den, an Jod Halfe astor. d. d. Institut J ertr. 111, vollst. g Marke. Viel Danb ig Rechne Selbstunterricht C. Schulze. Entha mungsarten mit Gebunden für M Hans Schoof, B rlins, Prinzessinnenst le einen Versuch ' s Lebensbitte Imioh in Dortmu egründet 1863. Goldene Medaille v. P 385. Von vielen Aerzt estens empfohlen. Eige andiges Dankschre Fürsten Bismarck inzig bewährtes Gents mittel bei Magenleite ppetitlosigkeit, Mage campf, schwerer Ver ng, Sodbrennen, U it, Hämorholdalleldes Blatreinigung ote Fl. 1,23 Mk., bei 10 F 0 Mk. Atteste und 0 rauchs- Anweisung gr FEE ren gerist e, per Pfund 68 Pf. 85 romat. in " 96 120 108 185 ko Nachn. Garant. re bei Nichtkon. Geld reto auf dauernde Kundscha terhausen, Hamburg sshandlung, Gegr. 1885. hönheit ist Macht! ermovän" macht schön, Haut in kurzer Zeit ende Zartheit und beseitigt alle Underselben, Pickeln, steln etc.( Preis pro 2.35 incl. Porto) Che, elegant Broschüre man von Willy Reiss, , Bayerschestrasse 63 sund franko, Stkarte genügtl Nr. 30. Hammesfah gs bei Solingen. u. Versandgeschä eln, Scheeren, Tasche ser, Uhren u. Uhrkette ver und Munition. verlange Catalog. . Wurstwaarenbonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., n's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen viertelfährlich Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Setfenblasen( wöchentlich). st à 1 Kg. 1,10-1,30, S 20-1,30, Mettwurst 1,0 0-1,10, fetter Speck 0,7 80( ff. Hausschlacht) Blu sskopf0,60 vers.g. Nach v. 5 kg ab A. E. H. Becke nsten, Bad Rastenberg, Th Chen Sie Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Freitag, den 5. Februar 1904. Gießener 13. Jahrgang. Insertionspreis: Die einspaltige Betitzelle für ganz Obes hefsen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. sonft 15 Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen, Seltersweg 88 Fernsprechenschluß Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wezlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Die Herero auf der flucht! Sozusagen über Nacht ist ein völliger Umschwung der Lage in Deutsch- Südwestafrika eingetreten: Aus den schwarzen Bedrängern der deutschen Niederlassungen sind hasenfüßige Flüchtlinge geworden. In wilder Hast sind die Herero vor der deutschen Hilfsexpedition auf und davon gegangen, noch ehe ein Mann der Erpedition den Fuß auf Afrikas Boden gefeßt, ja noch ehe überhaupt ein deutsches Truppentransportschiff die Flagge vor Swakopmund ge= zeigt. Allein das bloße Gerücht von der bevorstehenden Ankunft deutscher Hilfsmannschaften aus der Heimat hat die Schwarzen in Angst und Schrecken versetzt und zu eiligstem Rückzuge gezwungen. Die Gefährdung der deutschen Stationen in der Kolonie hat ihr Ende gefunden; Angriffe der Herero sind nicht mehr zu befürchten. ngsfähige Firma in Jagdeffecten, Jagd n, Jagdstoffen ete en Sie gratis u. frank illustr. Hauptkat, vo Blankenburg uno Grellmann, gam Harz- Altstadt. rForst- u. Jagdeffecten Grlindung 1840 JS. Akkodionette vollständiger Ersatz fü ein teures Harmonium 3 Oktaven einstimmi Mk. 50.-. Prachtkatalo über sämtliche Musik strumente gratis. Job Jos. Hüller, Mu nufaktur Graalitz in Bohm Ersatz, 10 Pfd. Blech Emaille- Eimer 3,601 me. Verkäufer gesuc Harz I, Fr. Konthe eptbuch elbubereitung von Rum, Litören, Mund etc. Ersparnis bis zum endung loftenlos. Hans Berlin, Tauensionate.20.1. de Anerkennungen. 7, Solymastiftr. 4. Pn hielten ich denke n schönen ficht, in welchem sich lächerlicher Hochmut, gepaart mit brutaler Roheit, ausprägte. jung hon Deutschen bewohnten Sitie Baron von Swan dagegen, ein Deshalb aber ist die deutsche Hilfsexpedition nicht etwa überflüssig: gilt es jetzt auch gottlob nicht mehr, den Deutschen in der Kolonie Hilfe und Rettung zu bringen, so gilt es doch ein nicht minder wichtiges Werk: die strenge Bestrafung der aufrührerischen schwarzen Mordbuben. Sie ist nötig im Interesse der künftigen Sicherheit der Deutschen in der Kolonie, sie ist nötig im Interesse des Ansehens Deutschlands bei den Niggern und beim Auslande. Der schnelle Zusammenbruch des Aufstandes, der vor allem auf die Energie unserer südafrikanischen Truppenführer zurückzuführen ist, kann unserem Prestige nur dienlich sein, die Bestrafung der Herero wird es noch erhöhen. Die neuesten Erfolge. Marsches durch die Sandzone, und bevor die Tiere über. haupt afklimatisiert sind, sondern auch während der Aktion selbst, durch die Sterbe. Die Pferde müßten aber möglichst vor Ende April schon in Swakopmund gelandet sein, denn schon in der zweiten Hälfte des April beginnt die Bran dung dort stark und die Landung noch schlechter zu werden. Bekanntlich steht die Regierung im Begriff, für das Erpe ditionskorps argentinische Pferde zu kaufen. Ob diese sick ren werden, erscheint zweifelhaft; der erwähnte Ken ner Südafrikas empfiehlt statt des argentinischen das meri kanische Pferd, während von anderen südafrikanischen Offi zieren, die die Chinawirren mit durchlebt haben, der mon golische Pony, den unsere ostasiatische Brigade reitet, als das beste Pferd auch für Südafrika bezeichnet wird. Hoffentlich erhält unsere Truppe in jedem Fall Pferde, die sich als brauchbar bewähren. Auch die Tamir Einrichtung des Trains wird bei den Schwierigkeiten der Verpflegung eine wichtige Rolle spielen. Die Ochsenwagen, die bisher bei der Schußtruppe als Train benutzt wurden, sind infolge des Viehraubes der Herero knapp geworden. Von sachkundiger Seite wird empfohlen, man solle einen Versuch mit dem von Oberleutnant Troost gerade für unsere südwestafrikanische stolonie fonstruierten Motor machen, der Windtrommelkraftwagen genannt wird, aber weit gelenfiger und behender ist, als sein langer Name vermuten ließe. Ein derartiger Wagen, der die Leistungsfähigkeit von 15 Ochsenwagen repräsentiere, aber dabei bequem mit einer trabenden Kolonne Tempo halten könnte, würde eine so ausgerüstete Truppe natürlich biel unabhängiger machen und, abgesehen von sonstigen Vorzügen, ökonomischer im Betriebe sein, als diese 15 OchsenWahrlich, wir haben allen Grund, auf unsere Afrikaner mit Stolz zu blicken. Der preußische, der deutsche Leutnant hat sich in dieser kritischen Lage auf der Höhe seiner moralischen und militärischen Leistungsfähigkeit gezeigt. War schon der Durchbruch der Kolonne v. Zülow durch Tausende bon Hereros nach Okahandja eine Leistung ersten Ranges, war die Verteidigung dieses Platzes durch 3 ülow und die Verteidigung Windhuks durch Oberleutnant Techow ein erhebender Beweis deutscher soldatischer Tatkraft, so ist es nicht minder das Vorgehen des Leutnants Franke, der mit einer ganzen Feldkompagnie fage und schreibe 80 Mann und zwei Geschützen nicht nur die Tausende von Herero, die Win dhut belagerten, sondern auch die nicht minder zahlreichen und gut bewaffneten Schwarzen vor Okahandja zu Paaren trieb und beide Stationen entsetzte. Und das mit einer strategischen Umsicht, die ihm jeden Verlust an Mannschaften ersparte! Mit dem Entsaz Okahandjas, der nach der Befreiung Windhuks am Geburtstage des Kaisers erfolgte, hat der Leutnant Franke mit seinen 80 Mann dem Kaiser und dem deutschen Volke ein Geburtstagsgeschenk gemacht, für das die Nation ihm dankbare Anerkennung schuldet. Die Schlacht am Kaiser Wilhelmsberg. wagen. Außer den in der letzten Meldung aus Swakopmund gemachten Angaben über die Zahl der ermordeten Weißen Weise, daß den Offizieren ein neues, innerhalb 10 bis 15 Jahren zu tilgendes Darlehen zu billigem Prozentsaz gegeben wird. Jeder Offizier, der nach nüchterner Berechnung seine Schulden innerhalb 10 bis 15 Jahren zu tilgen imstande ist, hat das Recht auf eine Konvertierung derselben im Wege der neuen Bank. Auf diese Weise werden viele Offizierseristenzen gerettet werden. Im gemeinsamen österreichisch- ungarischen Kriegsministerium arbeitet man jetzt an den Plänen, wie die Tilgungsquoten von den monatlichen Gagen abgezogen werden sollen. Die neue Bank wird sich ausschließlich mit der Konvertierung der Offiziersschulden und mit der Verzinsung der Kapitalien der Offiziere befassen. Man wird abwarten müssen, wie sich diese neue Kreditbank in der Prayis bewähren wird. ist einstweilen über diese Frage nichts weiter bekannt geworden. Außer den 44 Ansiedlern, Frauen und Kindern, deren Ermordung und Verstümmelung sicher ist, werden bisher 50 andere Weiße vermißt. Die Meldung nimmt ihren Tod an, und diese Vermutung dürfte in der Tat zutreffen. Mit den 26 im Kampfe gefallenen Angehörigen der Schutztruppe hätten wir bis jetzt also einen Verlust von 120 Landsleuten zu beklagen. Der Sachschaden, der in der Kolonie angerichtet ist, beziffert sich auf Hunderttausende: Sämtliche Farmen und Bahnhöfe in den Distrikten Windhuk, Okahandja, teilweise auch Karibib, haben die Herero verwüstet, ebenso die Kaserne der Gebirgsbatterie in Johann Albrechtshöhe. Eine rühmliche Waffentat war auch die am 28. Januar, am Tage nach der Befreiung Okahandjas von Franke im Verein mit der Besagung Okahandjas unternommene und glücklich zu Ende geführte Er stürmung des Hauptlagers der Herero am Kaiser Wilhelmsberg bei Okahandja. In einem sechsstündigen Gefecht gegen einen wohlverschanzten und gut bewaffneten, an Zahl vielleicht zehnfach überlegenen Feind nur vier Verwundete zu haben und das feindliche Lager mit stürmender Hand nehmen, das ist eine militärische Musterund Meisterleistung, vor der alle Welt den Hut ziehen muß. Die Bedeutung dieser Waffentaten beschränkt sich obenein nicht auf den augenblicklichen Erfolg, den sie hatten: Ihre Folge war auch, daß die gesamten Hererohorden sich mit ihrem eigenen und dem erbeuteten Vich in die OtjijangatiBerge geflüchtet haben. Nach diesen Erfolgen, denen sich noch der inzwischen erfolgte Entsak von Omaruru anschließt, bleibt der Hilfs= expedition aus der Heimat, wie gesagt, nur noch die Aufgabe, einen kräftigen Denkzettel an die Herero Alien. Noch kriegerischer als gestern lauten heute die Nachrichten aus Ostasien. In Japan herrscht auch unter den bisher zum Frieden neigenden Ministern höchste Erbifterung wegen der Saumseligkeit Rußlands in der Beantwor= tung der japanischen Note. Ein geheimer Staatsrat wurde in der Nacht zum Donnerstag abgehalten, er dauerte sieben Stunden. Der japanische Ministerpräsident und der Minister des Auswärtigen wurden während der Sigung mehrmals zum Mikado entboten. Man nimmt an, daß die Beschlüsse, die hier gefaßt wurden, den Krieg bedeuten. Auch in Petersburg scheint die kriegerische Stimmung plößlich die Oberband gewonnen zu haben. Die russischen Zeitungen bringen Mobilisierungsberichte aus dem Osten, und auf dem Hofball am 1. Februar hat der Zar einem Diplomaten, der seine Befriedigung über die friedliche Haltung Rußlands aussprach, erwidert: a, aber alles hat seine Grenzen." Im Munde des friedeseligen 3aren hat dieses Wort besondere Bedeutung. Während diese Zeilen dem Leser zu Gesicht kommen, ist der Gouverneur Leutwein bereits wieder in Swakopmund, wo der erste Schußtruppenersagtransport unter Leutnant Winkler, 230 Mann stark, bereits vorgestern_angekommen ist. Oberst Leutwein, der seine nach dem Süden gegen die Bondelzwarts geführte Streitmacht dort gelassen hat und nur von einigen Offizieren seines Stabes begleitet ist, wird aller Voraussicht nach die Leitung der Hilfsexpedition und des Straffeldzuges gegen die Herero übernehmen. Die Namen der ihm beigegebenen erfahrenen Offiziere, Oberst Dürr und Oberstleutnant v. E storff, bürgen dafür, daß diese an Schwierigkeiten überreiche Kampagne mit Umsicht und Geschick zu gutem Ende geführt werden wird. zu erteilen. Diese Aufgabe ist freilich keineswegs leicht, und sie wird an die Leistungsfähigkeit unserer Truppen bedeutende Anforderungen stellen. Um den flüchtenden Herero zu folgen und ihnen das Vieh abzujagen, was ihre Bezwingung erst besiegeln würde, haben die Truppen beträchtliche Schwierigkeiten zu überwinden. Zunächst bedarf die Expedition, um den Herero zu folgen und ihnen die Flucht über die Grenze des Schutzgebietes zu verlegen, gutes Pferdematerial. Nach der Ansicht eines alten Afri faners, der lange Jahre in Südwestafrika Offiziersdienste tat, bedarf es zur Abfangung der Herero nur etwa einer Truppe von 1000 Mann mit den nötigen Geſchüßen. Aber man braucht Pferde