hr, eſellenerungsand. r affe. waren ohlen. feln t Ven gut or, adung lider, ägige, Fohlen, Jabren Der Sein. tig nd US eren. en ing verden te also ‚ äzenAlle ungen, Magen inigen Folgen, merzen, Leber, n burd n belebt gefystem n Stubl bärmen. angel, ter VerDung und ganglider ewütsverBädten ter- Men puls ng und igt und en und blreiche räuter 1.75 in hausen, Srogend- Baueineren Westräuterportoso brei hea Bestand lycerin t 320,0, Enzianhe man Nr. 4 Abonnementspreis: in Giesen, abgeholt monatlich 50- Pfs., in's Haus gebracht 60 fg., burch die Poft bejogen viertel fährlich Mr. 1.50. Bratiabetlagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberbeffe Beitschrift für Landwirtschaft, ob und Bortexba, joie bie Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint en allen Bertagen nagmitage. Mittwoch, den 6. Januar 1904 Gießener 13. Ja rgang. Juferties@ pret te paige Bettzelle far Gießen wie sanz Oberbeffen, die Kreise Baler und Barburg 10 fs. fonft 15 Bfg.; Reflumen die Betttzelle 36 resp. 40 g. Boftzeitungsliste No. 3900. Rebattion unb Froebition: teßen Reuenweg 28. Seraistechenfchleh ne. 362. Neuelle Nachrichten ( Sichenor Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weylor; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung Estbilt alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden ver Oberheffen. Bekanntmachung. Mit Bezugnahme auf die Bestimmungen in§ 25 der Wehrordnung werden alle im Jahre 1884 geborenen Militärpflichtigen, sowie diejenigen, welches diese Alter bereits überschritten, aber sich zur Musterung noch nicht gestellt haben, oder bei der Musterung in 1903 zurückgestellt worden sind, und entweder in Gießen ihren gesetzlichen Wohnort haben, oder als Studenten, Gymnafiasten und Zöglinge anderer Lehranstalten, oder als Haus- und Wirtschaftsbeamte, Handlungsgehilfen, Lehrlinge, Handwerksgesellen, Dienstboten, Fabrikarbeiter oder in ähnlicher Eigenschaft sich dahier aufhalten, hiermit aufgefordert, sich behufs Eintragung ihrer Namen in die Rekrutierungsstammrolle in der Zeit ' bom 15. Januar bis 1. Februar d. Is. bei der Bürgermeisterei dahier im Zimmer Nr. 13 zu melden, und dabei, wenn sie da hier nicht geboren sind, ihren Geburtsschein, welcher von dem betreffenden Standesamt zu erwirken ist, und, wenn sie bereits bei einer früheren Musterung fonfucciert haben, ihren Losungsschein vorzulegen. Zugleich wird darauf aufmerksam gemacht, daß diejenigen, welche die Anmeldungen unterlassen, sich zu gewärtigen haben, daß sie mit einer Geldstrafe bis zu 30 Mark oder mit Haft bis zu 3 Tagen belegt, von der Teilnahme an der Losung ausgeschlossen, und ihrer etwaigen Ansprüche auf Zurückstellung 2c. für verlustig erklärt werden. Bezüglich der zur Zeit der Meldefrist abwesenden Militärpflichtigen sind deren Eltern, Vormünder, Lehr-, Brot- oder Fabrikherren zu dieser AnMeldung verpflichtet. Ferner wird bemerkt, daß Gesuche um Zurückstellung von Militärpflichtigen auf Grund des§ 32, pos. 2 Lit. a, b, c, d, e, f und g der Wehrordnung rechtzeitig bei der Bürgermeisterei dahier borzubringen sind; Verspätete Gesuche fönnen feine Berücksichtigung finden. Gießen, am 2. Januar 1904. Großherzogl Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Curschmann. Bekanntmachung. Betr.: Zurückstellung der mit Berechtigung zum ein jährig- freiwilligen Dienst versehenen Militärpflichtigen. Die im Jahre 1864 geborenen, im kommenden Jahre militärpflichtig werdenden und mit Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst versehenen Militärpflichtigen, welche im Kreise Gießen ihren dauernden Aufenthalt haben, haben sich, sofern sie nicht bereits zum aktiven Dienst eingetreten sind, alsbald bei Vermeidung der gesetzlichen Strafen, längstens aber bis zum 1. Februar f. Js., bei mir schriftlich oder mündlich zu melden und unter Vorlegung ihres Berechtigungsscheines ihre Zurückstellung von der Aushebung zu beum Zurückstellung Militärpflichtiger erhoben werden, dieselben nach dem Reglement vom 12. Mai 1868 ( Regierungsblatt Nr. 28) genau zu protokollieren und die Protokolle mit den vorgeschriebenen Beilagen gleich zeitig mit den Stammrollen pro 1904 hierher einzusenden sind. Hinsichtlich der früher( 1902 und 1903) erhobenen und als begründet befundenen Reklamationen genügt es im Falle einer Gcneuerung derselben für 1904, daß, wenn die Verhältnisse sich nicht geändert haben, Sie auf Seite 4 des Protokolls an den dazu vorgedruckten Stellen wörtlich bescheinigen:" Pco 1904 wurde die Reklamation von dem Antragsteller erneuert und wird bescheinigt, daß die Verhältnisse desselben sich inzwischen nicht geändert haben." Ist dagegen in den Vechältnissen eine Aenderung eingetreten, so ist genau und motiviert anzugeben, worin sie besteht. Zu diesem Zwecke wollen Sie die betreffenden Reklamationen mittelst Berichts einfordern und mir mit möglichster Beschleunigung wieder vorlegen. Zu sämtlichen Reklamationen, auch diejenigen aus 1902 und 1903, welche erneuert werden, ist ein genauer Auszug nach unten abgedrucktem Formular zu fertigen Auszug nach unten abgedrucktem Formular zu fertigen und den Reklamationsaften beizulegen. Dr. Heinrichs. Gemeinde: Militärpflichtiger: geb. am Bermögen desselben: Gewerbe, Verdienst: Zeugnisse: Eltern: Bater. ten Jahre alt. Mutter... Jahre alt. Geschwister: Kreis Gießen. Gewerbe: Name und ob ledig oder seit Alter Wohnort wann verheiratet( Jahre) Stand und Gewerbe. 1. 2. 3. Vermögen der Eltern: Hofraite im Werte von 18... Vermögen, Verdienst 2c. Mart. Grundbesit... Morgen Ackerland i. W. von... Mi. Gesinde: Morgen Wiesen i. W von... Mt. Knecht. Mazd. Viehstand:... Pferde.... Rindvieh. Schulden der Eltern: Hypothef:... Mt. Erwerbsverhältnisse der Eltern: Sonst:... Mt. Gießen, den 28. Dezember 1903. Betr. Das Militär- Ersatz- Geschäft in 1904. Der Civilvorsitzende antragen, einerlei ob sie bereits am 1. April kommen der Großh. Ersatz- Kommission Gießen den Jahres zum Dienst eintreten wollen oder nicht. Ohne den Zurückstellungsvermerk auf dem Berechtigungsschein findet die Aufnahme bei einem Truppenteil nicht statt. Diejenigen Militärpflichtigen, welche mit Berechtig ung zum einjährig- freiwillgen Dienst versehen und im Kreise Gießen geboren sind, haben sich auch an threm Geburtsorte, wenn sie daselbst wohnen, zur Stammrolle anzumelden. Soweit die Berechtigung auf Grund des Schulzeugnisses bei der Großh. Prüfungsfommission Darmstadt noch nicht nachgesucht sein sollte, hat dies sofort zu geschehen. Die Interessenten werden noch ausdrücklich auf die dem Schulzeugnis aufgedruckten Bestimmungen aufmerksam gemacht. Gießen, den 28. Dezember 1903. Der Zivil- Vorsitzende der Großh. Ersatz- Kommission Gießen. Dr. Heinrichs. Gießen, den 28. Dezember 1903. Betr.: Das Militär- Ersaßgeschäft in 1904; hier Gesuche um Zurückſtellung. Der Civilvorsißende an die Großh. Bürgermeistereien des Kreises. Sie werden hiermit ersucht, mit der Aufstellung der Refrutierungs- Stammrollen pro 1904 sofort zu beginnen und dafür besorgt zu sein, daß dieselben bestimmt bis zum 5. Februar 1904 dahier eintreffe 1. Die Bestimmungen der Wehrordnung in der Fassung vom 22. Juli 1901( Regierungsblatt Nr. 68 von 1901) insbesondere die des§ 46 derselben sind hierbei genau zu beachten. In Ihren Gemeinden wollen Sie gefälligst alsbald zur öffentlichen Kenntnis bringen, daß alle im Jahre 1884 geborenen Militärpflichtigen, sowie derjenigen, welche dieses Alter bereits überschritten, aber sich zur Musterung noch nicht gestellt haben, oder bei der Musterung in 1903 zurückgestellt worden sind, und entweder im hiesigen Kreis ihr Domizil haben oder sich als Studierende, Schüler von Lehranstalten, Haus- und Wirtschaftsbeamte, Dienstboten, Handlungsdiener, Lehrlinge usw. in demselben aufhalten, sich behufs Eintrags in die Stammrolle während der Zeit vom 15. Januar bis 1. Februar f. Js. bei der Bürgermeisterei ihres Wohn, resp. Aufenthaltsortes unter Vorlegung ihres Geburtsscheines zu melden haben. Dabei wolle auf die Strafen aufmerksam gemacht werden, welche nach§ 25, 11 der W.-D. denjenigen treffen, der Großh. Ersatz- Kommission Gießen der die vorgeschriebene Meldung zur Stammrolle unterläzt. an die Großh. Bürgermeistereien des Kreises. Unter Bezugnahme auf§ 32 der Wehrordnung mache ich Sie darauf aufmerksam, daß, wenn Gesuche Bezüglich derjenigen Militärpflichtigen, welche zurzeit vorübergehend abwesend sind, haben deren Eltern, Vormünder, Lehr- oder Fabrikherrn die Anmeldung zu vollziehen. Weiter weise ich ergebenst darauf hin, daß es Ihre Pflicht ist, zu ermitteln, welche Militärpflichtige etwa außer den in den Geburtslisten aufgeführten oder sonst angemeldeten Bersonen, in der Gemeinde vorhanden und gestellungspflichtig sind. Butreffenden Falles wollen Sie dieselben zur Anmeldung anhalten. Sollten Militärpflichtige sich zur Stammrolle anmelden, welche Brüder haben, die bereits bei einem Truppenteil dienen, oder wenn es vorkommt, daß Brüder zu gleicher Zeit bei der Musterung zu erscheinen haben, so ist in der Rubrik„ Bemerkungen" dieserhalb das Entsprechende anzugeben, z. B. Bruder dient seit 12. Oftober 1903 bei dem Infanterie- Regiment Nr. 116" oder„ Bruder siehe Nr. 5 der Stammrolle von 1903." Bei den ausgewanderten Militärpflichtigen ist genau anzugeben, ob dieselben mit oder ohne Entlassungsurkunde, mit Reisepaß oder als Kind und in welchem Jahre ausgewandert sind. Ueber diejenigen Militärpflichtigen, welche sich in an. deren Bezirken aufhalten, sind von Ihnen bei den betreffenden Ortsbehörden Recherchen nach deren Aufenthaltsorten anzustellen und das Resultat in der Stammrolle zu vermerken. Militärpflichtige, welche in Ihren Gemeinden geboren sind, sich jedoch in anderen Kreisen dauernd aufhalten, sind bet ihrer Anmeldung zur Stammcolle abzuweisen und zu belehren, daß sie sich in dem Bezirk ihres Aufenthaltsortes anzumelden haben. Als dauernder Aufenthaltsort ist anzusehen: a) Für militärpflichtige Dienstboten, Haus- und Wirtschaftsbeamte, Handlungsdiener, Handwerksgesellen, Lehrlinge, Fabritarbeiter und andere in einem ähnlichen Verhältnis stehende Militärpflichtige der Oct, an welchem sie in der Lehre, im Dienst oder in Arbeit stehen; 6) für militärpflichtige Studierende, Schüler und Zöglinge sonstiger Lehranstalten der Oct, an welchem sich die Lehranstalt befi.idet, der die Genannten angehören, sofern dieselben auch an diesem Orte wohnen. In die Stammrolle sind im Sinne der Anmerkung 1 zu Muster 6 des§ 46 der W.