n tönnen. She a fer noch einen ber pegrib, mit seinen Hand, daß dieser nb Habicht fahren Beite juchte. Dem Kopfe geriffen und berendete." al- Sustento eilbaren Husten, Heise Stunden! In Tausende nkschreiben aus a. W : Berlin, London, Par is M. 1. Beitand: Sene m je 1 ge, Benzocure 0,005 für 50 Baftiuen. lann. Strassburg 1. E rei versenden gross talog enth.ca.400pho gen über Cigarren, Ci en, Kau- u. Schnupf- 1 u. Sie werden sich übe ets am allerbilligstersin en- u. Tabaklabriken. Sachsen, wir unsern Haup er Stahlwaren, We ige, Waffen, Sense Parfümerien, Stöck Photographisch 30 Tage zur Pro sendung. a NickelEs weiss Der Stück nsendung chnahme ank- und n vor. ahr, es. Umtausch gerne oder Betrag siko als gesch erg, Markneukirchen Nr. 53. nente und Saiten aller nter Garantie, Katalog gratis onnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., Haus gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen viertelfährlich Mr. 1.50. Beatisbettagen: Oberhefftsche Familienzeitung( täglich) und die Gießener Coifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Donnerstag, den 3. März 1904. Gießener 13. Jahrgang. Insertionspreis: Die einspaltige Betitzeile für ganz Ow heffen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. sonst 15 Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen, Seltersweg 88 Fernsprechanschluß Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblaff) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Beifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Weibliche Kaufleute. Unser CB.- Mitarbeiter hatte gestern eine Unterredung mit einem maßgebenden Beamten der Reichsregierung gehabt und hierbei sich namentlich über die Aussichten der Verleihung des Wahlrechts an weibliche Ges schäftsangestellte für die Kaufmannsgerichte informiert. Dieses Verlangen, so betonte der Beamte, hat keinerlei Aussicht auf Erfüllung und zwar zunächst um der Konjequenzen willen. Würde man den Geschäftsangestellten weiblichen Geschlechts das Wahlrecht verleihen, so hieße das nichts anderes, als die Frauen durch amtlichen Einfluß politisch zu organisieren. Denn bekanntlich soll das Wahlrecht nur forporativ verliehen werden. Bevor also die Frauentimmen mitgewogen werden könnten, müßten sie den Vereinen beitreten. Was das aber bedeutet, kann man an den Agitationen der Frauenbewegung ermessen, die stets, wie alle auf eine Radikal reform hinwirkenden Vereinigungen, auf dem ertremsten Flügel stehen. Und eine Radikalforderung bertreten alle Frauenvereine, denn sie wollen durch die politische Gleichstellung von Mann und Frau die jetzige Form des Männerstaates beseitigen. Wenn aber je einmal dieses helmbat Form Brinzip in unserer abendländischen Kultur fallen würde, dann wären die Konsequenzen nicht mehr zu übersehen. Denn sehen Sie sich," so bemerkte der genannte hochstehende Beamte, einmal um in der Welt, so werden Sie sich überzeugen, daß alle Geschehnisse durch materielle Interessen bedingt und vorbereitet werden. Auch die idealsten Forderungen berfolgen schließlich einen realen Zweck. Die ganze Err studiere werbstätigkeit aber wird durchaus vom Manne beherrscht. So war von jeher, und so wird es stets bleiben, weil nun doch einmal die Mehrheit des weiblichen Elements, auch wenn sie sich einen anderen Lebensgang wünschen und träumen mag, durch den häuslichen Pflichtenkreis völlig in Anspruch genommen wird." nkenburg's weltberühmt. Sie bei Bedarf Haupt g über Hüte etc. Blankenburg, Bruno Grellmann, " g a. Harz, Altstadt indung 1840. die Gesundheits nzig u. allein aus Arduin nden Krankheiten. 1 Rar franto geg. Nachnahme ränt Saale( Bayern). beil. Garantle- Schein r Aus ahl und vorzi schmack gegen Nac e oder Voreinsendu rages von 3 Mark an de, Gnadenberg Schl rüdergemeine. te gratis und tranko, JLTIS Fahrräde sämtl. Bestand- u. Z Auswahl am allerbilliga Robert Bensch Magdeburg S. Illust. Preisliste kost eile kaufen Sie bei gri 100 waffenfähige Männer vorhanden. Auch die Bewohne von ta vi hat man nach Grootfontein gebracht, das ver. schanzt worden ist. Unter den Pferden, deren Zahl gering ist, kommen einzelne Fälle von Pferdesterbe vor. Weiter liegt ein Telegramm des Gouverneurs Leut. wein vor, wonach der Gefreite Emil Fehr aus Hopfenau, Kreis Insterburg, bei einer Refognoszierung gefallen ist. Das zehnstündige schwere Gefecht der Kolonne v. Estorff bei Otjihinanaka, von dem bereits berichtet wurde, hat auch die wohlverdiente Kaiserliche Anerkennung gefunden. Wie unser Berliner CB.- Mitarbeiter aus guter Quelle hört, hat der Kaiser bei seiner jüngsten Anwesenheit in Kiel den Major v. Barse misch beauftragt, der Marine- Infanterie seine Glückwünsche zu dem Erfolge des zehnstündigen heißen Gefechts bei Otjihinanaka, bei dem 258 Mann des Seebataillons im feindlichen Feuer standen, auszusprechen. Gleichzeitig machte der Kaiser die Mitteilung, daß er nach Beendigung des Feldzuges in Deutsch- Südwestafrika den daran beteiligt gewesenen Truppen Fahnenbänder verleihen wolle. Inzwischen ist nun auch der zweite Truppentransport aus der Heimat in Swakopmund eingetroffen und hat sofort den Marsch ins Innere angetreten. Am Dienstag warf der Dampfer Lucie Woermann" mit dem Marinetruppentransport unter Oberst Dürr und dem Verstärkungstransport für die Schutztruppe unter Hauptmann v. Bagens ki an Bord in Swakopmund Anker. Von dem Schußtruppenverstärkungs. transport gingen Infanteristen und Eisenbahner noch am Tage der Ankunft mit der Bahn nach Okahandja. Die Artilleriſten mit den Maschinengewehren und die Kavalleriften traten am gestrigen Mittwoch die Fahrt nach Kubas, einer Eisenbahnstation vor Karibib, an. Der Retwisan" sibt noch immer fest in der mittleren Hafeneinfahrt und sperrt diese soweit, daß Schiffe nur zwischen seinem Stern und der Ostseite der Einfahrt hindurch können, und auch das nur bei voller Flut. Alle Pferde und Ponies sind requiriert und wurden mit 250 Mart das Stück bezahlt. Nur noch wenige Droschken und Richschas sind vorhanden. Korn und Büchsenproviant sind reichlich vorhanden, ebenso große Vorräte von Cardiff- und Japankohle, etwa 60 000 Tons. An Mehl sind 250 000 Sack vorhanden, einige Geschäfte dürfen noch Handel treiben. Die Verkaufspreise sind indes von der Regierung festgesetzt. Truppen strömen fortgesezt in die Stadt, deren Garnison jetzt aus 10 000 Mann besteht. Außer den Kriegsschiffen befinden sich nur neun Schiffe im Hafen drei Norweger, zwei Russen von der Freiwilligen Flotte, drei Dampfer der chinesischen Ostbahn und ein Brite, dessen Kapitän und Mannschaften indessen Port Arthur verlassen haben. Damit ist das Expeditionskorps für Südwestafrika jetzt bollzählig. Die Operationen dürften sich jetzt fast durchweg gegen die im Norden des Schußgebiets stehenden Herero richten. Das eingangs erwähnte Outjo, von wo Müllendorff feine Meldung abgehen ließ, ist ebenso wie Waterberg noch ohne Entsatz. Zwischen beiden Stationen und unseren Truppen stehen noch starke Hererohorden, und es wird nicht ohne blutige Kämpfe abgehen, ehe die Straße zum Entsatz der Weißen im Norden der Kolonie freigemacht ist. Nun leben wir ja allerdings in einer Zeit, die den Frauen neue Berufsarten erschlossen hat und ihnen im Erwerbsck u.Teegebäd leben vielfach neben dem Manne einen Platz anwies. Ausgegangen ist diese Entwickelung hauptsächlich von Amerika und England, zwei Staaten, in denen das weibliche Element ziffernmäßig im Uebergewicht ist bezw. in denen die freieſten politischen Anschauungen herrschen. Gut, so wollen wir uns auch für die Beurteilung der mutmaßlichen weiteren Entwickelung wir geben hier immer nur die Meinung des befragten Beamten wieder an diese Staaten halten. Aber was sehen wir dort? In Amerika somohl wie in England geht die Beschäftigung von weiblichen Angestellten bedeutend zurück. Selbst als Maschinenschreiberinnen werden Damen nur noch ungern beschäftigt aus einem Grunde, der die unüberwindliche Verschiedenheit zwischen der männlichen und peiblichen Natur deutlich kennzeichnet. Die Dame ist billiger, gewiß. Aber sie ist auch anspruchsvoller bezüglich der dienstlichen Verkehrsformen und weniger seßhaft als der Mann. Während dieser an Wert gewinnt, sobald er eine Verbindung für das Leben eingeht, weil er für eine Familie zu sorgen hat, gehen viele weibliche Elemente, und nicht selten gerade die tüchtigsten, in einem gewissen Lebensalter durch die Verheiratung dem Geschäfte und dem ganzen Geschäftsleben verloren. Wer sich einen Stamm von zuverlässigen Angestellten heranziehen will, darf auf keine Damen reflektieren, denn diese gehen immer nur unter Vorbehalten eine Verpflichtung ein und lösen das Dienstverhältnis, sobald sie einen Bund fürs Leben schließen. Es gibt aber unter den 60 000 weiblichen Geschäftsangestellten nicht eine einzige, welcher der Trauschein nicht lieber wäre, als der schönste Dienstvertrag. So lange sie allerdings nur Angestellte sind, gerieren sie sich gern als Konkurrentinnen des Mannes mit der Aspiration auf politische Gleichberechtigung. Allein das ist nicht so ernst zu nehmen, wie manche Politiker es haben möchten, und die Regierung hat deshalb recht, wenn sie sich gegen eine Rechtserweiterung wehrt, die, wie der Beamte lächelnd beifügte, nicht ohne Folgen bleiben kann. Wer ernstlich den Charakter des Männerstaates behaupten will, kann in keinem Punkte den Frauen ein Zugeständnis machen auch nicht in dem Wahlrecht für die Kaufmannsgerichte. unsere Leser, bel gen an ble in blefet Firmen, beffelbe su en 27, Holzmarliftt. 4. eßen. st es, Zeitung loftrischen Wellen herstellen konnte. Die erster unaufhörlich carauf finnen, wie man auf andere weils zie tung der Telegraphie entgegenstellten, ließen die Phyer möglich. Die Beschränkungen, die sich dadurch der Bernerwar eben bis vor kurzem allein durch die elektrischen Drähte Fer Soweit der Beamte. Wir geben, weil sie aus solchem Munde immerhin eine gewisse Bedeutung haben, seine Aeuße" ungen gern wieder, ohne dazu Stellung zu nehmen. Neue Nachrichten aus Südwestafrika Der Krieg in Oftafien. Meldungen über neue Vorgänge auf dem Kriegsschauplatz liegen heute nicht vor, dagegen erfahren einige der bereits bekannten eine intereſſante, von den bisherigen Verſionen abweichende Beleuchtung. Wie wir vorausgesagt haben, handelt es sich bei dem Zuſammentreffen zwischen Japanern und Russen in Korea um unbedeutende Vorpostengefechte. " Weshalb der Branderangriff scheiterte. Wie aus Tokio berichtet wird, haben sich die Offiziere der Brander, die beauftragt waren, den Hafen von Port Arthur zu sperren, zum Zeichen der Trauer über ihren Mißerfolg die Köpfe fahl scheren lassen. Die Leutnants Saito und Torisaki, welche die versenkten Dampfer Dschinsin" und Biuschin Waru" kommandierten, trafen, wie bereits gemeldet, mit zwei Maschinisten und 25 Matrosen in einer chinesischen Dschunke in Tschifu am 27. Februar ein. Die Ursache des Scheiterns jenes Versuches, die Hafeneinfahrt von Port Arthur zu blockieren, so erklärten sie, war ausschließlich die furchtbare Blendung, welche die von allen Seiten auf uns gerichteten Scheinwerfer hervorriefen. Diese hinderte uns, zu erkennen, wo wir uns befanden. Ueberdies stellte sich heraus, daß unsere Dampfer für den Zweck zu klein waren. Das wütende Feuer des„ Retwisan" und der Forts tat uns nichts und hi berte uns nicht: wir verloren nur einen einzigen Mann. Wir gingen ruhig vor Anker, setzten die Boote aus, stießen mit ihnen ab und ließen erst dann den Draht spielen, um die Schiffe in die Luft zu sprengen. Die Blendung durch