dor Säuldhun haden hüten vill t auf die prahle Versprechunge hau enden Unnoncer wichtige Aufla Herneuung del tirolin be elt in das Wadifen 8 feine Neigung Dezu großartig in gewandt, rühmer Anerkennungen fin Figoln ist zu be über Bartenb nd regen Nachnahm chen Nr. 310 nden grossen ill. .ca.400photogr Cigarren, Ciga u. Schnupf- Ta den sich überbilligsten sind. aklabriken. und er en. Erfurt. 000 1904. Illustrirtes steht auf gen gratis 1.00000 eht. Strumpf. S₁ me. sse. Wiederverkäuf. hoh. Rabatt. und beliebten FaProbe: 90 Mk. 00 " 30 " 0 " 0 " 10 ท 70 Mk diese 600 Zigarren hnahme und füge antie: Rücknahme ellen bei stpr., 124 F. ENST rch lungen rtretungen Hausier- Artikel Etigkeit wertloser Abfälle Otographie 7 aller Art Oldenburg. Nr. 52. bonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., Saus gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen viertelfährlich Mr. 1.50. Gratisbetingen: Oberheffifche Familienzeitung( täglich) und die Stekener Goffenblafen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Mittwoch, den 2. März 1904. Gießener 13. Jahrgang. Insertionspreis: Die einspaltige Betttzelle für ganz Obgp heffen, die Kretse Wezlar und Marburg 10 Pfg. sonft to Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen, Seltersweg 88, Fernsprechanschluk Nr. 362. Neueste Nachrichten ( Gießener Tageblaff) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wezlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Wahlrechtsfragen. CB. Fast in allen Bundesstaaten ist augenblicklich die Frage der Wahlrechtsreform das aktuellste Thema. In Süddeutschland bildet sie sogar seit Jahr und Tag die Wahlparole, obwohl dort mit Ausnahme von Württemberg alle Staaten ein ziemlich freies System haben. In Bayern gilt zwar noch der Zensus, in Württemberg aber hat man das allgemeine und gleiche Wahlrecht, wie bei den Reichstagswahlen, aber die 3weite Sammer ist kein reines Volksparlament, da Vertreter des ritterbürtigen Adels und der Geistlichkeit, ohne aus der Volkswahl hervorzugehen, Siß und Stimme im Parlamente haben. Seit etwa 10 Jahren sind dort Parlament und Regierung um eine Aenderung bemüht, aber es kann feine Einigung zustande kommen, weil die sogenannten Privilegierten, d. h. die Vertreter der beiden obengenannten Stände, gegen jede Reform stimmen und weil auch die Erſte Ständekammer jede Rechtserweiterung für das Volk ablehnt. In Baden, wo augenblicklich ebenso wie in Bayern die Frage der Umänderung des Wahlsystems aus dem indirekten in das direkte Verfahren akut ist, herrscht das allgemeine und gleiche Wahlrecht, aber in indirekter Form. Jeder wahlmündige badische Staatsbürger fann wählen- aber es werden erst Wahlmänner gewählt, aus deren Wahl dann der Abgeordnete hervorgeht. Hier hat die Regierung bei der Vorlage eines Reformvorschlags den schwierigsten Standpunkt, weil alle Parteien, mit Ausnahme der nationalliberalen, lediglich die Beseitigung der Wahlmännerwahlen und Einführung des Reichstagswahlrechts auch für die Landtagswahlen fordern. Aehnlich liegen die Verhältnisse auch in Bayern. In Preußen hat die Regierung noch die günstigste Situation, da sie eine starke Mehrheit gegen eine derartige Veränderung des Wahlsystems an ihrer Seite hat. Soviel aber zeigt sich aus den Wahlrechtsverhandlungen aller Bundesstaaten, daß die Regierung niemals, einzelne bürgerliche Parteien aber nur mit Vorbehalte und Sicherungen gegen ein leberwiegen des einheitlich organisierten und durch ihre Oppositionsstellung gegenüber den oberen Volksschichten un= differenzierten Arbeiterelements für die allgemeine und gleiche Wahl eintreten wollen. Aus dieser Sachlage ergibt sich mit Deutlichkeit die Aussichtslosigkeit jeder auf die Einführung des allgemeinen und gleichen Wahlrechts gerichteten Agitation. Jer Art! werden dann ng, fast schmerzlos. üre: es Bein selbst? Grosse Allee 10. ko! polzmarltitr. 4. en. Dagegen herrscht in kleineren Staaten viel Vorliebe für ein System, den sogenannten Proporz, oder die Verhältniswahl, ein etwas kompliziertes, aber immerhin gerechtes System. Dieses Verfahren besteht darin, daß ein jeder nach seinem Geschmack, bezw. nach seiner Parteistellung die Gesamtzahl der in einem einheitlichen Wahlgebiet zu wählenden Verhältnis der abgegebenen Stimmen unter die einzelnen Parteien verteilt. Dadurch kommen auch die Minderheiten zu ihrem Rechte; andererseits aber eignet sich dieses System nur für ein kleineres Wahlgebiet, bezw. für kleinere Länder. In größeren Staaten aber, wo der Proporz schwer durchführbar wäre, intereſſieren sich die Parteien, die einem radifalen Programm widerstreben, mehr für das Pluralsystem, das darin besteht, daß für alle wahlberechtigten Bürger mindestens eine Stimme zur Verfügung steht. Die Zahl der Stimmen aber erhöht sich nach dem Vermögen, bezw. nach dem Bildungsgrad des Wählers. Gericht Linsen. Ein opulentes Abendessen und unterschiedAuf diese Weise fing ich täglich da und dort einige hundert Kannen Bier, um brennenden Durst zu löschen, waren Flug, sie bei entfernter wohnenden haus und handelte mit ihm, ärger wie Esau um das bekannte Nun eilte ich zu dem schäbigen Wirt in das Einfehrwirtsmein Lohn. Es liegt uns, da unser Aufsatz nur referierende Zwecke berfolgt, selbstverständlich fern, für irgend ein System Stimmung zu machen. Aber wer die Zeichen der Zeit beobachtet, wird nicht verkennen dürfen, daß tatsächlich die Wahrscheinlichkeit für die Einführung des Proporzes in den kleineren und des Pluralsystems in den größeren Bundesstaaten spricht. Es wird noch manche Kämpfe kosten, bis diese Frage gelöst ist, aber die Zeit wird unsere Prophezeiung bestätigen, des sind wir sicher. Der Krieg in Ortalien. Auch heute weiß ein Telegramm aus englischer Quelle über einen neuen Angriff der Japaner auf Port Arthur zu berichten, bei dem die russische Flotte schwer mitgenommen wurde. Das neueste Seegefecht, das am 29. Februar stattgefunden haben soll, vollzog sich nach der Darstellung des„ Daily Telegraph" in folgender Weise. Früh morgens erschienen 15 japanische Kriegsschiffe vor Port Arthur und eröffneten ein heftiges Feuer. Die Kreuzer„ Novik“,„ Askold“ und„ Bajan" liefen mit vier Torpedobooten aus dem Hafen aus, um die Japaner anzugreifen, wurden aber gezwungen, sich zurückzuziehen, und zwar der Krenzer„ Askold" in sinkendem Zustande,„ Novik" schwer beschädigt; ein Torpedoboot sank. Auch der„ Retwisan" hat wieder Beschädigungen erlitten. Nachdem das Feuer zwei Stunden gedauert hatte, zog sich die japaniſche Flotte in voller Ordnung zurück. Es ist natürlich leicht möglich, daß es zu einem neuen Tonergefecht gekommen ist, das wohl ähnlich