Nr. 54. Wonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., m's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen viertelfährlich Mr. 1,50. atisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Bas Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Freitag, den 4. März 1904. Gießener 13. Jahrgang. Jusertionspreis: Die einspaltige Betttzelle für ganz Ob Hessen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. fonft 15 Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Bostzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen, Seltersweg 88 Hernsprechanschluß Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wezlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Hfylfreiheit und Afylpflicht. CB. Unverkennbar geht ein weltbürgerlicher Zug durch die moderne Menschheit. Die neuzeitigen Verkehrsmittel haben Staaten und Völker einander nahe gebracht, und die Güter der Erde, so verschieden sie auch nach ihrer Produktion ſein mögen, werden mit Windeseile über Länder und Meere getragen. Unter diesen Umständen würde sich das Absperrungssystem früherer Jahrhunderte schwer behaupten lassen auch der Einwanderung gegenüber ist es nicht mehr möglich. In allen Kulturstaaten der alten Welt hat man das Prinzip, fremden Staatsangehörigen, sofern sie friedlichen Beschäftigungen nachgehen, den Aufenthalt anstandslos zu gestatten. Das ist herrschendes Fremdenrecht. Aber wie es in allen Fragen geht, wird auch hier von den Interessenten und deren Sachwaltern sehr leicht das Fremdenrecht einer bedingten Asylfreiheit mit einer Asylpflicht des Staates verwechselt, die aber nicht besteht. Der Reichskanzler hat die rechtliche Sachlage in wenigen Worten zutreffend charakterisiert, indem er denjenigen Fremden, die sich unter unsere Gesetze stellen, den staatlichen Schutz zusicherte, den ungefeßlichen Elementen aber die Ausweisung ankündigte. Es ist ganz selbstverständlich, daß Ausländer hier kein größeres Recht genießen dürfen, als die eigenen Untertanen eines Staates. Danach kann der Schmuggel von Schriften revo= lutionärer Art den russischen Untertanen unter keinen Umständen gestattet werden. Allerdings wird von manchen Seiten darauf hingewiesen, daß die nihilistischen Bestrebungen vielfach nur die Einfüh= rung unserer hier in Deutschland geltenden Einrichtungen erreichen wollen. Das ist richtig; aber man darf diese Elemente nicht nach ihren Zielen, sondern man muß sie nach ihren Mitteln beurteilen. Sie wollen die Reform des russischen Staatsregiments durch den sog. Terror, d. h. durch die Bedrohung der jetzigen Machthaber mit Gewaltmaßregeln durchsetzen. Die ganze Bewegung trägt also die Vorbereitung ungesetzlicher Afte in sich und ist eine Gefahr für den inneren Frieden eines benachbarten Reiches. Würde man solche Vorbereitungen ungestört geschehen lassen, so wäre das unvereinbar mit den bestehenden guten Beziehungen. Wer die Verhältnisse vorurteilsfrei und objektiv beurteilt, wird zugeben müssen, daß die preußische Staatsregierung mit ihrem scharfen Vorgehen gegen die russischen Terroristen nur den bestehenden Verhältnissen Rechnung getragen hat und auch die seit der Ermordung des Polizeirats Rumpff in Frankfurt offen bekannt gegebenen Prinzipien befolgt. Seit jener Beit gilt der Anarchismus für Deutschland als eine, um ein Wort des Reichskanzlers zu gebrauchen, moralische Seuche, die mit allen Mitteln des modernen Staates verfolgt wird. Vor allem aber dürfen diese Revolutionäre nicht mit den Enthusiasten des Jahres 1848 auf eine Stufe gestellt werden. Das waren Männer, die zunächst auf gesetzlichem Wege eine Aenderung der Verfassung anstrebten, und als ultimo ratio einen offenen Kampf zwischen Volks- und Fürstenmacht in Aussicht nahmen, mit einem Worte, wie man auch sonst sich zu ihrem Vorgehen stellen mag, Männer, keine Feiglinge, die aus dem Hinterhalte die Bombe schleudern oder im Dunkel den Mordstahl schwingen, damit der Terror, der Schrecken vor dem Ungewissen und Fürchterlichen, den Inhabern der Staatsgewalt Zugeständnisse abringe, die sie sonst nicht gewähren würden. Die Terroristen wollen also nicht die Gegner geistig überzeugen oder in einem offenen Kampfe physisch besiegen, sondern diese sollen durch den Schrecken und Das Grauen in den Zustand beschränkter Willensfreiheit verjetzt werden. Dazu aber kann fein Staat eine Heimstätte bieten. Selbst die Schweiz, die das Asylrecht für politische Flüchtlinge proklamiert hat, beschränkt dieses durch die Veroflichtung der Flüchtlinge, keine ungesetzlichen Handlungen zu begehen auch nicht gegen einen fremden Staat. Der Krieg in Oftalien. Mit Spannung erwartet man amtliche Aufklärungen über die Truppenbewegungen im nördlichen Korea, wo man am ehesten auf einen ernsten Landkampf zwischen Japanern und Russen rechnen kann. Es scheint, als ob die Japaner der bereits bis Phöngjang( Pingjang) vorgedrungenen russischen Vorhut den Rückzug auf die Hauptarmee abschneiden wollen. Eine neue japanische Landung an der Plaksinbucht hat unzweifelhaft diesen Zweck. Aus Wladiwostok wird darüber gemeldet: Man teilt aus einer Privatquelle mit, daß die Japaner in der Plaksinbucht( Nordostküste von Korea) 2900 Mann von drei Dampfern, die von drei Kriegsschiffen begleitet waren, gelandet haben. Die Landung fand in der Nacht statt. Die Japaner rückten dann auf Maoschan zu, der Truppenteil hatte Marineartillerie. Tiefer Schmee hinderte das Vorgehen. Maoschan oder Mangsan liegt nordöstlich von Phongjang und bedroht, wenn sich die Japaner dort festsetzen, die rückwärtige Verbindung der bis Phöngiang ausgefchwärmten Russen in der gefährlichsten Weise. Vor Phongjang, das von 6000 Japanern, darunter 200 Reitern, besetzt ist, stoppten die leichtberittenen russischen Kosaken notgedrungen, da sie mit wohlgezieltem Feuer empfangen wurden, doch haben sie, wie General Pflug meldet, ihre Refognoszierungen in der Richtung auf Gensan( direkt östlich) fortgesetzt und sind auf feinen Feind gestoßen. Die Russen täten aber nach dem vorher Gesagien gut, sich dadurch nicht in strategische Sicherheit wiegen zu lassen. Die Lage Port Arthurs gilt weiter als äußerst gefährdet. Die von uns gelegentlich des neulichen Erlasses General Stößels geäußerte Vermutung, daß womöglich den Japanern eine Randung auf der Halbinsel Liaotung bereits geglückt sei, scheint sich in für die Russen verhängnisvoller Art zu bestätigen. Aus Washington wird dazu berichtet: Japanische Streitkräfte landeten auf der Halbinsel Liaotung, um die Einschließung von Port Arthur vom Lande aus ins Werk zu setzen. Wenn die Nachricht sich als wahr erweist, so ist das Schicksal Port Arthurs in absehbarer Zeit besiegelt, um so mehr als die Japaner große Strecken der mandschurischen Bahn zerstört haben sollen, so daß Truppennachschübe von russischer Seite ungemein erschwert sind. Auch spricht man davon, daß sie bei Niutſchwang Truppen landen werden, um die Eisenbahnstrecke von Port Arthur nach Mukden abzuschneiden. Die Russen befürchten auch das Schlimmste von der Feindseliit der Chinesen, wie das nachfolgende Telegramm aus Tientsin beweiſt: Der chinesische General Ma soll sich mit 10 000 Mann nur noch 70 Kilometer von Mukden befinden, und zwar im Bezirk Schinmintun, durch den der ganze Handel aus. Peking seinen Weg nach der Ostmongolei und nach Mukden nimmt. Der Vizekönig Yuanschikai steht mit 15 000 Mann im Norden von Schanhaikwan. Die Russen befestigen Mukden und die Ortschaften südlich davon mit der größten Eile. In Haitscheng sind tausende bon Kulis Tag und Nacht mit der Anlage von Verschanzungen und Wällen beschäftigt. Die Politik. + Eine neue Flottenvorlage ist in Sicht! In der gestrigen Sigung der Budgetkommission erklärte bei der Beratung des Marineetats der Staatssekretär v. Tirpit, als ihm aus der Kommission vorgehalten wurde, die im Etat neu geforderte Offiziersstellenvermehrung deute auf eine neue Flottenvorlage:„ Die Behauptung, eine neue Flottenvorlage werde vorbereitet, trifft in diesem Punkt( Zuruf aus der Kommission: In diesem Punkt!)- jawohl, in diesem Punkt der Stellenvermehrungen nicht zu." Das bedeutet tatsächlich, daß eine neue Flotten vorlage vorbereitet wird. Ueber ihren Inhalt verlautet selbstverständlich einstweilen noch nichts. O Als Nachfolger des zum 1. April d. J. in den Ruhestand tretenden kommandierenden Generals des 11. Armeekorps, v. Wittich, ist der diensttuende Generaladjutant des Kaisers und Kommandant des kaiserlichen Hauptquartiers, General der Infanterie v. Plessen in Aussicht genommen. Zum Hereroaufstand liegt heute eine Privatmeldung bor, die von einem erfolgreichen Gefecht mit Ovambos zu berichten weiß. Die Station Amotini, in der Etoschagegend, wurde- an welchem Tage, ist aus der Meldung nicht ersichtlich von den Ovambo überfallen. Die Stationsbesatzung, sage und schreibe se chs Mann, hielt dem Sturm großer Ovamboscharen stand, tötete 56 und verwundete viele. Bald darauf traf eine Patrouille ein, um die Stationsbesagung nach Grootfontein zu bringen. Die Owambo gehörten zu Necheles Kapitänschaft. Necheles im Westen ſizender Bruder Kambon de ließ, durch den Mißerfolg der Horden jeines Bruders eingeschüchtert, durch finnische Missionare Seine Freundschaft nach Dutje versichern. frankreich. )-( Zu einem offenen Konflikt ist es zwischen dem Erzbischof von Lyon und dem Kabinet Combes geCommen. Der Erzbischof, Kardinal Coullie, wurde wegen Mißbrauches der Amtsbefugnis vor den Staatsrat gefordert, veil er fürzlich, gleichzeitig mit anderen Kardinälen, ein Protestschreiben an den Präsidenten der Republik richtete. Coullie erklärte, er werde sich dem Staatsrat nicht stellen. Wenn das bedenklich wackelnde Kabinet Combes nicht bald in die Brüche geht, wird der Kardinal wohl den Kürzesten ziehen. A Recht erquickliche Zustände scheinen bei der Kriegsmarine der zweiten Seemacht der Welt" zu herrschen. Neulich wunderte man sich, wie lange es dauerte, bis der Kreuzer " Sully", der nach Ostasien abgehen sollte, seeklar war. Die Verzögerung der Instandsetzung des Schiffes, das über fünf Monate nach dem Empfang der Segelordre noch im Hafen lag, wird dem Marineminister Pelletan zur Last gelegt: Gi soll die Mitteilung von der Abgangbereitschaft der„ Sully" fünf Monate im Ministerium haben liegen lassen, ohne trot wiederholter telegraphischer und schriftlicher Vorstellungen die Genehmigung für Fertigstellung und zur Ausreise des Schistes zu geben! Nicht minder heikel liegt der Fall des bekannten Panzers Jaureguiberry". Der Komman bant des Schiffes, das Ende dieses Monats Toulon ver lassen sollte, hat festgestellt, daß sämtliche Trink. vasserbehälter des Schiffes durchlöchert sind. Der Seepräfekt hat eine Untersuchung eingeleitet, ob Böswillig. keit vorliegt, um die Abfahrt des Schiffes zu verzögern. Was sollte sonst vorliegen? Ein nettes Symptom für den Geist, der in der französischen Marine herrscht! Hof und Gesellschaft. *** Wie aus Bremerhaven gemeldet wird, ist das Panzerschiff Kaiser Wilhelm II." mit dem Kaiser an Bord sowie die Begleitschiffe in der Wesermündung bei Hoher WegLeuchtturm vor Anker gegangen. Die