Nr. 127 bonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., * Haus gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen viertelfährth Mr. 1.50. pattabellagen: Oberheffifche Familienzeitung( täglich) und die tekener Geifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Donnerstag, den 2. Juni 1904. Gießener 13. Jahrgang. Insertionspreis: Die einfpaltige Petitzeile für ganz Ober heffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfa sonft 15 Pfg. Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen, Seltersweg 88. Fernsprechanschluß Nr. 362. Neueste Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Beifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Bezlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Schutz vor ungerechter Verhaftung. Juristische Betrachtungen eines Laien.- Auf dem kriminalistischen Kongreß, der soeben in Stuttgart tagte, wurde eine Frage von allerhöchster Wichtigkeit fast bollständig ignoriert: Der Schuß vor ungerechter Verhaftung. Da ein jeder Mensch, auch der ehrenhafteste, ständig der Gefahr ausgesetzt ist, falsch angeschuldigt zu werden, so ist diese Frage durchaus allgemeiner Natur, und es gibt feinen Staatsbürger, der nicht ein Interesse an einer möglichst glücklichen Lösung dieser Frage hätte. Die allgemeine Scheu vor dem Gericht und insbesondere vor einer zeugeneidlichen Vernehmung ist überhaupt nur dadurch zu erflären, daß böswillige Menschen auch den einwandfreiesten Zeugen verdächtigen und unter Umständen unter Anklage bringen können. Um so notwendiger ist es, daß die Schutzmittel gegen eine ungerechte Verhaftung möglichst sorgfältig ausgestattet werden. Mit dem Gesezentwurf über die Entschädigung unschuldig Verhafteter wird lediglich ein Ersatz für die erlittene vermögensrechtliche Schädigung angestrebt. Aber die Möglichkeit einer ungerechten Verhaftung selbst wird dadurch nicht verringert. Nach den heutigen Verhältnissen hat der Staatsanwalt oder der Untersuchungsrichter jederzeit das Recht, entweder mit Rücksicht auf die Höhe der zu erwartenden Strafe oder wegen Fluchtverdachts oder um die Verwischung der SchuldSpuren zu verhüten, die Verhaftung eines Angeschuldigten borzunehmen. Dem Verhafteten steht allerdings das Recht der Beschwerde zu, aber da er selbst oder sein Verteidiger nicht Einsicht in die Akten nehmen kann, so ist die Widerlegung der Gründe für die Verhaftung sehr schwer. Die Schädigung am Gemütsleben, an der Gesundheit, am Anfehen, an der Ehre und am Vermögen zwingen förmlich dazu, möglichst große Rechtsgarantien gegen Juſtizirrtümer im Vorberfahren zu schaffen und nichts ist charakteristischer für den gründlichen Umschwung in unserem Rechtsleben, als diese richterliche Allgewalt, die ein Ausfluß des römischen Rechts ist. Das germanische Recht hat einem jeden, der vor Gericht zu erscheinen hatte, im Gegensatz zu dem formalen Recht des Römertums, die Möglichkeit gegeben, sein soziales Ansehen mit in die Wagschale zu werfen. Aus diesem Grunde erschien die verwandte Sippe mit einem Angeklagten vor Gericht und war unter Umständen bereit, mit den Waffen und mit dem Leben für seine Ehre einzustehen. Erschien ein Unbefannter vor Gericht, so wurde in zweifelhaften Fällen an das anwesende Zuhörerpublikum die Aufforderung gerichtet, mer den Angeklagten kenne und für ihn einzutreten bereit fei, möge sich melden. Auch die Vehme, die ja zum Teil an die altdeutschen Rechtseinrichtungen sich anlehnte, stellte den Einfluß des Leumunds zugunsten der Angeklagten wieder her. In den Ländern, wo sich die germanischen Rechtsinstitutionen besser behauptet haben als in der eigenen Heimat, insbesondere in England und auch in Amerika, kann feine Verhaftung eines Bürgers geschehen, ohne daß eine Jury aus ortseingesessenen Bürgern hierzu ihre Zustimmung gibt. Dieser Ausschuß wird unter dem Vorsitz des Ortsoberhauptes durch die Volkswahl berufen und hält, sobald ein englischer Bürger eines Kapitalverbrechens angeklagt ist, nach Art unserer Schöffen und Geschworenengerichte eine öffentlide Sigung ab, in der die Verdachtsmomente erörtert, aber auch die Gegenbeweise des Angeschuldigten gehört werden. Selbst wenn die letteren eine geringere Beweiskraft haben, als die Beschuldigungen, so kann die Jury auf Grund des Beumundes des Angeklagten, oder weil ein Fluchtverdacht nicht angenommen wird, oder gegen Hinterlegung einer Sicherstellung dennoch die Verhaftung ablehnen. Der Leumund des Angeschuldigten spricht also zu seinen gunsten vollgewichtig mit, währenddem hier in Deutschland die Verhafhung vollständig in inquisitorischer Form geregelt ist. Diese Frage erscheint uns von höchster Wichtigkeit und wir hätten deshalb gewünscht, daß die Stuttgarter Fachverfammlung sich auch mit dieser Laien forderung befaßt hätte. Jedenfalls wäre es wünschenwert, wenn die VerhaftungsFrage im Angesicht der bevorstehenden Strafprozeßreform zur öffentlichen Diskussion gestellt würde. Dr. W. Zur Lage in Südwestafrika. Kurz vor dem Aufbruch zu dem Entscheidungskampfe am Waterberg hat Oberst Leutwein in Okahandja noch eine Truppenmusterung vorgenommen: Er nahm eine Parade über vier Kompagnien berittener Infanterie, eine Kompagnie Witbois, drei Batterien und die dazu gehörigen Ochsenwagen ab und hielt dabei erst an die Infanterie, dann an die Arfillerie eine Ansprache, die in ein Hoch auf den Kaiser_ausflang. Nach der Parade ließ der Oberst einzelne Mannfchaften vorreiten, absatteln, aufsatteln u. s. w. Später fand ein Gottesdienst statt, bei der das heilige Abendmahl genomSonderbare Dinge über men wurde. Vorkommnisse mit einem Pferdetransport werden aus Swakopmund gemeldet. In einem Soldatenbriefe vom 29. April wird erzählt: Am 23. April seien von den mit dem Reichspostdampfer Markgraf" und dem Postdampfer„ Entrerios" angekommenen Pferden etwa 400 gelandet worden. Am 24. April wurde in Swakopmund ein Fest gefeiert. In der Nacht, während man sich den Festesfreuden überließ, seien dreizehn Herero, die bei einer deutschen Agentur als Arbeiter bedienstet waren, geflohen und hätten die 400 Pferde mitgenommen! Als man am nächsten Morgen den Diebstahl bemerkte, seien sofort 15 berittene Soldaten unter Führung eines Dfiizers nachgesandt worden, um die Bande gefangen zu nehmen; die Patrouille sei abends mit 90 Pferden, die von den Herero als unbrauchbar laufen gelassen waren, zurückgekehrt. Die übrigen 310 Pferde seien wahrscheinlich den feindlichen Herero zugeführt worden. Ganz so schlimm ist die Sache nun freilich nicht gewesen; nach einem Bericht des Pferdetransportführers, Hauptmanns Stahl, sind die Pferde übrigens 350 nicht gestohlen, sondern in ihrer Freude, endlich den Schiffstransport überstanden zu haben, durchgebrannt! Bis zum Abgang des Briefes feien sie bis auf 50 wieder eingefangen worden. In jedem Falle kann den mit der Aufsicht über die Pferde betrauten Personen der Vorwurf grober Fahrlässigkeit nicht erspart bleiben. Die Schreckenstat des italienischen Streckenarbeiters Antonio, der während der Fahrt von Windhuk nach Karibib deutsche Rekonvaleszenten durch Revolverschüsse verwundet hat, hat leider doch noch ein Opfer gefordert: Der durch Antonio verwundete Seesoldat Karl Kießling von der vierten Kompagnie ist im Lazarett zu Karibib gestorben. Antonio, der inzwischen festgenommen wurde, wird vor ein Kriegsgericht gestellt, wenn die ärztliche Beobachtung ergibt, daß er nicht irrsinnig ist. Das Befinden des ebenfalls von Antonio verwundeten Oberleutnants ist gut. * * Petroleumfunde in Kamerun. Nach einem bei der Berliner Westafrikanischen Pflanzungsgesellschaft Viktoria" aus Kamerun eingegangenen Telegramm haben Schürfungen, die in Kamerun zwischen dem Mungo und dem Wuri vorgenommen wurden, reiche Petr 0- leumquellen ergeben. Der Mungo und der Wuri sind die beiden Flüsse, die das Kameruner Haff bilden, an dem die Hauptstadt Duala liegt; sie sind nur wenige Tagereisen aufwärts, und auch dort in der Trockenzeit sehr schwer für flachgehende Boote schiffbar. Der Krieg in Oftalien. Der eiserne Ring um Port Arthur zieht sich immer enger. Nach Talienwan ist nun auch Dalny in die Hand der Japaner gefallen. Die nächsten größeren Kämpfe sind nunmehr aus dem unmittelbaren Vorgelände von Port Arthur zu erwarten. Die Japaner Herren der Talienwanbucht. Durch die Einnahme von Talienwan und die unblutige Besetzung von Dalny, das die Russen Hals über Kopf räumen mußten, sind die Japaner unumstrittene Herren der Talienwanbucht. Diese ist berufen, bei den Operationen gegen Port Arthur eine große Rolle zu spielen; der Angreifer kann in dieser Bucht für seine Flotte einen vorzüglichen, sehr nahe. Jelegenen Stützpunkt finden. Die Bucht bietet für die größte Flotte Raum und ist durch zwei ins Meer vorspringende Halbinseln vor Wind und Seegang geschützt. Vier kleinere Buchten, Odin- Cove, Hand-, Junk- und Viktoriabai, können je nack den Windverhältnissen von dort ankernden Schiffen aufgesucht werden. Von diesen Buchten ist besonders die Viktoriabai wichtig, weil sie die größte und tiefste ist und auch bei jüdöstlichen und südlichen Winden, welche besonders im Sommer häufig sind und heftig auftreten, vollkommenen Seeschuß gewährt. Dort gründeten die Russen deshalb den Handelshafen und die Stadt Dalny, die auf ein Machtworl des Zaren auf kahlem Boden erwuchs und nach modernstem System angelegt wurde. Jetzt haben die Russen gegen ihre eigene Schöpfung vandalisch wüten müssen. Eine tragische Fronie des Schicksals. Die Verluste der japanischen Flotte im Laufe des Krieges sollen doch größer sein, als bisher von Tokio aus zugestanden wurde. Von halbamtlicher russischer Seite wird versichert, daß vor Port Arthur außer dem Panzerschiff Hatsuse" und dem Kreuzer Yoschino" auch noch der Panzerkreuzer„ Asama" gesunken sei. Bestimmtes ließe sich bisher allerdings nicht darüber mitteilen. Ebenso sei das Linienschiff„ Fuji" hart beschädigt. Es sei auf ein Riff bei der Maodaoinsel gelaufen, wo es von japanischen Torpedobooten bewacht werde. Die Meldung hat viel Wahrscheinlichkeit für sich. Be. stätigt sie sich, so würde die japanische Flotte nur noch vier bollwertige Linienschiffe zählen. Allerdings können die Russen vorläufig nicht, trotzdem sie in Port Arthur sechs Linienschiffe liegen haben, irgendwie darauf rechnen, den bier japanischen, denen sich acht Panzerfreuzer zugesellen, die Spitze zu bieten. Aber der Verlust der Japaner könnte verhängnisvoll werden, wenn es der baltischen Flotte gelingen sollte, in den Gewässern bei Port Arthur vor dem Fall der Festung zu erscheinen. Sollte Port Arthur von den Japanern genommen werden, hat General Stöffel die Instruktion. alle wichtigen Festungswerke und Kriegsschiffe in die Luft zu sprengen und zu versuchen, sich mit seinen Truppen durch die japanische Ar mee hindurchzufämpfen. „ Museumsgeschütze." Die russische Presse versucht weiter, die Erfolge der Ja paner bei Kintschau zu verkleinern. Jetzt taucht in dem offi ziellen Organ des russischen Generalstabs eine wunderliche Bewertung des den Japanern in die Hände gefallenen russi schen Geschützmaterials auf. Die im Jahre 1900 den Chinesen abgenommenen Geschüße, mit denen die Stellungen der Russen bei Kintschau armiert gewesen seien, stammten zwar aus der Kruppschen Geschützfabrik, seien aber von so verschiedenem Typus und Kaliber, daß fast je zwei derselben eine besonders eingeübte Bedienungsmannschaft erforderten. Deshalb sei schon vor Jahren die Frage angeregt, ob diese Geschüße nicht den Museen zu übergeben seien, und es wäre davon nur aus dem Grunde Abstand genommen, weil mit den Geschützen zugleich auch Vorräte an Geschossen den Chinesen abgenommen worden