und Zugtiere für Geschüße u. s. w., und nicht nur für diese 1000 Mann, sondern auch für die sich nicht unmittelbar an der Verfolgung beteiligende übrige Truppe, die doch auch jederzeit marschbereit bleiben muß Es müßten daher nicht 1000, sondern sofort 3000 Pferde und Zugtiere beschafft werden. Denn das Expeditionskorps wird mit großen Verlusten zu rechnen haben, nicht nur während der Seetransporte, bei der Landung, während des Die Politik. Aus den Parlamenten. * Die Budgetfommission des Reichstags hat in Sachen der Erhöhung der Oberstleutnantsgehälter auf einen Antrag des Abg. Spahn( 3entr.) beschlossen, unter Ablehnung der im Militäretat geforderten Gehaltserhöhungen, der Erhöhung des Servis und der Erhöhung des Wohnungsgeldzuschusses für patentierte Oberstleutnants dem Reichstag folgenden Antrag zu unterbreiten:„ tentierte Oberstleutnants der Infanterie und des In= genieur- und Pionierkorps erhalten eine pensionsfähige Zulage von 1150 Mark." Die Regierungsforderung verlangte die Bewilligung von Gehalts-, Servis- und Wohnungsgeldzuschußerhöhungen für sämtliche Oberst" Mehrere interessante Aeußerungen des Kaisers werden neuerdings bekannt, die sich mit dem Leben und Treiben der Offiziere beschäftigen. Ueber den Luxus im Heere sol der Kaiser gesagt haben:„ Ich wünsche, daß der Lurus im Heere eingeschränkt wird. Der Preuße muß sparsam leben. Der Preuße hat das Beste ge= leistet, wenn er hungerte." Ueber die schriftstellerische Tätigkeit der Offiziere, gegen die sich bekanntlich eine jüngst erlassene Kabinettsorder richtet, soll der Kaiser gesagt haben:„ Ich wünsche nicht, daß meine Offiziere mit Tinte und Federspielen. Bei inaftiven Offizieren ist es vielleicht begreiflich, daß sie als ältere Herren ihrem jungen Kriegsherrn ratgebend zur Seite stehen wollen. Ich wünsche dies aber nicht. Ich will mir meine Ratgeber selbst aussuchen." Beide Aeußerungen sind, wenn sie nicht wahr sind, mindestens gut erfunden. Oefterreich- Ungar... leutnants. An dem Fest mahl, das Graf Ballestrem zur Eröffnung des neuen Hauses für den Reichstagspräsidenten gab, nahm auch der Kaiser teil. Politische Themata wurden in der Unterhaltung nicht berührt. Der Kaiser sprach bei Tisch und nachher mit den anwesenden Reichsbeamten, insbeson= dere mit dem Reichskanzler und dem Grafen Posadowsky, über Verwaltungssachen, für die er sich interessiert, mit den Abgeordneten über persönliche und lokale Angelegenheiten, beispielsweise mit dem Abg. Schmidt- Elberfeld über Elberfelder Verhältnisse, die dortige Schwebebahn u. s. w. Um den finanziellen Schwierigkeiten, die sich aus der militärischen Laufbahn für weniger bemittelte Offiziere ergeben, zu begegnen, beabsichtigen militärische Kreise in der Donaumonarchie eine große Kreditbank für Offiziere zu gründen, deren Hauptaktionär der Kaiser selbst sein soll. Die habsburgischen Familienfonds zeichneten einen namhaften Betrag; es heißt, daß bereits ein Aktienkapital von zehn Millionen Kronen aufgebracht sein soll. Vor der Deffentlichkeit figuriert Generalmajor Fürst Wrede als Gründer der Bank. Nach dem Prospekte wird die Bank die Offizier sich u Lid en konvertieren, und zwar in der Deutfcher Reichstag. ( 24. Sizung.) CB. Berlin, 4. Februar. Das Haus war bei dem gestrigen Festmahl zum Einzuge des Präsidenten Grafen Ballestrem in das neue Präsidialgebäude jedenfalls ungleich stärker vertreten- trotz des Diätenmangels, als in der heutigen Sigung, in welcher die erste Beratung des Gesetzentwurfs betreffend Entschädigung für unschuldig erlittene Untersuchungshaft fortgesetzt wurde. Als erster Redner erklärt Abg. Frohme, daß er mit seinen sozialdemokratischen Freunden alle Beschränkungen der staatlichen Entschädigungspflicht ablehne, und zog dann scharf gegen die Staatsanwälte los, deren Anklagemonopol geradezu gemeingefährlich sei. Staatssekretär Nieberding wies diese Angriffe zurück. Können Sie, sagte er, dem Reichskanzler Anzeige machen von Fällen gewissenlosen, rechtswidrigen, übermütigen Vorgehens von Staatsanwälten, so bin ich überzeugt und bürge dafür, daß der Reichskanzler für Abhilfe forgen wird. Ueber Einzelheiten der Vorlage werde sich reden lassen. Daß aber Leute, welche nach der Herzensmeinung des Volkes trotz ihrer Freisprache noch verdächtig bleiben, die Tat begangen zu haben, eine Entschädigung erhalten, das werden die verbündeten Regierungen niemals zugeben. Abg. Stadthagen( Soz.) tritt dem Urteil seines Fraktionsgenossen Frohme über die Staatsanwälte durchaus bei. Was heiße das im§ 2: Verstoß gegen die guten Sitten"! Im Kwilecki- Prozeß würden die Richter sicherlich auch einen solchen Verstoß gegen die guten Sitten angenom men haben, denn die Angeklagte habe sich ja unterstanden, noch in relativ so hohem Alter Mutter zu werden.( Heiterfeit.) Es sei Praris, politisch mißliebige Leute so lange ale möglich in Untersuchungshaft zu halten. Und in was für welcher! Stadthagen verlangt schließlich, daß die Entschädigung den schuldigen Beamten zur Last falle. Der sozialdemokratische Abgeordnete, der in gewohnter Schärfe sprach, provozierte eine Anzahl von Erwiderungen aus den Reihen der Nationalliberalen und des Zentrums; besonders Abg. Gröber antwortete mit echt süddeutschem Temperament, so daß sich selbst Stadthagen gegen seine Kraftausdrü wehrte. Das hinderte ihn freilich nicht, seinerseits in echter Berliner Mundart zu schließen:" Sie machen sich lächerlich mit Ihren moralischen Fakkereien." Nach kurzer Rede des Abg. Müller- Meiningen wurde der Gesetzentwurf an die Justizkommission verwiesen. Preussischer Landtag. Haus der Abgeordneten. ( 10. Sigung.) RK Berlin, 4. Februar. Die Fortsetzung der zweiten Beratung des Etats der Landwirtschaftlichen Verwaltung führte auch heute wieder zu interessanten Debatten über die Lage der Landwirtschaft. § Lillian Nordica geschieden. Die berühmte Primadonna Lillian Nordica erhielt vom Gericht die Scheidung von ihrem Gatten, dem ungarischen Tenor Döne, bewilligt. Der Gerichtsbeschluß teilt lediglich mit, daß Döne sich eines Be tragens schuldig gemacht habe, das für einen Gatten unpassend sei. Die Gerichtsverhandlungen wurden geheim geführt. Nab und Fern. A Die deutsche Hilfsaktion in Aalesund hat gestern ihr Ende erreicht. Der Hamburger Dampfer Phönicia" und das Bremer Schiff„ Weimar" fuhren unter großen Ovationen der Behörden und der Bevölkerung in die Heimat ab. Abends vorher hatte ein gemeinsames Abschiedsmahl der Leiter der Hilfsexpedition und der städtischen Komitees stattgefunden, bei dem Bürgermeister Rönneberg und Stadt. verordneter Friesack dem Dank der Bevölkerung bewegten Ausdruck gaben. Aalesunds Bürger haben begonnen, in tatkräftiger, emsiger Arbeit auf den Ruinen vorläufige Heimstätten zu errichten und den Bedürftigen durch Errichtung von Speisehäusern und Baracken unter die Arme zu greifen. Der erste Redner, Abg. Glazel( nat.), erkannte die schwierige Lage der Landwirtschaft an, warnte aber davor, um diese zu begünstigen, die Handelsverträge vorzeitig zu fündigen. Dann folgte der Abg. Dr. Hirsch( freis. Vp.) mit einer ausgedehnten Programmrede, deren Grundsay darin gipfelte, daß eine Not der Landwirtschaft nicht vorhanden sei, im Gegenteil die Zeiten für die Landwirte immer besser würden. Auch er warnt vor voreiliger Kündigung der Handelsverträge und verlangt gebührende Rücksicht auf die Interessen der Industrie. Wo die Landwirtschaft sich ja in einer Krise befände, müsse diese nicht durch Zölle, sondern durch Genossenschaften und Bildungsmittel bekämpft werden. Deshalb tritt er speziell für die ländlichen Fortbildungsschulen ein. Weitere Forderungen seien im Interesse des Sozialen Friedens die Beseitigung des Gesinderechts und die Koalitionsfreiheit der ländlichen Arbeiter, die man sonst in die Arme der Sozialdemokratie treibe. Abg. G amp( frks.) wirft dem Vorredner vor, eine Agitationsrede gehalten zu haben, und behauptet, daß jener von den wirklichen Verhältnissen auf dem Lande teine blasse Ahnung befäße. Er richtet dann verschiedene Wünsche an den Minister v. Po d- bielski, die dieser eingehend prüft, nachdem auch er erklärt hat, daß die Arbeit des Landwirts sich schlecht lohne. Gegen eine Aufhebung der Grenzsperre für ausländisches Vieb ist der Miniſter aus sanitären Rücksichten entschieden. Nur den strengen Maßnahmen ist es zu danken, wenn die Maul- und Klauenseuche erloschen ist. Die Wünsche in Bezug auf Regelung der Preisnotierung für Schlachtvieh verweist er auf eine Revision der Reichsgewerbeordnung. Er befennt sich als einen Freund der ländlichen Fortbildungsschulen. Zum Schluß weist er die Beschwerden über schlechte Entlohnung der Forst- und Landarbeiter als unbegründet zurück. Der freisinnige Abg. Bröm el nimmt die Arbeiterfrage zum Anlaß, an seine eigenen Parteigenossen, die mit der Sozialdemokratie liebäugeln, vor allem an Pfarrer Naumann, eine scharfe Absage zu richten. Der Schluß der Debatte bringt einen Antrag des Abg. Herold( 3entr.) auf Vorlegung eines Gesezentwurfes, wonach die Besizer der einen gemeinschaftlichen Jagdbezirk bildenden Grundstücke in allen Jagdangelegenheiten, insbesondere bezüglich der Jagdberpachtung, durch einen Jagdvorstand vertreten werden sollen, der von den Grundbesißern des Jagdbezirks nach Verhältnis der in ihrem Besize befindlichen Grundfläche gewählt wird. Der Landwirtschaftsminister erklärt sich mit diesem Antrag einverstanden. Hierauf tritt Vertagung auf morgen ein. Hus dem Gerichtsfaal. Eine neue Mesalliance im Hause Habsburg soll nach Wiener Meldungen in nächster Zeit zu erwarten sein. Ein Prinz aus einer Nebenlinie des faiserlichen Hauses soll fest entschlossen sein, die Tochter eines Wiener Restaurateurs zu heiraten. Vielleicht gelingt es im letzten Augenblick den Vorstellungen der Verwandten aber doch noch, den Prinzen zur Aufgabe seines Heiratsprojekts zu veranlassen. Hat sich doch erst kürzlich Erzherzog Ferdinand Karl trot anfänglichen Sträubens überreden lassen, auf seine beabsichtigte Heirat mit der Prager Professorstochter Berta Czuber zu verzichten. § Wirtschafterin und Geliebte. Ein Nachspiel zu dem vor dem Schwurgericht verhandelten Mordprozeß Gleditsch be schäftigte das Berliner Schöffengericht. Die Wirtschafterin Marie Gleditsch ist, wie erinnerlich, wegen Anschlags aus den Major a. D. Neisch, dem dieser zum Opfer fiel, zu fünf Jahren sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden. Die G., die bei dem Major Wirtschafterin gewesen war, hatte die feste Hoffnung, daß R. sie heiraten würde. Sie sah sich jedoch in dieser Hoffnung getäuscht. Die Angeklagte hielt ein Fräulein Herrhut für die Zerstörerin ihres Glückes, lauerte ihr auf und brachte ihr vier Messerstiche bei. Der Gerichtshof billigte ihr mildernde Umstände zu und derurteilte sie zu einer Zusagstrafe von sechs Wochen Gefängnis. Der Wildhirt. Eine obechessische Dorfgeschichte von J. Becker. ( Fortsetzung.) ( Nachdruck verboten.) " Ueberschwemmungen in England. Infolge von schweren Unwettern und Stürmen ist eine ganze Anzahl englischer Flüsse über ihre Ufer getreten und haben das Land weithin überschwemmt. Die tiefliegenden Stadteile von Portsmouth sind überflutet. Der Straßenbahnverkehr stockt. Die Keller der Häuser sind unter Wasser gesetzt. In Plymouth haben schwere Seen die Dächer der am Strande liegenden kleinen Landhäuser fortgefegt. Der Deich ist untergraben, während im Wellenbrecher eine 200 Fuß breite Lücke klafft. In Hastings wurden aus dem Wellenbrecher gewaltige Zementblöcke herausgerissen und wie Spreu auf dem Strande zerstreut. In London ist die Themse zu ungewöhnlicher Höhe ingeschwollen. Die anstoßenden Wohnhäuser und Geschäftsräume sind überflutet. In der Umgebung sind Tausende oon Morgen Land überschwemmt und gleichen einem großen See. Die Themse hat ihren höchsten Stand seit dem Nopember 1901 erreicht. Auch in Kent ist das Land meilenweit unter Wasser gesetzt. Ein gefährlicher„ Wunderdoktor" wurde von der Mainzer Polizei festgenommen. Es ist ein„ auf Wanderschaft" befindlicher Berliner Artist Paul Strauß, der sich ,, Wunderdoktor Müller" nannte und in Mainz zahlreiche Kranke beſuchte, vorzugsweise alleinstehende Frauen, Witwen und Mädchen. Bei den von ihm mit diesen angestellten„ ärztlichen