Landung in Helgoland mußte wegen des starken Seeganges aufgegeben werden. In Helgoland beabsichtigte sich der Kaiser vor allem über den Stand der Schußarbeiten zu informieren, die nach seinem vorjährigen Besuche auf der Insel auf seine Veranlassung in die Wege geleitet wurden. Es sollte auch eine eingehende Beratung darüber stattfinden, ob die Schießübungen mit den schweren Saubigengeschüßen im Hinblick auf die Erschütterungen, die sie für den Inselgrund hervorrufen, vielleicht ganz zu unterbleiben haben. Heer und flotte. Das neue deutsche Feldgeschük. Mitteilungen, die de preußische Kriegsminister vor kurzem in der Sitzung der Budgetkommission gemacht hat, lassen erkennen, daß für das neue deutsche Feldgeschütz eine bestimmte Konstruktion angenommen worden ist, die es in die Klasse der Schnell feuergeschüße mit langem Rohrrücklauf einreiht. Es handel sich um ein Geschütz, das die Militärverwaltung, des als friegsbrauchbar ausgeprobten Kruppschen Geschüßes ohne sich um ein Geschütz, das die Militärverwaltung auf Grund des als kriegsbrauchbar ausgeprobten Kruppschen Geschützes ohne irgendwelche Verlegung anderer Patente in ihrer Werkmacht werden können, ist es, die für das neue deutsche Feldgeschütz in Aussicht genommen ist. Die amtliche Bezeichnung dieses Geschützes wird, wie üblich, nur das Konstruktionsjahr führen; will man es aber nach seiner Herkunft bezeichnen, so wird man es Feldgeschütz Spandau nennen müssen. Ein großer Admiralstab der Marine soll nach kaiserlicher Anordnung außer dem bereits bestehenden Admiralstab der Marine in Berlin analog dem großen Generalstab der Armee gebildet werden. Zu demselben sollen alle Chefs der Stäbe und alle Admiralitäts- Offiziere, die auf Schiffen in den heimischen und außerheimischen Gewässern tätig sind, gehören. Hus den Parlamenten. * Nach der dem Reichstage zugegangenen Uebersicht über die rechtskräftigen Bestrafungen aus dem Jahre 1902 wegen Zuwiderhandlungen gegen die Arbeiterschuhbestimmungen der Gewerbeordnung sind im Jahre 1902 insgesamt 5621 rechtskräftige Verurteilungen erfolgt; es wurden 5943 Personen bestraft, darunter 4 mit Gefängnis. Die verhängten Geldstrafen schwankten zwischen 3 und 300 Mark; die geringste Strafe von 3 Mark wurde in der Mehrzahl der Fälle verhängt. * Der von den Freikonservativen im preußischen Abgeordnetenhause beantragte Geseßentwurf wegen Gewährung von Beihilfen an Veteranen aus dem Kriege gegen Dänemark 1864 besagt im wesentlichen:„ Die ehemaligen Angehörigen des preußischen Heeres und der Marine vom Feldwebel abwärts, welche an dem Kriege gegen Dänemart 1864 Anteil genommen haben, erhalten eine jährliche Beihilfe von 120 Mt., wenn sie unbescholten sind und weniger als 600 Mt. Jahreseinkommen haben. Diese Beihilfe von 120 Mf. wird um denjenigen Betrag gekürzt, um welchen das Einkommen des Verechtigten durch Gewährung der Beihilfe 600 Mt. jährlich übersteigen würde, und unterliegt nicht der Beschlagnahme." Deutfcher Reichstag. ( 48. Sizung.) CB. Berlin, 3. März. Wie reichhaltig das Menu ist, das seit einigen Tagen die Kost der Juristen des Reichstags bildet, mag man aus der Speisekarte ermessen, die lediglich der erste Redner der heutigen Sigung, der Reichsgerichtsrat Dr. Spahn, dem Hause auftischte. Denn die Juristendebatte dauert auch den ganzen heutigen Tag fort. Er behandelte der Reihe nach die Art der Publikation des Reichsgerichts, die Entscheidungsgründe des Reichsgerichts in Sachen des Börſengeſeßes, die Immunität der Abgeordneten, die Beschimpfung kirchlicher Einrichtungen, die Duellfrage, die StrafmündigkeitsAußerordentlich ver ig lieber Junge! mmerhin Rücksicht nehmen, daß Na, dein Haus zu repräsentieren. deine Gemahlin bei festlichen mußt du bei deinem Wohl auch( liten berpflichtet ist, Wir find eine alte, hochlieren wollteſt, fo darfst du in feiner Weise vernachläffigen, wenn du dich ſoangefehene Familie, den Verkehr mit beinen Gutsnachbarn Das liegt nicht in mein or fight" nun habe ich dieren, fondern mir piene Museum zu verkaufen. bei dem Fürsten einführen und große Münzensammlung hier Sch hörte es von Baron b. Holbach der mit Durchlaucht ich erfahren, daß der Fürst geneigt ist, die von ihm, das mich befreundet ist, habe auch ein Schreiberitieren son. Wenn der Preis nicht zu hoch iſt, möchte ich die Samlung kaufen." Je mehr sie alt und klar, je stiller wird sie sein. Die Liebe, wenn sie neut, braust wie ein junger Wein, Darja. Novellette von Igra Na st. pen. Gold? merkt haben. ben, wenn du mit mir nach Petersburg kommen und dich Närrchen!" sagte Schukow, und gab ihr einen leichten " Davon müßte ich doch auch schon einmal etwas geIch meine, du könntest reich wer O, nein!" fam es ungläubig über ihre LipSchlag auf die Wange. grenze, die Revision der Strafprozeßordnung, die Meineidsfrage, die Bestrafung des Kontraktbruchs, die Revisionen vor dem Reichsgericht, die Frage der Gesetzmäßigkeit des preußischen Ansiedlungsgeseßes u. s. w. u. s. w. In ähnlicher Weise geht die Debatte weiter und fast wie eine Erfrischung wirkt dazwischen eine Auseinandersetzung zwischen dem Sozialdemokraten Bernstein einerseits, dem Staatssekretär und den Abgg. Trimborn und v. Riepenhausen auf der anderen Seite über Koalitionsrecht und Terrorismus. Schließlich ging aber auch die Justizdebatte zu Ende; aber sie wäre unvollständig gewesen, wenn nicht auch diesen Etat die Polen zur Vorbringung ihrer besonderen nationalen Klagen benugt hätten. Staatssekretär Dr. Nieberding gab dabei die Erklärung ab, daß in der gegenwärtigen Zeit der antideutschen Agitation die vorjährige Resolution des Reichstags über die Führung polnischer Namen unausgeführt bleiben müsse, die Polen also in dieser Beziehung auf kein Entgegenkommen rechnen dürfen. Preussischer Landtag. Haus der Abgeordneten. ( 32. Sizung.) RK. Berlin, 3. März. Etwas feuchtfröhlich begann die heutige Debatte: Zwei Weinproben wurden den Herren Volksvertretern in Aussicht gestellt und schmunzelnd willkommen geheißen. Befanntlich hat jüngst Herr v. Podbielski im Abgeordnetenhause eine Weinprobe von Gewächsen aus fiskalischem Besitz veranstaltet. Damit hat er Schule gemacht: Die Abgeordneten Lotichius für den Rheingau und Wolff- Biebrich haben nämlich die Kollegen für einen Tag in der nächsten Woche auch zu einer Weinprobe eingeladen, die in den Erfrischungsräumen des Abgeordnetenhauses vor sich gehen soll. Hierzu werden etwa 70 Marken vom Rhein und seinen Neben= flüssen in genügender Flaschenzahl bereit stehen". Und da aller guten Dinge drei sind, erhielt das Haus heute die Einladung zu einer dritten Weinprobe: Vor Eintritt in die Tagesordnung nahm der Abg. für Kochem- Mayen, Dr. Rügenberg, das Wort, um unter allgemeiner Aufmerksamkeit in launiger Rede das Haus zu einer Moselweinprobe nach Ostern einzuladen. Der Moselwein soll nämlich bei der zweiten Weinprobe nicht vertreten sein. Unter fröhlichen Bravorufen und Heiterkeit schloß der Redner. Das nüchterne Thema des Bauetats fam aufs Tapet. Wie gestern, wurden auch heute faſt ausschließlich Lokalwünsche zur Sprache_ge= bracht. Schließlich wurde der Bauetat genehmigt. Morgen kommen die Eisenbahnen dran. ( 6. Sizung.) Herrenhaus. ranten sein, die beim Fortgehen einige Tausendrubenchme auf dem Schreibtisch des gestrengen Tschinownik vergessen"; els gibt auch Rechenfehler, die mitunter recht einträglich werden können. So auch fürzlich hier. Sechzig junge hiesige Aerzte erhielten vor etwa zehn Tagen Order, zu den Lazaretten nach Chabazowsk und Wladiwostok abzugehen. Fünf Tage Frist wurde ihnen gewährt, um ihre Privatangelegenheiten zu regeln und sich für die Reise zu rüsten. Jeder der jungen Mediziner bekam 1400 Mark ausgezahlt für Uniform und Reisespesen, d. h. ungefähr die Hälfte von dem, was sie eigentlich dazu benötigten. Die Mehrzahl fügte sich, wenn auch murrend, in ihr Schicksal. Einer aber, gewißter als die andern, fand heraus, daß hier etwas faul sein müsse, und ging stracks ins Hauptquartier, um gegen die miserablen Diäten zu protestieren. Der Erfolg war nicht überraschend, aber doch wunderbar. Es wurde aufgedeckt, daß ein jeder der jungen Aerzte nicht auf 1400, sondern auf 2620 Mark Anspruch hatte. Es hatten sich also nicht weniger als 80 000 Mark auf diesem nicht mehr ungewöhnlichen Wege verkrümelt. In welche Taschen sie geflossen sind, das wird wahrscheinlich auch die anberaumte strenge" Untersuchung kaum zu Tage fördern. RK. Berlin, 3. März. Die dem Herrenhause zugegangene Ansiedlungsnovelle wurde heute der ersten Beratung unterzogen. Die Novelle will das Ansiedlungswesen in der Weise regeln, daß alle Ansiedlungen, gleichviel ob es sich um Einzelanſiedlungen oder Kolonieanlagen handelt, von der Genehmigung der Kreisausschüsse abhängig gemacht werden. Außerdem sollen nur solche Ansiedlungen gestattet werden, gegen die der Präsident der Ansiedlungskommission nicht Einspruch erhebt. Die Ansiedlungstätigkeit der polnischen Parzellierungsbanken im Osten soll dadurch verhindert werden. In der Debatte wurde die letzterwähnte Bestimmung bereits von dem konservativen Redner v. Below- Salesfe angegriffen. Von den sonstigen Rednern ist namentlich noch die des Polen Fürsten Radziwill bemerkenswert, der die fragliche Bestimmung in längerer Darlegung als Bruch der preußischen wie der Reichsverfassung bezeichnete. Die Minister v. Pod- bielski und Hammerstein traten entschieden für die Novelle ein. Die Novelle wurde schließlich einer Kommission überwiesen. Ein ruffifcher Militär- Skandal. A Warschau, 3. März. in Uhr morgens ließ er ihn vom Lagerfeuer weg durch den Reiter Rieberger in den Busch schleppen und befahl diesem, pen Cain, einen Hererobastard, zu erschießen. Anfänglich zögerte der Reiter, dann schoß er auf den wehrlos Daliejenden. Die Kugel zerschmetterte den rechten Oberschenkel. Da rief der Bastard in deutscher Sprache:„ Warum erschießt hr mich?" Jett trat der Prinz hinzu und gab auf den Blutenden mit einem Dienstgewehr einen Schuß in den Kopf ab. Trotzdem lebte der Unglückliche noch und blieb bei vollem Bewußtsein. Da rief der Prinz:„ Ich kann nicht anders, er muß sterben!" Nun befahl er dem Kieberger, das Seitengewehr zu ziehen und den Cain zu erstechen. Der Reiter bollzog auch diesen Befehl und stach Cain wiederholt in die Herzgegend. Da aber der Bastard noch weitere Lebenszeichen von sich gab, bohrte ihm der Prinz den Ladestock ins Gehirn, bis Cain starb.