Giessen. Gegründet 1883. Fabrik und Lager: 4, eign. Bahnanschl el. atten. kel.+4 ach. ält der Verein German Jakob Wörner fein sfeft Pfg. Tanzen frei. Der Vorstan e etwas ben?? ich Ihnen und Qualität Marke: uta" 8 Pig. , Giessen al- Geschäft asse 50. ORA tr. 81. bonnement prets: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., Saus gebracht 60 Bfg., durch die Post bezogen viertelfähr Hah Mr. 1.50. Beatisbetlagen: Oberheffifche Familienzeitung( täglich) und die Gießener Coifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Donnerstag, den 7. April 1904. Gießener 13. Jahrgang. Jnsertionspreis: Die einspaltige Betitzeile für ganz g hefsen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfg. sonft 15 Reklamen die Petitzelle 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen, Seltersweg Fernsprechanschluß Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Der Keim zu einem neuen Weltkonflikt. Während das Kriegsdrama in Korea und in der Mandschurei die öffentliche Aufmerksamkeit im höchsten Grade in Anspruch nimmt, hat sich in dem diesem Kriegshauplatz benachbarten Tibet ein Vorgang abgespielt, der für die Entwickelung der fünftigen Politik sehr wichtig sein fann. Es hat ein Gefecht zwischen der Expedition des englischen Obersten Younghusband und den Tibetanern stattgefuriden, das militärisch vielleicht vollständig bedeutungslos ist, aber politisch nicht unterschätzt werden darf. Diese Ansicht wird unserem Berliner CB.- Mitarbeiter von einem mit den ostasiatischen Verhältnissen besonders vertrauten Staatsmanne fundgegeben. Aus der Rücksprache mit diesem Diplomaten erfährt man zur Vorgeschichte des englisch- tibetanischen Zwischenfalles, daß die Expedition des englischen Obersten Youngshusband formal von der Diplomatie nicht als ein militärischer Einmars behandelt wird. Die Truppe gilt lediglich als die Schutzwache für eine Kommission, die sich nach Lhasa, der Hauptstadt von Tibet, begeben will, um über Handelsfragen Rüdsprache zu nehmen. Seit einiger Zeit haben die Engländer nämlich die Beobachtung gemacht, daß die mit Tibet geschlossenen Verträge von diesem mongolischen Kirdhenstrate nicht mehr beachtet werden". Sie haben darauf hin der Regierung mitteilen lassen, daß sich unter militäriser Bedeckung eine Kommission nach Lhasa begeben werde, um über die schwebende Frage zu verhandeln. Die Tibetaner aber, die vorzugsweise unter russischem Einfluß stehen, haben natürlich ein berechtigtes Mißtrauen gegen eine Mommission, die mit einem militärischen Aufgebot von etwa 3000 Mann und einem monatlichen Aufwand von etwa 450 0000 Mark langsam nach dem Herzen des Landes vormidt. Die Engländer, so fügte der Staaatsmann bei, schieben ageflisentlich die Vertragsinteressen in den Vordergrund, cum au berbergen, daß sie von Tibet aus den Handel im Sangitsetal, an dem bekanntlich auch Deutschland interessiert ist, boollständig unter ihren Einfluß bringen wollen. Ihr Unternehmen aber richtet sich allerdings nicht gegen Deutschland, sondern gegen Rußland, weil dieses der einzige Konfurrent Englands im tibetanischen Interessengebiete iſt. Daß Rußland einen Einfluß in diesem Kleriferstaat zu geinnen sucht, ergibt sich aus dem mehrfachen Empfang tibetomis der Gesandtschaften bei dem Zaren. Im Vorjahre derlautete auch, daß ein Vertrag zwischen Stußland und Ribet bestehe, was aber im Januar d. J. von dem Grafen Ramsidorff amtlich bestritten wurde. Mag dem nun sein, vie ihm wolle, Rußland hat jedenfalls, wie sich aus einem Blaubuch der englischen Regierung ergab, mit schärfstem Diplomatischem Geschüße gegen diesen militärischen Spaziergang der Engländer gearbeitet. Die Entschlossenheit der Englander auch in Bezug auf die Aufdeckung ihrer geheimen Blanes steigerte sich in dem gleichen Maße, wie die russischen Kräftee durch das Engagement in der Mandschurei für Ostafen festgelegt wurden. Sie steigerte sich so sehr, daß Lord ansdowne am 2. Februar, unmittelbar vor Ausbruch des und tadelloſer Siz. fiſch- japanischen Krieges, unverhüllt die Einziehung Tibets usammenhängen oder durch England als wahres Ziel der Expedition bezeichnete. e Hölzer abfallen. harmüßel von Guru, wie die Themsediplomatie amtlich Enfchönen und stilger är en läßt, jeßt auch noch nicht als im Kriegszustande mit ouis Völzing der neuze -Schutz. idk Leder ohne jegliche Regierung von Lhasa, was aber nicht hindert, daß der ilitärische Vormarsch der Kommission" sich in Form einer kjetzung des Landes abspielt. Es läßt sich jetzt nach der Anoldn. Medaille Paris 10% des Staatsmannes noch nicht sagen, welchen Verlauf die en prüfet B.G.W.& C Schutzmarke ANUS pedition nehmen wird. Sollten sich aber die Engländer Tibet festsetzen, so fügte er bei, dann werden die dauernden onfliktsgefahren zwischen Rußland und Enaland um eine ae Nummer vermehrt. Die tibetanische Frage birgt in sich Heim zu einem neuen Weltkonflikt. Gegen den angeführten Vormarsch in Tibet scheinen sich Libetaner mit aller Kraft wehren zu wollen. Gegen die pedition Younghusband wird von ihnen ein heftiger Widerstand mail- Koch- u. Bratgeschirr hangma vorbereitet. Es sollen dort 500 Reiter antiert. Medallia. midt. Rudolphs Dach ssen. Musikwaren aller Art hl, solide Preise. gepanzerten Pferden und 7000 Fußtruppen sein. Die glander selbst haben durch Rekognoszierung am 2. April gestellt, daß 2000 Tibetaner die Gyangtsestraße Sram versperrt, jetzt aber auf die Nachricht von der ederlage bei Guru sich auf Kolatso zurückgezogen hätten. an glaubt, diese Tibetaner würden sich auf Gyangtse zuiehen. Gyangtse ist bekanntlich von den Engländern Endpunkt ihres Vordringens über Lhasa hinaus eichnet worden. Nach neueren Nachrichten aus Petersburg wirkt Englands rgehen in Tibet auf die öffentliche Meinung Rußlands höchsten Grade beunruhigend. Man ist der Ueberugung, daß sich um einen wichtigen agressiven hnisse gratis und franko. britt Englands gegen Rußland handle. Das aebe ang und- Leihanstalt Illge Ausgaben. Tlar aus der Tatsache hervor, daß England, im Besize Tibets, die ganze mongolische Welt beherrschen müsse. Wenn England Tibet und die Hauptstadt besetze, dringe es tatsächlich in die russischen Grenzen ein und werde sicherlich nicht verfehlen, Rußland auf dem an die Mongolei grenzenden weiten Gebiet mit einer nach Lhassa neigenden Bevölkerung unzählige Schwiigkeiten zu bereiten. Der Krieg in Oftalien. Bon irgend welchen belangreichen Gefechten zwischen Russen und Japanern verlautet noch immer nichts: Was in Zusammenstößen gemeldet wird, sind lediglich kleine Vorpostenscharmützel ohne Bedeutung. Eine solche Meldung enthält auch das üngste Telegramm des Generals Kuropatkin an den Zaren, in dem es heißt: Der Generalmajor Kaschtalinski meldet unter dem 4. April: Am Jalu ist alles ruhig. Gegenüber Turmitschen auf der Insel Natuseo hatten Freiwillige ein Geplänkel mit Vorposten der Japaner bei Wids ch u. Auf unserer Seite kein Verlust, Japaner hatten 6 Tote; die Zahl der Verwundeten ist unbekannt. Die Depots in der russischen Ansiedelung Yön- ampho sind geplündert und verbrannt worden. In Mön- ampho stand eine kleine Abteilung 300 Mann japanischer Infanterie gegenüber. Um so ausgiebiger sind die Meldungen über den Vormarsch der Japaner. Die japanische Front, 45 000 Mann stark, erstreckt sich über eine sehr lange Linie von Kasan bis in die Gegend von Yonfring und hat Andschu als Basis. Der Vormarsch erfolgt auf drei gut erhaltenen Wegen, von denen zwei nahe an Jalu zusammenlaufen. Die Landtransporte sind indessen äußerst schwierig. Die riesigen Nahrungsmittelund Munitionsvorräte können nur langsam von den Basen zwischen Söul und Pingyang vorwärts gebracht werden. Dazu sind Tausende von Kulis und Transportpferden in Bewegung. Die japanischen Pioniere haben den Pakochengund den Changchun- Fluß überbrückt. Die Artillerie kommi faum von der Stelle. Der Vormarsch geht entmutigend langsam vorwärts; trotzdem jedes Geschütz mit sechs Pferden bespannt ist, bleiben die Geschüße oft auf der Straße tecken. Die Straßen sind nach Ansicht der Amerikaner durchaus nicht besonders schwierig. Die japanischen Kavallerieund Artilleriepferde würden nach Ansicht europäischer militärischer Sachverständiger den aktiven Dienst kaum fünf Monate aushalten. Diese allem Anschein nach unparteiische Meldungſte stammt weder von japanischer noch von russischer noch auch pon englischer, sondern von deutscher Seite, wird bestätigt in einer Reutermeldung aus Söul, in der es heißt: Die erste japanische Armee, bestehend aus der kaiserlichen Garde, der zweiten und der zwölften Division, die in Andschu konzentriert ist, rückt jetzt auf drei Straßen nach Widschu vor. In Haidschu und Tschinamfu werden Lebensmittel gelandet und von dort in Dschunken nach Andschu befördert. Ebenso sind Pferde, deren jede Division 5200 hat, gelandet worden. Sie sind in schlechter Verfassung, und da jedes Pferd geführt werden muß, muß eine gleiche Anzahl Mannschaften von dem jezigen Effektivbestande in Abrechnung gebracht werden. Die Truppen leiden viel an erfrorenen Füßen. Die Russen überschäßen die Stärke der japanischen Streitkräfte im Norden von Korea und ziehen sich deshalb zurück, ohne die natürlichen Vorteile des Landes auszunuzen. Wenn das schon das Reuterbureau sagt, das gern zu Gunsten der Japaner seine Depeschen färbt, so wird es mit der Sache wohl seine Richtigkeit haben. Weniger verläßlich erscheint dagegen eine weitere Reutermeldung aus Schanghai, die den japanischen Kriegsplan der staunenden Welt enthüllt. Danach sollen dreijapanische Armeen, jede etwa 100 000 Mann start, gleichzeitig einen Vorstoß machen. Die erste Armee sei im Nordwesten Koreas gelandet und werde wahrscheinlich einen Umgehungsversuch machen, um die russischen Streitkräfte im Nordosten Koreas abzuschneiden. Die zweite Armee werde an einem Punkte der Mandschurei- Küste, westlich von der Jalumündung, landen, während die dritte versuchen werde, unweit von Niutſchwang zu landen. Selbstverständlich handelt es sich bei dieser Meldung um eine leere Kombination. Die Japaner werden sich schön hüten, irgendwem ihren Kriegsplan auf die Nase zu binden. Die Politik. Rardinal- Fürstbischof Dr. Kopp hat mit Rücksicht auf die kürzlich vom„ Gornoslonzak" gebrachte Erklärung auch den zweiten Klageantrag gegen das Blatt, insbesondere gegen den Redakteur Kowalczyk und Genossen, bei dem Beuthener Landgericht zurückgezogen. Der Kardinal empfiehlt den Geistlichen Oberschlesiens, auch ihrerseits die an diesen Klage antrag angeschlossenen Anträge zurückzunehmen. Die Beuthener Staatsanwaltschaft hat, wie verlautet, beschlossen, auf Grund der gegen die Zeugenaussagen im Beuthener Prozeß gerichteten Berichtigungen der oberschlesischen Geistlichen gegen eine Anzahl polnischer Zeugen in diesem Prozeß das Berfahren wegen Meineids einzuleiten. In Münchener Hoffreisen verlautet, daß