r. 131 bonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., Saus gebracht 60 Bfg., durch die Poft bezogen viertelfährt mr. 1.50. Dentisbetlagen: Oberheffifche Familienzeitung( täglich) und die Stekener Getfenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Dienstag, den 7. Juni 1904. Gießener 13. Jahrgang. Jnsertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für ganz Oberbeffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfg. sonst 15 Bfg. Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen, Seltersweg 88. Fernsprechanschluß Nr. 362. Neueste Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Beitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Der Krieg in Oftalien. Noch immer liegen feine zuverlässigen Berichte über die Land operationen bei Port Arthur vor. Während von russischer Seite behauptet wird, daß die Japaner sich nordwärts zurückziehen, kommen zwei Meldungen aus Tschifu, die von weiterem Vorrücken der Japaner gegen Port Arthur zu erzählen wissen. Auf Zuverlässigkeit können sie allerdings ebenfalls feinen Anspruch machen. Am ausführlichsten ist die Schilderung, die von Dalny in Tschifu eingetroffenen Chinesen geben: Am 2. Juni seien die japanischen und die russischen Streitkräfte auf der Liautung- Halbinsel nur zwei Meilen von einander entfernt gewesen. Sie berichten ferner: Die japanische Armee besetzte, nachdem sie durch in Dalny gelandete Mannschaften Verstärkung erfahren hatte, die südwestlich von Dalny gelegenen Pläße Twingtsching und Gantschimpo und ging dann längs der Ostküste in der Richtung auf Port Arthur weiter. Dabei hatten die Japaner auf der einen Seite hohe Berge, auf der anderen das Meer, von dem aus Kanonenboote die Flanke beschützten. An 2. Juni standen die Japaner sieben Meilen vor den äußeren Forts von Port Arthur und nur zwei Meilen von dem russischen Heere entfernt, das bereit steht, ihnen den Weitermarsch zu wehren. Die Chinesen nehmen an, daß an diesem Punkt ein heftiger Kampf entbrennen werde und vielleicht schon begonnen habe. Die Japaner haben ihre Operationsbasis nach Dalny und Talienwan verlegt; die größeren Schiffe anfern außerhalb, die kleineren innerhalb des Hafens. In Dalny werden Truppen aus kleinen Fahrzeugen ausgeschifft, die anscheinend von Pizzewo oder den Elliot- Inseln kommen. Eine Anzahl Chinesen, die durch die russischen Linien zu gelangen versuchten, sollen erschossen worden sein. Der Brief eines Japaners aus Dalny, der in Tschifu anfam, bestätigt im großen und ganzen die vorstehenden Angaben über den Vormarsch, sagt aber zugleich, daß die Entfernung der japanischen Armee von Port Arthur 15 Meilen betrage. Die Armee rücke längs der beiden Küsten der Halbinsel vor, die Ostdivision sei am 9. Juni 15 Meilen von Port Arthur mit dem Feinde zusammengestoßen, das Ergebnis des Kampfes sei bisher nicht bekannt. Eine Dschunke, welche am 3. und 4. Juni bei Port Arthur lag, hörte die in einem amtlichen Bericht erwähnten Explosionen nicht, wohl aber unregelmäßiges Gewehrfeuer am Morgen des 4. Juni. Dasfelbe Schiff bemerkte fünf japanische Torpedobootzerstörer und hörte, als dieselben sich entfernt hatten, eine gewaltige Erplosion, die davon herrühren könnte, daß einer der Torpedwbootzerstörer auf eine Mine geraten wäre. In der Nacht bom 3. Juni bemerkte man große Flammensäulen in der Richtung von Dalny. Während nach diesem Bericht ein japanischer Torpedobootzerstörer zu Grunde gegangen sein soll, behaupten umgefehrt die Japaner, daß ein russisches Kanonenboot in die Luft gesprengt merden sei. Ueber den Vorgang liegt aus Tokio folgendes Telegramm vor: Torpedojäger, welche Port Arthur an der Ostküste bewachen, berichten über den Untergang eines russischen Kanonenbootes von dem Typ Giljak. Dasselbe sei in der Nähe von Chintaoschan gesunken. Das Kanonenboot sei mit einem anderen Kanonenboote, einem Torpedojäger und anderen Dampfern damit beschäftigt gewesen, die in der Reede gelegten Minen zu zerstören. Als die Explosion erfolgt war, beeilten sich die übrigen Schiffe, den Hafen zu erreichen. Admiral Togo sprach die Ansicht aus, daß die Explosion einer japanischen Mine zuzuschreiben sei. Der Name des zerstörten Schiffes ist unbekannt. Damit die ausgleichende Gerechtigkeit aber ja nicht zu furz komme, verbreitet der russische Konsul in Tschifu die zuverlässige" Nachricht, daß ein großes japanisches Schiff bor Talienwan durch eine Mine zum Sinken gebracht worden sei. Eine Bestätigung von anderer Seite liegt nicht vor und wird voraussichtlich auch keine eintreffen. Von Explosionen und Aufsteigen dichten Rauches in der Richtung auf Port Arthur berichtet auch Admiral Togo. Beiter liegt noch eine Reihe der üblichen Kriegskorrespondentenromane vor, die mit mehr oder weniger Phantasie die Ginzelheiten der letzten Kämpfe bei Port Adams und Sintschau bis zum Ueberdruß ausmalen. Die ruffifche flotte in Port Arthur. Berlin, 6. Juni. Wenn Port Arthur fällt oder der russische Oberbefehlshaber einsieht, daß der Platz nicht zu halten ist, und kapituliert, was wird das Schicksal der im Hafen eingeschlossenen russischen Kriegsschiffe sein? Werden sie, wie es von Petersburger Patrioten erwartet ard, hinausdampfen ins offene Meer, um sich in verzweifeltem letzten Ringen durch die japanische Flotte durchzuschlagen ober ruhmreich unterzugehen? Werden sie im Hafen in den Grund gebohrt werden, um dem Gegner nicht in die Hände zn fallen? Nachstehend die Ansicht eines deutschen Fachmannes, der kühl abwägend und sachgemäß die letzten Konsequenzen aus der schwierigen Lage der Eingeschlossenen zieht. D. Red. Mit beispielloser Zähigkeit und todverachtender Energie haben die Japaner die russischen Stellungen bei Kintschau erobert, und auch Dalny soll bereits in ihren Händen sein. Russischerseits wird zwar behauptet, an der allgemeinen Kriegslage zu Lande werde dadurch nichts geändert, denn weitere, nach Port Arthur zurückliegende, stark befestigte Linien würden dem Vormarsch der Japaner auf Port Arthur und der Einnahme von der Landseite her ein Ziel setzen. Es erscheint aber fraglich, ob hier nicht der Wunsch der Vater des Gedankens iſt. Entgegen anderweitigen Ansichten glaube ich, daß die Japaner unter allen Umständen und ohne Rücksicht auf Menschenverluste die Eroberung von Port Arthur erzwingen werden, denn die Wegnahme oder die Vernichtung der dort noch vorhandenen russischen Seestreitkräfte ist für sie von allergrößter Bedeutung und Wichtigkeit. Sie müssen für den weiteren Verlauf des Krieges, den unentbehrlichen Nachschub an Personal und Material unbedingte Herren des Meeres bleiben. Das, wenn auch noch in weitem Felde stehende, aber immerhin drohende Erscheinen der russischen Reserveflotte auf dem Kriegsschauplatz würde sie sofort dieser Herrschaft berauben, so lange nicht Port Arthur in ihren Händen ist. Es fragt sich nun, welches wird das Schicksal der in Port Arthur eingeschlossenen Schiffe sein? Die Sperrung der Einfahrt durch versenfte Dampfer ist zwar wiederum mißglückt, dagegen unterliegt es kaum einem Zweifel, daß das Fahrwasser ringsum noch reichlich durch Seeminen gefährdet ist, deren furchtbare Wirkung sich ja im Verlauf des Seekrieges aufs deutlichſte erwiesen hat. Ein Ausfall durch diese Sperre und gegen die blockierende überlegene japanische Flotte würde aller Wahrscheinlichkeit nach die vollständige Vernichtung der Russen zur Folge haben, allerdings nicht ohne gleichzeitige schwere Verluste auf seiten der Japaner, denn zweifellos wird der Kampf, der hier vielleicht sich noch zu einer Seeschlacht großen Stils entwickeln könnte, von beiden Seiten mit äußerster Energie geführt werden. Andererseits werden sich die Russen kaum dazu verstehen, ihre intakten Schiffe in die Hände der Japaner fallen zu lassen. Schon einmal haben sie, im Krimkriege bei Sebasto pol, zu dem, damals allerdings falschen und späterhin mit Recht verurteilten Mittel gegriffen, ihre Schiffe zu versenken. Die Aussichtslosigkeit, schwimmendes Material zu retten, veranlaßt sie im gegenwärtigen Kriege vielleicht wieder dazu, dann aber wohl mit der Maßnahme, daß sie die dem Gegner bisher mißglückte Sperrung der inneren Einfahrt selbst be: sorgen, indem sie ihre Kriegsschiffe dort zum Sinfen bringen. Es würde das für die Japaner sowohl einen erheblichen Zeit verlust bedeuten, als auch ihnen mit den wertvollsten Teil der Beute entreißen. Die Ueberführung einer neuen Division japanischer Truppen nach Korea scheint mir darauf hinzuweisen, daß Japan gesonnen ist, so schleunig wie möglich Port Arthur zu Fall zu bringen. So oder so, beneidenswert ist die Lage der russischen Flotte dort keineswegs! Graf Bernstorff, Korvetten- Kapitän a. D. Die Politik Eine sehr bemerkenswerte Ansprache hat oer! Ludwig von Bayern aus der in Landshut abgehaltenen Jahresversammlung des Vereins zur Hebung der Fluß- und Kanalschiffahrt Bayern gehalten. Der Prinz betonte zunächst den Wert der Binnenwasserstraßen und erklärte sich entschieden gegen die Erhebung von Schiffahrtsabgaben auf den Wasserstraßen, auch auf den künstlichen. Er betonte, äbul wie auf den Landstraßen, müsse auch auf den Wasserstraßen der Verkehr frei sein. Nur wenn die Wasserstraßen gar nicht anders zu erhalten, wären, könne man in diesen Punkte nachgeben. Der bedeutsamste Teil der Rede des Prinzen war indessen derjenige, der dem in Schwebe befindlichen preußisch- bayerischen Staatsvertrag über die Mainfanalisation galt. Der Prinz erklärte: Der ganze Norden Deutschlands sei abgabenfrei an das Meer angeschlossen, bon Bayern nur die Pfalz, das rechtsrheinische Bayern und Würtemberg dagegen nicht.