Nr. 57. bonnementsprets: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., Saus gebracht 60 Bfg., durch die Poft bezogen viertelfährlich Mr. 1.50. Battsbetingen: Obesheffifche Familienzeitung( täglich) und die Gießener Geifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Dienstag, den 8. März 1904. Gießener 13. Jahrgang. Jnsertionspreis: Die einspaltige Betitzelle für ganz Qu heffen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. souft 15 Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen, Seltersweg 88 Fernsprechanschluk Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblaff) genabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Bekanntmachung. Die landespolizeiliche Abnahme der Nebenbahn Buzbach- Lich findet Montag den 14. If. Mts. statt. Die Strecke wird von Lich aus, vormittags 84 Uhr beginnend, mit Sonderzug befahren. Neklamauten wollen sich an der Linie aufstellen, dem Zug ein Zeichen zum Halten geben und ihre Anliegen an Ort und Stelle vorbringen. Die Großherzoglichen Bürgermeister haben mit den beiden von den Ortsvorständen ge= wählten Mitgliedern der erweiterten Kommission den Zug beim Eintritt in die Gemarkung zu erwarten und ihn bis zum Austritt aus der Gemarkung zu begleiten. Es kaun angenommen werden, daß der Sonderzug etwa um 10 Uhr am Kolnhäuser Hof, um 10 Uhr in Hof- Gül, um 211 Uhr in Muschenheim, um 212 Uhr in Trais- Münzenberg, um 21 Uhr in Münzenberg eintrifft, woselbst Mittagspause stattfindet. Bei der Weiterfahrt wird der Zug etwa um 3 Uhr in Ober- Hörgern, um 4 Uhr in Gambach, um 5 Uhr in Griedel, um 6 Uhr in Buzbach eintreffen. Gießen, den 4. März 1904. Großherzogliches Kreisamt Gießen. J. V: Dr. Kranzbübler. An Walderfees Babre. Zum Tode des Generalfeldmarschalls Waldersee wird weiter gemeldet, daß nach neuerfichen Bestimmungen die Beisehung am Donnerstag mittag gegen 1 Uhr zu Waterneverstorf in Holstein, dem Gute seines Neffen, tattfinden wird. Mittwoch mittag findet nach einer Trauerfeier im Trauerhause zu Hannover die Ueberführung zur Bahn statt. Von den Mitgliedern der königlichen Familie, den deutschen Fürsten und ausländischen Herrschern, dem ReichsLanzler und vielen Freunden und Verehrern des verewigten Feldmarschalls liefen zahlreiche Beileidsfundgebungen ein. Die Presse des Auslandes erkennt einmütig die großen Verdienste des Verstorbenen an. Er sei ein ausgezeichneter Soldat und Staatsmann zu gleicher Zeit gewesen. Bei den Trauerfeierlichkeiten in Hannover wird sich der Kaiser durch den Kronprinzen vertreten lassen. Weiter wird Prinz Albrecht von Preußen und der Erbgro Herzog von Baden daran teilnehmen. Ein Armeebefehl ordnet aus Anlaß des Ablebens des Generalfeldmarschalls eine achttägige Armcetrauer an; das Königs- Ulanen- Regiment in Hannover und das 9. Artillerie- Regiment zu behoe legen Trauer auf 10 Tage an. Auf kaiserlichen Befehl werden zur Trauerfeier erscheinen die kommandierenden Generale des 7., 8., 9. und 11. Armeekorps, der Chef des Generalstabes der Armee, vom 9. Armceforps ein General und je ein Regimentskommandeur der Infanterie, Kavallerie und Artillerie, sowie eine Abordnung des Feldartillerie- Regiments v. Waldersee Nr. 9. Dieses wird auf dem Wege zum Bahnhof einen Ehrensalut von 36 Schuß abgeben. In Vertretung der österreichisch- ungarischen Armee wird der Chef des Generalstabes Feldzeugmeister Frhr. v. Beck an dem Zeichenbegängnis teilnehmen. Der Krieg in Oftafien. Während vor Port Arthur weiter alles ruhig blieb, ist eine japanische Flotte plötzlich vor Wladiwostok erschienen und hat diesen zweiten russischen Haupthafen im Kriegsgebiet längere Zeit bombardiert, ohne jedoch ernstliche Beschädigungen anzurichten. Ohne Zweifel handelte es sich bei dieser Beschießung von Wladiwostok nur um eine bewaffnete Rekognoszierung der Japaner, um zu erkunden, ob das vielgenannte russische Wladiwostokgeschwader, über dessen Bewegungen geheimnisvolles Dunkel Schwebte, sich im Hafen befände. Die russischen Berichte schildern den Verlauf des Gefechtes folgendermaßen: Am Nachmittag des 6. März näherten sich um 1 Uhr 25 Minuten fünf feindliche Panzerschiffe und zwei Kreuzer von der Askold- Insel her der Küste des Ussuri- Golfes gegenüber der Patroklos- und der Sobol- Bucht. Die Schiffe nahmen Gefechtsstellung ein und eröffneten aus allen weittragenden Geschüßen ein gut unterhaltenes Feuer. Das feindliche Geschwader richtete sein Feuer aus einer Entfernung von acht Werst von der Küste auf die Küstenforts, die Batterien und die Stadt, doch richteten die Geschosse feinen Schaden an. Die meisten der abgefeuerten Geschosse, ungefähr 200 an Zahl, krepierten nicht, obgleich sie mit Loddit aeladen waren. Unsere Batterien. bet denen sich der Kommandant General Woronez, der Brigadekommandeur General Artamanoff sowie die übrigen Befehlshaber befanden, antworteten nicht, sondern warteten ab, ob der Feind näher kommen würde. Nachdem das Feuer 55 Minuten gedauert hatte, zog sich der Feind zurück. Zur selben Zeit erschienen bei der Insel Askold zwei feindliche Torpedoboote und zwei andere feindliche Torpedoboote beim Kap Maidel. Der angerichtete Schaden wird in folgendem Telegramm aus Wladiwostok vom 7. März genauer präzisiert: Durch die gestrige Beschießung sind hier nirgends ernsthafte Beschädigungen angerichtet worden. Bei dem Holzhäuschen eines Handwerkers, welches von dem Geschoß eines zwölfzölligen Geschüßes durchschlagen wurde, wurde eine Frau getötet. In die Wohnung des Obersten Shoutow drang ein Geschoß ein und explodierte erst, nachdem es ein Zimmer durchflogen hatte. Die Schildwache, welche unverlegt blieb, rief, ohne die Geistesgegenwart zu verlieren, man möge die Fahne aus dem Hause retten, was dann die Gattin des Regimentskommandanten mit einem Soldaten ausführte. Ein Geschoß plagte im Hofe der Marinekaserne, wodurch fünf Matrosen leicht verwundet wurden. Sonst wurde niemand verlegt. Die russischen Batterien haben das feindliche Feuer wegen der zu großen Entfernung und sodann aus dem Grunde nicht erwidert, meil man dem Feinde nicht ohne Not die Lage derselben verraten wollte. Aus dem Passus, daß die russischen Batterien nicht feuerten, weil man dem Feind ihre Lage nicht verraten wollte, tönnte man eventuell schließen, daß auch das Wladiwostokgeschwader nicht gefeuert habe, um so seine Anwesenheit nicht zu dokumentieren. Doch steht dem entgegen, daß es nach Berichten von verschiedenen Seiten wirklich nicht im Hafen, sondern auf einer Kapertour befindlich sein soll. Ein englischer Berichterstatter meldet, daß er das Geschwader unter dem Kommando des Kapitäns Reitenstein am 29. Februar durch den eisfreien Kanal auf hohe See hinausdampfen sah. Admiral Stackelberg mußte wegen Krankheit sein Kommando abgeben. Der Zar lud ihn ein, nach Petersburg zurückzufehren. Doch antwortete der Admiral als echter Seemann, er wolle lieber an Bord seines Schiffes sterben, als auf dem Lande dahinsiechen, während seine Leute in den Kampf zögen. Daraufhin erhielt er die Erlaubnis, als Passagier an Bord der Rossija" mitzugehen. Ueber den Verbleib des Geschwaders berichtet eine Reutermeldung, daß es in den nördlichen Gewässern kreuzt, um Prisen zu fapern. Ein österreichischer Dampfer habe diese Nachricht nach Hakodate gebracht. Wladiwostok unterminiert? Wie Londoner Blätter wissen wollen, soll unter der Wladiwostoker Bevölkerung und Garnison eine furchtbare Panit herrschen, weil sich das Gerücht verbreitet hat, die Stadt sei von den Japanern unterminiert worden und japanische Spione warteten auf den günstigen Moment, die Minen anzuzünden. Das folgende offiziöse Telegramm aus Petersburg vom 7. März stimmt mit dieser Nachricht sehr gut überein: Die vorige Nacht verlief ruhig, die Stimmung der Bevölkerung und der Truppen ist ungewöhnlich gehoben. In der ganzen Stadt wird eine Razzia auf Japaner veranstaltet. Durch Maueranschläge ist bekannt gemacht, daß die Polizei für jede Anzeige von anwesenden Japanern eine Belohnung erteilt. Personen, welche Japaner bei sich verbergen, werden vor ein Kriegsgericht gestellt. Also man bermutet Japaner in der Stadt und befürchtet, daß sie gefährliche Anschläge hegen. Da ist der erste Teil der Depesche, der von der gehobenen Stimmung der Bevölkerung und der Truppen spricht, wohl etwas optimistisch gefärbt. Der Herero- Hufftand. Ein neues Gefecht mit den Herero wird in einer Depesche des Gouverneurs Leutwein gemeldet. Das Telegramm besagt: Am 4. März hatte Hauptmann Puder mit je einer Kompagnie Schußtruppe und Seebataillon südlich vor Klein Barmen ein Gefecht mit den bereits von Kapitänleutnant Gygas geschlagenen Herero. Der Feind wurde nach Westen zurückgeworfen und wird, soweit der Pferdemangel es zuläßt, verfolgt; seine Verluste sind unbekannt. Deutsche Verluste. Tot: Unteroffizier 3öllner, Reiter Mygitta, beide Landwehr, Unteroffizier Saar, Unteroffizier Waícsiak, Reiter Amft. Leicht verwundet: Reiter Wegner, rechter Unterarm. Weiter meldet das Telegramm den Entsaz Okahandjas: Oberst Dürr ist mit dem Stabe und dem Verstärkungstransport am 4. März in Okahandja eingetroffen. Und schließlich berichtet der Gouverneur, daß die Leiche des im Gefecht bei Groß- Barmen vom 19. Februar vermißten Reiters May Müller vom Eisenbahndetachement gefunden worden ist. Ein Berliner Blatt hatte gemeldet, Gouverneur Leutwein trage sich ernstlich mit dem Gedanken, sich auf Friedensverhandlungen mit den Herero einzulassen. Erst durch eine bestimmte und auf besonderen Befehl des Kaisers ergangene Weisung des Kolonialamts habe er von diesem Plane Abstand genommen. Diese befremdliche Nachricht trifft, wie unser Berliner CB.- Mitarbeiter aus authentischer Quelle hört, nur bedingt zu. Tatsache ist, daß seitens des Kolonialamts an den Gouverneur die telegraphische Weisung ergangen ist, er solle sich unter feinen Umständen auf irgend welche Verhandlungen mit den Herero einlassen. Erst müßte der Aufstand völlig niedergeworfen und die Herero völlig unterjocht sein, ehe irgend ein Schritt zur Neuregelung ihres Verhältnisses zum Reiche geschehe. Daß der Gouverneur sich tatsächlich mit der Absicht getragen hätte, Unterhandlungen mit den Herero zu beginnen oder sich auf etwaige Friedensanerbietungen der Hererofapitäne einzulassen, davon ist an amtlicher Stelle nichts bekannt. Indessen hat der Inhalt des Vertrages, den der Gouverneur im Süden der Kolonie mit den Bondelzwarts abgeschlossen, um den dortigen Aufstand beizulegen, in den leitenden Kreisen die Befürchtung erregt, Leutwein könne sich bei etwaigen Friedensanerbietungen der Herero allzu entgegenkommend zeigen. Der Vertrag mit den Bondelzwarts gilt nämlich an leitender Stelle als viel zu nachsichtig und milde gegen die Hottentotten. Daß sich die Weisung des Kolonialamts an Oberst Leutwein mit den Anschauungen des Kaisers deckt, ist selbstverständlich. Indessen hat es nicht erst des Eingreifens des Kaisers bedurft, um das Kolonialamt zu diesem Schritt zu veranlassen. Das zehnstündige Gefecht bei Otjihinanaka, das unseren Truppen so beklagenswerte Opfer kostete, hat auch den Herero, wie erst jetzt nachträglich bekannt wird, schwere Verluste beigebracht. 