- Die Zeugenbernehmungen fanden zum größten Teil unter Ausschluß der Deffentlichkeit statt. Und unter das Rubrum Militärskandal gehört auch die Art, wie unter den Finländern Freiwillige" für den Krieg geworben werden. Man war nicht überrascht, als hier bekannt wurde, daß in Wladiwostok, Moskau und Nischni- Nowgorod sich Freiwilligenkorps bildeten. Es sind Russen, die ihre Kraft und ihr Leben ihrem Vaterlande zur Verfügung stellen wollen; das ist ihr Recht und ihre Pflicht. Allein erstaunt war man, als hiesige Blätter in spaltenlangen Artikeln zu erzählen wußten von der Kriegsbegeisterung und der Opferwilligkeit, die sich in Finland geltend machen in Finland, das getreten und mißhandelt wird von der russischen Regierung, dessen Bevölkerung gezwungen wird, ihre nationale Eigenart aufzugeben oder unterzugehen! In jenen Berichten ist von einer bedeutenden Zahl Kriegsfreiwilliger die Rede, die sich gemeldet haben sollen, um ihr Blut für Rußland zu opfern. Heute wird aber bekannt, wie die finischen Freiwilligenkorps zustande gekommen sind: Man hat die Freiwilligen einfach kom man diert and mit Gewalt nach Ostasien geschickt. Das Verfahren in der Festung Sveaborg kann dabei als typisch gelten. Dort erschien der Generalgouverneur zur Parade, nach deren Beendigung er an die versammelten Truppen eine Ansprache hielt, die unter anderen Verhältnissen geeignet gewesen wäre, den edelsten Patriotismus anzufachen. Er sprach von der Liebe des Zaren, von der Opferwilligkeit des Volkes und der Armee und endlich von der den anwesenden Regimentern erwiesenen besonderen Gunst, die in der Erlaubnis bestehe, sich als Freiwillige anzumelden. Diesen Gnadenbeweis werde sicher jeder einzelne Mann zu schäßen wissen und er fordere nunmehr Freiwillige auf, sich vor der Front zu melden. Als auch kein einziger Mann vor die Front trat, wiederholte der Generalgouverneur in großer Erregung seine Aufforderung und befahl dann vor Zorn zitternd dem Kommandierenden, die Leute zu strafen und die erforderlichen Mannschaften zur Teilnahme am Kriege zu kommandieren. So wird's gemacht! In Geldsachen versteht der russische Beamte keinen Spaß. Ist ihm das Verfügungsrecht über irgend welche Einnahmen oder Ausgabe des Reiches übertragen, so stellt er sich auf den ,, traditionellen" Standpunkt der russischen Beamtenhierarchie, der ein bekanntes lateinisches Wort frei ins Praktische übersetzt: Semper aliquid haeret= mmer muß etwas fleben bleiben. Der Beamte will leben und-verdienen: auf messen Kosten er lebt und verdient, ist ihm ziemlich gleichgültig. Und zum Verlenen bieten Kriegszeiten iuit die rechte Gelegenheit. Es müssen nicht immer LiefeDer Wildhirt. Wiederaufnahme des falles Hrenberg. Eine oberhessische Dorfgeschichte von J. Becker. ( Fortsetzung.) ( Nachdruck verboten.) ,, Du Teufelsbraten, Du" knirschte Dingler. ,, Ja, Teufelsbraten!- der weiß aber, daß Du beim Lange nit bloß ein, nee, alle zwei Augen zu gedrückt hast, obwohl Du wußtest, daß er wildern ging und mit den Pferden in den Wald fuhr, um gefrebeltes Holz auf'm Wagen nach heim zu fahren. Der Tiophel fonnt Dir natürlich' s Maul nit schmier'n, Du Hunger bonschur, deshalb haste mir aufgepaßt.. Aber ich hab Dir's gezeigt, Du Lump! Siehste, die Büchse, die ich dort vorn hinlegen mußt', das is d'm Nau's Lange seine tennst'se so gang gut, ich weiß! Ich will birse geben, fannst' se ja dem Lange zeigen und ihn fragen, ob ihm vielleicht die Sprize bekannt is- He, willſt's tun?" § Berlin, 3. März. Vor dem Kriegsgericht der 1. Gardedivision erschien heute, in derselben Angelegenheit bereits zum 4. Male, der frühere Mürassierleutnant, späterer Stationskommandant der südwestafrikanischen Schußtruppe, Prinz Prosper Arenberg. Die Anklage, unter der er steht, lautet auf vorsätzliche Körpercerlegung und Mord, begangen an einem eingeborenen Polizisten in Epuliro, unter gleichzeitigem Mißbrauch der Dienſtgewalt. Prinz Arenberg war im September 1900 von demselben Kriegsgericht, vor dem er jetzt im Wiederaufnahmeperfahren steht, zum Tode verurteilt worden, welche Strafe durch kaiserliche Gnade in 15jährige Gefängnishaft ver. wandelt worden war. Prinz Arenberg verbüßte seine Strafe vor der Wiederaufnahme des Verfahrens zuletzt in Tegel. ,, Behalt Dein Ding, ich will's nit!" schrie der Forstlaufer, indem er sich erhob, und laß mich in Ruh!" Wie es schien, hatten ihn die Worte Tiophels an einer sehr verwundbaren Stelle getroffen. Kurpfulcherprozefs Schröter. Sh. Tilsit, 3. März. Erster 20 Minuter Die S fortgefeßt. Abg. ausftehende Jagbiales bewilligt, na Baad Bahr Herialrat Fre gefproden ha Ropitel Die letzte Verhandlung brachte das überraschende Ergebnis, daß der vielgewandte Magnetopath auch mit den Geistern in Verbindung zu stehen behauptete. Wenigstens einer gläubigen Patientin gegenüber, die er in anmutiger Abwechselung bald auf Tuberkulose, bald wieder auf Bandwürmer behandelte, und die jetzt erklärte, sie möchte den von ihm verschriebenen Farnwurzelertrakt nicht noch einmal nehmen, und wenn sie noch so viele Bandwürmer hätte. Im Gerichtsjaal leugnete Schröter seine Beziehungen zur vierten Dimension ab. Dagegen bekräftigte er mit Emphase die Wahrnehmungen dieser und einer zweiten Zeugin, daß er bei seinen Prozeduren mit den Händen schlackernde" Bewegungen gemacht habe. Er erklärt, daß die durch sein Magnetisieren aus dem Körper herausgezogenen Krankheitsstoffe, das„ Dd", an seinen Händen hingen, und wenn er mit dem Magnetisieren fertig sei, müsse er das Od abschlackern, sonst könne er sich mit der betreffenden Krankheit anstecken. Beisitzer Landgerichtsrat Mirtsch: Der Angeklagte sagte, daß er die Odstoffe fortschleudere, um nicht angesteckt zu werden. Er wirft sie aber doch einfach in die Stube. Fürchtet er da nicht, daß sie umberfliegen und der Umgebung gefährlich werden können? Er immunisiert doch die Stoffe vor dem Abschütteln nicht? Angefl.: Wir Magnetiseure haben bestimmte Vorschriften, und wir glauben, daß es genügt, wenn wir die Odstoffe abschlackern. Mehr kann ich dazu nicht sagen. Diese Auskunft des Angeklagten ist fast so einfach und bequem wie sein Vorschlag, durch den er die ihn ermüdenden langen Sigungen abkürzen will.„ Vielleicht können wir uns darauf einigen," so meint er zum Vorsitzenden gewandt, daß die Sachverständigen ihre fortwährenden 3wischenfragen unterlassen." Das Ei des Kolumbus! ( Fortsetzung folgt.) Der Angeklagte, der im Gehrock erscheint, gibt seine Personalien an. Er ist am 12. November 1875 auf Schloß Beverley in Belgien als Sohn des verstorbenen Herzogs von Arenberg und der Herzogin Leonore von Arenberg, geborenen Prinzessin von Arenberg, geboren. Er diente bei den westfälischen Kürassieren und trat 1898 in die Schutztruppe über. Der Straftaten, die ihm zur Last gelegt werden, will sich der Angeklagte absolut nicht mehr besinnen, deshalb läßt der Vorsitzende sie aus den Anklageaften verlesen. ,, Na, wennste dem Lange sein Gewehr wiederbringſt, wirfte doch g'wiß zur Wurstsupp eingeladen, wannse is," höhnte Tiophel immer noch, um seine günstige Stellung dem armen alten Forstlaufer gegenüber recht tüchtig auszunußen. Diesem war allerdings jedes seiner Worte ein Stich ins Herz, denn wenn man ihm auch nicht beweisen konnte, daß er um die Wilddiebereien des ,, Langen" gewußt, so fonnte man aber doch feststellen, daß er von ihm die genannten Gegenstände, die ihm Tiophel aufzählte, empfangen hatte. Und das war zum Prinz Arenberg hat danach den eingeborenen Polizisten Willy Cain, der, wie es hieß, heimlich auswandern wollte, erhaftet und in grausamer Weise zu Tode gemartert. Um mindesten seht verdächtig. Der alte Forstlaufer hing seine Flinte über die Schulter, wobei er seufzte und ächzte, und dann zog er wie ein begossener Pudel ab. Er nahm seinen Weg in gerader Richtung über das Feld hinab nach dem Dorfe. Nun wahr Dich und komm mir sobald nit wieder ins Gehege!" rief ihm Tiophel höhnend nach.„ Heut haste noch mal Dein Fell ohne Loch nach heim geschleppt!" Inzwischen war die Dämmerung hereingebrochen und Tiophel wartete, bis der alte Dingler verschwunden war. Dann ging er hin, hob sein Gewehr auf und begab sich nach der Wildhütte zurück. Nab und Fern. bewilligt, der Streichung Schulen wird Dei Ad mehrere Wi des Person gierung fei O Die Untersuchung in der Frankfurter Mordaffaire hat jetzt gegen einen der Verhafteten, den Möbelträger Bruno Broß, hinreichend Material ergeben, um ihn weiter in Haft zu behalten. Der Verhaftete war kurz vor der Mordtat im Geschäft des ermordeten Klavierhändlers Lichtenstein, und erklärte, er wolle mit einem Wirt aus Offenbach wegen Anfaufs eines Klaviers wiederkommen. Erhöht wurde der Verdacht noch dadurch, daß Groß sich im Besitze von 234 Mark, einer für seine Verhältnisse überaus großen Summe, befand. Groß hat ein ziemlich umfangreiches Strafregister aufzuweisen. Der Haufen Asche, unter dem seine Kartoffeln lagen, war mit einer weißen Schicht bedeckt. Tiophel nahm ein Stück Holz und scharrte sie auseinander wobei schön geröstete Kartoffeln zum Vorschein famen. " Ha," machte er schmunzelnd,„ die sein aber gut geraten. Da dran ist der alte Schmarozzer schuld, daß sie so hübsch geworden sein, denn sie haben recht lange, in der heißen Asche liegen können. Schad', daß ich fein Stück Spec d'rbei hab oder' n Stückchen Wild! Ich hab' lang nit gewagt, was zu schießen, aber ich denk, daß alleweil der alten Schnapsnase die Lust vergange is, mir noch mal in meinem Revier ins Gehege zn fommen." " Eine Bergwerkskatastrophe wird aus Gleiwit gemeldet. Abends brach in dem Valeska- Flöß, der dem Fürsten Henckel bon Donnersmard gehörenden Schlesien- Grube ein Brand aus, vermutlich in Folge Explosion von Kohlenstaub. Acht Berglente kamen ums Leben; die Leichen sind bereits geSorgen. abgeneigt, Schubgefebes mehrer Fin Buderfabrit Minifte im nächsten werbeauffichts weiteren Aus Dr. Frenay wird das Ra Es fol Von einem Torpedoboot überfahren wurde im Hafen von Devonport die Dampfbarkasse des englischen Kreuzers Edgar". Das Boot wurde in zwei Teile zerschnitten. Die Insassen der Barkasse wurden aufgefischt mit Ausnahme eines Heizers, der nicht mehr auftauchte. Ein zweiter Heizer war so schwer verwundet, daß er bald darauf starb. Er nahm eine der heißen Kartoffeln in die Hand und befreite sie, blaſend und fix in den Händen herumwerfend, von ihree schwarz gebrannten Schale. Sie rochu. dampfte itm gailappetitlich entgegen.' s is gut, daß ich noch' n Schlückchen Schnaps und paar Körner Salz da hab'. Na, bald werd ich auch wieder Fleisch d'rbei haben.' s is auch gut, daß ich den alten Hammel nit todt g'schlagen hab', sonst hättense mir morgen' n anderen Forstlaufer auf die Ferse aesett, vielleicht so'n Finanzen. bewilligt. Rapitel 99, Forftverwal 103, Baum immer meh namentlich d Abgg. Schle Biegeleben, Röhler. Di weil das Ha Madh fe © Einsturz cines Newyorker Hotels. Eine der großen Hotelneubauten Newyorks ist zusammengestürzt. Es war das Darlingtonhotel, das bercits bis zur Höhe von 12 Stockwerken emporgeführt war. Fünf Arbeiter wurden getötet, viele verwundet. Eine große Anzahl von Arbeitern wird vermißt. trammen, mit dem nit gut stuchen essen is, und dann wär's mit dem Wildern gefährlich." Er ging in die Hütte, um sich Salz und Schnaps zu holen, worauf er sich gemächlich auf seinen Holzklog neben die heiße Asche setzte, von der immer noch Wärme ausströmte. Er sättigte sich in aller Gemüthsruhe an seiner frugalen Mahlzeit, zu der er dann und wann einen Schluck Branntwein nahm. Nachdem er damit zu Ende war, ergriff er seine Büchse nnd verschwand im Dunkel des Buchenwaldes. Am anderen Morgen hatte Tiophel die Stücke eines Rehes, das er auf dem Anstand geschossen, in der Wildhütte liegen. Er war jest so dreist geworden, daß er es mit dem