-O. alle Bestrafungen, mögen sie vor oder nach dem Eintritte der Betroffenen in das militärpflichtige Alter erfolgt sein, einzutragen, soweit sie zur Kenntnis der Bürgermeisterei gelangen, z. B. Laut Ecfenntnis des Schöffengerichts Gießen vom 1. September 1900 wegen Körperverlegung 3 Monate Gefängnis, verbüßt vom 1. Oftober bis Ende Dezember 1900. Etwaige Zweifel sind durch die nötigen tatsächlichen Erörterungen aufzuklären und ist das Ergebnis in der Stammrolle zu vermerken. Dr. Heinrichs. Uniformänderungen und kein Ende! Von einem Offizier a. D. wird uns geschrieben: Wie verlautet, soll der Kaiser am Neujahrstage, ohne auf den Fall Forbach zu sprechen zu kommen, dem Offizierkorps Einfachheit der Sitten, wie er dies früher bereits getan hat, anempfohlen haben. Auch der preußische Kriegsminister hat bekanntlich im Reichstage die Erwartung ausgesprochen, daß das Heer den altpreußischen Traditionen der schlichten und strengen Einfachheit treu bleiben werde. Als ein innerer Widerspruch gegen diese Tendenzen werden im Bürgertum wie in militärischen Kreisen die fortwährenden Uniformänderungen empfunden, die mehr und mehr rein äußerliche Gesichtspunkte berücksichtigen und eine prunkvolle Ausstattung der zweckmäßigen Gestaltung der Uniform_vorziehen. Die Längsfalte in dem Offiziersmantel beispielsweise gibt diesem ein etwas geziertes Aussehen, obschon sie dem Mannschaftsmantel nachgebildet ist. Hier aber erfüllt sie auch einen bestimmten Zweck. Bei dem vielerlei Ballast, den der Soldat unter dem Mantel trägt, bedarf er eines gewissen Spielraums. Noch empfindlicher wird in Offizierskreisen die Auflegung der Feldachselstücke auf den Mantel empfunden, weil dadurch nicht allein die einmaligen Ausgaben, sondern auch die dauernden gesteigert werden, denn die zarte Beschaffenheit dieser Uniformteile nötigt zu einem häufigeren Ersatz. Im allgemeinen befolgen die Uniformänderungen die leicht erkennbare Tendenz einer Nachbildung der russischen Ausstattung. Begonnen wurde diese mit der Einführung der Rohrstiefel zum Dienstanzug. Dann folgte die neue Feldbinde und schließlich die Sichtbarkeit der Feldachselstücke auf dem Mantel. Bei der Marine sind die weißen Offiziersmüßen zur Sommerzeit und der Offiziersdolch die Ergebnisse dieses Geschmackes. Auf diese Weise wird ja allerdings ein regerer Wechselverkehr in dem Geschmack der deutschen und russischen Armee herbeigeführt, denn ursprünglich hat die russische Armeeleitung die Uniform, die Dienstbezeichnung und auch die Taktik dem preußischen Heere entlehnt, um dann mit ihren fleinen Unterscheidungsmerkmalen dem deutschen Heere wieder als Vorbild zu dienen. Die durch die vielfachen Uniformänderungen herbeigeführten Wandlingen in dem äußeren Aussehen der Armee sind so groß, daß ein höherer Offizier, Freiher v. Guhlen, den Ausspruch tat:„ Wenn jetzt Wilhelm I. zurückkehrte, dann würde er sein Heer nicht wieder erkennen." Bestimmten Verlautbarungen zufolge ist ein Ende in diesem Veränderungssystem noch nicht abzusehen, denn es heißt, daß am 27. Januar d. J. neue Verfügungen über die Kleiderordnung bevorstehen. Außer einer großen Neueinführung soll die Abschaffung der Litewfa geplant sein. Daß die Neuerung sich gerade diesem Kleidungsstück zuwendet, ist doppelt bedauerlich, weil die Litewka den Beruf zu haben schien, die Einfachheit in die Offiziersuniform hineinzutragen. Als sie seinerzeit eingeführt wurde, begrüßte man sie als das Symbol einer Erneuerung des einfachen Geschmacks, der das Heer Friedrichs des Großen mit dem einfachen blauen Tuchrock und den roten Aufschlägen auszeichnete. Die Erwartungen wurden indes schnell getäuscht, denn die Litewka war seit ihrer Einführung nur ein bescheidenes Veilchen, das im Verborgenen blüht. Wie verlautet, soll bei dem Militäretat im deutschen Reichstag die Uniformfrage zur Sprache gebracht werden. Ein westdeutsches Blatt hat sogar empfohlen, die Anforderungen hierfür zu streichen, ein Verlangen, dem die rechtsstehende und mittelparteiliche Presse mit Entschiedenheit entgegen tritt, weil hauptsächlich das Privatkonto der Offiziere dadurch belastet wird. Im übrigen aber ist gerade die konser vative Presse mit einem Vortrag der in dem Heere und in dem Volke laut gewordenen Wünsche, daß den Uniformänderungen endlich einmal Halt geboten werde, einverstanden. Es ist anzunehmen und zu wünschen, daß hierbei der ruhigen Sachlichkeit auch die Entschiedenheit der Ausdrucksweise nicht fehle. Die Politik. Während die deutsche Regierung immer aufs neue versichert, der Abschluß des deutsch- russischen Handelsvertrages sei mit Sicherheit für die nächsten Monate zu erwarten, sind offiziöse russische Federn geschäftig, der Welt das Gegenteil einzureden. Russische Blätter stellen es so dar, als seien die Minimalzölle für Getreide u. s. w. im deutschen Zolltarif für Rußland völlig unannehmbar, und der Tarifbertrag müsse daran scheitern. Die Erklärung dieses anscheinend unlösbaren Widerspruchs ist höchst einfach: Die Russen wissen, daß die deutsche Regierung unter die Minimalzölle nicht herabgehen kann, sie wissen aber auch, daß Deutschland den Handelsvertrag durchsetzen will. Infolgedessen wollen sie, indem sie den Tarif für unannehmbar erklären, Deutschlang zwingen, ihnen für eine trotzdem erfolgende Annahme der Mindestzölle eine Ertrabelohnung anzubieten oder doch auf eine Extraforderung Rußlands einzugehen. Man weiß auch, worin diese Ertraforderung Rußlands bestehen wird: nämlich in einer kräftigen russischen Anleihe auf dem deutschen Geldmarkt. Sowie die deutsche Regierung zu der Auflegung einer solchen Anleihe in Deutschland ihre Zustim mung gibt, werden die Minimalzölle für Rußland mit einem Schlage kein Hindernis mehr sein, zu einem Tarifvertrage zu kommen. Schlaue Handelsleute, die braven Moskowiter! Wieder einmal rühren sich die politischen Propheten in der bei ihnen so beliebten Angelegenheit der Statthalterschaft im Reichslande. Schon seit einigen Jahren wurde immer und immer wieder ein Wechsel auf dem elsaß- lothringischen Statthalterposten als„ vor der Tür stehend" angekündigt. Unter anderen war Prinz Adolf zu Schaumburg- Lippe, der Schwager des Kaisers, von diesen Propheten schon so gut wie ernannt, und ebenso brauchte Graf Waldersee nur zuzugreifen, um Statthalter des Reichslandes zu wer den. Der jetzt erfolgte Tod der Gemahlin des Statthalters, Fürsten zu Hohenlohe- Langenburg, gibt abermals zu solchen Gerüchten Anlaß. Wieder wird berichtet, der Rücktritt des Fürsten stehe vor der Tür". Diesmal ist es zur Abwechse lung ein kaiserlicher Prinz, der sein Nachfolger werden soll. Daß später einmal ein Hohenzollernprinz die Statthalter schaft übernehmen wird, mag schon stimmen. Indessen was nicht stimmt, ist, daß der Statthalter irgendwie amtsmide sei Trotz der 71 Jahre, die Fürst Hohenlohe zählt, denkt er, wi unser Berliner CB.- Berichterstatter aus, guter Quelle hört, nicht daran, zurückzutreten, und ebensowenig denkt der Kaiser daran, ihn abzuberufen. Die Herren, die das Gras wachsen hören, haben also wieder einmal„ daneber prophezeit". Frutenkontingent in der Generaldebatte angenommen. Die weiter erforderlichen Abstimmungen sind nur noch Formsache: das Refrutenkontingent fann als bewilligt gelten, und die Zurückbehaltung der ungarischen drittjährigen Mannschaften die zu so unerfreulichen Erscheinungen führte siehe Bilet und Trebinje- kann aufhören. Bei der Beratung der Vorlage erklärte der Honvedminister v. Nyiri, die Aus schreitungen in Bilek und Trebinje seien nur milde geahnde worden, weil die ungewöhnlichen Verhältnisse als mil. dernde Umstände für das Verhalten der Soldaten angeseher werden müßten. Der Minister erklärte zwar die Nachrichten über die Militärrevolten für übertrieben, mußte aber zu geben, daß die Dreijährigen, deren Entlassung eigentlich schon im Oktober erfolgen sollte, den Gehorsam verweigert hatten: sie durchzogen johlend die Straßen und demolierten die Wirtshäuser, wobei sie die Porträts des Königs besudelten. Da das Bileker Militärgefängnis für die Zahl der Ver hafteten nicht ausreichte, wurden die Meuterer je zwei und zwei aneinander gefesselt und nach Trebinje esfortiert; nur die Renitentesten wurden übrigens eingesperrt, sonst hätten Hunderte verhaftet werden müssen. Bei einem Marsche nad Trebinje verweigerten die Drittjährigen den Gehorsam und duldeten keine Offiziere an der Spitze des Marsches, woraus die Offiziere abtraten und die Mannschaft den Einzug in Trebinje unter Führung der Unteroffiziere hielt! Nur gegen 16 Mann ist ein Strafverfahren eingeleitet worden. Ueber einen unerhörten und unerträglichen Fal australischer Willfür gegen einen Deutschen wird jetz Näheres bekannt. Wegen Unkenntnis der neugriechischer Sprache ist ein deutscher Reichsangehöriger, Hans Stel. Iing, von einem australischen Gericht zu einem halber Jahre Gefängnis verurteilt worden, und erst, nachdem ei einen Teil der Strafe bereits verbüßt hatte, hat man ihn au den Protest des deutschen Generalkonsuls hin am 19. De zember freigelassen! Man traut seinen Ohren faum, wenn man hört daß ein Deutscher wegen Unkenntnis des Neu griechischen verurteilt wird, und gar zu einem halben Jahr Gefängnis! Die australischen Behörden begründen die Ver urteilung folgendermaßen: Nach dem australischen Einwanderunsgesetz muß jeder Einwanderer, um die Erlaubnis zum Landen zu erhalten, 50 Worte nach Diftat in einer bom Zollbeamten zu bestimmenden euro päischen Sprache schreiben können. Da der Maat Hans Stelling der Sohn eines Deutschen und einer Egypterin ist so glaubte der Zollbeamte die griechische Sprache wähler zu sollen, da Griechenland Egypten am nächsten sei! Das die Prüfung des Deutschen Stelling im Neugriechischen ein Chifane war, liegt auf der Hand. Es fehlt nur noch, daß man Deutsche im Finischen oder Türkischen prüfte! Wenr Stelling diese Prüfung nicht bestand, konnte man ihm die Erlaubnis zur Einwanderung verweigern, aber man durfte ihn nicht dafür bestrafen. Solche Frechheiten in der Be handlung seiner Bürger darf sich kein ehrlicbendes und selbstbewußtes Volt ruhig gefallen lassen. Die deutsche Re gierung wird denn zweifellos auch den Australiern den Standpunkt klar machen und dafür sorgen, daß der Manr und das in ihm beleidigte deutsche Volk die nötige Genug tuung erhalte. Wie, wenn dergleichen einem Amerikaner widerfahren wäre? Aber freilich, den Amerikanern gegen über nehmen sich die Engländer solche Frechheiten nicht heraus. Oesterreich- Ungarn. Tisza triumphator! Dem Mann der starken Hand" ist es gelungen, der unerträglichen Lage, die in Ungarn durc die Nichtbewilligung des Rekrutenkontingents geschaffen war, ein Ende zu machen: Das ungarische Abgeordnetenhaus bat mit 161 gegen 51 Stimmen die Vorlage über das Re * Mit den neulich von uns erwähnten Regierungsplänen wegen einer Aenderung des preußischen Vereinsgesetzes bekanntlich soll die deutsche Sprache als Versammlungssprache gefordert werden dürfen hängt es zusammen, daß gestern in dienstlichen Angelegenheiten" die Oberpräsidenten Delbrück aus Danzig, v. Moltke aus Königsberg und v. Waldo w aus Posen in Berlin eingetroffen sind. Auch der mit der reichsländischen Vereinsgesetzhandhabung vertraute Staatsminister v. Köller ist aus Straßburg dort eingetroffen. Wie unser Berliner CB- Mitarbeiter hört, handelt es sich um eine Besprechung der Frage, ob in der Vereinsgefeßnovelle die deutsche Sprache als Versammlungssprache obligatorisch gemacht, oder ob es in das Ermessen der Polizeibeamten gestellt werden soll, die Verhandlungen in deutscher Sprache zu fordern oder nicht. frankreich. In der Hafenstadt Lorient, wo schon vor einigen Monaten große Streifunruhen herrschten und mehrfache Zujammenstöße n it der