„ Es ist unser billiger Wunsch," sagte der Prinz, diesen Anschluß zu bekommen, und es ist die Pflicht aller Deutschen, uns da= bei zu helfen, daß auch uns zuteil werde, was alle anderen Deutschen schon besitzen. Wie wir mit ihnen Schulter an Schulter gekämpft haben, so sollen sie auch mit uns in dieser Beziehung zusammenstehen und uns helfen, daß wir diesen Anschluß erlangen." Es ist anzunehmen, daß diese zweifelsohne in der Hauptsache für Berlin bestimmten Worte des fünftigen Königs von Bayern an den maßgeben. den Stellen Gehör finden werden. Das Straßburger Militärgouvernement hat mit der in Straßburg befindlichen Bentrale der elsaß- lothringischen Arbeitsnachweisstelle" ein lebereinkommen getroffen, wonac den Landwirten Soldaten zu Erntezwecken nur noch durch Vermittelung der Arbeitsnachweis stelle zugewiesen werden. Die Landwirte haben den Soldaten täglich 1,20 Mark Lohn, sowie Verpflegung zu gewähren. Es ist das erste Mal, daß ein solches Uebereinkommen zwischen einer Militärverwaltung und einer Arbeitsnachweisstelle getroffen wurde. Oefterreich- Ungarn. Mit einer Niederlage der Arbeitgeber hal die Wiener Bauarbeiter- Aussperrung geendet. Die Ausgesperrten haben am Montag die Arbeit wieder aufgenom men. Durch die eine ganze Woche anhaltende Aussperrung haben sich die Bauunternehmer schwer geschädigt; einmal haben sie Zeit verloren, und zum andern mangelt es jetzt ar Arbeitern. Bekanntlich haben viele Arbeiter gleich zu Be ginn der Arbeit Wien verlassen, und einstweilen ist zuzuç von außerhalb noch nicht eingetreten. Spanien. A Das Eingreifen der Vereinigten Staaten in die Angelegenheit Perdicaris- Raisuli macht den Spanierr schwere Beklemmungen. Man fürchtet in Madrid, daß der Streit sich weiter zuspißen könnte. Senator Romero ver langte die Entsendung eines Kriegsschiffes. Der Minister des Aeußern versprach, geeignete Maßregeln zum Schutz der spanischen Untertanen zu ergreifen. Verständlich ist es schon, wenn die Spanier Unbehagen darüber empfinden, daß die Macht, die ihnen vor ganz kurzer Frist so empfindliche Niederlagen beigebracht hat, sich mit einem großen Geschwader in nächster Nähe der spanischen Küsten blicken läßt. Russland. Es ist beinahe, als läge Petersburg aus der Welt. Am hellen lichten Tage hat der Fürst Dolgoruki den Grafen Lambsdorff überfallen und tätlich mißhandelt. Die Sache war Stadtgespräch. Und nun heißt es wieder, zu einer tätlichen Beleidigung sei es nicht gekommen, Lambsdorff habe sich noch rechtzeitig in sein Ministerium flüchten können. Dann soll auch der Attentäter nicht der Fürst Dolgoru ki, sondern der Fürst Dolgoru fo w gewesen sein. Und schließlich wird gemeldet, Fürst Dolgoru ti sei in einem Frrenhause untergebracht worden, und damit sei die ganze pein liche Affäre erledigt. Soviel Worte, soviel Widersprüche! Was ist denn nun eigentlich an der ganzen Geschichte Wahres? Balkan- Staaten. Nette Dinge sind wieder einmal aus dem Serbenlande zu berichten. Zunächst eine geradezu beispiellose Roheit des Gefühls in serbischen Offizierskreisen: Der erste Jahrestag der Ermordung des früheren serbischen Königspaares, der 11. Juni, wird von den Belgrader Offizieren durch ein großes Konzert gefeiert werden! Widerwärtiger konnte sich die völlige moralische VerwahrLosung dieser Offiziere" nicht befunden, als in diesem Beginnen. Wenn es Leute gab, die die Mordtat im Belgrader Ronat als im Interesse des Landes unabwendbar ansahen und die Tat der Königsmörder mit ihrem angeblichen Patriotismus entschuldigten, so werden auch diese wunderlichen Heiligen jetzt bekehrt sein. Eine solche Tat durch ein Fest zu feiern, ist das Aeußerste von Schamlosigkeit und Verworfenheit. Daß König Peter gegen diese Schmach für Serbien nicht einschreitet, ist für seine Stellung im Lande recht bezeichnend. Und das auch sonst niemand in Serbien etwas an dieser Roheit findet, das kennzeichnet dieses Volk am besten. Nicht ganz so skandalös, aber immer noch erbärm lich genug ist das Verfahren eines der erforenen Volksver treter Serbiens, des Kaufmanns Milan Arseniewitsch, der zurzeit Abgeordneter für die Stadt Kruschevats ist. Dieser brave Herr, der mehrere Male in Konkurs geriet, eröffnete vor einigen Monaten ein großes Papier- Geschäft und beteiligte sich zu gleicher Zeit an verschiedenen Lieferungen für das Heer. Vor drei Wochen reiste er angeblich nach der Schweiz, seit dieser Zeit ist er samt Frau und Tochter verschwunden. Es wurde festgestellt, daß er das ganze Bargeld, ungefähr 40 000 Fr., mitgenommen und große Schulden hinterlassen hat. Wirklich, ein Volk von Ehrenmännern! Alien. * Die britische Tibeterpedition scheint neuerdings wieder mehrere Zusammenstöße mit den Tibetanern gehabt zu haben. Oberst Younghusband hatte dem tibetanischen General in Gyantse ein Ultimatum mit der Aufforderung gesandt, es nach Lhassa zum Dalai- Lama zu schicken. Der tibetanische General schickte das Ultimatum mit einer verächtlichen Antwort an Younghusband zurück. Die Erwiderung der Engländer war ein Angriff auf das Lager der Tibetaner bei Gyangtse, dabei sollen die Engländer zwei Vierpfündergeschüße erobert haben. Dabei soll der General von Lhassq retötet worden sein. Nähere Nachrichten fehlen noch. Afrika. Merkwürdige Dinge ereignen sich in Marokko. Nach einer Meldung aus Oran soll sich der frühere Prätendent Vuhamara, dessen Stamm seit langer Zeit der französischen Herrschaft Schwierigkeiten bereitet und an der alge= risch- marokkanischen Grenze unaufhörlich Räubereien verübt hat, dem Sultan von Marokko unterworfen haben. Man führt die Unterwerfuna Bubamaras hauptsächlich auf gepflogenen Gesprächs eingedent, berbefferte er sich. ,, Ein Gefeßzte. folcher in gesezten Jahren natürlich.. Sie lieben ja das Franziska blickte darauf hin ihren Vater an und dieser schuldbewußten Das Stück Braten in höchster Verwirrung seinen Teller. auf demselben hatte natürlich mit seiner Miene nichts zu tun, und Franziska hatte den Zusammenwand aller Kräfte der vermehrten machte. mann, laffen Sie den Erich Staudius nur machen. Schnecke ist ein unschuldiger Versuch, aber seine BemühunBulfan" fie auf," fügte der Rat hinzu;„ nein, Herr Amtwären, welche die erhöhte Tätigkeit der Firma Rietz nötig ,, Und wenn sie um Arbeit in Not wären, dann nähme der Arbeit nicht gewadifen Seine Wiesenblumen bedeckter Wall um die eine Seite der often Skizze von Frit Schott. Draußen vor'm Tor zieht sich ein grüner, mit bunten ( Nachdruck verboten.) Das weiße Haus am Wall. bettet wie ein Kind. losigkeit pflegt dann plötzlich bei ihr laute Seiterfeit finkt sie im Zimmer in ihren Sessel und läßt es willig geschehen, daß die alte Dienerin Haare und Bänder löst, und sie Nach einer Weile tiefer Ruhe und völliger TeilnahmsErschöpft, als babe fie schwere Tagesarbeit hinter sich, den Abschluß des französisch- englischen Abkommens über Marokko zurück, indem man annimmt, er sei dadurch zu der Ueberzeugung gekommen, daß jeder Widerstand seinerseits zwecklos sein würde. Sollte das wirklich vorausgesetzt, daß die Meldung über die Unterwerfung Bubamaras überhaupt zutrifft der Grund sein? Die Franzosen können Buhamara doch genau so viel oder so wenig anhaben, wie es Abdul Aziz vermochte. Eher wäre wohl denkbar, daß Buhamara seinen Frieden mit dem Sultan gemacht hat, um desto ungenierter das algerische Grenzaebiet zu brandschatzen. Türkei. Die mazedonischen Komitatschis beginnen schon wieder ihr unheimliches Treiben auch gegen harmlose Reisende zu richten. Nach einer Meldung aus Saloniki befand sich im Orient- Expreßzug nach Saloniki in einem Gepäckstück eine Höllenmaschine im Gepäckvagen, die zwischen den Stationen Gürgheti und Goumendje explodierte. Der Gepäckwagen wurde fast vollständig zertrümmert. Ein Bremser wurde getötet, ein Kondukteur verwundet. Der Zug tam in Salonifi mit zwei Stunden Verspätung an. Und da macht man den türkischen Soldaten Vorwürfe, wenn sie mit diesen bulgarisch- mazedonischen Mordbuben kurzen Prozeß machen! Amerika. * In den Vereinigten Staaten nimmt die antischutzölnerische oder doch handelsvertragsfreundliche Bewegung unter der Geschäftswelt zu. 35 000 Geschäftsleute aus dem Bezirk der Bostoner Handelskammer setzten einen Ausschuß von hundert Personen zur Förderung des Prinzeps der Reziprozität im Welthandel ein. In den übrigen Unionsstaaten wird ähnliches vorbereitet. Man erwartet auch, daß die republikanische Partei den Reziprozitätsgedanken bei der Festsetzung des Wahlprogramms berücksichtigen wird. In der Tat drängt die ganze wirtschaftliche Entwickelung der Union auf die Preisgabe des Hochschutzzolles und auf die Einführung von Tarifverträgen hin. Hof und Gesellschaft. Ein Besuch des Kaisers am herzoglichen Hofe in Dessau steht dem Vernehmen nach im Laufe dieses Monats bevor. Wie verlautet, beabsichtigt der Monará), den dem Herzog Friedrich von Anhalt verliehenen Schwarze: Adlerorden persönlich zu überbringen und hierzu wird aus Dessau noch gemeldet, daß der Kaiser um die Mitte dieses Monats dort eintrifft, um in der Oranienbaumer Heide auf Reyböcke zu pirschen. Bei dieser Gelegenheit wird in Oravienbaumer Schlosse, dessen Zimmer bis zum 14. d. Mts. zum Aufenthalt des Kaisers instandgesetzt sein müssen, ein grö Beres Diner stattfinden. * * Der Zustand des Königs von Sachsen, der schon die ganze letzte Zeit tränkelt, hat sich nach den letzten Nachrichen nicht unbedenklich verschlimmert. Der König hatte schwere Anfälle von Darmkolik und schlaflose Nächte. Cine geplante Badereise nach Ems muß bis auf weiteres verschoten werden. *** Zur Leichenfeier für den verewigten Groß herzog von Mecklenburg- Strelit traf de Kaiser gestern furz vor 1 Uhr mit Gefolge in Neustreli ein und wurde auf dem Bahnhof von dem jezt zur Regierung gelangten Sohn des Verstorbenen und dem Erbgroßherzoc empfangen. Durch ein Spalier von Krieger- und anderer Vereinen wurde der Kaiser nach dem Schloß geleitet, wo ei die Großherzogin- Witwe begrüßte. Von hier begaben sich die Allerhöchsten Herrschaften alsbald zur Trauerfeier in die Schloßkirche. In der schwarz ausgeschlagenen Hofkirche wat der Sarg unter einem schwarzen Baldachin aufgebahrt, zu Häupten die Krone, zu Füßen die Insignien und Orden. Am Kopfende saßen die Landstände, das Schiff füllte sich mit den Mitgliedern des Staatsministeriums, den Hofchargen, de Ritterschaft und dem Militär; die Fürstlichkeiten und Ver treter von Fürstlichkeiten, sowie die auswärtigen Würden träger fanden sich ein und legten fostbare Kranzspenden an Sarge nieder. Der Kaiser mit der Großherzogin- Witwe, dei Großherzog und die großherzogliche Familie nahmen neber dem Katafalk Platz. Nach Gemeindegesang und Liturgie hielt Hofprediger Superintendent Horn die Leichenrede. Ned. ner hob die Energie und die Arbeitskraft des Verewigter hervor, der ein Charakter voll Gerechtigkeit und Wahrhei: gewesen sei und seine Bundespflichten stets erfüllt habe. Leb haften Beifall habe es im mecklenburgischen Volke gefunden. daß der nunmehrige Großherzog in seiner Proklamation ar sein Volf die Treue zu Kaiser und Reich so warm betont habe. Der Wildhirt. Eine oberhessische Dorfgeschichte von J. Becker. ( Fortsetzung) ( Nachdruck verboten.) Also lag er schon eine gecaume Weile im Gebüsch versteckt oben auf der Höhe. Er hatte sich die Stelle ausgesucht, weil er von da aus nach allen Seiten freien Ausblick genoß, demnach also übersehen konnte, wenn