Nr. 129 Erstes Blatt. bonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 fg., Saus gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen viertelfährth Mt. 1.50. stisbeilagen: Oberbeffische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Samstag, den 4. Juni 1904 Gießener 13. Jahrgan Jusertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für ganz Ober heffen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfa fonit 15 Big. Reklamen die Petitzelle 30 refp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen, Seltersweg 88. Ferusprechenschluß Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Beitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Der Krieg in Oftalien. General Kuropatkin scheint eine bei enderung in jeinem Kriegsplan vorgenommen zu haben. Während er nämlich bisher das Schwergewicht einzig und allein auf die Behauptung der Linie Mukden- Liautschang legte und die Liautung- Halbinsel mit Port Arthur ihrem Schicksal überließ, will er nunmehr doch noch den Versuch wagen, in die riegerischen Operationen dort unten einzugreifen. Eine Tokioter Meldung berichtet von einem Gefecht in der Nähe von Lifiatun, neun Meilen nördlich von Port Adams, das sich nur als ein russischer Vorstoß zum Entsatz Port Arthurs cuffassen läßt. Das vom 3. Juni datierte Telegramm lautet: Eine Abteilung japanischer Kavallerie hatte am 30. Mai einen Zusammenstoß mit einem russischen, aus Infanterie, Kavallerie und Artillerie bestehenden Detachement in der Nähe von Likiatun und schlug es in zweistündigem harten Gefecht. Die Russen wurden nach Norden zurückgeworfen. Die japanischen Verluste betrugen: 26 Tote, darunter ein Offizier, 37 Verwundete, darunter 4 Offiziere. Die Verluste der Russen sind unbekannt. Daß es sich um einen Entsaßversuch Port Arthurs handelt, wird durch ein Telegramm aus Niutschwang vom 2. d. Mts. bestätigt, wonach der russische General Stalkenberg mit 14 000 Mann auf dem Vormarsch von Liautschang gegen die Station Wafangtien der Zweigbahn nach Port Arthur begriffen ist. Auf Befehl des Zaren. Höchstwahrscheinlich ist Kuropatkin zu dieser Aenderung der bisher von ihm beobachteten Strategie durch einen direkten Befehl des Zaren veranlaßt worden. Die öffentliche Meinung in Petersburg kann sich nicht mit dem Gedanken zufrieden geben, daß Port Arthur, das Bollwerk russischer Pionierarbeit im fernen Osten, in die Hand der Japaner fallen soll, und verlangt deshalb, daß die äußersten Anstrengungen zu seinem Entsaz gemacht werden. Dem Druck dieses nationalen Wunsches können sich die leitenden militärischen und politischen Kreise in Petersburg nicht entziehen. Und so wurde denn unter Vorsitz des Zaren ein großer friegsrat abgehalten, der beschlossen haben soll, Kuroraffin telegraphisch anzuweisen, Port Arthur unter allen limständen Hilfe zu bringen. Auch der Höchstkommandierende in Port Arthur, General Stössel, hat einen direkten Befehl vom Zaren erhalten, der in anweist, die Festung bis zum legten Mann zu halten. Den Kommandanten seiner in Port Arthur eingeschlossenen friegsschiffe schreibt der Zar in knappen Worten vor, die Bernichtung der Gefangenschaft vorzuziehen: Im äußersten Galle, so lautet sein Befehl, geht aufs offene Meer hinaus ind kämpft mit Togo." Der japanischen Uebermacht gegenüber heißt das: Geht für Rußlands Ehre in den Tod. General Kuropatkin hat sich willig oder nicht ins Unbermeidliche fügen müssen. Gegen den Befehl des Zaren gibt es am Ende kein Sperren und Sträuben für einen russischen General, selbst wider seine bessere Einsicht. Daß Kuroaffin aber mit seinem neuesten Schritt gegen diese handeln muß, ist klar. Um Port Arthur wirksame Hilfe zu leisten, müßte er seine Truppen unverhältnismäßig schwächen und tönnte leicht in die Lage kommen, um eines kleinen und un heren Gewinnes willen seine Hauptstellung zu gefährden. Gegenseitige Plänkeleien. Daß es für Kuropatkin verhängnisvoll sein kann, die Stellung bei Mukden von Truppen zu entblößen, geht daraus hervor, daß seine rückwärtigen Verbindungen von den kriegetischen Tungusen ernstlich bedroht werden. Große Massen dieser räuberischen Stämme sammeln sich nordöstlich von der linoebene mit der offenbaren Absicht, nördlich von Mukden die Bahn zu beunruhigen und die Russen abzuschneiden. Denjelben Liebesdienst, wie die Tungusen den Russen, erweisen diese in Nordkorea weiter den Japanern. Die Kosaken opetieren dort sehr glücklich. In Gensan, Andschu und Pöngang haben sie große japanische Vorräte vernichtet und mehrere Provianttransporte fortgenommen. Aus Nordforea fliehen viele Koreaner nach der Mandschurei, weil sie impfe befürchten. Zur Zeit steht eine starke russische Abteilung bei Kotschönsom, 22 Meilen nördlich von Gensan. Die Neutralität Chinas. Die Chinesen beginnen, durch die russischen Mißerfolge ihn gemacht, der russischen Diplomatie gegenüber eine ungewöhnlich energische Sprache zu reden. Der Große Rat in Beting hat an den russischen Gesandten eine Note gerichtet, worin er darauf aufmerksam macht, daß die russischen Truppen, wenn sie Distrikte im neutralen Gebiet verließen, nicht die Gebäude zerstören möchten, die von der Einwohnerschaft bewohnt würden, sonst könnte daraus eine ernsthafte Berletzung der Neutralitätsgeseze entstehen. Ebenso hat der Br oße Rat ein Telegramm an den General Ma gesandt mit er Instruktion, allen russischen Offizieren dieselbe Mitteilung ugeben zu lassen. Vorboten der Revolution. R. Paris, 2 Juni. An allen Ecken und Enden des gesegneten Frankenlandes gährt und brodelt es in der Bevölkerung. Die Erbitterung der Katholiken im Lande das sind über 90 Prozent aller Franzosen über die kirchenfeindliche Politik des Kabinetts ist auf dem Siedepunkt, und die romfeindliche Minderheit läßt es sich angelegen sein, den mühsam verhaltenen Grimm und Groll der Katholiken durch Herausforde rungen aller Art zum Ueberschäumen zu bringen. Und zu dieser aufs äußerste gespannten Situation kommen nun noch in den verschiedensten Landstrichen wirtschaftliche Klassenkämpfe und Arbeiterunruhen, die allein schon als ein höchst bedenkliches Symptom gelten müßten. Die Verkoppelung beider politischen Spannungsmomente legt jetzi auch Leuten, die keine Pessimisten sind, nahe, in den gegenmärtig noch lokalen Wirren die Vorboten einer allgemeinen Revolution zu sehen. Es kann nicht geleugnet werden, daß die Geistlichkeit zu einem Teile an der Verschärfung der Kirchenpolitischen Spannung mit schuld ist. Die jüngsten Touloner Kirchenentweihungen hätten z. B. recht wohl vermieden werden können. Ihre Ursache war die Weigerung des Geistlichen in einer Touloner Vorstadt, Kinder, die bei einem Schulfest die Internationale gesungen hatten, zur ersten Kommunion zuzulassen. Das war ein Verfahren, das sich nicht rechtfertigen ließ, und die Antwort, die die Eltern der Kinder und ihre Freunde darauf gaben, hätte der Geistliche voraussehen müssen: Etwa 2000 Personen stürmten die Kirche, zerbrachen das Gestühl, die Kronleuchter und alles ihnen irgend Erreichbare, warfen die Heiligenbilder zur Erde, demolierten