die Suchlichter allein hinderte uns auch, die auf uns wartenden Torpedoboote zu erreichen. Als Admiral Togo nach Freiwilligen für das Wagnis rief, meldeten sich über zweitausend Mann. Viele darunter schrieben die Bitte um Verwendung nach der Sitte der alten japanischen Ritter, der sogenannten Samurai, mit dem eigenen Blute. Laut einem vom japanischen Kriegsministerium veröffentlichten Bericht ist die russische Kavallerie bei Andschu und Phiöngjang geschlagen worden und die Bewohner dieses Teils von Korea gehen wieder ihrer gewöhnlichen Beschäftigung nach. Einzelheiten berichtet folgendes Telegramm: enthält ein Telegramm, das der bekanntlich im Aufstandsgebiet weilende Kölner Redakteur Müllendorff in die Heimat entsandt hat. Die aus Outjo am 13. Februar abgegangene Meldung bringt außer den bereits bekannten Tatsachen u. a. folgende Mitteilungen: Die Herero haben bei dem Angriff an der Wasserquelle Otjorutatu zwei Häuptlinge und einen Großmann, der als Führer des Aufstandes in der dortigen Gegend galt, verloren. Im ganzen haben sie 26 Tote. In Grootfontein befinden sich 200( weiße) Flüchtlinge. Die Besatzung der Nebenstationen wird dort vereinigt. Mit den eingezogenen 60 Mann Truppen sind im ganzen Bei dem Zusammenstoß der Russen und Japaner, der am Sonntagvormittag 9 Uhr etwa 1000 yards vom Nordtor von Phiöngjang erfolgte, wurden nur wenige Schüsse abgegeben, worauf die Russen unter Mitnahme von zwei verwundeten Kosafen zurückgingen. Truppenbeförderung über den Baikalsee. Die Russen haben die Schienenlegung über das Eis des Baikalsees glücklich beendet, und in Gegenwart des Vertehrsministers Chilkom donnerte der erste aus 25 Wagen bestehende Zug mit Truppennachschüben über die gefesselten Wogen. Der Fußmarsch der Truppen über den See forderte große Opfer. Man spricht davon, daß etwa 1000 Leuten die Füße erfroren sind. Die Stürme, die auf dem Baikalsee herrschen, sind von furchtbarer Gewalt und bereiten in der guten Jahreszeit dem Verkehr die größten Gefahren. Jetzt kommt der Schnee hinzu, und in diesem Unwetter bei schrecklicher Kälte müssen die russischen Bataillone viele Kilometer zurücklegen. Man wird an die Schrecken erinnert, die während des Krimkrieges den Marsch der russischen Truppen durch die Steppen Südrußlands nach der Krim begleiteten, wo ganze Kompagnien im Schneesturm zu grunde gingen. Aber die Gefahr ist auch durch den Bahnbau nicht völlig beseitigt. Im Eise des Baikalsees bilden sich nämlich ganz plöglich breite flaffende Risse, in denen schon viele Schlitten spurlos verschwunden sind. Ein ähnliches Schicksal kann trop aller Vorsichtsmaßregeln auch einmal einem Bahnzug beschieden sein. Beim Bau der Bahn waren große Schwierig. feiten zu überwinden. Die Eisdecke bildet nämlich nicht etwa eine glatte Fläche, vielmehr schieben sich durch die Strömungen und die Winde die Schollen wild durcheinander und türmen sich hoch auf, so daß die Oberfläche erst geebnet werden muß. Man hat die Strecke nicht gerade geführt, sondern im Bogen von der Station Baifal am westlichen Ufer nach Tanchoi, damit die Linie der Eisbrecher nicht berührt wird, die beim Eintreten der milden Jahreszeit mögIchst früh beginnen sollen, die Rinne zu öffnen. Sie überwinden Eis bis zu drei Fuß Dicke. Eine Reise des Zaren nach dem Kriegsschauplak wird in Aussicht gestellt und durch die bedrohliche Situation in Port Arthur begründet. Man sagt: Port Arthur ist eine neue Auflage Sebastopols. Man vergleicht Dalny mit Eupatoria, Alerejem mit Nachimow, den„ Retwisan" mit dem Kriegsschiff Drei Heilige", den Goldenen Berg mit dem Malakom und dem Kurgan, die Sibirische Bahn mit der Simferopoler Chaussee u. s. w. Das Erscheinen des Zaren in der Mandschurei würde zweifellos die höchste Begeisterung unter den Soldaten hervorrufen. Der Gesundheitszustand des Zaren läßt nichts zu wünschen übrig, so daß er den Stra= pazen des Krieges würde troßen können. Wenn der Zar auf den Kriegsschauplab ginge, entspräche er nur dem im russischen Herrscherhause üblichen Brauch. Kaiser Nikolaus 1. nahm an dem russisch- türkischen Krieg 1828/29 und am Krimkrieg teil, der seine Gesundheit so erschütterte, daß er an den Folgen zugrunde ging. Alerander II. war beim letten russisch- türkischen Krieg vom Anfang bis zum Fall Plewnas. Wie es in Port Arthur aussicht schildert der von dort am lezten Freitag ausgewiesene Direktor einer englischen Firma, der jetzt in Niutschwang eingetroffen ist. Er schreibt: Der Petropavlovst“ und die Sevastopol" sind im Marinehafen repariert worden, ihre Beschädigungen waren auf Deck und in Vorsteven. Die Marineverwaltung läßt jetzt ein Schlammdock konstruieren, und zwar neben der Eisenbahnstation zwischen der alten und neuen Stadt, um dort den Besarewitsch" ausbessern zu können. Der Ausbruch von Epidemien wird von sachverständiger Seite als schreckliche Folgeerscheinung des Krieges befürchtet. Nach russischen Meldungen soll bei den durch das schlechte Wetter start mitgenommenen japanischen Truppen in Korea bereits der Typhus gefährlich grassieren. Aber auch Rußland hat allen Grund, für seine nach Ostasien entsandten Söhne in dieser Hinsicht besorgt zu sein. Der„ Russische Invalide", das Organ des Kriegsministeriums, veröffentlicht einen Erlaß an die Militärbehörden, in welchem diese aufmerksam gemacht werden, alle sanitären Maßregeln zu ergreifen, um den Ausbruch von Epidemien zu verhindern, weil in diesem Kriege die Gefahr bestehe, daß verheerende Krankheiten größere Opfer fordern, als die feindlichen Kugeln bringen. Speziell in den chinesischen Gebieten seien die sanitären Verhältnisse so schlechte, daß es außerordentlicher Anstrengungen bedürfen werde, um nicht verheerenden Epidemien den Weg in die Reihen dex russischen Krieger zu ebnen. Die Politik. Zur Beseitigung der Ungewißheit über den Zeitpunkt, wann die in der preußischen Thronrede angekündigten wasserwirtschaftlichen Vorlagen im Landtage eingebracht werden, ist von dem Minister der öffentlichen Arbeiten namens der königlichen Staatsregierung im Abgeordnetenhause gestern eine Erklärung abgegeben worden, der wir folgende Stellen entnehmen: Die wasserwirtschaftlichen Vorlagen umfassen, abgesehen von einem Gesezentwurfe betreffend Maßnahmen zur Verhütung von Hochwassergefahren in der Provinz Brandenburg und im Havelgebiete der Propinz Sachsen, sowie dem Entwurfe eines allgemeinen Gesezes, betreffend Freihaltung des Ueberschwemmungsgebietes der Wasserläuse und der Verrechnung der Unterstützungen aus Anlaß des vorjährigen Hochwassers: erstens einen Gesetzentwurf betreffend die Regelung der Hochwasser-, Deich- und Vorflutverhältnisse an der oberen und mittleren Oder, zweitens einen Gesetzentwurf betreffend die Verminderung der Hochwassergefahren und die Verbesserung der Vorflut an der unteren Oder, Havel und Spree, und drittens einen Gesegentwurf betreffend die Herstellung und den Ausbau von Wasserstraßen. Nach neuerer Erwägung wird die Staatsregierung aber von der sofortigen Vorlegung absehen. Die Gesetzentwürfe sollen darum erst nach der Osterpause zur Vorlage kommen. Gegen das 3. Zt. dem preußischen Herrenhause vorliegende Wildschougesetz, das demnächst auch dem Abgeordnefenhause zugehen wird, macht sich eine lebhafte Bewegung der Wildprethändler bemerkbar. Man besorgt hier, daß das Gesetz, das der mehr und mehr um sich greifenden Wilddieberei Schranten ziehen soll, in Wirklichkeit schwere Belästigungen des reellen Handels und Verkehrs mit Wild nach sich ziehen wird. Diese Besorgnisse sind auch in einer zahlreich besuchten Versammlung von Wildhändlern zum Ausdruck gebracht worden, die fürzlich in Berlin abgehalten wurde. Sie beschloß einstimmig die Gründung eines Vereins der Wildhändler und Interessenten. Außerdem wurde eine Kommission gewählt, die eine an den Landtag zu richtende Petition gegen das Gefes ausarbeiten soll. Deutfcher Reichstag. ( 47. Sizung.) CB. Berlin, 2. März. Die Herren Juristen des hohen Hauses plätschern in den Wassern ihrer zünftigen Unterhaltung weiter mit der an ihnen bekannten Gründlichkeit, und auf jede ihrer Meinungsäußerungen geht mit der ihm eigenen Ausführlichkeit der Vertreter des Reichsjustizamts Dr. Nieberding ein. Der Reiz dieser Verhandlungen wird für den Nichtjuristen, den etwa sein Beruf zu einigen solcher Tage Journaliſtentribüne berurteilt hat, noch dadurch erhöht, daß der Staatssekretär eine jede seiner Antworten mit einer Resumierung dessen einleitet, was der Abgeordnete vor ihm vorgetragen hatte. So dankenswert dieses Verfahren ist, da es Mißverständnisse von vornherein ausschließt, dient es nicht gerade zur Abkürzung der Verhandlungen; und da es nicht recht angängig ist, daß der Präsident ein jedesmal dem Staatssekretär das Wort vor dem betreffenden Mitglied des Hauses erteilt, was dessen Rede dann jedesmal überflüssig machen würde, ging auch der ganze heutige Tag mit dem Justizetat hin. Das einzige praktische Ergebnis dieser Verhandlungen für die nichtjuristische Welt liegt in der Aussicht, daß voraussichtlich im nächsten Jahre der Gesetzentwurf über den privaten Versicherungsvertrag vorgelegt werden wird Preussifcher Landtag. Haus der Abgeordneten. ( 31. Sizung.) RK. Berlin, 2. März. Mit einer Sensation begann die heutige Sihung: Minister Budde verlas die an anderer Stelle auszugsweise mitgeteilte Regierungserklärung über die Kanalvorlage. Der Angler*) Eine Kriminalgeschichte von Stephan. Unter ( Nachdruck nicht gestattet.) In einem kleinen Landstädtchen an der böhmischen Grenze lag der polizeiliche Sicherheitsdienst in Händen des Gendarmeriewachtmeisters Müller. Wenn ihm auch noch ein Mann zur Seite stand, der den Titel Polizeidiener führte, so war Sies aber ganz ohne Bedeutung, denn der Polizeidiener war zugleich auch Gemeinderatsdiener und hatte noch so viele funktionen, daß er den Titel Polizeidiener zu unrecht führte. Müller hatte von der Pieke auf beim Militär gedient und war nach Erwerbung des Zivilversorgungsscheines zur Gendarmerie eingetreten. Man fand ihn zu jeder Zeit Diensteifrig und ganz am Blaze, was ihm sowohl bei seinen Vorgesetzten als auch bei den Bürgern hoch angerechnet wurde un zu seiner Beförderung zum Wachtmeister viel beigetragen hatte. Er war Junggeselle geblieben, hatte, wie er zu sagen pflegte, zum Heiraten noch keine Zeit gefunden und wohnte bei einer Bitwe, welche ein an der Hauptstraße vor dem Ortseingang befindliches fleines Haus mit Garten ihr Eigen nannte. Müller bewohnte zwei Räume gleicher Erde, die nach der Straße lagen und tonnte er von seinem Schreibtisch aus die Straße und den Ortseingang übersehen. An Arbeit fehlte es Müller nicht, es wurde im Städtchen viel gestohlen und er rechnete es sich zur Ehre an, möglichst alle Diebstähle aufzuklären und die Schuldigen dem Gericht zu überliefern. Insbesondere machten ihm die Zigeuner viel zu schaffen, die meistens in einzelnen Familien oder kleinen Trupps umherzogen und unter dem Deckmantel des Musizierens bettelten und alles mitgehen hießen, was ihnen nur begehrenswert erschien. Müller fonnte sich rühmen, schon eine ganze Anzahl dieser Gesellen hinter Schloß und Riegel gebracht zu haben, wo ihnen die Haare furz geschnitten wurden, allein sobald sie wieder die Freiheit erlangt, wuchsen ihnen mit den Haaren auch wieder die Finger. Ein Diebstahl war nun vorge*) Die Arbeit wurde uns von einem eifrigen Leser unserer Zeitung frdl. übersandt. dem Eindruck dieser Erklärung, die lebhaft besprochen wurde, schenkte das hohe Haus der Tagesordnung nur wenig Beachtung. Dabei