Untersuchungen" benahm er sich in der schamlosesten Weise. Wer hätt das hinter dem Hangcurt gesucht ,,, meinte einer. ,, Ach, den hat der Tiophel, der Nichtsnuz, verführt," sagte ein anderer. Vermifchtes. [ Eine Briefmarkensammlung im Werte von zwei Millionen Mark] wurde im Londoner Britischen Museum von 60 Mitgliedern der philatelistischen Gesellschaft besichtigt. Die Sammlung ist von dem früheren Parlamentsmitglied Dr. Thomas Kay Tapling der Nation geschenkt worden. Die Sammlung enthält beispielsweise u. a. 3 Exemplare der so seltenen Mauritiusmarke, von der neulich eine einzige für den Preis von 29 000 Mart in einer Auktion verkauft wurde. [ Durchsichtige Regenschirme.] Das neueste auf dem Gebiete der Londoner Mode ist der durchsichtige Regenschirm. Der schwarze Schirm soll verschwinden; man hat bereits den Versuch gemacht, in den Londoner Parks rote Regenschirme mit gelben Streifen einzuführen. Aber auch diese farbigen Schirme haben noch dieselben Nachteile, wie die schwarzen, sie sind undurchsichtig, und man kann bei nassem Wetter ebensogut jemand mit seinem farbigen Regenschirm anrennen, wie mit einem schwarzen. Ein genialer Erfinder ist nun auf den Gedanken durchsichtiger Regenschirme verfallen. Man wird so freilich nicht länger die Entschuldigung haben, jemand, den man nicht sehen will, nicht zu sehen, indem man den Schirm etwas niedriger trägt. Die Substanz, aus der diese durchsichtigen Schirme gemacht werden, ist ein Geheimnis des Erfinders. Die Schirme sehen wie Glas aus, sind jedoch nicht ganz so durchsichtig. Sie ähneln in der Farbe dem Elfenbein, und die Stäbe des Gestells scheinen aus Aluminium oder Silber zu sein. + Der Kampf um das Sergeantenkind. Ein Sergeant eines in Berlin garnisonierenden Regiments heiratete vor zwei Jahren ein junges Mädchen aus Merscheid bei Ohligs ( Rheinprovinz). Die Ehe war aber eine äußerst unglückliche, so daß die junge Frau sich von ihrem Manne trennte und mit ihrem Kinde zu den Eltern zurückkehrte. In dem darauf folgenden Ehescheidungsprozesse wurde nun das Kind dem Vater zugesprochen. Die Mutter wollte es aber gutwillig nicht herausgeben, so daß der Vater die Hilfe eines Gerichtsvollziehers in Ohligs in Anspruch nahm und zugleich eine Frau nach dort sandte, um das Kind für ihn in Empfang zu nehmen. Die Mutter begab sich auch mit dem Kinde zu dem Gerichtsvollzieher, wo es der Abgesandten des Sergeanten ausgehändigt wurde. Auf dem Wege zum Bahnhofe wurde jedoch der Berlinerin das Kind wieder entrissen und Mutter und Kind sind seitdem verschwunden. Für die Teilnehmer an dem Kindesraube, einem Einwohner und zwei Einwohnerinnen von Ohlings, dürfte die Affaire noch ein Nachspiel vor Gericht haben. „ Wenn's sein Vater wüßt, wüßt ich'm' n Fehler," " Ja, der is nit g'fror'n um'n G'hannstag." ' s hat sich mancher mit dem Wildern ins Unglück gestürzt.' s is wie' ne Krankheit; wense mal befällt, der kommt nit so leicht d'rvon. Um' n Hangcurt täts mir leid, wenn er nit d'rbon läßt." " Ich glaube, der Nau's Lange hat's doch nach und nach aufgegeben. Im Verdacht war er doch hart, daß er wildern gange is." Eisenbahnkatastrophe. Wie aus Halifax gemeldet wird, erlitt ungefähr 40 Meilen von dort ein nach Boston und Montreal bestimmter interkolonialer Eisenbahnzug einen Unfall, bei dem zwei Personen getötet und 20 Personen verletzt wurden, darunter einige lebensgefährlich. * ber Ed Silbern ΔΙ Kammer einer nod G Antrag d Bleideiti Rammer erfuchen, willigung fpurigen an die n doch jeh einen fümmer Eisenba beteiligte bon bem wollen. für das Lefungen * 99 ift gefter Märtig Unterbre ausreiche Schuh abzuhalte die Groß wird geg bahn zu befindlich [ Das passende Maskenkostüm.] Folgende Anekdote wird soeben aus Dublin berichtet, allerdings kann diese Geschichte auch schon früher einmal und an jedem anderen beliebigen Orte passiert sein. Die Dubliner Gesellschaft bereitete sich auf einen großen Kostümball vor, und eine Dame, die junge Gattin eines irischen Peers, überlegte sich lange und mit großer Sorge, welches Kostüm sie eigentlich wählen sollte, um ihre Freunde stolz und ihre Rivalinnen neidisch zu machen. Im Bewußtsein ihrer natürlichen Reize entschloß sie sich am Ende, als Venus zu erscheinen, ein Plan, zu dem ihr Gatte ein wenig zweifelhaft den Kopf schüttelte. In solchen Dingen läßt sich aber eine Frau bekanntlich keine Vorschriften machen, und wenn es selbst ein echter und rechter irischer Peer ist. Sie schrieb daher an einen bekannten Kostümier, zu dessen Findigkeit sie alles Zutrauen hatte, er möge ihr baldmöglichst ein Kostüm für die Rolle der Venus schicken. Zu ihrem Erstaunen traf die Sendung mit wendender Post ein, aber die Lady Venus konnte zu ihrem Bedauern das Kostüm nicht benußen. Der wißige Fre hatte nämlich - eine leere Kiste geschickt. es nicht zu, daß er die Nächte wegbletben konnte, um mit dem Tiophel dem Wild nachzustellen. Er hatte den Wildhirten seit mehreren Wochen nicht gesehen und darum war auch das, was er getan, bei denen, die es wußten oder nur vermuteten, fast vergessen. Auch das Eischen war wieder freundlich zu ihm und setzte sich des Abends, wenn es eine Minute Zeit hatte zu ihm auf die Ofenbank. [ Russisches Sittenbild.] A is Tscherepowez schreibt man einem Petersburger Blatte: Ein langer Zug Bauernfuhren fährt durch die Stadt. Plößlich stockt der Zug; man sieht, daß die Bauern zusammenlaufen, gestikulieren und sich auf den Schnee legen. Die Juhren sind mit Spiritusfässern beladen, und ein Faß ist leck geworden. Nun fließt die köstliche Flüssigkeit in den Schnee, und die Bauern liegen platt auf der Erde und saugen das Naß ein- eine halbe Stunde lang, dann ist alles betrunken, nur die Pferde nicht. Den stockenden Zug erreichen andere Leute; der gefrorene Boden läßt den Spiritus nicht einsickern, er bildet Lachen, Ländlich. und die neu Ankommenden schöpfen daraus. ſittlich. Allein mit dem halben Vergessen des Wilderns vergaß sich auch dessen Gefährlichkeit und dem Hangcurt däuchte, daß er eigentlich doch noch derselbe Mensch sei, als vorher, wo er noch nicht gewildert hatte. Er würde jedoch, schon dem Elschen zu Liebe, niemals wieder in seine frühere Leidenschaft verfallen sein, wenn der Versucher ihm nicht in der Gestalt Tiophels abermals entgegengetreten wäre. Es war wieder eines Sonnabend Abends, als er „ Dem soll ja die Büchse fortkommen sein." aus Wirth's nach Hause ging. Da stand vor dem " Sollt mich wundern, wennse der Tiopheln it Hoftor der Tiophel, der ihn erwartet zu haben schen. g'funden hat" Den hat er im Verdacht, daß er se hätt'." " Haha," lachte einer, eßt weiß ich auch, warum er vor einiger Zeit mal sagt, wenn er ihn mal auf'm Hof erwischt, gingsem nit gut's war hier an diesem Tisch." „ Na, an den Tiophel wagt er sich nit, der is zu berwogen." Die Bauern sprachen noch eine Weile über diesen Unterhaltungsstoff, der ja so sehr interessant war und der sie länger im Wirthaus fesselte, als sie Anfangs beabsichtigt, dazubleiben. Denn es war im Sommer und daher eine Zeit, wo sie viel zu tun hatten. Dies kam auch den guten Vorsägen des Hangcurt zu statten, denn die viele Arbeit in Hof und Feld ließ „ Na, Hangcurt, Du fommst ja nit mehr?" " Ich hab jetzt keine Zeit mehr, das fannste Dir leicht denken." - Das Neueste aus den Witzblättern. Auch eine Auffassung. Einige Fremde fragen einen Münchener nach einem feineren Restaurant.- ,, Was wollen's denn trink'n Bier oder Wein?"- Weder das eine noch das andere. Wir sind Temperenzler und trinken nur Wasser.“„ Ja, was woll'n denn Sie nachher überhaupt in München?" „ Aber den Sonnabend Abend kannste doch immer mal rauskommen, das weiß ich, weil Ihr ja doch den Sonntag nichts zu tun habt. Ich war grad bei meiner Mutter, wo ich mir was holte und wollt auch in Wirth's; da hört ich Dich haußen sprechen und darum mocht' ich nit nein gehn, weil's am End' sonst verdächtig g'west wär. Ich bin darum hier' rumgangen, bis Du tamst." Vernünftiger Vorschlag.„ Sehn's, Herr Baron, jetzt wo die Fremden weg ſan, is eigentli am allerschönsten bei uns."" Haben recht, Kofler, unbegreiflich, warum die Leute nicht alle erst kommen, wenn der Fremdenrummel vorbei ist." Ein Gelehrten Problem.„ Nun, Herr Professor, warum so tiefsinnig?"" Ich zerbreche mir schon den ganzen Morgen den Kopf darüber, ob wohl Pluton für den Unterweltshund Kerberos, der, obgleich es nur ein Hund war, doch drei Köpfe hatte, heute zur dreifachen Hundesteuer herangezogen werden könnte." Nur nobel. Hauslehrer:„ Der junge Herr Baron ist sehr unartig." Neugeadelter Proß:„ Er wird sofort von mir Prügel empfangen. Führen Sie ihn in's Empfangszimmer!" " Das kann nit sein; woher sollt denn das einer wissen?" Na' n Stückchen will ich mit Dir' s Dorf' naufgeh'n", sagte Hangcurt, indem er mit dem anderen die sanft ansteigende Dorfstraße hinaufschritt. Du weiß noch gar nit, daß mir im Verdacht stehn, z'sammen auf dem Anstand g'west zu sein?" „ Aber das Elsche wuß'ts." " Verdammt, welcher Hund wird denn da den Aufpasser g'spielt haben?" " Ich weiß es nit.' s is mir selbst' n Räthsel." " Hm, hm, ich dacht nun gewiß, ich brächt Dich heut Abend mal wieder mit' naus, denn hinten am Fuchsgraben treten Rehe ans." Weißt's g'wiß?" fragte Hangcurt, in dem die alte Lust wieder erwachte. Wie fönnt ich's denn sagen, wenn ich's nit g'sehn hätt!" „ Wenn ich wüßt, daß nichts' rauskommen tät, ging ich wahrhaftig noch mal mit. Aber's Elschewenn's das Elsche erfährt-" „ Du wirst Dich doch nit darum abhalten lassen? um'n Weibsmensch? Das Elsche braucht's nit zu erfahr'n und wenn's doch, dann wird's auch wieder gut, wenn's mal' s Maul läßt hängen." Hangcurt blieb einen Augenblick stehen und besann sich. Dann sagte er, indem er vorwärts schritt: „ Was liegt d'can!' s denkt bald doch kein Mensch mehr d'ran, daß mir im Frühjahr als mal auf'n Anstand gangen sein. Da will ich heut Nacht noch mal mit geh'n." Und Hangcurt ging mit. Auch diesmal hatten beide Glück, denn sie erlegten ein Stück und brachten es glücklich in Sicherheit, ohne von einem Forstlaufer behelligt zu werden. Es war jedoch schon Tag- allerdings tagte es ja auch sehr früh als Hangcurt durch die Gärten ging nach der Hinterseite des Wohnhauses, in das er wieder in gewohnter Weise einstieg. ( Fortsetzung folgt.) einigen * gut zuja der geft fchaft 3 schnell wieder Eine gr fich bald * * mäßig ge mittag in Fuhrmann fcheuten v burgerftro Mittelwe Waffer ein Fuh zertrümm Vereins den 7. „ Neuen schein n wird au feinen, Mitglied bor. - * S * bebere genannte Jahren Amberg im Neu Sonne berftändl Folgen Beweg Reihe g Gesez theoreti Rugelbi eigentlic über. als Mit Mond u diefe Leb borentha treffliche des Sat Entferne detaillirt bildete e Blaneter fall oder Pajein matemat Auffind der nen Bub Ausführ Hebercin wir die umgewa fritt in wird. von zwei Miln Museum von chaft besichtigt. lamentsmitglied schenkt worden. Eremplare der ch eine einzige uftion berfauft eueste auf dem ichtige Regen den; man hat er Parts rote 11. Aber auch Nachteile, wie man fann bei arbigen RegenGin genialer dhtiger RegenTanger die Ent ehen will, nicht niedriger trägt. Schirme gemacht Die Schirme so durchsichtig. und die Stäbe Silber zu sein. ende Anekdote ann diese Gen anderen beBesellschaft bend eine Dame, egte sich lange gentlich wählen linnen neidisch hen Reize entnen, ein Plan, Kopf schüttelte. efanntlich feine hter und rechter inen bekannten rauen hatte, er Colle der Venus mit wendender hrem Bedauern hatte nämlich Dez schreibt man Bauernfuhren ug; man sieht, en und sich auf Spiritusfäffern Nun fließt die Bauern liegen - eine halbe e Pferde nicht. der gefrorene bildet Lachen, . Ländlich, cern. Fremde fragen cant.- Was Weder das er und trinken nachher überhn's, Herr Baentli am aller, unbegreiflich, nder Fremdenin, Herr Proreche mir schon wohl Pluton ich es nur ein ifachen HundeHerr Baron Er wird sofort ihn in's Emdas einer da den AufRäthjel." brächt Dich hinten am dem die alte & nit g'sehn ommen tät, ElscheIten lassen? snit zu er wieder gut, und befann fein Mensch hritt: auf'n Anftand och mal mit smal hatten und brachten Forftlaufer chon Tag ls Hangcurt des WohnSeife einftieg. egung folgt) Lokales. 