Nr. 105. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen viertelfährlich Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Donnerstag, den 5. Mai 1904. Gießener 13. Jahrgang. Insertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für ganz Oberhefsen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfg. sonst 15 Pfg. Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen, Seltersweg 83. Fernsprechanschluß Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Unabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Der Bundesstaaten Klage. ( Von unserem parlamentarischen Mitarbeiter.) In der vorlegten Reichstagssigung wurden zwei Beschlüsse von bemerkenswerter Tragweite gefaßt. Zunächst wurde die Ueberweisungsquote für die Bundesstaaten entsprechend den Kommissionsbeschlüssen über die lex StengelSpahn erheblich ermäßigt. In Zukunft sollen bekanntlich die Zölle und die Ergebnisse der Tabaksteuer dem Reiche zur Schuldentilgung und zur Aufsammlung eines Reservefonds berbleiben, die Ergebnisse der Maischbottich- und der Branntweinmaterialsteuer aber werden zu Ueberweisungen verwendet. Da die Ueberweisungen rein rechnerische und buchmäßige Ausgabeposten sind, so hat der Beschluß keinerlei finanzielle Bedeutung, der Wert der gestrigen Verhandlung liegt auf einem völlig anderen Gebiet. Sie brachte die Gewißheit, daß die Einigung zwischen der Reichsregierung und der Mehrheit des Hauses über die kleine Reichsfinanzreform völlig gelungen ist, denn andernfalls hätte die Regierung es nicht widerspruchslos hinnehmen dürfen, daß bereits jetzt, gewissermaßen pränumerando, die Folgerungen aus der kommenden kleinen Reichsfinanzreform gezogen wurden. Um so bedeutungsvoller in der finanziellen Wirkung war der nachstehende Beschluß über die ungedeckten Reichsausgaben. Die Reichsregierung hatte diese auf 59 Millionen Mark bemessen. Den Finanzkünstlern in der Kommission aber war es gelungen, sie auf 17½ Millionen Mark zu ermäßigen, eine sehr schöne Sache an sich. Dieses Ergebnis war durch forcierte Streichungen, sowie auch durch Erhöhung der Einnahmequellen, insbesondere durch reichere Dotierung der Maischbottichsteuer, erreicht worden. Leider aber wurde der gute Effekt dadurch wieder niedergedrückt, daß dieser ungedeckte Betrag nicht auf dem nicht mehr ungewöhnlichen Wege einer Zuschußanleihe, sondern durch Matrikularbeiträge aufgebracht werden soll. Dieser Beschluß ist als eine Art Reichsexekutive gegen die Bundesstaaten gedacht, denn dem Bundesrate wird es, wie man schon vor einigen Tagen hören konnte, von den Mehrheitsparteien sehr verdacht, daß er nicht bei dem Reichskanzler seinen ganzen Einfluß zur Kündigung der Handelsverträge einsetzt. Dort liegen, wie die Rechte und das Zentrum glaubt, für den Reichszöner die starken Wurzeln seiner Kraft. Selbst wenn man diese Anschauung teilen würde, kann man doch die schmerzlich Ueber=" raschung der einzelstaatlichen Bundesratsbevollmächtigten über diesen Kommissionsbeschluß verstehen und sie haben ihren Empfindungen einen sehr bewegten Ausdruck verliehen, das muß man sagen. Erst sprach der Reichsschaßsekretär, dann kamen die partikularen Vertreter, der von Bayern, der bon Baden und der von Weimar, um je nach Temperament ihre warnende Stimme zu erheben. Das Haus lachte, als immer ein neuer Bundesratsbevollmächtigter emporschnellte, um die Bedenken zu äußern, aber diesen Herren war es gewiß nicht scherzhaft zu Mute. Für Bayern allein bedeutet diese Last eine Ausgabensteigerung von 2½ Millionen Mark, ein Posten, der durch Hinausschiebung der Beamtenausbesserung und bei den Aufwendungen für die Landwirtschaft eingespart werden muß, so drohte der Bayer; ein Betrag, der eine Landessteuererhebung bedingt und uns die Reichsverdrossenheit großzieht, warnte der Badener; und eine Last, die uns erdrückt, so stöhnte der Weimaraner. Es half nichts! Der Beschluß wurde dennoch gefaßt. Eine Warnung aber war ganz ungehört verklungen, die der Reichsschatsefretär ausgesprochen hatte. Die Veteranenbeihilfen müssen darunter leiden." Das ist unseres Erachtens ein besonders schwerwiegendes Moment. Bekanntlich hat der Reichsschatzsekretär diese Beihilfen, die seither aus dem Inbalidenfonds bestritten wurden und diesen allmählich aufzehrten, um 2,5 Millionen Mark- von 9 auf 11,5 Millionen vermehrt und als laufende Ausgabe übernommen. Dadurch wird der Invalidenfonds gegen die Kapitalaufzehrung geschützt. Wie nun, wenn der Bundesrat beschließt, diese Reform zu unterlassen? Dann vermindert sich der ungedeckte Betrag auf rund 6 Millionen Mark. Bayern hat dann nur noch 800 000 Mart aufzubringen, ein Betrag, der zu tragen und verhältnismäßig leicht zu verteilen ist. Möge die Mehrheit diese Folgen bedenken, ehe sie endgültig in dritter Lesung den tatsächlich auch für die Reichsfreudigkeit berhängnisvollen Beschluß überlegen! Ein General für Südwestafrika. Berlin, 4. Mai. Selbst bei den Spizen unserer an der Kolonialpoliti beteiligten Reichs- und Staatsämter rief es allgemein Ueberraschung hervor, als gestern nachmittag, nach der G burtstagsvisite des Kaisers beim Reichskanzler, sich wie ein Cauffeuer in den Ministerialbureaus die Kunde verbreitete. der Kaiser habe den Generalleutnant v. Trotha, den Kommandeur der 16. Division in Trier, mit der Oberlei. tung der Operationen gegen die Herero betraut. Noch gestern Mittag hatte der Kaiser, wie wi. zuverlässig erfahren, eine lange Besprechung mit dem Reichsfanz ler, dem Chef des Militärkabinetts, dem Chef des Generalstabes, dem Kriegsminister und dem Kolonialdirektor gehabt, in der die Entsendung der schon erwähnten 1500 Mann und 2 Batterien nach der Kolonie besprochen und vereinbart wor den war. Auch die Frage einer Uebertragung Des multtärischen Oberbefehls von dem durch ein Beinleiden zeitweise ans Haus gefesselten Obersten Leutwein auf einen General wurde erwogen, aber zu dem Beschluß eines solchen Wechsels im Kommando kam es nicht. Wenige Stunden später, beim Geburtstagsdiner des Reichskanzlers, erklärte der Kaiser seinen Entschluß, den Generalleutnant v. Trotha als Oberfeldherrn nach der Kolonie zu schicken, Leutwein solle sich angesichts seines Leidens auf die Wahrnehmung der Gouvernementsgeschäfte beschränken. Noch ehe das Diner beendet war, ging ein direktes Telegramm des Kaisers an Trotha ab. Bis der Generalleutnant in der Kolonie eintrifft, behält Leutwein auch den militärischen Oberbefehl. Major v. Glasenapp ist inzwischen mit der Führung des durch Dürrs Rückkehr führerlos gewordenen gesamten Marineerpeditionsforps betraut worden. Generalleutnant v. Trotha war von Mai 1894 bis August 1897 als Oberst Führer der ostafrikanischen Schutztruppe. Er steht im 56. Lebensjahre und gilt als ein in der afrikanischen Kriegführung außerordentlich erfahrener Truppenführer. Der Krieg in Oftalien. Die gestrige Meldung von einem neuen Storrversuch oer Japaner von Port Arthur hat sich bestätigt, wenn auch noch nicht im vollen Umfange. Daß acht Sperrdampfer in Brand geschossen wurden, trifft zu, dagegen ist die Meldung von dem Untergang zweier japanischer Torpedoboote noch nicht gesichert. Die japanische Torpedoflotte wurde auch späterhin noch bor Port Arthur gesichtet und von den Festungswerken auf sie gefeuert. Der neue Branderangriff auf Port Arthur spielte sich nach dem ausführlichen Bericht des Generaladjulanten Alerejem vom 3. d. Mts. folgendermaßen ab: Um 1 Uhr nachts wurde von den östlichen Batterien in der Nähe des Ufers 5 Torpedoboote gesichtet, die unter dem Feuer der Batterien und der Schiffe sich nach Süden entfernten. Um 1 Uhr 45 Minuten zeigte sich das erste Sperrschiff, begleitet von einigen Torpedobooten, auf wel ches die Batterien und Schiffe das Feuer eröffneten. Dreiviertel Stunden später wurde in dem Lichte der Scheinwerfer eine ganze Anzahl von Sperrschiffen bemerkt, die sich dem Hafeneingang von Osten und Südosten her näher. ten. Der„ Otwashny", der„ Giljak", der„ Gremjaschtschi“ und die Uferbatterien zwangen durch wohlgezieltes un unterbrochenes Feuer die Sperrschiffe zum Rückzuge. Hauptsächlich durch energisches Artilleriefeuer sowie durch White head- Torpedos, die die Torpedoboote und Minenfutter abschossen, und durch die Explosion einiger Sperrminen wurden 8 Dampfer auf der Reede zum Sinken gebracht. Außerdem wurden nach den Berichten der Kommandanten der Batterien und des Kanonenbootes. ,, Giljak" zwei Torpedoboote vernichtet. Kurz nach 4 Uhr morgens unterbrachen die Batterien und die Schiffe das Feuer und gaben nur noch einzelne Schüsse auf die Torpedoboote, die noch am Horizonte sichtbar blieben, ab. Alle Sperrschiffe waren mit Schnellfeuergeschüßen und Maschinengewehren versehen, aus denen der Feind ununterbrochen schoß. Die russischen Schiffe und die Batterien feuerten gegen 2500 Geschosse der verschiedensten Kaliber. Das Kanonenboot Giljak" gab aus seinen Maschinengewehren 3000 Schuß ab. Die beiderseitigen Verluste. Von der Mannschaft, die sich in Kuttern zu retten suchte, wurden von den Russen gegen 30 Mann gefangen genommen, darunter zwei tödlich verwundete Offiziere. Die Besichtigung der Reede und die Aufnahme der Leute war durch starken Seegang erschwert. Die Russen hatten keine Verluste. Leicht verwundet wurde nur ein Mann von dem Torpedoboot Bojewoi. Als sich das erste Sperrschiff mit den Torpedobooten zeigte, begab sich Alerejem in Begleitung des Chefs des Feldstabes Generalleutnants Shilinski und des Flaggfapitäns 1. Ranges Eberhard auf das Kanonenboot Ot washny, um direkte Anordnungen für die Abwehr des Angriffs der Sperrschiffe zu treffen. Auf den Befestigungen befand sich währenddessen Generalleutnant Stössel und auf bem Kanonenboot Giljak" Kontreadmiral Loschtschinski. Während es vor Port Arthur der russischen Wachsamfeit mithin glänzend gelungen ist, den Japanern einen Strich durch die Rechnung zu machen, soll nach einem allerdings blisher noch nicht verbürgten Gerücht diesen die Eroberung Niutschwangs gelungen sein. Aus London liegt folgendes Telegramm vor: Dem„ Daily