Jemand kam, der vielleicht Zeuge seines Tuns gewesen wäre. Seine Waffe bestand in einem dicken Knotenstocke, dessen knorriger fugelförmiger Griff allerdings darnach angetan war, einen Menschen beim ersten Schlage niederzustrecken. Er hörte endlich Jemanden den Pfad heraufkommen und beim matten Scheine des Mondes gewahrte er durch die Zweige der Büsche eine Gestalt, welche diejenige des Buckhennersch sein mußte; er fannte ihn ja genau Fester packte er seinen Prügel und richtete sich spähend zu halber Höhe empor, soda er immer vom Strauchwerk verdeckt war. Jest befand sich der abnunaslos Daherkommende oben und schritt eilends am Rande bes Wolfslochs einher. Tiophel sah ihn näher kommen und da war er neben ihm. Auf den Hund!" schrie der Wildhirt, indem er mik erhobenem Stock aus dem Gebüsche heraus auf der Burschen eindrang. Dieser mochte wohl des Glaubens sein, es seien Mehrere da herum, die ihm aufpaßten. und so machte er gar keinen Versuch, sich zu wehren. Der Schreck über das plötzliche und unerwartete Auftreten des Angreifers hatte ihn zudem fast gelähmit. Die Erscheinung des gefürchteten Wildhirten nahm dem Heer und flotte. Das Offizierkorps des Beurlaubtenstandes der Marine ist in den letzten Jahren an Kopfzahl recht gewachsen. Die Personalvermehrung des aktieven Bestandes hat natürlich eine Steigerung der im Beurlaubtenverhältnis stehenden Offiziere und Aspiranten zur Folge. Zahlreiche Kapitäne, Steuerleute, Ingenieure und Aerzte der Handelsmarine gehören der Marine- Reserve oder-Scewehr an und auch das Binnenland stellt bereits ein stattliches Kontingent. An der Spitze aller deutschen Städte steht Hamburg mit 273 Marineoffizieren der Reserve oder Scewehr. Berlin folgt mit 198. An dritter Stelle steht Kiel mit 85, davon allein 46 Aerzten. Dann kommen Bremerhaven nuit 76, Bremen mit 56, Altona mit 53 und Oldenburg mit 37. Von den Ostseestädten haben Flensburg 25, Lübeck 21, Danzig 20, Stettin 19, Rostock 12, Schleswig 12, Königsberg 10. Von Binnenstädten stellen weiter Hannover 22, Tresden 18, Breslau 15, Frankfurt 14, Köln 11, Rendsburg 11 und Magdeburg 10. Schon jetzt sind alle Teile des Reiches im Reserveoffizierkorps der Marine vertreten, am stärksten selbstverständlich die Küste, am schwächsten der Süden und der Osten. Nab und Fern. Der Kronprinz auf der Kieler Woche. Die neue Segeljacht des Kronprinzen Angela" wird demnächst ihren Liegeplatz am Wannsee bei Potsdam verlassen und nach Kiel dirigiert werden, wo sie nach Anbringung des Anstrichs unter Wasser auf der Kaiserlichen Wert vom 13. d. Mts. ab ihre Probesegelfahrten aufnehmen soll. Der Kronprinz gedenkt nämlich während der bevorstehenden Kieler Woche an den Wettkämpfen der Sonderklasse der kleinen Jachten mit seiner neuen Jacht persönlich teilzunehmen. Zur Kieler Woche sind 104 Jachten, darunter 15 Boote der Sonderklasse 1, gemeldet. Die Zahl der zur internationalen Kriegsschiffs= Loots- Regatta des Kaiserlichen Jachtklubs gemeldeten Fahrzeuge beträgt etwa 160. Wieder in der Heimat. Der frühere Rittmeister im 1. Schweren Reiterregiment Freiherr v. Horn, welcher im März v. s. nach Verübung zahlreicher Wechsel- usw. Schwindeleien aus München flüchtig geworden war und später in Stalien verhaftet wurde, ist nuninchr von dort ausgeliefert und durch einen fremdländischen Offizier in das Militäruntersuchungsgefängnis in München eingeliefert worden. Bald nach seiner Ankunft in der Heimat wurde Freiherr 0. Horn durch den Kriegsgerichtsrat Dr. Mayer einem längeren Verhör unterzogen. Kampf mit Einbrechern. In Stoppenberg bei Essen wurden zwei Einbrecher von dem Polizeisergeanten Braas überrascht. Als dieser die beiden Verbrecher verhaften wollte, zog der eine blitzschnell einen Revolver und traf den Beamten in die Brust. Braas hatte aber noch die Kraft, auch aus seinem Revolver einen Schuß abzuieuern, der den Angreifer, der sich inzwischen ebenso wie sein Genosse zur Flucht gewandt hatte, lebensgefährlich am Rückgrat verletzte. Der zweite Verbrecher entfam. Die Verwundung des Polizeisergeanten, dem ein Lungenflügel durchschossen wurde, ist sehr bedenklich. Brandkatastrophen. Wie aus Peoria( Illinois) gemeldet wird, brach in einer dortigen Branntweinbrennerei infolge einer Explosion ein Brand aus, durch den zehn Menschen das Leben einbüßten. Das Feuer äscherte die Fabrik und vier anstoßende Gebäude ein, griff auch auf den nahgelegenen Viehhof über, wo 3200 Stück Vieh verbrannten. Eine zweite Branntweinbrennerei, Corning in Newyork, eine der größten der Welt, wurde ebenfalls durch eine Explosion zerstört. Die Trümmer fingen Feuer. Auch hier fand etwa ein Dußend Personen den Tod in den Flammen. Bunte Chronik. Die 45. Hauptversammlung des Vereins deutscher Ingenieure tagt zurzeit in Frankfurt a. M. - Bei einer Automobilfahrt in der Nähe von Bordeaux wurde der 72jährige Graf Mortimer von Walzan aus dem Wagen geschleudert und getötet. -In Rirdorf vergiftete infolge ehelicher Zwiitigkeiten die 23jährige Frau des Postboten Bock ihre beiden ffcinen Kinder und machte dann selbst ihrem Leben ein Ende. -- Der kurz vor seiner Hochzeit verschwundene Professor Meißner aus Göttingen soll sich nach neusten Nachrichten nicht das Leben genommen haben, sondern sich in Paris auf halten. Burrhennersch derart den Mut, daß er nur an Flucht dachte. Er sprang rückwärts, um dem Schlage Tiophels auszuweichen, während er den Ruf:" Ihr Leut' helft!" ausstieß. Dabei gertet er an den Rand des Absturzes und im nächsten Augenblick war er verschwunden und in den Steinschutt und das Geröll des Wolfsloch, vielleicht ein Dutzend Klafter tief, hinabgestürzt. Diesen Erfolg" hatte nun der Wildhirt allerdings weder vorausgesehen noch beabsichtigt. Er hörte den bumpfen Fall des Körpers unten in der Tiefe und er bachte sich wohl, daß dem Hinabgestürzten nicht mehr zu helfen sei. Der ganze Vorgang war ihm aber so uneripartet gekommen, daß er eine Zeit lang dastand, um sich erst zu besinnen, wie er die Sache auffassen solle ob er ein Mörder war oder nicht. Lange hatte er jedoch nicht Zeit nachzufinnen, denn er bernahm plötzlich hinter sich ein Laufen und es däuchte ihm so, ais komme Jemand dort hinten durch das Gestrüpp, durch das sich der Pfad Hinwand. Wer das sein konnte, ahnte er sofort: das war Niemand anders als Wagner, der neue Forstlaufer. Behend wie ein Eichhorn schlüpfte Tiophel durch das Gebüsch und Gestrüpp in der Richtung nach dem Walde zu, der dort in der Entfernung die Haidefläche umgrenzte. Er barg sich hinter dichtem Gesträuch, um zu beobachten, ob der Forstlaufer etwas entdecken würde. Dieser hatte sich, wie gewöhnlich um diese Zeit, im Walde und auf dem Nachhausewege befunden. Er ging den Pfad, der am Wolfsloch Herführte. Würde er fünf Minuten früher gekommen sein, so wäre das unheilvolle Ereigniß nicht eingetreten. Den Hilferuf des Hannhenner hatte er nur schwach vernommen und sich daher beeilt, der Stelle näher zu kommen. von wo Lokales. 7. Juni 1904, X Stadtheater Gießen. Nochmals sei in leßte Etunde auf das heutige erste Operettengastspiel( Bettelstuden Marburg ja einen ganz besonderen Genuß verspricht. Sebermann brquem Dentmal hier ein twirkungsvoll von Herr Kreisamiman alten Taufftein un hingewiesen, das nach dem außerordentlichen Erfolge i gebung des Dentm ** Die silberne Hochzeit feiern morgen de in Gießen wohlbekannte Kaufmann Karl Kleinhenn und seine Ehefrau Chriftine, geb. Flett. Der Bauer'sche Gesangverein, die Heiter. feit und die„ Harmonie", alle drei von Gießen, nahmen an dem 25 jährigen Stiftungsfest des Gesangverein„ Lieder Denfmal intereffier hauer, dem Roffele nauere Angaben f Vereins für das Dr. Röschen eine Monumentes gelief Lollar. franz" in Marburg, welches leßten Samstag und am Gaues ihre Gautu Sonntag gefeiert wurde, mit teil. Im Verlauf des Festes am Nachmittag fu überreichte die" Heiterkeit" dem festgebenden Vereine eine Turner ließen fid Fahnenschleife und der Bauer'sche Gesangverein einen eine der Festhaller Festes trug aber auch noch der uns wohl bekannte Hofmusiker nachträglichen Bes Lorbeerfranz. Zum guten Gelingen des so schön verlaufenen Louis Kümmel, ein geborener Lollarer, bei. Eine seiner eigenen Kompositionen, eine Fantasie- Polka- Virtuoso Lollar. Gesangswet erften Landflaffe Kornet à Biston, blies er selbst und brachte es so vorzüglich Mitglieb Spengle zum Ausdruck, daß die große Festversammlung ihm großen der erste Sänger Beifall zollte und er einen Lorbeerkranz als Dant für seine gebracht worde gern zur Verfügung gestellte Unterstützung des Festes erhielt. Ernähnen möchten wir noch, daß ,, Das deutsche Lied", welches uns noch vom Gesangswettstreit so gut im Gedächtnis ist, dort ebenfalls im Massenchor gesungen wurde. A Der Saatenstand im Bezirk Grünberg ist ganz vorzüglich. Der Roggen steht in voller Blüte, teilweise wird es Lagerfrucht geben. Die Norddeutschen nennen den föstlichen blaubraunen Wellenschlag der Kornfelder Wildschweine im Roggen". Der Weizen schießt eben in den Halm ebenso die Frühgerste. Die Kartoffeln kommen ganz schön hervor, teilweise werden dieselben schon gehäufelt. Das Sezen der Kraut- und anderer Pflanzen hat begonnen. Der erste Grasschnitt wird jeßt begonnen, die Aussichten auf reichlichen Ertrag sind vorhanden. Auf Obst ist be sonders eine gute Apfelernte zu erwarten. Kirschen, Zwet schen, auch anderes Steinobst, nebst Birnen ist der Ertrag nur teilweise gut zu erhoffen. Dagegen ist an Stachelbeeren, Johannis- und anderen Beerensorten eine dankbare Ernte in Aussicht. Die Futterverhältnisse scheinen, wenn der Sommer nicht zu trocken wird, ganz günstig zu werden. G. R. Schlimme Folgen hatte die anonyme Brief schreiberei für die Ehefrau des Maschinenführers Bernhard Müntel in Viernheim. Sie hatte an ein Mädchen mehrere anonyme Briefe und Postkarten geschrieben und wurde dafür vom Schöffengericht Lorsch mit 4 Wochen Gefängnis bestraft. Zugleich wurde sie unter dem dringenden Verdacht, ihren Entlastungszeugen, den ledigen Joseph Weidner, zum Meineid verleitet zu haben, verhaftet. Weidner wurde ebenfalls in Haft genommen. A Grünberg. Am 30. Mai fand unter dem Vorsitze des Herrn Kreisamtmannes Dr. Kranzbühler eine eingehende Beratung wegen der Renovation und Aufstellung des ,, Reden Denkmales" statt. Dieses Denkmal, das teilweise leider verstümmelt ist, sieht gegenwärtig im Garten des ersten Pfarrt, auses. Es stellt eine gebeugte Frauengestalt dar, die ihre Tränen in einer Schale sammelt. Errichtet wurde es zur Erinnerung an den