bewaffneten Macht vortamen, ist wieder eine neue Aufruhrbewegung im Gange. Wie erst jetzt nachträglich bekannt gegeben wird, versuchte in der Nacht zum Montag eine angeblich aus zwanzig Mann bestehende Bande in das Pulverdepot von Meutec bei Lorient einzudringen. Der Nachtposten konnte erst durch mehrere Schüsse die Angreifer zum Rückzug bringen. Die Militärbehörden haben strenge Maßnahmen getroffen, um Wiederholungen ähnlicher Vorkommnisse zu verhindern. O Unerfreuliche Nachrichten über Eingeborenenaufstände kommen aus unseren Schutzgebieten. Zunächst wird aus Deutsch- Südwestafrika gemeldet, daß auch im Osten der Kolonie Unruhen unter der eingeborenen Bevölkerung ausgebrochen sind. Der Stamm der Bandjerus ist aufsässig geworden und hat bereits drei Farmer ausgeplündert. Eine schleunige militärische Aktion zur Vermeidung weiterer Schädigungen der dortigen weißen Bevölkerung ist dringend erforderlich. Eine zweite Nachricht, die aus der Südsee kommt, berichtet ebenfalls von einer Empörung der Eingeborenen: Die zu Deutsch- Neuguinea gehörige Handelsstation in Peterhafen auf den französischen Inseln, die der Insel Neupommern nördlich vorgelagert sind, ist von Eingeborenen überfallen worden, wobei der Händler Reinhardt und der Maschinist Dö II, sowie zwei Chinesen und zehn befreundete Eingeborene ermordet wurden. Der Aufstand war durch einen Streit über Geschäfte mit Land ver anlaßt worden. Eine deutsche Strafexpediti r, die gegen die Aufrührer ausgeschickt wurde, tötete fünfundzwanzig Eingeborene. Afrika. Entsetzen erregende Berichte über das Glend im Norden der Kapkolonie sind in Kapstadt eingelaufen. Hungersnot ist infolge der anhaltenden Dürre eingetre.cn. Am schlimmsten sieht es im Nordwesten der Kolonie aus. Die Leute leben dort nur noch von den Kadavern der Tiere, die auch größten teils infolge von Hunger eingegangen sind. Die Dürre hält in diesen Gegenden eigentlich schon seit drei Jahren an und ein großer Teil des Viehs, das dort früher auf der Weiden war, ist schon längst verschwunden. Selbst Feldmäuse und Meerkatzen, die es dort immer in großer Menge gab sind so gut wie ganz verschwunden. Nicht einmal ein Vogel ist irgendwo zu sehen, nur weiße Knochen und Stelette vor Tieren sieht man auf dem Veldt herumliegen. Die Sterb lichkeit unter den Kindern ist außerordentlich groß, und zwar sterben sie in großer Anzahl an sog. Hunger- Krankheiten. Die Regierung hat Anstalten getroffen, den Leuten Hilfe zu bringen, bis wieder Regen fällt und es möglich wird, die Farmen wieder instand zu setzen. Heer und flotte. Das Kommando des 11. Armeekorps soll gutem Vernehmen nach am 1. April d. Js. in die Hände des Generalleutnants Herzog Albrecht von Württemberg übergehen. Der Herzog, der bisher die 26. Division fommandierte, wird der Nachfolger des Generalobersten v. Wittich, der am gedachten Zeitpunkte in den Ruhestand tritt. Sihung der Stadtverordneten. W. Gießen, 4. Januar. ( Schluß.) - Die Holzversteigerungen rom 21. und 28. Dez. v. J., denen eine neue Toge zu Grunde gelegt wurde, hatte das Ergebnis, daß die Gebote unter dieser Taxe blieben, trotzdem beantragt die Oberförsteret gemeinsom mit der Landwirtschaftlichen Kommission die Versteigerung zu genehmigen, weil es sich um sehr geringwertige Hölzer handelt, welche bei einer neuen Versteigerung doch feinen höheren Ertrag bringen. Es wird demgemäß beschlossen. Auf Antrag der freiwilligen Feuerwehr beschließt die Versammlung bei der Großh. Brandversicherungsfammer die Gewährung von Mitteln zur Beschaffung von Feuerlöschgeräten zu beantragen. - Der Punkt Entnahme von Kies aus der Lahn wird von der Beratung abgesezt.- Der Neubau der höheren und erweiterten Mädchenschule hat die Versammlung früher bereits beschäftigt. Nachdem bei einem Wettbewerb unter den Gießener Architekten das Projekt von Stein u. Meyer zur Annahme und Ausführung empfohlen war, hat dieser Entwurf der Versammlung vorgelegen. Nun soll die Firma Stein u. Meyer eine Umänderung der Fassade im Plan vornehmen, derart, daß die Turnhalle unten ins Hauptschulgebäude fommt, woraus sich im höheren Stockwerk, welches über dem großen Raum die Errichtung schwerer Wände nicht verträgt, die Anlage eines Festsaales sich ergeben soll. Für diese Aenderung des Planes und Voranschlages soll der Firma 1000 Mt. bewilligt werden. Mit dem Projekt sind verschiedene Stadtverordneten nicht einverstanden und es entspinnt sich eine lange Debatte. Der Oberbürgermeister erörtert die Gründe, welche dafür sprechen, diese Arbeit von den Urhebern des Projekts der Schule machen zu lassen, das Bauamt habe auch demnächst mit anderen Arbeiten zu tun und es tomme in der Hauptsache darauf an, diese Kostenberechnung schnell zu er= halten. Stadtv. Loeber verweist darauf, daß das Hochbauamt s. 3t. wegen Mangel an Arbeit sich beklagt habe, damals hätten die städtischen Techniker doch Zeit gehabt zu solchen Arbeiten. Die 1000 Mart, welche gefordert werden, könnte man sparen, denn das Bauamt würde wohl Zeit finden zu der Arbeit. Stadtv. Pirr ist der Ansicht, das Bauamt tönne die Arbeit ganz gut machen, er will so wenig wie möglich Geld für den Bau aufgewendet haben. Stadtv. Huhn beanstandet, daß der Turnsaal nur eine einseitige Beleuchtung hat, er glaubt, derselbe werde zu dunkel werden. Der Oberbürgermeister verweist darauf, daß der Saal hohe Fenster bekommen wird, die für genügende Helligkeit sorgen. Stadtv. Schaffstaedt erklärt, daß die an Stein& Meyer zu zahlende Summe von 1000 Mt. für die Arbeit, welche ja durch die vorliegenden neuen Projekte schon zum Teil ausgeführt sei, sehr mäßig ist; er würde sich für die Bewilligung des Betrages und für Uebertragung der Arbeit an Stein& Meyer aussprechen, aber er werfe die Frage auf: Was soll mit dem Hochbauamt für die Folge geschehen, es könne doch für die Folge nicht so weiter gehen. Oberbürgermeister Mecum bemerkt nachdem Kollege Schaffstaedt die Frage angeschnitten, wolle er auch darauf Antwort geben. Es sei eine prinzipielle Frage, ob man seitens der Stadt nicht besser dabei fahre, die Ausführung aller größeren Hochbauten an Privatarchitekten zu übertragen und die städtischen Beamten nur für die bestehenden städtischen Gebäude in Anspruch nehmen soll. Er werde Veranlassung nehmen, die Ansicht der Versammlung über diese Frage zu hören. Der Beigeordnete Georgi beantragt, die Beschlußfassung über den Punkt auszuseßen und zu beschließen, daß eine Kommission aus Mitgliedern der Bau- Deputation, den Architekten Stein& Meyer, dem Leiter des Hochbauamts unter Führung des Oberbürgermeisters sich erst ein Mal Schulbauten in andern Städten wie Frankfurt, Darmstadt Wiesbaden 2c. ansieht, dann könne man ja immer noch Beschluß fassen. Dieser Antrag gelangte darauf zur Annahme. Tas Theater- Komité hat den Antrag gestellt, ihm zur Erbauung eines Theaters und Scalbaues Schülers Garten zu überweisen. Der Vorsitzende des Komités, Prof. Fromme. berichtet über die bisherige Tätigkeit desselben, danach sind die Vorarbeiten soweit gedtehen, daß man auf Grund einer vom Bauinspektor Eecker entworfenen Skizze einen Wettbewerb um Entwürfe zu einem Theater- und Saalbau mit Restaurationsräume schreiten wolle, dessen Kosten Theater-, Saalbau- und Konzert- Verein zu tragen bereit sind. In der Tarlegung der Sachlage wird darauf hingewiesen, daß man nach einem Kosten- Ueberschlag mit etwa 750,000 mt. den Bau auszuführen gedenkt, daß zwar die Mittel hierzu noch nicht vorhanden, daß man aber hofft, wenn erst ein greifbares Projekt zu dem Bau vorliege, es bet dem Opfermut unserer Bevölkerung ein Leichtes sei, mindestens 200,000 Mt. à fond perdu für den Zweck zu erhalten. Der Rest soll mit einer geringen Verzinsung durch Aftien aufgebracht werden. Die Bau- Deputation schlägt vor, dem Theater- und Saalbau Komité zu gestatten, den im Besitz der Stadt befindlichen Schülers Garten, der ja für diesen Zweck so wie so bestimmt sei, als Bauplatz in ihrem Ausschreiben zu einem Wettbewerb um Entwürfe für Theater- und Saalbau, zu bezeichnen. Mit diesem Antrag Dem germanischen ist die Versammlung einverstanden. Museum in Nürnberg wurde bisher ein Jahresbeitrag von 12 Mt. aus der Stadtkasse geleistet. Die Versammlung ist damit einverstanden, daß vom 1. April d. J. dieser Beitrag auf 25 Mt. jährlich erhöht werden soll. Ein Ersatztransport für die südwestafrikanische Schutztruppe ist in der Stärke von 5 Offizieren und 230 Unteroffizieren und Mannschaften von Berlin über Kurhaven abgegangen. Die Truppe, die sich auf 3½ Jahre verpflichtet hat, steht unter dem Befehl des Oberleutnants Winkler, der bereits 6 Jahre in Südwestafrika tätig war. Am 3. oder 4. Februar wird die Landung in Swakopmund erfolgen. Der kleine Krenzer Undine" ist auf der Kieler Werft zum erstenmal in Dienst gestellt worden. Das Kommando erhielt Korvettenfapitän Schaumann. Verbesserte Torpedobewaffnung. Die Linienschiffe der Kaiserklasse, zuerst der Kaiser Friedrich III.", erhalten jetzt eine wesentliche Verbesserung der Torpedobewaffnung; alle Torpedoausstoßrohre werden unter die Wasserlinie gelegt. Bei den Kaiserschiffen lagen bisher das Bugrohr und die Breitseitrohre unten, das Heckrohr über der Wasserlinie. Lokales. - Der 6. Januar 1904. *** Der nachstehende Erlaß des Großherzogs wird zur öffentlichen Kenntnis gebracht: Tie bewegt habe ich am Neujahrstag von Vertretern aller Stände und aller Teile des Landes die Spende entgegengenommen, durch welche mein geliebtes Volk Mir in dieser Zeit der Trauer ein Zeichen herzlicher Anhäng Gabe, zu ber Bahl beigeftruert nur der Beitrag bes Armen darin Ich von ganzem Gabe Mir in d geffen bleiben. wohltätigen obe Ernst Ludwig meldet, dürfte fid träge annähernb belaufen. * Ernannt Wilhelm Wagn den Beitreibung Lage wurde d Lindenfels in g ungsbezirt Frie * Erna Hanzleigehilfe Franz Tippel * Turnb in der Wirtsch April zur Rüd Auslofung * Gefell Am Donnerstag Hugo Grothe und Albanien", ftügt. Am 3. Plata( Argentin Dr. E. v. Dryg 1901-1903 p ** Zu der ift im Hauptf schuß von 690 ftchen 3. u. a Lauterbach, Ni wirfen insge feminarifd) gel Eiler bededung Stride Kreuzth wegen der be Arbeiter anged bag Ungetrunt Stationen Unf wurde auf der da dann die n fahren. ** Loh bahner. publiziert im arbeiter weld Dienst der V lebungen vor Lohnes weiter bon Familie Lagen dau Teilbetrag gezahlt. Das 146 zu dem des Generals Unter Bezugn ter des verfto um Aufnahm des MilitärHerr Genera v. Kretschma Frau, unser Uns, feinen der uns se weder durch Vaters noch etwas befan Mascha Ed Redaktion d auf Sp. 34 Kretschman) feine Briefe nicht gut b bor Linen sich hier Oberleutn Veröffent der Wun oder seine Auffaze fich die Auffaffung Hinterblieb durch feine Berstorben Kun neu erding ftellt, da Stiefelfchie fäure ode lingen ge als Siga Müller in S. erfreut berhaftete uar. b. J., e das oßdem Dwirts miger, melde Ertrag Antrag ing bet ng bon ntragen. n wird höheren früher unter Meyer t diefer e Firma Blan Sauptodwert, chwerer fich er d Vorwerden. ordneten Debatte. welche Brojetts demin der zu er as Hochabe, dau solchen nte man Arbeit. die Arich Geld nftandet, bat, er Oberal