seien. Nach den japanischen und auch den russischen Berichten über die mörderische Wirkung des Artilleriefeuers von den durch die Russen beserten Höhen haben diese alten Museumsgeschütze" sonderbarerweise recht vorzüglich funktioniert. Eine Kosakenabteilung vernichtet. In der Nähe von Fönghwanghtscheng kommt es fast täglich zu weiteren Zusammenstößen zwischen den beiderseitigen Vortruppen. Nach einer Reihe von unbedeutenden Scharmüßeln ist es ist zu einem ernstlichen Engagement ge= kommen. Wie nus Paris gemeldet wird, wurde bei Sumentse eine Kosakenabteilung, deren Stärke auf 300 Mann angegeben wird, aufgerieben. Nur wenige entfamen. Gerüchte aus Londoner Quellen wollen von einer Schlacht wissen, in der Kuropatkin eine schwere Niederlage erlitten haben scu. Die freischwimmenden" Streuminen. Zu der besonders in Washington eifrig ventilierten Frage der Gefährdung der internationalen Schiffahrt durch Streuminen erklärt ein deutscher Marineoffizier a. D., daß man von„ freischwimmenden" Streuminen, wie es gemeinhin geschehe, überhaupt nicht sprechen könne. Eine richtig behandelte Mine fann von dem Plaz, an dem sie ausgeworfen ist, gar nicht abtreiben. Streuminen" müssen nämlich genau ebenso beranfert werden, wie die Minen einer regulären Sperre, wofern sie ihre Schuldigkeit tun sollen. Ihre Besonderheit besteht lediglich darin, daß sie nicht nach einem bestimmten Plan schematisch ausgelegt, sondern regellos vor dem zu sperrenden Hafen ausgestreut werden. Eine besondere Vorrichtung am Anker läßt das Gefäß nach einiger Zeit sich von diesem lösen und bis zu einer gewissen Höhe unter die Oberfläche aufsteigen, worauf eine Klemme in Tätigkeit tritt, welche das Ankertau, die Berbindung zwischen Gefäß und Anker, festhält. Nach Möglichkeit sucht man diese Tiefe auf drei Meter unter Wasser zu regulieren. Die bei Streuminen zur Verwendung kommenden Apparate sind sehr kom plizierter Natur, und da kann es recht wohl vorkommen, daß sie nicht tadellos funktionieren und daß ein Minengefäß an der Oberfläche erscheint, anstatt an der gefährlichen Tiefe zu bleiben. Ein völliges Freischwimmen, das vielerörterte ..Treiben" dagegen zu konstatieren, wird man nie und nimmer Gelegenheit haben, da oben das Anfertau an seinem Ende feft mit dem Anker verbunden ist und so das Gefäß festhäft. Eine Gefahr für die internationale Schiffahrt durch Streu minen liegt also kaum vor. Die Politik. Die Haager Konvention von 1902 über das internationale Familienrecht( Ehe, Ehebruch, Trennung von Tisch und Bett, Vormundschaft) ist jetzt von Deutschland, Belgien, Frankreich, Luxemburg, den Niederlanden, Kumänien und Schweden unterzeichnet worden. Einen höchst bemerkenswerten Beschluß hat die württembergische zweite Kammer gefaßt. Sie hat einen Antrag angenommen, in dem die Regierung ersucht wird, im Bundesrate für die unverzügliche Einbringung einer Gesetzesvorlage, betreffend die Errichtung einer geordneten Vertretung der Arbeiter zum freien und friedlichen Ausdruck ihrer Wünsche und Beschwerden auch der Staatsregierung gegenüber einzutreten. Für den Fall, daß die bei der Reichsbehörde zur Zeit im Gange befindlichen, auf Schaffung dieser Vertretung gerichteten Bestrebungen ohne Aussicht auf Erfolg verlaufen, wird die Regierung aufgefordert, dem Landtage den Entwurf eines auf Aenderung gerichteten Landesgesezes vorzulegen. O Nach einer Verfügung des preußischen Ministers des Innern haben die Regierungspräsidenten bei Anträgen auf Aenderung jüdischer Vornamen, sei es aus Anlaß des Uebertritts vom Judentum zum Christentum oder aus sonstigen Bründen, fünftig ebenso an den Minister zu berichten, wie es bei Anträgen auf Aenderung jüdischer Familiennamen durch frühere Erlasse vorgeschrieben ist. die fie foeben berlaffen, schien ihnen erstaunlich. war die erste, das Schweigen brechend. Franziska nehmen, bewahrt haben, und ich bitte Sie, es meinem armen daß er uns nicht Teis:" Ich danke hnen, daß Sie mich vor einer schweren Befolat iit" Papa nicht übel zu sofort ge„ Papachen!" Franziska schlug angſtvon ihren Arm um den Hals des Vaters. Sie schwerlich irgend Erich lächelte. Ihr gutes Herz auf der Bunge tragen. welchen verborgenen Haß verraten," sagte er, Dann werden sondern nur Se in Pinder und alte Route inrechen Sie Mehrheit" In kräftiger Tat bewähre sich dein Wille, Vor Gott erkenne deine Schwäche und Blößze. Vor Menschen zeige deiner Menschheit Größe, Vor menschen fet ein Mann, vor Gott ein Kind, mobil hinter ihm hörbar ward. Da fam ihm ein Mann entgegen, als eben auch ein AutoS herfommenden. Welcher Weg führt nach Woolworth?" fragte Leeds den In Stuttgart fand die Jahresversammlung der deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger statt. Ihr wohnte auch der Vizepräsident der französischen Gesellschaft, Emil Roubin bei, der der deutschen Gesellschaft auch diesmal wieder zu Ehrengaben und Unterstüßungen 30 000 Marf gestiftet hat. Die Versammlung bewilligte unter anderem 61 000 Mart für die Errichtung neuer Rettungsstationen. Als Ort der nächsten Jahresversammlung wurde Emden gewählt. Die Zahl der durch die Gesellschaft seit ihrer Begründung geretteten Personen ist im letzten Jahre auf 3105 gestiegen. Die Gesamteinnahme belief sich auf 287 155 Mark, die Gesamtausgabe auf 242 052 Mart. Der preußische Finanzminister hat auf den Wunsch einer Reihe von mittleren Steuerbeamten Titeländerungen in der Steuerverwaltung verfügt. Die Hauptamtsassistenten in etatsmäßigen Stellen beißen fortan ,, Steuersekretäre", die Steuereinnehmer 1. SPI. erhalten den Titel„ Obersteuereinnehmer", die Zollamts- und Steueramtsassistenten führen die einheitliche fürzere Benennung ,, Steuerassistenten". Wie stark noch immer die französischen Sympathien in den Reichslanden sind, dafür bietet ein Vorkommnis einen Beweis, das aus Straßburg berichtet wird. Danach hat in Straßburg ein Zirkus sein Zelt aufgeschlagen, zu dessen Hauptanziehungspunkten eine„ Walderseequadrille" gehört. Dabei erscheinen der Reihe nach Offiziere sämtlicher an dent China- Feldzug beteiligten Mächte in phantastischen Uniformen auf der Bühne, um dann zusammen ihre Kunststücke auszuführen. Als nun der französische Offizier erschien, wurde er mit lautem Beifall empfangen. Noch war der Beifall nicht verklungen, als der deutsche Offizier eintrat. Ein Teil der Zuschauer empfing auch ihn mit lautem Beifall, die Mehrzahl aber erhob dagegen Protest, und es wäre beinahe zu einer solennen Prügelei gekommen... Oefterreich- Ungarn. Sehr interessante Aeußerungen tat der österreichischungarische Kriegsminister v. Pittreich in Budapest vor der österreichischen Delegation zu der Regierungsvorlage über die Heeresvermehrung. U. a. sagte der Minister, er habe nicht leichten Herzens die Militärforderungen gestellt, habe sich aber durch seine verantwortliche Stellung genötigt gesehen, für die Vervollständigung der Schlagfertigkeit des Heeres und der Marine Vorsorge zu treffen. Von einer absichtlichen Ueberraschung der Deffentlichkeit sei keine Rede; die Ueberraschung sei wirklich in dem ostasia. tischen Kriege zu suchen, durch dessen Erfahrungen jeder Kriegsminister aufgeschreckt merde. Es steht zu hoffen, daß die Forderungen der Regierung bewilligt werden. Wir Deutschen haben ein besonderes Interesse an der Schlagfertigkeit des österreichischen Heeres, da die Donaumonarchie uns verbündet ist. Frankreich. Von den Zustimmungen der Großmächte zum englischfranzösischen Marokko- Abkommen steht nur noch die Deutschlands aus. Man zweifelt in Paris nicht, daß sie bald eintreffen wird, nachdem beide Mächte über die Neutralität des Suezkanals und die Unabhängigkeit Marokkos befriedigende Erklärungen abgegeben haben. Wir können demgegenüber feststellen, daß diese Zustimmung Deutschlands an gewisse Bedingungen geknüpft sein wird, die den Franzosen wie den Engländern nicht ganz willkommen sein werden. Russland. Unweiter im Rheinland. Bei einem über die Gegend zwischen Neuß und Grevenbroich niedergegangenen Gewitter richtete eine Windhose in den Ortschaften Grefrath, Sem: rierden und Lüttenglehn große Verwüstungen an. 2.bl reiche Häuser wurden abgedeckt, starte Bäume entpurzelt und die Feldfrüchte vollständig niedergeschlagen. Der Schaden ist sehr groß. Unglücksfälle von Menschen sind bisher nicht gemeldet. Ueber das furchtbare Unwetter, das sich vor einigen Tagen auf dem südlichen Eichsfelde eutlud, laufen fortgesetzt Siebsposten ein, die erst die ganze Größe des Unglücks ermessca lassen. Der Wolfer.bruch fiel westlich von Effelder. Von da aus nahmen die riesigen Wassermassen ihren Weg nach dem Friedatal und überfluteten das Land meilenweit, da die fieine Frieda das Wasser nicht zu fassen vermochte. Die Acferfrume ist mit sortgeflossen, metertiefe Gräben sind gezogen, so daß manche Ländereien auf Jahre hinaus unbrauch bar geworden sind. In manchen Häusern 31: Großbartloff, Lengenfeld, Geismar usw. stand das Wasser zwei Meter hoch. Biele Familien mußten Haus und Hof verlassen, um nicht zu ertrinten. Ricle Tierleichen und Hausgerätschaften triebea in den Fluten. Dice Mauern wurden eingerissen; Steinquadern wurden bis auf die Felder vom Wasser fortgeführt. Die Felder bieten ein Bild der Verwüstung dar. Am meisten gilt dies von Lengentsid, wo eine volle Stunde lang Hagel. förner in Taubeneigröße berniedertraffetten usid alles zerschlugen. Noch an anderen Morgen ingen die Eisnrassen fußhoch. Der Schaden beträgt viele Sunderttoriend Mark. Großes Aufsehen erregt in der russischen Hauptstadt eine Skandalgeschichte, in die der russische Minister des Auswärtigen, Graf Lambsdorff, verwickelt ist. Der bekannte Fürst Dolgoruki, der früher einmal für den bulgarischen Thron ausersehen war, lauerte dem Grafen Lambsdorff auf der Promenade auf und ohrfeigte ihn. Der Beweggrund Dolgorufis ist nicht bekannt, doch nimmt man an, daß politische Motive dabei nur eine geringfügige Rolle spielen. Man erwartet eine Verbannung Dolgorukis vom Hofe. Auch dürfte es zwischen ihm und Lambsdorff zum Duell kommen. Balkan- Staaten. Das Bandeuunwesen in Mazedonien nimmt wieder zu. Viele nach Mazedonien zurückgekehrte amnestierte Bulgaren schließen sich den Banden an, deren Zahl wieder wächst. Zahlreiche Morde und Gewaltakte an Griechen geschehen un gestraft. Die Landbevölkerung befürchtet neue Ruhestörungen. Hoffentlich räumt General de Giorgie mit diesen Störenfrieden bald und gründlich auf. Afrika. Brandkatastrophe. In Greifenhagen fomen bei einem großen Brand zwei Feuerwehrleute in treuer Erfüllung ihrer Pflicht ums Leben. Sechs Wohnhauser wurden durch das Feuer eingeäschert. * Lustmord? Auf der Feldmark der Gemeinde Hermsdorf in Ostpreußen wurde die 21jährige Tochter eines Abbaubesitzers tot aufgefunden. Wie es den Anschein hat, ist das Mädchen vergewaltigt und dann erdrosselt worden. A Tragische Schülerliebe. Einen furchtbaren Ausgang nahm eine Liebelci zwischen einem 16jährigen Gymnasiasten md einer 15jährigen höheren Tochter" in Paris. Nachdem zwischen den beiden jungen Zentchen eine Zeit lang ein zärtficher Flirt bestanden hatte, trat infolge Auftauchens eines Rivalen plößlich ein Riß in das Verhältnis ein. Der jugendliche Liebhaber griff nach berühmten Wustern zum Revolver and feuerte auf die Ungetreue, als diese von der Schule nach Hause ging, vier Schüsse ab, die sie schmer verletten. Er elbst schoß sich mit einer fünften Sugel in die Schläfe und anf lebles zusammen. A Die Ruffen sehen es neuerdings anscheinend auch noch darauf ab, in Afrika festen Fuß zu fassen. Und zwar vorerst auf dem bewährten Wege der Glaubensgemeinschaft. Nach einer Meldung aus Konstantinopel ist eine große abessynische Mission, bestehend