wurde über eine für alle Gewerbetreibenden wichtige Frage, die Neuregelung des Submissionswesens, verhandelt. Eine ganze Reihe Anträge aus dem Hause lagen dafür vor. Aber außer den Antragstellern selbst nahm kaum irgend ein Volksvertreter das Wort. Das Ergebnis der Debatte war schließlich, daß sowohl ein freikonservativer, von volksparteilicher Seite erweiterter, wie ein Conservativer Antrag der Kommission für Handel und Gewerbe überwiesen wurde. Der freikonservative Antrag ( Arendt und Gen.) mit der volksparteilichen Erweiterung verlangte eine Neuregelung des Submissionswesens nach der Richtung, daß 1. dem Mindestbietenden nur dann der Zuschlag erteilt wird, wenn er in Bezug auf Leistungsfähigfeit und in Bezug auf die Erfüllung seiner Verpflichtungen namentlich auch gegen die Arbeiter und Handwerker Sicherheit bietet und sein Gebot angemessen ist; 2. daß die Arbeiten und Lieferungen tunlichst in getrennten Losen an Unternehmer oder Unternehmerverbände vergeben, auch angemessene Ausschreibungsfristen innegehalten werden, und daß die Ausführungsfrist so bemessen wird, daß die Arbeit nach Möglich feit in die geschäftsstille Zeit verlegt werden kann; 3. daß bei der Vergebung nach Möglichkeit die ortsangesessenen Handwerker und Unternehmer berücksichtigt werden; 4. daß Angebote solcher Unternehmer unberücksichtigt zu lassen sind, welche Löhne zahlen oder Arbeitsbedingungen stellen, die hinter den in ihrem Gewerbe ortsüblichen Löhnen oder Arbeitsbedingungen zurückbleiben. Der konservative Antrag berlangt außerdem, daß die Arbeiten und Lieferungen möglichst nicht an Generalunternehmer, sondern in getrennten Losen vergeben, auch angemessene Ausschreibungsfristen innegehalten werden. Eine allgemein gehaltene Debatte über das Bauwesen folgte. Sie brachte nichts Neues, die bei jeder Etatsberatung üblichen lokalen Wünsche wegen Strombauten 1. s. w. beherrschten sie vollständig. Dann vertagte sich das Haus. Kurpfufcherprozefs Schröter. Sh. Tilsit, 2. März. Die Verhandlungen beginnen eintönig zu werden. Die langen Gutachten bringen nichts neues. Sie drehen sich um den Wert der Augendiagnose, über den unter dem gebildeten Laienpublikum ja ohnehin nur eine Stimme herrscht. Die von dem Sachverständigen Salzer aus den Werken der Begründer dieser Methode vorgelesenen Stellen lassen begründete Zweifel an der Zurechnungsfähigkeit der Verfasser auftauchen. Thiel- Elberfeld z. B. spricht von einer Kraft, die den Pupillenpförtnerschließmusfel beaufsichtigt und kommandiert, als der Königin des gesamten Leibes- Bienenstocks, die alle Leibeszellen und Organwaben regiert, die das Herz klopfen, den Puls schlagen, die Lungen atmen, den Magen verdauen, die Gedärme schlängeln, das Blut strömen, den Nervenhauch fliegen, die Wunden heilen, die Nachbarorgane miterfranken, die Organe werden und vergehen, kurz, den ganzen Leib leben heißt, und zwar ohne unseren persönlichen Willen, auf das Gebot des allerhöchsten, das ganze Weltall umfassenden Wesens. Das ist das in erster Linie bom Zeugungsod erschaffene, gleich einer Quelle von dem Regen des Weltods immer neu gespeiste und ununterbrochen den Strom des neuen Leibesods gebärende Zentralorgan des unbewußt wirkenden vegetativen Nervensystems", das„ Sonnengeflecht über der Nabelgegend". Ein derartiges Gewäsch kann natürlich nur mitleidige Heiterkeit erregen, aber nicht auf Wissenschaftlichkeit Anspruch machen, wie der Angeklagte es darstellen will. Die einzige Möglichkeit, Sachverständigen und Gerichtshof die Brauchbarfeit der Augendiagnose zu zeigen, indem er Experimente im Gerichtssaal anstellt, lehnt er hartnäckig ab, da er zwei Jahre außer Uebung und die Umgebung nicht geeignet sei. Zum Schluß treten noch verschiedene Zeugen und Zeuginnen auf, die vom Angeklagten durch seine magnetischen Kuren oder durch Anwendung des Baunscheidtschen Lebensweckers von allerlei kleinen Leiden befreit sein oder doch wenigstens Linderung verspürt haben wollen. ( Fortsekun folgt.) tommen, welcher dem Wachtmeister viel Kopfzerbrechen verursachte und den aufzuklären ihm durchaus nicht gelingen wollte. Es waren nämlich eines Nachts aus dem Garten des Pfarrers eine ganze Anzahl zum Bleichen aufgelegt gewesene Wäschestücke auf ganz rätselhafte Weise gestohlen worden. Der Garten war von drei Seiten mit hoher Einfriedigung versehen und die vierte Seite war vom Wohnhaus begrenzt. Das Einfahrttor zum Garten war verschlossen und vom Hause aus führte eine Türe in den Garten. Als Wachtmeister Müller den Tatort besichtigte, fanden sich ringsum feinerlei Spuren, daß Jemand übergestiegen wäre, denn wenn dies der Fall gewesen, hätten sich unbedingt Spuren im losen Gartenland befinden müssen. Alles neigte zur Annahme, der Dieb müsse den Zugang durch das Haus benußt haben und so tam es, daß die Wäscherin und das Dienstmädchen in Verdacht gezogen wurde. Letztere hatten sich auch eine Durchsuchung ihrer Habe gefallen lassen müssen, die aber resultatlos verlaufen war. Kurzum Müller stand vor einem kriminalistischen Rätsel, das zu lösen vorerst sein ganzes Denken ausfüllte, aber es sollte noch besser kommen. An einem trüben Herbstmorgen saß Müller an seinem Schreibtisch und erledigte einige Schriftlichkeiten. Seine Wirtin war in die Stadt gegangen um Einfäufe zu besorgen und so hatte Müller, der um 10 Uhr nach dem Gericht mußte, seine Uhr neben sich auf den Tisch gelegt, um sich nicht zu verspäten. Die Uhr war ihm ein teures Andenken, er hatte sie als Schießprämie erhalten, es befand sich eine diesbezügliche Widmung darin gravirt und eine echte Silberfette hatte sich Müller selbst zugelegt. Während Müller so arbeitete, klopfte es an seiner Türe und hereingestürmt tam der kleine Junge des Adlerwirts und berichtete, ein Zigeuner befinde sich in der Wirtschaft und bedrohe seinen Vater, der Herr Wachtmeister solle doch gleich kommen. Müller gleich bereit, stürzte fort, seine Uhr aber vergaß er zu sich zu stecken. Er verschloß jedoch die Türe seiner Stube und auch das Haus, da seine wirtin abwesend war. Als er in den Abler fam, teilte ihm der Wirt mit, der sogenannte " Angler" habe Beche gemacht und nicht bezahlen wollen, als er aber gehört, daß der Junge fortgeschickt worden sei, habe er bezahlt und schleunigst sich entfernt. Der unter dem Nab und Fern. * Die Flensburger Blatternepidemie scheint trotz der amtlichen Erklärung doch noch nicht erloschen zu sein. Eine Diakonissin, die bei der Pflege der Blatternkranken beteiligt gewesen war, aber als ganz unverdächtig frei herumgehen durfte, ist jetzt auch an schwarzen Bocken erkrankt. Allerdings wurde auch sie sofort in die außerhalb der Stadt belegene solierbaracke übergeführt, allein man fürchtet, daß sie den Krankheitsfeim bereits weiter verbreitet hat. Ein vierjähriger Lebensretter. In Wilhelmsruh bei Inowrazlaw brannte ein Tagelöhnerhaus nieder. Männer und Frauen waren auf Arbeit und hatten ihre drei Kinder im Alter von 1 bis 4 Jahren in einem Zimmer zusammen zurückgelassen. Der vierjährige Knabe rettete die kleineren Kinder durch Hinausziehen aus dem brennenden Zimmer. Zu einer großen Schlägerei zwischen Offizieren, Soldaten und Zivilisten kam es in Baußen. Ein Hauptmann Lindner geriet während der Nacht in einer kleinen Gasse nahe der Kirche mit zwei ihm begegnenden Zivilisten in Streit, der in Tätlichkeiten ausartete, wobei der Hauptmann seine Waffe gebrauchte. Zivilisten, Schußleute, Soldaten und Offiziere tamen hinzu. Die Menge zählte nach Hunderten. Der Kampf pflanzte sich durch mehrere Straßen bis auf die Steinstraße fort. Lindner, der erhebliche Verlegungen erlitt, wurde in das Haus eines Kaufmanns gebracht. Die Polizei zerstreute endlich die aufgeregte Menge. Das Geständnis des Defraudanten. Der kürzlich verhaftete Direktor der Hüttig- Aktiengesellschaft, R. Hüttig in Dresden, hat vor dem Untersuchungsrichter ein umfassendes Geständnis abgelegt und die Höhe der von ihm verübten Veruntreuungen auf rund 300 000 Mark angegeben. Durch dieses Geständnis wird die Untersuchung erheblich vereinfacht und beschleunigt werden. Ferner hat Hüttig erklärt, daß er Mitschuldige nicht habe und daß insbesondere der Prokurist Knauthe an den betrügerischen Machenschaften ganz unbeteiligt sei. Der„ Tiger" von Hoyerswerda. In der Umgebung von Hoyerswerda machte seit etwa drei Jahren ein Raubtier die Waldungen und Sumpfgegenden unsicher, erschreckte die Waldbewohner und zerriß viel Wild, besonders Rehe. Das Landratsamt setzte wegen der argen Verwüstung des Wildstandes endlich eine Belohnung von 100 Mark auf die Erlegung des Raubtieres aus. Die Geschichte erregte damals biel Aufregung und Heiterkeit: in allen schlesischen Zeitungen wurden über den" Tiger" von Hoyerswerda mehr oder weniger gute Scherze gemacht. Jetzt endlich ist der Waldverwüster in Gestalt eines mächtigen Wolfes zur Strecke gebracht worden. Es zeugt von einer ungeheuren Verschlagenheit, daß es diesem Raubtiere so lange Jahre hindurch gelungen ist, mitten in der Ebene den eifrigsten Nachstellungen zu entgehen. Mord im Gerichtssaal. Vor dem Polizeirichter in Girgenti sollten sich dieser Tage eine gewisse Antonia Giordano und ihr Liebhaber, Antonio Bondi, wegen Ehebruchs verantworten. Der Richter hatte aber kaum die Verhandlung eröffnet, als die Giordano einen Revolver aus der Tasche zog und auf Bondi vier Schüsse abfeuerte, die ihn tot zu Boden streckten. Hus dem Gerichtsfaal. TOYN § Das Urteil wegen der„ Liban"-Katastrophe, bei der im Juli v. J. vor dem Hafen von Marseille infolge eines Bu sammenstoßes mit dem Dampfer Insulaire" über 100 Personen ertranken, lautete auf eine lächerlich geringe Strafe. Obwohl wahrhaft erdrückende Beweise für die grobe Fahrlässigkeit und Pflichtvergessenheit sowohl des Kapitäns des verunglückten Dampfers Liban" und seiner Mannschaft als auch des Kapitäns der„ Insulaire", der mit dem„ Liban" zusammengestoßen war, vorgebracht worden waren, wurde der Kommandant des„ Liban", Lacotte, nur zu dreijährigem Verlust seines Postens und der Obermaat des" Liban", Santandrea, dem Lacotte das Kommando bei der Ausfahri aus der Reede von Marseille anvertraut hatte, sowie der Kapitän des Insulaire", Arnaud, sogar nur zu- einem Frank Buße verurteilt. Die Zuhörer, großenteils Angehörige der unglücklichen Opfer, gaben ihrer Empörung über diese Entscheidung sehr heftigen Ausdruck. " Spitznamen Angler" bekannte Zigeuner war eine oft im Städtchen zu sehende Persönlichkeit, jedoch wußte niemand, warum er den sonderbaren Spitznamen trug, der ihm von den Zigeunern beigelegt worden war. Müller fonnte wieder nach Hause gehen, er fand noch alles verschlossen, seine Wirtin war noch nicht zurückgekehrt. Wie erstaunt war er aber, als er auf seinem Tisch seine Uhr mit Kette nicht mehr vorfand. Er hatte doch alles verschlossen, auch die Fenster waren noch alle von innen verriegelt und feinerlei Veränderungen bemerkbar. Nur ein kleiner Oberflügel an einem Fenster hatte Müller morgens der frischen Luft wegen ge= öffnet gehabt, dieser stand noch offen, aber durch diese kleine Oeffnung hatte doch ein Dieb in seiner kurzen Abwesenheit unmöglich gelangen können. Da Müller bestimmt wußte, daß er die Uhr nicht eingesteckt, sondern auf dem Tisch liegen gelassen hatte, war ihm die Sache um so rätselhafter. Einige Wochen waren vergangen, Müller hatte sich die erdenklichste Mühe gegeben, allein über den Verbleib der Uhr und das Verschwinden der Wäsche aus dem Garten des Pfarrers wollte sich das Geheimnis nicht lüften. Eines Tages machte Müller einen Dienstgang