50 Herero blieben tot auf dem Plazze, eine große Zahl Verwundete wurden von ihren fliehenden Stammesgenossen mitgenomen. Nähere Nachrichten über das Gefecht, das die sechs Mann Besatzung des Polizeipostens Namuto ni mit einem großen vam bo trupp hatten, liegen noch nicht vor. Ga wird nur mitgeteilt, daß das Gefecht am 2. Februar stattfand, und bestätigt, daß die sechs Mann nicht weniger als 56 Ovambo niederschossen und sich zu halten vermochten, bis sie Entsatz befamen und nach Grootfontein abgeholt wurden. Zugleich wird berichtet, daß der Denkzettel, den diese secha Mann den Ovambo gegeben, gefruchtet habe. Der Bruder des„ Kapitän" Nechele, des Führers der Angreifer von Namutoni, Kapitän Kambonde, der einen Nachbarstamm beherrscht, ist durch den Erfolg der sechs Mann so eingeschüchtert worden, daß er den Deutschen zweifelsohne ernstgemeinte Friedfertigkeitsversicherungen übermitteln ließ. Auch die übrigen Ovambostämme sind offenbar durch die Kunde von Namutoni von allen kriegerischen Gelüsten abgebracht worden. Mit einem allgemeinen Ovamboausstande, der unter den gegenwärtigen Verhältnissen eine nicht unbeträchtliche Gefahr bedeutet hätte, caucht man danach kaum mehr zu rechnen. Und das haben mit ihren Kleinkalibrigen die sechs Polizeisoldaten getan. Die Politik. * Die am 1. April und 1. Juli 1904 fälligen ReichsSchatzscheine im Betrage von je 20 Millionen sollen nicht zurückgezahlt, sondern in 3½ prozentige konvertiert werden. Ueber die Art dieser Konvertierung nämlich ob sie direkt oder durch Banken vorgenommen werden soll, schweben noch Verhandlungen. Abgesehen von diesen Schatzscheinen werden je nach Bedarf von der Reichsbank Schatzscheine übernommen, von denen voraussichtlich wieder ein Teil der Börse angeboten wird. Die Aufnahme einer Reichsanleihe wird dadurch auf längere Zeit noch unnötig. Zum Leipziger Aerztestreik wird jetzt von der Leipziger Ortsfrankenkasse mitgeteilt, daß das System der Distriktsärzte und der Errichtung von eigenen ärztlichen Beratungs anstalten( Polikliniken) gesichert ist. Danach scheinen bei diesem Konflikt zwischen Krankenkassen und Aerzten zur Abwechselung einmal die letzteren den fürzeren gezogen zu haben. Russland. A Private Meldungen aus Petersburg wissen davon zu berichten, daß die Polizei von Petersburg und mehreren anderen großen Städten Rußlands in der letzten Woche eine große Zahl Verhaftungen von Personen vorgenommen hat, die revolutionärer Anschläge verdächtigt werden. Man soll bei ihnen aufrührerische Flugblätter beschlagnahmt haben, in denen die russische Studenten- und Arbeiterschaft aufgefordert wird, sich die gegenwärtigen auswärtigen Verwickelungen Rußlands zu nutze zu machen, um revolutionäre Butsche ins Werk zu setzen. Alien. Wie die britische Tiberexpedition auch schließlich enden mag, das eine ist gewiß: Ein Spaziergang nach Lhassa", gegangen. Auf ihn dürfen Sie feing ift morgens hierhergekommen und Erlaubnis Ihres Vorgesetzten in's Museum eingelassen, er Ihr Bruder ist ein notorischer Dieb, Sie haben ihn ohne erdacht werfen, Herr Rat," Abend wieder fortSie sehen, daß ich gutterrichtet bin." fort: wenigstens den größeren Teil Diesen Rat gebe auch ich Ihnen," die Samlung, fuhr Spangenberg oder vielleicht ist es mir möglich, wieder zu erwerben, als mich dem Borne Seiner ich will lieber ein Opfer senten Sie meine Stellung, ich Durchlaucht aussetzen. Bat CR, bas ba teb Ift lebenswert allein. Das Leben, das du träumst, I nur eta trüber Schein. ntiduehen mußt du leif' Daumen empor. Mitlets, lo hob man be Fauft zur Erde( pollicete rebante Tauft mit eingezogenem fetne nabe Aben, to wanbten te ben Taumen bet geballier Diese Dammen gedrückt( pollicem premere), und fo erhielt Von den bier Fingern wurde der festgehalim alten Rom die Bedeutung: fand der Kämpfer dagegen symbolic wie ihn sich manche Leute in England dachten, wird die expedition nicht sein. In den letzten Wochen hat sich ein für die Expedition sehr ungünstiger Wetterumschlag vollzogen, so daß die engen Bergstraßen durch starke Schneefälle zu äußerst schwierigen Etappenwegen werden. Trotzdem wird mit größter Energie an dem Nachschub von Vorräten gearbeitet. Die Stimmung auf Seiten der Tibetaner hat sich zweifellos verschlechtert, und es scheint beinahe, als ob sie das zögernde Verbleiben des Obersten Younghusband in seiner jeẞigen Stellung für Schwäche hielten. Die Abteilung der Tibetaner, die den Weg nach Gyangtse sperrt, hat sich vielleicht auf 3000 Mann verstärkt, und man will jogar erfahren haben, daß eine um vieles stärkere Abteilung, gewissermaßen das Gros, bei Gyangtse selbst bereit steht. Deutfcher Reichstag. ( 51. Sizung.) CB. Berlin, 7. März. Die sozialdemokratische Fraktion des Reichstags ist stärfer als je zuvor, troydein hat sie wohl kaum jemals so wenig Wirkung erzielt als in dieser Session. Die sozialdemotratischen Redner gefallen sich in endlosen Wiederholungen, chac zu berücksichtigen, daß getretener Quart breit, aber nicht start wird. Dazu kommt kleinliche Rechthaberei in Dingen, in denen das stillschweigende Zugeständnis eines Irrtums dem Ansehen der Partei wirklich keinen Abbruch tun würde. Das hat sich bei den Erörterungen über den Schmuggel anarchistischer Schriften, die Russenausweisungen und den Königsberger Prozeß gezeigt und dies zeigt sich jetzt wieder beim Militärctat, dessen Beratung hente fortgesetzt wird. Herr Bebel hielt stundenlange Reden und sagt nichts; was er vorbringt, sund in der Tat„ olle Kamellen", die er mit Ausfällen gegen die Regierung und alle Parteien zu würzen sucht. Er erregt damit zeitweise Heiterkeit, meist aber nur da, wo er dies gar nicht beabsichtigt. Er beginnt damit, daß er dem Minister gegenüber alles aufrecht hält, was er neulich angeführt hat, wiederholt dann, was Gradnauer über den Fall des Brinzen Arenberg und was andere Redner über die Verhältnisse von 1806 gesagt haben. Gegen den Hinweis auf die Vorgänge beini Dresdner Parteitage bemerkt er, in der Armee dürfe der, welcher geschimpft werde, nicht wieder schimpfen, wäh rend in der Sozialdemokratie jeder, der geschimpft werde, sich kein Blatt vor den Mund nehme. Er schloß dann mit der von der Rechten mit dem Zuruf Blech! gekennzeichneten Behauptung, daß der Kapitalismus auch am Mark der Armee fresse. Abg. v. Niepenhausen( fons.) kann mit Recht feststellen, daß die Rede Bebels den Sieg des Kriegsministers nicht abgeschwächt habe, und spricht seine Freude darüber aus, daß wir in dem neuen Kriegsminister einen Mann nicht nur des Wortes, sondern auch der Tat haben, der un gegebenen Augenblicke zu handeln wissen werde. Redner wünscht u. a., daß für gute Lektüre für die Soldaten gesorgt werde, zumal fortgesetzt versucht werde, sozialdemokratischen Lehrstojř in die Kasernen einzuschuwageln. Steraus ergreift unter großer Spannung des Hauses der Kriegsminister v. Einem das Wort. Er geht nich: ein auf alle Wünsche und Vorschläge, die in den letzten Tagen laut geworden sind, sondern greift einige Punkte aus den Reden der sozialdemokratischen Abgeordneten Bebel und Gradnauer heraus, die er dann, zum Teil von Beifall, zum Teil von der Heiterkeit des Hauses begleitet, widerlegt. In ebenso breiter wie humorvoller Weise beschäftigt er sich mit der Erklärung Behels, daß die sozialdemokratischen Soldaten im Falle eines Krieges Mann für Women für das Waterland eintreten würden. Die Botschaft höre b, allem mir fehlt der Glaube," erwiderte der Minister. Denn wie stimmut diese Erklärung mit der Haltung der sozialdemokratischen Presse überein, die fortgesezt den Strieg als unmoralisch hin stellt und ohne Unterlaß versucht, die Seriegsbegeisterung aus den Herzen ihrer Leser zu reißen.“ Der Minister zitiert Stellen aus früheren Neden Bebel und anderer sozialdemo kratischer Führer, besonders auch eine Rede Grillenbergers, der vor einem Jahrzehnt im Reichstage erflärt hat, daß er nicht sicher sei, dep; die sozialdemokratijden Massen dem Ruse folgen würden, sobald es gilt, in einen Krieg zu ziehen. Sind Sie etwa der Ansicht, daß wir, che wir einen Krieg führen, einen Dresdener Parteitag einberufen und ihn über Krieg oder Frieden sollen entscheiden lassen? Von sozialdemo kratischer Seite wird zwar hier zugestanden, daß die Disziplin im Heere erforderlich sei, auf der anderen Seite wird jedoch der Drill als überflüssig angegriffen. Selbst wenn Ihr be rühmtes Milizsystem eingeführt würde, ließe sich Disziplin nicht anders erreichen, als durch Erziehung und Drill." Wäh. rend der Minister im vorstehenden Teil seiner Rede seinen überlegenen Humor häufig zur Geltung brachte, sprach er am Schluß in tiefem Ernst den Wunsch aus, die Sozialdemo kraten möchten doch offen und ehrlich Farbe bekennen, nicht in ihren Schriften revolutionär und im Reichstag loyal tun, damit man wisse, woran man mit ihnen sei. Entweder seien sie eine revolutionäre Partei oder sie mausern sich, schloß der Kriegsminister seine wirkungsvolle Rede. es Tommen noa) mehrere Redner zum Wort, die wesent lich Neues nicht vorbringen. Um einerseits den Etat rechtzeitig fertigzustellen, anderer: seits aber auch der Redelust der wenigen anwesenden Reichs. boten zu genügen, sollen von morgen ab auch Abendsizungen stattfinden. Preufsifcher Landtag. Haus der Abgeordneten. ( 35. Sitzung.) RK. Berlin, 7. März. 93 Millionen Eisenbahn- Ueberschuß! Das war der Hauptschlager in der Rede, die der Eisenbahnminister Heute hielt. Mit der Weiterberatung der schon mitgeteilten Anträge auf Herabsetzung der Gütertarife für Rübenzuder, Zuckerrüben, Schnitzel, Melasse und Melassefutter begann heute das spärlich besetzte Haus sein Tagespensum. Nach längerem Hin und Her gingen die Anträge an eine Kommission. Ein ähnliches Schicksal, das der Verweisung an die Budgetkommission, hatte ein anderer Antrag des Abg. Wagner( frkons.), der Begünstigungen für die Oderumschlagstellen Breslau, Maltsch und Kosel verlangte. Dann nahm Minister Bud de das Wort, um bei dem Kapitel Personen- und Güterverkehr" die Grundsätze seiner Verwaltung auf diesem Gebiet darzulegen. Er führte u. a. aus: Der Hauptgrundsatz der Verwaltung ist der, einen geordneten und gesicherten Betrieb aufrecht zu erhalten. Die Unfälle haben sich vermindert, auch die Zahl der Getöteten hat abgenommen. Große Fortschritte sind in Bezug auf die Bequemlichkeit gemacht worden. Man reist bei uns bequemer, wie in den meisten anderen Ländern. Die erste Klasse ist sehr eingeschränkt worden. Dagegen wird feine Einschränkung der vierten Klasse beabsichtigt. Sie hat sich sehr bewährt und ist sehr beliebt. Eine wesentliche Vermehrung und Verbesserung des Fuhrparks wird angestrebt. Hier gibt es für mich keinen Stillstand.( Bravo!) Die Fürsorge für das Personal lasse ich mir angelegen sein. ( Bravo!). Aber alle Wünsche sind nicht erfüllbar. Aus dem Hause werden ja auch Wünsche vorgetragen werden. Die Disziplin fann es indes nicht fördern, wenn sich die Abgeordneten als die Wohltäter hinstellen und mich als den schwarzen Mann anklagen. Eine Ueberanstrengung der Beamten ist vermieden, die Verkürzung der Arbeitszeit wird angestrebt. Der Geist des Personals ist gut. Weiter teilte der Minister mit: Der Ueberschuß für 1903 wird etwa 93 Millionen Mark betragen, bisher hat man ihn nur auf 63 Millionen geschätzt. Die Einnahmen haben zum erstenmal 1½ Milliarde erreicht. Am 1. April besteht das Ministerium der öffentlichen Arbeiten 25 Jahre. Es ist zugleich das Jubiläum der preußischen Staatsbahnen. Die Verwaltung hat eine glänzende Entwickelung genommen. Ich meine, unser Eisenbahnwesen kann sich vor aller Welt sehen lassen. Lebhafter Beifall folgte der Rede. Dann vertaate sich das Haus. Kurpfufcherprozess Schröter. Sh. Tilsit, 7. März. Mit dem berühmten Experiment war es nichts, trotzdem dem Angeklagten sorgfältig alle Vorbedingungen, die er irgend wünschte, zum Gelingen gewährt wurden. Nur ihm sympathische" Personen, die Sachverständigen Prof. Dr. Puppe- Königsberg, Dr. Moll- Berlin und Sanitätsrat Bilfinger- Kassel lud er ein. Dr. Zengnid, Tilsit: Darf ich auch mitgehen, Herr Schröter? Angefl.: Nein, Sie sind mir zu unsympathisch.