Nr. 2 Abonnementspreis: in Gigen, abgeholt monatlich 50- Pfs., ' Saus gebracht 60 fg., urch die Poft bejogen diertel fährlich D. 1.50. #rastbeilagen: Oberheffiche Familienzeitung( täglich) Oberbeffify Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Bartraban, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). 1 Platt ridbetat an alen Bertingen nachmitags. Montag, den 4. Januar 1904 Gießener 13. Jabrgang. Insertionsprei 8: Die eineltige Better Wheyen gang Oberbeffon, die Kreise Wehlar un arbure 10 H fofft 15 fg.; Reklamen die Betttsette refb. 40 g. Bostzeitungsliste No. 3889. Acbation un Grobition: Gießen Nenes fchlub r. sa Neuelle lachrichten ( dichenor Tageblatt) nabhängige Tageszeitung ( Siepener Petium für Oberhesen und die Streise Warburg und Zeklar: oralanzeiger für Gießen und Umgebung Gutblit ale amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberheffen. Die Husfichten der Reichsfinanzreform. CB Nur wenige Tage noch und die Reichsboten werden sich zur Wiederaufnahme der Vrhandlungen am Königsplay zu Berlin versammeln. Dur die erste Lesung zum Etat ist die Richtung gebende parlamentarische Debatte bereits erledigt. In den beiden folgenen Lesungen werden nur noch Einzelheiten durchgesprochen werden. Da allerdings bei jedem einzelnen Titel alle eischlägigen Fragen in die Kritit hereingezogen werden fönen, so ist es nicht ausgeschlossen, daß an einzelnen Tagen ie allgemeine Beratung förmlich wieder aufgerollt wird. nsbesondere dürfte dies beim Militäretat der Fall sein up ebenso bei der Lesung des Titels über das Reichsamt de Inneren, das eigentlich das Rückgrat unserer ganzen Reispolitik darstellt. In parlamentarischen Kreisen gilt bekantlich das Wort, daß es kein Tema gebe, das nicht bei der Reichsamt des Inneren zur Sprache gebracht werden könte. In der bevorstehenden Session dürfte vor allen Ingen die Sozialpolitik einen breiten Raum einnehmen. Di weitaus wichtigste Frage aber ist und bleibt auf alle Fälle di Reichsfinanzreform. Ob die Aussichten hierfür besser geworden sind, hat sich aus der verflossenen Etatsdebtte nicht ersehen lassen. Die Presse und die Redner der Infen haben sich, ähnlich wie früher, dagegen ausgesprocen, aber der Abgeordnete Schädler hat im Namen der ausschlaggebenden Zentrumspartei seinen Wiederspruch so eise und so zurückhaltend zum Ausdruck gebracht, daß eingetrihte Kreise bereits zu hoffen beginnen, dieses Mal werd die Reichsfinanzreform gelingen. Tatsächlich ist ja auch er Druck, der diesmal auf die Entschlüsse der Reichsboten auseübt wird, größer als jemals vorher. Seit Bestehen des detschen Reiches haben sich mit einer gewissen Regelmäßigkeit die guten und die schlechten Finanzjahre einander abgelöst. In den guten Jahren erhielten die Einzelstaaten allepings manchmal reiche Zuschüsse aus den Ueberweisunger die dann bei den Abgeordneten der Einzelparlamente eien ungesunden Optimismus erzeugten und zu einer Popurritätshascherei durch Förderung von kostspieligen Projekt führten. Um so verhängnisvoller aber machten sich auch die Rückschläge geltend, denn nicht genug damit, daß die leverweisungen in schlechten Jahren ausblieben, ging auch er Reichsschatzsekretär mit offenem Klingelbeutel bei den Enzelstaaten herum. Für die deutschen Finanzminister ging also die Grundbedingung jedes geordneten Geschäftsganes verloren, nämlich die Stetigkeit in den Einnahme- und Ausgabeverhältnissen und damit jede Möglichkeit zu einerfesten Kalkulation. Infolgedessen haben denn auch die smtlichen Finanzminister des deutschen Reiches sich mit der vorgeschlagenen Reform des neuen Reichsschatzsekretärs Feiherrn v. Stengel einverstanden erklärt. Das mes ntliste Ziel dieser Finanzreform ist die Einschränkung der Frankensteinschen Klausel. Sämtliche Einnahmen, mit Ausnahie der Erträgnisse der Stempelsteuer, sollen nach der Stegelschen Reform dem Reiche verbleiben, sodaß dieses also seine Finanzwirtschaft vollständig auf eigene Füße stellenfann. Diejenige Partei, die sich eier derartigen Gesundung der Finanzverhältnisse zwischen Rich und Einzelstaaten wiedersetzen sollte, würde der Gefahr ntgegengehen, nicht allein bei den deutschen Reichstagswahler sondern auch bei den Wahlen zu den Einzellandtagen in schechten Jahren für die unerfreulichen Finanzzustände veantwortlich gemacht zu wer den, und wir möchten nach den Erfahrungen der letzten Jahre glauben, daß keine artei sich leichtherzig dieser Eventualität ausfeten mind. Am Vorabend dr Entscheidung. Im krassesten Widerspruch miteinander stehen die russischen und die englischen Meldungen über den Stand der ost asiatischen Krise. Son russischer Seite wird jede Kriegsgefahr geleugnet, was whl etwas über das Ziel hinaus schießt. Jedenfalls schießn aber die englischen Nachrichten noch weiter übers Ziel hinaus, wenn sie den Krieg als unmittelbar bevorstehend nd völlig unvermeidlich bezeichnen. Zweifellos muß aber die Entscheidung, ob Krieg oder Frieden, in den nächsten Tagen fallen. Die deutschen amtlichen Kreise teilen die Auffassung der russischen Diplomatie, daß der Kreg vermieden werden würde. In Berliner Finanzkreisen nrd ein Ausspruch Kaiser Wilelms kolportiert, den der Kaiser gegenüber dem Admiral Hollmann getan haben soll; der Kaiser solldiesem erklärt haben, er vertraue fest auf die Erhatung des Frie dens. Wir stellen zunächst fest, daß die vo uns schon bei ihrem Auftauchen angezweifelte Meldung eirs Berliner Blattes, Japan habe dem Gesandten in Tofic mitgeteilt, die so= fortige Kriegserklärung a Rußland sei unvermeidlich, nun auch von ir Berliner japanischen Gesandtschaft in aller Forn als Erfindung gefennzeichnet wird. Russischerseits wid hochoffiziell verfichert, daß Japan in seiner legten Note eine Frist für deren Beantwortung durch Rußland gestellt hat. Die russisch= japanischen Verhandlungen nähmen einen völlig friedlichen Fortgang. Alle Meldungen über ein japanisches Ultimatum u. s. w. seien reinste Erfindung. Richtig sei nur, daß Rußland wie Japan ihre Kriegsbereitschaft verstärkten, was begreiflich sei, da die Möglichkeit politischer Verwickelungen beständig bestehe, und in Japan mit ausländischem Golde eine leidenschaftliche Agitation gegen Rußland betrieben werde. Die russische Regierung hat ferner nach Petersburger Meldungen den japanischen Gesandten an der Newa wissen lassen, die Antwort Rußlands auf die letzten Vorschläge Japans werde schon in den nächsten Tagen erfolgen und so entgegenkommend lauten, daß der Ausbruch eines Krieges als völlig aus. geschlossen erscheinen müßte. In diesem Sinne sei auch die japanische Regierung bereits verständigt worden. Gerade das Gegenteil meldet ein Londoner Blatt, der „ Daily Graphic". Das Blatt will wissen, die Antwort der russischen Regierung an Japan müsse den Ausbruch von Feindseligkeiten beschleunigen. Der„ Daily Telegraph" führt aus, selbst in diplomatischen Kreisen, die bisher von einer friedlichen Lösung der Schwierigkeiten in Ostasien überzeugt war, werde jezt zugegeben, daß ein Bruch zwischen Rußland und Japan fast unvermeidlich sei. Man glaube, Japan werde innerhalb der allernächsten Tage entScheidende Schritte tun. Andere britische Blätter fordern die Londoner Regierung auf, nicht lange den passiven Zuschauer zu machen, sondern aktiv in die Krise einzugreifen, selbstverständlich gegen Rußland. Der jeßige Augenblick, Rußlands Vorschreiten in Asien ein Ziel zu sehen, dürfe nicht verpaßt werden, schreibt die Morning Post" und verlangt in den energischsten Tönen ein bewaffnetes Einschreiten Englands mit Japan in Bunde wider Rußland. Herr Balfour wird sichs wohl aber dreimal überlegen, ehe er diesem Wunsche Gehör schenkt. Außer den erwähnten Kundgebungen der russischen Offiziere und der englischen Presse liegen bisher keine Nachrichten aus Ostasien vor. Alle europäischen Depeschenagenturen blieben einen Tag zum erstenmal seit Beginn der ostasiatischen Krisis ohne jede Nachricht aus Japan. Da in Japan zahlreiche Korrespondenten der Depeschenbureaur tätig sind, und die japanische Zensur bisher milde gehandhabt wurde, nimmt man an, daß die Telegramme absichtlich aufgehalten worden sind. Die Politik. (!) Eine für die Entwickelung unserer südwest afrikanischen Kolonie verheißungsvolle Maßnahme be reitet sich vor: Mehrere Tausend Burenfamilien haben durch ihre früheren Kommandanten mit der deutschen Regierung formelle Unterhandlungen wegen ihrer Uebersicdelung nach Deutsch- Südwestafrika angeknüpft. Den ärmeren Burenfamilien ist von der deutschen Regierung bereits eine Subvention bei der Ansiedelung in Aussicht gestellt worden. Die männlichen Häupter der Burenfamilien sind bereit, gegebenenfalls als Freiwillige die deutsche Schutztruppe zu verstärken und wollen für ihre Söhne die Pflichten des deutschen Militärdienste sannehmen. Der Reichstag wird für diese Ansiedelung der Buren zweifelsohne seine Genehmigung glatt erteilen, so daß die Regierung durchaus richtig gehandelt hat, wenn sie den deutschen Konsul in Pretoria, Biermann, bereits beauftragt hat, Hand in Hand mit den englischen Behörden alle Einzelheiten festzusetzen, um eine Bureneinwanderung nach DeutschDamaraland einzuleiten. In bürgerlichen Kreisen macht die Bewegung zu einem Zusammenschluß des Bürgertu is gegen die Sozialdemokratie immer weitere Fortschri.ie. Neuerdings haben sich eine Anzahl Männer verschiedener Parteirichtung zur Gründung eines Reichsverbandes zur Bekämpfung der Sozialdemokratie" zusammengetan. Dieser Ausschuß versendet jetzt ein Rundschreiben, in dem er zum Beitritt auffordert. Als Mindest Jahresbeitrag wird nur eine Mark gefordert, um Angehörigen aller Kreise, namentlich auch Handwerkern, den Beitritt möglich zu machen. Wer dem Verbande eine einmalige Zuwendung von mindestens 100 Marf macht, soll als stiftendes Mitglied" aufgenommen werden. 