] unten der Ch Glaubens: die Tröftung Freunde." Alles wei Don Jonghan freidigungsstel Unter den Der zweiten von Kongtſchu and Chinesen Sätten, so daß Kreuzfa Soindung bring Man geht größten Grenz papanischen Vo Bu berichten we Jautet: Die Bäume beugen sich, wenn Früchte wachsen; Die Wolken hangen, wenn sie frisches Wasser Enthalten, tief herab; die guten Menschen Beweisen auch im Glücke sich nicht stolz. Ist der Bach noch seicht und breit, Hört man wohl sein Rauschen weit, Hat er aber Wasser viel, Wird er ruhig, ernst und still. Die Tochter des Drachenkönigs. Legende aus dem Japanisch e n. ( Nachdruck verboten.) Por 1416 Jahren verließ der Fischerknabe Urishima Taro in seinem Boote das Ufer von Suminoje. Es waren Sommertage damals wie heute, traumhaft duftig, zart blau, mit nur vereinzelten leichten, weißen, über dem Meeresspiegel schwebenden Wolken, und die Winde waren lässig. Auch der Knabe war lässig und ließ beim Fischen das Boot gleiten. Es war ein wunderliches Boot, unbemalt und steuerlos, von einer Form, die du wohl nie gesehen hast. Aber nach vierzehnhundert Jahren kann man jezt noch solche Boote in den Fischerdörfern des japanischen Meeres erblicken. Nach langem Warten fing Ürishima etwas und zog es herauf. Aber er sah, daß es nur eine Schildkröte war. Nun ist aber eine Schildkröte dem Drachen- Gott des Meeres geweiht und die Dauer ihrer natürlichen Lebenszeit beträgt tausend, manche behaupten zehntausend Jahre, so daß sie zu töten eine große Sünde ist. Der Knabe machte sie also sachte von der Angel los und ließ sie mit einem Gebet zu den Göttern frei. Aber nun fing er nichts mehr. Der Tag war sehr heiß, und Meer und Luft und alles ringsum war sehr, sehr still. Und große Schläfrigkeit befiel den Knaben, und er entschlummerte in dem gleitenden Kahn. Und aus den träumenden Fluten tauchte ein schönes Mädchen empor, ganz so, wie es in dem Buche von Professor Chamberlain zu sehen ist, in Gewändern von Karminrot und Blau. Lange, schwarze Haare fluteten über den Rücken bis hinab zu den Füßen, wie es vor vierzehnhundert Jahren die Mode für eine Fürstentochter heischte. Ueber das Wasser gleitend, näherte sie sich sacht wie ein Lufthauch, neigte sich über den Knaben in den Kahn, erweckte ihn mit einer leisen Berührung und sagte: Wundere dich nicht! Mein Vater, der Drachenkönig, hat mich zu dir entsandt, um deines gütigen Herzens willen, denn heute hast du einer Schildkröte das Leben geschenkt. Und nun wollen wir uns in den Palast meines Vaters begeben, auf die Insel, wo der Sommer nie vergeht, und ich werde deine Blumenfrau sein, wenn du es willst, und wir werden glücklich sein, für immerdar!" Und Urishima wunderte sich immer mehr und mehr, als er auf sie blickte, denn sie war schöner, als irgend ein Menschenkind, das er jemals gesehen, und er konnte nicht anders, er mußte sie lieben. So ergriff er ein Ruder und sie das andere, und sie ruderten miteinander fort, ganz so, wie man jetzt noch, weit braußen auf der westlichen Küste, Mann und Frau zusammen rudern sehen kann, wenn die Fischerboote in das Abendrot gleiten. Sie ruderten fort, leicht und hurtig über das regungslose Wasser, hinab in den Süden, bis sie zu der Insel kamen, wo der Sommer nie vergeht, und zu dem Palaste des Drachenfönigs des Meeres. Hier weicht plötzlich der Text beim Lesen zurück, und blaues Wolfengefräusel flutet über die Seite darüber. An einem magischen Horizont ragen Giebeldächer durch immergrünes Laubwerk. Die Dächer des Palastes des Meergottes, gleich dem Palaste des Mikado- Yuriako vor vierzehnhundertundsechzehn Jahren. Dort famen zu ihrer Begrüßung wunderliche Diener in Festgewändern herbei, die Urishima als Eidam des Drachenfönigs huldigten. So wurde des Drachenkönigs Tochter die Braut von Urishima, und es war eine Hochzeit von wundersamer Bracht, und in dem Drachenpalaste herrschte eitel Freude und Jubel. und einige Ka Das ru Ge iit leid Durchschwirr und freuzti richte über Der Schon wie den fanell en Lege Japanern und fich Und jeder kommende Tag brachte Urishima neue Wunder und Freuden Wunder der tiefsten Tiefe von den Dienern des Drachenkönigs an den Tag gebracht. Freuden jenes Zauberreichs, wo der Sommer nie vergeht. Und so verstrichen drei