( Heiterfeit.) Vors.: Sie meinen das doch wieder im magnetischen Sinne? Angefl.: wohl. Dr. Moll: Aber ich werde doch auch von den Magnetopathen als unsympathische Persönlichkeit in diesent Sinne angesehen. Angek I.: Das tut nichts, mir sind Sie durchaus sympathisch. Nach etwa einer halben Stunde erschienen die Sachverständigen mit dem Angeklagten wieder im Caale. Auf Befragen erklärt der Angeklagte: Ich habe den Herren zunächst den aus meiner Hand ausstrahlenden Magnetismus vorzuführen versucht. Zu diesem 3wed preßte ich die Hand an die Fensterscheibe, an die zugleich auch der Gummiball mit dem auf 27 Grad erwärmten Wasser gedrückt wurde. Bei dieser Prozedur hatte ich früher das Phänomen beobachtet, daß rings um den Abdruck meiner Finger Strahlen sichtbar wurden, die bei dem Gummiball nicht sichtbar werden. Ich führe dies darauf zurück, daß diese Ausstrahlungen magnetischer Natur sind, und daß ein toter Körper sie nicht produziert. Diese Strahlen sind bei dem einen Menschen größer, bei dem andern kleiner, und bei mir sind sie ganz besonders groß. Das zweite Experiment besteht darin, daß ich einen Bleistift und einen Federhalter in etwas Schnee steckte. Ich habe darauf den zweiten Bicistift magnetisiert und meines Erachtens dadurch erreicht, daß dieser beim Hineinstecken in den Schnee diesen anzog. Dr. Mo II: Was das erste Experiment anlangt, so sind wir uns alle drei Sachverständige darüber einig, daß bei dem Auflegen der Hand an die falte Scheibe der übliche Wasserstoff aus der Hand des Angeklagten ausgeschieden ist und diese ganz bekannten Strahlen dadurch hervorruft. Auch das zweite Experiment beruht auf einer rein physikalischen Erscheinung. Der angeblich magnetisierte Bleistift ist einfach unter den Händen des Angeklagten warm geworden, wodurch der Schnee hängen blieb. Mit Magnetismus haben beide Experimente nicht das Geringste zu tun und beide Experimente sind demnach als mißglückt zu bezeichnen. Eine derartige doch ich will mich nicht weiter darüber auslassen. Dr. Bilfinger erklärt ebenfalls, es handle sich um eine falsch erklärte Tatsache. In Bezug auf die Wirkung des Magnetismus im allgemeinen aber wolle er nicht unterlassen, zu betonen, daß er sehr oft ausgezeichnete Beweise dafür erhalten habe. Dr. Moll hielt diese nicht für Stichhaltig. Lokales. ( Fortsetzung folgt. 8. März 1904. ** Privattelegramm. Bei der heutigen Ziehung der Hessisch- Thüringischen Landeslotterte wurden folgende Gewinne gezogen: 10000 Mt. auf Nr. 46659, 5000 Mt. auf Nr. 19925, 56 193, 63 592, 3000 Mr. auf Nr. 860, 1902, 27 689, 30 158, 39056, 39 297. Die Tagesordnung für die nächste StadtverordnetenSigung in Gießen am Donnerstag, 10. März, nach m. 3 Uhr ist folgende: 1. Baugesuch des Wilhelm Amend für die Bahnhofstraße 66. 2. Baugesuch des Wilh. Löber jr. für die Waltorstraße. 3. Bauges. des With Seipp III für den Gr. Stentorg. 4. Bauges. von Fritz Egly für den Brandplay. 5. Bauges. des Joh. Otto Schneider für die Ebelstraße. 6. Festsetzung von Fluchtlinien für Teufelsluftgärichen. 7. Fluchtlinienplan für die große Mühlgasse. 8. Erwerb bezw. Enteignung von Gelände zur Keplerstraße. 9. Austausch von Gelände zwischen Stadt und Heinrich Carié am Neuenweg. 10. Feldbereinigung in der Gemarkung; hier: Erwerb von Grundstücken durch die Eisenbahnverwaltung 11. Gesuch des geschäftsführenden Ausschusses für den nationalen Gesangswettstreit um Ueberlassung eines Blazes. 12. Unterhaltung der Gebäude der Stadtmädchenschule; hier: Beschaffung von Ersatzteile für die Defen. 13. Straßenreinigung; hier: Vergebung der Besenlieferung. 14. Bergebung von Fuhrleistungen. 15. Gielbau; hier: a) Lieferung von Steinzeug für 1904/05. b) Lieferung von Bement für 1904/05. 16. Genehmigung von Rechnungen. 17. Vorlage der Rechnung und des Verwaltungsberichts für 1902/03. 18. Voranschlag der Armenfosse für 1904. 19. Boranschlag des Gas- und Wasserwerts für 1904. 20. Voranschlag des Stadterweiterungsfonds für 1904. 21. Errichtung einer Gerätehalle und eines Arbeiterraums für das Tiefbauamt und die Stadtgärtnerei. 22. Ausbau des WeBlarerwegs von der Frankfurterstraße bis zur Hofmannstraße. 23. Ausbau der Verbindungsstraße zwischen Frankfurterstraße und Weßlarerweg in der Richtung auf den Bahnübergang der Oberhessischen Eisenbahn. 24. Ginzäunung und Bepflanzung des aufgefüllten Schweinemarktplages. 25. Statut, betreffend die Bildung einer Deputation für das Cas-, Wasser und Elektrizitätswerf. 26. Die Wasserversorgung der Gärten am Nahrungsberg. 27. Das Gießener Stadttheater; hier: Vertrag zwischen J. Noll und Theaterdirektor Steingötter für 1904/05. 28. Verpachtung der Gemeindejagd; hier: Gesuch um Uebertragung des Jagdbezirks 7 auf einen anderen Bächter. 29. Errichtung einer Ziegenzuchtstation. 30. Uebernahme der Unterhaltung eines Erbbegräbnisses. 31. Gesuch des Ludwig Abel dahier um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb im Hause Grünbergerstraße 47. 32. Gesuch der Elise Kleis Ehefrau um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb im Hause Bahnhofstraße 48. 33. Gesuch des Wilhelm Schneider um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb im Hause Walltorstraße 24. 34. Haushaltungsunterricht an der Volksschule. Die Vorstände der Gewerbevereine des Bezirk Gießen werden nächsten Sonntag im Hotel Schüß zu Gießen zu einer Bezirksversammlung zusammentommen, um über die neue Steuer- Besetvorlage zu beraten. * ** X Krofdorf Teitete von Schl vereinfachter St wurde mit eine Drescher und lieferten. Alle 2 treten, welche nu = Lid, 7. beginnt ein Borb worden. Anmeldungen nim Handwerkerfdule, + Burg- Ge tretender Wiegemei * Bernsbu feither gehörige Karl Schlitt- Leu = Lauterb Tage in den feitherigen Inha + Freien zwei Burschen brüche; fie wur A Beydor ** An der Wieseckbrücke in der Bahnhofstr. in Gießen ist gestern Morgen infolge eines Rohrbruchs die Mauer des linken Ufers durchbrochen worden und zusammengestürzt. Dec Unternehmer der Kanalisation wird, da er Garantie für seine Rohre hat übernehmen müssen, für den Schaden aufzukommen haben. * Stadttheater Gießen. Um irrigen Auffassungen entgegenzutreten fonstatiert die Direktion, daß Frl. Bilma Dülfer, die als Klärchen jüngst im Egmont gastierte, nicht als eventueller Ersaß für Frl. Hohl in Aussicht genommen ist, sondern das Fach der Sentimentalen spielen soll, daß eine ausgesprochene Fachvertreterin in lezter Zeit hier ermangelte. Für Frl. Hohl ist ein anderer Ersatz in Mussicht genommen. Freitag, den 11. März, findet außer Abonnement ein zweites und legtes Gastspiel der NachtasylTournee statt und Sonntag, den 13., geht Kneisels übermütiger Schwant„ Papageno" in Szene. * * Die Beratungen des Hessischen Handelstammertages über den Entwurf des Gesetzes, die Gemeinde- Umlagen betreffend, wurden am Sonntag in Mainz zu Ende geführt. Als Regierungsvertreter waren erschienen: Ministerialräte Braun, Dr. Becker und Best. Fast alle Redner wenden sich gegen eine zu hohe Kapitalrentensteuer. Ministerialrat Dr. Becker führt aus, daß auch die Großh. Regierung Bedenken habe, das Kapital hoch heranzuziehen, er wünsche aber dieserhalb praktische Vorschläge aus der Versammlung heraus, mit dem Tadel allein sei es nicht geschehen. Die Herren Schmahl- Mainz, Kommerzienrat Stroh- Offenbach, Kölsch und Baruch- Borms, HeichelheimGießen, der Vertreter der Handelskammer Friedberg und Kommerzienrat Coblenz- Bingen sprachen sich für die bisherige Kapitalr ntensteuer aus. Die Herren Trier- Darmstadt und Langenbach erachten es für richtig, wenn das Kapitalvermögen herangezogen wird; aber der Abzug von Schulden und persönlichen Lasten müsse gestattet werden. Schließlich wurde der Antrag Darmstadt, bei Artikel 19 den Absah 2 zu streichen, einstimmig angenommen. Dei dem Kapitel über den„ Besteuerungsmaßstab" stellt die Handelskammer Mainz den Antrag, Grund- und Gewerbebesitz einheitlich und gleichmäßig mit 10 Pfg. vom 100 und das Kapitalvermögen mit Der Grund- und 10 fg. von 200 Mt. zu belaften. Gewerbebesitz sei mit dem doppelten Betrag heranzuziehen, weil sie vor den gemeindlichen Einrichtungen( Straßenbau usw.) bedeutend größere Vorteile hätten, als der nicht an die Scholle gebundene Rentner. Als weitere Konsequenz sei der Absatz 2 des Artikels 32 ganz zu streichen. Feistmann Offenbach stellt hierzu den Unterantrag, daß höchstens bis zu 10 Pfg. von 100 Mt. Netto- und nicht Bruttovermögen erhoben werden dürften. Nach längerer Debatte wurde beschlossen: 1. Der Handelskammertag spricht sich grundsäglich gegen jede höhere Belastung des Kapitalvermögens, als es unter der Herrschaft des bisherigen Gefeßes ist, zur Gemeindeſteuer aus. 2 Die Anträge Mainz und Offenbach werden als erreichbares und wünschenswertes Ziel der Regierung zur Berücksichtigung empfohlen. waren die Beratungen des Geseßentwurfes zu Ende gekommen. Der Vorsitzende besprach sodann die beabsichtigte Einführung gewisser Schiffahrtsabgaben und teilte einen Proteft der Mainzer Handelskammer mit. Die Versammlung erklärte sich einstimmig mit den Beschlüssen der Mainzer Handelskaminer in der Frage der Schiffahrtsabgaben einverstanden; ferner wurde ein Arbeitsausschuß gewählt, der sich mit der weiteren Behandlung dieser Angelegenheit befassen soll. Es folgte darauf noch eine Diskussion über das Vereinszollgesez und eine Besprechung der Tagesordnung für den nächsten deutschen Handelskammertag. Die Arbeitskommission für die Schiffahrtsabgaben soll im Monat April zusammentreten. Damit war die Versammlung um 5 Uhr nachm. geschlossen und die Mitglieder vereinigten sich zu einem gemeinsamen Mahl. Damit ** Die Aufnahmeprüfung für das LehrerinnenSeminar zu Darmstadt findet Mittwoch, 13. April, vormittags 28 Uhr, im Schulhause der Viktoria Schule ( Hochstraße 44) statt. Gesuche um Zulassung zu dieser Prüfung sind bis spätestens zum 22. März 1904 bei der zuständigen Behörde einzureichen. * a Freiwillige Invaliden- und Altersversicherung. Bekanntlich ist die freiwillige Invalidenund Altersversicherung nach dem Geseze allen denjenigen selbständigen Gewerbetreibenden gestattet, die früher in unselbständiger Stellung versichert waren. Von dieser Ermächtigung wird aber recht wennig Gebrauch gemacht. Verschiedene Versicherungsanstalten gedenken nun zur Aufklärung der interessierten Bevölkerungsfreise in Handwerker und ähnlichen Vereinen tostenlos Vorträge halten zu lassen, in denen vornehmlich ziffermäßig die zu leistenden Beiträge und die im Falle der Inralidität oder nach Erreichung des 70. Lebensjahres zu beanspruchenden Renten gegenübergestellt werden. Man fann nur wünschen, daß das Vorgehen der Versicherungsanstalten von Erfolg gekrönt sein möchte. + Laubach. Bom Großh. Ministerium ist der 1. April als Beginn der Anlegung des Grundbuchs und Berg- Grundbuchs bestimmt. auf dem hiesigen aus Scheuerfeld außerdem erhiel daß der Tod f und drei eine SS Frantfa des Mädchenhan gaffe verhaftet. A Franti erfchob fich in in den 30 J Schreden der A Main Raftell ist besch Niederlegung d Mainz Mainzer Tage Verfügung erla in legter Zeit perfonen, die vo fich die Solda darauf aufmert Konflikt wenn um das gute Mainz aufrec wird, wenn es zu machen, d um die es fid anzugreifen. ethiola da * ** Das gerichts, weld wurde, lautete M Frü Wie i dem am den Pferder zuhalten liche Reit, unter dem Geschirr b Die Vorführun in dem hi Wäh und Wager der hiesigen Gege Anmel 14. März in Gießen 3 Pferde Gieß der Gärten am ter; hier: Ber Steingötter für ; hier: Gefuch einen anderen ion. 30. Ueber 8. 