hohe sorgen. & Meyer t, welche Ceil ausBewillig rbeit an age auf: ehen, es Der m Kollege ch darauf ob man sführung ibertragen städtischen ranlassung Frage zu Beschlußießen, daß Deputation, des Hochfich erst ein Darmstadt mmer noch uf zur Anrag gestellt, es Schülers mités, Prof. = desselben, ß man auf nen Stizze eater- und De, dessen zu tragen ird darauf schlag mit daß zwar aber hofft, orliege, es ichtes ſei, Zwed zu ung durch on schlägt latten, den en, der ja Bauplab in Entwürfe für efem Antrag germanijgen sbeitrag von ammlung ist fer Beitrag 1904. ogs wird e ich am Der Teile elche mein Zeichen herzlicher Anhänglichkeit gegeben hat. Die Mir anvertraute Gabe, zu der Meine Land skinder in so überaus großer Bahl beigesteuert haben, ist mir um so teuerer, als nicht nur der Beitrag des Reichen, sondern auch das Scherflein des Armen darin enthalten ist. Allen den Spendern sage Ich von ganzem Herzen Dank. Die Freude, welche ihre Gabe Mir in dieser ernsten Zeit gebracht hat, soll unvergeffen bleiben. Die Mittel der Landesspende werde Ich zu wohltätigen oder gemeinnüßigen Zwecken verwenden. Ernst Ludwig. Wie die„ Darmstädter Zeitung" weiter meldet, dürfte sich die Landesspende einschließlich der Nachträge annähernd auf 70 000 Wart von etwa 85 000 Gebern belaufen. - * Ernannt. Am 4. Januar wurde der Steueraufseher Wilhelm Wagner zu Gießen zum Pfandmeister für den Beitreibungsbezirk Alsfeld eruannt; an demselben Tage wurde der Pfandmeister Friedrich Schäfer zu Lindenfels in gleicher Diensteigenschaft in den Beitreibungsbezirk Friedbergbersetzt. ** Ernannt wurde am 29. Dezember v. J. der Kanzleigehilfe am Landgericht der Provinz Oberhessen Franz Tippel zum Kanzlisten bei diesem Gericht. Turnverein Grünberg. Am Freitag gelangen in der Wirtschaft von Ph. Zimmermann die im Monat April zur Rückzahlung gelangenden Darlehensscheine zur Auslosung. ** Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde. Am Donnerstag Abend wird in der Aula zu Gießen Dr. Hugo Grothe einen Vortrag halten über Mazedonien und Albanien", der Vortrag wird durch Lichtbilder unterstüßt. Am 3. Februar wird Prof. R. Hauthal aus La Plata( Argentinien) über Patagonien, am 1. März Prof. Dr. E. v. Drygaleft über die deutsche Südpolarexpedition. 1901-1903 sprechen. ** Zu den Kosten der höheren Vürgerschulen ist im Hauptstaatsroranschlag für 1904 ein Staatszuschuß von 69000 Mt. eingestellt. Solche Schulen bestehen z. u. a. in Grünberg, Alsfeld, Bußbach, Hungen, Lauterbach, Nidda, Schotten und Schlit An diesen wirfen insgesamt 44 akademisch gebildete und 71 seminarisch gebildete Lehrer. ** Eisenbahnzüge mit Gendarmerie bedeckung fonnte man vor Neujahr wieder auf der Strecke Kreuzthal- Marburg beobachten. Diese Maßregel ist wegen der vielen aus Westfalen in die Heimat reisenden Arbetter angeordnet. Man will dadurch vermeiden, daß Angetrunkene die Passagiere belästigen oder auf den Stationen Unfug verüben. In der Woche nach Nujahr wurde auf der genannten Strecke Gendarmeriedienst eingeführt da dann die meisten Arbeiter in das Industriegebiet zurückfahren. ** Lohnzahlung an militärübende Eisenbahner. Die Königl. Eisenbahndirektion Frankfurt publiziert im Amtsblatt", daß diejenigen Eisenbahnarbeiter welche mindestens ein Jahr ununterbrochen im Dienst der Verwaltung beschäftigt sind, bei militärischen Uebungen von nicht mehr als 14 Tagen/ ihres Lohnes weiterbeziehen, wenn sie verheiratet oder Ernährer bon Familienangehörigen sind. Bei länger als 14 Tagen dauernden Uebungen wird der bezeichnete Teilbetrag des Lohnes nur für die ersten 14 Tage gezahlt. ** Das Militär Wochenblatt schreibt in seiner Nummer 146 zu dem Aufsage: Die Kriegsbriefe 1870/71" des Generals v. Kretschman und die hessischen Truppen: Unter Bezugnahme auf das Preßgeseh ersuchen uns die Töchter des verstorbenen Generals der Infanterie v. Kretschman um Aufnahme nachstehender„ Berichtigung. In Nr. 144 des Militär- Wochenblattes vom 22. Dezember d. Js. sagt Herr Generalmajor a. D. Keim, daß unser Vater, General v. Kretschman, die Vernichtung seiner Kriegsbriefe an seine Frau, unsere Mutter, gewünscht habe. Das ist unrichtig. Uns, seinen einzigen Kindern, ist von einem solchen Wunsch, der uns selbstverständlich Befehl gewesen wäre, niemals, weder durch eine mündliche oder schriftliche Aeußerung unseres Vaters noch durch die Vermittlung unserer Mutter, irgend etwas befannt geworden. Lily Braun, geb. v. Kretschman. Mascha Eckmann, geb. v. Kretschman." Hierzu bem rkt die Redaktion des penannten Blattes, daß Herr General Keim auf Sp. 3421 lediglich gesagt hat:„ Dieser( General v. Kretschman) hatte wohl auch selbst die Empfindung, daß seine Briefe das Licht der Deffentlichkeit in mancher Hinsicht nicht gut vertragen würden und deshalb deren Vernichtung vor finem Tode gewünscht." Herr General Keim stüßt sich hier natürlich auf die bekannte Erklärung des Herrn Oberleutnants v. Kretschman, in welcher dieser gegen die Veröffentlichung jeder Briefe Protest erhob. Davon, daß der Wunsch des Generals v. Kretschman seiner Gemahlin oder seinen Töchtern befannt geworden sei, steht in dem Auffage des Generals Reim fein Wort. Somit erledigt sich die Berichtigung" eigentlich von selbst. Nach unserer Auffassung bleibt es freilich recht bedauerlich, daß die nächsten Hinterbliebenen v. n jenem Wunsche nichts erfahren haben; durch seine Erfüllung hätten sie sonst dem Andenken an den Verstorbenen einen großen Dienst leisten können. " Kunststeine aus Schiefer werden nach einem neu erdings patent erten Verfahren in der Weise herge= stellt, daß der fein gepulberte Schiefer, namentlich Kieselschiefer, mit verdünnter Salzsäure oder Salpetersäure oder ein Gemisch beider angefeuchtet, zu Formlingen gepreßt und durch Wasserdampf gehärtet wird. )( Wieseck, 5. Jan. Sein 40jähriges Arbeitsjubiläum als Zigarrenmacher in der Zigarrenfabrik von Arnold Müller in Gießen feierte am Montag Herr Phil. Junker. I. erfreut sich allgemeiner Beliebtheit. Krofdorf, 5. Jan. Der s. 8. wegen Unterschlagung berhaftete Bürgermeister Lichtenthäler ist aus der UnterRodheim a. d. Bieber, 5. Jan. Wie die Gesamtborstände der hiesigen Vereine neulich in einer Generalversammlung beschlossen, so soll der Geburtstag des Kaiſers in gemeinsamer Weise durch einen Festakts gefeiert werden. Derselbe ist für den Vorabend vorges sehen und wird durch einen großartigen Fackelzug eingeleitet werden. suchungshaft entlassen. Die Verwaltung unserer Bürger-| Schöffengericht unter der Anklage, einen Schuhmann beleidigt meisterei wird vom Kreisamt versehen. zu haben, zu 45 bezw. 15 Mt. Geldstrafe verurteilt. Während Kniese das Urteil anerkannt, legte Giar Berufung ein und zwar wegen uurichtiger Kostenverteilung. Der Berufung wird stattgegeben und die von dem Schöffengericht ausgesprochene Gesamthaftung für die Auslagen, aufgehoben. Der Lehrer Richard Ulrich und der Bürgermeister Johannes Frigges von Gößen hatten sich vor dem Schottener Schöffengericht megen gegenseitiger Körperverlegung bezw. Bedrohung zu verantworten. Ersterer wurde zu 50 Mt. Geldstrafe verurteilt, während der letztere freigesprochen wurde. Auf Berufung des Ulrich und der Staatsanwaltschaft wird das Urteil insofern abgeändert, als daß der Angeklagte Frißges zu 30 Mt. Geldstrafe verurteilt und die Strafe des Ulrich auf dieselbe Höhe ermäßigt wird. =====Lindenstruth, 5. Jan. Am Montag verunglückte im Winneröder Wald der aus Reiskirchen gebürtige in den 40er Jahren stehende Arbeiter Launsbach. Ein zum Umretßen der Bäume gebrauchter Haken rutschte aus und traf den Arbeiter derart ins Genic, daß ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden mußte. Münster bei Lich, 5. Jan. Unsere Gemeinde will eine Telephonleitung nach Laubach und eine Ortsbeleuchtung anlegen. Da das Dorf nicht so groß ist, genügen 8 Lampen. Pfarrer Koch hat der Gemeinde zu beiden Unternehmen 1500 Mt. geschenkt. Mit dem Bau einer werden, nachdem die Gemeinde Ettingshausen den eigenen Wasserleitung soll ebenfalls in Kürze begonnen Anschluß abgelehnt hat. Seitens des Kreisamts sind 500 Mark für die Vorarbeiten bewilligt worden. Lauter, 6. Jan. In seltener geistiger und körperlicher Frische begehen der Müller Johs. Hahn und seine Ehefrau Charlotte, geb. Schwabe, am Freitag das Fest ihrer goldenen Hochzeit. Villingen, 5. Jan. Am Sonntag nachm. 2 Uhr findet bei Gastwirt Gg. Leidner eine Schäferversammlung statt. * Buzbach, 4. Jan. Das vor 5 Jahren seitens der Stadt errichtete Elektrizitätswerk hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen sehr günstigen Abschluß erzielt, indem ein Ueberschuß von 9025 Mt. erzielt wurde. Der Reservefonds ist auf 51 885 Mt. gestiegen. = Göttingen, 5. Januar. Für unsere Universität sind verschiedene wichtige Neueinrichtungen geplant, deren Ausführung für dieses Jahr in Angriff genommen ist. Das pflanzenphysiologische Institut und Museum des botanischen Gartens erhält einen bedeutenden Erweiterungsbau mit großem Hörsaal. An die medizinische Klinik wird eine hydrotherapentische Abteilung angegliedert, die schon im tommenden Sommer wird benutzt werden fönnen, und für die Frauenklinik ist der Bau einer septischen Baracke vorgesehen. Außerdem wird diese Klinik ein eigenes Wäschereigebäude mit Dampfbetrieb erhalten. Stadttheater Gießen. Der Erbförster. Schauspiel in 5 Aufzügen von Otto Ludwig. Als 6. Volksvorstellung ging gestern Abend das meisterhafte Schauspiel Otto Ludwigs in Szene und war auf das zahlreich erschienene Publikum von starter Wirkung. Einen großen Teil des Erfolges darf auch unser Ensemble in Anspruch nehmen, welches sich fast durchweg mit der nicht leichten Aufgabe, die scharf gezeichneten Gestalten Ludwigs treffend wiederzugeben, befriedigend abfand. Namentlich verdient Herr Linzen für seinen Erbförster genannt zu werden. Wenn er den alten Gerechtigkeitsfanatiker im Anfang wohl auch etwas zu mitteilsam und weichherzig gegeben hat, so fand er doch schon im zweiten Afte den richtigen Ton und zeigte sich in den Folgenden wieder als bühnensicherer Charakterdarsteller. Ausgezeichnet war Herr Achterberg, der den higköpfigen Forstgehilfen mit Feuer und Hingebung spielte und auch Herr Knabe machte seine Sache ganz nett. Dagegen fonnte uns Herr Haag in seiner Rolle als Güterbesiger Stein nicht recht gefallen. Besonders waren es seine Zornesausbrüche im zweiten Afte, als er seinem Sohn gegenüberstand, die trop des starken Stimmenaufwandes unvermittelt und gezwungen flangen und Herrn Pichler, der ohnehin etwas sehr ruhig spielte, seine Aufgabe noch erschwerten. Die um das Wohl der Kinder bangende Mutter gab Frau Kellermann recht ansprechend und Frl. Hellberg bewieß gestern Abend, daß sie mehr kann, als naive Konversation in einem Blumenthalschen Schwank zu drexeln. Sie war von einer echten gefühlswarmen Innigkeit, deren herzerfreuenden Töne durchaus natürlich, beinahe bühnenfremd flangen. Hoffentlich sehen wir auf diesem Gebiete bald wieder etwas von ihr. Als Möller hatte Herr Tamke Gelegenheitsid, als talentirten Intriganten Darsteller zu zeigen, Herr Telefy hatte den Buchjäger mit gewohntem Fleiße ausgearbeitet und Herr Heermann war als Wilddieb Frei ziemlich gut. Nur seine Arme scheinen ihm noch etwas im Wege zu sein. Die Regie tat- abgesehen von einigen zu schleppend gebrachten Szenen Schuldigkeit. fannt. - Aus dem Gerichtssaal. Streffammer. ihre H. H. Gießen, 5. Januar 1904. unzüchtiger Abbildungen zu verantworten. Wegen Vergehens Ein Kaufmann zu Gießen hat sich wegen Verbreitung gegen§ 184 St.