ein Wechsel in der Statthalterschaft der Reichslande bevorstehe. Es heißt, der jezige Statthalter, Fürst Hohenlohe- Langenburg, habe nach dem Tode seiner Gemahlin Rücktrittsabsichten geäußert. Als seinen Nachfolger habe der Kaiser den Prinzen Leopold von Mayern, den zweiten Sohn des Prinzregenten, ausersehen, der Prinzregent habe auch bereits seinem Sohne die Genehmigung zur Uebernahme des Postens erteilt. Die Wahl des Kaisers sei durch militärische Rücksichten bestimmt: Da Brinz Leopold Generaloberst der Kavallerie ist, wären Konflikte zwischen der Statthalterschaft und dem Generalfominando des 16. Armeekorps, wie sie bisher bisweilen eintraten, ausgeschlossen. Ferner würde die Ernennung des Prinzen Leopold zum Statthalter einen Wechsel in der 4. Armeeinspektion, deren Generalinspekteur der Prinz ist, zur Folge haben. Diese könnte dann seinem Bruder, dem Prinzen Arnulf, kommandierendem General des 1. bayerischen Armeekorps, übertragen werden. Damit würde zugleich eine empfindliche Stockung in den Beförderungsverhältnissen der bayerischen Armee beseitigt werden. Endlich würde die Ernennung des Prinzen zum Statthalter einen sichtbaren Beweis für die vortrefflichen Beziehungen zwischen München und Berlin liefern. Was an der Meldung ist, läßt sich nicht feststellen; die zuständigen Stellen verhalten sich solchen, die Beziehungen der Dynastien berührenden Angelegenheiten gegenüber grundsätzlich höchſt reſerviert. Mit der Stilllegung der Ruhrkohlenwerke scheint sich die Regierung jetzt ernstlich beschäftigen zu wollen. Der Regierungspräsident von Arnsberg forderte die in Frage kommenden Landratsämter zur Berichterstattung über die durch Stilllegung von kleineren Ruhrzechen entstehenden Schäden auf. Er wünscht zu wissen, inwieweit die verminderte Arbeitsgelegenheit zur Erhöhung der Unzufriedenheit unter den Arbeitern beiträgt. Afrika. Unter der Hand erfährt man jetzt etwas über den Inhalt der französisch- englisch- ſpanischen Vereinbarungen über Marokko. Danach darf die Marokkofrage als tatsächlich ge= löst gelten. Frankreich erhält durch ein von England und Spanien gezeichnetes Uebereinkommen überwiegenden Einfluß auf Marokko, jedoch ohne ausdrückliches Pro= tektorat. Auf den Namen kommt's nicht an; in der Sache liegt der Kern. * Der frühere Präsident des Oranje freistaats, Steijn, hat in voriger Woche von Cannes aus dem Präsi= denten Krüger in Mentone einen Besuch gemacht. Der Gesundheitszustand des vor kurzem bedenklich erkrankten Steijn hat sich danach außerordentlich gebessert. Wahrscheinlich wird Steijn im September nach Südafrika zurückkehren. Er wird sich dort in der Stille seines Landbesizes mit dem Betriebe der Wirtschaft befassen. Er will holländische und Schweizer Kinder zur Zucht mitnehmen. In Holland werden bereits schöne Eremplare für ihn ausgesucht. * Hof und Gefellschaft. * Wie aus Palermo telegraphiert wird, unternahm der Kaiser gestern eine Wagenfahrt nach Monreale, wo der Monarch den Dom eingehend besichtigte. Alsdann wurde ein längerer Spaziergang durch den Park, den Tiergarten und die Anlagen des Grafen Tasca unternommen. Daran schloß sich ein Besuch der berühmten Capella Palatina im normannischen Palazzo reale. Das Publikum begrüßte den Kaiser allenthalben auf das herzlichste. Von Neapel aus sandte der Kaiser ein Telegramm an den Papst, worin er jein Bedauern aussprach, nicht nach Rom kommen und den Bapft begrüßen zu können. Die Mittelmeerreise sei nur aus Besundheitsrücksichten von ihm angetreten, und daher müsse er om fernbleiben. Zum Empfange des Kaisers in Korfu werden dort eifrig Vorbereitungen getroffen. Griechische Kriegsschiffe werden dem Kaiser 30 Meilen entgegenfahren und während es Aufenthaltes des Kaisers in Korfu verankert bleiben. Der König von Griechenland wird sich mit Familie dieser Lage von Athen nach Korfu begeben. *** Nach einer Meldung aus Mailand haben die Prinzen Eitel Friedrich und August Wilhelm von Breußen gestern mittag die Rückreise nach Deutschland angetreten. ** Prinz Friedrich Heinrich von Preußen ist zum Ehrenritter des Johanniterordens ernannt worden. Aus Paris wird gemeldet, die Königin sa belle von Spanien sei an einer Grippe ernstlich erkrankt. * ** Aus den Parlamenten. * Die parlamentarische Fraktion der Polen des Reichstages wie des preußischen Abgeordnetenhauses will bald nach Ostern eine Aktion gegen den neuen Erlaß des Justizministers in Sachen der Schreibweise der polnischen Namen veranstalten. Das Herrenhaus tritt am 15. d. Mts. zusammen, um sofort die neue Ansiedelungsvorlage im Plenum auf Grund der Beschlüsse zu beraten, die die Kommission ad hoc unter dem Vorsitz des ersten Vizepräsidenten Freiherrn b. Manteuffel vor den Osterferien gefaßt hatte. Deer und flotte. Ueber die Gesundheitsverhältnisse in der deutschen Marine ist ein von der Medizinalabteilung des Reichsmarineamts bearbeiteter Sanitätsbericht erschienen. Seit 1879 sind die Krankheitsberhältnisse in der Marine ständig besser geworden. Durchschnittlich wurde jeder Kranke der Marine im Jahre 1899/1900 17,8 Tage und im Jahre 1900/01 18,6 Tage behandelt. Im Jahre 1900 betrug die Dauer nur 9,4 Tage. In der deutschen Marine war jeder Mann der Kopfstärke durch Krankheit durchschnittlich 14 Tage lang dem Dienste entzogen. Nab und Fern. Zur Eröffnung der neuen Rheinbrücke bei Mainz, die am 1. Mai erfolgen soll, wird jetzt zuverlässig berichtet, daß sowohl der Kaiser als auch der Großherzog von Hessen den Feierlichkeiten beiwohnen werden. Da die neue Brücke auch militärischen Zwecken dient, soll später auch noch eine militärische Uebung auf derselben abgehalten werden. Prinzessin Lonise von Coburg. Aus Wien ging bei der Dresdner Polizei die Nachricht ein, daß der frühere österreichische Oberleutnant Mattachich, vermutlich in Begleitung eines Redakteurs aus Wien, in Dresden oder dessen Umgebung weile. Er beabsichtige die bekanntlich in der Piersonschen Heilanstalt in Coswig intergebrachte Prinzessin Louise von Coburg bei passender Gelegenheit im Automobil zu entführen. Die volitische Abteilung der Dresdner Kriminalpolizei fahndete letzter Tage auf den Genannten, konnte jedoch seinen Aufenthalt nicht entdecken. Wie verlautet, wurde der Befreiungsplan von einem in das Geheimnis gezogenen Gastwirt verraten. Dippold II. Ein angeblicher Schriftsteller Greiner, der sich auch„ Leutnant der Reserve" nennt, hatte vor einiger Zeit bei einer am Großneumarkt in Hamburg wohnenden Frau einen elfjährigen Knaben in Pension gegeben, während er selbst in der Nähe für sich ein Zimmer mietete, um dem Knaben ,, Unterricht" zu erteilen. Dort wurde bei dem Jungen die berüchtigte Dippoldsche Lehrmethode angewandt; der Aerniste mußte sich entkleiden, wurde von seinem Lehrmeister geschlagen und à la Dippold behandelt resp. gepeinigt. Die Einzelheiten dieser Behandlung sollen so haarsträubender Natur sein, daß sie nicht wiederzugeben sind. Der Gemißhandelte, der so eingeschüchtert worden war, daß er sich bei niemand zu beklagen wagte, hat jetzt alles eingestanden. Auf erfolgte Anzeige wurde der Herr ReserveIeutnant sofort festgenommen. Der Verhaftete hat früher in Berlin mit der Mutter des Knaben ein Verhältnis unterhalten; er ist verheiratet und wohnt in Eppendorf bei Hamburg. Die Affäre erregt am Orte begreiflicherweise großes Aufsehen. Die behördliche Untersuchung dürfte das Weitere ergeben. Mogelei beim Abiturienten- Examen. Aus Beuthen ( D.- Schl.) wird gemeldet, daß sich einer der dortigen Gymnasial- Abiturienten nach bestandenem Examen gerühmt habe, daß er eine schriftliche Arbeit unter Benutzung eines gegedruckten Buches gefertigt hätte. Bald darauf ging dem Gymnasialdirektor ein anonymes Schreiben zu, in welchem ihm jener Vorfall gemeldet wurde. Der betreffende Abiturient wurde ins Gebet genommen und gestand die Täuschung. Die Folge davon ist, daß ihm das Abiturientenzeugnis vorenthalten wurde. Nachträglich ist festgestellt worden, daß nicht weniger als 12 Abiturienten bei der schriftlichen Prüfung unerlaubte Hilfsmittel benutzt haben. Die Atten hierüber sind der Behörde eingereicht, deren Entscheidung noch aussteht. Opfer des Meeres. Der in Hamburg erscheinenden Statistik der Meeresopfer zufolge sind in den Stürmen des Februar 87 Schiffe vollständig verloren gegangen, darunter fünf deutsche; außerdem wurden 516 Schiffe beschädigt, darunter 49 deutsche. Falsche Ein-, Zwei- und Fünfmarkstücke sind in Münster in großer Anzahl im Umlauf betroffen. Auf die Ermittelung Der Wildhirt. Eine oberhessische Dorfgeschichte von J. Becker. ( Fortsetzung) ( Nachdruck verboten.) Eben war der Tanz zu Ende und die Burschen schickten sich wieder an, in der Schenkstube um den Burkhennersch herum Plaz zu nehmen. Auch der Lange kam aus der Tanzstube, wo er zugesehen hatte. Im Vorbeigehen warf er einen spöttischen Blick nach Hangcurt, indem er sagte: " Mit dem Elsche is nichts mehr der hat's!" " Das sein Deiner Sorge nit!" erwiderte Hang cu gereizt. In der Tür der Schenkstube noch blieb der Lange stehen, warf an ein drohenden Blick nach Hangcurt indem er den Kopf mehrmals auf und abwiegte, und sagte: „ Ich denke als! Sei nit so vorwißig, Kerlche!" „ Na, wirst doch nit denke, daß ich mich vor Dir fürcht' 2" Das Großmaul!" fügte Tiophel den Worten Hangcurts noch mit einer Miene der Geringschäßung hinzu. Auf den Wildhirten hatte ja nun der Lange einen besonderen Groll, weil er ihn im Verdacht hatte, daß er ihm seine Büchse gestohlen, von deren Versteck der Tiophel jedenfalls auf irgend eine Weise Kunde erlangt. Wahrscheinlich hatte der ungefeben ihn dabei beobachtet, wie er seine Büchse in der an Behmtaute versteckte. ,, Was willst Du?" ctef oer Lange dem Tiophel entgegen, mit Dir bab' tch and abzurechnen, Du Gänsejunge, Du Spigbub. Du- der Falschmünzer, von denen angenommen wird, daß sie in Minster selbst ihr Handwerk treiben, ist eine Belohnung von 500 Mark ausgesetzt worden. Ein Eldorado für Steuerzahler ist der Kreis Sorau in der Niederlausitz, denn er besitzt keinerlei Schulden. Wie auf dem dieser Tage stattgefundenen Kreistage mitgeteilt wurde, hat auch der Abschluß des letzten Geschäftsjahres einen Ueberschuß in Höhe von 33 000 Marf ergeben. Zwei Hundertjährige. In Kulm feierte am ersten Osterfeiertage die Witwe Ziemer, geb. Reich, ihren 101. Geburtstag; die alte Frau erwirbt sich noch jetzt durch Strumpfstricken mühselig ihren Unterhalt. Einen Tag später beging die im Kaiser Friedrich- Siechenhaus zu Wittenberg wohnende Witwe Dietrich die Vollendung des 100. Lebensjahres. Bei der Feier saß das geistig rüstige Geburtstagsfind, eine stattliche Frau mit vollem grauen Haar, auf einem blumenbekränzten Lehnstuhl. Der Kaiser gewährte der Greisin ein Gnadengeschenk von 300 Mark. Weinpantscherei. Die in Württemberg geführten Untersuchungen wegen Verfehlungen gegen das neue Reichsweingesetz