aus einem General und mehreren abessynischen Geistlichen, von Jerusalem kommend, mit zwölf Kisten mit Geschenken des Negus von Abessynien an den Sultan hier eingetroffen. Die Mitglieder der Mission sind Gäste des Sultans. Durch Vermittelung der russischen Botschaft trat die Mission in direkte Verbindung mit dem oku menischen Patriarchen, woraus auf eine Annäherung zwischen der abessynischen und der griechisch- orthodoxen Kirche geschlossen wird. Die griechisch- orthodoxe Kirche aber kommandiert Rußland, dessen Herrscher der oberste Bischof dieser Kirche ist. Wenn die Russen erst die abessynische Kirche kommandieren, so haben sie auch das abessynische Volk... Nab und fern. Das 1200jährige Jubelfest der Stadt Arnstadt wurde unter großem Enthusiasmus der Bevölkerung begangen. Zum Ehrentage der Hauptstadt des Fürstentums Schwarzburg- Sondershausen war das Fürstenpaar und Prinz Leopold dort anwesend. In Anwesenheit des gesamten Ministeriums, der Vertreter der Fürsten, der Spitzen der Behörden und der Abordnungen füringischer Städte fand im Rathaussaale eine Festsizung statt. Die neue Spur in der Konzer Wordaffäre soll der Staatsanwaltschaft bereits Veranlassung zu Haftbefehlen ge geben haben. Es wurde sogar behauptet, daß der Arbeiter Maßloff unter dem dringenden Verdacht, den Schüler Winter ermordet zu haben, in Halberstadt verhaftet sei. Nach einer anderen Darstellung ist Maßloff, der in einer Halberstädter Mühle arbeitete, schon vor längerer Zeit zur Verbüßung einer Gefängnisstrafe nach dem Osten transportiert worden Außer den bereits bekannten Verdachtsgründen-- gelbrote Razzenhaare an den Kleidungsstücken des Ermordeten, die von einer den Maßloffs gehörigen Staße stammen sollen- hat, wie aus Sonik verbreitet wird, eine Haussuchung in der früher von Maßloff innegehabten Wohnung zur Auffindung pon halbverkohlten, dem Winter gehörigen Kleidungsstücker im Schornsteinschacht geführt. Nationalspende zur Silberhochzeit des Kaiserpaares. Zum 27. Februar 1906, dem Silberhochzeitstage des Kaiserpaares, werden allerorten Sammlungen für eine nationale Spende eingeleitet. Das Lieblingswerk des Herrscherbaares ist die Kaiser- Wilhelm- Gedächtniskirche. Es soll deshalb vor allem der endgültige Ausbau dieser Kirche dem Raiserpaare als Gabe zur silbernen Hochzei: Sargebracht und weitere Spenden für den Ausbau der zum Gedächtnis an die Kaiserin Augusta erbauten Gnadenfirche sowie für den Bau eines Erholungsheims auf dem Delberge bei Jerusalem, und schließlich zur Verstärkung der Behltätigkeitseinrichtungen für Arme und Kraufe verwendet werden. Die Fertieftellung der Kaiser Wilhelm- Gedächtniskirche mit den bercité 5cnonnenen Mosaitschmuck erfordert eine Summe von über 1 Million Mark. Aus dem Gerichtsfaal. Cine Rheinf mit ihren öfterreich Laber einer Seilb 8000 Stämmen m Mliche und Ramme won Mainz aus I majfen bededten e 60 Meter in der Der Rhein faft bon bededt. Die ftat Blaz zu firieren, wo jetzt die Berliner Bank" liegt. Denn vie ein Lauffeuer durchzog die Handelshallen in der Burg. straße die überraschende Kunde: Aus der Fusion der Deutschen mit der Berliner Bank ist nichts geworden! Die Deutsche" zupfte zurück, und die„ Ver. liner" ist zum Weiterleben verurteilt. Die Aktionäre der Berliner" so hieß es hätten die von der Deutschen" gestellten Bedingungen nicht akzeptiert, und darum habe di; Deutsche" die Uebernahme der„ Berliner" abgelehnt. bon 80 000 bis 85 borbei an Burgen Städten und Dorfer to die fröhliche Fal [ Gin Trium Gegelfchiff der We hat die Fahrt vom 3quique, eine Stred auridgelegt, etwa in amerikanischen Frad ritas beanspruchen. tattliche Ladefähigte den Reford der Seg Der sensationellste Punkt der ganzen Angelegenheit is ohne Zweifel die Entdeckung, daß es Aktionäre", ja daß es sogar eine Ansicht von Aktionären" gibt. Der Aktionär einer großen Bank war bis jetzt ein seltsames Phänomen. Mar wußte wohl, daß er irgendwo existieren muß, man sprach mi Rücksicht und einer gewissen Zärtlichkeit von ihm in allen Sizungen von Direktion und Aufsichtsrat und in den Gene ralversammlungen, er blieb die Hauptperson in allen Dis Eussionen, aber ihn selbst hat noch kein sterblich Auge ge sehen und kein sterblich Ohr gehört. Die Verwaltungen der großen Institute pflegten ihre Beschlüsse zu fassen und sie dann in den Generalversammlungen, in denen sie fast immer mit ihrem Anhang unter sich waren, offiziell bestätigen zu lassen. Es war eine Form, die erfüllt werden mußte, aber eben nur eine leere Formalität. Das indifferente Verhalter der Aktionäre veranlaßte die Leitung einer Bank bisher, jeden ihrer Beschlüsse als perfekt anzusehen, ehe die General bersammlung ihre Zustimmung erteilte; denn diese sagte selbstverständlich zu allem„ Ja und Amen"; Aktionäre, die sprachen oder gar widersprachen, kannte man eben nicht. § Das Wiederaufnahmeverfahren im Dreyfusprozeß hat die Verhaftung des beim Nachrichtenbureaus des französischen Kriegsministeriums angestellten Verwaltungsoffiziers d'Antriche zur Folge gehabt. Er soll dabei ertappt worden sein, als er in einem Register Radierungen und Aenderungen vornahm. Dort war zu lesen gewesen: Als Reisekosten 625 Francs, übergeben 5000 Francs, Austerlig übergeben 20 000 Francs. Da keine Belege vorhanden sind, wofür diese Summen gezahlt worden sein können, so muimaßt die Untersuchungskommission, daß diese 25 000 Francs für de den Angeklagten Dreyfus schwer belastende Aussage Czernuschis im Prozeß zu Rennes ausgegeben werden sollen. Die Daten der Eintragung und des Prozesses fallen zusammen. Es wurde nun eine Untersuchung vorgenommen und ein Brief des Hauptmanns François vorgefunden, der ebenfalls bis vor kurzem dem Nachrichtenbureau des Kriegsministeriums angehört hatte. Dieser Brief war die Antwort auf ein Schreiben d'Autriches, worin François zur Vorsicht gemahni wird, da der Kassationshof die Sache Czermuschis sehr ge nau untersuchen wolle. Die Antwort François lautete, dak er, um sicher zu gehen, alles ablengnen werde. Nun hat dieses blinde Vertrauen zu der Generalversamm lung beide beteiligten Banken in Verlegenheit gebracht. Die Deutsche Bank, die in ihrem Konzentrationswettlauf mit der Dresdener Bank die Aufnahme der Berliner Bank als einen fräftigen Schlag für ihre scharfe Konkurrentin plante, muß sich vor den Schwierigkeiten, die sich ihr in den Weg stellen, zurückziehen und deckt ihren Rückzug durch einen Verlegen. heitscoup, indem sie ihre Kapitalserhöhung um zwanzig Mi lionen nun durchführt, ohne die Bestände der Berliner Bant dagegen zu übernehmen. Man munkelt freilich, daß sie im ganzen keinen Schaden bei der Sache habe; im Gegenteil! Und das ist das Pikanteste bei dieser Komödie. Die eitung der kleineren Bank war in ihrer Vertragstreue natürlich be flissen, ihre Kundschaft an die Großbank hinüberzuleiten, und sicherlich dürfte ein großer Teil der Klienten daraufhin be. reits„ angenehme Beziehungen" zu der Deutschen Bank an geknüpft haben, die man der schönen Augen der„ Berliner Bank"-Leiter wegen nun nicht mehr rückgängig machen wird, selbst wenn die Deutsche Bank in einem Anfall von Loyalitäi Verzicht leisten wollte. § Eine Liebestragödie fand vor der Berliner Strafkammer mit der Verurteilung des 23jährigen Handlungsgehilfen Karl Markgraf zu drei und einem halben Jahre Gefängnis ihren Abschluß. Markgraf hatte ein intimeres Liebesverhältnis mit der 19jährigen Margarete Mittelstädt angeknüpft. Als sich die Folgen bemerkbar machten, drang das Mädchen in ihren Geliebten, mit ihr gemeinsam in den Tod zu gehen. An eine Verheiratung war nicht zu denken, weil Markgraf seit langem stellenlos war. Markgraf erschoß seine Braut in einem Hotel und jagte sich selbst eine Kugel in die Brust. Doch gelang es der ärztlichen Kunst, ihn am Leben zu erhalten. O, diefe Aktionäre! ( Von unserem ständigen Korrespondenten.) terung durchaus ni mschiffung des Ka ten vor fidh. An ei meilen, hatte alfo e Knoten Mit der Kron Pärdienfönige zeigt Ser Beherrscher von pie fein angeftamm Eduards von der S Der Reisezwed des tijd als dessen Au geldikter Fördere mem Reiche und Gaumwollforten n vird Bradford, W briken besichtigen [ Angenehme muzte der Redakte dt machen. Er Bost ein jung nahm er an, daß dernünftige Weise wollte, nahm das H wohl schmecken. angenehm überrasc fommen:„ Geehrte cin totes junges Meinungsverschied Sie freundlichst fef Kun In recht übler Lage ist jedenfalls das kleinere der betei. ligten Institute. Nachdem ihm in zahlreichen Nekrologen die Existenzberechtigung abgesprochen worden ist, soll es jetzt weiter existieren, nachdem es selbst seine Schwäche ein gestanden hat, soll es den Kampf mit den Riesen wieder aufnehmen. Und durch die Uebergangsperiode der letzten Wocher ist nicht nur das Prestige, sondern auch die innere Sonsti tution schlechter geworden. Nicht allein dadurch, daß die Bank in dieser Zeit wahrscheinlich einen erheblichen Teil ihrer Kundschaft an die Deutsche und andere Banken abgegeben hat, sondern indirekt auch dadurch, daß man der Konkurrenz einen genauen Einblick in die Verhältnisse gewährte. Die Bankdirektoren, die nicht gewöhnt sind, die Katze im Sad zu kaufen, werden sich die Bücher genau angesehen haben, ehe fie ihr Gebot machten. Und wenn es jetzt dem„ wissenden" Institut so leicht fällt, tampflos zu verzichten, so ist man zu der Vermutung berechtigt, daß es sich um feinen„ fetten Braten" handelt. Das aber dürfte anderen, die früher bereits lüstern auf diesen Braten schielten, den Appetit darauf gründ lich verlegen. Die Berliner Bank muß also weiter leben ohne den Willen und ohne die Kraft zum Leben; sie muß leben, nachdem sich durch den mißlungenen Selbstmordversuch die Lebensbedingungen für sie noch verschlechtert haben. Und das haben mit ihrem unerwarteten Nein- Sagen die Aktionäre getan. Berlin, 1. Juni. Das Tohuwabohu auf der Börse war gestern verworrener und verwirrender denn je. Anstatt der stereotypen Rufe: Ich gebe",„ ich nehme",„ von Ihnen",„ an Sie"- die Sunstkenner" wissen ja, was diese abgebrochenen Sätze zu bedeuten haben, und die Fernstehenden interessiert deren Bedeutung nicht also: anstatt dieser Rufe hörte man ein abgehacktes Frage- und Antwortspiel:„ Wissen Sie schon?" Was, die gescheiterte Fusion? Ja!"" Was sagen Sie dazu?"„ Was soll man sagen? Nnnah!" Und eine Handbewegung deutet auf den Fußboden, vermutlich, uni den Die Konzentrationspolitik der Banken aber, die so viel Gefahren in sich birgt, wird durch die kleine Schlappe keine Einschränkung erleiden; denn die Konkurrenz läßt nicht nach, und man wird weiter fufionieren, wenn auch diesmal die Fusion mit einer Konfusion endete. Spectator. Vermischtes. [ Unfreiwillige Komik.] Auf dem ersten kriminalistischen Rongreß in Stuttgart, der die Reform des Strafrechts durchberiet, kam auch der Humor zu seinem Recht. Juristen sind gewohnt, imnier Recht zu haben. Wie sehr sie sich in ihre Rollen hineingewöhnt haben, bewies ein reichsländischer Staatsanwalt, der im Eifer des Gefechts nach der Einleitung seiner Rede die Erwiderung gegen seinen Vorreiner. der übrigens fein Rechtsanwalt war, mit den ihm offenbar sehr geläufigen Worten begann:„ Der Herr Verteidiger hat soeben..." Die stürmische Heiterkeit der Versammlung, die auch nicht sogleich wieder aufhörte, machte ihn darauf auf merksam, daß er sich nicht im Gerichtssaal befand. Er besaß Humor genug, in die allgemeine Fröhlichkeit mit einzustimmen und dann in seiner Rede fortzufahren. Aus diesem Anlaß erzählte ein württembergischer Kollege des Redners der neben ihm sisenden Hörern ein artiges Anekdötlein ähn lichen Inhalts. Darin war es ebenfalls ein Staatsanwalt, der als Offizier der Reserve oder Landwehr eine Ansprache bei einem patriotischen Feste mit den Worten einleitete: Meine Herren Geschworenen!"