den Hochaltar und schleppten schließ lich die zertrümmerten Gegenstände auf den Platz vor die Kirche, wo sie sie verbrannten. Wäre nicht die Gendarmeric und die Polizei retzeitig erschienen, so wäre die Sache frag los für den Pfarrer, der sich mit dem Vikar und dem Küster in die Sakristei geflüchtet und sich dort verbarrikadiert hatte, übel abgelaufen. Aehnliche Fälle von Kirchenskandalen werden auch aus anderen Gegenden des Landes berichtet. Noch ärger aber geht es bei den vielen Streifs zu, die gegenwärtig ausgebrochen sind und die sich täglich mehren. Vor allem in den Hafenstädten, wo eben erst der Streif der Offiziere der Handelsmarine sein Ende gefunden hat, herrschen tolle Zustände. In Lorient streiken die Bauarbeiter; gestern durchzogen sie die Stadt unter Lärm und Gewalttaten: Gitterzäune wurden eingerissen, Haustüren und Fenster zertrümmert, harmlose Passanten und Streifbrecher aufs gröblichste mißhandelt. In der Nacht zu heute gab es aufs neue große Ruheſtörungen; die Streifenden steckten die Bauplätze sowie die Wohnhäuser dreier Unternehmer in Brand und plünderten die Wohnung eines Offiziers. Die Polizei erwies fich machtlos, und Militär war erst heute Morgen zur Stelle. Nicht minder wüst ging es in Bre st zu. Dort hielten die streifenden Bauarbeiter in der Börse eine Beratung ab. Vor der Börse hatten sich etwa 20 000 Menschen versammelt. Zwanzig Züge Reiterei, zehn Züge Infanterie und ein Bataillon Kolonialtruppen standen zum Eingreifen bereit. Aber das hielt die Menge nicht ab, Lärm zu machen und Gemalttätigkeiten zu begehen: Die oben geschilderten Szenen in Lorient wurden von den Brester Streifenden aufs getreueste kopiert. Noch mehr, die Anwesenheit der Truppen reizte die Menge so, daß sie ein Bombardement mit Steinen auf die Soldaten begannen. Diese machten darauf von der Waffe Gebrauch, und auf beiden Seiten gab es schwere Vermundungen. Und heute wird's kaum anders sein. Szenen gleicher Art werden aus Lyon, wo die Dockarbeiter und Seeleute streifen, und aus Armentières, wo ein allgemeiner Weberstreit ausgebrochen ist, gemeldet. Und die nächsten Tage werden ähnliche Kunde wohl auch aus Lil Pe bringen, wo ein Generalstreik aller Arbeiter heute beschlossen worden ist. So sieht's in der Republik aus. Und wenn man sich vergegenwärtigt, daß es mit den lokalen Unruhen in Frankreich so geht, wie mit den Köpfen der Hydra: kaum ist eine bezwungen, so tauchen an ihrer statt ein paar andere auf- so wird man sich dem Gedanken nicht verschließen können, daß der Moment vielleicht vor der Tür steht, wo aus diesen Landfriedensbrüchen ein großer Bruch des Landesfriedens, vill sagen eine Revolution sich entwickelt. Die Politik. Die im Wahlkreise Straßburg- Land vollzogene Reichstags- Stichwahl hat das Ergebnis gehabt, das man erwarten konnte: Der Demokrat Blumenthal ist gegen den Landesparteiler Hauß gewählt. Aus diesem Wahlergebnis darf man nicht etwa schließen, daß der Wahlkreis Straßburg- Land demokratisch sei; es beweist nur, daß er deutsch ist. Gehörte nicht der unterlegene Kandidat der deutschfeindlichen Landespartei an, dann wäre Blumenthal nicht gewählt worden. Bei der gegenwärtigen Konstellation haben selbst politisch rechtsstehende Männer für den Demofraten, als„ kleineres Uebel", gestimmt und stimmen müssen. Δ Wie wir erfahren, errichtet die Verwaltung des Reichspostamts eine physikalische Uebungsanstalt in Berlin zur Ausbildung von Telegraphenbeamten. Die neun Monate dauernden Kurse beginnen am 1. September dieses Jahres. Professor Ludwig Zehnder in München ist zum Leiter berufen worden. Aufsehen erregt ein in der letzten Kummer der Sozialistischen Monatshefte, dem Organ des Abg. Bernstein, erschienener Aufsatz über den Wert der Maifeier. Der Verfasser, Genosse Georg Schmidt, tritt mit Entschiedenheit für die gänzliche Abschaffung dieser Feier ein. Denn fein Vernünftiger könne und dürfe sich mehr über das vollständige Fehlschlagen der beabsichtigten Wirkung täuschen. Weiter wirft der sozialdemokrische Publizist die Frage auf, wer denn überhaupt noch an der Maifeier Anteil nehme. Die Antwort lautet: Das Hauptfontingent stellen die Arbeitslosen, die Hausindustriellen, die Arbeiter in kleinen Betrieben, die Angestellten an den Krankenkassen und Gewerkschaften. Dagegen feiere weder der Großbetrieb in den Städten, und auf dem Lande merke man von der großartigen Maifeier überhaupt nichts. Wohl aber habe diese nunmehr schon 15 Jahre fortgesetzt ins Wasser gefallene Demonstration Unsummen gekostet infolge der durch sie veranlaßten Ausstände und Aussperrungen. Es wäre erfreulich, wenn besonders die beteiligten Kreise sich diese rgumente zu eigen machen und nach ihnen handeln wollten. Frankreich. Die Deputiertenkammer beschäftigte sich gestern mit einer wichtigen Vorlage, mit dem Gesetz über die zweijährige Dienstzeit. Kriegsminister André erklärte die in dem Gejetz vorgesehenen einwöchigen und dreiwöchigen Uebungen der Reservisten für ausreichend. Der Sozialist Jaurès bekämpfte das System des einjährig freiwilligen Dienstes. Ein Antrag der Nationalisten, den Gesezentwurf dem Oberen Kriegsrat zur Meinungsäußerung zu überweisen, wurde abgelehnt, und die Kammer beschloß, sich in den nächsten Tagen mit dem Gesez weiter zu beschäftigen. Rufoland. Das peinliche Aussehen, das der berkommene Fürst Dolgorufi mit seinen Tätliajreuen gegen den Grafen Lambsdorff hervorgerufen hat, wird immer größer, je mehr Einzelheiten über den Vorfall bekannt werden. Der Auftritt spielte sich vor dem Ministerium des Aeußern ab. Als Graf Lambsdorff gerade das Gebäude betreten wollte, sprang ein Herr auf ihn zu und versetzte ihm mit einem Stod mit bleiernem Knopf drei wuchtige Hiebe auf den Kopf. Ein Wortwechsel war dem Vorfall nicht vorausgegangen. Lambsdorff, der nicht unerheblich verletzt ist, wurde blutüberströmt in seine Wohnung gebracht. Die Ursache des Ueberfalls ist darin zu suchen, daß Lambsdorff sich dem Wiedereintritt Dolgorukis in die Diplomatie widersetzte, der zuletzt Botschaftsrat in Wien war, wo er sich durch sein überspanntes Wesen unmöglich machte. Dolgoruki, der sofort verhaftet wurde, wird wegen Körperverlegung angeklagt; seine einflußreiche Familie macht die größten Anstrengungen, die Angelegenheit in der Stille zu ordnen. Der fürstliche Rowdy gilt übrigens in der russischen Gesellschaft längst als eine Persönlichkeit zweifelhaftester Sorte. Er diente früher im Garde- HusarenRegiment, wo er sein ganzes beträchtliches Vermögen sowie die Mitgift seiner Frau verspielte. Er mußte den Abschied nehmen und fristete darauf nach einem furzen Intermezzo als Botschaftsrat in Wien sein Leben vornehmlich durch Hochstapeleien und Schwindel. Im Ausland machte er als Abenteurer verschiedene Städte und Länder unsicher. Seiner Betrügereien und Skandale ist Legion, besonders in Bulgarien trieb er es arg. AUmählich ganz heruntergekommen, stellte er sich wieder in Petersburg ein und belästigte unter andern Persönlichkeiten auch den Grafen Lambsdorff mit Bettelbriefen um Geldunterstüßung, die