verlaufen Lein tönnte. Doch wäre es ein großer Leichtsinn, wenn die tussen dazu nur ihre Kreuzer verwandt hätten, wenn es sich nicht etwa um ein zufälliges Engagement bei einer Rekognoszierungsfahrt gehandelt hat. Dann wäre der Vorgang der, daß die von der japanischen Flotte verfolgten russischen Aufflärungskreuzer sich unter dem Schutz der Kanonen der Forts und des an der Hafeneinfahrt wrack liegenden Panzers Retmisan" zurückgezogen hätten. Es kann sich aber auch bei der Meldung um eine bloße Aufwärmung des schon bekannten letzten Gefechts handeln. Die englischen Kriegskorrespondenten halten es für ihre verdammte Pflicht und Schuldig= keit, jeden Tag ihren Gefechtsbericht einsenden zu können. Auch der Zusatz des obigen Telegramms: Russische Artillerie ist nach der Taubenbai abgegangen, ist wohl nur eine nochmalige Auffrischung der bereits vor einigen Tagen gebrachten Meldung von Landungsversuchen der Japaner in dieser Bai in der Nähe von Wladivostok. Die ganze Angelegenheit ist bisher noch in Dunkel gehüllt. Die Operationen in Korea sollen nach einer russischen Meldung ziemlich stillstehen. Nach Besetzung von Ichiojan befestigen die Japaner die Stadt. Eine Abteilung Russen steht in der Umgegend von Ichiojan. Die Koreaner melden ungern den Russen Bewegungen der Japaner. Die wärmere Witterung erschwert den nordwärts ziehenden Truppen den Marsch auf den aufgeweichten Wegen. Das und die Tatsache, daß Tschinampo in 14 Tagen eisfrei und einer Landung offenstehen wird, erklärt wohl die Stockung der Landungsoperationen. Zwischen Pönjang und Sunan liegt ein Strich verhältnismäßig flachen Landes. Die diesen Landstrich südlich abgrenzenden Höhen gewähren eine wertbolle strategische Stellung, die zum Teil bereits von den Japanern besetzt ist. Voraussichtlich werden die nachrückenden Landtruppen sich in diese Stellung einschieben und einschanzen, so daß die geplante vorgeschobene Basis in Tschinampo eine Deckung erhält. Man glaubt, daß die Ausführung der Hauptpläne bis zur Erzielung eines Ergebnisses der Operationen gegen Port Arthur in der Schwebe bleiben werde. Russische Befürchtungen. In Petersburger diplomatischen Kreisen nimmt die Beunruhigung wegen der Haltung Englands sowie Amerikas zu. Die Befürchtung des Ausbruchs eines allgemeinen Krieges wächst. Russische Blätter sprechen den Wunsch aus, Frankreich und Deutschland sollten bestimmt erklären, daß sie keinen Anschlag auf die Integrität Rußlands zulassen. Damit entfalle jeder Anlaß für eine Mobilisierung Englands und Amerikas. Demgegenüber muß betont werden, daß Deutschland vorderhand nicht den geringsten Grund hat, aus seiner strengen Neutralität herauszutreten. Mit Frankreich steht es in dieser Beziehung anders, doch scheut man sich auch dort vor den unabsehbaren Konsequenzen. Deshalb gehen die französischen Politiker der Koreafrage schlau aus dem Wege und behaupten, daß das Bündnis Koreas mit Japan als ein erzwungenes keinen rechtlichen Wert habe. Korea sei in Wirklichkeit immer noch neutrale Macht. Ein russisches Kommunique pflichtet dem notgedrungen bei, doch meint es, daß die Verlegung der Neutralität Koreas durch die Japaner Rußland berechtige, Anordnungen der koreanischen Regierung, welche den russischen Interessen widersprechen, unbeachtet zu lassen. Juridisch existiere noch die Unabhängigteit Koreas. Auch in einer anderen Hinsicht legt sich Rußland große Reserve auf. Wie es scheint, wird die amerikanische Regierung ihre Genehmigung zur Legung eines Kabels zwischen Japan, der Insel Guam und den Philippinen erteilen. Das Unternehmen wird als ein reines Handelsunternehmen angesehen, welches die amerikanische Neutralität nicht verleze. Rußland hat keinen Einspruch dagegen erhoben, daß die Regierung die Legung des Kabels genehmiat Die Politik. Gelegentlich des Abschlusses des neuen deutsch- italienischen Handelsvertrages fand ein Austausch herzlicher Telegramme zwischen Kaiser Wilhelm und König Viktor Emanuel sowie zwischen dem Grafen Bülow und Minister Tittoni statt. Ueber die schon erwähnten Unruhen in Kamerun liegt jetzt eine amtliche Meldung vor. Gouverneur v. Puitkamer telegraphiert aus Kamerun unter dem 29. Februar folgendes:„ Die Kolonne des Leutnants Nitschmann ist auf der Zollstation Nssanakang ohne Gefecht eingetroffen, von wo die Aufständischen nach Zerstörung der Niederlassung geflohen sind. Hauptmann Lang held sichert mit einer halben Kompagnie die Bali- Straße und das Gebiet von Keaka. Oberst Müller wird an der Spite einer stärkeren Expedition am 6. März den Marsch auf Rssanakang antreten. Im Süden des Croß- Flusses ist alles ruhig." Weiter wird mitgeteilt: Außer den bereits erwähnten drei Beamten der Gesellschaft Nordwest- Kamerun, Schoof, Küster und Schmidt, ist noch ein vierter, Compère, von den Croßnegern erschlagen worden. Außerdem sind eine ganze Anzahl Faktoreien der Gesellschaft zerstört worden. Die Ursache des Aufstandes soll angeblich sein, daß Graf Pückler gegen den ausdrücklichen Wunsch der Nordwest- Kamerun- Gesellschaft gegen die Neger vorgegangen war, um sie fur einen geringfügigen Dievstahl zu bestrafen. O Der ostpreußische Provinziallandtag hat beschlossen, die Regierung dringend zu bitten, seinen schon früher geäußerten Wunsch wegen des Ausbaus des masurischen Kanals mit einem Triebwerkskanal möglichst bald zu verwirklichen. Der masurische Kanal ist bekanntlich in den wasserwirtschaftlichen Vorlagen, die dem preußischen Landtag demnächst zugehen verden, nicht enthalten. Große Aussicht auf Berücksichtigung hat der Beschluß des ostpreußischen Landings nicht. frankreich. Ministerpräsident Combes will die von seinen Gegnern behauptete Erschütterung des Pariser Kabinetts nicht wahr haben. In einer Unterredung mit einem Journalisten erklärte er diesem:„ Man sagt mir, daß unsere Gegner Wetten halten, wir würden als Minister die Iden des März nicht erleben. Wetten Sie getrost für unser Bleiben! Wir wollen und dürfen jetzt nicht fallen."" Droht denn," fragte der Interviewer, Frankreich eine ernste Kriegsgefahr?"" Keineswegs! Das Land hat nichts zu befürchten, und bereit sind wir für alle Fälle." Einen Sturz des Kabinetts jetzt herbeizuführen, sei der Gegnern des Ministeriums unmöglich! Abwarten! Niederlande. Die holländische Regierung hat jetzt ihren nenen Zolltarif veröffentlicht. Er läßt Rohstoffe der Industrie und des Ackerbaues zollfrei, legt auf Halbfabrikate einen mäßigen Zoll und auf fertige Fabrikate einen Wertzoll von 6 bis 12 Prozent. Bei Zollkriegen sollen die Zölle erhöht werden können. Beibehalten wird die zollfreie Einfuhr von Getreide, land- und gartenwirtschaftlichen