General v. Reden, der am 21. März 1761 bei zen bain im Kampfe gegen die Franzosen gefallen ist. Früher stand es in der hiesigen Stadtkirche, wo der General begraben liegt. An der Heratung nahmen Teil ein Urenkel des Generals, Herr Geh. Justizrat Baron von Reden aus Frankfurt, die Herren Professoren Dr. Röschen aus Gießen und Walbe aus Darm stadt, Herr Defan Wagner, sowie Herr Bürgermeister Zimmer und mehrere Mitglieder des Gemeinderats. Man hatte von einer Seite angeregt, das Denkmal in der Hospitalkirche, die sich auf dem Friedhofe befindet, aufzustellen; von anderer Seite waren die Dingstüble", wo sich das Krieger- Dent mal befindet, vorgeschlagen worden; jedoch wurden diese Vorschläge abgelehnt. Man nahm den Vorschlag des Herrn Professor Röschen an, das Denkmal an der Ostseite der Kirche aufzustellen, wo es leichter zugänglich ist und von er ausgegangen war, denn es ahnte ihm, daß irgend ein Verbrechen verübt werde. Allein er fand nicht das geringste Verdächtige; es war Alles todtenstill ringsum, als er an der Stelle Halt machte, wo der junge Bursche abgestürzt war. „ Es is doch' was nit richtig hier' rum," sagte er, als er eine Zeit lang in die Waldesnacht hineinge auscht hatte. Ich möcht' Alles drum wetten, daß kein Anderer um Hilfe gerufen hat, als dem Elschen sein Bräutigam oder sollt' ich mich getäuscht haben?" Wieder stand er eine Weile und lauschte-- Alles Dann rief er laut: Wer hat hier Hilfe gerufen?" Alles still. - Wenn was vorgegar ger is, dann hat kein Anderer die Hand im Spiel dabei, els der verfluchte Wildhirt!" murmelte er, ich muß morgen früh doch nochmal nachseh'n an dieser Stelle." Das tat er denn auch. Am andern Morgen schon bet Tagesgrauca war er wieder auf der Höhe des Wolfslochs, um die ganze Gegend abzusuchen. Da sfiel endlich sein Blick unten in das Steingeröll, wo er etwas Verdächtiges liegen sah. Da unten liegt Einer," lagte er. Er kletterte seitwärts, wo der Absturz nicht stell abfiel, hinunter und ging nach der Stelle, wo er den Menschen von oben hatte legen sehen. Seine Ahnung trog ihn nicht: es war Elschens's Bräutigam. ,, Armer Bursche," sagte Wagner mitleidsvoll, ,, wie siehst Du aus!" - Der Burkhennersch lag da zwischen den Steinen wie ein zusammengeworfenes Häuschen. Augenscheinlich waren ihm Arme und Beine gebrochen. Das Gesicht var zerschunden und aus einer klaffenden Wunde unter dem Kopfhaar war Blut und Hirn herausgequollen. Forts folgt. A Stangen nahm das om leg Wetter hierfelbft Soffiabezirts Grün Ariegerverei geleitet wurde das auf dem Festplatz. und um 9 Uhr fo wurden die auswä Mufit und unter und ins feftlich g nachmittags beweg Straßen des Drtes vereine des Bent Bernsfeld( Bez. H beteiligten fich am Agenhain, Lehnhei angelommen hielt Slangenrod, Ser ansprache, in welc alles aufgeboten h frohe Stunden zu daß Stangentod ein Dit aufzuw Bezirke präsident auf die Bedeutur berens im allger Fefjungfrau Fr in der Mündene Hann. Münden Grünberg hielt bas Lied Deu wurde. Nun be und Gesangsvor an allerhand Die Schanfftätt dant dem schö sein dürften. der auswärtig felben mit ihr und der Festi Trogdem fich verringerte, w hinein. Am 2 fich wieder auf Die d Stadt Gieße im Impflofo die nächster mittags 5- im laufender geborenen A Jahren. Wir pflichtige Mi Termine mi borgenomme die Termin feines pflicht Kosten bew Januar nä wird. Madholung Außer i Vertreter geir Alle in im laufende in dem 8 La ihan nochma Kinder, wegen Kränt dem Impfar werden. Die Jm gewaschenem wird nur an impfinftitut Kinder beiten herrf werden. Gieße Gr 7. Juni 1904 amals fei in l piel( Bettelfu tlichen Erfolge Bberspricht. iern morgen arl Kleinbenn ein, die bei bon Gießen, na fangberein Samstag und Verlauf des enden Vereine Befangberein so schön verlaufe ollarer, bei. G Jedermann bequemer betrachtet werden kann. Auch hat das Denkmal hier einen schönen Hintergrund und wird sich pirkungsvoll von unserem imposanten Gotteshause abheben. herr Kreisamtmann Kranzbühler schlug noch vor, den alten Taufstein und verschiedene alte Grabsteine in der Umgebung des Dentmals aufzustellen. Wer sich für das RedenDenkmal interessiert, das von einem sehr bedeutenden Bildhauer, dem Kasseler Künstler Nahl angefertigt ist, wird genauere Angaben finden in der Zeitschrift des Historischen Vereins für das Großherzogtum Hessen, wo Herr Professor Dr. Röschen eine eingehende Darstellung des wertvollen Monumentes geliefert hat. Lollar. Heute ist es ein Jahr, daß die Turner des Gaues ihre Gauturnfahrt nach hier unternahmen und als am Nachmittag furz vor Beendigung des Wettturnens( die Turner ließen sich aber durch das Unwetter nicht stören) eine der Festhallen einstürzte. " Lollar. Der Gesangverein Germanie" hat durch Gesangswettstreit zu Gießen vom 31. Mai in der nachmittags gegen 3 Uhr veranstaltete der Kriegerverein Stangenrod unter Beteiligung des Gesangvereins noch einen Festzug mit enthüllter Fahne durch das Dorf. Konzert, Tanz und andere Belustigungen auf dem Festplatz bildeten den Abschluß des schön verlaufenen Festes. Nicht unerwähnt bleiben soll, daß sich zum guten Gelingen des Festes besonders Herr Obersteiger Nau ausgezeichnet hat. Auch sei an dieser Stelle allen denen, welche zur Verherrlichung des Festes beigetragen haben, der herzlichste Dank ausgedrückt. + Wohnbach, 6. Juni. Am letzten Freitag fuhr eine in Treis- Horloff wohnende Frau mit einem Fuhrwerk zu einer Hochzeitsfeier hierher. Unterwegs scheute das Pferd, die Frau wurde aus dem Wagen geschleudert und kam zwischen Fuhrwert und die Wand eines Hauses, wodurch sie sich mehrere Verlegungen zuzog. Hoffentlich sind dieselben nicht ernster Natur. × Lauterbach. Hier findet am 16. d. M. ein Prämiierungsmarkt statt, der zahlreich besucht wird. ist mit dem Markte verbunden. fleisch gesalzen per Pfund 0.76 Pip., Kalbfleisch per Pfd. 68-76 Big., Hammelfleisch per Pfd. 50-74 Pfa., Kartoffeln pro 100 Kilo 6.00 Mr., Zwiebeln per 3t. Mt. 7.00-1000, Aepfel per Centner 20-25 Mt. Milch per Liter 18 fa. Dauer der Marktjeit von 7 Uhr morgens bis 1 Uhr Nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Marktzeit überhant t nicht, und während der ersten drei Stunden der Marktzeit im Umherziehen feilgeboten werden. Kühe befannte Hofmu nachträglichen Beschluß des Schiedsgerichts vom Nationalen Gleichzeitig findet auch Ziegenmarkt statt. Eine Verlosung mäßig genährte Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mr. 47-49, tafie- Bolta- Birt ersten Landklasse den 6. Preis errungen. Derselbe ist bei Nieder- Chmen. Konrad Becker wurde als Wiegehte es so borzi Mitglied Spenglermeister L. Bieran ausgestellt. Es ist dies meister und Philipp Reiz VI. von da als stellvertretender mlung ihm gr als Dant für gebracht worden ist. ber erste Sängerpreis, der in unser gesangsreges Dorf g des Festes erb utsche Bied", wel im C m Gedächtnis wurde. irt Grünbe in voller B Die Norddeut enfchlag der R Weizen schiet e Kartoffeln fom ben schon gebaute angen hat begonne nen, die Ausfid Auf Obst ist n. Kirschen, nen ist der Gr ift an Stachelbe e dantbare Ele , wenn der Somm werden. G. R. e anonyme B menführers Bernbu te an ein Mid en geschrieben u rich mit 4 Wo anter dem dringenda igen Joseph Beide et. Weidner w nter dem Vorsi Ler eine eing Aufstellung d Denkmal, das wärtig im beugte Frauerg sammelt. Errig ral v. Reden, de Rampfe gegen d es in der hiesig egt. An der nerals, Herr furt, die Hern Walbe aus Da germeister Bimm Man hatte to Hospitalfirde, Jen; von ander Das Krieger Da doch wurden di Borschlag des on der Dffeite de glich ist und hm, daß irgend er fand nicht das Otenstill ringsum der junge Burid ' rum," sagte et Snacht hineinge wetten, daß fein em Elschen sein etäuscht haben? laufchte-- Alle er Hilfe gerufen? hat kein Andere luchte Wildhirt! Lih doch nochmal en Morgen schon der Höhe des juchen. Da fiel ngeröll, wo e ten liegt Giner," ftur; nicht feil le, wo er den Seine Ahnung utigam. mitleidsboll,- en den Eteinen 7. Das Gesicht Augenfcheinli en Wunde unter ausgequallen. Fortf folgt = A Stangenrod, 7. Juni. Einen selten schönen Verlauf nahm das am letzten Sonntag und gestern beim prächtigsten Wetter hierselbst abgehaltene Bezirts Kriegerfest des Hassiabezirks Grünberg, welches mit Fahnenmeihe des Kriegervereins Stangenrod verbunden war. Eingeleitet wurde das Fest am Samstag Abend durch Konzert auf dem Festplatz. Sonntag früh 6 Uhr erfolgte der Weckruf und um 9 Uhr fand Gottesdienst statt. Von 11 Uhr ab wurden die auswärtigen Vereine bei den Dorfeingängen mit Musit und unter Begleitung der Festjungfrauen empfangen und ins festlich geschmückte Dorf geleitet. Gegen 2 Uhr nachmittags bewegte sich der Festzug mit Musik durch die Straßen des Ortes. Vertreten waren in demselben 24 Kriegervereine des Bezirks Grünberg und die Kriegervereine von Bernsfeld( Bez. Homberg) und Utphe( Wetterau). Außerdem beteiligten sich am Festzuge die Gesangvereine von Göbelnrod, Azenhain, Lehnheim und Stangenrod. Auf dem Festploßze angekommen hielt der Vorsitzende des Kriegervereins von Stangenrod, Herr Forstwart Knauß, eine Begrüßungsansprache, in welcher er besonders hervorhob, daß der Verein alles aufgeboten habe, um den erschienenen Kriegern einige frohe Stunden zu bereiten. Ferner wies Redner darauf hin, daß Stangenrod einen Festplatz besißt, wie ihn wohl selten ein Ort aufzuweisen haben wird. Hierauf ergriff Herr Bezirke präsident Ranft- Grünberg das Wort zur Festrede, auf die Bedeutung des Tages wie überhaupt des Kriegervereins im allgemeinen hindeutend. Sodann überreichte die Festjungfrau Frl. Will die prächtige neue Fahne, welche in der Mündener Fahnenfabrik( Inhaber Otto Tribian) in Hann. Münden hergestellt wurde. Herr Defan WagnerGrünberg hielt die Weiherede, nach welcher gemeinschaftlich das Lied" Deutschland, Deutschland über alles" gesungen wurde. Nun begann ein buntes Leben und Treiben. Konzert und Gesangsvorträge wechselten miteinander ab und auch an allerhand Voltsbeluftigungen und Tanz fehlte es nicht. Die Schanfstätten waren im Nu dicht bes zt, sodaß die Wirte, dank dem schönen Wetter, wohl auf ihre Rechnung gekommen sein dürften. Mittlerweile mahnte der Abend die Mitglieder der auswärtigen Vereine zum Aufbruch und wurden diefelben mit ihren Fahnen unter Vorantritt der Musikkapelle und der Festjungfrauen zum Ausgang des Festplates geleitet. Trozdem sich dadurch die Zahl der Festteilnehmer etwas werringerte, währte doch der Trubel bis in spät in die Nacht hinein. Am Montag Morgen um 10 Uhr vereinigte man fich wieder auf