5. Februar 1904. ** Der Großherzog hat am 23. Januar d. J. der Schiftstellerin Dr Ella Mensch in Darmstadt die Silberne Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. Der Abg. Jouz- Buzbach hat an die zweite Kammer einen Antrag eingereicht betr. die Erbauung einer normalspurigen Eisenbahn von Lich nach Grünberg, welcher lautet:„ Im Anschluß an den Antrag der Abgg. Hirschel und Köhler beantrage ich unter gleichzeitiger Vorlage der generellen Vorarbeiten: Hohe Kammer wolle beschließen, Großherzogliche Regierung zu ersuchen, dem Landtage eine Vorlage zu machen, zur Bewilligung eines Staatszuschußes zur Erbauung einer normal. spurigen Eisenbahn von Lich nach Grünberg im Anschluß Es ist an die nunmehr gebaute Strecke Lich- Butzbach."- doch sehr sonderbar, daß sich der Abg. Jouz plöglich für einen Wahlkreis interessiert, um den er sich sonst nicht fümmert; dazu macht er Vorarbeiten ohne Auftrag des Eisenbahnfomitees Grünberg- Lich, also ohne Zustimmung der beteiligten Gemeinden, die ihre Vorbeiten selber machen und von dem„ geschäftigen" Abgeordneten absolut nichts wissen wollen. Wir kommen auf die Sache noch zurück. - ** Die Immatrikulationen an der Landesuniversität für das Sommersemester beginnen am 18. April, die VorLesungen am 25. April. Reichstagsabgeordneter Heyligen steadt ift gestern Abend wieder nach Berlin gereift, um gegenden härtig Reichstagsverhandlungen möglichst ohne Unterbrechung mit beizuwohen. * Im laufenden Monat werden in Darmstadt bei ausreichender Teilnehmerzahl Me i sterkurse für Schuhmacher und Schneider vom 4.- 27. Februar abzuhalten beabsichtigt. Anmeldungen sind raschestens an die Großh. Zentralstelle für die Gewerbe zu richten. Auf dem Braunsteinbergwerf Fernte" wird gegenwärtig an der Herstellung der elektrischen Tunnelbahn zum Transport des Erzes gearbeitet. Der im Bau befindliche mehrere hundert Meter lange Tunnel ist in einigen Wochen vollendet. ** Brand. Mezelsuppe und Brand harmonieren nicht gut zusammen; was Wunder, wenn da ein kleiner Brand der gestern abend gegen 10 Uhr im Hinterhause der Wirtschaft zum Löwen im Reuenweg in Gießen entstanden war, schnell gelöscht wurde und die Megelsuppen- Gäste bald wieder vereinigte. Die Feuerwehr trat rasch in Aktion. Eine große Menschenmenge die sich eingefunden, zerstreute sich bald wieder. ** Ein Unfall der glücklicherwetse noch verhältnis mäßig gelinde abgelaufen, ereignete sich am Mittwoch nachmittag in der Marburgerstraße in Gießen. Die Pferde eines Fuhrmanns, der eine Fuhre Holz in die Stadt brachte, scheuten vor einem Automobil und gingen durch, die Marburgerstraße hinunter, in den Wieseckerweg und stürzte im Mittelweg nieder. Der Fuhrmann wurde in einen mit Wasser gefüllten Chausseegraben geschleudert, aus dem ihn ein Fuhrmann besinnungslos heraus zog. Der Wagen wurde zertrümmert. (*) Der Maskenball des WohltätigkeitsVereins ,, Contentia" zu Gießen, welcher am Sonntag den 7. Januar in den festlich dekorierten Räumen des „ Neuen Saalbaues" stattfindet, verspricht allem Anschein nach, großartig zu werden. Prinz Karneval wird auch hier Humor und unbegrenzte Heiterkeit bei seinen ,, Untertanen" walten lassen. Es steht somit den Mitgliedern und deren Gäste ein vergnügter Abend bebor. Wir wünschen dem Fest ein gutes Gelingen. * * Raufmännischer Verein und Ortsgewerbeverein Gießen. Zu dem Interessantesten was oben genannte Vereine ihren Mitgliedern bieten, gehören seit Jahren zweifellos die Vorträge des Herrn Prosessor Gustav Amberg aus Berlin. Der Gelehrte sprach gestern Abend im Neuen Saalbau über: Himmelsmechanit, das Sonnensystem, kommete c. in durchaus faßlicher, verständlicher Weise, die auch dem unvorbereiteten Laien ein Folgen leicht ermöglichten. Zuerst tam der Redner auf die Bewegung der Himmelsförper zu sprechen, an einer Reihe gelungener Experimente bewies und erläuterte er das Gesetz der Drehkraft der Zentrifugalfraft und führte dann theoretisch mittels eines sinnreich konstruirten Apparates die Kugelbildung der Planet n vor. Sodann ging er zu dem eigentlichen Thema seines Vortrages, dem Sonnensystem über. Die Alten, so führte er aus, betrachteten die Erde als Mittelpunkt der Planeten, um die sich dann Sonne, Mond und die Fixsterne drehten, bis dann Kopernicus diese Lehre umstieß und der Sonne zu ihrem so lange vorenthaltenen Rechte verhalf. Es folgten dann eine Reihe trefflicher Lichtbilder, Photographien der Sonne, des Mondes, des Saturns, der Kometen und des Mars, deren ungeheure Entfernungen und Größenverhältnisse durch Riesenzahlen detaillirt wurden. Den Schluß des sehr belehrenden Vortrags bildete eine interessante Geschichte über die Entdeckung des Planeten Neptun. Dieser Planet wurde nicht durch Zufall oder infolge eifrigen Suchens gefunden, sondern sein Casein wurde von einem jungen Aſtronomen in Baris rein matematisch, theoretisch auf dem Papier berechnet und seine Auffindung ist deshalb auch ein echter ehrlicher Triumpf der Wissenschaft! Reicher Beifall des zahlreich erschienenen Bublikums dankte dem Vortragenden für seine interessanten Ausführungen. * - * Maskenfest des Turnvereins Gießen. Uebereinstimmend mit unserem fürzlichen Berichte fanden wir die Turnhalle bei unserem heutigen Besuche derartig umgewandelt, daß einem jeden Festbesucher bei seinem Eintritt in dieselbe ein Ah! der Bewunderung entschlüpfen wird. Wir dürfen ja nichts verraten, uns wurde das Ver| sprechen tiefsten Schweigens abgenommen und in der Tat, die Ueberraschung wird, eingedent des Gesamt- Arrangements geradezu eine verblüffende sein. Es wäre deshalb zu begrüßen, wenn der Vorstand geneigt sein würde, eine Fortsegung des Festes zu planen, um den dem Verein fernstehenden und solchen, die durch den voraussichtlich starken Andrang den Besuch am Samstag Abend unterlassen müssen, Gelegenheit zu geben, das bis in's kleinste Detail geschmackvoll und originell ausgestattete Karnevals- Vergnügen ebenfalls bewundern zu können. widmete sich nach Absolvierung seiner Examen 1875 und 1878 dem Staatsdienste, war u. a. von 1880 bis 1885 Amte anwalt am hiesigen Amtsgericht 1, von da bis 1893 Amtsrichter in Groß- Gerau, dann etwa ein Jahr lang Oberamtsrichter in Ortenberg, von 1894 an Mitglied des hiesigen Landgerichts und feit 1900 Direktor an demselben. Als befähigter Jurist, pflichttreuer, gewissenhafter Beamter und tüchtiger Charakter war der Dahingeschiedene allein geschätzt. Viele werden seinem Hinscheiden aufrichtige Teilnahme zollen und ihm ein ehrend.s Andenken bewahren. Er hinterläßt eine Witwe( Tochter des verstorbenen Geh. Rats Dr. Walter), einen erwachsenen Sohn und eine Tochter. Darmstadt. In heutiger Stadtverordnetensißung wurde nach lebhafter Debatte die Enführung der Bedürfnisfrage bei Wirtschafte konzessionen unter großer Mehrheit abgelehnt. † Darmstadt, 4. Febr. Gestern erschoß sich vor dem Friedhof der 41jährige Bureaugehilfe W. Rapp. = Homburg v. d. H., 4. Febr. Gestern wurde die Strecke für das Gordon- Bennett- Rennen von Vertretern der Verwaltungsl ehörden und des deutschen Automobilklubs benahmen beraten. Es sollen an verschiedenen Punkten, bcsonders an Bahnübergängen Ueberbrückungen der Rennstraße vorgenommen werden. ** Von einem eifrige Leser unseres Blattes erhalten wir folgende Zeilen: Ein Mahnwort an die Eltern! Die Zeit der Entlassung der Konfirmanden aus der Schule rückt immer näher und viele Eltern sind noch im Unklaren, was aus den Kindern nach Entlassung werden soll. Für die Mädchen ist wohl bald Rat gefunden, aber anders ist es mit den Knaben. Da wird überlegt und beraten und es dauert lange, bis ein Entschluß gefaßt ist. Meistens aber heißt es, der Junge ist zu einem Handwerk zu schwach, oder er ist so begabt, daß er eine Stelle auf einem Kontor oder Bureau bekleiten kann. Die Knaben sind mit diesen Vorschlägen wohl einverstanden, denn sie gehen lieber mit Stehfahren. Dabei wurden die erforderlichen Sicherheitsmaßfragen und Spazierstock an die Arbeit als im schlichten Arbeitskittel; welcher Gefahr sich die Eltern aber hingeben, müssen sie nach einiger Zeit erfahren; denn wenn auch die erhalten, so ist nach Beendigung der Lehrzeit der Gehalt Knaben nach Eintritt in die Lehre eine kleine Vergütung ein so geringer, daß es kaum möglich ist, auch nur die notwendigsten Lebensbedürfnisse davon zu bestreiten. Wie viele Kaufleute und Schreibgehülfen suchen nach Beendigung ihrer Lehrzeit monatelang vergebens nach Stellung! Außerdem fommt noch in Betracht, daß die Gesundheit durch das fortwährende Zimmerhocken bei der Mehrzahl bedeutend angegriffen wird. Lernt der Junge jedoch ein Handwerk, so verdient er nach Beendigung der Lehrzeit einen schönen Lohn und kann seinen Plaß wechseln wann er will. Gefällt ihm das Gesellenleben nicht mehr, so macht er sich mit einigen ersparten Groschen selbständig und ist dann sein eigener Herr. Darum Ihr Eltern, lasset Eure Jungen ein Handwert lernen! * Kinderschuß und Lehrerschaft. Nachdem das Reichsgesetz über die Kinderarbeit in gewerblichen Be trieben 2c. vom 30. März 1903 am 1. Januar d. I. in Kraft getreten ist und die erforderlichen Ausführungsbestimmungen erlassen worden sind, erscheint es geboten, daß die Lehrerschaft die in hervorragender Weise an der Durchführung des Kinderschutzgesetzes interessiert ist mit den einschlägigen Bestimmungen sich vertraut macht. Ein Teil der Regierungen ordnete daher an, daß die Bestimmungen di ses Gesetzes auf den diesjährigen Lehrerkonferenzen zum Gegenstand eingehender Erörterungen gemacht werden und weist darauf hin, daß unter Schulaufsichtsbehörde" im Sinne des Reichsgesetzes nach den Ausführungsbestimmungen der Kreisschulinspektor" zu verstehen ist. H " )( Vegberg, 5. Febr. Der Gesangverein Frohsinn" feiert am Sonntag im Reichmannschen Saale sein 20jähriges Stiftungsfest. == Großen- Linden, 4. Febr. Per Schub wurde dieser Tage eine Zigeunerbande, nachdem ihre Habseligkeiten seitens der Gießener Gendarmerte einer gründlichen Durchsuchung unterzogen, wieder über die preußische Grenze gebracht. Ein nochmaliger Versuch der Bande bei Lang- Göns über die Grenze zu kommen wurde wiederum von der Gendarmerie verhindert. § Saasen, 5. Febr. Im Saale des Herrn Schepp hält am Sonntag abend der Gesangverein„ Eintracht" ein Konzert mit nachfolgendem Ball ab. Kirchhain, 4. Febr. Vom 1. April d. J. an wird die seit ca. 10 Jahren hier bestandene höhere Privatschule als„ Neftoratschule der Stadt Kirchhain" in städtische Regie übernommen. Die Anstalt wird im Durchschnitt von 40 Schülern besucht, die hier für die Tertia etnes Gymnafiuias oder einer Realschule vorgebildet werden. Heute morgen war bei dem Landwirt F. ein Bett in Brand geraten, wodurch sich mächtige Dampfwolten entwickelten. Durch das rasche Eingreifen fonnte die Gefahr beseitigt werden und brauchte die Feuerwehr nicht in Tätigkeit zu treten. † Frankfurt a. M., 4. Febr. Im Hafen wurde gestern ein neugeborenes Zwillingspaar aus dem Wasser geländet. Vor einem Hause in der Schnurgasse wurde heute Morgen ein in Windeln gewickelter neugeborener Erdenpilger aufgefunden. Das Kerlchen schrie aus vollem Halse. Man benachrichtigte den Armenverein, der die Fürsorge für das Kind übernahm. Von den Müttern fehlt jede Spur. + Mainz, 4. Febr. In der heutigen Stadtverordnetensigung teilte Oberbürgerme st.r Dr. Gaßner mit, daß ihm Staatssekretär Strätte bestimmt die Errichtung eines Hauptpostgebäudes in Mainz zugesagt habe.