. 80. 4nement prets: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., Saus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertelfährt Mt. 1.50. @betingen: Oberheffifche Familienzeitung( täglich) und die Gießener Geifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Mittwoch, den 6. April 1904. Gießener 13. Jahrgang. Jnsertionspreis: Die einspaltige Petitzelle für gans O heffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfg. sonft 15 Reklamen die Petitzeile 30 refp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen, Seltersweg 8 Fernsprechanschluß Nr. 362. Neueste Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Unabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Bekanntmachung, Das Amtszimmer der Großh. Gewerbeinspektion Sießen ist in die Bleichstraße Nr. 6 in Gießen erlegt worden. Gießen, den 5. April 1904. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Breidert. Herzte und Krankenkaffen. Immer mehr gewinnt es den Anschein, als werde auch die Leipziger Ortskrankenkasse ebenso wie die Kassen in Köln und Solingen am letzten Ende doch den Kürzeren ziehen. Kreishauptmannschaft zu Leipzig hat sich zwar, im Gegensatz zu den Behörden in Köln und Solingen, auf die Seite der Kasse gestellt, und die sächsische Regierung hat diese Stellungnahme der Kreishauptmannschaft ausdrücklich gge billigt. Indessen scheinen die Verhältnisse dahin zu drängen, Som die Dresdener Regierung trotz ihrer Billigung des Werfahrens der Kasse doch sich gezwungen sehen wird, gegen Dave Kaffe einzuschreiten. Das Gesetz schreibt ein solches Einfreiter der Behörde gegen die Kasse vor, wenn die Kassen nt in der Lage sind, ihren Verpflichtungen nachzukommen. Und dieser Zustand scheint sich in Leipzig einstellen zu wollen. Es hat nämlich in Leipzig jetzt der von der Regierung gebilligte Versuch mit dem neuen Arztsystem begonnen. Bei Bler Billigung dieses Verfahrens waren die Voraussetzungen Eer Aufsichtsbehörde die Anwesenheit von mindestens 75 Distriktsärzten und die Bereiterklärung der bisherigen Silasenärzte, neben den Distriktsärzten die Kassenmitglieder nan den Mindesttarsäten weiter zu behandeln. Dies Haben die früheren Aerzte bekanntlich abgelehnt, eine dder Voraussetzungen, unter denen die Behörde das Verfahren der Kasse guthieß, ist also nicht erfüllt, und kann bei bher solidarischen, unbedingt ablehnenden Haltung der früheren Sassenärzte überhaupt nicht erfüllt werden. Auch die zweite Forderung der Aufsichtsbehörde, die B2faffung von 75 Distriktsärzten, hat die Leipziger Kasse nicht zu erfüllen vermocht. Es stellt sich jetzt heraus, daß das vom Sassenborstand herausgegebene Verzeichnis der angeblich vorHamden en 75 Aerzte eine ganze Anzahl Namen aufführt, Seren Träger dem Rufe der Kasse nach Leipzig nicht gefolgt oder doch nicht in Tätigkeit getreten sind und auch nicht herkommen werden. Um sich zu entlasten, hat die Kasse e an den Grenzen des Bezirkes wohnenden Mitglieder benachbarten Kassen überwiesen. Die Aerzte dieser Kassen haben aber erklärt, daß sie derart Ueberwiesene nicht beHandelm würden. Infolgedessen sind zur Zeit große Außenbezirke Leipzigs ohne ärztliche Hilfe. Das ist ein Zustand, der die gesetzliche Verpflichtung für She Regierung in sich schließt, einzuschreiten. Sie muß auf igend eine Weise dafür sorgen, daß den Kassenmitgliedern e erforderliche Anzahl Aerzte zur Verfügung stehen. Und afür wird sie nur sorgen können, wenn sie die Forderungen der früheren Aerzte, mit denen fast alle deutschen Aerzte sich solidarisch erklärt haben, bewilligt. Für die Leipziger Sose würde das eine schwere moralische Niederlage Bedeuten, ganz abgesehen von den finanziellen Folgen, Sie nicht unerheblich sein können. Denn die Aerzte werden zu den Zugeständnissen, die die Kasse von ihnen im Verswege hätte erreichen können, jezt nicht mehr bequemen. inmal weil sie die Oberhand haben, und zum andern, beil die Erbitterung der Aerzteschaft gegen die Kassenvortinde sehr start ist. Auch die Regierung wird nicht vernnittelmd eingreifen können, denn auch gegen sie sind die lete erbittert, weil sie es bisher mit der Kasse gealten hat. Recht lehrreich für die Aussichten solcher unerquicklichen treitigkeiten zwischen Krankenkassen und Aerzten sind die organge in Solingen. Dort war bekanntlich ebenfalls in Pranfenfassenkrieg mit obligatem Aerztestreik ausgemohen. Die Sache hat mit dem unbestrittenen Siege der lente geendet. Die von der Kasse am 1. Januar 1904 anfellten sechs Aerzte waren nach Ansicht der Aufsichtsbehörde die etwa 24 000 Versicherten nicht genügend. Die Aufbehörde hatte deshalb eine Vermehrung um weitere vier ezte, darunter ein Augenarzt, gefordert. Am festgesetzten foemine konnten diese von der Kasse nicht präsentiert weren Daraufhin übernahm die Aufsichtsbehörde die Geschäfte Borstandes und setzte die Suche nach beamteten Aerzten bt. Inzwischen trat am 24. März plötzlich eine vollständige enderung der Situation ein: drei der angestellten Aerzte, zrvar die leistungsfähigsten, legten ihr Amt nieder. Da= hurd geriet die Kasse in die drängendste Notlage; die Aufrechtchaltung des Systems wurde unmöglich. Die Gründe, welche e drei Aerzte zu ihrem Schritt bewogen, sind nach ihrer iftlichen Erklärung in der ärztlichen Ueberbürdung, in der ridenden Abhängigkeit vom Kassenvorstande und in ihrer lechten gesellschaftlichen Stellung zu suchen. Die KrankenI lose that nun wohl oder übel auf ihre alten Aerzte zurückmeifern und mit ihnen einen Vertrag schließen müssen. Das Solinger Beispiel lehrt, wie früher das Kölner und wie es binnen furzem das Leipziger lehren wird, daß iede Krankenkasse, die mit ihren Aerzten in Konflikt gerät, sich zwei Dinge vor Augen halten muß: Einmal die Solidarität der Aerzteschaft, die es den Kassen unmöglich macht, für die treifenden Aerzte genügenden Ersatz zu finden, und zweitens das Gesetz, das bei dem Mangel solchen Ersatzes die Niederlage der Kasse herbeiführen muß. Es bleibt für die Kassen in jedem Falle ratsam, bei Differenzen mit der Aerzteschaft es nicht zum völligen Bruch kommen zu lassen. Denn auch da, wo die Aerzte etwa unberechtigte Ansprüche stellen, bleibt der Leidtragende am Ende immer die Kasse. Gegen die Krankenkassen und für die Aerzte scheint die Düsseldorfer Regierung Partei nehmen zu wollen. Sie hat angeordnet, daß sämtliche von den Krankenkassen ihres Bezirks mit beamteten Kassenärzten abgeschlossenen Verträge eingehend nachgeprüft werden sollen. In allen Fällen, in denen sich ergibt, daß die Zahl der Aerzte nicht eine sichere Gewähr für die angemessene Behandlung der Krankenvereinsmitglieder gibt, wird die Regierung in gleicher Weise einschreiten, wie in Köln und in Solingen. Der Krieg in Oftalien. Der Aufmarsch der Japaner vollzieht sich regelmäßig, aber mit nicht besonders großer Schnelligkeit. Doch sind ihre vorgeschobenen Kolonnen den russischen Vortruppen schon jetzt derart überlegen, daß die Russen sich gänzlich auf das Nordufer des Flusses zurückziehen. Wie aus Tofio gemeldet wird, ist Widschu von den Russen geräumt worden, ohne den rekognoszierenden Japanern irgendwelchen Widerstand entgegenzusetzen. Das Telegramm lautet: Meldungen aus Pingyöng bestätigen, daß eine japanische Patrouille am Sonnabend nach Widschu gekommen und die Stadt von den Russen verlassen gefunden hat. Die Koreaner teilten der Patrouille mit, daß die russischen Streitkräfte im oberen Bereiche des Yalu aus kleinen Gruppen bestehe. Die Japaner haben inzwischen starke Trupppenmassen in Korea angesammelt. Ihre Genietruppen sind eifrig mit dem Bau der Eisenbahn zwischen Söul und Widschu beschäftigt, um das Gros nach dem Norden an den Feind an die Yalulinie 311 schaffen. Ueber die Stärke der japanischen Truppen werden in einem Telegramm aus Schanghai folgende interessante Angaben gemacht: Es befinden sich gegenwärtig 260 000 Mann japanische Truppen auf dem Marsche. Außerdem sind in den Garnisonen 60 000 Mann unter den Waffen, abgesehen von den Reserven der dritten Klasse, die noch nicht mobilisiert sind. Der Generalstab bewahrt über den Feldzugsplan Stillschweigen, man nimmt aber an, daß die japanischen Streitkräfte, in drei Armeen