nach den umliegenden Gehöften und einem Dorfe, die noch zu seinem Dienstbezirk gehörten. In legterem vernahm er im Wirtshause Geigenspiel. Vor dem Hause stand ein kleiner Zigeunerwagen, schmußige Kinder liefen um denselben herum. Müller begab sich in das Wirtshaus und traf darin den sogenannten„ Angler" musizirend an. Er betrachtete denselben eine Zeitlang, war aber bald sehr überrascht, als er an der Jacke des Zigeuners einen blanken Gegenstand sah, den die um die Schulter gehängte Jacke desselben zusammenhtelt. Nach näherem Betrachten sah Müller, das es eine Kette von weißem Metall war, die mit der ihm gestohlenen Uhrfette große Aehnlichkeit hatte. Auf die Frage nach dem Erwerb der Kette antwortete der Zigeuner, daß er sie von einem Unbefannten gekauft habe. Selbstverständlich gab sich Müller damit nicht zufrieden, sondern er unterwarf die ganze Habe des Zigeuners einer näheren Besichtigung. In dem Schmutz des fleinen Wagens, in gleich schmutziger Beschaffenheit fand Müller einige Damenhemden, welche das Zeichen der bet dem Pfarrer gestohlenen Wäschestücke trugen. Sein weiteres Erfter 20 Minuten Die S gefegt bei& wirtschaft, die Entwide Aung der M ratung über b legt nochmale bezüglich ber bolllommen a daß noch mar die Berficheru befchäftigen gängig, baß der Bucht d der Mittel barauf hin tretern der Prüfung de die Landwi liege es, da trete. Die der Landwir bewilligen, a ob die aufge find. Abg. unliebfame habe, daß nicht vorhan bie großen 8 Erhebungen beitet und bingen feft Landwirtsch Mart, und halten müff oder Simm Landwirtscha Abg. bas Rapitel Antrag Dr. Vorschulen von demselb an die Gr gründlich be An de zucht beteili Ert, Weid reich, word Bofitionen zucht, Biene 3weige der bewilligt, ebe fraßenwesen; faufmännische 80a, Handm 83, Erwe Landesgewen funftsstation fonftige Fo für funstgen Hierau Uhr ein. Lan fchaftliche Br reine Hilfspre Suchen lohn unten allerlei Uhr. Müd lieferte den getauft zu Bigeuner no unterworfen. Sonderbarer befannt war Kordel an war, die ri in Form e dann beweg Zwed habe. Stehlen berr angewandt Stehlenden G Haden gefaßt Auf diese We geholt, auch offenftehende f der Wirtschaft den Wachtmei entfernt und Bachtmeister a geeilt. An der war, hatte er er die Uhr auf flügel fland Bigeuner, fofo brachte ihn ab Beidlichfeit Namen Angl werfen. Wen feine Geschic Wachtmeister wieder, er w fahrung reicher trog der amtjein. Gine franten betei ei herumgehen rantt. Allerder Stadt be fürchtet, daß et hat. elmsruh bei Der. Männer rei Kinder im er zusammen die Kleineren Zimmer. izieren, Sol Hauptmann fleinen Gaffe Zivilisten in er Hauptmann te, Soldaten Ite nach Hunrere Straßen erhebliche Ver aufmanns ge eregte Menge. er fürzlich ver R. Hüttig in numfassendes ihm berübten geben. Durch ich vereinfacht rflärt, daß er der Prokurist en ganz unbe Der Umgebung ren ein Raubcher, erschreďte fonders Rehe. erwüstung des Mark auf die erregte damals hen Zeitungen Da mehr oder ist der Waldir Strede g ege Verschlagen hindurch ge Nachstellungen richter in Gir onia Giordano Ehebruchs vere Verhandlung der Tasche zog tot zu Boden al. he, bei der im olge eines Bu e" über 100 rlich geringe e für die grobe I des Kapitäne ner Mannschaft it dem„ Liban" waren, wurde zu dreijährigem des„ Liban", ei der Ausfahrt matte, sowie der Ir zu- einem Benteils Ange Empörung über eine oft im Dußte niemand, der ihm von er fonnte wieder jen, seine Wirtin nt war er aber, ette nicht mehr auch die Fenster nerlei Veränder lügel an einem Luft wegen ge Durch diese kleine zen Abwesenheit bestimmt wußte, dem Tisch liegen tfelhafter. Einige die erdenklichste er Uhr und das 7 des Pfarrers es Tages machte enden Gehöften bezirk gehörten. igenspiel. 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Es sei nicht von der Hand zu weisen, daß noch manches verbesserungsbedürftig sei, und er gebe die Versicherung, daß sich die Regierung mit diesen Wünschen beschäftigen werde. Abg. Sensfelder hält es nicht für angängig, baß man wegen der Meinungsverschiedenheiten in der Zucht der Vogelsberger Rasse eine Weiterbewilligung der Mittel ablehnen wolle. Staatsminister Rothe weist darauf hin, daß die Regierung mit den bedeutenden Vertretern der Landwirtschaft und in gemeinsamer, fortgesetter Prüfung der Arbeiten in jahrelanger, sorgfamer Arbeit für die Landwirtschaft gewirkt habe. In der Natur der Sache liege es, daß ein Erfolg in so furzer Zeit noch nicht zutage trete. Die Regierung werde nach wie vor die Bestrebungen der Landwirtschaft unterstüßen und die geforderten Mittel bewilligen, auch wenn man noch nicht überblicken könne, ob die aufgewendeten Mittel in der Tat richtig verwendet find. Abg. Haas hätte es für richtiger gehalten, wenn die unliebsame Debatte unterblieben wäre, die wieder gezeigt habe, daß Einigkeit und Disziplin in der Landwirtschaft nicht vorhanden sei und daß man wegen kleinlicher Fragen die großen Biele aus den Augen verliere. Nach mehrjährigen Erhebungen habe man einen Buchtplan für Hessen ausgearbeitet und darin die Zuchtmethoden für die einzelnen Provinzen festgesezt. Die Viehzucht bringe der hessischen Landwirtschaft eine jährliche Einnahme von 5 Millionen Mark, und das sei das Wichtigste, was man im Auge behalten müsse. Wegen des Streites um die Vogelsberger oder Simmentaler Kuh dürfe doch die gesamte hessische Landwirtschaft keine Not leiden. Abg. Molthan erstattet nunmehr zunächst Bericht über das Kapitel 38, höhere Lehranstalten. Der dazu gestellte Antrag Dr. David auf Streichung von 10000 Mt. für die Vorschulen wurde von der Ausschußmehrheit abgelehnt, das von demselben Abgeordneten gestellte diesbezügliche Ersuchen an die Großh. Regierung solle nach der Budgetberatung gründlich beraten werden. An der weiteren Debatte über die Position Rindvtehzucht beteiligen sich die Abgg. Möllinger, Brauer, Reinhart Ert, Weidner, Wolf, Korell, Haas, Bähr und Dr. Heidenreich, worauf die Position bewilligt wird. Die weiteren Positionen Schweinezucht, Biegenzucht, Geflügelzucht, Fischzucht, Bienenzucht und Bodenkultur, sowie der Titel sonstige Zweige der Landwirtschaft werden ohne größere Debatte bewilligt, ebenso Kapitel 76, Bergbau; 77 und 128, KunstStraßenwesen; 78, Handelskammern; 79, Förderung des taufmännischen Fortbildungsunterrichts; 80, Handwerkskammer 80a, Handwerfergenossenschaften; 82, Dampffeffelprüfung; 83, Eichwesen; 84, Zentralftelle für die Gewerbe und Landesgewerbeverein; 85, Chemische Prüfungs- und Ausfunftsstation; 86,' Gewerbliche Unterrichtsanstalten, sowie sonstige Förderung von Handwerk und Kunstgewerbe; 87, für funstgewerbliche und gewerbliche Zwecke. Hierauf tritt Vertagung auf Donnerstag vormittag 9 Uhr ein. Lokales. 3. März 1904. ** Landes- Universität. Während die landwirtschaftliche Professur in Sießen früher nur ausschließlich als reine Hilfsprofessur für das Studium der Forst- und VeterinärSuchen lohnte sich noch mehr. In einem kleinen Kasten unten allerlei Plunder fand Müller auch seine ihm gestohlene Uhr. Müller beschlagnehmte die gestohlenen Sachen und lieferte den„ Angler" troß seiner Versicherung die Gegenstände getauft zu haben im Gefängnis ein. Hier wurde der Bigeuner noch einer gründlichen förperlichen Durchsuchung unterworfen. In einer Tasche seiner Kleider fand sich ein sonderbarer Gegenstand, der dem Wachtmeister gänzlich unbekannt war. Es war dies ein kleines Knäul dünner Kordel an deren einem Ende eine kleine Bleikugel befestigt war, die ringsum in kleinen Abständen etwa 8 kleine Hafen in Form fleiner Fischangeln zeigte. Der Zigeuner ließ sich Der Zigeuner ließ fich dann bewegen, zu erklären, was das Instrument für einen Zweck habe. Er sagte, es sei dies seine Angel die er zum Stehlen verwende. Er zeigte auch, wie diese Angel praktis angewandt werde, wie er die kleine Kugel auf den zu Stehlenden Gegenstand werfe, dieser dann durch die kleinen Hacken gefaßt und der Gegenstand dann herangezogen werde. Auf diese Weise hatte er die Wäsche aus dem Pfarrgarten geholt, auch die Uhr des Wachtmeisters hatte er durch das offenstehende kleine Fenster herausgeangelt. Nachdem er in der Wirtschaft zum Adler gehört, daß der Sohn des Wirts den Wachtmeister rufen solle, hatte sich der„ Angler" rasch entfernt und war, nachdem er in versteckter Stellung den Wachtmeister an sich vorüber gelassen, die Ortsstraße hinaus geeilt. An der Wohnung des Wachtmeisters, die ihm bekannt war, hatte er im Vorbeiziehen hieneingeguckt und hier hatte er die Uhr auf dem Tische liegen sehen. Der obere Fensterflügel stand offen und so gab es kein Besinnen für den Bigeuner, sofort seine Angel auf dem Tisch nach der Uhr zu werfen. Wenn auch der erste Wurf gefehlt hatte, der zweite brachte ihn aber in Besitz der Uhr mit Kette. Wegen seiner Geschicklichkeit im Angelwerfen hatten ihm die Zigeuner den Namen„ Angler" beigelegt. Selbstredend trug ihm diesmal seine Geschicklichkeit mehrere Monate Freiheitsstrafe ein. Wachtmeister Müller hatte nicht allein seine Uhr nebst Rette wieder, er war auch um eine für ihn sehr wertvolle Erfahrung reicher. A Frankfurt, 2. März. Die Recherchen der Polizeis Wissenschaft galt, soll jeßt das Studium der Landwirtschaft als solches ausgebaut und für die Landwirtschaft des Groß- behörden nach dem Mörder des Kaufmanns Lichtenstein herzogtums nußbar gemacht werden. Früher wurden die studierenden Landwirte als„ Studierende der Naturwissen schaft" immatrikuliert, während dieselben von Ostern 1904 ab als„ Studierende der Landwirtschaft" in den Personallisten der Universität gesondert geführt werden.- Die Aufnahme von Frauen in die hessische Landesuniversität wird durch neuere Bestimmungen des Ministeriums des Innern geregelt; Frauen können als Hospitantinnen aufgenommen werden. Wird die Aufnahme gewährt, so hat sich die Hospitantin in ein besonderes Album einzuschreiben und erhält eine vom Rektor unterzeichnete Bescheinigung über die Aufnahme für das laufende Semester, eine Ausweiskarte und ein Meldungsbuch für den Besuch der Vorlesungen, und ein Meldungsbuch für den Besuch der Vorlesungen, ebenso für die Benüßung der Bibliothek. ** Die preußische Unterrichts- Verwaltung wendet der Beseitigung des Mangels an Lehrkräften für Volks. schulen ihre besondere Aufmerksamkeit zu. Um befähigten unbemittelten Kindern die Lehrerlaufbahn zu erschließen, sind den Provinzial- Schulfollegien erhöhte Geldmittel zur Unterstüßung würdiger und bedürftiger 8öglinge von staatlichen Präparandenanstalten zur Verfügung gestellt worden. * Von der Eisenbahn. Für den Ausbau der Bahnlinte Leinefeld- Treysa im Interesse der Landesverteidigung wurde bekanntlich im Reichshaushalt ein 80prozentiger Pauschalzuschuß in Höhe von 800 000 Mt. verlangt. Wie ein Telegramm aus Berlin meldet, hat jedoch die Budgetkommission des Reichstages diese Summe gestrichen, und zwar im Hinblick auf die projektierte Strecke Hersfeld- Niederaula- Alsfeld, deren strategische Bedeutung der Kriegsminister anerkannte. In dem gestern Abend stattgefundenen DiskussionsAbend des Gewerbevereins Gießen wurde in einsind bis jetzt noch ohne Ergebnis geblieben. Ermittelt wurde nur das Setlergeschäft in dem der verhängnisvolle Strid getauft wurde, auch soll nach der„ Frff. Ztg." der Käufer des Stricks gefunden sein. Allerdings ist noch nicht im geringsten erwiesen, daß die Strangulation mit jenem Strick oder von jenem Käufer ausgeführt wurde. Die Untersuchungen gegen Groß haben ebenfalls noch zu keinem Resultat geführt; doch wurde Groß in Untersuchungshaft behalten, da Verdachtsgründe gegen ihn