31. Gesuch Wirtschaftsbe Besuch der Elife haftsbetrieb im Thelm Schneider aufe Walltor er Volksschule. ereine des tag im Hotel ng zusammenage zu beraten. Bahnhoffte. in × Krofdorf. Der von Herrn Wilh. Bender hier geleitete von Schülern zahlreich besuchte Unterrichtskursus in vereinfachter Stenographie System Stolze Schrey wurde mit einem Preisschreiben geschlossen, wobei Karl Drescher und Wolf Schmidt von hier die besten Arbeiten lieferten. Alle Teilnehmer sind der Schülerabteilung beigetreter, welche nunmehr schon auf 18 herangewachsen ist. Tuchs die Mauer fammengestürzt. a er Garantie ür den Schaden irrigen Aufeftion, daß Frl. gmont gaftierte, hl in Aussicht nentalen spielen in letzter Zeit derer Erfag in 3, findet außer der Nachtafyl t Aneifels über en Handel Gesetzes, bie m Sonntag in Svertreter waren ecker und Best. hohe Kapitalaus, daß auch Kapital hoch ische Vorschläge del allein set es Kommerzienrat , Heichelheim Friedberg und für die bisTrier- Darmstadt nn das Kapitalug von Schulden den. Schließlich 19 den Abſak 2 dem Kapitel über 18fammer Mainz tlich und gleid albermögen mit r Grund- und g heranzuziehen, ungen( Straßen , als der nicht eitere Konsequenz streichen. Feist og, daß höchstens ind nicht Brutto längerer Debatte ertag spricht figh des Kapitalver Sherigen Gejep äge Mainz und henswertes Ziel fohlen. Damit es zu Ende ge die beabsichtigte und teilte einen Die Versammlung ffen der Mainzer ahrtsabgaben ein huß gewählt, der Angelegenheit be iskussion über das Tagesordnung für 3. Die Arbeits soll im Monat Berfammlung um der vereinigten fich Lehrerinnen wod, 13. April, Vittoria Schule laffung zu dieser rz 1904 bei der und Altersvillige Invaliden allen denjenigen Die früher in un Von dieser Er Gebrauch gemacht en nun zur Auf e in Handwerker e halten zu laffen leiftenben Beiträge ach Erreichung des ten gegenübergeftell das Borgehen der fein möchte. um ist der 1. April und Berg- Grun Lich, 7. März. Ende April oder Anfang März beginnt ein Vorbereitungs- Kursus für die Meisterprüfung. Anmeldungen nimmt bis zum 15. April der Vorsitzende der Handwerkerschule, Glasermeister Scherf, entgegen. + Burg- Gemünden. Heinrich Engel ist als stellvertretender Wiegemeister für unsere Gemeinde eidlich verpflichtet worden. Bernsburg, 7. März. Die dem Ludwig Reinhard seither gehörige Socksmühle ging in den Besitz der Herren Karl Schlitt- Leusel und Salomon Strauß- Alsfeld über. Lauterbach, 7. März. Das Hotel Schüß ist dieser Tage in den Besitz des Herrn Georg Schüß, Bruder des seitherigen Inhabers Herrn Wilh. Schüß, übergegangen. ===+ Freiensteinau, 7. März. Hier verübten dieser Tage zwei Burschen im Alter von 15 und 16 Jahren zwei Einbrüche; sie wurden erwischt und zur Anzeige gebracht. Beydorf, 7. März. Heute Mittag 12 verunglückte auf dem hiesigen Rangier- Bahnhof der Rangiermeister Dörner aus Scheuerfeld. Es wurde ihm ein ärm abgefahren und außerdem erhielt derselbe so schwere Berletzungen am Kopf, daß der Tod sofort eintrat, derselbe hinterläßt eine Frau und drei kleine Kinder. §§ Frankfurt a. M., 6. März. Unter dem Verdacht des Mädchenhandels tourde eine Kafetier aus der Tongesgasse verhaftet. A Frankfurt a. M., 7. März. Heute Nachmittag erschoß sich in der Brückenstraße ein Handwerksmann, der in den 30 Jahren stand. Der Selbstmord wurde zum Schrecken der Vorübergehenden auf offener Straße begangen. Mainz, 6. März. Die Entfestigung von MainzKastell ist beschlossene Sache. Die kaiserliche Genehmigung zur Niederlegung der Umwallung wird in Kürze erwartet. Mainz, 4. März. Laut einer Veröffentlichung im „ Mainzer Tageblatt" hat das Souvernement in Mainz eine Verfügung erlassen, in der unter dem Hinweis, daß vielfach in letzter Zeit bei Schlägereien zwischen Zivil- und Militärpersonen, die von Ziviliften ohne Brund herbeigeführt wurden, sich die Soldaten schlapp und energielos benommen hätten, darauf aufmerksam gemacht wird, daß die Soldaten jedem Konflikt wenn irgend möglich aus dem Wege gehen sollen, um das gute Einvernehmen mit der Zivilbevölkerung von Mainz aufrecht zu erhalten, daß aber anderseits verlangt wird, wenn es nötig tut, von der Waffe so energisch Gebrauch zu machen, daß sich in Zukunft derartige Rowdy- Elemente, um die es sich allein handelt, hüten, einen Soldaten wieder anzugreifen. thiole y Aus dem Gerichtssaal. Schwurgericht. Gießen, 8. März 1904. *** Das Urteil in der gestrigen Situng des Schwurgerichts, welches erst abends gegen 3/411 Uhr verfündet wurde, lautete: Izydorczak, welcher wegen Raub, Diebstahl und Sachbeschädigung angeklagt war, wurde dieser Verbrechen überführt und zu 52 Monaten Gefängnis verurteilt, wovon 2 Monate für Untersuchungshaft in Abrechnung gebracht worden sind. Den beiden mitangeschuldigten Peter und Andreas Marialed fonnte feinerlei Schuld nachgewieſen werden und lautete das Urteil deshalb auf Freisprechung. In der heute stattgefundenen Sigung des Schwurgerichts wurde gegen die ledige, wegen Diebstahl vorbestrafte Dienstmagd Elisabethe Vaupell zu Breitenbach wegen Kindesmordes verhandelt. Derselben wird zur Last gelegt, ihr uneheliches Kind in der Nacht vom 1. zum 2. Januar 1904 getödtet zu haben. Nach Eröffnung der Verhandlung bestimmt das Gericht, die Deffentlichkeit von dieser Verhandlung auszuschließen. Zu dieser Sache waren nur 3 Zeugen und 1 Sachverständiger geladen. Gegen 11 Uhr wurde die Deffentlichkeit wieder hergestellt und das Urteil verkündet, welches auf 3 Jahre Gefängnis erkennt. Litterarisches. Die Wunder der Sternenwelt und deren Durchforschung im Laufe der letzten Jahrhunderte bilden den Inhalt der jüngst erschienenen drei Lieferungen 50, 51 und 52 der wahrscheinlich feiner Anpreisung mehr bedürfenden, fünfbändigen Schöpfung Hans Kraemers„ Weltall und Mensch hett"( Deutsches Verlagshaus Bong& Co. Berlin, 100 Lieferungen á 60 Pf.). Wiederum, wie alle früher ausgegebenen Teile des monumentalen Werkes, gesellt sich dem geistvollen und fesselnden, durchweg auch dem Laien verständlichen Texte – diesmal aus der Feder des langjährigen Direktors der Berliner Sternwarte, Geheimrat Professor Dr. Wilhelm Foerster eine Fülle der interessantesten bunten und schwarzen bildlichen Darstellungen zu, die nicht das Auge fesseln, sondern zum Nachdenken anregen. „ Der gute Ton". Ein Lehrbuch der feinen Lebensart und guten Sitte, von Franz Freund nach den neuesten Anstandsregeln bearbeitet, ist soeben in 3. Auflage bei Georg Brieger in Schweidnig erschienen. Das umfangreiche, gut ausgestattete Buch, welches für 50 Pfg. in jeder Buchhandlung zu haben ist, gibt auf 126 Seiten in fnapper, aber erschöpfender Form alles das zu wissen, was der gute Ton in der Familie, bei Besuchen, bei Reisen, auf der Eisbahn, bei Begräbnissen, Hochzeiten und Kindtaufen, bei Festlichkeiten, im Restaurant, beim Essen und Trinken, kurz in jeder nur denkbaren Situation erfordert. Für den, der glaubt, daß seine Manieren noch einer Korrektur bedürfen, ist das Büchlein ein zuverlässiger Berater. Neueste Nachrichten. Ueber Berlin wird uns folgendes gemeldet: Petersburg, 8. März. Der Kaiser erhielt ein Telegramm wonach die japanische Flotte den ganzen Tag Wladivostok beschoß und nur geringen Schaden anrichtete. Das Telegramm meldet weiter, ein oder zwei japanische Kreuzer seien zum Sinten gebracht worden. Odessa, 8. März. In Libau wurden 600 Pferde beschlagnahmt die für englische Rechnung für Südrußland gefauft, jedoch für Japan bestimmt waren. MAGGI's Suppen Schutzmarke Kreuzstern KREUZ STER + find London, 8. März.„ Taily Telegraph" meldet aus Tokio vom 6. März, dem Vernehmen nach seien Anzeichen vorhanden, daß bei Wladiwostok Eisgang eingetreten sei. Man erwartet, daß der Hafen Ende März, also ungewöhnlich früh, eisfrei sein wird. Marktberichte. Gießen, 8. März. Auf dem heutigen Wochenmarkt fofteten Butter per Pfd. 0.90–1.00., Hühnereier 2 Stüd 12-14 Pfg., Enteneier St. 8 Pfg., Käse per St. 6-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Bfg., Erbsen per Liter 21 Pfg., Linien per Liter 32 Pfg., Tauben per Paar TRY. 0.80-1.00, hühner per Stüd Mt. 1.30-1.40, Hahnen, per Stüd C.80-1.70, Enten per Stüd 1.70-2.20, Gänse per Pid. 65-70 Pfg., Ochsenfleisch per Pfd. 68-78 Bfg., Rindfleisch per Pfd. 62-68 Pfg. Schweinefleisch per Pfb. 60-72 fg. Schweinefleisch gesalzen per Pfund 0.76 Big., Kalbfleisch per Pfd. 44-70 Bfg., Hammelfleisch per Pfd. 44-74 Pfa.. Kartoffeln pro 100 kilo 6.00 Mr., Zwiebeln per 3t. Mr. 7.00-10.00, Aepfel ber Gentner 20-25 Mr. Milch per Liter 18 Pfg. Dauer der Marktjeit von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr Nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Marktzeit übeerhanp nicht, und während der ersten drei Stunden der Marktzeit im Umherziehen feilgeboten werden. Frankfurter Viehmarkt. Zum Verkauf standen 386 Ochsenen 43 Bullen, 709 Kühe und Färsen( Stiere und Rinder), 318 Kälber, 200 Schafe und Hämmel, 1712 Schweine. Aus Desterreich 100 Ochsen. Bezault wurde für 50 Kilo Ochsen: a) vollfleischige ausgemäſtete höchsten Schlachtwertes bis zu 6 Jahren Mr. 72-74, b) funge fleischige, nicht ausgemäſtete und ältere ausgemäſtete Mt. 67 bis 70, c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere Mt. 62-64, d) gering genährte jeden Altecs Wit.-. Bullen: a) vollfleischige höchsten Schlachtwertes Mr. 63-65, b) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere Mt. 60-61, c) gering genährte Mt.-, ühe und Färsen,( Stiere und Rinder): a) vollfleischige. ausgemäſtete Färsen ( Stiere und Rinder) höchsten Schlachtwertes Mt 61-63, b) bollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes( bis zu 7 Jahren) mt. 57-59, c) ältere ausgemästete Kühe und wenig aut entwickelte füngere Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mk. 45-47, d. mäßig genährte Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mr. 41-43, e) gering genährte Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mt.- Bezahlt wurde für 1 Pfund a) feinste Mast-( Vollm.- Mast) und beste Saugfälber( Schlachtgewicht) 82-84 Pfg.( Lebendgewicht) 48-50 fg., b) mittlere Waft- und gute Saugfälber( Schlachtge wich) 72-75 Pfg.,( Lebendgewicht) 42-44 Pfg., c) geringe Saugfälber 60-62 Pfg., d) ältere gering genährte Kälber( Fresser) Bfg., Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthämmel 70-72 Pfg., b) ältere Masthämmel 60-64 Pfa., c) mäßig genährte Hämmel und Schafe( Märzschafe) 50-52 Pfa. Schweine: a) vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen im Alter bis zu 1½ Jahren ( Schlachtgewicht) 52 Pfg.,( Lebendgewicht) 41 Pfg., b) fleischige ( Schlachtgewicht) 51 Pfg.,( Lebendgewicht) 40 Pfg. c) gering entwickelte, sowie Sauen und Eber( Schlachtgewicht) 42-44 Pfg., Lebendgewicht, d) ausländ. Schweine unter Angabe der Herfunft Pfg. Das Geschäft in Hornvieh war gut und ist der Markt geräumt. Frankfurt a. M., 7. März. Fruchtmarkt. Es notierten nach Qualität: An Weizen, hiesiger und Wetterauer mr. 18.00-18.10, furhessischer Mt. 18.00-18.10, norddeutsch. Mr. Kansas Mt. 17.80-18.20, Roggen, hiesiger Mt. 14.20 bis 14.75, russischer Mr. 15.00-15.00. Amerikaner Mt. 14.90 bis 15.30, Gerste, hiesige Mt. 15.00 bis 15 25, Pfälzer, Mt. 15.00 bis 15.40, fränkische Mt. 15.15, Riedgerste Mt. 15.25 bis 15.50, ungarische Mt. 17.25-18.25. Hater, hiesiger Mt. 13.75-14.75, furhessischer Mt. 13.50-14 75, Württemberger Mk.-.- big bayerischer Mr. 13.70-14.50, russischer Wet. 14.25-15.25 Mais, Mixed Mr. 12.40-12.50, La Plata Wr. 12.20-12.40, weißer Mais Mt. 13.50-13.75, russischer Mt. 13.25-13.90. Alles pro 100 Kilo ab hier. Drud und Verlag der Gießener Verlagsbruckerei( vorm. Wilh. Keller), Gießen Berantwortlich: für den politischen und Inseratentell: 16in Klein für das Lokale, den„ Gerichts-" und" Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermann sebr ausgiebig und deshalb besonders billig. 1 Würfel zu 70 Pfg. für 2 gute Teller. B Man verlange ausdrücklich ,, Maggi's Suppen" mit der Schuhmarke Frühjahrs- Pferdemarkt in Gießen. Wie in früheren Jahren beabsichtigen wir auch bei dem am Mittwoch, den 16. März v. 33. stattfindenden Pferdemarkt eine Pferdeschau mit Prämiterung_abzuhalten und zwar speziell für im Brivatbefit befindliche Reit-, Wagen- und Arbeitspferde; dieselben können unter dem Reiter, ein-, zwet oder vierspännig, auch im Geschirr vorgeführt werden. Die Prämiierung beginnt vormittags 11 Uhr, die Vorführung und Preisverteilung vormittags 122 Uhr in dem hierfür vorgesehenen Prämiierungsring. Während der Vorführung der prämiierten Pferde und Wagen Konzert der hiesigen Regimentskapelle. Es gelangen nur Ehrenpreise zur Verteilung. Anmeldungen haben bis zum Montag, den 14. März bei Herrn August Schwan, Weinhändler in Gießen zu erfolgen. Pferdebesizer laden wir zur Beteiligung ergebenst ein. Gießen, 7. März 1904. Die Rädtische Pferdemarktkommission. Jean Kirch. Für Weinbezug! KREUZ -STER Enter aller Garantie naturreine, flaschenreife Weisswolne, per Liter oder Flasche von 60 Pfg. an, Rotwein( echter Ingelheimer) Lit. od. 100" versendet im Gebinden von 25 Liter und Kisten 18 Flaschen& 99 " 9 99 P.Chr. Saalwächter, Weingutsbesitzer, Nieder- Ingelheim a. Rh. Villa, gross. Steinweg 9 Brennholz und weise andere Marken zurück. Die Wohnung des Herrn Forſtmeister Joseph ist per 1. April( Tannen- Abfallholz) liefert für 1.15 Mt. pro 3tr. frei ans Haus. 1904 anderweitig zu vermieten. Näheres bei H. B. Nuhn, Lollar. 