dem Festplatz zum Frühschoppen- Konzert und Bekanntmachung. Die diesjährige öffentliche Impfung in der Stadt Gießen wird, beginnend Mittwoch, den 1. Juni, - im Impflokale Schulgebäude. Neustadt 61- für die nächsten 5-6 Wochen jeden Mittwoch, nachmittags 5-6 Uhr, abgehalten werden. Impfpflichtig im laufenden Kalenderjahr sind die im vorigen Jahre geborenen Kinder, sowie die Rückständigen aus früheren Jahren. Wer Wiegemeister für die Gemeinde eidlich verpflichtet. Desgleichen wurden Bürgermeister Neeb, Konrad Becker und Heinrich Jöckel als Feldgeschworenen für unsere Gemeinde eidlich verpflichtet + Alsfeld. Die hiesige Freiw. Feuerwehr feiert am 19. Juni ihr 50 jähriges Stiftungsfest. Das Feſt wird nach dem vorliegenden Programm einen größeren Umfang annehmen. + Homburg, 5. Juni. Gestern Abend starb Herr Apotheker Karl Münch, eine in weiten Kreisen sehr bekannte Persönlichkeit. ▲ Wetlar. Die hiesige Handelskammer wird kommenden Donnerstag eine öffentliche Bousigung abhalten, in welcher über das Lahnprojekt durch das Solmebachtal und über das Bahnprojekt Gießen- Brandoberndorf mit beraten wird. Marburg, 6. Juni. Der hiesige Verein Kriegerfameradschatt feiert in den Tagen vom 18. bis 20. Juni fein 25 jähriges Jubiläumsfest. Der Verein zählt gegenwärtig 12 Ehrenmitglieder und über 200 ordentliche Mitglieder, unter denen sich noch 52 Veteranen mit 8 Inhabern des eisernen Kreuzes befinden. Eingesandt. Für die unter dieser Rubrik gebrachten Artikel übernehmen wir dem Publikum gegenüber keine Verantwortung. tommenen Wirt von Freundesseite zugeschickt und ihm bei Ein Retourbillet soll einem damals nach Gießen geworden sein, seinen alten Wirkungskreis wieder aufzusuchen. dieser Gelegenheit in einem Begleitschreiben der Rat erteilt Damals hätten wir den betr.< Korrespondenten schon bedeuten können, daß sowohl Retourbillet wie Begleitschreiben als sog. Phantasieartikel zu würdigen seien. Jetzt aber können wir namlich dem liebenswürdigen Verfasser auf seine Anfrage:" Wir sind gespannt, ob der Wirt dem guten Rat folgen wird, oder muß", die wenigstens für uns erfreuliche Antwort geben: Weder das eine noch das andere und ihm bei dieser Gelegenheit unsererseits die beherzigenswerten Worte unterbreiten: Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. S. Marktberichte. Gießes, 7. Junt. Auf dem heutigen Wochenmartt lofteten Butter per Pfd. 80.- 1.00 Mt., Sühnereier per Stück 5-6 Pfg., Enteneier St. 7 Pfg., Käse per St. 6-8 Pfg., Käsematte 2 St. 5-6 Pfg., Erbsen per Liter 21 Pig., Linsen per Liter 32 Pfg., Tauben per Paar Y. 0.80-1.00, hühner per Stüd Mt. 1.30-1.40, Hahnen, per Stüd C.80-1.70, Enten per Stüd 1.70-2.20, Gänse der Pfd. 65-70 Bfg., Echsenfleisch per Pid. 70-80 Bfg., Rindfleisch per Pfd. 62-68 Pfg. per Pfd. Schweinefleisch 60-72 fg. Schweine MAGGIS Suppen Schutzmarke Kreuz-- Stern DIE BESTEN 10% Freibank. Wir laden die hiesigen Einwohner, welche impfpflichtige Kinder haben, zur Benutzung dieser öffentlichen Termine mit dem Bemerken ein, daß alle in denselben borgenommenen Impfungen unentgeltlich sind. die Termine nicht benutzen will, muß die Impfung Ochsenfleischgesalz.30Pfg. seines pflichtigen Kindes bis zum Jahresschlusse auf seine Schweins fleich 40 Pfg. Kosten bewerkstelligen lassen, widrigenfalls ihm im Januar nächsten Jahres eine vierwöchentliche Frist zur Nachholung der Impfung unter Strafandrohung gesetzt wird. Außer den Pflichtigen werden auch Kinder, welche im laufenden Jahre geboren sind, auf Wunsch ihrer Vertreter geimpft. Alle in einem Termine geimpften Kinder müssen in dem 8 Tage später abgehaltenen Termine zur Nachschan nochmals erscheinen. Städt. Wohnungsnach-| weis Gießen. von 3-6 Uhr Frankfurter Viehmarkt. Zum Verkauf standen 553 Ochsen, 50 Bullen, 561 Kühe und Färsen( Stiere und Rinder), 191 Kälber, 101 Schafe und Hämmel, 1441 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegenlämmer. Bezahlt wurde für 50 Kilo Ochsen: a) vollfleischige ausgemästete höchsten Schlachtwertes tis zu 6 Jahren mit. 70-72, b) funge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemäſtete Mt. 62 bis 65, c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere Mr. 58-60, d) gering genährte jeden Altecs Mk.-. Bullen: a) vollfleischige höchsten Schlachtwertes Mt. 63-65, b) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere Mr. 60–62, c) gering genährte Mr. und Färsen,( Stiere und Rinder): a) vollfleischige. ausgemästete Färsen ( Stiere und Rinder) höchsten Schlachtwertes Mt 69-71 b) vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes( bis zu 7 Jahren) Mt. 64-66, c) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwidelte jüngere Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mr. 60-62, d. e) gering genährte Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mt.- Bezahlt wurde für 1 Pfund a) feinste Mast-'( Vollm.- Mast) und beste Saugfälber( Schlachtgewicht) 85-88 Pfg.( Lebendgewicht) 51-53 Pfg., b) mittlere Mast- und gute Saugfälber( Schlachtge= wicht) 79-83 fg.,( Lebendgewicht) 47-50 Pfg., c) geringe Saugfälber 60-65 Pfg., d) ältere gering genährte Kälber( Fresser) Pfg., Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthämmel 68-70 Pfg., b) ältere Masthämmel 60-62 Bfg., c) mäßig genährte Hämmel und Schafe( Märzschafe) Pfg. Schweine: a) vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen im Alter bis zu 1 Jahren ( Schlachtgewicht) 54 Pfg.,( Lebendgewicht) 42 Pfg., b) fleischige ( Schlachtgewicht) 52 Pfg.,( Lebendgewicht) 41 Bfg. c) gering entwickelte, sowie Sauen und Eber( Schlachtgewicht) 45-47 Pfg., Lebendgewicht-, d) ausländ. Schweine unter Angabe der Herfunft Pfg. Das Geschäft in Hornvieh war gut. Ueberstand unbedeutend, Kleinvieh gut, Markt geräumt. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Mittwoch, den 8. Juni. Meist wolfig, fühler, Regenfälle, zunächst mit Gewitter. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Verantwortlich: für den politischen, vermischten und unter: haltenden Teil Albin Klein Gießen; für den lokalen Tetl. Karl Klose, Grünberg. Praktisch, bequem u. angenehm unentbehrlich für Gebirge, Jagd, Sport, Reise, sowie für die See sind meine wasserdichten, wetterfesten, echt steyrische Loden- Fabrikate. 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Verdingung Die Vermieter haben eine Ein schreibgebühr zu entrichten und zwar für eine Wohnung mit einem jährlichen Mietwert bis 300 Mr. einschließlich 0.20 Mr., von mehr Die für die Befestigung der verlängerten Bismarcals 300 Mt. bis 500 Mt. ein- ftraße und des Platzes vor dem Bibliotheks- Neubau erschließlich 0.50 Mr., und von mehr forderliche Bordsteinlieferung, sowie die Manrer= Plaster- und Chauffierarbeit soll als 500 Mt. 1.00 Mt.; außerdem ist für jede Wohnungsanmeldung 2100 Mt. zu hinterlegen. Schöne Mansarde( 3 3im., Kab. u. Zub.) p. 1. Juli zu verm. Näh. Gieken, Steinſtr. 35, part. Laden Seltersweg 78, ist mit oder ohne Wohnung per sofort zu vermieten. Nah. Seltersweg 65, Giefen. Möbl. Zimmer Kinder, deren Zurückstellung von der Impfung per sofort zu vermieten. wegen Kränklichkeit beansprucht wird, können gleichfalls dem Impfarzte in den öffentlichen Terminen vorgestellt werden. Gießen, Marktstraße 11. öbliertes Zimmer zu ber mieten Bieken, Dammstr. 19. * Hamb urg Fichteftr.33. Die Impflinge müssen mit reiner Wäsche und rein- Hilfe. Blutſtod. Timerman gewaschenem Körper zur Impfung gebracht werden. Es wird nur an einem Arme mit Lymphe aus dem Landesimpfinftitut geimpft. Kinder aus Familien, in denen ansteckende Krankheiten herrschen, dürfen nicht in die Termine gebracht werden. Gießen, den 28. Mai 1904. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. J. V. Curschmann. A Makulatur hat abzugeben die Expedition. Wärter gesucht. Provinzial- Siechenanstalt für die Provinz Oberhessen. G4060600OGNGOOOGGGOOG Montag, den 18. Juni d. Js. vorm. 10 Uhr öffentlich vergeben werden. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen während der Dienststunden bei uns auf Zimmer Nr. 6 zur Einficht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind spätestens bis zum obengenannten Zeitpunkt an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 6. Juni 1904. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. Lahn- Kalk- und Marmor- Industrie August Gabriel junior, Kalkwerke Abendstern. - Telefon 84. Jederzeit frischgebrannten - Grau- und Weisskalk in Stücken and fein gemahlen. Prima Hartbrand- Ziegelsteine. Dienstag, den 7 Juni. 1904. Grünbergs Luftkurort betreffend. In der am 30. März I. Js. stattgehabten Sigung des Komitees zur Gründung einer Luftkur- und Nervenheilanstalt in Grünberg ist beschlossen worden, den Versuch zu machen, ob sich in Grünberg selbst und seiner Umgebung das erforderliche Kapital zur Gründung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung" aufbringen läßt, welche die Errichtung der gevlanten Anstalten, zunässt in kleinem Maßstab Das erund rentierenden Falls später in größerem Umfang in die Hand nimmt. forderliche Kapital dürfte sich auf etwa 100 000 Mark belaufen. Die Stammeinlage eines jeden Gesellschafters im Fall der Gründung der Gesellschaft muß nach Vorschrift des Gesetzes vom 20. April 1892 mindestens fünfhundert Mark betragen. Es werden hier nit nun diejenigen Bewohner Grünbergs und seiner Umgebung, welche dem geplanten Unternehmen Interesse entgegenbringen und für den Fall der Gründung der erwähnten Gesellschaft sich finanziell an demselben beteiligen wollen, gebeten, ihre Namen und den Betrag ihrer etwa zu übernehmenden Stammeinlage zu zeichnen. Das Komitee. Das Komitee hat die Herren Fabrikant Heinrich, Schmidt 1. und Gustav Rohleder beauftragt, die Zeichnungen in Empfang zu nehmen. Zu diesem Zwecke werden die Genannten in den ersten Tagen einen Rundgang vornehmen. Wirtschafts- Uebernahme. Hiermit beehre ich mich, einer verehrlichen Einwohnerschaft von Klein- Linden und Umgebung anzuzeigen, daß ich mit dem heutigen die Wirtschaft ,, Zur Linde" durch Kauf übernommen habe. Einem freundlichen Besuche entgegensehend zeichnet Klein- Linden, 1. Juni 1904. Hermann Middeldorf. Ziehung 6., 7., 8., 9. Juli Freiburg. Münster Nieren- und Blasen Gg. Carl Volk. In Giessen: Ph. Weiler. heilt und stärkt die Reinhardsquelle bei Wildungen. Mineralwasserversandt Füllung I. Klasse. Trinffur, Mineral- und Sonnenbäder. Hunderte Aerzte trinke Reinhardtsquelle. Da in Gießen viel das Wasser getrunken wird, suchen wir eine Niederlage. Letzte Wohltätigkeits Tagelöhner und Handlanger Geld- Lotterie desStrassb.