31'eck des Verbandes ist insbesondere nach seiner Ankündigung,„ durch Wort und Schrift in allen Gegenden Deutschlands und in alien Volksfreisen Klarheit zu verbreiten über das wahre Wesen der Sozialdemokratie und darüber, was sie in Wirklichkeit will, was sie leistet und bedeutet, und was wir von ihr zu erwarten haben. Der Reichsverband will auch diejenigen Kreise, die unter dem Drücke des sozialdemokratischen Terrorismus unmittelbar zu leiden haben, insbesondere die Arbeiterschaft und den Mittelstand gegen sozialdemokratische Anforderungen in jeder möglichen Weise stärken." Der Verband soll erst dann wirklich ins Leben treten, wenn sein Bestehen durch eine entsprechende Mitgliederzahl und ihre finanzielle Unterstützung auf Jahre hinaus gesichert ist. Der preußische Gesandte beim Vatikan, Frhr. v. Rotenban, ist bekanntlich Protestant. Neuerdings hieß es in einigen Blättern, Frhr. v. Rotenhan solle von seinem Posten abberufen und durch einen katholischen Diplomaten ersetzt wer= den. Weiter hieß es, der preußischen Gesandtschaft in Rom solle ein kirchlicher Beirat in der Person des Monsignore Wilpert Dr. Baumgarten beigegeben werden. Beide Gerüchte sind, wie unser Berliner CB- Mitarbeiter hört, freie Erfindungen. Auch wird unserem Mitarbeiter von unterrichteter Stelle bestätigt, daß die Frage der Ernennung eines neuen deutschen bayerischen Kardinals zur Zeit nicht auf der Tagesordnung steht. Der Gemeinderat zu Mühlhausen i. E., in dem die Sozialdemokraten die Mehrheit haben, hatte, wie s. 3t. gemeldet, beschlossen, den katholischen und protestantischen Geistlichen und dem Rabiner die Fädtische Gehaltszulage zu streichen. Das Ministerium hat je och entschieden, daß die Zulagen als Pflichtausgaben der Stadt Mülhausen zu betrachten und in den Gemeinde- Haushaltseiat zwangsweise einzustellen sind. Die in Frage kommenden 18 Geistlichen haben auf Grund dieser Verfügung die seit neun Menaten rückständigen Gelder dieser Tage ausgezahlt erhalten. Man sieht nicht ein, was die sozialdemokratische Mehrheit im Gemeinderat mit dieser törichten Kundgebung eigentlich bezweckte. □ Der freisinnige Reichstagsabgeordnete für EschwegeSchmalkalden, Seyboth, wurde von der Münchener Strafkammer wegen Wechselfälschung zu einem Jahr drei Monaten Gefängnis und fünf Jahre& hr= verlust verurteilt. Mit dieser Verurteilung erlöscht das Mandat Seyboths zum Reichstage, so daß in Eschwege= Schmalkalden eine Ersazwahl nötig wird. Ein allgemeiner Heimarbeiterschukkongreß wird von der Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands am Die soziale 7. März 1904 in Berlin veranstaltet werden. Lage und die Notwendigkeit des gesetzlichen Schutzes der Heimarbeiter und-Arbeiterinnen", sodann die gesundheitlichen Gefahren der Hausindustrie für das konsumierende Publikum" bilden die Tagesordnung. Auf dem Kongreß sollen alle Vertreter ohne Rücksicht auf politische und religiöse Anschauungen oder Organisationszugehörigkeit zugelassen werden, die sich durch ein Mandat ausweisen können. Oefterreich- Ungarn. Der Konflikt zwischen Regierung und Volksvertretung in Ungarn wegen der Wehr vorlage ist auch auf das Heer nicht ohne Wirkung geblieben. Bekanntlich müssen die Mannschaften des dritten Jahrgangs, die jetzt zur Entlassung kommen sollen, weiter dienen, bis die Wehrvorlage genehmigt ist. Das hat dazu geführt, daß in Bilek, die schon durch den Todesmarsch eines Regiments vor einigen Monaten übel bekannt gewordene Garnison in dem 69. Infanterieregiment unter dem dritten Jahrgang viele Soldaten den Gehorsam verweigerten und verhaftet wurden. Die Straßen werden von Patrouillen unter dem Kommando von Offizieren durchzogen. Desterreich- Ungarn verliert mit der Zunahme seiner innern politischen Wirren mehr und mehr an friegerischer Bedeutung und an Bedeutung als Bundesgenosse für uns und Italien. Spanien. Vor einiger Zeit wurde berichtet, daß man in BarceI on a einem anarchistischen Dynamitanschlag auf die Spur gekommen sei. Man hatte eine Anzahl Bomben und Petarden gefunden, und im Handumdrehen waren auch ein paar angebliche„ Attentäter" verhaftet. Der Entdecker des ganzen Anschlags und eifrigste Verfolger der Dynamitarden war ein Gendarmerieleutnant Morales, er ging gegen die angeblich Schuldigen so überschneidig vor, daß sein Verfahren in der spanischen Deputiertenfammer zu scharfen Erörterungen Anlaß gab. Jetzt hat sich nun herausgestellt, daß der ehrenwerte Don Morales die Bomben und Petarden, die angeblich von ruchlosen Anarchisten stammten, selbst fabriziert und versteckt hat, um sich durch ihre Entdeckung" auszuzeichnen. Gegen den pfiffigen Zeitgenossen ist jetzt Anklage erhoben worden. Balkan- Staaten. Die Reformen in Mazedonien stoßen auf immer neue Hindernisse. Jetzt machen die Albanesen offen gegen die Reformmaßregeln Front. Der Gouverneur von Mazedonien, Hilmi Pascha, verlangte von der Pforte, daß die drei berüchtigten Benys Rassim, Jbisch und Assan nach Kleinasien verschickt werden, da diese im Wilajet Monastir die christliche Bevölkerung plünderten und sich auch sonst die größten Ungeseglichkeiten zu Schulden kommen lassen. Als die Pforte die Beys ausweisen wollte, versammelten sich mehrere hundert Albanesen und verhinderten deren Verbannung. Hilmi Pascha besteht auf ihrer Ausweisung, da e jede Besserung der Lage der Christen unmöglich machen. Die Pforte scheint aber nicht genug Mut zu haben, gegen die Albanesen vorzugehen. Amerika. Immer neue Triks ersinnt die gelbe Presse jenseits des Ozeans, um ihre Deutschenheze fortzusetzen. So hat sie jetzt wieder den amerikanischen Jingoes die Nachricht aufaetischt. Deutschland sei in der Stille, aber mit Camel pon s 3annur mir anzuzeigen, daß mein Mann überhaupt nicht mehr zu werfend. 3ft etwa ein unglück geschehen, oder kommt man abFrau zum Schut des Aleides bei der Näharbeit trug, Sie über die letzten Abenteuer der Dame wissen." Die Prinzeß öffnete und schloß ein wenig unruhig den Sehr wohl, ich möchte wissen, wie viel oder wie wenig Beichent des Königs zum fürzFear P Sie bergessen, mein Bruder, daß Liebe selbst durch fönigliche Order sich nicht berbieten läßt." mur Sie mißbrauchen meine Langmut, Amalie. Des Königs Stirn zog sich in drohende Falten zusammen. ines dederitriches von mir bedarf Wissen Sie Tim 9 at Sp Wut über sich selbst nichts. entlich, ja selbst an den Wänden seines ftillen Kämmerleins Teise mit allen erdentlichen Rosenamen, die er der Zoologie dunklen Augen anzusehen, und alle feine guten Borsätze maren verweht. Daran änderte pauch seine nachträgliche Er belegte sich dann laut und indit in defe drive prone Entschiedenheit bestrebt, cin Kohlendepot auf St. Thomas ( Dänisch Westindien) zu erwerben. Diese neue amerikanische Lüge hat nun freilich furze Beine gehabt, sowohl die dänische wie die deutsche Regierung erflären übereinstimmend, daß alle Meldungen über solche Verhandlungen zwischen Deutschland und Dänemark aus der Luft gegriffen jeien. A Drunter und drüber gehts augenscheinlich am mittelamerikanischen Isthmus. Zunächst will der neue Präsident von Kolumbien, Marroquin, die kolumbische Verfassung durch Volksabstimmung umfrempeln: Den einzelnen Staa ten( Provinzen) soll weitgehendste Selbständigkeit in der Verwaltung gewährt werden. So hofft Marroquin den drohenden völligen Zerfall Kolumbiens hintanzuhalten. Auch auf dem Isthmus selbst, in der neuen Republik Panama, droht eine neue Umwälzung, eine Revolution gegen die neue Panamaregierung. In Colon erhält sich übrigens hartnädig das Gerücht, daß amerikanische Kriegsschiffe das folumbische Kanonenboot Pinzon" zum Cinken gebracht hätten. Eine Bestätigung liegt bisher nicht vor. sk sk Hof und Gesellschaft. Der Neujahrsempfang beim Kaiser. hof verlief nach dem üblichen Zeremoniell: Gottesdienst in der Schloßfapelle und große Gratulationstur im WeiBen Saal, bei der das Kaiserpaar den Reichskanzler mit fängerer Ansprache auszeichnete. Dann folgte Empfang der Botschafter, der Staatsminister und der kommandierenden Generäle, sowie der in Immediatstellung befind lichen Admirale. Um 1 Uhr begab sich der Kaiser zu Fuß nach dem Zeughaus. Der Kaiser trug das Band des Schwarzen Adlerordens über dem Paletot mit Pelzkragen; neben ihm schritt General Graf Schlieffen, es folgten die Herren vom Dienst, sowie etwas weiter zurück der Stron prinz und Prinz Eitel Friedrich. Vom Publikum mit Hoch rufen empfangen, schritt der Kaiser vor em Zeughaus eine Ehrenkompagnie des 2. Garderegiment zu Fuß ab und begab sich dann in den Lichthof, wo bei seinem Eintritt die Kapelle des 4. Garderegiments die Nationalhymne spielte. Hier waren die Generale und die Offiziere der Garnison versammelt, alle nach der neuen Vorschrift mit den Achselstücken auf dem Paletot. Der Kaiser nahm Meldungen und die Rapporte der Leibregimenter entgegen. Die Parole lautete, wie stets am Neujahrstage Königsberg- Berlin". Vor dem Zeughaus ließ der Kaiser dann die Ehrenfompagnie und die Salutbatterie vom 1. Garde Feldartillerieregiment, beide mit ihren Musikkorps, vorbeimarschieren, und kehrte gegen halb 2 Uhr nach dem Schlosse zurück, begleitet von den lebhaften Ovationen des Publikums, das trotz der Kälte in dichten Scharen bis dahin ausgeharrt hatte. Allgemein wurde das frische Aussehen des Kaisers mit Freuden begrüßt. Heer und flotte. Der Kaiser an das Offizierkorps. Während der feierlichen Paroleausgabe anläßlich des Neujahrsfestes richtete der Kaiser an die versammelten Offiziere eine Ansprache, in der er das Offizierkorps ermahnte, die gute Tradition des Heeres auch durch eine, würdige Lebenshaltung fortzusetzen, den Untergebenen und der Bevölkerung mit gutem Beispiel voranzugehen und die ernsteste Sorge zu tragen, daß die Soldatenmißhandlungen ausgerottett werden. Auf spezielle Fälle, 3. B. die Vorgänge in Forbach, nahm der Kaiser in seinen Auslassungen keinen Bezug. Kriegslöhnung für ehemalige Chinakämpfer. Diejenigen ehemaligen Mannschaften S. M. S. Kurfürst Friedrich Wilhelm", Wörth" und„ e I a", welche bis jetzt noch keine Kriegslöhnung erhalten haben, werden nunmehr amtlich aufgefordert, Militärpaß und genaue Adresse sofort an das„ Abwickelungs- Bureau der NordseeStation" in Wilhelmshaven einzusenden. Wie die Amerikaner Theater bauen. Die furchtbare Katastrophe in Chicagoer IroquoisTheater hat die öffentliche Aufmerksamkeit in ganz Amerika auf den heillosen Leichtsinn gelenkt, mit dem im Yankeelande dic Theater gebaut werden. Hätte es nicht gar so trau rige Folgen gehabt, so könnte man es als einen pudelnärrischen Einfall belachen, daß sich die Architekten des Iroquois Theater für ihren Bau ausgerechnet die Pariser Opéra Comique als Muster gewählt haben. Denn als diese seinerzeit einem schrecklichen Brande zum Opfer fiel, bei dem gegen 360 Personen umkamen, mußte der schlechten Bauart und Einteilung des Hauses die Hauptschuld gegeben werden. Mit dem Theaterwesen ist es eben in Amerika ein eigen Ding. Irgend ein Bürger baut ein Theater gerade so wie wenn er ein Zinshaus errichtete. Es sind dabei feinerlei Formalitäten zu beobachten, denn es existiert kein eigenes Statut für Theaterbauten. Der betreffende Besitzer ist meistenteils Geschäftsmann, der mit allem handelt, also auch die Vermietung seines Theaters ganz gefchäftsmäßig, meiſtenteils sogar nur so nebenbei betreibt. Auch geben die Eigentümer ihren Bühnen alle möglichen Bezeichnun gen, die mit der Bestimmung derselben eine solche eristiert eben nicht in feinem Zusammenhange stehen. So darf man zum Beispiel nicht glauben, daß in dem ., Grand Opera House" in Newyork Opern aufgeführt wer den. Keine Spur davon. Dort konnte man sogar einmal ein- Affentheater etabliert finden. Der Theaterbefiber vermietet sein Haus an einzelne sowohl wie an ganze Gesellschaften. Die Engagements erfolgen in der Regel schon am Anfange der Saison, und zwar für die ganze Dauer derselben. Die reisenden Truppen schicken alle einen Quartiermacher voraus, der schon mit Beginn des Herbstes alle Städte besucht, wo Vorstellungen stattfinden sollen. Seine Aufgabe ist es, mit dem Proprietor" des betreffen. den Theaters den Mietsvertrag abzuschließen für die und die Woche oder auch nur für einen bestimmten Tag des Jahres. Dann hat er dafür zu sorgen, daß die Reklame rechtzeitig einsetzt. In den meisten Fällen bedingt sich der Proprietor außer einem Firum noch einen prozentualen Veitrag aus dem Gesamterträgnisse der Vorstellungen. Die amerikanischen Theater von der baulichen Seite be trachtet, sind gewöhnlich das Primitivste, was man sich vor stellen kann. Meistens haben sie muur einen einzigen Ein gang, der in die Mitte des Zuschauerraumes führt. Garde roben gibt es entweder gar keine, oder böchstens febr mangelhafte. Die Leute nehmen sich ihre 11eberröde auj die Sitzplätze mit. Der Zuschauerraum ist fast überall in den ganzen Vereinigten Staaten nach demselben Muster gebaut, präsentiert sich aber elegant. Jedes größere Theater bat einen Smokingroom, in dem in den Zwischenaften ge raucht werden kann. Aber nur in diesem Raume. In den Ankleideräumen wird vielfach geraucht, doch es geschieht des unerlaubterweise, denn das Rauchverbot ist überall an geschlagen. Fast gar keine Bühne