5. B. Rinz, Gießen Schöne Wohnung, Landgrafenstraße 3. Wer Stelle sucht, verl. Die Deutsche Vakanzenpost' Eklingen. August Kilbinger, Giessen, Seltersweg 19. Telefon 276. - Größtes Binderwagen- Geschäft am Plak. Enorme Auswahl in allen Preislagen. Erstklassige Fabrikate von Kinderwagen, Sport wagen, Leiterwogen, und Krankenfahrstühlen. Ständiges Lager von 200 Stück Kinderwagen. Auf Wunsch Katalog. ( 4 Zimmer), mitten der Stadt ge= legen, billig zu verm. 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Wir machen insbesondere darauf aufmerksam, daß die Ablegung der Gesellenprüfung u. a. als Vorbedingung für die Anleitung von Lehrlingen und die Führung des Meistertitels erforderlich ist, ihre Versäumnis daher später empfindliche Nachteile im Gefolge hat. Grünberg, den 20. Februar 1904. Der Prüfungsausschuß des Ortsgewerbevereins zu Grünberg. Heinrich Schmidt I. Servelatwurst Schinkenwurst Schinken, roh u. gekocht Wettwurft. Täglich: frischer Aufschnitt in kalt und warm empfiehlt Carl Buss, Mezger. Gießen. Martiplay 5. Bekanntmachung. Die Lieferung der für die städtischen Aemter im Rechnungsjahre 1904/05 benötigten: Drucksachen, Briefumschläge, Aftendeckel, Schreib- und Zeichenmaterialien, und des Schreibpapiers soll im Wege des Angebots vergeben werden. Bedingungen und Angebotsformulare sind auf unserem Sekretariate erhältlich. Daselbst können auch die herzustellenden Drucksachen, sowie Qualitätsmuster für Aftendeckel und Briefumschläge eingesehen werden. Angebote mit Muster sind bis zum 20. März d. J. einzureichen. Gießen, den 7. März 1904. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Die Grabenstraße und die Wettergasse werden wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten von heute an bis auf weiteres für den Fuhrwerks- und Fahrradverkehr gesperrt. Gießen, den 7. März 1904. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Bekanntmachung. Letzte Brennholzversteigerung pro 1903/04. Es kommen Montag, den 14 1. Mts. aus dem Distrikt Bobenhäuserkopf, sowie aus verschiedenen Distriften Dürr- und Windfallholz zur Versteigerung: Scheiter: 6 Buche, 8 Eiche, 132 Nadel, 8 Ecle. Knüppel: 86 Buche, 123 Eiche, 246 Nadel, 33 Erle und Aspe. Reiser: 410 Buche, 299 Ciche, 424 Nadel, 67 Erle und Aspe. Stöde: 15 Eiche, 179 Nadel. Unter dem Nadel- Reisig befinden sich 194 Rm. Fichten zu weckreiser. Zusammenkunft: Morgens 10 Uhr im Distrikt Bobenhäuserkopf am Kreuzpunkt des Stockhäuser Fußpfades mit der Raubschloßschneise. Das zerstreutsitzende Dürr- und Windfallholz wird nicht vorgezeigt und wollen Käufer dasselbe vorher einsehen, dasselbe kommt Mittags beim Feuer im Bobenhäuserkopf zum Ausgebot. Grünberg, den 7. März 1904. Großherzogliche Bürgermeisterei Grünberg. Zimmer. Höhere u. Erweiterte Mädchenschule zu Gießen. Die Anmeldungen neu eintretender Schülerinnen einerlei welchen Alters sollen in Zukunft nicht Die am 20. Februar 1. Is. angeordnete Sperre der mehr bei Beginn des neuen, sondern vor Ablauf des Löwengasse wir hiermit aufgehoben. Gießen, den 7. März 1904. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Bekanntmachung. Die Holzversteigerung vom 22. Februar I. Js. ist genehmigt. Die Abfuhrscheine können bei der unterzeichneten Stelle vom 9. d. Mts. abgeholt werden. Die leberweisung des Holzes erfolgt am 10. d. Mts. Grünberg, am 7. März 1904. Großherzogliche Bürgermeisterei Grünberg. 3immer. Für Bäcker!< Brotpreis- Formulare hält stets am Lage die Expedition III. Seffisch- Thüringische Staatslotterie ( Mitteldeutsche Staatslotterie) Biehung VI. Klaffe.( 1. Tag) 7. März 1904. Geschäfts- Empfehlung. Einem geehrten hiesigen und auswärtigen Bublifum die ergebene Mitteilung, daß ich das seither von meinem Vater Johann Keßler betrieben Möbeltransport. und Verpackungs- Geschäft fäuflich übernommen babe und dasselbe unter der Firma Heinrich Kessler weiterführen werde. Es wird mein eifrigstes Bestreben sein, elle Aufträge meiner werten Kundschaft prompt, pünktlich und unter billigster Berechnung auszuführen. Hochachtungsvoll Heinrich Kessler Gießen, Marburgerstraße 28. Telephon 368. Aufträge werden auch Sonnenstraße 5 entgegen enommen. Radmäntel für Herren und Damen von echt Steyrischen wasserdichten Kamelbaarloden mit und ohne Kaputze und Handschlitzen auf eigener Werkstatt gearbeitet, empfiehlt in verschiedenen Preislagen Julius Fischer, Giessen Schulstrasse 6. alten Schuljahres erfolgen. Die diesjährigen Anmeldungen haben bis spätestens zum 20. März zu geschehen und werden im Schulhause, Schillerstraße 8, an folgenden Tagen von dem Unterzeichneten entgegen genommen: Dienstag, 8., Samstag, 12., Dienstag 15., und Samstag, 19. März, jedesmal von 10 bis 1 Uhr. Vorzulegen sind: Impf- und Geburtsschein, letzterer mit unterstrichenem Rufnamen; bei Kindern, die über 12 Jahre Jüngere Mädchen Brandplak 14 alt find, eine Bescheinigung über geschehene zweite Impfung; bei Kindern, die aus einer anderen Schule kommen, ein Abgangszeugnis. Mädchen, die erst schulpflichtig werden, sind bei der Anmeldung vorzustellen. Gießen, den 16. Februar 1904. Der Direktor: Dr. Stoerito. Suche einen Ein Hausbursche gesucht. Alle Nummern, neben welchen nichts bemerkt ist, sind mit 200 Mark gezogen. ( Ohne Gewähr.) Bäder Euler, Gießen, Ludwigsplatz 3. 62 243 82 88[ 1000] 99 311 30 69 443 53[ 1000] 71[ 400] 82[ 400] 91[ 400] 612 51 52 56 66 76[ 400] 92 762 85[ 400] 829 58 64 907 35 1000] 65 67 1020 94 112 202[ 400] 413[ 100 547 54 71 783 950[ 1000] 86 2013 40[ 400] 85[ 400] 116 225[ 400] 75 80 314[ 400] 42 96 500 615 29 33 711[ 400] 42 97 813[ 400] 91 907 11 48 3002 9 82 153[ 400] 55 263 322 50[ 1000] 406 96 553[ 400] 95 625[ 400] 81 708[ 1000] 60 73 [ 3000] 856[ 1000] 916[ 40 000] 19 4021 92[ 400] 142[ 400] 48 63[ 1000] 68 [ 400] 94 246 317 53[ 400] 62 431 593 602 21 85 89 769 842 910[ 400] 48[ 400] 5054 326 1000] 455 72 79 545 77 672 90 795 842 93 925[ 400] 45 6062[ 3000] 69 78 114 31 61 200 81 99 314 24 40 43 51 65[ 1000 400 88 506 53 67 740 43[ 400] 801 7016[ 400] 280[ 400] 353 56[ 1000 73 89 501 50 51[ 400] 675[ 1000] 93[ 400] 97 724 63 878 907 36 55 8000 7[ 400] 48 57 233 35 379[ 400] 90[ 400] 91 95 417 523 54[ 400] 70 615 26 32 710 91 946 52 9089 152 59 66[ 1000] 259 80 368 425 38 514 59 89 672 84 898 934 74 88[ 400] 94 96 10028 46[ 3000] 140[ 400] 59 206 351 72 83 416 19[ 3000] 20 [ 3000] 32 502 81 632 706 89 881[ 400] 11012 22 34 137[ 400 48 57 66 89 213 25 59 396 573 634 78 86 932 87[ 1000] 12081 85[ 400] 212 42 361[ 1000] 401 23 24[ 400] 48 84 567 70 624 87 730 45 13013 14 21 25 30 35 190 201 5 17 21 52[ 400] 58 60[ 400] 74 399 588 628 57 58 702 805 16 84[ 400] 906[ 3000] 31 47 14020 70 216[ 400] 26 345 56 437 57 500 32 45 53 614[ 400] 64[ 1000] 92[ 400] 778[ 400] 98 848 966[ 1000] 15082 151[ 5000] 66 77[ 400] 389[ 3000] 414 23[ 400] 56 63 556 58[ 400] 60 69 400] 72 73 706[ 5000] 16123 39 42 313 62 98 423[ 400] 28[ 400] 550 619[ 400] 28 705 906 41 17006[ 1000] 29 245 318[ 1000] 447 64[ 400] 510 11 85 96[ 400] 611 20 50 83[ 1000] 87 94 743[ 400] 821 37 974 87 94 18011[ 1000] 18[ 400] 24[ 1000] 28 171[ 1000] 286 365 75 473 513 34 603 17[ 3000] 27 35 60[ 400] 792 95[ 400] 801 13 65[ 1000] 73 88 900 40 58 19030[ 400] 40 54 133 34 91 95 204 306 10 [ 1000] 24 60 525 73[ 400] 658 815 58 71 72 900 20043 55 90 148 89[ 1000] 224 398 441 53 595 632 788 896 901 9 53 60 21007 87 120 48 55 240 74[ 400] 320 440 45 89 506 7 81 620 32 95 729 63 86 833 56 943 47 56 60 80 83 22048 86 219 94 365 445[ 1000] 87 588 619[ 400] 51 707 10 16 800 34 983 23040 73 171 89 320 26 40 403 15 30 54 70 99 627 79 87 702 14 50 61 63 823 915[ 400] 47 53 77 99 24061 193| 1000] 207 22 25[ 1000] 306 77 410[ 1000] 35 49[ 400] 58 60[ 400] 513 71 646 74[ 400] 743 87 819 53[ 1000] 92 97 980 93 25008 23 174 279 96 351[ 1000] 402[ 1000 85[ 1000 513 42 91[ 1000] 99 606 712 28 57 95 887[ 10000] 93 910 40 26001 56 126 37[ 400] 263 86 93 338 400[ 400] 16 81 508 41[ 400] 46 55 76[ 1000] 93 99 623 63 745 95 851 74 902 16 27066[ 1000] 150 299 367 84[ 400] 421 51 556 619 93 729 899 901 25 87 88 28118[ 400] 64[ 10 000 75 80 256[ 5000 96 310 54 406 7 74 508 680[ 400] 93[ 400] 773 828 52 972 85 29067 234 42 87 330 31 75 438 62[ 1000] 985 19 70 71[ 1000] 669[ 400] 74 742 79 812 87 932 35 55 30120 38 91 309 74 414 52 610 1000] 25 41[ 400] 706[ 3000] 70 80 85 817 51 71 927 46 31005 55[ 1000] 71 97 197 99 200 51[ 400] 53 [ 400] 396 474 584 606 29 32[ 400] 60 85 713 24 78 92 823 36 977 32086 132 37 206 75 78[ 1000] 91 367 438 43[ 1000] 48 54 89 520 1000] 87[ 400] 728[ 400] 78[ 1000] 825 61[ 400] 73 80 84 85 912 33071 84[ 400] 91 94 261 384 469 565 85 95 739[ 400] 839 83 902 29 51 34204 45 60 340 49 68 459 605 44 48 797[ 1000 922 35022 52 56 104 72[ 1000] 241 91 339 87 414 506 56[ 400] 75 631 72 715 23 923 36005 82 85[ 400] 111 19 83[ 400] 224[ 1000] 47 56 88 377 78 523 24 77 740 807 58 948 62 37006 18[ 1000] 48 96 197 205 361 69 421 58 73[ 400] 504[ 400] 775 83 826 32 900 38034 47 200 349 72 88 418 82 506 7 51 652 711 48 56[ 400] 61 826 905 78 84 39096 134 85 334 59 72 404 69 541 49[ 400] 50 58 66 92 637 38 51 705[ 400] 36 75 83 835 12 63 89 905 27[ 400] 66 40063 96 101 3 10 12 18 93 203 15 75 79 318 75 445 521 31 610 16 85 712[ 3000] 34 35 79 807 29 955 95 41278 376 91 403 11 37[ 400] 40 78[ 1000 89 92[ 400] 554 604 16[ 400] 67 703 93 861 70 95 940 50[ 10001 72 42012[ 400] 47 60[ 400] 82 196[ 3000] 359 67 453 516 632 33 40 95 812[ 1000] 977 43013 42 111 53[ 400] 69[ 400] 86 276 89[ 400] 91 97 359 402 25[ 400] 82 545 89 619 853 1400 44063[ 400] 144[ 400] 60 62 77[ 1000] 210 32 67[ 1000] 307 412 69 90[ 400] 563 617[ 400] 62 87 99 718[ 400] 83[ 400] 861 915 59 98 99[ 400] 45081 92 236 52 56 73 99 473[ 400 78 501 41[ 400] 74 80 83 663 37 724[ 1000] 27 62 859 901 47 64 46089[ 400] 104 38 41[ 400] 810 43 85 96 334 60 532 93 639 42 57 719 54 65[ 1000] 811 73[ 1000] 83 963 79 47027 78) 160 71 237 485 86[ 400] 642 72[ 1000] 716[ 400] 893 +8004[ 1000] 10[ 400] 20 140[ 400) 49 50 261 97 304 44 47 98 493 618 Lehrling bei sofortiger Vergütung. Weißbinder Konrad, Schüßenstr. und Arbeiter für leichte Arbeit gesucht. Gießen, Schillerstraße 18. Neuenweg 4 ist die Wohnung im zweiten Stock zu vermteten. Näheres bei der Bürgermeisterei, Zimmer Nr. 15. 42 722 856 80 911 49019 93 99 141 45 81[ 400] 212 47[ 400] 53 68 319 34 36[ 1000] 51 90 516 41 45 650 67 757 872[ 3000] 921 30 69 84 86 50045 142 93 95 263 74 361[ 1000] 400[ 1000] 597 631[ 400] 54 66 731[ 400] 48[ 400] 905 23 72 51122[ 1000] 237 47 343 44 461[ 400] 510 23 46 638 707 18 25 76 92[ 1000] 801[ 400] 902[ 400] 88 52023 100 37 227 97 325 541 94 611[ 1000] 15 92[ 400] 762 826 39 51 66 933 92 53028[ 400] 47 94[ 1000] 109 43 238 338 468 76 588[ 400] 91 613 91 740 64 829[ 1000 72 82 914[ 400] 54029[ 400] 63[ 1000] 64 71 73 89 91 150 84 94 236 45 337 93 404 548 66 84 718 20[ 1000] 25 59 61[ 1000] 99 835[ 400] 53 96 55021 104 214 27 92[ 400] 328 70 427 539 75[ 400] 604 13[ 1000] 46[ 1000] 70 718 61 805[ 400] 16 37[ 1000] 43[ 400] 915 56054 152 [ 1000] 214 22 35 301 86 402 5[ 400] 8 40 568 76 747 50 52 83 851 902 51 55 82 57052[ 400] 111 24 27 46 54 236[ 400] 62[ 1000] 317 32 428 59 68 73 547 657 72 759[ 400] 86 800 1 61 949 55 63[ 400] 96 58000 2 43 54 111 265 385 45) 586 1000] 601[ 400] 2[ 400] 53[ 400] 55 60 64 721[ 400] 84 897[ 1000] 963 67 73 92 59082 107 26 42 48[ 400] 257 416[ 400] 89 721 61 806 920 39 48 74 60037 100 74 258 69 308 28 84 548 52 603 744[ 400] 66 89 880 [ 400] 960[ 3000] 61047 59 105[ 400] 47 69 90 284[ 400] 309 24 35 60 75[ 400] 415[ 400] 44 58 62[ 1000] 76[ 1000] 533 685 704 19[ 1000] 928 71[ 400 77 98 62121 1000] 41 200 526 631 44 736 98[ 400] 912 78 87 63046[ 400] 48 86 149 52 307 58 515 31 45[ 5000] 635[ 1000] 749 951 64070 176 78 245 56 77 316[ 400] 20 421 625 802[ 400] 18 22 67 86 910[ 400] 86[ 400] 65119 66 207 27 95 344 87 409[ 400] 22[ 1000] 60 92 522 69 644 717 18 893 920 43 49[ 400] 80 91 66063[ 1000] 66 75[ 400] 113 207 38 52[ 400] 345 82 95 616 788 98 850[ 1000] 98 912 49[ 400] 67099 189 229[ 3000] 325 49 64 99 419 27 64 71 630 46[ 400] 825 3000] 29[ 1000] 59[ 1000] 900 21 92 68015 61 63 98 206 395 407[ 