Chronicle" wird aus Tschifu gemeldet, die Japaner hätten am Sonntag Truppen bei Inkau gelandet und darauf Niutschwang angegriffen und am Dienstag erobert. Die Russen zögen sich zurück, um die Eisenbahn zu decken. Die Meldung bedarf der Beſtätigung. Man tut in der Tat gut, die Bestätigung abzuwarten. Allerdings war schon längst von einem entscheidenden Sch. 1g der Japaner gegen Niutschwang die Rede. Interessante Gefechtsepisoden D bon den Kämpfen am Jalu schildert ein Bericht des Gener iladjutanten Kuropatkin. Der Kampf bei Kiulientscheng c.m 1. Mai begann mit einer heftigen Beschießung des russisch en rechten Flügels durch eine Batterie mit Belagerungsgeschützen von Jvidschu und durch Feldbatterien auf den Inseln. Nach einer furzen Pause wurde das Feuer mit außerordentlicher Stärke gegen den russischen linken Flügel der Hauptstellung bei Kiulientscheng und gegen die Stellung bei Potetynza erneuert. Es begann ein Gewehrfeuer. Die Japaner rückten durch den Fluß Aiho zum Angriff vor. Die Lage der Verteidiger der Stellungen, besonders derjenigen bei Potetyna, die von der Front und den Flügeln aus beschossen wurden, wurde immer schwieriger; gegen die russische Batterie bei Potetynza waren 30 Geschüße aufgefahren. Die russische Batterie richtete, nachdem sie die feindliche Gebirgsbatterie zum Schweigen gebracht hatte, das Feuer auf die Infanterie und hatte wenig Verluste, bis sie gezwungen wurde, eine neue Stellung einzunehmen, die aber bald von den Japanern unter verheerendes Feuer genommen wurde. Mann gegen Mann. Auf russischer Seite wurde nun die Hauptreserve, zei Bataillone des 1. Regiments und die dritte Batterie der 3. Artilleriebrigade, vorgeschoben. Diese nahmen Stellungen ein, die sie nötigten, nach zwei Fronten hin zu feuern, ermöglichten es aber dadurch den ersten Reihen, die stark gelitten hatten, sowie den Verwundeten, sich zurückzuziehen. Ein Bataillon des 11. Regiments, welches von dem Gegner auf beiden Seiten umgangen worden war, ging mehrmals, um durchzubrechen, unter Musik zum Bajonettkampf über; die Japaner hielten dem Bajonettkampf nicht stand und flohen. Dem Regiment voran schritt der Regimentsgeistliche mit dem Kreuz in der Hand, obgleich er durch zwei Kugeln berwundet worden war. Nur der Bajonettkampf ermöglichte es dem 11. Regiment, durchzubrechen, bevor ein Bataillon des 10. Regiments eingetroffen war; unter dem Schube desselben zogen sich alle Truppenteile zurück. Die russischen Verluste nennt der Bericht sehr bedeutend, doch seien die der Japaner noch viel schwerer. Er schäßt sie auf 3000 bis 4000, Chinesische Umtriebe. Die russische Heeresleitung ist ernstlich wegen der lebhaften Agitation besorgt, die in China gegen die Russen ins Werk gesetzt wird. Die neuen Siege der Japaner schlau ausnügend, leiten die Gegner Rußlands mit dem Vizekönig Juanschikai und dem General Ma an der Spize eine gefährliche Bewegung gegen die Russen ein. In allen chinesischen Städten und Ansiedelungen verbreiten Wanderredner alarmierende Nachrichten über die Stärke und die Siege der Ja paner und böse Absichten der Russen gegen China. Der Zwed der Agitation sei die Aufreizung der Massen gegen Rußland. Russische Flottenrüstungen. Auf Befehl des Zaren erhielt das im Stillen Ozean be findliche Geschwader die Benennung Erstes Geschwader der Flotte im Stillen Ozean; aus den zur Entsendung dorthin bestimmten Schiffen wird ein zweites Geschwader der Flotte im Stillen Ozean formiert. Kontreadmiral Roschdestwenski, der mit der Formierung betraut ist, wird zeitweilig im Hauptmarinestab durch Kontreadmiral Wirenius vertreten. In Petersburger Marinefreisen wird in letzter Zeit die Entsendung der Baltischen Flotte nach dem fernen Osten im Zusam menhang mit der Kohlenfrage lebhaft erörtert N.euerdings ist der Vorschlag aufgetaucht, lettere dadurch zu lösen, daß die russischen Kriegsschiffe auf der Fahrt überhaupt keine Kohlen verbrauchen, sondern von großen Dampfern, die für die ganze Fahrt von den russischen Häfen bis nach Ostasien Kohlen an Bord haben, dahin geschleppt werden.(?) Man erinnert daran, daß die Amerikaner im spanischen Kriege 1898 in solcher Weise einen Monitor glücklich von San Fran cisco nach Manilla gebracht hätten. Dampfer entsprechender Größe könne Rußland ohne Schwierigkeit im Auslande taufen. Die von Rußland angekauften deutschen Schiffe ,, Belgia"," Columbia" und„ Maria Theresia" sind in den letten Tagen in Libau eingetroffen und im Hafen Kaiser Alexander III, vor Anfer gegangen. Die Politik. へん A Der plöglich abgebrochene Besuch des Kaisers in Italien hatte phantastische Gemüter zu allerhand Mutmaßungen angeregt. Einzelne politische Zeichendeuter im Auslande beispielsweise wollten wissen, die Abreise sei als Demonstration gegen den Besuch Loubets in Rom aufzufassen. Um der Legendenbildung entgegenzutreten, wird jetzt der Grund für die plögliche Abreise des Kaisers aus Italien amtlicherseits angegeben. Der Kaiser so berichtet der deutsche Konsul in Bari erhielt unerwartet durch einen Kabinettsturier wichtige Schriftstücke, die ihn veranlaßten, von 4 Uhr morgens mehrere Stunden mit seinen Räten zu arbeiten und die sofortige Rückfahrt zu befehlen. Der Monarch erklärte jedoch, daß er die Absicht, die großartigen Baudenkmäler Apudie macht mitunter Versuche, mir widerwärtige Dinge zufie nur zumute fo noch vor einer Viertelstunde! Zaffen Sie das ungezogene Kind, lieber Herr bon Botin herlegen und haſtig ein, Fragen Sie Sie erschrat. Ministerportefeuille angeboten hätte. Leinemann zum Cotillon führen wollen!" trotte sie in sich Ich bin ihm zu jung! Oho, dann wird er wohl Fräulein Himmel," dachte sie, ,, er will gar nicht! Sch?" fragte er ganz erstaunt, als wenn sie ihm ein Ist unenthehrlich als Bart daran, Sie öffnen zu jeglichem Glücke die Pforte; Durchs Leben helfen zwei Zauberworte, " Ich will!" ist der Schlüssel, aber„ Ich kann!" zuſchiden. immmm; denn an der Hand des Bildes hätten wir doc figer vorkommt, nicht nur sehr frech, sondern gleichzeitig aud haben sollte, fein liebliches Konterfei an ihre Freundin ein Vielleicht ist er, mie's bei den Verbrechern häu mal Muhaft zur Berfolgung f B શ d Itens zu besuchen, nicht aufgegeben habe und ganz gewiß ⚫ wiederkommen werde, um fid, für die herzliche Aufnahme dankbar zu erweisen. Der Kaiser hoffe sogar, dann auch die Kaiserin mitzubringen. V m D1 tr bc A er 5 R no la m Nach einer soeben erschienenen Statistik hat im Etatjahre 1903 die deutsche Post- und Telegraphen- Verwaltung eine Einnahme von rund 465 Millionen, die Reichs- Eisenbahnverwaltung eine solche von rund 97 Millionen Mart zu verzeichnen gehabt. Mit der erwähnten Einnahme hat die Postverwaltung gegenüber dem Jahre 1902 ein Mehr von nahezu 28 Millionen Mark erzielt, während die Eisenbahnverwaltung in dieser Beziehung nur mit einem Vorsprunge bon 7,3 Millionen Mark aufwarten kann. * Der außer Kurs gesetzte Taler soll wieder in Ehren aufgenommen werden so hat die Kommission des Reichstags zur Beratung der Münzgesetznovelle beschlossen. Dieselbe Kommission lehnte alle Anträge auf Abänderung der Fünfzig- Pfennigstücke aber ab. Die Redner aller Parteien sprachen sich für die Beibehaltung der Taler aus. Hoffentlich stimmt der Reichstag diesem Beschlusse zu. A Ueber eine Organisation der deutschen Privatbeamten ist dieser Tage von einer Anzahl Volkswirte, Parlamen. tarier usw. verhandelt worden. Man stieß indessen auf er hebliche Schwierigkeiten. Von einem großen Verbande von Privatbeamten soll daher noch abgesehen werden, da das Zusammengehörigkeitsgefühl der deutschen Privatbeamten noch nicht genügend geweckt sei. Dagegen wurde beschlossen, die Gründung eines Gesamtverbandes deutscher Privat angestellten- Vereine herbeizuführen. Aut Umwegen werden einige Einzelheiten über den mehrfach erwähnten Entwurf eines preußischen Wohnungsgeseges bekannt. Danach will der Entwurf die Baugenossenschaften und Beamtenwohnungsvereine, die schon jetzt durch billige Baukreditgewährung von dem privaten Grundbesit bevorzugt werden, noch weiter fördern. U. a. soll nach dem Entwurf von den Beamten- und Genossenschaftswohnhäusern nur höchstens drei Viertel der Grundsteuern, der Kanalisationsabgaben und der Wasserbezugskosten erhoben werden, während alle anderen Hausbesitzer die gesamten Kosten des Wasserverbrauches und der Kanalisation aufbringen müssen. Eine solche Maßregel, die den ansässigen Grundbesitzern die Grund steuern, Kanalisations- und Wasserkosten noch über das schon jezt geltende Maß hinaus erhöht, würde selbstverständlich zu einer Verteuerung der Mieten in den Häusern dieser Grundbesizer führen müssen. Dem Nußen, den die Baugenossenschaften und die Beamtenwohnungsvereine bezw. ihre Mitglieder von dem Entwurf hätten, würde also eine Schädigung aller derjenigen gegenüberstehen, die solchen Vereinen nicht angehören und in Mietshäusern wohnen müssen. Man begreift nicht recht, wie ein solcher auf den ersten Blick unzweckmäßiger Vorschlag Eingang in die Regierungsvorlage finden konnte! Im Volke würde diese neue Begünstigung der Beamten, die schon das Kommunalsteuerprivileg genießen, als ungerecht empfunden werden. * Im Gegensatz zu ihrer Regierung sprach sich gestern die zweite sächsische Sammer einstimmig dafür aus, daß es den Gewerbetreibenden gestattet sein solle, ihre Schaufenster an Sonn- und Feiertagen offen zu halten. Es wurde dafür geltend gemacht, daß bei der heutigen Konkurrenz der Geschäftsmann gezwungen sei, fein ganzes Können auf die Deforation der Schaufenster zu verwenden, um sich einen Kundenkreis zu erwerben. Einem großen Teil der Bevölkerung sei es unmöglich, sich an den Wochentagen die Läden der Stadt anzusehen. Und das Offenhalten einer mit Geschmack ausgestatteten Auslage könne als eine Entheiligung des Sonntags nicht angesehen werden. Ebensowenig sei anzunehmen, daß jemand durch das offene Schaufenster vom Besuch des Gottesdienstes abgelenkt werden könnte. Afrika. haßten weißen Unterdrücker gemeinsame Sache machen wollen. Selbstverständlich würden diese Unruhen