geteilt, operieren werden. Die japanischen Behörden haben Tausende von Pferden requiriert, und jeder Armee wird voraussichtlich eine ziemlich bedeutende Kavallerieabteilung zugeteilt werden. Die Pferde und die Mannschaften der Reiterei scheinen der europäischen Kavallerie nicht gleichwertig zu sein, aber die japanischen Offiziere erklären, daß die Kavallerie sich ihrer Aufgabe gewachsen zeigen werde. Der größere Teil der nach Korea abgehenden japanischen Artillerie scheint feine schweren Geschütze zu führen, aber man glaubt, daß Japan mehrere Batterien mit schweren Geschüßen besitzt, die der besten Feldartillerie ebenbürtig sind. Außerdem hat es mehrere Batterien BergArtillerie. Das in ganz Korea und der Mandschurei herrschende Tauwetter hat die Straßen unpassierbar gemacht. Die Anzahl der bei Antung stehenden russischen Truppen wird auf 30 000 Mann geschäßt. Antung ist offenbar zur Basis für diejenige russische Armee bestimmt, die den Yaluübergang verteidigen soll. Die Hauptbasis der Russen ist Liaoyang, das mit 8000 Mann besetzt ist, während die Hauptmacht nach dem Yalu vorgerückt ist; es werden Verstärkungen für die Besagung von Liaoyang erwartet. Alle Anzeichen deuten darauf hin, daß in der Gegend von Antung eine entscheidende Schlacht stattfinden wird, falls die Japaner nicht eine große Flankenbewegung ausführen. Die Russen legen in der Umgegend von Antung eifrig Befestigungswerke an. 5000 Mann russischer Truppen stehen in Fönghwangtscheng, nordwestlich von Antung. Die Politik. Noch in dieser Tagung des Reichstags wird das 3entrum einen Antrag auf Revision des Aktienrechts einbringen. Ganz besonders soll das AufsichtsratsInstitut von Grund auf reformiert, und statt der bisherigen privaten Mitglieder soll die Einsetzung staatlicher Revisoren borgeschlagen werden. Eine solche Neuregelung des Aktienrechts wäre außerordentlich zu wünschen. Im Aktienwesen bestehen nach allgemeiner Uebereinstimmung schwere Mängel, deren Beseitigung dringend erforderlich ist. Prinz Christian von Schleswig- Holstein hat sich in einem Schreiben der Verwahrung des Herzogs Ernst Günther gegen eine Regelung der Thronfolge im Großherzogtum Oldenburg unter Verlegung der Rechte der älteren Sonderburger Linie angeschlossen. Auch sein Sohn, Prinz Albert zu Schleswig- Holstein, Rittmeister im Leibgardehusaren- Regiment, hat sich der Verwahrung des Chefs der Linie Sonderburg- Augustenburg angeschlossen. In dem Gefecht bei Owifokorero haben die Herero, wie jetzt bekannt wird, 14 Tote und 13 Verwundete gehabt. Unter den Toten befanden sich auch zwei Söhne des Häuptlings, Tetjo. Die Kolonne v. Glasenapp, die, wie schon gemeldet, nach dem Abzuge der Herero Owifoforero besezte, errichtete auf den Gräbern der am 13. März gefallenen Deutschen Kreuze und schmückte sie mit Kränzen. Dann zog die Kolonne nach Otjiku oko, das etwa 70 Kilometer nordöstlich von Okahandja liegt. Die Meldung, Samuel Maharero, der Führer des Hereroaufstandes, sei Ehrenmitglied der Deutschen Kolonialgesellschaft, wird im Organ der Deutschen Kolonialgesellschaft als selbstverständlich nicht zutreffend" bezeichnet. Der Oberhäuptling stehe nicht auf der Liste der Ehrenmitglieder und habe nie darauf gestanden. Ein durchaus nachahmenswertes Ortsstatut hat die Ortschaft Döbeln erlassen. Es bestimmt, daß ,, die Mitgliedschaft bei Vereinen den Fortbildungsschülern nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Schuldirektoriums erlaubt ist". Zuwiderhandlungen merden, sofern nicht auf Grund Jeseglicher Bestimmungen härtere Strafen anzuwenden sind, mit Geldstrafen bis zu 30 Marf oder mit Haft bis zu acht Tagen geahndet. In der Tat ist es ein grober Unfug, wenn nan junge Leute von 14 bis 17 Jahren zu Vereinen heranjieht. Italien. Papst Pius X. empfing am Ostermontag eine Abordnung des Komitees der deutschen Katholikentage. Der Präsident Graf Droste- Vischering verlas eine lateinisch abgefaßte Huldigungsadresse, in der dem Papst für die den deutschen Katholiken erteilten Ratschläge gedankt wird, die der katholischen Kirche und dem Staate von großem Nuzen gewesen seien. Der Papst erwiderte ebenfalls lateinisch. Er dankte den deutschen Katholiken für ihre Ergebenheit gegenüber der Kirche und betonte die freundliche Gesinnung des deutschen Kaisers und der deutschen Regierung gegen seine Person und die Kirche. Ein großer Teil des Verdienstes gebühre der Zentrumsfraktion des Reichstages. Der Papst wünschte sodann den deutschen Katholiken alles Gute und erteilte allen Anwesenden seinen Segen. Frankreich. * Abbé Loisy, der französische Staatspfarrer", der im französischen Kulturkampf sich bisher zu der Regierung hielt, hat jekt seinen Frieden mit der Kurie gemacht. Loisy's Bücher sind bekanntlich vom ,, Sant Ufficio" in Rom auf den Inder gesetzt worden, auch wurde ihm die Vornahme von gottesdienstlichen Handlungen untersagt. Papst Pius milderte den Spruch dahin, daß Loisy wenigstens in seinem Hause die Messe lesen durfte. Dadurch sah sich Loisy bewogen, auf den ihm vom Kabinett Combes übertragenen akademischen Lehrstuhl zu verzichten; er wird sich demnächst nach Rom begeben. Bei der Rückkehr wird er kaum mehr geneigt sein, es mit dem Kabinett Combes gegen die Kurie zu halten. Spanien. Mit einiger Besorgnis sieht man am Madrider Hof der Jestern angetretenen Reise des Königs Alfons nach Barel on a entgegen. Barcelona ist bekanntlich die Hauptstadt der revolutionären und anarchistischen Propaganda in Spanien. Die spanische Regierung hat strenge Maßnahmen zur Unterdrückung anarchistischer Umtriebe angeordnet. Am Tage der Ankunft des Königs in Barcelona sollen 52 Verjammlungen abgehalten werden; die republikanische Partei bestimmte heute 150 Redner, die in diesen Versammlungen prechen sollen. Alien. A Den Chinesen, die das formelle Protektorat über Tibet ausüben, macht das Vordringen Englands im Lande des Dalai Lama offenbar große Kopfschmerzen. Der Führer der englischen Tibetexpedition, Oberst Youngjusband, erhielt von dem Vertreter Chinas in Lhassa ein Schreiben, in welchem dieser mitteilt, er habe den Wunsch, mit dem englischen Vertreter zusammenzutreffen, der Dalai Rama weigere sich aber, ihm die Reise zu ermöglichen; er beabsichtige daher jetzt, nach Gyangtse zu kommen. Bis Byangtse will nämlich die britische Expedition marschieren. Afrika. Von einer Schlappe der Engländer in Westafrika berichten Meldungen, die in London eingetroffen sind. Danach jat die kürzlich gebildete Expedition zur Bestrafung der Ok potos, die im vergangenen Jahre zwei englische Beamte getötet haben, im Distrikt Bassa in Nordnigeria einen scharfen Busammen sto B mit den Okpotos aehabt. Bei Sin Pesh bre ft mache um zu ſehen, ob ich irgendwo ein laffen, ich mit dem utfcher eine fleine Fahrt durch wenn Sie mir erlaubten, mein Gepäck einstweilen hier zu hier aufhalten, und ich wäre Ihnen sehr dankbar, aber einmal hier in Mylrea bin, fo möchte ich mich noch eine baß ich Ihre Güte nicht länger mißbrauchen darf. Da ich bollfommen obdachlos gewefen. Ich weiß jedoch recht wohl, ohne Ihre große Liebenswürdigkeit wäre ich gestern abend Heidekraut. weißes Kreuz mit einem und um das Wert au Trönen, stand auf von Herbstblument ein unb fah, daß es eine Sammlung irischer Volkslieder war. gebundenes Buch; ich nahm es in die Hand, schlug es auf und straußes erblickten meine Augen ein fleines, in dunkles Leder Wüste von Schmutz und Staub! In der Nähe des BlumenDas suche ich gerade, sagte ich zu mir; eine Dase in einer Strauß Intonina" bemerkte Mrs. inker -- Dem Englischen nacherzählt von J. Cassirer. und die Millerstochter. während ( Nachdruck berboten.) meine Wahl auf das öftliche Schon feit vielen Jahren berfolgte ich die Gewohnheit, Ferien gewisse Gegenden des Auslandes zu Frankreich gefallen. bergangenen Sommer Juß zu dursstreifen, und so war im Sauntauar Mein Junger Bursche zuberichtlich nun sein wie es wolle, Monsieur, gehofft, daß die heilige Jungfrau ihm Jeanne Frau geben würde, und er war im höchsten Grade aufin der Dämmerung an wollte, wurde ich ergriffen, und so unvermutet und so rasch jenem Abend, gerade als ich mich zum Stelldichein begeben gebracht, als er sich