400] 13 41 10000] 77 533 654[ 1000] 703 08 25 54 806 18 53 55 61 65 79 86 953 87 69115 24 217 40 59 96 344 70 470 571 643 741 83 895[ 1000] 94 70005 6 206 335 52 71 432 61 79[ 1000] 528 55[ 400] 612 709 [ 30 000] 25[ 400] 33 809 31 957 67[ 400] 80 71026 28 36 1400] 127 45 217 1400 332 87 443 61 522 642 724 72 78 85 811 57 74 901[ 1000] 72022 39[ 400] 124 33 75 94[ 400] 225 77 308[ 400] 29 40 78[ 3000] 419 517 604 81 717 36[ 400] 61[ 400] 96 99[ 1000 845 53 01[ 400] 76 73013 123[ 1000 53 288 313 33 37 514 625[ 400] 72 728 862 83[ 400] 89 942 74005 62 99 107 47 93 204 59 348 83 420 43 505[ 1000] 7[ 1000] 73 675 730[ 400] 71 89[ 3000] 98 803 40 75078 104 13 15 46 265 310 76[ 1000] 403 62 506 84 630 720[ 400] 22 802 8 9[ 1000) 98 920 54 70 81 84 93 98 76037 82 91 104 21 47 53 218 73 98 341 89 408 535 92 611[ 400] 50 812 53 96 77139 98 316 73[ 400] 77 400 502 61 609 24 740 57 835 47 53[ 400] 75 78024 50 94[ 1000] 113 224 36 394 408 548 689 802 961 79005 209[ 400] 502 723 55[ 1000] 67 830 83[ 1000] 965 80149[ 400] 66 203 52[ 400] 302 44 66 400 29[ 1000] 64 543 609 15 745 59 77 838 917 20 56 82 81014 34[ 400] 100[ 400] 02 45 62 205 25[ 400] 50[ 400] 365 76 80 439 45 56[ 400] 58 82 505 58 69 75[ 1000] 77 621[ 1000] 725 35 814 69 80 82140 204[ 400] 94 303 89 460[ 400] 79 95 522 76[ 400] 77 612 26[ 1000] 716 36[ 400] 56 58 805 65[ 400] 82 919 65 83039 46[ 1000] 50[ 3000] 56 65 213[ 400] 54 93 323[ 400] 415 51[ 1000] 76 579 607 55 75 794 839 936 49[ 400] 65 84047 102 90 91 286[ 400] 322 89 418 87 94 741 67 79 83 915 39 59 85003 73 98 124 68 81 88 254 341 493[ 400] 99 629 49 54 718 46 49 53 820 62 919[ 1000] 22 86023 27[ 400] 68 70 73 98 133 217 25 33 343 64 426 69 71 76 99 706[ 400 989 87132 38 99 232 38 89[ 400] 370 492 517 92 652 94 822 980 88072[ 400] 212 13 53[ 1000] 325[ 400] 42 63 447[ 400] 531 44 62 66 95 1000] 624 39 55 85[ 400] 720 21 801 33 58 949[ 1000] 89 27 42 223 33 54 308 86 417 41 566[ 400] 77 92 96 615 [ 400] 78 789 914[ 1000] 22 89[ 400] 90000 69 168 230 310[ 400] 26[ 3000] 35 422 519 35 36 66 605 57[ 400 730 52 69 894 97[ 1000] 969 91002 88 101[ 1000] 58[ 1000] 370 478[ 400] 85 91 549 700 36 82 850 59 975 92009 63 80 139 44 72 [ 1000] 252 63 70 72[ 1000] 373[ 400 434 57 91 568 82 607[ 400] 13 745 816 63 67[ 400 939 93343[ 1000] 52 82 483 504 23 73 699 735 42 48 815 83 921[ 400] 48 94008[ 400] 24 42 117 61[ 400] 210 33 38 323 89[ 400] 428[ 1000] 67 82 91 512 613 30 89 704[ 1000] 13 20 69 839 927 41 70 95085 94[ 1000] 240[ 1000] 327 426 57 591 94 616 36[ 400] 89 762 71 840 906[ 400] 22 70 86 96104[ 3000] 61[ 400] 221[ 400] 44 80 311 56 75 505 608 30 710 77 828 36 82 97 939 97030 87 114[ 1000] 62 225 35 41 342 57 70[ 1000] 403 43[ 3000] 72 94 594 637 71[ 1000] 703 59 67 [ 400] 69 852 83 959 98000 55[ 400] 83 89 173 78 203[ 3000 50 90[ 400 316 27 71 75 417 89 539 76 623[ 3000] 727[ 400] 55 888 89 938[ 400 99143[ 400 87 235 309 53 430 54 511 41[ 1000] 632 725 73 824[ 1000] 97 937 59[ 400] 79 82 Nächste Ziehung: 8. März 1904. Neuen- Bäue 11. staatl. tonz. Haupt- Kollekteur der Hess. Thüring.( Mitteld.) Staats- Lotterie. Richard Buchacker, Giessen. ist der 4. Stock: 4 Zimmer, Küche, Badezimmer, Mansarde und allem Zubehör vom 1. April ab zu ver mieten. Birkenstock& Schneider Gießen. Seltersweg 52 für großes Parterre- Zimmer, Kontor, Werkstätte, Lager u. s. w. geeignet, sofort oder später zu vermieten. Näheres daselbst 3.Stock. Giessener Pferde- Lotterie Ziehung am 17. März 1904. Erster Hauptgewinn: Eine 4sizige Equipage mit Pferd und silberplattiertem Geschirr. Ein 3weiter Hauptgewinn: Lauterbacher Wagen Kutschierbock mit nebst Pferd und Kummet- Geschirr. Dritter Hauptgewinn: Ein Reitpferd m. Sattel u. Zaum. 7 Pferde und Fohlen Zus. 600 Gewinne. Lose á 1 Mk. ( für Liste und Borto 25 fg. mehr) sind in allen durch Plakate kenntlichen Geschäften zu haben. Richard Buchacker, Generalvertrieb, Gießen, Neuenbäne 11. Daselbst 11 Lose für 10 Mark. Richard Buchacker. Gg. Carl Volk. Bingen a. Rh. Rhein. Technikum für Maschinenbau und Elektrotechnik. Progr. frei. Grosse Geld- Lotterie der Krankenpflege- Anstalten v. Roten Kreuz, Strassburg i.E. Ziehung garantiert 11. u. 12. April 6052 Baargewinne ohne Abzug 70000 M. 1 Hauptg. M. 20000 1 Hauptg. M. 10000 1 Hauptgew- M. 5000 3 à 1000= M. 3000 6 à 500= M. 3000 30 à 100= M. 3000 60 à 50= M. 3000 350 Gew. zus. M. 5000 Gew.zus. M 18000 5600 Los 1 M. 11 Lose 10 Mk. versendet das Gen.- Debit Port.u.List. 25Pf J. Stürmer, Strassburg i. E. W Semmler. Ph. Weiler. führenden Stadtteile von Tophane und Beschiktasch wandert, wird man reichlich belohnt. Wohl in feiner anderen Stadt der Welt sind so verschie denartige Geſtalten in malerischer Tracht zu finden, wie m diefe Zeit in Konstantinopel. Aus allen mohamedanischen WITZ HUMOR Nr. 54. Dienstag, den 8 März. che Fami 1904. m Vater Johann Bublifum die erlung. to Firma ler fchäft ftlich und unter streben fein, alle ssler 1904. nenommen. Telephon 368. ichten tel führenden Stadtteile von Tophane und Beschiktasch wandert, wird man reichlich belohnt. Wohl in feiner anderen Stadt der Welt sind so verschiedenartige Gestalten in malerischer Tracht zu finden, wie um diese Zeit in Konstantinopel. Aus allen mohamedanischen Ländern kamen die Leute hierher, um vor dem Hadsch, der Wallfahrt nach Mekka, den Khalifen von Angesicht zu Angesicht zu erschauen. Mohamedanische Chinesen und Inder, Kirgisen, Turkmenen, Afhganen, Zirkassier, Kurden, Araber und wie die Völker alle heißen, kommen wie auf einen Ruf in jedem Jahre zusammen und richten ihren Aufenthalt stets so ein, daß sie dem Freitagsgebet des Sultans oben in der Moschee des Sternenfiost beiwohnen können. Sogar die schiitischen Perser, die von den Sunniten als rechtgläubige Muselmanen nicht anerkannt werden, pflegen auf ihrer Pilgerfahrt in beträchtlicher Anzahl hier Halt zu machen. Die ärmeren der Pilger erhalten aus der kaiserlichen Privatschatulle oder aus Mitteln des Ministeriums der frommen Stiftungen während ihres hiesigen Aufenthaltes freie Wohnung, Beföstigung und nicht selten neben einem Zehrpfennig noch die ganze oder halbe Fahrt geschenkt bis zu einem Hafen der syrischen Küste, von wo dann die dreiwöchentliche Fußwanderung beginnt. In den verschiedenen Moscheen versammeln sie sich jeden Abend vor Sonnenuntergang und lauschen mit gespanntester Aufmerksamkeit den Vorträgen und Belehrungen, die zumeist dem engen Zusammenschluß der muselmanischen Völker gelten, aber auch nicht selten herbe Kritiken Andersgläubiger enthalten. Jeder Stamm hört die Vorträge in seiner Muttersprache. Wenn auch das Arabische und Türkische überwiegt, so hat doch die äußerst rührige panislamitische Propaganda in den letzten Jahren dafür gesorgt, daß chinesische, indische und andere Sprachlehrer an den hiesigen Medressen angestellt worden sind. Ihre Sorge für die Pilger geht so weit, daß immer zehn bis zwölf derselben ein sprachkundiger Führer während ihres Aufenthalts zugewiesen wird, der sie vom Aufstehen bis zum Schlafengehen nicht aus den Augen läßt. Von besonderer Wichtigkeit aber sind während des Ramazans die in Gegenwart des Sultans stattfindenden religiösen Konferenzen. Die Abhaltung derselben wird stets in der türkischen Presse wie durch ein offizielles Communiqué angekündigt. Es ist bisher kaum bekannt geworden, was längeren eingehenden Nachforschungen ist es gelungen, die für eine Bewandtnis es mit diesen Konferenzen hat. Nach nachfolgenden als sicher anzusehenden Daten zu erfahren. Vor fast einem Jahrhundert unter Sultan Mahmud II., dieser außerordentlichen Erscheinung auf dem Throne der Ds= manen, welcher die Janitscharen bändigte, die Wechabiten zerstreute und die Wallfahrt nach Mekka wieder herstellte, wurde beschlossen, eine genaue Revision der Auslegung des Korans vorzunehmen. Die Auslegung sollte im Beisein des Sultans alljährlich durch sechs hohe Ulemas im Monat Ramazan erfolgen und zwar waren für diesen Zweck immer acht Sitzungen bestimmt. Jeder Sultan wurde angehalten, das Werk dort wieder aufzunehmen, wo es sein Vorgänger stehen ließ. Bisher haben die Sultane getreulich das Vermächtnis ihres großen Vorgängers erfüllt. Ein Drittel des Korans ist in dem abgelaufenen Jahrhundert einer neuen Interpretation unterzogen worden und noch zweier Jahrhunderte wird es zur Vollendung des schwierigen Werkes bedürfen. Der jebige Sultan iſt eifrig bemüht, das Werk im Geiste Mahmuds II. fortzuführen. Sobald der Ramazan beginnt, werden sechs Ulemas, Ders Mukarriri genannt, ausgewählt, von denen nicht selten der eine oder andere selbst aus Bagdad oder Arabien hierher kommen muß. Unter der Leitung derselben finden die Interpretationen statt. Jede der acht Sigungen dauert zwei bis drei Stunden. Außer dem Sultan, der bei keiner Konferenz fehlt, werden nur noch Mitglieder der kaiserlichen Familie, der Scheik ul Islam und ein oder zwei angesehene Paschas zugezogen. Eine solche Einladung wird einer der höchsten Ehrenbezeugungen gleich erachtet. Nur die Ulemas nehmen aber an den Disputationen teil. Die Konferenz wird knieend abgehalten, auch der Sultan unterzieht sich dieser Vorschrift. Man vereinigt sich in dem an Jildis stoßenden, von prachtvollen Gartenanlagen umgebenen Pavillon Tschit, der sonst den Botschafterempfängen dient. In ihm befindet sich ein bescheiden aussehendes Betgimmer, das nur einen Schmuck enthält: alte orans von nermeßlichem Werte. Daneben befindet sich eine Biblio. thef, deren Studium der heiße, aber bisher immer unerfüllt gebliebene Wunsch mancher europäischer Gelehrten war. WITZ HUMOR UND Wie mancher ärgert sich blau und grün Oft über die Dinge, die absichtslosen- Und könnte so fein sich selbst erzieh'n, Wollt' er lieber sich über sich selbst erbosen! Bekommt er' nen Schwips, dann schilt er den Wein, Vergaß er den Schirm, dann schilt er den Regen, Vergaß er die Zeit, dann geht's ihm nicht ein, Daß die Sonne nicht stehen blieb seinetivegen! * Moderner Backfisch. Backfisch:„ Vetter Arthur hat mich eine Gans genannt!- Nun, wir werden ja sehen, ob er das Doktorexamen früher machen wird oder ich!" Er wundert sich nicht. Meister( ärgerlich zum Lehrling, der fortwährend burchtbar huſtet):„ Wenn de freilich eegal's Fenster aufreißt, da derfste dich nich wundern, daß de d'n Husten kriegst!" - Lehrling( unschuldig): ,, Meester, ich wund're mich ja ooch nich." Je nachdem. Theaterdiener( im Gespräch mit dem Diener eines be= rühmten Dramatikers):„ Und wie weit ist Ihr Herr mit seinem neuen Stück, Friedrich?" Friedrich: Zwei Akte sind fertig." Theaterdiener:„ So! Was wird es denn?" Friedrich:„ Das kommt noch darauf an! Bleibt die gnädige Frau zu Hause, dann wird's wohl ein Schauspiel, reist sie bald ins Bad, dann wird's ein Lustspiel; kommt aber, was Gott verhüten möge, die Schwiegermutter auf Besuch, dann wird es sicher ein Trauerspiel!" Zweideutige Antwort. Wie hat Ihnen das Klavierkonzert ge= fallen?"-" Ich gestehe Ihnen offen: als ich aus dem Saale ging, wußte ich, was ein Genuß iſt.“ ** Doppelsinnig. So, die Marta hat ihre Verlobung gelöst?" " Ja, sie hat sich eines anderen besonnen!" * Kindermund. Onkel( der zum Besuch ist, zum kleinen Karl): „ Liebes Kind, wenn ich heimfahre, habe ich nicht weniger als drei Tage zu reisen!"- Der kleine Karl:„ Aber Papa ſagte doch, du bist nicht weit her!" * Der bedauernswerte Raucher. „ Gottlob! jetzt schläft doch unser Jüngster nicht mehr in der Wohnstube; da kann man doch wieder mit gutem Gewissen hier rauchen."„ Du Armer! Und bisher mußtest du aus Rücksicht auf das Kind das Rauchen in der Wohnstube unterlassen?"- " Das nun nicht! Aber ich rauchte stets mit fabelhaft ſchlechtem Gewissen." Einbildung. Fräulein:„ Aber, Herr Leutnant, mir im Schlafe einen Kuß zu stehlen!"