nicht berücksichtigt wurden. Als ihm nun auch sein Wiederanstellungsbegehren abgeschlagen wurde, griff er zum Knüttel. Natürlich versucht der edle Herr, feine Tat als Ausfluß patriotischen Schmerzes hinzustellen: Bei seiner Vernehmung auf der Polizei erklärte er, er habe gegen den Grafen Lambsdorff den Stock geschwungen, um ihn seiner Politik wegen vor ganz Rußland zu blamieren! Deer und Flotte. Unterseebootsattrappen. In Portsmouth werden gegenwärtig interessante Experimente mit Unterseebootsattrappen gemacht. Es ist dies eine Vorkehrung, die bestimmt ist, Kriegsschiffe über die ihnen von einm Unterseeboot drohende Gefahr zu täuschen. Sie besteht aus einer aus Wachstuch hergestellten Nachahmung des aus dem Wasser hervorragenden Turmteile eines Unterseebpotes. Das angreifende Unterseeboot taucht, sobald es sich bemerkt sieht, unter und läßt, auf der Oberfläche schwimmend, die turmartige Wachstuchhülle zurück, um nun, während das bedrohte Kriegsschiff seine Aufmerksamkeit auf den falschen Turm des untergetauchten Unterseebootes fonzentriert, sich heranzuschleichen und das Schiff in die Luft zu sprengen. tlos, bann trat er an den Sträfling heran, fich zur Gelaffenheit zwingend: Bernunft an. Es liegt im Interesse des Fräulein Fiebiger, Aber, Röberlein, nehmen Sie doch daß ich sie jetzt fpreche." das gnädige Fräulein laß ich mich totschlagen, aber Sie Das ist otter Schofe," erwiderte nun Röberlein, ,, für haben's zu verantworten." Er ging und moldata a Marish beim Grups Worten Tezten völlig ins Schwanken geriet, so niďte sie abermals mit dem Kopfe. die Biskuits und den Wein. wurfs, der dennoch die außerste Gleichgültigfeit befundete. Wozu das alles?" fragte sie mit dem Tone leichten zwingen mich, zu reden, im Namen meines Vaters, Dann glättete sie ihr seidenes Schürzchen und deutete auf Wie Die Wahrheit zu hören, behagt ihm oft nicht, Der Eitele rühmend von sich stets nur spricht, Ihr Tun stets beim richtigen Namen zu nennen. schwer fällt's den meisten, sich selbst zu erkennen, ab, vielleicht erholt boriges er sich wieder. mit ihm ging. Du weißt ja, wie es ritmeister schüttelte zwar den Kopf, gab indeſſen Heftors Der nur allzut gern nach. und Teilnahmear, aller für den Bund verdoppelte sich die Aufmerksamkeit Seit das Wort vom nahen Ende der suisheni Nab und Form: or Noman der Pseudogräsin. In Apricale bei San Remo wurde die Gräfin della Torre von ihrem Mann mit Hammerschlägen ermordet. Der Gemahl der Gräfin, der sich unmittelbar nach dem Verbrechen erhängte, heißt aber nicht Graf della Torre, sondern ist ein einfacher Steinmetz namens Pisano, der vor Jahren wegen Falschmünzerei verurteilt wurde und dann nach Amerika ging, von wo er vor furzem zurückkehrte. Seine Frau benutzte ihre Schönbeit und Jugend, den alten Grafen della Torre in ihre Netze zu ziehen, und dieser hinterließ ihr bei seinem Tode ein großes Vermögen. Nun nahm sie den Namen einer Gräfin della Torre an und tauchte bald in der fashionabelsten Gesellschaft der verschiedenen europäischen Großstädte auf. Während sie als Emma Pisano weder lesen noch schreiben fonnte, beherrschte die Pseudogräfin mehrere Sprachen, die fic mit eisernem Fleiß erlernt hatte, und wußte mit reichen Geiftesgaben zu brillieren. So blieb es nicht aus, daß sie Beziehungen zu angesehenem Publikum anknüpfte. Wie es heißt, soll sie in letzter Zeit im geheimen Spionendienste für Rußland geleistet haben. Sie war noch fürzlich in Port Arthur gewesen, und hatte die Absicht, wieder dorthin zurückzukehren, als sie in ihrer Villa zu Apricale ein blutiges Ende fand. Pisano soll das Verbrechen aus Wut darüber begangen haben, daß ihm die„ Gräfin" eine hohe Summe nicht zahlen wollte, die er sich als Preis für seine Einwilligung in eine Scheidung ausbedungen hatte. Die Ermordete mar, obgleich jetzt vierzigjährig, immer noch ene blendende Schönheit. Gransiger Fund. In einem Kanal auf Charlottenburger Gebiet wurde ein furchtbarer Fund gemacht, der auf ein schweres Verbrechen schließen läßt. In einem Sack fand man einen weiblichen Rumpf. Der Hals war glatt durchschnitten und Beine und Arme aus den Kugelgelenken herausJeschält. Auf die Entdeckung des Täters sind 1000 Mark Belohnung gesetzt. A zu Tode geschleift. Ein furchtbares Unglück ereignete sich bei Spindelmühle. Ms die dreizehnjährige Tochter einer Hotelbesiberin von der Mädelstegbaude, wohin sie auf einem der Hotelreitpferde einen Spazierritt unternommen hatte, zurückkehrte, wurde das Pferd plötzlich am Ufer der Elbe schen, bäumte sich und warf das junge Mädchen aus dem Sattel, wobei dasselbe unglücklicherweise im Steigbügel hängen blieb. Das Pferd raste den Promenadenweg am rechten Elbufer hinunter und konnte erst aufgehalten werden, als die kleine Reiterin bereits tot war. Die Unglückliche war schrecklich durch Hufschläge, Anprall an Bäume und Steine verstümmelt. Der Kopf wies mehrere Schädelbrüche auf. Die Kleider hingen den Kinde in Fetzen vom Leibe. Dämon Alkohol. In der Trunkenheit beging ein TageTöhner zu Bialla eine schwere Bluttat. Als er nach Hause gekommen war, taumefte er aufs Bett. Sein Sohn wollte dem Trunkenen die Stiefel ausziehen. Darüber geriet der Vater in Zorn und stach den Sohn mit dem Messer zweimal durch den Hals. Der Verletzte schmebt in Lebensgefahr. + Beim Rettungsversuch ertrunken. Zwischen Beuthen und Nenkersdorf wollten sich vier Handwerksburschen durch ein fühles Bad in der Oder erquicken. Dabei geriet einer an eine tiefe Stelle und versank. Ein Reisegenosse, der dem Ertrinkenden zu Hilfe eilte, wurde von diesem umflammert und mit in die Tiefe gezogen. Beide ertranten. Die Leichen der Verunglückten konnten noch nicht geborgen werden. Eine nennundachtzigjährige Mörderin stellte sich in dem ungarischen Orte Groß- Becskerek freiwillig der Polizei. Sie hatte in Abwesenheit ihres Sohnes ihre Schwiegertochter, mit der sie lange in Feindschaft gelebt hatte, durch Arthiebe getötet. Die junge Frau lag frank im Bette, als sich ihr die Alte mit dem Mordinstrument näherte und ihr den Kopf spaltete. Streifunruhen in Ungarn. In Arad wurden sechzig Tischlergesellen wegen Aufreizung verhaftet. Während in Wien der Bauarbeiterstreit gütlich beigelegt wurde, ist die Bewegung in Ungarn an verschiedenen Orten zum Ausbruch gekommen, und den Bauarbeitern haben sich andere Industrien angeschlossen. Die Stimmung ist sehr gereizt, und es ist bereits mehrfach zu Unruhen gekommen. Aus dem Gerichtsfaal. § Eine Geisterbeschwörerin hatte sich vor der Kölner Straffammer wegen Betruges zu verantworten. Die Frau eines Schuhmachers aus Ehrenfeld hielt in ihrer Wohnung täglich Sigungen ab und zitierte Geister, die auch, wie eine Anzchl Zeugen und Zeuginnen angaben, wirklich erschienen. Nach der Aussage ihrer Kunden und Kundinnen unterhielten sie sich bei der Angeklagten oft stundenlang mit den Seelen ihrer verstorbenen Anverwandten. Dafür legten die Kunden der Schustersfrau meistens als Geschenk 50 Pfg. hin. Nach der Anflage lag darin, daß die Frau angeblich Geister zitierte und dafür das Geld annahm, die