- Wenig bemerkt schien es leider zu werden, daß ein Redner, der in seinen Ausführungen über die stärkere Beteiligung des Verletzten am Vorverfahren davon sprach, daß der Verletzte besonders in Fällen von Körperverlegung, Totschlag u. dergl. stärker am Verfahren zu beteiligen sei. Auf eine so gründliche Reform des Vor verfahrens, daß daran der Totgeschlagene beteiligt werden kann, wird man aber doch wohl in absehbarer Zeit kaum rechnen dürfen. NO Gine Herze Das Herz für die Beit aber hat ma ten Mitteln gegri Professor Richet schaft für Chiru halten, die er an Die linke Herztam Fugel mit 8 Milli Außerdem auch der den unteren Rand legte, ein Mann nach dem Unglüd erhielt er Einsprit [ Die Schildwache als Einbrecher.] Daß eine mili tärische Schildwache, statt die ihrer Obhut anvertrauten Bau lichkeiten zu bewachen, in diese einbricht, ist ein kaum denk barer Fall, der sich aber doch in England ereignet hat. Die vor dem Palais des Prinzen Alexander von Teck in Mdershot postierte Schildwache stahl aus dem Schloß verschiedene Wertgegenstände und Anzüge des Prinzen und machte sich dann aus dem Staube. Die Uniform des treulofen Postens fand man im Geblisch versteckt. Der Täter wurde später in einer Vorstadt Londons verhaftet, wo er mit einem prinzlichen Anzuge bekleidet, umherstolzierte. und nach 1% Stu dem das Herz blos Berzfleisch selbst u Das Herz hörte i auch durch die un feit gebracht weri Operation hatte 9 rierten als vollfor b. Ludwi 40. Jahresberich Volksschullehrer Witwen und 23 wir: Unterfügu von Lehrer- Rel ältere Lehrerstö gefamte Bermög Die Sterbefa ficherte Sterbegel im ganzen ausbe mögen der Sterbef Da der rechnungs 15 000 bis 16 00 Bermögens zuwach enthalten, der ha Sterblichkeit, fowi der Verwaltung a ** * Gieße 11054 Bäder ver 11759 im Mai 1 Badetag 417 Ba im Mai 1903. Der Besuch Schwimmbad: 5 Wannenbader 11 Dampf un fammen 171 m Brausebade Die Personenn das Bad von D.H.V. G Die Vereinigun Berbande Deuts die Kreisvereine F" Tiegt. D en in der Bu Fusion nt ijt nig , und die e Aktionäre Der Deutsche Darum habe& abgelehnt. Ingelegenheit nare", ja da er Aftionär e hänomen. man sprad on ihm in a nd in den Ga n in allen erblich Auge Serwaltungen u faffen und en fie fait im ell bestätigen den mußte, erente Verhal er Bank bist ehe die Genen Denn diese j ; Aftionäre, an eben nicht. Generalversam eit gebracht. wettlauf mit Bank als e tin plante, m den Weg stell einen Verlega um zwanzig er Berliner B eilich, daß fie ; im Gegente ie. Die eit eue natürlich überzuleiten, u en daraufhin be utschen Bank an en der Berliner gig machen tird fall von Royalital leinere der betei ichen Nefrologen en ist, soll es jet he Schwäche ein iefen wieder auf er legten Wochen innere Konsti adurch, daß die lichen Teil ihre nten abgegeben der Konkurren gewährte. Di Kaze im Sad ehen haben, eh mwissenden , so ist man feinen fette ie früher bereit it darauf gründ veiter leben ohn ; sie muß leben mordversuch die rt haben. Und en die Aktionäre er, die so viel Schlappe feine äßt nicht nach, diesmal di Spectator. Friminalistischen trafrechts dur Juristen find Sie sich in ihn reichsländische der Einleitu Vorrebner, de m offenbar fe rteidiger hat erfammlung, d ihn darauf efand. Er beja chkeit mit ein ren. Aus dieje Lege des Redna Anekdotlein äh in Staatsanna hr eine Ansprod Borten einleite bemerkt fchiene en Ausführung am Vorberfahr in Fällen b er am Verfahr Reform des beteiligt werd barer Zeit ta Daß eine m nbertrauten B it ein taum de ereignet hat. 2 on Ted in Ald Schloß verfchiede n und machte treulofen Pofte r wurde später einem pringli [ Eine Rheinfahrt auf einem Riesenfloß] unternahmen mit ihren österreichischen und bayerischen Lieferanten die Inbaber einer Heilbronner Holzhandlung. Aus weit über 8000 Stämmen war das gewaltige Floß gezimmert, das mit füche und Kammern, Hütten und Herden versehen war und bon Mainz aus langsam gleitend zu Tal fuhr. Die Holzmassen bedeckten ein Geviert, das 250 Meter in der Länge, 60 Meter in der Breite maß und an manchen Stellen war der Rhein fast von Ufer zu Ufer von dieser hölzernen Brücke bedeckt. Die stattlichen Stämme repräsentierten einen Wert bon 80 000 bis 85 000 Mark. Zwei Tage lang fuhr man borbei an Burgen und Klöstern, Kirchen und Kapellen, Städten und Dörfern, Bergen und Wäldern bis nach Köln, po die fröhliche Fahrt ihr Ende erreichte. [ Ein Triumph der Segelschiffahrt.] Das größte Segelschiff der Welt, das deutsche Stahlschiff Preußen", hat die Fahrt vom Kanal bis nach dem chilenischen Hafen Squique, eine Strecke von 12 000 Seemeilen, in 57 Tagen zurückgelegt, etwa in der gleichen Zeit, wie sie auch die großen amerikanischen Frachtdampfer an der, pazifischen Küste Amerifas beanspruchen. Jedenfalls hat die Preußen", die die stattliche Ladefähigkeit von 5081 Tons hat, mit der Fahrt den Rekord der Segelschiffe geschlagen. Dabei war die Witferung durchaus nicht immer günstig, und namentlich die mschiffung des Kap Horn ging unter den heftigsten Stüren vor sich. An einem Tage durchlief das Schiff 368 Seemeilen, hatte also eine mittlere Geschwindigkeit von 15/3 Knoten. *[ Mit der Krone anf dem Kopfe] nach dem Muster der Därdenkönige zeigt sich 3. 3t. den bewundernden Londonern der Beherrscher von Abestuta aus Westafrika. Der„ Make", pie sein angestammter Titel heißt, wird nach Rückkehr König Eduards von der Kieler Woche offiziell empfangen merden. Der Reisezwed des afrikanischen Herrschers ist minder romantisch als dessen Auftreten. Der König ist ein eifriger und gefchickter Förderer der Baumwollpflanzungsversuche in seinem Reiche und hat eine komplette Musterkollektion seiner Baumwollsorten mitgebracht. Der königliche Geschäftsmann wird Bradford, Manchester, Liverpool u. s. w. besuchen, Jabriken besichtigen u. s. m. [ Angenehmes Geschenk.] Eine eigenartige Erfahrung mußte der Redakteur einer Londoner Zeitschrift für Geflügelnicht machen. Er erhielt ohne irgend ein Begleitschreiben er Post ein junges fettes Huhn zugesandt. Voll Freude nahm er an, daß ihm irgend ein dankbarer Leser auf diese oernünftige Weise seine Anerkennung zum Ausdruck bringen wollte, nahm das Huhn nach Hause und ließ es sich des Abends wohl schmecken. Am anderen Morgen war er jedoch unangenehm überrascht, einen Brief folgenden Inhalts zu befommen: Geehrter Herr Redakteur, ich sandte Ihnen gestern cin totes junges Huhn, um eine darüber hier entstandene Meinungsverschiedenheit zum Austrag zu bringen. Wollen Sie freundlichst feststellen, woran das Tier gestorben ist?" Kunft und Cliffenfchaft. NO Gine Herzoperation. Noch vor wenigen Jahren war das Herz für die Chirurgen ein Rührmichnichtan, in neuester Beit aber hat man in verzweifelten Fällen auch zu verzweifelten Mitteln gegriffen und damit zuweilen mit Erfolg geheilt. Professor Richet hat in der letten Sigung der Pariser Gesellschaft für Chirurgie einen Vortrag über eine Operation ge= halten, die er an einem verwundeten Herzen ausgeführt hatte. Die linke Herzkammer des Patienten war von einer Revolverhugel mit 8 Millimeter Durchmesser durchbohrt worden, die außerdem auch den Magen, den oberen Rand der Milz und den unteren Rand der linken Lunge gestreift hatte. Der Verlegte, ein Mann von 34 Jahren, wurde eine Viertelstunde nach dem Unglücksfall ins Krankenhaus gebracht. Zunächst erhielt er Einsprißungen von Kaffein und künstlichem Serum, und nach 1% Stunden wurde die Operation begonnen. Nachdem das Herz blosgelegt war, wurden die beiden Wunden im Herzfleisch selbst und im Herzbeutel mit Darmsaiten vernäht. Das Herz hörte jedoch auf zu schlagen und konnte diesmal auch durch die unmittelbare Massage nicht wieder zur Tätig. feit gebracht werden. Bei einer früheren ganz ähnlichen Operation hatte Richet besseren Erfolg gehabt und den Ope. rierten als vollkommen geheilt vorstellen können. Lokales. 2. Juni 1904. b. Ludwig und Alice- Stiftung. Aus dem 40. Jahresbericht genannter Stiftung( Sterbekasse für Hessische Volksschullehrer und Unterstüßungskasse für bedürftige LehrerWitwen und Weisen des Großherzogtums Hessen) entnehmen wir: Unterstüßungen wurden in 97 Fällen an 88 Familien von Lehrer- Reliften, resp. alleinstehende Witwen und ältere Lehrerstöchter im ganzen 4503 Mt. bewilligt. Das gesamte Vermögen der Unterstüßungstasse beträgt 47350 Mt. Die Sterbefasse zählt 2443 Mitglieder; das ganze verficherte Sterbegeld 1312600 Mt. An Sterbegeldern wurden im ganzen ausbezahlt 15 920 Mt. Das tapitulisierte Vermögen der Sterbefasse beträgt seinem Nennwerte nach 236928 M. Da der rechnungsmäßige Zuwachs des Deckungkapitals nur 15 000 bis 16 000 Mt. beträgt, so ist in dem gesamten Vermögenszuwachs ein Jahresgewinn von rund 10000 Mt. enthalten, der hauptsächlich auf die verhältnismäßig geringe Sterblichkeit, sowie auf Ersparnisse hinsichtlich der Kosten der Verwaltung zurückzuführen ist. ** Gießener Volksbad. Im Mai wurden 11054 Bäder verabreicht gegen 9026 im April 1904 und 11759 im Mai 1903 oder im Durchschnitt auf den ganzen Badetag 417 Bäder gegen 354 im April 1904 und 413 im Mai 1903. Der Besuch im einzelnen hat sich wie folgt verteilt: Schwimmbad: 5312 Männer, darunter 892 zu 10 Pfg. 1290 Frauen 256, 10 Wannenbäder: 1. l. 339 Männer, 126 Frauen, 2. I. 786 626 " " Dampf- und Heißluftbäder, sowie Massage zufammen 171 Männer, 38 Frauen. Brausebäder 2093 Männer, 273 Frauen. Die Personenwage wurde von 280 Personen benußt, das Bad von 6 Personen besichtigt. D. H. V. Gaufahrt nach dem Nationaldenkmal. Die Vereinigung der Rhein- Main- Gau- Kreisvereine im Verbande Deutscher Handlungsgehülfen zu Leipzig, welcher die Kreisvereine Aschaffenburg, Frankfurt, Gießen, Hanau, Kreuznach, Mainz, Offenbach, Weßlar, Wiesbaden, Worms| angehören, veranstaltet am tommenden Sonntag, den 5 Juni eine Rheinfahrt mittelst Extra- Salondampfers der KölnDüsseldorfer Gesellschaft von Mainz nach Rüdesheim zum Besuche des Nationaldentmals auf dem Niederwald. Nach Einnahme des Mittagsessens in Bingen im Hotel Englischer Hof findet gegen 1/24 Uhr eine patriotische Feier vor dem Nationaldentmal unter Niederlegung eines Kranzes statt. Eingeleitet wird dieselbe durch Gesangsvorträge des Frankfurter Männergesangvereins unter Leitung seines Dirigenten Herrn Flecken und unter Mitwirkung eines Musikchors der Kapelle des 88. Inf.