( Wie wir bestimmt wissen, werden in Berlin Verhandlungen wegen Erwerbung der Offiziershäuser am Münsterplaße für das Gelände der neuen Hauptpost geführt.) † Mainz, 4. Febr. Ein Sergeant des 87. Infanterieregiments erschoß sich heute in der Prinz Karl- Kaserne aus Furcht vor Strafe wegen eines geringfügigen Vergehens. Der Selbstmörder war bei seinen Vorgesezten sehr gut angeschrieben. † Darmstadt, 3. Febr. Zum Tod des Landgerichtsdirektors Dr. Meisel wird geschrieben: Man hatte in den benachbarten Räumen des Justizgebäudes den Schuß nicht gehört, ein zufällig Eintretender fand Herrn Dr. Meisel bereits als Leiche, im Sessel vor dem Arbeitsusch ſizend, während der Revolver zu seinen Füßen lag. Der Tod muß augenblicklich eingetreten sein und zwei rasch herbeigerufene Aerzte fonnten lediglich nur denselben bestätigen. Ein hinterlassener Brief, sowie der ganze Befund ließen sofort an einem Selbstmord feinen Zweifel. Bezüglich der Gründe hierfür steht man vor einem Rätsel und fann bis jetzt rur irgend ein förperliches Leiden oder plößliche Geistes verwurung vermuten. Herr Dr. Meisel war im Jahre 1853 hier als Sohn des späteren Landgerichtsrats Dr. Meisel geboren, Kirchliche Nachrichten für Gießen. Evangelische Gemeinde. Am Sonntag Sexagesima e, den 7. Februar Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 9,30 Uhr: Pfarrer Schwabe. Bormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe. Abends 6 Uhr: Professor Dr. Drews. konfirmierten weiblichen Jugend der Matthäusgemeinde. Montag den 8. Febr. abends 8 Uhr: Vereinigung der Donnerstag, den 11. Februar, abends 8 Uhr, im Konfirmandensaal der Markusgemeinde Bibelstunde. Apostelgesch. Kap. 17. Pfarrer Schwabe. In der Johanneskirche. Vormittags 9,30 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Lukasgemeinde. Pfarrer Euler. Abends 6 Uhr: Siehe Stadtkirche. Sonntag abends 8 Uhr: Versammlung und Bibelbesprechung im Konfirmandensaal der Johanneskirche. Joh. 11, 1-16. Montag, den 8. Februar, abends 8 Uhr, Bibelstunde im Konfirmandensaal der Johanneskirche. Text: Jat. 4, 1. Pfarrer Euler. Batholische Gemeinde. Samstag, den 6. Februar. Nachmittags um 5 Uhr und Abends 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Sonntag, den 7. Februar. Sexagesimae. Vorm. von 6,30 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. " nm 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil Kommunion. um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe. um 9,30 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachm. um 5,30 Uhr: Christenlehre; darauf Andacht. Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschaft. In der Synagoge, Südanlage. Sabathfeier am 6. Februar 1903. Vorabend 5.00 Uhr. Samstag vorm. 8.30 Uhr. Nachmittags 3.30 Uhr. Sabathausgang 6.15 Uhr. Wochengottesdienst: Morg. 7.00 Uhr, Ab. 5.00 Uhr. Wetterbericht. ( Wetterdienst zu Gießen: Peppler.) Verlauf der Witterung vom Mittwoch bis Donnerstag. Fleche Hochs lagern im Norden und Südosten. Eine Rinne niederen Dirckes, in der verschiedene Tiefs eingebettet sind, erstreckt sich von Irland bis Rußland. Infolgedessen wehen meist südliche Winde, welche mildes, trübes Wetter hervorrufen. Stellenweise fällt etwas Regen. Die Luftdruckverteilung scheint sich in den nächsten Tagen nur unbedeutend zu ändern. Marktberichte. Kirchhain, 1. Febr. Zum heutigen Rindviehmarkte waren ca. 450 Stück Großvieh und 100 Kälber aufgetieben. Der Handel war sehr lebhaft. Zum Schweinemarkt waren ca. 500 Stück aufgefahren. Trotzdem auch hier flotter Handel war, blieben die Preise doch ziemlich gedrückt und niedrig. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen. Gartenstraße Nr 2( Bürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 14. Es können eingestellt werden: 1 Schloffer, 1 jüngerer Schmied, 1 Küfer, 1 Megger, 1 Friseur, 1 Schneider, 1 Hausbursche, 1 Buffetfräulein, 2 Köchinnen, 9 Dienstmädchen gegen hohen Lohn für hier und auswärts. Lehrlinge: 1 Schlosser, 1 Spengler, 1 Feinmechaniker, 1 Mechaniker, 1 Kaufmann, 1 Bäcker, 1 Buchbinder, 1 Tapezierer, 1 Schreiner, 1 Weißbinder und Lackierer. Es suchen Arbeit: 1 Schmied, 1 Spengler, 2 Buchbinder, 3 Schreiner, 1 Bäcker, 1 Wäscherin, 2 Lackierer, 3 Hausburschen, 5 Fahrburschen, 5 Lauffrauen, 2 Bureaugehilfen. Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil: Albin Klein für das Lokale, den Gerichts." und" Ceffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermann Giessener Concert- Verein. Sol- Bersteigerung Fünftes Konzert Sonntag, den 7. Februar 1904, abends 5 Uhr. mit einer Hauptprobe vormittags|| Uhr im grossen Saale des Gesellschaftsvereins: Beethoven- Abend Dirigent: Herr Grossh. Universitäts- Musikdirektor G. Trautmann. Solist: Fräulein Mina Rode( Violine) Orchester: Das verstärkte Vereinsorchester( Kapelle des Inf.- Regiments ( Nr. 116, Kaiser Wilhelm II.). 1. Ouverture zu Leonore Nr. 2. 2. Konzert in D- dur für Violine. Eintrittskarten PROGRAMM. 4. Symphonie Nr. 6( Pastorale). 3. a) Romanze, G- dur. b) Romanze, F- dur. sind in der Musikalienhandlung des Herrn Ernst Challier( Rudolphs Nachfolger), für Studierende auch bei Herrn Hausverwalter Stork und abends an der Kasse zu haben Zum Konzert: Sperrsitz Mk. 4.-, Eintrittskarte Mk. 2,50, Studentenkarten 1 Mk. Zur Hauptprobe Eintrittskarte 1 Mk., Schülerkarte 50 Pfg. Oeffnung des Saales 4 Uhr. Turn- Verein Giessen. Samstag, den 6. Februar, abends 8 Uhr 1 Min. Gr. Maskenfest ( Carneval à la Venecia) in sämtlichen, nach orientalischem Geschmack ausgeschmückten Räumen der Turnhalle. Nach der Demaskierung BALL. Eintrittskarten gültig nur für Mitglieder á 50 Pfg. nebst 2 Beifarten. Weitere Beifarten á 30 Pfg. gültig nur für Damen find im Vorverkauf zu haben bei Louis Althoff, Wallthorstraße 16, R. Buchacker, Neuen Bäue 11, Uhrmacher Mary, Seltersweg 34. Jeder Besucher erhält beim Eintritt eine Mark gratis zum Verzehren. Der Vorstand. Für Magenleidende. Men denen, die sich durch Erfältung oder Ueberladung des Magens. durch Genuß mangelhafter, schwer verdaulicher, gut heißer oder zu talter Speisen ober durch unregelmäßige, Lebensweise ein Magenleiden, mie: Magentatarrh, Magenkramps, Magenschmerzen, schwere Verdauung oder Vers schleimung migezogen baben, sei hiermit ein gutes Hausmittel empfohlen, deisen vorzügliche Heilsame Wirkungen schon seit vielen Jahren erprobt find. Es ist dies das Verdauungs- und Blutreinigungsmittel, der Hubert Ulrich'sche Kräuter- Wein. Dieser Kräuter- Wein ist aus vorzüglichen, heilkräftig befundenen Kräutern mit gutem Weine bereitet und stärkt und belebt den ganzen Verdauungsorganismus des Menschen ohne ein Abführmittel zu sein. Kräuterwein beseitigt alle Störungen In den Blutgefässen, reinigt das Blut von allen verdorbenen krankmachenden Stoffen und wirkt fördernd auf eine Neubildung gesunden Blutes. Durch rechtzeitigen Gebrauch des Kräuter- Weins werden Mogenübel meist schon im Reime erstickt. Man sollte also nicht säumen, seine Anwendung allen anderen scharfen, äßenden, Gesundheit zerstörenden Mitteln vorzuziehen. Alle Symptome wie Kopfschmerzen, Bufftoßen, Sodbrennen, Blähungen, Webelkeit mit Erbrechen, die bei chronischen( beralteten) Magen leiden um so heftiger auftreten, werde. oft nach einigen Mal Trinken beseitigt. Stuhloerstopfung wie seklemmung, Solikſchmerzen, und deren unangenehme Folgen, Herzklopfen, Schlaflosigke t, sowie Blutanstauungen in Leber, Wilz und Pfortaderfystem( Hämorrhoidalleiden) werden durch Kräuter- Wein rasch und gelind beseitigt. Kräuter- Wein belebt jedwede Unverdaulichkeit, verleiht dem Verdauungssystem einen Aufschwung und entfernt durch einen leichten Stuhi alle untauglichen Stoffe aus dem Magen und Gedärmen. Hageres, bleiches Aussehen, Blutmangel, Entkräftigung sind meiſt die Folge schlechter Verdauung, mangelhafter Blutbildung und eines frankhaften Zustandes der Leber. Bei gänzlicher Appetitlosigkeit, unter nervöser Baspannung und GemütsverBimmung, sowie häufigen Bopfschmerzen, schlaflosen Kächten, ftechen oft solche Kranke langsam dahin. Kräuter- Wein giebt der geschwächten Lebenskraft einen frischen Impuls. Kräuter- Wein steigert den Appetit, befördert Verdauung und Ernährung, regt den Stoffwechsel fräftig an, beschleunigt und berbessert die Blutbildung, beruhigt die erregten Nerven und schafft dem Kranken neue Bräfte und neues Leben Zahlreiche Anerkennungen und Dankschreiben beweisen dies. BräuterWein ist zu haben in Flaschen à Mt. 1.25 und Mf. 1.75 in den Apotheken von Gießen, Großen- Linden, Wylar. Fro hausen, sraunfels, Buhbach, Brandoberndorf, Gladenbach, Weilburg, GroßenBuseck, Allendorf, Grünberg, Lich, Hungen, Laubach, Bad- auheim, Marburg u. f. w., sowie in allen größeren und kleineren Orten ganz Deutschlands in den Apotheken. Auch versendet die Firma Hubert Ullrich, Leipzig, Weststrasse 82", im Engiosverkauf 3 und mehr Flaschen Kräutermein zu Originalpreisen nach allen Orten Deutschlands portound fistefrei. Mindeftquantum im Engrosversand also drei Flaschen. Vor Nachahmung wird gewarnt. Man verlange ausdrücklich Hubert Ullrich, schen Kräuterweln. Mein Kräuterwein ist fein Geheimmittel; seine Bestandteile sind: Malagamein 450,0, Weinsprit 100,0, Glycerin 100,0, Rotwein 240,0, Ebereschenfaft 150,0 Kirschfaft 320,0, Fenchel, Anis, Helenenwurzel, amerit. Kraftwurzel, Enzianwurzel, Kalmuswurzel aa10,0. Diese Bestandteile mische man Bekanntmachung. i. Gießner Stadtwald. Das Polizeireglement vom 24. Februar 1882, wonach die Garten- und Feldbesizer die ihren Grundbesit Donnerstag, d. 11. Februar an öffentlichen Fahr oder Fußwegen einfriedigenvormittags 92 Uhr beginnend, werden im Gießener den Hecken in jedem Frühjahr bis zum 1. März auf Stadtwald in den Distrikten 1,25 Mtr. Höhe und 0,50 Meter Breite zurückzuschneiden Heingesboden, Hubertusbrunnen haben, wird mit dem Anfügen wiederholt zur öffentund Utersbrunnen versteigert. 71 Rm. Eichen- Scheitholz Buchen= NadelEichen- Knüppel Buchen" 81 " 10 " 69 " 25,5 " 106 34,8 〃 16 " 47 Buchen:" NadelNadelEichen- Stockholz 3800 Wellen Eichen- Reisig 880 1120 lichen Kenntnis gebracht, daß Zuwiderhandlungen auf Grund des Artikels 31 des Feldstrafgesetzes mit Geldstrafe von 1 bis 10 Mark bestraft werden. Gießen, den 3. Februar 1904. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Die hiesigen Geländebesitzer, welche dieses Frühjahr ( Durchforstung) Schafe zur städtischen Heerde beitreiben wollen, haben dieses bis zum 20. d. Mts. auf der Bürgermeisteret zu Buchen- Reisig H Nadel" Die Zusammenkunft ist auf der melden. Straße an der Grünberger Happelswiese. Gießen, am 4. Februar 1904. Gr. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Holzversteigerung in der Fürstlichen Oberförsterei Lich. Es sollen versteigert werden: Montag, den 8. Februar, in den Distrikten Erlesberg und Langeberg: Spätere Anmeldungen finden keine Berücksichtigung Grünberg, am 3. Februar 1904. Großherzogliche Bürgermeisterei Grünberg. Zimmer. Verdingung. Der für die Zeit vom 1. April 1904 bis 31. März 1905 erforderliche Bedarf an Besen für die Kehrmaschine ( etwa 20 Säße) sowie an Piassavabesen( etwa 300 Stück) soll Angebote auf den Satz a) im Distrikt Erlesberg( Zusammenkunft vorm. Montag, den 15. Jebrnar d. J., vorm. 11½ Uhr 91/2 Uhr am Teich): 29 Rm. Kiefern Knüppel, 1060 öffentlich verdungen werden. Kiefern Wellen, 29 Stück Fichten- Stamm- u. Stangen- bezw. das Stück, ſowie Muster sind bis zum obengenannten Zeitpunkt mit entsprechender Aufschrift versehen holz II. l= 1,90 Fſtm. Städtisches Tiefbauamt. b) im Distrift Langeberg( Zusammenkunft vorm. an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 2. Februar 1904. 11 Uhr auf der neuen Chauffee Niederbessingen- Langsdorf beim Eingang in den Wald von Muhlsachsen her): 1 Rm. Eichen Knüppel, 8 Nm. Nadelholz Knüppel, 80 m. Nadelholz Stöcke, 1900 Gichen 2c. Wellen( 1. Durchforstung), 250 Nadelholz Wellen. Dienstag, den 9. Februar in den Distrikten Graudern, Mühlberg 2c.: Buchen: 4 Rm. Scheiter, 101 Rm. Knüppel, 17 Rm. Braubach. Verdingung. Die Räumung von Flutgräben in der Gemarkung Gießen soll Montag, den 15. d. Mts., vorm. 9½ Uhr Stöde, 6870 Wellen; Eichen: 2 Rm. Scheiter, 116 Rm. öffentlich verdungen werden. Die Bedingungen liegen Knüppel, 7340 Wellen; Birken: 26 Rm. Scheiter( Werk- während der Dienſtſtunden bei uns auf Zimmer Nr. 6 holz, rund), 29 Rm. Knüppel, 10 Rm. Stöde, 250 zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst Wellen; 130 Fichten Wellen; 1818 Fichtenstangen aller erhältlich, sind spätestens bis zum obengenannten ZeitSorten 15,25 Fstm.( darunter 900 Stück schönster punkt an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, 3. Februar 1904. Bohnenstangen).