Verstecken des Wildpretes drüben in der Lehmkaute so eilig gar nicht mehr hatte. Er dachte sich, daß seine Mutter heute Morgen herauskommen würde; sie sollte dann das Wildpret mitnehmen und es sauer legen, damit es auf einige Zeit einen Vorrat bilden würde. Der Herbstmorgen war von seltener Schönheit; die Luft athmete erquickende Feuchtigkeit, der Tau hing in dicken Tropfen an Gras und Blättern und die rotbraunen, lichtgelben und teilweise noch grünen Farbentöne des Waldes leuchteten in warmen Scheine der hellen Oftobersonne. Tiophel saß schon, als die Sonne sich über den Wald da vor ihm erhob, auf seinem Kloh und schnitt wieder an seinen Birkenreisern. Da hörte er hinter sich, vom Felde herkommend, ein Hüoh, jä!" kurz und kräftig ausgestoßen und gleich darauf ein Raffeln und Schleifen. Als er hinsah, bemerkte er den Hangcurt, der mit einem Pfluge und zwei Pferden davor gefommen war, um einen neben dem Kartoffelstück" befindlichen Stoppelacer umzupflügen. ( Fortsetzung folgt.) De Brinzen Hei Heinrich, ein den 5. Mär * Der Müller zu von ihm am heit unter et Fabritarbeiter Ertrinfens, di *. M Intend. Rat 20. März Hardel, Inte zum 1. Apri forpsber In rights- Si am Montag Sachbeschädig Kindesmord a berbrechen aus im Amt aus * * Pro zum Dr. med aus Lang- Gör X Der Komitee ei ftündige Beip feffor Di Durchreise ne Das neue S fprechung wir ausschuß bef * St von Fräulei Bapfenftreid fet ausdrüdli Repertoires am Samstag ** Der Zuchthäus in Gießen in faufte" das mit der Köch und Hausbur Sochzeitsan zu Braut, um i eine größere G nicht wieder. trägliche„ Liel Arm des Gese Gin n A ne 1. b. Mts. im Teilnehmern a Bere = Unter diefem welche ehedem Regiment, eine Abteilung angel auch der Haff treten wird. Meggermeister weg Dura den befahl diefem, en. Anfänglich wehrlos Dalie en Oberschenkel. Sarum erichießt nd gab auf den uß in den Kopf d blieb bei vol nn nicht anders, er, das Seiten m. Der Reiter iederholt in die e Lebenszeichen ock ins Gehirn n fanden zun it statt. roter. fit, 3. März. aschende Ergeb mit den Geistern tens einer gläu tiger Abwechse f Bandwürmer den von ihm inmal nehmen, Im Gerichtsbierten Dimen ase die Wahrß er bei seinen ewegungen ge Magnetisieren offe, das„ Od", dem Magneti , sonst könne er Beisiger Land te, daß er die u werden. Er Fürchtet er da bung gefährlich Stoffe vor dem netiseure haben Daß es genügt, n ich dazu nicht fast so einfach er die ihn erelleicht fönnen Sorfibenden ge fortwährenden Polumbus! febung folgt.) Nordaffaire hal Elträger Bruno weiter in Haff er Mordtat im Echtenstein, und ach wegen Anpurde der Ver on 234 Mart, amme, befand. register aufzu eiwit gemeldet. Fürsten Hendel ube ein Brand Lenstaub. Acht ind bereits ge urde im Hafen schen Kreuzers rschnitten. Die usnahme eines 5. er Heizer wa e der großen Es war das 2 Stockwerfer ötet, biele ver rd vermißt. 1s, und dann und Schnaps einen Holztiok r noch Wärme müthsruhe an in und wann Dem er damit nd verschwand el die Stücke geldoffen, in eift geworden, retes drüben r hatte. Er rausfommen nehmen und einen Vorrat er Schönheit; Der Tau hing und die rotünen Farben Scheine der über den Wald schnitt wieder nter fich, vom und kräftig und Schleifen. der mit einem men war, um ichen Stoppel ortfegung folgt.) Hessischer Landtag. Darmstadt, 3. März 1903. Erster Präsident Haas eröffnet die Sigung um 10 Uhr 20 Minuten. Die Spezialberatung des Staatsvoranschlags 1904 wird fortgesetzt. Abg. Häusel erstattet zunächst Bericht über die noch ausstehende Position Kapitel 2, Titel 3, II Großherzogliches Jagdschloß Wolfsgarten. Die Forderung wird einstimmig bewilligt, nachdem die Abag. Schönberger, Stöpler, Ulrich, Haas, Bähr und Euler, Finanzminister Gnauth und Ministerialrat Freiherr v. Biegeleben teilweise wiederholt hierzu gesprochen haben. Ropitel 38, höhere Lehranstalten, wird nach Debatte bewilligt, der dazu gestellte Antrag des Abg. Dr. David auf Streichung von 10000 Mt. behufs Abschaffung der Vorschulen wird abgelehnt. Dei Kapitel 81, Gewerbeaufsicht, bringt Abg. Adelung mehrere Wünsche auf Ausdehnung derselben und Vermehrung des Personals vor. Ministerialrat Braun erklärt, die Regierung sei einer Vermehrung des Personals an sich nicht abgeneigt, wolle jedoch zunächst die Wirkung des Kinderschutzgesetzes u. s. w. abwarten. Abg. Berthold bringt mehrer Einzelunfälle in der Werkschen Fabrik und in der Zuckerfabrik Groß- Gerau zur Sprache. Ministerial Braun erwidert, daß voraussichtlich schon im nächsten Voranschlag Mittel für Vermehrung des Gewerbeaufsichtspersonals verlangt werden würden. Nach weiteren Ausführungen der Abgg. Müller, Noack, Adelung, Dr. Frenay und Leun, sowie des Ministerialrats Braun wird das Kapitel bewilligt. Es folgt die X. Hauptabteilung, Ministerium der Finanzen. Kapitel 98, Ministerium, wird nach Debatte bewilligt. Ferner werden, zumeist ohne Debatte, genehmigt Kapitel 99, Hausverwaltung; 100, Hauptstaatsfasse; 101, Forstverwaltung im allgemeinen; 102, Rataster. Bei Kapitel 103, Baumesen, entspinnt sich eine lange Debatte über die immer mehr zunehmende Verunreinigung der Flußläufe, namentlich des Rheins. An der Debatte beteiligten sich die Abgg. Schlenger, Erf, Reinhart, Ministerialrat Freiher v. Biegeleben, Abg. Seelinger, Ministerialrat Braun und Abg. Köhler. Die Debatte wird um halb 3 Uhr abgebrochen, weil das Haus sich als beschlußunfähig erweist. Nächste Sigung morgen rormittag 9 Uhr. * Lokales. 4. März 1904. Der Großherzog hat wegen Ablebens des Brinzen Heinrich von Preußen, jüngsten Sohnes des Prinzen Heinrich, eine Hoftrauer vom 27. Februar bis einschließlich den 5. März angeordnet. * Der Großherzog hat dem Bademeister Philipp Müller zu Hausen, Kreis ießen, in Anerkennung der von ihm am 22. Oktober v. 38. mit Mut und Entschlossenheit unter eigener Lebensgefahr vollzogenen Rettung der Fabritarbeiterin Luise Schäfer zu Gießen vom Tode des Ertrinkens, die Rettungsmedille verliehen. Militärdienstnachrichten. Diepenbrock, Intend. Rat von der Intend. des 18. Armeekorps, zum 20. März 1904 zu der Intend. der Verkehrstruppen, Haeckel, Intend. Rat von der Jntend. des 15. Armeekorps, zum 1. April 1904 zu der Korps- Intend. des 18. Armee torps versezt. * * - In der am Montag beginnenden Schwurgerichts- Sizung zu Gießen kommen zur Verhandlung: am Montag drei Angeklagte wegen Raub, Diebstahl und Sachbeschädigung aus Traid- Horloff, am Dienstag der Kindesmord aus Breidenbach, am Mittwoch ein Sittlichkeitsberbrechen aus Lauterbach und am Donnerstag ein Verbrechen im Amt aus Gießen. * Promoviert hat sich an der Landesuniversität zum Dr. med. vet. Kari Gerhard, approbierter Tierarzt aus Lang- Göns. J XDer vom Gießener Theater- und Saalbau Komitee eingesetzte Unterausschuß hielt gestern eine mehrstündige Besprechung mit den Münchener Architekten Professor Dülfer und Hoffmann, die Gießen auf der Durchreise nach Dortmund berührten, wo Professor Dülfer das neue Stadttheater baut. Mit dem Resultat der Besprechung wird sich der nun einzuberufende Bau- und Finanzausschuß beschäftigen. - ** Stadttheater Gießen. Wegen Erkrankung von Fräulein Helberg muß die Fremdenvorstellung von Zapfenftretch" am Sonntag Nachmittag ausfallen. Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen, daß nach der Lage des Repertoires voraufichtlich nur die eine Egmont- Aufführung am Samstag stattfinden kann. ** Der fürzlich in Gießen eingelieferte ehemalige Zuchthäusler Oppel gerierte sich im vorigen Jahre in Gießen in erfolgreicher Weise als Hochstabler. Er „ kaufte" das Hotel Seipp in Gießen und verlobte sich mit der Köchin des Hotels, pumpte ungeniert Kellner und Hausburschen an und ließ sich auf Kredit einen Hochzeitsanzug machen. Nachdem er sich von seiner Braut, um in seiner Heimat sein Vermögen zu holen, eine größere Geldsumme geliehen, kam der„ Bräutigam" nicht wieder. Auch an anderen Orten suchte er einträgliche Liebesverhältnisse" anzufnüpfen, bis ihn der Arm des Gesetzes wieder erreichte. * Ein neuer Fleisch beschaukursus begann am 1. d. Mts. im Gießener Schlachthaus, der von ca. 80 Teilnehmern aus Oberhessen besucht wird. = Verein ehemaliger Pioniere zu Gießen. Unter diesem Namen wurde am 1. März von Kameraden, welche ehedem einem Pionier- Bataillon, einem EisenbahnRegiment, einem Telegraphen- Bataillon oder der Luftschiffer= Abteilung angehörten, ein Verein gegründet, welcher demnächst auch der Hassia, sowie dem„ Deutschen Kriegerbund" beitreten wird. Als Vorstandsmitglieder wurden gewählt: Meggermeister Conr. Maltomefius 1. Vorsißender, Kulturtechnifer Cullmann 2. Vorsigender, Bautechniker Fillmann Schriftführer, Geometer Müller Kassenführer, Restaurateur Beifizer. Das Vereinslokal befindet sich in dem Restaurant Louis Bourgeois, Zugführer Göbel, Bautechniker Ferd. Noll gliedern des schwarzen Corps" zu diesem schönen UnterBourgeois Brandgasse. Wir wünschen den ehemaligen Mit nehmen den besten Erfolg. Gordon Bennet- Rennens sollen in erster Linie die ** Zur Absperrung der Landstraße, während des Mitglieder der Kriegervereine in den Kreisen Homberg, Usingen, Weilburg und Limburg herangezogen werden. Die Landratsämter der genannten Kreise sind bereits damit beschäftigt, welche Mitglieder der Vereine sich zu diesem mit 7 Mr. pro Tag belohnten Ehrendienste hergeben wollen. kinder. Neuerdings wird wieder die Wahrnehmung ge** Beschädigung der Häuser durch Schulmacht, daß durch spielende Kinder mit eisernen Kugeln die Häusersockel vieifach beschädigt werden. Wir machen darauf aufmerksam, daß die Eltern bezw. Vormünder für alle durch ihre Kinder bezw. Mündel angerichteten Schäden verantwortlich sind. * liche Depots sind verschwunden. Otto Schade, welcher Profurist im Geschäft seines Vaters ist, will von den Unterhielt Schade 26 000 Mt. als Vermögensverwalter. Von schleifen seines Vaters nichts wissen. Erst kürzlich noch erdem Verbleib Schades, der 40-50 000 Mr. Barmittel mitgenommen haben soll, ist nichts bekannt. Zum Konturgberwalter wurde Rechtsanwalt Schimmelfeng ernannt. Offene Anfrage. ( Gingesandt.) Kreisamt hier, eine von über 2/3 der Gießener Barbiere und Vor ungefähr 10 Monaten wurde an Großherzogl. Friseure unterschriebene Eingabe, Betreff: gleichmäßigen 2 Uhr Geschäftsschluß an Sonntagen u. s. w., eingereicht. ungefähr 5 Jahren zum selben Zweck eingereichte, verschwunden Sollte es möglich sein, daß diese Eingabe auch, wie die vor ist, weil man nichts mehr davon hört? Mehrere Beteiligte. Neueste Nachrichten. Ueber Berlin wird uns folgendes gemeldet: der Akademie der Künste, der morgen sein 75. LebensBerlin, 3. März. Professor Hermann Ende, Prävollendet, erbat, dem„ Berl. Lok.- Anz.