-G.-B. wird auf 30 Mt. Geldstrafe er-Der Schornsteinfeger Reinhard Eisenach von Lauterbach hatte nachts bei dem Wirt Keutzer dortselbst eingebrochen und eine große Anzahl Schmuckgegenstände qe stohlen. Unter Einbeziehung früher erkannten Strafen fommt das Gericht zu einer Gesamtzuchthausstrafe von 3 Jahren und zehn Monaten, nebst 6 Jahren Ehrverlust und Polizeiaufsicht. Der Knecht Otto Kroll von Blankenfelde stieg nachts in die Wohnung des Pächters auf dem Hof Eisenbach ein und entwendete Kleidungsstücke und dergleichen Holz- Versteigerungen. Odenhause n. Aus dem Gemeindewald sollen aus der Hand verkauft werden: ca. 300 Fftm. Fichten- Stammholz, hiervon ca. 1/3 Schnittholz und 2/3 Bauholz, bis zu 29 Meter Länge. Tas Holz lagert 1/4 Stunde von der Station Odenhausen entfernt. Gebote sind getrennt bis zum 18. Januar an die Großh. Bürgermeisterei Odenhansen einzureichen. Die Kgl. Oberförsterei Krofdorf verkauft am Donnerstag, den 14. Januar 1904, vormitt. 10 Uhr, im Diftr. 77 und 78( pardt); Eichen= 47 Rm. Scheite Ebert'schen Saale zu Fronhausen: Schußb. Salzböden, u. Knüppel, 258 Rm. Rsr., Buchen 2 Rm. Felgenholz, 219 Rm. Scheite u. Knüppel, 2 Rm. Stockh., 989 Fm. Rsr. Schußb. Waldhaus, Distr. 55 und 58( Lindenschieb): Buchen = 1 Rm. Felgenholz, 811 Km. Scheite u. Knüppel 5 Rm. Stockh, 1108 Rm. Rsr. == = Grünberg. Aus den Distrikten Lichterwald, Igelshain, Schmidtbusch und Großer Finkenwald der Forstwartei Buchwaldstopf, Kasparshaag, Tränktopf und Dingerwald Azenhain, ferner aus den Distriften Heiligenberg, Bilsberg, der Forstwartei Lumda, desgleichen aus den Distritten Steinfaute, Beltershainer Wald, Älter Haag, Ochsenstall, Steinweg, Hoherod und Laubachskopf der Forstwartei Reinhardshain, sowie aus dem Distrikt Koppe der Forstwartei Harbach sollen 145 Fm. Fichtenschnittbauholz( von 30-49 3tm. mittl. Durchmesser) und 86 Fm. Fichtenbauholz( von 24-29 3tm. mittl. Durchmesser) auf dem Submissionswege verkauft Sortimenten, verschlossen und mit der Aufschrift: werden. Kaufliebhaber wollen ihre Gebote getrennt nach " Submis= sionsholzverkauf" versehen bis längstens den 19. d. Mts. bei der Großh. Oberförsterei Grünberg einreichen, woselbst die Eröffnung der Gebote am 20. d. Mts., vormittags halb zehn Uhr, in Gegenwart der etwa erschienenen Submittenten erfolgen wird. Es tönnen auch Gebote für einzelne Schläge oder Forstwarteien eingereicht werden. Marktberichte. Frankfurter Viehmarkt. Zum Verkauf standen 434 Ochsen, 43 Bullen, 685 Kühe und Färsen( Stiere und Rinder), 236 Kälber, 298 Schafe und Hämmel, 1679 Schweine. Aus Desterreich 000 Ochsen. Bezahlt wurde für 50 Kilo Ochsen: a) vollfleischige, aus= gemästete höchsten Schlachtwertes bis zu 6 Jahren Mt. 72-74, b) funge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete Mt. 66 bis 68, c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere Mr. 61-64, d) gering genährte jeden Alters Mt.. Bullen: a) vollfleischige höchsten Schlachtwertes Mt. 65-67, b) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere Mr. 62-64, c) gering genährte Mt. Kühe und Färsen,( Stiere und Rinder): a) vollfleischige. ausgemästete Färsen ( Stiere und Rinder) höchsten Schlachtwertes Mt 62-64, b) vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes( bis zu 7 Jahren) mr. 58-60, c) ältere ausgemästete Kühe und wenig aut entwickelte jüngere Kühe und Färs n( Stiere und Rinder) Mt. 48-50, d. mäßig genährte Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mt. 45-47, e) gering genährte Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mt. Bezahlt wurde für 1 Pfund a) feinste Mast-( Vollm.- Mast) und beste Saugfälber( Schlachtgewicht) 82-84 Bfg.( Lebendgewicht) 48-49 Bfa., b) mittlere Maft- und gute Saugfälber( Schlachtge wicht) 73-77 fg,( Lebendgewicht) 43-47 Pfg., c) geringe Saug= fälber 60-63 Pfg., d) ältere gering genährte Kälber( Fresser) Bfg., Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Mastbämmel 66-68 Pfg., b) ältere Masthämmel 52-56 Pfa., c) mäßig genährte Hämmel und Schafe( Märzschafe) 48-50 Pfa. Schweine: a) vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen im Alter bis zu 1½ Jahren ( Schlachtgewicht) 54-55 Pfg.,( Lebendgewicht) 43 Pfg., b) fleischige ( Schlachtgewicht) 53 Pfg.,( Lebendgewicht) 42 Pfg. c) gering entwickelte, sowie Sauen und Eber( Schlachtgewicht) 45-47 Pfg., Lebendgewicht-, d) ausländ. Schweine unter Angabe der Herfunft Pfg. Das Geschäft in Hornvieh war gut und ist der Maift geräumt. Frankfurt a. M., 4. Januar. Frucht markt. Es notierten nach Qualität: An Weizen, hiesiger und Wetterauer Mt. 16.35-16.45, kurhessischer Mt. 16.40-16.50, norddeutsch. Mr. Kansas Mt. 17.60-18.90, Roggen, hiesiger Mt. 13.30 bis 13.50, russischer Mr. 14.50-14.75. Amerikaner Mt. 14.40 bis 14.75, Gerste, hiesige Mt. 15.40 bis 15.60, Pfälzer, Mt. 16.10 bis 16.30, fränkische Mt. 15.80, Riedgerste Mt. 15.75 bis 16 10, ungarische Mk. 15.70-15.90. Hafer, hiesiger Mt. 12 25-13.50, furhessischer Mr. 12.50-13.50, Württemberger Mt. -- bis bayerischer Mt. 12.50-13.75, russischer Wcf. 13.50-14.75, Mais Mired Mt. 12.10-12.55, a Plata Mt. 11.40-11.90, meiner Mais Mr. 12.10-12.30, russischer Mr. 13 25-13.50. Alles pro 100 Kilo ab hier. Wetterbericht. ( Wetterdienst zu Gießen: Peppler.) Verlauf der Witterung von Montag bis Dienstag. Das westliche TIEF ist nordostwärts abgezogen, Nach dem Abzug des TIEF'S dehnte sich heute das HOCH Feiltiefs verursachten heute Nacht leichte Schneefälle. wieder mehr über unser Gebiet aus, sodaß die Bevölfung dünner wurde und schwaches Aufklaren eiutrat. Doch ist wiederum ein neues TIEF über der Biskayasee erschienen, welches nordostwärts vordringt, daher für Mittwoch und Donnerstag bei leichtem Forst zeitweise trübes Wetter mit schwachem Schneefall zu erwarten. Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil: Albin Klein für das Lokale, den„ Gerichts," und" Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermann Sachen. Da er noch eine Anzahl Strafen zu verbüßen Drauß ist alles so prächtig hat, wird auf eine Gesamtstrafe von 4 Jahren und 3 Monaten Zuchthaus, 6 Jahren Ehrverlust und Polizeiaufsicht erkannt. Die Wirte Heinrich Kniese und Heinrich Giar zu Bad Nauheim wurden von dem dortigen - = Und es ist mir so wohl, Wenn mein'm Sdäß'le' nen Päckchen ,, Eureka" i hol, Dwie thut es dann gern wasche mit so frischem, frohen Einn, Denn im„ Eureka Packetchen" Sigt halt Gutes no drin. ( ,, Eurefa", bestes Waschpulver. Ueberall erhältlich pro Packet 15 Pfg. 1 909 Bekanntmachung. Durch Beschluß der Stadtverordneten- Versammlung bom 17. Dezember 1903 soll der freisamtlich unterm 13. Januar 1891 genehmigte Fluchtlinienplan der Wetsteingasse am Ausgange zur Wetzsteinstraße Aenderung erfahren. Der Entwurf des Fluchtlinienplans liegt bis zum 25. d. Mts. auf unserem Tiefbauamte offen. Ginwend ungen gegen denselben sind binnen der gleichen Frist bei Meidung des Ausschlusses bei uns vorzubringen. Gießen, 5. Januar 1904. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Achtung! Ziehung in kurzer Zeit! Achtung! Das beste Geschenk ist das grosse Loos! Porto und Liste 25 Pfg. der Karlsruher Lotterie Lose à 1 Mk., 11 Lose 10 Mk. Gesamtgewinne i. W. Mk. 26000 Hauptgewinn Mk. 8000 Baar Geld mit 90% garantiert! Kleine Loszahl! erh. bei J. Stürmer, General- Agent, Strassburg i. E. Giessen bei: Rich. Buchacker, W. Semmler, Ph. Weiler. Underberg Boonekamp Maag- Bitter Underberg Unentbehrlich für jede Familie! Devise Boonekamp emper idem, Fabrikation alleiniges Geheimniss der Firma: H.UNDERBERG- ALBRECHT Hoflieferant Seiner Majestät des Kaisers und Königs Wilhelm D. am Rathhause in RHEINBERG am Niederrhein. Gegr. 1846. Anerkannt bester Bitterlikör! 24 Preis- Medaillen! Man ved Underberg- Boonekamp. ausdrücklich; Arbeitsvergebung. Die Bauarbeiten und Lieferungen zur Errichtung eines Lagerhauses an der neuen Straße von Gießen nach Krofdorf das Grundstück hat auch eine Zufahrt vom Gleibergerweg aus sollen an einzelne Handswerks meister bezw. Unternehmer vergeben werden. Pläne und Bedingungen können bei den Architekten Herren Stein - u. Meyer während der üblichen Bureaustunden vom 8. bis 13. ds. Mts. eingesehen werden, und wollen Reflektanten ihre Angebote bis zum 14. d. Mts., Mittags 12 Uhr an uns hierher einreichen. Wetzlar, den 4. Januar 1904, Julius Rosenthal& Co. Ohne Fleiss keinen Preis Man verlange: GRACOONAC Aerztlich empfohlen. Kalk- und Marmorwerke, Dampfziegelei, August Gabriel jr.. Giessen Massenfabrikation. Metallsärge und Särge jeder Art stets am Lager. Bahnanschlüsse. Werke Abendstern. Telephon Nr. 84. Schön'sche eder Art stets am Metallsärge und Särge Lager. Bau- und Möbelschreinerei Liebigstr. 65. GIESSEN. Telefon 410. III. 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Januar 1904 Neuen- Bäue 11. staatl. tonz. Haupt- Kollefteur der Hess. Thüring. Riechard Buchacker, ( Mitteld.) Staats- Lotterie. Giessen. Einem verehrten Publikum zur geft. Nachricht. daß mein so schnell beliebt gewordener SanitätsEier- Zwieback außer in meinem Geschäftslokale, Selterswrg 61, zu gleichem Preis in nachstehenden Verkaufsstellen erhältlich ist: In Gießen: W. Hacs, Bleichstraße. A. Lenhardt, Frankfurterstraße. J. Marker, Ede Stephan- und Goethestraße. H. Kräßer, Brandplak 15. J. M. Schulhof. Marktstraße. Restaurant Windhof. " " " Textors Terrasse. Philosophenwald. Liebigshöhe. In Dutenhofen: Karl Sorger. Heuchelheim: Ph. Neidel II. Alleiniger Fabrikant: Karl Link, Gießen, Seltersweg 61. Villa, gross. Steinweg 9 Die Wohnung des Herrn Forstmeister Joseph ist per 1. April 1904 anderweitig zu vermieten. Näheres bei H. W. Rinn, Gießen. Landgrafenstraße 3. Oftanlage 18 Ede Landgrafenstraße: 2. u. 3. 