Vorspiegelung einer falschen Tatsache. Die Angeklagte erklärte in der Verhandlung feierlich, daß sie an die Zitierung der Geister fest und bestimmt glaube. Die Geister erschienen auf Rufen und antworteten auf Klopfen nach dem Alphabet, Buchstabe für Buch stabe, bis die Antwort erteilt sei. Man müsse nur Gedule und vor allem Vertrauen zu der Sache und den abgestorbenen Seelen haben. Die Hände müßten auf dem Tische liegen, der dann klopfe. Die Angeklagte gab in der Verhandlung an, ein höheres Wesen, mit dem sie verkehre, der Grzengel Gabriel, habe ihr geraten, den Rechtsanwalt Dr. Schreiber als Verteidiger zu wählen, und dieser hatte dem Wunsche entsprochen. Die meisten Geisterseher, die als Zeugen vernommen wurden, waren Frauen und junge Mädchen, aber auch Männer zeigten sich besonders überzeugt und verfochten fast fanatisch ihren Glauben an den Spiritismus. Ein Zeuge wollte sogar mit Geistern verkehrt haben, die schon vor mehr als 1000 Jahren dahin gegangen sind, von wo feine Wiederkehr ist, und auf seinen Wunsch rief die Angeklagte die Geister von Goethe, Schiller und Pfarrer Kneipp, mit denen er gesprochen haben will. Da die Zeugen erklärten, sie würden der Frau für ihre Mühewaltung und Zeitverlust auch dann die halbe Mark gegeben haben, wenn sie geahnt oder gewußt hätten, daß alles nicht wahr sei, erfolgte die Freisprechung der Angeklagten. § Um ein hohes ärztliches Honorar handelte es sich bei einem Prozeß, der in Brüssel zum Austrag kam. Der berühmte Pariser Chirurg Doyen hatte einen Einwohner in Chestion bei Dinant operiert. Der Patient starb. Die Fa milie zahlte dem Gehilfen Doyens 2000 und bot Doyen 4000 Frank. Doven forderte vor Gericht aber 30 000 Frank. Das Gericht wies heute die Klage mit der Begründung ab, daß 4000 Frank hinreichend seien. Doyen wurde überdies in die Kosten verurteilt. § Ein Kind zu Tode gemartert. In Wien wurde der Schuhmacher Gradingen zu vier und seine Frau Anna zu viereinhalb Jahren schweren Kerkers verurteilt, weil sie schuldig befunden wurden, einen von der Frau in die Ehe mitgebrachten unehelichen Knaben in unmenschlicher Weise gemartert zu haben. Das fünfjährige Kind mußte in seiner letzten Lebenszeit entsetzliche Qualen erlitten haben. Es wurden bei ihm einundzwanzig Nippenbrüche konstatiert, ferner Verwundungen am Kopfe, Würgspuren am Halse, ein Bruch des Schlüsselbeines und Brandwunden am Fuße. Nur aus dem Grunde, weil die Gerichtsärzte erklärten, daß das Kind an chronischer Tuberkulose gelitten habe und möglicherweise auch daran gestorben sein könne, wurde keine Anklage wegen Mordes erhoben. Vermischtes. [ Launen des Glückes.] Die Prämie der letztgezogenen preußischen Klassenlotterie im Barbetrage von 300 000 mt., Die zugleich mit einem Gewinn von 1000 Mt. auf die Nr. 110 718 fiel, ist, wie jetzt bekannt wird, einer Kollekte im Rheinlande zu teil geworden. Die Laune Fortunas hat auch diesmal wieder segensreich gewaltet, indem sie den Riesengewinn bedürftigen Leuten in die Hände spielte. Von einem besonderen Mißgeschick wurden indessen hierbei drei Finwohner von Lüdenscheid heimgesucht, die von dem Glückslose zusammen ein Viertel spielten. Der eine der Herren, der das Los in Verwahrung hatte, verabsäumte nämlich zu Anfang dieses Jahres die Erneuerung, weshalb das Viertel In andere Hände überging. [ Die Trauung mit Hindernissen.] Aus dem reichsländischen Orte W. bei Vallerystal wird eine heitere Geschichte gemeldet. Ein Brautpaar von der Annere St. 2. jollte vormittags bürgerlich getraut werden und hatte sich zu diesem Zwecke nebst Zeugen auf dem Gemeindehause zu W. pünktlich eingefunden. Da war aber weder der Bürgermeister noch der Beigeordnete anwesend. Da man des langen Wartens überdrüssig wurde und die Zeit herannahte, zu welcher die kirchliche Trauung geschehen sollte, wurde nach den beiden Standesbeamten, die von dem Trauakte wahrscheinlich gar nicht benachrichtigt waren, eifrig gefahndet und zugleich an den Ortsausgängen Wachen aufgestellt. Da auf einmal erschien auf dem vom Walde herführenden Wege der Beigeordnete mit einer Fuhre Holz. Und so wie vor etwa 1500 Jahren Cincinnatus vom Pfluge hinweg zum römischen Konsul gemacht wurde, so wurde der Beigeordnete, nachdem er die Peitsche abgegeben hatte, in seinem Arbeitsgewande schleunigst nach dem Gemeindehause geholt, wo er dann, mit der Amtsschärpe umgürtet, die Ziviltrauung vollzog. [ Der Papst- ein Pole.] Die wunderbaren Entdeckungen, die man über die Abstammung der Helden des japanisch- russischen Krieges gemacht hat, daß z. B. Kuroki ein Grieche, der Russe Stössel ein Schweizer sei, und dergleichen mehr, wirken augenscheinlich ansteckend. Sonst wäre es nicht zu erklären, daß ein polnisches Blatt jetzt plötzlich mit der kühnen Behauptung hervortritt, Papst Pius X. sei schlesischer Herkunft. Die„ Gaseta Opolska" erzählt nämlich folgendes hübsche Histörchen: Im Laden des Kaufmanns Spychalski zu Opveln erschien kürzlich ein Landmann und erzählte, in Budapest befinde sich eine Ordensschwester, die aus Bogutschütz, Kreis Oppeln, gebürtig sei. Diese habe ihre dortigen Verwandten brieflich um die Zusendung von gewissen Familienpapieren ersucht. Es handelt sich um die Familie Krawieß, weil angeblich ein Großvater oder Urgroßvater des gegenwärtigen heil. Vaters Krawieß hieß und aus Bogutschüß stammte. Während irgend eines Krieges jei er nach Italien ausgewandert und habe sich dort Sarlo, d. h. polnisch Kramies( deutsch Schneider) genannt. Man weiß nicht, bemerkt die„ Gaseta", wie die Sache steht, aber in unserer Gegend geht es von Mund zu Mund, daß der Papst ein Pole sei. [ 13 600 Mark für eine Blume] ist ein Preis, der natürlich nur in England gezahlt werden kann, wo die Lieb. haberei für Orchideen allmählich in eine krankhafte Manie msartet, wie einst in Holland die Tulpenzucht sie hervor brachte. Für ein Eremplar von Odonglossum crispum Cook soni wurde auf einer Londoner Auktion dieser fabelhafte Preis erzielt. Zur Entschuldigung des sonderbaren Schwär mers sei noch angegeben, daß es das einzige augenblicklich im Handel existierende Exemplar dieser Blume war. Wie vie len jungen Menschenblüten, die kümmerlich in den Straßen Londons verdorren und verkommen, ließe sich mit der für diese eine Orchidee verschwendeten Summe Licht, Luft und Nahrung zuführen! [ Unterkunftsbaracken auf Island] werden jetzt von der dänischen Regierung an verschiedenen Punkten der Küste angelegt. Die Schiffahrt an der isländischen Küste ist sehr gefährlich, und die Mannschaften gestandeter Schiffe gehen, auch wenn sie sich ans Land retten können, in den meilenweiten Steinwüsten, wo fein menschliches Wesen anzutreffen ist, meist elendiglich zu Grunde. In den Baracken sind Betten, Wäsche, Kleider, Lampen, Del. Kochapparate, Nahrungsmittel auf 14 Tage für 14 Mann, ein Medizinkasten und Karten vorhanden, die den Weg aus der Einöde genau angeben. Zu den Baracken werden die Schiffbrüchigen durch zahlreiche, weithin sichtbare Wegweiser geleitet. A[ Idyllische Postzustände] müssen in Norwegen herr schen, wenn der nachstehende von dortigen Blättern mit geteilte Vorfall auf Wahrheit beruht. Kürzlich hatte eine Familie auf dem Lande per Karte Freunde zu sich geladen und später beim nächsten Meßger gleichfalls per Karte einen Braten bestellt. Die befreundete Familie war verhindert und teilte dies ebenfalls auf einer Postkarte mit. Bevor diese jedoch dem Gastgeber zur Hand kam, fand sich dieser auf der Post ein, um den erwarteten Braten in Empfang zu nehmen. Zu seiner Verwunderung war jedoch keine Sendung angekommen. Das ist doch sonderbar," sagte er halb zu sich selbst, der Schlächter ist doch sonst so pünktlich!" - Ach!" erwiderte ihm zuvorkommend der Postvorsteher, ..meinen Sie den Braten?" Wollen Sie den denn dock haben, obgleich Ihre Freunde verhindert sind?"