“ zufolge, die Entlassung aus seinem Amte. * Der März soll uns nach der Prognose Otto Falbs ( des verstorbenen Professor Falbs Sohn und langjähriger Mitarbeiter) zahlreiche Schneefälle, besonders zu Anfang und Ende des Monats bringen. Der 31. März wird als kritisident scher Tag erster Ordnung bezeichnet. Als kritischer Tag zweiter Ordnung ist der 17. März anzusehen, doch erfährt jahr dieser Tag noch durch eine Sonnenfinsternis erhebliche Verstärkung. Der 100jährige Kalender prophezeit mit Ausnahme einiger schöner Tage gleichfalls Schnee und Kälte für den Lenzmonat. = Lich, 3. März. Bei der gestrigen wiederholten Beigeordnetenwahl erhielt der bisherige Beigeordnete Dörmer von 335 abgegebenen Stimmen 282. Dörmer ist damit gewählt. begeht am Samstag und Sonntag ihr 25jähr. Stiftungsfest. (!) Schotten, 3. März. Unsere freiwillige Feuerwehr London, 4. März. Die koreanische Regierung übergab den Japanern die Fernsprechlinie Söul- Phoengjang. London, 4. März. Ueber Tokio wird vom Kriegsſchauplatz gemeldet, daß große Er ignisse bevorstehen. Es herrscht furchtbare Kälte und Schneefall. In Wladiwostok sind 19, am Baifalsee 32 Grad Kälte. Kirchliche Nachrichten für Gießen. Evangelische Gemeinde. Oculi, Sonntag, den 6. März. Gottesdienst werden aus dem Gemeindewald bei Wirt Kreiling aus Odenhausen. Morgen Samstag, vorm. 9 Uhr, Distrikt Hoherwald 5a 100 Rm. Buchen- Scheit u.-Knüppel, 282 Rm. Reiser, 32 Rm. Stöcke; aus Distrift Tosttopf 7b 111 Rm. Buchen- Scheit und-Knüppel, 1 Rm. Weichholz, zugleich Feier des Jubiläums der britischen u. ausländischen 870 Rm. Reiser und aus Distrikt Junkernwald 4b 2 Rm. Nadelholz und 16 Km. Reiser versteigert. Ober- Seibertenrod, 3. März. Am Sonntag hielt im Kriegerverein Lehrer Rudolph aus Alsfeld einen Vortrag über„ Molttes Leben und Wirken" zu dem sich zahlreiche Mitglieder auch aus Ulrichstein, Unter- Seibertenrod, Bobenhausen und Höckersdorf eingefunden hatten. Der Redner entwarf ein lebensvolles Bild des Feldherrn, ließ die Feldzüge 1864, 1866 und 1870/71 vorüberziehen und erntete mit seinem Vortrag reichen Beifall. + Nieder- Ofleiden, 4. März. Am 17. und 18. Juli wird das diesjährige Kriegerverbandsfest des Bezirkes Homberg hier abgehalten werden. Die Vorbereitungen dazu sind in vollem Sange. Da unser Verein auf ein 30 jähriges Bestehen zurückblickt, so soll auch, wenn auch verspätet, der Kaiser um huldreiche Verleihung eines Fahnenschmuck s er sucht werden." × Gemünden a. d. Wohra, 4. März. Vor wenigen Tagen war an dieser Stelle von einem außergewöhnlichen Gänseei berichtet, welches das seltene Gewicht von 440 Grainm wog, von Spitze zu Spize 15 Zentimeter lang war und einen Umfang von 25 Zentimeter hatte. Das Wunderbare aber zeigte sich erst beim Deffnen des Eies. Der Besizer desselben, Herr St. dahier, leerte das Ei in der bekannten Weise, indem er oben und unten eine kleine Deffnung in die Schale machte, und den Inhalt, Eiweiß und Dotter, herausblies. Als nun danach ein harter Gegenstand in der Schale rappelte, machte St. die Deffnung auf einer Seite etwas größer und nun zeigte sich ein vollständig ausgebildetes, mit harter Kalfschale überzogenes, faft normal großes Ei in dem großen Ei. Das dürfte gewiß etwas seltenes sein. Es ist gelungen, beide Schalen in einander befindlich- zu erhalten. * * Marburg, 4. März. Der ordentliche Professor an der philosophischen Fakultät der Universität Kiel Dr. Baul Stäcke hat einen Ruf an die Universität Marburg erhalten, aber abgelehnt. = Hersfeld. Unverrichteter Sache wieder abziehen mußte ein junges Brautpaar aus der Nachbarschaft („ Er" ist 66 Jahre alt,„ Sie" zählt 26 Lenze), das sich am Sonnabend von dem hiesigen Standesbeamten trauen lassen wollte. Aber o Schreck! Als die Aufgebote geprüft wurden, fand man, daß die Brautleute an einem Orte statt 14 nur 13 Tage ausgehangen" hatten. Infolgedessen konnte also die Trauung nicht vollzogen werden. Da aber alle Vorbereitungen zum Hochzeitsfeste getroffen waren, machte man gute Miene zum bösen Spiel und die Hochzeit wurde trotz der nicht stattgehabten Trauung gefeiert. Der Bräutigam will den betreffenden Bürgermeister, dem das Versehen passiert ist, auf Schadenersag verklagen. = Mainz, 2. März. Fleißig gearbeitet wird in der Volksschule zu Mombach. Laut vorliegenden Rechnungen hat die Schule nemlich in den letzten 9 Monaten 22 3tr. Kreide und 135 Schwämme verbraucht. Eine ganz hübsche Leistung für eine Dorfschule! Auch hier hat natürlich der verhaftete Bürgermeistereisekretär seine Hand im Spiel gehabt. Die Unterschriften sowohl der Lieferanten wie des Bürgermeisters sind gefälscht, und das Geld ist in die Tasche des Herrn Sekretärs geflossen. = Darmstadt, 3. März. In der heutigen Stadtverordnetenfißung wurde nach vierstündiger lebhafter Debatte der seitherige Bürgermeister Morneweg mit 26 Stimmen wiedergewählt und zwar auf Lebenszeit. Eine Stimme wurde für Ministerialrat Braun abgegeben, ferner 15 weiße Zettel, die nach stillschweigender Vereinbarung gleichfalls für Braun zu zählen sind. + Darmstadt, 3. März. Die Bankaffaire Schade hat in der Stadt große Aufregung hervorgerufen. Sämt Bibelgesellschaft. In der Stadtkirche. Vormittags 9,30 Uhr: Pfarrer D. Drewes. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Marcusgemeinde. Pfarrer Schwabe. Abends 6 Uhr: Pfarrer Dr. Schlosser. Montag, den 7 März, abende 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Matthäusgemeinde. Mittwoch, den 9. März, ab. 6 Uhr: 4. Passionandacht. Pfarrer Schwabe. In der Johannes firch. Vormittags 9,30 Uhr: Pfarrer Euler. 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Lukasgemeinde. Pfarrer Euler. Abends 6 Uhr: Stehe Stadtkirche. Sonntag Abend 8 Uhr: Versammlung und Bibelbesprechung im Konfirmandensaal der Johanneskirche. Text 2. Ror. 7, 4-10. im Konfirmandensual der Johanneskirche. Tert Jak. 5, 1. Montag, den 7. März, abends 8 Uhr: Bibelstunde Pfarrer Euler. Katholische Gemeinde. Samstag, den 5. März. Nachmittags um 5 Uhr und Abends 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Sonntag, den 6. März. 3. Fastensonntag. Borm. von 6,30 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. " um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil Kommunion. " um 8 Uhr: Die zweite het!. Messe. " um 9,30 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachm. um 5,30 Uhr: Christenlehre; darauf Andacht. Mittwoch Abend um 6 Uhr ist Fasten- Andacht. Montag und Dienstag Nachmittag von 5-7 Uhr werden frembe Priester Beicht hören. Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschaft. In der Synagoge, Südanlage. Sabathfeier am 5. März 1904. Vorabend 5.45 Uhr. Samstag vorm. 8.30 Uhr. Nachmittags 4 00 Uhr. Sabathausgang 7.05 Uhr. Wochengottesdienst: Morg. 7.00 Uhr, Ab. 6.00 Uhr. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen. Gartenstraße Nr 2( Bürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 14. && tönnen eingestellt werden: 1 landw. Magd, 4 Schmiede, 1 Schlosser, 1 jüng. Tapezierer, 2 Schreiner, 1 Stüfer, 1 Friseur, 2 Schneider, ( ausw.), 2 jüng. Hausburschen, 1 Buchhalter, 1 Küchenmädchen, 1 Köchin,( Aushilfe), 6 Dienstmädchen, 2 Lauffrauen. Lehrlinge: 2 Schlosser, 2 Buchbinder, 1 Tapezierer, 3 Schreiner, 1 Drechsler, 3 Bäcker, 1 Megger, 1 Friseur, 1 Schuhmacher, 1 Glaser, 1 Weißbinder und Lackierer, 1 Kaufmann. Es suchen Arbeit: 1 landw. Knecht, 1 Schlosser oder Installateur, 2 Schreiner, 1 Lauffrau, 2 Bureaugehilfen, 1 WochenPflegerin,( auswärts) Lehrlinge: 1 Spengler, 2 Mechanikec, 1 Schreiner. Drud und Verlag der Gießener Verlagsbruderei( vorm. Wilh. Keller), Gießen Berantwortlich für ben politischen und Inseratenteil: Albin Klein für das Lokale, den„ Gerichta" und Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermann AUTOL™ übertroffenes el mobius Sohn Motorwagens Motorzweirader. Hannover. & Basel Bekanntmachung. Lieferung von Lehrmitteln für die Volksschulen. Zur Gewährung freier Lehrmittel an den Boltsschulen werden für das kommende Schuljahr anNachdem der seitherige Wasenmeister den mit ihm abgeschlossenen Vertrag aufgefündigt hat, ist ein neuer Wasenmeister zu bestellen. Der Wasenmeister bezieht eine jährliche Vergütung von 830 Mt. aus der Stadtkasse und außerdem Gebühren für die von ihm von nähernd erforderlich: Privatpersonen zugewiesenen Aufträge nach einem feststehenden Tarif. Meldungen sind bis zum 15. März d. J. einzureichen. erteilt. Nähere Auskunft wird auf unserem Sekretariate Gießen, den 2. März 1904. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. J. V. Curschmann. Bekanntmachung. Betr.: Vorträge über Obstbau. Der Obstbautechniker des Oberh ss. Obstbauvereins, Herr H. Wiesner aus Friedberg, beabsichtigt, die nachbenannten Orte des Kreises Gießen zu besuchen, um Vorträge über Obstbau zu halten und an Obstbäumen praktische Unterweisungen zu erteilen. Die Vorträge beginnen an Wochentagen abends 8 Uhr, am Sonntage abends 7 Uhr; über die praktischen Unterweisungen gehen den Herrn Bürgermeistern und Obmännern besondere Mitteilungen zu. Samstag, den 5. März in Grünberg, Sonntag, " Montag, 6. 7. Lauter, " " 1 " " " Beltershain, Dienstag, 8. " Mittwoch, 9. " Freitag, Samstag, Donnerstag," 10. " 1 11. 12. Geilshausen, Londorf, Allendorf a. Lumda, Lollar, ,, Heuchelheim. Zahlreiche Beteiligung ist erwünscht. Gießen, den 1. März 1904. Der Vorsitzende des Vereinsbezirks Gießen des Oberhess. Obstbauvereins. Dr. Heinrichs. Bekanntmachung. Samstag, den 5. d. Mts.. abends 8 Uhr findet im Englischen Hof dahier von Herrn Obstbautechniker Wiesner ein Vortrag über Obstbau statt, und wird am gleichen Tage, Nachmittags 3 Uhr, praktische Unterweisung an den Obstbäumen erteilen, wozu alle Interessenten hiermit freundlichst eingeladen werden. Grünberg, am 3. März 1904. Großherzogliche Bürgermeisterei Grünberg. Zimmer. Höhere u. Erweiterte Mädchenschule zu Gießen. - Die Anmeldungen neu eintretender Schülerinnen einerlei welchen Alters sollen in Zukunft nicht mehr bei Beginn des neuen, sondern vor Ablauf des alten Schuljahres erfolgen. Die diesjährigen Anmeldungen haben bis spätestens zum 20. März zu geschehen und werden im Schulhause, Schillerstraße 8, an folgenden Tagen von dem Unterzeichneten entgegen genommen: Dienstag, 8., Samstag, 12., Dienstag 15., und Samstag, 19. März, jedesmal von 10 bis 1 Uhr. Vorzulegen find: Impf- und Geburtsschein, letterer mit unterstrichenem Rufnamen; bei Kindern, die über 12 Jahre alt sind, eine Bescheinigung über geschehene zweite Impfung; bei Kindern, die aus einer anderen Schule kommen, ein Abgangszeugnis. Mädchen, die erst schulpflichtig werden, sind bei der Anmeldung vorzustellen. Gießen, den 16. Februar 1904. Der Direktor: Dr. Stoeriko. NAUMANNIA- SEIFE mit dem Beste Seifenah undfern! Bevo 750 Lesebücher, 550 Rechenbücher, 200 Biblische Geschichte, 200 Gefangbücher, 50 Bibeln, 50 Neues Testament, 200 Katechismen, 180 Atlanten, 1200 Schiefertafeln mit Schwämmchen, 5000 Schreibhefte mit Schoner und je 2 Löschblättern, 1000 Oftabbeftchen. liniert mit je 2 Löschblättern' 40 Gros Stahlfedern, 400 Stück Federhalter, 180 Stüd Griffelkasten, 400 Stüd Zeichenblöcke, 800 Bleistifte, 900 Stück Radiergummi 4000 Griffeln sowie eine größere Menge von Materialien für den Handarbeitsunterricht in der Stadtmädchenschule. Die Lieferung dieser Be= dürfnisse soll im Wege schriftlichen Angebotes und vorbehältlich der Stadt- Theater Gießen. Direktion: Steingoetter. Sonntag, den 6. März 1904 15. Sonntag: Abonnements- Vorstellung. Egmont. Tauerspiel in 5 Aufz. v. Goethe Musik von Veethoven. Ein wahrer Schatz für alle durch jugendliche Verirrungen Erkrankte ist das berühmte Werk: Dr. Retau's Selbstbewahrung 82. Aufl. Mit 27 Abbild. Preis 3 Mark. Lege es Jeder, der an den Folgen solcher Laster leidet. Tausende verdanken demselben ihre stellung. Zu beziehen durch Wiederherdas Verlags- Magazin in Leipzig, Neumarkt 21, sowie durch jede Buchhandlg. Verteilung größerer Lieferungen Hoher Nebenverdienst an 2 oder 3 Bieter vergeben d. Vertrieb leicht verk. Artifel werden. J. Müller, Jlbersgehofen- Erfurt Muster der zu liefernden Gegenstände, welche von den Schülern der beiden Schulgruppen benutzt werden, liegen bei dem Rektor der Volksschulen im Schulgebäude der Stadtknabenschule und Muster der Materialien für den Handarbeitsunterricht bei dem Hauptlehrer der Stadtmädchenschule bis einschließ= lich 12. März, vormittags von 11 bis 12 Uhr, offen. Angebote, zu welchen Formularien bei dem Rettor in der Stadtknabenschule erhältlich sind, sind bis spätestens 14. März d. J. bei der unterzeichneten Stelle verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen einzureichen. Gießen, den 2. März 1904. Gr. Bürgermeisterei Giesen. Mecum. 