Produkten, einschließlich Mehl, Wein in Fässern und Kaffee, des letzteren, um eine Verlegung des Kaffeemarktes nach Antwerpen zu berhindern. Erhöht werden u. a. Zölle auf Parfümerien, fertige Kleidungsstücke, Wein in Flaschen; herabgesett werden die Zölle auf Papier, Stiche und Photographien und Tabak in Rollen. Selbstverständlich wird dieser Zolltarif auf dem Wege des Abschlusses von Handelsverträgen noch erhebliche Veränderungen erfahren. Balkan- Staaten. König Peter von Serbien hat den Anfang mit der Sänberung seines Hofes von den Königsmördern gemacht. Das Belgrader Amtsblatt veröffentlicht die Enthebung des Oberleutnants Borislam Gruitsch von seinem Posten als Ordonnanzoffizier des Königs; Gruitsch wird zur Disposition des Kriegsministers gestellt. Gruitsch ist ein Sohn des gegenwärtigen serbischen Ministerpräsidenten. Uebrigens soll König Peter sich mit napoleonischen Kriegsgedanken tragen. Bei der serbischen Zentenarfeier hielt König Peter eine Tischrede, in der er den Ernst der Balkanlage betonte. Obgleich Serbien feine Eroberungspolitik treibe, könne es nicht zugeben, daß seine Rechte bedroht werden; die Offiziere möchten sich daher auf große Tage vorbereiten. Was mag sich König Peter wohl unter den ,, großen Tagen" vorstellen? England. + Einer der hervorragendsten und einflußreichsten Führer der liberalen Partei Englands, Sir William Harcourt, der mehrmals Minister war, hat mit Rücksicht auf seine 78 Jahre seine unwiderrufliche Absicht kundgegeben, sich vom politischen Leben zurückzuziehen. Amerika. Wenn in einem südamerikanischen Staate nicht gerade eine Revolution herrscht, so erfreut er sich mindestens der gewöhnlichen Vorbereitungen dazu, nämlich großer Streifs. Das gilt augenblicklich von Argentinien und Chile. In Argentinien herrscht ein allgemeiner Eisenbahnerstreit; die Eisenbahngesellschaften haben die Forderungen ihrer in den Ausstand getretenen Angestellten abgewiesen, und die Versuche der Regierung, den Streit zu schlichten, sind gescheitert. Zu allem Ueberfluß droht der Streit größere Streise zu ziehen: Die Maschinist en drohen, sich dem Ausstande anzuschließen. Der Handel ist gelähmt. Da wird wohl die übliche Revolution nicht lange auf sich warten lassen. Noch größer scheint die Gefahr einer Revolution in Chile. Dort streiken 5000 Grubenarbeiter, und schwere Unruhen werden befürchtet. Ein Teil der bewaffneten Macht ist bereits mobilisiert worden. Hof und Gesellschaft. Der Kaiser traf gestern vormittags 10 Uhr mittels Sonderzuges von Kiel aus in Wilhelmshaven ein, um dort die Vereidigung der Truppen vorzunehmen. Zum Empfange waren anwesend der Generalinspekteur der Marine v. Koester, der Admiral Bendemann, der Vizeadmiral Diedrichsen und der Kapitän 3. S. Guelich. Nach kurzer Begrüßung fuhr der Kaiser nach dem im Hafen liegenden Linienschiff„ Kaiser Wilhelm II." und besichtigte später den neuen Panzerfreuzer Friedrich Karl". Um 11 Uhr 45 Min. begab sich der Kaiser nach dem Ererzierhaus, wo um 12 Uhr die Vereidigung der Rekruten erfolgte. Nach einer Ansprache des Geistlichen verlas Oberleutnant zur See v. Bremer die Eidesformel. Nach der Vereidigung hielt der Kaiser eine Ansprache. in welcher er die Refruten aur treueſten Pflicht erfüllung ermahnte. Rum Schluß brachte Kontreadmiral Scheder ein dreimaliges Hoch auf den Kaiser aus und die Musik spielte die Nationalhymne. Der Kaiser fuhr dann nach dem Seemannshaus, das er in Anwesenheit der Admirale v. Köster und Vendemann einer halbstündigen Besichtigung unterzog. Von dort fuhr er mit dem Admiral Bendemann nach dem Offizierkasino, wo kurz nach 1 Uhr Frühstückstafel stattfand. Abends 8 Uhr fand eine Abendtafel auf dem„ Kaiser Wilhelm II." statt. Heute( Mittwoch) früh finden Besichtigungen und mittags mit Hochwasser die Fahrt nach Helgoland unter Begleitung eines großen Kreuzers und von zwei Torpedobooten statt. Am Freitag, 4. März, fährt der Kaiser von Helgoland nach Bremerhaven. Besuch der Norddeutschen Seekabelwerke in Nordenham ist in Aussicht genommen. Am 5. März erfolgt dann die Rückreise von Bremerhaven über Bremen nach Berlin. Heer und flotte. Ein Die Gewinnung einer ausreichenden Zahl von Unteroffizieren für das deutsche Heer und die deutsche Marine begweckt eine nationalliberale Resolution, die dem Reichstag zuging. Sie ersucht die verbündeten Regierungen, in Erwägung darüber einzutreten, inwieweit die Gewinnung einer ausreichenden Zahl von Unteroffizieren für Armee und Flotte durch Ueberbürdung der einzelnen infolge ungleichmäßiger Verteilung der dienstlichen Obliegenheiten und durch unzulängliche Löhnungsverhältnisse erschwert ist, um tunlichst bald Verbesserungsvorschläge an den Reichstag gelangen zu Lassen. Das englische Heeresbudget für 1904/1905 wird auf 28 900 000 Pfund Sterling beziffert, d. i. eine Verminde rung von 5 600 000 Pfund, der gesamte Effektivbestand auf 227 000 Mann, d. i. eine Verminderung um 8761 Mann. Die ständige Besatzung in Südafrika soll 21 500 Mann betragen. Die vollständige Neubewaffnung der Artillerie soll Ende März 1907 bendet sein und Indien den Vorrang der Verstärkung haben. Die starken Flottenrüstungen wurden vom Kriegsminister Arnold Forster für eine vitale Notwendigkeit erklärt. England hege keine feindliche Absicht gegen irgend ein Land, aber es selbst könnte in dem Augenblick, wo sein Uebergewicht zur See dahin sei, einer Invasion ausgesetzt sein. Deutfcher Reichstag. ( 46. Sizung.) CB. Berlin, 1. März. Die Tribünenbesucher, die der Parlamentsbericht über die gestrige Sigung heute in den Reichstag gelockt hatte, sahen fich arg enttäuscht. Statt des erwarteten großen Tages sahen sie sich in eine einförmige Juristenunterhaltung versetzt. In der gewohnten spärlichen Besetzung führte das Haus die Beratung des Justizetats weiter und verhandelte jetzt, nachdem der Rahm der politischen Fragen abgeschöpft war, rein juristische Dinge. Der Staatssekretär Dr. Nieberding gab auf eine Interpellation des Reichsgerichtsrats Dr. Spahn die Erklärung ab, daß der Reichstag noch in seiner gegenwärtigen Tagung sich mit einer Vorlage über die überaus dringlich gewordene Entlastung des Reichsgerichts zu befassen haben wird, die, nach Andeutungen zu urteilen, wohl in einer Heraussetzung der gegenwärtig 1500 Mt. betragenden Revisionssumme beſtehen wird. Wenn man die Bedeutung des Reichsgerichts weniger in seiner Eigenschaft als einer weiteren Prozeßinstanz sieht als darin, daß es berufen ist, ein einheitliches Recht festzulegen, wird man mit diesem Weg einverstanden sein können. Im übrigen sprach man Wünsche aus für die bevorstehende Revision der Strafprozeßordnung und des