nehmen immer größeren Umfang an. Im Stuttgarter Kontrollbezirk sollen bereits 47 Fälle zur Anzeige gebracht sein. + Glaubenswechsel. Eine Aufsehen erregende Meldung aus den höchsten Gesellschaftskreisen Dresdens wird mitgeteilt. Hiernach soll der Prinz Ulrich von Schönburg, der geschiedene Ehegatte der Prinzessin Alicia von Bourbon, Tochter des spanischen Kronprätendenten Don Carlos, wieder zur evangelischen Kirche überzutreten beabsichtigen, um eine völlige Aussöhnung mit den hochbetagten Eltern herbeizuführen. Prinz Ulrich trat seinerzeit gegen den Willen der Eltern und auf Wunsch seiner Gattin zur katholischen Religion über. Er mußte infolge seines Uebertrittes auch den sächsischen Heeresdienst verlassen und trat dann in die bayerische Armee ein. Eine Lawine überraschte, wie aus Innsbruck gemeldet wird, sechs Touristen beim Aufstieg zum Griesfogel im Oberinntal. Drei Mann konnten sich retten und zwei wurden später ausgegraben. Schwarze Diamanten" bei Port Arthur. In der Umgegend von Port Arthur sind große Kohlenlager entdeckt. Die Kohle soll ein der Cardiffkohle ähnliches Produkt sein. Ein großer Silberfund wurde in Nordjütland gemacht. Man fand eine Urne mit mehreren hundert alten Silbermünzen, massiven Armbändern und Brustnadeln. Angenehme Vergnügungsreise. Bei Copley( Kalifornien) hielten vorgestern drei Räuber einen Zug der Southern Pacafic- Bahn auf, töteten den Beamten des Expreßwagens, Sprengten die Stahlkammern des Wagens mit Dynamit und flüchteten dann mit ihrer wertvollen Beute. Bunte Chronik. Professor Robert Soch hat mit seiner Gemahlin von Bulawayo( Südafrika) aus die Rückreise nach Deutschland angetreten. Für den Bau eines Kinderheims in Mülheim( Ruhr) schenkte Frau Witwe Hugo Stinnes 100 000 Mark. Die Auswanderung über Bremen betrug im ersten Vierteljahr 25 991 Personen( im Vorjahre 44 228), davon im März 11 811( bezw. 18 252). -Auf der kaiserlichen Werft in Danzig wurde wegen Mangel an Arbeit 50 Arbeitern mit sechswöchiger Frist von Anfang April ab gekündigt. Die Entlassungen würden noch größeren Umfang angenommen haben, wenn im Schiffsbauressort nicht bereits die tägliche Arbeitszeit um zwei Stunden herabgesetzt worden wäre. Sämtliche Bauhandwerker in Bremerhaven, Lehe und Geestemünde sind gestern in den Ausstand getreten. Kunft und Wiffenfchaft. HW Das Schicksal der Polar- Expedition Toll. Nach einem Telegramm aus Petersburg hält der russische Leutnant Roltschak, der im Auftrage seiner Regierung nach dem Verbleib des Grafen Toll forschte, die Expedition für verloren. Zoll verließ Bennetland bei 45 Grad Kälte und ungenügender Bekleidung. Er hatte nur für zwei Wochen Proviant, und seitdem sind 18 Monate verflossen. GF Das Geburtshaus Ludwig Tiecks in Berlin, Roßstraße 1, wird demnächst abgebrochen werden. Damit fällt das letzte alte Berliner Haus, in dem ein hervorragender Dichter das Licht der Welt erblickt hat, nachdem im vorigen Jahre Karl Guzkows Geburtshaus, das alte Marstallgebäude in der Universitätsstraße, abgerissen worden ist. Ludwig Tied wurde in dem Hause, das noch die schlichte Bauart früherer Zeiten aufweist, am 31. Mai 1783 als der Sohn eines Seilermeisters geboren. " Selbst' n Spigbub!" ciel der Tiophel gelassen, aber in seinem Gesicht fam das Tigermäßige wieder zum Ausdruck. Wenn ich mal in die Eisen komm', bann leist' Du mir a'wiß Gesellschaft!" ,, Was hast Du gejagt? fragte der Bange halblaut, vährend er auf Tiophel zutrat. Ich wär'n Spizbub?" " Ja, das biste!" Der Lange schlug mit der Faust nach Tiophel, welcher zurückwich, so daß er kaum noch auf die Stirn getroffen wurde. Aber im nächsten Augenblick war er in die Schenkstube gesprungen, hatte ohne weiteres Feder: lesen vom Tische der zechenden Burschen eine gefüllte Flasche ergriffen und wandte sich nun zurück, um wieder hinauszueilen. Aber in der Türe traf er bereits auf seinen Widersacher, der nach ihm suchte, da er ihm zu geschwind entwischt war. Ein dumpfer Schlag, ein Klatschen und ein klirren war fast eins der Tiophel hatte den Langen die Flasche dergestalt auf den Kopf geschlagen, daß sie in Stücke sprang. Der Lange taumelte und stürzte zusammen wie ein hingeworfener Kartoffelsack. Der Tiophel hätte ja nun gern die Flucht ergriffen, da er wohl gewahrte, daß er keine Veranlassung mehr hatte, etwa zu sagen: hier ist gut sein, allein es war zum Reißausnehmen keine Zeit, da ihn bereits einer ber anderen Burschen am Stittel festhielt und dabei rief: Kommt' raus, ich hab'n; ich halt'n fest!" Im Nu waren sämtliche Burschen, die mit dem Langen um den Burthennersch gesessen hatten, im Hausgang und hingen an dem Tiophel, den sie in der Mitte hatten und niederdrückten, wobei sie ihn würgten und mit Fäusten schlugen. Ein Glück war es für ihn. Hus dem Gerichtsfaal. § Kognak- Fälschung. Der Kaufmann Friedrich Bolladals es gany alwar, wenn er fi aparteien befannte. epartei zum rid erftenm berg- Büding Köln hatte ein Getränk in Verkehr gebracht, dem er auf de Etiketten die Bezeichnung eau de vie de Cognac b legte. Die Staatsanwaltschaft erblickte hierin ein Vergehe gegen§ 10 Abs. 2 des Nahrungsmittelgesetes, weil Bezeichnung beigelegt habe, und erhob gegen ihn Anklage Die Straffammer des Kölner Landgerichts verurteilte Angeklagten wegen vorsätzlicher Nahrungsmittelfälschung 50 Mk. Geldstrafe. Das Urteil der Strafkammer führ u. a. aus: Das von dem Angeklagten in Verkehr gebrad Getränk besteht nach Aussage der Sachverständigen Wasser, Sprit, Ingredienzien und weniger als 10 Pr wissentlich nachgeahmtem Rognak eine zu Täuschung geeigneten Ruppel, der i ale brem damaligen Sieg daft hat er aber badurah in hohem M bm; eine Folge b erorfammlung in G fchen Lehrer beru Weindeſtillat. Da echter Kognak ausschließlich aus Wemt vorstehen, destillat und Wasser besteht, handelt es sich um ein demselpum Rücktritt. nachgeahmtes Getränk. Der Angeklagte sei deshalb pflichtet gewesen, den Zusatz, den er seinem Getränk gege erkennbar zu machen, wie durch die übliche Bezeichn Façon- oder Verschnitt- Kognak". Die Bezeichnung de vie de Cognac" sei für die große Masse des Publit unverständlich und kläre es in keiner Weise darüber auf, in dem Getränk Sprit enthalten sei. Das von P. angeruf Oberlandesgericht erachtete die Rechtsausführungen be ihm leicht werbe Der Vorstand b Bweigvereinen du He Wirtschaft im Klubb Vorderrichters in allen Teilen für zutreffend und vermat Die diesjährige die Revision. Lokales. 7. April 1904. April wieder ständig Et der Verein durch lirf erhalten, der fi felb ftattfinden. Die Oberför Galt nächsten Montag, eintbollyberfteigerung in weid Brühl, Buchwa *** Zum Nachfolger des zurückgetretenen ordentl. B Difattan der Forstwa fessors der Mineralogie und Leiters des mineralogis tritas 9 Uhr am Instituts und Museums an der Universität Kiel Dr. Johan Lehmann ist der Ordinarius für Mineralogie und Ge ( mit besonderem Lehrauftrag für førstliche Bodenfund Gießen, Dr. phil. Reinhard Brauns ausersehen. Bran Forfer Schaaf zu Be Am Dienstag, den 12 mike polzberfteigerung in Berms feld. För ( geb. 1861 zu Eiterfeld, Bezirk Rassel) eröffnete see hierzu nähere Auskunft R- B. Am 18. ( Sem) eine von der Wis un ar( Mecklenb Franterberg zu girier ogelsberg Tamusflub" zu Fr abends 99 Uhr Herr aus Darmstadt über: holidge Schönheit de und Ovenwald". afademische Laufbahn im Jahre 1887 als Privatdozent in Marburg. Am 1. April 1894 wurde er ordentlicher Bro fessor an der Technischen Hochschule in Karlsruhe. S 1. April 1895 lehrt er in Gießen als Nachfolger von Probabhängige R fessor A. Streng. Er wird im Herbst 1904 nach Ritung amid beschränkten übersiedeln. Der Privatdozent für alte Geschichte an de werd. Wechsel auf Universität Bonn, Professor Dr. phil. Mox Strack ist, wie bont angekauft. Die schon berichtet, als außerordentlicher Professor auf die neue außerordentliche Professur für alte Geschichte an die Universität Gießen berufen worden. Strack wirkt seit 1896 als akademischer Lehrer. Geboren am 9. September 1867 zu Hamburg, erhielt Strack seine Vorbildung an der Ge lehrtenschule des Joharneums seiner Vater stadt und studierte in Tübingen( 1885-87) und Bonn( 1887-92. Am 21. März 1892 erwarb er sich in Bonn auf Grund einer Dissertation:..De rerum prima belli Peloponnesiaci parte gestarum temporisbus" die philosophisch. Doktorwürde. Am 25. April 1897 habilitierte er sich in Bonn mit einer Schrift: Die Tynastie der Ptolemäer" für alte Geschichte. Ende 1903 erhielt er den Brofessor- Titel. Strack, der u. a. hervorragender Numismatiker ist, ist korrespondierendes Mitglied des Kaiserlichen deutschen Archäologischen Instituts * Vor etwa 3 Wochen wurde berichtet, daß ein Megger zu Gießen für das dortige Provinzial- Siechenhaus das Kilo geräucherten Speck zum Preise von 75 Pf. zu liefern sich erboten haben, während das Pfund Speck damals tat sächlich 80 Pf. foftete. Der betr. Mezger behauptet nur mehr, so melden schon aus w. Zeitungen, es sei ihm bei Abgabe seiner Offerte lediglich ein Irrtum unterlaufen. Die Entscheidung der Verwaltungsbehörde, ob sie gleichwohl die Lieferung zu 75 Pf. pro Kilo verlangt oder den Meß ger von der Lieferung gänzlich ausschließt, steht noch aus. Das Deut in frankfurt a. S File wird in Fr del Redhofgelände i und Dias HeiliggeiftWeglar, 6. == hein, einer 14 8 mit einem Flobert. das Geschoß drang den Bechzung ist eine schm Ermenrod. fatineenden Krieg - find de Borbereitur wurde einem leiftung budera, Karussells u. Azenhain. die Gemeindekasse wo wohne schaft an den famli due Ortseinwoh eppan am Schulh matum, in der fa gebracht wurden. 5 de Bier als Erqui Die ganze Ausgabe. * Die Lehrer Hessens haben einen treuen waderen Kollegen durch den Tod verloren. Am Ostermontag wurde Lehrer Heinrich Ruppel, zuletzt Redakteur des hessischenauer Aufführung „ Schulboten", unter großer Beteiligung seiner Kollegen und Freunde auf dem Friedhof in Dü delsheim zur ewigen Ruhe bestattet. Aeußerst zahlreich waren die Lehrer Hessens erschienen, um dem verdienstvollen Manne das letzte Geleite zu geben; auch die Vertreter der Kreisschulfommission, der Vereine und Stiftungen der Lehrer hatten sich eingefunden. Zahlreiche Kranzspenden wurden mit entsprechenden Ansprachen niedergelegt. Lehrer Ruppel verließ 1866 das Lehrerseminar zu Friedberg und trat in den Schuldienst ein. Er war ein treuer Anbänger der freiheitlichen Sache schon ebe die 8i nisingen Berei Landhim 2. Juli v. mnußige Berei auft halten fonftitu daß eine ganze Menge an thm hing, dadurch konnte ihm keiner viel antun, denn da jeder mit der Faust nach seinem Kopf schlug, aber die Prügelnden sich selbst dabei zu viel im Wege waren, so trafen sie fich oft gegenseitig auf die Köpfe. Der Hangcurt stand noch immer halb betäubt in der Ecke hinter der Tür. Er wußte gar nicht recht wie die Prügelei entstanden, so rasch war sie gekommen Doch hielt er es für seineflicht, dem Tiophel zu helfen da dieser gewissermaßen seine Verteidigung gegen der Langen übernommen hatte. Er schob daher den wirren Knäuel der Kämpfenden nach der Haustür zu, was ihm ja teine große Mühe verursachte, da die Masse beweg lich war und auf den Schiebenden selbst nicht achtete Vor der Haustüre aber befand sich ein Aufgang von etwa sechs steinernen Stufen, der ohne Schutzgelände nach der Hofseite war. Da der Hangcurt drängte, so halfen ihm diejenigen, die ihm zunächst waren, ebenfall bei dieser Arbeit und plötzlich flog der ganze Knäue der sich Balgenden über den Aufgang hinab und lag neben der Treppe auf dem Pflaster im Hof. Dies bewirkte, daß sogleich eine Lösung des gord schen Knotens herbeigeführt wurde, obwohl er Anfangs chier unauflöslich schien. Etliche waren mit den Köpfen hart aufs Pflaster gefallen, so daß sie Löcher in der Schädeln davon trugen, andere empfanden Schmerzen an Armen und Beinen- aber der Tiophel war fre Er war bei dem allgemeinen Sturz noch am Bester weggekommen, weil er sich in der Mitte des Knäul befunden. Als er sich wieder frei fühlte, machte e sich fix aus dem Staube und war in der nächsten Minute in der Dunkelheit verschwunden.