vorliegen. Der Polizei waren bis gestern insgesamt 218 Mitteilungen in der Mordsache zugegangen; im ganzen wurden 40 Personen verhaftet. Augenblicklich fahndet man nach zwei Leuten, die dringend verdächtig sind, in die Angelegenheit eingeweiht zu sein. ) Darmstadt, 2. März. Der Inhaber des Bankhauses Carl Schade, welcher im Alter von 58 Jahren steht, ist nach Veruntreuung von mindestens einer halben Million Mart flüchtig gegangen. Schade hat auch die Privatdepots angegriffen und mitgenommen was er nur mitnehmen fonnte, an Bargeld hat er nur wenig zurückgelassen. Eine große Anzahl Bürger hat zum Teil ihr ganzes Vermögen verloren. Spekulationen des Flüchtigen follen die Bankkatastrophe herbeigeführt haben. † Aus Nassau, 2. März. Im Gemeindewald von Heckholzhausen wurde ein 40 Jahre alter Holzfäller von einer stürzenden Buche erschlagen. Aus dem Gerichtssaal. Straffammer. Gießen, 1. März 1904. Der vielfach vorbestrafte Arbeiter Jakob Fischbach aus gehender Weise über den neuer Steuer- Gesez- Entwurf Eckelshausen prellte einen Gastwirt zu Gießen um gesprochen. Derselbe sieht eine ganz gewaltige Ver- einen ansehnlichen Betrag und nahm einem Arbeitskollegen än berung in der Besteuerung der einzelnen Berufe und einige Kleidungsstücke mit; auch beschwindelte er eine Frau Klassen vor. Es iſt darum jezt Sache der Bevölkerung, um etwa 3 Mt. Mit Rücksicht auf die vielen Vorstrafen erkannte das Gericht auf 2 Jahre und 6 Monate Zuchthaus, daß sie sich den Entwurf einmal näher ansieht und bei passenden Belegenheiten, in Versammlungen oder speziellen sowie auf eine Geldstrafe von 450 Mt., sprach ihm die Beratungen die Wünsche und Bedenken äußert. Dem Sekretär bürgerlichen Ehrenrechte ab und stellte ihn unter Polizeiaufder Handelskammer, Herrn Dr. Knipper, welcher in der sicht. Der 13 jährige Schüler Mathias Dreißer von gestrigen Gewerbevereins- Versammlung in furzen aber ver- Friedberg stieg in die Wohnung des Schlossers Karl ständlichen Zügen über die geplante neue Steuer sprach, Dönges dortselbst ein und entwendete neben einem Geldbe= wurde gedankt für sein freiwilliges Referat. In der sich trag eine Uhr und eine Anzahl Zigarren, wofür er mit anschließenden Diskussion, an welcher sich besonders die einem Monat Gefängnis bedacht wurde.- Der Maler Herren Kommerzienrat Heyligenstaedt, Weißbindermeister Nikolaus Bleeker aus Emden war angeklagt, in der AlicePetri II., Schlossermſtr. Dörr u. Spenglermſtr. Appel beteilig- ftraße zu Gießen einen Einbruchsdiebstahl versucht zu haben. Er mußte aber mangels Beweis freigesprochen werden; daten, tamen allgemein zustimmende Aeußerungen für den neuen Dieser ganze gegen wurde er der Bettelei für überführt erachtet und zu Gesetz- Entwurf nicht zum Ausdruck. hochwichtige Punkt kommt nun auf der nächsten Be- 6 Wochen Haft rerurteilt; auch hielt es das Gericht für - Der zirksversammlung der Gewerbevereine unseres Kreises zur angezeigt ihn dem Arbeitsheus zu überweisen. Maurer Hrch. Roth von Michelnau ist wegen Körpervernäheren Besprechung; die Handwerker mögen sich also in ihrem eigenen Intresse recht zahlreich zu derselben einfinden. legung begangen an seiner Ehefrau, seinem Stiefsohn, seiner Hauswirtin und einer Anzahl Gäste der Wirtschaft Rau zu Micheinau angeklagt. Er hantirte mit Bistole, Messer und Biergläsern, er scheute sich nicht einen 85jährigen Greis unveranlaßt zu mißhandeln und bedrohte und beleidigte wen er nur sah. Das Gericht erkannte auf 1 Jahr 6 Monate Gefängnis und drei Wochen Haft, Einziehung der Pistole und Publikationsbefugnis. Ein Urteil des Schöffengerichts Nidda das den nämlichen Angeklagten wegen ähnlicher Ver** Stadttheater Gießen. Freitag, 4. März, geht als elfte und vorletzte Voltsvorstellung Shakespeares Othello" in Szene. Die abgerundete Vorstellung die bei Bresse wie Bublifum sich gleicher Anerkennung zu erfreuen hatte, dürfte sicherlich starken Besuchs zu gewärtigen haben. Der Sonntag bringt Göthes„ Egmont" mit Beethovens Musik. Diese Ankündigung sollte entschieden ein volles Sonntagshaus erzielen. Damit die Direktion für die außer ordentlichen Aufwendungen die die diese Vorstellung beoingt, einigermaßen entschädigt wird. Die Beethovensche Musik wird bei verstärktem Orchester von Herrn Musikdirektor Krause geleitet, die Regie führt Direktor Steingoetter. Das Klärchen wird ein Gast, Frl. Dülfer, 3. Zt. am Stadttheater in Kaiserslautern, spielen; die Dame fommt für nächstes Jahr eventuell für das Fach der Sentimentalen in Betracht. * Zu der eingeleiteten Sammlung zwecks Stiftung einer locke für das Linienschiff Hessen", der sog.„ Hessenglocke", wird mitgeteilt, daß bereits auch andere deutsche Bundesstaaten und Provinzen den Schiffen, bie thre Namen tragen, Batengeschenke gewidmet haben. So wurde einigen derselben ein großes Bild oder das Silbergerät für die Offiziermesse gestiftet. Gaben, gegen die freilich eingewendet werden kann, daß sie nur für einen Teil der Besagung bestimmt erscheinen und für die ein allgemeines Interesse wohl nicht zu wecken gewesen wäre. Eine foftbare seidene Fahne, wie sie die„ Brandenburg" von der Provinz dieses Namens erhalten hat, erscheint ein allzu vergängliches Geschenk. Die überaus glückliche Anregung, dem Schiffe Hessen" eine funstvolle Gl de zu widmen, ist bei der am 18. September v. Js. durch den Großherzog vollzogenen Taufe des Schiffes gegeben worden und findet überall sympatischen Anilang. Der Entwurf der Glocke soll einem deutschen Künstler übertragen werden. * Besizwechsel. Die Kunst- und Handelsgärtnerei der Frau Karl Berger Wtw. in Gießen, Marburgerstr. 100, mit Ladengeschäft am Kirchenplatz 9, ging für den Preis von 34 000 Mt. an den Kunstgärtner Gustav Wittmann aus Halle a. d. Saale über. Garbenteich, 2. März. Die Spar- und Darlehenskasse hat das lezte Jahr mit einem Kassenumsag von 150 000 Mt. abgeschlossen. Der Geschäftsgang war gut. Es kommt eine Dividende von 5 Prozent zur Ausschüttung. Die aus dem Vorstand statutengemäß ausscheidenden Mitglieder wurden wiedergewählt. Alsfeld, 2. März. Am Samstag Nachmittag halten die drei landw. Vereine des Kreises Alsfeld, der landw. Bezirksverein, der Zuchtverein und das landw. Kränzchen eine gemeinschaftliche Generalversammlung mit folgender Tagesordnung ab:„ Uebernahme der Geschäfte der Einkaufstommission der landw. Vereine des Kreises Alsfeld auf die Oberhessische Getreidelagerhausgenossenschaft Alsfeld und Zurücknahme des der Einkaufskommission seitens der genannten drei Vereine gewährten Kredits." Referenten sind die Herren Dekonomierat Leithiger- Alsfeld und Gutspächter Dehlsen Dozelrod. - gehen zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt hatte, wurde von der Kammer bestätigt. Zum Schlusse wurde Siegmund Jakob von Niedergemünden, Christof Meyer von Friedberg und Hans von Hill aus Assenheim, in ihrer Abwesenheit, wegen Entziehung der Wehrpflicht zu je 300 Mt. Geldstrafe verurteilt. Das im Inlande liegende Vermögen der Verurteilten wurde zur Deckung von Strafe und Kosten beschlagnahmt. Holz- Versteigerungen. Lumda. Am Freitag, 4. März, vorm. 11 Uhr, wird versteigert: 37 Kiefern- Stämme, 14 Fichtenstämme, 44 Fichtenderbstangen und 95 Rm. Kiefern- Rundscheit,-Knüppel, Reisig und-Stöcke. Zusammenkunft im Distrikt Bornberg. Laubach. Am Samstag, 5. März, vorm. 10 Uhr anfangend, werden im Distrikt Riffelsbach 1090 Rm. BuchenScheit,-Prügel,-Reiſer und-Stockholz versteigert. Marktberichte. Bieken, 3. März Auf dem heutigen Wochenmarkt lofteten Butter per Pfd. 0.90-1.00 wt., Hühnereter 2 Stüd 12-14 Bfg., Enteneter St. 8 Bfg., Käse per St. 6-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Pig.. Erbsen per Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Big., Tauben per Paar T. 0.80-1.00, Hühner per Stüd t. 1.30-1.40, Hahnen, per Stüd C.80-1.70, Enten per Stüd 1.70-2.20, Gänse per Pfd. 65-70 fg., Ochsenfleisch per Pfd. 68-78 fg., Rindfleisch per Pfd. 62-68 Pfg. Schweinefleisch per Pfd. 60-72 fg. SaweineBfg., Hammelfietsch per Pfd. 44-74 Bfg., Kartoffeln pro 100 kilo 6.00 Mr., Zwiebeln per 3t. Mt. 7.00-10.00, Alepfel per Centner 20-25 Mt. Milch per Liter 18 Vfa. Dauer der Marktzeit von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr Nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Marktzeit übeerhanp nicht, und während der ersten drei Stunden der Marktzeit im Umherziehen feilgeboten werden. fetsch gesalzen per fund 0.76 Bfg., Kalbfleisch per Bfb. 44-70 Drud und Verlag der Gießener Verlagsbruderei( vorm. Wilh. Keller), Gießen Berantwortlich: fär den politischen und Inseratenteil: Albin Klein für das Lokale, den„ Gerichts-" und" Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermann Eine der wichtigsten Fragen unserer Ernährung ist die eines gesunden, angenehmen billigen Frühstücks- und VesperGetränkes. Diese Frage, die früher manchem Familienvater und mancher Hausfrau viel Stopfzerbrechen machte, kann jegt als praktisch beantwortet gelten, seit a threiner's Malzkaffe im Handel ist und überall Eingang und Anklang gefunden hat.- Echt nur in Packeten mit dem Bild des Prälaten Kneipp als Schutzmarke. Bekanntmachung. Stadt- Theater Gießen. Robert Stuhl Gießen, Neustadt 23 Nachdem der seitherige Wasenmeister den mit ihm abgeschlossenen Vertrag aufgekündigt hat, ist ein neuer Wasenmeister zu bestellen. Der Wasenmeister bezieht eine jährliche Vergütung von 830 Mt. aus der Stadtfasse und außerdem Gebühren für die von ihm von Privatpersonen zugewiesenen Aufträge nach einem festſtehenden Tarif. Meldungen sind bis zum 15. März d. 3. 11. Volksvorstellung. Maccaroni, ital. emfiehlt Direktion: Steingoetter. Eiergemüsenudeln Freitag, den 4. März 1904 Gemüsenudeln einzureichen. erteilt. Nähere Auskunft wird auf unserem Sekretariate Gießen, den 2. März 1904. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Curschmann. Bekanntmachung. Auf dem Bureau des hiesigen Ortsgerichts werden Donnerstag, d. 10. März 1904, nachm. 3½ Uhr Othello, Der Mohr von Benedig. Trauerspiel in 5 Aufzügen von William Shakespeare. Preise der Plätze: Numr. Loge 1 Mr., nicht numr. Saal 40 Pfg., Gallerie 20 Pfg. Giessener zwei der Stadt Gießen gehörige, an der Grünberger- Pferde- Lotterie straße gelegene Bauplätze versteigert. Gießen, den 1. März 1904. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Die Westanlage zwischen Seltersweg und Bahnhofstraße wird wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten von heute an bis auf weiteres für den Fuhrwerks- und Fahrradverkehr gesperrt. Gießen, den 1. März 1904. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Bekanntmachung. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß wieder eine Prämiierung von Dienstboten des Spartassenbezirks Ziehung am 17. März 1904. Erster Hauptgewinn: Eine 4fißige Equipage mit Pferd und silberplattiertem Geschirr. 