hat eine Versenkung auf zuweisen, und Brücken, die die eine Seite des Schnür bodens mit anderen verbinden, sind ebenso unbekannt, wie alle anderen technischen Behelfe der modernen Bühne. Lichteffefte werden meistens mit mobilen Stalfiumreservoiren bewirkt. Wie gefährlich es ist, solche tubenartige Gefäße überallhin mitzuschleppen, braucht wohl nicht erst hervor. gehoben zu werden. Der Bühneneingang ist fast überall schmal und eng. In der Regel führt eine schmale Wendeltreppe von zehn bis zwölf Stufen zur Bühne, die, wie ge sagt, aller maschinellen Einrichtungen entbehrt. Auch hat jedermann Zutritt zur Bühne, es eristiert in dieser Richtung keinerlei Verbot. Um in den Orchesterraum zu gelangen, müssen sich die Musiker auf einigen Stufen in den mit Dellämpchen spärlich beleuchteten, ganz aus Holz hergestellten Unterraum der Bühne begeben, von wo aus eine Tir in das Orchester führt. Glücklicherweise ist überall die Brüstung der ersten Parkettreihe sehr niedrig, so daß man sie leicht übersteigen kann. Theaterfachbauleute gibt es wohl faum welche. Das größte Theater Ameritas, das Metropolitan Opera House in Newyork, in dem jetzt der Parsifal" aufgeführt wird, wurde von einem frommen Methodisten erbaut, der nie in seinem Leben vorher ein Theater besucht hatte. Erst, als der Innenraum vor einigen Jahren ausbrannte, wurden Verbesserungen vorgenommen. Das Drolligste aber leistete der gute Mann, der, ehe er an den Bau schritt, die Pläne europäischer Theater studiert hatte, mit den Versenkungen. Auf den vorliegenden Plänen jah er zahlreiche Kreise und Quadrate, an deren Stellen überall Versenkungen angebracht werden sollten. Gewissenhaft abmte er auf der Bühne des Metropolitan alle diese Kreis- und Quadratzeichnungen nach, ohne aber für die nötigen Ausschnitte und Schiebevorrichtungen Sorge zu tragen. Diese hatte er eben auf den Zeichnungen nicht sehen fönnen. Verhaftungen wegen des Chicagoer Theaterbrandes. Der Brand des Iroquois Theaters in Chicago wird ein großes gerichtliches Nachspiel haben. Es wurden Massenberhaftungen unter dem Theaterpersonal vorgenommen. Der erste, der ins Gefängnis abgeführt wurde, war der Bühnenleiter Plunkett. Er ist des Totschlages angeklagt. Unter der Beschuldigung der fahrlässigen Tötung teilten sein Schicksal sein Assistent, der Bühnenzimmermann, mehrere Seulissenschieber, und 24 Mitglieder des Chors und des Balletts. Die Anzahl der Opfer wird sich doch allem Anschein nach auf der anfänglich befürchteten Höhe halten. Die offiziellen Berichte haben sich als schönfärberisch erwiesen. Jetzt wird zugegeben, daß 690 Tote gezählt wurden und 300 Bersonen vermißt werden. So dürfte dann die anfänglich gemeldete Ziffer von 1000 Opfern wirklich nicht zu hoch ge griffen sein. Die Theatertruppe war 300 Kopf stark und 2000 Buschauer waren im Theater, von denen 1740 Sit plätze innehatten. Während der Banif kamen ganze Ja milien um. Mehrere Notausgänge waren durch eiserne Türen geschlossen, für deren rechtzeitiges Deffnen niemand sorgte. Vergeblich war von den Zuschauern versucht worden, diese Türen mit Gewalt zu öffnen. Da vor dem Theater fein Feuermelder stand, ging viel Zeit verloren, bevor die Feuerwehr eintraf. Auf telephonischen Anruf eilten etwa 100 Aerzte und 150 Krankenwärter herbei, Priester erteilten den Sterbenden den Segen. Die Köche und Kellner eines benachbarten Restaurants brachten eine Leiter auf das Dach eines Schuppens, und der Küchenchef fing, auf der Leiter stehend, nach einander fünfzehn aus einem Fenster sprin gende Frauen auf. Die Vorstellung im Theater war zu ermäßigten Preisen gegeben worden, hieraus erklärt sich) die große Zahl der Zuschauer. Der deutsche Kaiser war mit der Erste, der anläßlich der Katastrophe an den Präsidenten Roosevelt ein in den herzlichsten Worten gehaltenes Beileidstelegramm absandte. Die Stimmung in Chicago ist tief bedrückt. Auf Grund einer Proklamation des Mayors ist das neue Jahr der bisherigen Gepflogenheit entgegen nicht mit Glockenaeläute eingeleitet worden. Hus dem Gerichtsfaal. § Ein Reichtagsabgeordneter als Wechselfälscher. Der Reichstagsabgeordnete Seyboth wurde in München wegen Wechsel fälschung zu 1 Jahr 3 Monaten Gefängnis und 5 Jahren Ehrverlust verurteilt.( Vergl. Politik.) Seyboth war beschuldigt, auf einem auf die Firma Brauerei Jakob Andreas in Eschwege lautenden Wechsel das Accept gefälscht und den Betrag von 11 600 Mart bei der Bayerischen Handelsbank persönlich abgehoben zu haben. Seyboth erklärte sich für nichtschuldig. Ein Buchhalter seines Geschäfts habe ihm gestanden, die Fälschung begangen zu haben. Der Diret for und der Hauptkassierer der Bayerischen Handelsbank be kundeten jedoch, daß die gefälschte Unterschrift von Seyboth herrühre und daß Seyboth selbst das Geld auf der Bank in Empfang genommen habe. Nab und fern. A Der Berliner Neujahrstrubel hat auch dieses Jahr wieder eine große Anzahl von Verhaftungen zur Folge ge. habt. Nicht weniger als 331 Personen wurden zur Wache fistiert, über 100 mehr als im Vorjahre. Meist handelte es sich um halbwüchsige Burschen, die in größeren Trupps auftauchten, um allerhand Roheiten auszuüben. Die Mehrzahl der Verhaftungen fanden in der Nähe der Linden statt. Acetylenexplosion. In Schönmünzach ereignete sich im Basthof zum„ Ochsen" ein schweres Unglück. Das Haus vurde durch eine Acetylenexplosion zum großen Teil zertört. Der Besitzer und seine 24jährige Tochter trugen dabei furchtbare Verletzungen davon. Die letztere ist ihren Brandwunden bereits erlegen und auch an dem Aufkommen des Gasthofbesitzers wird gezweifelt. Ein Erzschwindler ist endlich seinem verdienten Schicksal verfallen. Ein Reisender wurde in Berlin verhaftet, der n unzähligen Fällen Bahntechniker und Zahnärzte betrogen jat. Er besuchte in Hamburg, Hannover, Schleswig Holstein und Mecklenburg Zahntechniker und Zahnärzte und legte sie mit Adreßbuch- Annoncen hinein, die er sich mit je 6,50 Mr. bezahlen ließ. 177 solcher Fäle hat er bereits eingestanden. Dieselben Schwindelmanöver soll er auch in Danzig und Wönigsberg ausgeführt haben. * Ein großer Postdiebstahl wurde mit raffinierter Frechheit in Rom ausgeführt. Auf dem dortigen Paketpoſtamte fanden sich nachts zwei al Briefträger verkleidete Berbrecher ein und stahlen mehrere Pafete mit kostbarem Inhalt. Nach einer Meldung þll der Wert der entwendeten Stüde 150 000 Lire, nach einer anderen sogar 300 000 Lire betragen. + Ein geheimnisvolles Drana erregt in Cannes und Umgegend großes Aufsehen. De Direktor der Gemeindeschule bes fleinen Ortes La Bocca murde, als er mit seinem Hilfslehrer aus der Schule nach Hause ging, hinterrücs erschossen. Der Hilfslehrer vermochte der Mörder, der sofort die Flucht ergriff, nicht einzuholen. Es scheint sich um ein Familiendrama zu handeln, da der Ernordete, ein Herr Soustelle, mit der Mutter seiner geschiedener Frau, einer Madame Achard, wegen der Wiederauszahlung der Mitgift auf sehr gespanntem Juße stand und Prozesse mit ihr auszufechten hatte. Vernilchtes. *[ Die Tüchtigkeit der deutschen Kanflente im Auslande] wird durch folgend Erzählung eines Schanghaier englischen Geschäftsmannes treffend charakterisiert, die ein Londoner Blatt veröffentlich. Auf gute Lehrer des Hochchinesischen, wie man den Wandarinendialekt, die chinesische Umgangssprache, recht glückich genannt hat, wird in Südchina förmlich Jagd gemack. Hier in Schanghai wurden fürzlich einem Zollbeamten zwei solcher Lehrer empfohlen. Bei näherer Erkundigung tellte es sich aber heraus, daß sie beide keine passende Bet mehr zur Verfügung hatten. „ Geht es denn nicht abens von neun bis zehn Uhr?" fragte der Beamte schließlich. Da unterrichtet der eine einen jungen deutschen Kaufmann," war die Antwort.„ Und der zweite Lehrer?"" Der jeht zu derselben Zeit zu einem anderen deutschen Kaufman." Und da wundert man sich noch, daß die deutschen Kaufleute den englischen vorkommen?"- Ein größces Kompliment fann unseren jungen Kaufleuten füglich nicht gemacht werden. OIDie Neujahrsgrüße dr Verkehrsanstalten der ganzen Welt] haben nach alter Site auch in diesem Jahre wieder stattgefunden. Von den Brliner Aemtern hat zum ersten Male auch das Briefpostant eine Karte verschickt, die besonders hübsch ausgefallen i. Dem einfachen Posthause von 1760 wird der Prachtbau der Königstraße gegenübergestellt. Eine künstlerisch vollendete Karte verschickte das Berliner Haupttelegraphenamt der personifizierte Blitz fährt an den Telegraphenleitungn entlang. Auf der Karte des Hauptfernsprechamtes verse en Heinzelmännchen den Dienst an Stelle der Damen. Aud die deutsche Post in China unter Leitung von Postrat Buch hat diesmal einen herzlichen Glückwunsch geschickt, der di Ausdehnung der deutschen Post im Osten zur Anschauung bringt. Eine prächtige Ansicht von Smyrna schickten die dutschen Bostämter in der Türkei, Von inländischen Karten sind besonders hübsch die des Briefpostamtes von Leipzig, dn Bahnpostämtern Dresden 20, Frankfurt No. 19 u. s. w. Geschmackvolle Startne haben aus dem Auslande insbesonder Stockholm, Brüssel, Genf, Barcelona, Prag u. s. w. gescht. Aber auch England, die Türtei, Ungarn, Desterreich ehlen nicht. A[ Noch schlimmer.] Son dem dieser Tage verstorbenen alten Doyen der Pariser Jechtsfakultät Colmet de Santerre erzählt ein dortiges Blat eine niedliche Anekdote. Zu Colmet fam ein Kollege, de wegen seiner langweiligen Vorträge bekannt war, und belagte sich, daß bei ihm die Studenten immer so viel Lärt machten. Sie Glücklicher" rief Colmet, und zur Erkärung für den Erstaunten fügte er dann hinzu: Seier Sie froh, daß sie nicht schlafen, das tun sie nämlich immer bei mir." Das Neuefte aus den Witzblättern. Am Ersten. Baruc Katz:„ Heute soll ich wieder keir Geld haben? Sie haben mir doch versprochen, wenn id am ersten komme, zu beahlen?" Student:„ Das is schon richtig, Sie sind abe heute nicht mehr der Erste!" Der gebildete Schusterjunge. Erster Schusterjunge:„ Na, Friß du hast et ja mächtig eilig; wo willſte denn hin?" Zeiter Schusterjunge:" Wat jeht dir det an, du Rindvich, weeßte denn noch nich, det ich zweemal de Woche in'n sildungsverein jehe?" Er kennt den P pa. Mutter:" Angst hast dy por dem Vater, weil du das verschluckt hast? Was has du denn verschluckt, June?"- Söhnchen:„ Eine Bier ( Lust. Welt.) marke!" Ein Schweren öer.„ Herr Dekonomierat, ick hätt' e' gutes Geschäft für sie!" Nu', lassen Sie hören!" -Sie geben Ihrer Tochtr e' Million Mitgift! Ich nehm' sie mit' ner halben Millia ersparen Sie netto fünfzig Prozent!" Vertröstung. A„ Sie haben jetzt einen lang jährigen Stammigast verlcen der Sekretär Windig ist zum Staatsschuldentilgunsamt einberufen worden. Hal er denn seine Schuld bei nen gezahlt?" Wirt: Nein: aber er hat mir ganz bestimmt versprochen: sobald s' dorter fertig sind, komm' Ich d'rn!" Widerlegte Gif er sucht. Junger Arzt( auf Be such in der Heimat seiner Braut):... Aber auf etwas muß ich dich noch aufmerksam machen, Elly, was entschieder ungehörig ist!" Elly:„ Aber Kurt!" Junger Arzt: Schickt es sich etwa für meine Braut, jede Woche, wie mit meine Freunde erzählen, ein paarmal in die Apotheke zu laufen und mit der Provisor heimlich zu tuscheln?!" Elly: Ja wer sons in aller Welt soll mir deine Liebes. briefe entziffern?!" UnbegreifIch. Gatte( zur jungen Frau):„ Das Gulasch, das du zuereitet hast, ist nicht zu genießen!" Junge Frau: Und im Kochbuch steht doch, daß es so vorzüglich schmeckt!" Einschlechtr Plaß.„ Nun, Bummel, wie gefiel dir's gestern im annhäuser"?"