- Neud Arbeiterheims Ziehung sicher am 23. Juli Nur Baar Geld! 2490 Gew. ohneAbzug Mk. 41000 1 à M. 1 à M. 15000 6000 3 à 1000= 3.000 425 zus. - 9500 2060 zus.== 7500 Los 1 M.11 Lose 10 Mk. Port.u.List. 25Pf. versendet das Gen.- Debit J. Stürmer, Strassburg i. E. Langstrasse 107. In Giessen: Richard Buchacker. W Semmler. Ein braver Junge gesucht. A. Scheppelmann, Baugeschält Gieken. Wir suchen für unser Gießener Häute und Fellgeschäft mehrere tüchtige Arbeiter. Gerber bevorzugt. Anzumelden nach Wetzlar bei Julius Rosenthai& Co. Pferdeknecht gesucht. A. Scheppelmann. Baugeschäft, Gieken. મે Porto Pfg. Lose& 3.30 30 Pig, extra. 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S nachf.) reise. nd franko. aben. eihanstalt aller Art. ,, Alles zum Schein, Herr Birke, das kenne ich, darauf falle ich nicht mehr rein, Großtuerei und dann kein Geld!" ,, Sagen Sie, ist kein Kellner hier", rief Herr von Werner, ,, ich möchte gern die Speisekarte!" Die alten Matschkes sahen sich verwundert an.„ Was Speisekarte?" ,,' ne Speisekarte gibt's bei uns nicht," sagte Herr Matschke nähertretend, ich kann Ihnen auswendig sagen, was Sie eventuell noch friegen können.' n bischen faltes Pökelfleisch von Mittag wird noch da sein und Rühreier könnten Sie gerade noch dazu bekommen!" Der Hauptmann stöhnte und sah seine Frau verzweifelt an. ,, Erna, was sagst du dazu?" Frau von Werner lächelte.„ Das ist zu drollig, Mar, hier wärst du sicher nicht so dick geworden!" ,, Na, Sie wollen wohl nicht?" mahnte Herr Matschke. " Ja, wenn es weiter nichts gibt, dann bitten wir um zwei Portionen," meinte Frau Erna. ,, Schön, jeh Auguste," sagte der Wirt. Die Portion kostet 75 Pfennig, daß Sie sich nachher nicht wundern!" rief er dann hinüber. ,, Nun höre blos, Erna!" " Das ist köstlich, May, hier gibt man sich Mühe uns zur Sparsamkeit anzuhalten!" Sagen Sie, Herr Wirt, haben Sie wenigstens einen guten Rotwein, den Sie uns empfehlen können?" fragte der Hauptmann. Na, hören Sie mal, Herr Birke," flüsterte Herr Matschke, Wein auch noch!" Herr Matschke trat wieder näher. Rotwein wollen Sie? Na, ich hätte ja welchen, aber da müßte ich erst in den Keller runtergehen, trinken Sie nur unser Lagerbier, das ist frisch und ist auch billiger!" Mit diesen Worten nahm der Wirt zwei Gläser und schenkte sie voll, ohne sich auf eine weitere Diskussion einzulassen. „ Du, das wird mir aber bald zu arg, Erna!" rief Herr von Werner erregt. ,, Gott, was wollen wir machen?" Frau, der die Sache viel Spaß bereitete. beruhigte ihn seine ( Schluß folgt.) DER VOLKS ANWALT Das Recht des Mannes am Gut der Frau. Grundsäßlich hat der Ehemann das eingebrachte Gut der Frau nur zu verivalten, und er darf die Nußungen ziehen. Eigentümerin bleibt die Frau. Die Verfügung über die Substanz des eingebrachten Guts steht ihm grundsäßlich allein nicht zu. Doch erleiden diese Grundsäße sehr große und praktisch bedeutsame Ausnahmen. Das Verwaltungsrecht des Mannes ist grundsätzlich das eines Verwalters fremden Gutes. Er darf daher auch die Frau nicht durch Rechtsgeschäfte verpflichten. Gehört z. B. zum eingebrachten Gut ein Grundstück, und der Mann schließt mit einem Dritten einen Bertrag über den Verkauf des Grundstücks, so ist dieser Vertrag ohne Zustimmung der Frau nicht gültig. Ebensowenig ist ein Vertrag ohne Zustimmung der Frau gültig, in dem der Mann für ein zum eingebrachten Gute gehöriges Grundstück sich zur Bestellung einer Hypothek verpflichtet. Ferner darf der Mann grundsätzlich ohne Zustimmung der Frau nicht über eingebrachtes Gut verfügen. ,, Verfügen" im Sinne des Bürgerlichen Gesetzbuchs hat eine ganz bestimmt umgrenzte Bedeutung. Eine„ Verfügung" bedeutet ein Rechtsgeschäft, durch das ein Recht unmittelbar übertragen, belastet, geändert oder aufgehoben wird, so namentlich Auflassung eines Grundstücks, Bestellung einer Hypothek, Löschung einer Hypothek. Im Gegensaß hierzu stehen sogen.„ obligatorische Rechtsgeschäfte", das sind solche Rechtsgeschäfte, durch die sich jemand zu einer Rechtsänderung, Rechtsaufhebung usiv. erst verpflichtet. So ist z. B. der Vertrag, in dem jemand einem andern ei Grundstüc verkauft, ein obligatorisches Rechtsgeschäft; die von dem Gericht daran sich anschließende Auflassung ist dann die Verfügung über das Grundstück. Bu beiden Arten von Rechtsgeschäften bedarf der Mann, wie erwähnt, der Zustimmung der Frau. Diese Grundsätze sind aber voll durchgeführt nur bei unbeweglichen Sachen, namentlich also Grundstücken. Im übrigen bestehen folgende praktisch sehr durchgreifende Ausnahmen: 1. Ohne Zustimmung der Frau kann der Mann über Geld und andere verbrauchbare Sachen( z. B. Wein, Holz, Getreide) verfügen. Jedoch gilt dieser Satz, soweit Geld, also der wichtigste„ ber= brauchbare Gegenstand", in Frage kommt, nur der Außenwelt gegenüber, nicht der Frau selbst gegenüber. Das bedeutet folgendes: Wenn die Frau 1000 Mark bar eingebracht hat, und der Mann gibt das Geld einem Dritten ohne Zustimmung seiner Frau zum Zwecke der Eigentums- Uebertragung, so ist dies Rechtsgeschäft vollkommen gültig, und der Dritte wird Eigentümer des Geldes. Seiner Frau aber gegenüber hat der Mann unrecht gehandelt. Denn er soll das Geld, soweit es nicht etwa zur Bestreitung von notwendigen Ausgaben zurückgehalten werden muß, mündelsicher verzinslich anlegen, also auf erstklassige Hypotheken oder auf Kreissparkassen u. dergl. Der Mann hat also in dem beschriebenen Falle der Frau gegenüber seine Pflicht verletzt, und diese Pflichtverletzung hat zur Folge wenn sie erhebliche Gefährdung des eingebrachten Gutes mit sich bringt-, daß die Frau im Wege der Klage Aufhebung des Verwaltungsrechts des Mannes fordern kann. Aber dies muß man wohl beachten dem Dritten gegenüber ist die Verfügung des Mannes voll wirksam. 2. Forderungen der Frau kann der Mann gegen solche Forde= rungen an die Frau, deren Berichtigung aus dem eingebrachten Gute verlangt werden kann, ohne ihre Zustimmung aufrechnen. Nehmen wir z. B. den Fall, daß für ein zum eingebrachten Gute gehöriges Grundstück mit Zustimmung der Frau ein Wagen für 300 Mark gekauft worden ist. Der Wagen ist schon geliefert, der Kaufpreis noch nicht bezahlt. Der Verkäufer verlangt nun den Kaufpreis von 300 Mark. Die Frau hat aber gegen den Verkäufer von früher her noch eine Forderung von 300 Mark aus einem ihm gegebenen Darlehn. Dann kann der Mann noch vollwirksam gegen die Forderung des Verkäufers auf die 300 Mart Kaufgeld jene Forderung der Frau auf 300 Mark Darlehn- Rückzahlung aufrechnen obwohl diese Aufrechnung eine„ Verfügung" über die Darlehnsforderung darstellt, und grundsäßlich, wie erwähnt, der Mann über das eingebrachte Gut nicht verfügen kann. Zu be= merken ist dabei, daß dieser Fall nicht etwa schon unter Nr. 1 oben fällt( Verfügung über Geld und verbrauchbare Sachen). Denn eine Forderung, auch wenn sie auf Geld gerichtet ist, ist doch des= wegen nicht„ Geld" im Sinne des Gesetzes, und zwar auch dann nicht, wenn sie im Verkehr als ebensogut wie bares Geld betrachtet wird( wie z. B. Forderungen aus Sparkassenbüchern guter Sparkassen). Andere Verfügungen über Forderungen der Frau als die Aufrechnung darf der Mann ohne Zustimmung der Frau nicht vornehmen, also nicht z. B. Erlaß, Kündigung, Abtretung. Eine„ Verfügung" stellt auch die Annahme der Bezahlung einer Forderung dar. Auch die Bezahlung der Forderung der Frau darf der Mann allein, ohne Zustimmung der Frau, nicht annehmen. Ein bor sichtiger Schuldner, der eine Schuld an eine Ehefrau hat, wird sich daher vor Bezahlung der Schuld an den Ehemann erst darüber vergewissern, daß die Frau auch mit dieser Zahlung an den Mann einverstanden ist wie er übrigens andererseits auch an die Frau ohne Zustimmung des Mannes nicht zahlen darf. cinen 3. Ohne Zustimmung der Frau darf der Mann Verbindlichkeiten der Frau zur Leistung eines zum eingebrachten Gute gehörenden Gegenstandes durch Leistung des Gegenstandes erfüllen. Nehmen wir z. B. an, der Mann hat-- mit Zustimmung der Frau Vertrag mit einem Dritten abgeschlossen, nach welchem ein der Frau gehöriges eingebrachtes Faß Wein verkauft wird. Das Faß ist aber noch nicht dem Käufer übergeben. Der Käufer verlangt nun Herausgabe des Fasses. Der Mann kann in diesem Falle voll, wirksam auch allein das Faß herausgeben. Denn die Verbindlichs feit zur Herausgabe des Fasses besteht infolge jenes Vertrages, den der Mann allein nicht hätte vollwirksam schließen können, den er aber in unserem Beispiel mit Zustimmung der Frau, also vollwirks sam geschlossen hat. Wird nun die Leistung des Gegenstandes verlangt, so kann diese der Mann auch allein gewähren. 4. Gehört zum eingebrachten Gut ein Grundstück mit Inventar( Vieh, Ackergerät), so kann der Mann über die einzelnen Inventarstücke nach den Regeln ordnungsgemäßer Wirtschaft auch ohne Zustimmung der Frau verfügen. Er kann also z. B. unbrauchbar gewordene Ackergeräte weggeben, dafür muß er andere anschaffen. Diese andern Stücke werden dann mit der Einverleibung in das Inventar Eigentum der Frau auch wenn der Mann sie von eigenem Gelde gekauft hat--, und zwar als eingebrachtes Gut. Nr. 126 Dienstag, den 7 Juni 1904. Oberbessische Familienzeitung. Tägliche Unterhaltungs- Beilage der Gießener Neueste Nachrichten. Drud und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1788); verantwortlich: Albin Klein. ( 15. Fortsetzung.)] Die Rache ist mein. Originalroman von Ottomar Beta. Franziska hatte darauf gedankenvoll zu Boden geblickt. " Das sollte ihm alles verziehen werden," sagte sie, wenn er sich nur im alten Hause öfter sehen ließe; ich meine ohne den Troß der Gäste." Mit samt seiner Frau, wenn er wirklich eine hat, und wäre es eine Negerin, oder gar die Räuberbraut Klara Riesopp." Diese Klara Riesopp existiert noch," sagte der Justizrat, „ aller Wahrscheinlichkeit nach wenigstens. Die Stiefmutter jenes unglücklichen Sträflings ist eine geborene Riesopp." ,, Anton Köberleins?" fragte Franziska lachend. ,, Eben diese, und er hat große Mühe, sein Patrimonium gegen ihre macchiavellistischen Intriguen zu verteidigen. Er beehrt mich deshalb öfters mit seinem Vertrauen in diesen unerquicklichen Familienangelegenheiten, um sich theoretische Klarheit über die beiderseitigen Rechte zu verschaffen. Daher ist mir der Name in Erinnerung. Man lachte. Und glaubte nun Franziska den ausgesprengten Gerüchten, Erichs Beweibtheit betreffend? Ihr fielen die Worte ein, welche er ihr gegenüber einmal ausgesprochen, er wäre mit sich selbst unzufrieden, des Besitzes der mütterlichen Briefe nicht würdig, weil er nicht offen wäre. Er hatte ihr die Briefe zurückgegeben zur besseren Aufbewahrung, wie er sagte. Und sie hatte sich seitdem viel mit diesen Schriften beschäftigt. Eine zierliche Kopie davon existierte bereits in den geheimen Rezessen seines Schreibtisches. Sie hatte beabsichtigt, Erich eine Weihnachtsfreude mit denselben zu bereiten... und hatte es nun doch unterlassen. Warum zog er sich scheu vor ihr zurück? Warum sah er gleichgiltig zu, wenn sie von Dußenden kecker Falter umschwärmt wurde. Warum tanzte er nicht mit ihr? Sie waren einander auf mehreren Bällen begegnet, immer herzlich und freudestrahlend... sogar das lästige mein Herr" und mein Fräulein" war zwischen ihnen außer Gebrauch gesetzt worden, ebenfalls vorübergehend. Und so schwankten die Beziehungen zwischen ihnen: erklärte Freundschaft, verleugnete Liebe. Siebenzehntes Kapitel. Eines Abends schon im knospenden Frühjahr war Erich bei Fiebigers und wollte sich soeben empfehlen, als Franziska seinen Arm nahm. ,, Nein, ich lasse Sie heute nicht so ohne weiteres fort, mein Herr," sagte sie ein wenig bänglich und ohne das Gefühl der Sicherheit, mit dem sie ihm sonst begegnete.