3 weiter Hauptgewinn: Ein Lauterbacher Wagen mit Kutschterbock nebst Pferd und Kumm t- Geschirr. Dritter Hauptgewinn: Ein Reitpferd m. Sattel u. Zaum. 7 Pferde und Fohlen Zus. 600 Gewinne. Lose á 1 MK. We find in B ( für Liste und Borto 25 Pfg. mehr) allen durch Plakate kenntlichen Geschäften zu haben. Richard Buchacker, Generalvertrieb, Gießen, Neuenbäne 11. stattfinden soll. Prämien fönnen von 5 zu 5 Jahren solche Dienstboten im engeren Sinne erhalten, welche bei der Herrschaft Kost und Logis haben und sich darüber, sowie über gute Führung durch Zeugnisse ausweisen fönnen. Von Vollendung der 5 Jahren kann nur dann im legten Dienstjahre abgesehen werden, wenn der Dienstaustritt durch Einberufung zum Militär, durch Auflösung des Haushalts, oder durch Dafelbft 1 Loſe für 10 Mark. Gründung eines eigenen Hausstandes erfolgt. Es werden hiernach alle diejenigen Dienstboten, welche nach diesen Bedingungen auf eine Prämie glauben Anspruch erheben zu fönnen, aufgefordert, sich unter Vorlage der Dienstbücher, eines Beugnisses der Herrschaft über gute Führung, sowie eines etwaigen Sparkassenbuchs bei unserer Kasse oder der Bürgermeisterei des Wohnorts bis zum 5. März 1. Js. zu melden. Gießen, 20. Februar 1904. Der Direktor der Spar- und Leihkasse Gießen. Wiener. Vergebung der Koks- 2c. Lieferung für die Provinzial- Siechenanstalt in Gießen. Der für das Jahr 1904/05 nötige Bedarf an Kofs, Steinkohlen und Holz von ca. 400 000 kg Hüttenkoks in der Kornca. 200 000 ,, Gaskoks größe 40/60 mm. ca. 32000 Steinkohlen( Nußkohlen II) ca. "' 15 Rm. Tannen- Scheitholz, soll im Wege schriftlichen Angebots vergeben werden. Offerten mit der Aufschrift: Lieferung von Koks, Steinkohlen und Holz für die Provinzial- Siechenanstalt" bersehen, sind auf dem Verwaltungsbureau bis zum 15. März 1904 einzureichen, woselbst die Lieferungsbedingungen gegen eine Schreibgebühr von 50 Pfg. bezogen werden können. Verwaltung der Provinzial- Siechenanstalt Oberheffen. Holzversteigerung. Dienstag, den 8. März wird im hiesigen Gemeindewalde folgendes Holz versteigert: 6 Eichenstämme, 32-45 Ctm. Durchmesser und 4-5 Mtr. Länge= 2,97 Fftm. 5 Eichen- Derbstangen= 0,24 Fstm. 18 Rm. Gichen- Scheit( 4 Rm. Werkholz) 80 Eichen- Knüppel( 4 Rm. find 22 Mtr. lang) 1620 Gichen- Wellen 4900 Nadel- Wellen( hierunter 1000 Wellen in ganzer Länge zu Baum- und Bohnenstangen geeignet). 72 Rm. Eichen- Stöcke. Die Zusammenfunft ist Mittags 1 Uhr am Distrikt Hain in der Jägerschneise. Großen Linden, am 1. März 1904. Großh. Bürgermeisterei Großen- Linden. Leun. Ein wahrer Schatz für alle durch jugendliche Verirrungen Erkrankte ist das berühmte Werk: Dr. Retau's Selbstbewahrung 82. Aufl. Mit 27 Abbild. Preis 3 Mark. Lese es Jeder, der an den Folgen solcher Laster leidet. Tausende verdanken demselbes ihre Wiederherstellung. Zu beziehen durch das Verlags- Magazin in Leipzig, Neumarkt 21, sowie durch jede Buchhandlg. Apfelringe Apfelschniten Aprikosen Maccaroni, Bruch Zwetschen, türk. Zwetschen, calif. Apfelringe, amerik. Apfelschnitzen ,, Richard Buchacker. Gg. Carl Volk. Geld! sof. auf Schuldschein, Wechsel, Police, Erbsch. usw. zu günst. Bedingungen weist discret u. reell nach C. G. Müller, Berlin 145, Dorotheenstr. Nächste Geld- Lotterie a 1 Mk. Ziehung schon 5. März 1904. d.Gross. Geld- Lotterie d. Bad. Landesv. v. Roten Kreuz Los nur 1 Mk. Lose 10 M. Prt.u L.25Pfg. Auszahlbar bar ohne Abzug 3388 Geldgew. 44 000 bar zus. M. Hauptgew. M. 15 000 1 Gewinn Mk. 15000 1 Gewinn Mk. 5000 2 à 1000=, 2000 4 à 500=" 2000 30 à 100=, 3000 350 Gew. zus. 7000 2800 10000 " " Lose J.Stürmer erhältlich b. Gen.- Debit, Strassburg i. E. Eisernes Wasser- Reservoir, W. Semmler. Ph. Weiler. ca. 2 kbm. haltend, billig zu ver taufen. Näb. in der Erp. d. Bl. zur Sanatogen Stärkung der Nerven Kräftigung des Körpers. zur Erhältlich in Apotheken und Droguerien. Illustrierte Broschüre auf Wunsch gratis und franko. BAUER& Cie., Berlin SW. 48. August Kilbinger, Giessen, - Seltersweg 19. Telefon 276. Größtes Kinderwagen- Geschäft am Plak. Enorme Auswahl in allen Preislagen. Erstklassige Fabrikate von Kinderwagen, Sport wagen, Leiterwagen, und Krankenfahrstüählen. Ständiges Lager von 200 Stück Kinderwagen. Auf Wunsch Katalog. Evangelisations- Versammlungen werden vom Sonntag, den 6. bis inkl. Sonntag, den 13. März an beiden Sonntagen nachmittags 4 Uhr und abends 8 Uhr, an den Wochentagen jeden Abend 8½ Uhr im Saale des Hotels zum Einhorn" ( Lindenplatz I. Stock) gehalten, wozu jedermann freundlichst eingeladen wird. An beiden Sonntagen wird Herr Prediger B. G. Junter, Direktor unserer Missions- Anstalt in Frankfurt a. M. reden. An den Wochenabenden die Herren Prediger C. Walz aus Marburg und E. Baumaun aus Dillenburg. Der Vorstand der Methodistengemeinde Gießen. Solche Personen, welche schon lange keinen Gottesdienst und keine Kirche mehr besucht haben, sind besonders herzlich willkommen. Gießen ,,, Neuer Saalban" ( früher: Steins Garten.) Dienstag, den 8. März 1904. 1 Wagnergeselle nur ein bumoristischer Abend fann sofort eintreten bei Wilhelm Nicklas, Wagner in Steinheim bei Hungen. Braver Junge fann die Bäckerei erlernen bei Birnen Bädermeister Schomber. Brünellen Feigen Gießen, Wallthorstrage 51 Zwei Mädagen Wilh. Gyles altrenomierter Leipziger Quartett und Concert- Sänger. 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EINST UND JETZT Ein chinesischer Urteilsspruch. Der weise Kiang- to- sing saß zu Gericht. Da traten zwei Männer vor ihn, die eine Frau in ihrer Mitte führten.„ Wer seid ihr? Was wollt ihr?" fragte der Mandarin, und die beiden begannen zugleich zu sprechen. So geht es nicht," meinte Kiang- to" In zwei drei Jahren," seufzte die Frau. " Ja, wenn der gnädige Herr es nun aber doch für gut sing." Sprich du!"-" Laß mich reden," bat das Weib ,,, denn hält," murmelte der Greis abermals beklommen. „ Aber Fedja!" schrie Darja plößlich auf. " Ja, Jedia!" Die beiden Alten sahen einander bestürzt an." An Fedja haben wir noch gar nicht gedacht," flüsterte die Frau. Schukom erhob sich und lächelte verächtlich. " Ich werde doch wohl noch mit diesem dummen Bauernbengel fertig werden," dachte er und befahl Fedja herbeizuholen. Die Frau wollte fort, aber Darja kam ihr zuvor. Ge= wandt wie eine Eidechse schlüpfte sie zur Tür hinaus. Es verging eine geraume Weile bis sie wiederkam, denn der Bursche war draußen bei den Rossen. Man sah es Fedja sofort an, daß Darja den Weg von der Weide bis hierher benutzt hatte, um ihn mit dem Plane Schukows bekannt zu machen. Finster blickend trat er vor Alexander Iwanowitsch hin. Ihr wollt Darja mit Euch nehmen, gnädiger Herr?" sagte er, nachdem er Schukow in der üblichen Weise begrüßt hatte. Alexander Iwanowitsch legte leicht den Kopf in den Nacken. " Ja, das will ich," erwiderte er fest und lächelte über legen. Man sagte mir, daß du am Ende etwas dagegen haben könntest und deshalb ließ ich dich rufen. Was verlangst du?" Seine Hand fuhr nach der Brusttasche. Daß Darja hier bleibt," antwortete der Bursche gepreßt. „ Wenn du dem Mädchen wirklich gut wärſt, würdest du ihrem Glück nicht im Wege stehen." Wo könnte Darja wohl glücklicher sein, als bei mir?" " Soviel ist gewiß, an allzu großer Bescheidenheit leideſt du nicht," meinte Schukow. Der Bursche senkte den Kopf und blickte finster zur Erde. " Sch wiederhole es noch einmal, daß Darja in zwei, drei Jahren zurückkehrt, und hier bleiben kann, wenn es ihr draußen nicht gefällt," fuhr Alexander Iwanowitsch nach kurzer Pause eindringlich fort." Selbstverständlich bin ich dann bereit, ihr eine Ausstattung und etwas in bar mit zugeben." Fedja hob den Kopf. Wieviel würde das wohl sein?" erkundigte er sich vorsichtig. " Nun, auf zwei- bis dreitausend Rubel sollte es mir nicht ankommen," warf Schukow leichtmütig hin. Fedja wurde unruhig. Er sah seine Eltern an, auch von ihnen war alle Ruhe gewichen. ,, Dreitausend Rubel! Das reichte hin, um ein Gütchen zu erwerben," murmelte er. " Ja, es ist viel Geld," gab die Mutter flüsternd zurück. " So wollt ihr mich also wirklich hinausstoßen?" schluchzte Darja. Auch du, Fedja? Du auch?" Sie warf sich an seine Brust. Was brauchen wir Geld?! Wenn wir nur beieinander sind!" " Laßt uns in Frieden, gnädiger Herr! Ihr seht doch, daß sie nicht fort will," sagte Fedja und legte den Arm um Darjas Nacken. " Sie ist noch ein Kind, du aber bist ein Mann und des halb mußt du für euch beide denken und handeln," begann Schukow dem Burschen zu schmeicheln. Fedja fuhr mit der Hand über das schwarze Haar, das rundgeschnitten seinen Kopf umwogte. " Du glaubst also auch, Vater, daß es für Darja gut ist, wenn sie uns für ein paar Jahre verläßt?" wandte sich der Bursche an den Alten. Wenn der gnädige Herr es sagt!" " Und du, Mutter?" fuhr Fedja fort. Die Frau seufzte. ( Fortseßung folgt.), über mich sollst du entscheiden." ,, Wohl, so rede; aber nur, was zur Sache gehört und ohne Parteilichkeit, sonst wahre dich." Sie erzählte nun, sie sei verheiratet gewesen. Ihr Mann habe eine Reiſe angetreten, sei über ein Jahr auf derselben ausgeblieben, habe auch nichts von sich hören lassen, so daß sie angenommen, er sei gestorben. Da habe sie beschlossen, eine neue Ehe einzugehen, und der Richter habe sie auch mit dem Manne zu ihrer Linken vereinigt. Kaum sei dies jedoch geschehen, so sei ihr erster Gatte, der zu ihrer Rechten, erschienen, und beide beanspruchten sie nun als Gattin. Kiang- to- ſing ſenkte das Haupt, befahl dann, daß die drei ihn erwarten sollten und ging hinaus. Nach einer Stunde kehrte er zurück und erklärte:„ Ghe ich das Urteil fälle, hört an. Mir ist so eben die Botschaft zugegangen, daß die Mutter dieses Weibes geſtorben sei. Ich hoffe, daß ihr die Kosten gemeinschaftlich tragt." Keineswegs," rief der zweite Mann,„ ich habe die alte Frau gar nicht gekannt." Jch nur zu gut," bemerkte der erste,„ ich trage die Kosten. Wie viel betragen diese?" Kiang- to- sing lächelte. Jetzt kann ich die Entscheidung treffen. Du, der sich sträubte die Kosten zu tragen, bist nicht würdig der Reize dieses Weibes; du aber, der gern bereit war das Begräbnis zu bestreiten, hast bewiesen, daß dich nichts früher von ihr zurüdgeschreckt hat. Behalte sie und sei glücklich." Ein Held. Vor einigen Jahren ereignete sich an der afrikanischen Elfenbeinküste folgende kriegerische Szene. Dreißig fran zösische Soldaten vom Senegal fuhren unter dem Befehl eines Kapitäns den Assineefluß hinab, ließen sich von Eingeborenen gefangen nehmen und nach dem Wohnplayze des schwarzen Häuptlings schleppen, nachdem ihnen Gewehre und Munition abgenommen worden waren. Sie wurden zu einer festlichen Abschlachtung aufgehoben. Kaum erfuhr dies der englische Kapitän Walsh, welcher den einer Liverpooler Firma gehörenden Stapelplay befehligt, als er sich mit einer Winchesterbüchse bewaffnete, den Fluß durchEr allein tötete ihrer schwamm und auf die Schwarzen feuerte. fünfzehn, die anderen entflohn. Nun holte er Sukkurs, marſchierte in Eilschritt nach dem Wohnplatze der Schwarzen, tötete ihren Häuptling und machte die Franzosen wieder frei. Ein wahres Wort. Friedrich von Schlegels Frau war in ihrer Jugend eine sehr tätige Schriftstellerin und eifrige Mitarbeiterin ihres Gatten. In späteren Jahren jedoch verzichtete sie gänzlich auf irgend welche litterarische Tätigkeit und widmete sich ausschließlich häuslichen weiblichen Arbeiten. In dieser Periode besuchte sie eines schönen Tages ein alter Freund und findet sie mit dem Nähen eines Hemdes beschäftigt. Im Laufe der Unterhaltung fragt er, warum denn eigentlich sie die Feder mit der Nadel vertauscht habe. ,, O," lautete die geistreiche Antwort,„ Bücher gibt es schon mehr als zu viel in der Welt, aber ich habe noch nicht gehört, daß es auch zu viel Hemden gebe." Deutliche Ablehnung. Als Gußkow seinen berühmten Roman „ Die Ritter vom Geist" veröffentlicht hatte, erhielt er von einer reichen Dame, deren Bekanntschaft er vor einiger Zeit gemacht, einen unfrantierten Brief, der folgende Zeilen enthielt:" Hochgeehrter Herr Doktor! Mit der größten Spannung sah ich der Erscheinung Ihres neuen Werkes entgegen, habe aber vergeblich versucht, dasselbe bei den hiesigen Buchhändlern aufzutreiben, und so bitte ich Sie denn, mir dasselbe auf kurze Zeit zu leihen und an untenstehende Adresse zu senden."