-" Es wär' schön ge wesen aber ich bete einen sehr schlechten Plaß!"" Wie ist das möglich? It warst doch im Parkett!"-„ Ja, ja aber neben mir aß mein Schneider, und vor mir mein Schuster!" ... Ja Der Weinrisende als Jubilar. wohl, Herr Prinzial, fünfundzwanzig Jahre bin ich nun bei Ihnen, und ich arf wohl sagen, daß ich dabei in Ehren rot geworden in!" ( Fl. VI.) D nach Rußlan Rad nun eine lä zu Grbach- G reldung der ** Pro Januar 1904 des Regierung Offentliche S Tagesordnung bach um Erte Chriftian Ba einer Schant Bemartung gischen und nung. 4. laubnis zum Philipp Mil einer Gaftwir § Rady Shulbild feinen Analp * Die im abgelaufen als im Bor 106796 gegen Besuch hatte t Das an vielen and ein 16jähriger den Daumen Unterfuchung * 24 f Das neue Jah 17. März, 13. Im Ganzen fi fritische Tege verzeichnen. G der 17. März mit Berfcha Hoffnungen b bom neuen Ja Der Der Vorwär Großherzogs „ Der Großh bürger entfe aud Sozialde Heiligenabend alten Philifte wird, hat der an der Weihn nommen. M streichern" ist Nachdem der hatte, teilte der Herr" für die 91 Vagaboni Heffen dürfte am wenigsten den eigeneu Man muß in feine Zeit gut um mit eigner Obendrein ich Betr.: Im übrig beim Austrage geftattet. Du folder beredatio werden. IV. 213 We des§ 105 b zum Schlafe gewerbliche gewerbliche Ab Beträgt und der Orts höhere Verwal wrgefebenen Aulaffigen tägl Teile desselben gefeßliche Beit Reichs- Gefeßbl nicht mehr als Bestimmungen bleiben unberüb B Die juftin Berfügung eine fafing Beidaiti zutage getreten Schulauficht beb Interfagen fomie 6,50 m. geftanden. nzig und er Fred postamte Dete Ver rem Inwendetent 300 000 und Um ndeschule n Hilfsschoffen. e Flucht Samilientelle, mit Achard, gespannatte. im Aus anghaier die ein es Hochhinesische in Südwurden pfohlen. us, daß hatten. Uhr?" der eine t. ,, Und u einem nan sich en vor= unſeren ganzen wieder 1 erſten die beuse bon übergeas Ber 3 fährt rte des Dienst a unter rzlichen en Post Ansicht Türkei. Brief den 20, ben aus hf, BarDie TürCorbenen Santerre te. Zu en VorDie Stuher"- n fügte Schlafen, der feit Jenn id Das is Erite!" Erster eilig; wo Wat jeht , det id hast du Was haf ine Bier Welt.) ierat, id e hören!" sch nehm' fünfzig n lang ndig ist Hal „ Nein: dorter uf Be etwas schieder r Arzt wie mi thefe zu 1?!" Liebes „ Das en!" Bes fo e gefiel jön ge „ Wie Ja, ja r mein Ja d) nun Ehren BI.) Lokales. 4. Januar 1904. ** Der Großherzog hat seine geplante Reise nach Rußland endgiltig aufgegeben. Er unternimmt nun eine längere Reise nach Egypten. * * Nach einer Bekanntmachung des Grafen Arthur zu Erbach- Erbach war der Großherzog bei der Ueberreichung der Geburtstagsspende fichtlich gerührt. ** Provinzial- Ausschuß. Samstag, den 9. Januar 1904, vormittags 9 Uhr, findet im Sigungssaal des Regierungsgebäudes zu Gießen, Brandplatz Nr. 9, eine öffentliche Sißung des Provinzial. Ausschusses mit folgender Tagesordnung ftatt: 1. Gesuch des Konsumvereins Zeilbach um Erteilung der Wirtschaftskonzession. 2. Gesuch des Christian Walter zu Angersbach um Erlaubnis zum Betrieb einer Schantwirtschaft. 3. Enteignung von Gelände in der Gemarfung Gießen zum Zweck der Errichtung einer chirur gischen und einer Augenklinik; hier: Ausspruch der Enteignung. 4. Gesuch des Hrch. Pf. Nolte zu Kaichen um Erlaubnis zum Betrieb einer Gastwirtschaft. 5. Gesuch des Philipp Müller zu Mainzlar um Erlaubnis zum Betrieb einer Gastwirtschaft. § Nach der letztjährigen Zusammenstellung über die Schulbildung der Rekruten hatte Hessen- Nassau feinen Analphabeten mehr aufzuweisen. * Die Frequenz des Gießener Volksbades im abgelaufenen Jahre stellte sich wieder erheblich günstiger als im Vorjahr. Es wurden im Ganzen verabreicht 106 796 gegen 96 394 Bäder im Jahre 1902. Den stärksten Besuch hatte die Anstalt im Monat Juli. * Das Neujahrsschießen ist in Grünberg wie an vielen anderen Orten nicht ganz ohne Unfall abgelaufen, ein 16jähriger Bursche schoß sich mit einem alten Gewehr den Daumen einer Hand ab. Anzeige ist erstattet und eine Untersuchung eingeleitet. * * 24 fritische Tage soll das Jahr 1904 bringen. Das ueue Jahr bringt fritische Tage am 1. Februar, 2. März, 17. März, 13. Juli, 11. August, 9. September, 9. Oktober. Im Ganzen sind acht kritische Tage erster Ordnung, zehn fritische Tege zweiter Ordnung und sechs dritter Ordnung zu verzeichnen. Ganz besonders zur Beachtung empfohlen werden der 17. März und der 9. September, die als kritische Tage „ Verschärfung“ bezeichnet werden. Alzu viel Hoffnungen bezüglich des Wetters braucht man sich also bom neuen Jahre nicht zu machen. mit * Der Großherzog in der Herberge. Der Vorwärts" bemerkt zu dem Weihnachtsbesuch des Großherzogs in der Darmstädter Herberge zur Heimat: Der Großherzog von Hessen, der wiederholt die Spießbürger entsetzt hat durch sein vorurteils loses Verhalten aud Sozialdemokraten gegenüber, dürfte am WeihnachtsHeiligenabend wieder Anlaß zum Kopfschütteln bei allen alten Philistern gegeben haben. Wie uns geschrieben wird, hat der Großherzog auf der Herberge zur Heimat an der Weihnachtsfeier der Handwerksburschen teilgenommen. Man denke: unter„ Kunden" unter„ Landstreichern" ist ein regierender Landesvater gewesen! Nachdem der Großherzog die bescheidene Feier verlassen hatte, teilte der Herbergsvater mit, das ein„ wohltuender Herr" für die Kunden 100 Mark gespendet habe. Die 91„ Vagabonden" erhielten je eine Mark ausbezahlt. Hessen dürfte derjenige deutsche Bundesstaat sein, in dem am wenigsten Majestätsbeleidigungen" soweit sie den eigenen Landesvater betreffen- begangen werden. Man muß in der Tat anerkennen, daß der junge Fürst feine Zeit gut anzuwenden versteht, wenn er sie benutt, um mit eignen Augen das Elend der Aermsten zu sehen. Obendrein scheint uns das christlicher zu sein als jene - Bekanntmachung. Betr.: Kinderarbeit in gewerblichen Betrieben. ( Schluß.) Im übrigen ist die Beschäftigung von eigenen Kindern beim Austragen von Waren und bei sonstigen Botengängen gestattet. Durch Polizeiverordnungen der zum Erlasse solcher berechtigten Behörden kann die Beschäftigung beschränkt werden. IV. Gemeinsame Bestimmungen. § 18. Wertstätten im Sinne dieses Gesetzes. Als Werkstätten gelten neben den Werkstätten im Sinne des§ 105 b Abs. 1 der Gewerbeordnung auch Räume, die zum Schlafen, Wohnen oder Kochen dienen, wenn darin gewerbliche Arbeit verrichtet wird, sowie im Freien gelegene gewerbliche Arbeitsstellen. § 19. Abweichungen von der gesetzlichen Zeit. Beträgt der Unterschied zwischen der gefeßlichen Zeit und der Ortszeit mehr als eine Viertelstunde, so tann die höhere Verwaltungsbehörde bezüglich der in diesem Beseße vorgesehenen Bestimmungen über Anfang und Ende der zulässigen täglichen Arbeitszeit für ihren Bezirk oder einzelne Teile desselben Abweichungen von der Vorschrift über die gefeßliche Zeit in Deutschland( Gesez vom 12. März 1893, Reichs- Geseßbl. S. 93) zulassen. Die Abweichungen dürfen nicht mehr als eine halbe Stunde betragen. Die gefeßlichen Bestimmungen über die zulässige Dauer der Beschäftigung bleiben unberührt. § 20. Besondere polizeiliche Befugnisse. Die zuständigen Bolizeibehörden fönnen im Wege der Verfügung eine nach den vorstehenden Bestimmungen zulässige Beschäftigung, sofern dabei erhebliche Misstände zutage getreten sind, auf Antrag oder nach Anhörung der Schulaufsichtsbehörde für einzelne Kinder einschränken oder untersagen sowie, wenn für das Kind eine Arbeitskarte ,, leutselige Sozialpolitif," die cin paar Taler oder| rünftige Gartin und Shwiegermutter, doch hätte sie sich Goldstücke am Weihnachtsfest„ spendet," ohne in übrigen die Nase mit dem üblen Duft der Not zu beleid gen." Nach Meldungen Darmstädter Blätter soll sich der Großherzog etwa 1½ Stunden in der Herberge aufge: gehalten und hinter der Thefe coram publico den Kaffee eingenommen haben, er soll über den guten Geiſt, der unter den Stationsgästen herrschte, sehr erfreut gewesen sein.( Eine sehr nette Erzählung, ob sie wohl wahr ist? D. Red.) ** Eine unliebsame Ueberraschung brachten am Neujahrstage die als Glückwunschkarten benutzten Ansichtskarten. Da die meisten derartigen Karten nur mit einer Marke im Werte von 3 Pfennig frankiert mit einer Marke im Werte von 3 Pfennig frankiert waren, so mußten die Empfänger diese Neujahrsfreude mit 5 Pfg. Strafporto pro Karte büßen. Die Zahlung wäre nicht nötig gewesen, wenn der Vermerk„ Postkarte" durchgestrichen und dafür„ Drucksache" gesetzt worden wäre. § Lollar. 3. Jan. Die Wirtschaft zur Germania, welche vor 3 Jahren für 45 500 Wf. und darauf vor 1/2 Jahren an Rüblers Eheleute für 55000 Mt. verkauft wurde, ist, nachdem diese mit einem Kostenaufwande von 8000 Mt. noch einen Saal daran gebaut haben, vor einigen Tagen für 72000 Mt. an einen Gastwirt aus Kassel vertauft worden. Küblers sollen anfänglich als Kaufpreis für die Germania 80 000 Mt. gefordert und dann mit 72 000 Nußen bei dem Handel verblieb. Mart losgeschlagen haben, so daß ihnen 8-9000 Mt. () Ettingshausen, 2. Jan. Mit Glockenklang wurde das neue Jahr hier begrüßt und unter Trommelschlag durchzogen die jungen Leute die Dorfstraße unter Absingen des Chorals Allein Gott in der Höh' sei Ehr". Bei dampfendem Sylvester- Punsch wurde in den Lokalen der Wirte das neue Jahr in angem ssener Weise angetrunken. X Mainz, 3. Jan. Das Konfiftorium ist gestern zulich in der letzten Woche des Januars oder Anfang sammen getreten. Die Bischofsweihe findet voraussichtFebruar statt. + Mainz, 3 Jan. In der 2. Hälfte des Januar beginnen die reichskomissariſchen Verhandlungen mit der Stadt über die Entfestigung. Stadttheater Gießen. Hans Huckebein. Schwank in 3 Aften von Ostar Blumenthal u. Gustav Kadelburg Viele der gestern Abend nicht besonders zahlreichen Theaterbesucher haben wohl in dem tollen Schwank einen alten Bekannten gesehen. Schon so manches Mal ist Hans Huckebein, der Unglücksrabe, bei uns über die Bühnen geflattert und immer hat das Publikum an dem Leiden des in Lebens- und Liebesgeschichten vom Pech verfolgten Hallerstädt die lebhaftefte Freude empfunden. Ueber den Schwank selbst ist nicht viel zu sagen: Es ist eben ein echtes und rechtes Kind seiner Erzeuger, mit allen Schwächen und Vorzügen. Allenfalls fann man ihm noch die glückliche Situationstomit einiger Szenen nachsagen und die war es auch, die den Unglücksraben gestern Abend wieder einmal zu Ehren brachte es wurde viel gelacht und applaudirt. Den Bechvogel Hallerstädt gab Herr Stein götter in seiner frischen I bhaften Weise sehr drollig. Vielleicht hätte er zu Anfang sein Spiel mit etwas weniger Verve ausstatten fönnen, es wäre dadurch eine wirksamere Steigerung erzielt worden. Seine Gattin, Frau Kellermann gefiel durch ihr ruhiges, ausgeglichenes Spiel und Herr Haag war ein biederer, nicht allzu großstadttoller Provinzialer, dem die Trauer um seinen lieben Freund, Kommerzienrat Ellbogen, wirklich zu Herzen zu gehen schien. Frau Fischer zeigte sich als höchst vererteilt ist(§ 11), diese entziehen und die Erteilung einer neuen Arbeitsfarte verweigern. Die zuständigen Polizeibehörden sind ferner befugt, zur Beseitigung erheblicher, die Sittlichkeit gefährender Mißstände im Wege der Verfügung für einzelne Gast- oder Schankwirtschaften die Beschäftigung von Kindern weiter einzuschränken oder zu untersagen. § 21. Aufsicht. Insoweit nicht durch Bundesratsbeschluß oder durch die Landesregierungen die Aufsicht anderweitig geregelt ist, finden die Bestimmungen des§ 139b der Gewerbeordnung