in Britisch- Ostafrika auch eine ungünstige Wirkung auf Deutschostafrika ausüben. Schon früher wurde berichtet, daß die Stämme im Innern Deutschostafrikas unruhig sind. So ist es leicht möglich, daß sich zu unserem Kriege in Südwest afrika noch in Kolonialkrieg in Deutschostafrika ge. [ ellt, ganz abgesehen von der recht großen Möglichkeit sines allgemeinen Negeraufstandes in Kamerun. Amerika. A Die Nachrichten, die von einer bedrohlichen Gärung unter den Eingeborenen ganz Süd- und Mittelafrikas und bon einem allgemeinen afrikanischen Neger- Aufstande gegen die Weißen sprachen, finden immer neue Bestätigung. So wird jetzt aus guter Quelle berichtet, auch Britisch- Ostafrika und Uganda ständen am Vorabend ernster Eingeborenenfämpfe. Die englische Regierung versucht zwar, die dortigen Völkerstämme gegen einander auszuspielen, doch machen sich Anzeichen bemerkbar, als ob die Stämme gegen die ver. Der Wildhirt. Die Reibereien zwischen den Repu liken des„ Iateinischen Amerika" nehmen kein Ende. Gegenwärtig ist wieder eine Häfelei zwischen Brasilien und Peru im Gange, die anscheinend zu einem Kriege führen wird. Auch diesmal sind es Grenzstreitigkeiten; die Peruaner haben die strittigen Gejietsteile militärisch besetzt, und Brasilien macht jetzt daraufhin mobil. Eine starke Streitmacht wird nach dem streitigen Gebiet dirigiert; man vermutet, daß es binnen kurzem zu einem Bewaffneten Zusammenstoß kommen wird. Diese südamerifanischen Staaten hätten wahrlich etwas besseres zu tun, als sich gegenseitig zu zerfleischen. Eine oberhessische Dorfgeschichte von J. Becker. ( Fortsetzung) ( Nachdruck verboten.) Elschens Vater, ein ältlicher Mann mit blassen, weichen Gesichtszügen und einem dünnen, unter dem Kinn hervorstehenden Barte, saß im Sorgenstuhl, während das Mädchen dem Gast das Verlangte brachte. Dieser warf wiederholt einen prüfenden Blick auf das Mädchen, das augenscheinlich sein Wohlgefallen fand. Dieses ließ sich mit dem Gaste weiter in keine Unterhaltung ein, dagegen fragte sein Vater jenen, wo die Reise her fäme, worauf der Gast sein Heimatsdorf nannte. ih de es de ge Ei ma Au b.§ nä Eif δα Sa stre bra me ben Der 8e rhe stai den fön wet δας Wirt: ihr frül mer nehi Und Gra Abg liche offe Hof und Gesellschaft. *** Der Kaiser ist gestern von Berlin aus auf der Wartburg eingetroffen. Der Großherzog von Sachsen- Weimar begrüßte ihn auf dem Bahnhof in Eisenach, von wo die Fahrt zur Burg im Vierspänner erfolgte. Das Publikum brachte dem Kaiser stürmische Ovationen dar. Von Eisenach aus reist der Kaiser zunächst nach Schlitz und geht später nach Donaueschingen weiter. Dort trifft die Kaiserin, die voraussichtlich am 7. d. M. Berlin verläßt, mit ihrem Gemahl zusammen. Deutfcher Reichstag. ( 83. Sigung., CB Berlin, 4. Mai. Der preußische Landwirtschaftsminister v. Podbielski ist krank oder, wenn damit zu viel gesagt wird, körperlich) leidend, er kann nicht ohne Stock gehen, und das Stehen macht ihm Schmerzen; aber seine gute Laune hat darunter nicht gelitten. Das zeigte sich in voller Klarheit, als er heute im Reichstag den Gesezentwurf, betreffend Wetten bei öffentlich veranstalteten Pferderennen, das sogenannte Totalisatorsteuergeset, begründete. Er mußte sigend sprechen, aber er erweckte mit seiner Bonhomie wahre Stürme von Heiterkeit. Die Vorlage will bekanntlich den Betrieb von Wettbureaus und Vereinstotalisatoren verbieten, hingegen die Hälfte der beim öffentlichen Totalisator erhobenen Steuer den Rennvereinen zuwenden. Der Minister motivierte den Vorschlag mit der Notwendigkeit, mehr für die Vollblutzucht bei uns zu tun, die neuerdings stark zurückgegangen ist. Der konservative Abg. Rettich stimmte ihm rückhaltlos zu, der sozialdemokratische Abg. Singer aber trat ihm entschieden entgegen. Er will den Totalisator ganz beseitigt wissen, denn Wette und Spiel erscheint ihm unmoralisch, und aus unmoralischen Anstalten dürfe der Staat Feinen Nußen ziehen. Darauf erwiderte der Minister in seiner jovialen Weise, man solle ,, die Moral nicht so viel in den Vordergrund schieben". Dies Thema wurde dann in der folgenden Debatte vorzugsweise behandelt, wobei sich zeigte, daß der Minister die Lacher, die er auf seine Seite brachte, auch bei der Entscheidung über die Vorlage zum größten Teil für sich haben wird. Nur die Freisinnigen sind mit den Sozialdemokraten dagegen, alle übrigen Parteien finden den Entwurf annehmbar, der allerdings nicht gleich im Plenum zur zweiten Beratung gestellt, sondern der Budgetkommission zur Prüfung der Einzelheiten überwiesen wurde. Hierauf trat das Haus noch in die 2. Lesung des Gesetzes betreffend die Entschädigung unschuldig Verhafteter. In der Debatte wurden neue Gesichtspunkte nicht entvidelt. Elschen wurde aufmerksam und es war ihm so, als stehe der Besuch des jungen Mannes mit ihm selbst in irgend welcher Beziehung. Der hielt sich jedoch zurüd und sprach nur über das Wetter, den Stand der Saaten, und so weiter. Endlich, als es einmal hinaus in die Küche mußte, richtete der Gast plöglich die Frage an den alten " Hat Euer Mädche noch kein?" Dieser schaute auf, zuckte die Achseln, hustete und spuckte in die Stube. Dann begann er langsam und bedächtig: Ja ja,' s hat, glaub ich, mal so'n bißche was g'habt mit einem hier aus'm Dorf. Das is aber nichts mehr; den habense nach Amerifa g'schafft, weil er' n Nichtsnug g'worden war;' s war dem Pierer seiner." „ ja, " Hangcurt hieß er," versetzte der andere, ich hab' von der Geschichte gehört. Er war aber aus ' nem schönen Werk." Preufsifcher andtag. Haus der Abgeordneten. 6,5 Millionen würden nach und nach mit der wachsenden Rentabilität des Kanals aus dem preußischen Etat verschwinden. Auch die Eisenbahnüberschüsse würden durch die Konkurrenz des Kanals sich nicht vermindern. Nach den trotz des Zahlenmaterials temperamentvollen Ausführungen des Ministers sprach der freisinnige Volksparteiler Dr. Wiemer in teilweise satirischer Weise für die Vorlage. Der Nationalliberale v. Eynern hieb in dieselbe Kerbe. Nach weiterer Debatte, an der sich auch Minister v. Buide beteiligte, wurde die Weiterberatung auf Donnerstag vertcg.. ( 65. Sigung.) RK Berlin, 4. Mai. Auch am zweiten Tage der Kanaldebatte vermiẞte man im Hause den preußischen Ministerpräsidenten. Nur Herr 5. Bud de und Frhr. v. Rheinbaben waren auf der Ministerbank erschienen. Der Finanzminister nahm als erster Das Wort, um gegenüber dem gestern zu Tage getretenen ablehnenden Standpunkt der großen Parteien die Vorlage cuch von finanzpolitischen Gesichtspunkten aus zu verfechten. Er betonte, die jährliche Belastung des Staates mit den Zinsen der Anlagekosten betrage nur 6,6 Millionen Mark, icht über 100 Millionen, wie die Gegner behaupten. Diefe " Oja,' n hübschen Hof habense und der Hangcurt hätt'n auch mal ang'schlagen kriegt; ezt kriegt'n der Zweite." tät?" „ Wißt Ihr nit, ob Euer Mädche ezt ein freien Nab und Fern. Der erste Passagier auf der neuen„ Kaiserbrücke" bei Mainz. Den Fahrgast, der das Billet Nr. 1 auf der kürzlich eröffneten Strecke Mainz- Wiesbaden gelöst hat, sind für den seltenen Schatz schon dreißig Mark geboten worden; doch hat er einen Verkauf desselben bisher entschieden abgelehnt. Er durchfuhr mit dem ersten Zuge die Strecke, doch löste er sich vorsichtshalber noch ein zweites Billet, damit er das erste ( die Nr. 1), nachdem es fupiert war, behalten konnte und nicht in Wiesbaden an der Perronsperre abgeben mußte. Der Glückliche ist der Meinung, daß die Nummer 1 im Laufe der Zeit noch erheblich im Werte steigen wird. Der Wirts zuckte abermals die Achseln, warf den Kopf heftig zur Seite und zog die Unterlippe vor: " Ich weiß' s nit, m'c hätten's ja gern." müßt." Drt " Wie wär's, wenn ich Euch' ne passende Partie Der Alte wurde neugierig:" So, wer dann?" " Ihr kennt doch den Burkhennersch Hof in meim Dia,' n auter Hof!" " Das mein ich! Na, und die haben den zweiten Jung, den Hannhenner, der möcht gern freien s In Landtags über diesen Beschlüsse g Puntten un empfieh Direkter ten Ram Cautelar Die An ourfes, we Rammer han aus 60 ftat Aufrechterho ordneter für Friedbe feither 10 fallen, wäh bezirle befte 2 damaligen a) St feith Offe b) 06 her Ueber den Zusammenstoß eines Schnellzuges mit einem Automobil in der Nähe von Nogent auf der Strecke ParisBelfort werden jezt folgende Einzelheiten bekannt. Das 1! nglück ereignete sich durch die Nachlässigkeit des Bahnwächters, welcher den Schranken abzusperren unterließ. Die sechs Automobilinsassen wurden auf der Stelle getötet; einer wurde siebzig Meter, ein anderer vierzig Meter weit fortgeschleudert. Zwei Leichen blieben an der Vorderseite der Lokomotive haften. Das Gewicht der Lokomotive fegte das Automobil wie einen Strohhalm hinweg. Der Maschinist, welcher sich links hielt, während das Automobil rechts heranfuhr, merkte gar nichts von dem Zusammenstoße, bis ihn der Heizer aufmerksam machte. Er ließ dann halten und gewahrte das Unglück. ,, Ei ja," hustete der Wirts, wobei er wieder in die Stube spuckte, ich kenn' ihn; er war ja mal die letzte Kirmeß hier." " Ja, da hat er sich mal Euer Mädche angeguckt. Dem trägt's mal' n hübsches Vermögen- wenigstens so' ne viertausend Gulden." A Ginen entsetzlichen Selbstmord unternahm der Kreisbaumeister Meißner in Johannisberg( Westpreußen), indem er seine Kleider mit Spiritus überschüttete, diesen anzündete und sich dann lichterloh brennend vom Balkon seiner im 3tveiten Stock belegenen Wohnung auf die Straße hinabstürzte. Schwer verletzt durch Brandwunden und den Sturz wurde der Lebensmüde nach dem Krankenhause gebracht, wo er bald darauf verstarb. In seinem Zimmer brannten bereits die Betten, sowie ein Koffer, doch wurde das Feuer bald gelöscht. Das Motiv zu der Tat ist anscheinend in einem Anfalle von Geistesstörung zu suchen. Der Wirts wurde etwas lebhafter: ,, Ja, Ihr müßt Euch mal an d's, Dint' machen! Ich will Euch sagen, ' s is so' n bißche' e launsches' eigensinniges Dint, d's Elsche;' s hat so' n bißche sei Flöh. Aber' ne bessere Hausfrau friegt