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Lager: Oberamtmann sagen, es tue ihr unendlich leid, daß ihr Mann sich dem Wohltäter ihrer Familie nicht erkenntlich erweiſen fönne, er sei auch heute auswärts auf Arbeit. Wie's so im Leben geht, vergaß nach diesen wiederholten Mißerfolgen der Oberamtmann den Tischler. Und nun ist die Geschichte zu Ende, bloß eine Kleinigkeit will ich noch hinzufügen. Eines guten Tages hatte der Oberamtmann socben ſein Mittagsnickerchen beendet, als das Dienstmädchen einen Unglücklichen meldete, der lahm und erblindet sei. Herr Schelling ließ den Mann in die Stube treten, und da stand denn ein elender, gebrochener Mann und hielt eine flägliche Ansprache an den Oberamtmann: „ Ein armer Lahmer," sagte er, der sich jänzlich uff jute Menschen verläßt, bittet um jeringe Unterstüßung für' ne Familie mit sechs arme Kinder, und blind bin ick ooch!" Der Oberamtmann hatte gespannt auf den Klang der Worte gehorcht, konnte ihn aber mit dem vor ihm stehenden Armen nicht vereinigen und strengte sein Gedächtnis vergeblich an, einen Zusammenhang zu finden. " Ihre Stimme kommt mir-- äh nicht unbekannt Na, denn seh ick doch, det ick meine Sache nich ohne mache, un det ick jut spielen kann, wenn ich die Fiedel in die Hand nehme!" vor- Sie sind Boggenstuhl!" sagte der Oberamtmann, aber ich liebe derartige äh Scherze nicht; tun Sie das nicht wieder! Wenn Sie ein Anliegen haben, so ist es würdiger oder— meinetwegen angemessener— „ Na, lassen Sie' t jut sin! Idk habe keen Anliegen als um een bisken Mitag und scherzen duh ick jar nich! Wie wer' ick denn!" „ Aber Sie sind doch nicht im Ernst Bettler?" " Im Ernst und im Spaß und immer, wenn't Jeld alle is; aber det wird nu nich so leicht alle!" ,, Wie sind Sie äh-- aber- äh, äh- so tief- äh- gefunden? Es tut mir äh, äh-- sehr leid!" „ Wieso tief gesunken? Ihre Uhr seht stark nach, muß ic Ihnen man sagen! Ich habe mir ruffjearbeit't, det is der richtige Ausdruck dafür, un det verdanke ich Ihnen! Sie haben mir den richtigen Weg jezeigt." „ Sie sagten von äh-- sechs Kindern, wie ist es denn möglich, daß sich ihre Familie so rasch vermehrt hat? Sie hatten doch nur zwei Kinder!" „ Natürlich hab ich heut voch noch nich mehr! Zwei je= nügen mir vollständig; aber sechs hört sich besser an!" Ich hatte wiederholt zu Ihnen geschickt, um Ihnen Arbeit zu geben," sagte der Oberamtmann, der sich wie zer= schlagen fühlte von den Worten und der Erscheinung des Tischlers. Ich äh- wir wollen überlegen, wie Ihnen zu-- äh, äh- helfen ist!" Lassen Se' t jut sin, Herr Oberamtmann, ich hab mir in meine neue Karjere janz jut rinjefunden. Schicken Se Ihr Mitleid zu die Leute, die keins für den kleinen Handwerksmann haben, und die bloß noch wat für ihn haben, wenn er zum Bettler geworden ist.' ne Art Bettler war ich schon immer; ich hab man just von't Atemholen gelebt. Ick hab jehungert, dat mir die Schwarte knackte, bloß um Frau und Kinder wat in den Mund stoppen zu können; nu hab ick so viel Brot im Hause, dat wir' t jar nich alle uffessen können. Se esse heute keen amerikanisch Schmalz mehr, det kann ick Sie versichern, und ich hab wat, wat mancher Paſtor oder Bürgermeister nicht hat! Wissen Sie, wat det is, Herr Oberamtmann?- Jeld uff Zinsen! Ja, et is wahr! De Bettelei sieht bloß von außen een bisfen schenierlich aus; aber' t is nich jefährlich. Ich weeß noch, dat ich mir früher selig pries, wenn ick eenen Dudelfastenmenschen sah; aber' t is all nich schlimm. Det sind nur die Schatten von die Dinge, un vor den Schatten muß man feene Bange haben!" Daß der Oberamtmann versuchte, den Mann wieder in geordnete Verhältnisse zurückzuführen, und daß er deswegen mit ihm und Doktor Lembke vieles besprach und beriet, erwähne ich nur; aber es gehört nicht mehr zur Geschichte, denn es hat nichts genutzt. Frizz Boggenstuhl hatte für alle ihre Vorschläge immer nur die eine Antwort: Ich bin een freier Mann und verdiene weit mehr, als Sie mir für meine Arbeit jeben können." Und mit diesem Mißklang schließe ich meine moralische Geschichte. EINST UND JETZT 审 Friedrich der Große als Journalist. Daß selbst der alte Friz es nicht verschmäht hat, an den Blättern seiner Residenzstadt als Reporter mitzuarbeiten und seinen Berlinern eine recht ordentliche Ente aufzutischen, verbürgt folgen des Geschichtchen. Im Februar 1767 erfundigte sich der König einſt bei Tisch, was man in Berlin Nenes zu schwatzen wisse; worauf geantwortet wurde, es ginge das Gerücht, nächstens würde wieder Krieg entſtehen. Der König hierüber aufgebracht rief:„ Was das für dummes Geschwäß ist! Tie Leute reden nur immer vom Kriege, weil sie nichts anderes zu reden haben. Man muß ihnen Gelegenheit geben, von etwas anderem zu sprechen." Hicrauf ließ er durch eine vertraute Persönlichkeit folgenden Aufsatz in die beiden Berliner Zeitungen einrücken. Aus Potsdam wird folgen des gemeldet: Am 27. Februar des Abends wurde der Himmel ganz dunkel; finstere, durch ein Gewitter zusammengezogene Wolfen, wovon man wenig Beispiele hat, bedeckten den ganzen Horizont. Es donnerte bei starken Blitzen, und bei verdoppelten Schlägen fiel ein Hagel, dessen man sich seit Menschengedenken nicht zu erinnern gewußt. Von zwei Ochsen, die ein Bauer an einen Wagen ge spannt, um nach der Stadt zu fahren, wurde einer auf der Stelle erschlagen; viele Leute wurden in den Straßen verwundet, und einem Bauern wurde dadurch der Arm gebrochen. Die Dächer wurden durch die Schwere des Hagels zerschmettert; alle Fenster in den Häusern, die gegen den Wind lagen, der dieses Unwetter forttrieb, wurden eingeschlagen. Man hat in den Straßen große Klumpen von Hagel, wie Kürbisse, angetroffen, die nicht eher als zwei Stunden, nachdem das Unwetter aufgehört, zerschmolzen sind. Dieses besondere Phänomen hat einen sehr großen Eindruck gemacht. Die Naturforscher behaupten, daß die Luft nicht Gewalt genug habe, diese festen und zuſammengefrorenen Klumpen zu tragen, und daß die kleinen Hagelförner in den durch die Heftigkeit des Windes zerrissenen Wolfen sich wegen ihrer Menge im Herunterfallen vereinigt und nicht eher dieſe außerordentliche Geſtalt bekommen haben, als bis sie nicht weit mehr vom Erdboden gewesen. Es mag nun dieses zugegangen sein, wie es wolle, so ist es doch gewiß, daß dergleichen Vorfälle sehr selten und beinahe ohne Beispiel sind." Daß am 5. März und den folgenden Tagen in Berlin der bevorstehende Krieg vergessen war und von nichts als von dem Potsdamer Hagelwetter geredet wurde, wird niemand Wunder nehmen. Am aufgeregtejten war man jedoch in Potsdam, wo nie: mand etwas von diesem Naturphänomen bemerkt haben wollte und fonnte. Die Zeitungsverleger wurden mit Briefen und Aufforderungen, zu widerrufen, vombardiert. Einem wurde auf höheren Wink geschrieben:„ Man wisse gewiß, diese Begebenheit sei wirklich geschehen," wobei sich denn die guten Potsdamer nach und nach auch beruhigten. Das Amüsanteste an der ganzen Geschichte ist, daß im Jahre darauf ein Wittenberger Professor, J. D. Titius, in einem gelehrten Werk den Vorfall ganz ernsthaft untersucht und alles begreiflich findet, nur an den Klumpen, so groß wie Kürbisse", Anstoß nimmt.„ Möglich," schreibt er, ist die Größe wohl, aber veil weder das Gewicht angegeben, noch bewiesen ist, daß der Ochse eben von dem Hagel erschlagen sei, bleibe die Sache noch bedenklich.' * Das Adoptivkind. Die kürzlich verstorbene Schauspielerin Marie Geiſtinger fam mit ihrem Kammermädchen eines Abends von der Vorstellung sehr ermüdet nach Hause. Vor der Tür zu ihrer Wohnung stößt ihr Fuß an einen Gegenstand, sie faßt hin und fühlt einen Korb. Ein Wachszündhölzchen flammt auf, bei seinem Scheine schaut ein blondes Engelsköpfchen ihr aus dem Korb entgegen. Rasch, Pepi, zur Polizei," ruft die Schauspielerin; doch hait, das Kleine bleibt ja unverändert. Schauen wir nach." Da fand sich, daß der Körper des Kindes aus Brüsseler Spitzen bestand. „ D." rief die Operettensängerin:„ es braucht keiner Polizei, das wird adoptiert." Ein Marierwerkzeug. Ein Sammler mittelalterlicher Kuriosi= täten, der eine vollständige Sammlung alter Folter und Marter werkzeuge der verschiedenen Völker mit großen Kosten zusammen gebracht hatte, zeigte diese voll Stolz eines Tages Rossini.„ Ez ist nur schade," meinte der„ Schivan von Pesaro" lächelnd, daß Sie eins dere schlimmsten Marterinstrumente vergessen haben!" „ Und welches, icurer Maestro?" fragte der Bejiger ganz be troffen.„ Das Klavier!" Nr. 4 Mittwoch, den 6., Januar 1904 Oberbessische Familienzeitung. Tägliche Unterhaltungs- Beilage der Gießener Neueste Nachrichten. Dead and Berlag der Stebener Terlagsbraderet, vorm. Wüh. Keller'sche Bugbruderei( gegz. 1783); center: 151* Rlets - Der Beuge. Roman von Marie Bernhard. 1. Fortseßung. ja! Besann mich aber anders! Guten ,, Wollte Morgen, lieber Koßmann! Servus, Fersius; gefällt Ihnen der Reim? Du erlaubst mir wohl, Vater, daß ich mein drolliges Geschichtchen hier erzähle; ich weiß ja ohnehin, ' s gibt jetzt nicht viel bei uns zu tun, da das Kontor nur feine beiden Koryphäen aufweist, ohne unsere übrigen Herren vom Geschäft. Wenn heute das Paketboot von Shanghai einläuft, wird das anders. Also denkt euch: weil es für mich nichts zu tun gab, wollte ich ausreiten, gab Befehl, den Meteor" für mich zu satteln „ Bei dieser Hize?" warf der Senior in besorgtem Ton ein. „ D, nur bis zum Tal, dorthin, wo man den Blick nach der Mississippibai hat, es ist nicht weit! Ich lasse mich anfleiden, lege mich derweil noch in meine Hängematte auf der Nordveranda und beginne zu lesen: Palleskes Kunst des Vortrags". Dabei treffe ich auf eine Stelle aus dem Shakespeare und gehe in meine Wohnung, um nachzuschla= gen. Was finde ich? Mein japanischer Diener, Hot- sumi, der glauben mußte, ich ſei ſchon längſt über alle Berge, hat sich in mein Garderobenzimmer verfügt dieser Hanswurst, dieser gelbhäutige, ſchlißäugige Schlingel Hellinut fonnte nicht weiterreden. Ein neuer Ausbruch des Lachens überkam ihn bei der Erinnerung an dem gehabten Anblick; er schlug ein paarmal mit dem Reitpeitschchen gegen seine Gamaschen und lachte, bis ihm die Augen voller Tränen ſtanden. Fersius sekundierte, ohne zu wiſſen, um was es ſich handelte, und Koßmann, sowie Norden wurden von dieser jugendlichen Heiterkeit ebenfalls angesteckt, so daß das vor kurzem ſtille, trübselige Kontor von Lachen widerhallte. ,, Hat sich diese Kreatur meinen Frack angezogen, meinen allerbesten Galafrack, deſſen Schöße ihm beinahe bis zu den Fersen herunterhängen, dazu ein Paar roter englischer Reithoſen, die ihm vermutlich am ſchönſten erſchienen sind, einen riesigen Zylinderhut auf den Kopf gesezt, ein Batiſt tuch in die Brusttasche gesteckt und ein Paar von meinen allerfeinſten Glacéhandschuhen über seine gelben Vorderpfoten gezogen. Dazu steht er vor meinem deckenhohen Anfleideſpiegel und schneidet Fratzen und dienert und komplimentiert, nimmt den Hut ab und ſteckt ihn unter_den_ge= bogenen linken Arm, wie er's bei unseren Geſellſchaften von mir geſehen hat, und das ganze Zimmer duftet nach Jockey ( Klub, und einen Scheitel hat er sich durch seine öligen schwarzen Haare gezogen, einen Scheitel Ein neuer Anfall von Heiterfeit. Artur Felſius lachte nicht mehr mit, er runzelte die Stirn. Und nun? Was taten Sie?" fragte er eifrig. Ich hoffe doch, Sie rissen dem frechen Kerl die Kleider vom Leibe und peitschten ihn, ehe Sie ihn aus dem Dienſt jagten, so lange Sie eine Hand rühren konnten? Die Unverschämtheit dieser Geschöpfe wird wirklich mit jedem Tage schlimmer, die japa nischen Bedienten „ Beſter Herr, ich kenne unsere japanischen Bedienten etwas länger und besser als Sie, der Sie erst seit ein paar Jahre in Yokohama leben," fiel Hellmuth dem Redner etwas unmutig ins Wort, und ich sage Ihnen, daß, wenn ich meinen ( Nachdruck verboten.)) im übrigen möglichst brauchbaren Hot- sumi heute um einer solchen Kinderei willen laufen lasse, ich morgen einen neuen Bedienten dafür eintausche, der mir mein Geld stiehlt und mir wahrscheinlich auf Schritt und Tritt Schaden