1904. IX. Jahrgang. JUGEND Illustrierte Wochenschrift für Kunst und Leben Herausgeber: Georg Hirth Braver Junge kann die Bäckerei erlernen bei Bäckermeister Schomber. Gießen, Willthorstraße 51 Makulatur hat abzugeben die Expedition. Preis pro Quartal durch den Buchhandel oder die Post bezogen Mk. 3.50 Einzelnummer 30 Pfg. 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Sofern das Verbringen der Koks- bis zu 6 Zentnern - auf die betr. Lagerpläge( Keller, Stall 2c.) mit keinem außergewöhnlichen Zeitaufwand verbunden ist, geschieht dies ohne besondere Vergütung. Im Gaswerk findet nur ein Verkauf von über 5 Gentner Koke statt; dagegen bleibt bei folgenden biesigen Firmen der Kleinverkauf unserer Gaskoks von 1 bis 5 Zentner eingerichtet, nämlich bei den Herren: Bachenheimer u. Schaumberger, Marburgerstr. 22 Andreas Euler, Steinstraße 11. Joh. Fischer, Alicestraße 19, H. Hof, Bahnhofstraße 34 Gebr. Kahl, Frankfurterstraße 151, Ed. Klinkel, Bahnhofstraße 10, Emil Lot, Kirchenplatz 9, Emil Bistor Nadiolger, Marktstraße 10, Georg Schäfer, Licherstraße 2, August Strud, Bismarckstraße 6, Georg Unverzagt, Grünbergerstraße 13. Daniel Wirth's Nachf.( Theod. Geilfas) Westanlage 51. Diese Firmen berechnen obenstehende Preise unserer Gaskofs jamt Anfuhr wie das Gaswerf und verabfolgen dieselben auch in Mengen unter 5 Zentnern. Die Preise unserer Gascoks für die Abnehmer außerhalb der Gemarkung Gießen ermäßigen sich um den Betrag der Oktroirückvergütung von 4 Pfennig für den Zentner. Gießen, den 31. Dezember 1902. Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. Geschäfts- Verlegung u. Empfehlung. Teile ergebenst mit, daß ich das seit 1882 am hiesigen Plaze betriebene Herren- Kleider- Geschäft nach Maß ( mit und ohne Stofflieferung) von Wallthorstraße 25 nach Plochstraße 12, I. berlegt habe. Für das mir seither bewiesene Vertrauen dankend, halte mich bet fernerem Bedarf bestens empfohlen. Gießen. Georg Pfaff. Cabnkalk- Industrie GrossenLinden- Giessen. Inhaber: Carl Haas junior, Gießen. Ringofen- Kalkwerke. Grau Weiß- Stückkalk 1. stets vorrätig. sowie Sackkalk Telephon: Kalfwerke Nr. 200, Kontor Nr. 282. Brandplak 14 Heute de Frankfurter Bratwürstchen in bekannter ist der 4. Stoc: 4 Zimmer, Küche, Badezimmer, Mansarde und allem Zubehör vom 1. April ab zu bermieten. Birkenstock& Schneider Gießen. 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Rund herum geht eine Inschrift: Maria Jesus Christus natus est", Stern eingelaffen Hic de virgine ( Hier ist teilweise mit burn geboren worden.) Jesus Christus von der Jungfrau Mari man. golddurchwirften reppigen befleidet, und durch die Lamp durch Nach drei Seiten zu wird der Talkessel, in dem Bethle Dieſe merkwürdige Höhle gut erleuchtet. Die Marmorwände Nг. 51. Frettag, den 4 März. sische Famili 1904 1,10 mt. Bertaufsstelle: Deitere 5 Bfg. T Doppel. r den Zentner c.) mit feinem ist, geschieht zu 6 Zentnern r astoks Centner Rofe urgerstr. 22 e 10, 13. eilfus) Diefelben auch ferer Gastofs Oftroirüdver außerhalb der FÜR UNSERE JUGEND Merksprüche. Der Mensch hat nichts so eigen, So wohl steht ihm nichts an, Als daß er Treu erzeigen Und Freundschaft halten kann. Strebe danach, größer zu sein, als zu werden. Denn nur willst, bist du noch nicht! was du bist, hat Wert; was du auch immer werden magst und Des Lebens Kunst ist leicht zu lernen und zu lehren: Du mußt vom Schicksal nie zu viel begehren; Der, welchem ein bescheidnes Los genügt, Hat einen Schatz, der nie versiegt. An heiliger Stätte. Die Fahrten Kaiser Friedrichs III. und seines Sohnes Wilhelm II. ins heilige Land haben für die Stätten, wo einst Christi Fuß gewandelt, in Deutschland ein neues reges Interesse hervorgerufen, und alljährlich bringen große deutsche Dampfer Tausende von Reisenden nach Jaffa, die von dort aus das heutige Palästina durchqueren. Außer Jerusalem wird vor allem Bethlehem, die kleinste unter den Städten Judas", von der aber doch das Licht der Welt ausstrahlen sollte, da sie Christi Geburtsstätte wurde, eifrig besucht. Vom Golde der südlichen Sonne umflossen, liegt das heutige Bethlehem vor dem staunenden Pilger auf und an den niederen Bergen. Rings im Tale sind schöne Fruchtgärten und fette Getreidefluren entstanden. Die Weinberge liefern föstliches Rebenblut, die Olive herrliches Del und der Feigenbaum erquickende Labung. Bethlehemitinnen in ihrer originellen Landestracht begegnen dem Wanderer. Auf dem Kopfe hat das Weib eine steife, oben flache Mütze, die den ganzen Hinterkopf bedeckt. Um die Stirne hängt eine Kette aus Silbermünzen oft der ganze Reichtum der Besizerin. Ueber die Haube aber trägt die Frau ein farbiges, mit Häfelei verziertes Kopftuch. Das himmelblaue Gewand ist lang herabwallend, wie ein großes Hemd. Ueber dem Oberkörper wird oft noch eine rote, mit Stickerei versehene Jacke mit weiten Aermeln getragen. Nun geht_es wieder ein Stück bergan; das erste Haus ist erreicht. Ein Mann in weißer Kleidung- ein Muschelarbeiter- winkt, bei ihm einzutreten. Aus Perlmutter werden hier allerlei hübsche Schmuckgegenstände, Reliefbilder, Dosen, Geldtäschchen, Hemdenknöpfe und Rosenkränze gefertigt. Die Berlmutter, sowie die Olivenholzindustrie Bethlehems genießt einen Weltruf. In anderen Häusern klingt der Hobel und schnarrt die Drechselbank. Aus dem harten Holze des Delbaumes bildet die kunstgeübte Hand allerlei Nippsachen, als Briefbeschwerer, Tintenfässer, Schmuckkästchen, Gehäuse Bu Standuhren u. s. w. Der Weg nimmt etwa 15 Minuten in Anspruch. Dann folgt ein freier Plaz, an dem die berühmte Geburts- oder Marienkirche sich befindet. Vor dem niederen Eingange der gänzlich mit Klostergebäuden umgebenen Kirche lagern hochbepackte Kamele, zur Seite stehen Eseljungen mit ihren kleinen, leichtfüßigen Grautieren. Gebückt durchschreitet man die enge Pforte und sieht sich im Inneren eines Gotteshauses, dessen Dach von vier Reihen Säulen getragen wird. Franziskanermönche schlürfen in ihren braunen Rutten mit den leichten Sandalen über die Steinfliesen. Da fehlt auch die türfische Bache nicht, welche ihre unvermeidliche Zigarette raucht. Beiber und Kinder fauern am Boden. Beim Vorübergehen bieten sie mit freischender Stimme Rosenkränze aus Olivenholzperlen, Perlmuttersächelchen und Früchte zum Kaufe an. Durch eine Höhere Bjorte tritt man in ein Längsschiff der Kirche. Wieder lehnen hier zwei türkische Soldaten, das Gewehr im Arme. Eine Treppe führt in ein dunkles unterirdisches Gemach, in die Krypta. Das ist der Ort, der nach der Weberlieferung als die Stelle bezeichnet wird, da Jesu Krippe stand. Von der Deke herabhängende, kostbare Bampen belembten eine Nische, in deren Boden ein großer, silberner Stern eingelassen ist. Rund herum geht eine Inschrift: Hic de virgine Maria Jesus Christus natus est", liest man.( Hier ist Jesus Christus von der Jungfrau Maria geboren worden.) Die Marmorwände sind teilweise mit purpurnen, golddurchwirkten Teppichen bekleidet, und durch die Lampen wird diese merkwürdige Höhle gut erleuchtet. Nach drei Seiten zu wird der Talkessel, in dem Bethlehem liegt, von niederen Bergen eingerahmt. Im Osten schaut die Spitze des Delberges hervor. Dort liegt Jerusalem. Der arabische Lehrer erklärte mir in fließendem Deutsch die Gegend. Dort am Rande der Wüste Juda liegt das sogenannte Hirtenfeld", wo einst der Engel den Hirten erschien, und die Menge der himmlischen Heerscharen, umLeuchtet von überirdischem Lichte, ihr:„ Ehre sei Gott in der Höhe, Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen" fangen. Einige alte Olivenbäume bezeichnen diesen heiligen Ort. Im fernen Osten, jenseits des Toten Meeres, strebt der Berg Nebo" empor, von dem Moses den letzten Blick auf das gelobte Land werfen durfte. Da liegen auch die Moabiterberge. In der Umgegend Bethlehems aber ging einst die fleißige Ruth für ihre Schwiegermutter Naemi auf dem Felde des reichen Boas Aehren lesen. Auf jenen Anhöhen meidete David die Herden seines Vaters und kämpfte mit Bären und Löwen. Bethlehem zählt etwa 7000 Seelen, worunter 260 Muhamedaner. Außer den erwähnten Olivenholzschnißern und Perlmutterarbeitern gibt es noch Maurer, Steinbrecher und Steinhauer am Orte. Ein paar Dupend türkische Soldaten wohnen im sogenannten Serail. Jellachen, das sind LandTeute des Jordanlandes, besuchen an den Markttagen die Stadt, um ihre Erzeugnisse feilzubieten. Fast die ganze Zeit des Jahres herrscht reger Verkehr, der sich zu Ostern, der Zeit der Pilgerzüge, zu einem oft beängstigenden Gewimmel aller möglichen Nationen steigert. Rätsel und Aufgaben. 1. Duchstabenrätsel. Vorstehendes Quadrat ist so mit Buchstaben auszufüllen, daß die mittelste Reihe, von oben nach unten gelesen, den Namen eines österreichischen Kaisers ergibt. Die wagerechten Reihen er geben: 1. eine Getreideart, 2. einen wertvollen Schmuck, 3. eine römische Göttin, 4. eine Verteidigungswaffe, 5. einen Hunnenkönig. '' vuvi * 2. Setst auf die erste Silbe du den Ton, So ist's aus Jlium ein Königssohn. Bringst du ihn aber auf die zweite, Ist's eine Stadt von großer Weite. 8. Der Das - bestellt das Feld; den Vogel hält. 4. Zahlenrätsel. 