- Regts. in Mainz. Die Festrede wird Herr Felix Marquart, stellvertr. Dierektor des Verbandes Deutscher Handlungsgehülfen zu Leipzig halten. Auch der langjährige erfte Direktor des genannten Verbandes Herr Georg Bernhard, wird an der Feier teilnehmen. Ein Spaziergang über die Eremitage, Rossel, Zauberhöhle, Jagdschloß nach Aßmannshausen schließt sich an die Feier an. Von letterem Ort aus findet die Rückfahrt nach Mainz statt. Den über Frankfurt fahrenden Teilnehmern steht wieder wie am Morgen auch abends ein Extrazug ab Mainz zur Verfügung. Die Abwickelung des geschäftlichen Teiles der Gaufahrt liegt in den Händen des Geschäftsführers des genannten Berbandes, Herrn Hachenberg, Frankfurt a. M. A„ Die Versammlung lös ich uff!" mit diesen Worten hatte am Abend des 30. Mai 1903 während der Reichstagswahlbewegung in einer Wirtschaft in Weidenhausen, Kreis Weßlar, eine Versammlung, zu welcher ein Redakteur das betreffende Wirtslokal gemietet hatte, als die Polizeistunde überschritten war, durch den Polizeidiener Kuhl aus Großrechtenbach eine Auflösung erfahren müssen. Auf die Frage nach dem Gesetz, auf das sich die Auflösung stüße, erwiderte der Mann der Ordnung:„ Das Gesetz fenn ich net, die Versammlung aber lös ich uff!" Der Redakteur erhielt später wegen Uebertretung der Polizeistunde einen Strafzettel über 3 Mart. Seine Berufung sowohl an's Schöffengericht wie nachher an die Straffammer hatte feinen Erfolg. Anders jedoch urteilte das Kammergericht, das sich am 18. April mit der Sache zu beschäftigen hatte. Es entschied, daß die Sache an die Straffammer zurückzuverweisen und Beweis darüber zu erheben sei, ob der Redakteur das Lokal genietet hatte. War dies der Fall, dann habe der vermietete Raum für die Dauer des Mietsvertrags die Eigenschaft einer öffentlichen Schantstube im Sinne des § 365, Absatz 1 des Strafgesetzbuches verloren. Das Verfügungsrecht über den Raum hatte dann nicht mehr die Die von Inhaberin der Wirtschaft, sondern der Mieter. der 1. und 2. Instanz mit Recht verneinte Frage, ob die Versammlung eine geschlossene Gesellschaft gewesen sei, sei dabei ohne Bedeutung, da nicht die Versammlung, sondern eine Einzelperson Mieter des Raumes gewesen sein solle. So das Kammergericht. Der erforderte Beweis wurde in der heutigen wiederholten Verhandlung von der hiesigen Straffammer erbracht und darauf der Redakteur freigesprochen. Sämtliche Kosten, auch der die Redakteurs, hat die Staatstasse zu tragen. ▲ Grünberg, 2. Juni. Auf dem hiesigen Friedhofe stehen neben der Kirche noch 17 alte Gedenksteine, einige aus dem 16. Jahrhundert. Hoffentlich bleiben diese Wahrzeichen aus alter Zeit der Stadt erhalten. A Grünberg, 2. Juni. In angetrunkenem Bustande stürzte am legten Sonntag ein früher in Grünberg in Diensten gewesener, jezt auf Wanderschaft befindlicher Arbeiter in die hiesige Höfentränke. Er wurde von Bassanten Bade us dem unfreiwilligen Mabe befestern feierte der am Winterplay wohnhafte Herr Schuhmachermeister Christoph Christ mit seiner Ehefrau das Fest der silbernen Hochzeit. Wir bringen dem Jubelpaar nachträglich die besten Glückwünsche entgegen! A Stangenrod, 2. Juni. Wie aus dem Inseratenteile vorliegender Nummer zu ersehen ist, wird auf dem südlich von unserem Ort gelegenen herrlichen Festplat nächsten Sonntag und Montag das BezirksKriegerfest des Hassiabezirks Grünberg abgehalten. Verbunden ist mit diesem Fest gleichzeitig die Fahnenweihe des Kriegervereins Stangenrod, der bereits seit 1890 besteht. Es ist alles aufgeboten worden, um das Fest zu einem würdigen zu gestalten. Die Musik wird von der Faust'schen Kapelle zu Feldkrücken gestellt. Auch für Volksbelustigungen aller Art, sowie für gute Bewirtung hat der hiesige Verein genügend Sorge getragen. Falls sich das Wetter einigermaßen günstig anläßt, fann auf einen zahlreichen Besuch des Festes gerechnet werden. ** Groß- Felda. Das Wasser für unsere Ortswasserleitung ist nach einer vorgenommenen chemischen Untersuchung das beste, was bis jetzt in Oberhessen vorgefunden werden fonnte. Unsere Gemeinde hat also alle Ursache, den Bau der Leitung sympatisch gegenüber zu stehen. ==- Altenhain. Hier will man gern eine Wasserfeitung bauen, aber die Hauptsache das Wasser fehlt in der allernächsten Umgebung vollständig. Die nächstgelegenen ergiebigen Quellen liegen 4,2 km entfernt: ob die gefaßt werden sollen und demzufolge die Leitung mit großen Kosten gebaut werden soll, weiß man noch nicht. Die jeßigen Wasserverhältnisse im Ort sind unhaltbar r. Marburg, 31. Mai. Wegen Vergehens gegen die strengen Bestimmungen des Sprengstoffgesezes hatte sich in heutiger Sigung der Straffammer der Bergmann Heinrich Jung aus Günderod zu verantworten. Er war beschäftigt auf der Brauneisensteingrube Ferny bei Gießen, wo er am 31. Dezember eine gefrorene Dynamitpatrone in die Tasche steckte, um sie aufzutauen, wie er behauptete. In der Neujahrsnacht erfolgte nun im Dorfe unter anderen Schießereien ein furchtbarer Knall, der eine Lufterschütterung und das Berspringen von drei Fensterscheiben im Gefolge hatte. Jung, der die Patrone zur Explosion gebracht hatte, wurde nach§ 9 Absatz 2 des Sprengstoffgesetzes wegen fahrlässigem Umgehen mit Sprengstoffen zu der gesetzlich zulässigen Mindeststrafe von 3 Monaten Gefängnis verurteilt. [:] Darmstadt. Am 21. Juni wird hier der Grundstein zur Bismark- Säule der Darmstädter Studentenschaft gelegt. In einer Audienz, die gestern zwei Vertreter des Bismarc- Ausschusses hatten hat Se. Kgl. Hoheit der Großherzog den Vorschlägen der Studentenschaft entsprechend seine Genehmigung dazu erteilt, daß die Säule auf dem Dommerberg, 12 Minuten vom Böllenfalltor entfernt, errichtet wird. Eingesandt. Für die unter dieser Rubrik gebrachten Artikel übernehmen wir dem Publikum gegenüber keine Verantwortung. - Grünberg, 2. Juni. Bereits seit Wochen zirkuliert das Gerücht in unserer Stadt, es solle eine Bürgerversammlung einberufen werden, in welcher das Komitee für die Erbauung der Bahn von Lich nach Grünberg und ein Herr der Bahnbaufirma Lenz& Co. aus Berlin Aufschlüsse geben sollen über alle einschlägigen Verhältnisse als da sind Trace, Geländestellung, Obligationen, Aktien, Staatszuschuß 2c. 2c., dann munkelt man wieder von einer geheimen Tagung der Gegner des Bahnprojektes, ohne daß es zu dem einen oder anderen kommt. Einer geheimen Sigung können wir in feinem Fall das Wort reden, in einer so wichtigen Sache soll man alle hören und nicht hinter verschlossenen Türen verhandeln. Die Dunkelmänuer und Rückschrittler hatten genügend Zeit, ihre Waffen im Geheimen zu schmieden und zu schärfen, deshalb heraus damit zum ehrlichen Kampf, wie es unter anständigen Menschen üblich ist. Entweder man stellt das Gelände zur Verfügung, wie es die sämtlichen am Bahnbau interessierten Gemeinden beschlossen haben, oder man läßt es. Ob die Gemeinde Grünberg zu ersterem gezwungen werden fann, wie behauptet wird, bleibt abzuwarten. Ist das erstere der Fall, dann muß man sich fragen: Was kostet uns das Gelände, sind es 140 000 m., wie von der einen oder nur 25 000 Mt. von der anderen Seite behauptet worden ist, das ist der springende Punkt bei dieser Sache. Wir erwarten deshalb, daß für alsbaldige Einberufung einer Bürgerversammlung gesorgt wird und erlauben uns hierfür kommenden Samstag vorzuschlagen. Daß der Gemeindevorstand vollzählig erscheint, halten wir für selbstverständlich, da aus der Mitte dieser Korperation der Vorschlag gemacht worden ist, den Bürgern und sich selbst vor der Beschlußfassung über alle Fragen vollste Aufklärung zu verschaffen. Wir wollen hoffen, daß die zu erwartende Versammlung von Freunden und Gegnern stark besucht wird und bietet sich hier für die Gemeinderatswahl- Kandidaten die beste Gelegenheit, ihre seither nur in kleinerem Kreise ermöglichten Aeußerungen über das Wohl und Wehe unserer Stadt vor versammelter Bürgerschaft vorzutragen und scharfe Kritik an dem Tun und Lassen des Gemeinderats zu üben, dem anzugehören gar mancher( bis jetzt noch im Stillen) wünscht. Jammerschade ist es ja, daß nur 4 Sessel( pardon, alte und neue Stühle), in diesem Kollegium zu beseßen sind, denn durch diesen Umstand wird wohl mancher der Reflettanten nach der Wahl darauf angewiesen sein, nur in den Bierlofalen, an Straßenecken 2c. 2c. Klagen über die miserable Wirtschaft" im Gemeinderat seinen gläubigen oder auch ungläubigen Zuhörern vortragen zu können, anstatt den Kollegen" mit Erfolg die Wege zu weisen, auf denen eine Stadt zum Glück und Wohlstand gelangen kann, ohne den be fannten Säckel derselben so zu strapezieren, wie es seither seitens der Gemeinderäte geschehen sein soll. Da im August die Wahlen für die Gemeindevertretung vollzogen sein müssen, ist es die höchste Zeit für die Kandidaten, den Befähigungsnachweis caram populo zu erbringen und hierzu gibt es teine bessere Gelegenheit als in dieser Bürgerversammlung. X. Y. 8. Marktberichte. " Gießen, 2. Junt. Auf dem heutigen Wochenmarkt lofteten Butter per Pfd. 80.- 1.00 Mt., Hühnereter per Stüd 5-6 Pfg., Enteneier St. 7 Pfg., Käse per St. 6-8 Pfg., Käsematte 2 St. 5-6 Pfg., Erbsen per Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Pfg., Tauben per Paar T. 0.80-1.00, Hühner per Stüd Mt 1.30-1.40, Hahnen, per Stüd C.80-1.70, Enten per Stüd 1.70-2.20, Gänse ver Pfd. 65-70 Bfg., Ochsenfleisch per fd. 70-80 fg., Rindfleisch per Pfd. 62-68 Pfg. per Pft Schweinefleisch 60-72 fp. Sa wetne fletsch gesalzen per Pfund 0.76 Big., Kalbfleisch per Pfd. 68-76 Bfg., Hammelfleisch per Pfd. 50-74 Pfg., Kartoffeln pro 100 kilo 6.00 mt., Zwiebeln per 3t. Mr. 7.00-10.00, Aepfel per Centner 20-25 Mt. Milch per Liter 18 Bfg. Dauer der Marktzeit bon 7 Uhr morgens bis 1 Uhr Nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Marktzeit überhantt nicht, und während der ersten drei Stunden der Marktzeit im Umherziehen feilgeboten werden. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Freitag, den 3. Juni. Zeitweise windig, zeitweise heiter, bei kalter Nacht tags Temperatur wenig verändert, noch stellenweise geringe Regenschauer. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen. Gartenstraße Nr 2( Bürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 14. Es können eingestellt werden: 1 landw. Knecht, 1 jüngerer Schmied, 1 Installateur, 3 Schreiner, 1 jüngerer Bäder, 2 Schneider, mehrere Erdarbeiter, 1 Köchin, 10 Dienstmädchen. Lehrlinge: 1 Installateur, 2 Bäcker, 1 Kaufmann, 2 Kellner. Es suchen Arbett: 1 Steinhauer, 1 Schlosser, 1 Wagner, 1 Heizer, auch Maschinenschlosser, 1 Wasch- oder Putzfrau, 1 Lagerarbeiter, 1 Fahrbursche, 1 Dienstmädchen, 3 Bureaugehilfen. Verantwortlich: für den politischen, vermischten und unterhaltenden Teil Albin Klein Gießen; für den lokalen Teit Karl Klose, Grünberg. Giessen, den 2. Juni 1904. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem unerwarteten Hinscheiden unseres innigstgeliebten unvergesslichen Sohnes, Bräutigams, Bruder, Schwager und Onkels Herrn Christian Nickel sagen wir Allen auf diesem Wege, insbesondere Herrn Pfarrer Schwabe für die trostreiche Grabrede, dem Kriegerverein und Geselligkeitsverein nebst den Arbeitern, für die dem Verstorbenen erwiesene letzte Ehre, sowie für die zahlreichen Blumenspenden unseren herzlichsten Dank, da es uns nicht möglich ist, jedem Einzelnen zu danken. Die tieftrauernden Hinterbliebenen. Sonntag den 5. und Montag den 6. Juni findet das diesjährige Bezirks- Kriegerfest verbunden mit Fahnen weihe hier statt und ladet zu zahlreichem Besuche freundlichst ein Stangenrod. I. d. N.: Familie Johannes Nickel. Der Vorstand des Kriegervereins. PROGRAMM: Samstag, den 4. Juni abends: Konzert auf dem Festplate. Sonntag, den 5. Juni: 1. 6 Uhr: Weckruf. 2. 9 Uhr: Gottesdienst, abgehalten von Herrn Pfarrer Schmidt. 3. 11-1 Uhr: Empfang der Vereine. 4. 1 Uhr: Festzug durch den Ort. 5. Begrüßungsansprache durch den Vorsitzenden des Kriegervereins Stangenrod. Herzenswunsch Aller ist ein zartes, reines Gesicht, rosiges, jugendfrisches Aussehen, weiß, sammetweiche Haut und blendend schöner Teint. Man gebrauche daher: Radebeuler Steđen-- Lilienmilch- Seife pferd = echt à Stüd 50 fg. bei: Adolf Bieler, Gießen Vittoria- Drogerie, Marktstraße 5. In meiner mech. Schreinerei mit Motorbetrieb finden mehrere Schreiner Glasergesellen oder dauernde Arbeit. H. Keßler, Lollar. 6. Festrede, gehalten vom Herrn Bezirkspräsidenten. 7. Weiherede, gehalten von Herrn Defan Wagner. 8. Uebergabe der Fahne durch die Festjungfrauen. 9. Dank des Vereinsvorstandes. 10. Gesang: Deutschland, Deutschland 2c. 11. Kameradschaftliche Geselligkeit, Gesang u. Tanz. Moutas, den 6. Jnat: 1. Morgens 10 Uhr: Frühschoppen mit Konzert auf dem Festplate. 2. Nachmittags 22 Uhr: 3ug durch den Ort mit enthüllter Fahne zum Festplay, Konzert u. Tanz. Freibant. Ochsenfleisch geſal. 