bei Jeanne einen Korb bolte. Mag dem Odeau mit Namen, verraten bat. Er hatte ging die Geschichte noch den Versuch vor sich, daß ich mich weder verteidigen, Fonnte. Mit dem diesem gelang es den Feinden, in das englische Karree einzudringen. Dabei wurden viele Personen getötet. Unter ben Getöteten ist kein Europäer. Hof und Gesellschaft. *** Gestern früh ging die„ Hohenzollern" mit dem Ka i ser an Bord in Begleitung des Friedrich Carl" und der„ Sleipner" unter dem Geschützdonner der Forts und des„ Flavio Gioia" von Messina nach Palermo ab. Ueber den Schluß des Aufenthaltes in Messina, wird gemeldet, daß am Abend des ersten Ostertages der Ruderklub dem Kaiser auf vielen fest lich geschmückten und illuminierten Booten eine Serenad darbrachte, während gleichzeitig am Kai vor dem Muni zipium eine Kapelle fonzertierte, welche auf stürmisches Ver langen des Publikums, in dem alle Stände vertreten waren, die deutsche Volkshymne und die Marcia reale spielen mußte wobei eine deutsche Fahne entfaltet wurde." Hohenzollern" und Friedrich Carl" beleuchteten die Stadt, die Forts und die Berge mit Scheinwerfern. Am zweiten Ostertage machte der Kaiser mit den Herren der Umgebung zu Wagen einen Ausflug in die pelorischen Berge nach Castanea della Furie wo man nach etwa zweistündiger Fahrt anlangte. Von hier bot sich eine wundervolle Aussicht auf die Meerenge von Messina, die liparischen Inseln, die Nordküste Siziliens und die drei tätigen Vulkane Aetna, Stromboli und Vulcano. Der Rückweg wurde über Campo Inglese und die die Forts verbindende Strada militare genommen. Während der ganzen Fahrt brachte die Bevölkerung dem Kaiser lebhafte Ovationen dar. Im Ausland verbreitete ungünstige Gerüchte über das Befinden des Kaisers werden halbamtlich als falsch erklärt. Der Kaiser erfreue sich andauernd des besten Wohlseins. XIII. deutscher Turntag. Berlin, 5. April. Die aus Anlaß des deutschen Turntages von den Berliner Turngauen vorbereiteten Veranstaltungen wurden am Oster. montag durch eine Gedenkfeier am Jahndenkmal in der Hasenhaide eingeleitet, zu der sich außer den Mitgliedern des Ausschusses der deutschen Turnerschaft die meisten Abgeord neten, sowie zahlreiche Berliner Turner mit ihren Bannern und Fahnen eingefunden und am Denkmal Aufstellung ge nommen hatten. Nach dem Gesange des Maßmannschen Liedes„ Ein Ruf ist erklungen" hielt Professor Dr. HahnHamburg, der stellvertretende Vorsitzende der deutschen Turnerschaft, eine tief empfundene Ansprache, die mit einem dreifachen Heilruf auf die deutsche Turnerschaft, das deutsche Volk und auf Kaiser und Neich schloß. Hierauf legte der greise Vorsitzende der deutschen Turnerschaft, Dr. med. Ferd. Götz- Leipzig- Lindenau, mit machtvoll wirkenden Worten einen mit den deutschen Farben geschmückten Kranz am Fuße des hehren Denkmals nieder. Das Lied Deutschland, Deutschland über alles" beendete die erhebende Feier, der ein Besuch des Friesenhügels im Karlsgarten folgte, wo Stadtschulrat Professor Dr. Rühl- Stettin einige mahnende Worte an die Jugend richtete und ihr treues Festhalten am deutschen Turnen zur Pflicht machte. Am Abend fand in der Philharmonie eine Begrüßungsfeier statt, die eine äußerst zahlreiche Versammlung herbeigezogen hatte. Nach Eröffnung des Kommerses durch Kanzleirat Agrott brachte nach einem von Berlinern Turnsängern vorgetragenen Vaterlandsliede Professor Dr. Reinhardt einen Heilruf auf den Kaiser aus. Der deutschen Turnerschaft galt die Ansprache des Vorsitzenden Dr. Goetz- Leipzig, dem im Anschlusse daran eine stürmische Huldigung dargebracht wurde. Musikvorträge, turnerische Vorführungen und humoristische Darstellungen hielten die große Versammlung noch lange beisammen. Am Ostermontag früh 9 Uhr eröffnete in dem festlich geschmückten Sitzungssaale des alten Abgeordnetenhauses Dr. Goetz den Turntag und teilte unter dem lebhaften Beifall der Versammlung folgenden Drahtgruß des Reichskanzlers Grafen v. Bülow mit: " Den XIII. deutschen Turntag begrüße ich bei seinem Zusammentritt mit besten Wünschen für sein Gelingen. Möchten die dort gewonnenen Eindrücke dazu beitragen, der edlen, Körper und Geist stählenden Turnerei in immer weiteren Kreisen Eingang zu verschaffen." Der Namensaufruf ergibt die Anwesenheit von 300 Abgeordneten. Der Vorsitzende Dr. Goetz verliest den Jahresund Geschäftsbericht, der nach einer Reihe von Erörterungen angenommen wird. Den Kassenbericht gibt der Kassenwart, Kanzleirat Agrott- Steglig, und stellt fest, daß die Kasse der deutschen Turnerschaft ein Vermögen von 74 690,66 Mart und die Stiftung für Errichtung deutscher Turnstätten ein solches von 50 684,64 Mart hat. Aus dieser Stiftung sind in den letzten fünf Jahren über 34 000 Mart an Turnvereine berteilt worden. Dem Kassenwart wird auf Antrag der Kassenprüfer Entlastung erteilt unter dem Ausdrucke des Dankes für die geordnete Verwaltung. Nach eingehender Verhandlung, die durchaus sachlich geführt und von großen Gesichtspunkten geleitet wird, wird dem Antrag des Verbandes deutschfreiheitlicher Turnvereine in Desterreich auf Zulassung seiner Vertreter zum deutschen Turntage zugestimmt und folgender Antrag des Ausschusses: Der Turntag wolle beschließen: In Erwägung, daß zur Zeit eine Wiedervereinigung der sämtlichen zur deutschen Turnerschaft in Desterreich gehörenden Turnvereine, so wünschenswert sie auch ist, untunlich erscheint, erteilt der Turntag der zu dem Verbande der deutschfreiheitlichen Turnvereine zusammengeschlossenen Vereine, so lange die Bestimmungen in dem Grundgesetze des XV. Turnkreises noch besteht, die die Ausscheidung der sog. deutschfreiheitlichen Turnvereine beranlaßt hat, die Rechte und Pflichten eines Kreises mit der Bezeichnung XVb unter der Bedingung, daß der bisherige, an den Streit und an politische Verhältnisse erinnernde Name des Verbandes in Wegfall kommt. Nach eingehender Be gründung durch Professor Dr. Partsch- Breslau mit großer Mehrheit angenommen. Die fraglichen Bestimmungen" sind der sogenannte„ Arierparagraph", der sich gegen die Aufnahme von Mitgliedern jüdischer Abstammung richtet. Nach Annahme einiger durch das bürgerliche Gesetzbuch bedingter Aenderungen der Satzungen der Stiftung für Er richtung deutscher Turnstätten werden die Verhandlungen auf den 5. April vertagt. Gegen 5 Uhr nachmittags fanden sich die Vertreter der deutschen Turnerschaft in den prächtigen Räumen des Kaiserhofes zum Fest bankett zusammen, das sehr anregend verlief und bei dem Bürgermeister Dr. Reicke nach dem Heilruf auf den Kaiser in vollendeter Rede ein Hoch auf die deutsche Turnerschaft ausbrachte. In Erwideruna desselben weihte Stadtschulrat Dr. Rühl sein Glas der Stadt Berlin und ihrer turnfreundlichen Behörde. Ein Schauturnen der Berliner Turngaue in der städtischen Turnhalle, Prinzenstraße, beendete die Veranstaltungen des arbeitsreichen Tages. Außer den bereits genannten Ehrengästen waren erschienen Major v. Ditfurth, der Direktor der Militär- Turnanstalt, und als Vertreter des Kultusministers und des Ministers des Innern die Herren Geheimräte Dr. v. Sandt und Hinze. Nab und Fern. Die Verhandlungen des ersten internationalen Kongresses für Schulhygiene wurden gestern durch eine Ansprache des Prinzen Ludwig Ferdinand von Bayern eingeleitet, in welcher der Prinz auf die große Aufgabe der Hygiene in der Schule hinwies, von dem zarten findlichen Organismus alle Schädlichkeiten fernzuhalten und ihn gegen äußere und innere Einflüsse zu stählen. Der Prinz gab der Erwartung Ausdruck, daß der Kongreß weiteren Kongressen vorarbeiten werde. Der Vorsitzende des Kongresses, Professor Griesbach- Straßburg, dankte dem Prinzen sowie dem Ehrenpräsidenten, den Ministern v. Wehner und Frhrn. v. Feilitzsch, und schloß mit einem Hoch auf den Kaiser, den Prinzregenten und den Prinzen Ludwig Ferdinand von Bayern. Regierungspräsident Freiherr v. Welser sprach namens der bayerischen Staatsregierung, Bürgermeister Jäger für die Stadt Nürnberg, Regierungsrat Wußdorf als Delegierter des kaiserlichen Gesundheitsamts, Geh. Oberregierungsrat Dr. Matthias für das preußische Kultusministerium, sowie als Delegierter der württembergischen Regierung