Anwendung. In Privatwohnungen, in denen ausschließlich eigene Kinder beschäftigt werden, dürfen Revisionen während der Nachtzeit nur stattfinden, wenn Tatsachen vorliegen, welche den Verdacht der Nachtbeschäftigung dieser Kinder begründen. § 22. Zuständige Behörden. Welche Behörden in jedem Bundesstaat unter der Bezeichnung: höhere Verwaltungsbehörde, unter Verwaltungsbehörde, Ortspolizeibehörde zu verstehen sind, wird von der Zentralbehörde des Bundesstaats bekannt gemacht. V. Strafbestimmungen. § 23. Mit Geldstrafe bis zu zweitausend Mark wird bestraft, wer den§§ 4 bis 8 zuwiderhandelt. Im Falle gewohnheitsmäßiger Zuwiderhandlung fann auf Gefängnisstrafe bis zu sechs Monaten erkannt werden. Der§ 75 des Gerichtsverfassungsgeseßes findet Anwendung. § 24. Mit Geldstrafe bis zu sechshundert Mark wird bestraft: 1. wer dem§ 9 zuwider Kindern an Sonn- und Festtagen Beschäftigung gibt; wohl ruhig um einige Grade bissiger zeigen dürfen. Das ist man von Schwiegermüttern nun mal wenigstens auf der Bühne und im Wigblatt so gewöhnt. Von unglaublich großen Händen wirksam unterstüßt, stellte Herr Vinzen einen schreckenerregenden Ringtämpfer auf die Bühne, bei dem sogar das Lachen einen athletisches Anflug hatte. Fbei Hellberg gab die Martha Wendel zwar durchaus ansprechend und nett, aber die Liebe zu Boris Menste, der ihr in Herrn Tamte durch Liebenswürdigkeit und flotte Sprache allerdings viel Veranlassung gab, ließ sie etwas zu früh durchblicken. Die Sache sah so abgemacht aus, oder zum Mindesten hatte es den Anschein, als hätten zwischen den einzelnen Auftritten Rendevous gelegen, in denen mehr gesprochen wurde wie auf der Bühne. Uebrigens ist den Dichtern diese ganze Liebesgeschichte vollkommen verunglückt. Oeffentlicher Sprech[ aal. Bahn Gießen Usingen angeregt wurde, verdient Nachdem schon vor längerer Zeit zum Bau einer nachstehender Artifel Beachtung, den der Weßlarer Anzeiger" von einem auswärtigen F.eunde brachte: Vor einigen Wochen ist im Weglarer Anzeiger" ein Artikel aus einem Gießener Blatte wiedergegeben worden, in welchem über Bläne berichtet wurde, die darauf ausgehen, eine Eisenbahnlinie von Gießen durch das Kleebachtal zu bauen. Die damals an die Mitteilung dieses Artitels gefnüpften Warnungen und Mahnungen waren bolberechtigt. Wie man hört, sind von Seiten der Gießener Handelskammer Verhandlungen eingeleitet worden, welche die Verwirklichung dieses Projetts zum 8mecke haben. Es soll auch bereits eine Versammlung stattge= funden haben, an welcher Vertreter aus den Kreis Wetzlar'schen Gemeinden des Hüttenbergs anwesend gewesen sein sollen. Es dürfte sich empfehlen, diesen Spuren nachzugehen, damit uns die Gießener in ihrem heißen Drange, allen Verkehr ringsum an sich zu ziehen, nicht den Wind aus den Segeln nehmen". Gießener, allen Verkehr ringsum an sich zu ziehen, die Nach obigem Artifel müßte also der heiße Drang der Welarer zum Widerstande gegen dieses Projekt aufrufen. Ein Blick auf die in Frage kommenden Ortschaften des Kleebachtals bezw. Hüttenbergs zeigt uns aber, wie unberechtigt dieser Vorwurf ist. Insgesamt, näher bet Gießen und Buzzbach als bei Weßlar gelegen, ist der Verkehr den die durch das Projeft interessirten Dörfer mit ihrer Kreisstadt unterhalten, ganz unbedeutend. Der materielle Schaden, den Leztere also hat, wenn überhaupt von einem solchen noch die Rede sein kann, ist gar nicht in Betracht zu ziehen, gegenüber dem Vorteil, den eine solche Bahn dem Hüttenberg und den angrenzenden Gemeinden des Usinger Kreises bringen würde. - Welche Wohltat allein für die leidende Menschheit, die aus dieser Gegend vielfach in den Gießener Kliniken Heilung und Gesundung sucht. Die Beglarer Gegner dieses Projekts sind, so scheint es, neidisch auf Gießen und mißgönnen ihm diesen neuen Verkehrsweg. Diese Motive dürfen aber den Kreis Weglar nicht veranlassen, einem Projekt hinderlich zu sein, das einer Anzahl seiner Gemeinden Vorteile bringt, ohne den andern Schaden zuzufügen. Möge denn dieses Projeft, im neuen Jahre, alle Hindernisse überwinden, und seiner Ausführung entgegengehen. Mehrere Einwohner des Kleebachtals. Verantwortlich: für den politischen und Inseratenteil: Albin Klein für das Lokale, den Gerichts-" und" Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermann NAUMANNIA- SEIFE mit dem Beste Seifenah undfern! § 25. Mit Geldstrafe bis zu einhundertfünfzig Mark wird bestraft: 1. wer den§§ 12 bis 16,§ 17 Abs. 1 zuwiderhandelt; 2. wer den auf Grund des§ 20 hinsichtlich der Beschäftigung eigener Rinder entgültig ergangenen Verfügungen oder den auf Grund des§ 17 Abs. 2 erlassenen Vorschriften zuwiderhandelt. Im Falle gewohnheitsmäßiger Zuwiderhandlung kann auf Haft erkannt werden. § 26. Mit Geldstrafe bis zu dreißig Mark werden Arbeitgeber bestraft, welche es unterlassen, den durch§ 10 für sie begründeten Verpflichtungen nachzukommen. § 27. Mit Geldstrafe bis zu zwanzig Mark wird bestraft: 1. wer entgegen der Bestimmung des§ 11 Abs. 1 ein Kind in Beschäftigung nimmt oder behält; 2. wer der Bestimmung des§ 11 Abs. 3 in Ansehung der Arbeitsfarten zuwiderhandelt. § 28. Die Strafverfolgung der in§ 24 bezeichneten Vergehen verjährt binnen drei Monaten. § 29. Die Bestimmungen des§ 151 der Gewerbeordnung finden Anwendung. VI. Schlukbestimmungen. § 30. Die vorstehenden Bestimmungen stehen weitergehenden landesrechtlichen in gewerblichen Beschränkungen der Beschäftigung von Kindern Betrieben nicht entgegen. § 31. Dieses Gesez tritt mit dem 1. Januar 1904 in Kraft Urkundlich unter Unserer Höchsteigenhändigen Unter2. wer den auf Grund des§ 20 hinsichtlich der Be- schrift und beigedruckten Kaiserlichen Jasiegel. schäftigung fremder Kinder endgültig ergangenen Verfügungen zuwiderhandelt. Im Falle gewohnheitsmäßiger Zuwiderhandlung fann auf Haft erkannt werden. Gegeben Berlin im Schloß, den 30. März 1903. ( L. S.) Wilhelm. Graf von Posadowsky. hh gr 11 Inil Montag, den che Januar lienzeitung Tägliche Unterhaltungs- Beilage Theater- Verein Gießen. Mittwoch, den 6. Januar im Stadttheater: 5. Vorstellung. Gastspiel von Frl. Freue Tricsch als ,, Hedda Gabler". Es wird gebeten, durans pünktlich zu erscheinen. Anfang 8 Uhr. Ende gegen 11 Uhr. Billets: im Vorverkauf bei Herrn Challier und abends an der Kaſſe; Prosceniumslogen und erste Sperrſigrethen Mt. G., Sperrsiz Mittelreihen, Mittelbalkon und Seitenbalkon( Vorderreihe) Mt. 5.-, Sperrsiz- Hinterreihen und Seitenbalkon( Hinterreihe) Mt. 3.50. Für Mitglieder bei weiterem Bedarf Mf. 5 50, 4.50, 3.-] Estrade Mt. 2.Ortsgewerbeverein Gießen. Generalversammlung Mittwoch, den 6. Januar 1904, abends 8½ Uhr, Restauration Feidel. Tagesordnung: Wahl der Mitglieder des GesellenPrüfungsausschusses. Lehrlingswesen, Versicherungswesen. Verschiedenes. Zu recht zahlreicher Beteiligung ladet ein Große Der Borhand. Jnventar- Versteigerung. Stadt- Theater Gießen. Direktion: Steingoetter. Dienstag, den 5. Januar! @echfte Volfs- Borstellung. Der Erbförster Schauspiel in 5 Aufzügen von Otto Ludwig. Preise der Plätze: Loge 1 Mart, Saal 40 Pfg., Gallerie 20 Pfg. Brima Kartoffel Wegen Wirtschaftsauflösung sollen Mittwoch, den 6. und Donnerstag den 7. Januar 1904 je vormittags 10 Uhr beginnend, sämtliches lebende und tote Inventar öffentlich meistbietend versteigert werden und zwar: 6 Arbeitspferde, da runter 1 gute Zuchtstute und 1 flotter Einspänner( auch zugeritten). 20 Stück Rindvich dabei 7 Simmentaler Heerdbuchtiere und 2 Speise- u. Salatkartoffel von Herdbuchhaltern abstammende junge Bullen, 4 trächtige Mutter- zu den billigsten Tagesschweine, 1 schottischer Schäferhund. Enten und 1 Fluo Tauben; preisen empfiehlt ferner von totem Inventar: 1 Woodscher Garbenbinder( tadel: los erhalten), 2 Grasmäher, Drillmaschinen, Düngerstreuer, Heuwender, Heurecher, Walzen, Pflüge, Eggen, Häckselmaschine, Windfege 2c.; 4 Erntewagen, darunter 2 sehr gute Britschenwagen, 4 tleinere Wagen, 1 4fißiges modernes Break, 1 fast neuer Kartoffeldämpfer, ein großer für Müller geeigneter Mehlkaften, etwas Hausrat 2c. 2c. Das lebende Inventar kommt zuerst zum Ausgebot. Zum Schluß wird noch Stroh in einzelnen Partien versteigert. Hof Sorge, Station Burg- Nieder- Gemünden. Otto Spangenberg. Außer den von mir seither geführten Bieren bringe nuch Mainzer Aktienbier beliebt wegen seines reinen, milden Geschmackes und weil es außerordentlich gut bekommt, zum Verkauf und empfehle dasselbe die 1/1 Flasche zu 18 Pfennig 1/2"," 9 " Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Zugleich bemerke ich, um Täuschungen und Verwechselungen vorzubeugen, daß nur mir allein die Vertretung der Mainzer Aktien- Brauerei für Gießen und Umgegend übertragen worden ist. Gotthilf Röhrle Bier- Großhandlung. Marburgerstraße 7. Telephon 344. Gicken. Achtung! Ziehung in kurzer Zeit! Achtung! Das beste Geschenk ist das grosse Loos! der Karlsruher Lotterie Lose à 1 Mk., 11 Lose 10 Mk. Porto und Liste 25 Pfg. Gesamtgewinne i. W. Mk. 26000 Hauptgewinn Mk. 8000 Baar Geld mit 90% garantiert! Kleine Loszahl! erh. bei J. Stürmer, General- Agent, Strassburg i. E. Giessen bei: Rich. Buchacker. W. Semmler, Ph. Weiler. Für Bäcker! 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Januar 1904 wurden in hiesiger Stadt gefunden: 2 Portemonnaies mit Inhalt, 1 Cylinderuhr mit Kette, 1 goldene Brosche, 1 Kinderboa, 1 Gesangbuch, 1 Sturmlaterne und Glückwunsch farten. verloren: 5 Portemonnaies mit Inhalt, 1 goldene Halskette mit Medaillon, 1 Spazierstock mit silbernem Griff, 6 fünstliche Mohnrosen und 2 Pferdeteppiche Die Empfangsberechtigten der gefundenen GegenVersteigerung zu 1 findet stände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend Gießen, den 2. Januar 1903 beſtimmt zu 2 teilweiſe ſtatt. Born Gerichtsvollzieher, Gießen. Ein wahrer Schatz für alle durch jugendliche Verirrungen Erkrankte ist das berühmte Werk: Dr. Retau's Selbstbewahrung 82. Aufl. Mit 27 Abbild. Preis 8 Mark. Lese es Jeder, der an den Folgen solcher Laster leidet. Tausende verdanken demselben ihre Wiederherstellung. Zu beziehen durch das Verlags- Magazin in Leipzig, Neumarkt 21, sowie durch jede Buchhandlg. Bingen a. Rh. Rhein. Technikum für Maschinenbau und Elektrotechnik. Progr. frei. 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Fichten 49 Stück bon 14-45 cm Durchmesser und 10-20 m Länge 43,08 Fitm Kiefern 59 Stück von 16-44 cm DurchLärchen 1 messer und 3-12 m Länge= 28,45 stm. Stück von 42 cm Durchmesser und 17 m Länge= 2,36 stm. Derbstangen: Fichten 8 Stück von 0,90 Fstm.. Zusammenkunft: Vormittag 91/2 Uhr auf der Straße von Nieder- Gemünden nach Kirtorf an dem Kreuzpunkt des Fußpfades von Ehringshausen nach Maulbach am Distritt Buchwald. Burg Gemünden, den 3. Januar 1904. = Freiherrliche Forstverwaltung. Kullmann. Arbeitsvergebung. Die Bauarbeiten und Lieferungen zur Errichtung eines Lagerhauses an der neuen Straße von Gießen nach Krofdorf das Grundstück hat auch eine Zufahrt vom Gleibergerweg aus sollen an einzelne Handswerksmeister bezw. Unternehmer vergeben werden. Pläne und Bedingungen können bei den Architekten Herren Stein n. Meyer während der üblichen Bureaustunden vom 8. bis 13. ds. Mts. eingesehen werden, und wollen Reflektanten ihre Angebote bis zum 14. d. Mts., Mittags 12 Uhr an uns hierher einreichen. Wezlar, den 4. Januar 1904, Stück- Boks Julius Rosenthal& Co. Gaskoks. Gegenwärtige Preise: Für den Zentner ab Verkaufsstelle: Buk- Boks, ausschließlich trocken gelagert in 2 verschiedenen Korngrößen für Stubenbeizung und für weite und enge Ofenschächte passend zerfleinert: Größe Dr. 1. etwas größer als durchschnittliche Korngröße Sorte des Anthracit, gangbarste Größe Nr. 2, fleiner als durchschnittliche Korngröße des Anthracit. In Wagenladungen von mindestens 36 Zentnern: Stückkoks Nußkoks Nr. 1 Bußkoks Nr. 2 Bei Entnahme von mindestens 200 Zentnern: Stückkoks Bukkoks Nr. 1 Bukkoks Nr. 2 1,10 Mr. 1,25 Mr. 1,25 Mr. 1,05 Mr. 1,20 Mr. 1,20 Mr. 1,00 Mt. 1,15 Mr 1.15 Mr. Für Kofsabnehmer, welche zwei und mehr Doppel. waggons bezichen, ermäßigt sich der Preis um weitere 5 Pfg. vro Centner. Für Anfuhr an das Haus werden 5 Pfennig für den Zentner berechnet. NB. Sofern das Verbringen der Kofs bis zu 6 Zentnern - auf die betr. Lagerpläge( Keller, Stall 2c.) mit feinem außergewöhnlichen Zeitaufwand verbunden ist, geschieht dies ohne besondere Vergütung. Im Gaswerk findet nur ein Verkauf von über 5 Centner Rote statt; dagegen bleibt bei folgenden biesigen Firmen der Kleinverkauf unserer Gaskoks von 1 bis 5 Zentner eingerichtet, nämlich bei den Herren: Bachenheimer u. Schaumberger, Marburgerstr. 