- Die Buchen- und Eichen- Wellen sind Städtisches Tiefbauamt. meistens erstklassige Forstwellen. Braubach. = Die Zusammenfunft ist vormittags 9 Uhr auf der Chaussee Lich- Steinbach, wo der Weg einläuft, an Verdingung v. Fuhrleistungen. welchem die Kastanienbäume stehen. Die Chaussee verläßt hier den Walddistrikt Konzebühl. Ortsgruppe Gießen ber Das Fahren der städtischen Gießfässer soll für die Zeit vom 1. April 1904 bis 31. März 1905 öffentlich bergeben werden und ist Termin hierfür auf Montag, den 15. Februar d. J., vorm. 11 Uhr anberaumt. Die Bedingungen liegen während der Heff. Vereinigung f. Volkskunde. Dienſtſtunden bei uns auf Zimmer Nr. 6 zur Einsicht IV. Mitgliederabend Montag, den 8. Februar 1904, abends 8½ Uhr im unteren Saale des Cafè Ebel. Tagesordnung: offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, find spätestens bis zum obengenannten Zeitpunkt an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 3 Wochen. - Gießen, 2. Februar 1904. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. 1. Vortrag von Pfarrer D. Schulte- Beuern:„ Die Verdingung von Fuhrlöhnen. Meicheser Totenfirche, ein altes Bauernheiligtum in Oberhessen. 2. Mitteilungen von Landgerichtsrat Schmecken becher über die Baumkircher oder Blasiusge= sellschaft zu Laubach, ein Rechtsgebilde aus alter Zeit. Gäste sind willkommen. Das Anfahren von Holz 2c. für die städtischen Anstalten, sowie die Leistungen der Tagesfuhren für das Rechnungsjahr 1904/5 sollen Montag, den 15. Februar, vorm. 10½ Uhr öffentlich verdungen werden. Die Bedingungen liegen während der Dienststunden bei uns auf Zimmer Nr. 6 zur Einsicht offen. Angebote zum obengenannten Zeitpunkt an uns einzureichen.- Buschlagsfrist 3 Wochen. ente frie Frankfurter Bratwürstchen in bekannter auf Vordruck, der daselbst erhältlich, ſind ſpätestens bis Hente Richard Buchacker. geräucherte à Paar 25, 30 und 35 Pfg. empfiehlt Friedrich Schreiner, Mekgermeister, Gieken. Ziehung schon 5. März 1904. d.Gross. Geld- Lotterie| d. Bad. Landesv. v. Roten Kreuz Il Lose 10 M. Los nur 1 Mk. Prt.u L.25Pfg. Auszahlbar bar ohne Abzug 3388 Geldgew. 44.000 bar zus. M. Hauptgew. M. 15 000 1 Gewinn Mk. 15 000 1 Gewinn Mk. 5000 2 à 1000=" 2000 " 4 à 500= ,, 2000 30 à 100=" 1 3000 350 Gew. zus. 7000 2800 10000 Lose J.Stürmer erhältlich b.' Gen.- Debit, Strassburg i. E. " f Einige Cigarren- und W Semmler. Ph. Weiler. Selter weg. Hülsenfrüchte von ausgezeichneter Kochart als Linsen Bohnen, weise Erbsen, gesch. Erbsen, ungesch. Erbs. n, grüne holl. ferner: Sauerkraut Salzgurken Essiggurken empfiehlt Robert Stuhl Gießen, Neustadt 23. Schön mö l. Zimmer mit oder ohne Pension zu verm. Gieken, Bismarckitrate 17. Möbliertes Zimmer und eine fleine FamilienNeuentea. 31. Wickelmacher Wohnung zu vermieten gesucht. Gießer, Marburgerir. 35. Zuverl. Kindermädchen Wer Stelle fucht, verl. die gesucht Deutsche Vakanzenpost' Eklingen: Fran Krämer Gießen, Marktstraße 9. Gießen, den 3. Februar 1904. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. Verdingung von Fahrlöhnen. Die Abfuhr von Straßenkehrricht im Rechnungsjahr 1904/05 nach verschiedenen städtischen Wiesen soll Montag, den 15. d. Mts., vormittags 10 Uhr öffentlich verdungen werden. Die Abfuhr umfaßt etwa 1720 cbm, die in 3 Lose geteilt sind. Die Bedingungen liegen während der Dienſtſtunden bei uns auf Zimmer Nr. 6 zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind spätestens bis zum obengenannten Zeitpunkt an uns einzureichen.- Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, 3. Februar 1904. FRITZ CHELL SE A Städtisches Tiefbauamt. Braubach. Vielfach preisgekrönt. Gesetzlich geschützt. Unsere Destillate sind in unserer Brennerei aus gesunden französischen und deutschen Weinen gebrannt. Erste Taunus- Cognac- Brennerei Fritz Scheller Söhne Homburg v. d. H. .. Gegründet 1843. 1/1 Flasche M. 1.80. 2.40, 3., 4., 5., 1/2 Flaschen verhältnissmässig. Preise stehen auf den Etiketten. Niederlagen durch Plakate kenntlich. eine Laune befriedigt zu sehen, kann es nicht treu und ehrrich mit Thr Nr. 28. Freitag Den 5. Februar 1904 05 öffentlich r soll für die tungen. punft an uns bst erhältlich, zur Einsicht vährend der .11 Uhr mit Geld blungen auf t zur öffent zuschneiden 1. März auf nfriedigen Grundbesitz 1882, mos eine Laune befriedigt zu sehen, kann es nicht treu und ehrlich mit Ihnen meinen!" Wieder verließ den Schwerverwundeten, der vom Blutverlust geschwächt war, das Bewußtsein. Christoph Werner stand ratlos da. Dann aber Gile tat not, wenn der Verwundete gerettet werden sollte schnitt er auch seine Jacke in Streifen, knüpfte dieselbe zusammen und umwand damit den Baron, und die Enden des aus den Tuchstreifen gewonnenen Strickes sich um Hals, Brust und Schultern legend und fest zusammenknüpfend, nahm er den Verwun deten behutsam auf den Rücken und trat, den kleinen, fest gebundenen Bären vor sich in der Hand tragend, in grimmiger Kälte ohne Hemd und Jacke, den Rückweg an. Graf Alexandrowitsch und die inzwischen zu ihm gestoBenen Forstbeamten waren sehr betroffen, als sie den Baron so schrecklich zugerichtet sahen, und der Graf rief in seiner rohen Weise: „ Siehst du, Balduin, das hast du davon, wenn du dich einem unerfahrenen Bauerntölpel anvertraust, statt mit mir und diesen erfahrenen Forstleuten auf die Jagd zu gehen. Nun, in deinem Zustande kannst du heute nicht weiter befördert werden. Ich aber muß fort, ich fann es hier unter diesem Bauernvolk nicht länger aushalten. Ich werde dir einen Arzt schicken, und sobald es geht, kommst du mir nach zum Schloß." Bemühe dich nicht," sagte der Baron mit schwacher Stimme, aus der aber dennoch tiefe Entrüstung über den hochmütigen Grafen heraustönte, der ihn treulos im Stich ließ und seinen Lebensretter mit Verachtung behandelte, ,, ich bin bei diesen braven Leuten hier gut aufgehoben, und mein guter Freund und Lebensretter Christoph hat bereits einen reitenden Boten abgeschickt, um einen guten Arzt zu holen. Lebe wohl!" Der Graf entfernte sich in Begleitung der Forstbeamten, die den kleinen Bären mitnahmen, um ihn an seinen Bestimmungsort zu führen. In der Nacht erschien der Arzt, legte einen ordentlichen Verband an und versicherte, daß bei guter Pflege und ungestörter Ruhe keine Lebensgefahr für den Verwundeten vorhanden sei. Petromna und Christoph teilten sich in die Pflege, und nach wenigen Wochen war der Baron wieder hergestellt, wenn auch noch schwach. Eines Tages erschien Graf Alexandrowitsch, um seine Einladung zu wiederholen, zugleich verheißungsvolle Grüße seiner Schwester überbringend, die über das Schoßtierchen nicht wenig erfreut gewesen sei. Sag ihr," entgegnete der Baron trocken, es möge ihr künftig an meiner Stelle Gesellschaft leisten!" „ Wie soll ich das verstehen?" fragte der Graf gereizt. " Laß mich ruhig hier, auf mich braucht ihr nicht weiter zu rechnen!" entgegnete der Baron finster. „ Also, das ist deine Liebe zu meiner Schwester, die-" ..... Die mich in die Bärenhöhle jagte und mein Leben aufs Spiel sette um einer flüchtigen Laune willen!" ergänzte der Baron bitter. Mit wütenden Blicken und ohne Gruß entfernte sich der Graf. Niemand hatte die Unterredung gehört, aber Mienen und Gebärden des Davoneilenden sagten dem klugen Christoph, daß ein endgültiger Bruch zwischen dem Baron und der Familie des Grafen eingetreten war. Schleunigst eilte er ins Haus, um nachzusehen, ob die Aufregung dem Kranken nicht geschadet habe, fand diesen aber recht wohlgemut. ,, Nun," meinte er pfiffig, was wird wohl die Gräfin sagen, wenn Euer Gnaden zurückkehren, frank und schwach und mit knapper Not dem Tode entronnen?" Sei ohne Sorge," lachte der Baron, ich sehe sie nie wieder. Du hast mir mit deiner treuherzigen Offenheit droben im Walde klar gemacht, was mir in meiner Torheit entgangen war. Wer mit meinem Leben so freventlich spielen konnte, meinte es sicher nicht gut mit mir. Aber etwas anderes. Ich kehre jetzt auf meine Güter zurück; willst du mit mir kommen und bei mir bleiben? Du sollit gut belohnt und gut gehalten sein!" Ja, ob ich will? Wenn der Herr Baron mich nehmen wollen, will ich Euer Gnaden mit Freuden bis an mein Lebensende tren dienen." ,, Gut, das ist also abgemacht. In drei Tagen brechen wir auf und treten die Reise nach den Ostseeprovinzen an. Du hast mir nicht nur das Leben gerettet, sondern auch vor Weiberlaunen und vor künftigem Unglück mich bewahrt." EINST UND JETZT Das Fechtbrüder- Alphabet. Die Bewohner der Londoner Vorstädte merken zur Winterszeit in unliebsamer Weise die Anwesenheit von Landstreichern, die im Frühling und Sommer draußen im Lande umherstreifen und auf Kosten der Farmer und Bauern leben. Es gibt in England nach ungefährer Abschätzung etwa 80 000 Landstreicher. Man kann nun behaupten, daß wohl jedes Mitglied dieſer Brüderschaft eine besondere und einzig dastehende Kenntnis von den persönlichen Eigentümlichkeiten der Hausbesitzer der Straßen hat, die es besucht. Die Landstreicher erwerben sich diese erstaunliche Kenntnis durch ein System von Zeichen, die sie an die Türpfosten und Tore der Häuser anfreiden, die sie aufsuchen. Diese Zeichen offenbaren dem Eingeweihten den Charakter des Hausherrn und die Art des Empfanges, die er voraussichtlich denen zuteil werden läßt, die um Almosen bitten. Danach können sich Mitglieder der Vagabundenbrüderschaft auf ihren Wanderungen richten. Es iſt dabei bemerkenswert, daß Landstreicher aller Nationalitäten, Franzcsen, Italiener und Russen, dasselbe Zeichensystem benutzen. Man hat die Behauptung aufgestellt, daß dies durch die Zigeuner kommt, die durch ganz Europa wandern. Der Mitarbeiter eines englischen Blattes traf nun einen Landstreicher, der seinen Weg nach London nach längerem Aufenthalt im Lande durcharbeitete". Es war erstaunlich zu sehen, wieviel Zeit und Kraft er durch die Vorsorglichkeit seiner Vorgänger beim Absuchen der Vorſtadtstraßen ersparte. Statt die Vorgärten zu durchschreiten, um auf gut Glück an die Tür zu klopfen, warf er nur einen Blick auf bestimmte Kleine Kreidezeichen auf den Toren oder Zäunen und wußte sofort, ob es der Mühe wert war, zur Tür zu gehen und um Unterstüßung zu bitten, ebenso, in welcher Art er etwas borerzählen mußte, um Erfolg zu haben. Die Zeichnung einer rohen Sichel veranlaßt den Landstreicher, seine Taschen zu durch= suchen und einige Streichholzschachteln und Stiefelschnüre hervor= zuholen, denn dieses Zeichen bedeutet, daß die Hausbewohner wohl Kleinigkeiten kaufen, aber nicht Geld geben. Wenn der Landstreicher eine rohe Zeichnung einer zweizinkigen Gabel auf einem Wegweiser findet, so geht er in der Richtung weiter, wohin die Gabel zeigt, denn es bedeutet, daß die Leute an jenem Wege gutmütig und mildtätig sind. Die mathematische Figur einer Raute( Rombus) bedeutet, daß das Haus gefährlich ist, d. H., daß die Leute dort imstande sind, Bettler verhaften zu lassen, und ein Dreieck zeigt an, daß das Haus durch das Vorsprechen von allzu vielen Vagabunden schon„ verdorben" ist. Ein Quadrat bedeutet, daß die Menschen wirklich„ nett", also Goldeswert sind. Ein Kreis, der ein Kreuz enthält, macht den Vagabunden nach denklich. Es bedeutet, daß der Inhaber in Fällen wirklicher Bedürftigkeit reichlich gibt, Bettler aber, die für ihre Geschichten nicht Belege haben, ins Gefängnis schickt. Bunte Blätter. Zweiden tiges Kompliment. Als der berühmte englische Tiermaler, Sir Edwin Landseer, sich in Lissabon aufhielt, zog man ihn auch an den Hof, und der König drückte ihm seine Bewunderung mit den Worten aus:„ Sir Edwin, es macht mir eine große Freude, Sie kennen zu lernen; ich bin ein so außerordentlicher Tierfreund." Der treue Schäfer. Markgraf Hans war der Bruder des brandenburgischen Kurfürsten Joachim II. Hektor( 1535-1571). Einst fuhr er als Metzger verkleidet im Lande umher und traf einen Schäfer bei seiner Herde. Er wollte den Knecht erproben und redete ihm zu, ihm einen Hammel zu verkaufen ohne Wissen seines Herrn. Das Geld könne er ja für sich behalten. Der Schäfer sprach:„ Mann, hört, Ihr seid ein Schelm. Ihr seid an den Falschen gekommen.". Markgraf Hans aber fuhr fort zuzureden, und bald kam es zu schlimmen Worten, zu Zank und Streit. Wie der Markgraf aber nach einem Hammel griff, schlug der Knecht so gewaltig mit seiner Hellebarde auf ihn los, daz er sich schleunigst davon machte auf seinem Rosse. Der Schäfer warf ihm noch die Hellebarde nach, welche am Sattelzeug hänge'i blieb. Wegen der bewiesenen Treue wurde der Schäfer reich be= lohnt. Nr. 28. Freitag, den 5. Februar 1904. Oberbessische Familienzeitung. Tägliche Unterhaltungs- Beilage der Gießener Neueste Nachrichten. Pad& Berlag bar Stabener Berlagsbruderet, vorm. Bilh. Reller'sche