Strafgesetzbuchs. Kurpfufcherprozefs Schröter. Sh. Tilfit, 1. März. Der Angeklagte wird von Sizung zu Sizung sichtlich nervöser. Während der neueren Verhandlung brach er zweimal in lautes Weinen aus. Das erstemal bei der Bespre chung des Falles des Schlächtermeister Balzer, der an einem schweren Gehirnleiden verstorben ist und vom Angeklagten behandelt wurde. Schröter behauptet, daß er bisher keine Nacht geschlafen habe, und daß es ihm nur durch Autosuggestion gelungen sei, hier äußerlich ruhig zu erscheinen. Innerlich sei er aber in größter Aufregung und er bitte deshalb um Abkürzung der täglichen Sizungsdauer. Der Vorsitzende bemerkt ihm darauf, daß er durchaus die Absicht habe, ihn zu schonen; er solle deshalb während seiner Aussagen ruhig sizen bleiben. Aber die Verkürzung der Sizungen würde doch nur eine längere Dauer derselben zur Folge haben. Als Ursache der Gehirnerkrankung Balzers fanden die Aerzte eine ansteckende Geschlechtskrankheit heraus. Auf die Frage, ob er denn nicht auch diese Ursache der Balzerschen Krankheit erfannt habe, erwidert der Angeklagte: Ja, aber ich hütete mich wohl, ihn darauf magnetisch zu behandeln. Vors.: Weshalb denn? Angefl.: Weil allerlei unangenehme Begleiterscheinungen für den Magnetiseur damit verbunden sind. Vors.: Fürchteten Sie, durch das Magnetisieren angesteckt zu werden?( Heiterkeit.) Angek I.: Das nicht, aber wenn ich es zufällig vergessen hätte, die aus dem Patienten auf magnetischem Wege herausgegangenen Krankheitsstoffe von meinen Händen abzuschütteln, hätte dadurch ein gesundheitlicher Nachteil für mich entstehen können. Der Magnetismus des Angeklagten wird von dem Sachverständigen Prof. Jaffe für eine Phantasiebildung erklärt. Daß magnetische Erscheinungen eristieren und daß es möglich ist, sie entsprechend in Anwendung zu bringen, unterliegt keinem Zweifel. Aber das hängt in keiner Weise mit dem zusammen, was die Magnetopathen als Ursache und Wirkung bezeichnen. Vors.: Und wie ist es mit dem„ Hellfühlen"?- Sach v.: Das ist selbstverständlich Unsinn.( Seiterkeit.) Ein Beisizer: Herr Sachverständiger, glauben Sie, daß der Angeflagte gutgläubig handelte, als er seinen sogen. ,, Magnetismus" zur Anwendung brachte, daß er auch wirklich, wie er sagt, wenn er seine Patienten magnetisierte, dieselben Schmerzen verspürte, wie jene, denn darauf kommt es doch schließlich bei der Betrugsanklage an. Sa ch v.: Bei sehr nervösen, sensiblen Menschen kommt es schon vor, daß sie sich gewisse Sensationen einbilden. Es ist also durchaus nicht ausgeschlossen, daß der Angeklagte bestimmte Schmerzen wirklich mitempfand.( Bewegung.) Daß der Angeklagte die Magnetnadel am Kompaß um 8 bis 9 Grade, wie er behauptet, abgelenft hat, erklären die Sachverständigen für eine einfache Erscheinuna der Reibungselektrizität. Der Angeflagte metgert, das Experiment im Gerichtssaal zu iederholen, da es bei seiner jezigen Stimmung und Umgebung mißlingen könnte. Er bemerkt, daß er z. B. auch beim Kämmen seiner Haare eine folossale Reibungselektrizität wahrnehme. Vors.: Auch das ist doch nichts Außergewöhnliches. Das hat jeder andere Mensch auch, und es findet sich auch bei jede Kaze.( Heiterfeit.) Die„ Vorbildung" des Angeklagten führt zu einer lebhaften Kontroverse zwischen ihm und dem Sachverständigen Dr. med. Wugk- Hannover, der sich als warmen Anhänger der Homöopathie bekennt; zugleich aber eine streng wissenschaftliche Vorbildung als unbedingtes Erfordernis zu deren Ausübung bezeichnet. Die Frage der Vorbildung ist auch die Veranlassung, daß der Anacklagte zum zweitenmal in Tränen ausbricht, diesmal Tränen der Scham. Der Vorsitzende erklärt, daß die Angabe des Angeflagten, er habe sich nach seinem Ausscheiden aus der Manufakturbranche zunächst nach Oldenburg begeben und dort mehrere Monate bei einem homöopathischen Arzt Dr. Schüßler Unterricht genossen, trots aller Nachforschungen keine tatsächliche Unterlage gefunden habe; sie sei falsch. Auf mehrfache väterliche Ermahnung des Vorsitzenden bricht Schröter schließlich wieder in Tränen aus und gesteht zu, sich die ganze Sache aus den Fingern gesogen zu haben, um seine wissenschaftliche Vorbildung glaubhafter zu machen. Es sei aber seine erste Lüge gewesen, und er habe nur gelogen, weil er sich geschämt habe, daß er eigentlich ohne alle Vorbildung sei. Vors.: Na, wir sind ja zufrieden, daß Sie es jetzt zugeben. Der„ offene" Kopf. Bei der Verhandlung eines weiteren Falls ergab sich, daß der Angeklagte die Methode des Nürnberger Trichters zur Anwendung brachte. Schröter gab dem augenleidenden Zeugen Schilling zunächst ein Pulver zu wiederholtem Gebrauch und bearbeitete ihn dann beim fünften oder sechsten Besuche mit einem harten Gegenstande, anscheinend einem Hammer, mit dem er ihm etwa 20mal auf den Schädel, die Stirne und die Backenknochen schlug. Dann rieb er ihm eine Salbe in die Augen. Diese Prozedur hatte dem Patienten unausstehliche Schmerzen verursacht, und er ging deshalb nicht mehr zu Schröter hin. Der Zeuge will im Anschluß an die Schläge auf den Kopf auch ein bohrendes Gefühl gehabt haben, als ob ihm Schröter etwas in den Schädel hineinschraube. Es war mir dann auch so, sagt der Zeuge, als ob ich einen offenen Kopf bekam( Heiterkeit), wenigstens liesen Blutstropfen herunter. Als der Zeuge gehen wollte, gab ihm der Angeklagte eine Zeichnung seines Schädels mit, unter die er geschrieben hatte:„ Erkenne dich selbst!"( Heiterfeit.) Die Augendiagnose des Schuhzeugs. Zum Schluß fam es noch zu einer ergößlichen Szene wischen dem Angeklagten und dem Sachverständigen Salzer. Eine Zeugin, der der Angeklagte angeblich das Gift ausgetrieben haben will, mit dem sie die Aerzte verunreinigt hatten, litt an einem Unterleibsleiden, das der Angeklagte ,, durch das Augenglas diagnostizierte". Nach seiner Aussage wurde, da es sich um eine durch Druck des Unterleibs hervorgerufene Krankheit handelte, ein charakteristisches Druckzeichen in der Regenbogenhaut sichtbar. Sa ch v.: Nach dieser Theorie müßten Sie aus der Regenbogenhaut auch erkennen können, wenn jemand zu enge Stiefel trägt.( Heiterfeit.) Angefl.: Gewiß, wenn der Fuß infolge des Druckes erkrankt, wird auch ein entsprechendes Zeichen sichtbar. Sa chv.: Ich danke für die freundliche Belehrung.