1 2 8 4 5 Gin Mädchenname, 6 7 7 6 8 Eine deutsche Stadt, 7 5 8 9 8 Eine Wüstenerscheinung, 7 5 8 6 8 in Pflangenteil, 28 42 63 Ein Land in Asien, 8 5 7 6 Gin Körperteil, 10 5 8 10 6 7 Ein indischer Fluß - Die Anfangsbuchstaben, von oben nach unten gelesen, ergeben den Namen eines deutschen Dichters. Braun - h menus und Nr. 51. Freitag, den 4 März. 1904. Oberhessische Familienzeitung. Tägliche Unterhaltungs- Beilage bez Gießener Neueste Nachrichten. Bond unt Beslag ber Glebener Nading@ braderet, norm. With. Reller's Sudbrud( page. 1790); serenia: Is lein ( 14. Fortsetzung.) Der Goldmarder. Original Roman von M. Bezold. " Indessen wird das feine Schwierigkeiten haben," fuhr der Direktor fort, ich werde heute noch eine Eingabe an Durchlaucht machen und glaube morgen " Bemühen Sie sich nicht," unterbrach ihn der Baron, ,, ich fahre selbst zu Seiner Durchlaucht, um mir die Erlaubnis zu holen. Der schriftliche Weg dauert mir zu lange, mündlich kann die Sache in einer Minute erledigt werden." Wie es Ihnen beliebt, Herr Baron! Nur müßte ich um Vorlegung einer schriftlichen Erlaubnis bitten„ Mißtrauen Sie mir, Herr Direktor?" " Durchaus nicht, aber ich muß mich leider auch Ihnen gegenüber streng an die Befehle Seiner Durchlaucht halten. Ich bin fürstlicher Beamter- Sie haben Recht," sagte der Baron, kann es Ihnen nicht übelnehmen, wenn Sie sich den Rücken decken." Joachim Spangenberg verneigte sich abermals. Ich werde mir gerne die Ehre geben, Sie zu begleiten, sobald Sie die Erlaubnis besißen," sagte er, der Kustos hat freilich den Schlüssel um Münzenkabinett, aber er darf nur in meinem Beisein öffnen." Welche Vorsichtsmaßregeln!" lachte der Baron, indem er seinen Hut vom Seſſel nahm.„ Die Sammlung iſt allerdings wertvoll, aber Sie ist Privateigentum Seiner Durchlaucht, Herr Baron," unterbrach Spangenberg ihn achselzuckend, das erklärt diese Maßregeln, die allerdings auch nach meiner Anficht nicht unbedingt nötig wären. Wie gesagt, wenn Sie mir die Erlaubnis bringen, so finden Sie mich augenblicklich bereit, Ihren Wunsch zu erfüllen." Der Baron erwiderte nichts darauf, mit einem herablaffenden Blick verließ er das Zimmer. Joachim Spangenberg hörte gleich nachher den Wagen wieder fortrollen und wollte dann wieder vor dem Schreibtisch Platz nehmen, als abermals Besuch angemeldet wurde. Der Eintretende war Martin Kaſſel, dem Spangenberg rasch entgegen ging. " Haben Sie das Armband zurückerhalten?" fragte er, dem Juwelier die Hand bietend. Nein," antwortete Martin, es ist weder im Hause, noch in Schönbachs Taschen gefunden worden, auch leugnet er hartnäckig den Diebstahl." " Man hat also Haussuchung in seiner Wohnung gehalten?" „ Ohne Erfolg!" " Ja, ja, ich befürchtete es gleich," sagte Spangenberg mit bedauerndem Achselzucken.„ Der Mensch hat Zeit genug gehabt, das Armband zu verstecken. Bitte, nehmen Sie Platz, Herr Kassel, die Sache ist doch zu wichtig, daß man nur mit einigen Worten des Bedauerns darüber hinweggehen dürfte. Wohin Schönbach von Ihrem Hause gegangen ist, werden wir schwerlich erfahren, da er selbst es nicht gestehen wird. Aber nehmen wir an, er sei direkt zum Museum gegangen, sein Bruder hat ihn in die Säle eingelassen, konnte er dort nicht sofort ein Versteck für den kleinen Gegenstand finden? Hinter einem Bilde, oder in ( Nachdruck verboten.)) einem antiken Schrank ließ er das Armband verschwinden, um es vielleicht dann erst wieder zu holen, wenn er die Stadt verlassen wollte!" Wenn Sie dies vermuten, so müßten im Museum Nachforschungen angestellt werden," erwiderte Martin, der sichtbar befangen war, auf die Bestrafung des Mannes will ich gerne verzichten-" " Nicht doch!" unterbrach der Direktor ihn mit einer abwehrenden Handbewegung, solche Strolche müssen im Inter. esse des Allgemeinwohls unschädlich gemacht werden. Üebrigens liegt auch die Möglichkeit nahe, daß sein Bruder, der Kustos, sich der Hehlerei schuldig gemacht hat. Er besitzt schon seit einiger Zeit mein volles Vertrauen nicht mehr, er macht größeren Aufwand, als sein Einkommen ihm erlaubt. Ich werde der Polizei einen Wink geben." " Freilich, dann liegt ja allerdings die Vermutung nahe, daß sein Bruder ihm das Armband gegeben hat, und in diesem Falle werde ich wohl darauf verzichten müssen, es jemals wiederzusehen." Haben Sie Fräulein v. Derendorf schon benachrichtigt?" " Jawohl, ich mußte ihr ja die Anzeige machen und mich zugleich verpflichten, den Verlust zu ersetzen. Mir soll dieser Vorfall als warnende Lehre für die Zukunft dienen. Eine andere Angelegenheit aber führt mich heute zu Ihnen, ein recht schwere Bitte, durch deren Erfüllung Sie mich sehr glücklich machen würden." Nun, nun, wenn ich sie erfüllen kann, so soll es sehr gerne geschehen," sagte Spangenberg gütig,„ reden Sie ganz offen." " Sie haben mich schon gekannt, als ich noch ein Knabe warGanz recht, ich wohnte damals in Ihrem elterlichen Hause!" „ Ich erwähne das, um Ihnen zu zeigen, daß meine Bitte Ihnen nicht überraschend sein kann," sagte Martin, der nun den Blick erhob und dem Direktor frei ins Auge schaute." Irma war damals meine Spielgefährtin, sie blieb seitdem mir Freundin, und heute wage ich es, Sie um ihre Hand zu bitten. Ich glaube, daß ich in Bezug auf meine Vermögensverhältnisse, meine Solidität und meinen Charakter nicht viele Worte zu machen brauche, aber gerne will ich Ihnen Zeit geben, Erfundigungen darüber einzuziehen, wenn Sie dies nötig erachten." ,, Nein, das wäre überflüssig," erwiderte Spangenberg, der sichtbar überrascht, sich von seinem Sitz erhoben hatte, „ daß Sie in jeder Beziehung eine gute Partie sind, ist über jeden Zweifel erhaben. Weiß Irma, daß Sie diese Bitte an mich richten wollen?" Jawohl, Herr Direktor," antwortete Martin, der jetzt erleichtert aufatmete,„ ich durfte ja diesen Schritt nicht eher wagen, bis ich mich von der Erwiderung meiner Liebe überzeugt hatte." Hm, hm," sagte der Direktor unentschlossen, während er das Zimmer mit großen Schritten durchmaß, ich würde meine Zustimmung ohne Bedenken geben, wenn die Sache 25 nach H Mak Gießen. fehlung. hiesigen Plaze auen dankend, faff. Sießen. ke. baber: aas junior, TossenSackkalk Nr. 282. en in befannter Güte germeister, 100" chenreife Kiston ven 60 Pfg. an. atsbesitzer, Rh. Nr. 55. für ๑ nicht noch einen Haken hätte. Ihrer Werbung ist ein anderer Herr schon zuvorgekommen, dem ich meine Zusage bereits gegeben habe" " Ich weiß das," unterbrach Martin ihn, jener Herr muh und wird zurücktreten, weil Irma ihn nicht liebt." Jedenfalls muß," fuhr Joachim Spangenberg achselaudend fort, diese Angelegenheit geordnet sein, ehe ich Ihnen eine endgiltige Antwort geben darf. Seien Sie über zeugt, daß ich Ihnen mit frohem Herzen die Zukunft meiner Tochter anvertrauen werde, wenn die Verhältnisse mir gestatten, in diese Verbindung einzuwilligen; gönnen Sie mir eine furze Frist, Sie sollen meine Antwort erhalten, sobald ich meine Entscheidung treffen_kann." Martin sah ein, daß er mit dieser Antwort sich begnügen mußte, überdies lautete sie günstiger, wie er es erwartet hatte. Ottokar v. Weisweiler mußte ja zurücktreten, wenn Irma seine Werbung ablehnte, und dann war Joachim Spangenberg an sein Wort gebunden. Wchlan, ich werde mich dieser Bedingung fügen müssen." sagte er, indem er sich erhob,„ ich glaube mit den besten Hoffnungen scheiden zu dürfen und will nun in Geduld Ihre Antwort erhalten." " Ich werde Sie," erwiderte Spangenberg, ihm die Hand reichend, nicht lange warten lassen. Bis zu meiner definitiven Entscheidung aber muß ich um strenge Verschwiegenheit bitten, Herr Kassel, Gründe, die ich Ihnen jetzt noch nicht nennen fann, nötigen mich dazu, ich verlasse mich also auf Ihre Diskretion!" Als der Juwelier sich verabschiedet hatte, trat Spangen berg mit nachdenklicher Miene an seinen Schreibtisch und zündete sich eine Bigarre an. " In der Tat eine gute Partie!" sagte er leiſe.„ Kassel ist ein reicher Mann, während der Maler nur Schulden hat. Ein solcher Schwiegersohn könnte im schlimmsten Falle mir eine fräftige Stüge werden, von dem Hofmaler habe ich nichts zu hoffen, im Gegenteil, ich darf nur Ansprüche von ihm erwarten. Aber der Hofrat! Werde ich nicht seine Feindschaft herausfordern? Darf ich es wagen, das Wort zu brechen, das ich ihm gegeben habe? Und auf welcher Seite liegt für mich der größere Vorteil? Freilich kann ich Irma nicht zwingen, dem Maler das Jawort zu geben, für mich wäre dies die einfachste Entschuldigung, aber wird der Hofrat sie gelten lassen? Mir ist das alles sehr fatal, der schlaue Intrigant kann mich im Handum drehen am Hofe in Ungnade bringen, und gerade jetzt habe ich seine Freundschaft nötig. Ja, wenn Sabine v. Derendorf schon meine Gattin wäre! Dann könnte ich allem trogen, selbst der Ungnade des Fürsten!" Er wanderte einigemal auf und nieder, seine grauen, buschigen Brauen zogen sich immer mehr und mehr zu sammen. Die Werbung Kassels muß geheim gehalten werden," nahm er nach einer langen Pause wieder das Wort.„ Den Hofrat kann ich noch einige Tage hinhalten, inzwiſchen wird Sabine sich entschließen, von ihrer Entscheidung mache ich die meinige abhängig. Sieh da, alter Freund, ich dachte soeben an Sie!" Er ging dem eintretenden Hofrat entgegen und reichte ihm die Hand, sein Blick ruhte dabei forschend auf dem hageren Gesicht, über das ein verschmitztes Lächeln glitt. „ Bringen Sie mir gute Nachrichten?" fragte er. Von wem?" scherzte der Hofrat, während er sich in einen Sessel niederließ und seine goldene Dose hervorholte. ,, Waren Sie nicht bei Fräulein v. Derendorf?" " Ich komme soeben von ihr." ,, Gab sie Ihnen nichts für mich mit?" „ Leider nein, wir haben nur von dem gestohlenen Armband gesprochen. Es war sehr unvorsichtig vom Hofjuwelier, daß er den wertvollen Schmuck auf seinem Vadentisch stehen ließ, überdies hatte er auch keine Berechtigung, ihn jedem zu zeigen. Finden Sie das nicht auch?" „ Ei nun," sagte Spangenberg mit einem ungeduldigen Achselzucken,„ diese Vorwürfe mögen gerecht sein, aber sie machen das Geschehene nicht ungeschehen. Was liegt denn an den paar Diamanten! Wenn Fräulein v. Derendorf meine Braut ist, werde ich ihr einen Schmuck schenken, wie keine andere Dame in unserer Stadt ihn besitzt!" Der Hofrat nahm eine Prise und blickte mit hoch emporgezogenen Brauen erstaunt seinen Freund an. „ Sie müssen sehr reich sein," erwiderte er.