- Leutnant:„ Ach, entschuldigen Sie, gnädigstes Fräulein, ich mußte annehmen, gnädiges Fräulein träumten so wie so von mir!" Pech. Spitzbube( zum Kollegen):„ Also du wurdest bei dem Einbruch von dem Wirt überrascht; war's denn schon so spät?" Nein, aber wie ich die Kasse ausräumte, fielen mir zufällig die Ansichtskarten in die Hände... und da habe ich natürlich die ganze Nacht geschrieben!" Zeitgemäße Verteidigung. Rechtsanwalt: Was für ein gutes, menschenfreundliches Herz der Angeklagte hat, geht doch zur Evidenz daraus hervor, daß er nie geradelt, geschweige denn ein Automobil bestiegen hat." Nr. 54. Dienstag, den 8. März. Oberbessische Familienzeitung. Tägliche Unterhaltungs- Beilage der Gießener Neueste Nachrichten. Sund und Berlag ber Gießenes Berlagsbrudersi, vorm. With. Reller'sche Bugbrudeset( gegs. 1789); seventeen: SI5In Riela ( 17. Fortsetzung.) Der Goldmarder. Original Roman von M. Bezold. " Ich finde nichts Tadelnswertes in diesem Mitleid," erwiderte der Baron mit einem unwilligen Seitenblick auf seinen Begleiter, mag der Mann nun schuldig sein oder nicht, ſeine Familie ist mit Recht zu beklagen." Bin ich es nicht auch, Herr Baron? Durchlaucht wird mich verantwortlich machen für den Schaden, ich darf nicht einmal wagen, mich gegen ungerechte Vorwürfe zu verteidigen, wenn ich mich nicht der Gefahr aussehen will, entlassen zu werden. Ich bin nun gezwungen, dem Fürsten das rätselhafte Verschwinden der Münzen zu melden, und was dies beſagen will, weiß Jeder, der das aufbrausende Temperament Seiner Durchlaucht kennt. Wenn Sie mich begleiten wollen Bedaure, Herr Direktor, ich sehe dort meinen Neffen kommen, der mich im Museum abholen wollte. Sie werden nun den schweren Gang allein machen müssen, ich habe keine Lust, dem Zornausbruch beizuwohnen, der auch durch meine Anwesenheit schwerlich gemäßigt würde." Der Adjutant stand jezt vor den beiden Herren; nachdem Spangenberg sich empfohlen hatte, fragte er seinen Onkel ganz erstaunt:„ Was hast du denn plötzlich? Auch der Direktor sah ganz konsterniert aus- „ Er hat auch alle Ursache dazu," unterbrach ihn der Baron grollend ,,, die wertvollen Goldmünzen ſind ſamt und ſonders gestohlen!" Unmöglich!" rief Alfred bestürzt. " Das wird Jeder sagen, wenn er diese Neuigkeit hört, aber es ist leider Wahrheit. Eine große Summe hat der Fürst durch diese unbegreifliche Lodderei verloren. Denke dir nur, jeit zwei Jahren ist das Münzkabinett gar nicht mehr geöffnet worden, niemand hat sich um die wertvolle Sammlung gekümmert, und heute finden wir alle Schubladen leer.“ ,, Und der Dieb? Kennt man ihn schon?" „ Der Kustos ist verhaftet, sein Sohn oder sein Bruder soll der Dieb und er der Helfershelfer sein, und diese saubere Familie hat Jahre lang ungestört im Museum gehaust! Es werden noch andere Dinge fehlen, man soll nur gründlich nachsehen. Wer die Münzen stehlen konnte, der hat auch noch mehr gestohlen, die Untersuchung wird's bestätigen!" Spangenberg wird jedenfalls seine Entlassung erhalten, weil er den Kustos nicht besser überwacht hat ,, Das glaube ich nicht, Onkel!" unterbrach Alfred ihn. " Der Direktor wird sich herauszureden wissen, er war immer ein Günstling des Fürsten, er fällt auch jetzt nicht. Aber wir, die unmittelbare Umgebung des Fürsten, werden unter seiner schlechten Laune zu leiden haben." ,, Nimm doch deinen Abschied!" „ Es wird sofort geschehen, wenn du meine Wahl billigst. Du wirst jetzt nicht in der Laune sein ,, Ei was, ich lasse mir die Laune so rasch nicht verderben! Es ist wahr, ich war anfangs wütend über diese elende Spitz büberei, aber mein Born ist bereits verraucht, es bleibt bei dem, was wir verabredet haben! Wie willst du mich einführen? Soll ich irgend etwas kaufen ,, Vielleicht ein antikes silbernes Taufbecken?" ( Nachdruck verboten.), Getrieben? Aus welchem Jahrhundert? Wer hat es?" " Der Hofjuwelier zeigte mir vor einiger Zeit ein derartiges Geschirr, ich erinnerte mich heute Morgen daran. Es sei ein uraltes Taufbecken aus einer sehr vornehmen Familie," sagte er, ich glaube, er wollte es dem Museum anbieten. Wir wollen darnach fragen, vielleicht hat er auch noch andere Antiquitäten in seinem Besitz." Und du glaubst, daß wir bei dieser Gelegenheit seine Schwester sehen werden?" ,, Sie kommt fast immer in den Laden, wenn ich dort bin." ,, Schön!" sagte der Baron, möglicherweise interessiert das Taufbecken mich mehr, als die Dame." Dann will ich wünschen, daß er es nicht mehr besitzt." Sei ohne Sorge, mir genügt ein Blick, um mir ein Urteil zu bilden. Und sollte die junge Dame sich nicht zeigen, so werden wir durch unsere Neuigkeit sie herauslocken, Neugier ist ja das Erbteil aller Evastöchter!" Alfred nickte schweigend, sie bogen jetzt in die Straße ein, in der Martin Kassel wohnte. Neuntes Kapitel. Adolph Spangenberg verließ das Museum in sehr gedrückter Stimmung. Die Klagen der kranken Frau und die Tränen Gabrieles hatten ihn erschüttert; er glaubte ihnen gerne, daß der alte Mann schuldlos sei, aber was konnte er tun, um ihm Freiheit und Ehre zurückzugeben? Von seinem Onkel durfte er keine Schonung verlangen, Joachim Spangenberg erhielt vielleicht selbst seine Entlassung, das mußte ihn nur noch feindseliger gegen den Kustos stimmen, und der Zorn des Fürsten verlangte sicherlich die strengste Bestrafung des Schuldigen War auch Heinrich Schönbach nicht selbst der Täter, so lag doch die Vermutung sehr nahe, daß sein Sohn den Diebstahl begangen habe, und da man den Sohn nicht fassen konnte, so mußte der Vater dafür büßen. Dem Kustos waren die Schlüssel anvertraut gewesen, auf ihm ruhte also auch die Verantwortung, die er nun tragen mußte. Die Schuld konnte nur durch die Ermittelung des Diebes von ihm genommen werden, aber auch dann noch war er strafbar, weil er die Schlüssel nicht besser gehütet hatte, und es ließ sich mit ziemlicher Sicherheit annehmen, daß ihn eine schwere Strafe traf. Welchem Schicksal ging aber unterdessen die Familie Schönbach's entgegen? Die Mutter, ohnedies leidend, konnte unter der Last von Kummer und Sorge erliegen, die beiden noch unerwachsenen Kinder waren samt der Kranken auf Gabriele angewiesen. Was sollte das Mädchen ergreifen, um die ganze Familie ernähren zu können? Not, Sorge und Hunger standen vor der Tür, die Wohnung mußte schon in den nächsten Tagen geräumt werden, Freunde, die tatkräftig und in aus reichender Weise sich ihrer annahmen, besaß die Familie nicht, die unter diesen Umständen dem Bettelstab nicht entrinnen konnte. blitzen pfiehlt in ssen April ab zu ver nfarde und allem 4 Zimmer, Küche, plat 14 teken. weg 52 oder später zu ver: daselbst 3.Stod. tte, Lager u. s. w. e- Zimmer, fü & Schneider hung Brz1904. sener Lotterie ter rtem Geschirr. uipage mit Pferd gewinn: eiter gewinn: ebft Pferd und her Wagen mit Etter Geschirr. fate fenntlichen Gewinne. nd Fohlen mehr) find in Borto 25 Bfg. ( für Lifte und ewinn: Sattel u. Zaum ben. Ivertrieb, enenbäne 11. e für 10 Mark Buchacker, technik. nenbau und chnikum a. Rh. r.frei. ürmer, Port PL das Gen.- Debit us. M 18000 11 Lose 10 Mk cus. M. 5000 e Abzug = M. 3000 000 M. 10000 M. 5000 M. 20 000 2. April M. 8000 M. 3000 arantiert rgewinne M. 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Alle diese Gedanken, die ihn quälten und beunruhigten, vertraute er Frau Minna, seiner treuen Freundin, an, als sein Vater nach dem Mittagessen sich in seine Bibliothek zurückgezogen hatte. Sie sah ihn bald verständnisvoll, bald befremdet an, und als er schwieg, schüttelte sie mit bedenklicher Miene das Haupt. ,, Es ist unbegreiflich, wie leichtsinnig oft die Männer sein können!" sagte sie.„ Der Kustos hätte doch die Folgen seiner Handlungen bedenken müssen, in Unkenntnis darüber konnte er nicht sein, denn früher oder später mußte das Verschwinden der Münzen ja an den Tag kommen." Ich sagte Ihnen schon, daß ich an die Schuld des alten Mannes nicht glaube," warf Adolph ein, dessen Hände mit nervöser Unruhe durch den schwarzen Vollbart fuhren. Mögen auch Scheinbeweise gegen ihn sprechen, ich lasse mich dadurch nicht irren, er machte auf mich den Eindruck eines völlig Schuldlosen, als der Diebstahl entdeckt wurde." ,, So wird es sein Sohn oder sein Bruder getan haben-" ,, Und dafür soll er nun mit seiner Familie büßen?" Ja, weshalb hat er nicht schärfer Wacht gehalten? Im günstigsten Falle wird er seine Stelle verlieren, und auch das hätte er voraussehen müssen!“ der Was kann geschehen?" fragte sie in einem Tone, durchaus keine Bereitwilligkeit bekundete. Die Folgen seiner Handlungen muß jeder tragen, Herr Doktor, und wer sich dieser Leute annimmt, der=" „ Der macht sich doch nicht eines Verbrechens schuldig?" warf er ein;„ Heinrich Schönbach mag leichtsinnig gewesen sein, aber den. Diebstahl hat er nicht begangen, und wer nun die völlig schuldlose Familie unterstützt, dem kann doch wahrlich kein Vorwurf gemacht werden." Nun, nun, so sehr wird's ja nicht eilen," sagte Frau Minna ausweichend,„ ich will darüber nachdenken, was getan werden kann, es fragt sich ja auch noch, ob die Leute eine Unterstützung annehmen. Vielleicht wird der Kustos heute oder morgen aus der Haft entlassen, wir können immerhin noch einige Tage warten, so groß wird die Not noch nicht sein." Mißmutig erhob sich Adolf. „ Wer schnell gibt, gibt doppelt, Frau Minna," erwiderte er, indem er die Patientenliste aufnahm, die neben ſeinem Gedeck auf dem Tische lag, das müssen wir auch bedenken. Wegen meiner Zukunft machen Sie sich keine Sorgen, ich kenne den Weg, der vor mir liegt; unbeirrt werde ich ihn verfolgen. Ich erwarte auch, daß Sie meinem Vater unsere Unterredung nicht berichten, denn ich fürchte, daß er fein rechtes Verständnis dafür haben und nur unnötig sich aufregen würde." Damit verließ er das Wohnzimmer, um bereits in seiner Studierstube die bereits auf ihn wartenden Patienten abzuAuf der Liste der Patienten, die er an diesem Nachmittag noch besuchen mußte, fand er auch den Namen: „ Martin Kassel." Er beschloß, zu ihm zuerst zu gehen, vielleicht fand er bei dem Freunde ein besseres Verständnis für ſeine Bitte, wie bei Frau Minna. Das alles habe ich ja schon erwähnt!" sagte Adolph un- fertigen.— geduldig;„ lassen wir die Schuldfrage ganz beiseite, Frau Minna, ich frage ja nur, was soll nun aus der unglücklichen Familie werden? In welcher Weise könnte man ihr wenig ſtens das tägliche Brot verschaffen? Von dem Fürsten ist nichts für sie zu hoffen, und Onkel Joachim wird sie nun auch mit seinem Haß verfolgen." Die dunklen Augen der alten Dame hefteten sich mit forschendem Blick auf das Antlitz des Arztes.„ Sagen Sie mir mit ehrlicher Offenheit die Wahrheit," bat sie,„ was ist Ihnen diese Gabriele Schönbach?" „ Bis jetzt noch nichts," antwortete er, und das erzwungene Lächeln, das seine Lippen umspielte, schien seine Verlegenheit verbergen zu sollen. Weichen Sie mir nicht aus, Herr Doktor! Sie lieben das Mädchen?" ,, Und wenn es der Fall wäre, müßte ich nicht die Stimme meines Herzens dem Verstande unterordnen? Nur dann, wenn die Schuld von ihrem Vater genommen würde, dürfte ich an die Möglichkeit denken „ Auch dann nicht!" unterbrach sie ihn rasch.„ Man würde es Ihnen nicht verzeihen, wenn Sie ein Mädchen aus solcher Familie zur Gattin nehmen wollten. Sie sind auf dem besten Wege, ein berühmter Arzt und ein reicher Mann zu werden, Sie dürfen dreist an jeder Tür anklopfen, und von der Wahl Ihrer Gattin hängt für Ihre Zukunft sehr viel ab. Ich glaube, sogar Ihr Herr Vater würde bei dieser Verlobung aus seiner Gleichgiltigkeit erwachen und seine Zustimmung verweigern." Und was, wenn ich fragen darf, könnte gegen diese Wahl eingewendet werden?" erwiderte Adolf ruhig.