( Forts. folgt.) den nächster ift es boch zulegen, warum in Alter von Um Fran H tsfaal. n Friedrich Nur Beit, als es ganz besonders für den Lehrer nicht von| beruflicher Arbeit mangelt, es für ihre Pflicht gehalten haben, racht, dem er Borteul war, wenn er sich offen als Anhänger der politischen Zeit und Kräfte in den Dienst einer solchen Aufgabe zu ie de Coggins parteien bekannte. Als im Jahre 1884 die Fort- stellen. Der Grund ist im Wesentlichen folgender: unsere e hierin ein ittelgejeges, u Läuschung a hrittspartei zum erstenmal im Wahlkampf des Wahlkreises Friedberg Büdingen auftrat, war es nicht zum Landorte nehmen ganz überwiegend an dem großen Aufschung des wirtschaftlichen Lebens in den Städten wenig wählenden Turnausschuß gehören außerdem zwei von der Kreisturnwartversammlung gewählte Mitglieder an." Demnach zählt dieser Ausschuß in Zukunft sieben Mitglieder. Es wird beschlossen, daß die Sagungen der Kreise nicht im Widerspruch mit dem Grundgesetz der deutschen 6 gegen ihn penigsten Ruppel, der in seinem engeren Kreis der Partei Teil: sie gehen relativ zurück, manche stehen still, viele Turnerschaft stehen dürfen. In Zukunft sollen die Abgerichts verurtu ihrem damaligen Siege verhalf. Für die Interessen der zeigen einen direkten Rückgang an Bevölkerung und Wohl- ordneten schon ein Jahr vor dem deutschen Turntage gewählt gsmittelfehrerfgaft hat er aber stets in erster Reihe gekämpft und Straffamme ich dadurch in hohem Maße das Vertrauen seiner Kollegen und mehr nach den Industriegegenden, an die Bahnlinien, wonach bei Verhindernng der Kreisvertreter und der KreisSachverständigehren versammlung in Gießen zum Leiter des Lehrerorgans lichen Landwirte der Landbesitz des kleineren Bauerstandes Frage kommenden Ausschüssen haben, wurde angein Verkehr eniger als 10 schließlich aus rwomben; eine Folge davon war, daß er 1899 auf der er Blessischen Lehrer berufen wurde. Nur vier Jahre fonnte Diem Amt vorstehen, im vorigen Herbst zwang ihn ein rde ihm leicht werden. stand. Von dem Gebirge zieht sich die Bevölkerung mehr aus den Dörfern nach den Städten. Die Zahl der bäuerwerden. Der Antrag des Mittelrheintreises, turnwart, deren Stellvertreter Sitz und Stimme in den in nommen. sich um ein didem zum Rücktritt. Er war ein ganzer Mann, möge Ackerbau getrieben wurde ist Wald getreten. Es ist schwer, dem Turnausschuß zu überweisen. Die Kreise wählen ihre ngte fei deshal nem Getränt ie übliche Beze Der Vorstand des Gesamtvereins V. H. C. gibt e Bezeichnum einen Zweigvereinen durch ein Rundschreiben bekannt, daß Masse des te Wirtschaft im Klubhaus auf dem Hoherodstopf Beise darüber npril wieder ständig betrieben wird. Einen Zuwachs lichen. Einen solchen entwickelungsfähigen Reim erblicken IV. Turnkreises, den Lauf über 100 Meter in die TurnfestDas von B. angat ider Verein durch den neuen Zweigverein in Salztsausführung ch I firf erhalten, der sich mit 30 Mitgliedern angemeldet Fremden zu längerem oder zu kürzerem Aufenthalt. Unsere ebenso ein Antrag des Kreisvertreters Bethmann, betr. treffend und at. - Die diesjährige Hauptversammlung wird in A13elt stattfinden. Die Oberförsterei zu Burg- Gemünden jält nächsten Montag, den 11. April, vormittags 9 Uhr 7. April sine Holzversteigerung in den Distriften Eisenfaute, Pfingsttretenen orde Deid, Brühl, Buchwald, Lichterwald und verschiedenen des mineral Diftritten der Forstwartei Bernsfeld ab. Zusammenkunft it Kiel Dr. pormittags 9 Uhr am Bergwerk im Distrikt Eisenkaute 2. ralogie und Förfer Schaaf zu Bernsfeld erteilt nähere Auskunft. liche Bodentu Am Dienstag, den 12. April, vormittags 9 Uhr ist eine 8 ausersehen. beitere Holzversteigerung in dem Saale bei Gastwirt Müller affel) eröffnet nernsfeld. Förster Schaaf zu Bernsfeld erteilt auch als Privatd ierzt nähere Auskunft. er ordentlig R.-B. Am 18. April wird in Frankenberg ( Sachsen) eine von der Reichsbankstelle in Chemnitz und in in Rari Brube 3 is made at der seine under Reighgbantſtelle in Radfolger mit bend abhängtest. Their antebenstehe i paeneinrich bst 1904 tung und beschränktem Giroverkehr eröffnet werden. Ferner alte Geschichte -Mor Stradi werden Wechsel auf Hainichen( Sachsen) von der Reichsrofeffor auf bant angetauft. Dieselben sind an die neue Nebenstelle Framfenberg zu girieren. efchichte an d t Vogelsberg, Taunus und Odenwald. Im track wirkt s Taurusthub" zu Frankfurt spricht heute am Donnerstag 69. Septembe abenit3 9 Uhr Herr Oberbergrat Professor Dr. Chelius aus Darmstadt über: Geologische Beschaffenheit und landte fladt und schaftliche Schönheit des Vogelsbergs, verglichen mit Taunus bildung an ** = H 1887-92. und Odenwald". n auf Grun Das Deutsche Turnfest im Jahre 1908 soll Peloponnesia in Frankfurt a. M. abgehalten werden. Auch über den hisch. Dot Festilah wird in Frankfurt schon gesprochen. Man nennt in Bonn das Riedhofgelände in Sachsenhausen, die Ginnheimer Höhe für alte und das Seiliggeist- Gelände im Ostend. el. Strad Bezlar, 6. April. Die Brüder Neeb in Naunrrespondi heimm, einer 14 der andere 16 Jahre alt hantierten ologisch mit einem Flobert. Auf einmal frachte ein Schuß und htet, da das Geschoß drang dem älteren Bruder in die Brust. Die al- Siechen Vertragung ist eine schwere. 75 f. Ermenrod. Zu dem am 11., 12. und 13. Juni Speck dan stattfindenden Kriegerfest, verbunden mit Fahnenweihe, 3ger behauptet sind die Vorbereitungen im Gang. Die Festwirtschaft ent, es fi ih wurde einem leistungsfähigen Wirt übertragen. Für SchauIrrtum unterlo buders, Karussells u. dergl. sind noch Plätze zu vergeben. de, ob sie gleidh Azenhain. Einen anerkennenswerten, zugleich für angt oder den die Gemeindekasse wohltätigen Gemeinsinn legte unsere Eineßt, ſteht of a wohnerschaft an den Tag. Durch den Polizeidiener wurden einen tres tan fämtliche Ortseinwohner aufgefordert, sich mit Hacken und Ofterdag de Schapen am Schulhause einzufinden. Von hier aus ging dakteur de es unter Aufführung des Herrn Bürgermeisters in die Gefeiner la marfiling, in der sämtliche Wege in geordneten Zustand heim gebrandt wurden. 5 bis 7 Maß Branntwein und zwei die Lehrer Faß Bier als Erquickung nach getanener Arbeit bildeten das letzte die ganze Ausgabe. Sulfommission sich eingef entsprechender ebier die Ziele des hessischen gemeinberließ 18 nütigen Vereins zur Vermittelung von Land- und Kuraufenthalten. den Schuldi itlichen G 2. Juli v. J. hat sich in Darmstadt der„ Hessische I, dadurch gemeinnützige Verein zur Vermittelung von Land- und Kurer mit da auferut talten fonſtituirt. Wenn auch der Name des Vereins ligelnden få bereiden nächsten Zweck der Vereinsgründung erkennen afen fie fis läßt ,, ſo iſt es doch vielleicht nicht überflüssig, in Kurzem halb betäub e gar midt war fie gelom barzulegen, warum Männer, denen es nicht an anstrengender Tiophel zu b digung gegen b daher den w ustür zu, was die Maffe be elbft nicht ad ein Aufgang ne Schuggi gcurt drängt ft waren, ebent der ganze And hinab und m Hof. Lösung des g bwohl er Ani en mit den f Tie Löcher in fanden Gam Ttophel war nod am B Mitte des An fühlte, mad in der n den.( Fort. f in Wald und Feld geht in zahlreichen Gebirgsdörfern Jahr für Jahr zurück. An vielen Stellen, wo früher reicher dieser Entwickelung entgegenzuwirken; in vielen Fällen wird es hoffnungslos sein. Aber um so wahr ist es nötig, unsere Landorte zu fördern und Entwickelungsfeime zu pflegen, die ihnen einen neuen Aufschwung ermögwir in der Belebung unserer Landorte durch den Zuzug von heimischen Gebirge( Odenwald und Voglsberg) sind noch viel zu wenig in weiteren Kreisen, bekannt und in ihrer Schönheit und Mannigfaltigkeit gewürdigt. Während im Schwarzwald, Vogesen, Harz, ja selbst Vogesen, Harz, ja selbst in der Rhön und Eifel die Zahl der Sommergäste eine außerordentlich große ist läßt die Besuchzahl von Touristen abgesehen im Odenwald und Vogelsberg noch viel zu wünschen übrig. Und doch sind diese Gebiete durch ausgezeichnete Touristenvereine ( Odenwaldklub und Vogelsberger Höhenklub) schon längst der Touristenwelt erschlossen und durch vortreffliche Wegma fierungen zugänglich gemacht. Hier will nun der gemeinüßige Verein mit seiner Tätigkeit einsehen, indem er unabhängige und uneigennüßige Vermittlungs- und Auskunftsstelle schafft, für alle diejenigen, die Lust haben, einmal in unseren heimischen Gebirgen, die ihnen so make sind, und die boch Die Weiſten for con fonntäglichen Wanderungen her fennen, einmal einige Wochen mit ihrer Familie zu verbringen. Und dies führt auf einen weiteren, nicht unwichtigen Punkt: so wenig es angängig wäre, bei der Wahl der Sommeraufenthalte das Schweifen in der Ferne allgemein zu verurteilen, so wenig aber sollte es doch Regel bleiben, entfernten und teurere Landaufenthalte vorzuziehen vor den heimischen Bergen. Es liegt darin ein Zug der Mode, der wirtschaft liche Nachteile für den Einzelhaushalt wie für den Volkshaushalt hat. Es darf hier offen gesagt werden: es stände besser um die Verhältnisse mancher städischen Familie, wenn sie den Sommernufenthalt, statt in dem Seebad oder der Schweiz einmal im Odenwald oder Vogelsberg nähmen und es stände besser um die Erwerbsverhältnisse manchen reizend gelegenen Gebirgsdörfchen, wenn das Geld, das der Städter für die Sommerreisen ausgibt, im Lande verzehrt, statt in die Fremde getragen würde. Dann würde das, was der Verein gleichfalls anstrebt: die Verbesserung der Unterkunftsverhältnisse sowie die Errichtung von Kurpensionen an schön gelegenen Stellen außerhalb der Törfer leichter und schneller zu verwirklichen sein, denn, wenn unsere Landbevölkerung erst erkannt hat, daß die Zahl der Sommergäste sich hebt und daß hierin