Regierungsrat Jehle. Auf dem Kongreß sind sämtliche europäischen Staaten mit Ausnahme der Türkei vertreten, ferner Japan. Generalsekretär Dr. Schubert dankte den Regierungen, Behörden und Organisationskomitees in den verschiedenen Staaten. An den Kaiser und den Prinzregenten von Bayern wurden Huldigungstelegramme abgesandt. Schneetreiben im Riesengebirge. In den Osterfeiertagen trat im größten Teil des Riesengebirges Schneetreiben ein. Der Schnee ist bis zu einer Höhe von 1,60 Meter gefallen. An der östlichen Seite der Bauden reichen die Schneemassen bis an die Dächer heran. Auf dem Gehänge ragen die Telegraphenstangen kaum einen Meter hoch aus dem Schnee ver. aus. Die übrigen Teile des Gipfels der Schneekoppe zergen Schneemassen von 1,5 bis 2,5 Meter Höhe. Steckbrieflich verfolgter Mädchenhändler. Gegen den Musiker J. B. Cuvillier aus Nizza haben die bayerischen Behörden einen Steckbrief erlassen. Cuvillier, der sich den Professortitel beilegt, ist dringend verdächtig, im Februar d. Is. in Nürnberg Kellnerinnen unter dem Vorgeben, ihnen glänzende Stellungen zu verschaffen, in öffentlichen Häusern im Auslande zu verkuppeln versucht zu haben. Der Flüchtige ist 40-50 Jahre alt, von elegantem Auftreten, hat volles Gesicht, dunkle Gesichtsfarbe, dunkelblonden Schnurrbart, schielt auf beiden Augen, spricht mehrere Sprachen und ist entweder Ungar oder Italiener. A Schreckensszene an Bord eines Schiffes. Auf dem englischen Dampfer ,, Arabistan", der von Newyork nach Montevideo unterwegs war, ereignete sich eine furchtbare Tragödic. Ein zur Besatzung gehöriger italienischer Matrose namens Gallenducci hatte einen Kameraden geprügelt. Vor den Kapitän geführt, wurde er zu einer Freiheitsstrafe verurteilt. Als er abgeführt werden sollte, riß er sich los, zog den Revolver hervor und verwundete den Kapitän und die übrigen drei Schiffsoffiziere lebensgefährlich. Dann eilte er an Deck und schoß zwei Matrosen nieder, die ihn ergreifen wollten. Erst im nächsten Hafen gelang es, ihn unschädlich zu machen und zu fesseln. Bockengefahr in Bochum. In Bochum sind drei Fälle von Bockenerkrankungen fonstatiert worden. Das Elisabethhospital, in dem die Kranken Aufnahme gefunden haben, ist vorläufig für acht Tage gesperrt, die mit den Kranken in Berührung gekommenen Personen sind isoliert und alle sonst erforderlichen Schutzmaßnahmen getroffen worden. Zwei Aufsehen erregende Liebestragödien werden gemeldet. In Grosseto erschoß sich der 16jährige italienische Gymnasiast Tosini zusammen mit einer 15jährigen Engländerin Lilia Bonn, mit der er ein Liebesverhältnis hatte. In Paris verwundete der Dragonereinjährige Henri Mielbaque seine Geliebte, die Halbweltlerin Jeanne Tamin, in einem Hotel schwer durch einen Revolverschuß. Gewaltige Ueberschwemmungen werden aus Ohio ge= meldet. Vier Menschen sind dabei umgekommen. Obgleich alle Arbeitsfähigen an den Dämmen des großen Sanimelbeckens arbeiten, der größten künstlichen Wasseranlage in der Welt, ist doch bereits ein 30 Fuß breiter Riß entstanden, und man fürchtet, daß die ganze Einschließung fortgerissen werden könnte. Das Sammelbecken bedeckt einen Flächenraum von 30 000 Morgen, es ist auf der Wasserscheide zwischen dem Ohio und den Seen angelegt und speist die Kanäle nach beiden Seiten. Eine Anzahl von Städten haben keine Kraft für ihre Wasserwerke, ihre Beleuchtung und für den Betrieb der elektrischen Trambahnen. Viele Fabriken mußten die Arbeit einstellen. Der östliche Teil der Stadt Marion liegt in Trümmern. Bunte Chronik. In Hamburg tötete der Lumpenhändler August Geiger seine Frau durch zwei Schüsse und erhängte sich darauf selbst. -Der 55jährige Waldarbeiter Perkler zu Stolberg erbrosselte sein 16jähriges Dienstmädchen Anna Müller in hrem Bett und erschoß sich dann selbst mit einem Tesching. Vermilchtes. [ Eine Razzia auf rückständige Steuerzahler.] Giner niedlichen Aprilscherz bringt ein Berliner Montagsblatt. Die neue Polizei- Verordnung für die Gastwirtsbetriebe in dem Kreise Teltow- Beeskow- Storkow wurde am Osterheiligabend zum ersten Male zur Durchführung gebracht. Bekanntlich ist es den Gastwirten in dem genannten Kreise verboten, Steuerrückständigen Getränke zu verabfolgen. Zwecks Durchführung dieser Bestimmung wurden am Sonnabend wie auch an den beiden Osterfeiertagen sämtliche Polizeidiener mobilisiert, die von Lokal zu Lokal wandern mußten, um festzustellen, ob ein schlimmer Steuerrestant, anstatt die heiligste Bürgerpflicht zu erfüllen, sich an Bier oder sonstigen alkoholischen Getränken gütlich tat. Das Resultat dieser Razzia soll gleich Null gewesen sein; zumeist waren es Berliner Ausflügler, welche ja glücklicherweise berechtigt sind, auch dann noch einen Schoppen zu genehmigen, wenn sie mehrere Quartale Steuerrückstände aufweisen. Leider ist in der Verordnung nicht gesagt worden, ob die Vorortsbewohner bei dem Besuche einer Ge wirtschaft ihre letzte Steuerquittung als Legitimation d Kellnern vorzuzeigen haben. A[ Ironie des Schicksals.] zu Triest erschoß sich im Cos eia ** Abgg. H bagnlinien, e Oriental der 24jährige Friedrich Erber, gebürtig aus Lieteinen Antrag betr. Schreiberstelle und befand sich in bitterster Notlage. In die nach Lau ba berlassen hatte, langte in der Zwischenzeit ein Schreiben eine sice Erbauung einer in Steiermark. Erber suchte in Triest vergebens Hotel, wo er logierte, das er aber seit den Morgenstund Tante Erbers an, welches die Mitteilung enthielt, daß er ei reiche Erbschaft gemacht habe. Der Unglückliche aber w bereits tot. Das Neueste aus den Witzblättern. Der beleidigte Ochse. Wenn ich Sie einen ochsen nenne, so ist das eine Beleidigung, aber nicht für sondern für den Ochsen!" Ein jedes Tierchen... A.:„ Wozu hast nur deinen Abreißkalender hängen, wenn er doch nie de richtige Datum zeigt! Heute ist nun schon Sonnabend, u dort hängt immer noch der Donnerstag." B.:„ Ich bit dich, Mensch, gönne mir doch das Vergnügen. Sieh n so bilde ich mir immer ein, es wäre erst Donnerstag; denke dir mun die Freude, wenn ich morgen aufstehe un finde, daß es Sonntag ist!" ( Dorfbarbier.) Aus dem Gerichtsfaal. LI bet § Bouillon ist kein Getränk. Die Warenhausbesiter M. u. H. in Hamburg waren vor einiger Zeit wegen V gehens gegen die Gewerbeordnung angeflagt worden, weil sie in ihrem Etablissement Bouillonproben an Kunden abfolgt hatten. Das Landgericht hatte die Angeklagien fre gesprochen und zwar mit der Begründung, daß Bouillon eine Suppe und fein Getränk sei. Die seitens der Staatsanm schaft gegen das Urteil eingelegte Berufung ist jetzt vom Obe landesgericht verworfen worden, so daß es bei dem Freispru berbleibt. Was verspricht uns das Radium? Auf der ganzen Welt ist man eifrig auf der Suche nat dem neuen Wundermetall, dem, ach so seltenen und teure Radium, das bisher die Kleinigkeit von etwa 160 000 Mar pro Gramm kostet. Jetzt will ein Karlsbader Geologe i den Spalten der dortigen heißen Quellen krystallinische Sub stanzen mit ansehnlichem Radiumgehalt entdeckt haben. Dann würde Karlsbad für die leidende Menschheit in seinen Quellen einen neuen Schatz aufgespeichert haben, denn die Nutzbar machung des Radiums scheint hauptsächlich auf medizinischem Gebiete zu liegen. Zum Ersaße der Röntgen- Apparate, wie man anfangs glaubte, ist Radium allerdings bisher nicht geeignet. Wäh rend das, worauf es bei der Durchleuchtung menschlicher Körper hauptsächlich ankommt, den Röntgen- Strahlen in her borragendem Maße eigentümlich ist, nämlich daß verschiedene feste Körper, Fleisch, Knochen, Metall in verschiedenem Maße für die Röntgen- Strahlen durchlässig sind, findet sich diese Eigenschaft bei den Radiumstrahlen nur in erheblich ge ringerem Maße. Sie durchdringen alle diese Körper mit an nähernd gleicher Leichtigkeit, und ein photographisches Bild nach Art der Röntgen- Bilder, mit Radiumstrahlen aufgenom men, unterscheidet Fleisch und Knochenteile nicht voneinander, Metallteile nur in erheblich geringerem Maße als RöntgenStrahlen. Natürlich ist nicht ausgeschlossen, daß in dieser Beziehung die Wissenschaft demnächst Fortschritte macht, welche die Radiumstrahlen zum Ersatze der Röntgen- Strahlen ge eignet