feiner weit und breit, und's is auch gescheit! Was das alles im Kopf hat ich möcht's nit drin haben! lind's tät auch ganz gut passen, wenn einer hier' rein fäm, der Vermögen hat, denn das können m'r berlangen, weil m'r dem Elsche auch mal was Hübsches dalassen." Jetzt trat das Mädchen wieder in die Stube. Es batte das Gefübl. als sei seine Verson Gegenstand der § Der japanische Eid. Eine ergögliche Geschichte spielte sich fürzlich vor einem englischen Gerichtshof ab. Ein Matrose des japanischen Tampfers„ Vingo Maru" war eines gewaltsamen Todes gestorben, und das Gericht hatte eine Untersuchung eingeleitet. Die Kameraden des Verstorbenen, lauter Japaner, wurden als Zeugen vernommen und sollten den Zeugeneid leisten. Wie schwört man aber in Japan? DerRichter sal die Japaner fragend an, aber er konnte ihnen die Antwort nicht vom Gesichte ablesen. Da trat der Dolmetscher vor, richtete einige Fragen an die Japaner und erklärte dann, ohne mit der Wimper zu zucken, daß die Japaner bei der Eidesleistung in feierlicher Weise ein angezündetes Licht auslöschen. Der Richter ließ sofort durch den Gerichtsdiener mehrere Lichter bringen und anzünden. Die Japaner sahen sich zuerst erstaunt an, verbeugten sich dann zum Zeichen des Dankes mit vergnügtem Lächeln, zogen Zigaretten aus den Rocktaschen und wollten sie an den brennenden Lichtern anzünden. Die stumme Szene rief natürlich stürmische Heiterfeit hervor. Schließlich machten die Japaner ihre Aussagen, ohne den Eid geleistet zu haben. Einen Eid in unserem Sinne fennt man in Japan überhaupt nicht. Vor Gericht fragt ein Gerichtsschreiber den Zeugen, ob er die Wahrheit sagen wolle, und der Gefragte antwortet: Ja, bei den Staatsgesehen." A[ ,, Wer sich nicht freute..."] Ein bekannter Newyorker Geistlicher erzählte kürzlich seiner Bibelklasse die Geschichte vom ,, verlorenen Sohn", und da er das häßliche Verhalten des älteren Bruders bei der Gelegenheit hervorheben wollte, so legte er besonderes Gewicht auf diesen Teil des Gleichnisses. Nachdem er die Freude des ganzen Hauses über die Wiederkehr des fahrenden Sohnes geschildert hatte, sprach er von einem, der mitten in aller Festfreude nicht die jubelnde Stimmung bei der frohen Gelegenheit teilte. ,, Kann mir jemand aus der Klasse sagen, wer das war?" Ein kleiner Junge, der mit größtem Anteil der Geschichte gelauscht hatte, hob die Hand auf. Ich weiß es," sagte er strahlend ,,, das Gemäftete Salb". Unterhaltung zwischen ihrem Vater und dem fremden Gaste gewesen. Bestärkt wurde es noch darin, als sein Vater hustend und gebückt aus der Stube ging und es mit dem Gaste allein ließ. Dieser war ein sogenannter ,, Durchtriebener", daher empfand er auch sofort, daß das Elschen Lunte ge rochen; das bemerkte er gewissermaßen an seinem zurückhaltenden und in sich gekehrten Benehmen, das es angenommen und womit es sich auf die Bank neben den Ofen setzte, die Füße mit den bunten Zwickelstrümpfen übereinanderschlug und dareuflos strickte, als müsse es sein Brod mit Strumpfstricken verdienen. Der Durchtriebene" kannte das. Er wußte, daß das Mädchen wohl denken mochte, er würde ihm vom Heirathen reden, und er wußte weiter, daß es, wenn es auch immer noch den Burschen drüben über'm Meer liebte, dennoch vom Heiraten am Ende gern sich etwas erzählen ließ. Das aber fiel ihm nun grade nicht ein. Er fühlte wohl, daß, wenn er mit der Türe zum Hause hineinfiel, wie man sagt, er alles verderben konnte. Darum redete er wieder von allerhand gleichgiltigen Dingen, machte einige Schnurren dazwischen, so daß das Mädchen etliche Male herzlich lachen mußte und hatte sich auf diese Weise alsbald dessen Zutrauen erworben. „ Hörste, Elsche," begann er plöglich, einen anderen Ton anschlagend,' s is schad', daß ich schon g'freit hab'." ,,& i warum dann?" " Na, wann ich noch ledig wär', müßt Du mei Frau wer'n." Wenn ich möcht!" erwiderte das Mädchen scherzend. " So? Willst wohl gar nit freten?" ..Nein!" ( Forts. folgt.) un AE c) R he Bi hal E eri in vinzen vorliegen. die Einteil Ausarbeitu gonnen. +( ift vom 1. ** Oberheijer tag, den Juftizgebi Landrichte nehmen. P. A. ganze Reib fangs we fellschaften auch Ehre Breifen a famthöre, gelangen, nehmen t Concordia Männerge gor des zu Ehren biefiger Be angemeldet Aufzug we wird. Gießen Tieren r während Gartenftr anderes megger i ** Viehm fäufer, i gebrachten Gießen feben. 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Mat 1904. s In der gestrigen Sitzung des Ausschusses für die Landtagswahlrechtsvorlage wurden die Beratungen über diesen Gesezentwurf beendigt und die erforderlichen Beschlüsse gefaßt. Der Ausschuß ist in den prinzipiellen Punkten und in den Einzelheiten vollständig einig und empfiehlt dem gemäß die Einführung der direkten Wahl der Abgeordneten zur zweiten Kammer unter Einfügung bestimmter Cautelarfür die Ausübung des Wahlrechtes. Die Anträge des Ausschusses über Artikel 3 des Entwurfes, welcher von der Zusammenseßung der zweiten Rammer handelt, wurden dahin festgestellt, daß die 2. Kammer aus 60 statt seither 50 Abgeordneten bestehen soll.- Unter Aufrechterhaltung des bisherigen Brivilegiums eigene Abgeordneter für die kleineren Städte, Alsfeld, Bingen und Friedberg hätten hiernach, einschließlich derselben, statt seither 10 fünftig 15 Abgeordnete auf die Städte zu entfallen, während statt seither 40, fünftig 45 ländliche Wahlbezirke bestehen sollen. Hiernach würden nach Maßgabe der damaligen Bevölkerungsziffer: a) Starkenburg 24 Abgeordnete( 4 mehr wie seither) und zwar die Städte 5( Darmstadt 3, Offenbach 2) und das Land 19 Abgeordnete. b) Oberhessen 18 Abgeordnete( 2 mehr wie seither) und zwar die Städte 4( Gießen 2, Alsfeld und Friedberg 1) und die ländlichen Bezirk 14 Abgeordnete. c) Rheinhessen 18 Abgeordnete( 4 mehr wie seither) und zwar die Städte 6( Mainz 3, Worms 2, Bingen 1) und das Land 12 Abgeordnete erhalten. - - Es erübrigt jetzt nur mehr die Einteilung der drei Provinzen in die neuen Wahlbezirke, wofür Vorschläge schon vorliegen.- Der Ausschuß wird in den nächsten Tagen die Einteilung feststellen. Der Ausschußreferent hat die Ausarbeitung des schriftlichen Ausschußberichtes bereits begonnen. +( Personalien.) Gendarm Ha as in Gießen ist vom 1. Mai d. Js. ab nach Dieburg versetzt worden. ** Die Sigungen des Schwurgerichts der Provinz Oberhessen, für das 2. Vierteljahr 1904 werden Montag, den 6. Junt 1904, Vormittags 9½ Uhr, im Justizgebäude dahier unter dem Vorsitze des Großh. Landrichters Herrn Neuenhagen zu Gießen ihren Anfang nehmen. - P. A. Wie wir vernehmen, ist erfreulicherweise eine ganze Reihe von Ehrenpreisen für den Nationalen Gefangswettstreit" zu Gießen durch Private und Gesellschaften bereits gestiftet worden; da stets neben Geldpreisen auch Ehrenpreise ausgesetzt sind, ist der Bedarf an solchen Breisen allerdings nicht gering. Die Uebungen der Gesamtchöre, die von hiesigen Gesangvereinen zur Aufführung gelangen, haben bereits begonnen. An den Aufführungen nehmen teil: Bauer'scher Gesangverein, Bürgergesellschaft, Concordia, Gemütlichkeit, Harmonie, Heiterkeit, Liederkranz, Männergesangverein, Maschinenbauergesangverein, Sängerchor des Turnvereins und Sängerfranz. Auch der Festzug zu Ehren des Wettstreits ist durch zahlreiche Anmeldungen hiesiger Vereine über 30 haben bis jetzt ihre Teilnahme angemeldet gesichert. Es dürfte ohne Frage ein imposanter Aufzug werden, wie er dem groß angelegten Fest entsprechen wird. gegen Frankreich erwarb er sich das Eiserne Kreuz. Am 14 Mai 1894 erfolgte seine Beförderung zum Oberst, ein Jahr Kommandeur des Leib Grenadier- Regiments König Friedrich Wilhelm III.( 1. Brandenburgisches) Nr. 8 in Frankfurt a. d. Oder, Chef des Generalstabs des VI. Armeeforps, am 20. Juli 1896 wurde er Generalmajor und am 18. Mai 1901 Generalleutnant und Kommandeur der 9. Division. Auf dem Abendstern sind für die Lahn- Kalkund Marmorindustrie A. Gabriel jr. die polzischen Erdarbeiter wieder angelangt, um wie in früheren Jahren zu Arbeiten für den Dampfziegeleibetrieb beschäftigt nu werden. Diese alljährlich wiederkehrenden Fremden sind, so wird dem Hinterl. Anz." geschrieben, für die heimischen Arbeiter feine Konkurrenz, da es in der besseren Jahreszeit wegen der sich häufenden Feldarbeit in unserer Gegend an Arbeitskräften, besonders für den Ziegeleibetrieb, mangelt. Auch ist das Verhältnis der Polen zu drn anderen auf dem Werk beschäftigten Arbeitern durchaus gut und friedlich. Die Fremden finden auf der Fabrit Wohnung und führen sie daselbst eine förmliche Haushaltung, indem sie in einer Küche ihre Nationalgerichte selber zubereiten. ** Der Großherzog in den Opel- Werten. Am Montag stattete der Großherzog mit Gefolge den Opelwerken in Rüsselsheim a. M. einen Besuch ab. Bei dem Rundgang durch die Fabrik legte der hohe Besucher ein großes Interesse für den ganzen Betrieb an den Tag und sprach sich anerkennend über die verschiedenen Einrichtungen aus. In der Automobilabteilung der Fabrik gab der Fürst einen vierzylindrigen Motorwagen zum eigenen Gebrauche in Auftrag. * Neue Eisenbahn- Leichenwagen gelangen bei der Preußischen Staatseisenbahn, und zwar zunächst in Berlin, Breslau, Frankfurt a. M. und Köln zur Beförderung der Leichen und ihrer Begleiter zur Einstellung. Diese einer Privatgesellschaft gehörenden Wagen bestehen aus einem für die Aufnahme der Leiche bestimmten, würdig ausgestatteten Raum und außerdem aus zwei Personenabteilen erster und zweiter Klasse. Hierdurch wird es den Angehörigen ermöglicht, gleichzeitig mit der Leiche die Fahrt nach dem Beiseßungsort zurückzulegen. Für die Benußung gelangt gebühr von 30 Pfg. für den Kilometer zur Erhebung. Die außer der tarifmäßigen Beförderungsgebühr eine BuschlagsBegleiter, welche in dem Wagen mitfahren, haben außer der tarifmäßigen Fahrkarte eine Blazkarte zu lösen, für welche die gleiche Gebühr wie bei D- Bugwagen erhoben wird. * - - = Der Rhein- Main- Gastwirte Verband hielt am Dienstag in Offenbach seinen 21. Delegiertentag. Den Vorsiz führte Präsident