eine reiche und auch großer Steigerung fähige Erwerbsgelegenheit liegt, dann wird sie ihrem eigenen Interesse immer mehr die Einrichtungen verschaffen, die der Gast erwarten darf, um in seiner Sommerfrische das zu finden, was er sucht: einen Körper und Geist erquickenden Aufenthalt in schöner Natur und in einfachen und ge= sunden Lebensbedingungen. Das im Druck befindliche Verzeichnis empfehlenswerter Sommerwohnungen, welches im Laufe des Monats April erscheinen wird, enthält eine reiche Auswahl von Land- und Kuraufenthalten im Vereinsgebiet und ist durch den Geschäftsführer des Vereins, dem Gr. Rechnungs- und Kasseführer Herrn Harth in Darmstadt unentgeltlich zu beziehen. XIII. Deutscher Turntag. Berlin, 5. April. Am Dienstag, vormittags 9 Uhr wurden die VerhandDann folgte die Beratung über Anträge zur Turnfestordnung, gegen den Antrag des Ausschusses, dieselben Kampfrichter nach den Bestimmungen für die Wahlen der Abgeordneten, das heißt also nach der vom Turntag festzusetzenden Zahl und nach der Erhebung vom 1. Januar des dem Turnfeste vorhergehenden Jahres. Ein Antrag des ordnung aufzunehmen, wird dem Turnausschuß überwiesen, die Einteilung der Wetiurner bei deutschen Turnfesten. Abgelehnt wurde der Antrag des Turnbezirks Niederbayern, den Turnern, die beim Sechskampf an den Geräten 30-35 Punkte erreicht haben, eine Ehrenurkunde zu überreichen. Auf Anträge des Männerturnvereins München und des Mittelrheinkreises wird bei den deutschen Turnfesten in Zukunft das Wettfechten, mit Verleihung von Ehrenurkunden an die Sieger, eingeführt werden. Die hierauf erfolgende Wahl des geschäftsführenden Ausschusses der deutschen Turnerschaft hatte folgendes Ergebnis: Vorsitzender Dr. med. Ferd. Goetz- Leipzig- Lindenau, Geschäftsführer Prof. H. Rühl- Stettin, drei weitere Mitglieder: Prof. F. Keßler- Stuttgart, Prof. Partsch- Breslau und Kanzleirat Agrott= Berlin. schen Zurzeitung, beren nach Anhören der Brüme ver Antragsteller, vem Ausschuß zur Weiteren Ausarbeitum: err - wiesen. Selbständige Frauenturnvereine der deutschen Turnerschaft anzugliedern, wurde vorläufig ebenfalls abgelehnt, aber dem Turnausschuß zur weiteren Erwägung übergeben. Am Schlusse teilte der Vorsitzende mit, daß sich Frankfurt a. M. zur Uebernahme des Deutschen Turnfestes im Jahre 1908 erboten hat, was von der Versammlung sehr beifällig aufgenommen wird. Gauvertreter Schmidt- Frankfurt dankte für den Beifall und versicherte, daß die Turner in Frankfurt gute Aufnahme finden werden. Schill- Osthofen bat, den nächsten Turntag in Worms abzuhalten. Mit dreifachem Gut Heil auf die deutsche Turnerschaft schloß Dr. Goeß den Turntag. Briefkasten. Nach Grünberg. Nein; habe ihm persönlich geschrieben. Gruß Klein. Nach Ober- Ofleiden. Den Brief und das andere erhalten. Besten Dank und Gruß. Marktberichte. ** Viehmarkt zu Gießen. Bei dem am 27. und 30. März stattgefundenen Markte waren aufgetrieben 1019 Stück Rindvieh, 322 Schweine. Der nächste Markt findet am 19. und 20. April statt; am letzten Tage auch Krämermarkt. Gießen, 7. April Auf dem heutigen Wochenmartt kosteten Butter per Pfd. 1.00-1.10 Mt., Hühnereter 2 Stüd 12-14 Pfg., Enteneter St. 8 Bfg., Räse per St. 6-8 Bfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Pfs., bjen per Liter 21 Pfg., Linjen per Liter 32 Pfg., Tauben per Baar 1. 0.80-1.00, Hühner per Stüd Mt. 1.30-1.40, Hahnen, per Stüd 0.80-1.70, Enten per Stüd 1.70-2.20, Gänse per Pfd. 65-70 Pfg., Ochsenfleisch per Pfd. 68-78 Bfg., Rindfleisch per Pfd. 62-68 Bfg. Schweinefleisch per Pfd. 60-72 fg. Schweinefletsch gesalzen per fund 0.76 Big., Kalbfleisch per Pfd. 62-74 Bfg., Hammelfleisch per Pfd. 50-74 Pfg., Kartoffeln pro 100 Kilo 6.00 Mr., Zwiebeln per 3t. Mr. 7.00-10.00, Aepfel per Centner 20-25 Mr. Milch per Liter 18 Vfa. Dauer der Marktzeit bo n 8 Uhr morgens bis 2 Uhr Nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Marktzeit übeerhanp nicht, und während der ersten drei Stunden der Marktzeit im Umherziehen feilgeboten werden. Für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein. Schöne Wohnung, 1 möbl. 3immer ( 4 Zimmer), mitten der Stadt ge- mitten in der Stadt, auf dem Lungen wieder aufgenommen. Dem Antrag des Turnausschusses auf Aenderung der Sagungen für die Stiftung deutscher Turnstätten wurde zugestimmt. Ferner wurde auflegen billig zu verm Antrag Dr. Goetz beschlossen: ,, Die Mitglieder der Unterausschüsse werden auf vier Jahre gewählt und nach Bedarf ergänzt. Heute entschlief sanft nach langem Leiden der Kaufmann Harry Bauer im Alter von 47 Jahren. Um stille Teilnahme bitten die trauernden Hinterbliebenen. Frankfurt a. M., Königswerterstrasse 17. p. Dem zu Näh. in der Erp. d. Bl. Schön möbl. Zimmer preiswert zu vermieten. Gießen, Sonnenstraße 29' MAGGI S Bouillon- Kapseln Aussere Rappel Innere Röhrchen 1 Tasse vorzüglicher Fleischbrühe 5 Pfg. 1 Tasse extra starker Kraftbrühe 78 Pfg. 2 Portionen in Kapseln zu 10 bez. 15 Pfg. empfiehlt angelegentlichst Emil Bender Gießen, Neustadt 53 Ein junger Mann für leichte Arbeit, gesucht. Gießener Stempelfabrit Krenter& Co. Möbl. Zimmer zu vermieten. Schulstraße 11. Mans. links. Seltersweg bevorzugt, per 1. Mat zu mieten gesucht. Offert. mit Preisangabe unter E. B. 1884 an die Exp. d. Bl. erbeten. 1 Schreinergeselle sucht Christian Eichenauer Schreiner. Keftrich( Oberbeff) b. Gr.- Felda. Hausbursche gesucht. Gießen, Ludwigsvak 3. Eine Wohnung, 1-2 Zimmer nebst Küche und Zubehör per sogleich zu vermieten. Rodheimerstraße 29. Brandplay 14 ist der 4. 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Aufgebots aller Waffen, einschließlich Halbinvalider und nur Garnisondienstfähigen, 3) die zur Disposition der Truppenteile oder Ersatzbehörden entlassenen Mannschaften aller Waffen, 4) die Ersaßreservisten, geübte und nicht geübte, und zwar: Jahrgänge aller Waffen 1891 1892 außer Erfahreserviften 1893 Die oben unter Nr. 1 aufgeführten aller Jahrgänge( Offiziere pp.) 1894 1895 außer Erfahreservisten 1896 1897 außer Erfahreservisten 1898 außer Erfagreservisten Tag Stunde 18. April 8 Uhr vorm. " 2 Uhr nachm. 19. April 8 Uhr vorm. 1899 2 Uhr nachm. 1900 1901 1902 20. April 8 Uhr vorm. anßer Erfahreservisten Nur Ersatzreservisten 2 Uhr nachm. 4 Uhr Nachm. 1891 bis 1896 Nur Ersatzreservisten 1897 bis 1903 Es wird folgendes erinnert: 1) Befreiungsgesuche sind bis spätestens 8 Tage vor dem Appell durch das Hauptmeldeamt einzureichen und müssen durch die Bürgermeisterei bezw. bei Beamten durch die vorgesetzte Behörde beglaubigt sein. Berücksichtigung fann nur in den dringendsten Fällen stattfinden. 2) Jeder Kontrollpflichtige ersieht die Jahresklasse, zu der er gehört, auf dem Deckel seines Militärpasses. 3) Die Militärpässe mit eingeklebter roter Kriegsbeorderun und Führungszeugnis sind mitzu bringen. 4) Bei sämtlichen Kontrollpflichtigen werden dieses Mal Fußmessungen vorgenommen, mit Ausnahme der Ersazreservisten. Richard Buchacker. Gg. Carl Volk. Schirme werden schnell und fachgemäß repariert und neu überzogen. Casseler Schirmfabrik Gießen. Seltersweg 9. Achtung! Nächste Grosse Geld- Lotterie der Krankenpflege- Anstalten v. Roten Kreuz, Strassburg i.E. Ziehung garantiert 11. u. 12. April ohne Abzug 6052 Baargewinne M. 70000 1 Hauptg. M. 20 000 1 Hauptg. M. 10000 1 Hauptgew M. 5000 3 à 1000= M. 3000 500= 6 à Dementsprechend sind saubere Strümpfe anzuziehen, Stöcke, Schirme, Pfeifen 30 à 100= und Zigarren sind vorher wegzulegen. 5) Sämtliche Mannschaften stehen während des ganzen Kontrolltages bis einschließlich Mitternacht unter dem Militärgefeß. Demgemäß werden auch Unpünktlichkeit und Versäumnis der Kontrollverfammlung bestraft. Gießen, den 5. April 1904. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen J. V.: Curschmann. Bekanntmachung. M. 3000 M. 3000 60 à 50= M. 3000 350 Gew. zus. M. 5000 5600 Gew.zus. M 18000 11 Lose 10 Mk. Los 1 M. Port.u.List. 25Pf. versendet das Gen.- Debit 2 J. Stürmer, Strassburg i. E. W. Semmler. Ph. Weiler. junge Schuhmacher August Kilbinger, Giessen Seltersweg 19. - Telefon 276. Größtes Kinderwagen- Geschäft am Plat Enorme Auswahl in allen Preislagen. Erstklassige Fabrikate von Kinderwagen, Sport wagen, Leiterwogen, und Krankenfahrstühlen. Ständiges Lager von 200 Stück Kinderwagen Auf Wunsch Katalog. Contentia. 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Auslandes wissenschaftlich demon striert und einstimmig als die größten Naturphänomen des 20. Jahr hunderts bezeichnet. Prinzeß Nouma Hawa, das lebende Tautröpfchen. 18 Jahre alt, 62 Zentimeter grok. Militär ohne Charge u. Kinder die Hälfte. Zu dieser hochinteressanten Schaustellung ladet ergebenst ein Die Direktion. Braver Junge, auf for. def. Wochenlohn 18 mt. Eintrittspreis: 1. Blaz Erwachſene 30 Bfg., 2. Play 20 Pig 1. Gießenee Schnellbesohl- Anstalt Die Plocktraße wird wegen Vornahme von welcher das Schmiedehandwerk er- Gießen, Schloßgasse 5; Wezlar, Kanalisationsarbeiten von Donnerstag, den 7. I. Mts. lernen will, fann sofort eintreten bei Langgasse 11. Joh. Hecker. an bis auf weiteres für den Fuhrwerks- und Fahrradverkehr gesperrt. Gießen, den 6. April 1904. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Die Marktstraße wird wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten von heute an bis auf weiteres für den Fuhrwerks- und Fahrradverkehr gespert. Gießen, 6. April 1904. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Nachdem die in einem Gehöfte zu Wahlen ausgebrochene Milzbrandseuche erloschen ist, haben wir die über dasselbe verhängte Sperre wieder aufgehoben. Alsfeld, den 2. April 1904. Großherzogliches Kreisamt Alsfeld. Dr. Melior. Deutscher Flotten- Verein Kreisgruppe Gießen. Behufs Sammlung von Beiträgen für die „ Hessen- Glode" werden wir demnächst Listen herum-] gehen lassen. Alle Freunde unserer Kriegsflotte werden gebeten, sich in dieselben einzutragen. Auch die kleinsten Beträge sind willkommen. Die Listen aus dem ganzen Hessenlande werden später hübsch eingebunden auf dem Linienschiffe Hessen" aufgehoben werden, um allen Söhnen des Heimatlandes, die auf dem Schiffe dienen oder es besuchen werden, Kunde von den Namen der Spender zu geben. Der Vorstand. Bekanntmachung. Alle noch rückständigen Rechnungen über die zur Unterhaltung der städtischen Gebäude im Rechnungsjahr 1903/04 ausgeführten Arbeiten und Lieferungen sind bei Meidung der Nichtberücksichtigung bis längstens den 1. Mai d. Ju. in doppelter Ausfertigung an uns einzureichen. Gießen, den 2. April 1904. Städtisches Hochbauamt. Gerbel. Für Bäcker! Brotprets Formulare hält stets am Lage die Expedition Karl Sauer, Schmiedemſtr. Stangenrod. Hilfe*. Blustock. Timermann zu sehen von vormittags 11 b. abends 10 Uhr Hamburg, Fichtestr. 