die ihm auf gibt, unund auf... ht!" zum Bahne Straßenede eine Fensterald erscheint Schadenersatz. nem Porte, geben Sie rt, ich habe n Augenblick, Herr Schmidt. !" od noch eine irt das Zweidet. letzten Hausnschaftswörter en nach einer ckten Wörtern Frankenkassen, rfrage, Zollje, Gilaberei, hneidig, ziel gesellschaftlich, bedientenhaft, der Neuen Berliner ons terfeit abzukaufen. schwersten Lebensnot, jeder Bedrängnis etwas rend in eine verborgene Schatzkammer griffe. em Geliebten in der Brust, dann ist es, als nb Hegt man das Bewußtsein glückseliger Eininennt der Volksmund das geliebte wesen „ So bist du also doch Greisin beinahe erschrocken. Konnte ich denn wiedergekommen?" geblieben. " Fedja? Ach Gott! armte nun auch den Pflegevater. anders?!" murmelte. versette Daria und umAber wo finde ich Fedja?"" Ja, siehst du, Fedja ist nicht Mein Herz war ja hier mehr bei uns," stammelte die Frau und blickte unsicher zut ichloff herab. Darja hinüber fm Nr. 56. onnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., s Saus gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen viertelfährlich Mr. 1.50. ttsbellagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Montag, den 7. März 1904. Gießener 13. Jahrgang. Insertionspreis: Die einfpaltige Betitzelle für ganz Olm heffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10- Pfg. fouft 15 Pa Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen, Selters weg 88 Fernsprechanschluk Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblaff) Unabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Graf alderfee+. Immer mehr lichten sich die ohnehin spärlichen Reihen ber Männer, die in hervorragender Stellung an dem Werke der deutschen Einigung mitgearbeitet. Aus Hannover kommt die Trauerbotschaft von dem Tode Alfreds von Waldersee, Des vielleicht bekanntesten, wenn auch nicht volkstümlichsten unter den derzeitigen Führern des deutschen Heeres. Noch bei der Eröffnung des Herrenhauses sah man die stattliche Greisengestalt in der knappen Ulanka sich rüstig und heiter unter den preußischen Pairs bewegen. Und heute liegt er, das Opfer eines jäh aufgetretenen inneren Leidens, auf der Bahre. Graf Alfred Waldersee, der Sohn des früheren Kriegsministers, zog zuerst die Augen der leitenden Kreise DeutschLands und des greisen Königs Wilhelm auf sich, als der Krieg mit Frankreich ausbrach. Anfangs 1870 als Militärattachee zur deutschen Botschaft nach Paris kommandiert, hatte der damalige Generalstabsmajor eindringlich in seinen Berichten nach Berlin auf die Ueberlegenheit des französischen Chassepotgewehrs über unsere Zündnadel und auf die WirEung der Mitrailleusen hingewiesen. Man glaubte ihm, der damals schon der Vorkämpfer der heute allgemein anerkannten zerstreuten Gefechtsmethode, nicht. Aber die ersten Schlachten mit ihren schweren Verlusten belehrten die leitenden Kreise, daß der junge Major das Rechte getroffen hatte. Seit jener Zeit galt die Stimme Waldersees auch im Kreise der militärischen Ratgeber König Wilhelms. Nur kurze Zeit war Waldersee im Hauptquartier zu Versailles als Flügel. adjutant des Königs tätig, dann ging er als Generalstabschef des Großherzogs von Mecklenburg zu dessen Armee. Auch in dieser verantwortungsreichen und schwierigen Stellung bewährte sich der gewandte Mann. Ein kurzes diplomatische Intermezzo in der Laufbahn Waldersees folgte: Nach dem Friedensschluß wurde er zum diplomatischen Geschäftsträger Preußens in Paris ernannt. Sein Wunsch, in der Diplo matie weitere Verwendung zu finden, ging nicht in ErfülTung: Statt des Pariser Botschafterpostens erhielt er die Ernennung zum Obersten und Kommandeur des 13. Ulanenregiments in Hannover. Und nun ging es in schnellem Tempo vorwärts mit seinem militärischen Aufstieg, und nach Moltkes Tode war er der gegebene Nachfolger. Kaiser Friedrich ernannte ihn zum General der Kavallerie, Kaiser Wilhelm II. betraute ihn mit dem Kommando des neunten Korps, das er von 1891-1898 führte. Seine Ernennung zum Generalinspekteur der dritten Armeeinspektion und - 1900 zum Generalfeldmarschall, brachte ihn wieder in weiteren Kreisen in Erinnerung. Völlig in den Vordergrund trat Graf Waldersee dann durch seine Ernennung zum Oberbefehlshaber der internationalen Truppen in China. Zwar waren die eigentlichen friegerischen Operationen schon beendet, als Graf Waldersee Chinas Boden betrat, indessen wußte er sich durch seinen diplomatischen Takt und sein Verwaltungs- und Organisationstalent allgemeine Anerkennung zu ermerben. Seit der Rückkehr in die Heimat, die unter großen äußeren Ehrenbezeugungen vor sich ging, lebte der Graf mit seiner Gattin in Hannover, wo er große Sympathien genoß. Sein Name wird in den Büchern der deutschen Geschichte einen ehrenvollen Platz behalten. Der Militär- Debatte erfter Tag. ( Von unserem parlamentarischen Mitarbeiter.) Berlin, 5. März. Im Reichstag herrschte auf der Bundesratstribüne und in jenen Räumen, wo das souveräne Volk sich zu versammeln pflegt, das bunte Farbenelement der Militärpersonen vor. Auf der Tagesordnung steht der Reichsmilitäretat, bei dem nach einer langjährigen Uebung stets der Abgeordnete Bebel faleidoskopische Bilder über die Zustände im Heer vor dem Hause vorzuführen pflegt. Bei solchen vergrößerten Bildern muß bekanntlich der Hintergrund dunkel sein, und das war denn auch in der Rede des Abgeordneten Bebel der Fall. Er schilderte in bunter Reihenfolge Soldatenmißhandlungen, Qurus im Heer, die Zustände in kleinen und großen Garnijonen, kam auf die Militärliteratur zu sprechen und nahm ohne Wahl und Qual alles für bare Münze, ob nun der Literat ein Romancier oder ein Militärkritiker war. Er nahm die Sozialdemokratie gegen den Vorwurf, als ob sie Mißvergnügen in die Armee trage, in Schuß und empfahl zuletzt, wie dies ebenfalls seit Jahren üblich ist, unter Hinweis auf den Burenkrieg, die Miliz als die beste Militärorganisation. Man hatte im allgemeinen den Eindruck, als ob Bebel nicht mehr mit der früheren Schneidigkeit operiere; aber ein Teil des Effekts ging auch dadurch verloren, daß er außer stande war, neue Momente in die Debatte zu werfen. Alles, was er vorgetragen hat, war schon seit Monaten in der Oeffentlichkeit bekannt und in der Presse gründlich durchgesprochen worden. Beachtenswerterweise hatte auch kein einziges Organ sich zum Verteidiger etwaiger Mißstände gemacht und gerade darin, daß sämtliche Parteien auch im Hause derselben Meinung über das von Bebel Vorgetragene waren, lag auch der Grund für den geringen Effekt seiner Rede. Es fehlte die Sensation der früheren Jahre, die der Führer der Sozialdemokraten auch nicht durch die Schärfe seines Akzents zu ersetzen vermochte. Zudem hat er sich in mehreren Fällen gründlich vergalloppiert. So hat er unter anderem erzählt, daß der Generalleutnant v. Bissing in einer berwerflichen Weise seinen Burschen mißhandelt habe, was der Kriegsminister als irrig und vollständig erfunden nach: wies. Ebenso war seine drastische Schilderung über den Rastengeist im Heere, den er dadurch beweisen wollte, daß der Divisionstommandeur in Allenstein in Pension habe gehen müssen, weil er mit seinem Bruder, einem einfachen Volks. schullehrer, den gesellschaftlichen Verkehr aufrecht erhalten habe, völlig grundlos. Diese Nachricht ist schon deshalk unrichtig, weil in Allenstein überhaupt kein Divisionskom mando steht und weil der zuständige Divisionskommandeur in Königsberg nicht pensioniert, sondern zum Korpskomman deur ernannt worden ist. Der Kriegsminister v. Einem, der sich schon in früheren Debatten als eine gewandte Persönlichkeit bewiesen hat, und namentlich durch seine schlichte Vortragsweise besonderen Erfolg hat, fühlte sich verpflichtet, der zweieinhalbstündigen Rede Bebels eine einstündige Erwiderung folgen zu lassen. Der größte Teil seiner Ausführungen war der Polemik gegen die Sozialdemokratie gewidmet, der er es zum Vorwur machte, daß sie schon in den jungen Rekruten, die eben in das Heer eintreten, die Abneigung gegen den Heeresdienst einpflanze, ihnen die Königstreue und die Freude an der Waffe raube und jene sittliche Pflicht untergrabe, die das ideale Band des Heeres sei. Außerordentlich angenehm be. rührte es in seiner Erwiderung aber, daß er bei der Besprechung der Militärkritiker jede Empfindlichkeit und jede fränkende Aeußerung gegen die inaktiven Offiziere, die nun. mehr ihre Strategie bei der Presse zu verwerten suchen, unterließ. Rein sachlich betonte er, daß man in der Kritik leicht über das Ziel hinausschießen könne und wie bedenklich es sei, wenn durch eine solche Literatur der Pessimismus im Volke großgezogen werde. Es scheint nun auch tatsächlich bei ihm eine gewisse Neigung zu bestehen, das Kriegsglück aus einer Volksstimmung zu erklären. So schob er u. a. die Niederlage bei Jena dem kosmopolitischen Geiste jener Zeit zu, der die Vaterlandsliebe beseitigt habe. Es war dies der unglücklichste Teil seiner Ausführungen, und der freisinnige Abgeordnete Dr. Müller- Meiningen hatte deshalb ein leichtes Spiel, als er darauf hinwies, daß der Bureaukratismus, der Schematismus, der geistlose Gamaschendienst und die Unfähig. keit der Offiziere damals den Niedergang Preußens verschul det hätten. Die nationale Wiedergeburt sei das Produkt des neuerwachten und stets gewachsenen Bürgersinnes gewesen. Auf einem anderen Gebiet allerdings zog sich Dr. Müller vom bayerischen Generalmajor Endres eine kräftige Abfuhr zu, die von seiten des Hauses mit schallender Heiterkeit quittiert wurde.„ Herr Müller- Meiningen" so replizierte der bayerische Bundesbevollmächtigte hat mich gefragt, ob Bayern verpflichtet sei, bei Üniformänderungen durch Preußen mitzutun. Er als bedeutender Jurist sollte wissen, daß diese Frage durch die Versailler Verträge seit längerer Zeit gelöst ist. Bayern, ist dazu nicht verpflichtet, und wenn es mitgemacht hat, so deshalb, weil die Uniformänderungen äußerst praktisch waren. Die parallelen Knöpfe sind bei uns 3 B. lange eingeführt, weil es außerordentlich schwer war, den Grad der Schiefheit festzustellen. Wenn Herr Müller gefragt hat, warum Bayern nicht eine vernünftige Obstruktion gemacht hat, so erwidere ich ihm, wir hielten die Obstruktion für unvernünftig." Abg. Müller- Meiningen konnte diesen scharfen Streichen nicht standhalten, und ſein kräftiger Ausfall, bei dem er ein geflügeltes Wort von der„ in den Manöverkoffern spukenden Plutokratie" münzte, muß als ab. geschlagen gelten. Während Abgeordneter Müller- Meiningen recht ausgiebig über Nebendinge sprach, begnügte sich sein Namensvetter Müller- Fulda( Zentrum), der die Debatte einleitete, mit kurzen Worten, die aber dem Kundigen sich als der Schwer. punkt der gestrigen Verhandlung erweisen. Er charakterisieri die einjährige Verlängerung des Quinquennats als die erste Probe und den stichhaltigsten Berveis für die längere Friſt, bemessung der Friedenspräsenzstärfe und prognostizierte damit für spätere langfristige Militärvorlagen auf einen schweren Stand der Reichsregierung. Der Krieg in Oftafien. Die angekündigten großen Ereignisse lassen noch immer auf sich warten. Es herrscht Ruhe auf der ganzen Linie. Sogar die ruſſiſchen Vortruppen, die südlich von Andſchu standen, haben sich sämtlich gegen den Jalu zurückgezogen. An einen entscheidenden