anrichtet. Hotsumi nascht, giebt Dummheiten an und steckt seine flache Nase in jedes Ding, was ihm nichts angeht, aber er lüftet meine Zimmer gut, nimmt mir kein bares Geld fort, sondern begnügt sich mit kleineren Dingen und lügt nicht absolut bei jedem Wort, das aus seinem Munde geht: er tut es nur dann und wann. Folglich ist er in seiner Art ein Bijou, und ich habe nicht daran gedacht, ihm den Dienst aufzukündigen." Und gaben ihm auch keine Lektion mit der Neitpeitsche?" Hellmuth schüttelte den Kopf. Ein paar Hiebe wären ihm vielleicht ganz dienlich gewesen, aber- ja, denken Sie denn, ich konnte ernst bleiben angesichts dieser Figur? Er sah ja zu kostbar aus, dieser kleine, säbelbeinige Schlingel in folchem Aufzug! Aber das kommt daher, weil die Japaner aus gutem Hause so närrisch ſind, die europäischen Moden nachzuäffen und in Tuchkleidern und Hüten einherzugehen, statt ihre bequeme, luftige Tracht, die sich dem heißen Klima so vortrefflich anpaßt, beizubehalten. Wie ich so plötzlich hinter meinen Hot- sumi trat, bekam er natürlich einen gewaltigen Schreck, augenblicklich lag er mir zu Füßen, füßte alles, was im Bereich seines Mundes war, und bat und flehte in den allerhöflichsten Wendungen seiner allerhöflichsten Sprache um meine Verzeihung. Bis in die Glasgalerie froch er hinter mir her, immer auf den Knieen, und immer in meinem Frack und meinen roten engliſchen Reithosen, mit fliederfarbenen Glacéhandschuhen." Hier dröhnte vom Hofen her ein Kanonenschuß herüber. Koßmann, Fersius und Hellmuth sprangen wie elektrisiert empor. Der Postdampfer! Vater, Du erlaubst, daß ich selbst mit zum Hafen gehe? Von Hendrichs& Co. aus Hamburg muß ein Brief dabei ſein, den möchte ich selbst holen! Du weißt, wie wichtig er für uns wird!" Der Senior streckte abwehrend die Hand aus. " Es ist zu heiß, lieber Sohn, Du könntest Dich übermüden Nicht doch! Mach Dir nur jetzt keine Sorgen mehr um meine Gesundheit! Der letzte Aufenthalt auf dem Kontingent hat mich vollkommen hergestellt, das haben Dir meine Aerzte schwarz auf weiß gegeben. Wenn ich in Jahr und Tag dennoch Japan verlassen und ganz nach Europa übersiedeln soll, so scheint mir das jezt eine ganz überflüssige Besorgnis. Ich will mich aber fügen, weil ich sehe, daß Du in beständiger Unruhe in meinetwillen bist und ewig in der Furcht lebſt, das japanische Klima fönnte meine Gesundheit untergraben. Daß ich aber für alles, was meinen Stellvertreter und Nachfolger in unserem Geschäft angeht, das wärmste Intereſſe habe, das wirst Du mir nicht verdenken, und wirklich, lieber Bater, glaub es mir, ich fühle mich wohl, und die Hize wird mir feinen Schaden tun. Ich muß selbst hin zum Dampfer und den Brief von Hendrichs& Co. in Empfang nehmen, um zu lesen, wen er Dir anstatt meiner empfiehlt. Ich gehe auf der Stelle und kleide mich japanisch! Auf Wiedersehen! Nicht Daß mein so schnell ten Publikum zur ner itäts. Kr. 5 bonnement preli Brandbellages: Cherbel Oberbeffiche Beitrit Bastenbus, jie bie Gir n's Saus gebracht Das Blatt ridbets an für Dier Im Anschluß an die m inem„ aus eigner Erfahru Lurus im Heere dürfte ei geht, von allgemeinem In Die äußere Repräsent mann, ist für jeden, der in in früherer Zeit eine unbe auch eine schwere finanzie bei dem Studententum der ersten Entwidelungsi um die Eleganz des äu Mancher Vater stößt schn Gelder schicken muß, dam dieren, sondern auch seir alten patriarchalijchen Sto Dedikationschulden bezab amtenhierarchie in das m Kampfe durchhastete Gejel Formen gründlich verände der bei dem deutschen V fühlt auch das Bedürfnis, und beginnt mit seinem der Einfachheit der Sitte Die Gefahren der wahren wußten, mit sich einmal im öffentlichen Le Grade steigert, als das Vol Das Beanitentum und di Pas ten, , daß fie in ihren gejel werden, wenn reichen Ele ihr der fentation äußere wahr, Vater, ich darf Dich später in Deinem Arbeitszimmer aufsuchen?" Gewiß, Hellmut! Und sei vorsichtig, ich bitte Dich, um meinetwillen! Vergiß den großen Schirm nicht!" " Ohne Sorge! Die Herren kommen mit mir?" Koßmann und Fersius begrüßten höflich ihren Prinzipal; der Junior drehte sich im Rahmen der Tür nochmals um und wandte dem Vater sein schönes, fröhliches Antlitz zu; es war feine Spur eines Leidens darin zu entdecken, und seine hohe Gestalt ging elastisch mit raschen Schrien durch die Glasgalerie davon. Eine ganze Weile später erſt folgte ihm sein Vater mit schwerem, schleppendem Schritt; er brauchte lange, um zu dem andern Flügel des weitläufigen Gebäudes, der die Privaträume in sich schloß, hinüberzukommen, und endlich in seinem durch Jalousien verdunkelten Arbeitszimmer angelangt, ließ er sich mit der Haltung und Miene eines schwer bedrückten Mannes in einen weiten Lehnsessel zurückſinken. 3weites Kapitel. Es war ein auffallend großer Schreibtisch, an welchem Friz Norden saß. Auf der Platte lagen Stöße von Heften, Büchern, Journalen, Zeitungen, losen Papieren, alle sehr ordentlich über einander geschichtet; der„ Herr" war von peinlicher Akkurateſſe in solchen Dingen und hatte es dahin gebracht, selbst einen japanischen Diener an deutsche Ordnung zu gewöhnen; seinen Bekannten klang dies unglaublich, aber der aufgeräumte Schreibtisch lieferte den Beweis. Oberhalb der Platte des Tisches lief eine breite, schön ge= schnigte Galerie längs der Rückwand und den zwei Schmalfeiten. Sie war mit einigen geschmackvoll eingerahmten Bildern bestellt. Da war zunächst ein jugendlicher Frauentopf, ein sehr zart in Pastellfarben gehaltenes Porträt, ein liebliches schönes, lächelndes Gesicht, das, halb über die Schulter zurückgewendet, den Beschauer aus tiefbraunen Augen ansah. Es lag ein goldiger Glanz in diesen Augen, gleichsam als hätte ein Sonnenstrahl sich in ihnen gefangen, um für Lebenszeit dies reizende Antlitz zu erwärmen und zu durch strahlen. Um die leise geöffneten Lippen lag es wie helle Kinderlust Hellmuth Nordens Lippen und Augen waren es, die aus diesem Pastellbild lächelten, und ihm gehörte auch das üppige Blondhaar, das hier in weichen Locken auf den zarten Frauennacken herabfiel. Um das Bild herumi gruppierten sich vier oder fünf andere: Hellmuth als kleiner Knabe, mit nackten Knieen, im Kinderfittelchen; Hellmut als ein reizendes Bürschchen von sechs bis acht Jahren, dann als Jüngling, einen schönen großen Hund an der Leine haltend- endlich Hellmuth, wie er heute war, mit seiner ungesuchten Eleganz, seinem seidenweichen kleinen Lippenbart und dem strahlenden Blick. Durch die schüßenden Jalousien und durch die purpurfarbenen Seidengardinen flimmert in schrägen Streifen die brennende japanische Sonne und setzt tanzende rote Lichter auf die stummen Bildnisse. Der Mann am Schreibtisch hat den Kopf schwer in beide Hände geſtützt, die Arme liegen auf der Platte des Tisches, und so starrt er mit trüben und heißen Augen empor in die schönen, lächelnden Gesichter derer, die ihm das Liebste sind auf der weiten Welt. Einmal irrt sein Blick seitwärts und haftet auf dem neben dem Schreibtisch hängenden Wandkalender mit goldenen Stäben; gerade zittert der Sonnenstrahl darüber hin und hebt hell das Datum heraus den achtzehnten September. Da stöhnt Frizz Norden auf wie aus tiefer, verwundeter Brust! Nicht genug, daß dieser Tag mit ewigen, glühenden, unauslöschlichen Lettern in seine Seele gegraben ist, nuß auch noch die Sonne, die helle, unerbittliche, kommen und mit ihrer goldenen Flamme ihm zurufen:" Sieh, das ist's! Das tateſt du! Und feiner weiß darum als du und ich!" Nur er selbst? Nur die Sonne? Wirklich niemand sonst auf Gottes großer Erde? Und vor den brennenden Augen des aufwärts blickenden Mannes versinkt die fremdartige Landschaft draußen, die Palmen und Zedern und die Bambusgebüsche, die weißen Häuser, das schimmernde Meer, die wunderlichen Menschen, ganz yapan verschwindet ihm, als wäre es nie gewesen. Er ist nicht länger Frederic Norden, Esquire, der angesehene überseeische Handelsherr, Frizz Norden ist er wieder, der frohe, harmlose Knabe, der ohne Sorgen aufwuchs in der norddeutschen lebhaften Hafenstadt! Da ist sein Elternhaus zunächst! Ein stattliches, hohes Gebäude, dessen Rückseite auf den breiten Strom sieht, auf welchem die stolzen Schiffe liegen. Oft, oft fist das lebhafte Kind auf der kleinen Hintertrevpe und sieht in die rosige Glut, wie sie auf dem Wasser zittert, sich verstärkt und das Ganze in einen Feuerstrom verwandelt, auf dem die riesenhaften Dampfer unbeweglich liegen und die zierlichen Kähne hin und Kind auf die vielen Schiffe: wo kommen die wohl alle her wieder schaufeln. Mit großen, verwunderten Augen blickt das und wo fahren sie hin? Da kehrt sein Vater, der fröhliche, sorglose Mann, von seinem Kontor heim, und wie er sein Söhnchen ſo ſinnend findet, tritt er zu ihm, hebt es auf seinen Und als das Kind es ihm sagt, lächelt er und setzt sich rasch Arm und fragt zärtlich:„ Mein kleiner Friß, was denkst Du?" auf die Hintertreppe, nimmt den Sohn auf seine Kniee und beginnt, ihm bunte, phantastische Geschichten zu sagen von fremden, heißen Ländern, von schwarzen Menschen, farbenlingen, die durch die blaue Luft flattern, Korallen, die am prächtigen Pflanzen, schimmernden Vögeln und SchmetterGrund des Meeres wachsen, seltsamen Fischen und tausend anderen Dingen. Atemlos lauscht der Kleine und klammert wie unbewußt seine heißen Händchen um des Vaters Rechte; der lacht ihn von neuem an und sagt:„ Aber lernen mußt Du, Junge, reich mußt Du werden, dann wirst Du alles das sehen und haben, wirst mit Deinem eigenen Schiff über das blaue schwarzen Leute, die dort wohnen, Dir dienen und Dir alle Meer fahren und die fremden Länder besuchen, damit die ihre Schäße mitgeben, daß Du sie für vieles Geld daheim wieder verkaufen kannst. Aber lernen mußt Du, Junge, und reich mußt Du sein!" Mit feierlich ernſten Augen hatte das Kind da in seines Vaters Antlitz emporgesehen und langsam gesagt:„ Ich werde!" allmählich weiterglimmend, zum verzehrenden Brande_anDamals war der erste Funken in seine Seele gefallen, der, wachsen sollte. Das Kind hatte durchaus nicht einschlafen können an diesem Abend; unablässig tanzten bunte Bilder an seinen wachen Augen vorüber, und so kam es, daß es hörte, trügt, dann steckt in unserem Friß das Zeug zu einem tüchtigen wie der Vater zur Mutter sagte:„ Wenn mich nicht alles Kaufmann; ich will alles tun, ihn dazu zu machen. Es ist Zeit, daß der Junge etwas lernt! ( Fortsetzung folgt.) Ein Experiment. Moralische Geschichte von Heinrich Bandlow. ( Schluß.) ( Nachdruck verboten.) Friß Poggenstuhl warf sich sofort in seinen sonntäglichen lock, der noch neu war, soweit die Knöpf in Betracht kamen, hatte. Er begab sich eilfertig in das Hotel, und konnte den die seine Frau in diesem Jahre zum fünftenmal erneuert Gedanken nicht los werden, daß der Auftrag, um den es sich jetzt handelte, ihm bare zwei bis drei Mark in die Tasche schieben würde, und er schlug vergnüglich mit der Hand auf die Tasche, die einen Seufzer zurückgab. So ſtand er denn bald vor den beiden Herren und sagte: meinem janzen Vermögen zu Diensten! Wat soll's denn sin?" ,, Sie hatten die Güte, mir zu infantieren; ich stehe mit Bier!" ,, Bitte-ähnehmen Sie Plazz!