Bushbruderet( gegs. 17a); wor ( 25. Fortseßung.) Der Zeuge. Roman von Marie Bernhard. Sie hatte lebhaft gesprochen, anfangs nur, um von dem Thema, das sie erregt und geängstigt hatte, fortzukommen, dann aber fortgerissen von ihrer seelischen Empfindung, die so lange ihr selbst ein unbekanntes Reich gewesen war.. Und ich, mein Kleinod, liebe auf der weiten Welt niemand so, wie dich, nicht wahr, du weißt es?" Sie nichte stumm. Gleich blassen Rosen schwamm der Abglanz des verlöschenden Abendrotes auf den Wellen, das Meer dehnte sich hin wie schlummermüde, am Himmel starb die Farbenpracht langsam hin, und auf dem schneeigen Haupt des heiligen Berges brannte kein Purpurfeuer mehr, gleichförmiges Weiß dämmerte gespenstisch herüber. Unten vom Belvedere erscholl Lachen und Sprechen herauf, japanische Stuber in europäischer Tracht, mit hohen Hüten, feinen Stiefeln und Halsbinden, klappten die Sonnenschirme zu, die sie den englischen Damen und sich selbst zum Schutz über den Kopf gehalten hatten, ein paar hübsche, vornehme Japanerinnen hörten fichernd die Komplimente der neu angekommenen Amerikaner an, die aufs angenehmste davon überrascht waren, solch anmutige Vertreterinnen des Ewigweiblichen in Yokohama zu finden, englische und französische Antworten kreuzten sich in rascher Folge. Die Ja= paner ſind äußerſt ſprachbegabt und lieben es, sich hiermit zu zeigen, sie eignen sich alles und jedes rasch und leicht an, und machen durch ihre Fortschritte in der Kultur, durch ihr_höflich- verbindliches Wesen auf fremde den allerbesten Eindruck. Hilda und Hellmut tauschten ihre Bemerkungen darüber aus, wie sie die Treppe hinabstiegen, das Brautpaar erhielt viele Grüße, Norden junior eine Menge Händedrücke, denn er ſtand mit einer ganzen Anzahl von Japa nern auf dem besten Fuß, ohne doch mit einem einzigen vertraut oder befreundet zu sein. Man sah von Belvedere aus dem schönen Paar nach, wie es eng aneinander ge= schmiegt, den Rückweg nach der Stadt antrat. Man tauschte bewundernde Bemerkungen aus und sprach von einem vollfommenen Glück. Aber die Sonne war nun ganz ins Meer gesunken, eine fahle, graue Dämmerung schlich über Land und See, und hinter den beiden stiegen lange, dunkle Schatten auf, die sich an ihre Fersen hefteten. Achtes Kapitel. Der Reverend Mr. James Howard, ein stattlicher Fünfziger mit einen milden intelligenten Gesicht, trat, bereits in seine Amtstracht gekleidet, vor den festlich geschmückten Altar der kleinen englischen Missionskirche, die damals in der Unterstadt von Yokohama stand, um mit eigenen Augen die Vorbereitungen zur heute stattfindenden Trauung zu überwachen, da der Engländer, welcher Küsterdienste bei ihm versah, erkrankt war und er den japanischen Stellvertreter desselben nicht traute. Eine erstaunliche Blumenfülle, dicke Wachskerzen in schweren Silberkandelabern auf dem Altar, zwischen Chor und Kruzifiy die gehörige Anzahl von Stühlen rund herum, ( Nachdrud verboten.) ein dicker persischer Teppich, es war alles in Ordnung, der Reverend war zufrieden. 1 Durch die Abendstille kam ein zitternder Glockenton, der Brautzug hatte sich in Bewegung gesetzt und kam auf die Kirche zu. Es war strenger Befehl erteilt worden, die Kirche nicht vor dem Eintreffen des Zuges zu öffnen, aber vor ihren Pforten warteten bereits viele Vertreter der verschiedensten Nationen, um teils„ ihn", teils„ sie", teils auch alle beide" zu sehen. Als daher die zahlreiche Festversammlung denn alle zur Firma gehörigen, sowie viele Freunde aus Yokohama und Tokio waren geladen worden Kirche betrat, wogte und strömte eine dichtgedrängte Menge hinter dem Brautzuge her, und die englische Kirche erwies sich als viel zu klein, um den Andrang zu fassen. die Als der Reverend Mr. Howard die liebreizende Braut in ihrem langwallenden weißen Brokatkleide, auf Hellmuts Arm gestützt, herankommen sah, als er diesen selbst, blaß und ergriffen, aber schöner und einnehmender denn je, vor sich stehen und die ernsten Augen auf das Kruzifir am Altar richten sah, da wurde ihm die Seele weit, und nicht nur aus seinem Gedächtnis suchte er das hervor, was er für diese Gelegenheit sich ausgedacht hatte, nein, auch sein Herz sprach mit und verlieh seinen Worten Kraft und Wärme. Flüchtig fuhr es ihm durch den Sinn, wie der erzentrische ungarische Magnat, Demetrius Vanescu, das schöne Mädchen, das jetzt als Braut in der Kirche stand, so leidenschaftlich geliebt hatte, daß er um ihretwillen die weite Reise über das Meer bis nach Japan unternommen hatte, und es war dennoch umsonst gewesen! Die Geschichte hatte sich wie ein Lauffeuer in Yokohama herumgesprochen, die Gesellschaft, welche damals während der kurzen Anwesenheit des Ungarn den Tempel zu Ossakusa besucht hatte, war weder tauh noch blind gewesen, und die Schilderung von der Niederlage des Barons und dem Sieg Hellmut Nordens war auch bis zu dem englischen Geistlichen gedrungen. Angesichts einer so reizvollen Schönheit, wie Hilda sie repräsentierte, begriff der Geistliche ganz wohl die kopfloſe Leidenschaft des verwöhnten Lebemannes; nun, man hatte kürzlich von ihm die Kunde bekommen, daß er, in Begleitung seines englischen Freundes, in Bengalen Tiger jage, und diese aufregende Beschäftigung, bei welcher es sich oft genug um Leben oder Tod handelte, war sicher ganz dazu angetan, ihn die schöne Hilda Ermshagen und die Beleidigung, die sie ihm zugefügt hatte, vergessen zu lassen! Jetzt nicht Hilda Ermshagen mehr... Hilda Norden fortan, die gelobt hatte, ihrem Gatten in Liebe und Treue anzugehören, bis daß der Tod sie von einander scheide. Der Geistliche ließ das Paar die Ringe wechseln und sprach den Segen, aber unwillkürlich verzögerte er seine Worte, und seine Augen, die über die beiden andächtig gesenkten Häupter hinweggingen, nahmen einen besorgten Ausdruck an. Der ältere Norden wurde wie von einem inneren Krampf geschüttelt, seine Hände hielten sich an der Rücklehne des Stubles fest, neben dem er stand, und ein kurzes, tränenloses Schluchzen hob seine breite Brust. Der deutsche Arzt ren für das idtischen AnShnen. 0% Uhr ureichen. ätestens bis Angebote Dienststunden ft 3 Wochen. engenannten ordrud, der auf Zimmer Bedingungen umfaßt etwa 10 Uhr Wiesen soll Rechnungsöhnen. gesunden geschützt. annt bne det 1843. ennerei - 5- ssig. ketten. ntlich. Brati 006 Die de und zielber Nach einer topmund if 80 Mann Omarurus entfeßen. der„ Hab Bandungs linie nad fommando unterwegs bann eine m der Flu denen sich hilden ein es ist dahe Sehr bindur wieder h zu faffen, lichere Hoffentli genauere Opfern Gouverne gabe eing abteilung, liche Sachv Huge am 14. gewesen war, täglich mehrmals stundenlang zu in Yokohama, ein naher Freund des Nordenschen Hauses, dammt bliden traf hastig näher, aber schon winkte Frizz Norden ihm ab- diese Augen, die nicht wußten, wer er war, das lag wehrend zu und überwand seine Erschütterung mit Auf- klar zu Tage! die aber unablässig in seinem Gesicht mit bietung aller seiner Kräfte. der stummen Frage forschten: Warum meidest du mich, warum mißtraust du mir, mir, die ich deinen Sohn über alles liebe und ebenso von ihm wiedergeliebt werde? Was ist es, das uns trennt? Was verbirgst du vor mir? Gerade weil Frik Norden ein Mann war, der alles vom Verstande aus maß, war in diesem einen Punkt sein Gefühl um so grausamer und unerbittlicher. Es trieb ihn in der Nacht ſtöhnend von seinem Lager, es vergiftete ihm die Arbeit, es verjagte ihm jede andere Empfindung! Immer wieder der einzige Gedanke: Hellmut, Hellmut! Wenn er es je erführe! Und das marterte ihn so, daß er oft an Selbstmord dachte, immer aber wieder zurüdschraf bei der Idee, was sein Sohn dazu sagen, welches Motiv er einer solchen Tat unterlegen würde, bei seinem Vater, der so oft mit ihm in Gemeinschaft den Selbstmord als eine moralische Feigheit beim Manne verurteilt hatte! Dann war die feierliche Handlung zu Ende. Aber ehe sie die Kirche verließen, trat Hellmut, sein junges Weib on der Hand haltend, zu seinem Vater heran, und alle Umstehenden wichen zurück, so daß keiner von ihnen die geflüsterten Worte hören konnte: Deinen Segen, Vater, deinen Segen für mich und Hilda!" Sie konnten nur sehen, mie der Senior den Sohn ungeſtüm an sich riß, als habe er ihn vor einer Gefahr zu schüßen, und lange wortlos an sich gedrückt hielt, wie er sich dann zu der wandte, die nun seine Tochter geworden war, mit einer Bewegung, als wolle er auch sie in seine Arme schließen; da schlug Hilda ihre Augen zu ihm auf, und Friz Norden ließ die erhobenen Hände sinken, und wich zitternd zurück. Es war keine frohe Hochzeitsfeier, die jetzt folgte, ungeachtet des auserlesenen Diners, der englischen Militärkapelle, die flotte, lustige Weisen spielte, der Ueberfülle von Blumen und des wahrhaft orientalischen Luxus, der das ganze Mahl kennzeichnete. Jeder der Anwesenden, der einigermaßen in die Verhältnisse eingeweiht war, wußte, daß dem Spender dieser fürstlichen Pracht fast das Herz brach bei dem Gedanken an die Trennung von dem einzigen Sohn, daß er überdies, aus irgend welchem unerflärlichen Grunde, mit der Wahl desselben nicht einverstanden sei und zu der schönen Hilda kein Herz fassen könne, daß den liebevollen Sohn dies selbstverständlich schmerze und seine junge Gattin notwendigerweise ebenfalls schwer davon bedrückt werde. Alle diese Erwägungen dienten nicht dazu, das Fest heiter zu gestalten, zum Glück war der deutsche Arzt ein munterer Herr, er hatte eine fidele Tischnachbarin in der Frau eines in Tokio ansässigen Süddeutschen, die ihn unausgesezt zu Tischreden und Improvisationen in Versen ermunterte, seine starke Seite, insofern er sich sehr gut darauf verstand, seine schwache, insofern er sich außerordentlich gern damit hören ließ. So regnete es denn Segenswünsche, Wize, Anspielungen und Prophezeiungen in jeder Form auf das neue Ehepaar herab, und die Tischgesellschaft applaudierte lebhaft dem Doktor, der gleich gewandt und fließend in deutscher, französischer und englischer Sprache zu improvisieren wußte. Ein fomisches Intermezzo lieferte auch Hot- ſumi, den man, auf seine inständigen Bitten, zum Servieren genommen hatte und dem der perlende Schaumwein in den Spizgläsern so unschuldig vorgekommen war, daß er ihn wie Wasser hinuntergespült hatte, worauf er sich plöglich ganz unfreiwillig seinem Herrn zu Füßen legt, in Gesellschaft eines Tabletts mit Konfitüren und Früchten. Seine höflichen, blumenreichen Entschuldigungen, die kein Befehl Hellmuts zu hemmen vermochte, und seine Bemühungen, nach Art der Japaner, rückwärts zur Tür herauszukommen, da er doch schon genug Mühe gehabt haben würde, dieselbe mit sehenden Augen zu erreichen, erregten ungeheure Heiterkeit, und Hellmut hatte zahllose Neckereien auszuhalten, da fast jeder aus der Gesellschaft ihm von einem tollen Streich oder einer Unziemlichkeit Hot- sumis zu berichten wußte und er alles zugeben mußte, ohne jemals den Entschluß gefaßt zu haben, sich von diesem Original zu trennen, ja, er wollte es sogar mit nach Europa hinübernehmen. Norden senior saß neben seinem Sohn und hatte die Gattin des Ministerresidenten von Yokohama, eine gewandte und diſtinguierte Französin, zur Tischdame. Sie war zu verschiedenenmalen hier Gast gewesen, kannte den Hausherrn, der auch häufig bei ihrem Gemahl verkehrte, genau und war stets mit seiner Unterhaltung zufrieden gewesen; das war die Dame auch heute, Fritz Norden sprach selbst viel und gut und schenkte ihren eigenen Worten die verbind lichste und eingehendste Aufmerksamkeit, nur wollte es ihr auffallend erscheinen, daß er sich niemals an seinen anderen Nachbar, seinen Sohn, wendete, Monsieur Norden war ja doch als überaus zärtlicher Vater bekannt, und wenn dies vollständige Ignorieren seines Sohnes auch viel guten Ton verriet, der es nicht gestattet, in Gesellschaft seine Gefühle zur Schau zu tragen, so fand die Gattin des Ministerresidenten eine derartige Selbstbeherrschung doch etwas über trieben!