Zusammenstoß ist daher trotz aller Londoner Sensationsmeldungen immer noch nicht zu denken. Die Ruhepause in den Operationen, welche auf dem Kriegsschauplate eingetreten ist, wird in erster Linie dadurch veranlaßt, daß klimatische Verhältnisse die Japaner hindern, ihre Landtruppen einzusehen. Anfang März beginnt der Eisgürtel, welcher die Küste von Nordwest- Korea und der Halbinsel Liaotung umgibt, sich langsam zu lösen, und erst dadurch wird die Möglichkeit für die Japaner geboten, ihre Bewegungsfreiheit auf See_voll_auszunutzen. Man glaubt, daß zunächst Tschinampo in Nordwest- Korea zu einem Etappenhafen benutzt werden wird, da von dort aus den um Pönjang stehenden Truppen schneller und leichter Verstärkungen und aller Bedarf nachgeführt werden können, als von der Linie Tschemulpo- Soul. Der Zeitgewinn beträgt mindestens fünf Tage bei guter Witterung, jetzt, wo das Tauwetter eingetreten ist und die an und für sich schlechten Wege tief aufgeweicht sind, aber noch erheblich mehr, ganz abgesehen von der Schonung der Truppen. Die Abschneidung Port Arthurs figuriert bei den Russen schon als Tatsache in ihrem Kriegsplan. Sie wollen es eventuell sich selbst überlassen und auch ihre Stellung in Niutschwang aufgeben, um auf die Hauptbahnlinie zurückzufallen. Dazu wird gemeldet: Die russische Kriegsleitung rechnet offenbar darauf, den japanischen Vormarsch durch einen Kampf im Binnenlande aufzuhalten. Es verlautet, daß folgendes die einzigen bisher gefaßten Pläne seien: Kuropatkins Hauptquartier soll in Mukden sein, und Alexejew wird dauernd dort bleiben. Die fast unhaltbare Ebene westlich von Taschtien soll wegen der Bahnlinie Mukden- Port Arthur, wenn möglich, gehalten werden. Die Hai- Tscheng- Liao- YangLinie soll die äußerste Rückzugsgrenze bilden. In Anbetracht jedoch der exponierten Lage der Bahnlinie an diesem Punkt und der fast sicheren Ankunst der Japaner, ehe Verteidigungswerke aufgeworfen werden können, sind die russischen Behörden vollständig auf die Isolierung und Belagerung von Port Arthur gefaßt. Es iſt auch leicht möglich, daß die Entscheidung von den Japanern an der ostchinesischen Bahn gesucht wird. Niutschwang ist dann für ihren Zweck der geeignete Landungspunkt. Außerdem noch Pizzewo an der Ostküste der Halbinsel Liaotung. An letzterem Punkt sind sie 1894 gelandet, als sie gegen Port Arthur vorgingen. Das gemeinsame Ziel der beiden Heeresteile würde dann Haitscheng sein, während ein drittes Korps nach Süden ginge, um die Festung von jeder Verbindung abzuschneiden. Die Politik. Gegenüber den neulich erwähnten Kopenhagener Ge rüchten, eine Aussöhnung zwischen den Hohenzollern und dem Cumberländer stehe bevor, wird jezt aus Berliner Hoffreisen mitgeteilt: Richtig ist, daß die Beziehungen zwischen dem Herzog von Cumberland und dem Berliner Hofe neuerdings an Schärfe verloren haben. Deshalb braucht man aber nicht mit einer bevorstehenden Aussöhnung zu rechnen; und auch eine Begegnung zwischen dem Kaiser und dem Herzog bei der Hochzeit des Großherzogs von Mecklenburg, die übrigens, wie unser Berliner CB.- Mitarbeiter erfährt, nicht stattfinden wird, könnte keineswegs als ein Symptom einer solchen Aussöhnung angesehen werden. Denn Kaiser Wilhelm und der Herzog Ernst August sind bereits öfter einander begegnet, so zuletzt beim Begräbnis des Erzherzogs Albrecht. Auch die Besuche des Herzogs in der deutschen Botschaft in Wien sind nichts neues. Von einer aus Kopenhagen ange. deuteten verwandtschaftlichen Verbindung zwischen den beiden Häusern ist nicht die Rede. Aus dem deutsch- südwestafrikanischen Aufstandsgebiete liegt neuerdings folgende Meldung vor: Das evangelische Missionshaus in Barmen erhielt auf eine telegraphische Anfrage aus Okahandja folgende Antwort: Missionar Diehl und sämtliche Missionsfamilien sind gerettet. Vom Missionar Eich in Waterberg und von den Missionaren remer und Detering in Gaub, westlich von Grootfontein, ist noch nichts bekannt. Die Missionsstationen sind zum Teil geplündert und die Gemeinden zerstreut. Unsere Meldung, die vertrauliche Mission des bayerischen Freiherrn v. Hertling beim Vatikan sei eines vollständigen Erfolges sicher, wird jetzt auch von anderer Seite bestätigt. Wie weiter verlautet, hängt mit der Mission Hertlings auch die jüngste Verordnung der preußischen Regierung zusammen, die das Gesetz aufhebt, das die Teilnahme der Schüler der Mittelschulen an den maria= nischen Kongregationen verbietet. Die Beziehungen zwischen dem Vatikan und Deutschland haben, wie versichert wird, seit der Wahl Pius' X. zum Papst den Charakter aus. gesprochener Freundschaft. * Die außerordentliche Mitglieder- Versammlung des Deutschen Sparkassen- Verbandes", die in Berlin soeben über das Scherlsche Sparsystem verhandelt hat, faßte folgen. ben Beschluß: " Der Vorstand wird beauftragt, die Angelegenheit zunächst den Unterverbänden zur Beratung zu überweisen und dieselbe nach Ablauf einer für diese Beratungen als an. gemessen zu erachtenden Zeit erneuert auf die Tages. ordnung einer zu diesem Zwecke anzuberaumenden Haupt. bersammlung zu sezen." In der Debatte erklärten sich einige Redner für, andere gegen das Scherlsche Sparsystem oder einzelne Bestimmungen dieses Systems. Oefterreich- Ungarn. Immer lieblicher werden die Zustände in Ungarn: Jetzt ist man sogar wenigstens sagens die Ungarn einer Revolutionsverschwörung auf die Spur gekommen. In den zumeist von Rumänen bewohnten Gegenden des Komitats Großwardein soll der Sitz der weitverzweigten Verschwörung sein. In Issopallag, Braka, Kabulaspatak und Unter- und Oberlugos haben sich die von ausländischen Agitatoren aufgewiegelten Rumänen organisiert, um die unter ihnen lebenden ungarischen Herren einfach totzuschlagen. Eine Abordnung der Rumänen begab sich unter Führung des Bauern Demetrius Guro nach Großwardein, um der sozialdemokratischen Zentralleitung ihre Absicht mitzuteilen. Die Sozialdemokraten lehnten jedoch jede Gemeinschaft mit den Rädelsführern ab und erstatteten bei dem Obergespan unverzüglich Anzeige. Der Obergespan mobilisierte die gefamte Gendarmerie und verbot alle Versammlungen der Rumänen, auch solche unter freiem Himmel. Dem Minister des Innern ist ein ausführlicher Bericht über diese Vorgänge zugegangen. Es ist immerhin möglich, daß die von den Ungarn bis aufs Blut gepeinigten und ausgesogenen Bauern etwas derartiges im Schilde führten. Indessen wird die Verschwörung wohl auch von den Ungarn start aufgebauscht, schon um den Rumänen nachher einen desto gründlicheren Denkzettel zu erteilen. Belgien. In Brüssel tagt bekanntlich 3. 3t. der Internationale Verband für das Studium der Verhältnisse des Mittelstands". Den Vorsitz führt der frühere Präsident des Reichs. versicherungsamts in Berlin, Dr. Bödiker. U. a. wurde beschlossen, zunächst die Fragen des professionellen, kommerziellen, technischen( auch landwirtschaftlichen) Unterrichtes, der Werkzeugmaschinen, des Kredits, des Versicherungs- und des Genossenschaftswesens in Angriff zu nehmen und bei der im Jahre 1905 abzuhaltenden Ausstellung einen Kongreß zur Erörterung insbesondere der erstgenannten drei Fragen einzuberufen. Der Kongreß soll den Namen führen ,, on, greß des städtischen und ländlichen Mittel, standes". Ferner wurde die Gründung einer Bibliothet mit entsprechender Registratur beschlossen. Balkan- Staaten. + Einen Vertrauten Alexanders von Serbien, den serbischen Oberleutnant Lubomir Natschewitsch, hat man in Braila( Rumänien) verhaftet, wo er sich politisch verdächtig gemacht haben soll. Natschewitsch war ein treu ergebener Anhänger des ermordeten Königs Alexander und Dragas. Nach der Belgrader Mordtat entfloh er nach Semlin, um den Nachstellungen der Königsmörder zu entgehen. Von dort aus gelangte er über Siebenbürgen nach Rumänien. In seinen Taschen fand man die Porträts des ermordeten Königspaares, die ihm, wie er behauptet, von König Alerander selbst geschenkt worden seien. Aus den etwas unklaren Ausfagen des Verhafteten scheint hervorzugehen, daß er in Ru mänien leben de Serben anstiften wollte, den Königsmord an seinen Urhebern zu rächen. Türkei. Kaum hat Bulgarien auf die Rolle des Störenfrieds am Balkan verzichtet, da macht die Pforte sich mausig. Sultan Abdul Hamid hat den nach langen Bemühungen endlich zustande gebrachten Organisationsentwurf der Zivilagenten für die Gendarmerie abgelehnt, weil er gegen die türkische Souveränetät verstoße. Ebenso verweigert der Sultan die Unterzeichnung des Abkommens mit Bulgarien. Dieses unerwartete Aufbegehren der Pforte, die erst so willfährig tat, erregt natürlich schwere Besorgnisse für die Gestaltung der Dinge ltan in den nächsten Wochen, wo der Komitatschiaufstan wieder losgehen soll. Deutfcher Reichstag. zucker fordert. Ein Parallelantrag Stupp( 3entr.) berlangt Herabsetzung der Tarife für Zuckerrüben, Schnitzel, Melasse und Melassefutter. Beide Anträge wurden mit der Notlage der deutschen Zuckerindustrie begründet. Ihre Beralung vertagte das Haus auf Montag. Kurpfulcherprozels Schröter. Sh. Tilsit, 4. März. In schier erdrückender Fülle folgen sich Fall um Fall, in denen dem Angeklagten von den Sachverständigen berfehrte Behandlungsweise oder Marktschreierei vorgeworfen wird. Das letztere Moment tritt besonders kraß bei der Vernehmung der Zeugin Auguste Rubbel hervor, die bei dem Angeklagten Heilung für ihre wunde Zunge fute, aber nicht fand, trotzdem er ihr versicherte, im ganzen Osten könne er sie nicht heilen. Sachverständiger Dr. Caspary bezeichnet das Leiden der Zeugin als einen abnormen, allerdings kaum heilbaren, aber gänzlich harmlosen Fall, der als Wanderflecken auf der Zunge bezeichnet werden müsse. Die Art, wie der Angeklagte Flechten mit Diätverordnungen behandelte, führte zu einem Disput zwischen den Sachverständigen Dr. Schulz und Prof. Dr. Caspary. Der erstere, als Vertreter der wissenschaftlichen Naturheilkunde, erklärt, daß die Anwendung der Diät allerdings auf die Flechten bon gutem Einfluß set, während der lettere das direkt ableugnete. Uebrigens stellt sich der Angeklagte nicht auf den Boden der Naturheilmethode. Er verteidigt die Anwendung von Giften, wie z. B. des Farnwurzeleytrafts bei Band. wurm oder des Krotonöles, das die Baunscheidtkur in den Körper bringt, weil er im Gegensatz zu dem dilettanten. mäßigen Verweigern aller Arzneien seitens der Naturheil kundigen wohl wisse, daß gewisse Leiden nur mit drastisch wirkenden Mitteln zu bekämpfen seien. Zu einem sensatio nellen Zwischenfall führt seine Konfrontierung mit einer Zeugin, die er als seine Patientin verführt und mit einer Krankheit angesteckt haben soll. Während er zuerst den intimen Umgang zugibt, doch die Schuld der Verführung der Zeugin aufbürden will, springt er plötzlich auf und erklärt, er habe die Zeugin nur aufs Glatteis führen wollen, er habe sie tatsächlich niemals mißbraucht, und die Zeugin würde einen Meineid leisten, wenn sie ihre Aussage später beschwören würde.