22 Andreas Enler, Steinstraße 11. Joh. Fischer, Alicestraße 19, H. Hof, Bahnhofstraße 34 Gebr. Kahl, Frankfurterstraße 151, Ed. Klinkel, Bahnhofstraße 10, Emil Lot, Kirchenplatz 9, Emil Pastor Nachfolger, Marktstraße 10, Georg Schäfer, Licherstraße 2, Auguft Strud, Bismarckstraße 6, Georg Unverzagt, Grünbergerstraße 13. Doniel Wirth's Nachf.( Theod. Geilfus) Westanlage 38. Diese Firmen berechnen obenstehende Preise unserer Gas foks samt Anfuhr wie das Gaswert und verabfolgen dieselben auch in Mengen unter 5 Zentnern. Die Preise unserer Gascoks für die Abnehmer außerhalb der Gemarkung Gießen ermäßigen sich um den Betrag der Oktroirückver: gütung von Pfennig für den Zentner. Gießen, den 31. Dezember 1902. Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießer. 2 GUING AUS FERNEN ZONEN Bunte Blätter. der Glaube, daß schivathaft; am Sonnabend higig Sonntagstinder aber sehr sparsam. Bebarene Unter den Eingeborenen Birmahe eifersüchtig am Dienstag Geborene wären rechtschaffen; Mittwochs Geborene lustig, doch auch sehr bald wieder ruhig; am Donnerstag Geborene fanft; am Freitag und streitfüchtig; Lente, welche an einem Montag geboren 5181 ( boil www AUS FERNEN ZONEN Alaska und feine Bukunft. Selbst in der Volksanschauung ist das Goldland Alaska heute nicht mehr das einsame Land von Eis und Schnee, als welches es früher geschildert worden ist. Ueber das Klima von Alaska haben lange viele falschen Ansichten geherrscht. In Südoſtalaska, das durch die wärmende Luft vom Japanstrom milderes Klima hat, fällt das Thermometer selten auf Null, und der Unterschied von Hochsommer und strengstem Winter übersteigt nicht 25 Grad. Im Innern des Landes ist das Klima strenger. Das Land ist weithin aufgeschlossen. Innerhalb der Letzten fünf Jahre sind Ingenieure für Telegraphenlegung und Eisenbahnbau, Kapitalisten, Bankiers und Lehrer den goldsuchenden Pionieren auf den Fersen gefolgt, so daß nicht nur Alaska, sondern der ganze weite Nordwesten Amerikas die wunderbare Entwickelung Kaliforniens wiederholt hat: Dampfer, darunter einige mit fürstlicher Ausſtattung, fahren auf den Flüssen von Alaska; Städte schießen auf mit organisierter Verwaltung, mit Schulen, Banken mit Straßen mit und Kirchen und täglichen Zeitungen, Pflasterung und elektrischem Licht. Telegraphen und Telephone verbinden die Hauptniederlassungen, und Eisenbahnen sind im Bau, die in einem bis zwei Jahren die Halbinsel von einem Ende zum anderen durchkreuzen werden. Die erste Eisenbahn in Alaska ist im Jahre 1898 gebaut worden, um die Goldfelder von Kanadisch- Yukon zu crschließen, es war die Bahn von Skagway in Alaska nach White Horse im Yukon- Territorium; stellenweise kostete der Bau von einer englischen Meile eine Million! White Horse und Dawson im Goldfeldergebiet sind im Sommer durch moderne Dampfer, im Winter durch vierspännige Schlitten 11 berbunden. Dawson hat Wasserleitung, Telephon, Telegraph, Kirchen, Theater, Klubs und gute Schulen. Bunte Blätter. Unter den Eingeborenen Birmahs herrscht der Glaube, daß Lente, welche an einem Montag geboren wurden, eifersüchtig feien; am Dienstag Geborene wären rechtschaffen; Mittwochs Geborene lustig, doch auch sehr bald wieder ruhig; am Donnerstag Geborene sanft; am Freitag Gebørene schwaßhaft; am Sonnabend hißig und streitsüchtig; Sonntagskinder aber sehr sparsam, not Unterscheidung der Stände in China. Die vier obersten Mandarinenklassen des himmlischen Reiches sind berechtigt, einen rotseidenen Regenschirm mit drei Falbeln vor sich tragen zu lassen, der niedrige Adel dagegen einen solchen mit zwei Falbeln. Studenten der beiden obersten Klassen haben einen, on einem fürbisähnlichen Knopf überragten Staatsregenschirm. Für die beiden folgenden Stufen iſt der Knopf nur von Holz, mit roter Farbe gestrichen. Auf dieſe folgt die fünfte Klasse, deren Schirm aus blauem Tuch mit bloß zwei Falbeln und rotgestrichenem Spizknopf bestehen darf. Dem Statthalter einer Provinz gehen stets zwei große, rotseidene Schirme borav* do thi Der Kalif und der Kadi. Neben dem Palaste des Kalifen Hakkam II.( 961-976) hatte eine arme Witwe ein fleines Befizztum. Der Platz gefiel dem Kolifen, und er wollte ihn kaufen; aber der Beſikerin was er nicht feil. Die Gründe, die sie dafür angab, wurden nicht gehört, die Frau wurde vertrieben, und Hakkam bemächtigte sich des Plates. Er ließ einen prächtigen Pavillon darauf erbauen und umgab ihn mit großartigen Anlagen. In ihrer Not begab sich die Vertriebene zu dem Kadi Bechir nach Cordova, der schon vielen geholfen hatte, und bat deihn um seinen Beistand. Der Kadi versprach es. Er bestieg einen Esel, nahm einen leeren Sack mit und trabte zu dem Pavillon des Kalifen. Als er angekommen war und ihn in seiner neuen Aulage. fand, warf er ſich zu ſeinen Füßen und bat ihn, ihm erlauben, den mitgebrachten Sack mit der Erde zu füllen, auf der er, eben stand. Lachend erlaubte es ihm der Kalif. Nachdem Bechir Infertig war, wandte er sich von neuem an Hakkam.„ Zürne mir nicht," sagte er zu ihm, wenn ich dich zum zweiten Male angehe er, Halfam, hilf mir den Sack auf den Esel laden." Haffam mnßte lachen und ging daran, dem Kadi zu helfen. Aber kaum hatte er den Sack ein wenig gehoben, als er ihn sogleich wieder or kaum drei Jahren lebten die Einwohner noch von und lachend über die schwere Last schalt. Siehst du," sagen ließ Bechir, Büchsenfleisch und Kartoffeln, heute haben sie alle möglichen dieser Sack iſt nur ein kleiner Teil der Besizung, die du dir fulinariſchen Genüsse zu ihrer Verfügung. Der Yukon, an sangeeignet, und du kannſt ihn nicht ertragen, wie willst du derdemi Dawſon liegend, bildet den Haupthandelsweg nach St.hu einst die ganze Beſizung auf dich nehmen und ertragen, wenn du Da verwandelte sich Michaels am Dehringsmeer; er ist leicht ſchiffbar, immg box Gott, deinem Richter, lehen wir? Sommer vermitteln ungefähr 40 Dampfer den Verkehr; die Heiterkeit des plötzlich in furchtbaren Ernst; er der Witwe, nicht nur ihre schald das Gis so feſt iſt, daß es ein Hundegespann und hat ein, daß er gefelt they the isle Den Bavillon und alle beladene Schlitten tragen kann, beginnt der Winterverkehr. Beſikung zurück, ſondern scheutte ihr Ein waghalsiger Reisender spürt dann einen Weg aus, der Herrlichkeiten, die er enthielt und die umgaben, dazu. micist von den anderen später benutzt wird. Uebrigens ist man nie während der Reise ohne telegraphische Verbindung. Das Land hat auch große Reichtümer in Geſtalt seiner Pappel, Fichten- und Kiefernwälder und eine unvergleich Erst kürzlich sind 190 liche Wasserkraft in seinen Ströme Cotella bei Copper reiche Petroleumquellen entdeckt. City wurde Petroleum 150 Fuß emporgeworfen; es rip alles fort, was im Wege lag, und konnte nur mit Mühe gedämmt werden. Die Fischerei von Alaska ist eine der reichsten der Erde, die Hälfte der ganzen Lachslieferung der Vereinigten Staaten kommt aus Alaska, und der Kabeljauertrag ist größer als der von Newfoundland, obwohl er erst in den ersten Anfängen ist. Alaskas reiche Goldminen und sein ausgedehnter Belzhandel sind schon so häufig beschrieben worden, daß dadurch ein falscher Begriff von den anderen Hilfsquellen des Landes gegeben worden ist. Die Viehzucht hebt sich in Alaska so sehr, daß in wenigen Jahren regelmäßiger Vieherport vorauszusehen ist. Die reichen Grasweiden und die fehlenden Winterſtürme machen einige Teile des Landes zu idealen Werdepläßen. Fünf Orte in Alaska haben gegen wärtig eine Bevölkerung von über 1000 Einwohnern, und 11 Orte haben über 500 Einwohner. 30 öffentliche Schulen mit 36 Lehrern und 2000 Schülern wurden im Jahre 1902 in Alaska unterhalten; außerdem gibt es noch andere Schulen, 15 von der Presbyterianischen Kirche, 10 von der Protestantischen Episkopalkirche. Da Alaska größer als England, Frankreich, Deutschland, Portugal und Belgien ist, stellt es einen bedeutenden Teil der Vereinig 79 Med 6 bit ani od vifte Das Verschleiern der Frauen im Orient hat einen sehr nichtigen Grund. Es iſt weder eine religiöse Vorschrift, noch ist es, wie allgemien angenommen wird, aus Eifersucht der Männer entstanden: es ist einfach eine Sache des Gebrauchs und der Eitelkeit, eine Mode. Es gebot die orientalische Etikette, sich möglichst wenig sehen zu lassen; in Persien mußte man Worte an die Königin oder Großen des Reichs durch einen Vorhang sprechen, und es kam eine Zeit, in welcher vornehme und gut gesittete Damen in Zurückgezogenheit hielten und sich nicht öffentlich zeigten. Die Frauen der arabischen Stämme, die vor Mohammeds Zeit im siebenten Jahrhundert der Mode der schönen Welt nicht folgten, sondern bei den alten Sitten blieben, schlossen sich nicht in die Zelte ein und verhüllten sich nicht mit dem Schleier( Jackmasch). Lange Zeit änderte Mohammed nichts an dieser altherkömmlichen Freiheit; die Frauen sprachen ungehindert mit den Muselmännern, empfingen und machten Besuche, ohne daß die Männer das Zimmer berlassen mußten. Als aber der Prophet in den Augen der Welt ein großer Mann, ein Fürst geworden war, führte er um sich her die Bräuche ein, wie ſie, ſeiner Ansicht nach, seinem Range zukommen, und kopierte die amhofeder Sassaniden, dem Musterbilde orientalischen Zeremoniells, herrschenden häuslichen Umgangsmanieren: die Frauen mußten sich verschleiern und abgeſchloſſen halten und durften keinen Mann in ihre Gegenwart lassen. Dieser Neuerung entzogen sich die nomadisierenden, roheren Araberstämme lange Zeit, bis sie derselben sich auch fügten. Allmählich aber neue Brauch immer weiter Bahn; die niederen brach sich Stunde wollten den Großen und Reichen nachahmen, um ihnen wenigstens darin gleichzustehen. 101 3/4 9701 ug dot 6m 1919 196( bon 9f 9910/1132 206 áIndo 196 918 916 mood To ris?