„ Warum haben Sie bei Bankdirektors abgefagt? Wir, Papa und ich, sollen dort sein... Papachen, bitte, laß auch du dich entschuldigen! Bist du denn gar nicht ein bischen müde, oder hast du denn gar nicht ein bischen Kopfschmerz? Muß denn ich damit immer aushelfen? Ich möchte doch gar zu gern, daß wir Erich einmal wieder ganz allein für uns hätten. Solch ein häuslicher Abend ist zuweilen unschätzbar.. Papa Fiebiger sah nach der Uhr. ( Nachdrud verboten.) „ Ja, Erich. Erich," sagte er, mit dem Kopf hin- und herwedelnd, wenn er sich nur bei uns wohlfühlt." " Nirgends sonst," gestand Erich. " Und selbst bei uns schauen Sie zuweilen drein, Erich, wie ein Wiärtyrer," schmollte Franziska.„ Das hat irgend einen Grund, und Sie arme vater- und mutterlose Waise sollen sich nicht darüber beklagen dürfen, daß Sie nicht wenigstens von einer neugierigen Schwester gepeinigt werden. Bitte, seien Sie einmal recht brüsk und sagen Sie mir, ich wäre naseweis und hätte mich um dergleichen nicht zu befümmern." „ Das würde ich nicht können," lachte Erich, selbst nicht gegen eine Schwester, geschweige denn gegen Sie, ich glaub' es wenigstens nicht. Aber um eins wäre es schade. Die Unterhaltung würde doch bald unterbrochen werden." Franziska sah ihn befremdet an, während Fiebiger hinausging, um die gewünschte Beſtellung an Bankdirektors gelangen zu lassen. ,, Würde sie?" ,, Denn ich wette, binnen einer halben Stunde sind zehn junge Hausstürmer im Frack hier, um wenigstens Sie für die Soiree zu sichern und sich wehmütigst nach dem Befinden Ihres Vaters zu erkundigen. O, diese Teilnahme!" " Finden Sie dieselbe nicht erklärlich, mein Herr!" Erich errötete leicht, er faßte Franziskas Hand und füßte dieselbe. „ Sie müssen einem Halbbarbaren verzeihen, wenn er zuweilen die etwas ursprünglichen Instinkte verrät, welche in den Goldgruben Kaliforniens und in den Prärien wild wachsen. Ich werde mich bessern... nur „ Nur?" Die Plöglichkeit dieser allgemeinen Teilnahme verdrießt mich. Mich verdrießt manches im alten Land, und ich wäre hier fremd, sehr fremd, wenn Sie mir dasselbe nicht beimisch machten." Der Justizrat kehrte zurück. " Hast du auch gleich gesagt, daß wir für niemand zu sprechen sein werden?" fragte ihn Franziska;„ Erich ist bange vor der Sturmfolonne." ,, Seit wann ist Erich Staudius bange?" fragte der alte Herr zurück. ,, Papachen, die mutigsten Wesen haben zuweilen Anwandlungen von panischem Schrecken," lachte Franziska. " Ja, namentlich Seehelden, sie haben dafür einen andern Ausdruck. Sie nennen es soft werden, soft, das heißt weich, wehmütig, menschenscheu, und dann laufen sie vor kleinen Kindern davon, Ist das so?" Erich nickte Bejahung. Franziska aber schüttelte mit dem Kopfe. Nein, mein Herr, bei Ihnen ist etwas anderes im Spiel. Und wir zwingen Sie heute in das häusliche Armenſünderſtühlchen hinein, damit Sie uns Rede stehen. ,, Nun, was haben Sie zu erwidern, Angeklagter?" fragte lachend der Rechtsanwalt. " Ich bekenne mich schuldig," erwiderte Erich ohne Zögern, und seine Züge belebten sich. the slagen. wagen, Sport enfahrstühlen. # 276. ift am Plaz Kinderwagen Giessen, log. väsche Väsche Es wird bi daß die nach§ 6 Grosb Hafer Mt. 1 Gießen, de über die Natural Frieden ermittelte eines Aufschlages 1904 für den betragen: Вговь Gehöftsperr Gießen, der Bei einem Allendorf a Betr.: Motlauf feftgestellt worden Errichtung Aus faufmän Verband taufma tagte, hat unter gemacht, die jede ungehört verflin die faufmännifd über die Arbeit und die Lehrlin und daß nur d nach dem Mus und verfassun Im Bewußtsein Ihrer Schuld, mein Herr, fangen Sie an ein Sonderling zu werden," klagte Franziska,„ und das sollen Sie nicht." Welch holdes Erbarmen," sagte Erich, und ich bekenne, daß ich mir keine bessere Retterin wünschen kann, als Sie, Fräulein Staatsanwalt." Na, dann heraus mit den Klagepunkten," rief der alte Fiebiger; indessen eine solche Verhandlung ist in der Regel ein trockenes Geschäft, und wir wollen ihr einen anderen Charafter geben." Natürlich bestellte er, daß Wein gebracht werde. Darnach besah er sich die Nase im Spiegel. Diese Nase zeigte eine immer entschiedenere Neigung, ins Rötliche überzugehen. ,, Erich, Erich," seufzte deren Besitzer, ich bringe meinen Teint diesen Unternehmungen zum Opfer, denn es ist unmenschlich, was für eine Menge Wein die Aktionäre brauchen, um in Stimmung erhalten zu werden, und man kann sie doch nicht allein trinken lassen, und man muß in der Üebung bleiben." Dabei sette er sich abermals seufzend in seinen Sessel. ,, So, ich eröffne die Verhandlung." „ Die Sache ist so ernst," murrte Franziska,„ daß ich es ungern sehe, wenn eine Burleske aus unserer Sigung würde. Angeklagter Erich Staudius, die ganze Stadt wundert sich darüber, daß Sie, ein so vermögender junger Mann her Ihr Vermögen stammt, das ist auch ein dunkler Punkt an das unendliche Glück glauben die Leute nämlich nicht..". ,, Aber, Franziska...!" 100„ Herr Präsident, haben wir nicht alle Mühe, die verschiedensten Verdächtigungen abzuwehren....?" " Ja, es ist wahr," lachte Papa Fiebiger, die Stadt beschäftigt sich mit Ihrer Vergangenheit, ebenso wie mit Ihrer Zukunft. Beides gleich er- und intensiv!" „ Papachen!" warnte nun ihrerseits wieder Franziska und nicht ohne deutliche Zeichen der Verlegenheit,„ halten wir uns an die Vergangenheit oder vielmehr an die Gegenwart. Herr Erich Staudius! Warum errichten Sie Ihr Quartier in einem Bretterverschlage, statt Ihrem Vermögen und Ihrem Ansehen gemäß einen Palast zu beziehen?" Erich lachte ein wenig bitter und rief:„ Sie meinen bei der Frau Stadtbaumeisterin Kruse?" Bei dieser speiste Erich zuweilen. Die treffliche und im posante Witwe verbesserte ihr Einkommen dadurch, daß sie einen Mittagstisch für wohlsituierte Garcons unterhielt, welche nicht umhin konnten, nebenbei die Existenz mehrerer durchaus heiratsfähiger Stadtbaumeisterstöchter zu bemerken und derselben durch Galanterien aller Art Rechnung zu tragen. Erich blieb in letzterer Beziehung nicht zurück. ,, Ueber niemanden, lieber Erich, wird in unserer Stadt mehr gesprochen, als über Sie," fam Fiebiger der Tochter zu Hilfe, und es ist die schiere Angst, die mich treibt, wenn ich mich um Sie bekümmere, weil man mich für Ihr bürgerliches Wohlergehen gleichsam verantwortlich macht." Er sagte das scherzend, aber doch mit eindringlicher Miene, denn es verursachte ihm eine kleine Verlegenheit, als Erich die Frau Stadtbaumeisterin in Erwähnung brachte, von deren beziehungsreichen Töchtern der Ritterautsbesiker umständlich erzählt hatte. Franziska sprang nun auf. ,, Nein, Erich Staudius," sagte sie, ohne Umstände und Sophismen, wenn es dergleichen Klatschereien wären, die uns beide, Papa und ein wenig auch mich, um Ihretwillen beunruhigen, so würde ich daraus noch keinen Anlaß herleiten, mich meinerseits in dieses Gespräch einzumengen." Sie schritt ein wenig entrüstet auf und ab. „ Es ist eine Verhandlung ad hoc, ja, ja, ad hoc, und du weißt, lieber Erich, sie hat mich gezwungen," raunte Fiebiger inzwischen, auf Franziska deutend. als bätte er Lust, davonzulaufen. Franziska nickte. Und Erich weiß auch, warum? Sie sollen eine Gelegenheit haben, sich auszusprechen, und ein weibliches Wesen muß dabei sein, wenn ein weibliches Wesen auf der Welt überhaupt irgendwo dabei zu sein hat. Deshalb wird noch feine Weiberpolitik angefangen. Erich Staudius, warum wohnen Sie wie ein Verstoßener, Vertriebener jenseits des Wassers in einem Speicher, statt zum Beispiel bei uns, im alten Staudiusschen Hause?" Wenn Herr Moritz mir da oben die Wohnung abträte, würde ich sofort einziehen," antwortete Erich, ohne sich zu besinnen, aber ich fürchte, gutwillig wird er es nicht tun, und zwingen mag ich ihn nicht weiter. Der unſelige Mensch meinem fängt an, mir leid zu tun. Ich habe Furcht vor Glück. Es scheint mir unnatürlich, daß ich diesen Widersacher meiner Familie vor mir herblase wie Staub ich möchte mich menschlich mit ihm auseinandersezen; überhaupt, sehen Sie, ich möchte meinem Glücke Geiseln geben, und so lange ich das nicht auf die eine Weise kann, geschieht es auf die andere, indem ich wenigstens wohne wie ein armer Kornschreiber... das ist in wenigen Worten die Erklärung, die ich auf diese Frage abzugeben habe." Erich sprach das alles, ohne großen Nachdruck auf das eine oder das andere zu legen, und dadurch wurde seine sonderbare Schrulle, seine Furcht vor dem Glück gleichsam wie ein Alltagsding verständlich. " Sie wollen feurige Kohlen sammeln, lieber Erich?" fragte Fiebiger nach einer Pause. sch weiß nicht, ob es das ist," warf Franziska ihrerseits, den Vater ansehend, ein, es gibt doch Menschen, denen gegenüber eine solche versöhnliche Absicht unausführbar ist, Menschen, die eine Anwandlung von Edelmut nur als eine Konzession auffassen, welche man irgend welcher eigenen Schwäche zu machen sich gedrungen fühlt!" „ Herr Moritz würde seinen Preis fordern. Er hat sich das Mietsrecht der Oberetage grundbuchlich zuschreiben lassen," erklärte der Justizrat.