— Umgehend beantwortete Guzkow dieſen Brief mit folgenden Worten:„ Hochgeehrte Frau! In der Stadt, in der Sie wohnen, gibt es viele Dinge, die Sie sich leicht verschafen können; nicht allein das Buch in den Buchhandlungen, in denen es ausliegt, sondern auch die zum Frankieren von Briefen erforderlichen Marken. Ich habe das Buch, das Sie zu haben wünschen, allerdings in meinem Besitz, doch fehlt es mir augenblicklich an dem nötigen Bindfaden, um das Packet zu verschnüren; wenn Sie mir mit einem Stück aushelfen können, stehe ich Ihnen gern zu Diensten. Ihr ergebener Karl Gutzkow. Nr. 50. Donnerstag, den 3. März Oberhessische Familienzeitung. Tägliche Unterhaltungs- Beilage der Gießener Neueste Nachrichten. Sand and Seslag bes Offer Beringsbruderet, serm. Duh. Roller'ſs Subrudensi( gear. 1700); erant: Ibis@lein ( 13. Fortsetzung.) Der Goldmarder. Siebentes Kapitel. Original Roman von M. Bezold. Alfred v. Bodenlauben hatte heute einen dienstfreien Tag, aber er wußte nichts damit anzufangen, denn draußen peitschte der Herbststurm den Regen in schweren Güssen gegen die Fenſter. Er hatte an diesem Tage einen Ausflug machen wollen, nun mußte er zu Hause bleiben, und wenn es auch in der elegant eingerichteten und mit allem Komfort ausgestatteten Wohnung außerordentlich gemütlich war, so machte ſich doch schon am Vormittag die Langeweile sehr bemerkbar. Alfred hatte sich nach dem Frühstück eine Zigarre angezündet und aus seiner kleinen Bibliothek ein Buch genommen, das er aber bald wieder hinlegte, weil die innere Ruhe zum Lesen ihm fehlte. Er trat ans Fenster und schaute gedankenvoll auf die Straße hinunter, in der nur selten ein mit dem Sturme und Regen kämpfendes menschliches Wesen sich zeigte. „ Ich muß mir Urlaub nehmen und Onkel Moritz besuchen," sagte er leise,„ er ist das Haupt der Familie, und ohne seine Zustimmung möchte ich den Schritt nicht unternehmen. Die Traditionen einer so alten Familie, wie wir es sind, müssen hoch gehalten werden, ich weiß nicht, wie Onkel Moritz darüber denkt, und ein Zerwürfnis in der Familie möchte ich verhüten. Freilich, wenn er nicht will, und alle Gründe keinen Eindruck auf ihn machen, dann werde ich auch den Mut finden, seinen Vorurteilen die Stirne zu bieten, aber diese Notwendigkeit wäre mir sehr, sehr unangenehm." Er blies einige Rauchwölkchen vor sich hin und wanderte ſinnend auf dem dicken Teppich auf und nieder. „ Entschließen muß ich mich bald," nahm er sein Selbstgespräch wieder auf, die Nachrichten von Hauſe wollen mir seit einiger Zeit auch nicht mehr gefallen, ich muß jeden falls einmal hin, um persönlich nach dem Rechten zu sehen, vorher aber möchte ich die andere Angelegenheit in Ordnung wissen „ Herr Baron v. Friedenſtein!" meldete in diesem Augenblick der Diener, und mit dem freudigen Ausruf:" Onkel Moriz!" eilte Alfred dem eintretenden wohlbeleibten Herrn entgegen, der mit frohem Lachen ihm beide Hände reichte. „ Welch' angenehme Ueberrraschung!" sagte Alfred. " Jawohl, für dich!" lachte der Baron, dem Neffen die Hände schüttelnd, aber in eurer Reſidenz ein solches Hundewetter zu finden, war für mich nichts weniger als angenehm." „ Wäre es besseres Wetter gewesen, hättest du mich nicht zu Hause gefunden, denn ich bin heute vom Dienste dispensiert ,,, o, Stubenarrest?" Leider nein, sonst hätte ich mich in die Notwendigkeit, zu Hause bleiben zu müssen, leichter gefunden," scherzte Alfred, ein jüngerer Kamerad verſieht heute den Dienst im Schloß, auch ein fürstlicher Adjutant will einmal eine Abwechslung haben. Na, nun laß dich nieder, Onkel, was willst du genießen?" ( Nachdruck verboten.), Nur eine Zigarre," sagte der Baron, sich über den grauen Vollbart streichend. ,, Nicht ein Glas Wein?" Nein, jetzt noch nicht, ich habe soeben erst im Hotel gefrühſtückt." " Du bist gestern Abend schon angekommen?" fragte Alfred, während er ein elegantes Rauchservice vor ihn hinſtellte. Gegen Mitternacht. Natürlich galt mein erster Gang heute Morgen dir." " Du hast Geschäfte hier?" forschte Alfred. " Ja, und nein, vor allen Dingen wollte ich dich einmal wiedersehen, lieber Junge!" " Dieselbe Sehnsucht hatte ich nach dir," sagte Alfred, „ ich dachte vorhin noch an dich. Ich wollte in nächster Zeit Urlaub nehmen, um dich zu besuchen, ich wäre früher schon gekommen, aber der Fürst gibt nicht gerne längeren Urlaub." ,, Ach was, quittiere den Dienst, hast es ja nicht nötig!" " Daran habe ich auch schon gedacht," meinte cer Adjutant,„ aufrichtig gestanden, habe ich es hier satt." ,, Auch mit der Verwaltung deiner Güter ist es nicht zum besten bestellt, hast du das nicht schon bemerkt?" „ Daran dachte ich vorhin gerade, der Reinertrag wird immer geringer, woran liegt das? Ich kann mir nicht wohl denken, daß mein alter Verwalter ,, Unter die Spitzbuben gegangen sein soll? Nein, keineswegs, er ist ein solider Mann, aber mein Gott, er ist alt geworden und sozusagen verschlissen. Von Neuerungen will er nichts wissen, und gerade wir Landwirte sind auf den Fortschritt angewiesen, wir müssen uns jede neue Erfindung, sobald sie sich bewährt hat, zu Nutzen machen. Wenn die Verringerung deiner Einnahme Dir auch augenblicklich noch feine Schmerzen macht, weil du immer noch genug erübright, so darfst du doch nicht müssig zusehen „ Das will ich auch nicht, Onkel," unterbrach Alfred ihn. „ Nun ich die Gründe kenne, werde ich Abhilfe schaffen: Der alte Verwalter soll in den Ruhestand treten, er hat eine lebenslängliche Pension redlich verdient, ein tüchtiger Mann muß an seine Stelle gesetzt werden Und vor allem mußt du selbst mit anfassen," fuhr der Baron fort.„ Das müßige Leben hier taugt nichts für dich, wie dir die Güter von deinem Vater überfominen sind, so mußt du sie dereinst auch deinen Kindern hinterlassen. Tu bist nun zum Heiraten alt genug geworden, also wähle unter den Töchtern des Landes, nimm deinen Abschied und werde dasselbe, was dein Vater war, ein rechtschaffener Landwirt!" Alfred v. Bodenlauben hatte sich in seinen Sessel zurückgelehnt, den Rauchwölfchen seiner Bigarre nachschauend, schien er über den Vorschlag des Onkels nachzudenken; der Baron sah den ängstlich forschenden Blick nicht, der verstohlen sein Antlitz streifte. " Ich bin damit völlig einverstanden," ſagte er, nur über eine Frage müssen wir noch schlüssig werden. Daz ich als Landwirt eine tüchtige, sorgende Hausfrau einer Modepuppe vorziehe, wirst du hoffentlich verständig finden." t in Frankdiger 8. G. eladen wird. maun aus en Prediger ngemeinde nd besonders nen Gottesban" Abend Marcellus, Cert- Sänger. ttschlands! Det 1863. !! Thr Challier'schen tz haft! einschlagenden traße 65 Geschäft g 8% Uhr. cüd werden eihändigen auf. ton Koch bile Preise. n an per Flasche " " che Weine in Lagen von ter Qualität. C. und Anton Konfursver Erklich gute er die seltene age Expedition Afylf CB. Unberfenn moderne Menich Staaten und B der Erde, so ber tragen. Unter d mögen, werden fpitem früherer auch der Einwa us In allen Kultu fremden Staat gungen nachgeb Das ist herrs Aber wie es Interessenten un recht einer bedi Staates bermed hat die rechtlich dharatterifiert, i unsere Gesetze it ganz selbstve gefeglichen Glem Recht genießen iſt Staates. Dan utionärer Art tänden gestatte Allerdings daß die nihilis rung unserer erreichen wolle mente nicht na des Neid die mit allen W Enthusiasten des ichen Staatsregi Bedrohung der bieten. Die Surchjepen. ihren Mitteln tung ungefeglich inneren Frieder jolche Vorberei das unvereinb Wer die Verb wird zugeben r ihrem scharfen den bestehende auch die seit der furt offen beta Beit gilt der Wort Vor allem aber den. Das ware eine Aenderung ratio einen off Aussicht na Außerordentlich verständig, lieber Junge! Immerhin mußt du bei deinem Wohl auch darauf Rücksicht nehmen, daß deine Gemahlin bei festlichen Gelegenheiten verpflichtet ist, dein Haus zu repräsentieren. Wir sind eine alte, hoch angesehene Familie, den Verkehr mit deinen Gutsnachbarn darfst du in keiner Weise vernachlässigen, wenn du dich isolieren wolltest, so" H Das liegt nicht in meiner Absicht." " Ich könnte mir das auch nicht denken," fuhr der Baron fort, ein junger Husarenleutnant versauert und verbauert so leicht nicht. Na, wenn es dir beliebt, so glaube ich, dir eine junge Dame empfehlen zu können" Salt, Onkel, so weit sind wir noch nicht!" fiel Alfred ihm in die Rede. Ist es Gesetz unserer Familie, daß ich nur eine adelige Dame heiraten darf?" Der Baron blidte befremdet auf, langsam strich er die Asche von seiner Zigarre. ,, Du hast schon gewählt?" fragte er. " Nehmen wir an, meine Wahl sei auf eine bürgerliche Dame gefallen, zu der mein Herz sich hingezogen fühlt, eine Dame, die eine feine Erziehung genossen hat und alle Bedingungen erfüllt, die ich an meine zukünftige Gattin stelle, wie würdest du darüber urteilen?" 11 11 Gute Familie?" Durchaus ehrenwerte Familie." , Armer Bürgerstand?" " Im Gegenteil, Onkel, die Dame besitzt ein namhaftes Vermögen „ Na, auf das Vermögen käme es nicht an, ich will nur wissen, ob die Familie hier eine Stellung einnimmt." ,, Die Eltern sind tot, der Bruder ist ein sehr geachteter und angesehener Mann." ,, Der Vater war es auch?" " Jawohl, nicht der leiseste Flecken ruht auf dem Namen." Hm, und du bist schon mit der Damne verlobt?" fragte der alte Herr mit einem erwartungsvollen, aber nicht unfreundlichen Blick. ,, Nein," erwiderte Alfred ruhig, wäre ich es, so würde ich vielleicht nicht den Mut haben, um deine Meinung zu fragen. Ich weiß noch nicht einmal, ob meine Liebe erwidert wird, aber wenn ich diese Gewißheit erhalte, dann bin ich auch entschlossen, der Stimme meines Herzens zu folgen, denn in diesem Falle darf ich die Ueberzeugung hegen, daß ich glücklich werde." " So, so, also perfekt ist die Sache noch nicht. Na, ich für meine Person schäze das Bürgertum hoc), und somit finde ich gegen deine Wahl nichts einzuwenden, wenn das junge Mädchen wirklich aus einer angeichenen Familie ftammt und eine Baronin v. Bodenla ben zu repräsentieren versteht. Eine andere Frage ist es freilich, wie deine Gutznachbarn deine Frau aufnehmen werden, es sind einige unter ihnen, die anders urteilen, als ich, bedente das wohl." ,, Onkel, ich danke dir!" rief Alfred erfreut, dem alten Herrn die Hand reichend,„ du bist unser Familienoberhaupt, habe ich deine Zustimmung, so ist mir alles übrige gleichgültig. Mit meinen Nachbarn will ich schon fertig werden." ,, Na, und nun willst du gleich dir das Jawort holen?" " Ich möchte wohl, aber ich weis nicht, ob ich es erhalte," fagte Alfred, der plötzlich wieder fleinlaut wurde. " Ich würde es dir auch heute noch nicht erlauben," erwiderte der Baron.