40. Roch Arbeiterinnen einige fowie Lehrmädchen werden jederzeit angenommen. Nana Kramer, Robes und Konfektion. Gießen, Loeberstraße 11, part. Kindermädchen für einige Stunden pro Tag gesucht. Meldungen nimmt die Exp. d. Bl. entgegen. Hypothet zum UNUBERTROFFEN Waschen und Putzen WASCHET NUR MIT NAUMANNIA CNAUMANN SEIFE GESCHUTZ OFFENBACHZ Makulatur hat abzugeben die Expedition. mt. 10000 an 2. Stelle bei 500 3nsen zu leihen gesucht. Möbl. Zimmer Off. u. 4449 a. d. Erp. d. Bl. Krieger- Verein Giessen. Sonntag, den 5. Juni, nachmittags 3½ Uhr: Waldfest in der 2. Schneise rechts der Licherstraße. Abmarsch präcis 3 Uhr mit Musik vom Ludwigsplay. Ziehung 6., 7., 8., 9. Juli Freiburg. Münster a M. Lose 3.30 Porto u.Liste 30 Pfg. extra. 12184 Geldgewinne ohne Abzug 322500 Hauptgewinne: Mark 100,000 40,000 20,000 10,000 1 à 5000- 5000 = 2 à 3000 6000 = 2& 2000- 4000 5 à 1000 5000 = AAAAA20& 500-10000 200100-20000 200 à 50-10000 1000 20-20000 2000 10-20 000 8750 à 6-52 500 Ein braver Junge sterweg 9 finds per fofort au bermieten der das Schlosserhandwerk erlernen will, wird gesucht. Wilh. Nagel, Schlossermstr. Gießen, Oftanlage 3. PALMIN WohnGießen, Marktfrake 11. Seltersweg 73, ungen von je 6-7 Zimmern nebst Laden mit oder ohne Wohnung per sofort zu vermieten. Näh. Seltersweg 65, Giesen. Zubehör auf 1. Oktober zu vermieten. Näheres bei der Bürger· Zimmer Nr. 15. meisterei - übertrifft an Wohlgeschmack und Billigkeit alle anderen Fette. Reine Bflanzenbutter! Keine Margarine! Kein Kunstprodukt! Man fordere in allen Kolonialwaren- und Butterhandlungen ausdrücklich, „ Palmin" und achte auf die Originalpackung. August Kilbinger, Giessen, Seltersweg 19. - Telefon 276. 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Bei einem Schweine des Karl Albus zu Inhetden ist Rotlauffeuche festgestellt worden. Gehöftsperre ist verhängt. Gießen, 30. Mai 1904. Großherzogliches Kceisamt Gießen. J. V.: Hechler. Bekanntmachung. Für einen Teil des Teufelsluftgärtchens entlang der Nowackschen Besitzung ist ein neuer Fluchtlinienplan festgestellt. Derselbe fann beim städtischen Tiefbauamte( Gartenstraße 2) eingesehen werden. Gießen, den 30. Mat 1904. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Die Kaplausgasse zwischen Kreuzplatz und Satharinengasse wird von heute an bis auf weiteres für den Fuhrwerksverkehr gesperrt. Gießen, den 1. Juni 1904. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Befanatmachung. BahnDie Westan age zwischen Frankfurter- und hofstraße wird wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten von heute an bis auf weiteres für den Fuhrwerks- und Fahrradverkehr gesperrt. Gießen, den 1. Juni 1904. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Herberg. Verdingung. Forsthauses Die zur laufenden Unterhaltung des Hochwart erforderliche Weißbinderarbeit soll Dienstag, den 7. Juui d. Js. vorm. 11 Uhr öffentlich vergeben werden. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen während der Dienststunden bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, find spätestens zu obengenanntem Zeitpunkt an uns einzureichen. schlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 31. Mai 1904. Städtisches Hochbauamt. Gerbel. Bekanntmachung. - ZuMontag, den 6. d. Mts., vormittags 8 Uhr findet auf den großen Graben in Grünberg durch die Störfommission für Simmentaler Vieh die Anförung der törungsfähigen Tiere statt. Brikations echtverlangen Sie sofortige dem Anfügen in Kenntnis gesetzt, ihre diesbezüglichen Gratiszusendung unseres Hauptkataloges. Failnioht's Laboratorium, G. m. b. H., Eldelstedtb. Hamburg. 137 Gebrauchte Drehbank gesucht. 1-2 Mtr. Spiß nweite. Offerte unter 4489 an die Erp. d. Bl. erbeten. Prima Apfelwein empfiehlt stets frisch Deutscher Hof, Gießen, Neuenweg. Die interessierten Viehbesizer werden hiervon mit Tiere der Kommission vorzuführen. Grünberg, den 2. Juni 1904. Großh. Bürgermeisterei Grünberg. 3immer. Königl. Preuss. Staats- Medaille Seidenstoffe jeder Art, in jeder Farbe, von 75 Pf. an. zu jedem Preise, der Meter Muster portofrei. Fertige seidene Kostüm- Röcke, Jupons, Blusen, halbfert. Roben. Deutschlands grösstes Spezial- Seiden- Geschäft Mr Seidenhaus Michels& Cle., Berlin SW. 19 43 Leipziger Strasse 43 Ecke Markgrafen- Strasse. Mechanische Seidenstoffweberei in Krafeld dere diente" fein müßte! Was Wunder, wenn fich Johann oder Friedrich, Nuze machen? eigentliche fehr hohen Grad einer 6 Foloffal fabelhaft u. f. m Das gemliche Leben verfälscht der Worte eidhmen, braucht man mit Vorliebe die mehr erkennen läßt. um auch unbewußt, diesen Namen zu Eigenschaft einen ihm einen Augenblid lächelnd an, dann ſagt er ruhig muß man hinfolgen, wo er hingeht? Auch wenn Kollegiale, Rache. er Briefbote In der Behausung eines unserer genialften in Berlin anr Beit Reparaturen notNr. 122 Donnerstag, den 2. Junt. sche Familien 1904. ams, Bruder, em Einzelnen en Arbeitern, en. en. hr: estraße. ag. ig. At worden. Ge Albus zu In Steßen. 9. städtischen Tiefr Fluchtlinien Ertens entlang den. Kollegiale, Rache. In der Behausung eines unserer genialsten in Berlin ans sässigen Klaviervirtuosen sind vor einiger Zeit Reparaturen notwendig geworden, mit deren Ausführung ein Maurergeselle beauftragt wird. der Be diente" sein müßte! Was Wunder, wenn sich Jo- sie einen Augenblick lächelnd an, dann sagt er ruhig: Muß man hann oder Friedrich, wenn auch unbewußt, diesen Namen zu ihm hinfolgen, wo er hingeht? Auch wenn er ein Briefbote ist? Nuze machen? Das gewöhnliche Leben verfälscht der Worte eigentliche Bedeutung in einer Weise, welche lettere oft kaum mehr erkennen läßt. Um einen sehr hohen Grad einer Eigenschaft zu bezeichnen, braucht man mit Vorliebe die Worte: furchtbar, riesig, entseßlich, kolossal, fabelhaft u. s. w. So hört man leicht: furchtbar schön“,„ riesig kleine Hände", „ fabelhafte Schulden" und leider gehören doch gerade diese letteren ganz und gar nicht in das Reich der Fabel! Uebertriebene Höflichkeit legt uns auch manchmal sonderbare Sachen in den Mund; so sagt man z. B., wenn man etwas wissen oder haben möchte: Dürfte ich Sie vielleicht fragen, ob..."; oder:" Darf ich Sie bitten, um Man verlangt hierauf ohne weiteres das Gewünschte. Die richtigste Antwort auf solche Fragen ist aber immer: Fragen dürfen Sie( oder auch nicht), ob ich es Ihnen aber gebe, ob ich es überhaupt habe. Jedenfalls hatte der Droschkenfutscher gar nicht unrecht, welcher die Frage:„ Kutscher, können Sie mich fahren?" beantwortete:„ Na, wovor jloben Sie denn, dat ick hier oben size!" " Das Wörtchen„ Ach" ist ursprünglich ein Ausruf des Schmerzes oder der Verwunderung, überhaupt des Gemütsaffektes. Wir brauchen dies Wörtchen„ Ach" aber heutzutage bei allen möglichen Gelegenheiten. Man hört gleichmäßig: ,, Ach, der Geliebte floh und Ach, Anna, bringen Sie den Kaffee", worauf Anna mit derselben Ungenauigkeit antwortet: Im Augenblick", und uns eine halbe Stunde warten läßt. Dieses im Augenblick" und im Moment" darf man überhaupt nie wörtlich nehmen, am allerwenigsten, wenn jemand uns bittet:„ Borgen Sie mir doch fünfzig Taler, ich bin in augenblicklicher Verlegenheit!" Von Neunundneunzigen beim Hundert können wir annehmen, daß bei den Leuten die augenblickliche" Verlegenheit sich in Permanenz befindet. WITZ UND HUMOR Das ist fürwahr ein armer Mann, Der nicht im Kleinsten sagen kann: Hier bin ich Herr! Doch ärmer noch ist der, Und wenn er auch ein Krösus schtene, Der nicht sagen kann: ich diene! Ein Vorschlag zur Güte. Vater: Schon wieder ein so schlechtes Zeugnis? Sprößling: Ja, Papa, du mußt schon ein ernstes Wort mit dem Lehrer reden, sonst macht er immer so fort. Auch ein Lebensberuf! Vorübergehender( zu einem schwer Betrunkenen, der seiner ganzen Länge nach in der Straßengoffe liegt): Pfui, schämen Sie sich nicht? so ein gesunder, kräftiger Mensch in solchem Zustande und obenein am frühen Morgen! Betrunkener( ruhig und groß): Jeh'n S― Sie jeffälligst Ihre W- Wege, un stören S- Sie mir nich! Ich I- liege hier in m meinen Beruf! Der Herr: Beruf? Ist das auch ein Beruf, den öffentlichen Abscheu zu erregen?! - Betrunkener: Dhue ich das?! Na seh'n Sie wol, d dann stimmt's! Ich b― bin seit jestern bei den hiesigen n neien 3w Zweigverein jejen den M- Mißbrauch i- jeistiger Jetränke" angestellt Der Herr: Als was denn? Betrunkener: Na, eben als ab- schreckendes B Beispiel! - - Kindermund. Die zwölfjährige Marta hat schon zweimal einer kirchlichen Trauung beigewohnt. Noch von dem Erlebten erfüllt, spielt sie selbst, zu Hause angekommen, mit dem kleinen Bruder Fritz„ trauen lassen".- Willst du, beginnt sie feierlich und schraubt die Stimme zum möglichst tiefen Baß herunter, willst du diesem Mann überallhin folgen, wo er hingeht?- Frizz sieht Die Arbeit ist endlich zur entschiedensten Unzufriedenheit des Auftraggebers beendet; trotzdem hat der„ Baubeflissene" die Kühnheit, außer dem verabredeten Lohn auch noch eine Ertragratifitation von nicht unerheblichem Betrage zu beanspruchen, die der Musikprofessor aber mit Entschiedenheit verweigert. Kurze Zeit nach diesem Vorfall an einem Sonntage besucht der Künstler in Gesellschaft mehrerer Freunde eine be= kannte stilvolle" Bierstube, welche sich namentlich an diesem Tage mehr durch die Quantität als durch die Qualität ihrer Gäste auszeichnet. - Eben hat der Klaviervirtuose mit seiner Gesellschaft an einem Tisch Platz genommen, als dicht an ihm vorüber der Maurergeselle schreitet, um das Lokal zu verlassen. Starr sieht letterer dem Professor einen Augenblick ins Gesicht und sagt dann mit leichtem Kopfnicken zu diesem mit scharfer Betonung: ' n Abend, Herr Kollege! Der Musiker, über diesen sonderbaren Gruß einigermaßen erftaunt, wendet sich mit der Frage an den Sprecher: Kollege?.... ich wüßte doch nicht! Wie kommen Sie denn darauf?! Ruhig und groß aber entgegnet der Maurergeselle, indem er seine Zigarrenpfeife aus dem linken Mundwinkel in den rechten hinübergleiten läßt: Na, ick dachte man: weil Sie doch ooch Akkordarbeiter sind! Sprach's und entschwand unter nochmaligem leutseligen Nicken. * Humoristische Definitionen verschiedener Wissenschaften. Die Mathematik ist diejenige Wissenschaft, in welcher man einem ein X für ein U vormachen darf. Die Chemie ist diejenige Wissenschaft, die es liebt, den Zuhörern einen blauen Dunst zu zeigen. Die Perspektive ist diejenige Wissenschaft, in welcher schiefe Ansichten gerechtfertigt find. Die Astronomie ist diejenige Wissenschaft, in welcher sich die Sterngucker die Augen verderben, die Blinden aber mit Hilfe der Mathematik die unsichtbaren Sterne entdecken können. Der Sublimste in der Physik ist der unsichtbare Platindraht, den man nur mit dem Mikroskop beaugenscheinigen kann. Die Mechanik ist diejenige Wissenschaft, welche sich deshalb vergeblich abmüht, das Perpetuum mobile zu erfinden, weil noch kein Mechaniker das Schießpulver erfunden hat. Pariert. Ein querköpfiger Künstler, der nicht gerade über allen Tadel erhaben ist, sah sich zu seinem Aerger eines Tages in einer Zeitung scharf kritisiert. Er setzte sich hin und schrieb auf eine Postkarte: „ Was ein Esel von mir.spricht, Das acht' ich nicht." Der Empfänger dieser anonymen Liebenswürdigkeit bediente sich desselben Korrespondenzmittels und schrieb auf eine an den Künstler adressierte Postkarte: „ Doch schlimm ist's, daß der Weisen Lehren Dich so wenig wie der Tadel scheren." Das neue Drama. Scene: Jm Konversationssaal eines Pariser Theaters.