( Große Bewegung.) Zum Schluß wird die all. gemeine Heiterfeit erweckt, als konstatiert wird, daß auch die Schwester des als Sachverständigen anwesenden Kreisarztes Dr. Behrendt sich von dem Angeklagten hat behandeln lassen. Dr. Behrendt: Ich kann doch nichts dafür, wenn meine Ver. wandten zu einem Kurpfuscher gehen. ( 50. Sigung.) CB. Berlin, 5. März. Von dem großen Tag, den die gestrige Militärdebatte mit ihrem Rededuell zwischen dem Abgeordnetn Bebel und bem Kriegsminister v. Einem darstellte, war heute nichts mehr zu merken. Die Tribünen, einschließlich der Diplomaten-, Bundesrats- und Hofloge waren zwar auch heute bon einem erlesenen Publikum, darunter zahlreichen Offizieren mit ihren Damen, besetzt; aber das Haus folgte teilnahmlos dem Fortgang der Diskussion, die sich zu etwas größeren Gesichtspunkten erst im zweiten Teil der Situng wieder erhob, als der„ Vorwärts"-Redakteur Dr. Gradnauer das Thema: Armee und Sozialdemokratie wieder anklingen ließ. Der sozialdemokratische Redner beschäftigte fich fast ausschließlich mit der gestrigen Rede des Kriegsministers, brachte aber auch den jüngsten Prozeß wider den Prinzen Arenberg zur Sprache. Er sprach seine Verwunderung darüber aus, daß der notorisch unzurechnungsfähige Prinz hat Offizier werden können. Eine große Enttäuschung erlebte das Haus, als nach der langen Rede des Abg. Gradnauer, statt des Kriegsministers, wie es erwartet wurde, der sächsische Bundesratsbevollmäch tigte Fischer zu kurzer Rede das Wort nahm und eine Behauptung des sozialdemokratischen Redners widerlegte. Als man sich vergewissert hatte, daß der Kriegsminister heute nicht sprechen würde, leerte sich schnell das Haus. Selbst die Reihen der sozialdemokratischen Abgeordneten lichteten sich, so daß nur zwei Abgeordnete auf ihren Pläßen blieben, Bebel und der Zehngebote"-Hoffmann. Es verlautet jedoch, daß für Montag ein neues Rededuell Bebel- von Einem bevorstehe. Preussischer Landtag. Haus der Abgeordneten. Sh. Tilsit, 5. März. wie hier der Angeklagte, Aerzte auf den Erfolg ihrer Behand. lung kontrolliert werden würden, so würde er seine Tätig feit lieber aufgeben. Auf Befragen des Verteidigers erklärt der Sachverständige: Die meisten Entdeckungen auf gesund. heitlichem Gebiete sind von Laien gemacht, und Laien haben manchmal Erfolg gehabt, wo die ärztliche Kunst versagte, Der Gerichtshof schloß sich dem an. Wenn der Angeklagte nach der biochemischen Methode behandle, dann sei ihm daraus kein Vorwurf zu machen. Es habe sich nicht feststellen lassen, ob ihm ein Verschulden zur Last falle. Die Heilkunst könne nach der Gewerbeordnung von jedem frei geübt werden, und wer sich anstatt zu einem Arzt zu einem Heilkundigen in Be handlung begibt und hineinfalle, der habe es sich selbst zu zuschreiben. Endlich beginnt es zu tagen: Der Angeklagte will heute dem Gerichtshof ein überraschendes Erperiment seiner magnetischen Kraft vorführen. Die Sizung wurde darauf vertagt. Die Sachverständigen Moll, Puppe und Bilfinger besorgten verschiedene, vom Angeklagten geforderte Gegenstände, worauf in Gegenwart dieser Sachverständigen in einem geschlossenen Raume das Experiment vor sich geht. Worin dieses Wunder bestehen wird, blieb vorläufig Schröters Geheimnis. Die Form ist ja aber auch Nebensache, die Hauptfache bleibt, daß er wirklich ein derartiges Experiment als Beweis für seine Kraft erbringt, deren er sich oft genug gerühmt, die er aber bisher nie gezeigt hat. Auch dem Berliner Nervenarzt Dr. Moll, der als Sachverständiger geladen ist und der ihm versprach, ganz objektiv zu Werke zu gehen, schlug er die Vornahme unter dem Einwand ab, daß er zu schwach dazu sei. Wahrscheinlich fühlte er sich durch das Eintreten des Sanitätsrats Dr. Bilfinger- Kassel für die Wirksamkeit der magnetischen Kraft neu gestärkt. Dr. Bilfinger legte dar, daß die ärztliche Behandlung eine Kunst und ihre Ausübung sehr verschieden sei, je nach der Veranlagung des Arztes. Eine symphatische Erscheinung, eine klangvolle Stimme, eine äußerliche und innerliche Gesundheit beim Arzte kann Wunder bei der Behandlung wirken. Ein Arzt, der Diät lebt und auf enem hohen sittlichen Standpunkt steht, hat einen größeren Einfluß auf den Patienten als ein anderer, der diese Anschauungen nicht teilt. Vors.: Das wäre also so eine Art Suggestion? Sach v.: Doch nicht, sondern eben das Fluidum, das von der Persönlichkeit ausgeht. Professor Jäger in Stuttgart nennt es die Duftstoffe. Der eine duftet nach Alkohol, der andere nach Tabak, der dritte nach Fleisch, und der vierte duftet süß.( Heiterkeit bei den übrigen Sachverständigen.) Der Sachverständige hält es auf Grund von Mitteilungen, die ihm Aerzte und Nichtärzte, die den Magnetismus anwenden, gemacht haben, für wohl möglich, daß„ Sensitive", wenn sie in die nächste Nähe tranker Stellen des Körpers kommen, selber krankhafte Empfindungen an den korrespondierenden Stellen ihres Körpers haben können. Da er aber selbst nicht sensitiv sei, so könne er zu dieser Sache aus eigener Erfahrung nichts sagen. Die Stimmung des Publikums scheint ganz zu junsten des Angeklagten zu sein. Die Hauptbelastungszeugin wurde, als sie das Gericht verließ, mit Schneeballen geworfen und beschimpft, so daß Polizei requiriert werden mußte. ( 34. Sißung.) RK Berlin, 5. März. Auch heute kam das Haus mit dem Eisenbahnetai noch nicht zustande. Zunächst wurde ausführlich über die Anträge der Abgg. Friedberg- v. Zedlik, Strombeck und Moltke beraten. Sie wünschen eine erhöhte Förderung des Ausbaues des Kleinbahnnetzes und eine Herabsetzung der Gütertarife. Vor Eintritt in die Debatte teilte Abg. Porsch( Bentr.) mit, mit Rücksicht auf die FertigStellung des Etats hätten sich heute Vertreter aller Parteien im Seniorenkonvent darüber geeinigt, alle zum Etat gehörigen Anträge und Resolutionen von diesem zu trennen und nach Fertigstellung des Etats zu erledigen. Dann begann eine lange und neue Gesichtspunkte nicht bringende Debatte über die Gütertarife, die mit der Ueberweisung der Wrträge an die Budgetkommission endete. Gegen den Schluß der Sizung brachte Abg. Graf Praschma( 3entr.) einen Antrag ein, der eine Herabfebung der Tarife für RübenPrinz Hrenberg treigelprochen. § Berlin, 4. März. Das Urteil im Prozeß gegen den Prinzen Prosper Arenberg, das heute nachmittag gefällt wurde, lautete auf Freisprechung. Der Gerichtshof nahm eine strafbare Handlung als nicht vorhanden an, da der Angeklagte zur Zeit der Begehung des Mordes sich in einem Zustand krankhafter Störung der Geistestätigkeit befand, durch welche seine freie Willenstätigkeit ausgeschlossen war. Pri Biehung der H folgende Gew 30000 Mt. 25 887, 28164 15 706, 28 356 * Der Hauptmann Fr 10 Uhr 4 Min Die 8 Den Neubau ei Steuerfommiffär Mart; für der bes Steuerfom Der Staatsanwalt selbst hatte bei dem übereinstimmenden Urteil der Sachverständigen, die den Prinzen für völlig unzurechnungsfähig, sowohl bei der Begehung der Tat wie jetzt, erklärten, den Freispruch beantragt. Die Zeugenvernehmung ergab ein abschreckendes Bild von menschlicher Degeneration. Schon in frühester Jugend beging der Prinz die abscheulichsten Tierquälereien, stach Fischen bei lebendigem Leibe die Augen aus, schnitt gefangenen Kaben die Pfoten ab und hetzte Hunde auf sie. Einem kleinen Seidenspitz, den ihm seine Mutter schenkte, biß er selbst den Schwanz ab. Saum hatte er das mannbare Alter erreicht, als er sich den größten geschlechtlichen Ausschweifungen hingab. Er scheute sich als sechzehnjähriger Knabe nicht, Dirnen in die Wohnung seiner Mutter einzuschleppen. Dazu ergab er sich alsbald den Lockungen des Dämons Alkohol und vertilgte Unmengen der schwersten Getränke. In der Trunfenheit beging er dann die furchtbarsten Roheiten, zum Beispiel stach er oft mit dem Degen nach seinem Hund, bis das Tier ganz blutüberströmt war. Als er zur Schutztruppe kam, wurde sein Zustand noch viel schlimmer. Schon unterwegs auf dem Schiff zeigte er seine geistige Anormalität. Er kam einmal bei einem kleinen Sturm im bloßen Hemd und Schwimmgürtel unter die Passagiere gelaufen mit dem Ruf: Das Schiff sinkt! Während dies wie Feigheit aussieht, zeigte der Prinz manchmal eine schier wahnsinnige Tollkühnheit. Auf der Station in Afrika packte er einmal eine giftige Schlange beim Schwanz und tötete sie. Seine Grausamkeit wuchs von Tag zu Tag. Störrischen Kamelen, die nicht aufstehen wollten, ließ er Zeuer unter dem Schwanz anzünden, daß sie halb verbrannten. Einem Feldgeistlichen schoß er aus Scherz" um Haaresbreite eine Revolverfugel am Gesicht vorbei. Die Eingebo renen behandelte er ebenso unmenschlich wie die Tiere." Geheimrat Schweninger sur die„ Kurpfuscher. Für den Ausgang des Tilsiter Prozesses ist der eines ähnlichen, der sich soeben in Berlin abgespielt hat, von symptomatischer Bedeutung. Wie uns von dort geschrieben wird, sprach der Gerichtshof einen der Körperverlegung angeflagten Laienheilkünstler May Laabs frei, der die sogenannte biochemische Methode bei einer Patientin angewandt hatte, wie mehrere Aerzte behaupteten, mit dem Erfolge, daß er sie an den Rand des Grabes brachte. Dem Angeklagten erstand aber ein warmer Verteidiger in dem als Sachverständigen geladenen früheren Leibarzt des Fürsten Bismarck, Geheimrat Dr. Schweninger. Er erklärte gegenüber anderen Sachverständigen, die die biochemische Heilmethode, deren Mittel aus den elf im Blut befindlichen Mineralsalzen bestehen, von Grund aus verwerfen, daß es ihn wundere, daß Sachverständige über eine Sache, die erst neu im Aufschwunge begriffen sei, herfallen, ohne sie genau zu kennen. Er selbst habe sich schon lange mit der biochemischen Methode beschäftigt, er könne sie absolut nicht verwerfen, und wenn der Angeklagte danach behandelt habe, könne ihn kein Verschulden treffen. In der Medizin handle es sich nicht bloß um Wissen, Kunst und Humanität sondern auch um Glauben und Vertrauen, und wenn der Angeklagte Vertrauen zu der Methode hatte, würde er feige gewesen sein, wenn er sich nach einem Arzte umgesehen hätte, menn er nicht gleich vollen Erfolg erzielte. Er selbst stehe 38 Jahre im Kampfe, aber er lasse sich in gar keiner Art und Weise davon abbringen, was er als das Richtige einmal erkannt habe. Wenn in derselben Weise, Daß er dem Cain nach dem Leben trachtete, erklären die Gutachten der Aerzte als einen Ausfluß seines Verfolgungs wahnes. War schon auf dem Schiffe bei der Ueberfahrt seine Burechnungsfähigkeit ausgeschlossen, so war dies noch in viel stärkerem Maße der Fall, als durch die Malaria, übermäßig starkes Trinken bei schädlichem Klima, ungenügende und unzureichende Nahrung und anstrengende Märsche die Geistesfrankheit verschärft wurde. O Prinz Arenberg im Irrenhause. Infolge des freisprechenden Urteils, das ihn für geisteskrant erklärte, ist der Prinz Prosper Arenberg jezt der Frrenanstalt Herzberge bei Berlin überwiesen worden. Nab und Fern Schwerer sittlicher Vergehen haben sich zwei in angesehener Stellung befindliche Männer schuldig gemacht. Aus Dresden verschwand bei Nacht und Nebel der evangelische Pfarrer Segitz, der sich an Konfirmanden vergangen hat. In Wien vermißt man den Universitätsprofessor Theodor Baer, der ähnlicher Vergehen beschuldigt wird. Ein Präricbrand wütet, wie aus Newyork gemeldet wird, im Indianerterritorium. Dem verheerenden Element sollen schon 100 Personen zum Opfer gefallen sein. Auf Umwegen. Wegen einer eigenartigen Verlegung hat der Gutsbesizer Birkenfeld aus Jagertow bei Polzin i. P. die Hilfe der hiesigen Tollwutschukstation in Anspruch nehmen müssen. Ueber die Veranlassung zu dieser ärztlichen Anordnung wird uns mitgeteilt, daß B. vor einigen