—„ Na türlich will ich den Braten haben!" Ja dann bitte ich um Entschuldigung! Als nämlich Ihre Freunde absagten, glaubte ich, daß aus der Gesellschaft nichts würde, und de habe ich die Karte an den Schlächter gar nicht erst abge: sandt!" Der Begriff Briefgeheimnis" scheint den nor wegischen Vostbeamten gänzlich fremd zu sein. [ Die Doppelhochzeit auf dem Trapez.] Die Amerika ner sind unerschöpflich im Ausbecken der abenteuerlichster: ocen. gent vat auf Anregung eines indigen Journa listen hin in einem Zirkus zu Carson City eine Doppelhoch. zeit zwischen Artisten auf dem Trapez stattgefunden. Die Zeremonie fand in der großen Manege des Zirkus statt, unt cine tausendköpfige Menge war bei der Trauung zugegen. Die beiden Brautpaare in hochzeitlich prächtiger Kleidung schwangen sich auf die Trapeze. Gar prächtig paßte das grelle Rot der Seide zu den fleischfarbenen Trifois, und die jungen Damen standen lächelnd vor ihren Auserwählten. Der Standesbeamte klomm zu seinem hohen Size auf einer eigens errichteten Pyramide empor, und als er vor den bei den Paaren stand, die auf den Recken saßen, vollzog er die feierliche Handlung. Wenige Minuten darauf führten die glücklichen jungen Frauen ihre Trapezkunststücke aus. *[ Der„ Bastard".] Von dem verstorbenen Großherzog von Meulenburg wird eine hübsche Anekdote mitgeteilt. Be kanntlich war der Großherzog äußerst sparsam, und diese Sparjamfeit, weldje ihn im Laufe seiner fast 45jährigen Ne gierungszeit zu einem der reichsten deutschen Fürsten gemach hat, sachte er mit auch auf seine Untertanen zu übertragen. Immer, wenn jemand ihm ein Anliegen vorzutragen hatte, ermahnte er vir Sparsamkeit. Reichen Kinderseger betrach tete er als Sindernis zum Sparen. Deshalb verknüpfte er mit seinem Glückwunsch, welchen er seinen Beamten bei Gelegenheit von Geburten aussprechen ließ, auch stets die Mahmung. numebr es an Kindern genug sein zu lassen. Ginem seiner böheren Forstbeamiten ließ er bei gleicher Gelegenheit durch einen Sofjäger mit seinem Glückwunsch die mündliche Bestellung ausrichten: Und dannit Basta". Der Jäger, der nicht gut verstanden hatte, machte aus diesem Basta" am Schlusse seiner Bestellung:.Sc. fönigl. Scheis ließe mich noc lagen, es wäre vehl ein Bastard." Noch lange pflegte der Großherzog seinen Besuchern diese Geschichte zu erzählen und sich dabei vor Lachen zu hitteln. In n be Ranzleibiener an Rorell auf langjährigen tre feines Nachfolg Das Silberne R mütigen. Uh das Sch + Am ton ein Fall bor un Thalitter, weld Antlage bertri ift R.-A. Klarn In E wie schon berid eines neugebore begangen zu ha meifters Minna Staatsanwalts Unterfuchunge Haberkorn Termins und T in Gießen unter O[ Der Verkauf des alten prenßischen Abgeordnetenhauses hat dem Fiskus das hübsche Sümmchen von 7 200 000 Marf eingebracht. Das Grundstück wurde unter der Hand dem Aktienbauverein„ Unter den Linden" überlassen. Ein weit besseres Geschäft aber hätte der Fiskus noch machen können, wenn er das Verkaufsobjekt öffentlich ausgeschrieben hätte. Das geht daraus hervor, daß dem neuen Besitzer schon wenige Stunden, nachdem der Verkauf perfekt geworden war, von solventer Seite 8 450 000 Mart geboten worden sind. Ein Nußen von 1 Million an einem eben erst gekauften Grundstück ist ein recht fetter Bissen. [ Wie viel Kriege werden zurzeit geführt?] Der Aufstand in Südwestafrika und der Krieg zwischen Rußland und Japan sind es, von denen bei uns alle Welt spricht. Allenfalls noch von den Scharmützeln zwischen Engländern und Tibetanern. Doch daran denken die wenigsten, daß zurzeit auf dem Erdenrunde mindestens noch ein Dußend anderer Kriege geführt werden. Die Freistaaten von Nordamerika sind mit den Philippinen noch keineswegs zum Frieden gelangt, und es werden wohl noch etliche Jahre vergehen, ehe die Vereinigten Staaten die Herzen ihrer neuen Untertanen erobert haben. In Südamerika hören die Kriege überhaupt niemals auf. Die Südamerikaner haben zwei Haupt beschäftigungen: Die eine besteht darin, nichts zu tun, die andere, Revolution zu machen. Wenn der Südamerikaner müde ist, vom Nichtstun, zettelt er sofort eine Revolution an. Augenblicklich ist Uruguay der Schauplatz einer amerikanischen Revolution. Auch im nahen Osten gibt es fortwährend Unruhen und Krieg. Die armenische Nation ist, wenn man den Pro- Armeniern glauben will, schon zehnmal völlig vernichtet worden. Aber es ist immer noch ein starker Rest übrig, und dieser Rest kämpft gegen die Türken. Ebenso machen es die Mazedonier. Der Kampf im Somaliland richtet sich jetzt mehr gegen Italien als gegen England. Außerdem gibt es noch einige kleine Kriege auf dem mächtig fortschreitenden afrikanischen Kontinent. Drei britische Expeditionen gehen in Nigeria vor. In Zwischenräumen wer den auch die britischen Waffen in dem Hinterland von Aden attackiert, und in Marokko macht ein Kronprätendent den dortigen Sultan viel zu schaffen. Schließlich haben wir noch im Norden von Sumatra einen ewigen Krieg zwischen den Eingeborenen Abchinesen und den Holländern zu verzeichnen. Es scheint, als ob dieser„ kleine Krieg" so lange dauern wird, wie die Insel selbst. [ Ein schrecklicher Kampf mit einem Löwen] wird englischen Blättern aus Somaliland berichtet. Der englische Major Ewing hatte gehört, daß ein Mann und ein Bony von einem Löwen getötet worden waren, und ging ins Feld, um auf das Raubtier Jagd zu machen. Er folgte mit einem anderen Offizier der Fährte des Löwen, als dieser plötzlich aus einem Gras- und Dornendickicht hervorkam und nur ungefähr 20 Meter entfernt von ihnen stand. Der den Major begleitende Offizier feuerte, verwundete das Tier aber nur, das jetzt gerade auf die beiden Jäger losging. Diese versuchten, dem Ansprung des Löwen seitwärts auszuweichen. Major Ewing verwickelte sich jedoch mit dem Fuß im Grase und fiel hin. wobei er sein Gewehr verlor. Im nächsten Augenblick stand der Löwe über ihm, riß ihm mit einem Schlage die Schenkel auf und zerfleischte ihn furchtbar. Der Begleiter des Majors feuerte mehrere Schüsse auf den Löwen ab, den er aber erst mit dem vierten Treffer tötete, jedoch zu spät, um den Major zu retten, der fünf Stunden später unter furchtbaren Schmerzen starb. Praktisch, bequem u. angenehm unentbehrlich für Gebirge, Jagd, Sport, Reise, sowie für die See