33. Wollen Sie etwas Feines rauchen?? dann empfehle ich Ihnen meine in Geschmak und Qualität vorzügliche Marke: ,, Matuta" per Stück 8 Pfg. J. Friesleben, Giessen. Cigarren- Spezial- Geschäft Bahnhofstrasse 50. Beneidet sind Alle, die eine zarte, weiße Haut, rofiges, jugendfrisches Aussehen u. ein Gesicht ohne Sommersprossen u. 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Oppe, chachtungsvol Celefon 276, , Giess Japans Ehronfolger. Eine fonderbare Mischung orientalischer Gebräuche und ostländischen Herfommens mit westlicher Kultur macht sich in dem modern fortschreitenden Japan noch überall bemerkbar. So zum Beispiel hat der Mikado nicht einen Schatten von Aberglauben an sich, und dennoch wurde am Tage der Geburt seines Enkels und zukünftigen Thronfolgers, des Prinzen Micchi, von den Hofastrologen das Horoskop des föniglichen Baby gestellt, und das geschieht von jenem Geburtstag an Prinz Micchi ist ein fräftiger, gesunder Bursche von drei Jahren jeden Tag. Das Volk verlangt angeblich, daß es geschehe, denn seit 25 Jahrhunderten ist das Horoskop noch für jeden königlichen Prinzen gestellt worden, und jeder Japaner und jede Japanerin war von ängstlicher Neugier erfüllt, welches Geschick wohl dem neuen Baby beprinz ihre Zustimmung zu allerlei mystischen Riten und stimmt sein möge. Und so gaben der Mikado und der Kron Zaubersängen, obwohl keiner der Beiden an die HoroskopResultate glaubt. Am Tage, an dem Prinz Micchi sechs Monate alt wurde, „ überreichte man ihm" ein kostbar ausgearbeitetes kaiserliches Siegel für seinen eigenen Gebrauch". Auch hier waren die alten, hergekommenen Gebräuche Japans mächtiger als die dort jählings in die Höhe geschossenen Ideen des Westens. Im Lande des Chrysanthemum ist das Mannes Siegel sein kostbarstes Eigentum. Die Fälschung eines Siegels wird strenger selbst als Raub bestraft. So wurde denn auch des Baby- Prinzen Micchi Siegel sofort eine Sache von überragender Wichtigkeit. Monatelang arbeiteten zehn Künstler daran, bevor man sich über ein passendes Emblem einigen konnte. Jetzt wird dasselbe auf alles gedrückt, was das Prinzlein trägt oder sonst gebraucht. Der präſumtive Erbe des großen Ostreiches ist das erste Baby in dem königlichen Hause von Jimmu Tenno, dessen Haar man wachsen läßt, wie das irgend eines Wiener Baby, während sein Vater und sein Großvater als Babys Tag für Tag am Kopfe rasiert wurden. Es ist„ historisch" festgestellt, daß die Mutter des jetzigen Mikado an seinem siebenten Lebenstage ihr Talent als Barbierin dadurch dokumentierte, daß sie das kleine Köpfchen ihres Sohnes glatt rasterte. Obwohl Prinz Micchi zweiundzwanzig der denkbar hübschesten fleinen japanischen Pflegerinnen hat, darf doch keine von ihnen ihre Barbier- oder Frisierkünste an dem Prinzchen_versuchen. Bald nach des Prinzen Geburt wurden Maßnahmen getroffen, um das„ Mandelauge" seiner Rasse zu entfernen. Zu diesem Behuse vollführte man eine kleine chirurgische Operation, die die Wirkung hatte, daß Prinz Micchi jetzt nicht im entferntesten wie ein Japaner aus sehen soll. Schon jetzt ist die Hochzeit des zukünftigen Mikado Micchi unter ernſter Erwägung, und drei der adeligsten jungen Damen im Lande der Blumen natürlich alle drei bis jetzt noch im zartesten Babyalter sind vorläufig als Kandidatinnen für die eheliche Genossenschaft mit dem zukünftigen Herrscher erforen worden. Bis zu jener Zeit, wo Prinz Micchi wirklich in den Chestand treten wird, dürfte die westliche Zivilisation in Japan schon so weit fortgeschritten sein, daß man ihm erlauben dürfte, eine Liebesheirat einzugehen. Gegenwärtig jedoch ist das durch das Gesetz verboten. Die Hauptehefrau des Prinzen ist schon aus den Töchtern einer der fünf höchsten Familien des Landes ausgewählt worden. Außerdem jedoch wird er noch das Recht haben, untergeordnete Frauen, im Maximum jedoch nur elf solcher, aus anderen adeligen Familien zu wählen, und jede der selben wird als legitim anerkannt. Versäumt. Ich steh' vor dir und kann nicht scherzen, Wie ich es gestern noch getan Du blichst mit deinen dunklen Sternen Mich halb erschreckt halb fragend an. Ein Weh' faßt mich.. ich möchte weinen Verträumt verscherzt mein junges Glück! Was ich auch heute sagen wollte, Das Gestern" bringt kein Gott zurück. Heut' steh' ich vor dir als ein Fremder, Als hätt' ich niemals dich gekannt Das macht der schmale gold'ne Streifen, Der Streifen dort- an deiner Hand. EINST UND JETZT Verschiedenartige königliche Belohnungen. Als Ludwig XI., König von Frankreich, als Pringregant bet seinem Vater Karl VII. in Ungnade gefallen war und sich schien mußte, da fand er bei einem armen Bauern ein sicheres Bersted und nährte sich zumeist von Rüben. Als Ludwig zur Regierung gelangte, da brachte ihm der Bauer eine große Rübe, gletchfam als Erinnerung an vergangene trübe Tage, wofür der Röntg in reichlich beschenkte. Dieses hat einen geizigen Herrn am Hofe zu glauben bewogen, daß, wenn er dem König ein schönes Pferd schenkte, er noch eine reichlichere Belohnung erhielte; allein zu seinem großen Erstaunen ließ ihm der König für das ſchöne Pferd die Rübe des Bauers verabfolgen. Eine ähnliche Geschichte, wenn auch viel interessanter, wird von Kaiser Hadrian berichtet. Hadrian zog mit seinen Scharen zur Bekämpfung einer großen Stadt aus. Auf seinem Kriegszuge sah er einen Greis, der Feigenbäume pflanzte. Hadrian redete ihn also an:" Wozu pflanzt du Bäume, deren Früchte du schwerlich mehr genießen wirst?" Und der edle Greis antwortete:„ Das Bewußtsein, daß andre meiner Hände Arbeit genießen werden, genügt mir," worauf der Kaiser erfreut von dannen zog. Drei Jahre brachte Hadrian im Kriege zu. Bei seiner Rückkehr traf er denselben Greis am selben Ort, wo er Feigen von den vor drei Jahren gepflanzten Bäumen pflückte. Nachdem beide sich erkannt und begrüßt hatten, nahm der Greis einen Korb mit den gepflückten Früchten und überreichte ihn dem Kaiser, der ihn dankbar annahm, ihn wieder mit Geld füllen ließ und ihn als Belohnung dem Greis überreichte. Voll Freude eilte der Greis nach Hause und benachrichtigte seine Angehörigen von dem großen Glücke, das ihm zuteil geworden. Seine Nachbarin, eine neidische Xantippe, suchte ihren Mann zu überreden, dasselbe zu tun. Dieser eilte mit einem Korb voll Früchten dem Kaiser nach, den Hadrian auch bereitwillig annahm, aber eine gehörige Tracht Prügel verabfolgen ließ, die er wieder an seine„ liebe" Gemahlin als Belohnung entrichtete. Bunte Blätter. Das Brot der Pfahlbautenzeit war, nach den neuesten Funden zu schließen, eine Art Kleienbrot, denn beim Zerbrechen zeigten sich deutliche Reste von Kleie sowie zum Teil noch wohlerhaltene Weizenkörner, die also unvollständig zermalmt worden waren. Wahrscheinlich rührten die Pfahlbauer das zerstampfte Korn mit Wasser zu einem Teig an, der darauf zwischen heißen Tellern gebacken wurde, wie die niedrige Tellerform des Brotes andeutet. Außerdem ist es fest und hat nur kleine, dicht bei einanderstehende Poren. Künstler- Stolz. Als Franz Liszt von seinem ersten Triumphzuge durch Italien nach Wien zurückgekehrt war, bewog ihn Metternich, seiner Gemahlin, Fürstin Melanie, einen Besuch zu machen. Die Fürstin empfing den Künstler im Beisein einiger anderer Damen der hohen Aristokratie, die gerade bei ihr Besuch machten, und richtete an ihn etwas von oben herab die Frage: ,, Nun? haben Sie in Italien gute Geschäfte gemacht?"" Ich mache Musik, Madame, und keine Geschäfte!" entgegnete mit der ganzen Schärfe verlegten Ehrgefühls der stolze Künstler, verbeugte sich und verließ stehenden Fußes die verdußten Damen. Erst nach langer, langer Zeit gelang es der Ueberredungskunst des Fürsten, Liszt zu bewegen, den Fehltritt seiner Gemahlin zu verzeihen und wieder in derem Salon zu erscheinen. Natürlich ließ sich die Fürstin jetzt angelegen sein, durch die ausgesuchteste Liebenswürdigkeit, worin sie, wollte sie es, Meisterin war, den Landsmann jene Frage vergessen zu machen. Ein prophetischer Traum. In den ersten Jahren des vorigen Jahrhunderts lebte zu Magdeburg ein alter Offizier, der als Knabe Page und später Adjutant bei Friedrich dem Großen gewesen war. Eine der merkwürdigsten Erinnerungen dieses Offiziers war folgende:" Im August 1769 hatte er den König zur Revue nach Breslau begleitet. Da sagt Friedrich eines Morgens zu seinem Adjutanten:„ Kann Er Träume deuten?"" Nein, Ew. Majestät."" Nun, so merke er sich den Traum, den ich heute nacht gehabt habe. Ich sah einen hellen Stern auf die Erde herabkommen. Er umfloß sie mit hell strahlendem Licht, sodaß ich vor dem hellstrahlenden Licht nicht die Augen öffnen konnte." Der Adjutant merkte sich den Traum und das Datum. Es war die Nacht, in welcher Napoleon I. geboren wurde. Sr. 76. Bonnerstag, 7. April. 1984 Oberbessische Familienzeitung. Tägliche Unterhaltungs- Beilage bez Gießener Neueste Nachrichten. Band rab Boring ber Chefoucy Berlag@ bradersi, vern:. Bilh. Reller'ſõe Fusbrassset( gegr. 1788); vandres: Ila leta ( 5. Fortsetzung.) Gewissensqualen. Kriminal- Roman von Robert Buchanan. ,, Wollen Euer Gnaden mich einmal versuchen lassen?" fragte Andreas, und ich, der ich froh war, die Rute los zu werden, übergab sie ihm mit größtem Vergnügen. Kaum hatte er die Rute in die Hand genommen, als mit dem verschmitzten Kerl eine förmliche Umwandlung vorging und ich in ihm sofort einen Meister der Angelkunst erkannte. Weder das Gewicht der schweren Rute, noch die Gewalt des heftigen Windes störten ihn im geringsten, und sein angeborenes Talent und sein Geschick machten ihn vollkommen zum Herrn der Lage. Mit leicht gebeugtem Körper und nach vorn geneigtem Kopf stand er ein paar Ellen vom Ufer entfernt und handhabte die schwere Rute mit einer solchen Gewandt hei, als sei sie eine leichte Weidengerte. Mit einer kurzen Bewegung seiner Hand warf er die Leine aus, und mit einem fast ummerklichen Ruck verstand er es, die Fliege, die als Köder diente, auf das Wasser zu bringen. Zoll für Zoll fischte er den Teich ab, und kein Fleckchen, wo er Beute vermutete, blieb von der Fliege unberührt. Und lange schien es, als ob sein Geschick und seine Ausdauer nicht mit Erfolg gekrönt werden sollte. Ich folgte ihm Schritt für Schritt, bis er fast an das Ende des Teiches gekommen war. Da plötzlich spannte sich die Leine, sachte zog seine Hand an, und der Fisch saß fest. " Nehmen Sie die Rute, Euer Gnaden!" rief mir Andreas zu. Nehmen Sie die Rute und ziehen Sie ihn leise heraus!" Ich ergriff die Rute, und kaum hatte ich sie in der Hand, als es im Wasser plätscherte, und ein großer Fisch drei bis vier Ellen hoch sprang. ,, Sachte, sachte!" rief Andreas. „ Was für ein Fisch ist es denn?" fragte ich zitternd, als der angehakte Fisch wieder in ſein heimisches Element sprang. „ Ein Lachs?" „ Ein schöner Lachs! Nur eine kleine weiße Forelle. Aber, machen Sie raſch, denn sie ist sehr lebendig!" Nur eine kleine weiße Forelle! Und wie der Blitz schoß sie in den Teich, nach unten der Strömung zu; die Schnur haspelte sich ab und lief mit, stolpernd und strauchelnd folgte ich ihr. Und wieder sprang der Fisch hoch, und bevor ich wußte, wie es kam, war er wieder auf dem Grunde und suchte Zuflucht unter einem Stein. " Ziehen Sie ihn hoch! Ziehen Sie ihn hoch!" schrie Andreas. So rasch als ich konnte, zog ich, und Andreas' Anweisungen folgend, gelang es mir, den Fisch aus seinem Versteck hervorzuholen, aber frisch und munter, wie je vorher, strebte er dem Mere zu. „ Hurra!" rief Andreas.