Tagen von seinem Papagei in den Finger gebissen wurde. Die dadurch entstandene Wunde ist dann kurz darauf von einem tollwutberdächtigen Hunde beleckt worden. B. wird sich daher in dem genannten Institut einer mehrwöchigen Schußimpfung unterziehen. * Millionenunterschlagungen. Der neuliche Kurssturz an der Berliner Börse infolge des japanisch- russischen Krieges hat eine neue Katastrophe herbeigeführt. Der Prokurist des Berliner Bankhauses Brendel u. Co., Johannes Reinhard, hat sich mit Hinterlassung eines Defizits von über eine Million nach der Schweiz geflüchtet. Er spekulierte stark auf eigene Rechnung an der Börse. als erste Rate und Wohngeb 19 000 Mart * Vom * Anfrage be höchft berechti richtungen fü Landesuniversi 1904 gefchilder länger gebulbe Der letzte Versuch. In Hamburg bildet das tragische Los eines dortigen angesehenen Kaufmanns das Tagesgespräch. Durch schlechte geschäftliche Konjunktur geriet er in Zahlungsschwierigkeiten, aus denen er sich nicht zu retten wußte. Da blipie in seinem Hirn ein verzweifelter Gedanke auf. Er bot seinen ganzen Kredit auf, raffte schnell eine größere Summe zusammen und fuhr nach Monaco, um an der Spielbank sein Glück zu versuchen. Dieses wandte ihm dort aber erst recht den Rücken. Er verlor alles. Das Ende: Ein Schuß im Kasinogarten und ein Grab für einen Selbstmörder mehr auf dem bekannten Spezialfriedhof" der Spielhölle. + Erdbeben in Lima. Von einem heftigen Erdbeben wurde Lima, die Hauptstadt Perus, heimgesucht. Viele Gebäude stürzten ein. Alle Standbilder in der Stadt wurden zertrümmert. Menschenleben sind wunderbarerweise nicht zu beklagen. Bunte Chronik. In Bonn wurde bei einer Zigeunerbande ein zwölfjähriges blondes Mädchen gefunden. Man glaubt, daß es die geraubte Else Kassel aus Hannover sei. -In Glogau wurde ein Fall von schwarzen Pocken festgestellt. Die nötigen Isoliermaßregeln wurden getroffen. vielmehr hoch tut der Großh Mitteln auszuf höchften Anftalt bei Großherzog liche Regierung in der Beffif Anregung, das Landesuni desselben einer 2. Ift die G a) dem Inftit wirtschaftlichen Dozenten für rufen? c) dem Flächen Geländ zu stellen? d) zweckmäßigere * Sub geplanten Bed hatten Offert Birkenstod& Georg Beder Damm 6137 RB. Reichsbankstel mit Kaffenein werden. X Der Organiften der Zeit vom ftatt. ** Beis treten des neu 4 Min. Cie Hagen schon so daß er ge Hagen eintrif ** Das diesjährigen Brigade Ererz Gelände der Fulda vom 20 ** $ fe faufstommiffion stattfindenden Der erfte Hau Wagenfabrit filberplattierte Marliftraße; Wagen, hat Am Do bei Wirt wald Do (= Stämn 13 Rm. Kr Gichen: 11 Rm. Rir. Buchen: 45 Röhlerw Buchen: 37 Wann 2b: Stangen I., Nugholz II. und Weichho Stangen II., 68 Nm. Afr. 15a. Gichen 29 Am. S Grund 7: Am Donne bet Wirt L. meindew ader 1. S bolg 11, 9 9 Enten 5. 86 II, 27 II 1 6. II., 2 Kerbesm Lotalita Kroft g ihrer Behand er feine Tätig teidigers erflärt gen auf gefund nd Laien haben Aunit berjagte der Angeklagte n fei ihm daraus feitstellen lajien, Heilkunst tönne ibt werden, und fundigen in Be fich felbft au ochen. n, 4. März. Prosper Arenutete auf Frei fbare Handlung ur Zeit der Be and frankhafter elche feine freie übereinstimmen. inzen für böllig ng der Tat wie Die Zeugenver nenschlicher De ging der Prinz bei lebendigem Ben die Pfoten en Seidenspit, selbst den bare Alter er Tusschweifungen r Anabe ni chleppen. Dazu ämons Alkohol ränke. In der Roheiten, zum nem Hund, bis Zustand noch chiff zeigte er einem kleinen tel unter die f sinkt! Wäh rinz manchmal Der Station in beim Schwany Lag zu Tag ollten, ließ er halb verbrann 3" um Haares. Die Eingebo die Tiere. te, erklären die Verfolgungs leberfahrt seine 25 noch in viel ia, übermäßig gende und un he die Geistes Folge des frei erklärte, ist der Herzberge bei zwei in an uldig gemacht. der evangelische Dergangen hat feffor Theodor 5. york gemeldet nden Element fein. en Verlegung ei Polzin i. P spruch nehmen Stlichen Anorden Tagen von . Die dadurch einem tollwut sich daher in Sajukimpfung liche Kurssturz ffifchen Krieges Profurift des ines Reinhard, von über eine Vierte start auf das tragische das Tagesr geriet er in cht zu retten elter Gedanke e schnell eine onaco, um an wandte ihm Das Ende: einen Selbit Friedhof" der gen Erdbeben gesucht. Viele Stadt wurden rerweise nich iner Zigeuner funden. Man Hannover fei warzen Boden rden getroffen Lokales. 7. März 1904. ** Privattelegramm. Bei der heutigen Ziehung der Hessisch- Thüringischen Landeslotterie wurden folgende Gewinne gezogen: 40 000 Mt. auf Nr. 3916, 30 000 Mt. auf Nr. 70 709, je 10000 Mt. auf Nr. 25 887, 28 164, 68 441, je 5000 Mt. auf Nr. 15 151, 15 706, 28 356, 63545. * Der Großherzog begleitet von Flügeladjutant und das dazugehörige Kummetgeschirr, Sattlermeister Friedr.| wurden die Verhandlungen abgebrochen und nach 21/2 stündiger Groß, Neuenweg, im Auftrag erhalten; Sattel und Baum- Bause wieder aufgenommen. Ein polnischer Dolmetscher zeug für den dritten Preis ist von Sattlermeister Friedr. war mit hinzugezogen, da die Angeklagten und die Frau Kuhne senior, Walltorstraße, bezogen worden. Land- Sikota die deutsche Sprache nicht beherrschen. Das Urteil wirtschaftliche Geräte, Nähmaschinen, Fahrräder, sind von werden wir in morgiger Nummer veröffentlichen. der Firma Rosenthal, Krogmann, Graf und Schwaab geliefert, während alle anderen Gewinne von Gießener Geschäften angetauft werden. Pferde und Fohlen ( lebende Gewinne) werden auf dem Markt selbst angekauft. Die Lose erfreuen sich, wohl auf Grund der verhältnisund sind bereits zum größten Teil vergriffen. Hauptmann Frhrn. Schäffer v. Bernstein ist heute vormittags mäßig guten Gewinnchancen wie immer eines guten Absages 10 Uhr 4 Min. nach Darmstadt zurückgekehrt. Die Zwette Kammer bewilligte u. a. für den Neubau eines Dienst- und Wohngebäudes für den Steuerkommissär zu Homberg a. D. als 2. Rate 7000 Mark; für den Neubau eines Dienst- und Wohngebäudes des Steuerkommissär und den Bezirkskassier zu Buzbach als erste Rate 48 100 Mt.; für den Neubau eines Dienstund Wohngebäudes des Bezirkskassier zu Büdingen 19000 Mart. * * Vom Abg. Köhler und 28 Genossen ist folgende Anfrage bei der Kammer eingegangen: Von der gewiß höchst berechtigten Ansicht ausgehend, daß inbezug der Einrichtungen für das Studium der Landwirtschaft an der Landesuniversität der in der Landw. Zeitung vom 27. Febr. 1904 geschilderte unwürdige und zweckmäßige Zustand nicht länger geduldet und aufrecht erhalten werden dürfe, daß es vielmehr hoch an der Zeit sei, das Landwirtschaftliche Institut der Großherzoglichen Landesuniversität mit allen den Mitteln auszustatten, die es mindestens gleichstellen, mit den höchsten Anstalten dieser Art im Reiche, fragen wir hierdurch bei Großherzoglicher Regierung an: 1. Ist die Großherzog liche Regierung damit einverstanden, daß, entsprechend der in der Hessischen Landwirtschaftlichen Zeitschrift" gegebenen Anregung, das Landwirtschaftliche Institut der Landesuniversität nach den Absichten des Leiters desselben einer gründlichen Reform unterworfen werde? 2. Ist die Großherzogliche Regierung insbesondere bereit: a) dem Institut die Berechtigung zur Abnahme des landwirtschaftlichen Staatsexamens zu verleihen? b) einen zweiten Dozenten für Landwirtschaft an die Landesuniversität zu berufen? c) dem Landwirtschaftlichen Institut genügend große Flächen Geländes zu Versuchszwecken kostenlos zur Verfügung zu stellen? d) dem Landwirtschaftlichen Institut größere und zweckmäßigere Räume zur Verfügung zu stellen als seither? ** Submission. Für die Maurerarbeiten zu weiteren geplanten Beamtenwohnhäusern für die Eisenbahnbehörde hatten Offerten abgegeben: H. W. Rinn 55 615 Mt., Birkenstock& Schneider 56 701 Mt., H. Winn 56 861 Mt., Georg Becker 59 956 Mt., M. Abermann 60670 Mt., H. Damm 61375 Mt. und Bernhardt 62 635 Mt. RB. Am 5. April wird in Jauer eine von der Reichsbankstelle in Liegnig abhängige Reichsbanknebenstelle mit Stasseneinrichtung und beschränktem Giroverkehr eröffnet werden. × Der diesjährige Fortbildungskursus für Organisten und kantoren der Landeskirche findet in der Zeit vom 19. September bis 8. Oktober in Darmstadt statt. ** Bessere 8ugverbindung. Mit dem Inkrafttreten des neuen Sommerfahrplanes wird der jetzt 10 Uhr 4 Min. Gießen verlassende Schnellzug nach Köln und Hagen schon 8 Uhr 22 Min. von unserer Station abfahren, so daß er gegen jetzt ca. 12 Stunde früher in Köln und Hagen eintrifft. * * Das 18. Armeekorps wird einen Teil seiner diesjährigen Herbstmanöver( das Regiments- und Brigade- Exerzieren, gefechtsmäßiges Schießen) auf dem Gelände der Kreise Gelnhausen, Schlüchtern, Sersfeld und Fulda vom 20. Auguft bis 17. September abbalten. *** Pferdemarttlotterie Gießen. Die Anfaufskommission für die Gewinne der am 17. ds. Mts. stattfindenden Verlosung hat ihre Tätigkeit bereits begonnen. Der erste Haupttreffer ein vierfißiges Phaeton liefert die Wagenfabrik von August Kilbinger, das zugehörige silberplattierte Geschirr, Sattlermeister Adam He B II., Marktstraße; den zweiten Haupttreffer, ein Lauterbacher Wagen, hat Schmiedemeister Ludwig Vogt, Löwengaffe, * Stadttheater Gießen. Am Dienstag den 8. d. Mts. findet die 14. Dienstagabonnementsvorstellung statt und zwar gelangt Calderons Richter von Zalamea" zur Wiederholung Das hochinteressante Werk hatte sich bei der ersten Aufführung bekanntlich einer überaus beifälligen Aufnahme zu erfreuen. Durch die länger andauernde Krankheit von Frl. Hellberg wird naturgemäß der Spielplan b einflußt; es sei dies auf verschiedene Wünsche und Anfragen hin bemerkt, die in den letzten Tagen an das Theaterbureau gelangt sind. Freitag den 11. März findet ein zweites und legtes Gafspiel der Nachtasyl Tournee statt. Da das erste Gastspiel, das großes Interesse erregt hatte, in die ungünstige Theaterzeit kurz vor Weihnachten fiel, so dürfte diese Gelegenheit, das sensationelle Stück kennen zu lernen, Vielen willkommen sein. *** Besizwechsel. Das Amend'sche Haus und Bäckerei in der Bahnhofstraße zu Gießen ging zum Preis von 84 000 Mt. an Bäckermeister Georg Paul aus Buzbach| über; während Herr Amend zum Preis von 15 000 Mt. die Hofraite des Herrn Paul in der Langgaffe in Bußbach erwarb. = Ufingen, 4. März. Die Vorbereitungen zu dem im Juli ds. dahier stattfindenden Turnfestes des Turngaues Hessen sind in vollem Gange Friedberg, 5. März. Das Wettertalbahnprojekt beschäftigt zur Beit die beteiligten Gemeinden lebhaft. Nachdem bereits in Friedberg eine Besprechung stattgefunden hat, soll nächste Woche in Steinfurt eine große Versammlung von Interessenten abgehalten werden. Die Bahnstrecke soll von hier mit den Wetterauer Bahnen auslaufen und bei Schwalheim ins Wettertal treten. Von Schwalheim soll sie dann das Wettertal aufwärts gehen und Rödgen, Wisselsheim, Steinfurt, Oppershofen, Rockenberg und Münzenberg berühren und in die Bahn Lich- Buzbach einmünden, oder über Gambach, Holzheim, Grüningen weiterführen und bei WaßenbornSteinberg in die oberhessische Strecke Gießen- Gelnhausen einlaufen. Marburg, 6. März. Privatdozent Dr. E. Rupp aus Freiburg i. B. übernimmt eine Professur für Chemie an unserer Universität. = Fulda, 3. März. Heute abend entstand zwischen italienischen Arbeitern und Bauern in einer Wirtschaft der Löherstraße Streit; einer der