sind meine wasserdichten, wetterfesten, echt steyrische Coden- Fabrikate. Wasserdichte Wetterkragen mit abknöpfbarer Kapuze und Durchgreifschlitz, in tadelloser Ausführung von Mk. 17 110 cm Länge aufwärts Julius Fischer Giessen, Schulstrasse 6. daß die Minna Wochen geboren ja denten, macht bon fich reden 6 Borlach habe fi unterfuchen laffe trobem wurde fi. St. auch regung hin weif und Bürgermeis Fall belümmert gebracht( vergl. amtierenden Bed Eingabe gab R erffeinende L die Berdächtigu wurden, hat n Abgeordneten trag wegen Untersuchung gestern schon +6 Operettenbor ging am Do mit Millöckers fuchte Auffüh außerordentli worden ist. verschiedene! teilten sich d Herren Arnd dem gesamte gehört worde letzten Jahre Stimmung Dieselbe B Dienstag d. vorstellung zu > Der wird seine 16. Oftober A Gr der verw. Grundftüd mann Rap übergegange jegt im Al zum Segen Landesfürft und für 50 war auch borftandes u Gro freudiger Be jubiläum mund zu f Betr.: Aus die Die S ftraße und Robelegungs 11. Juni S Während d dem Bused und Raben Ste Ein g 25 zu kaufen mit B.eis a. morgen Jour eine Doub attgefunden. 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Der Großherzog verlieh ihm das Silberne Kreuz des Verdienstordene Philipps des Großmütigen. - + Am tommenden Montag, den 6. Juni beginnt 91/2 Uhr das Schwu'r gericht. Es liegt dieses Mal nur ein Fall vor und zwar gegen die Karoline Stieglitz von Thalitter, welche wegen Kindesmordes angeklagt ist. Die Anklage vertritt Oberstaatsanwalt Theobals; Verteidiger ift R.-A. Klarnaar. In Eberstadt bei Lich wurde am 23. April, wie schon berichtet, auf dem dortigen Friedhof die Leiche eines neugeborenen Kindes gefunden. Der Verdacht, die Tat begangen zu haben, lenkte sich auf die Tochter des Maurermeisters Minna Görlach, welche dann auf Anregung des Staatsanwalts auch am 30. April sich einer förperlichen Untersuchung erstmals durch den Kreisarzt Med.- Rat Haberkorn gelegentlich eines dortigen abgehaltenen Termins und Tags darauf durch Professor Pfannenstiel in Gießen unterziehen mußte. Beide Herren stellten fest, daß die Minna Görlach in den vorausgegangenen legten 4-6 Wochen geboren haben muß. Der ganze Vorfall läßt sich ja denken, machte in Eberstadt und weiten Umgegend viel von sich reden besonders noch deswegen, weil es hieß, die Görlach habe sich vorher vom Herrn Dr. Schaad in Lich untersuchen lassen, dieser ihre Schuldlosigkeit festgestellt und trotzdem wurde sie in Untersuchungshaft abgeführt, wo sie sich z. Zt. auch noch befindet. Nun hat, auf welche Anregung hin weiß man noch nicht, der Landtagsabgeordnete und Bürgermeister Köhler von Langsdorf sich um den Fall bekümmert und im hessischen Landtage eine Anfrage eingebracht( vergl. 122 d. Blattes), womit er in dieser Sache amtierenden Beamten die schwersten Vorwürfe macht. Diese Eingabe gab Köhler zu gleicher Zeit an die in Hungen erscheinende ,, Landpost" und weil damit die Anfrage resp. die Verdächtigungen in der Presse weiter bekannt gegeben wurden, hat nun das Justizministerium sowohl gegen den Abgeordneten Köhler als auch das genannte Blatt Strafantrag wegen Beleidigung der Beamten gestellt. Die Untersuchung zu diesem Fall ist bereits im Gange und hat Bestern schon Termin stattgefunden. - - + Gießener Stadttheater. Die erste Operettenvorstellung des Großh. Kurtheaters Bad Nauheim ging am Donnerstag als Gastvorstellung in Marburg mit Millöckers, Bettelstudent" in Szene. Die gut besuchte Aufführung bedeutete einen durchs lagenden, geradezu außerordentlichen Erfolg, wie er selten in Marburg erlebt worden ist. Jede Gesangsnummer wurde lebhaft applauiert, verschiedene Dacapos verlangt. In den großen echten Erfolg teilten sich die Damen Herms, Pelerp, Winzert, sowie die Herren Arndt, Rheie, Deil und Kapellmeister Hüsing nebst dem gesamten Personal. Selten ist im Museum soviel Beifall gehört worden. Die durch die Operettenvorstellungen der legten Jahre gezeitigte anfängliche Zurückhaltung ist einer Stimmung der außerordentlichsten Anerkennung gewichen. Dieselbe Bettel student"- Aufführung gelangt nächsten Dienstag d. 7. Juni hier in Gießen als erste Operettenvorstellung zur Aufführung. " P > Der Gesamtbund der Deutschen Bodenreformer wird seine diesjährige Generalversammlung am 15. und 16. Oftober zu Darmstadt im„ Kaisersaal" abhalten. A Grünberg, 4. Juni.( Besizwechsel.) Das der verw. Frau Kropp auf der Londorferstraße gehörige Grundstück ist durch Kauf in den Besitz des Herrn Kaufmann Kappes aus Bensheim für den Preis von 25 000 Mt. übergegangen. Die Uebernahme soll am 1. August erfolgen. Hattenrod. Gemeindeeinnehmer J. Schäfer legt jezt im Alter von 83 Jahren sein Amt, das er über 50 Jahre zum Segen der ganzen Gemeinde geführt hat, nieder. Vom Landesfürften wurden ihm die Ehrenzeichen für langjährige und für 50jährige treue Dienste verliehen. Herr Schäfer war auch Kirchenrechner, Mitglied des Kirchen- und Schulvorstandes und des Ortsgerichts. Groß- Felda, 1. Juni. Heute war unser Ort in freudiger Bewegung, es galt das 50jährige Dienst jubiläum unseres verehrten Lehrers Herrn Schmiermund zu feiern. Die Häuser hatten Flaggenschmuck und Bekanntmachung. alles, Groß und Klein, das Festgewand angelegt, die Liebe und Verehrung zu zeigen, mit denen sie den ge liebten Jubilar erfreuen wollten. Zur Festfeier hatten sich an 200 Personen zusammengefunden, worunter der Herr Kreisrat Dr. Melior, der Herr Defan Sauerwein, der Herr Kreisschulinspektor Matthäi von Asfeld, sowie eine große Schaar Berufskollegen und Freunde bemerkt wurden. Der Herr Kreisrat überbrachte dem Jubilar im Auftrage Sr. Königl. Hoheit den Orden Philipp des Großinütigen. Die Feier wurde durch einen Festgottesdienst von unserem Pfarrverwalter, Herrn Staubach eingeleitet und in wahrhaft erhebenden, tief zu Herzen gehenden Worten gekleidet, die in einem Gebet ihren Abschluß fand. Nach dem Gottesdienste fand im Schulhause die offizielle Beglück wünschung des Jubilars statt. Dann bildete sich ein Festzug durch die Straßen unseres Ortes und zog zum Feſtlokale des Gastwirtes Heinrich Völzing. Hier angekommen wahrlich, die nach altdeutschem Rezept entworfene Speiseerwartete die Festteilnehmer die glänzend gedeckte Tafel und tarte bot etwas wirklich festtägliches. Kreisrat Dr. Melior brachte das Hoch auf unseren geliebten Landesfürst n aus. Nach ihm toastete Kreisschulinspektor Matthäi auf den Jubilar, dann Defan Sauerwein im Namen der Kirchenbehörde Weiffenbach auf die Oberschulbehörde Herr Pfarrer und der Senior der Lehrer des Kreises Alsfeld, Rektor Georgi aus Ermenrod beglückwünschte den Jubilar in flassisch poetischer Weise. Direktor Völzing beglück wünschte im Namen des Spar- und Vorschußvereins GroßFelda und hob die Verdienste des Jubilars während seiner 40jährigen Dienstzeit als Rechner dieser Kasse auf das Glänzendste hervor. Während dem Festgelage wechselten in angenehmer Reihenfolge Musit und Gesangsvorträge, sodaß bald eine festfröhliche Stimmung einzog. Apotheker Gerber führte im Frankfurter Dialekt seinen Pegasus vor, und zeigte, wie