„ Er liegt uns hier im Wege, ebenso wie seine Mutter auf Staudiushof. Wir werden das ehemals Staudiussche Terrain für den Vulkan über kurz oder lang für das zehnfache seines wirklichen Wertes kaufen müssen. Und während wir Morißens..." er stockte. ,, Während wir sie zu vernichten wähnen, machen wir sie reicher als je", ergänzte Erich; das ist wenigstens ein Beweis dafür, daß unsere Tätigkeit die Wohlfahrt des Landes fördert." ,, Gewiß... wenn der Bodenwucher den erwarteten Aufschwung nicht vorweg nähme," meinte der Justizrat.„ So fördern wir nur das Wohl dieser Adjacenten. Welchen Anteil hat aber Herr Moritz an unseren Unternehmungen, daß er diesen Vorteil davon zieht?" ,, Das mögen die Gesetzgeber bedenken," erwiderte Erich und fuhr, erregter werdend, fort: Ich gönne Morizens diesen Vorteil; sie sollen es wissen, daß ich nicht darnach trachte, sie zu vernichten; ich zahle für mein altes väterliches Gut jeden Preis; es ist mir das keine Geldfrage... ich wünsche meinen Toten und meinem Hasse Ruhe." ,, Kurz, Sie wollen auch in diesem Falle dem Glücke Geiseln geben, lieber Erich?" Erich nickte lebhafte Bejahung. Er konnte sich seine Mutter nicht vorstellen, weder in Fleisch und Blut, noch im Geiste, als ob sie Gefallen fände an einer unedlen Rache. Er erhob sich und sagte:„ Ich fühle mich alt... alt, achtzig Jahre alt. Wie es kommt, das weiß ich nicht; aber es ist so. Ich fürchte, das deutsche Klima sagt mir nicht zu. Ich meine das moralische. Geld ist hier alles, und das drückt mich nieder." Unser Land ist arm und bedarf des Kredits, lieber Erich," sagte der Justizrat ,,, deshalb liegt man hier vor den Geldleihern auf den Knieen." „ Sie selbst aber... Sie sind Ihr eigner Bankier," scherzte Franziska. Wollen Sie damit sagen, daß ich vor mir selbst auf den Knieen liege?" fragte Erich betroffen. „ Nein," entgegnete Franziska, selbst beunruhigt durch Erichs Ton, ich wollte nur sagen, Sie machen sich schwer einen Begriff von der Not, die darin liegt, Großes zu wollen und an kleinen Widerständen, den Geldfragen, erlahmen zu müssen. Angenommen, Sie wären nicht der reiche Mann, der Sie sind, Sie kehrten vielmehr mit beschränkten Mitteln in Ihre Heimat zurück?" Vielleicht wäre ich dann glücklicher oder ebenso unglücklich wie ich es heute bin, oder noch so glücklich, wie ich es am ersten Tage in diesen Räumen war," warf Erich ein,„ ich fühle es, weder der Besitz, noch die Macht, die derselbe verleiht, gewähren uns Befriedigung. Fortuna soll sich nur nichts auf die Millionen einbilden, die sie mir in den Schoß warf." Unberufen, unberufen, unberufen!" lachte Franziska, ich bin sonst nicht abergläubisch, Herr Erich, aber, bitte, brüstieren Sie diese wetterwendische Dame nicht." Oft gerate ich in Versuchung, es zu tun," fuhr Erich etwas beunruhigt fort, damit ich einmal in die Lage käme, mir auch ein Verdienst zu erwerben." ( Fortsetzung folgt.). क Not" will nicht viel heißen; " Freunde in der Hilfreich möchte sich mancher erweisen. Aber die neidlos ein Glück dir gönnen, Die darfst du wahrlich Freunde nennen. 1. D. Humoreske von Alexander Wilke. ( Nachdruck verboten.) Hier, liebe Erna, hast du es schon gedruckt:„ von Werner, Hauptmann im Infanterie- Regiment von Barsdorf zur Disposition gestellt, und mit der Führung der Geschäfte als Bezirksoffizier beim Landwehrbezirk Schluckwitz beauftragt." „ Na, Gott ja, May, das ist doch nun mal nicht zu ändern, die ganze Schuld an diesem Ausgang deiner Karriere trifft doch nur mich. Hätte ich dich nicht so gut gepflegt, dann wärst du nicht so dick geworden, daß dich kein Percheron mehr zu tragen vermag. Na, und sieh mal, du hattest doch auch in letzter Zeit den Frontdienst gründlich satt, und da du den bunten Rock so liebst, den du trägst, so ist ja auch dafür gesorgt, du kannst ihn immerhin noch einige Jahre tragen." Der Hauptmann von Werner seufzte und faltete die Hände über dem stattlichen, unmilitärischen Körperbau. Und Schluckwitz heißt das Nest, ausgerechnet nach Schluckwizz kommen wir, ganz in den Osten des großen Deutschen Reiches, wo man wahrscheinlich alle Abend an die Haustürschwelle Giftbrocken für die Wölfe auslegen und den geladenen Revolver auf'm Nachttisch liegen haben muß!" So schlimm wird es ja nicht sein, Max, wir sind freilich hier etwas verwöhnt, aber sieh mal, da wir keine Kinder haben, die wir vielleicht weithin auf höhere Schulen schicken müßten und da wir außerdem so gestellt sind, daß wir uns Pferde und Wagen halten können, werden wir das Dede des Kleinstadtlebens nicht so sehr fühlen. Ich werde dir etwas sagen, May, fahren wir einfach dieser Tage mal bin. nach... ' na. „ Schluckwitz " Ja, nach Schluckwitz, sehen wir uns das Städtchen an, und die Wohnungsverhältnisse dort, da sind wir dann bald im Klaren." Der Hauptmann stöhnte:„ M. W.!“ „ Max, du bist schon zu bequem ganze Säße zu sprechen!" lachte Frau Erna. „ Na, Kind, man gewöhnt sich halt an diese Geheimsprache, siehst du, 3. D." Das weiß ich nun schon, was das zu bedeuten hat, es ist der Schluß des militärischen Alphabets, der Anfang des neuen bürgerlichen Lebens heißt dann a. D." „ Ja, das ist eben militärische Telegraphie, seien wir froh, May, daß es für uns keine„ Drahtlose" wird." Im grünen Schwan", dem ersten Hotel des Städtchens Schluckwitz, saß der Besitzer Herr Emil Matschke mit seiner Gattin Auguste und dem Herrn Katastersupernumerar Birke vereint im Gastzimmer, dessen Fenster auf den Ring hinaus gingen und weit geöffnet waren. Es war acht Uhr abends, gegessen hatte man und saß nun bei einem Schoppen Lagerbier und besprach die Tagesereignisse und Neuigkeiten. Andere Gäste waren nicht mehr anwesend. Die eingeborenen Schluckwitzer waren solide Leute, die abends zu Hause blieben und zeitig das dicke Federbett über die Ohren zogen. Nur der Herr Katastersupernumerar Birke machte eine unsolide Ausnahme. Haben Sie schon den Brief gelesen, Herr Birke?" fragte Herr Matschke und reichte diesen über den Tisch. " Ja, ja, Herr Virke, es kommt' n Theater her nach Schluckwitz!" erzählte die behäbige Frau Auguste. " Was Sie sagen, gnädige Frau!" staunte der Herr Katastersupernumerar, er war sehr gebildet und sagte zu den berheirateten Schluckwiterinnen daher immer„ gnädige Frau" wodurch er sehr beliebt war. Ja, ja, mein Mann hat mir vorhin die Geschichte vorgelesen,' n ganzen Zichklos von Vorstellungen werden die Schauspieler hier geben!" Cyklus, gnädige Frau, heißt es, also Schauspieler, sehen Sie mal an, wie ich voriges Jahr in Berlin war, sah ich Wagners Lohengrin" so sei bedankt mein lieber Schwan," sang Herr Birke verzückt. Schwan?" fragte Herr Matschke. Ja, mit dem kam er angefahren!" ,, Sie meinen„, in den" kam er angefahren?" verbesserte Frau Matschke. Wieso, gnädige Frau?" „ Na, Sie sitzen ja doch selber drinnen und merken's wohl nicht?" Ach, Sie meinen Ihren„ grünen Schwan", nein, der dort war' n wirklicher!" ' n wirklicher? Mit dem kam der Theaterdirektor ange fahren? Der wird doch zu uns heut nicht auch etwa mit einem „ Unsinn, Auguste, das war ja blos im Theaterstück! Sagen Sie, Herr Birke, das Stück könnte man hier in Schluckwit vielleicht auch aufführen?' n Schwan hätten wir, der über der Haustür hängt, und daß er grün ist würde ja ganz gut passen, wo das Stück Lohengrün heißt. Mit dem Direktor werde ich mal drüber reden!" Wann kommt er?" fragte Herr Birke. „ Na, lesen Sie doch! Heut wollte er noch kommen, scheint aber nicht angelangt zu sein. Es kommt zwar um 10 Uhr noch ein Zug, aber der um 8 Uhr müßte bald da sein." ,, Wie hieß der Direktor, Matschke?" fragte Frau Auguste. „ Direktor Wilhelm Hauptmann, gnädige Frau, lese ich eben." „ Aha!" ,, Du, Auguste, geh' schließ' die Haustür ab, fomm'n tut ja doch niemand mehr und man kann nie wissen,' s schleicht sich mal' n Kerl ein und geht mir nachts übers Bier! Der Herr Birke ſteigt ja zum Fenster raus, wenn er dann nach Hauſe geht!" „ Du, Max, da drüben scheint das Gasthaus zu sein, da wo die Fenster erleuchtet sind," sagte Frau v. Werner zu ihrem Sie waren soeben mit dem Abendzuge in SchluckGatten. witz angelangt. Gräßlich, Erna, gräßlich und keine Droschke auf dem Bahnhofe, und ich habe doch geschrieben, daß ich ankomme. Ja, hier ist„ grüner Schwan"; komm Erna, den Koffer wird der alte Gepäckträger hoffentlich bald nachbringen. Bum! Verschlossen!" st keine Klingel da?" " Nein, scheint man hier nicht zu kennen. Werde mal klopfen!" ein." „ Geh' Mar, rufe doch mal zu dem offenen Fenster herRichtig, ja, werde mal' rangehen," sagte der Hauptmann, der sich natürlich in Zivil befand. Pst, pst, Wirtschaft!" rief er und Klopfte mit dem Stoď aus das Fenstersims. Der alte Matschke trat ans Fenſter.„ Na, was ist denn los?" ,, Machen Sie doch bitte' mal auf! Wir wollen hinein," rief Herr v. Werner. Ach, kommen Sie doch ruhig zum Fenster' rein!" brummte Herr Matschke. „ Erna, hast du's gehört, zum Fenster sollen wir' rein. kriechen, das scheinen ja nette Zustände hier zu sein!" Frau von Werner freute sich.„ Sage doch, daß du eine eine Dame mit hast!" „ Heda, Sie, Herr Schwanenwirt, das geht nicht, ich habe meine Frau mit... Diesmal sah man drei Gestalten neugierig ans Fenster treten. haupt?" So," rief der alte Matschke,„ wer sind Sie denn überNa, ich habe Ihnen doch geschrieben, daß ich heut' komme, Ich bin der neue Hauptmann!" " Hast du's gehört, Matschke, der Theaterdirektor ist es mit der Frau, der den Ziehklos hier aufführen wird!" rief Frau Auguste, und lief, um aufzumachen. „ Du, Erna; das scheint eine grobe Gesellschaft hier zu sein, die Alte sagte so was von Ziehklos, wie sie mich sah, wahrscheinlich, weil ich so forpulent bin!" Vielleicht hat sie„ Cyklop" gesagt, weil du' n Monofle trägst und die doch blos cin Auge hatten." " Na, da sein Sie ja!" öffnete Frau Matschke,„ gehen Sie nur da rechts rein!" Guten Abend", grüßte Herr von Werner,„, komm, Erna, setzen wir uns hier hin!" " Das scheint keine gewöhnliche Schmiere zu sein," flüsterte Virke Herrn Matschke zu,„ sehen Sie nur, die mach'n ' nen guten Eindruck!" warten sei. fozialen Geda Berufsständer Was die so ist tatsächl Ueberwachung darauf achtet, niedergehen u gang finden, Kontrolle haf füllt lediglich eine geistige S zeit und der werden doch fein, Sie nur jehen werden rats ist sonad Solche dem Zweck, Dingen schon Innehaltung aus. Die gebnis perio Menn ein G bauen und d hi von M führung der gefährliches man do hüllungen auch solche inhaber und Bhift ausgen erfüllen. Me Falle dark infpeftion tat gerichte entla denn die gute Berdächtigung Bustand des eines solchen I Nod im Kriegsschaupl bon Berichter Hörensagen beziehen sich Man glaubt im Golf von daß fie ein be tommen aud gel um Tichif her heftiges