Arbeiter schoß und stach, sodaß ein Mann aus Keulos durch den Arm gestochen wurde. Der Schuß hat nicht getroffen. Während die Polizei drei der Täter verhaftete, transportierte die Sanitätskolonne den schwer Verwundeten in das Landkrankenhaus. Aus dem Gerichtssaal. Schwurgericht. Gießen, 7. März 1904. Heute Montag begann das Schwurgericht der laufenden Quartals seine Verhandlungen. Im ersten Fall, sind die Arbeiter Michael Izydorczak, Peter Marsaleck und Andreas Mersaleck von Trais- Horloff angeklagt wegen Raub, Diebstahl und Sachbeschädigung. Die Verhandlung, zu der eine große Anzahl Zeugen von Trais- Horloff geladen sind, erbrachte den Tatbestand, daß der erstgenannte Angeklagte am 11. Dezember in die Wohnung des Grubenarbeiters Sitota eingebrochen ist und aus derselben 50 Mart gestohlen hat. Der Einbrecher hat seinen Raub mit großer Frechheit ausgeführt, die Frau des bestohlenen Arbeites war nämlich in der Wohnung und lag zu Bett. Die beiden andern Angeklagten sind der Beihülfe beschuldigt. Gegen 1/21 Uhr Nuß- und Brennholz- Versteigerungen. Neueste Nachrichten. Ueber Berlin wird uns folgendes gemeldet: Waldersee folgendes Beileidstelegramm:„ In herzlicher Anteilnahme gedenke ich und die Kaiserin Ihres jähen Verluftes, denn wir wissen, maa Sie in dem zu Gott Heimgegangenen besaßen und verloren haben. Mit mir trauert die Armee, die zu ihm aufblickte als zu dem berufenen Führer in ernst- kriegerischer Zeit. Ich verliere in ihm einen bewährten alten Freund. Gott tröste und stärke Sie. Wilhelm." Nach einer Trauerfeier am Mittwoch mittag im Hause, erfolgt die Beise zung auf dem Gute von Waldersees Neffen in Neversdorf( Holstein). Hannover, 7 März. Der Kaiser richtete an die Gräfin Port Arthur, 6. März. Hier ist alles ruhig, in der vergangenen Nacht wütete ein Schneesturm. Petersburg, 6. März. Statthalter Alexejew richtete heute aus Mukden folgendes Telegramm an den Kaiser: Ich melde Eurer Majestät, daß der Kommandant der Festung Wladivostok mitteilt, daß heute früh 8 Uhr 50 Min. südlich von der Askoldinsel sieben Schiffe gesichtet wurden, daß diese Schiffe um 9 Uhr 45 Min. als Kriegsschiffe erfannt wurden, die Kurs auf die Astoldinsel hielten. Gegen Mittag befand sich das feindliche Geschwader in der Mitte zwischen der Küste der Asfoldinsel auf die Ussuribucht zufahrend außer dem Bereiche des Feuers der Uferbatterien. Um 1 Uhr 30 Min. nachmittags eröffnete der Feind das Feuer. In dem feindlichen Geschwader befinden sich wahrscheinlich die Kreuzer erster Klasse„ Isumo“ und„ Jakumo", die Namen der anderen Schiffe sind unbekannt. London, 6. März. Das Reutersche Bureau meldet aus Jinkau: Das russische Polizei- und Militärhauptquartier in Niutschwang wird geräumt. Bei dem letzten Zusammenstoß auf koreanischem Gebiet zwischen dem Jalu und Bingjang haben die Russen die Japaner mit überlegenen Streitfräften geschlagen. Flüchtlinge aus Port Arthur berichten: die Arbeiten an den Dock, wo der„ Bessarewitsch" repariert werden sollte, wurden eingestellt; der fremde Ingenieur, der den„ Ketvisan" heben wollte, verlasse Port Arthur, nachdem dieser Versuch mißglückt ſei. Marktberichte. *** Fruchtpreise am Grünberger Fruchtmarkt, vom 5. März. Weizen 13,50-00,00, Korn 00,00 bis Gerste, Hafer 12,50-00,00, Erbsen 00,00, Samen 00,00, Kartoffeln 0,00-00,00, Linsen 00,00 Mark. Alles per Doppelzentner. Kirchliche Nachrichten für Gießen. In der Johanneskirche. Montag, den 7. März, abends 8 Uhr: Bibelstunde im Konfirmandensaal der Johanneskirche. Text Jat. 5, 1. Pfarrer Euler. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei( vorm. Wilh. Keller), Gießen Verantwortlich: für den politischen und Inseratenteil: Albin Klein für das Lokale, den„ Gerichts-" und" Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermann Möbl. Zimmer per 1. März zu vermieten. Gießen, Marktraße 11. In Schülers Garten ist der zwette Stock nebst Zubehör sofort vnderweit zu vermieten. Näheres bei der Bürgermeisterei Gießen Zimmer Nr. 15 Brandplat 14 ist der 4. Stock: 4 Zimmer, Küche, Badezimmer, Mansarde und allem Zubehör vom 1. April ab zu vermieten. Bienstock& Schneider Gießen. Gustav Belitz Dekorations- Maler- und Anstreicher- Geschäft Steinstraße 65 Gießen Steinstraße 65 Arbeiten bestens empfohlen. Solide geschmackvolle Ausführung. Bürftliche Bedienung. Fahrräder- und NähmaschinenReparaturen Carl Graf Gießen. Kirchenplatz 15. an der Stadtkirche. Größte Spec.Reparaturwerkstatt Oberhessens. Versandt, Ersatzteile, Civile Beeise. Ein Hausbursche gesucht. Bäder Euler, Gießen, Ludmigsplatz 3. Villa, gross. Steinweg 9 Die Wohnung des Herrn Forstmeister Joseph ist per 1. April 1904 anderweitig zu vermieten. Näheres bei Am Donnerstag den 10. März, Borm. 9 Uhr Am Freitag den 11. März, Vorm. 9 Uhr bei Wirt Weber in Dorlar, aus dem Gemeinde- bei Wirt Keller in Aßbach, aus dem Gemeindewald Dorlar, Distr. Spizeberg 3a. Kiefern: 6 St. wald Azbach, Lauzerloch 9a. Eichen: 1 St. II., (= Stämme) III., 27 IV. I., 18 Rm. Nußholz II. KI., 34 III., 17 IV. Kl., 12 Rm. Nuth. II. Kl. 10 Rm. Scheit hält sich zur Ausführung jeglicher in sein Fach einschlagenden 13 Rm. Knüppel, 26 Rm. Rsr. Hombergskopf 12a, und knüppel, 9,5 Rm. Stöcke, 23 Nm. Rsc., Buchen: Eichen: 11 Rm. Nußholz II. Kl., 3 Rm. Knüppel, 112 49 Rm. Scheit und Knüppel, 97 Rm. Rsr.. Leizheck Rm. Rsr.( mit Buchen gemischt). Königstein 13b u. c. 8b. Buchen: 61 Rm. Scheit und Knüppel, 115 m. Buchen: 45 Rm. Scheit und Knüppel, 110 Nm. Reiser. Reiser. Hetlgenstock 19a. 3 Fichten St. III. und Köhlerwald 14c: 2 Eich. St. III. I. u. 1,08 Fftm. IV. Kl; Kiefern: 51 St. III. und IV. KI., 5 Stangen Buchen 37 Rm. Scheit und Knüppel, 106 Rm. Reiser. I. Kl., 18 Nm. Nuzh. II. KI., 23 Nm. Knüppel, 58 Rm. Wann 2b: 18 Fich., 1 Kief. St. IV. Kl., 90 Fichten- Reiser. Untere Gänsheim 2b. Kiefern: 5 St. III., Stangen I., 150 II., 200 III., 14 IV. Kl., 1,5 Rm. Knüp., 9 IV. Kl., 18 Rm. Nugh. II. KI., 44 Rm. Knüppel, 177 68 Rm. sr. Köhlerwald 14 a u. b: 2 Rm. Eich. Rm. Neiser. Untere Rettel 4b. Buchen: 82 Nm. Nugholz II. Kl., 24 Rm. Hainb. Knüppel, 336 Nm. Hart- Scheit und Knüppel, 706 Nm. Rsc.; Erlen: 5 Nm. Nußund Weichholz- Rsr.; Fichten: 2 St. III., 12 IV. I., 10 holz II. I., 30 Nm. Rsc., 1 Fich. St. III. Kl.= 1,21 Stangen II., 14 III. KI., 153 Rm. Rsc. Teufelswiese stm. Steinbusch 6b. Niefern: 13,5 Nm. Nukholz 15a. Eichen: 2 St. III. Kl. 1 Rm. Scheit; Buchen: II. KI., 12,7 m. Knüppel, 232 Nm. Nr.( mit Eiche ge29 Rm. Scheit u. Knüppel, 344 Nm. Rsr. Hohler- mischt). Klein Eichelstück 12a. Eichen 1 St. III., Grund 7: 768 Rm. Hart- und Weichholz Reiser. 1 IV. I.; Buchen: 54 Rm. Scheit u. Knüppel, 320 Rm. Am Donnerstag den 10. März, Nachm. 2½ Uhr Reiser. Auf dem Kopf 13a. Eichen: 27 St. III., 13 bei sofortiger Vergütung. bei Wirt 2. Peusch in Kinzenbach, aus dem Ge- 39 Nm. Nsr. Pferdshed 16a. Fichten: 35 Str. III., Jüngere Mädchen IV. AI, 7 Rm. Nukh. II. Kl., 6 Rm. Scheit u. Knüppel, Weikbinder Konrad, Schüßenſtr. meindewald Kinzenbach, Superindenten- 254 IV. I., 553 Stang. I., 763 II., 597 III. KI., 4,5 Rm. ader 1. Kiefern: 3 St. III., 24 IV. Kl., 4 Nm. Nuß- Nukholz II. Kl., 165 m. Rsr. Eselspfad 21. Gichen: und Arbeiter holz II, 9 Rm. Knüppel, 32 Km. Ksr. Drei blaue 5 St. III. Al.= 6,29 Fftm., 8,50 Nm. Scheit u. Knüppel, für leichte Arbeit gesucht. Enten 5. Fichten: 6 St. III., 27 IV. Kl., 55 Stang. I., 35 Rm. Reiser, 1 Lärchenstamm II. Kl. 1,73 stm. Gießen, Schillerstraße 18. Zwei Mädgen für Hausarbeit und eines welches etwas kochen kann, bei gutem Lohn. Frau Klages, Gießen, Frankfurter Hof. - 86 II., 27 III. I., 35 Nm. Rfr. Dreispis 7. Eichen: Eselspfad. 855 Nm. Hart- und Weichholz Reiser. 1 St. II., 2 III., 1 IV. I., 3 Rm. Scheit, 14 Nm. Rsr. 1 Kerbeswald 8. 460 Km. Hart- und Weichh. Reiser.( St. Stämme, Stang. Totalität. Wann 2. 1 St. III., 6 IV. Kl. = Stangen, Rsr. Reiser). Krofdorf, den 5. März 1904. Das Bürgermeister- Amt. Suche einen Lehrling H. W. Rinn, Gießen Landgrafenstraße 3. Schöne Wohnung, Näh. in der Erp. d. Bl. ( 4 3immer), mitten der Stadt ge= legen, billig zu verm. Ein schön möbliertes Wohnund Schlafzimmer per 1. April zu vermieten. Morih Semmler, Gicßen, Wallthorstraße 15. Schöne möbl. Zimmer auf Wunsch Wohn- und Schlafzimmer, mit oder ohne Pension. zu vermieten. Gießen. Bismarckstraße 17. Die Reinigung von Zimmer- Ausstattungen. Wollene und seidene Vorhänge, Portièren, Teppiche, Felle, ebenfalls Gardinen und Decken etc. sind sehr aufnahmefähig für feine Staubteilchen und alle Arten von Mikroben und Bacillen. Wenn auch durch Ausklopfen und Bürsten die Unreinlichkeiten zum Teil wieder entfernt werden, so bleiben doch immer feine Schmutzteilchen in den angeführten Gegenständen haften, die, jemehr diese unsauberen Körper sich einnisten, zerstörend für Farbe und Stoff sowohl, als auch gesundheitsschädlich wirken. Zu entfernen sind derartige Schmutzteilchen nur gründlich durch ein Lösungs- Verfahren und zwar liegt es im Interesse der Sachen, ein solches zu benutzen, welches auf Farbe, Appretur und Stoff- Faser neutral wirkt. Ein solches Verfahren ist unsere chemische Reinigung. Dass bei dieser Reinigung eine Desinfection vorgenommen wird und zwar derart, dass sämtliche lebenden Krankheitskeime getötet werden, ist noch ein besonderer Vorzug. Gründen: Unsere chemische Reinigung empfiehlt sich daher bei Zimmer- Ausstattungen aus folgenden 1. Weil sie für Stoff und Farbe ohne Nachteil ist. 2. Weil die Gegenstände viel länger in gutem gebrauchsfähigem Zustande bleiben. 3. Weil dadurch dem Ordnungssinn, dem Geschmack und dem persönlichen Wohlbehagen Rechnung getragen wird. Färberei Gebr. Röver chem. Wasch- Anstalt Bedeutendstes Etablissement dieser Branche in Mitteldeutschland. Giessen, Marktplatz 18. Bekanntmachung. Samstag, den 19. März 1904, nachm. 22 Uhr sollen bei dem Turmhaus am Brand 1. die städtischen Marktlauben und die unter dem Turmhaus befindlichen Keller für die Zeit vom 1. April 1904 bis Ende März 1905 2. Die Obftverkaufsplätze am Neuenwegertor und auf Dewalds- Garten nächt der Spies'schen Wirtschaft auf unbestimmte Zeit 3. die Wirtschaftsballen auf dem Viehmarktplatz für die Zeit vom 1. April 1904 bis Ende März 1907 öffentlich meistbietend verpachtet werden. Gießen, 4. März 1904. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Anmeldungen zum Bezuge von Zinsen aus der Schottischen Stiftung Ostergeld) haben in der Zeit vom 13. bis 27. März 1904, auf dem Armenamt, Neuen- Bäue 25, zu erfolgen. Gießen, den 3. März 1904. Großherzogl. Bürgermeisteret Gießen Curschmann. Bekanntmachung. Die Grabenstraße und die Wettergasse werden Bekanntmachung. Evangelilations- Versammlungen In der Zeit vom 27. Februar bis 5. März 1904 wurden in hiesiger Stadt werden vom Sonntag, den 6. bis inkl. Sonntag, gefunden: 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 filberner den 13. März an beiden Sonntagen nachmittags Ring, 1 Damenschirm und 1 Spizentuch. 4 Uhr und abends 8 Uhr, an den Wochentagen berloren: 1 rotledernes Portemonnaie mit Inhalt, jeden Abend 8 Uhr im Saale des 1 Anhängtäschchen mit 1 Portemonnaie, 1 Bierzipfel, 1 goldnes Kettchen mit Hotels zum Einhorn" blauem Herzchen und 1 Brille. Entlaufen sind: 1 Jagdhund und 1 schwarzer Dackel. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, den 5. März 1904. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Bekanntmachung. Die am 20. Februar 1. Js. angeordnete Sperre der Löwengasse wir hiermit aufgehoben. Gießen, den 7. März 1904. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Apfelringe Apfelschnißen wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten von heute an bis Aprikosen auf weiteres für den Fuhrwerks- und Fahrradverkehr gesperrt. auch Gießen, den 7. März 1904. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Außer den von mir seither geführten Bieren bringe Mainzer Aktienbier ter beltebt wegen seines reinen, milden Geschmackes und weil es außerordentlich gut bekommt, zum Verkauf und empfehle dasselbe die 11 Flasche zu 18 Pfennig 1/2"" 9" Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Zugleich bemerke Stadt- Theater Gießen. Direktion: Steingoetter. Birnen Dienstag, den 8. März 1904 Brünellen eigen 14. Dienstag= Abonnements- Vorstellung. Datteln Der Richter Pflaumen feinst. Mischobst ferner: ( Bindenplatz I. Stock) gehalten, wozu jedermann freundlichst eingeladen wird. An beiden Sonntagen wird Herr Prediger B. G. Junker, Direktor unserer Missions- Anstalt in Frankfurt a. M. reden. An den Wochenabenden die Herren Prediger C. Walz aus Marburg und E. Baumann aus Dillenburg. Der Vorstand der Methodistengemeinde Gießen. Solche Personen, welche schon lange keinen Gottesdienst und keine Kirche mehr besucht haben, sind besonders herzlich willkommen. Gießen ,,, Neuer Saalbau" ( früher: Steins Garten.) Dienstag, den 8. März 1904. Dur ein bumoristischer Abend Wilh. Eyles altrenomierter Leipziger Quartett nnd Concert- Sänger. Herren: Eyle, Schmidt, Pastory, Sennhöfer, Marcellus, Jebben, Wilhelms, Sperling. Direktion: Eyle- Schmidt. Gesellschaft gegründet 1863. von Zalamea. Feinste und leistungsfähigste Geſellſchaft Deutschlands! Schauspiel in 3 Akten von Calderon de la Barca. Uebersetzt von Adolf Wilbrandt. Brima Eierteigwaren Kartoffel 99 in diversen Sorten empfiehlt zu Speise- u. Salatkartoffel zu den billigsten Tagesbilligsten Preifen ich, um Täuschungen und Verwechselungen vorzubeugen, Christian Wallenfels preisen empfiehlt daß nur mir allein die Vertretung der Mainzer Aktien- Brauerei für Gießen und Umgegend übertragen Marktstraße 17. worden ist. Gotthilf Röhrle Bier- Großhandlung. Gießen. Telephon 262. Gegründet 1826. Marburgerstraße 7. Telephon 344. Gießen. Hilfe*. Blutſtock. Timerman Hamburg, Fichtefir. 33. J. 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Baumann aus erren Prediger Diftengemeinde n, sind besonders e feinen Gottes alban" er Abend 04. F fer, Marcellus, Concert- Sänger egründet 1863. Deutschlands! ramm!! 7 Uhr. esellschaft! nfang 8% Uhr der Challier'scher chen stammend, einem Mißverständnis ihre Entstehung zuzuschreiben haben und sich als urdrollige Sprachverdrehungen erweisen. Wir pflegen wohl zu lachen, wenn Ungebildete aus Fremdwörtern Ausdrücke modeln wie das bekannte„ umgewendeten Napolium" für unguentum neapolitanum, Reißmatismus für Rheumatismus u. s. f. Wir haben aber eigentlich herzlich wenig Grund zu solchem überlegenen Gelächter; denn wir machens unwissentlich ganz genau so. Ja, bisweilen persifliert sich in diesen Wortverdrehungen- pardon der geistige Hochmut und das Alles- besser- wissenwollen des Gebildeten auf das köstlichste. So namentlich in den aus dem Plattdeutschen stammenden Redensarten, die wir Gebildeten verhochdeutscht haben. Das Schäfchen ins Trockene bringen" entstammt dem niederdeutschen: sein Schepken"( Schiffchen) ins Trockene bringen. Bei dem Wandern ins Binnenland wurde dann aus dem vernünftigen Schepfen ein höchst sinnloses Schäfchen. Genau so ergings dem plattdeutschen Mul apen hollen"( das Maul offen halten), aus dem die ganz neue zoologische Spezies der Maulaffen" wurde. Wer sieht es wohl dem etwas philiströsen Fidibus an, daß er im Grunde ein Streichhölzchen ist, aus fil de bois forrumpiert? Wer den Fisematenten, daß gar ein Aristoteles mit seinen physica mathemata ihr Urheber ist? Und da im Mittelalter die Naturwissenschaften ganz allgemin über die Achsel angesehen wurden, so kamen die Fisematenten zu der verächtlichen Bedeutung von Nich tigkeiten. Selbiger Aristoteles schrieb aber nach( griechisch: meta) seinem naturwissenschaftlichen Hauptwerk noch ein anderes Büchlein, das er kurzerhand„ Nach der Naturwissenschaft"( Metaphysika) betitelte, und-- auch die gelehrtesten Häuser sind vor Sprachtorheiten nicht geschüßt! der Titel ward zur Bezeichnung einer ganzen Wissenschaft. Was bigott ist, weiß jeder, daß sich aber in diesem Wörtchen ein Westgothe birgt, kaum einer. Als Arianer wurden die Westgothen von den rechtgläubigen Katholiken verachtet, zumal jene aus politischen Gründen nicht selten am Gottesdienste dieser heuchlerisch teilnahmen. So wurde Visigothus zum Schimpfwort. Als Pendant dazu ist das französische cagot in gleicher Bedeutung und entstanden aus canis gothus( Gothenhund) anzusprechen. Eine recht weite Reise hat der Mantelsack( felones), den Paulus in einem Briefe an Timotheus erwähnt, machen müssen, ehe er zum„ Jelleisen" des deutschen Handwerksburschen wurde. Mit den griechischen Kolonisten kam das Wort nach Gallien, wandelte sich hier in ein valise, und deutsche Ohren hörten endlich Fell und Eisen( isen) daraus. Zum Schluß sei hier noch auf die drollige Sprachverdrehung hingewiesen, die sich hinter der Redensart, jemandem ein X für ein U machen" birgt. Sie stammt aus der Zeit, da der Wirt dem Zechenden die Schuld noch mit lateinischen Ziffern an die Tür kreidete. Er machte ihm betrügerisch, der Wirkung des Weins vertrauend, aus der V eine X. Aus der römischen Fünf las man ein= U( noch Luther schreibt beispielshalber vndt = und, vbel= übel), aus der Ziffer zehn ein y heraus, und so ward aus X und V ein X für ein U. Warum? Ich weiß es nicht! Mir ist gar oft so eigen!- Als Kind schon überkam mich oft ein Schweigen Urplötzlich, war ich auch beim froh'sten Spiele; Und traurig schlich vom Spielplatz ich, wo viele So wohlgemut und froh sich unterhielten, Und sah mit Wehmut, wie sie heiter spielten. Und später, als das Leben mit den Sorgen Gar ernst herankam, und ich manchem Morgen Mit Grämen oft und Schmerz entgegenstarrte, Nicht wissend, was am Tage meiner harrte: Da war's die Sorge nicht, die mich bedrückte, Mir fehlte, was den Aermſten auch beglückte. Und war ich dann in frohen Freundeskreisen, Beim Becherklang und Sang der lust'gen Weisen: Ich mußt' zurück mich ziehen oft vom Lärmen, Und ganz allein sein dann mit meinem Härmen. Gar oft dacht' nach ich, was doch dies bedeute. Gerade so erging es mir auch heute. Doch als das Aug' ich hob, das tränenmatte, Da wußt' ich's: Weil ich keine Mutter hatte! AUS FERNEN ZONEN Türkische Mahlzeiten. Die Türken sind zum großen Teile Vegetarianer, sie essen selten Rindfleisch, Schwein- und Kalbfleisch nie. Sie trinken viel, essen morgens Geflügel und Schaffleisch, das sie, in Würfel geschnitten, an lange Holzspeiler spießen und dann über glühenden Kohlen gar rösten, so daß das Fleisch den ganzen Saft behält. Sie nennen diese wohlschmeckende, nahrhafte und auch von den Europäern als deliziös bezeichnete Speise Kebab. Türkisches Backwerk würde wohlschmeckend sein, wenn es etwas weniger Zucker und Honig enthielt und nicht so sehr nach Talg schmeckte. Bakalava und EckmekKataif, dicke in Honig gebackene und mit Rosenwasser parfümierte Kuchen, sind türkische Lieblingsleckereien. Paschas und reiche Türken haben bei ihren Mahlzeiten stets eine große Menge Schüsseln, welche die Diener auf Metallplatten auftragen und auf Matten auf den Fußboden, oder auf Tischchen servieren, um welche her die Gäste sich niederhocken. Die Türken speisen schweigend und ernſt= haft, sie bedienen sich sowohl der Finger, wie der Gabeln, der Zähne wie der Messer. Doch führen sie auch flüssige Speisen, wie Malabi, eine Art Trême, und Jaurt, eine dickliche bittere Milch, mit dem Löffel zum Munde. Ihr Getränk ist bei Tisch hauptsächlich Klares Wasser, doch nehmen sie gern, besonders vor den Mahlzeiten, eine Art weißen Branntwein, Raki genannt, zu sich, welcher aus dem Gummi des Mastixbaumes und Alkohol bereitet wird. Es ist ein angenehmes Getränk, dem Absinth ähnelnd, dessen Eigenschaften es auch besitzt. Der Genuß und selbst auch der Mißbrauch des= selben verursacht dem gläubigen Türken keine Gewissensbisse; Mohamed hat den Wein, aber nicht den Raki verboten, denn die Erfindung des Raki ist jüngeren Datums, als das Verbot des Propheten. Bunte Blätter. Exotische Höflichkeit. Die Polynesier und Malayen setzen sich stets nieder, wenn sie mit einem Vorgesetzten zu sprechen haben. In gewissen Gegenden Zentralafrikas gilt es für höflich, seinem Vorgesetzten den Rücken zuzukehren. Die Bewohner von Malliedo, einer Insel des Stillen Meeres, sollen durch Zischen ihre Bewunderung kundgeben. Die Todas in Ostindien drücken ihre Hochachtung dadurch aus, daß sie die ausgebreitete Rechte bis zur Stirn erheben, und den Daumen gegen die Nasenspite stemmen. * Unter den Cree- Indianern Kanadas wohnt zwar der junge Ehemann im Elternhaus seiner Frau, darf aber vor der Geburt seines ersten Kindes seine Schwiegereltern niemals anreden. Nach der Geburt ändert sich plötzlich die Sachlage, da das neugeborene Kind als Familienmitglied seinen Vater zu gleichem Rang und Ansehen erhebt, sodaß letzterer hinfort nur den Namen„ Vater von dem und dem" führt, und von der Familie seiner Frau als gleichwertiges Mitglied behandelt wird. Ueberfluß an Land. Ein amerikanischer Schriftsteller schreibt: ,, Wenn die gesamte Bevölkerung des Erdballs 1 400 000 000- in Familien von je fünf Köpfen abgeteilt würde und dieſe Familien sämtlich in Teyas einquartiert würden und zwar so, daß auf jede Familie/ Hektar Land käme, so würde noch Raum für 70 000 000 unter den genannten Raumverhältnissen zu verteilende Familien übrig bleiben." Ein Ersak für den Weinstock. Falls die Weinrebe im Kampfe gegen die Reblaus erliegen sollte, scheint den Trinkern ein Ersatz aus Mittelamerika zu kommen. Es handelt sich um die Klimme ( Cissus mexicana), zu der Familie der Ampilideen gehörig, der auch der Weinstock eingefügt ist. Die Pflanze wächst besonders üppig in den Wäldern der mexikanischen Provinz Sinaloa. Die Beeren sind selbst an ganz schattigen Stellen im Oktober vollkom= men reif; der Stock übersteht die größte Dürre und liefert alljährlich ohne die geringste Pflege in kaum vier Monaten die pracht= vollsten Trauben. Die Beeren sind groß, rot oder weiß, häufigsten rot, und die Bewohner Mexikos bereiten davon Wein, Essig, vor allem aber durch Einkochen köstliches Kompott, Uvata genannt. Von kalifornischen Weinbauern sind bereits mehrfache Versuche mit der neuen Traube gemacht worden. ant Nr. 53. Montag, den 7. März. 1904. Oberbessische Familienzeitung. Tägliche Unterhaltungs- Beilage Gießener Neueste Nachrichten. Band mud Beslag ber Offener Berlagsbradosot, norm. B. Relier'fe Sa@ bradersi( gegr. 1703); vete ( 16. Fortsetzung.) Der Goldmarder. Original Roman von M. Bezold. Joachim Spangenberg schien sich von seinem Erstaunen noch nicht erholen zu können, wie geistesabwesend blickte er den Baron starr an, dann nickte er mechanisch. Kustos, öffnen Sie die Schubladen," befahl er.