„ Kann ich vorher die Tame fennen lernen?" Gewiß, heute Vormittag rosh." " Nur feine Ueberstürzung!" scherzte der alte Herr. Ich habe noch andere Geschäfte hier 31 besorgen, und ich halte es auch mit dem Sprichwort: Erst das Geschäft, dann das Vergnügen! Also ich werde die junge Dame fennen lernen, entspricht sie deiner Schilderung und finde ich, daß sie zu bir paßt, so gebe ich meine Zustinen ung, und nicht das allein, ich bin auch bereit, die Rolle d: s Brautwerbers zu über nehmen." Du würdest mir damit einen großen Liebesdienst er weisen!" ,, Kann's mir denken. Aber nun zu anderen Tingen! Du weißt, ich bin Antiquitätenjain: nler, mein fleines Museum kennst du, es ist die einzige Leidenschaft, die ich beige." Ja, ja, dein Steckenpferd!" " Und ein sehr edles, Alfred! Es verschlingt allerdings die Zinsen des Kapitals, aber dafür wird auch das Kapital selbst von Jahr zu Jahr wertvoller. Wenn man die Augen offen hält und sich nicht betrügen läßt, so kann man an diesem Steckenpferde nichts verlieren, sondern nur gewinnen. Na, mun habe ich erfahren, daß der Fürst geneigt ist, die große Münzensammlung hier im Museum zu verkaufen. ch hörte es von Baron v. Holbach, der mit Durchlaucht befreundet ist, habe auch ein Schreiben von ihm, das mich bei dem Fürsten einführen und accreditieren soll. Wenn der Preis nicht zu hoch ist, möchte ich die Samlung kaufen." Eine große Münzensammlung im Museum?" fragfe Alfred;„ ich erinnere mich nicht, sie gesehen zu haben." Mag wohl sein, sie wird unter Verschluß gehalten und ist Privateigentum des Fürsten. Namentlich ist die Sammlung reich an seltenen Goldmünzen, deren Metallwert allein an hunderttausend Taler betragen soll." " Dann wird die Sammlung ein Heidengeld kosten!" warf Alfred ein. Es kommt darauf an, welche Summe gefordert wird," bestätigte der Baron. Ich habe vor vielen Jahren die Sammlung einmal gesehen und ich leugne nicht, daß ich seitdem ganz vernarrt in sie bin!" ,, Und diese Sammlung will der Fürst verkaufen?" " Ja, aber bitte: Diskretion! Baron Holbach sagte mir, eine Tochter des Fürsten werde demnächst sich verloben. Durchlaucht ist nicht sehr freigebig, aber an der Aussteuer wird er nicht vorbeikommen, den Erlös aus der Münzensammlung will er dazu benutzen. Ich habe das Geld in Staatspapieren liegen und kann auf die Zinsen verzichten, mithin fordert dieses Geschäft kein großes Opfer von mir. Aber vorher will ich die Sammlung besichtigen, und dazu wende ich mich wohl am besten an den Direktor Spangenberg." ,, Soll ich dich begleiten?" ,, Das ist unnötig, deiner Fürsprache bedarf ich nicht," scherzte der alte Herr, ich werde schon allein fertig werden. Sei nur so gut und laß' mir einen Wagen holen." Alfred zog an der Glockenschnur und übergab dem eintretenden Diener seinen Befehl. Willst du nicht vorher ein Glas Wein trinken?" wandte er sich zu seinem Onkel, der ans Fenster getreten war und nach dem Wetter schaute. Das wollen wir nachher besorgen," erwiderte der Baron, die alte Kneipe in der Königsstraße existiert doch noch?" ,, Natürlich!" " Willst du mich dort gegen Mittag erwarten?" „ Sehr gerne." Schön, wir speisen später gemeinschaftlich in meinem Hotel, vielleicht ist der Kauf dann schon abgeschlossen." „ So rasch?" Wenn der Fürst gerade bei Laune ist und mir einen Preis stellt, den ich annehmen kann, schlage ich ohne weiteres zu, langes Feilschen ist meine Sache nicht." Eine Viertelstunde später trat der Baron in das Arbeitsfabinett Spangenbergs. Sie werden meinen Namen kennen," sagte er mit fühler Höflichkeit,„ Adjutant v. Bodenlauben ist mein Neffe." Joachim Spangenberg bot mit einer leichten Verneigung dem Baron einen Sessel an. Womit kann ich Ihnen dienen?" fragte er ebenso fühl. " Ich wünsche das Museum zu besichtigen." Dazu bedarf es keiner speziellen Erlaubnis, Herr Baron. Der Kustos wird Ihnen öffnen, und Sie haben nur das übliche Eintrittsgeld zu zahlen. Einen Katalog erhalten Sie ebenfalls an der Kasse." Ist der Kustos berechtigt, auch die Münzensammlung zu zeigen?" fragte der Baron, der, ohne Platz zu nehmen, sich leicht auf die Lehne des Sessels stützte. Die Münzensammlung?" erwiderte Spangenberg in einem Tone, der Befremdung bekundete. „ Existiert sie nicht mehr?" " Nun natürlich, aber ich selbst habe sie lange nicht mehr gesehen. Es hat auch seit sehr langer Zeit sich niemand für sie interessiert, Herr Baron, darum mußte Ihre Frage anfangs mich überraschen. Legen Sie besonderen Wert darauf, gerade diese Sammlung zu sehen?" " Jawohl!" " Dann werden Sie sich gedulden müssen, bis Durchlaucht die Erlaubnis erteilt hat, sie zu zeigen. Die Sammlung ist Privateigentum des Fürsten und befindet sich unter Verschluß, sie darf nur auf spezielle Erlaubnis gezeigt werden.“ ( Fortsehung folgt. sie Die Liebe, wenn neu, braust wie ein junger Wein, Je mehr sie alt und klar, je stiller wird sie sein. Darja. Novellette von Clara Nast. ( Nachdruck berboten.)] Motto: Wohin ich gehe, fragt nun niemand, Und niemand fragt:„ Wann kommst du heim?" Die Sonne stieg rotgolden am Horizont empor. Als Alexander Iwanowitsch Schukom vor die Tür hinaustrat, beschattete er mit der Hand die Augen und blickte zerstreut umher, dann ließ er sich gähnend auf der Veranda nieder, wo das Frühstück bereit stand. " Immer dasselbe!" dachte er.„ Dieses Bild ist doch zu langweilig." Vor drei Tagen, als er von Petersburg heruntergekommen war, um den ihm von einem Verwandten hinterlassenen Landsiz kennen zu lernen, hatte ihn die Steppe in ihrer Größe und Einsamkeit wundersam angezogen, jetzt war er ihrer bereits müde.- ,, Gottlob bin ich nicht dazu verdammt, an diesem Ort mein Leben zu beschließen!" sprach er vor sich hin, während er sich Tee einschenkte.„ He, Jakob Petrowitsch! Auf ein Wort!" rief er dem Verwalter zu, der soeben vorüberging. Ich weiß nicht, wie ich die Zeit herumbringen soll," fuhr er fort, als der gutmütig blickende Alte vor ihm stand. „ Höre, könnte ich nicht bei irgend einem meiner Nachbarn Besuch machen?"" Der Verwalter blickte nachdenklich an Alexander Iwanowitsch vorüber. Warum nicht, gnädiger Herr? Allein der nächste wohnt mehr als hundert Werst von uns entfernt," bemerkte er geLassen. Merander Iwanowitsch lachte ärgerlich auf. " Zum Teufel! Ein schöner Nachbar das! Da ist's in Petersburg denn doch anders. Aber was soll ich denn hier beginnen? Die Rinderherden, die Schafe, die Rosse zählen? Ein schönes Vergnügen, das ich gerne anderen überlasse." Ihr könntet auf die Jagd gehen, gnädiger Herr," schlug der Verwalter vor. Alexander Iwanowitsch bewegte abwehrend die Rechte. ,, Allein? Ohne Gesellschaft? Das ist nicht nach meinem Geschmack, und dann gebe ich auch, offen gesagt, der Jagd auf schöne Frauen vor der auf Trappen, Wölfe und ähnlichem Getier den Vorzug. Aber damit ist es hier übel bestellt." In Gedanken verloren, starrte Alexander Iwanowitsch still vor sich hin. So faß er lange. Er schreckte erst aus seinem Sinnen auf, als eine Stimme an sein Ohr drang, die in wunderbar weichen, vollen Tönen sang: ,, Liebst du mich auch nicht, ich, Liebster, muß dich lieben, Habe deinen Namen in mein Herz geschrieben, Grub ihn weinend ein in bitt'rer Scheidestunde, Und verblute nun an dieser tiefen Wunde." ,, Wer singt denn nur in meinem Garten?" dachte Schukow, und als die Stimme verhallt war, stieg er die Verandatreppe hinab und durchschritt suchend die Gänge. In der Nähe des niedrigen Zaunes stieß er auf ein kaum dem Kindesalter entwachsenes Mädchen, das am Boden hockend, eifrig bemüht war, den Weg vom Unkraut zu säubern. ,, Wer bist du?" fragte er. " Darja," erwiderte die Kleine, ohne sich aufzurichten, nur den Kopf hob sie ein wenig zu ihm empor. „ Du gehörst wohl gar nicht hierher?" fuhr Alexander Iwanowitsch zu fragen fort. Es traf ihn ein verwunderter Blick. " Ich bin hier geboren und sechzehn Jahre alt geworden, gnädiger Herr. Daß Ihr mich erst heute seht, dafür kann ich nichts," meinte sie treuherzig. Hast du vorhin gesungen?" erkundigte er sich. Darja nickte. Hm! Weißt du auch, daß du Gold in der Kehle haft?" Sie fuhr beinahe erschrocken mit der Hand nach dem Halse und richtete verwundert die Augen auf ihn, die weitgeschlitt und tiefblau waren. „ Gold? O, nein!" kam es ungläubig über ihre Lippen.„ Davon müßte ich doch auch schon einmal etwas gemerkt haben." Närrchen!" sagte Schukow, und gab ihr einen leichten Schlag auf die Wange. Ich meine, du könntest reich wer den, wenn du mit mir nach Petersburg kommen und dich im Gesange ausbilden lassen wolltest." Reich werden? Warum?" fragte sie. Ich mag nicht. Ich bin noch immer ſatt geworden, und Kleider habe ich auch genug, auch Perlen, rote, grüne, gelbe- und bunte Zopfbänder in Menge." ,, Wenn du mir folgtest, würdest du aber bald noch mehr haben als das. Pferde- Wagen- ein schönes Haus- Diener-" ,, Ach, gnädiger Herr! Ihr versteht Euch gut auf's Scherzen, aber Ihr habt solche wilde Augen, ich fürchte mich so sehr, und will doch lieber noch erst Fedja fragen, ob ich Euch trauen darf?" fragte sie, bei all' ihrer Verlegenheit doch offenherzig. „ Wer ist denn dieser Fedja, auf dessen Urteil du so viel Wert legst?" erkundigte sich Schukow lächelnd. „ Mein Pflegebruder, gnädiger Herr," erwiderte Darja rasch und innig.„ Als ich Vater und Mutter verloren hatte, fand ich bei seinen Eltern Unterkunft. O, wir haben uns so lieb!" ,, Wer sollte dich nicht lieben!" sagte Schukow, und seine Augen brannten. Ja, alle sind gut zu mir," gab sie beglückt lächelnd zu, aber auch Fedja wird von jedem geliebt." Sie runzelte ein wenig die dunklen Brauen.„ Namentlich die Mädchen sind ihm zugetan und von diesen wieder ganz besonders eine Akulina.-" ,, Das scheint dir nicht recht zu sein." " Es macht mich stolz und wieder," gestand sie errötend ein. verdrießt mich doch auch Nun und Fedja?" fragte Schukow, und sein Blick verschleierte sich. Darjas Wangen erglühten noch tiefer. ,, Ach, gnädiger Herr! Habt Ihr nicht soeben selbst gesagt, daß mich jeder lieben müßte?" fam es leise mit schüch terner Schelmerei über ihre Lippen. „ Es wäre wirklich jammerschade, wenn diese seltene Blume hier in der Einsamkeit verblühen sollte, wo sie weiter feinem zur Freude dient, als einem dummen Bauernlümmel," dachte Schukow. Daß ich ein Narr wäre, dieses Mädchen einem anderen zu überlassen!" Ihr schweigt?" fuhr Darja nach einer Weile fort.„ Habe ich zuviel gesagt? Sabe ich vielleicht gar etwas gesprochen, das Euch verlegt hat?" Gewiß nicht, mein Herzchen," beruhigte er sie; dann bat er Darja, ihn zu ihren Pflegeeltern zu führen. Als sie die Stube betraten, erhob sich eine grauhaarige Frau von der Ofenbank, auf der sie an einem Rocke geflickt hatte. „ Der gnädige Herr!" murmelte sie und küßte, sich tief verneigend, Schucows Rockärmel. In der nach der angrenzenden Kammer führenden Tür wurde ein schmalbrüstiger Greis sichtbar, der sich hüstelnd mühsam vorwärts bewegte. Auch er verneigte sich und berührte Alexander Iwanowitsch' Aermel mit den Lippen. Schukom setzte sich auf den von Darja herbeigeschafften Schemel. Ihr seid also die Pflegeeltern der Kleinen," eröffnete er die Unterhaltung. Die alten Leute stimmten zu. Ihr habt gewiß allezeit Darjas beſtes im Auge gehabt und werdet ihr daher auch jetzt wohlwollen," begann Schukow von neuem zu sprechen. ,, Wie könnte es anders sein!" murmelte der Greis. „ Nun, so werdet ihr auch damit einverstanden sein, daß ich die Kleine mit mir nach Petersburg nehme," sagte Schufom ruhig, aber bestimmt. O, du mein Himmel!" seufzte die Frau erschrocken. Der Greis blieb stumm, aber sein mattes Auge hing mit bang fragendem Blick am Munde seines Herrn. Schukow ſprach lange von dem Glück, das Darja machen würde, wenn sie sich dazu verstehen könnte, ihre Stimme ausbilden zu lassen, und durch ihren Gesang die Welt zu entzücken. Die beiden Mten wurden unruhig. Das Mädchen flüchtete weinend hinter den Rücken ihrer Pflegemutter, шәлді linge, die aus St Dunkel den Schreden bor habern der nicht gewähre die Gegner physisch besieg Das Grauen jetzt werden. bieten. Sell Flüchtlinge oflichtung der begehen au I Mit Spani die Truppenbe eheften auf ein Rujjen rechnen reits bis Phon Vorhut den Ri Man tei in der Blak an der Plaksi Wladivostok n von drei D Mavichan waren, gela Truppenteil itatt. Die Derte das martice Berb und bedroht,