„ Wissen Sie auch, was ein solcher Schmuck kostet?" ellante Gepräge jebige Bundesg grimmigeren 69 Beigen. Sollte Gunst des Krie darf Japan da Friedensschluffe teht. Die Biel land will feine das in den B Macht gewonn bor längerer ftellung un bump Sinter dief nationalen Ge Germanen, die wie der Anthr rung auch ta Im preußischer ort der hohen und ,, Natürlich weiß ich das. Aber kommen wir auf mebo Gefahr rede lautet, in der formen ist, wurde handelte sich hier betreffend die Gr Lone das Wort prochenermaßen die Polen die g mit anderen Auge in ihrem S natürlich. Man b dessen Geschichte r gemeinsames Sta ein festes Band, ermedung des alte denen die Polen unverkennbar, d Initiative in die legten Ende nic denn überhaupt ebenfalls eine S schen Volfselem Hier giebt Maße als dem denen die eine di des Pferdes spiel Von diesem Die mit der weit genannte fonftitu Elemente haben d schätzen gelernt, f tum und speziell innere geistige nelle Verfassung er eine ift er e aber Das Klima Absolutismus a Berhältnisse ent das Nussentum Mationalitätstär Stellung zu Westen aus am maßgebende Rol sollen selbstverst gegen die Finla überlegenere Au Fußland überh gar gerechtfertigt deutsche Di genannte Balte der Stammesge Die ji jenes Teiles trieg mit dem die erleichtert sich d Spracheinhe Pflgesinde der waren seither dem Rußland die Wissenschaf litisch entmany fanen, es zer Die Deutscher Rußland geger für sein Verh Waffen zu erz Dieses Wat hat nicht blo der zuschauende Charakter des für den Aufma rücken enger an im Stillen Oze schaft einer der Diefer Rajjenfri Frage zurück. Gat das Fräulein wirklich nicht von mir gesprochen? Ist gar feine Aeußerung gefallen, aus der ich die Hoffnung schöpfen könnte, daß ich das Jawort erhalben werde." Ich bedaure, Ihre Frage verneinen zu müssen," sagie der Hofrat, leicht das Haupt wiegend." Sie dürfen mir nicht zürnen, daß ich nicht die Rede auf Sie gebracht habe. Fräulein v. Derendorf scheint ihre Entscheidung noch nicht getroffen zu haben, und es läge nicht in Ihrem Interesse, ſie dazu drängen zu wollen." " Da kann meine Geduld am Ende auf eine harte Probe gestellt werden!" Hm, übermorgen bietet sich Ihnen die beste Gelegen. heit, diese Probe abzukürzen," erwiderte der Hofrat beruhi. gend, indes ſein Blick jeder Bewegung des Direktors folgte. " Fräulein v. Derendorf feiert übermorgen Ihr Geburtsfest. Bewaffnen Sie sich mit einem schönen Blumenbouquet und gehen Sie hin, bei dieser Gelegenheit fönnen Sie Ihre Werbung anbringen. Frau v. Gagern ist Ihre Freundin, sie hat es mir heute noch versichert, Fräulein Sabine weiß, daß der Fürst diese Verbindung wünscht, was wollen Sie mehr?" Den versprochenen Adelsbrief, ohne den ich wohl nicht auf das Jawort rechnen darf." „ Wenn Sie das glauben, so müssen Sie freilich sich ge. dulden, bis das Diplom unterzeichnet ist. Sie werden es jedenfalls erhalten, sobald Sie das Jawort haben, ich werde alsdann Durchlaucht an sein Wort erinnern. Berufen Sie sich nur auf dieſes fürstliche Versprechen, es wird eingelöſt werden. Erinnere ich Durchlaucht jetzt daran, so erhalte ich vielleicht eine ungnädige Antwort, und das werden auch Sie nicht wollen." Joachim Spangenberg stand in Nachdenken versunken, ein harter, strenger Zug lag um seine Mundwinkel. " Ich könnte mit meiner Festgabe dem Fräulein einen Brief schicken," sagte er nach einer geraumen Weile, indem er mit der Hand über seine Stirne fuhr,„ schriftlich läßt manches sich leichter und ausführlicher sagen; was meinen Sie dazu?" Ich glaube, daß ich auch diesen Weg vorziehen würde," entgegnete der Hofrat.„ Schicken Sie den Brief ziemlich früh hin; da ich in das Geheimnis eingeweiht bin, wird Fräulein v. Derendorf oder Frau v. Gagern später wohl mit mir darüber reden. Vielleicht feiern Sie Ihre Verlobung noch an demselben Tage, es ist ja nicht undenkbar, daß Fräulein Sabine nur auf Ihre direkte Werbung wartet, um ihren Entschluß Ihnen mitzuteilen." " Das ist allerdings sehr möglich," fuhr Spangenberg fort, dessen Antlitz sich nun wieder aufheiterte, ich werde den Brief heute noch schreiben, und ich hoffe, Sie bringen mir eine erfreuliche Antwort darauf.“. „ Ich hoffe und warte auch noch immer auf eine Antwort von Ihnen," sagte der Hofrat, während er wieder in seine Dose hineingriff;„ hat Ihre Tochter sich noch nicht entschlossen?" Joachim Spangenberg wandte das Antlitz ab, um dem forschenden Blick des Freundes auszuweichen. Sie hat mir noch keine endgiltige Antwort gegeben," erwiderte er,„ indessen vertrauen Sie dabei auf mich. Zwingen fann ich Irma freilich nicht, Sie werden das ja auch nicht verlangen—“ „ Um feinen Preis!" unterbrach der Hofrat ihn rasch, und ein ironisches Lächeln umzuckte dabei seine schmalen Lippen.„ Aber Sie werden es uns auch nicht verdenken, wenn mein Sohn mit seiner Werbung warten will, bis er die Gewißheit hat, daß sie angenommen wird." Durchaus nicht. Und sollte meine Tochter Ihrem Sohne gleichgiltig sein, was ja auch in der Möglichkeit liegt, so gebe ich Ihnen gerne Ihr Wort zurück." " Dazu ist jetzt noch keine Veranlassung vorhanden." „ Auch auf meiner Seite nicht," erwiderte Spangenberg lebhaft, gewissermaßen als Antwort auf den befremdenden Blick des Hofrats, wir wollen uns gegenseitig nicht binden, vielmehr die Entscheidung der freien Entschließung unserer Kinder überlassen. Sind Sie damit einverstanden?" „ Das sieht aus wie ein Rückzug!" Reineswegs, ich sage nur, daß unsere Kinder freie Wahl haben sollen! Wie sehr ich die Verbindung mit Ihrem Hause wünsche, brauche ich Ihnen ja nicht zu sagen." ( Fortsetzung folgt.)) des Familienlebens ist es namentlich, was die gemischten Keime des findlichen Herzens fördert oder Fridt; das Klima des Hauses, die erste Welt des Menschen, taun durch Beständigkeit, Wechsel, Sonnenschein der Liebe, Gewölf der Sorge, Wärme des Gemüts, Kälte des Herzens, Sturm der Gefühle und Frieden im Leben aus ebenso vielen alltäglichen Ursachen, wie das Jahr, das Blüten treibt, und ein anderes, das keine Frucht ansetzt, die Keime der Kindesscele treiben oder ruhen lassen, Weizen oder Unkraut fördern. Darja. Novellette von Clara Nast. ( Fortsetzung.) ( Nachdruck verboten.) ,, Wer kann sagen, was morgen wird sein," murmelte sie.„ Aber man darf nie die Hoffnung verlieren.“ " Ja, dann wirst du wohl tun müssen, was der gnädige Herr wünscht," meinte der Bursche und löste die Arme des Mädchens von seinem Halse. Darja wandte das tränenüberströmte Gesichtchen bald den Pflegeeltern, bald Jedja zu. Sie konnte es gar nicht fassen, daß diese Menschen sie ziehen lassen wollten, die ihr bisher nur Liebes erwiesen hatten, und denen ihr ganzes Herz gehörte. Wie, ist es denn wirklich möglich?" murmelte sie völlig vernichtet. „ Wir wollen ja alle nur dein bestes, Darja. Fühlst du das denn nicht?" sagte Schukow und legte seine Hand auf ihre Schulter. Ein Schauer durchrann ihren Leib. Sie duckte sich scheu zusammen und schlich in einen Winkel. Als Alexander Iwanowitsch das Gemach verlassen hatte, näherte sich Fedja dem Mädchen. Du solltest nicht so weinen!" meinte er.„ Zwei, drei Jahre sind ja keine Ewigkeit. Bedenke, wenn du wiederfommst, können wir ein Herrenleben führen." Sie richtete sich matt empor. Nun denn, in Gottes Namen! So will ich denn gehen, weil du es willst," flüsterte sie.„ Aber ich bitte dich, gedenke meiner, bleibe mir treu!" „ Bin ich denn einer, der jeder Schürze nachläuft?“ fuhr er auf. Nein, nein, aber die Mädchen sehen gern nach dir besonders Atulina. Ach, wenn du mich vergessen könntest!" Alexander Iwanowitsch ſtrich, heimgekommen, zufrieden lächelnd, den langen Schnurrbart. Ist sie erst ein halbes Jahr in Petersburg, so wird sie sich den Teufel mehr um die Steppe, die armselige Hütte und den langen Bengel scheren, dachte er.„ Aber immerhin könnte es gewiß nichts schaden, wenn ich, um mich ihrer noch mehr zu versichern, eine kleine Unterredung mit Afulina hätte," fügte er halblaut hinzu.„ He, Prochor!" rief er ins Haus hinein. Der in kleinrussischer Tracht steckende Diener erschien auf der Schwelle. „ Schicke sofort Akulina hierher," gebot Alexander Iwanowitsch dem Burschen, dann begann er pfeifend auf der Veranda auf- und abzuschreiten. Akulina kam. Sie war klein und rundlich. Ihr Gesicht war nicht häßlich, aber gewöhnlich, und der Blick ihrer ein wenig schiefgeschlitzten Augen hatte etwas Lauerndes. Schukom sprach im Flüsterton zehn, zwanzig Minuten mit dem Mädchen, dann kniff er sie leicht in die volle Wange und versette ihr mit der anderen Hand einen Schlag auf die Schulter. Ich sehe, daß du mich verstehst," sagte er befriedigt. ,, Verlaẞt Euch ganz auf mich, gnädiger Herr," erwiderte Afulina. Mit diesem Arkan*) will ich den wilden Hengst schon einfangen." Sie hob die Hand, schwenkte sie hin und her und blickte die Papierscheine, die sie in derselben hielt, mit Wohlgefallen an. Als am anderen Morgen die Sonne emporstieg, verließ ein aus falben Rossen bestehendes Dreigespann den Hof. *) Riemenschlinge, dem Lasso gleich. Die schwarzen, gewellten Schweife peitschten den Boden, die Glöckchen am Kummet flangen hell durch die unbewegte Luft. Darja stand aufrecht im Wagen. Eine Hand auf Schukows Schulter geſtüßt, schaute sie noch immer rückwärts, obwohl die Heimat schon lange in der Ferne verschwunden war. Alexander Iwanowitsch versuchte sie endlich auf seine Knie herabzuziehen, aber sie stieß ihn heftig mit beiden Händen gegen die Brust. " Ich mag Euch nicht folgen!" rief sie verzweifelt.„ Ich will nicht singen lernen! Ich brauche Euer Geld nicht und will auch da draußen feins verdienen! Bringt mich zurü - nach Hause zu Fedja!" „ War es nicht sein Wunsch, daß du mit mir gingst?“ sagte Schukow leise aber eindringlich. Da brach sie in Tränen aus und sank kraftlos an ſciner Seite nieder. Nun ist sie fort," sagte Akulina und trat auf Fedja zu, der vom Tore aus dem Gefährt nachschaute. „ Ja, aber sie wird wiederkommen," erwiderte er zuversichtlich. „ So, meinst du?" Um Akulinas volle Lippen spielte ein" spöttisches Lächeln.„ Vielleicht gefällt es Darja auch in Piter*) so gut, daß sie die Heimat vergißt." Schwazze nicht Unsinn!" rief Fedja und ballte drohend die Rechte. „ Hast du denn noch nie gehört, daß es in Piter so schön sein soll, wie im Himmel?" fuhr Afulina unerschrocken fort. " Ja, einmal sagte mir sogar jemand, es wäre noch schöner bort." „ Du bist freilich dumm genug, so etwas zu glauben," meinte der Bursche gedrückt. Bin ich dumm, so bin ich doch noch lange nicht so einfältig wie du, denn ich glaube nicht daran, daß Darja dir treu bleiben wird," versezte Akulina schlagfertig.„ Alexander Iwanowitsch ist ein gar stattlicher Mann." „ Du vergiß, daß er Darjas Vater ſein könnte!" „ Aber er ist es nicht. Und außerdem gibt es in Piter ja auch junge Leute; mehr als hier. Wenn ihr der gnädige Herr also nicht gefällt, so", sie schwieg und hob mit vielsagender Miene die runden Schultern. Dann ließ sie sich plötzlich ins Gras niedergleiten und holte aus dem Mieder einige Rubelscheine hervor, die sie sorgfältig, ja beinahe liebevoll auf den Knien glatt strich. „ Was hast du denn da?" fragte Fedja, von oben auf das Mädchen herabschauend.„ Zehn, zwanzig, dreißig Rubel-" " Ja, nicht wahr, so etwas siehst du nicht alle Tage. Das hat mir der gnädige Herr gegeben, weil ich das Essen zu seiner Zufriedenheit bereitet habe," prahlte Akulina.„ Er ſagte, er hätte ſeinen Koch durchaus nicht vermißt."" Sie faltete die Scheine sauber zusammen, schob sie wieder in das Mieder und erhob sich.„ Und weißt du auch, was er mir versprochen hat? Eine schöne Aussteuer und viertausend Rubel will er mir geben, sobald ich heirate. Ja, ja, gloze mich nur an! Jezt bin ich ein reiches Mädchen, du. Dein Freund Danilo geht mir schon lange nach. Vielleicht greife ich endlich zu." Darja soll übrigens auch vom gnädigen Herrn ausgesteuert werden, das heißt, wenn sie wiederkommt, aber nur mit zwei- bis dreitaufend Rubeln." Da bist du besser dran," sagte Fedja. Akulina zeigte lachend ihre hübschen Zähne. Der Bursche blieb vor ihr stehen. Vielleicht kehrt sie wirklich nie mehr zurück," kam es endlich zweifelnd über seine Lippen. " So glaubst du also auch nicht mehr daran?" sagte Afulina und ging davon. Wohin willst du?" rief er ihr nach. " Zu einem, der flüger ist, wie du, zu Danilo," versetzte sie, ohne zurückzublicken, im Weiterschreiten. „ Das wollen wir doch sehen!" rief er hitzig und vertrat ihr den Weg. Afulina lächelte listig. " Ja, warum sagtest du denn nicht gleich, daß du es lieber sieht, wenn ich ihn nicht aufsuche?" flüsterte sie. ( Schluß folgt.) *) Volkstümlicher Ausdruck für Petersburg.