- Wenn die anmutige Dame es gewußt hätte, wie es im Herzen ihres Nachbars aussah! Nur ein Gedanke, ein Gefühl beseelte Fritz Norden: fort mit den Augen, die ihn als sein verkörpertes, böses Gewissen ansahen, in die er in diesen letzten qualvollen Wochen verUnd während er das Glas seiner vornehmen Nachbarin füllte und einen kleinen, galanten Trinkspruch auf die französischen Frauen dazu citierte, der ihm ein anmutiges Kopfnicken und ein beifälliges Lächeln eintrug, ging sein Blick unter den blauen Brillengläsern scheu zu dem liebreizenden Antlitz unter dem Brautkranz und Schleier hinüber, und sein ruhelos schlagendes Herz sagte unwillkürlich zu ihm: Sechs Tage nur noch sechs Tage sechs Tage, dann wirst dv erlöſt ſein, wirst erlöst sein! - Der englische Dampfer The Regent", welcher auf der Rhede zu Yokohama vor Anker lag, ein überaus tüchtiges, vortrefflich bemanntes Fahrzeug, mit einem hoch intelligenten Kapitän und einem eisgrauen, erfahrenen Steuermann, der bereits achtmal von Europa nach Japan gefahren war, an Bord, war dazu bestimmt, die Neuvermählten nach ihrer neuen, vielmehr alten Heimat zu bringen. Sie wollten einen kurzen Aufenthalt in London nehmen und beide daselbst einige Bekannte begrüßen, sodann direkt nach Berlin gehen, wo ihnen durch Vermittelung des umsichtigen William Hendrichs eine schöne Villa im Tiergartenviertel, umgeben von einem großen Garten, gekauft und eingerichtet worden war. Dies war das Hochzeitsgeschenk, das Norden senior der jungen Gattin seines Sohnes gespendet hatte, aber Walter Ermshagen hatte seinerseits so viel zur Einrichtung und Ausschmückung dieser Villa beigetragen, daß Hilda nur immer mit gerührtem Lächeln und dankbarem Herzen abzuwehren hatte. Zwei Tage fehlten noch bis zur Abfahrt des„ Regent", da brach, nach einer unerträglichen Schwüle, ein furchtbarer Monsun, jener heftige Sturm der Tropen, der im Frühjahr und Herbst oft lange Zeit wütet, los, begleitet von unendlichen Regenfluten, die in kürzester Frist die von Feuchtigkeit durchsättigte Erde von Dünsten rauchen ließen. Dunkle Wolkenballen wälzten sich schwerfällig über Meer und Land, und der weißstrahlende Gipfel des Fusi- Yama verschwand in schwarzen Dunſtmassen, die sich ihm erdrückend auf das majestätische Haupt legten. Lustige kleine Bächlein schossen gurgelnd die Fahrstraßen entlang, die tropischen Vögel und Falter, die sonst frohsinnig durchs Grün gegaufelt waren, hielten sich schüchtern versteckt, und die Japaner trotteten eilfertig, mit aufgespanntem Bambusschirm, die Gewänder zusammengerafft, durch die klatschende Nässe hin zu ihrem geliebten Kohlenbecken, welches ihnen sowohl bei Regen als auch bei Kälte beides faßten sie stets als eine persönliche Beleidigung auf der größte Wohltäter blieb. Friz Norden saß in seinem Arbeitszimmer, es war etwa um die vierte Nachmittagsstunde nachdem er soeben einige Stunden im Kontor gewesen war. Aber er hatte nicht arbeiten können; er hatte sich eben nur überzeugt, daß Walter Ermshagen die auswärtige Korrespondenz vortrefflich erledigte und daß der alte Koßmann über die ihm unterſtellten jungen Leute eine genügend strenge Disziplin ausübte, dann hatte er lange Zeit hindurch in die Londoner Times" geblickt, ohne eine Ahnung von dem zu haben, was in ihren Spalten gedruckt war und endlich war er gegangen, -- der Kopf schmerzte ihn zum Zerspringen, obgleich sich die Temperatur so bedeutend abgekühlt hatte. " Friz Norden wußte, fühlte es genau: seine bis dahin so kräftige Gesundheit war ins Wanken gekommen, er konnte ein Leben, wie er es jetzt führte, nicht lange mehr ertragen. Seine Schläfen schmerzten und pochten so unerträglich und in den Augen empfand er ein böses Stechen, schon hob er die Hand empor, ließ sie aber, sich hastig besinnend, wieder sinken und drückte den Knopf der elektrischen Leitung. Das mußte zweimal wiederholt werden, und dann erschien endlich Hot- sumi, wichtig und atemlos. ,, Warum habe ich so oft flingeln müssen, und weshalb bist du gekommen? Wo ist Bill, mein englischer Diener?" Hot- sumi verneigte sich eilfertig und sehr tief.„ Wir sind alle drüben beschäftigt, allerfreundlichster Gebieter, die Kisten für meine Herrin zuzuschlagen, dabei ist auch Bill thätig, und so war es dein allerschlechtester Knecht, dessen Ohr deinen Glockenruf aufnahm und der wie ein Vogel herbeieilte, deine gnädigen Befehle zu vernehmen." Ich will dir nichts befehlen, nur fragen will ich dich! Wo ist mein Sohn und seine Gattin?" Mein Gebieter und seine Gemahlin sind beide im SaIon meiner Herrin und haben dort Besuch. Irren mich meine schwachsichtigen Augen nicht, so ist es der hohe spanische Herr, welchen Ihr einen Konsul nennt, samt seiner Dame, der gekommen ist, sich noch einmal im Anblicken meiner Gebieter zu sonnen, ehe das Schiff sie dem Sonnenaufgangslande entführt. Nell hat Tee und Erfrischungen gereicht, die beiden Fremden sind schon heute früh von Tokio gekommen, als der Monsun noch nicht seine volle Gewalt hatte, und meine allergütigste Herrin---" „ Es ist schon gut! Du kannst gehen! Und sorge, daß ich vor dem Diner niemand mehr sehen darf, hörst du, nie mand? Es sei, wer es sei! Ich wünsche ganz ungestört zu sein, du kannst mich drüben entschuldigen und sagen, ich sei nicht wohl!" ,, Darf ich nicht ein Kohlenfeuer anzünden? Eine Pfeife herrichten? Ein Täßchen Safe besorgen? Musik bestellen?" Hot- sumi zählte alles dasjenige her, was ihm selbst als Gipfelpunkt irdischer Glückseligkeit und als unfehlbare Abwehr gegen jegliche Krankheit erschien. „ Nichts davon! Du kannst gehen! Und merke, was ich dir gesagt habe!" Der Japaner neigte sich tief, schlüpfte in seine weichen Schuhe, die er an der Tür hatte stehen lassen, und ging rückwärts hinaus. Der Auftrag des Gebieters war ihm buchstäblich zum einen Ohr hinein, zum andern hinaus gegangen, denn als er den Korridor hinter sich hatte und sich wieder unter die übrigen Bedienten mischte, die in wahrhaft babylonischer Sprachverwirrung unter den Kisten hantierten, wußte er von dem ganzen Befehl Norden seniors kein einziges Wort mehr. Dieser hatte sich, nachdem Hot- sumi ſein Zimmer verlassen, mit einer Geberde grenzenloser Erschöpfung, die es ihm schwer machte, seine Gliedmaßen zu regieren, in den Sessel zurücksinken lassen. Er nahm die Halsbinde ab, die ihn unerträg lich einengte, entfernte die dunkelblaue Brille und versuchte, frei und tief zu atmen. Gerade gegenüber dem niedrigen Lehnstuhl, in welchem Frizz Norden lag, befand sich eine zweite Tür, die nicht, wie die erste, in den Korridor, sondern in ein kleines Vorzim mer führte, in welchem die Herren vom Kontor zuweilen zu warten hatten, wenn der Chef dringend beschäftigt war und nicht gestört zu werden wünschte. Und diese Tür ging plötzlich geräuschlos, und ohne daß ein Klopfen ertönt war, in ihren Angeln zurück, und in ihrem Rahmen erschien Hellmut mit Hilda, hinter denen die Gesichter des spanischen Vizekonsuls aus Tokio und seiner Gemahlin sichtbar wurden. Der Mann im Sessel fuhr auf und tastete mit der Hand rechts nach dem lackierten Tisa, chen, auf welches er Halsbinde und Brille gelegt hatte, aber seine Bewegung war unsicher gewesen, das leichte, zierliche Möbel schlug um, und Hilda, die rasch näher trat, um hilfreiche Hand zu leisten, stand plötzlich dicht vor ihm und sah ihm inssicht stand und schauderte am ganzen Körper und rete weit die Augen, als könne sie nicht glauben, was sie sah, schien alle ihre Kräfte in diesem Blick zu konzentrieren und hob langsam die Hände zu den Schläfen empor, wie um sich zu überzeugen, ob sie bei Besinnung sei oder nicht. Wir wagen in corpore diesen Ueberfall, Vater..." hatte Hellmut, noch im Eintreten, mit unbefangener Stimme begonnen, da gewahrte er seiner jungen Gattin sonderbares Benehmen. ,, Hilda, was fehlt dir denn?" fragte er zärtlich und besorgt und legte den Arm um sie. Kann mein frisches, gesundes Liebchen auch nervös sein?" ( Fortsetzung folgt.)) Eine Mädchenlaune. Aus dem Englischen von H. Gerhardt. ( Schluß.) ( Nachdruck verboten.) Endlich, nach langem Harren, hörten die Jäger ein leises Brummen und sahen aus der Höhle zwei junge Bären hervorkommen, die lustig mit einander spielten. Mit verlangenden Blicken betrachtete der Baron die kleinen drolligen Tiere. Da ließ sich ein gewaltiges Brummen hören, und gleich darauf trat aus der Höhle ein riesengroßer Bär, die Jungen betrachtend und mit ihnen spielend. " Jetzt schnell," sagte der deutsche Bauer zu dem Baron, „ aber um Gotteswillen, treffen Sie ihn sicher, sonst sind wir verloren." Der Baron legte an und feuerte. Er hatte sein Ziel gut genommen, denn der Bär brach zusammen und verendete mit dumpfem Röcheln. „ Hurrah, jetzt haben wir gewonnen, die Kleinen gehören uns, und die Gräfin Paulowna bekommt ihren jungen Bären. Christoph, dreihundert Rubel sind jezt dein, wenn du nur eine der kleinen Bestien einfangen und binden willst." Beide Jäger stiegen eilig von dem Baum herab. „ Das soll sofort geschehen," erwiderte Christoph, indem er, den heftigen Bissen und Tatzenschlägen der kleinen Tiere standhaltend, eines derselben einfing und so fest band, daß dasselbe sich nicht rühren konnte. „ Ein kostbares Bärenfell und ein junger Bär für meine Dame, das nenne ich Jagdglück," sagte der Baron fröhlich, ,, aber- was ist denn das das ist ja gar nicht die Bärin!" " Dann sei uns Gott gnädig!" rief Christoph bestürzt aus, und, das verendete Raubtier betrachtend, sagte er: ,, Euer Gnaden haben recht, das hier ist der männliche Bär!" Geschwind lud der Baron seine Büchse wieder, und Christoph griff zur Art, und es war ein Glück, daß beide fampfgerüstet dastanden, denn schon vernahmen sie ein lautes, grimmiges Brummen und hörten die dürren, am Boden liegenden Zweige brechen unter der Last eines großen, schweren Tieres. The sie noch recht zur Besinnung gekommen, stand die Bärin vor ihnen, und zitternd vor Wut, die Ohren zurücklegend und sich auf den Hintertatzen hoch emporrichtend, stürzte das wütende Tier auf den Baron los. Rasch entschlossen feuerte dieser beide Schüsse seines Doppelgewehres ab, die Bärin stürzte schwer verwundet nieder, richtete sich aber nach einem furzen Augenblick wieder auf und warf sich mit grimmigem Wutgebrüll auf den Baron, der nun fast wehrlos dastand. Ein Schlag der furchtbaren Taken riß den Baron nieder. Wohl zog er sein starkes Jagdmesser und verwundete die Bärin mit wohlgezielten Stichen, aber er vermochte das Tier nicht zu töten. In wildem, heftigem Ringen wälzten sich der Varon und die Bärin am Boden umher, und der Ausgang dieses ungleichen Kampfes konnte nicht zweifelhaft sein. Da- einen günstigen Augenblick benußend erhob Christoph seine schwere Art, und die scharfe Schneide sauſte hernieder auf die Bärin und drang tief in das Gehirn. Das gewaltige Tier brach leblos zusammen, aber auch der Baron lag regungslos am Boden, grauenhaft zugerichtet von den Zähnen und Krallen des wütenden Tieres. Christoph trat heran, und die Tränen standen ihm in den Augen, als er den jungen Herrn ansah, der, vor wenigen Stunden noch so blühend und rüſtig, so froh und lebensmutig, jetzt verstümmelt und im Blute schwimmend vor ihm lag, mit wenig oder gar keiner Hoffnung, am Leben erhalten zu werden. O, das unselige Weib," rief der derbe, ehrliche Bauernbursche zornig, das mit seinen verrückten Wünschen solchen edlen, guten Herrn in das Verderben getrieben!" Dann warf der brave, wackere Bursche trotz der grimmigen Kälte Jacke und Hemd ab, riß letzteres in Streifen und legte dem Baron, dem der linke Arm, die rechte Schulter und ein Bein gräßlich zerfleischt waren, sehr geschickt einen Notverband an, und nachdem er die Stirn des Verwundeten mit seinem Branntwein eingerieben und dem Baron auch etwas von dem scharfen, erwärmenden Getränk eingeflößt, schlug dieser die Augen auf und seine erste Frage war: " Ist auch der junge Bär sicher?" ,,, laßt ihn zum Henker gehen, Herr, mitsamt jener Gräfin!" rief der biedere Bauernbursche, alle Standesunterschiede vergessend, in seinem Grimm aus,„ wer Ihnen solche Aufträge gibt und Ihr Leben aufs Spiel setzt, um gehende wird mehr Führer die „ Adolph 9 Offizieren nach dem sind auf gebaute St Wiederherste Südwestafri lotomotiv Ausrüstung die Lucie „ Adolph W transport b entnommen 32 Unterof Abend im радорого unfere lieb dämpften mit Land bezeichnet Das he nicht zum ler zuzuschr chaften, 3 es, liches Leber würden rech tehen nach dem N der daran pürde. 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