( Heiter( Fortsetz. folgt.) feit.) Nah und fern. Brinz Eitel- Friedrich im Schwurgerichtssaale. Prinz Eitel- Friedrich von Preußen, der dritte Sohn des Kaiserpaares, wohnte gestern als junger Rechtsbeslissener einer mehrstündigen Verhandlung im Schwurgerichtssaale in Bonn bei. Zur Verhandlung stand ein Straßenraub, den ein Buchdrucker von dort im Dezember vor. Is. in einer der belebtesten Straßen der Stadt verübt hatte. Der Angeklagte wurde zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilt. Der Geisteszustand der Prinzessin Luise von Koburg wurde von den Psychiatern Professor Wagner- Wien, Dr. Weber- Sonnenstein und Dr. Metis, dem Leibarzt des Grafen von Flandern, neuerdings untersucht. Die Aerzte gaben der Prinzessin Gelegenheit, mündlich und schriftlich ihre Wünsche zu äußern. Ihr einhelliges Gutachten lautete:„ Der Zustand frankhafter Geistesschwäche besteht unverändert fort. Im Interesse der Patientin ist ein dauernder Aufenthalt in einer geschlossenen Anstalt unbedingt notwendig." Veranlaßt war die Untersuchung durch fortgesette öffentliche Angriffe gegen den Prinzen Leopold von Koburg wegen Internierung der Prinzessin Luise in der Irrenanstalt zu Coswig. † Die Flensburger Blatternerkrankungen bergen, wie amtlich betont wird, teine weitere Gefahr für die Bevölkerung der Stadt in sich. Seit dem 26. v. Ms. ist kein neuer Fall von schwarzen Blattern vorgekommen. Die Erkrankten so= wohl, wie auch die der Krankheit verdächtigen Personen sind alle isoliert und auch sonst die umfassendsten Vorsichtsmaßregeln getroffen. A Ein Pistolenduell wurde bei Liegnitz zwischen einem Hauptmann und einem Stabsarzt ausgefochten. Der Stabsarzt hatte angeblich, als er von einem Kommando in China zurückkehrte, erfahren, daß seine Gattin während seiner Abweſenheit zu einem Hauptmann, der seit einer Reihe von Jahren Witwer ist, in Beziehungen getreten wäre. Bei dem nun erfolgten Zweikampf erhielt der Stabsarzt einen Schuß in das Kinn, nach anderer Meldung eine Kugel in den Keblkopf, während sein Gegner unverletzt blieb. Hus dem Gerichtsfaal. § Der Erbschaftsprozeß gegen den König der Belgier hat in Brüssel begonnen. Er nahm sofort einen sensationellen Verlauf durch die Erklärung, die der Vertreter der Prinzessin Stephanie, jezigen Gräfin Lonyay, abgab, die feststellt, daß die Prinzessin lange zögerte, den Ehevertrag der Eltern anzugreifen, daß aber das lieblose Verhalten des Königs sie schließlich dazu zwang. Der König habe nicht bloß alle seine Liegenschaften dem belgischen Staate in der ausgesprochenen Absicht geschenkt, seine Töchter dadurch zu enterben, sondern der Prinzessin Stephanie sogar die bisher gewährte Apanage bon 50 000 Fr. jährlich entzogen; letzteres war bisher nicht bekannt geworden. Weiter verlas der Rechtsanwalt das Testament der Königin, woraus hervorgeht, daß diese den König beschuldigt, sich widerrechtlich ihre Mitgift von 200 000 Gulden angeeignet und für seine eigenen Bedürfnisse verausgabt zu haben, ohne daß die Königin jemals ihre Mitgift wiedererlangen konnte. Aus dem gleichfalls verlesenen Text des Ehevertrages geht hervor, daß er verschiedene wichtige Formfehler aufweist, die ihn nach der Behauptung der Kläger nichtig machen. § Wegen fortgesetzter Soldatenmißhandlungen hatte sich der Oberleutnant v. Kunowski von dem in Eisenach garnisonierenden dritten Bataillon des Infanterieregiments Nr. 94 vor dem Kriegsgericht in Erfurt zu verantworten. Es handelte sich um 24 Einzelfälle. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Deffentlichkeit statt. Das Urteil lautete auf drei Monate Einzelhaft. § Der Raubmord an der Berliner Witwe Budwig steht nunmehr heute( Mittwoch) vor dem Gericht in Kalisch( Russisch- Polen) zur Verhandlung. Des scheußlichen Verbrechens angeklagt und auch vollständig überführt ist der eigene Neffe der Ermordeten, der Kellner Isaak Weber- Lesczynski, der sich seit Ende Dezember 1902 in Kalisch in Untersuchungshaft befindet. Zu der Verhandlung sind durch Vermittelung der Berliner Staatsanwaltschaft einige zwanzig Zeugen von hier geladen, unter diesen befinden sich der Kriminalinspektor Braun, sowie zwei Kommissare. Diese Beamten haben seinerzeit die Ermittelungen in der Mordaffäre geleitet und schließlich die Verhaftung des Täters an der russischen Grenze bemirft. Erfter Pr 20 Minuten. Die Spe gefegt bei verforgungswe zu den Roften lichen Meliora geftellter Antr jettierung von werden fönnen, angenommen. Genehmigung der Riedentwäf Zweige der La rung für bag auf Höhe des Nieder- Moos Buchtgenoffen Beim T Bulaffung findet dabei Forderung en und die For § Ju dem Beleidigungsprozesse des oldenburgischen Justizministers Ruhstrat gegen den Redakteur Biermann in der Revisionsinstanz ist die Verhandlung vor dem Reichsgericht in Leipzig auf den 17. März cr. anberaumt worden. § Das neue Urteil im Laurahütter Krawallprozeß, das in Beuthen gefällt wurde, unterscheidet sich kaum von dem ersten, am 19. September vorigen Jahres ergangenen. Ein einziger Angeklagte erhielt statt drei Monate einen Monat Gefängnis, sonst blieb alles beim alten. Wie erinnerlich, waren im September von 66 Angeklagten 6 freigesprochen worden. Wegen Aufruhrs und Landfriedensbruchs sind 39 mit Freiheitsstrafen von drei Jahren bis drei Monaten bestraft worden, darunter der junge Korfanty mit neun Monaten, der Vater mit einem Jahre, Redakteur Wicik mit zwei Jahren; die übrigen erhielten wegen Auflaufs und Vergehens gegen das Vereinsgesetz Geldstrafen bis 60 Mark. Vermischtes. [ Ein kostbarer Ehrensäbel] wurde dem jezigen Präsi denten des Reichsmilitärgerichts General der Kavallerie b. Massow von den Offizieren des früher von ihm kommandierten IX. Armeekorps gestiftet. Auf der silbernen Klinge sind in Gold die Namen der Schlachten verzeichnet, in denen der General v. Massow sich auszeichnete. Der Griff des Säbels zeigt u. a. einen goldenen Löwen, dessen Augen aus zwei wertvollen Nubinen hergestellt ſind. [ Rhapsoden auf dem Kriegsschauplake.] Die kleinrussischen Rhapsoden sind auf dem Wege nach dem fernen Osten. Diese Volksrhapsoden, die zumeist des Augenlichts beraubt sind, ragen in Kleinrußland wie Gestalten aus längst bergangenen Jahrhunderten in die Gegenwart hinein. Mit ihren ebenso eigenartigen wie primitiven hölernen Saiteninstrumenten ziehen sie von Dorf zu Dorf und tragen ihre Gesänge, die zumeist einen elegischen Charakter haben oder die heldenhaften Recken der Vorzeit feiern, den andächtig lauschenden Bauern vor. Eine große Rolle in diesen Gesängen spielen die Leiden der Russen, die in früheren Jahrhunderten mit den Tataren und anderen Ungläubigen zu kämpfen hatten. Nun der Krieg des rechtgläubigen russischen Reiches mit dem heidnischen Japan zum Ausbruch gekommen ist, halten es die Rhapsoden, die nur noch in Kleinrußland, und nicht nördlicher als bis Belgorod vorkommen, für ihre traditionelle Pflicht, zum Kriegsschauplatz zu pilgern und die Truppen durch den Vortrag von Gesängen, in denen die Taten der Vorfahren