( bon pugdi notas med tum( bi 9llis 100t git19] Mr. 2 Montag, den+ Januar erhessische Familienzeitung. Tägliche Unterhaltungs- Beilage Gießener Neueste Nachrichten. Þænd and Balag ba Mchomer Berlagdbrudsret, vorm. Wilh. Nallar'ſche Buchdendal( pp. 1788); mentació: Kikin Kleis ( Sub) erbeleutnant. utan ben Clariffa Sohde Der König wachte eine heftige Bewegung mit der Hand. Genng! Sie haben wir zwar noch immer nicht miteteilt, was Ihre romantische Laune sich für die Beglückung Ihrer gar zu heißblütigen Hoidame ausgedacht und wohl ngar schon ausgeführt hat; aber, was es auch sei, den von di mir gefaßten Entschluß wird nichts zu ändern vermögen. Ich ersuche Sie daher, der Gräfin Montelieu- Sie werden hija wohl wissen, wo dieselbe sich augenblicklich aufhält 10. fort meinen Befehl zugehen zu lassen, daß sie bei meiner ms Allerhöchsten Ungnade in vier Wochen sich bereit zu halten habe, dem von mir für sie ausgesien Gemahl, dem jungen Prinzen Schönaich, am Altare die Hand zu reichen. Andernenfalls bet sie für alle Zeit meine Staaten zu meiden." Damit griff der König nach seinem auf einem Tischchen von Florentiner Arbeit liegenden Federhut und wandte sich der Tür zu; die Prinzessin jedoch hielt ihn zuri. 2001 Bitte, mein Bruder, einen Augenblick noch. Ich darf Ihnen nicht vorenthalten, daß die Gräfin ganz außer 9stande ist, Shrem Befehl nachankommen." as heißt das?" Der König, den Hut in der Hand, zeigte eine höchst un39 gnädige iene. nzen daß eine Heirat zwischen dem Prinzen Das heißt, Jun Schönaich und der Gräfin Montelieu unmöglich ist." „ Unmöglich? Ich bitte Sie, feine Nätsel, ich bin heute zum Naten nicht gestimmt." Die Brinzessin berührte leicht eine auf dem Tisch neben ihr stehende Blocke. Unmöglich," sagte sie, weil die Gräsin bereits vermählt ist.' Im selben Augenblick öffnete sich die Tür zum anstoßenden Salon und Javrat, in voller Paradeuriform, den Arm jedoch noch in der Binde, führte Julia, ganz in Schwarz gekleidet, mit schamhaft geröteten Wangen, die sie um so reizender erscheinen ließen, zu dem König, vor dem sie beide in die Knie sanken. Hinter ihnen wurden Seelen und der General v. Zieten sichtbar, letzterer die Hände gefaltet und den Blick, wie betend, nach oben gerichtet. Husdruck ſeines Gesichtes war starr, eisig und falt, nur um Der König stand noch immer auf derselben Stelle, der die Mundwinkel zuckte es sarkastisch. Wie, Prinzessin," wandte er sich zu der mit bittendem Blick zu ihm Aufsehenden, haben Sie neulich bei Ihren lebenden Bildern das lezte vergessen, und wollen Sie mir das noch nachträglich vorführen, oder was soll dieser Aufzug?" Majestät, es ist kein Aufzug. Sie sehen hier ein liebendes Paar vor sich, das in Not und Gefahr Treue bewiesen dio und mit Todesmut den gegenseitigen Besitz sich erkauft hat. Krönen Sie sein wohl erworbenes Glück dadurch, daß Sie das höchste Recht der Krone üben, gewähren Sie Gnade und Berzeihung. 10 " Auch Zieten wandte seinen Blick jezt dem Könige zu. " Gnade, Majestät! Der Segen unserer heiligen Kirche hat die beiden vereint. Kein Kaiser- und kein Königswort kann das rückgängig machen; denn was Gott zusammene fügt, das soll der Mensch nicht scheiden." at 10 and 5 and 1906 901996 35mm( bo wetted on bloggen of idiot njej id D ( Nachdrud verboten.) en, " Weiß Er's wirklich so genau, Generalmajor daß hier Gott und nicht der Teufel Chestifter herrschte der König den Alten an, während sein bes blick auch zugleich den neben diesem stehenden Seelen af. Er und Sein Stittureister hätten sich davor hüten sollen, die Nase in Angelegenheiten zu stecken, die euch nichts angehen. Meine Offiziere sollen die Waffen gut führen, aber keine Chestifter ſein." Majestät," entgegnete Bieten, ohne sich durch des Könige Born einschächtern zu lassen, ich halt' es immer für n gutes Werf, mitzuwirken bei der Gründung eines christlichm Hausstandes." „ Er soll sich daran genügen lassen, Seinen eigenen Hausſtand christlich zu halten, das übrige überlasse Er Gott und Seinem König. Er ist ein Aufsässiger gegen Seine obersten Kriegsherrn, Er und der Seelen, ich werde euch beide zur Verantwortung ziehen." ,, Wir stellen uns Euer Majestät zur gnädigen afe, wenn Sie nur diese Jungvermählin pardonnieren won!" Schweig Er! Die Brinzeß kennt meinen Willen. Es Und ohne noch jemand eines Blickes zu würbleibt dabei. digen, wandte der König sich und verließ mit Hallenden Schritten das Gemach. " Favrat und Julia erhoben sich von den Knien, die Prinzek nahm die zitternde junge Frau an ihre Brust und redete ihr begütigend zu, während Zieten Favtats gesunde Hand ergriff und sie derb schüttelte: „ Dacht's mir wohl, pardonnieren ist nicht König Friedrichs Sache. Gegen Fehler ist die preußische Majestät unerbittlich, namentlich wenn es seine Offiziere betrifft. Aber was tut's? Kopf oben, Freund; ihr habt euch beide, das ist die Hauptsache, und was Gott sonst über eich verfügt, müßt ihr hinnehmen. Kein Glück ohne Kampf, so steht's in Gottes Ordnung!" Im Nebenzimmer waren Justina und Fräulein v. Reisewig unbemerkte Hörer der eben stattgehabten Szene gewesen. Jegt trat die Rittmeisterin an des Gatten Seite vor die Prinzeß. " Königliche Hoheit wollen die Huld haben, uns zu beurlauben," sagte Seelen;„ es drängt mich, nach so langer Abwesenheit meine Kinder wieder aus Herz zu drücken." " Nicht eher," entgegnete die Prinzessin mit ihrem anmutigsten Lächeln, bis Ihre kleine, eifersüchtige Frau Ihnen und meiner lieber: Freundin hier für alle Zeit Besserung gelobt hat. " Ich gelobe sie," sagte Justina, sich über die dargereichte Hand der Prinzessin beugend; seit ich alles weiß, habe ich nur Gefühle der Bewunderung für die Gräfin Julia Madame de Fabrat," ergänzte die Prinzessin. Sie hat viel in Gedanken an dieser edlen Frau und Ihrem ehrenwerten Gattenndigt, Frau Juſting!" Gefilab ur aus the Sobrik die fill an wil ihren Raum Mar übermäßiger Liche, könig" trat nun General v. Sieten für Bann sich schmiegende Frauen. für sich allein haben Sie ist das zu tadeln? raße 10, Be 13. Geilfas) olgen dieselben auch ise unferer Gas fote ehmer außerhalb der der Oftroirückver erf Gießer. Nr. 3. Abonnementprei ja's Saus gebrad Brati& betlog: C Oberbeffid Seite Bartexbar, wie bie Das Blatt midri far On Catc Bet Groß. bracht, daß Herr S ärztlichen Fleischbesch und Herr Prof. Dr. Gießen, den bestellt worden ist. Es wird hierd Betr. Fleisch Bef Betr.: Die Mat Nach dem Vora handen, welche zu w Oberheffen sind für womit in erster Lin Aleinkinderschulen be Es werden hier für welche eine Subt ibre desfallfigen Gej führliche Mitteilung dürfnisse der betref zum 20. Februar stand der Stiftung Gießen, de Der Vorstand de Bodenref CB Augenblicklich con Frauen, eine leb Allgemeinheit für di für eine Bodenrefo Beorgesichen Ideen Grund und Boden ceformer zitieren Raum für alle ha chaftsfrage ein Me Dazu gehört, nämlic Teren den Privatbe toß gegen die chri ür alle nnjozialen Beweisführung der ungen läßt jich Sämtliche Errunge dhaft gehen den be our mnd fommen ledi Bodens oder der your das Erlöjdh Die Kaufprei nach dem Stande ichen Leistungsfäh Demgemäß prophe erscheinung Bodeng der Au ungen und den on ungetrübter rträumte Endziel Janze Forderung jeidmen und heißt es nicht in der Bibel: Wer viel geliebt hat, Eine unbeabsichtigte Reklame. dem soll auch viel vergeben werden?" ,, Und sie hat viel gelitten dazu," sagte Seelen, sich zärt Aus dem amerikanischen Zeitungsleben von R. Adams. lich zu seiner Frau beugend;„ wir haben gegenseitig manches ( Nachdruck verboten.) an einander gut zu machen." Zieten flopste seinem Rittmeister gerührt mit der Hand auf die Schulter. Bist ein braver Junge urd hast uns alle beschämt, denn auch ich habe an dir gezweifelt. Das verspreche ich dir aber: Troß des königlichen Zornes heute, soll der Lohn für deine Dienste dir doch nicht verloren gehen. Was dir versprochen ist, soll dir werden, da veríaß dich nur auf den alten Zieten." Und wir," rief Favrat, mit Julia herantretend und Seelens Hände herzhaft drückend, wir werden nie vergessen, mas Sie für mich, für unsere Liebe getan haben. Hätten Sie uns nicht Ihre helfende Hand geliehen, und jenen Vastor in Nürnberg dazu vermocht, uns ohne den Konsens Seiner Majestät ehelich zu verbinden, des Königs Born hätte uns noch heute für alle Zeit getrennt." Möge dieser Zorn auch jetzt ohne zu großen Sturmwind an euren Häuptern vorübergehen," mischte sich die Prinzessin ein.. Zieten hielt sein Wort, Seelen erhielt nicht allein mit cinem anerkennenden Schreiben aus dem Kabinett Seiner Majestät über seine Wirksamkeit in Ulm seine Beförderung zum Major, ſondern auch eine ansehnliche Gratifikation, die ihn mit seiner Familie für die nächste Zeit über alle Sorge hinweg hob. Anders mit Favrat. An ihm ging der Sturmwind des königlichen Zornes, nicht ohne viele seiner Wünsche und Hoffnungen zu vernichten, vorüber. Am ſelben Tage noch nach des Königs Besuch bei seiner Schwester gelang ein Kabinettsbefehl in die Hände Favrats, bis zum Anbruch des folgenden Tages Berlin mit seiner Gattin verlassen zu haben, und nicht eher die preußische Grenze wieder zu betreten, bis eine fönigliche Order tha zurückriefe. Dieser Befehl wurde gar einigermaßen terhißt durch eine außerordentliche Mission, mit der Favrat nad) Stonstantinopel an den dortigen preußischen Gesandten betraut wurde, immer hin aber hieß es für Julia Trennung von allem, was ihr lieb und teuer war, seitdem sie zu denken vermochte. Besonders schmerzlich wurde ihr der Abschied von ihrer geliebten Prinzessin, die, obwohl gleichfalls durch des Bruders Beschluß aufs härteste getroffen, jich doch bemühte, standhaft zu bleiben und in den Herzen der Scheidenden die Hoff nung auf eine nicht zu ferne Aussöhnung des Königs und Ridberufung aus dem Erile wach zu erhalten, eine Hoffnung, die sich freilich erst erfüllte, als nach sechs vollen Jahren aufs neue der Krieg ausbrach, der den verbannten Offizier wieder in die Reihen des Heeres aufnahm. Als die jungen Ehegatten nachts im wirbelnden Schneesturm in einem rasch getauften Wagen mit Ertrapostpferden aus Berlin hinausfuhren, nahm Favrat sein junges, wei nendes Beib zärtlich in die Arme und drückte ihr schönes Haupt fest an die Brust. Du arme, einzig Geliebte," seufzte er, was mußt du alles hingeben für deine Liebe? Heimat, Besitz, Freunde!" Sprich nicht davon," bat sie leise.„ Vertraue mir, daß dieses die letzten Tränen sind, die ich der Vergangenheit nachweine, die Tränen des Abschieds. Was ich auch hingegeben, mit dir fährt das Glück an meiner Seite. Id habe dich, Geliebter, ist das nicht Ersatz für alles? Und wie gering iſt jedes Opfer, das ich unserer Liebe bring, im Vergleich zu dem, das eine Edlere, Selbstlosere für dich gebracht, die, ach, so früh verflärte Elfriede!" Unser Schußengel," flüsterte er bewegt, ihr Andenken wird segnend über unserem Bunde schweben. Sie ging dahin für unser Glück!" ,, Möchten wir uns eines so hohen Preises wert erweisen," fügte Julia hinzu, den Blick in stillem Gebet nach oben richtend. Ein- und Ausfälle. Von Menschen fern sein lange Zeit Berlangt wahrhaft'gen Sinn; Der Tag ist lang, und Einsamkeit Ist feine Schmeichlerin. Du flagit dein Leid, und alle Welt nimmt teil; Doch echtes Mitgefühl wirst du verlieren. Was groß und heilig bietet man n cht feil; Du aber gehst mit deinem Echinerz hausieren. Ueber die Verhältnisse der„ Daily Gazette" bin ich sehr genau orientiert ich fannte den alten Graham, der die Zeitung ins Leben gerufen hat und schon seit drei Jahren tot ist; ich bin mit dem jungen Harry Brittain, dem jetzt. die Zeitung gehört, befreundet, und auch sein Weibchen Adda Graham, die Tochter des alten Graham, die bei dem ganzen Personal nur unter dem Namen„ Addie" befannt war, tenne ich schon jahrelang. Harry war einer der schneidigsten Journalisten, der mir je vorgekommen ist. Durch einen geschicht abgefaßten Artikel über ein viel Aufsehen erregendes gesellschaftliches Vorkommnis, den er der„ Gazette" eins sandte, zog er die Aufmerksamkeit des alten Graham auf sich. Dieser forderte ihn auf, regelmäßig Beiträge zu liefern, und schließlich trat Brittain in die Redaktion der Zeitung ein. Und der neue