„ Er geht jetzt selber in sein Verderben. Greifen Sie ihn jetzt!" Wie es kam, davon hab' ich auch heute noch keine Ahnung, aber ganz gewiß trägt meine Geschicklichkeit nicht die Schuld genug, ein paar Minuten später hatte der Fisch all' seine Kampfeslust verloren, und ich zog ihn langsam an die Oberfläche; Andreas wartete bereits mit der Harpune in der Hand. Beim ersten Versuch verfehlte er ihn, und noch einmal entwischte uns der Fisch., Im nächsten Augenblicke hatte die Harpune jedoch ihr Werk vollbracht, und über Andreas' ( Nachdruck verboten.)) Schulter flog der Fisch auf den Rasen zu meinen Füßen; es war eine schöne, eben erst aus der See gekommene Silberforelle, die wohl drei Pfund schwer sein mochte. So flein sie auch in den Augen eines erfahrenen Fischers ſein mochte, mir erschien sie ungeheuer groß, und ich jubelte laut auf. Ich holte meine Flasche hervor, und wir feierten mein erstes Opfer mit einem fräftigen Schluck. Wenn es Euer Gnaden recht ist", schlug Andreas vor, „ versuchen wir es einmal beim Pol- Na- Redach- Gal." Pol- Na- Redach- Gal heißt der„ Teich der weißen Forelle". Derselbe lag oberhalb des Teiches, in dem wir eben gefischt hatten, und kaum waren wir an seinen Ufern angelangt, als ich merkte, daß er seinen Namen mit recht führte. Es war ein langgestreckter See mit dunkel gefärbtem Wasser; der Westwind, der gerade blies, strich über seine ganze Fläche und bildete kleine Wellen, und in den Wirbeln, die entstanden, waren überall Forellen zu entdecken. Unter Andreas' Leitung versuchte ist es nochmals, und jetzt hatte ich mehr Glück. Fünf Fische bekam ich allmählich an meinen Angelhafen, und drei davon konnte ich auch fangen; der größte war freilich nur zwei Pfund schwer, und so klein waren sie, daß Andreas es nicht der Mühe für wert hielt, seine Harpune zu gebrauchen. Seinen hohen, schmalkrämpigen Hut abnehmend, gebrauchte er ihn als eine Art Fangneß, was um so leichter ging, als sich im Deckel ein großes Loch befand, durch den das Wasser bequem abfließen konnte. ,, Schade, daß Euer Gnaden heute so schlechten Fang hat", äußerte er, indem er den letzten der kleinen Gesellschaft ergriff. Vielleicht versuchen wir es einmal mit einem Lachs." Während er noch sprach, rührte es sich im Wasser zu unferen Füßen. Ein schwarzer Rücken hob sich glänzend ab und schoß vorüber, große Kreise bildend. " Das war ein schöner Kunde!" rief Andreas, in Eifer geratend. Der hat ganz gewiß seine neun bis zehn Pfund." Sogleich fette er sich auf einen Stein und ersetzte die dünne Darmschnur der Angel durch eine andere, die er aus einem Täschchen, das er bei sich führte, nahm. Am Ende dieser neuen Fangleine befand sich als Köder eine ungewöhnlich große Fliege von ungeschlachten Formen und sehr prächtigen Farben, die weit eher einem Kolibri glich als einem Insekt, das auf den britischen Inseln haust. " Darauf wird doch ganz gewiß kein Fisch anbeißen", meinte ich. Ist denn der Köder nicht viel zu bunt?" Andreas schütelte den Kopf. Ich habe das kleine Ding selbst gemacht und schon viele Fische damit gefangen." Lachend fuhr er fort:" Euer Gnaden können es glauben, mit den Fischen ist es wie mit den Jungfern, sie sehen gern was Schönes, und eine rote Jacke mit goldenem Besatz zieht mächtig an." Er reichte mir die Rute. ,, Euer Gnaden müssen sehen, daß sie gerade den Fleck treffen an dem der Fisch aufsteigt, und wenn er kommt, Herr, dann geben sie ihm den Köder, ziehen ihn aber nicht eher hoch, bis er die Fliege ganz im Maul hat. Keine Angst, Herr; es ist leichter, einen großen Lachs als eine kleine Forelle zu fangen, denn die kleinen sind viel schlauer." Stern In Würfeln Bleichstrasse 18. w. bieten reiche Abwech Suppe. Viele Sorten wie m.flink ssig, billig. PARISH und Verbesserungen her agende Neuerungen 1800 d der Welf 2 Motor Entha Fir Obe ars fte mit freudigem Gebell auffprangen. Fräulein Trotg brend Kaifer Kronprinz belmeeres Grholun rone nach dem ne Germanentönigs Geb 39 | ap| unaguab on fe von Berlin und Jahres Vierundi tubegehen. feinem mächtige äufern wieder get ftigen; ja, die me men Raifertrone gi Chmptom: le! Bermählung men, als follten d in itawischen Hohen die Gegenfäge yen Königshaufe rch einen Chebum ad einer dem Ho 6 diefe Propheze gustenburger S Eriffier? Senfalls it it befonderer Bormittag traf er ihn der greife lanenregiments Baldemar, Chri waren an Sr Militär- und em Kronprinzen Schritt er d Et mig und der Fronpring die üb ie Mufit Gratte, die br ad's urzen Cour im malienborg. mogen. Der K Gleich nach önig bon Diefelben Raun Bletzten Besuch. nmittelbar erro Cefandtschaft m wird der Kronp Diliu& in& au juíaðan Dos Masser und wieder fah ich an derselben Stelle das Wasser aufwirbeln und die Kreise darum größer werden. Vorsichtig die Rute hochhebend und den Vorteil, den mir der von hinten wehende Wind gab, ausnügend, ließ ich die Fliege gerade in den Mittelpunkt des Kreises fallen. Sie berührte das Wasser nur leicht und schoß mit der Srömung fort, als plötzlich das Wasser aufwirbelte, die Fliege verschwand, die Leine straff anzog, die Schnur abhaspelte, und ich an einem Fische hing. Diesmal war es ein wirklicher Lachs und kein Irrtum! Weiter Itef die Schnur, die Rute frümmte sich plötzlich lockerte sich die Leine, und in die Luft sprang ein glitzernder Zehnpfünder! Was nun folgte, war wie ein aufgeregter Traum! Was ich tat, wie ich die Rute handhabte, wie es zuging, daß der Fisch vom Hafen nicht loskam, ob ich ihn oder er mich am Strand auf und ab führte: das sind Fragen, die niemals werden beantwortet werden können. Ich weiß nur so viel, Saß ich nach einem wahren Herentanze, der über eine Stunde dauerte und währenddessen ich alle Arten von Todesangst durchzukosten hatte, triumphierend an der Leiche meines ersten Vachs stand, der aus tiefer Wunde, die ihm Andreas' Harpune zugefügt hatte, blutend zu meinen Füßen lag. ,, Habe ich es Euer Gnaden nicht gesagt?" rief Andreas frohlockend.„ Er hat gewiß seine elf Pfund oder noch mehr, und Euer Gnaden haben ihm gut aufgespielt! Sagen Sie mir nicht, daß Sie ken Angler sind, Herr; es war eine Freude Ihnen zuzusehen." Ich wußte recht gut, daß der Schlingel mir nur schmeichelte, aber ich war so erfüllt vom Stolz des erfolgreichen Sportsmannes, daß ich nur beistimmend lächeln konnte. Ich mag wohl wie ein Soldat ausgesehen haben, der wegen vor dem Feinde bewiesener Tapferkeit von seinem Generale vor der Front belobt worden ist. Zitternd und triefend vor Schweiß, an allen Kleidern naß und mit Schmutz und Schlamm bedeckt- denn mehr als einmal hatte ich dem Fiſch ins Wasser folgen müssen, und ich war auch ein paar Mal gestrauchelt und hingefallen, warf ich mich dann auf das nasse Heidekraut und erquickte mich durch einen kräftigen Zug aus der Flasche. Wohl noch nie ist ein edler Trunk mit so viel Behagen geschlürft worden! Wir suchten zwar nochmals den Teich ab, aber ein solch großer Triumph, wie er mir zu teil geworden war, bietet sich nicht leicht zum zweiten Male. Meine Kunst holte noch ein paar Forellen hervor; aber einen Lachs bekamen wir an diesem Tage nicht mehr zu Gesicht. ,, Es wird noch mehr Regen kommen", erklärte Andreas, ,, und der Wind schlägt nach Nordwesten um. Die großen Fische erwarten einen Sturm." Als wir vom Flusse fortgingen, hatte der Wind ganz nachgelassen und es war furchtbar schwül geworden. Im Wasser aber wurde es lebendig, die Lachse sprangen aus dem Wasser hoch in die Luft, das es zischte und wallte, und auch die Forellen versuchten sich in großen Sprüngen. ,, Heute beißt fein Fisch mehr an", meinte Andreas, ,, wir können nach Hause gehen." Fräulein Craig hatte versprochen, mir ihre Geschichte zu erzählen, und sie löste ihre Versprechen pünktlich ein. Der Abend des nächstfolgenden Tages fand mich im Empfangs salon des Schlosses Craig, wohin mich ein Briefchen gerufen hatte. Es war dies ein großes Zimmer, dessen Erkerfenster auf das Gebirge ging. Die Einrichtung war altmodisch und sogar abgenutzt. Im Salon stand ein Piano und eine Harfe mit den zugehörigen Noten, sowie ein elegantes kleines Bücherspind, das eine gewählte Bibliothek von Romanen und Werken der Dichtkunst enthielt. Es war um die Dämmerstunde; der Himmel, der den ganzen Tag über ein aschgraues Aussehen zeigte, hatte sich mit einem dunkeln Rot überzogen, das dem trüben Sumpflande eine lebhaftere Farbe gab und die alten baufälligen Lehmhütten recht malerisch erscheinen ließ. Ueberall herrschte Ruhe und Frieden. Ich ging vom Fenster weg und zog mir einen Lehnstuhl an den Kamin, denn es wurde kühl draußen. Auf dem weißen Fell, das als Teppich zu meinen Füßen lag, streckten sich zwei lebhafte irische Windspiele, die dem verstorbenen Herrn des Schlosses gehört hatten, und die seit seinem Tode fortwährend unruhig hin und her liefen, als ſuchten sie ihren Herrn. Sie hatten versucht, sich mir anzufreunden; aber ich genügte ihnen nicht, denn mitunter winselten sie kläglich und sahen mich bedeutungsvoll an, als wollten sie mich um etwas bitten. Wohl ein paar Minuten mochte ich so gewartet haben, war is summer getreten. Ich erhob mich, um ihr entgegenzugehen, sie nötigte mi jedoch, styzen zu bleiben. " Ich möchte Ihnen die versprochene Geschichte erzählen, und es wäre mir ganz angenehm, wenn Sie diesen Platz behielten; ich will mich hierher sezen." Sie rückte einen Stuhl an den Kqmin und setzte sich. Dann faltete ſie die Hände im Schoß und blickte mir ins Gesicht. ,, Sie müssen wissen, Herr Doktor", begann sie,„ daß ich so immer mit meinem Vater zusammen saß... Ach, glauben Sie nicht, daß es mir weh fut, von ihm zu sprechen, im Gegenteil, es tut mir sogar wohl. Immer, wenn ich mit Ihnen von ihm gesprochen habe, ist es mir leichter ums Herz geworden. Ich habe niemanden, mit dem ich mich aussprechen könnte, als Bridget, und wenn ich mit ihr plaudern will, so bittet sie mich, ruhig zu sein. Sie wundern sich wohl, wer eigentlich Bridget ist? Nun, sie ist meine Pflegemutter. An dem Tage, wo ich geboren wurde,- es sind jetzt zwanzig Jahre her, starb meine gute Mutter in ihren Armen. Bis zu meinem zehnten Jahre war ich hier bei Bridget und bei meinem Vater. Dann kam ich nach Dublin in eine Anstalt, mein Vater ging ins Ausland, und sieben Jahre lang blieb das Schloß verwaist. Nur Bridget hauste hier als ungestörte Herrin des ganzen Gutes." - ,, Kamen Sie