Cl. Haust- Darmstadt. Ueber die Forderungen des Verbandes betr. Abänderung des Stempel geseges referierte Pieroth- Seligenstadt, welcher verlangt: 1. daß die Ehefrau beim Ableben des Mannes nicht nochmals 150 Mt. Stempelsteuer zahle; 2. die Klavier- Automatensteuer müsse mindestens auf die Hälfte reduziert werden; 3. Tanz- Konzessionsstempel müsse ermäßigt werden. Der Vorstand wurde schließlich beauftragt, im Sinne der Anträge vorzugehen. Zu den kreisamtlichen Verordnungen betr. die Trunkenboldlisten wurde beschlossen, für deren vollständige Beseitigung einzutreten event. einen Fall bis zum Reichsgericht auf Verbandskosten durchzufechten. Ueber die Anhörung von Vertretern des organisierten Gastwirtegewerbes bei Erteilnng von Wirtschaftskonzessionen berichtet M und-Gießen, der erklärt, daß die Behörde in Gießen in gewünschter Weise vorgehe. Jastowsty- Gießen verlangt für den mehrbefteuerten Gastwirtestand auch besseren Schutz der Behörde und einheitliche Durchführung im ganzen Lande. Das Einpruchsrecht müsse mehr gehandhabt werden. Der Verbandsvorstand wurde beauftragt, in gewünschtem Sinne zu wirken. Ueber die Bekämpfung der Bestrebungen, welche eine Verfürzung der Feierabendstunde herbeiführen sollen, referierte der Ehrenvorsitzende des Verbandes, Reinemer, welcher eine gleichmäßige Handhabung im ganzen Lande resp. Einführung von Erleichterungen wünscht. Der Vorstand soll auch hier entsprechende Schritte tun. Ueber das Kohlensäurewerk und den Mineralbrunnen Selter&- Sprudel Auguste Viktoria" berichtete ReinemerDarmstadt. Mit Hilfe opferfreudiger Kollegen, Brauereien und Geschäftsfreunde habe man das Werk zustande gebracht, den Ring gesprengt. Jezt gelte es, die Bestrebungen ** Schon seit Jahren klagen die die Gießener des Ringes, der durch Schleuderpreis die Gristenz dieser Viehmärkte besuchenden Interessenten, Käufer wie Ber- Errungenschaft zu schädigen suche, durch festes Zusammenfäufer, über die langsame sanitäre Kontrolle des zu Markt halten unschädlich zu machen. Ueber die Gebühren bei gebrachten Viehes, wozu außer dem Kreistierarzt Schmidt- Kontrolle der Bierpressionen berichten ReineGießen der Kreistierarzt aus Grünberg zur Verfügung mer- Darmstadt und Jastowsty- Gießen. Die Verstehen. Jetzt hat sich, wie der„ Frankf. G.- Anz." schreibt, bandsmedaille erhalten Hartmann und 2. Herrmannder Viehhändlerverein für Oberhessen mit Offenbach, Molter, Becker und Freund in Darmeinem Antrage an das Kreisamt gewendet, der dahin geht, stadt. Bum Drt des nächsten Delegiertentages wird entweder die Heranziehung eines weiteren dritten zuständigen Lauterbach in Oberhessen gewählt. Beamten zur Kontrolle am Hauptmarkt zuzulassen oder zu veranlassen, daß der hiesige Kreisarzt die gesundheitliche Kontrolle der aufzutreibenden Markttiere schon am Tage vor dem Markt insoweit vornimmt, als solche sich schon in den hiesigen Stallungen befinden, damit dadurch die Zahl der zu untersuchenden Tiere für den Markttag selbst gemindert wird. A Heute hat die Pferdemusterung in Gießen stattgefunden. Es war unter den vorgeführten Tieren recht viel gutes Material vorhanden. Leider ist während des Auftriebes auch ein Unfall passiert. In der Gartenstraße trat ein Tier nach hinten aus und traf ein anderes am unteren Schenkel derart, daß es dem Pferdemegger übergeben werden mußte. A Großes Konzert. Wie aus dem Inseratenteile unserer heutigen Nummer ersichtlich ist, veranstaltet die Oberbayerische Sänger- und Tänzergesellschaft D'Unter berger" heute und folgende Abende Konzerte im Restaurant Royal bei Herrn Elges, Seltersweg. Nach zweimaligem Auftreten erfreut sich die Gesellschaft bereits einer großen Beliebtheit und kann der Besuch nur empfohlen werden. *** Der neue Korpskommandeur. Wie wir bereits gestern meldeten, ist Generalleutnant von Eichhorn, Kommandeur der 9. Division in Glogau, anstelle des zum Inspekteur der dritten Armeeinspektion beförderten Generals bon Lindequist zum fommandierenden General des XVIII. Armeekorps in Frankfurt a. M. ernannt worden. Der neue fommandierende General ist am 6. September 1866 Leutnant beim 2. Garde Regiment zu Fuß geworden. Im Feldzug - H Fronhausen, 4. April. Der hiesige MännerGesang Verein beabsichtigt am Himmelfahtstag ein Fahnenweihfest zu feiern. *** Aus der Wetterau, 4. Mai. Die Vegetation ift in ihrer Entwickelung troß der kalten Nächte( bis unter 0° Reaumur) der letzten Wochen weit vorgeschritten. Alles steht gut. Wintergetreide hat sehr gut überwintert, auch die Sommerfrucht ist aufgegangen. Die Kirschen sind am Abblühen und die Apfelblüten brechen auf. Kommt sonst nichts dazwischen, so ist auf eine reiche Obsternte zu rechnen. Weglar. Der Minister der geistl., Unterrichts- und Medizinalangelegenheiten hat die Ferien der Volksschulen von 9 auf 10 Wochen verlängert. = ** Lich, 2. Mai. Der Geflügel- und Vogelzuchtverein hält am 7., 8. und 9. Mai eine Ausstellung im Heller'schen Felsenkeller ab. Das Protektorat hat Se. Durchlaucht der Fürst von Solms- Lich übernommen. Mit der Ausstellung ist eine Prämiierung und Verlosung verbunden. *** Schlitz, 4. Mai. Der Kaiser traf heute Abend zum Besuche des Grafen Schlitz hier ein. Er bleibt bis zum 7. Mai hier und reist dann, am Samstag, zum Besuch des Fürsten zu Fürstenberg nach Danaueschingen. Kirtorf. Zwischen Kirtorf einerseits und Erbenhausen und Wahlen anderseits ist vorgestern, den 2. Mai, eine Landpostfahrt mit folgendem Gange eingerichtet worden. a. Vormittagfahrt. Kirtorf.. Lehrbach 7° ab 8º an 955 830 Schmitthof 95 an Erbenhausen ab 915 b. Nachmittagfahrt. an 445 1230 ab tirtof. 130 an Wahlen.. ab 355 Die Fahrten finden nur Werktags statt.— Vom gleichen Zeitpunkt ab wird auf Schmitthof eine Posthilfstelle eingerichtet. - Oberndorf. Am 15. Mai findet hier die Generalprobe des Sängerbundes des Solmser Landes statt. Als Chor für Wertung des Gesanges der einzelnen Vereine ist von der Musikkommission der„ Wandermarsch" von R. Gabriel zur Einübung aufgegeben, und als Massenchor wird unter der Leitung des Bundesdirigenten Herrn Kantor Schmidt aus Weglar ,, Der Wald" von K. Häser zum Vortrag gelangen. - Münzenberg, 29. April. Seit der Eröffnung der Bahn Buzbach- Lich hat der Besuch der Burg Münzenburg zugenommen. Bedauert wird es, daß das berühmte Kloster Arnsburg keine Haltestelle erhalten hat. Die Bahn macht vielmehr von Muschenheim einen Umweg über Hof- Güll anstatt der Wetter zu folgen. Die nächste Station für Arusburg ist Muschenheim. Das Kloster Arnsburg erfreut sich von jeher wegeu seiner berühmten Baudenkmäler, seiner geschichtlichen Vergangenheit und seiner idyllischen Lage eines starken Besuches. Lehnheim. Der hier geborene Otto Horst, Sohn von Adam Horst, welcher im zweiten Jahre beim ArtillerieRegiment Nr. 61 in Babenhausen dient, wird nebst anderen, am 7. Juni die Reise nach dem Kriegsschauplatz in Südwestafrifa antreten. § Ilsdorf, 2. Mai. Die in unserer Gemarkung neu werksgesellschaft zu Nieder- Ohmen ist heute dem Betrieb erbaute Drahtseilbahn der rheinisch- westfälischen Eisenbergübergeben worden. Diese Drahtseilbahn schafft die Eisensteine des Tagbergwerks, welches in unserer Gemarkung liegt, auf die seitherige Linie der Drahtseilbahn FlensnngenMücke- Nieder Ohmen. Da in dem Betrieb der Förderung feine Unterbrechung eintreten sollte, wurde am legten Sonntage die Montierung der beiden Linien vorgenommen. ** * Butzbach. Der Lademeister Sonntag ist vom 1. Juni ab in den Ruhestand versezt; an seine Stelle ist Lademeister Birk von Friedberg nach Butzbach versetzt. *** Bad Ems, 4. Mai.„ Verünglückt". Unter dieser Sp gmarke meldet die Emser Zeitung", aus Höhr. " Der hiesige Gasthof zum Unter( Besitzer Herr Fr. Graf) ist an Herrn Schunkert aus Engers zum Preise von 40000 Mark verkauft worden". Nun, nun, sollte der Mann wirklich so schwer hereingefallen sein? *** Vom Taunus, 4. Mai. Heute früh fiel auf dem Feldbera farfer Schnee. Briefkasten. In nächster Zeit werden wir etwas über die Dreifelderwirtschaft, resp. Landwirtschaft veröffentlichen. per Marktberichte. Gießen 5. Mai Huf dem heutigen Wochenmarkt fosteten Butter fb. 1.00-1.15 M., Führereter per Stück 5-6 Pfg., Enteneter St. 7 Bfg., Käse per St. 6-8 Bfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Pfg., Erbsen ver Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 fg., Tauben per Paar 21. 0.80-1.00, Hühner per Stüd Mt. 1.30-1.40, Hahnen, per Stüd 0.80-1.70, Enten per Stüd 1.70-2.20, Gänse per Pfd. 65-70 fg., Ochsenfleisch per Pfd. 70-80 fg., Rindfleisch per Pfd. 62-68 Bfg. Schweinefleisch per Bfb. 60-72 fg. Schweinefletsch gesalzen per Pfund 0.76 Vfg., Kalbfleisch per Pfd. 62-74 Bfg., Hammelfleisch per Pfd. 50-74 Pfg., Kartoffeln pro 100 Kilo 6.00 Mr., 3wiebeln per 3t. mr. 7.00-10.00, Alepfel per Centner 20-25 Mr. Miich per Liter 18 Pfa. Dauer der Marktjeit von 7 Uhr morgens bis 1 Uhr Nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Marktzeit überhanpt nicht, und während der ersten drei Stunden der Marktzeit im Umherziehen feilgeboten werden. Verantwortlich: für den politischen, vermischten und unterhaltenden Teil Albin Klein; für den lokalen Teil Karl Klose. Julius Fischer Giessen, Schulstrasse 6. Anfertigung eleganter Herrengarderobe unter Garantie für guten Sitz und tadelloser Ausführung. Specialität in echt steyrischen Herren- und Damen- Schafwoll- Loden, das beste für Haus, Strasse und Reise. Aufträge werden behufs prompter Lieferung zeitig erbeten. AMTLICH GLÄNZEND BEGUTACHTET: NUR 25 SALUTARIS NUR 25 Pfg PE TOILETTE- FETT- SEIFE Unübertroffen für Haut- a Ceintpflege: Rein, mild, sparsam. C. Naumann, Seifen- u. Parfümeriefabrik, Offenbach a.M. { [ B I n 044 2 RESTENDER 2 h b n la ih бе eg бе ge Ei WESSAGE Bevor Sie ein Geschäft anfangen XX XX verlangen Sie von uns Offerte. Schuhfabrik 23 JAKOB RUMPE& SON Telefone 10 Butzbach O Ο 0 $ Preiswerth! 