eine Reise durch den Vogelsberg sich gestaltet; anmutender Stimmung und bewies die Richtigkeit des Spruches er erzielte großen Beifall. So verlief das Fest in fröhlich aufs glänzendste:„ Es giebt nur ein Groß- Felda, genannt das„ Klein- Paris." *** Weilburg, 3. Juni. Vom 18 Juli bis 20. August soll an der Landwirtschaftsschule zu Weilburg, ebenso wie in den Vorjahren ein Kursus zur Ausbildung von Volksschullehrern in der Ertheilung des Unterrichts an ländlichen Fortbildungsschulen veranstaltet werden. Geeignete Lehrer aus Hessen Nassau, der Rheinprovinz und Hohenzollern sollen daran teil nehmen. *** Frankfurt a. M., 3. Juni. Auf dem hiesigen Viehmarkt herrscht eine flaue Stimmung. Gestern gelangte der bedeutende Ueberstand vom Hauptmarkt am Montag noch einmal auf den Marft. Die Bestzer, bezw. Händler mußten schließlich zu jedem Preise losschlagen. Aus dem Gerichtssaal. Straffammer. Gießen, den 3. Juni 1904. - Der in Gießen wohnhafte Taglöhner Philipp Schick fing zu Alten Buseck, wo er früher wohnte, Streit an, wobei sowohl er als auch sein Gegner Verlegungen erhielten. Schick erstattete bei der Staatsanwaltschaft Anzeige, wobei er die Sache zu seinen Gunsten entstellte. Wegen Körperverlegung und falscher Anzeige unter Anklage gestellt, verurteilte ihn das Schöffengericht Gießen zu 6 Wochen Gefängnis und 10 Tagen Haft Hiergegen wurde sowohl von der Staatsanwaltschaft als auch von dem Angeklagten Berufung eingelegt. Die Verhandlung führte zur Erhöhung der Ge= fängnisstrafe auf 3 Monate.- Im Äerger über das Vorgehen des Amtsgerichts Gießen bei Eintreibung von Kosten ließ sich der Weißbinder Ludwig Peppler 3 von Großen Linden zu beleidigenden Aeußerungen gegen die Beamten genannten Gerichts hinreißen. Er wurde dieserhalb unter Annahme mildernder Umstände zu 3 Wochen Gefängnis verurteilt. Die Weißbinder Heinrich Hachenberger und Hermann Hofmann von Schwalheim wurden durch das Schöffengericht Bad Nauheim wegen Körperverleßung zum Nachteil des dortigen Nachtwächters mit 1 Monat bezw. 10 Wochen Gefängnis belegt. Auf Berufung der Staatsanwaltschaft wurde die Strafe des ersten von einem Monat auf zwei Monate erhöht. Wegen Beleidigung des Briefträgers Kammer zu Stockheim wurde der Schneidermeister Christian Molter dortsebst durch das Schöffengericht Ortenberg zu 2 Wochen Gefängnis verurteilt. Auf seine Berufung wurde heute die Strafe auf 70 Mt. Geldstrafe abgeändert. Zum Schlusse wurde die Berufung des Maurers Georg Schäfer von Grüningen, welcher durch das Schöffengericht Lich wegen Beleidigung des inzwischen nach Erzhausen versett en Lehrers Martin Jung zu 25 Mt. Geldstrafe verurteilt worden war, teilweise stattgegeben und die Strafe auf 15 Mr. ermäßigt. Bekanntmachung. Brieffasten. E. G. in Grünberg. Wir sind heute in der Lage, Ihnen auf die an uns gerichtete Anfrage genügend Aufflärung zu geben. Auf ein diesbezügliches Nachsuchen bei der Eisenbahnverwaltung erhielten wir heute folgenden schriftlichen Bescheid, welcher den meisten Inhabern von Monatsfarten noch unbekannt sein dürfte: „ Inhabern von Monatskarten ist ohne Lösung einer Bahnsteigtarte der Zutritt nur zu den Bahnsteigen zu geftatten, wo 8ige abgehen, zu deren Benuzung die Karte berechtigt." ( Sie durften also in Ihrem Falle den Bahnsteig betreten.) Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. den 5. Juni. Beitweise windig, nur zeitweise heiter, im Voraussichtliche Witterung in Hessen für Sonntag, Süden wolkig, bei fühlerer Nacht tagsüber etwas wärmer, trocken. Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen. Auf ebote. Am 28. Mai. Dr. phil. Robert von Ritter, Privatter in München mit Amalie Auguste Meta von Klipstein dahier, 31. Peter Franz, Taglöhner dah er mit Marie Löber hierfelbst. Am 1. Juni. Ludwig Haubeil, Schausteller dahier mit Emma Walldorf hierselbst. Samuel Rosenbaum, Kaufmann dahier mit Lea Helena Flörsheim in Offenbach. 2. Curt Heinrich Schneider, Schußmann in Bad- Nauheim mit Elisa - Eheschließungen. - Am 28. Mai. Wilhelm, gen. Friedrich Ernst, Fuhrmann dahier mit Emma Krehbaft hierselbst. Enno Johannes Margarete Appel hierselbst. Dertel, Brauer dahier mit Emilie Henriette Friederike Ludwig Ehrhardt, Steinhauer dahier mit Paulina Regina Germer hierselbst. Karl Daubertshäuser, Schuhmacher dahier mit Katharine Hauffmann hier selbst. - Geborene. - - - Am 21. Mai. Dem Metzger Joseph Stein eine Tochter, Antonie. 22. Großht. Grichtsassessor Jakob Keller eine Tochter, Elisabetha Magdalena. 24. Kaufmann Ferdinand Bäc eine Tochter, Martha. 26. Urmacher und Goldarbeiter David Kaminta ein Sohn, Friz. Bahnarbeiter Anton Eder ein Sohn, Anton. Taglöhner Kaspar Spaar eine Dachdecker Martin Tochter, H lene Susanne Marie. Repp eine Tochter, Katharine.- 27. Schneider Heinrich Heinze ein Sohn, Hans. Decorations- und Glasmaler Gustav Gottschalg eine Tochter, Elisabeth Edy. 28. Maurer, Heinrich Schmidt ein Sohn Hans Rudolf. 29. Fuhrmann Ppilipp Möbus eine Tochter, Margarete. 30. Gärtner Adam Nickel ein Sohn, Ludwig August Heinrich Julius. Mezger August Keßler eine Tochter, Martha. Königl. Eisenbahn- Betriebssekretär Johann Josef Nicolaus Althaus eine Tochter, Gertrud Ottilie. 31. Eisendreher Ernst Georg Wilhelm Schmidt eine Tochter, Katharine Juliane. 2. Juni. Assistenzarzt Dr. Franz Vollhardt eine Tochter, Adelhaid Jos fine Clothilde. - - Gestorbene. Am 29. Mai. Karoline Fischer, geb. Ramspec, 67 Jahre alt, Ehefrau des Schneidermeisters Georg Fischer dahier. Emilie Elisabethe Margarete Schneider, 1 Jahr alt, Tochter des Taglöners Peter Schneider dahier. Heinrich Zinßer, 81 Jahre alt, Schlosser dahier. Peter Jakob, 56 Jahre alt, Taglöhner dahier. Christian Nickel, 26 Jahre alt, Geschäftsführer dahier. Johannes Schmidt, 76 Jahre all, ohne Beruf dahier. 1. Juni. Theodor Elias Becker, 19 Jahre alt, Student dahier. 2. August Eimer, 8 Mte. alt, Sohn des Fuhrmanns Johann Georg Eimer dahier. Marktberichte. - Gießen, 4. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkt lofteten Butter per Pfd. 80.- 1.00 m., ühneveter per Stüd 5-6 Pfg., Enteneter St. 7 Pfg.. Käse per St. 6-8 Pfg, Käsematte 2 St. 5-6 Bfg., Erbsen per Liter 21 Pfg., Linjen per Viter 32 fg., Tauben per Paar !. 0.80-1.00, Hühner per Stüd. 1.30-1.40, Hahnen, per Stud 0.80-1.70, Enten per Stüd 1.70-2.20, Gänse per Pfd. 65-70 Pfg., Ochsenfleisch per fb. 70-80 3fg., Rindfleisch per Pfd. 62-68 Pig. per Pfb Schweineflet 60-72 fg. Soweine fletsch gesalzen per Pfund 0.76 Big., Halbfleisch per fb. 68-76 Pfg., Hammelfleisch per Pfd. 50-74 Pfg. Kartoffeln pro 100 kilo 6.00 mt., Gentner 20-25 Mr. Milch per Liter 18 Pfa. Dauer der Marktzeit Zwiebeln per 3t. Mr. 7.00-10.00, Aepfel per von 7 Uhr morgens bis 1 Uhr Nachmittags. Gegenstände des nicht, und während der ersten drei Stunden der Marktzeit im UmWochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Marktzeit überhant herziehen feilaeboten merden. Verantwortlich: für den politischen, vermischten und unterhaltenden Teil Albin Klein Gießen; für den lokalen Tell Karl Klose, Grünberg. An- und Verkauf Ein braver Junge In der Woche vom 12-19. Juni d. Is. findet von gebrausten Möbeln, Betten, der das Schlofferhandwerk erlernen eine durchgreifende Räumung der Wieseck statt. Wir Bletdern, Wäsche, Wefen und Herden, Metallen, Eisen, Lumpen und nochen, Einwill, wird gesucht. Gießen, Oftanlage 3. In meiner mech. Schreineret Betr. Ausführung der Wasserleitung für die Gemeinde Wieseck. Die Kreisstraßenstrecke zwischen der Philosophen- machen hierauf die Pächter von Teilen der Wieseckbösch Gold und Silberfachen, Antiquitäten, Wilh. Nagel, Schlossermſtr. straße und der Pfordt in Wieseck wird vorzunehmender ungen unter dem Anfügen aufmerksam, daß es sich sowie Webernahme ganzer Rohrlegungsarbeiter halber vom 6. bis einschließlich empfehlen wird, die Aberntung des Grases in der vorrichtungen. 