machen könnten. Ebenso ist es nicht ratsam, sich vom Radium für die Augen heilkunde zu viel zit versprechen, wie es einige Forscher tun Für das Auge sichtbar sind die von Radium ausgehende Strahlen ohne weiteres nicht. Erst wenn man mehrer Stunden lang im stockfinsteren Raume das Auge in außer gewöhnlicher Art für schwächste Lichtempfindungen empfäng lich gemacht hat, bemerkt man eine von dem Radium aus gehende Erscheinung, die einem Funkensprühen ähnlich ist. Auch kann man eine allgemeine Lichtempfindung im Auge bervorrufen, wenn man Radium in die Nähe des geschlossenen Auges bringt, ein Experiment, das aber, wenn öfter wieder holt, wahrscheinlich von unheilvollem Einfluß auf die Seh kraft sein wird. Für sonstige medizinische Zwecke steht aber wohl den R diumstrahlen eine große Zukunft bevor; mar hat näml sicher beobachtet, daß unter dem Einflusse der Radiumſtrahle Bakterien schnell getötet werden, aber gleichzeitig auch de sehr unangenehme medizinische Eigenschaft, daß die Strahle auch das Körpergewebe sehr energisch beeinflussen und den auf der Haut hervorbringen, welche außerordentlich long sam heilen. Vielleicht steht das mit dem Ums'ande im sammenhange, daß auch für den Heilprozeß Bakterien forderlich sind, eine Hypothese, welche aufgestellt wurde, d bekannt wurde, daß in Polargegenden, wo die Luft und d Wasser außerordentlich frei von Bakterien sind, die Hautver letzungen der Nordpolfahrer keine Eiterungen zeigten, c auch nicht heilten. Als ganz ausgeschlossen muß es vorläufig betrachtet den, die Energie der Radiumstrahlen technisch zu verwerte mit der Absicht, Brennmaterial zu ersparen. Dagegen fri natürlich die außerordentliche Kleinheit der ausgestrahl Energiemengen und der überaus hohe Preis des Materi selbst, sowie die geringe Aussicht, daß in absehbarer Zeit Darstellung sich erheblich billiger gestalten fönnte. Radium für rein elektrotechnische Zwecke vielleicht eine deutung gewinnen wird, steht auch noch dahin; immer ist die Erscheinung bemerkenswert, daß die Umgebung ein Unter Abände read Station Ga Die verehrliche II. R jun exfuchen: a. wegen Erbau Station Bab Steinfurt, unter Benug Hörgern, for und Wazen Großh. Un der Gail's Gießenb. wegen BentralBurkhard oder Que burchfreu mit den betei Privaten alsbo II. Nach er Gemeind fähigen zuschuß nehmer P.-A. eine Sigung Gefangen der etwa 200 der Gefangve im Areise v einzelnen für Borsigende de eröffnete die bauer- Gefang Homberge Vereins und auf unsern eines Ehrenp Wohlwollen ergriff das reich wie m aufzusuchen. uberzeugt, d feien, das 1 die Teilnah habe doch d fefte Heimfta Hoch. Die S ledigung. S nochmals du wurden die für die Bre effen verein bis zum fich bei den gemein eine Und das is Tage zu P Rol Bierteller" fowie ein n anzusehen si wohl lohnen Stimme" au der Walfi Gesamtgewi daß in ei einem men fondern mu artigen Ab weniger af abfolut ni gerade der junger M recht nettes 62 Ctm. Hama", ift und ein B teil der heu 3u ologie gegentommer pfangsbureau ** Der winzigen Stückchens Radiums die Luft bis auf Entfernung Seffen hält bon 30 bis 40 Zentimeter elektrisiert und dann den elett schen Strom leichter leitet, so daß in der Nähe von Radi zum Beispiel eine Funkenstrecke noch zum Arbeiten komm welche in gewöhnlicher Luft zu lang für das Ueberspring der Funken ist. Weit wichtiger aber noch ist die Bedeutung der Eige schaften des Radiums als Wegweiser auf dem Gebiete Elementeforschung. Es scheint, daß der englische Fori Ramsay recht behalten soll, dessen Untersuchungen die Wa scheinlichkeit nahegelegt haben, daß das Radium sich währe der Ausstrahlung ganz allmählich in Helium verwand Selium ist nun ebenso wie Radium ein einfacher Störper Element, und bisher galt es bekanntlich als völlig unmögl ein Element weiter zu zerlegen oder ein Element in ein deres umzuwandeln. Wenn das jetzt möglich wird, so wit man streng wissenschaftlich die Arbeit der Alchimisten fo setzen, welche früher versucht haben, aus anderen Körp Gold zu machen. Generalverfar Di gefunder daß unsere Berbefferung hat. Bielfac fähigere Tie ausflic Blid während auf wird. Def auf eine di Bewegung Die eigentli ferung der hervorbringe mehr austor wirte dara en Besuche einer als Legitimation rieft ericho fih in ber, gebürtig aus Triest bergeben eriter Notlage. feit den Morgen nzeit ein Schreibe ung enthielt, daß Lokales. 6. April 1904. ** Abgg. Hirschel und Köhler- Langsdorf haben äten Antrag betr. die Erbauung zweier Eisenbahnlinien, einerseits nach Bad Nauheim, anderfeits nach Laubach eingereicht. Derselbe lautet: Unter Abänderung eines Antrages des Abg. Köhler, die Erbauung einer Eisenbahnstrecke von Ober- Hörgern Unglückliche aber mach Station Garbenteich betreffend, beantragen wir, litzblättern. Wenn ich Sie einen gung, aber nicht für .A.: Wozu b wenn er doch m n schon Sonnaben Stag."- B.: Vergnügen. Si re erst Donnersta ich morgen aufste ( Dorfbarb chtsfaal. Die Warenhaus einiger Zeit wege angeflagt worden proben an Kunde tte die Angeflagi ndung, daß Bouill eitens der Staatso rufung ist jest bom Daß es bei dem Fre eifrig auf der Sud ch so seltenen und bon etwa 160 000 Karlsbader Geol uellen frystallinis halt entdeckt haben enschheit in feinen C haben, denn die tfächlich auf medi Die verehrliche II. Rammer wolle beschließen, Großh. Regierung Bu ersuchen: a. wegen Erbauung einer Eisenbahnstrecke, ausgehend von Station Bad Nauheim an der Main- Weser- Bahn über Steinfurt, Oppershofen, Rockenberg, Griedel, weiter unter Benutzung der Strecke Butzbach- Lich, nach OberHörgern, sodann über Eberstadt, Holzheim, Grüningen und Wagenborn- Steinberg nach einer zwischen dem Großh. Universitätsforstgarten im Gießener Wald und der Gail'schen Thonwarenfabrik an der Eisenbahnstrecke Gießen- Gelnhausen einzurichtenden Zentral- Station, b. wegen Erbauung einer Eisenbahnstrecke von diesem Bentral- Punkte aus über Hausen, Steinbach, Albach, Burkhardsfelden, Hattenrod, Harbach bei Ettingshausen oder Queckborn, die projektierte Linie Lich- Grünberg durchkreuzend über Wetterfeld- Lauter nach Laubach mit den beteiligten Gemeinden, Gemarkungsinhabern und Brivaten alsbald in Verhandlungen einzutreten; II. Nach erlangter Uebereinkunft zwischen den beteiligten Gemeinden, Privaten 2c. und irgend einer leistungsfähigen Bau- und Betriebsgesellschaft einen Staatszuschuß von 25 000 Mt. per 1 Kilometer dem Unternehmer zu gewähren. P.-A. Am Ostermontag fand im„ Neuen Saalbau" eine Sigung von Delegierten aller an dem nationalen das Radium Gewett streitt teilnehmenden Bereine statt, zu der etwa 200 Herren erschienen waren. Außer den Vertretern der Besangvereine waren Herr Oberbürgermeister Mecum im Kreise von 6 Stadtverordneten, sowie Mitdlieder der einzelnen für das Fest eingesetzten Ausschüsse zugegen. Der Borsigende des geschäftsführenden Ausschusses, Herr Linker eröffnete die Situng. Ein Chor des festgebenden Maschinenbauer- Gesangvereins schloß sich an; alsdann sprach Herr W. Homberger Worte des Willkomms im Namen dieses Vereins und der Ausschüsse. Sie endeten mit einem Hoch auf unsern funstsinnigen Landesherrn, der durch Stiftung eine Ehrenpreises auch diesem Unternehmen gegenüber sein Wohlwollen bereits ausdrückte. Der Herr Oberbürgermeister ergriff das Wort, um den Vereinen zu empfehlen, so zahlreid wie möglich an den Tagen des Wettstreites unsere Stadt aufzusuchen. Nach kurzem Schwanken habe er sich bald uberzeugt, daß Gießen und der festgebende Verein imftande seiem, das Unternehmen würdig und festlich auszugestalten; die Teilnahme der Bürgerschaft stehe allseitig in Aussicht; habe doch der Männergesang in unserer Stadt längst eine feste Heimstätte gefunden Der Kunst galt des Redners hoch. Die Arbeiten des Delegiertentages fanden glatte Erledigung. Die Bedingungen für das Wettsingen wurden nochmals durchgesprochen und endgiltig festgestellt, ebenso wurden die Vereinbarungen für die Werbungsbestimmungen für die Preisrichter getroffen und genehmigt. Ein Mittag effem vereinigte die Delegierten und die hiesigen Teilnehmer bis zum Abend. Festzustellen war erfreulicher Weise, daß fich bei den Vereinen, die für unsern Wettstreit rüſten, allgemein eine frohe erwartungsvolle