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Auf der ganzen Erde Ist ihnen nichts auch nur von fern vergleichbar; Sie selber wär' ohn' ihre Kinder nichts, Und wieder nichts die Menschheit ohne Kinder. * Hochzeitsreisen. Wiederholt ist die Frage aufgeworfen worden, ob die überall übliche Hochzeitsreise wirklich die erhofften Annehmlichkeiten bietet, ob es nicht im trauten, neuen Heim, in dem alles so wohnlich und einladend, gemütlicher wäre, als draußen in den fremden Hotels, unter fremden Menschen in einer fremden Welt. Man hat entgegnet, daß die Neuvermählten allein auf einander angewiesen, sich leichter verstehen lernen, daß sie losgelöst von aller Konvenienz und allen geselligen Pflichten nur eins für das andere lebend, ihre Sonderinteressen eher aufgeben als daheim, daß die Pflichten der Häuslichkeit die die des Berufslebens, den Mann nicht bedrücken Frau, sollen, damit nichts die weihevolle Stimmung störe, die dem jungen Cheglück eigen sein soll! Sophismen! Nichts als Sophismen! Wo schmeckt es dem jungen Ehemann besser, daheim am Familientisch, wenn ihm sein Frauchen ein selbst bereitetes Gericht serviert( die Köchin kann schon ein wenig geholfen haben) oder an der Table d'hote, an der er steif und gemessen unter Fremden ſizen und warten muß, bis ihm der befrackte Kellner eine ihm oft wenig zusagende Speise anbietet? Wo fühlt sich die junge Frau wohler, draußen in der Fremde unter gleichgültigen Menschen, die keinen Anteil an ihrem Glück nehmen, oder zu Hause in ihrer selbstgeschaffenen, poetisch durchdufteten Häuslichkeit, in der sie der geliebten Mutter und trauten Freundinnen von ihrem Glück erzählen kann, in dem jedes Plätzchen ihr lieb, in dem alles sie anlächelt. Ist es ja ihr eigen, ihr Haus, ihr Herd, ihr Heim, nach dem sie sich so lange gesehnt und das ihr nun wie von Glück und Poesie, von allen guten Genien umgeben erscheint! Die Mehrzahl der Hochzeitsreisenden kehrt abgespannt und unbefriedigt heim. Sie mögen es sich nur nicht eingestehen, daß ja daß es ihnen oft bei aller Liebe und aller Zerstreuung und all dem Geld, das die Reise gekostet, herzlich langweilig gewesen. Also nun, eingefehrt in des Hauses heilige Hallen, nun wollen sie erſt anfangen im Verein mit guten Freunden, die an ihrem Wohlergehen Anteil nehmen, glücklich zu sein. Eine andere Frage mag hier nur andeutungsweise berührt sein, die nämlich, ob nicht auch nach all den selten ausbleibenden Aufregungen, die die Brautzeit, die Beschaffung der Aussteuer, die Einrichtung der neuen Häuslichkeit u. s. m. mit sich brachten, in sanitärer Beziehung der jungen Frau Ruhe, wie sie nur das eigne Heim zu geben vermag, dienlicher ist als das Reisen. Bergsteigen, klettern, Partien machen, erhitzt und erschöpft von Ausflügen heimkehren, sich keine Ruhe gönnen, Tag auf Tag neue Fernsichten sehen wollen, neue Strapazen auf sich nehmen, das alles ist wenig geeignet für die Neubermählte, die oft von ihrer Pflicht, sich schonen zu müssen, feine blasse Idee hat, diejenige Kräftigung zu geben, die ihr not tut. Sache gewissenhafter Aerzte wäre es, der herrschenden Unsitte, daß durchaus gereist werden muß, entgegen zu treten. Man wußte ehedem nichts von Hochzeitsreisen und war sehr glücklich miteinander, glücklicher als heut, da man gleich nach geschlossenem Ehebündnis damit anfängt, Freuden außer halb des Hauses zu suchen, auf Ruhe und Komfort zu verzichten, sich zu strapazieren; dieser Anfang ist kein guter und jollte von allen rationell Denkenden gemieden werden. Küche und Keller. Wie man Fische schuppt. Kann es einen nicht zur Verzweiflung bringen, wenn das Mädchen Viertelstunden beim Schuppen de: Fische zubringt, während so viele notwendige Arbeiten auf Eriedt. gung warten? Anzuraten ist es, vor dem Schuppen die Fische mit einem Tuch tüchtig abzureiben, damit der Schleim entfernd wird, und sie dann fünf Sekunden in kochendes Wasser zu tauchen. Das Schuppen ist dann in wenigen Minuten leicht geschehen. Wenn der Schinken zu salzig ist. Hat man das Unglüd gehabt, einen recht salzigen Schinken eingekauft zu haben, so sollte man ihn nicht mit Mühe und Not roh hinunterwürgen, wobei jedesmal der Hausherr mißmutig die Stirne runzelt und die Kinder jammer und nichts essen wollen, sondern man koche ihn und setze dem Wasser, in dem man ihn siedet, einen Löffel Farinzuder zu. Der Schinken bekommt durch dies einfache Mittel seinen milden Geschmad größtenteils wieder. Er hält sich ebenso gut wie roher und bietet noch den Vorteil, daß man ihn zu mannigfachen Gerichten ver trenden kann. Praktische Winke. Stickt man Tischläufer, Decken oder Handtücher, überhaupl Sachen, bei denen man Rücksicht auf häufiges Waschen nehmen muß, so versäume man nicht, das bunte Stickgarn vorher in heiße: Wasser mit Seife zu waschen und dann zu trocknen, damit die Farben bei der Wäsche nicht auslaufen. Der ungeberdige Glaspfropfen. Ich darf Ihnen doch cine teline Erfrischung anbieten," sagte Frau X. kürzlich zu einem lieben Besuch und holte die Kristallkaraffe, um einzuschenken, aber wie fatal, der Glaspfropfen saß wie angeschmiedet, alles Rücken und Ziehen löste ihn nicht, zuletzt bei einer stärkeren Anstrengung brach er ab. Frau X. hätte ihn leicht lösen können, wenn sie die Flasche unten fassend behutsam in rascher Wiederholung mit dem Stöpsel gegen eine Tischkante( natürlich nicht des Salontisches) geschlagen hätte, wodurch er sich gelockert hätte. Hilft dieses Mittel nicht, so muß der Flaschenhals durch Erwärmen ausgedehnt werden. Damit er aber nicht zerspringt, besorgt man das Erivärmen durch einen dicken Bindfaden, der, einmal um den Hals geschlungen, an beiden Enden befestigt oder gehalten wird. Die Flasche wird in der Schlinge wiederholt rasch hin und her bewegt; der Erfolg ist ein überraschender. Unser Bimmergarten. Samenziehen in Eierschalen. Nichts macht größere Freude, als sich seine Blumen selbst aus dem Samen zu ziehen, wenn man nur nicht so viele kleine Töpfe brauchte, die dann später oft unnük herumstehen. Da sind Eierſchalen ein brauchbarer Erſatz. In das ganzgebliebene Ende derselben macht man mit einem Hölzchen eine Kleine Deffnung, füllt die Schale mit Erde, legt einige Samenkörner hinein und setzt die Eierschalentöpfchen in ein mit Sägemehl gefülltes Kistchen. Auf die Schalen schreibt man die Namen der Pflanzen. Hat das Pflänzchen die geeignete Größe erreicht, um umgesetzt zu werden, so löst man die Schale langsam los und setzt die Pflanzen mit der Erde in die dazu beſtimmten Töpfe. Für fleißige Hände. Verwendung von Wollresten. Mit den Wollresten, die sich im Laufe der Jahre angeſammelt haben, könnte man zwölf Rückentissen besticken," dachte Tante Line mißmutig, wenn nur nicht alle, die ich beſchenken will, dieses Kreuzunterſtüßungsinstrument beſäßen! Sie sitzen mit ihren Kissen da und ich mit meinen schönen WollAm Nachmittag fand Tante Line eine Freundin, die sie resten. besuchte, eifrig mit Sortieren von Wollresten beschäftigt und erfuhr, daß sie eine hübsche Tischdecke davon mache. Alle Fäden, kurze und lange, knüpft man mit dem Weberknoten aneinander, möglichst Rücksicht auf einen allmählichen Uebergang der Farbentöne nehmend. Auf zwei Stricknadeln schlägt man zwanzig Maſchen auf und strickt in hin und zurückgehenden schlichten Touren viereckige Stücke. Die Anoten zieht man mit der Nadel auf eine Seite. Wenn man die zur Decke nötigen Stücke hat, näht man sie in passend geordneten Farben mit schwarzer Wolle oder Seide in Kreuzstich auf der rechten Seite zusammen. Um den Rand häkelt man von schwarzer Wolle einige luftige Zackentouren oder knüpft Franſen von schwarzer Wolle hinein. Nr 100 Donnerstag, den 5 Mat. 1904. Oberhessische Familienzeitung. Tägliche Unterhaltungs- Beilage der Gießener Neueste Nachrichten. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1783); verantwortlich: Albin Klein. ( 9. Fortsetzung.) Iwan der Schreckliche. Original- Roman von Hans Hoffmann. An der Seite Fräulein Leinemanns aber konnte er diesen Trübsalen leidlich trozen. Auch gewann er den Vorteil, daß verschiedene Herren höheren Alters und Ranges, die er sonst hätte aufsuchen müssen, sich ihm von selbst präsentierten.. Auch der Premierleutnant von Bodungen stellte sich ihm vor. Bodungen? Bodungen? Wo hatte er den Namen schon gehört? Der junge Offizier musterte ihn ein wenig auffällig, zeigte sich aber im übrigen von einer ritterlichen, etwas nachlässigen Liebenswürdigkeit. Er begann sehr unvermittelt eine Unterhaltung über studentische Formen des Duells, und als der andere sich wortfarg zeigte, weil er herzlich wenig davon wußte, ging er auf etliche technische Fragen bezüglich der Konstruktion einer neuen Pistole über, wobei ihm Belling noch viel weniger Rede stand. So kam es, daß die beiden gleichmäßig über einander die Köpfe schüttelten und sich im Herzen gegenseitig für wunderliche Käuze erklärten. „ Sie ſchießen doch gern, Herr Doktor?" versuchte der Leutnant noch einmal anzuknüpfen.„ Natürlich zum Vergnügen, nur zum Vergnügen," fügte er mit einem Seitenblick auf Fräulein Leinemann hinzu. Und als jener ihn verwundert mit seinen düsteren Blicken anstarrte, sagte er mit darf nicht laut werden gedämpfter Stimme:„ Ich verstehe- der Herren Vorgesetzten wegen warne Sie also, Herr Doktor. Man hört pon der Straße her deutlich Ihre Uebungen im Hof und Garten- also Vorsicht!" Damit empfahl er sich. " Was?" dachte Doktor Belling. Also man schießt auf dem Hof? Daher dies störende Knallen! Wer kann das sein? Die Rechnungsrätin oder Helene dürften doch kaum solchem Sport huldigen; wenn es Fräulein Alma wäre, könnte man schon eher auf den Verdacht eines derartigen Unfugs kommen Plötzlich kam ihm die Erinnerung, daß er den Namen Bodungen gerade von seinen Hausdamen irgendwie hatte nennen hören. Er fragte Fräulein Leinemann nach den Lebensumständen des Mannes. " Er ist ein nicht ganz vorwurfsfreier Charakter," ſagte diese sanft,„ leider! Soll zwar ein tüchtiger Offizier sein, ein berühmter Reiter, aber nicht fleckenlos in seinem Privatleben. Nicht wahr, Sie muten mir nicht zu, etwas näheres zu wissen? Das Mildeste ist, daß er unsern jungen Damen allzu lebhaft und allzu flatterhaft den Hof macht; ich fürchte, er hat manche Mädchenträne auf dem Gewissen ich glaube, Sie brauchten in Ihrem eigenen Hause nicht weit zu suchen ich entsinne mich wenigstens, daß vor zwei oder drei Jahren von einer bevorstehenden Verlobung viel die Rede war, bis der Herr Leutnant zufällig in Erfahrung brachte, daß eine dort vorhandene Erbtante erst fünfunddreißig Jahre alt und von eiserner Gesundheit sei, zudem noch gar kein Testament gemacht habe und für wohltätige Anstalten schwärme, so daß nach dieser Hinsicht das Schlimmste zu befürchten sei. Da war es denn mit der Liebe zu Ende." Gotthald Belling wurde auf einmal sehr nachdenklich und schweigsam.