denn nicht bisweilen auf Besuch nach Hause?" " In diesen sieben Jahren nicht. Mein Vater besuchte mic in der Anstalt, auch Bridget tat dies, ich kam aber nicht nach Mylrea." Ein paar Augenblicke hielt sie inne, um dann mit leicht geröteten Wangen fortzufahren:„ Während meines Aufenthaltes in Dublin wurde ich mit Michael Creenan, jenem jungen Manne bekannt, der jetzt unter der schweren Anklage der Ermordung meines Vaers im Gefängnisse sint." Ich sagte nichts. Nach einer abermaltgen Pause fuhr sie fort: Michael und sein Bruder Anton waren in Dublin auf der Schule, und wir lernten uns im Haufe einer befreumdeten Familie kennen. Nachdem wir ein paar mal zusammengetroffen waren, erwähnte Michael, daß auch er in der Grafschaft Mayo zu Hause sei, und daß sein Geburtsort nur fünfzehn Meilen von unserem Gute entfernt liege. Ueberrascht und erfreut, erklärte ich ihm, das wolle ich meinem Vater bei seinem nächsten Besuche erzählen; Michael bat mich jedoch, es lieber nicht zu tun, und ich willfahrte ihm auch. Später aber zerbrach ich mir den Kopf darüber, warum das geheim bleiben sollte. Ich konnte mir nicht denken, daß mein Vater etwas dagegen haben könnte, wenn ich mit jungen Leuten Freundschaft schlösse, besonders mit Nachbarn von uns, und bei nächster Gelegenheit bat ich daher Michael um Aufklärung. Erst sträubte er sich dagegen; aber als ich merkte, daß mir etwas verheimlicht werden sollte, drang ich so lange und so eifrig auf ihn ein, bis er schließlich nachgab und mir erzählte, daß unsere Familien infolge eines alten Zwistes schon seit langen Jahren auf gespanntem Fuße ständen und wir Nachkommen nach dem natürlichen Lauf der Dinge eigentlich Todfeinde sein müßten. „ Aber mein Vater wird doch an solchem Unsinn nicht feſthalten", meinte ich. „ Er tut es doch", antwortete Micheal.„ Dein Vater haẞt mich und meinen Bruder ebenso sehr, wie seine Vorfahren die Meinigen gehaßt haben." ,, Und haßt du meinen Vater, Michael?" fragte ich. Gott behüte!" entgegnete er, ich hasse niemanden, am allerwenigsten könnte ich aber gegen jemanden aus deiner Verwandtschaft ein feindliches Gefühl hegen.. Ihre Stimme versagte, und mit der Hand fuhr sie sich über die Augen, als wollte sie sich die Tränen wegwischen. " Ich verstehe", warf ich ein. Ich habe schon erzählen hören, daß in Irland die Blutrache noch in Blüte steht, und Ihre Erzählung bietet wohl ein Beispiel davon?" Ein alter, dummer Streit", fuhr sie fort, der vor einer halben Ewigkeit stattfand und in dem ein Craig getötet wurde, war die Ursache dieser Feindseligkeit. Nun, ich war noch jung. Es dauerte keinen Tag, und die Aufregung, in die mich die Erzählung versezt hatte, war bereits verschwunden und mein Herz voller Freude über die große und erhabene Aufgabe, zu der ich mich durch meine Freundschaft mit michael und Anton Creenan berufen glaubte. Ich war völlig überzeugt, daß ich der Friedensstifter werden würde. Ach, hätte ich nur geahnt, was folgen würde, hätte ich's nur geahnt!" ( Fortsetzung folgt.) D General Die gespan dem Beginn de Japan entgege unbefriedigt bl Situation rich die eigen ginnent dern, da die Ob sich di en. Nach de nehmen, da nmittelbar b Friden unermü bis Chalfun minördilchen K omm Jalu, vorg In der Jugend träumt man von tausenberkel Jerfahrten, Nöten und Abenteuern, die man im Leben, das vor einem liegt, zu bestehen haben wird; und wenn man im Alter auf die durchlaufene Bahn zurückblickt, siehe da, so hat man dies alles innerlich bestanden, im Herzen. ( Schluß.) Φ Der Bauberspruch. Novelle von Mar Hoffmann. ( Nachdruck verboten.) Herr Steinberg lächelte wohlwollend dazu, hielt es aber für angebracht, ſeinen Geschäftsfreund an das in Aussicht genommene Frühstück zu erinnern, und die beiden Herren entfernten sich mit freundlichem Dank. Als Lina am andern Tage mit ihrer Freundin zum Mittagstisch ging, sagte diese beim Heraustreten aus dem Hause zu ihr:„ Sieh mal bloß, Lina, da drüben steht der Grieche und guckt in einem fort hier herüber! Was mag er nur wollen?" ,, Es ist ja gar kein Grieche", verbesserte Lina.„ Es ist ein echter Deutscher." " Mag fein. Jedenfalls ein reizender Herr, findest du nicht auch?" ,, Vielleicht!" entgegnete Lina ausweichend. Sie fühlte, wie ihr schon wieder das Blut nach dem Kopfe schoß, und bemühte sich, dem Gespräch eine andere Wendung zu geben. Am Abend war das Wetter wunderschön, und sie beschloß deshalb, heute ihren weiten Weg zu Fuß zurückzulegen. Das große Menschengewühl auf der Straße war ihr gerade will kommen, sie fonnte sich dabei so recht ihren Gedanken hingeben. Und merkwürdig, diese Gedanken beschäftigen sich nur mit Herrn Neumann aus Smyrna. Ob er wohl schon wieder abgereist war? Und wenn dies nicht der Fall war, warum war er dann nicht wieder da und schaute herüber? Sie ließ ihre Blicke suchend nach der anderen Seite hinübergleiten und wäre dabei beinahe von einem vierschrötigen Fußgänger umgestoßen worden, der mit dem mahnenden Buruf: Immer hübsch die Augen offen halten, Fräuleinchen!" weitereilte. Ihre Handtasche war ihr bei dem Zuſammenprall zur Erde gefallen, und sie wollte fich eben danach bücken, als sie ihr von einem Herrn mit den höflichen Worten: ,, Bitte sehr, Fräulein!" überreicht wurde. Sie sah den Sprecher verwirrt an. Gab es denn noch Wunder auf der Welt? Das war ja Herr Neumann! Wo war er so plötzlich hergekommen? Aber er klärte das selbst ganz offenherzig auf. " Ich habe hier auf Sie gewartet", erzählte er, als sie beide nebeneinander weiterschritten. Ich mußte Sie unbedingt allein sprechen. Ich danke recht schön für Ihren freundlichen Gruß." " Sie- Sie haben das gelesen?" brachte sie beſtürzt leiſe hervor. Freilich! Und Sie können sich kaum vorstellen, wie sehr ich mich darüber gefreut habe. Mir altem, vertrocknetem Junggesellen da unten zwischen den Türken und Griechen hat das Herz gehüpft vor Freude über diesen lieben Gruß aus Der Heimat." Sie sah ihn freundlich von der Seite an. O, alt war er nun eigentlich nicht und vertrocknet schon ganz und gar nicht! " Ich nehme die ganze Sache wirklich für einen ernsthaften Wink des Schicksals", plauderte er unbefangen weiter." Und ich meine es ganz ehrlich, liebes Fräulein. Ich bleibe nur noch bier Tage hier; denn allzu lange darf ich nicht abwesend fein. Und wenn es Ihnen recht ist, stelle ich mich noch heute hren Eltern vor-" „ Ich habe nur noch eine Mutter", flüsterte sie. Also schön, Ihrer Frau Mutter. Wissen Sie, Fräulein, hon seit Jahren lechze ich förmlich danach, mir einen eigenen Bausstand zu gründen; aber wie soll ich das da unter dem fremden Volk anfangen? Und hter bietet sich nun für mich bte schönste Gelegenheit, die ich sogleich beim Schopfe fasse. lerdings", fügte er kleinlaut hinzu, vielleicht mißfalle ich zonen" .nein, gar nicht!" versicherte sie treuherzig. Ich danke Ihnen von Herzen. In diesen drei Tagen erden wir uns ja noch genauer kennen lernen. Und ich darf mich um Ihrer Frau Phutter vorstellen, nicht wahr?" 78 Morgen ext", Bat fle.ch muß sie doch ein wenig vorbereiten." Er dankte wieder mit großer Freude und verabschiedete sich an der Haustür mit der höflichen Versicherung, sie am anderen Abend wieder abzuholen. Die Mutter war ganz erstaunt und schüttelte besorgt ihr Haupt, als Lina ins Zimmer sprang und ihr erklärte, daß sie von morgen ab Braut sei. Jawohl, Mutti", rief sie ,,, er ist gekommen, er ist da, der Prinz aus dem Märchenland, und wird mich entführen." Und sie erzählte ihr alles... Herr Neumann war ein entschlossener Mann, der in allem die Offenheit liebte, und so machte er auch seinem Geschäftsfreund Herrn Steinberg sogleich Mitteilung von seinem Entschlusse. Und dieſer fand als kluger Geschäftsmann nichts daran auszusehen. Warum sollte dieser reiche und gewandte Kaufmann nicht ein munteres, frisches und gewecktes Mädchen aus dem Volfe zur Frau nehmen? Hatte er doch selbst einst dasselbe getan und war nicht schlecht dabei gefahren! Schon nach drei Tagen reiste Herr Neumann mit Frau Maiwald und Tochter nach Smyrna ab, und zwei Monate später kam an Frau Becker die schön lithographierte Anzeige, in der sich Herr und Frau Neumann, geborene Maiwald, als Vermählte bekannt gaben. An Linas Stelle in der Arbeitsstube war schon lange wieder ein junges Mädchen getreten, und die Arbeit ging wie sonst ihren gewöhnlichen Gang. Aber zum Romanlesen kam man in der heutigen Frühſtückspauſe nicht. Dazu gab doch diese Neuigkeit zu viel Gesprächsstoff ab. Alle zerbrachen sich die Köpfe darüber, wie so etwas nur möglich sein könne in unserem Lande. Ja, wenn es noch in Amerika gewesen wäre! „ Vielleicht hat sie ein Zaubermittel angewandt?" sagte die kleine Häßliche. ______„ Ach, das hilft auch nicht", versicherte ein großes, hageres Mädchen. Vor einem halben Jahre schon war ich bei einer Kartenlegerin, und die hat mir ein so schönes Sympathiemittel gegeben, daß ich in vier Monaten verheiratet sein sollte, und es hat doch nichts genußt." ,, Aber, wie kam es nur, daß er gerade auf ſie verfiel?" fragte die Häßliche ärgerlich.„ Uns andere hat er doch auch gesehen!" die sich bis dahin ſtill verhalten hatte, erklärte jekt:„ Ich weiß, Es kicherten ſchon wieder mehrere; aber Dortchen Finger, wie's zugegangen ist.“ ,, Was? Wie denn? Erzählen Sie doch!" riefen alle durcheinander. ,, Wir haben es ganz im Scherz gemacht, und doch ist Ernſt daraus geworden. Die Lina konnte doch immer so hübsch dichten. Also, da hat sie einen kleinen Vers gemacht, und den hat jede von uns beiden mit ihrem Namen drunter in eine Krawatte eingenäht. Und Herr Neumann hat gerade die von Lina Maiwald erhalten und iſt wirklich darauf hergekommen.“ ,, Wie hieß denn der Spruch?" fragten verschiedene eifrig. Dortchen Finger besann sich ein Weilchen und deklamierte: ,, Gott grüß' dich, schmucker Freiersmann, Der eine Hausfrau brauchen kann, Und fühlest du zu einsam dich, So komm' nur her und hole mich!" „ Also das hilft?" erkundigten sich alle begeistert. ,, Ach, nicht immer!" versicherte Dortchen betrübt.„ Auf meinen Spruch ist doch niemand gekommen." „ Aber es kann doch geschehen, wie wir gesehen haben!" riefen alle, und jede nahm sich vor, bei nächster Gelegenheit dieses Mittel zu versuchen. Frau Becker schien die Gedanken der jungen Mädchen zu erraten und hielt es deshalb für notwendig, eine kleine Ansprache zu halten. Ich möchte mir doch ausbitten, daß keine von Ihnen etwas unnüges in die Krawatten mitt eipnabi. Ich könnte dadurch die größten Unannehmlichkeiten haben Und wenn Lina Maiwald das nicht getan hätte, so hätte fi doch einen Mann bekommen. Auf solche Dinge tomont's fa gar nicht an, sondern auf den Menschen selber. Und auber dem: Dem einen glückt's, dem andern glückt's nicht.- Es ist übrigens halb zehn, meine Damen." Die fleißigen Hände begannen wieder ihre Arbeit, unk ,, Rattata, Rattata, Rattata!" gingen die Nähmaschinen.