verherrlicht werden, zu neuen Großtaten anzufeuern. In Kleinrußland ist die Ueberlieferung lebendig, daß die kleinrussischen Soldaten auf ihren Kriegszügen stets von Rhapsoden begleitet waren. Das [ Russische Kriegsschiffsnamen.] Die Bedeutung der Namen der jetzt so oft genannten russischen Kriegsschiffe dürfte den meisten Lesern umbekannt sein. Am meisten Kopfzerbrechen dürfte selbst den Russen der Name des Schlachtschiffes„ Netwisan" verursachen, welches als erstes in diesem Kriege kampfunfähig wurde. Der Name ist nämlich schwedisch und sollte„ Rättvisan"(„ Die Gerechtigkeit") geschrieben werden. So hieß nämlich das schwedische Linienschiff von 64 Kanonen, welches in der Seeschlacht von Wiborg( 1790) von den Russen erobert wurde. Das zweite bei Port Arthur havarierte Schiff„ Cesarewitsch" heißt„ Thronfolger", das dritte„ Pallada", bedeutet Ballas". Schlachtschiff Pobjeda" heißt„ Sieg". Von den Kreuzern erinnert der zerstörte„ Warjag" an die„ Waräger", deren Fürst Rurik( deshalb der Panzerkreuzer„ Rjurif"") Gründer ,, Bogatyr" bedeutet ,, Ritter", des russischen Neiches wurde. Bajan" heißt„ Dichter“,„ Gromoboj" der„ Schlachtendonner"," Nowik" der„ Rekrut". Der von den Japanern zerstörte Kreuzer Korejez" bezeichnet Bewohner von Korea. Der Kreuzer Pamjat Asowa", dessen Entsendung nach Ostasien in Aussicht genommen ist, heißt ,, Erinnerung an Asow" und soll die Eroberung dieser Stadt durch Peter den Großen, gleichzeitig aber auch die tapfere Haltung des Linienschiffes ..Asom" von 74 Kanonen in der Schlacht von Navarin( 1827) verewigen. Der Panzerkreuzer Rossija" bedeutet ,, Rußland", die Kanonenboote„ Gremjaschtschi" und„ Grosjaschtschi" stellen„ Lärmende" und" Donnernde" vor, während ihre Schwesterschiffe„ Otwaschnij“ und„ Chrabrij" der Verwegene" und der„ Tapfere" heißen. Der Kreuzer ,, Rasbojnik" ist ein„ Räuber", sein Vetter Dschigit" die Lanze. Die brave Just e.„ Wird sich aber Mutter freien, wenn se den Brief friegt! Juste," hat se immer jesagt ,,, du bist zu dumm, du kriegst im Läben feenen Dienst!" Und nu habe ick in eenem Monat schon sechse!" Aus Kalau. Im Orient heiraten schon Jünglinge bon vierzehn Jahren."- ,, Das ist noch gar nichts: bei uns hat's sogar einmal einen verheirateten Einjährigen gegeben!" Ein Schmerzensschrei. Richter:" Sind Sie verheiratet?" Zeuge( Pantoffelheld):„ Sehr sogar!". Prozig. Ihre Krankheit verschlingt wohl viel Geld, Herr Kommerzienrat?"" Macht nichts, ich kann mir eine so teure Krankheit leisten." Schön gesagt. Frigl( die See bei starkem Wogengang betrachtend):" Sieh doch, Mama, wie heut das Meer aerknautscht aussieht!" ( Dorfbarbier.) Uhr vertagt. rung zum Gd Obft- und * * Der Großherzo * * Der ben evangelife mann zum Lehrerinnen* Der dem Pfarrve Defanat Alsfe tragen. * Der * Bauaffeffor mäßigen Baui die Ermächtig Stelle eines zunehmen. For ftmeister bom 1. Apr Oberförsterei * Ab nunmehr 25 Göttingen be fand porgefter Fakultät ftatt und Liebe gab Scheidenden Aft der Dant Lehrer und Universität u bereins Bo an alle Han der betr. He lung zeigte in erschienenen die sich spezi brehten und a Es ist hoche Handwerk zu wenn es nicht Gewerbefreibe muß, um fe nach jeder R giebiger ei 9 eine Stätte erfahrenen M zug hat, Re Wünsche an Hinsicht au Wegen gros Porzellan zu bedeutend Bublifum au Sonnenftr NB. Schöne p abzu KalkAug Massen Wer Um C. jemals ihre ichfalls ber verschiedene Behauptung n hatte sich enach garni giments Nr. vorten. Es dlung fand Irteil lautete Sudwig steht Palisch( Ruj Verbrechens eigene Neffe zynski, der erfuchungsBermittelung Beugen bon inalinipettor haben seiner und schließ Grenze beischen Juftiz mann in der Reichsgericht orden. rozek, das in n dem ersten 1. Ein ein Monat Ge erlich, waren hen worden. 39 mit Frei bestraft wor Monaten, de wei Jahren gehens gegen bigen Präfi Kavallerie m tomman ernen Klinge net, in denen er Griff des n Augen au Die flein dem ferne Augenlidh en aus längst hinein. Mit rnen Saiten tragen ihre r haben oder ndächtig lau en Gefängen hrhunderten fämpfen hat schen Reiches jefommen ist rußland, und für ihre tra gern und di in denen di neuen Groß teberlieferung ihren Kriegs Jedeutung der Kriegsschiffe Am meisten r Name des als erstes me ist näm erechtigkeit") Dische Linienacht von Wi Das zweite bei Seißt Thron allas". Das den Kreuzern räger", deren if") Gründer eutet„ Ritter" „ Schlachten den Japanem er von Korea Dung nady Oft ung an Alfom" er den Großen, Linienschiffes avarin( 1827) deutet„ Ruß „ Grosjasch vor, während rij" der Ver Rasbojnik mze. Mutter freien ner jefagt, d nft!" und m hon Jüngling nichts: bei un rigen gegeben! Sind Sie be fogar!". vohl viel Gell fann mir ein tartem Boger heut das Me Dorfbarbier) Hessischer Landtag. Darmstadt, 1. März 1903. Erster Präsident Haas eröffnet die Sigung um 10 Uhr 20 Minuten. Die Spezialberatung des Staatsvoranschlags wird fortgesetzt bei Kapitel 74, Bodenmeliorations- und Wasserversorgungswesen. Titel 4, Beiträge an bedürftige Gemeinden zu den Kosten für Wasserleitungen und zu wasserwirtschaftlichen Meliorationen, wird nach Debatte genehmigt, ein dazu gestellter Antrag des Abg. Diehl, daß die Kosten der Projeftierung von Gruppenwasserwohnungen hieraus bezahlt werden fönnen, nach Empfehlung durch Ministerialrat Braun angenommen. Titel 5, Bachregulierungen u. 1. w., findet Genehmigung unter Annahme des Antrages Haas bezüglich der Riedentwässerung. Auch Kapitel 75, Förderung einzelner Zweige der Landwirtschaft, wird genehmigt. Bei der Forde rung für das Landgestüt werden Wünsche laut in Bezug auf Höhe des Deckgeldes, Errichtung einer Zuchstation in Nieder- Moos, ev. Verlegung des Landgestüts auf das Land, Buchtgenossenschaften u. s. w. Speziell darauf hingewiese, bas zu ob gm Zoce jeder ersten Dienstag un Monat eine Versammlung oder fog. Diskutier ab end im Vereinslokal: Restaurant Feidel stattfindet, in der jeder seine Wünsche anbringen kann. Außerdem ist in demselben Lokal ein Fragekasten zur gefl. Benußung der Mitglieder angebracht. In der festen Ueberzeugung, daß nur gemeinschaftliches und ungeniertes Aussprechen uns gegenseitiges Ermutigen und Beraten das Handwerk hebt, fordere ich alle Handwerker auf, sich recht fleißig an den öffentlichen Gewerbevereins- Versammlungen bezw. Veranstaltungen zu beteiligen, indem grade dieser dazu berufen ist, unsere Intressen auch bei unserer Handwerkskammer in Darmstadt zu vertreten. Stellt Euch also hinter denselben und so vereint vorgegangen, werden wir sicherlich, wenn auch Schritt für Schritt, soviel erreichen, daß wir uns unseres Berufes wieder freuen können." " 1 * * esigwechsel. Schreinermeister Karl