- Vor der Première. Eine berühmte Schauspielerin unterhält sich angelegentlich mit einem elegant gekleideten Herrn:„ Ich versichere ihnen, ich bin in einer solchen Erregung ,, Ganz überflüssig, Fräulein, Sie werden sehen, Sie werden Furore machen; wir werden durchdringen. Ich habe mein möglichstes getan..." ,, Man ist aber so verwöhnt..."" Wenn auch, Sie können ganz ruhig sein, wir werden einen Erfolg haben und einen großen Erfolg... ich glaube, daß es mir gelungen ist, die Steigerung künstlerisch zu bemessen bis zum vierten Akt, da müssen Sie Sensation erregen." ,, Glauben sie, ach Gott, wir wollen es Hoffen." Ein Habitué wendet sich an einen Schauspieler:„ Der Herr, der dort mit ihrer Kollegin spricht, ist wohl der Autor des neuen Stückes?"" Nein, er ist der Schneider des Fräulein C. Nr. 122 Donnerstag, den 2. Junt. 1904. Oberbessische Familienzeitung. Tägliche Unterhaltungs- Beilage der Gießener Neueste Nachrichten. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1783); verantwortlich: Albin Klein. ( 11. Fortsetzung.)] Die Rache ist mein. Originalroman von Ottomar Beta ,, Auch Rauch ist malerisch und das Getöse der Dampfhämmer ist Musik," fuhr Erich fort, und auch Vulkan war ein Gott, aber man hat nicht nötig, seinetwegen den Olymp zu zerstören. Der Justizrat war captiviert. Er zeigte eine Kindesmiene des Entzückens. Vulkan," sagte er sinnend, das ist was für Aktionäre. Vulkan! Ein Fürst für tausende von fleißigen Fäusten, ein Herrscher im vesuvischen Reich, der mit dem Feuer spielt wie Neptun mit den Fluten und Jupiter mit dem Blizz. Holla. das muß ich Moriz sagen. Erich, Sie selbst haben unwillkürlich Pate gestanden und das Unternehmen getauft. Der alte Herr sprang von der Bank empor, auf der man Platz genommen hatte. Er war ganz erregt. Eine neue Idee mußte er sofort an den Mann bringen. " Es ist außerdem wünschenswert, daß einer von uns hinaufgeht, um zu zeigen, daß kein Groll besteht," meinte er. ,, Mit Recht," sagte Erich.„ Gehen Sie hinauf, ich werde hier unten warten, oder besser noch, ich verlasse diesen Boden und warte in dem angrenzenden Gartenlokal, das, wie es scheint, der Gäste dringend bedürftig ist.' " Auch ich," sagte Franziska, und ich füge hinzu, daß ich keinen Gran von irgend welchen versöhnlichen Empfindungen für Frau Moritz in mir entdecken kann, daß ich sie nie, nie wiedersehen möchte, und daß ich es sehr bedaure, an der erlebten Szene mitschuldig zu sein." Dabei legte sie ihren Arm in den Erichs, wie in den eines alten Freundes. „ Herr Staudius hätte freilich nicht hierher verlockt werden sollen," bestätigte der Justizrat. Erich aber schüttelte mit dem Kopfe. „ Es ist besser so," wiederholte er. Ich habe nun mit eigenen Augen gesehen, was ich als Kind nicht begriff und aus den Briefen meiner Mutter nur erriet, daß Haß und Verrat von seiten dieser Familie meinen Eltern ein vorzeitiges Grab bereitet haben." ,, Sie werden morgen ganz unzweifelhaft einen Brief erhalten, worin man Sie inständigst und zerknirscht um Entschuldigung bittet," wandte der Justizrat ein. Erich blickte finster in die Ferne. " Das persönliche Verhalten mir gegenüber ist durchaus Nebensache; als Sohn meines Vaters aber künde ich hiermit der Familie Moriz Fehde an, auf Tod und Leben. Es wäre illoyal, wenn ich diese Erklärung zurückhalten wollte, damit man mir nicht abermals Vertrauensmitteilungen zugehen läßt, die ich zum Schaden meiner Feinde benußen könnte." ,, Und wir meinten es so gut mit Ihnen," jammerte der Justizrat. Papachen," fiel nun Franziska ein, wie werden das stets tun, aber für Morizens, glaube ich, kannst du nicht einstehen, weder in dieser noch in anderer Hinsicht." ,, Das war, glaube ich, sehr logisch," sagte Erich. Franziska schmollte zu ihrem Vater gewendet: Für ein Frauenzimmer, nicht wahr? Es tut mir fast weh, daß ich einen erfahrenen Juristen wie dich in den ( Nachdruck verboten.) Sand setze. Du läßt dich von deinem guten Herzen verleiten Von meiner Dankbarkeit," stotterte der alte Herr in größter Verwirrung. Ich bin jener alten Dame dort verpflichtet... ich er trat auf Erich zu und ergriff seine Hand ,, ich darf auch meinerseits nicht illoyal sein. Ihre Erklärung, lieber Erich, erkenne ich als eine leidlich gerechtfertigte an, obwohl diese Sorte von Fehde meist mit illoyalen Mitteln ausgefochten wird; aber ich würde es mit größtem Schmerze sehen, wenn Sie über das Ziel, welches Sie vielleicht ins Auge gefaßt haben, den Weg vergäßen, den Sie treten müssen; es könnte sich auf diese Weise vielleicht an Ihnen ein tragisches Geschick wiederholen, welches schon Ihren Vater betroffen. Der junge Moritz ist ein mächtiger Feind in dieser Stadt. Ich mache mich nicht zum Träger Ihrer Erklärung, schon aus dem Grunde nicht, lieber Erich, weil Er stockte. ,, Weil, Papachen?" Franziska nahm ihn beim Arm und flüsterte ihm ins Ohr:„ Weil du Morizens Sklave bist, weil sie dir verbieten würden, mit Herrn Staudius noch ferner zu verkehren. Deine Dankbarkeit, Papachen, ist süßer Selbstbetrug. Und deshalb heiße ich Herrn Staudius hiermit noch einmal willkommen, tausendmal willkommen, da er dich aus diesem deiner unwürdigen Joche befreit." Erich eilte Franziska zu Hilfe, indem er nun den anderen Arm des völlig erschütterten alten Herrn ergriff. So gingen sie alle drei noch eine Zeit lang am Ufer unter den gigantischen Weiden auf und ab. Einige von den in jener Zeit gerade neu eingeführten Flußdampfern passierten während dessen diese verödete Stätte. Sie waren reichlich mit Sonntagsausflüglern und Blechmusikanten besetzt und die Töne der Fallstaff- Arie aus den Lustigen Weibern von Windsor", die damals gerade das Neueste vom Neuen waren, mischten sich mit den Hurras der Passagiere, während der Wirt im angrenzenden Gartenlokal den Dampfern wehmütig nachschaute. Erich bemerkte ihn auf seiner verwaisten Landungsbrücke und erinnerte sich, wie beliebt und an Zuspruch reich dieses Vergnügungslokal am Ufer in früheren Zeiten gewesen war. Jetzt legten dort nur einige Ruderboote an. Die Dampfer hatten einige weiter unten und freier gelegene Ausflugsorte in Gunst gebracht. Erich ließ seine Blicke prüfend über das Terrain schweifen. Dann drängte er zum Aufbruch. " Ja, wir wollen gehen," seufzte der Justizrat noch immer mit zerknirschter Miene. " War es hart, was ich vorhin sagte?" flüsterte Franziska, ihrem Vater die ein wenig derangierte Krawatte zurechtrückend. mich Hart?" Fiebiger schüttelte mit dem Kopfe." Nicht für nur dir, liebe Franziska, hätte ich diese harte Wahrheit gerne erspart " Ich kenne sie doch schon lange genug." „ Die harte Wahl erspart, zwischen einem Leben der äußersten Entsagung. Bießen. 9. Kreuzplatz und auf weiteres für nberg. von 75 Pf. an, dem Preise, der Meter Art, in jeder Farbe, Arkgrafen- Strasse, Seiden- Geschäft Berlin SW. 19 lusen, halbfert. Roben. Krafeld 128 Saus gebracht 60 onnementspreis mab bie Gefen Wott@ bellagen: Obe Das Blatt afdeint Entha für Obe Von einem Beamte fifage Landtag, der in leaffen, auf deffen Gr nextritt, hat jich unter ondern auch die Reid Swannung hinfieht. und Schmeddi Reform des s der und zwa die Gehaltsfäße der Re awo nach dem Verhält tattfinden, wodurch fi raut, so ist diese& Der Regierung gegen et in allgemeine Deutich e mir auf eine no Inn einchen, möge darauf gelozuſchuß und die I Lurwand zur Befriedia Begaltsjurrogat find. einem Gehalt bestreite der. berjchiedenen Orten en fog. Servist im: Ungerechtigkeit gel hon Wohnungsgeldern rahaften werden je bol uag po ein und mit absonderlich kann Fuelichen Steuerge neen für jedes Kir aten. Der Gedanke artilienbäter Hatagorien eingeteilt, esen; aber auch in Bohmungsgeldzuschuß Beamten nicht bloß ud in ihrem Priva rinngt, fo so sollte der tiben Merkmal de reſelle aus der mn Ortschaften auch elem Beamten abgeſt nat, hat ein verheir eine derartige allegen und der A es Wohnungsgeldes Nach der Zahl e non Dr. Hige Formulierung einige Kinder in verschi ner verschiedenar ramgezogen werden, hag Size- Schmed en Staat. Es nde, und noch erfr Bandesregierung und ichichten. ,, Und der Erniedrigung?" fragte Franziska, sich erstaunt stellend. Hat man da eine Wahl? Ist nicht jeder Blick des Herrn Moriß eine Erniedrigung für mich, für uns beide, jedes Wort, was er anmaßend zu dir spricht, jeder Atemzug in dem Hause, unter dessen Dach wir mit ihm zusammen wohnen müssen?! Ich möchte weinen, daß solche Bedenken dich veranlassen können, diese Fesseln noch länger zu tragen." Kind, Kind," jammerte Fiebiger, was soll nur Erich von uns denken?" Erich aber lachte. " Ich denke, daß Sie die Ihnen offene Alternative zu tragisch nehmen, Herr Justizrat. Diese wäre, das Haus in der Domstraße zu verlassen und eine andere Wohnung zu beziehen, eine sehr günstige am Hafen belegene. Der Anlaß dazu wird sich bald finden, sobald Sie nämlich sich weigern, für eine Gründung, an deren Spike Herr Moritz sich selber stellen will, mit Ihrem guten Namen einzutreten." Fiebiger blieb stehen und starrte zwischen den Weiden. zweigen hindurch nach den gegenüberliegenden Wiesen. Aber diese Gründung ist ja gleichsam mein Lieblingsprojekt... schon seit Jahren," ſtöhnte er;„ wenn Moritz mir hilft... man darf dabei nicht so engherzig auf die Motive sehen. Diese Leute wollen verdienen, wo unsereins nur an das Gemeinwohl, an den Nutzen für das Ganze denkt." Ich werde Ihr Projekt zu dem meinen machen, das heißt, wenn Sie es genehmigen und mir Ihr Vertrauen schenken wollen." ,, Sie... Erich?" Wohl... ich!" Fiebiger starrte nun Erich ins Gesicht, mit Zweifeln an der eigenen oder an dessen zurechnungsfähigkeit. Nein," rief Franziska, in die Hände klatschend, welch' ein Wundermann! Papachen, merkst du es denn nicht, daß Herr Staudius gar nicht der arme Mann ist, für den er sich ausgibt? Ich bin sehr bald dahintergekommen." Ich habe mich nie für einen solchen ausgegeben," lachte Erich,„ nur Ihr Vater, gnädiges Fräulein, hat mich vom ersten Augenblick an für einen solchen gehalten, und sein Wohlwollen war so rührend, so befeligend für mich, daß ich mich des Genusses desselben nicht ohne weiteres berauben wollte." Er legte seinen Arm um Papa Fiebigers Hals und fuhr fast ekstatisch fort: ,, Nichts hat mir am alten Lande so gefallen, nichts mich an dasselbe aufs neue so gefesselt, wie die Liebe, Güte und Vergebung, mit der Sie mir, dem scheinbar schiffbrüchigen Ozeanbummler, dem verlorenen Sohne, sogleich entgegen gekommen sind. Jetzt aber, Herr Fiebiger, alter Freund meines Vaters und Hüter seines Andenkens, muß ich die Maske, wenn es eine solche ist, wenigstens Ihnen gegenüber fallen lassen. Denn ich sehe Sie selber der Hilfe bedürftig. Und wenn Sie die meinige annehmen, so soll Ihnen dieselbe fein Joch auferlegen, wie die des Herrn Moritz." Bei den letzten Worten, die er mit einer gewissen eigenartigen Betonung sprach, heftete er seine Blicke auf Franziska, und diese senkte die ihrigen errötend zu Boden. Fiebiger konnte sich nach dieser Eröffnung kaum fassen. Tränen rannen ihm die Wangen hinab. Er umarmte Erich und schluchzte. Ist es denn wahr, Erich, Sohn meines Staudius! Zu Chren bringen... den alten Namen...! Aber ich schwätze Unsinn! Du hättest ihm nie Schande gemacht, auch wenn... wenn... aber wie war das mit dem Sträfling Du hast ihm doch Geld abgeborgt...?" Erich erklärte den Hergang dieser im Fiebigerschen Haushalte infolge der geflissentlichen Aussprengungen des verschmitten Köberlein vielbesprochene Angelegenheit. ,, Es ist... eine Finte," starrte Fiebiger; aber warum bedarf es einer solchen?" Erich zog indessen das Paar aus dem Park und über das Gehöft auf die Landstraße hinaus. „ Erst in Sicherheit sein," sagte er, dann will ich Ihnen cles erklären. Diesen Boden betrete ich nicht eher wieder, bis er mein eigen ist." Die Drei gingen in das Gartenlokal, welches an den Brk angrenzte und fuhren später von dort mit einem Boot mauswärts nach der Stadt zurück. Moritz