„ Die sechs Schränke an jener Seite enthalten die Goldmünzen, Sie vier Schränke hier die wertvollsten Silbermünzen. Nein, wie mich das überrascht! Durchlaucht haben nie von einem Verkauf der Sammlung geredet, sie ist seit Jahren feinem Fremden mehr gezeigt worden, und nun Ein Schreckensruf unterbrach ihn. Der Kustos, der in fieberhafter Haſt alle Schubladen auszog, hatte ihn ausgestoßen. He, was gibt's?" fragte Spangenberg rauh, während der Baron und Adolph sich rasch dem alten Manne näherten. Die Schubladen sind leer," sagte der Kustos heiser, „ sehen Sie nur, Herr Direktor, alles verschwunden!" Wie ist denn das möglich?" fragte der Baron. " Das frage ich auch!" antwortete der Direktor, der nun ebenfalls die Schubladen öffnete und hineinſtierte. „ Leer! Alles leer! Und alle diese Fächer waren voll von Goldmünzen! Kustos, wie verhält sich das? Wo sind die Münzen geblieben, die Ihrer Obhut anvertraut waren?" Mit totenbleichem Gesicht ſtarrte Heinrich Schönbach seinen Vorgesetzten an, die Schlüssel klirrten in seiner zitternden Hand, nur dumpfe Laute entrangen sich seinen zuckenden Lippen. Ich weiß es nicht," sagte er, das graue Haupt schüttelnd." Seit Jahren habe ich diese Schränke nicht geöffnet, nur selten einmal betrat ich diesen Raum, um zu lüften und abzustauben." " Schöne Geschichten!" brummte der Baron ärgerlich, während Adolph mit forschendem Blick den Kustos beobachtete, der mit der Miene eines Verzweifelnden jetzt zu den Schränken trat, welche die Silbermünzen enthalten sollten. Ist es denn wirklich möglich, daß die Münzen gestohlen sein können?" „ Sie sind verschwunden, Herr Baron," sagte Joachim Spangenberg erregt;„ wie und von wem, muß die Unterfuchung lehren. Ich gehe sofort zum Polizeirat Appel, bitte, bleiben Sie so lange hier, ich muß mich auf Ihr Zeugnis berufen. Bleibe du auch, Adolph, die Sache ist sehr ernst, mich trifft die ganze Verantwortung!" Ohne eine Erwiderung abzuwarten, eilte er hinaus; der Baron trat an die Silberschränke, auch hier waren die Schubladen größtenteils leer. „ Das verstehe, wer kann!" sagte der Kustos, mir ist es unerklärlich. Die Tür und jede Schublade ist fest verschlossen geweſen, und von einem Einbruch hier haben wir auch niemals etwas entdeckt.' Und Sie allein besaßen die Schlüssel?" fragte der Baron, der seine joviale Laune völlig verloren hatte. " Ja, ich allein!" Dann werden Sie auch für den Schaden haften müssen! Und der iſt ſehr bedeutend, beſter Herr, ich kenne den Preis, den Durchlaucht für die Sammlung fordert." " Der Mann ist sicherlich schuldlos, Herr Baron," nahm Adolph das Wort, ich kann an einen Diebstahl noch nicht MIDIN leta. ( Nachdruck verboten. glauben. Die Sache wird sich wohl in anderer Weise aufklären; vielleicht hat man vergessen, daß die Münzen an einen anderen Ort gebracht worden sind." " Nein, das ist nicht der Fall gewesen," sagte Heinrich Schönbach, der sich ratlos in dem kahlen Raume umblickte; sie haben immer hier gelegen." „ Und wann haben Sie die Münzen zuletzt hier gesehen?" fragte Adolph. Die Goldmünzen vielleicht vor zwei Jahren. Damals war auch ein fremder Herr hier, Durchlaucht kam selbst mit, um sie ihm zu zeigen." Und seitdem haben Sie die Schränke nicht mehr geöffnet?" fragte der Baron. So wahr ich hier vor Ihnen stehe, nein!" „ Seltsam, sehr seltsam! Finden Sie das nicht auch, Herr Doktor?" Ich weiß mir noch keinen Vers darauf zu machen, Herr Baron," erwiderte Adolph kopfschüttelnd. Nach kurzer Zeit trat Joachim Spangenberg wieder ein, der Polizeirat folgte ihm. Beide warfen einen Blick in die leeren Schubladen, Appel nickte ſeinem Schwiegervater mit einem verständnisvollen Blick zu und richtete sich hoch auf. ,, Können Sie das Verschwinden flären?" fragte er den Kustos. der Goldmünzen er,, Nein, Herr Rat," antwortete Schönbach mit gepreßter Stimme, seit zwei Jahren habe ich die Schränke nicht mehr geöffnet und ebenso das Kabinett nicht." „ Die Schlüssel waren Ihnen anvertraut?" Wie alle Schlüssel des Museums!" " Sie haben sie nie aus den Händen gegeben?" ,, Niemals! Sie lagen stets in meiner Wohnstube in einem Schrank." „ Der ebenfalls verschlossen war?" „ Nicht immer, aber außer meinen Angehörigen wußte niemand, daß die Schlüssel dort lagen, und es war auch immer Jemand dort anwesend." ,, Kannten Sie den Wert der Sammlung?" ,, Nein!" Dieser Behauptung muß ich widersprechen," sagte Joachim Spangenberg." Sie werden sich erinnern, daß ich Sie häufig auf den Wert dieser Sammlung aufmerksam ge= macht habe, um Ihre Wachtsamkeit zu schärfen." Nun, das mag sein," erwiderte der Kustos, der vor dem stechenden Blick des Polizeirats die Augen niederschlug, ich wußte die Münzen gut verschlossen, an die Möglichkeit eines Diebstahls hätte ich niemals gedacht." Geben Sie mir die Schlüssel," befahl der Rat, und nachdem er alle Schlösser geprüft und auch den Verschluß der Fenster untersucht hatte, übergab er die Schlüssel seinem Schwiegervater. Gin Ginbruch hat nicht stattgefunden, sagte er, ebensowenig scheint der Dieb falsche Schlüssel benugt zu haben. Und Sie wollen von dem Diebstahl durchaus nichts wissen, Schönbach?" ,, Ich kann mir das Rätsel nicht erklären!" 000000 Uhrmacher wwwww Jhr- Ketten. Del H.mobius& Sohn Hannover Basel Nr. 57. Saus gebr Monnements Benttobellage unb bie Das Blatt C In Die landes bach- Lich finde mauten wollen Zeichen zum He Stelle vorbring meister haben wählten Mitgli beim Eintritt i zum Austritt ftatt. Die Stre 834 Uhr begi um 110 um 10 W um 12 um 21 1 angenommen we um 11 eintrifft, rofelbf fahrt wird der um 3 16 um 4 U6 um 5 U um 6 U eintreffen. Gießen, 19 Ihr Bruder ist ein notorischer Dieb, Sie haben ihn ohne Erlaubnis Ihres Vorgesetzten in's Museum eingelassen, er iſt morgens hierhergekommen und erst am Abend wieder fort gegangen. Sie sehen, daß ich gut unterrichtet bin." Auf ihn dürfen Sie keinen Verdacht werfen, Herr Rat," erwiderte Schönbach, mit der Hand über seine nasse Stirne fahrend, mein Bruder ist nie in diesem Kabinett gewesen, das kann ich mit gutem Gewissen beschwören." Das wird sich finden," sagte der Polizeirat barsch. Wie groß ist Ihr Einkommen?" „ Vierhundert Taler und freie Wohnung." " Sie haben eine kranke Frau und vier Kinder. In früheren Jahren mußten Sie Schulden machen, um leben zu können, diese Schulden haben Sie vor einiger Zeit getilgt. Sie haben außerdem Anschaffungen gemacht, die für eine Familie Ihres Standes nicht notwendig waren, Sie haben besser gelebt, teure Weine gekauft, Ihrer Tochter einen höheren Unterricht geben lassen, kurz, Sie haben bedeutend mehr Geld ausgegeben, als eingenommen, woher nahmen Sie dieses Geld?" Mein Sohn hat es mir gegeben," antwortete der Kustos, dessen Wangen sich dunkler färbten. Wenn Sie so genau unterrichtet sind, so werden Sie auch wissen, daß mein ältester Sohn Karl zehn Jahre in Australien war und daß er mich hier besucht hat. Er kam nicht mit leeren Händen, und von dem, was er drüben erworben hatte, hat er mir einen großen Teil abgegeben." Womit hat er das Geld drüben verdient?" fragte der Rat mit unverkennbarem Mißtrauen. Mit schwerer Arbeit! Er war bald dies, bald das---“ „ Und wo ist er jetzt?" Wieder hinübergereiſt, er konnte sich in die hiesigen Verhältnisse nicht schicken." Wie lange war er bei Ihnen?" ,, Ein Vierteljahr, Herr Nat." Natürlich wohnte er bei Ihnen hier im Muſeum—“ ,, Nein," sagte der Kustos rasch, er wohnte nicht bei mir, denn erstens hatte ich kein Zimmer für ihn, und zweitens wollte er auch nicht geniert sein. Ich weiß nicht, weshalb Sie sich so genau nach ihm erkundigen- Weshalb?" fiel der Polizeirat ihn barsch in die Rede. Denken Sie denn wirklich, ich glaube an das Märchen, das Sie mir aufbinden wollen? Ihr Sohn hat hier einen sehr liederlichen Lebenswandel geführt, er lag Tag und Nacht in den Wirtshäusern, gab viel Geld aus und räſonnierte über alles. Es sind damals viele Beschwerden über ihn eingelaufen, und wenn er nicht wieder abgereist wäre, so hätte ich ihn einstecken lassen! Er war ein Taugenichts, als er auswanderte, und ein Vagabund, als er zurückkehrte-" ,, Herr Rat, ich bitte Sie-" Schweigen Sie!" brauste der Polizeirat auf, dem Spangenberg einen zustimmenden Blick zugeworfen hatte; ,, mir ist die Sache nun klar. Mag nun Ihr Bruder oder Ihr Sohn die Goldmünzen gestohlen haben, Sie sind dabei beteiligt gewesen und in jedem Falle haftbar. Ob die Münzen eingeschmolzen oder nach auswärts gesandt worden sind, das wird die Untersuchung hoffentlich ergeben, jedenfalls ist ein großer Teil des Erlöses in Ihre Tasche gewandert." Heinrich Schönbach sah mit starrem, angstvollem Blick bald den Rat, bald seinen Vorgesetzten an, diese Anklage schien er nicht erwartet zu haben. „ Glauben Sie nur das nicht!" bat er mit zitternder Stimme. Weder mein Sohn noch mein Bruder hat diesen ruchlosen Diebstahl begangen, den ich mir nicht erklären kann! Untersuchen Sie die Sache, ich will Sie mit allen Kräften da bei unterſtüßen, aber werfen Sie keinen Verdacht auf mich, Sie würden eine falsche Spur verfolgen und die Wahrheit nicht erfahren." So zeigen Sie uns die richtige Spur!" sagte Joachim Spangenberg. Die Münzen sind verschwunden, Ihnen waren sie anvertraut, ein Einbruch hat nicht stattgefunden, Sie allein können Aufschluß darüber geben, in wessen Händen die Schlüssel gewesen sind. Uebrigens läßt sich nicht an nehmen, daß der Dieb die sämtlichen Münzen schon bei seinem ersten Besuch mitgenommen hat, sie wärem ihm zu schwer gewesen, und mit dem Goldsack in der Hand würde er sich auch der Gefahr der Entdeckung ausgesetzt haben." Sehr wahr!" fügte der Polizeirat hinzu,„ der Diebstahl kann nur mit Wissen desjenigen, der den Schlüssel besaß, begangen worden sein. Ich gebe Ihnen den guten Rat, Schönbach, legen Sie ein offenes Geständnis ab, sagen Sie uns, wohin die Münzen gekommen sind!" Diesen Rat gebe auch ich Ihnen," fuhr Spangenberg fort: vielleicht ist es mir möglich, die Samlung, oder wenigstens den größeren Teil derselben wieder zu erwerben, ich will lieber ein Opfer bringen, als mich dem Zorne Seiner Durchlaucht aussetzen. Bedenken Sie meine Stellung, ich werde verantwortlich gemacht, über mich wir=" Herr Direktor, ich schwöre Ihnen bei Gott und allen Heiligen, daß ich nichts zu gestehen habe!" rief der alte Mann, am ganzen Leibe zitternd. Ich habe Ihnen die volle Wahrheit gesagt, mein Sohn ist so schuldlos, wie ich, schon am ersten Abend nach seiner Ankunft zeigte er mir das Geld, das er mitgebracht hatte." " Das will nichts heißen!" spottete der Rat, während er sich in dem kahler Raume umblickte, das Geld kann er ja drüben auch gestohlen haben, und als Ersatz nahm er später die Münzen mit. Wohin ist er gereist?" Nach Melbourne," antwortete der Kustos, der nun den hilfeflehenden Blick auf Adolph heftete.„ Wenn er hier wäre, so würden Sie bald sich überzeugen, wie unbegründet Ihr Verdacht ist." „ Das sind Ausreden!" fuhr der Polizeirat fort,„, wir werden uns nach ihm erkundigen und dann, wie ich zuversichtlich glaube, meine Behauptung bestätigt finden. Ich muß Sie verhaften, Schönbach, das Weitere überlasse ich dem Unterſuchungsrichter." Meine arme Frau! Meine unglücklichen Kinder!" rief der alte Mann, der unter der Wucht dieses Unglücks zuſammenzubrechen drohte. Adolph stand vor ihm und legte die Hand auf seine Schulter, ernst, aber voll warmer Teilnahme ruhte sein Blick auf dem bleichen Antlitz, in dem Verzweiflung sich spiegelte. ,, Sagen Sie mir die volle Wahrheit," bat er ,,, wissen Sie wirklich nichts von diesem Diebstahl?" " So wahr mir Gott helfe, nein, Herr Doktor," antwortete Schönbach.