Stimmung geltend machte. Und das ist gewiß von guter Vorbedeutung für die festlichen Lage zu Pfingsten. parate, wie man a her nicht geeignet. urchleuchtung meni Röntgen- Strahlen in t, nämlich daß veridie all in verschiedenem fig sind, findet sich d len nur in erheblich alle diese körper m ein photographisch Radiumstrahlen a enteile nicht von rem Maße als R geschlossen, daß in Fortschritte macht Der Röntgen- Strahle om Radium für die Aug vie es einige forfder t von Radium ausgehend Erst wenn man meh aume das Auge in a chtempfindungen en ne von dem Radi Funkensprühen äly ichtempfindung die Nähe des ge aber, wenn öfter m Einfluß auf e steht aber wohl bevor; mar hat nilusse der Radium aber gleichzeitig genschaft, daß die isch beeinfluffen un welche außerordentli nit dem Umfande i Heilprozeß Batter lche aufgestellt wur den, wo die Luft v akterien sind, die Citerungen zeigten borläufig betradret len technisch zu verwer § Rollossal Geschwister. Im Restaurant„ Lonys Bien feller" werden von morgen ab 3 selten schwere Geschwister, sowie ein niedliches Fräulein gezeigt werden, die einmal anzusehen sich nach den uns vorliegenden Zeitungsnotizen wohl lohnen dürfte. So schreibt unter anderen die Freie Stimme" aus Radolfzell: Zur Zeit präsentieren sich hier in der„ Walfischhalle" 3 ostpreußische Kolossal- Geschwister im Gesamtgewicht von 657 fd. Es ist wirklich unbegreiflich, daß in einem Zeitraum von z. B. 3 Jahren( Emil) bei einem menschlichen Wesen sich eine solche Fülle, nicht Fett, sondern muskulöses Fleisch bilden kann. Bei anderen derartigen Abnormitäten findet man häufig, daß dieselben einen wemiger ästhetischen Anblick bieten, währenddem diese Kinder absolut nicht abstoßend zu beschauen sind. Im Gegenteil gerade der 15 jährige Wilhelm ist ein hübscher, intelligenter junger Mann, ein tolossales Menschengebilde. Auch ein recht nettes, niedliches Dämchen im Alter von 17 Jahren, 62 Ctm. hoch und 14 Kilo schwer, die Prinzessin Nouma Sawa", ist daselbst zu sehen. Die Kinder sind höchst interessant ersparen. Dagegen und ein Besuch sehr zu empfehlen. Näheres im Inserateneinheit der ausgeftra teil der heutigen Nummer. day in absehbarer Zeologie wurde von der Kgl. Eisenbahndirektion in enthohe Preis des Mat geftalten fönnte. D Swede vielleicht eine uch noch dahin; imm daß die Umgebung (!) Zum Kongreß für experimentelle Psygegenkommender Weise ein Zimmer am Perron als Emfangsbureau zur Verfügung gestellt. ** Der Tierschußverein für das Großherzogtum Luft bis auf Entfernubessen hält am 18. Mai in Büdingen seine diesjährige iert und dann den el Generalversammlung ab. ig für das Ueberspringesunder Tiere. Es fann feinem Zweifel unterliegen, in der Nähe von Rai och zum Arbeiten for ** Die Züchtung leistungsfähiger und daß unsere Landwirtschaft in den letzten Jahren in der Landw. Provinzialvereins in Lauterbach Bell, Wenings und Tiergarten die beste Gelegenheit bieten, heem Jungvieh Weiden werden voraussichtlich Anfang Juni eröffnet und eine rationelle Aufzucht zu teil werden zu lassen, Die stellen sich die Kosten für Rinder auf 35 Mark, für Fohlen auf 55 Mart pro Stück und Weidenzeit. Zum 1- Male fönnen in diesem Sommer die auf die Weide zu sch ckenden Fohlen auch beim Provinzialverein versichert werden. Die Fohlenbesizer, die vor haben ihre Tiere auf die Fohlenweide Tiergarten zu schicken werden gut tun, jezt schon ihre jungen Tiere täglich aus dem Stall zu bringen, ihnen Bewegung zu schaffen und sie so an die Luft zu gewöhnen, damit wenn sie auf die Weide kommen, sie sich nicht durch die sogenannte Stallblindheit verlegen und durch die ungewohnte Lebensweise in der Entwicklung schädigen. ** Sollen Stadtverordnete städtische Arbeiten übernehmen? Diese Frage wird schon seit einiger Zeit in Hannover aus Anlaß bestimmter Fälle lebhaft erörtert. Nun hat das dortige Bürgervorsteherkollegium folgende Erklärung beschlossen:„ Das Bürgervorsteherkollegium hält es in seiner großen" Mehrheit für wünschenswert, daß seine Mitglieder Lieferungen und Arbeiten für die Stadtgemeinden Hannover nicht übernehmen, auch nicht ähnliche Geschäftsverbindungen mit derselben eingehen. Dementsprechend haben die unterzeichneten Bürgervorsteher sich entschlossen, in Zukunft solche Lieferungen und Arbeiten weder freihändig, noch im Wege der Ausschreibung zu übernehmen und dieses zur Kenntnis des Magistrats zu bringen." Diese Erklärung wurde von 21 Bürgervorstehern unterschrieben. Drei nicht anwesenden Bürgervorstehern wird jene Erklärung zur Unterschrift noch vorgelegt werden. - ** Das Wetter im April. Nach der Tagesprognose liegt die Temperatur vom 1. bis 7. April bedeutend unter dem Mittelwert, vor allem in den ersten Tagen. Schneefälle treten zahlreich auf, doch ist das Wetter im allgeineinen trocken. Regenfälle sind an einigen Tagen in größerer Ausdehnung wahrscheinlich, doch bleiben sie nur unbedeutend. Vom 7. bis 12. April nehmen die Regenfälle an Verbreitung und Stärke zu, und die Temperatur hält sich unter der normalen. Die Schneefälle hören auf. Vom 13. bis 16. April steigt die Temperatur bis zur normalen Höhe. Um den 15. April, einem kritischen Termin 2. Ordnung dürften ausgedehnte und ergiebige Niederschläge eintreten. Vom 16. bis 25. April fällt die Temperatur anfangs wieder unter das Mittel und bleibt in der ersten Hälfte unter diesem, in der zweiten Hälfte dieser Periode steigt sie jedoch wieder bis zur normalen. Die letzten Tage bringen vereinzelte Gewitter, namentlich in Süddeutschland und Defterreich. Regen treten in den ersten Tagen in größerer Ausdehnung, aber nur schwach auf, worauf es wieder trocken wird; zuletzt stellen sich wiederum schwache Regen ein. Vom 26. bis 30. April endlich fällt die Temperatur zunächst bedeutend unter die normale und dürfte sich erst in den letzten Monatstagen wieder bis zum Mittel erheben. Einzelne Schneefälle finden noch in den ersten Tagen statt; die Regen sind unbedeutend, so daß die Witterung als trocken zu bezeichnen ist. Der 29. April ist ein kritischer Tag 1. Ordnung. = Frankfurt a. M., 5. April. Der Bureauvorsteher Neander von hier, der infolge der Aufregung über den Lichtenstein'schen Mord plößlich geistesgestört wurde und in die Frrenanstalt Weilmünster verbracht werden mußte, ist soweit hergestellt, daß er in den nächsten Tagen die Anstalt verlassen tann. Wiesbaden. Hier verstarb im Alter von 51 Jahren Herr Kgl. Dekonomierat Dahlen, Generalsekretär des Deutschen Weinbauvereins und Redakteur der Zeitschrift „ Weinbau und Weinhandel". Dahlen war ein im ganzen Reiche bekannter, hochgeschäßter Fachmann; er organisierte die alliährigen Kongresse des Deutschen Weinbauvereins und war Sachverständiger im Reichsamt des Innern für alle Weinbaufragen. Wiesbaden, 5. April. Am Donnerstag wird der Herzog von Koburg mit seiner Mutter, der Herzogin von Albany zu längerem Kuraufenthalt hier eintreffen. □ Erbach a. Rh., 5. April. Prinz Albrecht von Preußen, Regent von Braunschweig ist heute hier eingetroffen. Die Veröffentlichung amtlicher Bekanntmachungen ist kürzlich im hessischen Landtag durch zwei Anträge, der eine vom Abg. Ulrich und der andere vom Abg. Köhler näher beleuchtet worden. Die„ Darmst. Zeitung", das offizielle Regierungsorgan, veröffentlicht in ihrer Nr. 142 vom 24. März laut ihrem Kammerbericht darüber Folgendes: Abg. Köhler führte an( im Landtag), daß namentlich das Kreisblattwesen sehr reformbedürftig sei und meint, daß man ganz gut ein Zentralblatt für das ganze Land in Darmstadt gründen könne, das die Anzeigen aus dem ganzen Land zu bringen hätte und dadurch das seitherige Kreisblattsystem überflüssig mache. Abg. Ulrich führte aus, daß das jezige Verhältnis des Staatsverlags zur Staatsverwaltung unmöglich aufrecht erhalten bleiben könne. Es sei im 1. Ausschuß die bestimmte Hoffnung auf Aenderung ausgesprochen worden. Sein Antrag erstreckte sich aber auch auf das Kreisblatt wesen. Der jezige Zustand begünstige einzelne Zeitungen durch Zuweisung von Anzeigen Er hoffe, daß bis zur Verhandlung im Ausschuß auch die Antwort der Großh. Regierung auf die gleichartige Anfrage Staatsdruckerei, welcher ebenfalls das Kreisblattwesen unterdes