„ Dann hat er mehr verloren als sie," sagte er nur noch kurz, und gerade diese flüchtige Bemerkung klang ( Nachdruck verboten.)\ ihm immerfort vor den Ohren nach. Es stand plötzlich aus unbekanntem Grunde in ihm die Ueberzeugung felsenfest, daß ein Mann, der jenes Mädchen besigen könne und es ver schmähe, ganz unermeßlich töricht sein müsse. In diesem Augenblick glaubte er zu bemerken, daß Fräulein Leinemann in das Gewühl der Gäste blickend, ein wenig spöttisch lächelte, und obgleich er sich selbst sagen mußte, daß dies Kniren Dienern, Tänzeln, Gliederrenken, Halsverdrehen und Bach Stelzeln so vieler Menschen für den unbefangenen Beobachtei überreichen Stoff zum Lachen gab, so konnte er doch das Ge fühl nicht loswerden, als ob er selbst der Gegenstand ihres Spottes sei und sie ihn aus irgend einem Grund ganz unermeßlich töricht finde. Doch das war nur eine sekundenlange Vision, ein zweiter Seitenblick überzeugte ihn von Fräulein Leinemanns unanfechtbarer Harmlosigkeit. Sein Auge suchte den ungetreuen Offizier. Ein schöner Mensch," dachte er, feurig und stolz! Wohl begreiflich, daß er das bleibende deal eines edlen Herzens sein kann!" Aber trotz dieser gerechten Anerkennung ergriff ihn doch ein stiller Haß gegen jenen, nicht gerade wegen seiner Untreue, dafür war er ja durch ihren Verlust schon bestraft genug, sondern vielmehr darum, daß er sich herausnahm, ein bleibendes Ideal zu sein für nun, für irgend jemand! Er begriff sich selbst nicht, woher ihm plötzlich so ein häßliches Gefühl gemeinen Neides kam, und er bemühte sich ehrlich, es zu unterdrücken, wenn auch vorerst ohne ganzen Erfolg. Inzwischen hatte ihn Fräulein Leinemann schon wieder weiter geschleppt und ſtand plößlich mit ihm vor dem Hausherrn, in welchem er einen kleinen, trippelnden, bartlosen Herrn mit großen Brillengläsern und sehr vielen Runzeln kennen lernte, der überaus gutmütig und unschuldig aussah und ihm wie seiner Führerin die wortreichsten Komplimente über ihre wunderbaren pädagogischen Erfolge bei seiner Tochter machte. ,, Sie glauben gar nicht," rief er entzückt, wie das Kind jekt für Mathematik schwärmt! Beachten Sie, Herr Doktor, sie hat sogar das Ende ihrer Schärpe in Form eines pytha goräischen Dreiecks mit den Quadraten zugeschnitten und früher konnte sie nichts als Schweinchen machen, fröhliche, traurige und gleichgültige! Mein Sohn in der Untertertia ist auch ein ganz anderer geworden, seit er in Ihrer Zucht steht; ich habe es immer gesagt, ein Erzieher kann nicht streng genug sein." Jedoch mit Maßen," bemerkte Fräulein Leinemann, ,, auch die Sanftmut hat ihre pädagogischen Erfolge." ,, Versteht sich, versteht sich, verehrtes Fräulein," rief der fleine Herr, ihre beiden Hände zärtlich drückend ,,, o, versteht sich, die Sanftmut! Nichts geht über die Sanftmut in der Erziehung!" Damit schlüpfte er vorüber, um den nächſten Gast zu irgend einem Erfolg zu beglückwünschen. Jetzt setzte die Musik rauschend ein und rief zur Polonaise. Gotthold Belling schlang diesen ehrbaren Reigen mit Fräulein Leinemann, dann ward er sie endlich los und folgte enen- Bäue 11. upttollettur 4, Mt. 28 Herrmann, grosser Sorten ben Dei Be rhe sta den fön mei δας ihr frü mer neh 1 Abonnem eng 9, Gratisb un Das Für d barf an M Freiwil tommando, welche berei berpflichten Vornahme nun eine Zeitlang ungestört dem Wirbel der Tanzenden, ohne selbst mitzutun. Der selten genossene Anblick hatte etwas Berauschendes für ihn. Die rhythmische Bewegung, die Auge und Ohr zugleich gefangen nahm, regte seine Sinne mächtig auf, und die feinen Wellen der Wohlgerüche bezauberten ihn. Er kam sich vor wie entrückt in eine heitere Wlt olympischer Götterwesen, die nur die schwebende Seligkeit des Lebens fannten und nichts von der ewig hemmenden, an den Boden fesselnden Mühsal wußten. Immer wieder tauchte in den wirbelnden Reihen Almas zierliche Gnomengestalt auf in dem leuchtenden Kleid mit den lang nachflatternden Haaren; er folgte ihr mit ent. zückten Blicken und ließ sie nur manchmal auf eine Weile los, um sich inzwischen heimlich auf das Wiedersehen zu freuen. Er fand sie unglaublich schön heute. Und er mußte, daß auch sie ihn sah und seinen wechselnden Stellungen folgte. Ihr Blick streifte ihn oft selbst während des schnellsten Tanzens, und immer war es ein seltsamer Blick scheuer Bewunderung und Verehrung, der ihm einging wie süßer, schwerer Wein. Sie tanzen nicht, Herr Doktor?" fragte der Hausherr, zu ihm tretend. " Ich tanze mangelhaft, und es macht mir mehr Vergnügen, zuzusehen," erwiderte er. ,, Versteht sich, versteht sich, mir auch, o, versteht sich! Aber wie wäre es mit einem Cigarettchen? Habe ein ganz geheimes Rauchzimmer eingerichtet; soll eigentlich erst nach dem Essen betreten werden, indessen Sie schweigen ja darüber, versteht sich nebenbei, habe dort ein Pröbchen griechischen Weins, Kephalonia, alte Beziehungen zum Vizekonsul in Argostoli; wirklich feines Weinchen, versteht sich." Gotthold folgte dem liebenswürdigen kleinen Herrn und betrat mit ihm das abgelegene Rauchzimmer. Es war ein überaus gemütlicher Raum, durch eine Hängelampe ruhig beleuchtet und teppichwarm, mit Polsterstühlen besetzt, wie gemacht für eine stille Erholungspause. Der Kommerzienrat bot ihm eine Cigarette, schenkte ihm und sich von dem Kephalonier ein, der stark und würzig schmeckte, und lief plaudernd umher wie ein Wiesel. Nach kurzer Zeit bat er um Entschuldigung für einen Augenblick.„ Nur noch einmal revidieren im Eßsaal. Bin gleich wieder da, versteht sich." Aber er kam nicht so bald zurück, und Gotthold sehnte sich nicht nach ihm. Er fühlte sich äußerst behaglich in der Einsamkeit. Die ganz gedämpfte, wie aus weiter Ferne leise heranschwellende Musik, der kräftig feine Duft des türkischen Tabaks, der feurige Wein, die ganze wohlige Atmosphäre gesättigten Reichstums um ihn her, das alles stimmte ihn zu wonnig träumendem Ausruhen. Er empfand einmal ernstlich, daß es seine Vorzüge hat, sehr reich zu sein. Inzwischen wurden im Saale Polkas, Walzer, Galopps, Mazurkas und Quadrillen abgetanzt; Alma begann mitten im Strudel eigener Bewegung ihren stillen Zuschauer zu vermissen. " Papa, hast du Herrn Doktor Belling nicht gesehen?" sagte sie im Vorübergehen. Versteht sich," entgegnete er, ist wohl aufgehoben im Hintergrund. Ein tüchtiger Mann das, sehr tüchtig! Wenn er um eine Kleinigkeit weniger hochmütig aussähe, wollte ich es ihm hoch anrechnen, um eine Kleinigkeit, versteht sich. Aber freilich, solch ein Mann! Wenn du ihn zum Tanzen haben willst, Almchen, mußt du ihn weit suchen, aber vielleicht findest du ihn." Alma wußte sogleich Bescheid. Aha, im Rauchzimmer! st er allein?" fragte sie. „ Versteht sich!" Ein Gedanke schoß ihr durch den Kopf. Schnell malte sie auf der Rückseite ihrer Tanzkarte einige Zahlen und Buchstaben und schlüpfte durch die Reihe der menschenleeren Gemächer bis zum Rauchzimmer. So trat sie plöglich wie eine Lichterscheinung vor Bellings Blick, mit einem Rosenstrauß in der Hand, vom Tanz reizend gerötet, mit anmutig aufgelockertem Haar. Ach Gott, verzeihen Sie, ich dachte" stotterte sic, als ob sie von seiner Anwesenheit völlig überrascht wäre, ,, ich wollte ich habe hier eine Gleichung, die ich schnell auflösen wollte sie ist so schwierig aber gewiß helfen Sie mir; sehen Sie nur x2+7. y( 7 x+ y) 2- x. y= 297+...“ Sie trat zu dem Stillverwunderten, der sich hastig erhoben hatte, und legte ihm ihre Gleichung vor. Mit Vergnügen," sagte er und nahm ernsthaft das befrittelte Blatt. Beide setzten sich neben einander an den Tisch. Er schien sich in die Gleichung zu vertiefen, aber er sah in Wahrheit nichts, gar nichts, es schwirrte ihm vor den Augen, die beiden Unbekannten x und y tanzten miteinander unzählige Cotillontouren mit labyrinthischen Verschlingungen und machten nicht die geringste Anstalt, sich zu demaskieren - 7 Tänzer und eine Tänzerin gemeinsam ins Quadrat erhoben und mit 7 Tänzerinnen multipliziert, welcher Wirrwarr! das gab schon allein 49 Tänzer in zweiter Potenz und 14 weitere mit ebensoviel Tänzerinnen, und die di teten so wunderbar nach Rosen und jugendlichem Haar; aber sie blieben Unbekannte, sie versäumten durchs aus, sich vorzustellen. Müssen wir nicht zuerst die Klammer auflösen?" fragte sie schüchtern. Natürlich, das müssen wir!" seufzte er und machte nun wirklich den Versuch. „ 343 x 2. y+ 98 x.yy..." Aber er schauderte. Der Lockenduft von 343 potenzierten Tänzerinnen schien ihm ins Gehirn zu dringen; er kam nicht weiter. Alma zerpflückte indessen, ihn unverwandt anblickend, ihren kostbaren Rosenstrauß, daß der Duft sich immer betäubender verbreitete. Endlich kam sie ihm zu Hilfe. Sie neigte sich ihm noch näher und versuchte mit ihrer Hand unter den widerspenstigen x und y Ordnung zu schaffen. Dabei lehnte sich ihr kleiner Finger neben den seinigen und blieb dort fest liegen, indes ihr Zeigefinger leise hin und her tippte. Es war eine erstaunlich hübsche Hand, aber die Hilfe, welche sie leistete, war äußerst gering. Im Gegenteil, der gequälte Mathematiker schloß verzweifelnd die Augen, als ob es in seinem Innern auch eine Gleichung zu lösen gäbe. Er fühlte, wie der festgewurzelte kleine Finger da neben seiner Hand leise zu zittern begann, und dies Gefühl durchschauerte ihn süß bis ins Mark. Er fühlte auch, daß sie jetzt immerfort ihn ansah und fein x noch v, und er hatte plötzlich den sonderbaren Gedanken:„ So ungefähr muß es einer Zahl zu Mute sein, wenn sie mit einer andern zusammen in Klammern geschlossen und ins Quadrat erhoben wird!" Vielleicht war es auch schon die dritte Potenz der Glückseligkeit. " y..." murmelte er verzückt und öffnete die Augen ein wenig; vor seinen Blicken taumelten hundert zerzupfte Rosen. blätter und darüber eine große, herrliche, glühend rote und durchaus unzerzupfte Rose. " Finden Sie meine Frisur wirklich so abscheulich?" fragte diese Rose auf einmal kleinlaut,„ das wollte ich eigentlich bloß wissen." Er riß die Augen weit auf und starrte die wehende Fülle ihrer dunklen Locken an. „ Entzückend!" stammelte er.