Jahre. Aber trotz alledem wurde dem Fischerknaben das Herz recht schwer, wenn er an seine Eltern dachte, die daheim ein. sam und allein auf ihn warteten. Und endlich litt es ihn nicht länger, und er bat seine Braut, ihn für eine kleine Weile fortzulassen, eben nur für so lange, um Vater und Mutter ein Wort zu sagen, dann wolle er wieder zu ihr zurückkehren. Bei diesen Worten brach sie in Tränen aus; lange weinte sie lautlos vor sich hin, und dann sagte sie:" Da du gehen willst, muß ich dich wohl ziehen lassen; ich fürchte dein Gehen sehr, und mir ist, als würden wir uns nie wieder. sehen. Aber ich will dir ein kleines Kästchen auf den Weg geben; es soll dir helfen, zu mir zurückzukommen, wenn du das tust, was ich dir sage. Deffne es nie unter keiner Bedingung— was immer geschehen möge, öffne es nie, denn öffneſt du es dennoch, so findest du den Weg zu mir nun und nimmer zurück, und wir werden uns nie mehr sehen!" Dann gab sie ihm ein kleines, lackiertes, mit einer Seidenschnur gebundenes Kästchen. Und dieses Kästchen kann man bis zum heutigen Tag in dem Tempel von Kamagava am Meeresufer sehen, und der Priester dort verwahrt auch Urishimas Fischergerät und einige seltsame Geschmeide, die dieser aus dem Reiche des Drachenfönigs mitgebracht hatte. Aber Urishima tröstete seine Braut, versprach ihr, nie, nie das Kästchen zu öffnen, ja nicht einmal die seidene Schnur zu lockern. Dann glitt er durch das Sommerlicht über das ewig schlummernde Meer, und das Eiland, wo der Sommer nie vergeht, versank hinter ihm wie ein Traum. Und wieder stiegen die blauen Verge Japans vor ihm auf, in der weißen Glut des nördlichen Horizonts noch schärfer hervortretend, und wieder glitt er in die Heimatliche Bucht und stand endlich auf dem vertrauten Strand... Aber indem er um sich blickte, überfam ihn großes Staunen, unheimlicher Zweifel, denn das Dorf war dasselbe und doch nicht dasselbe; seiner Väter Hütte war verschwunden, woht war da ein Dorf, aber die Form der Häuser war ihm ganz fremd, fremd waren ihm auch die Felder und die Bäume, ia sogar die Gesichter der Menschen. Fast alle bekannten Merfzeichen waren verschwunden. Der Shinto- Tempel schien auf einem anderen Platz aufgerichtet, die Wälder waren von den nahen Hängen verschwunden, nur die Stimme des kleinen Bachs, der das Dertchen durchfloß, und die Gestalt der Berge schienen die alten, alles sonst war fremd und unvertraut. Vergebens suchte er nach dem Häuschen seiner Väter, die Fischer ſtarrten ihn verwundert an, und er konnte sich nicht entsinnen, diese Gesichter jemals früher gesehen zu haben. Ein gebrechlicher, auf einen Stock gestützter Mann kam heran; den fragte Urishima nach dem Wege zu dem Hause der Urishima- Familie. Aber der Alte sah ihn groß an, ließ ihn die Frage mehrmals wiederholen und rief endlich: „ Urishima Taro! Ja, woher kommst du denn, daß diese Geschichte dir unbekannt geblieben ist? Sind es doch mehr als vierzehnhundert Jahre, daß er ertrunken ist! Seinem Andenken ist auf diesem Friedhof ein Denkstein gesetzt, die Gräber aller seiner Angehörigen sind auf diesem Friedhof, dem alten Friedhof, der nicht mehr benützt wird. Urishima Taro! Wie kannst du nur so töricht sein, zu fragen, wo sein Haus ist?" Und der Alte humpelte weiter, über die Einfalt des Fragers lachend. Urishima aber begab sich zum Dorffried. hof, dem alten, außer Gebrauch gesetzten Friedhof, und siehe, da war sein eigenes Grab und seines Vaters und seiner Mutter Grabsteine und die seiner Verwandten, und die Grabsteine vieler anderer, die er gekannt hatte. So alt waren sie und so von Moos überwuchert, daß es ihm sehr schwer fiel, die Namen darauf zu entziffern. Nun erkannte er, daß er das Opfer irgend eines Blend. werks sein müsse, schlug wieder den Weg zum Strande ein, immer das Kästchen, die Gabe der Tochter des Meerkönigs in seiner Hand haltend. Aber was war dieses Blendwerk? Und was konnte dieses Kästchen enthalten? Oder konnte nicht das, was in dem Kästchen war, die Ursache dieses Blend. werks sein? Der Zweifel siegte über den Glauben, achtlos brach er das Gelübde, das er der Geliebten gegeben hatte; er lockerte die seidene Schnur und öffnete das Kästchen! All. sogleich, lautlos entschwebte diesem ein weißer, falter,