Abg. Köhler( dieselbe bezweckt die Gründung einer stellt sein soll) vorliege, damit dieselbe mit erörtert werden tönne. Die Sache sei so wichtig, daß man zu ihrer Bearbeitung am besten einen Sonderausschuß bilde. Zu dieser Angelegenheit hat auch der Abgeord nete unseres Gießener Wahlkreises Herr Justizrat Dr. Gutfleisch, Stellung genommen und ebenfalls anerkannt, daß Mißstände im Kreisblattwesen vorhanden seien. Der Antrag des Abgeordneten Ulrich, besondere Kreisanzeigenblätter zu gründen, erscheine ihm nicht sehr empfehlenswert, denn mit reinen Annoncenblättern werde man eine größere Verbreitung der Anzeigen nicht erreichen; gangbarer erscheine ihm der Weg, allen Zeitungen die Anzeigen gleichmäßig zugänglich zu machen. Diesen legten Standpunkt hat Herr Justizrat Dr. Gutfleisch schon vor Jahresfrist unserem Gewährsmann gegenüber geäußert und es ist wohl auch der einzig richtige Weg. Marktberichte. Frankfurter Viehmarkt. Zum Verkauf standen 368 Ochsen19 Bullen, 406 Kühe und Färsen( Stiere und Rinder), 154 Kälber, 186 Schafe und Hämmel, 1513 Schweine, 2 Ziegen, 5 Ziegenlämmer. Bezault wurde für 50 Kilo Ochsen: a) vollfleischige ausgemästete höchsten Schlachtwertes bis zu 6 Jahren Mt. 69-71, b) junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete Mt. 65 bis 67, c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere Mr. 60-63, höchsten Schlachtwertes Mt. 60-62, b) mäßig genährte jüngere und d) gering genährte jeden Altecs Mt.- Bullen: a) vollfleischige gut genährte ältere Mt. 57-58, c) gering genährte Mt.-, Kühe und Färſen,( Stiere und Rinder): a) volfleischige, ausgemäſtete Färſen ( Stiere und Rinder) höchsten Schlachtwertes Mt 60-62, b) bollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes( bis zu 7 Jahren) Mr. 57-59, c) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere sube und dürfen( Stiere und Rinder) 2tt. 44-46, d. mäßig genährte Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mr. 41-43, e) gering genährte Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mr. Bezahlt wurde für 1 Pfund a) feinste Mast( Vollm.- Mast) und beste Saugfälber( Schlachtgewicht) 84-86 Pfg.( Lebendgewicht) 50-52 Pfa., b) mittlere Maft- und gute Saugfälber( Schlachtgemicht) 78-84 fg,( Lebendgewicht) 47-50 Pfg., c) geringe Saugfälber 63-66 Pfg., d) ältere gering genährte Kälber( Fresser) Bfg., Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthämmel 70-72 Pfg., b) ältere Masthämmel 60–64 Pfa., c) mäßig genährte Hämmel und Schafe( Märzschafe) Pfg. Schweine: a) vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen im Alter bis zu 1½ Jahren ( Schlachtgewicht) 53 Pfg.,( Lebendgewicht) 42 Pfg., b) fleischige ( Schlachtgewicht) 51 Pfg.,( Lebendgewicht) 41 Pfg. c) gering entwickelte, sowie Sauen und Eber( Schlachtgewicht) 44-46 Pfg., Lebendgewicht-, d) ausländ. Schweine unter Angabe der Herfunft Pfg. Das Geschäft in Hornvieh war mittelmäßig, Ueberstand unbedeutend, Kleinvieh gut, Markt geräumt. 2 Arbeitsnachweis der Stadt Gießen. Gartenstraße Nr 2( Bürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 14. Es können eingestellt werden: landwirtschl. Knechte, 1 Spengler, 1 Schmied, 1 Schlosser, 1 Tapezier, 2 Holzbildhauer, 4 Schreiner, 2 Schneider, 1 Glaser, mehrere Arbeiter, 1 Hausbursche, 16 Dienstmädchen, 3 Laufmädchen, 2 Lauffrauen. Lehrlinge: 2 Schlosser, 2 Installateure 2 Buchbinder, 1 Tapezierer, 2 Schreiner, 2 Drechsler, 3 Bäcker, 1 Metzger, 1 Friseur, 1 Schneider, 2 Schuhmacher, 2 Glaser, 1 Weißbinder und Lackierer, 1 Kaufmann. Es suchen Arbeit: 1 Schlosser, 1 Installateur, 3 Schreiner, 1 Flickerin, 1 Kassierer( fautionsfähig), 1 Buchhalter, 2 Fahrburschen, 1 Putzfrau, 3 Bureaugehilfen, 1 Wochenpflegerin. Behrlinge: 1 Elektrotechniker, 3 Mechaniker, 1 Kaufmann. Für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein. AUTOL unübertroffenes Del für Motorwagen& Motorzweirader. H.Mobius& Sohn Hannover. & Basel Die Frühjahrs- KontrolBersammlungen des Kreises Weklar werden in diesem Jahre a. A. wie folgt abgehalten: In Groß Rechtenbach( Ausgang nach Wetzlar) am 14. April 1 Uhr nachm. für Hochelheim, Hörnsheim, Lüzellinden, Groß- und Klein- Rechtenbach, Vollnkirchen, Reiskirchen, Volpertshausen, Weidenhausen. In Niederkleen( Ausgang nach Rechtenbach) am 14. April 4 Uhr 30 nachm. für Dornholzhausen, Ebersgöns, Niederkleen, Oberkleen. In Wismar, am Bahnhof( Wirtschaft Brück) am 15. April 11 Uhr 30 vorm. für Erfahreserve von Gleiberg, Krofdorf, Launsbach, Odenhausen, Salzböden, Vezberg, Wißmar. In Wißmar, am Bahnhof( Wirtschaft Brück) am 15. April 1 Uhr 15 nachmittags für Reserve und Landwehr von Gleiberg, Krofdorf, Launsbach, OdenIn Dntenhofen, Bahnhof, am 16. April 9 Uhr 45 vorm. für Atzbach, Dorlar, Dutenhofen, Kinzenbach, Münchholzhausen. ie Bedeutung der Gerbesserung ihres Viehbestandes große Fortschritte gemacht und Abonnenten; das sei ein Unding und dem sollte man hausen, Salzböden, Vezzberg, Wißmar. fer auf dem Gebiet hat. Vielfach wird aber in dem Bestreben immer leistungsaß der englische fähigere Tiere zu züchten die Auswahl der Zuchttiere fast Untersuchungen die ausschließlich nach diesem Gesichtspunkte vorgenommen, das Radium sich während auf die Gesundheit nicht genügend Rücksicht genommen ntlich als böllig ummu eine die Gesundheit fördernde Haltungsweise auf freie ett möglich wird, fo Die eigentlichen Hochzüchter, die das Material zur Berbefrbeit der Alchimisten serung der Zuchten der anderen Landwirte und Gemeinden ben, aus anderen hervorbringen, fönnen ohne Weidegang des Jungvich's nicht in Selium berwa n ein einfacher Störpe Der ein Element in e wind. Desto mehr Aufmerksamkeit sollten die Landwirte Bewegung und Haltung der Tiere in gesunder Luft legen. mehr auskommen. Wir möchten daher jetzt schon die Landwinite darauf aufmerksam machen, daß die Weiden des im Sinne seines Antrags dadurch abhelfen, daß man ein Kreisblatt, das nur Anzeigen enthalten solle, herstelle und allen Zeitungen gleichmäßig zugänglich mache. Er habe noch einen zweiten Weg als möglich bezeichnet und in seinen Antrag aufgenommen, indem er vorgeschlagen habe, die amtlichen Anzeigen allen Zeitungen gleichmäßig zur Verfügung zu stellen. Jedenfalls fönnten die jezigen Zustände nicht bleiben, in allen Parteien werde da= rüber Klage geführt. Abg. Pennrich, der selbst längere Beit Beitungsverleger war, erklärt die Ausführungen und Vorschläge des Abg. Ulrich für höchst beachtenswert und begrüßt dieselben. | Nach den Kontrolbersammlungen werden Fußmessungen vorgenommen. Es haben daher sämtliche Mannschaften mit rein gewaschenen Füßen und reiner Fußbekleidung zu erscheinen. Gesuche um Befreiung fönnen nur in den dringensten Fällen berücksichtigt werden, dieselben sind bis spätestens den 3. April mit Attesten des Arztes oder der Bürgermeisterei beim Hauptmeldeamt einzureichen. PREISMEDAILLE 1879 H OFFENBACHA STELLUNG Carl Stückrath, Möbelfabrik 47 Asterweg 47. Geschäftsgründung 1868. GROSHERZOG 8 Ederstrasse 8. VON HESSEN Einfachste wie reiche Wohnungs- Ausstattungen zu billigsten Preisen. 20 komplette Schlafzimmer- Original Wiener Schlafzimmer Einrichtungen in aparten Formen edlen Holzarten. und Einige zurückgesetzte Modelle bedeutend im Preise ermässigt. nussbaumpoliert, zweifarbig, sehr geeignet für Töchter- oder Fremdenzimmer bestehend aus Bettstelle, Ankleideschrank mit geschliffener Crystallspiegelscheibe, Waschtisch, Nachtschrank, Servirtisch, 2 Stühlen: zusammen 185 Mk. Salons, Speise, Wohn- und Herrenzimmer in grosser Auswahl. 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Wilhelm, 15 J. alt, 350 Pfd., Hulda, 5 J. alt, 178 Pfd., das Riesenbaby Emil, 3 Jahre alt, 129 Pfd. schwer. Die Kinder wurden in Berlin von Geh. Rat Prof. v. Virchow, in der antropologischen Gesellschaft in Gegenwart von 400 der bedeutendsten Professoren des In- u. Auslandes wissenschaftlich demonstriert und einstimmig als die größten Naturphänomen des 20. Jahrhunderts bezeichnet. Brinzeß Nouma Hawa, das lebende Tautröpfchen. 