„ Wenn ich auf die Folter gespannt würde, ich wüßte nichts darüber auszusagen." ,, Gib dir keine Mühe weiter, Adolph," spottete Joachim Spangenberg,„ bekennen wird dieser verstockte Sünder so wenig, wie sein Bruder, aber ich vertraue darauf, daß wir Beide überführen!" Der Rat hatte die Tür geöffnet, zwei Polizeibeamte traten ein, er befahl ihnen, den Kustos abzuführen und ihm nicht zu gestatten, vorher mit seiner Familie noch ein Wort zu wechseln. " Fügen Sie sich ohne Widerstreben, das ja nuzlos wäre," riet Adolph, ich werde Ihre Familie beruhigen und mich ihrer annehmen. Aber ich rate Ihnen, wenn Sie Aufschluß geben können, so tun Sie es ,, Ich kann es nicht, Herr Doktor!" Joachim Spangenberg, der die Beiden beobachtet hatte, zuckte ironisch die Achseln und wandte sich zu dem Baron, der die Münzen in den Glasfaſten betrachtete. Wenn Sie nicht gekommen wären, hätten wir möglicherweise den Diebstahl erst nach dem Tode dieses Mannes entdeckt," sagte er. Und ich muß Ihnen gestehen, daß ich dies unbegreiflich finde," erwiderte der Baron mit unwilliger Miene.„ Eine so wertvolle Sammlung hätte mindestens einmal monatlich revidiert werden müssen." „ Sie war gewissermaßen vergessen," entschuldigte sich Spangenberg, während sie das Kabinett verließen. Bum Museum gehörte sie nicht, als Privateigentum des Fürsten lag sie hier unter Schloß und Riegel, Durchlaucht selbst nahmen kein Interesse an ihr, fast nie wurde Befehl gegeben, sie einem Fremden zu zeigen, da konnte es nicht ausbleiben, daß sie in Vergessenheit geriet. Und du willst dich wirklich dieser Familie annehmen?" fragte er vorwurfsvoll, als Adolph sich an der Treppe des Souterrains verabschiedete. " Die Angehörigen des Kustos sind wahrscheinlich ebenso schuldig, wie er selbst!" Einstweilen glaube ich noch nicht an seine Schuld," antwortete Adolph mit erzwungener Ruhe, seine Frau ist krank, sie muß allmählig auf dieses Unglück vorbereitet werden." Damit stieg er die Treppe hinunter, kopfschüttelnd blickte sein Onkel ihm nach. Hm, er mag seine Gründe haben!" sagte er sarkastisch. „ Mein Neffe ist noch jung, Herr Baron, und der Kustos hat eine hübsche Tochter, daraus läßt sein Mitlekd sich erklären." ( Fortsetzung folgt.)] bas Pas Deben, bu tesh I nur eta trüber Schein. Das Leben, das du träumst, Ist lebenswert allein. Entschweben mußt du leif' Des Tages Dentlichkeiten, Soll eine Welt von Glück Sich strahlend um dich breiten. Allerlei Redensarten fetne Gnade Aben, to wanbten te ben Taumen bet geballier Fauft zur Erde( pollice verso), fand der Kämpfer dagegen Mitlets, so hob man te geballte Faust mit eingezogenem Daumen empor. Von den vier Fingern wurde der festgehaltene Daumen gedrückt( pollicem premere), und so erhielt diese symbolische Handlung im alten Rom die Bedeutung: Gnade üben, Gunst erweisen, und ist in diesem Sinne als Redensart auf uns gekommen. Daß unser Hänseln" von der mittelalterlichen Hansa ( althochdeutsch gleich Kriegerschar), jenem Trutzbund der Kaufleute im 13. Jahrhundert, sich herleitet, dürfte auch kaum allgemein bekannt sein. Und Hänseln nannte man jene Mannbarkeitsprüfungen, die der Novize zu bestehen hatte, um in den Bund der Hansa aufgenommen zu werden. Da war zunächst das Wassertrecken", wobei der Prüfling dreiund Sprachverdrehungen. mal unter dem Schiffe durchgezogen und dann von vier ſtarEthymologische Plauderei von Dr. H. Albrecht. ( Nachdruck verboten.) Welche Sprache darf sich mit der deutschen messen, welche andere ist so reich und mächtig, so mutig und anmutig, so schön und mild als unsere? Sie hat tausend Farben und hundert Schatten. Sie hat ein Wort für das kleinste Bedürfnis der Minute und ein Wort für das bodenlose Gefühl, das keine Ewigkeit ausschöpft. Sie iſt ſtark in der Not, geschmeidig in Gefahren, schrecklich, wenn sie zürnt, weichlich in ihrem Mitleiden und beweglich zu jedem Unternehmen. Und bilderreich, hätte der Dichter hinzufügen können, wie keine andere in der weiten Gotteswelt, es sei denn die Sprache Homers. Ja, ein Schathaus herrlichſter Bilder und Gleichnisse besitzt unsere deutsche Sprache, und sie streut ihre Koſtbarkeiten mit wahrhaft fürstlicher Freigebigkeit aus, so wenn sie in erhabener Weise spricht wie im täglichen Umgang des Volks. Unsere ganze Redeweise ist mit Gleichnisperlen gestickt wie ein Krönungsmantel. Die Bilder sind uns so geläufig, daß wir uns kaum noch bewußt werden, gleichnisweise zu reden, und wir lieben sie so sehr, daß wir das einzelne oft auch da anwenden, wo es wie die Faust aufs Auge paßt. Von solchen deplazierten Redensarten" gibt u. a. Schrader in seinem„ Bilderschmuck der deutschen Sprache" eine köstliche Blütenlese, und wir wollen zunächst einmal aus der Fülle dort ein bescheidenes Sträußchen hier binden. Da gehe ich etwa mit einem guten Freunde im Walde spazieren und wir kommen auf persönliche Angelegenheiten zu sprechen. Ich will dir reinen Wein einschenken, sagt er zu mir, aber vergebens suche ich Flasche und Glas, und der Weinkeller ist weitab vom Schusse. Denke dir nur, beginnt er, mir geht das Wasser wieder einaml bis zum Halse. Beruhige dich nur, lenke ich ein, ich ſitze auch schon längst wieder auf dem Trockenen. Es iſt drückend heiß, die Sonne sticht verräterisch, ein Unwetter bricht herein und plötzlich geht ein Plazregen nieder, daß wir uns schleunigst aus dem Staube machen. Bis auf die Haut durchnäßt, langen wir wieder daheim an, und selbst der Teckel, der uns begleitete, hat keinen trockenen Faden mehr am Leibe. Meine Frau erwartete uns ängstlich, sie saß, wie sie sagte, schon auf Kohlen. Bei Tische kam das Gespräch auch auf das Dienſtmädchen, das wir erst kürzlich gemietet, und das sehr ungeſchickt ist. Heute hat sie nun die letzten Weingläser zerbrochen. Dabei, klagt meine Frau, will sie es nie getan haben. Das alles wird immer der Katze in die Schuhe geschoben, und damit ich ihr nicht böse bin, geht sie mir um den Bart, daß es nur eine Art hat. Wenn wir im Gespräche uns solch deplazierter Redensarten bedienen: fein einziger verzieht über den Widersinn eine Miene. Ja, er bemerkt ihn gar nicht der beste Beweis dafür, wie uns diese bildliche Redensweise in Fleisch und Blut übergegangen ist. Wir legen uns nicht mehr Rechenschaft über die Bedeutung und den Sinn der Redensart ab, und häufig genug kennen wir den Ursprung solchen Wortes überhaupt nicht mehr. Auch hier seien uns ein paar besonders lehrreiche Beispiele gestattet. Unsere Redensart, jemandem den Daumen halten oder drücken, ſtammt aus den Tagen der Gladiatorenkämpfe. Nachdem die Scheinfämpfe mit ſtumpfen Waffen beendet, griffen die Gladiatoren zum geschärften Schwert. Der verwundete Gladiator flehte das Mitleid des Volkes an, indem er symbolisch den Zeigefinger erhob. Wollten die Zuschauer fen Kerlen bis aufs Blut gepeitscht murde. Es folgte das „ Räuchern"; eine halbe Stunde lang wurde der Novize über einem qualmenden Feuer von Haaren, Gräten geräuchert und hernach wiederum gepeitscht. Die letzte Prüfungszeremonie war das Stäupen. In Gegenwart der Honoratioren ward das Opferlamm beim Schall der Paufen und Trompeten zum letzenmal gepeitscht. Die letzten Reſte dieſes Hänselns haben sich übrigens in der Linientaufe der Seeleute erhalten, die bekanntlich in etwas derber Weise an jedem vollzogen wird, der zum erstenmal den Aequator passiert. Ein oft gehörtes Wort sagt:„ Da liegt der Hund begraben". Auch diese Redensart geht auf einen alten, allgemein geübten Brauch zurück. Man pflegte ehedem beim Bau des Hauses in das Fundament einen Hund zu mauern, um das Gebäude symbolisch so unter den Schutz des treuen Tieres zu stellen. Nach brandenburgischem Brauche wird unter der Schwelle des Pferdeſtalles ein eben geworfener, noch blinder Hund begraben, um die Pferde gegen Krankheit zu schützn. Im alten Berlin wurde in das Fundament des Hauses außer dem Hunde oft noch ein Haſe und Eier eingemauert als Symbol des Glücks und der Fruchtbarkeit. Nicht ohne guten Grund heißt es von dem, der im Kartenspiel Glück hat, er habe Schwein. Im ursprünglichen deutschen Kartenspiel heißt unser Aß nicht eben sehr ästhetisch: Sau. So schilt u. a. der wackere Abraham a Santa Clara einmal:„ So sind ja in den Karten vier Säu, Eichelſau, Schellensau, Herzsau, Grassau, und weil die Säue mehr gelten als ein König, so iſt das ja ein säuisch Spiel!" Wer nun viele Asse oder Säue hat, gewinnt das Spiel, hat also Glück. Eine empfindsamere Zeit schuf schließlich aus der wilden Sau ein zahmes Schwein. Auch die„ böse Sieben" stammt aus einem altdeutschen Kartenspiel, und zwar dem unter Papst Alerander VI. ( 1492-1503) aufgekommenen Karnöffelspiel. Die siebente Karte der Trumpffarbe, die„ Sybille“ oder„ Babeli" konnte nur vom Karnöffel- dem Trumpfbuben-- geſtochen werden, und ein in der Berliner Königlichen Bibliothek befindliches Büchlein über das alte Kartenspiel erwähnt ausdrücklich, daß diese Sieben eine Weiberrolle spiele, die ränkevoll iſt, ja, daß sie die eigentliche Beherrscherin sei. Das iſt alſo die böse Sieben", und es bedürfte zur Beſtätigung unſerer Beweisführung eigentlich gar nicht mehr der Spangenbergschen Predigt, die da betitelt iſt:" Wider die böse Sieben in Teufels Karnöffelspiel"( Jena 1562). Noch zwei viel gebrauchte Wörter seien hier kurz erklärt: der" gahn im Korbe" und die„ Flitterwochen". Die erſte Redensart verdankt ihren Ursprung einem alten, noch jetzt viel geübten Volksbrauch. Um die Osterzeit das altgermanische Frühlingsfest pflegen in vielen Gegenden unseres Vaterlandes die Dorfschönen eine Art Brautlotterie zu veranstalten. In einem Korbe wird ein Hahn geborgen. mit verbundenen Augen, einen Stock in der Hand, versucht nun ein Mädchen nach dem anderen den Korb zu treffen eine Variante unseres" Topfschlagens"- die aber den Korb trifft, trägt den Hahn im Korbe davon und hat die begründete Hoffnung, binnen Jahresfrist fröhliche Braut zu sein. Ueber die„ Flitterwochen" mag ſich ſchon manche glückliche Flitterwöchnerin das Köpfchen zerbrochen haben. Das Wort hat nun mit Flitterstaat gar nichts zu schaffen. Flittern bedeutet ursprünglich( nach Grimm) ein heimliches Lachen und Kichern, ein Kosen und Scherzen, und Flitterwochen sind also Wochen des Küssens und Kosens. Unsere kleine Plauderei sei mit ein paar ganz gebräuchlichen Redensarten beschlossen, die, meist aus fremden SpraAn Sta der Bei den T Weiter wird Pri Zum Tode d weiter gemeldet, Beifebung zu Waterneverf stattfinden wird feier im Trau Bahn itatt Von den W schen Fürsten tanzler und vie Feldmarschalls Die Preise des Dienste des Verit dat und Staats wird sich herzog ordnet aus An eine achttägige legen Trauer a ment in Hanno den zur Trauc rale des 7., 8., stabes der Ar for ein Regiment Artillerie, in ments b. Wo zum Bahnhof Vertretung Chef des Ge dem Leichenbe Während v japanische Flott Ohne Zweif diefen zweiten Beit bombardie zurichten. mur um eine be geidwader, über zu erfunden, ichwebte, fich i Schildern den B Am Nach 25 Minuten Don der As Guber nahn allen meittra Deittra forts, die B Bunun schoffe feiner Beschosse, gleich fie