„ Gabriele Schönbach ist allerdings unbemittelt, aber in keiner anderen Beziehung kann ihr ein Vorwurf gemacht werden. Ich weiß wohl, daß diese Verlobung mir manche böse Stunde bereiten würde, aber solches Gerede verstummt bald wieder, wenn die Leute zu der Einsicht gelangen, daß sie Glück und Frieden nicht stören können. Aber davon kann jetzt noch keine Rede sein," fuhr er mit einem tiefen Atemzuge fort, es handelt sich einstweilen nur darum, der unglücklichen Familie in ihrer Not zu helfen. Und da hoffe ich, nicht vergebens an Ihr gutes Herz zu appellieren; wenn Sie nur mit Rat und Tat beistehen, für die Mittel will ich schon sorgen." Der mißbilligende Ausdruck war aus dem sonst so treuherzigen Antlitz der alten Dame noch nicht verschwunden, sie sah die Gefahren, denen sich Adolf aussetzte, wenn er diese Familie so eng an sich fesselte. Was seine Worte ihr nicht verraten wollten, das las sie in seinen Augen, sie glaubte, seinem Vater und auch ihm selbst gegenüber die Verantwortung nicht übernehmen zu dürfen, wenn sie dazu beitrug, ihm einen Weg zu ebnen, der ihn weitab von Ruhm und Reichtum führen mußte. Martin öffnete ihm selbst die Ladentür und führte ihn in die Wohnstube; er fühlte sich nicht wohl und schob die Schuld auf den Aerger, den ihm das Verschwinden des Armbands bereitet hatte. Adolf verordnete ihm eine Arznei, die das aufgeregte Nervensystem beruhigen sollte; es war ihm lieb, daß ihn Ida bat, er möge als Augenzeuge über die Entdeckung des Münzendiebstahls berichten. Eingehend schilderte er namentlich das Verhalten Schönbachs dabei, um den Beweis zu liefern, daß dieser Mann nicht schuldig sein könne. Begegnete er auch in diesem Punkte manchem Zweifel, so fand er doch bei den beiden Geschwistern ein offenes Herz für die Not der unglücklichen Familie. ,, Da muß geholfen werden," erklärte da sofort, welche Schuld auch auf dem Vater ruhen mag, das Unglück ſeiner Angehörigen fordert unser Mitleid heraus." zu entschuldigen ist der Kustos nicht," sagte ihr Bruder kopfschüttelnd, er hätte die Schlüssel sorgsamer aufbewahren müssen, dieser Vorwurf trifft ihn unter allen Umständen. Er durfte auch seinem Bruder ohne Genehmigung seines Vorgesetzten die Arbeit im Museum nicht erlauben, und tat er es dennoch, so mußte er ihn scharf überwachen. Ich halte Peter Schönbach für den Täter und offen gesagt kann ich die Vermutung nicht zurückdrängen, daß der Kustos sein Mitschuldiger ist." „ Das letztere glaube ich nicht," warf Adolf ein,„ den Vorwurf des Leichtsinns hingegen muß ich gelten lassen. Aber auch meinen Onkel trifft ein Teil der Schuld, er hätte öfter Revision halten müssen, er scheint sich um die Pflichten seines Amtes wenig gefümmert zu haben." „ Lassen wir alle diese Fragen beiseite," nahm Ida das Wort, die gerichtliche Untersuchung muß ja ihre Beantwortung ergeben. Was kann für die unglückliche Familie geschehen, Herr Doktor?" ,, Vor allen Dingen müßte sie eine andere Wohnung haben," antwortete Adolf,„ eine Wohnung, in der die kranke Frau wieder genesen kann. Wenn es mir gelingt, ihr die Gesundheit wiederzuschaffen, so kann sie im Vereine mit ihrer Tochter irgend einen Erwerbszweig ergreifen, der ihnen wenigstens die Nahrungssorgen fern hält, bis dahin müßte die Familie unterstützt werden, und ich bin gerne bereit, mein Scherflein dazu beizutragen.“ ( Fortsetzung folgt.) Ein Reiter- Kunststück. Von Dr. A. Boldwin. ( Nachdruck verboten.) Lange Zeit hat mein Freund v. K., reich und unabhängig, seiner Lust gefröhnt, aller Herren Länder zu durch streifen und seiner Taten- und Abenteuerlust Genüge geleistet. Vor kurzem kehrte er nach 20 Jahren Abwesen heit zurück, und wir waren mehrere Wochen hindurch in Berlin jeden Abend zusammen, er als Erzähler, ich als Zuhörer, und zwar als ein sehr aufmerksamer, weil er Land und Leute schilderte von Gegenden, die ich auch einſt durchreist bin. So von Meriko! Das gewährte ja, besonders früher, genug Abenteuer mit den ewigen Promunciamentos seiner vielen Generale, und v. K. hat viele solcher Aufstände mitgemacht. Eine Episode in seiner Erzählung fesselte mich besonders. „ Eine größere Abteilung Aufständischer, und ich mit ihr," erzählte er, og eines Tages, ich glaube, es war der 18. Juli, durch eine der vielen wasserlosen Wüsten Merikos. Die Qualen des Durstes wurden so unerträg lich, daß unsere Soldaten im Begriffe waren, in Meuterei auszubrechen, als ein glücklicher Zufall zu der Entdeckung einer Cisterne führte. Dieses rettende Wasser befand sich aber in einem von unserem Gegner besetzten Gehöft und mußte also erst erobert werden. Ich als Führer der zu diesem Behuse abgeschickten Abteilung umreite nun bei nächtlicher Weile jenes Gehöft, welches am Rande eines Abgrundes steht. Als ich mich eben an einer Stelle befinde, wo ein Ausweichen unmöglich ist, begegnet mir, ebenfalls zu Pferde, Oberst Perez von unserer Partei. Wir kommen überein, zu losen, welcher sich von uns in den Abgrund stürzen solle. Er fragte jetzt, wie wir losen sollten. Alle im gewöhnlichen Leben üblichen Methoden waren in Berücksichtigung der Umstände und besonders wegen der Finsternis unausführbar. Der Oberst ersann ein Mittel, an das ich nicht dachte. " Ich will Euch etwas sagen, Senor Kapitän," sprach er ,,, mir fällt ein Mittel ein. Die Angst entreißt dann und wann unseren Pferden ein geräuschvolles Schnauben. Der jenige von uns, dessen Pferd zuerst wieder schnaubt-!“ " Hat gewonnen?" rief ich. " Hat verloren! Ich weiß, daß Ihr ein Campesino seid, und daß Guresgleichen mit ihren Pferden machen können, was sie wollen. Ich meinesteils, der vergangenes Jahr noch den Studien auf der Universität obgelegen, for dere Eure equestrische Geschicklichkeit heraus. Ihr mögt Euer Pferd zum Schnauben bringen können, es daran zu verhindern, ist wohl etwas anderes." Wir erwarteten in fast angstvollem Schweigen, daß nun der Atemzug eines unserer Pferde sich vernehmen ließ. Dieses Schweigen dauerte eine Minute, eine Ewigkeit! Mein Pferd schnaubte zuerst. Der Oberst verriet durch fein äußeres Zeichen, daß er sich freute, ohne Zweifel aber dankte er Gott aus tiefster Seele. " Ihr bewilligt mir eine Minute, um mich dem Himmel zu empfehlen?" fragte ich den Oberst mit erloschener Stimme. " Ja!" antwortete ich. Der Oberst nahm seine Uhr hervor und zündete sich eine neue Zigarrette an. Ich fandte ein inbrünstiges Gebet zu dem steinbesäeten Himmel empor, den ich zum letztenmal zu betrachten glaubte. " Die Zeit ist um!" sagte der Oberſt. Ich erwiderte nichts und nahm mit zitternder Hand die Zügel meines Pferdes zusammen. Noch eine Minute," sagte ich zu dem Oberst, denn ich bedarf meiner ganzen Geistesgegenwart, um das fürchter liche Manöver auszuführen, das ich beginnen will." " Zugestanden," versetzte Perez. Ich habe meine Kindheit und erste Jugend fast beständig auf dem Pferde zugebracht, und ich kann sagen, ohne mir zu schmeicheln, daß, wenn überhaupt jemand dieses equestrische Kunststück auszuführen vermochte, ich es am ersten konnte. Ich raffte mich auf und es gelang mir, angesichts des Todes, meine ganze Kaltblütigkeit wieder zu gewinnen. Als mein Pferd zum zweitenmal wieder seit meinem Zusammentreffen mit dem Oberit das Gebiß im Maule fühlte, bemerkte ich, daß es unter mit zwammenfahr. Ich stellte mich fest in die Steigbügel um bein geangingten Tier zu zeigen, daß ich, sein Reiter, nicht zitterte. Ich unterstützte es mit dem Zaum und den Schenkeln, wie jeder gute Reiter auf einem gefährlichen Wege, und es gelang mir, es einige Schritte zurücktreten zu lassen. Schon war sein Kopf von dem des anderen Pferdes etwas weiter. entfernt und der Oberst ermutigte mich durch Zurufen. Ich ließ das zitternde Pferd, das mir trotz seiner Angst gehorchte, ein wenig ruhen, dann begann ich das nämliche Manöver wieder. Plötzlich fühlte ich, daß es mit den Hinterfüßen ausglitt; ein Schauder durchrieſelte meinen ganzen Körper, ich schloß die Augen, als ob ich schon in den Abgrund hinunterrollte und drückte mich mit einer unwillkürlichen Bewegung an die Mauer der Hacienda, deren Fläche mir nicht den kleinsten Vorsprung, feinen Grashalm darbot, an dem ich mich hätte festhalten können. Diese plötzliche Bewegung, verbunden mit der verzweifelten Bewegung des Pferdes, rettete mir das Leben. Es war ihm gelungen, wieder festen Fuß zu fassen. So hatte ich eine Stelle erreicht, wo der Pfad breiter war. Wäre er nur einige Zoll breiter gewesen, so hätte ich umwenden können, aber es war zu gefährlich, und ich unterließ es daher. Ich wollte noch ein Stück weiter zurückgehen. Zweimal bäumte sich das Pferd und zweimal fielen seine Vorderfüße wieder auf die nämliche Stelle zurück. Umsonst kajolierte ich es mit der Stimme, mit dem Zügel, mit den Sporen. Das Tier weigerte sich hartnäckig, noch einen Schritt weiter zurückzutreten. Mein Mut war indessen noch nicht zu Ende, denn ich hatte keine Lust, zu sterben. Da fuhr mir plötzlich das letzte und einzige Rettungsmittel, das mir noch blieb, durch den Kopf, ich beschloß, es anzuwenden. Ich trug im Stiefelschaft ein langes, spites Messer bei mir; dieses zog ich heraus. Ich begann nun zuvörderst mit der linken Hand den Hals des Pferdes zu streicheln, während ich es zugleich durch sanftes Zureden beruhigte. Das arme Tier antwortete auf meine Liebkosungen durch ein klagendes Gewieher. Um es nicht zu sehr zu überraschen, folgte meine Hand langsam der Krümmung seines muskulösen Halses, bis sie an die Stelle kam, wo der letzte Wirbel an den Hirnschädel sich anschließt. Das Pferd erbebte unter mir, aber ich beschwichtigte es durch freundliche Worte, und als ich unter meinen Fingern gleichsam das Leben im Gehirn fühlte, beugte ich mich nach der Mauer, zog allmählich die Füße aus den Bügeln und stieß eine scharfe Klinge meines Messers in den Hauptsitz der Lebenstätigkeit. Das Tier brach wie vom Blitz getroffen unter mir zusammen, und ich ritt oder kauerte vielmehr auf einem Kadaver. Ich war gerettet. Ich stieß einen Triumphruf aus, auf welchen ein anderer des Obersten antwortete und den das Echo des Abgrundes wiederholte, als hätte er erkannt, daß seine Beute ihm entschlüpft war. Ich stieg aus dem Sattel, lehnte mich mit dem Rücken fest an die Mauer und gab mit beiden Füßen dem Leichnam des armen Tieres einen kräftigen Stoß, so daß es in den Abgrund hinunterstürzte. Dann stand ich auf, eilte in vollem Lauf den Pfad zurück bis ins Freie, und, kaum hier angekommen, fiel ich unter der unwiderstehlichen Rückwirkung der so lange unterdrückten Angst ohnmächtig zu Boden." Der Ramazan. Der Ramazan, das fast einen Monat anhaltende Fest, während dessen es dem Muselmann ſtreng verboten ist, vom Aufgang bis zum Untergang der Sonne Speise oder Trank zu sich zu nehmen, zu rauchen oder selbst Essenzen zu riechen, ist unbedingt nach vielen Richtungen hin der interessanteste Beitabschnitt im türkischen Kalenderjahr. Er wird eingeleitet mit der Entsendung der heiligen Karawane nach Mekka, die den Staatsschatz jährlich zwei Millionen Francs kostet, erreicht seinen Höhepunkt nach dem Mittagsgebet des fünfzehnten Tages bei der pompösen Prozession des Sultans, der übrigen Mitglieder des kaiserlichen Hauses und ihrer Harems zur Anbetung des Mantels des Propheten Mohamed im alten Serail und endet mit dem viertägigen Bairamfest, das als Karneval der Moslim betrachtet werden darf. Sind die drei Hauptabschnitte des Ramazan trotz ihres religiösen Charakters doch auch dazu bestimmt, dem Rechtgläubigen einen annähernden Begriff von der Größe, Pracht und Kraft des Khalifen zu geben, so birgt der Fasteninonat besonders für den Andersgläubigen noch eine Menge kulturhistorischer, der Beachtung werter Momente. Wenn man in diesen Tagen die verkehrsreichen Straßen Stambuls, die von Dampfern wimmelnden Häfen am Bosporus und des Goldenen Horns besucht oder einen Gang durch die nach dem Sternenfiost der Krieg mit Ch die in diesem Bo macht. Diese sind berfügen über ein dings unsympathise ( py Hauptforce aber ist in dem ostaji opferwillige Vater Leben bringt. S fchieden die Barole entsprechen. Alle einig, als man gla ein zu abgeschlosse Schlage zu einen mit den abendla Die Koreaner we die Dauer geme nicht das jetzige gebnis eines a der Drudes gewesen Der Koreaner un mvinden, ehe es Planes Wider gehen för immerhin doch i Ratsache, daß fie f die doch ein Teil erklärt wird. Ab Reibungswiderstän führung dennoch an cheitern. Für den Los Japan der Schi aber Japan den C e wird un tum entstehen lassen roberung der Spani in den Stiller tändig in ihrer Ha per Marianengrupp Find für fie förmlic ou fommt noch, Sanama die Möglic am Sithmus eine T dem Stillen Ozean S die Vermittelung herzustellen. 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