fand sie nicht vor. Dreizehntes Rapitel Moritz blieb an jenem Abend bei seiner Mutter, welche er in ihrem gereizten Zustande nicht sich selbst überlassen mochte oder wollte. Die alte Dame sträubte sich allerdings gegen diese filiale Fürsorge, welche sie als eine Art von schnöder Ueberwachung ansah. Ein altes Fräulein, welches bei ihr die Stelle einer Zofe oder Gesellschafterin mit der einer allgemeinen Dienstbeslissenen verband, hatte strengen Befehl, dem Herrn Sohn aus eigener Machtvollkommenheit durchaus keinen Zutritt zu ihr zu gestatten. Die Tür zum Schlafzimmer der Hausherrin wurde sorgfältig verschlossen, verriegelt und verrammelt, als wäre die Anwesenheit des Sohnes unter jenem Dache mit besonderer Lebensgefahr verbunden. Als Moritz am folgenden Morgen den Kopf zum Fenster hinaussteckte, welches nach dem Fluß hinabsah, bemerkte er einen Dampfer, der von der Stadt herunterkam und gegen zweihundert Arbeiter trug. Dieser Dampfer legte am Nachbargrundstück an; die Arbeiter entstiegen demselben mit allerlei Gerät und Handwerkszeug, Karren, Brettern und Balken. Er war zu verwirrt und mißmutig, um diesem Umstande sofort irgend welche Bedeutung beizulegen; als er aber nach dem in Einsamkeit eingenommenen Morgenimbiß einen Gang im Park unternahm, drang von dem Vergnügungsgarten ein sonderlicher Lärm an sein Ohr. Er spähte über den vielfach vermorschten Bretterzaun hinüber und sah einen ihm bekannten Ingenieur, der bei Fiebiger verkehrte und im Auftrage des alten Rechtsanwalts Pläne für das Lieblingsprojekt entworfen hatte, welches diesen seit langem beschäftigte. Dieser stellte soeben Vermessungen an; ein anderer Herr vom Baufach ließ einen Graben ausheben, der Wirt räumte das Haus, ein leichtes Fachwerk, und dirigierte die Arbeiter, welche seine Möbel heraustrugen, gleich bis auf die Landstraße, wo bereits Fuhrwerke standen, um dasselbe fortzuschaffen. Wieder andere Arbeiter schlugen auch schon das Fachwerk ein und lösten die Bretter der großen Trinkhalle am Ufer; kurz, Moritz sah mit erstaunten Augen eine Armee Leute, die wie Ameisen durcheinander wimmelten und ein großes Demolitionswerk in aller Eile vollführten, wie man es bei einer Festung nur erlebt, wenn der Feind in Eilmärschen anrückt, und alles, was ihm Deckung gewähren könnte, rasiert werden muß. Er ging hinüber und fragte den Wirt, was das bedeute. „ Hab's verkauft, das ganze Grundstück; noch gestern abend ganz spät kam Herr Rietz." „ Rieß?!" " Ich weiß," sagte der Wirt gutmütig, daß Sie ein Auge darauf hatten, aber Ihr Gebot oder das Ihrer gnädigen Frau Mutter war, nehmen Sie's mir nicht übel, ein mit Respekt zu sagen, ein unacceptables, Herr Moriz. Herr Rieß bot mir ohne Handel die Hälfte mehr..." " Und was soll hier geschehen?" Der Wirt zuckte mit den Achseln, indem er den Fragenden scharf in Augenschein nahm. Müssen die Herren Ingenieure' mal fragen, Herr Moritz, aber Ihnen ist wohl nicht recht wohl... schade... den Kognak haben die Arbeiter schon demoliert, sonst würde ich raten... jedoch hingegen, Sie haben's ja nicht weit bis nach Hause." Moritz war in der Tat wie vom Blize getroffen. „ Rietz, Rietz, Rieß," stammelte und stotterte er einmal über das andere, während ihn die Arbeiter im Eifer der Werftätigkeit oder in besonderer Unehrerbietigkeit gegen einen Brotgeber, der ihnen als geizig und teilnahmlos be kannt war, zur Seite stießen. „ Aber was soll denn hier geschehen?" fragte Morte, diz Püffe nicht achtend, auf den Ingenieur zustürzend. Dieser sah ihn groß an und zuckte ebenfalls mit der Achseln. ,, Wissen Sie nichts davon, Herr Moritz?" ,, Kein Sterbenswort..." stieß dieser fast wider willen heraus. Je nun, dann dürfen wir Ihnen wohl auch nichts sagen, und verzeihen Sie, der Bauplatz ist für Unbefugte ge schlossen." ( Fortsetzung folgt.) Der göttlichen Kunst Sei jeder ergeben! Und lacht dir nicht Musengunst, Gestalte zum Kunstwerk dein Lebeu! „ Töff-- Töff." Humoreske von Berthold A. Baer. ( Schluß.) ( Nachdruck verboten.)' ,, Wie können Sie behaupten, daß dies Ihre Maschine sei! Das ist Mrs. Humphreys„ Red Devil"." Der Mond blinzelte schelmisch, als er hörte, wie die beiden Paare gegenseitig den Irrtum zu erklären ſuchten. Und nun fuhren wohl Myra mit Mrs. Humphreys und Henry mit Realff Receds? D, nein. Die Paare blieben beisamunen. Im September aber werden zwei Hochzeiten in Coolidge gefeiert, wozu schon jetzt alle Mitglieder und Freunde des „ C.-.-.-" eingeladen sind. Gute Fahri: „ Töff-- Töff-" = " Sie irren fich. Dies ist mein„ Red Devil". Hier ist Redensarten und ihre Bedeutung. mein Namenszug." " Dann habe ich die Maschinen verwechselt. Nun aber bittte ich, lassen Sie mich zurück zu Mrs. Humphreys gehen, die gewiß auf mich wartet. Halten Sie an!" Das war leichter gesagt, als getan. Leeds zog und drehte am Griff- drehte hier und zog da, zog dort und drehte hier die Maschine lief, wie ein„ Red Devil" und ließ sich nicht anhalten. " Es wird Ihnen einstweilen nichts übrig bleiben, als mit mir weiter zu fahren, Miß Scull. Die Maschine ist außer Ordnung geraten und ich fürchte, wir müssen sie ausbrennen lassen, che wir anhalten können." ,, Da haben wir ja Aussicht, vielleicht die ganze Nacht durchzufahren." " Nichts wäre mir angenehmer entschuldigen Sie ich meine, das wäre sehr unangenehm für Sie aber ich könnte mir keine bessere Gelegenheit wünschen, allein und ungestört mit Ihnen zu plaudern _" Ist die Maschine wirklich außer Ordnung?" Wirklich und wahrhaftig," entgegnete Realff, indem er wieder mit allen Kräften versuchte, die Dahinstürmende zum Halten zu bewegen.„ Wissen Sie auch," fuhr er dann fort, „ daß ich mein Herz an Sie verlor, im ersten Augenblick, da ich Sie sah? Bleiben Sie ruhig fißen. Sie können jetzt nicht aussteigen. Ich kann Ihnen die besten Referenzen über mich geben. Schen Sie doch, bitte, auch einmal nach dieser Seite. Zwar ist meine Praxis noch sehr flein aber ein lediger Arzt befommt nie eine große Praxis. Miß Myra, wollen Sie die große Sünde auf sich laden und zusehen, wie ich verhungere, nur weil Sie mich nicht heiraten wollen?" Da mußte sie lachen. Das gab ihm frischen Mut. Miß Myra, drehen Sie sich bitte ein einziges Mal mir zu - die Gegend auf dieser Seite ist auch ganz nett- ein bis chen mehr so, daß ich die grauen Augen sehen kann--" ,, Blaue, bitte Es war das erstemai, daß sie gesprochen hatte. " Ich dachte graue. Um sicher zu sein, wer Recht hat, muß ich erst mal ordentlich hineinschauen nicht umdrehen, bitte. Ich will Sie so lieb haben unsere Ehe soll einer einzigen großen Fahrt gleichen, bis- Myra ein. bis die Maschine außer Ordnung geht," warf Dann füsse ich dich und sage: Ich bin dir gut- etwa so,"( dabei saiste er die leicht Widerstrebende und drückte einen Kuß auf ihre Wange) und dann küssest du mich etwa so," ( und wieder füßte er sie, diesmal auf die weichen Lippen) ,, und sagst" „ Du böser Mann." Und dann ist alles wieder in Ordnung." Aufgepaẞt!" schrie Myra auf. Fast wäre die Maschine auf einen Baumstumpf gefahren. Schnell drehte Realff, zur Seite, unwilltürlich zog er am Hebel die Maschine stand!! „ Alles wieder in Ordnung," sagte Mealff lachend. " Nun lasse uns zurückfahren und scheu, ob wir Mrs Humphreys begegnen; sie ängstigt sich gewiß um mich." Realff wandte seine Maschine und zurück fuhren sie, Arm in Arm. „ Töff-- Töft" tönte ein Signal. „ Zöff Löff" antwortete Reeds Brrrr-- Halt! Da stunden siý zwei„ Red Devils" gegenüber. In dem einen seßen stealff Leeds und Myra Scull, in dem andern Henry Twinng und Mrs. Humphreys. Skizze von Dr. F. Albert. ( Nachdruck verboten.) Eine Tat ist oft nicht viel und ein Wort ist meist noch weniger. Was eine Redensart ist, weiß jeder; es ist eben ,, eine Art zu reden, une façon de parler". Wer Worte und Redensarten für voll nimmt, kauft die Katze im Sack. Ja, oft meint ein Wort, eine Redensart direkt das Gegenteil von dem, was sie sagen. So gilt es eine Menge Menschen, welche die eigentliche Bedeutung des Wortes Freund" gar nicht zu kennen scheinen; welche dieselbe wahrscheinlich auch nie erfahren haben. Die Leute haben sich einander in der Schule fennen gelernt, auf der Universität, beim Diner, auf dem Ball oder im Wirtshause; sie haben zusammen getrunken, sich zusammen amüsiert und im Verlauf einiger Jahre kaum einige Dutzend vernünftige Worte gewechselt, die andere Verhältnisse berührt hätten, als die alltäglich hergebrachten, unter den meisten jungen Leuten üblichen. Nun reden sie von einander zu Fremden, nennen sich gegenseitig: „ Mein Freund Robert" und„ mein Freund Hildebrand". Bei der kleinsten Gelegenheit aber, welche ihre speziellen Interessen in Kollision bringt, streitet sich Freund Robert mit Freund Hildebrand und schimpft hinterm Rücken. Tritt das Wort Freund nun gar mit dem Epitheton„ lieber Freund" auf, so bedeutet es erst recht ganz und gar nichts. Es ist interessant zu beobachten, wie verschieden die Bedeutung zweier Wörter ist, die denselben Stamm haben. Da ist z. B. von einem Kompromiß" der Nationalliberalen die Rede, und so schwer es einem wird, darf man hierbei doch bei Leibe nicht an das böse Verbum, fompromittieren" denken. Hildegard, die glückliche Gattin, darf sich in einem Briefe an ihren Gatten im Uebermaße ihrer Zärtlichkeit unterschreiben:„ Ewig dein Eigentum". Aber deshalb darf der Gatte seinen nächsten Brief an sie noch lange nicht überschreiben:„ Meine eigentümliche Hildegard!" Gerade Briefe bringen uns ja der Redensarten und „ Worte" so viele, daß man nur beim Lesen derselben etwas kritisch zu sein braucht, um sich die herrlichste Blumenleje in kurzer Zeit sellst zusammenstellen zu können. Wie viele Leute apostrophiert man mit sehr verehrter Herr", die man in Wirklichkeit gar nicht sehr verehrt. Wie oft erbittet man „ ganz gehorsamst" eine Sache, und ist doch durch dieſe Bitte allein schon ganz und gar nicht gehorsam“. Wenn wir nun die Sprichwörter mustern, so finden mir bald, daß gerade die bekanntesten oft die absurdesten sind. Jede Höferfrau, jede Köchin weiß und jedermann könnte wissen, daß nichts sich so unähnlich ist, wie ein Ei dem andern Doch sagt man immer noch:„ Das gleicht sich, wie ein Ei dem andern!" Hunderte trösten sich mit dem bequemen Sprichwort: Hoffnung läßt nicht zu Schanden werden" und sie bedenken nicht, daß Hoffen und Harren mancht manchen zum Narren!" Von sich widersprechenden Zitaten, die sich oft geradezu aufheben, will ich gar nicht reden. Unsere konventionelle Umgangssprache verlangt, daß man bei Damen von Rang vor das schöne einfache Fräulein" noch gnädiges" setze. Trotzdem sind unsere Damen denen, die sie so anreden, nicht gnädiger" als die englischen oder französischen, welche mit dem einfachen Miss oder Mademoiselle zufrieden sind. Dies gnädige" sell aber wahr. scheinlich eine captatio benevolentiae sein: Men nennt sie so und hofft, daß sie auch so seien. Wir sind übrigens selbst daran schuld, wenn unsere Bedienten anspruchsvoll werden; wenn es acichicht, daß die Herrschaft auf den Wedienten warten unß, statt daß der Bediente auf die Herrschaft wartet. Leier i es ja eingeführt, daß der Diener der Bediente" heißt, während billiger Weise doch der Ger мод Die einzelnen Kolon f den Waterberg Das Militärmo nter Samuel Ma zeichnen wir le gen Nachrichten die itliste aus Deutschy Daß bei einer Crplosion bish St. Johann- Albr mähere Angaben nnen.- Der Llor 1 worden sind. thg 5 1hr mit ei 12 Offizieren, teren und Manni timestafrita abgega apierenden Genera abichiedet worden Die Y agnie erwun Liefoth der th, Der Arm noch imm anenoberg einen chönauparero ins Knie Schiff getrag amant b. Stü Pferd S nun auch in S Len waren an eide zum Verfa