Redakteur hatte keine eifrigere und begeistertere Leserin als Adda. In Grahams Privatkomtoir hatten sich sich zufällig einmal gesehen, und die alte Geschichte, die sich im Leben schon so oft zugetragen hat, wiederholte sich auch hier wieder sie saben sich und liebten sich. Die Leitartikel imd Jeuilletons, die Horry ſchrieb, dienten ihm dazu, der Tochter seines Prinzipals Liebeserklärungen zu machen. Schrieb er eine Erzählung, so war zehn gegen eins zu wetten, daß der Name der Heldin„ Addie" war, oder zum mindesten mit einem„ A“ anfing. Und die Beschreibung, die er von ihr gab, entſprach auf das genaueste dem Aeußern seiner Flamme. Wenigstens wir auf der Redaktion konnten das deutlich zwischen den Zeilen lesen, und wie wir es konnten, so konnte es sicherlich Addie zu Hause auch. Nur der alte Graham merkte nichts davon. Der alte Herr war ein Witwer. Er war ein alter Brummbär, so einer, den unsere heutige Welt mit dem schönen Ausdrucke Efel" zu bezeichnen pflegt. Und ich gebe gern zu, daß dieser Ausdruck auf ihn paßte. Das Schimpfen und Raisonnieren war ihm zur zweiten Natur geworden, und der Mensch sollte noch geboren werden, der ihm was recht machen konnte. Aber auch in seinem Herzen gab es eine zarte Stelle, und ich brauche wohl nicht erst zu sagen, für wen er Zärtlichkeit empfand. Addie war sein einziges Sind und er vergötterte sie. Sie war sein Ein und Alles, und wenn er nachts nach Hause kam, so zog er, sozusagen, den Zeitungsmenschen aus und ließ ganz das Glück und die Anmut auf sich einwirken, mit der ihn die Nähe seines geliebten Kindes erfüllte. Wie es weiter fam, fann man sich leicht denken. Harry Brittain ging zu dem alten Graham und erklärte ihn, daß er seine Tochter liebe. Ter alte Herr benahm sich bei dieser Angelegenheit sehr dummer entließ den jurgen Mann und seiner Tochter sagte er in dürren Worten, daß sie Harry nie wiedersehen dürfe. Ich fann ja seine Empfindunger recht gut begreifen. Harry schien ihm einmal nicht der Mann zu sein, wie er ihn sich für seine Tochter wünſchte, und andererseits wollte er sich auch nicht gern von seinem einzigen Kinde trennen. Harry war ein Mensch, der genau wußte, mas er wollte, und er dachte gar nicht daran, das Mädchen, das er so aufrichtig liebte, so leichten Kauses aufzugeben. Er schrieb eine gewandte Feder und hoffte durch seine schriftstellerische Tätig feit um so eher das, was er brauchte, verdienen zu können, als er in literarischen Kreisen sehr bekannt und beliebt war. Scin plötzliches Ausscheiden aus der Redaktion der „ Daily Gazette" erregte zwar viel Aussehen und einige Klatschblätter vermuteten auch ganz richtig die Ursache, etwns sicheres darüber drang jedoch nicht in die Oeffentlichkeit. Der alte Graham war eine sehr einflußreiche und gefürchtete Persönlichkeit und aus Rücksicht auf ihn durften auch die Wissenden nicht allzuviel verlauten lassen. Harry und Addie wurden ein Paar. Die Heirat fand gegen den Willen des alten Herrn statt, der jetzt von seiner Tochter nichts mehr wissen wollte. Ein Jahr, verging, in dem Vater und Tochter sich nicht saben. Für Harry waren trübe Zeiten gekommen, er schrieb nicht viel, und was er veröffentlichte, war nichts wert. Wir Leute von der Feder erkannten das, was er schrieb, an seinem Stile, der war ja noch immer derselbe, aber das Feuer, die Kraft, der Eifer, die seine früheren Arbeiten so sehr ausgezeichnet hatten, waren Wir wußten auch recht gut warum. geschwunden. Er hatte Kummer und Sorge. Jede Zeile, die er schrieb, fiel ihm schwer. Das war ja auch kein Wunder, denn wer gut schreiben will, muß glücklich und frei sein. Und das war Harry nicht, und ich muß leider fürchten, daß auch seine Frau sich recht unglücklich fühlte. Inzwischen wurde das Gesicht des alten Graham immer blasser und sein Haar immer weißer. Er liebte seine Tochter noch immer so sehr wie früher, vielleicht sogar noch mehr, aber er fühlte sich zu tief von ihr beleidigt, als daß er sich hätte mit ihr aussöhnen können. Warum hatte sie ihn verlassen? Er konnte es ihr nicht mehr glauben, daß sie jemals für ihn Liebe empfunden hatte, da sie es übers Herz bringen fonnte, gegen seinen Willen zu heiraten. Damals war ich der zweite Redakteur der Gazette und zeichnete als verantwortlich für Zofales, Gericht 2c. Es war an einem Montage, und gerode an diesem Tage hatte ich erfahren, wo Harry und Addte wohnten. Es war mir mitgeteilt worden, daß sie in sehr traurigen Verhältnissen lebten und in Ellis Street ein paar ärmlich ausgestattete Zimmer inne hatten. Sie hatten Familie bekommen und sie hofften viel von der Zukunft, und diese Hoffnung machte sie glücklich, die Aeristen! Ich hatte mir vorgenommen, ihnen am nächsten Tage etwas anonymt zuzuschicken. Freilich ließ ich mir nicht träumen, was es sein würde, das ich ihnen am nächsten Tage sandte- nur ein winziges Exemplar der Gazette war es, aber was für ein Exemplar! Montag Abend war es und wir wollten gerade mit der Dienstag- Zeitung in Truck gehen. Der alte Graham blieb immer so lange da, bis die Zeitung ausgedruckt war. Es war mir schon lange aufgefallen, wie nervös und aufgeregt er den ganzen Tag über sich zeigte. Ich erinnerte mich, daß es heut gerade ein Jahr war, daß ihn seine Tochter verlassen hatte, und das mochte ja vieles erklären. Eben las ich die Korrektur des letzten Abzuges, als Hopkins, dem der Annoncenteil unterstellt war, in mein Zimmer kam und mich durch die Mitteilung, daß die ganze letzte Seite, auf der das Inserat von Harrisons Cocoa stand, zurückbleiben sollte. ,, Dafür soll nichts anderes kommen," erklärte Hopkins, ,, der Alte meint, er brauche die ganze Seite für sich selbst." ,, Allmächtiger Gott!" rief ich aus.„ Jetzt ist es fast elf, um eins gehen wir in Druck, und bis dahin könnten auch unserer zehn nicht genug Stoff schaffen, um die Seite zu füllen." In diesem Augenblicke meldete mir der Redaktionsdiener, daß mich Herr Graham zu sprechen wünsche. Sofort begab ich mich nach seinem Privatfomptoir. Mir voll ins Gesicht sehend, begann er in ernstem Tone: ,, Herr Langley, zu Ihnen besitze ich das vollste Vertrauen." Ich dankte durch eine Verbeugung. Ist vielleicht jetzt noch Zeit, für die morgige Ausgabe etwa fünfzehn Worte faksimilieren zu lassen?" Gewiß, Herr Graham," antwortete ich, das wird sich noch gut machen lassen." Er überreichte mir sodann ein halbes Blatt Billetpapier, und in einem noch ernsteren Tone als vorher sagte er; d Lesen Sie das jetzt noch nicht, Langley. Für das Inrecht, das wir getan, müssen wir den vollen Preis der Buße zahlen. Die ganze literarische Welt weiß, wie ich meinen Sohn und meine Tochter behandelt habe, und dementsprechend muß ich auch mein Benehmen einrichten. Langley, mir blutet das Herz, und ich sterbe vor Verlangen, mein Rind wiederzusehen mein Gewissen treibt mich, das Unrecht zu fühnen, das ich ihrem Manne zugefügt habe. In Ihrer Hand haben Sie den Tert für die ganze Seite. Lassen Sie, bitte, die Worte genau in meiner Handschrift faksimilieren und placieren Sie sie dann in die Mitte der Seite, damit Sie und jeder andere wissen mögen, daß es mir völliger Ernst ist." Ich konnte nichts erwidern, schnell verließ ich das Zimmer und öffnete unterwegs das Blatt Papier. Vor Freude hätte ich laut aufjubeln mögen, denn ich liebte Harry und achtete seine Frau. Bald aber traten mir die Tränen in die Augen, denn folgendes stand auf dem Papier: An meinen Sohn und meine Tochter! Kommt heut nach Haus, ich erwarte Euch. Euer Euch liebender Vater. Ich rannte nach der Aeßerei und sah zu, wie diese foſtbaren Worte reproduziert wurden. Sobald das Klischee fertig war, eilte ich mit dem ersten Abzuge nach Herrn Grahams Zimmer. Der alte Mann weinte, und seine Tränen benetzten das Blatt. Ich war keines Wortes mächtig. Endlich endlich war es so weit, daß der Druck beginnen konnte. Ich sah, wie der alte Graham das Zimmer verließ; ich folgte ihm. Ich glaubte zu wissen, wo er hingehen wollte nach unten, in den Maschinensaal. Mit blassem und ängstlichem Gesicht wartete er, bis die große Maschine zu raſſeln anfangen würde, bis das reine, weiße Papier über die Lettern gleiten und am anderen Ende mit seiner Einladung herauskommen würde. Endlich sekt sich die Maschine in Bewegung- das endlose Papier wird gepackt, durch die verschiedenen Teile der Maschine hindurchgezogen, und bedruckt kommt es als Zeitung wieder heraus. Voller Spannung griff der alte Herr nach dem ersten Exemplar, ich ebenso rasch nach dem zweiten. Schon war ich im Begriff, hinauszueilen, als er es aber bemerffe. Wohin wollen Sie?" rief er mir zu. Ich war schon auf der Treppe, als ich ihm antwortete: „ Ich will ihnen selbst die Zeitung bringen." Es war jetzt halb drei Uhr; aber auch um diese späte Nachtstunde sind immer Drosten in Wall Street zu haben. Ich sprang in die erstbeste und rief dem Kutscher zu: „ Ellis Street Nr. 4. Fahren Sie aber so rasch, wie die Pferde laufen können!" Das kostbare Zeitungsblatt hielt ich in meiner Hand, und bei dem Scheine der Laterne las ich es immer und immer wieder. Endlich hatten wir Ellis Street Nr. 4 erreicht, und ich zog mit allen Kräften an der Klingel. Eine Stimme, in der ich die von Harry Brittain erkannte, fragte zum Fenster heraus: Wer da?" „ Harry, Harry, math calh auf, ich bin es, Fred Langley, mach rasch auf," rief aufgeregt. Rutscher, warten Sie." Der Kutscher fatale 20 Sinuten. Als er weiterfuhr, saßen drei Persone in einen Wagen, der die Richtung nach der fünsten Avenue eingeing. Das weitere it befannt. Während die kleine Notiz ein ungeheures Aufsehen erregte und das Publikum sich darüber den Kopf zerbrach, jaßen drei glückliche Menschen in einem Salon der fünften Avenue und feierten ein frohes Wiedersehen. Ich brauche wohl kaum noch zu erwähnen, daß die Abendzeitungen viel über das seltsame Inserat schrieben und die Sache sehr aufbauschten. Am nächsten Morgen wurden sie aber alle zum Schweigen gebracht. Wiederum hatte ich das Vergnügen, die Handschrift des alten Graham faksimilieren lassen zu dürfen, und in seinem überschwänglichen Glücke ließ er abermals die ganze Seite mit dem bezahlten Inserat von Harrisons Cocoa zurückbleiben. Dafür erschien auf der Mitte der Seite ein Klischee, das in seiner Handschrift folgende Worte enthielt: Meiner gestrigen Aufforderung ist Folge geleistet woorden." Innerhalb drei Tagen hatte sich aber der Absatz der Daily Gazette" ums Doppelte erhöht. Poesie- Album. Ich hör ein Lied. das tief ergreifend Zum Grunde meines Herzens dringt, Das, meiner Seele Saiten streifend, Aus jernen. fernen Tagen klingt. Und einen Namen hör' ich nennen Von Einer, die im Grabe ruht Die Flüsterlaute, faum zu trennen, Wenn niemand. ich versteh' sie gut. Es blickt auf mich ein Bild hernieder, Das sanfte Auge strahlt in Ruh' Es blickt mich an und schwebt dann wieder Der unermesi'nen Ferne zu. Mein Herz entlohte, kaum genesen, Als jene flog zu reinen Höh'n! Es ist wohl nur ein Traum gewesen? Wenn auch ein Traum, wie schön, wie schön! ( Aus dem Magharischen.), 13721331 mir Form des Geme Berhältnisse find jältnismäßig ju Rinder unerwad pereinigt, um da Thenio hat sich größeren Reife einer sozialen Ge fin eine offene 38 Menschen sein A Rebensgenusie na gemeffen wird, al gunsten der rite Be it aber nidjt allein Dat von dem Menschheit weiterg verden foll. bloß den Unterhal rögnisse des Grun Bütern, nach dem beſtimmt wird Im Wirtschafts Brund und Boden fillt somit jegliche ner Forderung d hat gerade der Pr nische und wissen beit gefteigert, an