11. Juni. Js. für den Durchgangsverkehr gesperrt. bergehenden Woche vorzunehmen, da die Stadt vertrags- suis Rothenberger Wtr mit Während dieser Zeit hat der Verkehr von Gießen nach mäßig für Schäden, welche durch die Reinigung der Ein braver Junge dem Buseckertal, und umgekehrt, durch die Schulstraße Wieseck und Fortschaffung des Abraums entstehen, nicht und Rabenauerstraße in Wieseck zu erfolgen. aufzukommen hat. Gießen, den 2. Juni 1904. Großherzogliches Kreisaint Gießen. J. V.: Dr. Wagner. Ein gebrauchtes Breaf zu kaufen gesucht. Offerten mit P. eis a. d. Exp. d. Bl. erb. Mädchen erhalten zu jeder Zeit bei hohem Lohn aute Stellung durch Frau Sparr, Gießen, Bahnhofstraße 30. 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Bahnhofstrasse 66 Aufstellung des Festzuges auf Oswaldsgartent. 3 Minuten vom Bahnhof Von nachmittags 3 Uhr ab: Großes Konzert im Garten des Neuen Saalbaues ausgeführt von der gesamten Kapelle des Inf.- Reg. Kaiser Wilhelm( 2. Großh Heff.) Nr. 116 unter persönlicher Leitung des Großherzogl. Musikdirektors Herrn Kranke, sowie unter geft. Mitwirkung des Bauerschen Gesangvereins, unter Leitung des Dirigenten Herrn Kapellmeister Polster. Weihe der Fahne. Belustigungen aller Art Preisschiessen. Tanz. Montag, 13. Juni, vormittags 10% Uhr: Frühschoppen im Hotel Stadt Mainz. Hochachtungsvoll Hermann Mitteldorf. Wilhelm Amend Café Bahnhofstrasse 66 Telephon Nr. 152. Konditorei Gemütliches Lokal für Familien und Vereine. Die neuerrichteten komfortablen Gartenlokalitäten mit gedeckter Halle Nachmittags Ausflag nach dem Gleiberg. Abfahrt mit der Biebertalbahn 3.25 Uhr. einige Eintrittspreise: für die Veranstaltungen des Nachmittags für Nichtzugteilnehmer an der Kasse 50 Pig. Ju den Vorverkaufsstellen bei den Herren R. Buchacker, Neuen- Läue 11, Karl Graf, Kirchenplay 15, Ph. Hermann, Seltersweg 33, C. G. Kleinhenn, Bahnhofstraße 59, Johannes Seibel, Ludwigsplatz 40 Pfennige. Familienkarten auf Namen mit 2 Beikarten 1 Mark. Die Einwohnerschatt Giessens wird höfl. gebeten, die Häuser, hauptsächlich der Strassen die der Festzug passiert, zu schmücken. Deuer Saalbau, Giessen. Freitag, den 10. Juni, abends 8 Uhr: Konzert des Königlichen Musikdirektor8 Adolf Boettge. ( Begründer der bistorischen National- Konzerte) mit der gesamten( 50 Musiker) Kapelle des Bad. Leib- Grenadier Regts.( Karlsruhe). Programm: Oesterreich- Ungarn in Lied und Taaz mit Nationalinftrumenten. Die Kapelle hat es unternommen, musikalische Aufführungen 31 veranstalten, welche dem Publifum ein getreues Bild von der Listorischen Entwickelung der Nationalmusif aus aller Herren Länder Leben soll. 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Bürgermeisteret Daubringen offen, woselbst auch die Angebote mit entsprechender Aufschrift versehen, verschlossen und portofrei bis zum einzureichen find. Die Eröffnung der Offerten findet um 8. Juni d. J., vorm. 11 Uhr die genannte Beit in Gegenwart der etwa erschienenen Bieter statt. Edgar Borrmann, Giessen. Befatt Neustadt 11. Eisenhandlung Telefon 298. empfiehlt Spaten, Landw. Geräte, Petroleum- u. Gaskocher, Drahtgeflechte, Wasch- u. Wringmaschinen, Wagen u. Gewichte, Stachelzaundraht, Mangeln, Wäschetrockner, Fleischhack- u. Beibemaschinen, Basenmäher, Vogelkäfige und Büchter- Utensilien, Messerputzmaschinen, Stehleitern, Fischereigeräte, Dr.Klein's- Fleischsaftpressen. Flechtrohr, Cocosfaserstricke und Baffia- Balt etc. Gießen, den 3. Juni 1904. Großherzogliche Kulturinspektion Gießen. Wißmann. Vergebung von Bauarbeiten. Die zum Neubau des erforderlichen Glaser- und Schreinerarbeiten Herrn Ludwig Balfer zu Rödgen sollen auf dem Submissionswege vergeben werden. Offertenformulare fönnen bei dem Unterzeichneten in Empfang genommen, Zeichnungen und Bedingungen dortselbst eingesehen werden. Offerten, mit entsprechender Aufschrift versehen, sind Grosse Würzkraft, bis Mittwoch, den 15. d. Mts., bet demselben einSchmackhafte Kost erzielt die Hausfrau mit MAGGI's Wüze deshalb sehr ausgiebig im Gebrauch zureichen. Bestens empfohlen von Louis Belloff, Giessen Neue Bäue 10. AUTOL unübertroffenes Oel H.mobius Sohn für Motorwagen& Motorzweirader. Hannover. * Basel Gießen, den 4. Juni 1904. 2. Wehrum. Für Bäcker!< Brotpreis Formulare hält stets am Lager Str. 129 Monnementopret Haus gebracht Bootsbetingen: Ob wab bie teke Das Blatt cridhet 2 fitr Ob Ent Vert [ Vol Das deutsche Reich ber öfterreichisch- ungar getroffen, um die Bo neuen Handelsvertrag im wesentlichen um d gegenseitige Bugeftänd offerreichischer Seite o günstige Bedingungen fehr, zwei Forderunge durch die Mindestzölle mungen die Hände ge Breffe der Meinung überhaupt gefährdet adt gelassen. Einma Deutschland sich zu de land verhält wie 45: Monarchie an dem G mens ist also dreifac fommt noch ein sehr Beffimisten vollständig Reichshälften des bef einen neuen Zolltarif aber zwischen ihnen ei gemeinschaft in dem Bustandekommen eine der Handelsvertrag g also nicht in der Lag den veterinärpolizeili entgegenzufezen. Au pflichtung hinzu, daß Bundesfreundlichkeit So sehr alle diese rühren, so spielt sich engen Kreise der Ge ift von ganz andere allen Dingen die Fra Schule in dem Vorder dem Zedlitzschen An liberalen Partei ein der Wählerschaft er greift und der allmä übertragen wird. Lehrergehälter regelr lige Schulunterhaltu u diesem Zwecke die von der allerdings jdaft stellt indes das in den öffentlichen B Tringlichkeit die F gedrängt. Wie der mag, die Spuren d nicht verfchwinden, u lein so heißerfehnte nicht zu erreichen h Ronfeffionsschule er puls ein sehr bead Leben, der, wenn c einzelnen liberalen die nächsten Wahle boraussehen läßt. Diese Bewegun offiziellen Regieru dem Bapsttum ge faiedenheit fortge fdafter beim Batif angetreten hat, ist der Nuntiatur und bleibt inzwischen in Bofifche Regierung Proteftes an die fr hieß es, der Fürst Liebesdienst erwiese Portugal habe den Sachverhalt hier do gal hatte die Absich ficher Better ist, ein Cs wurde ihm aber dann feine Beziehu in Frankreich wah abfommen, das jo deffen ist einstweil in Rom aufgegebe Besonders fein diefer geplanten freundschaftliche Konig bo: Portug fait von England Den italienischen das Kielwasser der Land trägt ja übe gegen das Verhalt die Expedition. abfticht, feine Fre