Klinkelmeyer, verkaufte sein in Gießen an der Ludwigstraße 57 gelegenes Vorderhaus an Herrn Meggermeister Euler jun. Das Hinterhaus bleibt Eigentum des alten Besizers. ** Im Verlag der v. Münchowschen Hof- und UniBeim Titel Rindviehzucht tritt Abg. Weidner für die verfitätsdruckerei( D. Kindt) in Gießen ist ein Repertorium Zulassung zweier Zuchtrichtungen in einer Gemeinde ein und der an der Landesuniversität und an der Großh. Technischen findet dabei mehrfache Unterstüßung. Die längere über diese Hochschule vorhandenen Stipendien erschienen unter dem Titel: Forderung entstehende Debatte wird nicht zu Ende geführt Die Hochschulstipendien im Großherzogtum und die Fortsetzung derselben auf Mittwoch vormittag 9 Uhr vertagt. Bewilligt find von Kapitel 75 Titel 1, Forde- essen". Nach amtlichen Quellen zusammengestellt von Wilhelm Erle, Großh. Sekretariatsassistent bei der Landesrung zum Schuße des Weinbaues, Titel 2, Förderung des universität. Obst- und Weinbaues, Titel 3, Tierzucht, I. Pferdezucht. Gießener Bolts bad. Im Februar wurden verabreicht, 7619 Bäder gegen 7421 im Jan. 1904 und 7581 im Februar 1903, oder im Durchschnitt auf den ganzen Badetag 311 Bäder gegen 270 im Januar 1904 und 297 im Februar 1903. Der Besuch hat sich wie folgt verteilt: Schwimmbad: 4120 Männer, darunter 614 zu 10 P. 598 Frauen 133,10 Wannenbäder: 1. Kl. 245 Männer, 67 Frauen, 2. I. 598 ** * Lokales. 2. März 1904. Der Kaiser hat Seine Königliche Hoheit den Großherzog à la suite des 1. Seebataillons gestellt. ** Der Großherzog hat am 26. Februar d. Js. den evangelischen Pfarrer zu Alsfeld, Lic. theol. Friz Herrmann zum Oberlehrer an der Vittoriaschule und dem Lehrerinnen- Seminar zu Darmstadt ernannt. * * Der Großherzog hat am 26. Februar d. Js. dem Pfarrverwalter August Scriba zu Stumpertenrod, Dekanat Alsfeld, die evangelische Pfarrstelle daselbst über* * tragen. Der Großherzog hat am 26. Februar den Bauassessor Bauinspektor Otto Berth zu Alsfeld zum etatsmäßigen Bauinspektor ohne Amtsbezirf ernannt und demselben die Ermächtigung erteilt auch fernerhin die Versehung der Stelle eines Bauinspektors des Hochbauamts Alsfeld wahrDer Oberförster der Oberförsterei Bingen, zunehmen. Forstmeister Adam Roehler zu Bingen, wurde mit Wirkung bom 1. April 1904 ab in gleicher Diensteigenschaft in die Oberförsterei Gießen verseßt. - ** Abschieds- Kommers. Zu Ehren des nach nunmehr 25 Jahren an der Landesuniversität tätigen nach Göttingen berufenen Geh. Kirchenrates Prof. D. Kattenbusch fand vorgestern im Café Ebel ein Kommers der theologischen Fakultät statt, der eine beredtes Zeichen der Hochachtung und Liebe gab die sich an die Person des mit Semesterschluß Scheidenden knüpft. Die Feier gestaltete sich zu einem Aft der Dankbarkeit die seine zahlreichen Schüler ihm als Lehrer und Mensch darbrachten. Sein Wirken wird an der Universität und bei seinen Schülern unvergessen bleiben. Von einem Vorstandsmitgliede des Gewerbevereins Gießen wurde uns folgendes Mahnschreiben an alle Handwerker mit der Bitte um Aufnahme zugesandt, der betr. Herr schreibt:„ Die letzte Gewerbevereins- Versammlung zeigte in ihrem ganzen Verlauf den leider nur sehr spärlich erschienenen Mitgliedern recht interessante, lehrreiche Debatten, die sich speziell um die verschiedentlichsten Handwerkerfragen drehten und aus denen jeder einzelne seine Lehre ziehen konnte. Es ist hocherfreulich, daß sich nun auch in Gießen das Handwerk zu regen scheint, und allmählich erkennt, daß, wenn es nicht in all den vielen Auswüchsen, die uns die Gewerbefreiheit gebracht, untergehen soll, zusammenstehen muß, um seine Interessen in jedem einzelnen Zweige und nach jeder Richtung hin wahrzunehmen. Um dies in ausgiebiger Weise zu tun, ist uns in unserem Gewerbevereine eine Stätte gegeben, in der wir uns unter dem Vorsitz eines erfahrenen Mannes, der auch für uns noch den großen Vorzug hat, Reichstagsabgeordneter zu sein und somit unsere Wünsche an maßgebender Stelle vertreten fann, in jeder Hinsicht aussprechen können. Es wird hiermit nochmals Wegen Aufgabe metnes Ladengeschäftes grosser Räumungs- Verkauf in Porzellan-, Glas-, Steingut u. Töpferwaren etc. zu bedeutend herabgesetzten Preisen, worauf ich ein geehrtes Publikum aufmerksam mache. Sonnenstraße 5 C. Ranft am Kanzleiberg. NB. Schöne praktische Laden- Einrichtung, fast wie neu, ist billig abzugeben. 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Während nemlich früher die Landwirte im Kreise Wetzlar züchten konnten was sie wollten, sind sie seit dem 12. März 1900 an die Züchtung von Vogelsberger Vich gebunden. Eine gestern hier in Göths Garten abgehaltene, von Landwirten des Kreiſes zahlreich besuchte Versammlung nahm nun nach lebhafter Debatte Resolutionen an den Landwirtschaftsminister und den Kreistag an, die die Zulassung des Simmentaler Viehes zur Zucht bezwecken. = Bezlar, 1. März. Bekanntlich herrscht schon seit Jahren auch im hiesigen Koblenzer Bezirk ein empfindlicher Lehrermangel. Demselben sucht man durch Neubegründung von Lehrerbildungsanstalten und Einrichtung von Parallelflassen entgegenzusteuern. So soll mit Beginn des neuen Schuljahres auch an dem hiesigen Lehrerseminar ein solcher Doppelfursus eingerichtet werden. Zum erstenmal werden sich diesmal die Böglinge der biesigen Präparandenanstalt, welche nunmehr 3 Jahre besteht, an der Aufnahmeprüfung für das Seminar beteiligen. Jedoch wird es schwer halten, für betde Seminarklassen die volle Belegung zu erlangen, da sich trotz der Errichtung von Vorbildungsanstalten durchaus fein merklicher Zuzug für den Lehrerberuf bemerkbar gemacht hat. Die Aufnahmeprüfung für das hiesige Lehrerseminar ist auf die Zeit vom 21.