„ Aber die Gleichung scheint mir incommensurabel." ,, Ach, wirklich?" rief sie froh mit reizendem Erröten und fügte schelmisch hinzu:„ Also besser als der Madonnenscheitel gefällt sie Ihnen und ich habe mich so darum geängstigt!" ,, Aber ich bitte Sie! So etwas ist doch nicht der Rede wert!" sagte er beruhigend und doch selbst verwundert, denn er begriff nicht, was ein Madonnenscheitel für ein Ding sei, und was er mit der Gleichung zu tun habe. „ So?" rief sie verdugt und etwas gefränkt.„ Sie mögen es freilich nicht der Rede wert finden, aber für mich- wir Mädchen sind nun einmal so kindisch! Aber alle, alle! Sie hätten mich darum vorhin nicht so böse anzusehen brauchen, Herr Doktor!" Das ist völlig ohne Absicht geschehen, glauben Sie mir!" beteuerte er ziemlich bestürzt; wie sollte ich denn auch böse Das wäre doch geradezu unvernünftig." sein um eine Gleichung, die doch eben incommensurabel ist! Sie blickte ihn starr an.„ Herrgott, der redet immer noch von der langweiligen Gleichung!" dachte sie staunend. Und Unverstandenes und Unbegreifliches. Eine ungeheure Kühndann ging etwas Sonderbares in ihr vor, efwas ihr selbst heit kam über sie, ein Uebermut der Verzweiflung. Sie raffte mit beiden Händen so viele Rosen vom Tisch auf, als sie fassen konnte, und warf sie ihm mit aller Kraft ins Gesicht. Darauf sprang sie entsetzt auf und rannte aus der Tür. Als sie dieselbe hastig zugeschlagen hatte, blieb sie stehen und lauschte. Sie vernahm feinen Laut. „ Na, daß er sich das gefallen läßt, ist aber komisch!" dachte sie. ( Fortsetzung folgt.) Nie soll ein Herz mehr offenbaren Von seinen schmerzgezwung'nen Schweigen, Als wie der Baum, wenn Herbste fahren Mit trübem Klang in seinen Zweigen. In ein Gewebe wanden, Die Götter Freud' und Schmerz, Sie webten und erfanden Ein armes Menschenherz. Der Segen der Schwimmkunft. Ein Mahnwort an die Eltern von E. M. ( Nachdruck verboten.)] Sie sind noch immer da, die Niren, die in unseren Kindertagen das Wasser abschreckend und anziehend zugleich machten. Freilich sehen wir sie nicht mehr wie damals mit ihren bleichen Gesichtern, ihren grünen Haaren und den goldigen Negen, mit denen sie aus ihrem feuchten Element nach uns haschten. Aber auch für den erwachsenen Menschen hat das Wasser eine geradezu magische Anziehungskraft. Gern sucht er sein Vergnügen, seine Erholung an den Ufern des Meeres, der Seen und Flüsse! Wo Wasser ist, da ist Leben und Freude eine Freude, die aber nur zu oft in Traurigkeit und Herzeleid verwandelt wird. Denn kann man im Sommer wohl eine Zeitung zur Hand nehmen, ohne von einem Unglücksfall in den Wellen, einer glücklichen oder mißlungenen Rettung aus Todesgefahr zu vernehmen? Bald sind es Kinder, die des Schwimmens unfundig, sich beim Baden zu weit gewagt haben. Bald sind es Erwachsene, die in sonntäglichem Uebermut ein Boot zum Schauplag ihres Amüsements erwählten und je kühner mit Rudern und Segeln umgingen, je schleierhafter ihre Ahnungen vom Gebrauch dieser Gegenstände waren. Es wurde viel gelacht und anmutig geschaufelt, bis das Fahrzeug plößlich den Kiel nach oben drehte und die Sinkenden sich unter entsetzlichem Angstgeschrei daran zu klammern versuchten. Manchmal ist hier wie dort ein kühner Retter noch zur rechten Zeit erschienen; manchmal hat er nur Leichen ans Land gezogen und manchmal ist er, der vorzügliche Schwimmer, selbst ein Opfer seines Opfermutes geworden. Mit einem letzten Aufwand von Kraft haben sich die Todgeweihten an seine Arme, seine Beine gehängt und ihn mit sich in die Tiefe hinabgezogen. Nun sieht es freilich fast wie ein kleiner Mangel in der Gesetzgebung aus, daß jedem grünen Jüngling, jedem angeheiterten Arbeiter, der sich mit seiner„ Braut" ein Feiertagspläsier machen will, ein Ruder oder gar ein Segel anvertraut werden darf, vorausgesetzt, daß er dafür bezahlen fann. Müßte der Wassersportsman nicht eigentlich gerade so gut eine Art Fähigkeitsattest bei sich führen, wie der Jäger, der vom ersten, besten Gendarmen jederzeit wegen seines Jagdscheines interpelliert werden darf? Es gibt aber auch noch ein anderes Mittel und ein bedeutend sichereres, um die Gefahr des Ertrinkens für alle Fälle zu vermindern und das ist die Schwimmkunst! Alle höheren Tiere verstehen zu schwimmen, freilich nicht wie Fische und Enten, aber doch so, daß sie sich über Wasser zu halten und ohne besonders erschwerende Umstände auch ficher ans Ufer zu bringen wissen. Damit hat die Natur uns Menschen einen Fingerzeig gegeben, der aber im allgemeinen noch sehr wenig beachtet wird. Denn wie viele gibt es, die schwimmen können und vor allem mie viel Frauen? Knaben aus höheren Ständen werden ihren Vätern allerbings das Honorar für den Schwimmmeister fast immer ab. zuschmeicheln oder abzuringen versuchen. Viele dieser Väter und Mütter aber halten, auch wenn sie, ja" sagen, im Grunde ihres Herzens Schwimmenlernen doch nur für einen Lurus, für ein ebenso gefährliches als überflüssiges Vergnügen! Sie haben es in ihrer Jugend nicht geübt und sind dennoch am Reben geblieben und groß geworden, ohne sich in Gefahr zu jegeben und möglicherweise darin umzukommen. Denn berunglücken kann man ja beim Schwimmenlernen, wie man beim Turnen vom Reck fallen, auf dem Eise Arme und Beine brechen und beim Tanzen sich eine Lungenkrankheit holen kann. Wird es aber deshalb einer Behörde einfallen, den Turnunterricht vom Schulplan zu streichen, einem Arzt, das Schlittschuhlaufen als gesundheitsgefährlich zu verpönen, oder einer Mutter, den Tanzsaal vor ihrer Tochter als ein verbotenes Paradies zu verſchließen? Nun vereinigt aber das Schwimmen alle Vorzüge des Turnens, Schlittschuhlaufens und Tanzens. Es ist gesund, d. h. es stärkt Muskeln und Nerven; es vergrößert Anmut und Geschicklichkeit; es ist ein Vergnügen und vor allem eine Leben sichernde und gelegentlich Leben rettende Kunst! Freilich kann auch der beste Schwimmer, wenn ein Krampf ihn befällt, oder die Kräfte ihn verlassen, zu Grund gehen, aber es ist doch etwas anderes, wenn ein Mensch, der sich unversehens vom Trocknen ins Nasse befördert sieht, instinktiv das tut, was er zu tun hat, um sich auf der Oberfläche zu erhalten, wenn er ſeine Geistesgegenwart schnell wiedergewinnt oder überhaupt gar nicht verliert. der Strömung, dem Triebsande, kurz allen Gefahren des Auch wird selbst ein Kind, das Schwimmen gelernt hat, Wassers gegenüber, gewiß vorsichtiger sein, als ein anderes, von dem hat, was ihm gelegentlich darin passieren kann. das tollkühn beim Baden ins Wasser patscht und keine Ahnung Aus diesen Gründen sollte jeder" schwimmen lernen Schule auch des Schwimmunterrichtes annehmen und ihn und zwar je jünger, je besser!" Eigentlich müßte sich die zwangsweise einführen. Schwimmen kann jeder lernen, der gelernt hat und es ist keine schwere Kunst. Nur daß Mutter im Besitz gesunder Glieder ist, gerade so gut, wie er gehen Erde überall da ist, damit wir unsere Füße auf sie setzen, während das Wasser an manchen Orten fehlt! Diese Orte find indeß sehr in der Minderzahl und wenn einst, wie sicher zu hoffen steht, das Schwimmen in den öffentlichen Unterricht aufgenommen wird, können guter Wille und die moderne Kunst, die keine unüberwindlichen Schwierigkeiten mehr kennt, auch dort der Natur helfend unter die Arme greifen! Bis aber diese Zeit da ist, sollten alle vernünftigen Eltern ihren„ kleinen" Knaben und Mädchen, wenn irgend sich Gelegenheit bietet, Schwimmunterricht erteilen lassen. Auch wenn sie weniger bemittelt sind, haben sie ja so manches Geldstück für das Vergnügen und den Putz ihrer Lieblinge übrig. Wie werden sie also vor einer geringen Ausgabe zurückschrecken, wenn sie erst eingesehen haben, daß Schwimmenkönnen ihren Kindern ein neuer Schutz gegen die mancherlei Gefahren ist, die ihr Leben bedrohen, und daß sie sich selbst tödlichen Schreck, bittere Tränen und Vorwürfe auf eine leichte Weise ersparen können. Deutscher Frauen Schmuck. Ms Mutter Eva diese Welt verließ Und einging in das Himmelsparadies, Da sann der Schöpfer, wie so sehr Um ihrer Gaben Fülle schade wär', Weil er doch dieses Weibes Zier und Kraft Geformt für künft'ge Zeiten musterhaft. Drum werde jedem Volke nun ein Teil Von ihr zum Erbe, aller Welt ein Heil. Und was der Frauen Sinn davon begehrt, Sei ihm in Huld und Gnaden auch gewährt! Des Morgenlandes Tochter, rasch zur Stell', Erbat die Farb', wie Mond auf Rosen hell. Das dunkle Weib, das unter Palmen geht, Erheischt der Büste hehre Majestät. 6 Von Südlands Reich das Weib, vom span'schen Land, Erflehte heiß des Auges Flammenbrand. Italias Tochter die Rede wunderbar, Die Slavin dann das üppig schwellende Haar. An Frankreichs Frau'n gelangt der feine Fuß, Der Britin ward des Mundes füßer Gruß. Als alles schon verteilt in Weit und Breit, Stand noch das deutsche Weib voll Schämigkeit. Ei, sprach der Herr, ich gab nach allerwärts, Was blieb? Sie rief: Das treue deutsche Hevgl So sei's gewährt das beste Herz sei dein, Es wird kein edler Weib auf Erden sein! Uni Aust Die Gie beröffentlic werden be Jatob Großen L lid verpfli Gief Betr.: 2 Betr.: D Chri Birklar zu Gie pflichtet m Die Oberton einer Re Syl bedfel in CB- Mitar mationen folgende Daß Ernennu den ern zum Vor Farbiger lingschaf einen T fann abe bois ben Reiches Meinung an den Entlastun tag in de war und Bunt lung uni geborenen er fich in jedenfalls