- Kellner, ein Glas ,, Nehmen Sie' t nich for übel, meine Herren, um dieſe Dageszeit trink ick keen Bier; ick bin' t vor Abendbrot nich gewöhnt!" lung längere Zeit in Anspruch nehmen mußte, einige ButterDer Oberamtmann bestellte ihm sofort, weil die Verhandherrschaftlich schneiden lassen,„ mir is et am liebsten, wenn brote, und Fritz rief dem Kellner nach, er möge sie nicht so jespart zu wern!" det Brot nich zu dünne is, un am Belag braucht ooch nich weiß, daß Sie sich gern einen Groschen verdienen Poggenstuhl," begann Doktor Lembke das Gespräch,„ ich „ Det stimmt!" warf Friz dazwischen. „ Herr Oberamtmann Schelling und ich sind uns darum einig geworden, uns in unserer Angelegenheit an Sie zu wenden. Wir wissen vorher, daß Sie die Sache gut ausübel nehmen werden!" führen werden und hoffen, daß Sie unseren Vorschlag nicht Th, wo wer ick! Kramen Se man den Vorschlag aus, wir wer'n wohl handeleins wer'n!" Tag von früh bis spät in einer benachbarten Stadt bettelt; Wir brauchen nämlich einen Mann, der einen ganzen dazu wir haben Sie ausersehen, und nun will ich Ihnen auch die Gründe dazu auseinandersetzen!" ,, Ne- det lassen Se man, Herr Doktor!- Ick betteln?- Ne, is nich! Det kommt mir jrade so vor, als wenn Sie von unsern Herrn Bürgermeister verlangen wollten, er solle sich for Jeld uff'n Kamel sehen lassen!" Fritz Poggenstuhl machte sich mit großer Gemütsruhe, und indem er den beiden Herren freundlich zunickte, über die Butterschnitten her, indem er, da er den Zweck von Messer und Gabel nicht einsah, sie zur Hand nahm und wacker davon abbiß. Diese Geſprächspause benutzte rasch der Oberamtmann, indem er ansing, zur Sache zu reden. - von dieser Redenfart Gebrauch mache, obwohl ich weiß, daß Sie einen meinetwegen Widerspruch in sich schließt, denn mein- äh Vetter Max sagt, daß ein Mensch nicht bloß sich selbst ,, Wat sagen Sie, Herr Oberamtmann," warf Frizz wieder dazwischen,„ nich bloß mich ihm selbst?- Det hört sich jut an!" teren Verhandlungen noch einzugreifen; er sah mit der Scheu, Jett gab es der würdige Oberamtmann auf, in die weidie die Unverfrorenheit immer auferlegt, auf den Tischlermeiſter, dem der Arzt nun klar machte, daß er den Ertrag des einen zum Betteln angesetzten Tages vorzeigen und vorzählen sollte, dann aber behalten dürfe. Außerdem solle er zehn Mark bar bekommen und sich später der WohlgewogenVerzeihen Sie, Herr Doktor, wenn ich dem Manne die - äh- Ueberzeugung beizubringen suche, daß es sich um die Befriedigung unseres— äh, äh— Wissensdurstes handelt" heit beider Herren versichert halten, und so nahm Frik Pog„ Der is ebenso jut berechtigt wie jeder andere Durst," sagte Friz dazwischen. Bitte, unterbrechen Sie mich- äh – nicht, damit die Entwicklung meines Gedankenganges nicht meinetwegen geſtört wird. Herr Doktor Lembke nämlich und ich, wir beide streiten uns- ,, Det is recht," bemerkte der Tischler wieder ,,, ick streite mir ooch janz jern, denn so lange wie eener streitet, kann keener wissen, wer Recht hat!" Der Oberamtmann lehnte sich mißmutig zurück in seinen Stuhl und warf dem lächelnden Arzte einen hilfesuchenden Blick zu. Poggenstuhl," nahm nun der Arzt das Wort,„ ich sehe, wir fangen die Sache verkehrt an. Also wollen Sie zehn Mark verdienen?" genſtuhl mit der Verſicherung seiner vorzüglichen Hochachtung Abschied von den Herren, An einem schönen Abend, der einen noch schöneren Morgen vcrsprach, wanderie Friß mit einem Bündel unter dem Arm aus der Stadt hinaus, nachdem er wohlgemut von seiner Frau Abschied genonimen und dem Arzt gesagt hatte, daß die Herren sich morgen abend wieder im Hotel zur Entgegennahme ſeines Berichtes einfinden möchten. Nachbarstadt, und am nächsten Morgen trat aus dem SchupEr übernachtete in einem Heuschuppen in der Nähe der pen ein Bettler mit dem jammervollſten Hungerleidergesicht, mit einem Barte, der Aehnlichkeit mit einem Fußsack hatte, und einem Zylinderhut aus den Zeiten, als der alte Friß noch jung war. Sein Rock war ein abgelebter Pastoren- Ueberzieher mit so großen Taschen, daß darin das ganze Kirchſpiel versteckt werden konnte. Tage reiche Erfahrungen in der Kunst des Bettelns und beEr gelangte bald in die Stadt und ſammelte an dieſent reicherte ſeine Menschenfenntnis durch die ſeltſamſten Erleb,, Na, gewiß, erst recht! Aber von wejen die Bettelei, damit bleiben Sie mir vom Leibe! Fi Deubel! Wenn ick ooch äußerlich man schäbig bin, denn hab ick doch voch mein bisken Ehre! Eenem ollen Stück jutes Holz sieht ooch keen Mensch an, wat drin ſteckt, un't frigt erſt Wert, wenn's uff- niſſe. poliert wird! Uebrigens, wo der Herr Wirt wohl bloß die jute Butter her hat, die schmeckt ja großartig, da wer' ck mir mal erkundigen, dat ick die Quelle ooch meine Ollſch ſage!" Der Arzt ließ ihn ruhig ausreden und begann von neuem: ,, Hier sind bare zehn Mark!" Er zählte das Geld auf den Tisch, und dem Tischler glänzten die Augen. Und nun hören Sie zu. Herr Oberamtmann Schelling wird es nicht darauf ankommen, unter seinem alten Zeug etwas für Sie und ihre Kinder herauszusuchen, und so viel ich ihn kenne, hat Ihre Weigerung, zu betteln, auf ihn einen guten Eindruck gemacht!" „ Sehr äh- guten!" sagte Herr Schelling beifällig. „ Er wird sicherlich Sie im Auge behalten und dadurch kann sich ihre Lage doch recht günstig gestalten. Nehmen Sie Vernunft an, Mann, Sie sind zwar so eine Art Versuchskaninchen für uns; aber der Versuch kann zu Ihrem Glücke ausschlagen. Ich will garnichts davon sagen, daß es Ihr Bewußtsein erhöhen kann, durch einen Tag Fechten einer Wahrheit auf den Grund zu kommen; aber Sie müssen dies Fechten als eine Arbeit ansehen, die Sie uns leisten, und für die Sie Bezahlung erhalten. Ich glaube, daß es Ihnen nicht an der nötigen Begabung fehlt, so viel als möglich zusammen zu fechten, und weil ich dies glaube, habe ich Sie empfohlen, und nun wollen Sie mir einen Strich durch die Rechnung machen!" Poggenstuhl grunzte, strich sich den Schnurrbart in der Weise, wie dies Leute tun, die nicht mit sich ins Klare kommen fönnen, und sagte: ,, Na, det muß ich sagen, ich bin über Ihren Vorschlag noch immer völlig faktisch!" Wieso äh faktisch?" fragte der Oberamtmann mit etwas Hoffnung. Faktisch? Det heeßt, müssen Sie wissen, so viel als- gewissermaßen oder einigermaßen!" „ Das verstehe ich noch weniger! Ich kann darin keinen äh, ähZusammenhang zu dem in Frage stehenden Gegenstand finden!" Na, ich noch nich! Sie sind so' ne vornehme Herren und wissen det nich mal, un denn verlangen Sie von mir, dat' c mir noch jenauer ausdrücken soll!" " Ich vermute, daß Sie sagen wollen, Meister, daß Sie jetzt in unsern Vorschlag einwilligen!" ,, Na ja, id sag't ja! Det hab ick ja man ebent gesagt!" „ Herr Doktor, Sie- äh übertreffen sich selbst in Ihrer - äh- glänzenden Beredtsamkeit gestatten Sie, daß ich Zuerst hatte der Tischler sich vor dem Bettel gefürchtet vie heimlichen Etwas, das bißchen Stolz, das an seinem Meiſtervor dent schweren, dunklen Schatten eines unbekannten, unnamen klebte, ließ sich richt so leicht wegwischen. Ueberall, wo er auf ſeinem Bettelgange ein mitleidiges Auge ſah, ein freundliches Wort hörte, eine helfende Hand fand, empfand die Pfennige mit dem Gefühl der Beschämung in die Tasche, er das Peinliche und Demütigende seiner Lage und er schob das an der Annahme unverdienter Gelder immer haftet. Aber er hörte auch oft kurze, ablehnende Worte, die eine Art Troy in ihm erweckten und seine Stimmung wieder ins Gleichgewicht brachten. Er hielt es allmählich für das Richtigste, der Sache ihre heitere Seite abzugewinnen und jede Empfindlichkeit, die in ihm aufsteigen wollte, mit dem Troste von sich abzuschieben: Es dauert ja nur einen Tag! So blieb er bei erträglich guter Laune, die noch dadurch erhalten wurde, daß er zur Mittagszeit einige gute Stellen antraf, wo für ihn reichliches Eſſen abfiel. Er fand heraus, daß Höflichkeit eine Münze sei, die Jeder sebst prägen und als echt verausgaben darf, und die oft genug gegen die Landesmünze umgesetzt wird, daß die Tugenden der Barmherzigkeit und des Mitleids mehr unter den Menschen wohnen, als er je geglaubt hatte. Am Abend machte er noch Strümpfe zu Geld; er bekam zwanzig Pfennig für das Paar- sie waren noch das fünffache wert. Das Brot aus seinen Taschen verkaufte er þfundweiſe an den Herbergsvater und dafür ließ er sich ein Abendbrot geben. Dann wanderte er nach Hause und bei Einbruch der Nacht trat er in das Hotel seiner Stadt. Er hatte zuerst noch einen Kampf mit dem erhabenen Kellner zu bestehen, der ihn ebenso wenig erkannte wie Schelling und Doktor Lembke. Als er endlich vorgelassen war, berichtete er kurz und bündig, daß er fünf Mark 37 Pfennig erbettelt habe, und er zählte das Geld in viel Kupfer und wenig Nickel vor; er nahm sein Honorar von zehn Mark in Empfang und wurde angewiesen, am nächsten Tage nach Schellings Gut zu wandern und für seine Familie abgelegtes Zeug in Empfang zu nehmen. Der Oberamtmann war von seiner Ansicht bekehrt worden, und Doktor Lembke hatte mit seiner Meinung, daß der Bettel seinen Mann ganz gut ernähre, recht behalten. Was soll ich nun noch viel hinterher erzählen! Der gütige Oberamtmann Schelling schickte bald darauf in die Stadt zu Poggenstuhl, da er eine kleine, leichte Arbeit für ihn hatte. Friz kam aber nicht, da er gerade zufällig bereits anderweitig beschäftigt war. Nach weiteren sechs Wochen entsann sich der Oberamtmann wieder des Tischlers bei irgend einer Gelegenheit und schickte wieder zu ihm. Poggenstuhls Frau ließ dem Drang nady einem prun Ständen das reidheren der daß sie mit den reideren bindungen unterhalten und da das Studententum f ihrem äußeren Auftreten diesen größer Anforderungen an d stellen, als es früher der steht die Gefahr, daß Hüchtige Intelligenzen dem mchen. Hierzu kommt dan idkajtsleben aber bei in Vorrecht Beamten der Gegenwar Infrativerer Verwertung bietet, als der Staat es ve und das Offizierkorps vo Entwertung durch den Ver figen Mitgliedern. Mitgliedern des Die neueste Entwidel higen Geſellſchaftsid Repräsentation, ist also r ver bei Zeiten begegnet ro ondern auch vom sozialen chwa die Rückkehr zu den der jebigen Das Kri Widersprüche über auch der heute vorliegen mehr von der kommenden dem Beamtentum und de geeignete Einwirkung von dier ungesunde Sang zum äußerlicher Fruntjude zu macht, sondern der innere genezogen werden, daß im Lage mit jeder neuen Me fernen Often. Bie dungen fich ein Bild bo ist völlig unmöglich). ftimmt gemeldet wird eine neue entschieden ndessen darf dabei ni mommen, verlautet au Die russische Auffassu Diese angeblich japani berföhnlichen Char England fommen, al ficheinlich Erfindungen fi halten werden, wird auch Stellen geteilt. Was die jetzt der japanischen bereits mitteilten, wird v Seite bestätigt; in Rußla gang der Sache so über heutigen Donnerstag, den Nikolaus in der Lage werdende Nachri Daran ändert, so wir Entendung russischer R japanischer Truppen an mehr soll beides auf eine Smed dieser Truppenber Befahr einer großen