- 23. März und diejenigen für die Präparandenanstalt auf den 20. April vorgesehen. X Friedberg, 1. März. Die Aufnahmeprüfung für das hiesige Lehrerseminar ist auf Donnerstag 24. März vorgesehen. Da abermals eine Doppelklasse eingerichtet werden soll, so werden voraussichtlich 60-70 3öglinge aufMAGGI S Bouillon- Kapseln Acuissar's Rapses Innere Röhrehen 1 Tasse vorzüglicher Fleischbrühe 5 Pfg. 1 Tasse extra starker Kraftbrühe 7 Pfg. Portionen in Kapseln zu 10 bez. 15 Pfg. - empfiehlt angelegentlichst Auguft Noll, Gicken, Drogerie zum roten Kreuz, Bahnhofstraße 51. Freibant. Ochsenfleisch 52 Pfg. Rindfleisch 56 Pfg. gef. Stierfleisch 40 Pfg. Heute und Morgen. Möbl. Zimmer per 1. März zu vermieten. Gießen, Marktstraße 11. | genommen, welche Zahl aber nur zur Hälfte von der Präparadenanstalt zu Lich gedeckt werden kann. == Helpertshain,( Kreis Schotten), 1. März. Für unsere Gemeinde ist die Erbauung einer neuen Kirche für die nächsten Jahre vorgesehen. Es ist dieserhalb bereits ein sehr rühriger Kirchbauverein gebildet, welcher dem edlen Vorhaben die nötige Unterstüßung gewähren wird. Nach einem gemachten Voranschlag wird der Kirchbau die Summe von 23000 Mt. erfordern, wozu bereits die größere Hälfte gesichert ist. = Frankfurt, 1. März. Der Möbel- und Klaviertransporteur Bruno Groß auf den sich der Verdacht der Täterschaft oder Mittäterschaft an dem Raubmord des Kaufmanns Lichtenstein gelenkt, hat sich gestern Nachmittag 4 Uhr freiwillig der Polizei gestellt. Ob Groß schuldig oder unschuldig ist, muß abgewartet werden. Vor der Hand ist ihm noch nichts nachzuweisen. † Frankfurt a. M., 1. März. Am Nationaldenkmal auf dem Niederwald nahm sich ein aus Desterreich stammender Schüler des Hoch'schen Konservatoriums in Frankfurt das Leben. Ueber den Grund zum Selbstmord ist noch nichts bekannt. Kassel, 1. März. In der gestrigen letzten Sizung des Kommunallandtags für Kurhessen wurden u. a. die gesetzlichen Neuwahlen zum Landesausschuß vorgenommen. An Stelle des wegen hohen Alters ausscheidenden VizeMarschalls Dr. Hans v. d. Malsburg- Escheberg wurde Geh. Sanitätsrat Dr. Endemann gewählt. Beschlossen wurde u. a. die Errichtung einer neuen chirurgischen Klinik bei dem Landkrankenhause zu Fulda, Neubau eines Anstaltsgebäudes bei der Landes heilanstalt zu Marburg. Für letzteres wurden 55 000 Mt., für die Kliniken in Fulda 300 000 Mt. bewilligt. Eingesandt. Für die unter dieser Rubrik gebrachten Artikel übernehmen wir dem Bublifum gegenüber keine Verantwortung. Der Fuhrwerksverkehr an der Ecke Seltersweg und Wolfengasse stockt täglich verschiedene Male. Die sich begegnenden Geschirrführer sind auch nicht immer nachgiebig und so ist es schon vorgekommen, daß die Passanten unfreiwillig Zeuge bei den schönsten ,, Abfertigungen" waren. Gehen wir aber der Sache auf den Grund, so ist eben die zu enge Fahrstraße an der Einmündung nach der Wolkengasse und die der letteren selbst die Ursache. Eine permanent öffentliche Frage ist es ob denn die Stadt hier nicht einmal den Anfang zur Verbreiterung der Wolkengasse macht; es fann doch auf die Dauer, zumal wenn die Anwohner darunter zu leiden haben, dieser Mißstand nicht bestehen bleiben. Neueste Nachrichten. civis. Ueber Berlin wird uns folgendes gemeldet: Petersburg, 2. März. Wie aus Liaojang gemeldet wird, ist in den Operationen der Japaner ein Stillstand eingetreten. Nach der Besetzung von Ichiojan in Korea befestigten sie die Stadtmauern. Die Chinesen verstärken ihre Truppen am Liauho. In der Provinz Tschili treffen ueue Truppen ein. Sewastopel, 2. März. Der mit der Inspizierung der Schwarzen Meer flotte beauftragte Vizeadmiral Werschowski ist hier eingetroffen, um sofort mit der Besichtigung der Flottenequipagen und der Marinekommandos zu beginnen. Suez, 1. März. Der russische Panzerfreuzer„ Dimitri Donskoi" suchte die Erlaubnis nach, hier liegen bleiben zu dürfen, um eine etwa 14 Tage beanspruchende Ausbesserung vorzunehmen. Port Said, 1. März. Fünf russische Torpedoboote sind heute nacht hier angekommen. Der Kreuzer„ Aurora" sißt seit Mitternacht im Kanal feſt. Irkutsk, 1. März. Um 11 Uhr vormittags fuhr der erste aus 25 Waggons bestehenden Zug in Gegenwart des Ministers Chilkow über das Es des Baikalsees. Drud und Verlag der Gießener Verlagsbruderei( vorm. Wilh. Keller), Gießen Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil: Albin Klein für das Lokale, den„ Gerichts." und" Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermann Oftanlage 18 Geschäfts- Verlegung u. Empfehlung. Ecke Landgrafenstraße: 2. u. 3. Stock, 5 Zimmer, Badezimmer u. 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Die Rechnung der Stadt Gießen für 1902/03 nebst Verwaltungsbericht, sowie die Rechnung des Stadterweiterungsfonds, des städtischen Elektrizitätswerkes, sowie des städtischen Gas- und Wasserwerks für 1902/03 Itegen in Gemäßheit des Artikels 87 der Städteordnung während 8 Tagen auf dem Bürgermeisterei- Bureau Zimmer Nr. 15- zu Jedermanns Einsicht offen. Es wird dies mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß Bemerkungen zu denselben in der gleichen Frist bei uns eingereicht werden können. Gießen, den 29. Februar 1904. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Für den Teil der Wetsteingasse bei der Einmündung der Wetzsteinstraße ist ein neuer Fluchtlinienplan festgestellt. Derselbe kann beim städtischen Tiefbauamt ( Gartenstraße 2) eingesehen werden. Gießen, den 26. Februar 1904. Der Oberbürgermeister Mecum. Bekanntmachung. Versteigerung. Donnerstag, den 3. März nachmittags 3 Uhr, werden im Bieferschen Hofe Neustadt 55 gegen Barzahlung versteigert: 1 faft neuer Landauer, Pferde mit kompl. Chaifengeschirr. Die Versteigerung findet be= ftimmt statt. Richard Buchacker. Gg. Carl Volk. Geißler, Gerichtsvollzieher, Gießen. Nächste Geld- Lotterie á 1 Mk. Ziehung schon 5. März 1904. d.Gross. Geld- Lotterie d. Bad. Landesv. v. Roten Kreuz Los nur 1 Mk.}, Il Lose 10 M. Prt.u L 25Pfg. Auszahlbar bar ohne Abzug 3388 Geldgew. bar zus. M. 44000 Hauptgew. M. 15 000 1 Gewinn Mk. 15000 " 1 Gewinn Mk. 5000 2 à 1000=" 2000 4 à 500= 2000 30 à 100= 3000 350 Gew. zus. 7000 2800 Lose J.Stürmer " " erhältlich b. " 10000 Gen.- Debit, Strassburg i. E. W. Semmler. Ph. Weiler. Die Weſt anlage zwischen Seltersweg und Bahn- Robert Stuhl hofstraße wird wegen Vornahme von Kanalisations. arbeiten von heute an bis auf weiteres für den Fuhrwerks- und Fahrradverkehr gesperrt. Gießen, den 1. März 1904. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Vergebung von Bauarbeiten. Die für den inneren Ausbau eines nenen Schulfaales, die Errichtung eines Abortgebäudes mit Spritzenhaus und die Herstellung des Schul. hofes in Oppenrod erforderlichen Arbeiten und Lieferungen sollen im Wege schriftlichen Angebots vergeben werden und sind Angebote bis Dienstag, den 15. März 1. Js., Nachm. 3 Uhr bei Großh. Bürgermeistererei Oppenrod, woselbst Pläne, Voranschläge und Bedingungen zur Einsicht offen liegen, portofrei einzureichen. Die Arbeiten und Lieferungen sind wie folgt veranschlagt: Erd- und Maurerarbeiten Steinhauerarbeiten Zimmerarbeiten Dachdeckerarbeiten Spenglerarbeiten Schlosserarbeiten Glaserarbeiten Schreinerarbeiten Weißbinderarbeiten Tapezierarbeiten Pflasterarbeiten Basaltgruslieferung Eisen- und Röhrenlieferung zu 1041,37 Mr. " " 237,51 378,91 130,00 " " " " 83,50 " " 646,90 " " " 264,56 " 861,91 " 578,98 " 39,00 " 240,00 " 40,00 " " 41,64 " Gießen, den 29. Februar 1904. Der Großh. Kreisbauinspektor Diehm, Baurat. 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