18 Jahre alt, 62 Zentimeter grok. Eintrittspreis: 1. Plaz Erwachsene 30 Pfg., 2. Platz 20 Pfg. Militär ohne Charge u. Kinder die Hälfte. Zu dieser hochinteressanten Schaustellung ladet ergebenst ein Die Direktion. Zu sehen von vormittags 11 b. abends 10 Uhr. Männer- Curnverein Giessen. Nächsten Samstag den 9. April 1904, abds. 9 Uhr: Hauptversammlung im Hotel Schüß. Tages- Ordnung: 1. Bericht. 2. Rechnungsablage für 1903/04. 3. Wahl des Vorstandes und des Turnrates. 4. Sommer- Veranstaltungen. 5. Antrag: Den Mitgliederbeitrag auf der seitherigen Höhe zu belaffen. 6. Verschiedenes. Wir bitten um zahlreiches Erscheinen. Der Vorstand. Geschäfts- Eröffnung und-Empfehlung. Einem geehrten Publikum von Gießen die ergebene Mitteilung, daß ich von heute ab in meinem Hause 46 Dammstraße 46 neben meinem Flaschenbiergeschäft eine Mehlhandlung en détail betreiben werde. Durch meine langjährige Tätigkeit in der Branche bin ich in der Lage, allen Ansprüchen an Güte und Backfähigkeit zu Hochachtungsvoll genügen. Billigste Preise. Schnelle Bedienung. Karl Sier. Bei Bestellungen von 5 Pfd. an, frei ins Haus. UnionWichse ( vormals Krauss- Clinz) ist und bleibt ( die beste! In Schachteln u. Dosen überall vorrätig! Fabrik: Union Augsburg. Einem verehrten Publikum zur geft. Nachricht, daß mein so schnell beliebt gewordener SanitätsEier- Zwieback außer in meinem Geschäftslokale, Seltersweg 61, zu gleichem Preis in nachstehenden Verkaufsstellen erhältlich ist: In Gießen: W. Haas, Bleichstraße. A. 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Hiernach berechtigte und befähigte junge Männer, welche zum Zwecke ihrer Ausbildung eine höhere Bildungsanstalt besuchen oder besuchen wollen, und sich um das Stipendium zu bewerben beabsichtigen, sind eingeladen, ihre Gesuche durch ihre betreffende Bürgermeisterei an die Bürgermeisterei der Hauptstadt ihrer Provinz, also aus Orten der Provinz Starkenburg an die Bürgermeisterei Darmstadt, aus Rheinhessen an die Bürgermeisterei Mainz, aus Oberhessen an die Bürgermeisterei Gießen bis längstens zum 1. Mai d. Js. gelangen zu lassen. Den Gesuchen sind an Zeugnissen beizulegen: 1. ein behördlich beglaubigtes Vermögenszeugnis, 2. eine behördliche Bescheinigung, daß und wo Gesuchsteller studiert, 3. ein Führungs-( Leumunds-) Zeugnis. Außerdem ist der Nachweis zu erbringen, daß der Gesuchsteller in Hessen geboren, bezw. Hessischer Staatsangehöriger ist. Gießen, Mainz, Darmstadt, den 1. April 1904. Das Kuratorium: Mecum, Dr. Gaßner, Morneweg, Oberbürgermeister. Oberbürgermeister. 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Kriminal- Roman von Robert Buchanan. ,, lid Sie sagen, daß Fräulein Craig ihn liebt?" ,, Ganz gewiß; sie liebt ihn und sie wollte ihn auch hei. raten, aber der Herr haßte ihn und seine Verwandtschaft und schwor, daß er niemals in diese Heirat einwilligen wärde. Eines Abends brachte man den alten Herrn ermordet nach gelegt." Hauſe, und die schändliche Tat wurde Mr. Michael zur Last „ Fräulein Craig versicherte mir aber, daß er unschuldig ist." ,, Und das ist er auch, Herr!" rief die Witwe hastig. Aber die Umstände sprechen gegen ihn, und das Fräulein fürchtet, daß es ihn den Hals kosten könne. Und ein Unglück kommt selten allein, Herr: als sie Mr. Michael einsperrten, wurde der gute Pater Antonius, sein Bruder, der bei mir wohnte, aus Summer und Gram krank, und ein paar Wochen darauf Krankenbett nicht mehr aufstehen." bekam er das Fieber, und jetzt sagen sie, er würde von seinem „ Sie sind also Brüder, Pater Antonius und der unglückliche junge Mann, der im Gefängnis ſitzt?" " Jawohl, Herr, und ihre brüderliche Liebe zu einander ist in der ganzen Gegend sprichwörtlich Der Eintritt von Andreas, der mein Gepäck brachte, unterbrach unsere Unterhaltung. Das gnädige Fräulein, bestellte er, würde mit größtem Vergnügen bereit sein, Pferd und Wagen für die Zeit meines Aufenthaltes zu beherbergen. Auch läge ihr viel daran, mich bald zu sprechen, und es wäre ihr daher sehr angenehm, wenn ich so bald als möglich in das Schloß kommen würde. Und die Haushälterin Bridget hatte aus eigenem Antriebe hinzugefügt, es sei gut, daß ich bei der Witwe Macrae gemietet hätte, die könnte mir meine Wäsche inſtand halten und auch für mich kochen, denn sie wisse, wie man einen feinen" Herrn zu behandeln habe. Sollte ihr irgend etwas fehlen, um mir das Leben bequem zu machen, so möge sie es nur vom Schlosse holen lassen. Nachdem ich meine neue Wohnung einigermaßen ein gerichtet hatte, machte ich mich wieder auf den Weg nach dem Schlosse. Im Wohnzimmer saß Fräulein Craig und blickte zum Fenſter hinaus auf die ruhige See. Als sie meiner ansichtig wurde, ging sie mir ein paar Schritte entgegen und streckte mir die Hand hin, als wäre ich ein alter Freund. „ Ich freue mich so, daß Sie gekommen sind, Herr Doktor. Ich fürchtete schon, Sie kämen nicht; ja, ich hatte bereits Angst, ich würde Sie überhaupt nicht mehr sehen." " Es besteht durchaus keine Gefahr, daß ich unversehens verschwinde", erwiderte ich. Dazu gefällt es mir zu gut hier. Sie bemerkten, gnädiges Fräulein, daß Ihnen mein Kommen erwünſcht wäre. Darf ich fragen, auf welche Weise ich Ihnen dienen fann?" In dem Tone, in dem ich dies sprach, und in meinem Benehmen schien etwas zu liegen, das sie daran erinnerte, daß ich doch fast vollkommen fremd war. Sie zog ihre Hand zurück und wandte sich ein wenig abseits. ..Haben Sie bereits gehört, daß mein teurer Vater er( Nachdrud verboten.)) mordet worden ist?" fragte sie, indem sie mit zitternden Händen mit ihrem Taschentuche spielte. " Ja, gnädiges Fräulein, ich habe davon sprechen hören, und ich bitte Sie, mir zu glauben, daß.. ,, Dem Toten zu helfen ist es zu spät", unterbrach sie mich schroff, mein ganzes Sinnen und Trachten geht jetzt nur darauf, den Lebenden zu retten. Für mich gibt es nicht eher Ruhe und Frieden als bis ich den Mörder meines Vaters gefunden habe." Aber es ist doch bereits jemand als vermeintlicher Täter verhaftet?" Ihre Augen schossen zornige Blicke auf mich.„ Der ist unschuldig!" rief sie heftig. ,, Können Sie das beweisen?" fragte der Arzt. Noch nicht", gab sie mir zur Antwort; aber ich werde es beweisen, ich muß es beweisen, Gott wird mir dazu beistehen." ,, So haben Sie gar keine Beweise?" fuhr ich fort.„ Darf ich mir die Frage erlauben, ob der Schein gegen den Verhafteten spricht, ich meine, ob Umstände vorliegen, die ihn verdächtigen.' An allen Gliedern zitternd, zögerte sie mit der Antwort und sah mir fest ins Gesicht. Leider Gottes, es spricht vieles gegen ihn. Und doch ist er unschuldig, ich weiß das! Und ich habe geredet und gebetet und gefleht und alles versucht, um sie von seiner Unschuld zu überzeugen, und jetzt glauben alle, daß das Unglück meinen Geist verwirrt habe. Niemand will mir helfen; Michael tut ja allen leid, aber dennoch halten ihn alle für schuldig. Das ich furchtbar grausam. Ich bin so schwach und elend und habe keinen einzigen Freund. Aber ich weiß, da Gott Sie mir hierher gesandt hat, und vielleicht fönnen Sie mir helfen." Was sollte ich antworten? War es denn nicht möglich, daß das, was sie selbst angedeutet, wahr sein mochte? Daß ihr großes Unglück ihr den Verstand getrübt hätte? Der seltsame wilde Blick ihrer Augen, ihr heftiges Sprechen, die sonderbare Gewohnheit, ihre Hand fortwährend an die Stirne zu führen! Innigstes Mitgefühl für das arme Mädchen bemächtigte sich meiner bei dem furchtbaren Gedanken, und sie schien diese Empfindung in meinen Augen zu lesen. Als ich ihre Hand ergriff und sie teilnahmsvoll drückte, zog sie dieselbe heftig zurück. " Ich will Ihr Mitleid nicht", rief sie schnell, wohl aber Ihre Hilfe! Und Sie wollen mir helfen, nicht wahr?" Selbstverständlich bejahte ich. Ich will alles tun, was in meinen Kräften steht. Aber Sie werden zugeben, gnädiges Fräulein, daß ich mich jetzt noch vollkommen im Dunkeln befinde. Ich kenne weder die näheren Umstände, noch weiß ich, welche Personen bei dem verhängnisvollen Geschehnis mitgewirkt haben, und ohne nähere Unterrichtung darüber weiß ich nicht, wie ich raten soll." ,, Sie haben vollkommen recht, Herr Doktor. Mein Unglück hat mich in den letzten Wochen so ausschließlich in Anspruch genommen, daß ich glaube, jeder müsse so viel davon wissen wie ich selbst. Da Sie aber so gütig sind, mir bei.